Stadt- Cheats Giessen. Direktion: Herm. Steingo Sonntag, den 21. Otte 3. Sonntags: Borftellun Abonnements= Der Schlafwage Kontrolleur Echwant in 3 Aften b. X. In deutscher Bearbeitung B. Jalobjon. Heirate night! ohne B über die Ehe von Dr. Reta mit 39 Abb. anft. 2.50 nur 1 Liebe und Ehe ohne Ke bon Dr. Ernst 1.50. Werke zusammen 2,70 Mt. A. Günther, Buchhandlung, Frankfurt 22 Börnestraße 22. Was Sie in Möbel, Betten, Polste waren, Garderobe, Wäsch Manufakturwaren, Stiefe Schirme, Uhren etc. brauchen, können Sie der kleinsten Anzahlung und be quemer wöchentlicher A zahlung bei der Firm J. Jttmann haben, Jede erlich denkende Mensch erhält bei obengenannte Firma unbeschränktenKredi Eine Anzahlung braucht nicht geleistet zu werden von Kunden die das Konto ganz oder nahezu be glichen haben. Man muss sich von der Reichhaltigke meiner Läger und billigen Preis überzeugt haben um sich ein Urteil bilde zu können. Ein Versu führt sicher zu einer dauer den Geschäftsverbindung Jitman Giessen Plockstr. 14-16 NB. Strengste Diskretion Nr. 247 Zweites Blatt Samstag, den 20. Oftober 1906 Petition: Gleex, Seliersweg 88. Burnsprechanichink Ar. 382. Gießener 15. Jahrgang Contibellagen: Oberhoffice Familienzeitung( y und die Gießener Setfenblasen( whentlich). 6. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Knabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weglar; Lofalanzeiger für Gießen und Umgebung. Gnthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Rehörden non herhallen Einbrecher bei der Arbeit. Aus der Praxis der Geldschrank- Knader und Konforten. Vor kurzem ist aus der Münze in München ein bes beutender Geldbetrag durch Einbruch entwendet worden und fast gleichzeitig damit hat sich in Berlin ein Fall ereignet, daß ein ,, Geldschrankfnader" bei Ausübung seines Berufes den Tod fand. Im ersteren Falle war es den Dieben sehr leicht gemacht, Zugang zu den Räumen, in denen das Geld, lose" in einem Fasse lag, zu gelangen. Sonft aber pflegt man den Herren Einbrechern heute das Handwerk durch starke Schutzmaßnahmen zu erschweren, und namentlich von Banken und großen Geschäften werden die weitgehendsten Vorkehrungen getroffen, um Diebstähle durch Einbruch zu verhindern. Solche Schutzvorrichtungen find indessen nicht so einfach, denn die modernen Einbrecher studieren die Fortschritte der Technik genau so, wie der Industrielle, und wissen auch den sichersten Geldschränken auf die eine oder andere Weise beizukommen. Die Zeiten, da der Geldschrankeinbrecher nur den Lude", Krummkopf" oder die Elle"( Brecheisen) brauchten, um die Moosfuppe", den Geldschrank zu tnaden, find heute borbei. Die neuen Schränke werden heute so gebaut, daß die Tandelei", das Handwerkszeug, nirgends einen Angriffspunkt findet und die komplizierten Schlösser, die oft auf bestimmte Zeichen oder Worte eingestellt werden müssen, um geöffnet werden zu tönnen, lassen sich mit dem einfachen Halen", dem Dietrich, nicht mehr aufmachen. Aber der moderne Dieb ist darum nicht verlegen. Er wendet Sprengmittel an, wie jener Einbrecher in Berlin, der bei der vorzeitigen Explosion der„ Mine" den Tod fand oder bohrt die Wände des stählernen Schrankes, bie natürlich dem gewöhnlichen Werkzeug widerstehen, mit Hilfe der Elektrizität oder des Sauerstoffgebläses an, wozu ihm die Lichtleitung im Kaffenraume das nötige Material liefert. Bekanntlich erzeugt das sogen. Knallgas, aus Wasserstoff und Sauerstoff bestehend, eine folossale Hige, der auch Stahl nicht widersteht und die in den Werkstätten daher zum Schmelzen und Schweißen harten Metalls verwandt wird. Der Einbrecher, der oft gelernter Schloffer ist, weiß das ganz genau; möglicherweise hat er sogar neuerdings eine Zeitlang in einer Geldschrankfabrik gearbeitet, um die neuen Verschlüsse 2c. tennen zu lernen und auszufundschaften, wo den Schränken am besten beizukommen ist. In Amerika hatte sich einmal eine Einbrecherbande als Geldschrankfabrik etabliert. Die von ihnen gelieferten Schränke saben sehr praktisch und diebesficher aus, waren es auch; trotzdem wurden die Käufer solcher Schränke nach und nach empfindlich bestohlen, denn die Herren Lieferanten besaßen die Schlüssel dazu und brauchten sich mit dem Aufbrechen nicht erst zu quälen. Für die großen Banken genügen auch die einfachen Geldschränke nicht mehr, seitdem die Einbrecher, um zu den Kassen zu gelangen, sogar Wände und Decken durchbrechen. Derartige Vorfälle sind in der Kriminalgeschichte nicht Bekanntmachung. Für den Nahrungsberg ist von der Stadtberordneten- Bersammlung in der Sigung vom 18. ds. Mts. ein Bebauungeplan mit einem dazu gehörigen Orts statut aufgestellt worden. Bebauungsplan und Ortsstatut liegen bis zum 20. November d. Js. bei unserem Tiefbauamt zur Einsicht offen. Einwendungen dagegen find binnen der gleichen Frift bet Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen. Gießen, den 19. Oktober 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Submission. Für die Klinik für psychische und nervöse Strantheiten soll die Lieferung von: 400 Zentner Speisekartoffeln, Tafeläpfeln 6 " auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen liegen an den Wochen. tagen. nachmittags 3-5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Angebote unter Anschluß von Proben sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin: Mittwoch, den 24. Oktober 1906, vorm. 12 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau einzureichen. Der Zuschlag erfolgt bis zum 29. Oktober 1906. Gießen, den 4. Oftober 1906. Großh. Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. J. V.: Dr. Dannemann. selten; die Verbrecher spüren oft monatelang ein geeignetes Objekt aus und scheuen keine Arbeit, wenn ein reicher Fang in Aussicht steht. Die Banten suchen daher auch diesen Einbruchsversuchen von Nebenräumen entgegenzuarbeiten. Das geschieht jetzt, indem man die Geldschränke in stahlgepanzerte Gewölbe einmauert, die von keiner Seite einen Angriffspunkt bieten. Diese Stahlkammern oder„ Safes" werden heute ge= wöhnlich in den Kellerräumen der Bankgebäude eingerichtet. Von der Straße aus bezw. von den inneren Räumen der Bank sichern mehrere eiserne Türen den Zugang gegen Einbruch und Feuer. Die Wände des Gewölbes, dessen Mauerwerk außerordentlich stark angelegt wird, sind mit starken Stahlplatten gesichert und gleiche Platten schüßen den Fußboden und die gewölbte Decke gegen gewaltsames Durchschlagen oder Durchbohren von oben und unten. Die Türen der einzelnen Schränke sind mit besonderen, äußerst komplizierten Schlössern versehen, zu denen mehrere in verschiedenen Händen befindliche Schlüssel gehören, sodaß von den Beamten der Bank einer allein nicht zu dem Schrank gelangen kann. Einzelne Fächer in den Schränken werden dem Publikum zur Aufbewahrung von Geld und Wertsachen vermietet; auch in diesem Falle begleitet stets ein Beamter den Kunden in den " Saferoom", die Stahlkammer, die zur Vorsicht außerdem Tag und Nacht unter Bewachung steht. Durch diese Maßnahmen werden Einbrüche in die modernen Bantpaläste so gut wie unmöglich gemacht, und sie sind tatsächlich in der legten Zeit nicht mehr vorgekommen. Denn, um an die Stahlgewölbe zu gelangen, müßte fich jemand unsichtbar machen oder heren lönnen. Bon außen und von den Bant räumen her würde ein Einbruch nur unter Aufwand schwerer Werkzeuge und Apparate möglich fein und der dadurch vers ursachte gewaltige Lärm würde unfehlbar die Wächter alarmieren, selbst wenn sie schlafen sollten. Schwieriger ist dagegen der Schutz der Geldschränke in großen industriellen Betrieben, Geschäften und dieser Lokale selbst. Die Anbringung elektrischer Alarmvorrichtungen, die beim Betreten des Raumes Beichen an den Wächter oder Besizer geben, hilft nicht viel, da die Einbrecher gewöhnlich diese Vorrichtungen vorher ausfundschaften und das Läutewerk unterbrechen oder abfangen. Ebenso problematisch ist die Einschaltung von Alarmschüssen. Die Kontrolle durch Wächter hat auch oft genug versagt, namentlich wenn die Einbrecher Gelegenheit fanden, von unbewohnten Nebenräumen aus in die zu bestehlenden Lokale zu gelangen, wie es vor einiger Zeit in einem großen Seidenstofflager in Berlin geschah. Die einzige Sicherheit wird auch hier nur der Bau der Lokalitäten bieten. Es ist ziemlich einfach, eine Decke in einem der alten Gebäude zu durchsägen, um in den darüber oder darunter befindlichen Raum zu gelangen. Nur starte Gewölbe bieten dagegen Schutz und die Baumeister find genötigt, bei der Aufführung neuer Fabriks oder Industriegebäude hierauf weiteste Rücksicht zu nehmen. Leider wird gegen diese Forderung oft genug aus Billiateitsaründen ge Die höchste Auszeichnung der Grand Prix wurde den auf der Weltausstellung Mailand 1906 ausgestellten GritznerNähmaschinen zuerkannt. Ein neuer Beweis der Ueberlegenheit dieses Fabrikats. 1 Millionen im Gebrauch! Generalvertretung: Wilhelm Jung VIII. Klein- Linden- Giessen. Kaffee!! eigener Röstung roh 0.85 gebrannt per Pfund Mr. 1.- bis Mr. 1.80 1.60 bei 5 Pfund: 5 Pfennig per Pfund billiger. Adolf Lehnhard Nachf., Gießen Telephon Nr. 337. sündigt und die Wände und Türen werden aus Berartrg leichtem Material ausgeführt, daß man sich nur wundern fann, wenn nicht mehr Einbrüche vorkommen. Der Schutz durch Wächter genügt nur dann, wenn mehrere Wächter an gestellt werden, denn bei den jetzt üblichen Miesengebäuden, in denen hunderte von Firmen zusammenwohnen, kann ein einziger Wächter unmöglich den ganzen Komplex ausreichend bewachen. Das wissen die Einbrecher sehr gut und es find in der legten Zeit oft genug Diebstähle gelungen, trotzdem ein Wächter im Hause war. Die Zufunft gehört daher der Stahlkammer und dem Gewölbebau, der auch gegen Feuers gefahr ausreichenderen Schutz bietet. L Julius. = = Vermischtes. Verein der Ehefeindinnen. Einen neuen Verein mit eigenartigen Grundsägen will man in Leutenberg( Thüringen) gründen. Die Aufforderung dazu enthält ein Inserat im Leutenberger Kreisblatt, das wie folgt lautet: Welch edeldenkende Jungfrauen sind gesonnen, einen Verein Ewig ledig" mit ins Leben zu rufen? Anmeldungen unter Chiffre B. M. 38 poftlagernd." Die Jungfrauen von Leutenberg find, wie man mitteilt, aber alle so hübsch und lebenslustig, daß dieser Unkenruf nach dem Zölibat kaum Erfolg haben wird. Im Schlepptan. Der Postdampfer Martha Woermann", der unweit Conakry in Westafrika auf Grund gestoßen ist und dabei den Achtersteven gebrochen und das Ruder verloren hat, ist im Tau des an der westafrikanischen Küste stationierten Woermannschen Seeschleppers Karibib" im Hamburger Hafen eingetroffen. Der Karibib" hat die Martha Woermann" von Westafrika bis Hamburg geschleppt. Die Fahrt des vollbeladenen Dampfers im Schlepptau des Karibib" ging trog der verhältnismäßig weiten Reise ohne jeden Unfall von statten. Nach erfolgter Entlöschung der Ladung geht das havarierte Schiff nach einer Werft zur Reparatur. = " Ganz nach Newyorker Art. In Groß- Licherfelde find Dienstboten anscheinend noch seltener als weiße Raben. Darauf läßt folgendes Inserat schließen: Dienstmädchen- Ersatz. In Kleinem Haushalt wird für alle Hausarbeiten und zum Anlernen im Kochen ein recht ordentlicher, vernünftiger und häuslicher Mann, unverheiratet oder Witwer, gesucht. Sehr gute Behandlung und sehr gute Kost zugesichert. Männer, die schon etwas von der Küche verstehen, bevorzugt. Adr. mit Lohnanspruch usw. Was werden die Soldaten in Lichterfelde sagen, wenn an Stelle der Minna's und Riekens jetzt ein schnurrbärtiger ,, Küchendragoner" im Bereiche des Herdes schaltet und waltet. = Zwei Holzdiebe hatten in einem dem sächsischen Forstfistus gehörigen Walde Holz gestohlen, der eine für nur Trische- Dauerbrand- AmerikanerRegulierbeiz, Koch-, Hopewell- und Darmstädter Oefen in diversen Fabrikaten Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Verdampfschalen. Feuergeräteständer, Kohlenfüller, Koblenkasten, Koblenlöffel, Stocheisen, Ascheeimer, Mülleimer Wasch, Wring- und Mangelmaschinen, Dezimal-, Tafel- u. Wirtschaftswegen, Fleischhack, Reib- n. Meffervuhmaschinen, Vogelkäfige und Züchter: Utensilien, Fischereigeräte, Bürften, Besen und Türvorlagen, Kokosstricke, Flechtrohr, Raffiabast Werkzeuge, Beschläge, Eisenwaren, Kurzwaren, Solinger Stahlwaren, Waffen und Munition empfiehlt Edgar Borrmann, Giessen. Telefon 165 Eisenhandlung Neustadt 11 Heinr. Prescher Maasschuhmacherei u. BesohlAnstalt Sonnenftr. 5, am Kanzleiberg Gießen Schnelle Bedienung. Billigfte Preise Kohlenkasten Zuschneide. Roblenfüller Schule 22 Kohleneimer Ofenschirme empfiehlt Unterricht im Zuschneiden der und Feuergeräte Damen- und Kindergarderoben so wie Maßnehmen, Einrichten, Aufstecken und Garnieren erteilt nach leicht faßl. Methode Luise Weinhardt ausgeb. Lehrerin, Götheftr. 46 p. in bester Ware Ludw. Kröll Hand- und Küchen- Geräte- Magazin Beginnn meines Kursus täglich. Giessen, Plockstr. 10. 33. FREE ir st er 111 en 180 ng n. 7 Mark, der andere für 21 Mart. Die Sache kam vor Gericht und wie lautete das Urteil? Der Bauer Vogelsang, der für 7 Mark Holz gestohlen, wird wegen Forstdiebstahls zu 5 Wochen Gefängnis verurteilt, der Bauer Bitterlich, der für 21 Mark Holz gestohlen, erhielt wegen„ einfachen Diebstahls" nur eine Woche Gefängnis. Wenn das der ,, bescheidene Dieb", der Bauer Bogelsang hätte ahnen können, er hätte herzhafter zugegriffen. = Bech eines Zaschendiebes. Eine Pariser Blumenmacherin hatte dieser Tage im Tramwaywagen als Nachbar einen eleganten Herrn, an dessen Hand ein prachtvoller Brillantring funkelte. Als sie ausstieg, ging fie in eine Konditorei. Man kann sich die Ueberraschung denken, als fie in der Tasche statt ihres Bortemonnaies den- Ring ihres eleganten Nachbars fand. Das Kleinod, das einer Wert von mehr als 500 Francs hat, wurde von der Blumen macherin sofort auf der nächsten Polizeistation deponiert, wo fie auch ein genaues Signalement des Taschendiebes hinterließ. Dieser war ohne Frage indes zu der Ueberzeugung gekommen, daß er bei dem Tausche ein ziemlich schlechte Geschäft gemacht hatte. Denn in der Geldbörse der Blumen: macherin befanden sich nur zehn Francs. = == Irrfahrt eines Schiffbrüchigen. Am 9. Septembe. ging im Atlantischen Ozean ein amerikanischer Schooner unter, ein Mann der Besatzung wurde in diesen Tagen, 35 Meilen von Kap Fair und 100 Meilen von Charleston entfernt von dem dänischen Dampfer" Texas" aufgefischt. Als man ihn fand, war er 108 Stunden, auf einer Blanke fizend, im Wasser gewesen. Er zeigte noch Spuren von Leben, war aber vor Hunger und Erschöpfung bewußtlos und blieb in diesem Zustande noch zwei Tage lang. Der junge Mann ist vollständig hergestellt und schiffte sich nach seiner Ankunft in Kopenhagen sofort wieder nach Amerika ein. Echt amerikanisch. In Kentucky erschoß im vorigen Jahre ein Mann namens Herman einen Mittänzer, mit dem er wegen einer Tänzerin in Streit geraten war. Der Mörder floh, es gelang nicht, ihn zu finden. Ein Schwager des Er. schossenen gab aber nicht auf, nach ihm zu suchen. Schließ lich fand er Herman in Bristol in West- Virginia. Es gelang ihm und seinem Bruder, in demselben Hause Nachtquartier zu erhalten. Als der Mörder fich ins Bett gelegt hatte, stürzten fie fich auf ihn, um ihn zu fesseln. Herman schleuderte aber seine Angreifer von sich, riß einen Revolver unter dem Kopfrissen hervor, erschoß die beiden Brüder und floh sodann wieder. Es ist bisher nicht gelungen, den Mörder zu fassen Gut Lurch! Das ist wohl das originellste Pendant ju Gut Heil, Gut Kraft, Gut Holz! 2c. Der Görliger Berein Aquarium" hat jenes schöne Losungswort ,, erfunden." Er feierte sein zehnjähriges Stiftungsfest durch einen geselligen Festabend, verbunden mit Konzertvorträgen und Festansprache. Die lettere schloß der Lehrer Bartel mit einem ,, Gut Lurch!" auf den Verein. = = - Kinderfeindliche Hauswirte. Auf ein Wohnungsgesuch erhielt in Uelzen vor kurzem jemand eine Offerte, derzufolge eine größere Wohnung zum Preise von 500 Mark angeboten wurde, wenn nicht mehr als drei Kinder vorhanden seien; für jedes Kind mehr erhöhe fich der Preis um je 100 Mart! Mit Kind und Regel ist in Paris ein Rekrut namens Carlier eingerückt, der auf diese Art versuchte, vom Militärdienst loszukommen, da alle anderen Versuche mißglückt waren. Carlier fand sich in seiner Kaserne ein, doch nicht mit dem tleinen Junggesellentoffer, der seine paar Habseligkeiten enthielt, sondern mit einem Hundefuhrwert. Darauf waren die spärlichen, zerbrochenen Möbelstücke seiner Behausung gepackt. Zwei vier- und dreijährige Mädchen lagen auf Strohmatrahen und die Mutter mit noch drei fleinen, fadenscheinig gekleideten Wesen trottete neben dem Wagen her. Carlier fezte auseinander, daß alle diese sechs Geliebten seines Herzens zuFünftig darben müßten, wenn man ihn in den bunten Rod steckte. Diesen Worten wurde keine Aufmerksamkeit geschenft. Die Nameraden spürten jedoch ein menschliches Rühren und brachten für die Familie des Refruten schnell ein ganz an ständiges Sümmchen zusammen. == = Ein originelles Wettrennen hat man in Paris organisiert. Eine Preisfahrt zum Obelisten von Suresnes, ausgerüstet von allen den Vehikeln, die als Vorläufer des heutigen Fahrrades zu betrachten sind. Und was beteiligte sich an diesem Rennen? Alle möglichen Vehikel: die Draisine ohne Pedale, hölzerne Velozipede mit schwerfälligen Kurbeln, die Räder mit den ersten Vollgummireifen. Hochräder, Dreiräder, Räder mit Hand- und Hebelbetrieb, Einräder im ganzen an die Hundert. Alles von einer ehrwürdigen Staubund Rostschicht bedeckt, ein lebendes Bild der Geschichte des Fahrrades. Ein Pistolenschuß gab das Zeichen zur Abfahrt. Mit einem furchtbaren Gerassel setzte sich all das alte Eisen in Bewegung. Die Zuschauer jubelten, schrieen und brüllten vor Vergnügen über dies unglaublich groteske Wettrennen. Die Rache des Tanzprofessors. In einer Brooklyner Zeitung erschien dieser Tage folgendes Inserat, das ein Professor der Tanzkunst, Mstr. Leich, erlassen hatte: Zu vermieten ein Haus mit 9 Zimmern und Bad an eine farbige Familie. Je größer die Familie ist, desto niedriger der Mietspreis. Nachzufragen usw." Man tann sich vorstellen, wie das Be fanntwerden dieser Anzeige auf die davon betroffene Nachbar. schaft wirkte. Das Einschlagen einer mit Dynamit gefüllten Bombe hätte sicherlich feine kräftigere Wirkung ausüben fönnen! Sobald Negerfamilien in einem Häuserblock sich niederlassen, verliert er sofort ganz enorm an Wert, denn eine Massenauswanderung der weißen Bewohner ist dann ganz selbstverständlich. Wenn Spekulanten sich in den Besiz ganzer Quartiere Newyorks sehen wollen, so greifen sie zu dem gleichen Mittel, und sie haben damit noch immer den gewünschten Erfolg erzielt. Professor Leich gibt zur Recht. fertigung seines schwarzen" Rachewerks an, die Nachbarn hätten seine Mutter zu Tode geärgert, seine bessere Hälfte " geschnitten" und ihm überdies boshafte.weise allerlei Schmuz ins Haus geworfen. - Das gesunkene französische Unterseeboot ,, Lutin" Tonnte bis jetzt, trop angestrengtester Arbeit, nicht gehoben werden, somit ist jede Hoffnung entschwunden, die Besatzung zu retten. Die Aushilfsschiffe des britischen Geschwaders Implacable," Carnarvon" und Albatros" find unter vollem Dampf nach Biserta abgingen. Auf ihnen befand sich der Unterseebootoffizier Leutnant Moreton mit Tauchern und Taucherapparaten, der sofort nach Eintreffen in Aktion treten wird. Die französischen Taucher fonnten bisher nichts ausrichten, weil sie nur bis zu einer Tiefe von 20 Metern gelangten, das gesunkene Boot liegt aber 40 Meter unter dem Meeresspiegel. = - Wieviel sind einige"? Eine nette Bismard- Anekdote erzählt der General v. Jsing, der Kommandant des Berliner Zeughauses aus den Tagen kurz nach dem Kriege 1870. Was verstehen Sie unter, einige'?" mit diesen Worten trat Bismard bald nach dem Einzng der fiegreichen Truppen in Berlin eines Tages an den alten Haudegen heran, einige, das find doch 3 oder 4, nicht wahr?" Ja nun, Exzellenz, das können auch 5 bis 6 sein," meinte der Gefragte. Na schön," erwiderte Bismard, ich wollte Sie bloß vorher mal fragen, Seine Majestät sagte mir nämlich, ich sollte mir einige von den französischen Geschüßen für meinen Park in Schön. hausen geben lassen, wollen Sie die Güte haben, mtr sechs bereit zu stellen?" Was wollte der General machen, der gewiegte Diplomat hatte ihm mit seiner schlauen Frage die Verantwortung für die Zahl zugeschoben, und es blieb nichts übrig, als ihm die Kanonen in der gewünschten Anzahl auszufolgen. == - Ein Mormone als Barlamentarier. In das dänische Parlament dürfte demnächst ein„ Heiliger der letzten Tage" seinen Einzug halten. Der von der Sozialdemokratie für den von ihr gänzlich beherrschten Landkreis der jütischen Hauptstadt Aarhus aufgestellte Maschinenarbeiter Samuelsen ist ein Angehöriger dieser Sekte, die überhaupt in Nordeuropa noch immer vielen Bulauf finden. Ein geseßliches Hindernis steht 724309 wenigstens in Dänemark einer solchen Wahl nicht entgegen, und somit wird wohl demnächst das Kopenhagener Bolt thing einen Mormonen als Mitglied aufweisen. ====Der wahnsinnige König von Anam ist von den fran zösischen Behörden in seinem Palast gefangen gesetzt worden. Ueber die von ihm verübten Greueltaten werden haar ftraubende Einzelheiten berichtet. Unter anderem soll er eine seiner Frauen getötet, die Leiche in Del getaucht und dann feiner Umgebung vorgesetzt haben. Er soll die Mitglieder feiner Umgebung bei Todesstrafe gezwungen haben, die Leiche zu verzehren. Eine andere Frau aus seinem Harem wurde Tigern vorgeworfen, andere wieder mit glühenden Zangen gepeinigt. Die franzöfifchen Behörden haben die Frauen des Königs in Freiheit gesezt. = Verhängnisvoller Jertum. Ein Kaufmann Berillon hatte mit großem Bomp seine Hochzeit gefeiert, war dann nach seinem neuen Heim gefahren und letterte in dem Hause anstatt vier Treppen hoch, in die fünfte Etage. Das junge Ehepaar betrat ahnungslos eine fremde Wohnung. Als beren Inhaber Bärm hörte, glaubte er, Einbrecher hätten ihm einen Besuch abgestattet und gab mit dem Rufe: Bur Hilfe Diebe!" mehrere Schüsse aus einem Revolver ab Der junge Ehemann wurde an der Schulter getroffen und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. = O alte Burschenherrlichkeit... Der Senat der Universität Chicago hat verfügt, daß Studenten und Studentinnen vom laufenden Semester angefangen nicht mehr gemeinsam die Vorlesungen besuchen dürfen, sondern daß fnftig separate Vorlesungen für beide Geschlechter abgehalten werden sollen. Diese Verfügung entspringt, wie der Rettor der Universität zugibt, dem Wunsche der Universitätsbehörden, den Studenten mehr Ernst beizubringen. Der Landwirt. gd. Wiesenpflege im Herbst. Nach der Grummeternte bedürfen die Wiesen der Düngung. Die Herbstregen maschen Felder, Kanäle, Gossen und Wege aus und führen den Bächen fruchtbaren Schlamm zu. Wird dieser durch ausgiebige Wiesenbewässerung ausgenußt, so zeigt das Wiesenland gar bald durch seine dunkle Farbe an, daß es die erforderliche Düngung erhalten hat. Die Grasnarbe wird dichter und die Herbstzeitlose und andere Unkräuter verschwinden in der Folge Außerdem werden die Mäuse aus den Wiesen vertrieben. Wem also das Wasser zur Herbstbewässerung zur Verfügung steht, der begeht einen schweren Fehler, wenn er trotzdem diese unter: läßt. Selbst da, wo nur helles Wasser vorhanden ist, dars diese Maßregel nicht unterlassen werden, denn sie ist der bei weitem wichtigste Teil der Wiesenpflege. Freilich muj auch die Herbstbewässerung in der rechten Weise ausgeführt werden, wenn sie ihren Zwed erfüllen soll. Unter Um ständen vermag fie sonst dem Wiesenlande sogar Nachteil zu bringen. Die erste Forderung ist die, daß man mit der Bewässerung so früh als angängig beginne. Aus diesem Grunde sollte die Herbstweide auf Wiesen unterbleiben oder doch nach Möglichkeit eingeschränkt werden. Bei geringem Gefälle muß besonders sorgfältig gewässert werden. Nach einigen Tagen der Bewässerung muß eine entsprechende Pause eintreten; namentlich schlammiges Wasser darf auf solchen Wiesen nicht zu lange stehen bleiben. Bei Wiesen mit starfem Gefälle braucht man weniger Vorsicht walten zu lassen. Aus leichtem Boden wird stärker und andauernd gewässert, als auj Tonboden. Wie auf ein zeitiges Beginnen der Bewässerung, so ist auch auf eine rechtzeitige Trockenlegung der Wiese Be dacht zu nehmen. Eisbildung muß auf dem Wiesenlande möglichst verhindert werden. Auch mittelmäßige und selbst geringere Wiesen können durch eine regelmäßige und fachgemäß ausgeführte Herbstbewässerung auf eine hohe Ertragsfähigkeit gebracht werden, wenn damit eine gute Kultur und Pflege pt Hand in Hand geht. Neu aufgenommen: Herren- Hüte Stets das Modernste. Lebensgrosses Porträt Brustbild nach jeder Photographie vergrössert. Echte Kreidezeichnung. Grösse 45 x 55 cm. Aehnlichkeit garantiert. Für nur 95 = 1º 1th Mark liefere ich reklamehalber für diesen Monat an jedermann gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages. Jeder 50te Besteller erhält gratis hocheleganten Goldrahmen Nur nachweislicher Abschluss von 50.000 Porträts ermöglicht dieses Angebot. Niemand versäume diese Gelegenheit und sende umgehend Photographie mit deutlicher Adresse an Grand Institut pour reproduktion Hugo Weis Frankfurt a. M., Kronprinzenstrasse 54. CO STOLLWERCK D- S- V- · C? Billigste Preise. ہی Wilh. Wirsig Seltersweg 8= Spezialhaus für Seltersweg 8. 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