Nr. 195 baltion u.Haupterbebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschink Nr. 362. Dienstag, den 21. August 1906 Gießener 15. Jahrgang Cattabellagen: Oberbeffifche Famillenzeitung( g und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). € Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Krieg um Macedonien. Die andauernden Zwistigkeiten der in und um Mazedonien wohnenden Völkerschaften haben zurzeit fich derartig zugepigt, daß friegerische Verwickelungen ernsterer Art von Tag zu Tag eintreten können. Unter entsetzlichen Greueltaten baben Griechen, Bulgaren und Serben gegeneinander gewütet. Am Sonntag fand in Philippopel eine große bulgarische Bersammlung statt, zu der zirka 2000 Delegierte erschienen waren, die offenfundig einen antigriechischen Charakter trug, und die Abbrechung der Beziehungen zu Griechenland und Repreffalien gegen griechische Uebergriffe forderte. Der orthodore Patriarch hat sich an Europa gewandt um Hilfe gegen die Ueberfälle der Bulgaren auf griechische Kirchen. Die bulgarische Regierung ist vom Sultan der doch noch seine Oberherrschaft über den Vasallenstaat geltend machen will, in strengster Weise aufgefordert worden, im Lande Ordnung zu schaffen, die bulgarischen Angriffe auf Griechen zu bestrafen. Der diplomatische Vertreter Bulgariens in Konstantinopel, die alte, schlaue Exzellenz Natschowitsch bat aber den Spieß umgedreht und dem türkischen Großvesir erklärt, die Hauptschuld an den Ausschreitungen trage eben gerade die Türkei, deren Militär trotz seiner großen Zahl nichts in Macedonien tut zur Verhinderung der andauernden Ermordungen bulgarischer Bauern durch griechische, von Athen bezahlte Banden. Die Ueberfälle und Angriffe auf die Griechen in den bulgarischen Städten seien traurig, aber die Rache sei begreiflich. Nun ist es an der Südgrenze Bulgariens zu noch Schlimmerem gefommen. Bulgarische Soldaten haben türkische Offiziere auf bulgarisches Gebiet gelockt und erschossen. Die Erbitterung in türkischen Offizierstreisen ist sehr groß; man wünscht dort lebhaft Krieg mit Bulgarien. Da ist es ange= zeigt, einen Blick auf die Heeresstärfe zu werfen. Das bulgarische Heer ist entstanden aus der kleinen Schaar von Freiwilligen, die vor 29 Jahren, 1877, furz vor dem Ausbruche des russisch- türkischen Krieges, unter die russische Sahne eilte und in Kischinem eingeschult wurde. Sie bildete am 12. April 1877 zwei Bataillone und führte den Namen Bulgarsko Opuftschenije"( buigarische Hilfstruppe). Beim Uebergang der Russen über die Donau zählte die Truppe fahon sechs Bataillone, eine Schwadron Kavallerie und im Laufe des Krieges wurden es zwölf Bataillone. Nach dem Kriege sollte das neue Fürstentum Bulgarien 36 InfanterieBataillone, sechs Kavallerieabteilungen, acht Batterieen Artillerie 2e. 2C. haben, eine starfe Truppe. Den großen Hoffnungen machte 1879 der Berliner Vertrag ein Ende: es wurde nichts aus dem auf der Karte durch Rußland eingezeichneten Großbulgarien. Ostrumelien, den füdlichen Teil und Macedonien erhielt der Sultan zurück, die Dobrudscha an der unteren: Donau Rumänien, einen Teil Serbien. Es blieben dem Fürstentume nur 21 Bataillone, 4 Kavallerieabteilungen, 8 Batterien Artillerie, 1/2 Konpage Pioniere, 1 Kompagnie Train. Mit den Truppen des balb türfisch verbliebenen Ostrumelien bestand nur ein schwaches Band, bis dann Fürst Alexander das Land in schnellem y reichen Kampfe an das Fürstentum angliederte. Jezt besteht auch in Bulgarien die allgemeine Wehrpflich., doch mit Ausnahme der Mohammedaner. Diese zahlen eine Wehrsteuer, je nach dem Vermögen der Eltern. Man will sie nicht dem Zwange aussehen, eines Tages gegen Glaubensgenossen fämpfen zu müssen. Bulgarien fann im Ernstfalle bis 250 000 Mann ins Feld stellen. Jährlich werden von 40 000 Militärpflichtigen 30 000 als Refruten eingeschult. Der Bulgare ist ein vorzüglicher Soldat, willig, bescheiden, von fabelhafter Ausdauer in Entbehrungen, widerstandsfähig bei größten Anstrengungen. Hat er einst im Kriege als beinahe ungeschulter Freiwilliger fich glänzend bewährt, so ist er heute durchweg modern ausgebildet und vortrefflich ausgerüstet. Deutsche und schweizer Offiziere, die mehrfach die Manöver mitgemacht haben, stellten Offizieren wie Mannschaften das beste Zeugnis aus und besonders die Artillerie wurde gerühmt. Im Kriegsfalle erhält das bulgarische Heer sofort einen Zuwachs von mindestens 100 000 Macedoniern. Die Türkei würde, wenn auch die Offiziere darauf drängen, einen Krieg gegen Bulgarien ungern führen. Sie weiß, daß fie selbst bei größten Opfern nichts dabei gewinnen fann: Ostrumelien, dessen Besetzung sich allerdings durch große Truppenübermacht schnell erreichen ließe, fiele schließlich doch bald wieder ab, Macedonien aber, auf das starte bulgurische Heeressäulen sich stürzen würden, verbliche nach dem Frieden, selbst bei der endlichen Niederlage der Bulgaren, höchstwahrscheinlich zum großen Teile doch dem Fürstentume. Dennoch fann bei der zur höchsten Erbitterung gestiegenen Spannung toischen Bulgaren und Türken es zu einem plötzlichen Ausbruche kommen. Gewiß ist dann aber auch, daß das bulgarische Heer den türkischen Truppen als gleichwertiger Gegner gegen überstehen wird. Dr. Koernig- Saloniki. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Die Bekämpfung des Aufstandes in Deutsch- Ostafrika fordert unabläffig Opfer, obwohl die Fortschritte der deutschen Truppen nicht zu verkennen sind. Fortwährend finden Bes unruhigungen im Lager und auf dem Marsche statt. In Frafu gelang es einer vom Leutnant Ruff befehligten Abteilung, nach einem nächtlichen Patrouillengefecht ohne eigene Verluste den Rebellenführer Yehandu zu ergreifen. Auch ein zweiter Führer, Tarinu, wurde dingfest gemacht. Der Rest der Aufständischen hat sich darauf dem Hauptmann von Hirsch unterworfen. * In unangenehmer Weise macht sich abermals eine Erhöhung der Viehpreise bemerkbar. Besonders in Süddeutschland herrscht großer Viehmangel, so daß die Münchener Fleischerinnungen sich gezwungen sehen, aufs neue bei der Regierung vorstellig zu werden. Dementsprechend wurde eine Ausschußigung einberufen, um die Fleischpreise den Viehpreisen entsprechend zu erhöhen. In Berlin und Leipzig sind die Preise um etwa 8 Mart für den Zentner gestiegen. Aus ganz Deutschland kommen Nachrichten von Preissteigerungen bis zu 6 Mark pro Zentner. Eine neue halbamtliche Verlautbarung in Sachen des Herrn v. Podbielski liegt heute vor. Die Nordd. Aug. Beitung" schreibt: Der Herr Reichskanzler hat das Schreiben des Herrn Landwirtschaftsministers vom 13. d. M. zum Gegenstand eines eingehenden Vortrages beim Kaiser gemacht. Der Kaiser hat darauf in Uebereinstimmung mit dem Antrage des Fürsten Bülow erklärt, daß er auf Grund der Ausführungen des Herrn Ministers vom 13. d. M. zurzeit nicht in der Lage sei, über die Frage der Entlassung von Exzellenz b. Podbielski aus dem Staatsdienst eine definitive Entschließung zu fassen. * Ein aufsehenerregendes Attentat auf einen deutschen Generalkonsul in Rußland wird erst jetzt bekannt. Am 14. August ist in Warschau der Verweser des deutschen Generalkonsulats Freiherr v. Lerchenfeld auf der Straße von einer Person angefallen worden, die russische Offiziersuniform trug. Diese fam Herrn v. Lerchenfeld entgegen und versetzte ihm zwei Faustschläge gegen die Schläfe. Darauf entfernte fich der Angreifer eilig, bestieg eine Droschke und fuhr davon. Freiherr v. Lerchenfeld war nicht bewaffnet. In St. Petersburg wurde der Ueberfall auf Weisung der deutschen Regierung alsbald diplomatisch zur Sprache gebracht. Am nächsten Tage sandte die russische Regierung der deutschen Botschaft eine amtliche Note, worin sie ihr lebhaftes Bedauern über den Angriff ausdrückte und mitteilte, daß dem Generalgouverneur in Warschau schleunigst die Weisung zugegangen sei, die energischsten Maßregeln zur Aufklärung des Vorfalls zu ergreifen. Oefterreich- Ungarn. ** In Gilschwitz bei Troppau fam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Deutschen und Tschechen. Als die Gendarmerie einschritt, explodierte eine knallbombe. Deutsche Demonstranten warfen, als der Tumult durch 2 Kompagnieen Infanterie beendet war, am Gebäude der Landesregierung mehrere Scheiben ein. frankreich. ** Die politische Polizei ist in fieberhafter Tätigkeit wegen eines angeblich beabsichtigten Attentats gegen Präsident Fallières. In Marseille wurde der italienische Schuhmacher Gyrillo Franzesco, der sich Giovanni Vincenza nannte, verhaftet, nachdem man in seiner Wohnung Material zur Herstellung von Bomben gefunden hatte. Man glaubt, das Attentat hätte am 15. September, an welchem Tage Fallières in Marseille erwartet wird, vor sich gehen sollen. England. ** Die Regierung beabsichtigt, schärfere Maßregeln gegen auswärtige Versicherungsgesellschaften zu ergreifen. Die eingesetzte Kommission für diesen Gegenstand empfiehlt, von allen auswärtigen Gesellschaften zu verlangen, daß sie 20 000 Pfd. Sterling so lange hinterlegen, wie irgend welche Policen in England laufen. Fremde wie englische Gesellschaften sollen dem Handelsamt stets einen vollständigen Ueberblick über Einnahmen und Rechnungsabschlüsse vorlegen. Russland. ** Vom Innern des Landes liegen heute keine Kampfnachrichten vor. Dagegen finden fortgesezt Kämpfe im Kautasus statt. Tataren aus dem Dorfe Mafrawand überfielen auf einem Ritte befindliche Kosaken und töteten 4 derselben. Eine Sotnie fam den Kosaken zu Hilfe; es tam zwischen den Truppen und den Tataren zu einem Gefechte, nach dessen Be= endigung das Dorf der Tataren zerstört wurde. ** Die Erregung unter den Arbeitern nimmt zu. In Jusowka fand ein von Tausenden von Arbeitern der WjatkaerGruben besuchtes Meeting statt. Als zwei Schwadronen Dragoner die Menge auseinander zu treiben versuchten, fielen aus einem Hinterhalt Schüsse; daraufhin gaben die Dragoner fünf Salven ab. Viele Arbeiter wurden getötet oder verwundet; 18 Rädelsführer wurden verhaftet. Der Vorfall hat Lebhafte Erbitterung hervorgerufen. Alien. ** Japan beabsichtigt, wie aus Tofio gemeldet wird, den ganzen ihm gehörenden Teil der Mandschurischen Bahn Ende September dem freien Verkehr zu übergeben. Der Vizegouverneur der Bank von Japan tritt eine Reise nach England und Amerikan, um über eine neue Regierungsanleihe von 80 Millionen Men( 168 Millionen Mark) zu verhandeln Kleine politische Nachrichten. Schwerin, 20. August. Zum gemeinschaftlichen Gesandten beider Großherzogtümer Mecklenburg beim Preußischen Hose ist Ministerialrat Freiherr v. Brandenstein berufen worden; er wird das Amt am 1. Oftover d. J. antreten. Kiel, 20. Auguft. Der Oberbürgermeister von Nürnberg wird am 28. auf der hiesigen Reichswerft die Taufe des Kriegsschiffes ,, Ersatz Bliz" vollziehen. Sofia, 20. August. Der Ministerrat beschloß sämmtliche durch Brand zerstörte Häuser in Anchialo noch vor dem Winter auf Staatskosten wiederaufbauen zu lassen. Konstantinopel, 20. August. Von maßgebender Stelle wird erklärt, die Annahme sei total unrichtig, daß demnächst eine Kundgebung des Sultans erfolgen werde, durch die Prinz Burhan Eddin zum Thronfolger ernannt wird. Teheran, 20. August. Die feierliche Eröffnung des für das zukünftige Parlament bestimmten Gebäudes fand in Gegenwart der aus dem Eril zurückgekehrten hohen Geistlichkeit statt, die drei Tage lang vom Schah bewirtet wird. Dof und Gefellschaft. ** Bei der Taufe des Söhnchens des Kronprinzenpaares werden Vertreter der Presse nicht zugegen sein. Die Gesuche um Zulassung sind vom Oberhofs marschallamt dahin beantwortet worden, daß Räumlichkeiten für Privatpersonen nicht zur Verfügung stehen. Die Taufe findet im Neuen Palais statt. ** Reichskanzler Fürst Bülow ist von Wilhelmshöhe nach Norderney zurückgekehrt. Der frühere russische Ministerpräsident Graf Witte nebst Gemahlin, die augenblicklich in Frankfurt a. M. weilen, sollen angeblich vom Kaiser nach Wilhelmshöhe eingeladen worden sein. ** Der Bruder Papst Pius X., der Postbeamte Sarto, ist gestorben. L Deer und flotte. 1. Gemeinsame Manöver des Landheeres und der Flotte in größerem Umfange finden Donnerstag in den Kieler Gewässern statt. Das Landungskorps der Flotte wird in Eckernförde ausgeschifft und geht gegen den Nordostseekanal vor, während Truppen des neunten Armeekorps sich Kiel und Rendsburg nähern. Die Flotte greift die Kieler Forts an und muß gleichzeitig gegen die Landarmee operieren, während das Landungstorps gegen den Kieler Hafen vorgehen soll. Soziales Leben. × Der 47. deutsche Genossenschaftstag der auf SelbstHilfe beruhenden Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften ist gestern in Kassel eröffnet worden. Die Tagesordnung weist in erster Reihe eine Anzahl von Anträgen zur Frage der Konsumvereine auf. U. a. werden weitere gewerberechtliche Bestimmungen gefordert. Die Unterstützung der Baugenossenschaften und die Reform der Kreditgenossenschaften bilden weitere Gegenstände der Verhandlung. Außerdem wird der Verbandstag Stellung zu der Reform des Wechselprotestes und zum Genossenschaftsgesez nehmen. × Reiche Stiftnngen. Der in Moskau verstorbene Fabrikant J. D. Heidelberger, der aus Mainz gebürtig war, vermachte den Angestellten seiner Mainzer Fabrif 100 000 Mt., den Angestellten seiner Moskauer Fabrit 50 000 Mart, dem Mainzer Gewerbeverein 20 000 Mark, dem Verein Ferienkolonie 25 000 Mt., der Nachbargemeinde Weisenau 5000 Mt. X Fachschule für Schuhmacher. Von dem Regierungspräsidenten war der Magistrat zu Erfurt auf die Nüglichkeit der Errichtung einer fachlichen Bildungsstätte für das Schuhmachergewerbe hingewiesen worden, da als Grund des Niederganges des Maß Schuhgeschäfts die mangelhafte Vorbildung der Lehrlinge, Gesellen und jüngeren Meister anzusehen sei. Der Magistrat hat daraufhin der Eichtung einer ,, Schuhmacherfachschule" zugestimmt, die zur weiteren Ausbildung der Gesellen und Meister dienen und an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule angeschlossen werden soll. × Friede im sächsischen Textilgewerbe. Die Lohnbewegung der Textilarbeiter im Bezirk Glauchau- Meerane ist beendet worden, indem die Arbeitgeber eine Löhnerhöhung auf Buntwebereien gewährt haben. × Agrarstreik in Italien. Der Streit der Landarbeiter in der Provinz Novara nimmt zu. Bisher streiken 20000 Arbeiter. An einem Umzug in der Stadt Vercelli nahmen 10 000 Landleute teil mit 30 Fahnen. Die Didnung wurde nicht gestört; die Behörden hatten große Truppenmassen zus sammengezogen. Die Situation ist ernst. zu behalten, bis die Beit gekommen sei, um es zu offenbaren, fagte nur, daß mein Herr es vorzöge, fein Geheimnis für sich ihnen zu verstehen, daß ich es nicht in Abrede stellte. Ich habe nicht etwa gesagt, daß Sie der find, aber ich gab es , wenn nicht, tönnten Sie fich leicht fir thn ausgeben. Ich Wirt." Machen Sie sich's nur bequem, mein Lieber, und trinken Sie Herrn Baron für einen ganz vortrefflichen Mann halte. würdigen Nachfolger. Ich muß gestehen, daß ich den jungen macht bet thm feine echte geltend, miten Sie wissen, err " Ja gewiß- ja, ja! Er hinterläßt aber einen aber tischer Werke würde zu auch sende die Firma Maschinenschreiber mit famt ihrem beliebiger Vervielfältigung und in kürzester Frist geliefert; per tausend Worte ergebenst offeriere; die Abschrift drama• Breiſe 7 Mart ber Tag nach aus4 Mark per Att( von 15 Seiten) in von Schriftsteller- tanuskripten zum Preise von 1 Mark loren geht." viele Männer, sodaß Durchs Buchstabieren teine Beit ber. ?" fragte Martens. nd als Sie?" ja, es ist niemand anders da als ich." Haben Sie das Zirkular geschrieben Ihnen das Zirkular? Ich habe mir viel Mühe Das Unglück in Valparaíso. Wie nach jedem größeren Ereignis stellen sich auch nach bem Erdbeben in Chile die widersprechendsten Nachrichten ein. Es scheint vorläufig unmöglich zu sein, den Umfang der Katastrophe zu ermessen, da eine Meldung der andern wider. spricht. Soviel darf indessen als sicher gelten, daß der Schaden an Gebäuden sehr erheblich ist, Menschenleben aber weit weniger zu beklagen find, als gewisse amerikanische Phantasieberichte melden, die von 10 000 und noch mehr Toten sprechen. Vermutlich sind etwa 1000 Menschen umgekommen. Auch von einem Mangel an Lebensmitteln is leine Rede, da in Valparaiso ungeheure Mengen von Reis, Weizen und Mehl auf den Speichern und an Bord der Schiffe lagern. So lauten auch die amtlichen Berichte bie in Berlin eingetroffen sind. Die chilenische Gesandtschaft erhielt folgendes Telegramm des Ministeriums in Santiago: Am 16. August abends wurden die Provinzen von Valparaiso und Talca von Erdbeben heimgesucht. Verluste an Menschen. leben nicht bedeutend, Schaden an Eigentum in Valparaiso bes deutend, in Santiago weniger bedeutend. Deffentliche Ordnung ungestört, Behörden und Private sorgen für alle Bedürfnisse der auswärtigen Vertreter und deren Familien. Damit ist auch die Nachricht widerlegt, daß Santiago bon jeder Verbindung abgeschnitten sei. Eine Depesche an bie Deutsch- Ueberseeische Elektrizitätsgesellschaft, die in Santiago Anlagen besitzt, bestätigt dies ebenfalls. Das betreffende Telegramm lautet: Durch das stattgehabte Erdbeben haben die Kraftstation und elektrischen Anlagen anscheinend keinen Schaden erlitten. Die Lichtabgabe konnte ohne Unterbrechung fortgesezt und der Bahndienst am 19. d. M. wieder aufgenommen werden. Alle Beamten sind unverlegt. Ferner ging dem chilenischen Konsul in Berlin die Meldung zu, daß das Salpetergebiet nicht gelitten habe und der Betrieb ungestört sei. Nach den neuesten Meldungen scheint denn auch die Gefahr vorüber zu sein. Die Feuersbrunst in der Stadt Valparaiso ist erloschen. Ein Teil der deutschen Familien hat sich auf die im Hafen liegenden Schiffe der Bremer Rolandlinie begeben, indessen kehrt die Beruhigung in der Stadt wieder. Die Banken hatten bereits stundenweise ihre Lofale wieder geöffnet und allgemein werden Anstalten getroffen, um die Spuren des Unglücks zu beseitigen. Allerdings bereitet es große Schwierig feiten, die Obdachlosen, deren Zahl sehr beträchtlich ist, unterzubringen. Tausende tampieren auf den Hügeln und in den Parts, wo sie unter der Temperatur sehr zu leiden haben, da die Nächte kalt und windig sind. Hülfsaktionen sind im Gange, die Notleidenden mit Kleidung und Zelten zu versehen. Wasser ist reichlich vorhanden. In den Ruinen. Am meisten hat Balparaiso gelitten. Der Stadtteil Almendral ist vollständig zerstört, auch dürfte das Feuer an den primitiven Holzhäusern der eingeborenen Chilenen reichliche Nahrung gefunden haben, wodurch sich auch die hohe Zahl der Obdachlosen erklärt. Die größeren Geschäfts- und Wohnhäuser im Europäerviertel sind teilweise zerstört, fast alle aber beschädigt. Ob der Schaden wirklich eine Milliarde Mart beträgt, wie ein Newyorker Blatt verbreitet, läßt sich natürlich nicht kontrollieren. Wahrscheinlich ist die Zahl aber reichlich hoch gegriffen. In Santiago ist das Erdbeben weniger start aufgetreten. Kleinere Stöße sind noch am 19. verspürt worden. Die öffentlichen Gebäude sind teilweise beschädigt worden, am stärksten die Kirchen und die Militärbaracken. Ferner find größere Schäden in den Dörfern an ben Cordilleren entstanden, in denen das Erdbeben sehr stark aufgetreten ist. Wie in San Franzisko handelte es sich übrigens auch hier nicht um ein vulkanisches Beben, sondern um Gebirgsverschiebungen, die natürlich in den auf den Bergen belegenen Ortschaften am gefährlichsten wirken. Deutsche Interessen in Chile. Die Schadenregulierung wird, wie bei dem californischen Unglück, auch hier deutsches Geld in Mitleidenschaft ziehen. Von deutschen Versicherungsgesellschaften, die in ecster Reihe in Frage kommen, sind die Aachen- Münchener Feuerverficherung, die Kölner Rückversicherung, die Minerva und bie Hanseatische Feuerversicherung mit mehr oder weniger erheblichen Summen in Chile engagiert. Es wird zunächst abzuwarten sein, ob die Schäden durch Feuer oder Erdbeben entstanden sind, da gegen die letzteren die Gesellschaften durch Klauseln geschützt sind. Die Schiffe deutscher Dampfergesellschaften, mie der Kosmos-, Roland- und Hamburg- AmerikaLinie, die im Hafen lagen, find nicht beschädigt worden. In zweiter Reihe sind die Deutsche Bank und die Diskontogesellschaft in Chile durch Filialunternehmen großen Umfanges vertreten, ferner die anderen führenden deutschen Banken durch die von ihnen gegründete Deutsch- Südamerikanische Bank. Eine deutsch- Überseeische Elektrizitätsgesellschaft, an der die deutschen Großfirmen der Branche beteiligt sind, ist Besitzerin fast aller Licht-, Kraft- und Bahnanlagen in Chile. Das in diesem Lande vertretene deutsche Kapital ist demnach sehr beträchtlich und da überdies die Ausfuhr von Kupfer und Salpeter nach Deutschland umfangreich ist, sind die Interessen unseres Handels und unserer Landwirtschaft in Chile groß genug, um Befürchtungen zu erwecker; diese bürften jedoch grundlos sein. Das Salpetergebiet ist nicht bom Unglück betroffen, die Gebäude der deutschen Banken find wenig oder garnicht beschädigt und der Handelsverkehr wird kaum eine fühlbare Unterbrechung erleiden. Eine ernste Schädigung unserer wirtschaftlichen Interessen in Chile er scheint demnach ausgeschlossen. Vom 53. Deutfchen Katholikentag. ziehen. Ueber 5 Stunden daiterte das großartige Schauspiel, mehr als 50 000 Teilnehmer bewegten sich in musterhafter Ordnung durch die festlich geschmüdten Straßen, und begaben sich von da aus in die einzelnen Versammlungslokale. Um 8 Uhr abends fand in der riesigen Festhalle der offizielle Begrüßungs: att statt. Auf der Estrade hatten Platz genommen Kardinal: Erzbischof Dr. Fischer, Kardinal Vincenz Vanutelli aus Rom, Erzbischof Nörber aus Freiburg und viele Reichs- und Landtagsabgeordnete. Nach einer Eröffnungsrede des Landgerichts. präsidenten Laarmann- Essen, die in einem jubelnd aufgenommenen Hoch auf Kaiser und Papst schloß, begrüßte Oberbürgermeister Geh. Oberregierungsrat Holle im Namen der Stadt Essen die Festteilnehmer, und schloß mit einem Glück zu in Essen!" seine beifällig aufgenommene Rede. Es folgten dieser noch mehrere andere Reden, u. a. die des Jesuitenpaters de Santi- Rom, der die Grüße des hl. Vaters überbrachte. Außer in der Festhalle fanden gleichzeitig noch 15 öffentliche Festversammlungen statt. Heute begannen die eigentlichen Verhandlungen des Katholikentages, Sen Borsig führt Reichs- und Landtagsabgeordneter Gröber- Heilbronn. Was soll beschlossen werden? " An erster Stelle unter den ungemein zahlreich einge: gangenen Anträgen steht natürlich der zur Papstfrage, in welchem die alte Forderung auf Wiederherstellung der völligen Unabhängigkeit des Papstes er hoben wird. Ein weiterer umfangreicher Antrag betrifft die Wiederzulassung der Jesuiten. Von dem Fürsten zu Löwenstein- Wertheim- Freudenberg liegt der Antrag auf Unterstützung der von dem Antragsteller und seinen Freunden begründeten ,, Anti- Duell- Riga" vor. In der Begründung wird ausgeführt, daß das Duell im Widerspruch mit Vernunft, Gewissen, Zivilisation und dem Wohle des Staates wie der Gesellschaft stche. Auch die Anti- Alkohol- Bewegung wird in einem Antrage des Rektors Dr. Neumann- Honnef zum Gegenstande der Verhandlungen gemacht, desgleichen die Bekämpfung der Unsittlichkeit, in welchem Kampfe noch immer der Abgeordnete Roeren an der Spitze steht. Weitere Anträge betreffen die Agrarfrage( Antragsteller Abg. Herold), die Unterstützung der katholischen Arbeitervereine, die Schulfrage, die Missionen u. a. m. Tk. Essen, 20. August. Feierliche Glockentöne verkündeten gestern die Eröffnung der 53. Tagung der Soliken Deutschlands; in dem Münster strömten die von Nah und Fern in stattlicher Anzahl herbei. geeilten Festteilnehmer zusammen, um an dem Pontifikal amt teilzunehmen. Mehr als 50000 Mitglieder der katholischen Arbeiter, Gesellen- 2c. Vereine füllten Straßen und Plätze der festlich geschmückten ,, Kanonenstadt." Eröffnungsfeier. Auf dem Burgplatz ließ der greise Kardinalerzbischo Dr. Fischer, der auch vom Papst ausersehen wurde, den ober Hirtlichen Segen der Festversammlung zu spenden, umgeber von einer Suite von Bischöfen, Prälaten, Reichs- und Land taasabaeordneten. den imposanten Feftzug an sich vorüber Die Rednerliste meist eine ganze Anzahl vollklingender Namen auf, und ohne Ausnahme interessant sind die von den Rednern behandelten Thematas. Wir erwähnen folgende: Professor Dr. EinigTrier: Gottesglaube, Offenbarungsglaube und Wissenschaft. Professor Seiler S. J. aus Feldkirch: Die Kirche und die soziale Frage. Reichstagsabgeordneter Arbeitersekretär Giesberts- Mt. Gladbach: Die Aufgabe der Katholifen bei Lösung der sozialen Frage. Ritter v. Kralik- Wien: Volksbildungsbestrebungen. Reichstagsabgeordneter Oberlandesgerichtsrat Burlage- Oldenburg: Die römische Frage. Seminarpräses Lausberg- Köln: Die Frauenfrage. Universitätsprofessor Dr. Bahn- Straßburg: Erziehung durch die Kunst. Landtags- Abgeordneter Justizrat Dr. Porsch- Breslau: Die Schulfrage. Huldigungstelegramme. Nachdem zu Beginn des heutigen ersten Verhandlungstages die Herren Prälat Huels fam- Münster und Fabrikant Wiese- Verden zu Ehrenpräsidenten gewählt worden waren, wurde die Absendung zweier Huldigungstelegramme an Kaiser und Papst beschlossen. Das Telegramm an den Kaiser schloß mit der Versicherung: ,, Ausschließlich geleitet vom Geiste der Liebe und Gerechtigkeit wird die Generalversammlung im Sinne und nach dem Vorbilde Euer Majestät der Versöhnung der konfessionellen und sozialen Gegensäge zu dienen bestrebt sein, zum Heile des geliebten deutschen Vaterlandes." Und das Telegramm an den Kardinal Merry del Val besagte u. a.: Die Generalversammlung lege dem Heiligen Vater die Gefühle findlicher Liebe und den ehrfurchtsvollsten Gehorsam untertänigst zu Füßen und bittet als Unterpfand der väterlichen Zuneigung Seiner Heiligkeit und zur Erlangung der göttlichen Hilfe untertänigst um den apostolischen Segen." Nab und fern. + Eisenbahn- Karambolage. Auf der Strecke EuskirchenGerolsheim stieß eine Lokomotive auf den Schnellzug Nr. 152 Köln- Trier so stark auf, daß der letzte Personenwagen sowie der Postwagen eingedrückt wurden. Zwei Reisende erlitten Beinbrüche, viele andere leichtere Verlegungen an Armen und Beinen. Der Personenwagen, der Postwagen und die Maschine find stark beschädigt. † Unglücklicher Schüte. Der Hilfsförster Mollenhauer aus Ollet erschoß versehentlich den auf dem Scheibenstande als Anzeiger fungierenden Gärtner Biskupski aus Weißhof. Die Flinte soll zu früh, schon während des Ladens, losgegangen sein. Die eingeleitete Untersuchung wird das Nähere ergeben. Strecke Paris- Cherbourg. Das Automobil wurde vollständig zertrümmert. Der Zustand des Prinzen erscheint hoffnungs. Los. Der Chauffeur starb alsbald. † Der Macedonische Flüchtling" als Hochstapler. In einer Leipziger Druckerei stellte sich ein junger Mann vor, der einen gedruckten Zettel mit der Angabe vorwies, daß bei den Christenverfolgungen in Macedonien seine Eltern aufgehängt, seine Schwester verstümmelt worden seien, und daß man ihm die Zunge ausgeschnitten habe. Da er seine Angaben glaubhaft machte, erhielt er ein ansehnliches Geschenk. Dem Werkführer der Firma kam die Sache nachträglich ver dächtig vor, man ging dem verfolgten„ Christen" in ein Gasthaus nach und machte da die Entdeckung, daß der ,, Mann ohne Zunge" es fich trefflich schmecken ließ und zwar bei heiterſtem Geplauder, mit dem er die Anwesenden unter Hielt. Bunte Tages- Chronik. An der großen Sanbe bei Maing vor haften Samstag, 25 Feneral- Rommandos Soifion, der 41, 42, 1. Ravallerie- Brigabe fanterie Regimenter 81, 115, 116 und 16 as Bonier- Bataillon Amb die erfte Abteilun Gine Galadron des be ird am Absperren b Zeulenroda, 20. August. Drei Mitglieder der Familie eines Hutmachers sind hier an Vergiftung gestorben. Sie hatten Gurkensalat gegessen, der in einem fupfernen Kessel zubereitet war. Norderney, 20. August. Beim Baden wurden drei Damen und ein Kind von der Strömung weggerissen, aber in bewust Losem Zustande geborgen. Bei einer Dame blieben die Wiederbelebungsversuche erfolglos. Trier, 20. August. Im Kloster zu Ehrang sprangen drei Nonnen einem in eine Senfgrube gestürzten Manne nach, um ihn zu retten. Die Nonnen erfranften lebensgefährlich, der Mann ist tot. Mereits mit der 1. Abtei 24. b. M. in M Hamburg, 20. August. In Sachen des Lotterieschwindlers beendeter Para Fischer( Altona) sind weitere Verhaftungen von hier ansässigen Die Regimenter Nr. E Personen erfolgt. = Vermischtes. Ein ,, blutiger Vorgang" im Eisenbahnwagen. Auf der bar Truppenschau fri Standorten nach Mc 115, 116 und 16 Regiment Nr. 80 Mainz berföftigt unt Morte zurück. Als F Strecke zwischen Berlin und Köln entstand dieser Tage großer bom Regiment Raifer zwei Uhr morgens mußte ein Reisender den Korridor befohlen worden. Schrecken unter den Passagieren des Nachtschnellzuges. Gegen Galadron die 3. Get † Der Mörder seiner Ehefran. In Weißensee bei Berlin wurde gestern in einer Laubenkolonie die Leiche der 32jährigen Frau des Malers Blocksdorf mit einer Schußwunde im Kopf tot aufgefunden. Der Mann ist ein verbummeltes Subjeft. Da er eigentümliche Reden führte, wurde er verhaftet. Es gilt als sicher, daß er seine Frau erschossen hat. Zweifelhaft ist noch, ob es durch Leichtsinn oder mit Absicht geschah. passieren. Als er an der Tür eines Koupées vorbeifam, in benn aus dem Koupée rann unverkennbar Blut. Die Die Ortsfro 3572 M., das auf ei bem zwei Herren schliefen, stieß er einen Schreckensruf aus, al beim Abschluß des anderen Reisegenossen waren bald alarmiert. Endlich erschien Troßdem ist de der Kondukteur, öffnete das Roupée, aber man sah nur zweiber Referbefonds betr † Wettersturz. Jn Tirol sant Sonntag und Montag die Temperatur in erheblicher Weise. Das Thermometer zeigte nur noch 6 Grad Celsius. Auf den Bergen liegt in einer Höhe von etwa 2000 Metern dichter Neuschnee; im Tale fällt unablässig ein falter Regen. In den Bergen find viele Touristen in den Schutzhütten eingeschneit. † Ein Prinz im Automobil verunglückt. Auf der Station Bernay( Frankreich) geriet ein Automobil, in dem sich der 38 jährige, in Kairo geborene Prinz Ibrahim Mohammed befand, vor die Lokomotive eines Eisenbahnzuges auf der friedlich ausgestreckte Schläfer. Das vermeintliche Blut ramn aus einer Aktentasche, die oben im Neze lag. In ihr wollte ein sorglicher Gatte seiner Frau fünf Kilo Tomaten in die Sommerfrische mitbringen; ein daraufgeworfener Handkoffer beliefen sich im legten * Die Notiz ve Theaterneube von zwanzig Kilogramm hatte sie aber inzwischen zerdrückt. in Berüft zufammeng Daher das Blutgerinnsel. Man lachte und legte sich wieder abgefallen ift. schlafen. In ** Golbenes gemeldet, startet der underennen um da akifameister, der berei von Gießen i brere internationale Automaten zum Frankieren der Postsendungen. Frankfurt a. M. ist eine Maschine praktisch erprobt worden, welche die Bostwertzeichen nicht nur verkauft, sondern auch aufklebt. Zu diesem Zwecke wird der Brief oder die Karte in den Schlitz eines Automaten geschoben und ein Hebeldrud ausgeübt, wodurch die Briefmarke über den Brief geführt, befeuchtet, losgetrennt und aufgeklebt wird. Es find eine en Breise von M ganze Reihe von Vorgängen erforderlich, bis eine Marke frei wird, und dieser Umstand erschwert den Diebstahl, während es beim gewöhnlichen Markenverkaufsautomaten möglich und tatsächlich auch vorgekommen ist, daß nach der durch Einwurf eines Geldſtückes erfolgten Auslösung, mit Hilfe von allerlei Diebsgerät, Marken ohne Bezahlung entnommen wurden Mehrere solcher Markenklebautomaten sollen, für die ver schiedenen Wertzeichen zu einem Pavillon vereinigt, an einem geeigneten Plage aufgestellt werden. = Geheimnisvolle Detektivkünste. Paris ist seit einiger Beit in Aufregung über das geheimnisvolle Verschwinden eines Priesters, des Abbé Delarue, Pfarrers von Chantenay. Die Polizei war ratlos, bis sich ein indischer Fafir namens Deva meldete. Bisher hatte man von dem verschwundenen Pfarrer nur seinen Hut gefunden, der Fakir fand am ersten Tage in Begleitung eines Reporters das Fahrrad des Priesters in einem Gehölze und spürte dann unweit der Stelle ein großes Messer mit Menschenblutspuren auf. Die Spötter behaupten zwar, es handele sich um einer: Reporterfniff, andererseita fann man nicht bestreiten, daß das aufgefundene Fahrrad wirklich dem Abbé Delarue gehört hat. = Sprachinstrumente für Affen. Ein amerikanischer Gelehrter will wieder einmal eine epochemachende" Ent deckung gemacht haben. Dr. V. Reed Blair behauptet, die Affen könnten nur deshalb nicht sprechen, weil sie keine geeignete Nase besäßen. Er will nun angeblich bei einem jungen Affen den Versuch machen, die Nase in eine der menschlichen ähnliche umzuwandeln, und später die gleiche Operation an zwei erwachsenen Orang- Utans vornehmen. Eine erfolgreiche Operation an einem Manne ohne Nase, der insolge dieses Fehlers nicht deutlich sprechen konnte, soll Dr. Blair auf die Jdee gebracht haben. Es wird sicher zu wenig gesprochen in der Welt, die Affen müssen unbedingt mitreden. Aus dem Gerichtsfaal. § Butterschwindel. Die Eheleute Ginzel aus Linden waren vor der Straffammer in Hannover wegen Butter berfälschung angeflagt, mußten aber freigesprochen werden großen Ladungen nach Deutschland eingeführte sibirische Butta großen Preis mag das goldene fer startet Eurom her blieb im verf e Sieger, ist also ennen, der dritte Kon rainierende Ludwig F ben nächsten Tagen die hypreden. Die Generalver reins im Groß 33 September in Opp die Ausstellung von Provinz Rheinheff Brausteuer uptfteueramtes Dar Großherzogtums neuen Braufteuer mereien beträgt die bas Hektoliter, bet leine Mart und bie Mehrbelaftung Gedern, 20. Bobbertale wird gegen Beneri ein let ritet. Die Gebäu afgestellt. Kreisrat hit, er genehmigte di Mertenfrig die Einfi Das Wert ist so ange und gewerbliche Unter k. Lauterbach. die Ehefrau des eigen Fabrit arbei ohnung berichloffen. trotzdem die Butter einen zu hohen Wassergehalt aufzuweisen Tür gewaltsam. hatte. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß die in leunig erhängt vo an Kleinhändler und Konsumenten als Molkereibutter ver besuchte Sehensw kauft wird. Der Transport von Sibirien auf dem Wajerinlich die 1691 erb wege nimmt einige Wochen in Anspruch, aber auch in Deutsch land bleibt die Butter mitunter noch lange Zeit auf Lage stehen. In dem vorliegenden Falle hat die Butter allein sec Wochen lang in Hannover gestanden, bevor sie als angebliq A Bom Bogels genartiges Kunstwer laude fo fchön nnt age, ber Erbauer F frische Molfercibutter in die Hände des Publikums gelangt. nd gestanden, der Obwohl bei der Zubereitung der sibirischen Butter at andere Geschicht den weiten Versand Rücksicht genommen wird, nicht zu vermeiden, daß fie ranzig wird. Dem soll dann da durch abgeholfen werden, daß die Butter durch Einfneten und Wiederherauspressen von Wasser gewaschen wird. Meg di derart behandelte Butter nun vielleicht auch ganz gut schmeden, frisch ist sie nicht, und gerade darauf legt doch der Konsument großen Wert. Jedenfalls sollte auf das nachdrücklichste gegen solche Händler eingeschritten werden, die das Publikum dur butter ausgeben, übervorteilen. agen das Gebäude Buzbach. 27 September vorge mit treinamtlicher Gene perlegt worden. Ec tattfindenden großen * Bad Nauheim, den Verkauf alter sibirischer Butter, die sie für frische Molteret Boche find 1296 § Mauscheln ein Glücksspiel. Die Straffammern stehen genanntem Lage - schon lange auf dem Standpunkt, daß Mauscheln,( Vierblat und Dreiblatt) auch ohne Aßzwang als Glücksspiel zu be trachten sei. Vor kurzem hat nun auch das Reichsgericht er Urteil der Straffammer zu Aachen, die das Mauscheln fin ein Glücksspiel erklärte, bestätigt. Die Inhaber öffentliche Lofale werden also gut tun, das Mauscheln auch ohne A zwang sowie die ibn verwandten Spiele Vierblatt und Dreb blatt, auch Zuppen. oder Zwiden genannt, nicht zu dulden. quenz beträgt bis z urben bis zum legte A Friedberg 2 Laden der Gefahr Die herbeieiler rs, troßdem wur bier scheint Sten Mittwoch fi Broteftversamm Cauereien flatt. urde vollstän heint hoffnungs Lokales. 21. August An der großen Truppenschau auf dem großen Ende bei Mainz vor dem Kaiser und dem Großherzog am aften Samstag, 25. b. M., nehmen Teil: die Stäbe des gestorben. ifton, der 41., 42. und 49. Infanterie- Brigade und der * Friedberg, 20. Auguft. Nach der nunmehr vor| Hülle des Erdballs auf Grund der neuesten Forschungsliegenden Aufstellung hat die Stadt Friedberg 36 003 t. ergebnisse zu erläutern sucht. reistassen beiträge zu zahlen. Dann folgen BadNauheim mit 34 549 Mt., Buzbach 11157 Mr., Vilbel 5981 Mt., Robheim 5239 Mt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 22. Auguft. Meist trüb, doch nur geringer Regen, ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) er der Familer al- Kommandos des 18. Armeekorps, der 21. und 25. eingerichtete erste deutsche Kraftwagen- Postver: nebelige westliche Winde, Temperatur wenig berändert. fupfernen Stee rden drei Dame aber in bemu ieben die Biebe Kavallerie- Brigade, sowie der 2. Inspektion. Weiter die Sfanterie Regimenter Nr. 87, 88, 80( Füselier- Regiment), 881, 115, 116 und 166; das Dragoner Regiment Nr. 6, ban Bionier- Bataillon Nr. 21, die Unteroffizierschule Biebrich und die erste Abteilung des Feldartillerie- Regiments Nc. 61. ng sprangen b Cine Eskadron des hessischen Dragoner- Regiments Nr. 24 Die * Friedberg, 20. Auguft. Die vor einigen Wochen bindung von Friedberg nach Ranstadt an der Bahnstrecke Gießen Ge.nhausen weist fortgesetzt einen starken Personen postverkehr auf. Es stehen 2 Wagen zur Verfügung, von denen jeder ein Gewicht von 1900 Silogramm hat, 14 500 Mt. foftet, 10 Sige enthäit und elegant ausgestatt ist. Fahrzeit von Friedberg bis Ranstadt beträgt 14 Stunde. Die Fahrpost zwischen beiden Orten bestand schon seit 1642 * Cronberg, 20. Auguft. Bei der MonarchenzusammenManne nach, ird am Absperren des Barad plazes verwendet und trifft nsgefährlich, dereits mit der 1. Abteilung des Feldartillerie- Regiments Nr. 61 funft in Cronberg hat der Kaiser die Absicht kundgegeben, in nächster Zeit nochmals einige Tage zum Besuch auf otterieschwindlech beendeter Parade und Kritik nach Darmstadt zurück. Schloß Friedrichshof zu verweilen. Dieser neue Kaiserbesuch n hier anfäffig Die Regimenter Nr. 80, 81, 116 und 166 werden am Tage soll bereits in 8 Tagen zu erwarten sein. 3 borbeifam, in Blut. Endlich erschien C 24. d. M. in Mainz ein, beide Truppenteile marschieren ba Truppenschau früh morgens mit der Bahn von ihren Standorten nach Mainz befördert. Die Regimenter Nr. 81, 115, 116 und 166, sowie das dritte Bataillon vom Regiment Nr. 80 werden nach beendigter Truppenschau in Mainz verföftigt und fahren dann per Bahn in ihre Standwagen. Auf de otte zurück. Als Fahnen- Kompagnie ist die Leibkompagnie iefer Tage groin rom Regiment Kaiser Wilhelm Nc. 116 und als Standartennellzuges. Gem Glabron die 3. Estabron vom Dragoner Regiment Nr. 6 den Korrion befohlen worden. * Die Ortstrantentasse Gießen hat zum ersten Schredensruf and Mal beim Abschluß des Geschäftsjahrs ein Defizit und zwar von 3572 W., bas auf eine Influenza- Epidemie zurückzuführen ist. Troßdem ist der Stand der Kasse fein ungünstiger, beber Reservefonds beträgt 134 353 Mt. Die Mehrausgaben In ihr woll beliefen sich im legten Jahre auf 17 422 Mt. Tomaten in d ** Die Notiz von gestern über den kleinen Unfall rfener Handfose am Theaterneubau wird dahin berichtigt, daß nicht vischen zerdrüt ein Gerüst zusammengestürzt, sondern nur ein Flaschenzug legte fich wieder herabgefallen ist. ** Goldenes Rad von Gießen. Wie bereits stſendungen. gemeldet, startet der Neger Vendredi im internationalen erprobt worden tunderennen um das goldene Rad von Gießen. Der ft, sondern and frifameister, der bereits im verflossenen Jahr den großen oder die Starte in Breis von Gießen überlegen gewann, hat dieses Jahr tliche Blut ram d ein Hebeldru en Brief geführt mehrere internationale bedeutende Rennen gewonnen, so die d. Es find ein großen Preise von Mailand, Bologna, Alexandrien, Genf, eine Marte fra den großen Preis von Lothringen in Wiez, sowie am iebstahl, währen Sonntag das goldene Rab von Mainz. Als zweiter TeilDrescher, Mainz. aten möglich um nehmer startet Europameister Georg Der durch Einwur Drescher blieb im verflossenen Jahre im Goldenen Rad von Hilfe von allerle Gießen Sieger, ist also Berteidiger des klassischen Stundenrennen, der dritte Konfurent ist der in Gießen ständig ereinigt, an einen trainierende Ludwig Frohlich, Frankfurt. Wir werden in ben nächsten Tagen die Chancen der drei Fahrer nochmals besprechen. nommen wurden en, für die ver is ist seit einige Serschwinden eine * Die Generalversammlung des Landesgewerbe Chantenay. bereing im Großherzogtum essen ist Sonntag, fir namens Debat 23. September in Oppenheim. Mit dieser Versammlung ist wundenen Pjana eine Ausstellung von Schülerarbeiten der Gewerbevereine m ersten Tage der Provinz Rheinhessen verbunden. odes Priesters* Brausteuerliches. Nach einer Aufstellung des Stelle ein groß Hauptsteueramtes Darmstadt werden von den 115 Brauereien Spötter behaupt des Großherzogtums Hessen 34( d. i. fast ein Drittel) von Efniff, andererje der neuen Brausteuer überhaupt nicht getroffen, bei 69 gefundene Fahrt Brauereien beträgt die Mehrbelastung noch feine 50 Pfg. Sin amerikanista auf das Hektoliter, bet 9 beträgt si mehr als 50 Pfg. aber chemachende" noch keine Mark und nur bei den 3 größten Brauereien ist sehauptet, die Afif die Mehrbelastung mehr als eine Mt., nähmlich 1,12 Mt. fie feine geeigne eiche Operation bei einem jung Gedern, 20. Angust. Für die Orte des oberen ne der menschlie Widdertals wird gegenwärtig von dem Schneidemühlenbefizer Cine erfolgre on Veneri ein Elettrizitätswerk in Merkenfriz erDie Gebäude find fast vollendet, die Maschinen der infolge die zichtet. Dr. Blair auf aufgestellt. Kreisrat Böckmann- Büdingen weilte dieser Tage wenig gejprodier, er genehmigte die Anlage, worauf der Gemeinderat von nitreden. Sertenfritz die Einführung des elektrischen Lichts beschloß. Das Werk ist so angelegt, daß Gedern, Wenings, Hirzenhain und gewerbliche Unternehmen angeschlossen werden fönnen. al. Singel aus Pinte Butte gefprodjen wer gehalt aufzuwe er wegen Orte fibirische Bu Moltereibutter k. Lauterbach. Selbstmord. Am Samstag- Abend, al die Ehefrau des Heinrich Schleuning, welche in einer Biesigen Fabrit arbeitet, nach Hause tam, fand sie ihre Bohrung verschlossen. Sie holte Hülfe herbei und öffnete die Tür gewaltsam. In der Wohnung fand man den elt, daß die leunig erhängt vor. Sch. war dem Trunke sehr ergeben. A Vom Vogelsberg, 20. Augnft. Eine besondere, Biel besuchte Sehenswürdigkeit befindet sich in Ilbeshausen, auf dem Weinlich die 1691 erbaute Teufelsmühle. Sie ist ein igenartiges Kunstwerk der Vogelsberger Baufunft. Da das Gebäude so schön nnd reich an Schnißereien ist, so geht die Gage, der Erbauer Hans Mut habe mit dem Teufel im Bund gestanden, der ihm den Bau habe errichten helfen; ine andere Geschichte besagt, der Teufel habe selbst in drei Legen das Gebäude aufgeführt. ber auch in Deut nge Zeit auf La Butter allein or fie als angel Bublifums gelang rischen Butter Ommen wird, Dem foll dann durch Ginfneten Jen wird. Meg ganz gut fchmed doch der Konfum achdrücklichfte g as Bublifum ba * Butzbach. Marttberlegung. Der für den 27 September vorgesehene Schweinemarkt zu Buzbach ist mit freisamtlicher Genehmigung auf Donnerstag, den 20. Sept. berlegt worden. Ec wird mit der an diesem Tagr hier fattfindenden großen Provinzialtierschau abgehalten. * Bad Nauheim, 20 August. In der abgelaufenen frequenz beträgt bis zum 16. August 23 327 Personen, wovon Die Marktberishte. Steher 21. Aug. Auf dem heutigen Bochenmar't lofteten Fuiter her fb. 1.20-1.30., Sübnereier ber Stild 7-8 Vfq., Erneier St. 0-0 Pfa, Käse per St. 6-8 Pfg, Käsematte 2 St. 5-6 fg., Erbsen per Vfd. 22 Pfg., Linsen per Pfd. 32 Pfg., Tauben ver Paar 0.80-1.00 Mt., Hühner per Stück 1.00-1.60 Mt., Hahnen per Stüd 0.80-1.80 mt., Enten per Stüd 1.80-2.20 Mit., Gänse ver Pfd. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 78-86 Pig, Rindfleisch per Pfd. 70-72 Pfg., Schweinefleisch per Pfd. 80-91 fa. Schweinefleisch gesalzen per Pfd. 94-00 Pfa., Kalbfleisch per Pj. 80-84 Bfg., Hammelfleisch per Pfs. 60-80 Pig., Kartoffeln per 100 Rilo 7.00-8.00 Mr., Zwiebeln per 3tr. 6.00-8.00.., Weiskraut per Std. 15-30 Vfd., per St. 10-30 Pfg., Aepfel per Pfd 15-20 Pfg., Zwetschenper Str. 0.00-000 Mt., Kirschen per Pfd. 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Mariizeit im Umherzieher feilgeboten werden. Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 20. August 1906. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Fleticpreise in Steßen 50 kg Schlachtgewicht 90-92 m. 1/2 kg 78-86 Pf. 1/8" 98-102 Pf. do. 80-84 N Ochsen Kälber Schweine do. * Frankfurt. Eine geheimnisvolle Geschichte. Nach einer bei der Staatsanwaltschaft erstatteten Anzeige 30-40 Bfg., Milch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marlizeit von betreffend den Tod der ersten Frau des wegen betrügerischen Bankerotts verhafteten Bauunternehmers Philipp Welter ist eine umfangreiche Untersuchung eingeleitet worden. Frau Welter ist vor zwei Jahren plöglich nach der Abendmahlzeit gestorben. Es hatte sich damals schon das Gerücht verbreitet, die Speisen seien vergiftet gewesen. Jetzt nach zwei Jahren, nachdem Welter verhaftet ist, wurde Anzeige erstattet. Dienstmädchen von damals sind bereits vernommen worden. Ein Mädchen sagte aus, daß ein Hund, der von den Speisen genossen habe, verendet sei. Frau Göz, die auch verhaftet ist, set am Abend dagewesen und habe sich nach dem Befinden der Frau Welter erkundigt. Belter habe am Morgen, nachdem die Frau gestorben war, Auftrag gegeben, der Frau Göz sofort den Todesfall zu melden. Welter hat in zwetter Ehe die Tochter der Frau Göz geheiratet. Es wird abzuwarten sein, was die Untersuchung noch zu Tage fördert, ehe man urteilen kann, ob der Anzeige ein berechtigter Verdacht zu Grunde liegt oder ob sie nur auf Klatschsucht beruht. Die Polizei hat die umfangreichsten Recherchen und Untersuchungen in der Angelegenheit sogleich unternommen. * Mainz, 20. August. Stiftung. Mainz ist wieder eine beträchtliche Summe zur Unterstüßung Der Stadt von Mittellosen zugefallen; der in Moskau verstorbene Fabrikant David Heidelberger, ein geborener Mainzer, hat seiner Vaterstadt Mainz die Summe von 100 000 Mt. hinterlassen. Weiter vermachte er den Angestellten seiner Mainzer Fabrit 100 000 t., den Angestellten seiner Mostauer Fabrit 50 000 Mt., dem Mainzer Gewerbeverein 20 000 Mt., dem Verein für Ferienkolonien 25 000 mt., der Nachbargemeinde Weisenau, in der sein Schwager lange Jahre Bürgermeister war, 5000 Mt. * Darmstadt, 20. August. Die hiesien Metzger haben den Preis für Schweinefleisch um 6 Pfg. pro Pfund erhöht, sobaß das Pfund jeßt 90 bezw. ohne Beilage 96 fq. foftet. Rechtsauskünfte. ( Für die erteilten Auskünfte kann eine zivilrechtliche Haftung nicht übernommen werden.) Emma W. Die außerehelich geborene Tochter hat auch wenn sie adoptiert ist Ecorecht an dem Nachlaß ihrer Mutter. Sie können also das Teftamant anfechten. Agent L. Auch über die ausländischen, im Inlande angelassenen Versicherungsgesellschaften wird die Aussicht durch das Aufsichtsamt der Privatversicherung ausgeübt. Unwissende. Wenngleich der Mann Ihrer Schwester bereits seit vielen Jahren verschollen ist, darf sich Ihre Schwester doch nicht Witwe nennen, solange der Mann nicht gerichtlich für tot erklärt ist. K. und D. Falls die gesetzliche zehnjährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist, fönnen Sie die Handelsbücher auf jede beliebige Art vernichten. Grundbuch. Die Grundbuchämter sind der Steuerbehörde gegenüber verpflichtet, über die Hypothekenverhältnisse Auskunft zu erteilen. Wir bitten unsere geschätzten Leser, recht ausgiebigen Gebrauch von dieser Rechtsauskunft zu machen. Literarisches. Der erste Baud von„ Weltall und Menschheit" enthält die Geschichte der Erforschung der Natur und der Verwertung der Natur im Dienste der Völker.( Herausgegeben von Hans Kraemer in Verbindung mit hervorragenden Fachmännern, Deutsches Verlagshaus Bong& Co., Berlin, Preis 16 Mt.) Schon eine flichtige Durchsicht läßt erkennen, daß in dem mit hunderten von prachtvollen Juustrationen geschmückten ersten Bande etwas in jeder Hinsicht Wertvolles geschaffen wurde, das den ganz ungewöhnlichen Erfolg mehr als 50 000 Exemplare wurden in wenigen Monaten verkauft- begreiflich erscheinen läßt. Bedeutet somit das Erscheinen des neuen Werkes in dieser Hinsicht einen vollen Erfolg, so wird jeder, der Gelegenheit hat, den 500 Seiten starten Band zu durchblättern, sich der Ueberzeugung nicht verschließen fönnen, daß die Erwerbung von„ Weltall und Menschheit" für jeden Gebildeten geradezu ein Bedürfnis ist, weil hier zum ersten Mal der ZuWeltall und seinen Kräften von der Vorzeit bis zur Gegenwart bearbeitet wurde. Der erste Band gibt aus der Feder des Tübinger Universitätsprofessors Dr. Karl Sapper eine breit angelegte, fessend geschriebene Darstellung der Erforschung der Edrinde, Enistehung und Beschaffenheit der Erbe 2c. von den ältesten Kulturvölfern bis zur Gegenwart. Man findet ferner eine völlig neue Darstellung der Beziehungen des Menschen zu der festen Erdrinde und endlich die Bearbeitung der erdphysikalischen Fragen durch den bekannten Privatdozenten Dr. A. Marcuse, der vor allem die Eigenschaften der flüssigen Ecdoberfläche und der atmosphärischen für frische Moller Boche sind 1296 Kurgäste angekommen. Die Gesamt sammenhang der Beziehungen des Menschengeschlechts zum Straftammern fee on genanntem Tage noch 5502 ortsanwesend waren. Bäder laufcheln,( Bierbl Glüdefpiel zu as Reichsgericht das Mauscheln f nhaber öffentli burden bis zum legten Donnerstag 300 882 abgegeben. aug. heln auch ohne Auers, trotzdem wurde erheblicher Schaden verursacht. Vierblatt und Dr nicht zu bulden - A Friedberg. 20. Aug. Heute früh 5 Uhr brach in Laden der Geschwister Schloß in der Usagasse Feuer Die herbeieilende Feuerwehr wurde rash Herr des Auch hier scheint jetzt der Bierkrieg loszubrechen. Nächsten Mittwoch findet seitens der Wetterauer Gastwirte ine Protestversammlung gegen den Bieraufschlag der Brauereien statt. 78 " " Getreidepreise in Mannheim bp. 80-86 Brotpreise in Steken 18.75 M. 16.25" Weizen 100 kg Roggen do. Weißbrot 2 kg 54 f Schwarzbr. d. 50" Auf dem heute abge-r- Herborn( Dill), 20. Aug. haltenen 9. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 389 St. Rindvieh und 715 Schweine. Es wurden bezahlt für Fett. vieh und zwar Ochsen I. Qual. 80-82 Mt., II. Qual. 76-79 Mt., Kühe und Kinder I. Qual. 76-80 M*, II. Qual. 73-75 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Dr Fruchtmarkt. Frankfurt a. M., 20. Aug. nächste Markt findet am 27. September statt. notterten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer m 17.50-18.00, kurhessischer Mt. 17.80-18.00 Roggen, hiesiger Mr. 15.00-15.75, russischer Mr. 17.30-18.00 Gerfte, hiesige Mr. 17.25 bis 17.75, Pfälzer Mt. 17.00 bis 17.50, fränkischer Mt. 17.75-18.00, Riedgerste Mt. 17.- bis 18.25 Hafer, htesiner und Wetterauer Mt. 00.00-00.00, kurhessischer Mr. 17.00-18 75, bat E8 T 11 Π erischer Mr. 00.00–00.00, Mais, Mixed Mr. 13.50-13.50. Ales pro 100 Kilo ab hier. Meh I wesentlich höher. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hiesiges 0, Mt. 26.75-27.75, feinere Marken mr. 28.00-29.00, biefiges, Nr. 1, mr. 24.75 bis 25 75, feinere Marken Mt. 25.75-27.75 hiesiges Nr. 2, Mt. 24.25-24.75, feinere Marken Mt. 25.00-25.75, hiesiges Nr. 4, Mt. 20.75-21.25 feinere Marken Mt. 21-22 00, Roggenmehl, hiesiges, 0, Mr. 24 bis Weizen24.50, do. 1 Mr. 22.25-22.75, do. 2 Mt. 18.- 19 25 schalen Mt. 5.00-5.15, Weizenkleie Mt. 5.C1--5.20, Roggenkleie Mr. 5.50-5.60, Weizenfuttermehl Mt. 6.75-7.75. Notierungen der Frankfurter Viehmarktpreise Frankfurt a. M., 20. August 1906. Zum Verkauf standen: 399 Ochsen, 82 Bullen, 905 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 316 Kälber, 298 Schafe und Hämmel, 1590 Schweine, 0 Stege 0 Biegen und Schaflämmer. Bezahl wurden für 100 fund: Schlacht- Lebend Dchien: a. vollfleischige, aemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren b. junge fleischige, nicht ausgemästete unu ältere ausgemäßtete gewicht gewicht Mo M 90-92 - 82-84 - c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 72-76 Bullen: 76-78 - 72-74 - a. vollfleischige höchsten Schlachtwectes b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a. bollfleischige ausgemästete Färsen( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes b. bollfleischige ausgemäfteten Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Rühe und Färsen( Stiere und Rinder) d. måßig genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) e. gering genährte Kühe und Färsen ( Stiere 11 Rirs) 82-84 - 79-81 - 65-67 I Verantwortlich: für die Politik und den Inseratence I Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beid. in Gießen. Kopfschappen. Nichts schadet dem Haarwuchs so sehr als die Schuppenbildung, wodurch das Ausfallen und Ecgrauen der Haare hervorgerufen wird. Der Gebrauch von Carboline beseitigt prompt alle Schuppen und verhindert deren Weiterbildung. Es ist gleichzeitig das vorzüglichste Haarwasser beim täglichen Frisieren. Zu haben in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder von H. H. Warner& Co., Schäfergaffe 10, Frankfurt a. M. Bei Einkäufen wollen unsere verehrlichen Abonnenten und Leser sich der in unseren Zeitungen. inserierenden Firmen erinnern und auf uns beziehen. 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Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Licherstraße zwischen Schiffenbergerweg und Wolfstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 16. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. a) Personen, die während des Feldzuges 1870-715 Militärverhältnis gestanden haben, und b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgese daß sie einer derartigen Unterstützung würdig bedürftig sind und vom Tage der Bewerbung rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre unu brochen in Gießen gewohnt haben. Bewerbungen find bis zum 30. September 8. im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15, schrift oder mündlich einzureichen unter Vorlage der die Erf ung der Bedingungen nachweisenden Papiere. Gießen, den 16. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Georgi. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Daniel Moog Witwe Gießen sind die diesjährigen Zinsen an hiesige, bedürftige unbescholtene, im Witwenstand lebende Bürger un Witwen von Bürgern zu verteilen. Anmeldungen hier fönnen bis zum 31. 1. Mts. auf dem Armenamt, Neuen Bäue 25, Zimmer Nr. 2 erfolgen. Gießen, den 16. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Georgt. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten with die Kaplandgasse von heute an bis auf weiteres f Herbst- Pferdemarkt zu Gießen. den Fuhrverkehr gesperrt. Am Dienstag, den 11. September 1906, vormittags, findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimer straße Pferdemarkt statt. Stallungen sind in der Nähe des Marktes ausreichend vorhanden, wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Huhn- Gießen wenden. Gießen, den 18. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Für die Prämmiterung des besten Pferdematerials stehen 1670 Mk. zur Verfügung. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Weinhändler August Schwan zu Gießen zu beziehen. Die die Löberstraße zwischen Goethe und Gartenstraße Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten with Breisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 12 Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplay und von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerkverkehr zurück. Von 10 Uhr ab Konzert und Restauration auf dem gesperrt. Marktplay. Am 12. September, nachmittags 2 Uhr, findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule eine Verlosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Fahrrädern, Nähmaschinen, Haushaltung und Gebrauchs= gegenständen. Der Generalvertrieb der Lose á 1 Mr. iſt dem Herrn Richard Buchacker- Gießen übertragen. Gießen, den 25. Juli 1906. Die städtische Pferdemarkt- Kommission: Jean Kirch. in jeder Höhe auf Geld Wechsel oder Schuldschein vermittelt Diskret an jederm. Karl Farrenkopf, Harzburg. Lunns waeschi am besten Makulatur hat abzugeben Expedition d. Blattes. Dienstmädchen gesucht. Provinzial- Siechenanstalt Gießen. Gesucht bei hohem Lohn werden Mädchen für sofort und später. Frau Sparr, Seltersweg 15. Geld! Bares Geld! Hoher sofortiger Verdienst für Jedermann! Kein Kapital! Kein Laden nötig Spielend leicht! Offert. u. A. B. a. Annoncenexpedit. Eugen Wieland, Lindau in Bayern. * Gießen, den 18. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Landmannstraße von heute an bis auf weiteres für des Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 18. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wid die Stephanstraße zwischen Goethe- und Bleichftraje vom 1. August an bis auf weiteres für den Fuh berkehr gesperrt. Gießen, den 20. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Hilfe. Bluftod. Timerman Betr.: Rotlaufſeuche unter den Schweinen des Adam Hamburg Fichteftr. 33 u. meine hter i. D. pat. Neuheit. Keine Serienlose oder Pfennigslotterie! VIC BOURNE Nur Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. Gewinn durch Beitritt zu amtl. angem. Verein! Kein Risiko! Gesetzl.staatl. angeordnet! Eine Mark monatl. genügt! Kete ausländische Sache! Streng reell! Viele Mill. Hauptgewinne! Kleinster Treffer höher wie der Ankauf! Beitritt tägl. Prospekt durch alleinige| AnnahmestelleChr.Hummel München, Römerstrasse 3. SCHOKOLADE KAKAO Diez in Gießen. Unter dem Schweinebestand des Adam Diez t Gießen, Schüßenstraße 7, ist die Notlauffeuche brochen.- Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 20. August 1906. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. aus Betr.: Rotlauffeuche unter den Schweinen des Bäc meisters Karl Euler in Gießen. Unter dem Schweinebestand des Bäckermeist Karl Euler in Gießen, Ludwigsplatz 3, ist die Notla feuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 20. August 1906. - Großh. Polizeiant Gießen. J. V.: Roth. Vergebung von Glaserarbeit. Die zur Anbringung von 8 äußeren Vorfensternin den Arbeitssälen des chemischen Laboratoriums Gießen nötige Glaserarbeit, ca. 43 qm, wird hierm unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses bon 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsunterlagen fönnen in unserem Ami lofal eingesehen, Angebotsformulare dorther gegen Selb fostenpreis bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift find bis zum Gröffnungstermin Mittwoch, den 29. August 1906, nachm. 5 Uhr einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. - Gießen, den 17. August 1906. Großherzogliches Hochbauamt. J. V.: Heyer. Schlechte Angewohnheiten. ausdoctor Zu den schlechten Angewohn Atmen erraten, was fein Herr beabsichtige. beschäftigte Die Soldaten der Wache, und so schritt der Prinz in feiner Verkleidung unangefochten zum Tore hinaus. Eine Stunde später aber bernahm der Flüchtling hinter den Wagen Vex, Sex ihn aufgenommen hatte, lautes Bellen. G öffnete den Schlag und ließ seinen schlauen Ham herein, dex nunmehr auch entflohen und ihm gefolgt war. feine Sprünge die Er burd 226 190 Dienstag, den 21. Auguft essische Familienzeit