Rr. 196 battion u.Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Mittwoch, den 22. August 1906 Gießener 15. Jahrgang 6 Gratisbellagen: Oberheffische Familiengeitung( gig und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Gefängnisarbeit. Handwerksmeister verschiedener Gewerbe haben neuerbings, wie schon früher oft genug bei der Regierung darüber Klage geführt, daß die Gefängnisarbeit ihnen schädigende Konkurrenz bereitet. Die Regierung hat die Klagen gehört, bie übrigens auch in den gesetzgebenden Körperschaften Widerhall und Unterstützung fanden, und ist in mannigfacher Art bestrebt gewesen, die von ihr selbst erkannten Mißstände zu beseitigen. Aber die beste Absicht ist bisher nicht imstande gewesen, eine befriedigende allgemeine Regelung zu schaffen. Das zeigt sich in der steten Wiederkehr der Klagen, die zwar immer neue Form und neuen Anlaß haben, aber im Grunde doch nur verraten, daß das Problem der Beschäftigung von Gefangenen noch ungelöst ist. So haben sich jüngst der in Leipzig domizilierende deutsche Buchdruckerverein und der Bund deutscher Buchbinder- Innungen in Berlin sowie die Handwerkskammer zu Danzig mit einer Beschwerde an das Den Anlaß dazu preußische Abgeordnetenhaus gewandt. hatte die Gefängnisdirektion in Anrath, Regierungsbezirk Düsseldorf, gegeben, von der an zahlreiche Behörden ein Rundschreiben verschickt worden war, das die Druck- und Buchbinderarbeiten des Gefängnisses zu Preisen anbot, mit denen fein privater Betrieb sich hätte begnügen fönnen. regierungsseitig Diese Petition wurde, soweit sie sich gegen die Erweiterung des Druckereibetriebes in den Strafanstalten richtete, der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. In den vora gegangenen Kommissionsberatungen war darauf aufmerksam gemacht worden, daß das Parlament wiederholt ausdrücklich gewünscht hatte, die Beschäftigung von Gefangenen für Staatsbetriebe möchte erweitert werden, weil man auf diese Weise am besten die Konkurrenz der Gefängnisarbeit am offenen Markt vermeide. Dieser Hinweis bestimmte auch die Kommission, dem Plenum den Uebergang zur Tagesordnung hinsichtlich aller oben erwähnten Eingaben zu empfehlen. Das Plenum folgte der Empfehlung und machte, wie angegeben, nur die eine Ausnahme, daß es fich gegen die Erweiterung des Druckereibetriebes in den Strafanstalten erklärte. Die Gefängnisse kosten Geld, viel Geld. Es ist begreiflich, daß man darauf hält, die Gefangenen wenigstens einen Teil der von ihnen verursachten Kosten wieder einbringen zu lassen. Es wäre auch nichts weniger denn ratsam, die Gefangenen müßiggehen zu lassen. Sie sollen im Gegenteil zur Arbeit angehalten werden, damit sie sich an regelmäßige Arbeit gewöhnen, oder damit fie diese Gewöhnung nicht verlieren. Selbstverständlich will man diese Arbeit auch verwerten. Hier beginnen eben die Schwierigkeiten. Gefangenenarbeit hat nicht entfernt den Wert von freien Mannes Arbeit. Die Gefangenen müssen häufig erst angelernt werden, und auf die Ausbildung wird nicht eben lange Zeit verwendet. Man bringt dem Gefangenen ein paar Handgriffe bei, so daß er etwa ein Stuhlbein machen kann, dann ist seine Lehrzeit beendet. Er macht eben, was er fann, er macht Stuhlbeine. Was soll nun der Unternehmer, der die Arbeitskraft des Gefangenen gewissermaßen pachtet, für dieſe minderwertige Kraft zahlen? Natürlich: noch weniger als sie wert ist, denn an ihr soll noch verdient werden. Auch fann man nicht jeden Unternehmer als Bächter der Arbeitskraft in den Gefängnissen zulassen, und die Verringerung in der Zahl der Erwerber, verringert das Angebot noch mehr. Die weitere Folge ist, daß der Unternehmer, der seine Produktion der Eigenart der Gefangenenarbeit angepaẞt hat, einen großen Vorsprung vor den Konkurrenten gewinnt; er bezieht gewissermaßen eine Staatsprämie, ein Teil der Gefängniskosten fließt ihm als Gewinn zu. Selbstverständlich wollen die Konkurrenten das nicht leiden. Sie beschweren fich, ihre Beschwerde wird als gerechtfertigt anerkannt; der private Unternehmer verschwindet aus den Gefängnissen, und die Gefängnisverwaltungen richten selbständige Be triebe ein. Was ist nun gebessert? Der Fistus, der in den Gefängnissen repräsentiert wird, mag ein schlechter Kaufmann sein ein bedenklicher Konkurrent bleibt er doch. Er kann den Wert der Gefangenenarbeit so niedrig einschätzen als er will, noch so tief unter den Kosten, die der Gefangene durch seinen Unterhalt verursacht, für ihn existiert nach unten keine Grenze. So ist der Gefängnisfisfus ein noch schlimmerer Konkurrent, als der zur Ausnüßung der Gefangenenarbeit zugelassene Privatunternehmer es gewesen. Bleibt noch der letzte Ausweg: daß der Gefängnisfiskus nur für den Staatsfiskus arbeitet. Bedeutet nun das eine Abhilfe? Ebensowenig. Denn ob der Staatsfiskus, der ein großer Auftraggeber ist, durch den Gefängnisfiskus dem Privatbetrieb als Kunde verloren geht, oder ob der gleiche Verlust durch einen Privatunternehmer verursacht wird, der in den Gefängnissen arbeiten lassen darf, kommt ganz auf das nämliche heraus. Der Verlust ist in dem einen Falle so groß wie in dem andern, und als unbillig wird er hier wie dort empfunden. Man wird darauf bedacht sein müssen, einen andern Ausweg zu finden. Leicht wird das nicht sein, da uns die englische Auffassung widerstrebt, nach der der Gefangene nicht würdig ist, ehrliche, schaffende Arbeit zu leisten und deshalb angehalten wird, nutzlose, harte Arbeit in der Tretmühle zu berrichten. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Der Abgeordnete Erzberger veröffentlicht eine scharfe Erklärung zu den Angriffen, die ihm wegen seiner Tätigkeit in den Kolonialfragen zu Teil geworden. Was seine Person anbetreffe, so ließen ihn die Angriffe in der Presse, wie die zahlreichen Zuschriften vollständig falt. Sie bewiesen nur, daß die Schritte zur Aenderung der Kolonialpolitik vollauf berechtigt gewesen. Wenn aber die Interessenten an möglichst hohen Reichsausgaben für die Kolonien zu Schmähungen des Reichstags übergingen, würden sie eine Antwort erhalten, die deutlich genug ausfallen würde. Man werde noch schonungsloser und rücksichtsloser vorgehen, um die eingerissenen Mißstände auszumerzen. Diese Erklärung wird sicherlich wiederum heftige Polemiken in der Frage zur Folge haben. * Einer großen Anzahl von Beamten wurden durch den Kaiser Auszeichnungen für die Verdienste bei Einführung des neuen Zolltarifs verliehen. Außerdem wird eine Kundgebung des preußischen Finanzministers Frhr. von Rheinbaben veröffentlicht, in der es heißt: Es ist mir persönlich ein Bedürfnis, allen im Zolldienste tätigen Beamten auszusprechen, daß sie durch ihre unermüdliche und verständnisvolle Arbeit dazu beigetragen haben, die ungewöhnlichen Schwierigkeiten, die mit der Einführung des neuen Zolltarifs verbunden waren, zu überwinden. Nur dadurch, daß sämtliche Zollbeamten die großen Anstrengungen, die von ihnen gefordert werden mußten, gern auf sich genommen haben, ist es erreicht worden, daß die Ueberleitung in die neuen Verhältnisse sich ohne Störung von Handel und Gewerbe vollzogen hat. * In Breslau hielt der Verband deutscher Kriegsveteranen seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Geschäftsbericht des Verbandes, der über 70 000 Mitglieder umfaßt, erwähnt, daß im Laufe des Berichtsjahres 234 Beteranen verstorben und 1905 Veteranen neu eingetreten sind. Dem Reichstagsabgeordneten Graf Oriola wurde für sein entschiedenes Eintreten zugunsten der Veteranen der wärmste Dank des Verbandes abgestattet. An den Denks mälern Kaiser Wilhelms I., Friedrichs III. und des Fürsten Bismarck wurden prachtvolle Kränze niedergelegt. * Die erste nichtöffentliche Versammlung des 53. deutschen Katholikentages beschäftigt sich zunächst und in der Hauptsache mit der Papst frage. Den dahingehenden Antrag begründete Justizrat Dr. Porsch- Breslau, der die Forderung erhob, die deutschen Katholiken sollten eine erhöhte Beisteuer zum Peterspfennig leisten, um die sich immer deutlicher bemerkbar machende schwierige finanzielle Lage des Heiligen Stuhles zu bessern. Die deutschen Katholiken müssen mit den Katholiken der ganzen Welt den Anspruch aufrecht erhalten, daß der Papst volle und wirkliche Unabhängigkeit und Freiheigenieße. In der ersten öffentlichen Versammlung referiertt Landtagsabgeordneter Dr. Porsch- Breslau über die Schule frage. Mit jubelndem Beifall wurde die Verlesung nachstehenden Antworttelegramms des Kaisers aufgenommen. Der Kaiser dankt für die freundlichen Grüße und gibt seiner Befriedigung Ausdruck, daß die Generalversammlung der Versöhnung der Konfessionen und sozialen Gegensätze zu dienen bestrebt sein wird." Der Volksverein für das fatholische Deutschland, dessen Mitgliederzahl um 40 000 gestiegen ist und jezt ca. 507 000 Mitglieder beträgt, hielt gestern früh eine Sigung ab, in welcher Kardinalerzbischof Dr. Fischer den Erschienenen den Segen spendete. Im Stadtsaalbau tagte gegen Mittag die 2. geschlossene Versammlung, in welcher Anträge des Frauen- Missions- Vereins, des Vereins katholischer Jugendfreunde, sowie Anträge betreffend Gründung von Seemannsheimen angenommen wurden. Nachmittags tagten die akademischen BonifatiusVereine, und um 3 Uhr fand eine geschäftliche Versammlung der Verbände katholischer faufmännischer Vereinigungen statt. Das Zentralfomitee des Katholikentages hat beschlossen, davon Abstand zu nehmen, den nächsten Katholikentag in Berlin abzuhalten, und zwar soll dies infolge der Ablehnung der Berliner Mitglieder des Komitees geschehen sein, die Berlin für diesen Zweck noch nicht für geeignet erachteten. frankreich. ** Jm Generalrat äußerte sich der Ministerpräsident Sarrien über die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten dahin, daß die Regierung den festen Willen habe, die guten Beziehungen, die sie bis dahin mit allen Mächten unterhalten habe, und die für den Weltfrieden unerläßlich seien, weiter zu erhalten und zu festigen. Das Trennungsgesetz werde die Regierung in vollem Umfange durchführen. Rufeland. ** Die Revolution hat sich wieder in einer Reihe von Gewalttaten bemerkbar gemacht. Es liegen darüber folgende Meldungen vor: Choriza, 21. August. In der deutschen Kolonie find der Millionär Niebuhr und seine Frau erschlagen und beraubt worden. Revolutionäre Jekaterinoslaw, 21. August. warfen in das Krankenhaus eine Bombe, weil ein dort in Pflege befindlicher Revolutionär nicht ausgeliefert wurde. Mehrere Aerzte, Wärter und zahlreiche Kranke wurden verlegt, das Gebäude stark beschädiat. Riga, 21. August. Im nahen Walde wurde eine Kommission von einer größeren revolutionären Bande überfallen, wobei der Gutsadministrator Kraus, zwei Landpolizisten und ein Deutscher schwer verwundet wurden. ** Die Stimmung unter den Marineoffizieren ist sehr gedrückt, da man an der baldigen Wiederherstellung von Ordnung und Manneszucht unter den Matrosen zweifelt. In Kronstadt reichten infolgedessen 37 Offiziere den Abschied ein. Die Kriegsgerichte wegen der Kronstadter Meuterei tagen noch. Gestern sind in der Batterie Litta fieben Soldaten und drei Zivilisten wegen Teilnahme an den Aufständen ers schossen worden. Türkei. ** Ueber die Gesundheit des Sultans wird offiziell versichert, daß der Herrscher vollkommen wiederhergestellt sei. Nach vertraulichen Angaben bedarf sein veraltetes Blasenleiden ( Nierengries) noch ernster ärztlicher Behandlung; der Sultan bedürfe einer gewissen Schonung, doch sei sein Zustand gefahrlos. Dagegen behauptet ein Balkanblatt, der Zustand des Sultans sei lebensgefährlich und die Grenzbesatzungen verstärkt worden, um Komplikationen bei einem Thronwechsel zu berhindern. Amerika. ** In einem Schreiben an das Kongreßmitglied für Indiana, Watson, spricht sich Präsident Roosevelt über die nationalen Interessen und die Trusts aus. Der Kongref werde Geseze erlassen, durch die verhindert werden solle, daß die Trusts zu politischen Zwecken mißbraucht werden. Der Präsident steht unerschütterlich auf dem Boden des Schutz Rolles, da er der Ansicht ist, daß das außerordentliche Ge deihen, dessen sich die Industrie gegenwärtig erfreut, nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden dürfe. Das Land sel unwiderruflich verpflichtet, die Monroe- Doktrin und da Brinziv der Verteidiauna und leberwachung der Kanalftraße aufrechtzuerhalten. Seine Vortampferschaft in der Frage ver Monroedoktrin würde absurd sein, wenn das Volf es unter lasse, eine starke Flotte auf der höchstmöglichsten Stufe der Vollendung zu unterhalten. Kleine politische Nachrichten. Ems, 21. August. Graf Witie, Rußlands ehemaliger Ministerpräsident, ist zur Kur in Bad Ems eingetroffen. Athen, 20. August. Es verlautet hier bestimmt, daß Prinz Georg von Kreta abberufen und der frühere Ministerpräsident Zaimis zum Gouverneur von Kreta ernannt werden solle. Der bewilligte Sofia, 21. August. Ministerrat 500 000 Frants für die durch griechische Banden geschädigten bulgarischen Familien in Macedonien sowie 200 000 Frants für provisorische Wohnungen der in Anchialo Abgebrannten. Newyork, 20. August. Die chilenische Regierung beabsichtigt vom Kongreß die Bewilligung von 100 Millionen Dollars zum Wiederaufbau von Valparaiso zu fordern. Trinidad, 21. August. Das Befinden des Präsidenten Castro von Venezuela soll besorgniserregend sein. Andererseits verlautet, daß ein Staatsstreich bevorstehe. Dof und Gesellschaft. ** Der Kaiser hat im Schlosse zu Wilhelmshöhe dem Berliner Maler Alfred Schwarz mehrere Sizungen zu einem Bildnis gewährt, welches ihn in Admiralsuniform darstellt. Dieses Porträt wird ein Geschenk des Bezirksverbandes Lothringen für das neue Panzerschiff Lothringen sein. Deer und flotte. Neue Fahnen für das schlesische Armeekorps. Die Nagelung und Weihe von 28 Fahnen und Standarten für die Truppenteile des Schlesischen Armeekorps wird in Gegenwart des Kaisers am 30. d. M. im Lichthofe des Berliner Zeughauses stattfinden. Der englische Kriegsminister bei den deutschen Manöveru. Der englische Kriegsminister Haldane trifft am 29. August in Berlin ein. Er wird als Gast des Kaisers verschiedenen militärischen Festlichkeiten, darunter am 1. September der Herbstparade, und später den großen Kaisermanövern beis wohnen. Soziales Leben. P XKohlenarbeiterstreit in Berlin. Auf den Kohlenplätzen des Verbandes der Berliner Kohlengroßhändler haben die Arbeiter und Kutscher die Arbeit infolge von Lohnstreitigfeiten niedergelegt. Polizei bewacht die Kohlenpläge, vor denen hier und da Ansammlungen Streifender stattfanden, doch ist die Ruhe bisher nicht gestört worden. × Im spanischen Grubengebiet von Bilbao find 600 Bergarbeiter in den Ausstand getreten. Die Truppen der Garnisonen von Burgos und Vittoria wurden zusammengezogen, um die Ordnung im Aufstandsgebiete aufrecht zu erhalten. Der Ausstand droht sich auf das ganze Grubengebiet auszudehnen. Die Reise des Königs nach Bilbao wird boraussichtlich infolge des Ausstandes verschoben werden. 1441 T bin. ann, as occ jekt, zum Schluß, ala noch eines befinden wir uns im Befige ihres ganzen Geheimnisses. Und bas von dir im Stalle Gehörte die Sache aufklärt; und so Drittens verrät er sich in diesem Glauben so weit, bis Wirt fofort den Schluß, daß ich einer von den Verschwörern Empfehlungsschreiben abgelehntichen au wollen, bis ich meine abgeliefert habe, zieht unser schlauer DCE Rudolf von Hartmannsdorf bei Ihnen wohnt." die das heilige Recht haben, es zu wiffen, sagen, daß Freiherr Gewissen an dem Anschlage teilnehmen, und Sie dürfen denen, fich gebeffert hat und er sich erholt; jetzt kann ich mit gutem her, um mir mitzuteilen, daß das Befinden meines Vaters Bater, ein Courier auf dem Wege nach Potsdam lam hierwie Sie fort waren, erhielt ich Nachricht von meinem ( Fortsetzung.) Grizze von Frit Reutter. ( Nachdruck verboten.) Lustspiel denken?" Als das einfache Mahl vorüber war, fragte Martens: Und jetzt fagen Sie mir mal, was Sie von meinem Dutter naft befonbers auch e ganz orbentlich Diese Dichter freundlich und zufrieden mit mir sein." Mancher vielleicht wäre auch etwas meinte, ich fei zu jung, und ber Schriftsteller möchte nicht es nicht gerne leh find so vor mir, als vor einem gewesen. Also freten Sie fich - Kampf dem Schmerz! Ein Wort über die neue Erfindung Prof. Schleichs. - Als vor nur wenig mehr als fünfzig Jahren Simpson, der gediegene Edinburger Geburtshelfer, seinen Leidenden die Segnungen des Chloroforms angedeihen lassen wollte, hatte er manch harten Strauß zu bestehen. Selbst bedeutende Forscher erhoben warnend ihre Stimmen gegen das neue Narkotikum. Allein der gelehrte Einspruch verstummte bald. Die Wirklichkeit schlug die Theorie in die Flucht. Der Kampf gegen den Schmerz ist nicht immer nur Selbstzweck. Er hat nicht nur vielen Menschen das Leben erträglich gemacht. Sein Sieg hat das Siechtum gebannt und den Tod getötet. Uns friecht ein Grauen durchs Gebein, denken wir an die Chirurgie von Einst. Nur eine sanatistische Phantasie mag sich die Schmerzen des Armen vorstellen, in dessen zuckendem Gedärm die Hand des Arztes wühlte. Wie haben unsere Vorfahren die Schmerzen getragen?! Vielleicht hatten sie weniger sensible Nerven. Sollte die Steigerung der Empfindlichkeit nur die düstre Begleiterin unserer Kultur sein? Oder sollte gar die Fülle schmerzstillender und betäubender Mittel, ihre Handlichkeit und die Leichtigkeit ihrer Besißnahme erst den Schmerz so schmerzhaft gemacht haben? Friedrich der Große verbot seinen Soldaten jede Schmerzäußerung. Nur bei der Operation des eingewachsenen Nagels durften sie schreien. In der Theorie hatte der alte Fritz gewißlich recht. Für den Kriegersmann ist es eine unbequeme Eigenschaft, Schmerzen zu empfinden. Hohem Ideale sich zu opfern; für Haus und Herd, für die friedsame Entwicklung heimischer Kultur sein Leben in die Schanze zu schlagen süß und ehrenvoll ists. Aber fann selbst der hochgespannteste Patriotismus die qualvollen Bilder aus dem Martyrium des Krieges ganz verschleiern? - Die Errungenschaften unserer medizinischen Wissenschaft ihr höchster Triumph: Antisepsis und Asepsis sind auch im Felde bedeutungsvoll geworden. Wen bald nach der Verwundung die Kunst des Arztes, die Sorgfalt des Wärters betreut, der darf vom Glück ein Wörtchen wagen. Wer aber in der hin- und herwogenden Schlacht zu Boden geschleudert und wehrlos blutend, mit schmachtenden Lippen Stunden, vielleicht einen ganzen Tag vom Schmerz bis zum Wahnsinn gemartert wird, ohne daß ihm Hilfe näher fommen fann, soute er nicht über die Qual hinweggetäuscht werden tönnen?! So Die Lösung dieses Problems wäre ein Riesenschritt zur Humanisierung des inhumanen Krieges und verheißungsvoller als die Friedensphantasiedn. Und wir können die Ergriffenheit so wuchtig nachempfinden, in der Professor Schleich für den Gedanken der Selbstnarkose der Verwundeten wirbt. Es ist das Jdeal seines Lebens! Seit 15 Jahren ist Schleich an der Arbeit, die Wunder des künstlichen und natürlichen Schlafes zu enthüllen. Ein schöpferischer Geist, dem die Chirurgie nicht Kunsthandwerkerei geworden, hat er die geniale Infiltrations- Anasthesie geschaffen, die ohne allgemeine betäubende Vergiftung nur durch die Unempfindlichmachung der Angriffsgegend selbst größere Operationen gestattet. Ein Denfer und phantasiereicher Künstler, wächst ihm aus dem wirbelnden Spiel der Theoreme die praktische Erfüllung heraus. weckt sein Gedanke der Selbstnarkose nicht nur Hoffnungen schmerzhafte, weil sie nicht Wirklichkeit werden können. Schleich hat seit vielen Jahren ein Gemisch von AthylchloridChloroform und Schwefeläther an vielen Tausenden probiert und gefunden, daß es den Schmerz stillt, eine tiefe Müdigfeit erzeugt, die in den natürlichen Schlafmechanismus hinüberarbeitet" und diesen Segen entfaltet, ohne den Leidenden in die Gefahren der Chloroform- und Atemnarkose zu schleudern. Nie haben Schleich und seine Nachprüfer einen Unglücksfall mit dem narkotischen Siedegemisch erfahren, dessen Eigenart es ist, in gleicher Temperatur wie die Atmungsluft zu verdampfen. Es hat ihnen das Morphium entbehrlich gemacht und den schönen Traum eingegeben von einem Schlachtfeld, auf dem nicht mehr der Schmerz seine vielsträhnige Peitsche auf die armen Verwundeten niedersausen läßt. Jeder Soldat soll in Zukunft drei Etuis mitbekommen, ge= füllt mit der in dem Siedegemisch getränkten Watte. Ein paar kräftige Züge und der Schmerz trottet fort, und süßer, notvergessender Schlaf legt sich auf die Lider des Kriegers. Es ist ein Ausblick voll hinreißender Schönheit, der einem die Sinne umnebeln könnte. Darum muß die kühle Ruhe die Anregung prüfen: medizinisch. ob nicht doch die Selbstnarkose Gefahren bietet; taftisch ob die Möglichkeit der Selbstbetäubung nicht der Feigheit Vorspann gibt. Schleich wägt Gründe und Gegengründe. Ernst, wie es einem Forscher geziemt. Und mit jener sicheren Objektivierung, die aus praktischer Erfahrung reift. Und schwer senkt sich die Schale der guten Gründe. Mögen die Gebieter zu gleichen Ergebnissen kommen. Fröhlicher darf dann das Lied erklingen: Es ist eine Lust Soldat zu sein. Weitet man aber die Anwendung aus auf alle im Frieden Verwundeten, auf die in den Werkbetrieben Berschlagenen, auf die Verunglückten, wieviel Schmerz könnte da gelindert werden. Es wäre dann eine Lust, Mensch zu fein Dr. med. Th. Zlocisti. Nab und fern. † Luftschiffers Ende. Beim Ausproben eines nenen Fall. schirms verunglückte bei Newyork der Luftschiffer iam Johnston. Der Mechanismus des Schirmes versagi, ais Johnston sich aus einer Höhe von 1000 Metern herabiich. Der Unglückliche wurde völlig zerschmettert. † Die Verhaftung in den Lüften. Der Dachdecker Meyer aus Adlershof hatte sich vier Wochen hindurch seiner VerHaftung zur Verbüßung einer viermonatlichen Haft zu entziehen gewußt. Während er dieser Tage auf dem Dache eines Hauses mit Teerarbeiten beschäftigt war, erschienen Polizeibeamte, um ihn zu holen. Meyer widersetzte sich aber und bedrohte die Beamten mit siedendem Teer. Es wurde infolgedessen die Feuerwehr alarmiert; bei ihrem Anrücken fam Meyer jedoch freiwillig von dem Dache herunter und ließ sich abführen. + Eine elektrische Vollbahn wird in Sachsen noch in diesem Jahre begonnen werden. Es handelt sich um die Bahn Limbach- Waldenburg- Gößniß, die von einer hierzu bereits gegründeten Aktiengesellschaft gemeinschaftlich mit der ebenfalls elektrischen Schmalspurbahn Hohenstein- ErnstthalGersdorf Delsnig ausgeführt wird. Diese Schmalspurbahn soll bereits im nächsten Frühjahre teilweise dem Verkehr übergeben werden. Für die Vollbahnstrecke LimbachWaldenburg- Gößniz hat sich der Staat das Recht gesichert. fie später zu übernehmen. † Die Lage in Valparaiso ist noch immer nicht geklärt. Die große Zahl der Obdachlosen, die man auf 50-60 000 schätzt, leidet sehr unter den Wirkungen der falten Nächte, obwohl die Regierung alles aufbietet, um Obdach und Lebens: mittel zu beschaffen. Ein Teil der Flüchtenden wurde von den Schiffahrtsgesellschaften aufgenommen und verpflegt. Die Verluste an Menschenleben betragen in Santiago etwa 30, für Valparaiso schwanken die Angaben zwischen 50 und 5000, fodaß Sicheres festzustellen absolut unmöglich ist. In den Provinzen Valparaiso und Talca sind die Verheerungen sehr groß. Wie es heißt, liegen die Orte Los Andes, Nogales, San Felipe, Melon, Supallar, Casa Blanca, Limache, Quillota, Quihin, Vino del Mar, Petorca, Hierro Viejo und Llai- Lai infolge des Erdbebens in Trümmern. Der Verlust an Menschenleben beträgt in Limache 130, in Quillota 30. Man nimmt an, daß außerhalb Valparaisos 1000 Menschen durch das Erdbeben um das Leben gekommen sind und daß der angerichtete Schaden sich auf 2 Millionen Pfund Sterling beläuft. Durch die im Zusammenhang mit dem Erdbeben stehende Flutwelle soll auch die Insel Juan Fernandez, der Schauplatz der Robinsonerzählungen, verschlungen worden sein. † Ein Poswagen abgestürzt. Infolge Scheuwerdens der Pferde stürzte der Wagen der Post Arosa- Chur hinter Peist im Schanfigg- Tal über die Straßenböschung und überschlug fich zweimal. Die im Wagen sizenden vier Reisenden wurden hinausgeschleudert; eine ältere deutsche Dame namens Weidbrecht ist tot, ihre Tochter erlitt einen Rippenbruch, die beiden anderen Passagiere, Dr. Junken und Frau leichtere Verlegungen. Der Kondukteur und der Postillon wurden ziem lich schwer verletzt. Bunte Tages- Chronik. Eckernförde, 21. August. Hier fenterte ein Segelboot mit bier Insassen. Zwei Personen konnten durch Fischer gerettet werden, die beiden anderen ertranfen. Nienburg, 21. August. Der Banfier Valentin wurde wegen Depotunterschlagungen in Höhe von über 14 Million Mark verhaftet; sämtliche Geschäftsbücher sind beschlagnahmt. Hamburg, 21. August. Das Warenhaus von L. Wagner In der Elbstraße ist durch Feuer zum großen Teil zerstört worden. Eisfeld, 21. August. Der hiesige Hotelbefizer Amend wurde, als er einem Gutsbesitzer, der bei ihm ausspannte, einen Plaz im Stalle anweisen wollte, von dessen Pferd totgeschlagen. Köln, 21. August. Infolge eines telephonischen MißverKändnisses fuhr in Bettenberg in Luxemburg ein Güterzug auf einen Personenzug auf, wobei sieben Wagen zertrümmert und zwei Beamte verlegt wurden. Kunst und Wiffenfchaft. XS. Der Kenchhinsten- Bazillus gefunden. Der belgische Arzt Bordet hat der belgischen Akademie für ärztliche Wissenschaften die Mitteilung gemacht, es sei ihm geglückt, den Keuchhustenbazillus zu isolieren und Reinfulturen von ihm zu er halten. Im Sefret der Kehle kleiner Kranken hat Bordel während des Anfangsstadiums der Krankheit den Bazillus in großer Bahl entdeckt. Das Serum fleiner Keuchhustenkranker wirkt auf den Bazillus heilend ein. Bordet ist Direktor des Seruminstituts von Brabant. PC. Erdbeben- Forschung. Der vor Jahresfrist in Berlin abgeschlossenen Internationalen Erdbebenvereinigung ist fürz lich auch die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerifa beigetreten, nachdem der Kongreß die Mittel bewilligt hat. Der Vereinigung gehören nunmehr außer Deutschland, von dem die Anregung zur Begründung der Vereinigung aus: ging, an: Belgien, Bulgarien, Congostaat, Spanien, die Vereinigten Staaten von Amerika, Griechenland, Ungarn, Japan, Italien, Mexiko, Norwegen, die niederländischen Kolonien, Portugal, Rußland und die Schweiz. LM. Ballonfahrt nach dem Südpol. Der französische Forscher de la Bauly trifft in Paris alle Vorbereitungen, um mit seinem lentbaren Luftschiff an den Südpol zu ge langen. Er hat bei Saint Cloud seinen ersten Aufstieg unterDer Ballon ist 720 Kubikmeter groß und ist mit reinem Wasserstoff gefüllt. De la Vauly war allein in der Gondel und experimentierte 10 Stunden lang. Er erhob sich nicht über 60 Meter von der Erdoberfläche und führte an 50 Landungen aus. nommen. = Vermischtes. Der Sänger des Kaisers. Vor einigen Tagen lief durch fast sämtliche Blätter eine Notiz, derzufolge man bei dem Kruppschen Gesangverein ,, Gemeinwohl" einen Heldentenor" entdeckt habe, der über so phänomenale Stimmmittel verfügen sollte, daß der Kaiser den Wunsch ausgesprochen haben soll, ihn an die Hofoper zu bekommen. Das klang ja recht schön und nett es ist aber leider nichts, oder nur wenig wahres daran. Der Kaiser hat, und das ist das Tatsächliche, nach den Vorträgen des Gesangvereins im Scherz zu dem Vorsitzenden geäußert: Sie können mir den Mann wohl für die Berliner Oper ausbilden lassen. Bei dieser scherzhaften Aeußerung ist es aber auch geblieben, der Heldentenor ist und bleibt das, was er früher war: Schraubendreher. = - - Londons ältester Bürger, zugleich König Eduards ältester Untertan, der Armenhausinsasse James Mc. Nally ist im Alter von 1091/2 Jahren gestorben. Er war in Kings County, Irland, am 15. Februar 1797 geboren, als Napoleon und Wellington noch junge Leute waren. Während seiner Lebenszeit haben 32 Premierminister die Geschicke Englands geleitet. Noch an seinem letzten Geburtstage fand ihn ein Besucher im Bette sisend und eine Pfeife rauchend. Er war weit in der Welt herumgekommen, hatte lange Jahre in Amerika gelebt und einige Zeit auch als Seemann in der englischen Marine gedient. Kurz vor seinem Tode sagte er: Ich sterbe gern, ich habe ein langes Leben aebabt." = Der Roman des blinden Sängers. Eine merkwürdige Hochzeit wurde in Washington gefeiert. Lady Lawleß, eine sehr reiche Witwe verheiratete sich mit dem blinden Straßenfänger Charles Bakody. Er war früher ein berühmter Opernsänger und Lady Lawleß faßte damais tiefe Neigung zu ihm. Bakody verlor sein Augenlicht und verschwand aus der Oeffentlichkeit. Vor furzer Zeit hörte Lady Lawleß auf der Straße die Stimme eines Sängers. Sie ließ den Mann rufen und erkannte Bakody, den sie alsbald zu ihrem Gemahl nachte. Damit hat sein Elend ein Ende. 47. Allgemeiner Genossenschaftstag. ber Berichte des den, daß diefe Krit rigen Gefchichte L daftlicher Grur Sabren wurden 1 loft 3110-19% Bründungen 206 Wert: un neu gegründet, a erfreulich die& reichen Auflösunge einen leberbli endhaftswefens in ende Zahlen zu er or. Rassel, 20. August 1906. Der diesjährige Algemeine Genossenschaftstag des B bandes der auf Selbsthilfe beruhenden deutschen Genoffn schaften( System Schulze- Delitzsch) findet in den Tagen bon 20. bis 24. August in Kassel statt. Zu demselben find co 850 Anmeldungen von Vertretern aus allen Teilen Deuts lands, sowie aus dem Auslande eingegangen. In der üblichen Weise haben bereits vor Eröffnung der Haupt versammlung verschiedene geschäftliche Sibungen stattgefunden: am Sonnabend tagte der engere Ausschuß, an vergangener Sonntag hielt der Gesamtausschuß eine Sigung ab und heute Vormittag fanden im kleinen Saale des Evangelischen Vereinshauses zunächst die Vorstands- und Aufsichtsrats. schluß daran die Generalversammlungen dieser beiden Kassen ann Benoffenschaften 49 fizungen der Hilfskasse und Ruhegehaltstasse, sowie im tende Kredit statt. Aus dem von Direktor Jäger Berlin erstatteten Betgliederzahl schäftsbericht über die Tätigkeit der Ruhegehaltstasse ist Bermögen. erwähnen, daß die Mitgliederzahl von 477 auf 619 Personen de Gelder 606 000. Das versicherte Einkommen stellt sich aufgenstände geftiegen ist. Das Vermögen der Kasse beträgt jezt rund ährte Kredite 1 34 1400 000 f. Zurzeit hat die Kasse an 14 Pensionäre Die Gründung 56 ca. 9000 Mt. Ruhegehälter jährlich auszuzahlen. Dem Booten ist als grober stande wurde Entlastung erteilt, worauf die notwendigen Ersazwahlen vorgenommen wurden. - uns entschieden ge Nachmittags um Darlehensfaffen 2 Uhr fand unter dem Vorsiße von Justizrats Wolfstiglich ist fogar ein E Allenstein Konferenz statt. In derselben wurde zunächst von im gegründet worden Direktor Jäger: Bertin die Frage der Buchführung vermittelterbandstaffe für Bau sog.„ Loser Konten" eingehend erörtert. Für Hilfsbücher gleichstelle wirten wurde das System nicht direkt verworfen, doch soll nach Die Genossensch Sammlung weiteren Materials im nächsten Jahre nochma's ftellen, ift eine ganz über die Frage gesprochen werden. Ueber den nächsten bits mit dem Berfon Punkt der Besprechung„ Trennung der Dividende in den eiterten Personalfred Konsumvereinen für Warenhandel und Produktion" referierte. Die Genossenschaft Verbandsrevisor Michelmann- Blankenburg a. H. Er trat daft eintreten soll, ift für eine solche Trennung ein, während die Ansicht der Ver. htungen nicht a Gründen nicht empfohlen werden könne. be Ueber die Gewalt eröffneten Deb schäftsanweisung für die Einschäßungskommission der Aufsichts- haftlichen Genoffe i groß Berlin. Der vorgelegte Entwurf begegnete einem z. E. Leb- de die Beurteilung haften Widerspruche der Versammlung, weshalb beschloffen der Rengründunge wurde, das durch die Besprechung gewonnene Material beinschaften hatte F Aufstellung eines neuen Entwurfes zu berücksichtigen. Ueber den nächsten, von Direktor Thorwart- Frankfurt a. M. eingeleiteten Bunft der Besprechung: Deckung von Verlusten bei Vorhandensein einer Spezialreform ging die einstimmige An. sicht der Versammlung dahin, daß diese Verluste unter allen Umständen durch die Gewinn- und Verlustrechnung den Mitgliedern zur Kenntnis gebracht werden müßten. Abends um 8 Uhr tagte im großen Saale des„ Stadt park" die Versammlung, in welcher das Bureau für die Hauptversammlungen und die Separatverhandlungen konftitutert und die Tagesordnung für die einzelnen Tage und Abteilungen unverändert nach den Vorschlägen des engeren Ausschusses angenommen wurde. * Kassel, 21. August. Die erfte Hauptversammlung wurde um 91 Uhr von dem Vorsitzenden, Kgl. Rat Pröbst München, mit herzlicher Begrüßung der Anwesenden eröffnet. In seiner Begrüßungsansprache gedachte der Vocsigende zu nächst mit Dant S. M. des Kaisers als des Schirmbegeistert aufgenommenen Hoch wucde folgendes Herrn des deutschen werktätigen Lebens. Nach einem Huldigungstelegramm nach Schloß Wilhelmshöhe abgesandt: ,, Eurer Majestät sendet der soeben unter deren Augen in deren Residenzstadt Kassel zusammen tretende, von 800 Vertretern aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes besuchte 47. Genossenschaftstag der auf Selbsthilfe beruhenden deutschen Genossenschaften ehrfurchtsvolle Begrüßung. Pröbst, Vorsitzender." Der Vorfizende begrüßte sodann die erschienenen Genossenschafter und die Vertreter hoher Staatsbehörden und Gemeinden, von welchen u. a. zu erwähnen sind: Oberpräsident d. Windheim Cassel, Vertreter des Preußischen Ministers für Handel und Gewerbe, Reg. Assessor Römhild- Berlin, Vertreter des Großh. Badisch. Ministeriums des Innern, der Preußischen Zentralge nossenschaftskasse, der städtischen Behörden, der Dresdener Bank, der ländlichen Genossenschaften. Ferner sind Vertreter aus England, Desterreich und Ungarn anwesend. Nachdem die Namen der anwesenden Ehrengäste bekannt gegeben waren, erhielt der Vertreter des Ministers für Handel und Gewerbe, Reg. Assessor Römhild- Berlin, das Wort zuc Begrüßung der Anwesenden namens der Regierung. Hierauf sprach der Oberpräsident v. Windheim herzliche Willkommensgrüße, indem er betonte, daß der Staat nicht nur platonisch den Bestrebungen der Genossenschaften gegenüberstehe, sondern es für seine Pflicht erachte, überall da- allerdings aber nur da helfend einzugreifen, wo er es für nüglich erachte, und zwar unter vollständiger Wahrung der Selbstverwaltung.( Lebhafter Beifall.) Bürgermeister Jochmus- Cassel begrüßte die Anwesenden namens der Stadt. Hierauf erhielt Anwalt Dr. Crüger- Charlottenburg das Wort zu seinem Jahresbericht, welchem im wesentlichen folgendes zu entnehmen ist: Der Verband fann nur auf seinen allgemeinen Tagungen in der Gesamtheit Stellung nehmen gegen die mancherlei Lehren, welche den Genossenschaften von außen her gegeben werden und welche nicht in Einklang mit den Grundsägen des Allgemeinen Verbandes stehen. An den allgemeinen Vorgängen im Genossens schaftswesen Kritik zu üben, war von jeher mit der Dr. Helm Leipzig und der Kredit fjährigen g t.- Hiermit f bersammlung um F. Scheues te in der oberen E Sfel vom Wagen un Alicenstraße von de den fonnte. Auf dem Sen bon dem Tiere Der Verbandst vom 10. bis 12. Besuch voraussich ern der Besuc mg in Aussicht ge Unschuldig Samstag die Drago Beib von dem S baldigt, einen Re handelt zu haben. fadronchef einge babe aber nicht früh drei Gefreiten, we traft würden. * Steigerung Silen des Reiches la richtet, Meldungen e ten Märkte um 5 $ Gewerblic fenen Jahre gab e erbliche Bereinigunge arunter find 123 Ge freie gewerbliche L freie Innungen mit 1093 Mitgliedern Mitgliedern. Die Ba zurüd. In ngsinnungen aufg rungen find in RE je eine in Alzey, fenbach) gibt es Begen) nur eine 8 sp. Radrenne zum Austrag gebr brthur Stellbrint der hen Großen Havelprei Lellungspreis( 1 Std.) brauchte weder im 201 ime Maschine zu wed ? Ruppertsburg its Laubach ift Sc Feste waren das es Ariegervereir enileife berbun ein ftattlicher dierten, durch un dem Feftplag hie de, Bezicksprä chatista Auguft 190 der Berichte des Anwalts, und es kann gesagt ban, daß diese Kritik auf den Erfahrungen einer fast Origen Geschichte und auf strenger Beobachtung geIn den letzten eutschen Benahren wurden 16126 Genossenschaften gegründet, n den Lagerlöft 3110-19%. Im letzten Jahre dagegen stehen Demfelben Bründungen 206 Auflösungen= 23% gegenüber. En Zeilen off, Wert und Magazingenossenschaften sind angen. ung der In So neu gegründet, aber 165 aufgelöst worden. Serfreulich die Gründungen seien, so geben die darauf das Hoch auf den Großherzog aus. Geh. Regierungsrat Schönfeld- Schotten überreichte dann die Fahnenschleife und schloß mit etnem Hoch auf den Kaiser. Im Auftrage des Hassiaverbandes hielt Poftsekretär Mayer Gießen eine patriotische Ansprache. Er ließ seine Rede ausklingen in einem Hoch auf den Geh. Regierungsrat Schönfeld, den unentwegten yörderer des Kriegervereinswesens. * Löhuberg. Auf der Deismannschen Ziegelei wurden Seim Ausgraben interessante Funde gemacht. Man fand mehrere Speere und Wurfspieße, Streitort, Schnallen von Pferdegeschirren, irdene Näpfe, auch Menschen- und Bferdefnochen. Man nimmt an, daß hier Gräber aus dem gen stattgefunt retchen Auflösungen doch zu denken. Redner gibt an bergangann einen Ueberblick über die Entwicklung des GeSigung abfchaftswesens in den letzten 10 Jahren, welchem 30jährigen Kriege vorhanden sind. des Evangelide Zahlen zu entnehmen sind: 16 Aufficia 1, fowie intende Krediter beiden& Genossenschaften erstatteten liederzahl 1896 872 491 000 1906 921 440 000 haltstoffe iftanes Vermögen 153 Millionen M. 232 Millionen M. auf 619 Perinde Gelder n 14 Benfion 497 Millionen M. 859 Millionen M. 560 Millionen M. 900 Millionen M. * Wächtersbach, 20. August. Die Wächtersbach Biersteiner Kleinbahn soll bis zum Staatsbahnhof Wächtersbach verlängert werden, was sehr stark im Interesse des den Durchgangsverkehr benutzenden Publikums liegt. * Cronberg, 20. Auguft. Der Kaiser trifft am Samstag in Schloß Friedrichshof ein und nimmt bis Montag hier Aufenthalt. an vorschriften auf dem Frachtbrief und für die Abkürzung der Abfertigungsfrist für Eilgut auf einen halben Tag, für Frachtgut auf einen Tag. Reform des Wechsel proteste 8. Im Reichsanzeiger wurde vor einiger Zeit ein vom Reich justizamt ausgearbeiteter Gesetzentwurf, betr. die Erleichterung des Wechselproteftes veröffentlicht. Der Entwurf sieht insbesondere die Einführung des Pofiprotestes und mehrere Vereinfachungen des Protestverfahrens vor. Der Protest mangels Zahlung ist auf den Wechsel selbst zu setzen, womit die Wechselabschrift überflüssig wird. Bis zur Aushändigung der Protesturkunde sollen Berichtigungen zulässig sein. An Stelle der Eintragung der Proteste in ein Regifter werden Abschriften der Proteste gefordert. Die Protestbeamten sollen die Befugnis zur Annahme der Wechselzahlung erhalten und die Proteststunden sollen einheitlich auf die Beit von 8 Uhr vormittags bis 7 nachmittags festgesetzt werden. Endlich ist die Gleich. stellung der Domizil und Zahlstellenwechsel in Bezug auf die Protesterhebung und die Folgen ihrer Unterlassung vorgesehen. Der Entwurf trägt den Wünschen des Handels im allgemeinen Rechnung, sodaß die Handelskammer bon Abänderungsanträgen abzusehen beschloß. * Frankfurt, 21. Auguft. Giftmord. Heute wurden trägt jest ährte Kredite 13/4 Milliarden M. 3 Milliarden M. die Akten gegen den Bauunternehmer Welter von der Polizei stellt sich genftände die Staatsanwaltschaft zurückgegeben. Das Dienst Die Gründung von besonderen polnischen Genossen mädchen und eine andere Frauensperson blieben bei ihrer len. Dem& often ist als grober Unsuz zu bezeichnen, ebenso müssen Aussage, daß Welter wiederholt ein weißes Pulver den beschlossen, der Reichsregierung eine gefeßliche Regelung der die notwendung entschieden gegen die Gründung besonderer Spar- Speisen zugesetzt habe, ganz besonders bet jungen Hähnen, ru Darlehensfassen für Eisenbahnarbeiter aussprechen. die für Frau Welter waren. Welter habe behauptet, das tigrate oli ist sogar ein besonderer Verband solcher Darlehens. Pulver sei für das Herz. Der Hund Welters sei an den urde zunächst im gegründet worden, und man hat sogar versucht, eine Resten verendet. Die weitere Untersuchung wird ergeben, brung bermit bar bsfasse für Baugenossenschaften zu schaffen, welche als ob die beiden Frauen Glauben verdienen. Für Hilfebügleichsstelle wirken soll. Das ist ein Widerspruch in Nachmittags doch soll mi - Jahre noch ftellen, ist eine ganz unglückliche Verquickung des Realibidende in weiterten Personalkredits wird die Sache nicht verbessert. ftion" referien as die Genossenschaft nicht mit Kredit, sondern mit Bürga. 5. Gr oft eintreten soll, ist noch weit gefährlicher, weil diese In Ansicht der Benpflichtungen nicht aus der Bilanz hervorgehen. aus prattis er vom gl. Rat Pröbst- München über den Bericht des Ueber die Gil nwalts eröffneten Debatte wies Verbandsdirektor der land. on der Auffi irtichaftlichen Genossenschaften Ptitjean darauf hin, daß visor Sörensallei der verschieben großen Mitgliederzahl der beiden Vereinem 3. T. lellände die Beurteilung der Konkursstatistik nicht nach der halb beschleial der Neugründungen, sondern nach der Gesamtzahl der Auf Einladung me Material mossenschaften hatte stattfinden sollen. ichtigen. Us Dr. Helm Leipzig namens ber beiben Leipziger Genossen furt a. M. ein aften und der Kreditbank, Akt.- Ges, wurde als Ort für on Verlusten en nächstjährigen Algemeinen Genossenschaftstag Leipzig einstimmige ftimmt. Hiermit fanden die Verhandlungen der ersten lufte unter all Souptversammlung um 122 Uhr ihr Ende. ufstrechaung de müßten. ale des Stad Bureau für d - Lokales. - 21. August 1dlungen ton F. Scheues Pferd. Gestern Abend 1/28 Uhr nen Tage heute in der oberen Grünbergerstraße ein Pferd, riß die n des enger Dichsel vom Wagen und rannte in die Stadt, wo es in er Alicenstraße von dem Fuhrmann zum Stehen gebracht onden fonnte. Auf der Exkursion wurden noch zwei andere 21. Auguft. Bagen von dem Tiere beschädigt. um 91 Der Verbandstag beutscher Gewerbevereine München, mi bird vom 10. bis 12. September in Nürnberg abgehalten, eröffnet. dejen Besuch voraussichtlich ein starker sein wird, da den Vocsigende zu Ennehmern der Besuch der Ausstellung unter fundiger des Schirm Fahrung in Aussicht gestellt ist. - Nach einem Unschuldig verurteilt wurden am letzten de folgende Bonnerstag die Dragoner- Gefreiten Mönnighoff, Dietrich helmshöhe ab und Seib von dem Kriegsgericht Darmstadt. Sie waren beschuldigt, einen Refruten auf der Stallwache schwer n unter dere mishandelt zu haben. Jetzt haben drei andere Dragoner el zusammen dem Eskadronchef eingestanden, daß sie die Täter waren, die en Gauen de Sache aber nicht früher aufklärten, in der Annahme, daß Benossenschaft die drei Gefreiten, welche die Tat geleugnet hatten nicht deutschen bestraft würden. ng. Steigerung der Fleischpreise. Aus allen Borfizender." Teilen des Reiches laufen, wie die" Allg. Fleischerzeitung" ie erschienen berichtet, Meldungen ein, wonach die Viehpreise während der Staatsbehörde esten Märkte um 5 bis 6 Mark gestiegen sind. * Gewerbliches Vereinswesen. Im abgecwähnen find Vertreter delaufenen Jahre gab es im Großherzogtum Hessen 220 geBewerbe, erbliche Vereinigungen mit zusammen 15 385 Mitglieder. Broßh. Badi Darunter find 123 Gewerbevereine mit 11 000 Mitgliedern, her Zentrale freie gewerbliche Vereinigungen mit 1410 Mitgliedern, der Dresden freie Innungen mit 1556 Mitgliedern, 16 Zwangsinnungen Ferner find 1093 Mitgliedern und ein Innungsverband mit 326 Ungarn itgliedern. Die Zahl der Zwangsinnungen geht immer efenden Ehren mehr zurück. In abgelaufenen Jahr haben sich drei Vertreter de vangsinnungen aufgelöst, 14 von den 16 der Zwangsungen find in Rheinhessen, 8 in Mainz, 3 in Worms Reg.- Affeffor nb je eine in Alzey, Bingen und Kostheim, in Startenburg Bung der A uf fpcach deffenbach) gibt es nur eine, und auch in Oberhessen ommensgrüße Gießen) nur eine Zwangsinnung. nuc platoni gegenüber Bei sp. Rabrennen zu Brandenburg a. H. ben zum Austrag gebrachten Dauerrennen war der Berliner ben Großen Havelpreis( 20 km) als auch den großen Ausvollständige Hellungspreis( 1 Std.) Stellbrinf, welcher Brennabor fährt, brauchte weder im 20 km- Rennen sowie im Stundenrennen e Anwesenden Seine Maschine zu wechseln. a da alle Arthur Stellbrink der Held des Tages. Et gewann sowohl en, wo er e after Beifall harlottenburg em im wefent allgemeinen nehmen gegen enfchaften bon t in Gintlang 1 Verbandes im Genoffen eber mit der ? Ruppertsburg. Das Bezirkskriegerfest des Szirts Laubach ift Sonntag in bester Weise verlaufen. Mit dem Feste waren das Jubiläum des 25jährigen Bestehens jeres Kriegervereirs und die Ueberreichung der faiserlichen fahrenschleife verbunden. Um 2 Uhr nachmittags bewegte fi ein stattlicher Festzug, in dem 20 Kriegervereine marschierten, durch unseren im Festschmuck prangenden Ort. Auf dem Festplatz hielt Bürgermeister Lehr die Begrüßungsprache, Bezickepräsident R. Ritter aus Laubach brachte * Mainz, 20. August. Glückliche Stadt. Mainz hat abermals eine Erbschaft gemacht: Jos. Schick, Guts befizer in Marrheim, Ebersheim und Wackenheim, hat nahezu seine ganzen Liegenschaften im Wert von etwa 100 000 R. ihr teftamentarisch vermacht. * Mainz, 20. August. Auf Anordnung der Staats: anwaltschaft Mainz wurde die 21 Jahre alte Dienstmago Elisabetha Brenner aus Winnweiler wegen eines in Pfedders heim begangenen Giftmordversuches verhaftet. Es wird ihr zur Last gelegt, vor fnrzem während der Abwesen heit der Dienstherrschaft den Kindern und dem Dienstknecht im Kaffee Lysol beigebracht zu haben, in der Absicht, den Tod der Genannten herbeizuführen. Glücklicherweise wurde aber infolge des widerlichen Geruches taum etwas von dem Kaffee genossen und die Bedrohten blieben daher unversehrt. * Vom Westerwald. Vor mehr als 50 Jahren bestand in vielen Orten auf dem Westerwald eine eigenartige Sitte. Wenn ein Bauer, ein reicher ausgenommen, bauen wollte, Haus, Scheune oder Stall, so wurde auf den angrenzenden Octen zum Bau aufgehoben". Die Hausfrau zog ihr Sonntagsfieio an und ging in Begleitung einer Nachbarin mit mehreren großen Körben auf ein benachbartes Dorf. Sie ersuchte nun eine Freundin oder Bekannte, wean möglich aus besserer Familie, mit ihr Umgang zu halten. Beide gingen nun in fast alle Häuser. Die Begleiterin sagte beim Eintritt:" Hier ist eine Bauaufhebersche" Nachdem letztere ihre Angabe gemacht hatte, was sie bauen wolle, empfing sie eine Schüssel doll Mehl oder Gerste, Erbsen oder eine Anzahl Eier. Hier und da gab es auch zur Erfrischung einen guten Kaffee. Bis zum Abend waren bann einige Körbe voll Viktualien zusammengebettelt. Mittlerweile war auch der Mann der Bauaufheberschen" angekommen und half nun die Beute nachhauſe tragen. So ging das Geschäft vtele Tage, und es gab einen reichen Vorrat von Lebensmitteln. Diese wurden dann zur Kost für die Bauhandwerker verwendet. Nach dem Jahre 1848 wurde diese alte Sitte polizeilich verboten. 8. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. o ( Protokoll Auszug.) Gießen, den 15. August 1906. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsigender, Dürbeck, Friedberger, Klingspor, Nowack, Ramspeck, Rinn, Röhr, Schmall, Stammler, Wallach, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzuteilen: Herr H. Steine de Lollar hat infolge seines Wegzugs aus dem Kammerbezirk sein Amt als Mitglied der Handelskammer niedergelegt. Die Ersazwahl soll gegen Ende des Jahres gelegentlich der regelmäßigen Ergänzungswahlen vorgenommen werden. Eisenbahnvertehrsordnung. Das Reichs. eisenbahnamt hat einen vorläufigen Entwurf einer neuen Eisenbahnverkehrsordnung der öffentlichen Scitit übergeben. Die Handelskammer, die den En wurf durch eine Kommission einer Durchberatung hatte unterziehen lassen, erkannte ar, daß die Neubearbeitung abgesehen von einer flaren Fassung gegenüber der jegigen Verkehrsordnung manche Verbesserungen enthielt und den wiederholt geäußerten Wünschen des Handelsstandes zum Teil Regnung trägt, sei z. B. bezüglich der Aenderung des Frachtbriefformulars der Ausdehnung der Haftung der Eisenbahnverwaltung für Güter, die unter ihrem Mitverschluß im Zoll- und Revisionsschuppen untergebracht sind, und teilweise auch hinsichtlich der Abkürzung der Lieferfristen. Trozdem bleibt in dem Entwurf eine Reihe berechtigter Forderungen des Handelsstandes unerfüllt. Die Handelstammer beschloß daher, bei dem Reichseisenbahnamt noch weitere Abänderungsanträge zu stellen. Kammer sprach sin u. a. gegen die Beschränkung von Tarifen mit einzelne Erwerbsgruppen aus, wie es bei den Notstandstarifen für Futtermittel geschehen ist, ferner gegen die Erhebung von Wagenstandgeldern an Sonn- und Festtagen, sofern nicht am 2. Tage vor dem Sonn- oder Festtage der Verzug eingetreten war, sowie für die visierung lohnlagernder Güter, die Zulassung von FrachtberechnungsDie Arbeitszeit in faufmännischen Kontoren. Der Beirat für Arbeiterstatistik hat am 5. Juli 1905 Arbeitszeit in faufmännischen Betrieben, die nicht mit offenen Verkaufsstellen verbunden sind, zu empfehlen. Er hat insbesondere die Gewährung einer ununterbrochenen Ruhezeit von mindestens 11 Stunden nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit für das foufmännische Kontorpersonal, die Bewilligung einer Mittagspause von 11/2 Stunden und die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe vorgeschlagen. Eine Verlegung der 11stündigen Ruhezeit soll in außergewöhnlichen Fällen, z. B. bei Javenturarbeiten nud außerdem an höchstens 30 Tagen im Jahre, eine höchstens 2stündige Sonntagsarbeit nur auf dem Wege ortsstatutarischer Bestimungen zulässig sein. Die Handelskammer erklärte sich mit dem ersten Teile der Vorschläge einverstanden, hielt aber die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe mit Rücksicht auf die Natur der einzelnen Geschäftszweige nicht für zweckmäßig. Sie beschloß daher, in einer Eingabe an das Reichsamt des Innern und das Großh. Ministerium des Innern gegen die auf die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe gerichteten Vorschläge Einspruch zu erheben. Bewilligung eines Ausnahmetarifs für die Beförderung von Seßsteinen, Sentsteinen, und Schotter von Gunter sau nach Oberlahnstein. Es ist beantragt worden, die Fracht von Guntersau nach Oberlahnstein für Basalt- Seßsteine, Senksteine und Schotter zu ermäßigen, um die Ausfuhr nach Holland und darüber hinaus zu ermöglichen. Die Handelstammer, die von der Eisenbahndirektion Mainz hierzu um eine gutachtliche Aeuzerung ersucht worden war, war nach Anhörung Der Basaltsteinbruchbefizer ihres Bezirks der Ansicht, daß der beantragte Ausnahmetarif für die Hartsteinindustrie ihres Bezirks zwar nur ein beschränktes Interesse hat, aber immerhin geeignet sein würde, die Roufurrenzverhältnisse zu Ungunsten der oberhessischen Bassaltindustrie zu verschieben und beschloß in diesem Sinne der Eisenbahndirefton zu berichten. Erhebung des Frachturkundenstempels. Die Eisenbahnverwaltung zieht den Fracturfundenstempel von dem Frachtzahler ein. Diese Art der Erhebungen entspricht feineswegs der Absicht des Gesetzes und hat zu manchen Unzuträglichkeiten geführt. Da die Abwälzung der Steuer sich schwierig gestaltet, so bedeutet sie in vielen Fällen eine Belastung der Empfänger. Die Handelstammer beschloß bei der Eisenbahnverwaltung zu beantragen, daß die Einziehung des Frachturkundenstempels bei dem Aussteller des Frachtbriefs vorgenommen werden möge. Eingänge: Der Handelskammer sind von zuverlässiger Seite Mitteilungen zugegangen über eine in St. Petersburg geplante internationale Ausstellung von Leder, Häuten, Fellen, Federn, Daunen und Erzeugnissen derarts, über sp fulative Neugründungen in Aegypten, den Absatz von Maschinen für den Bergbau nach Britisch- Indien, die amerikanischen Interessen im Wirtschaftsleben Nfaraguas, ferner über zweifelhafte Firmen in Budapest, Antwerpen und Lonton. Die Eingänge fönnen während der üblichen Geschäftszeit im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 23. Auguft. Meist heiter und trocken, wärmer, leichte südliche Winde, später stellenweise Gewitter. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentel Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beld in Gießen. Kopfschuppen. Nichts schadet dem Haarwuchs so sehr als die Schuppenbildung, wodurch das Ausfallen und Ergrauen der Haare hervorgerufen word. Der Gebrauch von Carboline beseitigt prompt alle Schuppen und verhindert deren Weiterbildung. Es ist gleichzeitig das vorzüglichste Haarwasser beim täglichen Frisieren. Zu haben in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder von H. H. Warner& Co, Schäfergasse 10, Frankfurt a. M. Bei Einkäufen wollen unsere verebilichen Abonnenten und Leser sich der in unseren Zeitungen inserierenden Firmen erinnern und auf uns beziehen. T 31 Wo gehen wir nächsten Sonntag hin? Bekanntmachung. Der Installateur Wilhelm Schmidt dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Nach dem Sportplatz an der Hardt abtische Elektrizitätswerk auf Grund der Beſtimmzu den Intern. Dauerrennen um den von den Meisterfahrern zweier Weltteile bestrittenen Großen Preis von Gießen Preis 1000, 600, 400 Mark. Motorrennen. ungen vom 20. September 1900 zugelassen worden. Gießen, den 20. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Gasrohrberlegungsarbeiten wird der Seltersweg zwischen Kreuzplatz und Plockstraße vom 23. bis 28. d. Mts. von morgens 6 bis abends 7 Uhr für den Fuhrwerks- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 21. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Fliegerrennen. Betr.: Rotlauffeuche unter den Schweinen des Heinrich Mannschaftsfahren. Preise der Plätze: An der Kasse: Tribüne 2 Mt., 1. Platz 1.20 Mf., 2. Platz 80 Pfg., Stehplatz 40 Pfg. Vorverkauf: 1.50 " и 30 " " " 1."" 1.-„ 2." 70 Der Vorverkauf findet in der Zigarrenhandlung Friesleben, Bahnhofstraße sowie in der Schreibmaterialienhandlung No II in der Mäusburg statt. Bekanntmachung. Dörmer im Forstgarten. Unter dem Schweinebestand des Heinrich Dörmer im Forstgarten ist die Rotlauffeuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. Buch über Ehe der die v. Dr. Retau m. 89 Abb. statt Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird 2.50 Mk. nur Mk. 1.-. Preil. über die Stephanstraße zwischen Goethe- und Bleichstraße int. Buch. gratis. vom 1. August an bis auf weiteres für den Fuhr- R.Oschmann, Konstanz Nr.421. berkehr gesperrt. Gießen, den 20. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Lebensgrosses Porträt Brustbild nach jeder Photographie vergrössert. Grösse 45 x 55 cm. 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Bu Hause zeigte ich immer ein Heiteres, räne Geficht; aber oft, wenn ich diese mitleidlofen Straßen entlang wanderherz Tränen mir ob all dem Leid und standen. bahnlänge. Sierauf folgt bas europäische Rußland einschließmit Fortschritt des Desterreich- Ungarn lich Finland mit 54 708 km, Frankreich mit 45 773 km 39 168 km, Großbritannien und Irland mit 36 297 km und Kanada mit 31 554 km. Die übrigen Staaten bleiben Britisch- Ostindien mit 44 352 km, unter 20 000 km. alle Nr. 191 Mittwoch, den 22. Auguft De Fi 1906