Rr. 194 baltion u.Haupterbebition: Giegen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Montag, den 20. August 1906 Gießener 15. Jahrgang € Gratisbellagen: Oberbeffifche Familienzeitung( und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Nenelle Nachrichten ( Sießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheiten Die Abwehr der Streikfchäden. Die jüngsten Lohnfämpfe im deutschen Buchbindergewerbe, die Ausstände auf der Hütte Rote Erde" bei Aachen und im Tertilbezirk Forst i. d. L. geben wieder ernste Veranlaffung, gegenüber den andauernden Schädigungen durch bie Kämpfe zwischen den Arbeitgebern und-Nehmern auf Abhilfe zu finnen. Im vergangenen Jahr haben wir in Deutschland 2448 Streits und 263 Aussperrungen in 18 000 Betrieben mit ungefähr 900 000 Arbeitern gehabt. Zieht man die Familien mit inbetracht, so kann man sagen, daß etwa 4 Millionen Einwohner des Reichs an den Streits des vergangenen Jahres unmittelbar beteiligt gewesen find, d. h. unter ihnen gelitten haben. Wie groß der von den Streits angerichtete materielle Schaden gewesen ist, ließe sich mit einiger Genauigkeit erst Berechnen, wenn man die Dauer jedes einzelnen Streiks, der Arbeitslohn- Ausfall in jedem einzelnen Fall erkundete. Unter allen Umständen handelt es sich im Ganzen um den Verlust einer Riesensumme. Welchen Anteil an dem Verlust auf die Arbeitgeber, welcher Anteil auf die Arbeitnehmer entfällt, oh Lohnfürzungen jenen, oder Lohnerhöhungen diesen eine Art Erfolg gebracht haben, ändert an dem Gesamtergebnis nichts, bedingt nur eine Verschiebung in dem Anteil an der Einbuße. Da alle Streits ein Ende gefunden haben, sei es durch eine neue Lohnvereinbarung, sei es durch Bestätigung des alten Lohnes, so ist offenbar, daß man jenen vollen Verlust an Nationalvermögen gespart hätte, wenn die Möglichkeit vorhanden und genügt worden märe, die Streits überhaupt zu vermeiden, indem man zu gütlicher Vereinbarung sich entschließt, ehe man im wirtschaftlichen Kampf die Kräfte vers geudete. Dabei ist der moralische Gewinn ungerechnet, der Sarin gelegen hätte, daß man die Verbitterung verhütete, die immer mit Streits verbunden ist. Solche Möglichkeit bot bisher schon das Gewerbegericht. Es hat sich aber in der Praris gezeigt, daß die Struktur des Gewerbegerichts es zur Uebernahme eines Schiedsamts in allgemeinen Lohnfragen wenig geeignet macht. Nur in 96 von den 2711 Streitfällen des bergangenen Jahres ist das Gewerbegericht angerufen worden. Das ist ein so geringer Prozentsaß, daß man beinabe gezwungen ist, an andere Mittel zur Abwehr der in Rede stehenden Schädigungen zu denken. - - Im vorigen Jahr hat man ein solches Mittel beinahe zufallsweise gefunden. Im Baugewerbe des Bezirks Essen war eine Streitigkeit ausgebrochen. Die Streitigkeit wurde geschlichtet. Das geschah in so befriedigender, vorbildlicher Weise, daß man das Einigungsamt, das man für einen einzelnen Fall geschaffen hatte, zu einem dauernden Friedensinstitut ausgestaltete, das mit weitreichender Organisation versehen wurde. Die Aussperrung der Maurer, Zimmerleute und Bauarbeiter im Bezirk Essen hatte schon geraume Zeit gewährt, als die in Essen bestehende soziale Kommission unter Vorsiz eines Beigeordneten der Stadt, die Vertreter der beiden streitenden Parteien zu einer Vermittlungsverhandlung einlud. Der Direktor eines Unternehmens und ein Arbeitersekretär wurden zugezogen. Das nicht leicht erreichte Ergebnis war die Feststellung eines Arbeitsvertrages, zunächst für einzelne Teile des Baugewerbes, mit Giltigkeit für das ganze rheinisch- westfälische Industriegebiet. Die Vermittlungskommission wurde zu einem Einigungsamt gemacht, das in den einzelnen Lohngebieten örtliche Schlichtungskommissionen einsetzte, die nach Kreisen und Städten von den Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewählt werden und ehrenamtlich tätig sind. Diese Schlichtungskommissionen bilden gewissermaßen die erste Instanz. Gelingt ihnen die Herstellung einer Vereins barung nicht, so geht die Sache an das Einigungsamt in Essen. Der Erfolg der Einrichtung war derartig, daß das Essener Amt Lohntarife für weitere Zweige des Baugewerbes und auch für andere Gewerbe vereinbaren konnte. Der Zudrang war fast übergroß. Was in Essen gelungen ist, das kann auch andermärts gelingen. Gewiß haben sich in Essen besonders tüchtige und geeignete Personen für das soziale Werk gefunden. Aber nichts berechtigt zu der Vermutung, daß es anderwärts ar gleich tüchtigen und gleich geeigneten Personen fehlen würde. Das Vorbild ist da; es handelt sich nur darum, die bereits bewährten Einrichtungen zu übertragen, wobei örtliche Besonderheiten recht wohl berücksichtigt werden können. Der Nußen, sowohl in materieller Hinsicht, wie in Hinsicht auf die Erhaltung und Festigung des sozialen Friedens, ist so offenfichtlich, daß alle Parteien( worunter wir nicht die politischen Parteien verstehen) wünschen müsser, ihn tunlichst zu verallgemeinern. - Arbeitgeber und Arbeiter find an solchen Schlichtungsfommissionen und Einigungsämtern gleichmäßig interessiert. Sie brauchen nur guten Willen zu haben und der fehlt ihnen nicht sowic das Selbstvertrauen, daß sie aus hwieriger Lage schon einen Ausweg finden werden. In Essen war der Wille vorhanden, und der Weg hat sich gezeigt. Anderwärts braucht es nicht anders zu sein. Politifche Rundfchau. Deutsches Reich. * Die Aussichten für das Zustandekommen einer Betriebsmittelgemeinschaft auf den deutschen Eisenbahnen find zurzeit feine besonders günstigen. In der bayerischen Kammer oer Reichsräte hielt der Verkehrsminister Dr. Frauendorfer eine Rede zum Eisenbahnetat, aus der hervorging, daß Bayern höchstenfalls nur geringe über eine Güterwagengemeinschaft hinausgehende Konzessionen machen will. Auch an eine allgemeine Einführung der vierten Wagenklasse in Bayern denkt der Minister nicht. Nur für die Pfalz kommt die vierte Klasse in Betracht. Nach Erledigung des Etats wurden - die beiden Kammern des bayerischen Landtags vertagt. * Zur Frage des Rücktritts des Herrn v. Podbielski ist eine definitive Stellungnahme der Krone bisher nicht erfolgt. Augenscheinlich bedürfen noch einige Punkte der Aufklärung. Halbamtlich verlautet dazu: Der Reichskanzler hatte bereits von Norderney aus den Herrn Landwirtschaftsminister zu einer Aeußerung über die in letzter Zeit vielfach erörterte Beteiligung des Herrn Ministers an den Geschäften der Firma Tippelskirch aufge= fordert. Hierauf ist von Exzellenz von Podbielski eine eingehende Antwort erfolgt, in welcher der Herr Minister am Schluß gebeten hat, seinen Wunsch nach Entlassung aus dem Staatsdienste an Allerhöchster Stelle zu unterbreiten. Danach dürfte die Lösung der Frage nahe bevorstehen. Rufsland. ** Wie Stolypin bestimmt erklärt hat, sollen die Dumawahlen noch im Laufe dieses Jahres, wahrscheinlich im November stattfinden. Die ** Die Lage im Lande ist wenig verändert. revolutionäre Kampfpartei arbeitet mit allen Mitteln gegen die Machthaber; sie hat u. a. General Kaulbars ein neues Todesurteil zugestellt und mehrere gelungene Raubanfälle in Nischni- Nowgorod und Moskau inszeniert. In letzterer Stadt wurde von der Polizei ein Bombenlager entdeckt, der Inhaber des betreffenden Hauses war jedoch vorher geflüchtet. ** Das Kriegsgericht hat in dem Prozeß gegen die Menterer vom ,, Pamjat azowa" von Todesurteilen abgesehen, 12 Matrosen zu Zwangsarbeit von 6 bis 10 Jahren und 13 zur Versehung in eine Strafabteilung verurteilt. 34 Angeklagte sind freigesprochen, drei Zivilisten den Zivilgerichten überwiesen worden. Spanien. ** König Alfons von Spanien machte, wie berichtet wird, bei dem Besuch eines Freiwilligenlagers in der Unterhaltung Angaben über das Attentat am Hochzeitstage.: s den Bemerkungen des Königs ging hervor, daß die vollen Tatsachen des Anschlags nicht bekannt geworden sind. Alfons XIII. wurde, wie er erzählte, selbst von einem Splitter der Bombe an der Brust getroffen und hat eine Wunde erhalten, deren Spuren er mit fich ins Grab nehmen dürfte. Er habe das Bukett fallen sehen, doch geglaubt, es sei nur ein Hochzeitsgeschenk. Als er sich von der Erschütterung erholte, habe er 16 Leute tot am Boden gesehen. Kleine politifche Nachrichten. Leipzig, 19. August. Die in Rußland festgenommenen früher in Deutschland tätigen sozialdemokratischen Agitatoren Parvus( Dr. Helphand) und Leo Deutsch find für drei Jahre nach Sibirien verschickt worden. Beide find russische Staatsangehörige. München, 18. August. Die Beisetzung des Staatsministers Frhrn. v. Riedel ist hier unter gewaltiger Beteiligung der Bevölkerung vor sich gegangen. Kirchenrat Veit pries in seiner Gedächtnisrede die Treue und Demut des Heimgegangenen. Kopenhagen, 18. August. Ein Komitee von zwölf englischen und dänischen Großfinanziers plant den Bau eines Südkanals von der Ost- zur Nordsee, für den Fall, daß der Kaiser- Wilhelm- Kanal von der deutschen Regierung gesperrt wird. Belgrad, 19. August. Der englische Gesandte Whitehead ist endlich hier angelangt, nachdem volle drei Jahre die diplomatischen Beziehungen zwischen England und Serbien unterbrochen waren. Newyork, 19. August. Streifende Arbeiter warfen in Buens Aires nach dem Staatssekretär Root mit Steinen und verlegten den Ackerbauminister Torino. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser wird sich am 13. September nach Beendigung des diesjährigen Kaisermanövers zu einem Besuche bei dem Herzogspaar Ernst Günther von Schleswig- Holstein nach Primkenau begeben. Die Mutter der deutschen Kronprinzessin, Großherzogin- Witwe Anastasia von MecklenburgSchwerin weilt seit dem 18. d. M. in Berlin, wo sie seit der Hochzeit des Kronprinzen nicht mehr gewesen ist. Vermutlich wird sie an der Tauffestlichkeit teilnehmen. *** Die Fürstin zu Dohna- Schlobitten is gestorben. Der Fürst ist Mitglied des Reichstages und des preußischen Herrenhauses. Soziales Leben. bis Vom 4. X Kongreß für Wohnungshygiene. 12. September findet in Genf der internationale Kongreß für Wohnungshygiene statt. Die meisten europäischen Staaten und größeren Städte werden offizielle Delegierte entsenden, Deutschland u. a. den Professor von Behring, den Präsidenten des Kaiserlichen Gesundheitsamtes Bumm und den Generalstabsarzt der preußischen Armee Schjerning. Prof. von Behring wird über Tuberkulose sprechen. X Zusammenstoß zwischen Streikenden und Arbeitswilligen. In Nürnberg schoß ein von Ausständischen be drängter Arbeitswilliger mit einem Revolver auf seine Verfolger. Ein 29 jähriger Schlosser wurde dreimal getroffen und schwerverlett ins Krankenhaus gebracht. Der Täter wurde verhaftet. Das Erdbeben in Südamerika. Neber Nacht hat eine Katastrophe, noch furchtbarer fast als jene von San Franzisko, Valparaiso, das blühende ,, Tal des Paradieses" in Chile und einen Teil Argentiniens heimgesucht. In wenigen Stunden sind die Früchte jahrelanger Arbeit vernichtet, ragende Paläste in Schutt verwandelt, hunderte von Menschenleben dem Verderben geweiht worden. Valparaisos Heimsnchung. Die Hälfte der blühenden Hafenstadt liegt in Trümmern. Gegen 8 Uhr abends nach dortiger Zeit, also etwa um 2 Uhr nachts mitteleuropäischer Rechnung, muß der Hauptstoß erfolgt sein, der auch auf den englischen und deutschen Erdbebenwarten beobachtet worden ist. Dem Hauptbeben folgten dann noch stundenlange Nachbewegungen, die weit heftiger waren, als jene in San Franzisfo. Die Wirkung der Stöße war ungeheuer. In den von Menschen überfüllten Theatern und Restaurants brach eine Panik aus. In dem allgemeinen Gedränge der Besucher, die nach den Ausgängen strebten, spielten sich entsetzliche Szenen ab. Während reihenweise in den Straßen Häuser einstürzten und zahlreiche Bewohner unter sich begruben, brachen an verschiedenen Stellen Feuersbrünste aus, die den Schrecken noch vermehrten. In einem Salpeterbergert nahe der Stadt fand eine Explosion statt, die hunderte von Bergleuten tötete und schwer verletzte. Die Telegraphenlinien in der Stadt und nach den anderen Plägen wurden durch das Erdbeben mehrfach unterbrochen. Die Beamten flohen entsetzt aus den Bureaus, um nicht unter den stürzenden Trümmern begraben zu werden. Schutt und Flammen sperrten die Straßen und hinderten jede Bewegung. Unter den zerstörten Häusern befinden sich die meisten Geschäftsund Lagerhäuser, sowie zahlreiche Banken. Das Gebäude der Deutsch- Ueberseeischen Bant ist teilweise beschädigt, von den Beamten jedoch niemand verletzt worden. Der Bericht von Augenzeugen. Ueber den Eindruck der Katastrophe berichten Augenzeugen nach den jetzt vorliegenden telegraphischen Meldungen Folgendes: Es haben zwei deutlich von einander unterschiedene furchtbare Stöße stattgefunden, deren zweiter fast unmittelbar auf den ersten folgte und das Werk der Zerstörung voйendete. Die ganze Stadt schien plötzlich rückwärts und vorwärts zu schwingen, dann folgte ein plöglicher Ruck von so ungeheurer Gewalt, daß ganze Reihen von Häusern in wenigen Sekunden zusammenstürzten. Unmittelbar darauf brach im Geschäftsviertel Feuer aus, und noch in der Nacht zum Freitag gaben Flammen im Bella vista- Viertel davon Kunde, daß auch dieser Stadtteil dem Untergang geweiht mar. Jr ber Umgebung der Stadt ereigneten sich viele Erdrutschungen. Der Umfang der Katastrophe ist noch nicht abzusehen. Die Bevölkerung ist derart in Schrecken versetzt, daß die Unverwundeten kaum im Stande sind, der Verletzten Hilfe zu leisten oder an Rettungs- und Löscharbeiten zu denken. Ueberdies scheint ganz Chile von dem Erdbeben heimgesucht worden zu sein. Das Ausbleiben son Nachrichten aus Santiago, der Hauptstadt des Landes, läßt auch für diesen Ort Schlimmes befürchten. Stark be= schädigt und teilweise zerstört find ferner Santa Rosa, Andes und die argentinische Stadt Mendoza. Dagegen ist Iquique verschont geblieben. Valparaiso wie es war. Valparaiso( zu deutsch: Paradiestal) liegt an der gleichnamigen Bucht, am Fuße der bis zu mehr als 7000 Metern ansteigenden Anden. Seiner wunderbaren Lage am grünen Hügel, an den es angesichts der Schneegipfel und der Wogen des Ozeans terrassenartig angelehnt ist, verdankt es den Namen. Seit 1540 entdeckt, war es noch Anfang des 19. Jahrhunderts ein unbedeutender Ort mit 2000 Ginwohnern, heute ist es ein Welthafen, den über 150 000 Seelen bevölkern, darunter fast 3000 Deutsche. Am meisten heimgesucht ist das Stadtviertel Almendral, dessen prächtigen Straßen, besonders der Calle Bellavista, Calle de Blanco, De Condell, De Esmeralda und der Avenida de las delicias die besten Wohnhäuser und Geschäftspaläste standen. Das Hafenviertel, el Puerto, das mit engen frummen Straßen von den ausgedehnten Quais steil ansteigt, scheint weniger gelitten zu haben. Auch find die Schiffe im Hafen unverlegt geblieben. Der Teil der Stadt, der nur von Eingeborenen bewohnt wird, hat meist Holzhäuser, die allerdings Erdbeben stand. 11 Die bole Schwiegermutter. Qumoristische ten Heim und einer blondlockigen Fee, von bersalzenen fobald ihn ein holder Traum von einem finnig ausgestatte= Sie war das Gespenst, das drohend vor ihm aufstieg, Stizze von Auguste Werner Suppen und füfic: des jungen Ehemannes einſpielte. Am stürme ernteten. reizend verlaufenen Abends zu ihrem Partner, am nächsten ten mit einer so auffallenden Natürlichkeit, daß sie Beifallssemble der Reſſource nicht sonderlich auffiel, beide aber spielabend versprachen sich zwar beide einigemale, was im EnHerr Falf," sagte Susi am Schluß des AufführungsBereinaghend feltene Ereignis. Die älter Dame auf Herrn Falts Seite auseinandergegangene Umhüllung der Wurstwaren. sämtliche Pakete herabzuholen und zur erneuten und festechem eine Menge Pafete aufgetürmt lagen, zu oberst die Es blieb Falk nichts übrig, als hilfreich beizuspringen, stand händeringend da und sah zu dem Neß hinauf, in wel halten können, aber nicht dem Feuer. Das Europäerviertel weist dagegen eine Reihe stattlicher Gebäude, Kirchen, Monumente, Theater c. auf, und besonders gten unter ihnen die Warenspeicher hervor, die einen Hauptteil Valparaisos als Hafenstadt bildeten. Der Verkehr im Hafen ist ein erheblicher. Gewaltige Massen von Baumwolle, Webwaren, Modeartikeln, Eisenwaren und Maschinen werden über Valparaiso nach Chile eingeführt, andererseits hat der Platz eine bedeutende Ausfuhr von Salpeter, Guano, Kupfer, Wolle und hauptsächlich Weizen, von dem Deutschland, Frankreich, England und die Vereinigten Staaten rege Abnehmer sind. Entsprechend dem Hafenverkehr ist auch die städtische Industrie, das Bankund Versicherungswesen sehr ausgedehnt. Ein großer Teil deutschen Kapitals ist in Valparaiso angelegt und schon darum nehmen auch wir regen Anteil an dem Unglück, das die Stadt betroffen hat. Nab und fern. † Fleischskandal in Stettin. Ziemliche Erregung hat in Stettin die Beschlagnahme von 90 bis 100 Bentnern ver borbener Zervelatwurst in der Wurstfabrik Dittmer hervor. gerufen. Die Fabrit selbst hatte vorher schon 40 Zentner nicht mehr gebrauchsfähige Wurst der Abdeckerei zugeführt. Es ist festgestellt worden, daß das von der Firma auf Stettiner und Berliner Schlachthöfen zur Wurstverarbeitung in so großen Quantitäten angetaufte Fleisch von ihr nicht sofort berarbeitet werden konnte und während der Hize natürlich schlecht wurde. Dazu kommt noch, daß die Fleischgerät schaften nicht gereinigt wurden und am nächsten Tage so benutzt wurden, wie sie vom vorhergehenden Tage liegen geblieben waren. Da die Knochen mehrere Tage nicht weg geschafft wurden, bildeten sich Maden, die ihren Weg auf die Hackblöcke der Fleischergesellen fanden. Bis vor wenigen Wochen hatte die Fabrik einen wöchentlichen Umsatz von 120 000 Mart. Das gesamte Material der Untersuchung ist der Staatsanwaltschaft überwiesen worden. † Betrügerischer Lotterie- Kollekteur. Der aus Lübed gebürtige Lotteriekollekteur Gustav Heinrich Fischer in Altona ist verhaftet worden. Fischer hatte über 100 000 Prospekti der Königsberger Geldlotterie zur Freilegung des königlicher Schlosses in Königsberg in die Welt geschickt, mit der Auf forderung, 3 Mart 30 Pfennig für jedes Los einzusender und hat auf diese Weise zirka 30 000 Mark vereinnahmt Lose zur Lieferung hatte aber Fischer nicht. Die Zahl der Geschädigten beläuft sich auf mehr als tausend Personen. † Vom elektrischen Strom getötet. Ein Opfer seine Leichtsinns ist ein Arbeiter in Schwelm geworden. Er brüstet sich damit, die Starkstromleitung der Straßenbahn berührer zu wollen. Trotz des Einspruchs seiner Kameraden erklettert er den Mast, berührte den elektrischen Leitungsdraht uni stürzte, von dem 20 000 Volt starten Strom getötet, zur Erde † Durch Pilze vergiftet. In Lünen bei Dortmund er frankten eine Bergmannsfrau, ebenso deren fünfjährigei Mädchen und neunjähriger Knabe nach dem Genuß giftige Pilze; alle drei sind gestorben. † Durch ein ruchloses Bubenstück schwer verletzt wurd eine im Automobil fahrende Dame. Auf der Landstraß zwischen Durlach und Ettlingen bombardierten Knaben dat Automobil mit Steinen. Ein Stein traf die Dame so un glücklich, das die Gläser der Brille zersplitterten und di Glassplitter ihr ins Auge drangen. Die Schwerverletzte wurd in die Augenklinik nach Baden- Baden gebracht, wo ihr, un den Verlust des zweiten Auges zu verhindern, das verletzt Auge sofort herausgenommen werden mußte. Von dem jugendlichen Attentäter fehlt jede Spur. † Beim Zug- Zusammenstoß zermalmt. Auf der Lini Paris- Straßburg rollten infolge Versagens der Kuppelletti 21 Waggons nach der Station Revigny zu. Der Bremsei des letzten Wagens fonnte einen Zusammenstoß mit einer in Revigny haltenden Lokomotive nicht verhindern und wurd zermalmt. Der angerichtete Materialschaden ist sehr bedeutend + Seeräuber bei der Arbeit. Der britische Dampfei Kwanping ist am 15. August auf der Höhe von Kwai- tschu hau von dreißig verkleideten Passagieren geplündert worden Die Räuber eatfamen in zwei Booten. 6000 Taels find ihnen in die Hände gefallen, und zwanzig Personen, zum Teil Passagiere, zum Teil Mannschaften, von ihnen ver wundet worden. Bunte Tages- Chronik. Posen, 19. August. In dem Dorfe Waldheim be Wronke brannten neun Wohnhäuser und 18 Wirtschafts: gebäude nieder. 25 Familien find obdachlos. Eine Menge Vieh sowie die ganze Ernte wurde vernichtet. Niemand wai versichert. " jehr viel Staub wird diese neue Sensations- Affäre aufwirbeln und mancher dunklen Existenz unter den ,, Geldverleihern aus Gefälligkeit" wird dadurch ein schnelles Ende gemacht werden. Die gelddurstigen Agenten schröpften ihre Opfer in un: erhörtester Weise. Fälle, in denen 40-100 Prozent genommen wurden, gehören durchaus nicht zu den Seltenheiten. Es ist eine ganz besondere Spezies von Wechseln, diese ,, Kavalierwechsel". Solide Bankiers befassen fich nie mit solchen Ehrenscheinen, stets sind es Allerweltsagenten", Leute, die heute mit Brillanten, morgen mit Rennpferden und übermorgen in Terrains arbeiten", die gern Käufer von solchen Wechseln sind. Der Volksausdrud ,, Krawattenmacher" ist ungemein bezeichnend für das Treiben dieser Leute. Das arine Opfer, das, um die noble Lebensweise, die ihm notwendig erscheint, weiterführen zu können, erst einmal ,, quer: geschrieben" hat, fann sich den Klauen dieser Vampyre nicht mehr entwinden. Die Summen auf den Wechseln werden immer größer, das tatsächlich erhaltene Geld immer weniger, und immer näher rückt das Gespenst des blauen Briefes", wegen zu großer Schulden und so ziehen die Geldagenten, die Krawatte" immer enger zu, bis das Opfer ihrer Habsucht erwürgt ist. Unter den Geldverleihern, die in dem Prozeß sich zu verantworten haben werden, be findet sich auch ein Rechtsanwalt, und das ist doch auch eine Sensation. Die Bewucherten erhielten öfters gar kein Geld, sondern statt dessen die verschiedensten Waren, als: Uhren, Schmuck, Wein, Delgemälde, Fahrräder, Automobile, Pferde, Wagen, Brauereimaschinen. Die Offiziers: wechsel wurden in allen Kaffeehäusern angeboten, man ist förmlich mit den Scheinen, die die Namen bester Familien aus Bürger- und Aristokratenkreisen trugen, in schamlosester Weise haufieren gegangen. Zwei Offiziere find im Zeitraum bon nicht ganz zwei Jahren in Wechselverbindlichkeiten von über 600 000 Mark hineingeraten. In den Prozeß hinein Spielen auch Vorgänge in Monte Carlo und Ostende. Daß auch die Halbwelt mittelbar dabei beteiligt ist, erscheint bei der Lebensausfassung so mancher der in dem Prozeß als Angeklagte und als Zeugen Beteiligten nicht sehr verwunderlich. Auch in dieser Beziehung kann die kommende Verhandlung darüber Aufschluß bringen, wohin das Geld aus den Kavalierswechseln zum Teil gekommen ist. Frankfurt a. M., 19. August. Gegen den wegen be trügerischen Bankerotts in Untersuchungshaft genommenen Bauunternehmer Philipp Welter wurde das Verfahren wegen Giftmords eingeleitet. Welters erste Frau, die vor zwei Jahren plötzlich starb, soll vergiftet worden sein. Kölu, 18. August. Im Rheinland lehnen die Gastwirte die von den Brauereien geforderte Preiserhöhung ab und wollen eigene Brauereien gründen. Die Lage ist sehr kritisch. Weimar, 10. August. Ein Ausschuß, dem viele Persönlichkeiten aus literarischen und Bühnenkreisen angehören, be: absichtigt hier die Gründung einer deutschen Nationalbühne. Tetschen, 18. August. Im nahen Brunauberg erstach der Arbeiter Böhm aus politischem Haß den Tischlermeister Josef Reichelt. Der Täter wurde verhaftet. Junsbruck, 18. August. Der Oberlehrer Oberbed aus Aachen ist von der Weißen Spitze im Kaunser Tale abgestürzt und dabei umgekommen. Oberbeck hatte die Tour ohne Führer unternommen. Brüssel, 18. August. Die vor sieben Tagen beim Einturz eines Brunnens in Uccle verschütteten Arbeiter sind noch am Leben. Rettungsarbeiten sind sofort eingeleitet worden. In Wuchererbänden. ( Sonder- Bericht.) München, 18. August. Unser schönes München, das stolze Isar- Athen, dem vor wenigen Wochen Tausende deutscher Schüßenbrüder nach froh berlebten Tagen wehmutsvoll Valet sagten, steht augenblicklich im Zeichen der Sensationsprozesse. Zunächst find es die Dieuzer Spielerprozesse, in welche Angehörige des bayerischen Hochadels in unangenehmster Weise verwickelt sind, dann tommt ein aufsehenerregender Wucherprozeß an die Reihe. Nicht weniger als 19 Angeklagte, der prakt. Arzt Hofbrücke an ihrer Spizze, stehen unter der schweren Anklage der Bewucherung von Offizieren der biefiaen Garnison. Viel, - Die Voruntersuchung dürfte noch lange Zeit in Anspruch nehmen, da die einzelnen Fälle der Bewucherung weit verzweigt sind, und es schwierig ist, alle diese wenig sauberen Machinationen der Geldverleiher genügend zu klären, um Flare Schuldbeweise zu Tage zu fördern. Erfreuliches wird in dem Prozeß nicht zur Sprache kommen, doch wenn dadurch erreicht wird, daß in den Kreisen, die daran interessiert sind, etwas mehr Klarheit geschaffen wird über das Treiben der Wucherer und Halsabschneider, dann hat auch dieses Schlechte sein Gutes gehabt, indem es als warnendes Beispiel diente. R. F. Jn des Königs Rock. Heitere Bilder aus der Mappe eines deutschen Soldaten. II. Mitten in der ,, Ferienkolonie." Ein deutscher Abgeordneter hat einmal das Soldatenleben etne große Ferienfolonte genannt, ein Ausdruck, der nur zur Hälfte past, da es für den Soldaten leine Ferien gibt. Außer bem erfordert die Kolonie, daß man ein Gramen besteht, ehe man fut thr nähern darf. Die Ferienkolonie aber heißt Stompagnie," und das Examen Refrutenbesichtigung. - Lektionen zu dem Bildungsgrad der Refruten verhält, be direkt vom Heimatlichen Schafweideplatz in die Kaserne g steckt werden. Dazu kommen dann noch die Sefruten ar den Gegenden Deutschlands, in denen die deutsche Sprace wohl amtlich angeordnet ist, aber von den Einwohnern nich angewendet wird. Bei solchen Leuten ist es nichts auges gewöhnliches, daß sie den siebenjährigen Krieg vom Großa Kurfürsten gewinnen lassen; daß sie auf die Frage, wann die Wache ins Gewehr tritt, entgegnen ,, wenn vorbeigeht militärische Leiche." = Folgen der Bennig- Bofitarte Gehöhung des Orte Großftädten die Pri 16 1.3. das Poft Ortsporto auffam, n tellen. Sept blüht i wie die Reichspoft, Der Großftädte die b = Bor 100 Ja Gee der Mart, unte Befih über. Theodo triegerisches Gefchle 600 Morgen großen fauft; der Käufer, e- and einen richtigen 2000 Taler in laute Lieferungsscheinen Gheine von den Be und als es fich bei 1898 Taler feien, h als ob es nicht da Bugelegt und dabei ganze See damals bon dem was er je Weit angenehmer für den Soldaten sind die Wachtdienst. übungen, die das Kompagnieegerzieren zeitweise unterbrechen und die Vorübung für den Wachtdienst selbst bilder Am nächsten Tage steht dann Freund Muschko das erste Mal ,, vor Gewehr" an der Hauptwache; mit Sicherheit präsentiert er vor seinem Korporalschaftsführer, und vergißt, wenn die Ronde kommt ,,, Rrraus" zu rufen. Muschko hat aber Glüt man nimmt ihm seine Dummheit nicht besonders übel unt da heute der Einjährige mit auf Wache ist und das übliche Faß Bier aufgelegt hat, freut sich unser Jüngling auf die Ablösung, damit er auch seinen Teil erwischen kann. Das Wachtleben ist die einzige Zeit, die ein klein wenig an die Ferienkolonie erinnert. Zwei Stunden Posten stehen und dann vier Stunden mit Unterbrechungen nichts tun: sc schön hat's der Musketier in der Kompagnie sonst nicht. Ga gibt sogar Leute, die auf Posten im Stehen angenehm ,, dösen"; aber Schlafen ist verboten und wird mit mindesten 14 Tagen ,, Streng" geahndet. Zum großen Leidwesen der Musketiere währt aber auch eine Einjährigen- Tonne nicht ewiglich und ein Wachtdienst nur 24 Stunden. Dann steht die Kompagnie wieder auf dem weiten, sandigen Plazze vor der Stadt und die Stimme des Hauptmanns ertönt vielver sprechend: Glieder auseinanderziehen zum Detailererzieren!" Die Ferienfolonie beginnt wieder... Bum Unterschiede von sonstigen Prüfungen, die der Renich hier und da bestehen muß, kommt es bei dieser hier nicht darauf an, ob er sie besteht oder nicht. Der Rekrut besteht sie meistens nicht, denn in jedem Jahre müssen die Ausbildenden, Offiziere und Unteroffiziere, mit anhören, daß ibre Mekruten die untüchtigsten, dämlichsten find, die es je gegeben hat. Aber das hat nichts zu bedeuten, sie werden doch in die Kompagnie versetzt. Schließlich ist ja das Kompagnie. egerzieren zum großen Teil nichts anderes, als der Refruten. drill. Hier wie dort werden, Griffe gekloppt," hier wie dort wird ,, langsamer Schritt" mit sieben Schritt Abstand geübt, ind wenn die Kompagnie in der Glut des Sommermorgens auf dem Exerzierplatz, der nur aus Staub besteht, in Gliedern auss einandergezogen wird, um ,, Detail zu ererzieren", dann fühli fich der Soldat in die schönsten Tage seines Rekrutendaseins zurückversetzt, und nicht ihm, sondern auch den Unteroffizieren eniringt sich manch banger Seufzer. Freilich, überließe man den Herren Soldaten zu tun, was sie wollen, sie würden am liebsten Klappendienst übernehmen, d. h. fie würden über. haupt nicht aufstehen. Das gibt es aber bei den Preußen" nicht wie mein Buzkamerad Schneidereit aus Schmalleningken sagt. Und deshalb wird egal weg ererziert. Zur Abwechseiung gib: es dann mittags, wenn man etwas müde und staubig nach Hause kommt, einen fleinen Appell mit fünften Hosen oder vierten Hemden, und wehe den Kerl", der etwa die vierte Hose und das fünfte Hemd mitbringt. Bekanntlich hat jeder deutsche Soldat Anspruch auf fünf Garnituren Kleidung und Ausrüstung. Da abe: zu befürchten ist, daß er sie nich sorgsam genug aufheben und die Sachen nach seinem Belieben tragen würde, so gibt man ihm immer nur das in die Hand, was er gerade braucht. Die anderen Sachen behält der Kammerunteroffizier in seinem Gewahrsam, und das ist wieder gut, denn es finden sich immer Leute, die man bei Be sichtigungen nicht gern vor dem General sehen läßt und darum auf Kammer" schickt, damit sie Stiefel zählen oder Tornisterriemen abstauben. Ein solcher Aspell is αίξο баз ein Extravergnügen, die Vorgesetzten den Wannschaften machen, denn den Vorgesetzten selbst ist es durchaus kein Bergnügen; sie müssen die oft nicht sehr appetitlich aussehenden, distreten Kleidungsstücke der He.ren Musketiere befehen, und hat man zufällig ein paar gedi gene Schmierfinfen bei der Kompagnie, dann kann einem bei dieser Besichtigung der Appetit auf ein Kasinofrühstück leicht ver gehen. 11 Nach dem Appell hält der Soldat sein Mittagsschläfchen denft mancher. Die Einrichtungen dieser Ferie.tolon: e geftaiten aber solchen Lugus noch nicht, denn auch nacht ttags mug eyerziert und geturnt werden, wenn nicht Instrut.ions. stunde angesetzt ist. Die lettere bildet seit Jahren das Hauptthema jämtlicher Wizblätter. In den Redaktionen dieser Zeitungen bemüht man sich frampshaft, unsinnige Fragen zu erdenken, die gestellt und blödsinnige Antworten, die gegeben sein könnten. Aber die Wirklichkeit ist bis: weilen viel witziger, als die Wigblätter. Was in diesen Stunden an unfreiwilligem Humor zu Tage gefördert wird, ist viel besser, als was unter dem Titel„ Kasernenhofblüten" in den Witzblättern rundum lauft. Man kann sich das leicht vorstellen, wenn man bedenkt, wie sich das Pensum der Militärinstruktionen nit ihren Vorschriften über Wacht- und Felddienst, über bonneurs und Patrouillenaana und ihren aeschichtlichen - Aus dem Gerichtsfaal. L. Julius. n Der Tag vo wurde von den fä Sonntag wieder in borangetragenen entfe Lein Teilnehmer 11.10 Uhr nach der bienfte beizuwohnen. Babigt wieder die r der firchlichen S Grabern der gefallen auf dem alten Friedh § Der bayerische Spielerprozeß, der vor dem Kriegs gericht zu Landau verhandelt wurde, dürfte demnächst noch mals zur Sprache kommen, da der wegen Betruges und Unwahrheit gegen einen Vorgesetzten zu 15 Tagen Gefängnis und Dienstentlassung verurteilte Leutnant Mühe Berufung einlegen wird. Charakteristisch für seine Auffassung der Sache st, daß er sich während der Beratung des Gerichtshofes im Sigungssaale eine Zigarette anzündete. Der Landwirt. kg. Der 22. Deutsche Landwirtschaftliche Genossenschafts tag beschäftigte sich in seiner zweiten Sigung an erster Stelle mit der Frage der Geflügelzucht. Allerseits wurde betont, daß die Mastgeflügelzucht eine große Zukunft habe. Ein Antrag auf Organisation des genossenschaftlichen Bezuges landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte gelangte zur An nahme. Bezüglich Errichtung von ländlichen Volkshochschulen wurde nachstehende Resolution angenommen: " Die ländlichen Volkshochschulen als Anstalten, die Wirtschafts- und Bürgerkunde in engster Verbindung mit dem Leben auf dem Lande unter der erwachsenen Land. jugend verbreiten wollen, die Unterricht und Erziehung für das praktische Leben auf das engste verbinden, sind wohl geeignet, das Leben auf dem Lande zu befruchten und zu befördern, besonders auch das landwirtschaftliche Genossen schaftswesen." Nach Berlesung eines Antworttelegramms des Kaisers auf die Huldigungsdepesche des Genossenschaftstages wurden die Verhandlungen geschlossen. Großherzog Friedrich Augus von Oldenburg hat an dieser Tagung bis zum Schluß teilgenommen. = Vermischtes. bebender ft. Kamer Borte der Dankbarkei ergangene große Bei Tom Marineverein in Dentmal der verftort nieder; Kamerad Bra der franzöfifchen Ramer eet Mal seit langen Das erste deutsche Unterseeboot, der Banersche Brand taucher, der 1850 im schleswig- Holsteinischer Kriege Ver wendung fand, wurde dieser Tage von Kiel nach Berlin in das Museum für Meereskunde überführt. Das acht Meter lange Fahrzeug, das 75 000 Pfund wiegt, sollte mittels am Kiel angebrachter Minen die dänischen Blockadeschiffe, die vor unseren Häfen lagen, zerstören. Der Erfinder Bauer, ein bayrischer Unteroffizier, unternahm mit zwei Leuten die erste Probefahrt. Zweimal ließ er das Tauchboot versenken, zweimal fam es glücklich an die Oberfläche, der dritte Versuch mißlang. Das Fahrzeug ging unter und lag 36 Jahre auf dem Meeresgrunde. 1887 wurde es bei Baggerungen ent deckt und gehoben. Dffizier am D kinz niebergelegt. 006erft von Li bitnisfeier eine bier Difiziere, vie and sechzehn Gemein apelle zum Blasen d gegloffenen Buge mi ging es dann auf den mach einer Ansprache o auf Kaiser und mtliches Beisammenfe jei nicht unerwähn eine weit beffere war, Militärisd allgemeinen Kenntr aften dienstlich verb igungen, Versammlu aber nicht vorher be 2de andere erkennba de fozialdemokratische gende Ausrufe, E bas Salten und dialbemot catifer Sa Bedriften in Hafernen famtlichen Angehör Fohlen, von jedem zu ein revolutionärer Rajernen oder andere erftatten. Diese S Uebungen eingez Lungen einberufenen gemäß des§6 des Reidh militärgeft berentlaffung bezn riften des Militärft 1870 für die Großhe beren hervorragenden Bravelotte ein befonde Darmst. Btg.", Stottern der Schulkinder. Es ist nachweisbar, da bas Stottern in unserer hastenden Zeit an Verbreitung zu nimmt, und in unsern Schulen ist es eine häufig vorkommende Erscheinung. Im allgemeinen leiden alle Stotterer mehr oder weniger an nervösen Erregungszuständen und Stimmungs schwankungen. Daher sind die Einflüsse, die auf sie wirten, für eine Verschärfung oder Hebung ihres Leidens wesentlich. Die Vorstellung, nicht sprechen zu können, darf nicht Wurzel fassen, und wo dies bereits geschehen ist, muß die Erziehung im vollen Umfange einsetzen. Das Kind stottert meistens schon in seiner vorschulpflichtigen Zeit und wird zu Hause alsch behandelt. Seine Unfähigkeit, bestimmte Laute hervor jubringen, wird oft für Eigensinn und Troz gehalten. Die Sprechangst macht sich infolgedessen immer stärker geltend. In der Schule wird sein Gebrechen von Lehrern und Mitschülern leicht entdeckt. Nicht selten hält der Lehrer das Stottern für Unachtsamkeit. Das Kind wird dann getadelt und im Unter richt immer seltener gefragt. Besitzt der Lehrer die Eigen schaften, die das Kind beruhigen und sein Selbstvertrauen tärfen, so verliert sich das Stottern während der Schulstunden Das Kind darf an sein Gebrechen garnicht erinnert werden Im Unterricht ist es zu fragen, damit sein Mut mache und die Fähigkeit im Gebrauch des mündlichen Ausdruc entwidelt werde. Schon in der Frage ist eine Sprechweise in Anwendung zu bringen, die dem Stotterer das Sprechen erleichtert. Die Bedingungen für ein erleichtertes Sprechen bestehen darin, daß man vermeidet, lange Säße in einem Atemzuge auszusprechen, die Sprechmuskulatur in mittlere Spannung erhält und den Luftstrom zu Anfang nicht gewalt sam hervorpreßt, sondern weich und leise einsetzt. Aй diese Erleichterungen wird das Kind sich nicht nußbar machen wenn der Lehrer selbst die Frage furz hervorstößt. Der Ver such einer unmittelbaren Nachahmung liegt allzu nahe uni ührt leicht zu einem Mißerfolg, der das Kind entmutigt Ein Lehrer, der ein stotterndes Kind fördern will, mul bemnach seine Sprechorgane völlig beherrschen. Der Weg de Nachahmung bewährt sich hier wie überall in der Vädaaoail * Regiments fir bie einzelnen Trup erlieb am 18. Augu zügliche Haltung underts besondere C fanterie- Regiment Die Bezeichnung: ib- Barde" und( da Bataillon", das legt Das jebige Jafanterie beiben erften Bataillor Regiments" ernannt. Regimentern Rt. 116 filier Bataillone der elten die Benennung Das Artilleri- Rorps ute noch, Großher Les 1. Großh Se Broßh. Artillerie- Sto lich der hundert anung zum Großh an welchem famt giments teilnahmen cuten berbat Die Stajerne Die Stefruten deutige Sy Einwohnem es nichts a rieg bom Or Frage, wann eigeht militar die Badtbie weise unterbred it felbft bill to das erfte erheit prajenti ergißt, wenn o hat aber Sonders bel und das üb Jüngling auf ſchen tann. ein wenig an often stehen nichts tun: sonst nicht. tehen angen d mit mindeste en Leidwesen igen- Tonne den. Dann f digen Blaze 3 ertönt bielbe L Julius Detailererziec ما = Folgen der Ortsportoerhöhung. Das Kassieren der Pfennig: Postkarte und die damit Hand in Hand gehende Erhöhung des Ortsportos haben in Berlin und anderen Broßstädten die Privatposten wieder zu neuem Leben erweckt. 13. 8. das Postregal erweitert wurde, und das billige Ortsporto auffam, mußten die Privatposten den Betrieb eintellen. Jetzt blüht ihr Weizen wieder, denn fie find billiger wie die Reichspost, und überall erscheinen jetzt in den Straßen der Großstädte die bunten Kästen der Privatposten. = den Vor 100 Jahren ging der Scharmügelsee, der größte See der Mart, unter merkwürdigen Umständen in anderen Besitz über. Theodor Fontane erzählt darüber: Ein altes, triegerisches Geschlecht, die Löschebrands, haben 600 Morgen großen See im Jahre 1806 vom König gefauft; der Käufer, ein pfiffiger alter Junker, hat sich dabei auch einen richtigen Junkerspaß gemacht, indem er die ganzen 2000 Taler in lauter ihm selber aufgezwungenen Bons und Lieferungsscheinen ausgezahlt hat. Natürlich seien die Scheine von den Besizern untersucht und nachgezählt worden, und als es fich bei dieser Gelegenheit ergeben, daß es nur 1898 Taler feien, habe der schlaue Junter mit einem Gesicht, als ob es nicht darauf ankomme, noch zwei blanke Taler zugelegt und dabei herzlich gelacht. Und so sei denn der ganze See damals für zwei Taler oder den tausendsten Teil bon dem was er jetzt Pacht bringt, verkauft worden." Lokales. 20. August n Der Tag von Gravelotte und St. Privat wurde von den sämtlichen Militärvere.nen Gießens am Sonntag wieder in recht würdiger Weise gefeiert. Mit borangetragenen entfalteten Fahnen marschierten die zahlweichen Teilnehmer vom Sammelpunkt( Stadt Mainz) 10 Uhr nach der Johannesfirche, um dort dem Gottesor dem Krie dienste beizuwohnen. Pfarrer Euler hatte in seiner demnächst no Brebigt wieder die ruhmreichen Schlachten mit eingeflochten. Betruges Nach der firchlichen Feier war die Gedächtnisfeier an den Lagen Gefäng Gräbern der gefallener deutschen und französischen Krieger Mühe Beruf auf dem alten Friedhof, ein wahrhaft ernster und doch erassung der Sab bebember Uft. Kamerad Pfarrer Schlosser predigte hier Gerichtshofes Worte der Dankbarkeit, der Liebe und Ermahnung an die bergangene große Zeit. Nachdem legte Kamerad Schwarz vom Marineverein im Auftrag der Militärvereine am Denkmal der verstorbenen deutschen Helden einen Kranz Genoffenfu gan erster St 63 wurde bel funft habe.& ftlichen Bezug gelangte zur Volkshochschule Ein ge hielt eine längere Ansprache, in welcher er auf die Bedeutung des Tages hinwies und daran erinnerte, daß das Regiment vor 16 Jahren das Jubiläum seines hundertjährigen Bestehens gefeiert hat und heute vor hundert Jahren als Beweis der Anerkennung des Landesherrn für die zahl reichen Ruhmestaten in den vielen vorangegangenen Riegen den Titel„ Großherzogliches Artillerie- Korps" verliehen erhielt. Auch heute habe der hohe Inhaber des Regiments, der Großherzog, einen außerordentlichen Beweis seiner Anerfennung und feines Wohlwollen mit folgend.r Kabinettsordre kundgeben: „ Ich will meinem Artillerie- Rorps, dem 1. Großh. Feldartillerie- Regiment Nr. 25, das heute vor hundert Jahren den Namen Großherzogliches Artillerie: Korps" erhalten hat, einen erneuten Beweis meines Wohlwollens geben, indem ich dem Regiment an Kragen und Aermelaufschlägen Lißen nach beifolgendem Muster verleihe. Das filberne( weiße) Abzeichen an diesen soll eine Erinnerung an die von dem Regiment früher getragenen Ligen sein. Beyreuth, 18. August 1906. Ernst Ludwig." Ein dreimaliges Hoch auf den Großherzog schloß Lie eindrucksvolle Feier. ** * Gestern wurden im Café Ebel die Meisterbriete überreicht. ** Schweres Unglück. Am Samstag stürzten Am Samstag stürzten von einem Neubau an der Ed: der Frankfurterstraße und Hofmannstraße mehrere Arbeiter zu Boden und trugen so schwere Verlegungen davon, daß sie in die Klinik über geführt werden mußten. *** Heute Morgen sollte am Theaterbau ein schwerer Steinblock in die Höhe gewunden werden. Als die Arbeiter anzogen, gab das Gerüst nach und stürzte zu Boden. Glücklicherweise ist niemand verlegt worden. 15 * Viehmarkt zu Gießen. Bei dem am 14. und August stattgefundenen Markte waren aufgetrieben 1295 Stück Rindoieb, 293 Schweine. Der nächste Markt findet am 28. und 29. August statt, am letteren Tage auch Krämerma: ft. * Die Kornhausgenossenschaft Alsfeld, die im abgelaufenen Jahre zwei Millionen Mark umgeschlagen, hat Blättermeldungen zufolge nach den vorgenommenen Abschreibungen nichts verdient. Die Besizer von Stammanteilen gehen ganz leer aus. Weilburgs Causend- Jabrfeier. Weilburg, 19. August. In Weilburg herrscht Festesglanz, unsere Stadt feiert in diesen Tagen ihr tausendjähriges Bestehen. Noch gewaltig r und beherrschender schaut das alte sagenumwobene Schloß in das Lahntal hinab, durch das jetzt schnaubende, rosselnde Eisenbahnzüge eilen, um all die Festteilnehmer heranzubringen, wie ehemals stolze Reiterzüge in blizendem Gewaff zur Burg zogen. Ein Meer von Flaggentuch wogt zwischen den Häuserzeilen und Guirlanden grüßen überall mit freundlichem Grün. Was will es heißen, daß der Himmel am Morgen grau dreinschaut, er, der so oft wetterschwer sich über unsere Stadt spannte, vermochte ja nicht, sie zu brechen. Heute breitet der deutsche Aar schüßend seine Friedensschwingen über Weilburg aus. Die Gedenktage fonnten in gar feine bessere Zeit fallen. Ringeum fährt der Landmann den schweren Erntesegen ein und in der Werkstatt sauft der Sammer auf zähes, glühendes Eisen herab und fliegen am Webstuhl tausend Faden, überall schafft rastles: Arbeit neue Werte. Einst war es aber anders, da zogen eisenklirrende Gruppen bei blutrotem Scheine der Kriegsfackel durch die Geschichte Weilburgs, da riefen die Trompeten den Bürger von der Friedensarbeit zum Schuß und Truß in das Kampfgelöſe. Alle diese Abschnitte zeigt der Festzug, dessen historisches Gepränge in unserem Städtchen den besten Hintergrund findet. Schon mit dem ersten Morgengrauen begann das Leben und hielt den ganzen Tag über an. Das Fest wurde Samstag in der Aula des Gymnasiums eingeleitet, auf der der Regierungspräsident von Wiesbaden, Dr. v. Meister die Glückwünsche der Regierung darbrachte. Seine Rede flang in einem Hoch auf den Kaiser aus. Als Vertreter des Großherzogs von Luxemburg nahm Freiherr v. SybergSimmern an der Feier teil. Abends erstrahlte Weilburg bon tausenden von Lichtern, die sich wie lange Schnüre an seinen Häuserfronten entlang wanden, während in den Straßen die Musik des Fackelzuges lustig erflang. Heute Vormittag wogten ungeheure Menschenmengen nach dem Bahnhof, wo um 9 Uhr Prinz Eitei Friedrich als Vertreter feines faiserlichen Baters eintraf und mit tausendstimmigen Hochrufen begrüßt wurde, für die er freundlich grüßend dankte. Namens der Stadt wurde Prinz Eitel Friedrich von Bürgermeister Karthaus empfangen, der ihm den Ehrentrunk überreichte. Der Vertreter des Großherzogs von Luxemburg bewillkommnete den Prinzen am Schloßportal. Während des Einzuges ertönten Böller schüsse und Gl.ckengeläute. Nachdem der Prinz dann am Festgottesdienst teilgenommen, beehrte er mit seiner Gegenwart die Auffahrt der Lahnrudervereine Ems, Gießen, Limburg, Weilburg und Wizlar. Auch dem Rathaus stattete der Prinz einen Besuch ab und trug sich dort in das goldene Buch ein. Dr. C. Spielmann verfaßte Festspiel Das Testament von Weilburg" aufgeführt, das stürmischen Beifall erzielte. Das Stück behandelt die Weitergabe der Königswürde durch den fränkischen Konrad an seinen Widersacher Heinrich von Sachsen. Das Spiel ist recht wirkungsvoll aufgebaut, wenn auch die patriotische Prophetie am Schlusse etwas zurückhaltender hätte sein tönnen.- Unterdes bereitete sich aber ein anderer glänzender Aft vor: der historische Festzug. Die Menschenmenge ist so dicht geworden, daß sie wie eine Mauer steht, die kein Durchbrechen gestattet. Schmetternde Musit erflingt und dann führen 15 Gruppen Weilburgs Geschichte im Feftzuge, der über 1000 Personen zählt, an uns vorüber. Seltsam mutet uns das farbenreiche Gepränge des Mittelalters an und doch, wenn unser Auge die Straßen fluchten hinunterfliegt und zu den Simsen und Dächern hinauf: das Leben kann auch heute noch wie vor Jahrhunderten durch Weilburg ziehen, ohne bizarr vom Hintergrunde sich abzuheben. Die Stadt hat für den Festzng 15000 Rt. ausgeworfen. Prinz Eitel Friedrich unternahm am Nachmittag nach Vorbeimarsch des Festzuges eine Wagenfahrt in die Umgebung und trat abends 734 Uhr die Rückreise über Gießen, Kassel ar. In der Stadt aber und namentlich auf dem Festplaß, der von dem jäh aufsteigenden Hausley- Felsen malertsch überragt wird, dauerte noch lange das Treiben fort. In altem Rystall schäumt feurig junger Wein! " * Eine für Radfahrer höchst bedeutungsvolle Entnieber; Kamerab Bruch häuser einen solchen am Denkmal scheidung hat das Reichsgericht in einer Klagefache getroffen. der französischen Kameraden und nachdem wurde noch das Nach dieser ist jeder Radfahrer berechtigt, Hunde durch die er erste Mal ſeit langen Jahren vom hiesigen Regiment durch während der Fahrt belästigt wird, ohne weiteres niederzu einen Offizier am Denkmal der Deutschen ebenfalls ein schießen. Die Besizer von Hunden werden gut tun, ihren Aranz niedergelegt. Es berührte überaus angenehm, daß Tieren die Untugend, Radfahrer anzufallen, abzugewöhnen Oberst von Lindenau dieses Mal zu dieser resp. sie nicht auf der Straße umherlaufen zu lassen. Gebächtnisfeier eine größere Deputation des Regiments * Die Frage ob die Photographie zum Hand6 Anstalten,( vier Offiziere, vier Feldwebel, acht Unteroffiziere wert gehört ist fürzlich von der oberen Verwaltungsbehörde Gegen 2 Uhr wurde im Schloßhofe das von Hofrat Verbindung und sechzehn Gemeine) entsandt und die Regimentsmusit- in Karlsruhe bejaht worden. Anlaß zu der Streitfrage gab rwachsenen Lam tapelle zum Blasen der Choräle fommandiert hatte. Im die Weigerung der Karlsruher Photographen, ihre Lehrlinge nd Erziehung geschlossenen Buge mit den Fahnen und der Musik voran zur Handwerkskammer anzumelden. Sie wiesen darauf hin, inden, find w ging es dann auf den Marktplaß, wo Kamerad Bruchhäuser daß ihr Gewerbe fein handwerksmäßiger Betrieb sei, fruchten und nach einer Ansprache auch einen Kranz niederlegte und das während die Handwerkskammer sie als Handwerker ansah. aftliche Genoffe Soch auf Kaiser und Großherzog ausbrachte. Die Photographen wollen die Entscheidung des Minifteriums me des Kaif mütliches Beisammensein im Café Ebel beschloß die Feier. anrufen. aftstages wurde Es sei nicht unerwähnt, daß in diesem Jahre die Beteiligung Friedrich Auqueine weit bessere war, als in den beiden letzten Jahren. is gum Suluj* Militärisches. Der Kriegsminister bringt erneut zur allgemeinen Kenntnis, daß den Unteroffizieren und Mannschaften dienstlich verboten ist jede Beteiligung an VerBatteridhe an einigungen, Versammlungen, Festlichkeiten, Geldsammlungen, Bran der nicht vorher besondere dienstliche Erlaubnis erteilt ist, jer Kriege B I nach Berlin 2. jebe andere erkennbar gemachte Betätigung revolutionärer Das acht Metz oder sozialdemokratischer Gesinnung, insbesondere durch entsollte mittels asprechende Ausrufe, Gefänge oder ähnliche Kundgebungen, locadeschiffe,& 3. das Halten und die Verbreitung revolutionärer oder Erfinder Bau sozialdemofcatischer Schriften, sowie jede Einführung solcher Schriften in Kasernen oder sonstige Dienstlokale. zwei Leuten di Ferner chboot verfenta it sämtlichen Angehörigen des aktiven Heeres dienstlich be= der dritte Veri fohlen, von jedem zu ihrer Kenntnis gelangenden Vorhanden ag 36 Jahre fein revolutionärer oder sozialdemokratischer Schriften in Baggerungen Rafernen oder anderen Dienstlokalen sofort dienstliche Anzeige nachweisbar, tu erstatten. Diese Verbote und Befehle gelten auch für die Verbreitung p ufig vorkommen lungen einberufenen Personen des Beurlaubtenstandes, die otterer mehr gemäß des§ 6 des Militärftrafgesetzbuchs und§ 38 B 1 des Reichsmilitärgefeßes bis zum Ablauf des Tages der Biderentlassung bezw. der Kontrollversammlung den Vorwefenthriften des Militärstrafgesetzbuchs unterstehen. und Stimmung e auf fie wir idens Darf nicht Wur uß die Erziehu Stottert me wird zu Sa nte Laute her gehalten. ärfer geltend. und Mitschil bas Stottern - u Uebungen eingezogenen und für die zu Kontrollversamm* Regimentsjubiläen. Der 18. August, der 1870 für die Großherzoglich Hessische Armee- Division durch deren hervorragenden Anteil an der glorreichen Schlacht bei Gravelotte ein besonderer Ehrentag geworden, wurde, schreibt die Darmst. 8tg.", schon 64 Jahre zuvor hochbedeutsam fir die einzelren Truppenteile derselben. Großherzog Ludwig I. berlieh am 18. August 1806 seinen Regimentern für ihre * Der Oleander steht jetzt in vollster Blüte, weshalb darauf hingewiesen set, daß seine prächtigen Blüten ein start wirkendes Gift enthalten. Die Bienen gehen dem blühenden Oleander aus dem Wege und unvorsichtige Fliegen, die von den Blüten naschen, werden betäubt und sterben. Getrocknete und zerriebene Oleanderblätter sind ein gutes Mittel gegen Ratten und sonstiges Ungeziefer. Auf alle Fälle vermeide man, daß blühende Dieanderbäume in Wohn- und Schlafräumen stehen bleiben. § Krofdorf. Bei einem verendeten Schweine des Wilhelm Daubertshäuser und einem verendeten Schweine des Landbriefträgers Georg Müller zu Krofdorf ist Rotlaufseuche amtlich festgestellt und über die Gehöfte die Sperre verhängt worden. * Lich, 19. August. Das Feuerwehrfest mit Bannerweihe wird nicht am 26. August, sondern wegen Verhinderung des Fürsten am 2. oder 9. September gefeiert werden. * Hausen bei Buzbach, 19. August. In unserem sonst so stillen Sörfchen ereignete sich ein recht bedauerlicher Vorfall. In einer Familie tam es zwischen Mutter und Tochter, wie schon öfters, zu Zwiftigkeiten, die schließlich in Tätlichkeiten ausarteten. Bei dieser Rauferei, die sich von der Stube durch den Hausflur nach der Treppe vorm Hause abspielte, stürzten Mutter und Tochter die etwa 3 Meter hohe Treppe hinunter; die Mutter trug eine lebensgefährliche Wunde an der Stirne davon. Aerztliche Hilfe wurde so fort in Anspruch genommen. ( Buzb. Ztg.) Echzell. Wie verlautet, soll in der Stationsfasse ein bedeutender Fehlbetrag gefunden sein. Dieser ist die walter Meyer erschossen hat. * elt und im Untorzügliche Haltung in den Kriegen zu Ende des 18. Jahre Ursache, weshalb sich vor einigen Tagen der Stationsver Lehrer die Gig hunderts besondere Ehrennamen. So erhielt das jebige Selbstvertra Infanterie- Regiment Nr. 115 und das Dragoner- Regiment der Schulfrunde 23 die Bezeichnung: das erstere: 1. und 2. Bataillon erinnert werde ein Mut wad dlichen Ausdru me Sprechweife er das Spre chtertes Sprea Gage in eine atur in mittler ang nicht gewal infegt. A bie nuzbar machen orstößt. Der Ber allzu nabe un Rind entmutig ordern will, m en. Der Weg de In her Babaaoail " 1 Lib- Garde" und( das jeßige 3. Bataillon),„ Garde- Füfilier Bataillon", das leßtere: Garde Chevaulegers- Regiment". Das jeßige Jafanterie- Regiment Nr. 117 wurde in seinen beiben ersten Bataillonen zum 1. und 2. Bataillon LeibRegiments" ernannt. Die in den jeßigen InfanterieRegimentern Nr. 116 und 118 aufgegangenen damaligen Fusilier- Bataillone der Brigade Landgraf und Erbpring erhielten die Benennung 1. und 2. Leib- Füsilier- Bataillon". das Artilleri- Korps wurde fortan, wie wenigstens in heute noch, Großherzogliches Artilleri- Korps" benannt. Das 1. Großh. Hessische Feldartillerie- Regiment Nr. 25 ( Großh. Artillerie- Korps) hielt Samstag- Vormittag 10 Uhr anläßlich der hundertsten Widerkehr des Tages seiner Eramung zum Großh. Artillerie- Korps einen Regiments appell b, an welchem sämtliche Offiziere und Mannschaften des Regiments teilnahmen. Der Kommandeur, Graf v. Weftarb, - * - Bad Nauheim, 19. August. Geheimrat Prof. Dr. von Es march mit Gemahlin ist zu einem mehrwöchigen Kurgebrauch hier eingetroffen. Zur Feier des Namensfestes des Großherzogs findet Samstag, den 25. d. M. Feuerwerk nebst Beleuchtung des ganzen Kur= parfes statt. * Mainz, 19. Auguft. Am 20. August trifft der fommandierende General v. Eichhorn in Mainz ein. Am 21. August nimmt der General eine Besichtigung des R giments 88 und am 22. August eine solche des 87. Regiments bei Wackernheim vor. Am 24. August findet auf dem großen Sande eine Besichtigung des 115 Regiments und gleichzeitig die Vorparade statt. Lezteres Regiment ist bereits von Darmstadt in Mainz eingetroffen und in den Rheintorbaracken einquartiert. * Pyrmont, 19. August. General Stössel und der frühere russische Kriegsminister Rödiger werden Anfangs September zum Kurgebrauch erwartet. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 21. Auguft. Zunächst trocken, dann wieder Niederschläge, Temperatur am Tage wenig verändert, nachts etwas wärmer. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 2 landw. Arbeiter, 1 landw. Magd, 2 Schmiede, 5 Schlosser, 1 Elektromonteur, 1 Lackierer, 6 Schreiner, 1 Waschfrau, 3 Glaser, 1 Anstreicher, 1 Stallbursche, 1 Küchenbursche, 1 Küchenmagd, 1 Kutscher, 2 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Elektromonteur, 1 Schreiner, 1 Stellner gegen Vergütung. Es suchen Arbeit: 1 Maschinist oder Heizer, 2 Waschfrauen, 1 Buzfrau, 1 Flickerin, 1 Installateur, 1 Kaufmann, 1 Auslaufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Haus odez Bureaudiener, 1 Bureaugehilfe. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratente! Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beld. in Gießen. Kopfschuppen. Nichts schadet dem Haarwuchs so sehr als die Schuppenbildung, wodurch das Ausfallen und Ergrauen der Haare hervorgerufen wird. Der Gebrauch von Carboline beseitigt prompt alle Schuppen und verhindert deren Weiterbildung. Es ist gleichzeitig das vorzüglichste Haarwasser beim täglichen Frisieren. Zu haben in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder von H. H. Warner& Co., Schäfergaffe 10, Frankfurt a. M. T n Bekanntmachung. Betr. Kommerzienrat Heichelheim- Stiftung. Aus der Kommerzienrat Heichelheim- Stiftung sind am 1. November 1906 1220 Mt. zu verteilen. Nach § 3 der Stiftungsurkunde können zur Bewerbung nur zugelassen werden: a) Personen, die während des Feldzuges 1870-71 im Militärverhältnis gestanden haben, und b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, daß sie einer derartigen Unterstüßung würdig und bedürftig sind und vom Tage der Bewerbung ab rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre ununterbrochen in Gießen gewohnt haben. Bewerbungen find bis zum 30. September d. Js. im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15, schriftlich oder mündlich einzureichen unter Vorlage der die Erfüllung der Bedingungen nachweisenden Papiere. Gießen, den 16. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Georgi. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Daniel Moog Witwe zu Gießen sind die diesjährigen Zinsen an hiesige, bedürftige, unbescholtene, im Witwenstand lebende Bürger und Witwen von Bürgern zu verteilen. Anmeldungen hierzu fönnen bis zum 31. 1. Mts. auf dem Armenamt, NeuenBäue 25, Zimmer Nr. 2 erfolgen. Gießen, den 16. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Georgt. Bekanntmachung. GIESSEN Seltersweg 83 GIESSEN Seltersweg 83 Buchdruckerei Albin Klein Seltersweg 83 GIESSEN Adresskarten, Aviskarten, Zirkulare, Menus Couverts mit Firma, Einladungsbriefe u. Karten Eintrittskarten, Mitteilungen, Mitgliedskarten Postkarten, Programme, Quittungen, Statuten Rechnungen, Gratulationskarten, Weinkarten Verlobungskarten, Trauungskarten Visitkarten Weinkarten, Speisekarten, Tischlieder etc. etc. GIESSEN Buchdruckerei Albin Klein Selterweg 83 Bekanntmachung. Die unterm 8. August 1906 angeordnete Sperre der Nordanlage zwischen Steinstraße und Neustadt wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 17. August 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Ziehung bestimmt ohne Aufschub v. 1. bis 6. Okt. cr Jeder Deutsche muß ein Nürnberger Los zu 1 Mk. haben, mit welchem zu gewinnen find: 100000 40000 bares Geld, im ganzen 13597 Gewinne mit In der Zeit vom 3. bis 11. August 1906 wurde in 300000 hiesiger Stadt gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Peitsche und i goldene Brosche. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird stände belieben ihre Ansprüche alsbald bet uns geltend die Kaplansgasse von heute an bis auf weiteres für zu machen. den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 18. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Löberstraße zwischen Goethes und Gartenstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerkverkehr gesperrt. Gießen, den 18. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Landmannstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 18. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Licherstraße zwischen Schiffenbergerweg und Wolfstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 16. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Betr. Rotlauffeuche unter den Schweinen des Adam Dieg in Gießen. Unter dem Schweinebestand des Adam Dieß in Gießen, Schüßenstraße 7, ist die Rotlauffeuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. - Gießen, den 20. August 1906. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Betr.: Notlauffeuche unter den Schweinen des Bäckermeisters Karl Euler in Gießen. Unter dem Schweinebestand des Bäckermeisters Karl Euler in Gießen, Ludwigsplatz 3, ist die Notlaufseuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 20. August 1906. - Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Vergebung von Glaserarbeit. 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