Nr. 168 Debattion u.Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83, Fernsprechanschluß Nr. 362. Freitag, den 20. Juli 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( g und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Rehörden von Oberkeiten Furitenbeluche. Gerüchte über bevorstehende Zusammenkünfte Kaifer Wilhelms mit seinem Onfel, dem König Eduard von Eng land, oder dem Baren laufen jegt tagtäglich durch die Presse. Ob freilich etwas Tatsächliches diesen vielen Meldungen zu grunde liegt, muß erst die Zukunft ergeben. Vorläufig liegen bestimmte amtliche Aeußerungen nicht vor. Daß Staatsoberhäupter einander Besuche abstatten, is Thon in den ältesten Zeiten vorgekommen. Früher freilich aht so oft wie in unseren Tagen. Das lag nicht blos an der geringeren Reisebequemlichkeit und im Zusammenhang damit an der geringeren Reiselust, sondern in weit höherem Maße an Rücksichten der Etikette. Es gab ebedem Monarchen, beren Hofze moniell ihnen überhaupt nicht gestattete, mil einem anderen Souverain zusammenzufommen. Heute sind die Monarchen viel vorurteilsfreier. Sie behandeln einen fürstlichen Gast mit herzlicher Liebenswürdigkeit und erweisen ihm alle Ehren. Die Schwierigkeit beginnt eigentlich erst, wenn mehr als zwei Staatsoberhäupter zugleich zulommen fommen. Dann haben die Oberhofmarschälle saure Arbeit. Dann wird genau abgemessen und abgewogen, me etwa nach Rang und Jahren und Verwandtschaft den Vortriti beanspruchen dürfe, ob etwa tageweise der Vortritt zu wechseln habe, wem der Vortritt zuerst zufalle, uno was dergleichen Dinge mehr sind, von deren Bedeutung sich ein gewöhnlicher Mensch faum eine Vorstellung machen kann. Es wäre übrigens sehr leicht, aber ebenso irria, wollte man annehmen, daß diese Dinge so ganz belanglos wären. Man braucht sich nur zu erinnern, daß vor jeẞt fast dreißig Jahren Fürst Bismard in der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" förmliche Noten veröffentlichte, weil er sich dadurch zurüdgesezt glaubte, daß bei einem zu Ehren Alexanders III. von Kaiser Wilhelm dem Großen veranstalteten Mahl nicht ihm, sondern dem Oberhofmarschall der Plaz zunächst dem faier chen Gaft angewiefen worden war. Wenn Fürs Bismard dergleichen nicht leinlich findet, so brauchen sich gewöhnliche Sterbliche nicht zu genieren, fich zu einer ähn lichen Auffassung zu bekennen. Monarchenbegegnungen find, wie gesagt, häufiger ge worden. Es gilt sogar als Regel, daß ein Fürit, der neu auf den Thron gekommen ist, sich persönlich zum mindesten hen benachbarten Mitfürsten vorstellt, wobei der Begriff der Nachbarschaft recht weit gegriffen wird. Manchmal freilich tommt es vor, daß einem Besucher abgewinkt wird. Selbst verständlich müssen hierfür ganz besondere Gründe vorliegen, Man wird das an einem Beispiel verstehen: König Peter Karageorgewitsch von Serbien hat noch keinen Nachbarbesuch abstatten fönnen. Er wird wissen, warum und ander wissen es auch. Die besondere Monarchenhöflichkeit hat noch andere Regeln aufgestellt: Kommt ein Souverain der Landesgrenze eines anderen Souverains sehr nahe, so läßt dieser fenen durch eine eigene Botschaft begrüßen oder kommt selbst zur Bearüßung. Kommt ein Fürst in eines andern Fürsten Land, so sucht er Gelegenheit, dem Landesherrn zu be gegnen. Seibstverständlich gibt es hier auch Ausnahmen. Fürstenbegegnungen mit ihrem großen Zeremoniell sind nicht blos foitspielig, sondern auch läftig und unbequem. Wer eine Badereise macht, fieht sich gern der Mühseligkeit großer Empfänge überhoben. Da bilft dann zumeist eine fonventionelle Maskerade. Der reisende Fürst erklärt, daß er unerfannt sein wolle und legt sich einen beliebigen unfürstlichen Namen bei was nicht hindert, daß die Spigen der Behörden an Ankunfts- und Durchfahrtsorten ihm aufwarten und ihm den gebührenden Titel geben. Noch andere Aus nahmen lommen vor! Die Gefeße der Etifette, die Fürsten untereinander üben, find nicht codifiziert, und so mancher jetzt sich über die ungeschriebenen fort oder macht sich ein eigenes. Von den seitherigen acht Präsidenten der dritten französischen Republik hat noch keiner dem deutschen Nachbar. Staatsoberhaupt seine Aufwartung gemacht. Stillschweigend galt bier comment suspendu". Die politischen Akteurs an der Seine waren mit den Afteurs der Comédie française der aufrichtigen Meinung, daß der Frantfurter Friedensvertrag ihnen verbiete, über die Vogesengrenze zu gehen. Die Komödianten lachte man aus, die Politiker nahm man ernsthaft. Die Komödianten lachten schließlich über sich selbst und famen nach Berlin, wo man sie sehr freundlich empfing. In der Politit aber blieb es bei dem comment suspendu bis auf den heutigen Tag. Auch das wird vorübergehen. Hat man erst angefangen, darüber zu lachen, so wird die lächerliche Rolle denen bald nicht behagen, die fie jetzt noch für notwendig halten. Die Ernsthaftigkeit, die in diesen Dingen geübt wird, ist ja eine Komödie, und nicht einmal eine schöne Komödie. Sie macht die höchsten Gefühle zur Farce, zum Schaustück, und das ist unwürdig. Von den Beteiligten wird es auch so empfunden. Die alte Komödie Lann daher fetne ewige Dauer haben, und eigentlich wäre es Beit, daß man mit ihr ein Ende machte, Natürlich ist das ganz und gar Sache der Franzosen. Bei ihnen allein liegt es, ob sie sich von einer Fessel freimachen wollen, deren Läftigteit sie selbst empfinden. Wir haben gar keine Eile. Wir wissen ohnehin, daß es in Frankreich feinen M ( gibt, ber so populär wäre, wie Kaiser Wilhelm II., Franzosen zu ihrem Kaiser wählen würden, wenn sie nach Ihrem Herzen bandeln fönnten. - ' n die Huflösung der Duma? - In Rußland treiben die Dinge zur Entscheidung. Der Zar oder die Duma in diesen Ruf beginnen sich die Gegensäge zuzuspißen. Die Unentschlossenheit des Kaisers Nikolaus und die dadurch bedingte Halbheit der Lage sind es, die eine ruhigere Entwicklung hindern. Die Behandlung der für Rußland einschneidendsten Frage scheint für den weiteren Gang der Ereignisse verhängnisvoll werden zu sollen. Die Agrarfrage als Wendepunkt. In dem Moment, da die Duma die Agrarfrage in Angriff natm, wurde der Gegensatz zwischen der Voltsvertretung und der Regierung akut. In der Duma überwiegen die Stimmen, die eine scharfe Erklärung gegen das bisherige Regime erlassen wollen. Angesichts dieses Vorhabens schickt fich die Regierung zu einem entscheidenden Schritte an. Aus Petersburg wird darüber berichtet: Die Regierung ist entschlossen, ein Manifest der Duma in der Agrarfrage als aufrührerischen Aufruf zu betrachten und demgemäß die Veröffentlichung zu verhindern. In den Kreisen der„ Radetten- Kartei" in der Duma geht das Gerücht, ein ge Minister hätten angesichts der Haltung der Duma in Peterhof die Auflösung der Duma angeregt, indessen habe die Anregung vorläufig feinen Anflang gefunden. Der Zar hat freilich guten Grund, den Bogen nicht zu straff zu spannen. Die wankende Armee. Immer weiter greift die Gärung in der Armee um sich, die noch die einzige Stüße des Rarentums bildeten. Nach einer über die Haltung der einzelnen Truppenteile aufgestellten Statistik find bereits, ganz offenfundiger Weise, nicht weniger denn 6 Garderegimenter, 29 andere Regimenter, fünf SappeurBataillone und eine Anzahl Kosaken- Regimenter im Widerstand gegen die Staatsgewalt begriffen, von der Flotte gar nicht zu reden. Die Dynastie gefährdet? Selbst in den russenfreundlichen Kreisen machen fich angesichts der ganzen Entwicklung die schlimmsten Befürchtungen geltend. Aus Paris wird darüber berichtet. In den Kreisen der französi chen Regierung wird vielfach der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß ange= fichts der wankelmütigen Haltung des Zaren der Untergang der Dynastie bevorstehe. Der Zar fann sich eben nicht zu dem einzigen Mittel entschließen, das geeignet erscheint, Abhilfe zu schaffen. Der russische Minister des Innern hat selber unumwunden darauf Hingedeutet. Nach einer Petersburger Meldung erklärte der Minister Stolypin, da auf die Armee absolut fein Verlaß mehr sei, gebe es feinen andern Ausweg aus den Schwierigkeiten, als die Berufung eines Ministeriums aus den Reihen der Partei der Voltsfreiheit. Indessen bis. lang ist es der Umgebung des Zaren noch immer gelungen, ihn von diesem Schritte zurückzuhalten. Neue Attentate. Unter diesen Verhältnissen greift auch das Schreckens. regiment immer weiter um sich. Auch auf einen Flügeladjutanten des Zaren, den Grafen Totleben, wurde ein Revolverattentat verübt. Der Graf wurde von der Kugel nur leicht am Kopfe gestreift. Der Täter, ein junger Mensch, bestieg ein Boot, das auf der Newa auf ihn wartete, und entfam. In Sebastopol wurde gegen den Kommandeur des Brest'schen Regiments in dem Augenblick, als er aus der Gerichtsverhandlung über die Flottenmeuterer tam, aus der Kaserne der Flotien- Equipage eine Bombe geschleudert, die ihn jedoch nicht verlegte. Wie ein Versuch zur Aufreizung des Militärs nimmt sich ein Vorgang aus, der sich in Warschau ereignete, wo auf ein vorbeimarschierendes Regiment aus Häusern geschossen wurde, worauf die Soldaten das Feuer erwiderten. An Stelle des wie befannt ebenfalls einem Attentat zum Opfer gefallenen Admirals Dubassow ist General Hörschelmann zum Generalgouverneur von Moskau ernannt worden. Todesurteil gegen Stößel. Der Verteidiger von Port Arthur, General Stößel, ist von der Untersuchungskommission zur Entkleidung seiner Orden und seines Ranges und zum Tode durch Erschießen verurteilt. Der Bericht der Kommission wird dem Zaren borgelegt. Huf dem Kriegspfade! Die Kampfhähne in Mittelamerika haben sich beruhigen müssen, der große Bruder" aus Washington hat sich zwischen fie gestellt und ihnen das weitere Kämpfen untersagt. Der Waffenstillstand zwischen Salvador und Guatemala ist zustande gekommen, und zwar an Bord des amerikanischen Kreuzers Marblehead". " Bei uns in Europa fümmert sich wohl niemand darum, ob die süd- oder mittelamerikanischen Staaten in Ruhe und Frieden leben oder ob fie fich gegenseitig etwas am Zeuge licen. Nur wenn durch solche Ruhestörungen das Leben oder das Eigentum deutscher Staatsangehöriger oder unsere Handelsinteressen gefährdet erscheinen, dann spricht man ein Machtwort oder begnügt sich mit einer höflich- energischen Mahnung. Im Mittelpunkt des Interesses stehen momentan bie drei Republifen Guatemala, Honduras und Salvador. Dort friselt es anscheinend immer, alle Augenblicke taucht ein neuer Abenteurer auf, der Gelüste auf die Präsidenten würde an den Tag legt. Man hört von einigen Kämpfen zwischen den Freischürlern und den ,, regulären" Truppen und bann ists wieder ruhig. Mit den„ regulären" Truppen sieht es in allen drei Republiken noch recht trostlos aus, das Heerwesen steht immer noch auf sehr niedriger Stufe. Guatemala zählt ca. 1575 000 Einwohner, von benen aber nur 14 auf den Quadratkilometer Land entfallen. Das reguläre Heer, dem alle wehrfähigen Weißen und Mischlinge vom 18. bis zum 25. Jahre angehören müssen, zählt 6000 Mann im Frieden, 80 000 Mann im Kriegsfalle. Präsident Cabrera soll augenblicklich 40 000 Mann an der Südostgrenze seines Landes vereinigt haben. In feinem Heere der Welt gibt es wohl 1o viel Offiziere wie in Guatemala, bie lezte Rangliste wies deren nicht weniger als 2978 auf, im Kriegssalle werden daraus 4000 Offiziere, sodaß auf je 20 Mann ein Offizier kommt. Bewaffnung und Ausrüstung laffen sehr viel zu wünschen übrig. In Honduras, mit seinen 610 000 Einwohnern, von denen allerdings rund 70 000 sogenannte wilde Indianer sind, tommen nur 5 Personen auf einen Quadratkilometer Land. Hier ist zwar nominell auch die allgemeine Wehrpflicht eingeführt worden, doch werden zu viele Ausnahmen gemacht, sodaß also von einer allgemeinen Wehrpflicht nicht recht mehr die Rede sein tann. Das stehende Heer zählt 298 Offiziere und 1652 Mann, die im Kriegsfalle auf 3000 Offiziere und 47 000 Mann erhöht werden. In Salvador, das sich auch rühmt, allgemeine Wehrpflicht zu befizen hat man ein recht summarisches Verfahren einges führt um Refruten zu befommen. Auf der Straße werden die Refruten aufgelesen, und meist gefesselt der militärärztlichen Kommission vorgeführt. Die Friedensstärke des Heeres beträgt rund 3000, die Kriegsstärke rund 18 000 Mann. Auf dem Papier ist in Salvador alles in bester Ordnung; das Heer ist nach europäischem Muster eingeteilt in Brigaden, Regimenter usw., als fommandierender General fungiert der Präsident, dem ein Kriegsminister und ein Generalstab untersteht. Aber mit dem militärischen Wissen und können ist es nicht weit her. Die Bewaffnung ist bunt; so existieren fast ebensoviele Geschüßarten wie Geschüße. Nirgends sind die Kadres gefüllt; als Kavallerie dient die berittene Polizei, die sich meist gut hält, dagegen find die aus„ Leutnants", welche ein Pferd mitbringen, gebildeten berittenen Abteilungen ohne jeden inneren Halt und ohne Berlaß. In den Kämpfen zwischen den Republiken haben sich die regulären Truppen iets als unzuverlässig erwiesen; Verlaß war fast nur auf die Kriegsfreiwilligen, die ihren Führern anhänglich waren und dann meist mit Zähigkeit fämpften. Da ein Krieg unter solchen Verhältnissen nur zu leicht in Mord und Raub ausartet, und den Republifen statt polui cher Vorteile nur schwere wirtschaftliche Nachteile bringen würde, lann man dem schnellen Eingreifen des Präsidenten Roosevelt bie Anerkennung nicht versagen. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. • Die deutsch- englische Grenzfommission für die Nordgrenze von Deutsch- Ostafrika hat ihre Beratungen zum befriedigenden Abschluß gebracht. Es wurden nur gering fügige Abänderungen der Grenze mit Rücksicht auf das Gelände und die Handelsinteressen, sowie die Stammesver teilung der Eingeborenen getroffen. Die wichtigste Abmachung für unser Schußgebiet ist die, daß westlich vom Vittoriasee die Einführung natürlicher Grenzen zunächst unterlassen wird, daß mithin die Kageramündung, nicht aber der sogenannte große Kagera- Bogen mit seinem Waldbestande nördlich des Kageraflusses deutsch bleibt. * Nach Berichten des Freiherrn von Wangenheim ist die Unterwerfung des Bezirks Wiahenge in Deutsch. Ostafrika borläufig abgeschlossen und durch fünf militärische Posten gesichert. Im Bezirk Jrafu ist die Haltung der Bevölkerung noch nicht zu gewährleisten, da die Rebellenführer noch nicht ergriffen sind. * Wegen der notwendigen umfangreichen Vorarbeiten zur Einführung ist das Inkrafttreten des preußischen Schulgesetes bis zum 1. April 1908 hinausgeschoben worden. * Amtlich bekanntgegeben wird die Erhöhung der Ortsportosäße für" ayern. Die Abänderung der Postordnung bestimmt analog der Erhöhung im Reichspostgebiet, daß das Brief- und Postkartenrorto im Orts- und Nachbarortsverkehr auf 5 Pfennig erhöht wird und bei Drucksachen, Geschäftspapieren und Warenproben die Sonderportos im Orts- und Nachbarortsverkehr fortfallen. Die Aenderung tritt am 1. Auauft in Kraft. Bei den im Auguſt einges Seyr richtig, Wadame," bestätigte er mit verbindlichem Bächeln. wenn Sie ſich nur auf die Behörde berlaffen." werden die fünftausend Dollars vergebens ausgesetzt haben, In diesem Falle niemals etwas herausbekommen, Ganz meine Meinung! Aber die Polizei wird und Sie " Soweit er's wußte. Sie werden dann auch miſſen. was " Ich kenne fie. Mein Sohn hat mir alles erzählt." Gut, dann fann ich mich kurz Eine merkwürdige Geschichte." Einer davon hatte schon er Fräulein seine Verbindungen überall haben. unser Buchthaus genossen. faffen lange richtig. Luigi war angestiftet und hat's getan." Nun, was soll ich weiter sagen, Madame? Die Sache ist In fieberhafter Spannung hatte Frau ubach Ich ble Beitung aus ber Tasche und zeig's thm.. Bauer auf meinen Finger hüpfen. Geographiefarte aus die oberste Gardinenstange. ört Jetzt hielt der Von flog fie auf europäische antonimhule und route sie. dort Ich nahm die lieferten, irrtümlich nach den alten Eägen frantierten Sendungen wird lediglich die Portodifferenz erhoben werden. Hof und Gefellschaft. Die Kaiserin ist mit der Vrinzessin Viktoria Luise und dem Prinzen Joachim in Wilhelmshöhe ein getroffen. Eine ziemlich heftige Verlegung zog sich Papft Pius dadurch zu, daß er sich mit einer Stahlfeder in den rechten Daumen stieß. Der Leibarzt Professor Lapponi, der zur Hilfeleistung berbeigerufen wurde, erklärte die Gefahr einer Blutvergiftung für ausgeschlossen. Soziales Leben. X Internationaler Kongreß der Handelskammern. In Mailand wird vom 24. bis zum 28. September der zweite anternationale Kongreß der Handelstammern und der faufmännischen und industriellen Vereine stattfinden. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Weltpostverein: internationales Bostwertzeichen und andere Reformen. Internationale Regelung des Fernsprechwesens: Herabsetzung der Gebühren usm. Internationales Recht des Wechsels, des Schecks und anderer Umsagpapiere. Internationales Handelsschiedsgericht. Neutrale Seewege. Regelung der internationalen Austellungen. Bollstatistik. golförmlichkeiten: internationale Postpalete usw. X Vom Buchbinderstreik. Eine in Stuttgart abgehaltene Versammlung von Buchbindereiarbeitern hat die in, Leipzig getroffenen Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Gehilfen abgelehnt. Die Versammlung beauftragte den Verbandsvorstand, durch erneute Unterhandlungen mit den Unternehmern weitere Zugeständnisse herbeizuführen. X Hafenarbiterstreit im Rheingebiet. In Duisburg und im Ruhrorter Hafengebiet sind bei einer Anzahl Firmen die Verlader in den Ausstand getreten. Polnische Arbeiter halten bet einigen Firmen den Betrieb mühsam aufrecht. Die Streifenden verlangen eine Lohnaufbesserung. Agitatoren bereisen das Ausstandsgebiet, um einen allgemeinen Streit der Hafenarbeiter herbeizuführen. Bei den Unternehmern macht sich das Bestreben geliend, zur Abwehr weiterer Streif gelüfte sich zu einem Verbande zusammenzuschließen. × Ausschreitungen Ausständiger in Zürich. Infolge neuerlicher Ausschreitungen seitens ausständiger Arbeiter und tätlicher Angriffe auf die Polizei und Arbeitswillige hat die Regierung beschlossen, zur Aufrechterhaltung der Ordnung ein Regiment Infanterie und eine Gefadron Dragoner heranzuziehen und ein weiteres Bataillon Infanterie bereit zu halten. Nab und Fern. † Vom Münchener Bundesschießen. Auf das an den Kaiser Wilhelm gerichtete Huldigungstelegramm der Stadt München vom 15. Deutschen Bundesschießen ist folgende Antwort eingelaufen:" Seine Majestät der Kaiser und König laffen Euer Hochwohlgeboren ersuchen, den in der gastlichen Stadt München anläß ich des Deutschen Bundesschießens vereinten Schüßen allerhöchftihren wärmsten Dank für das freundliche Gedenten auszusprechen. Auf allerHöchsten Befehl der Geheime Kabinettsrat t. V. v. EisenhartRothe," + Das Kaftwerk Aff." aufoegeben. Der Aufsichtsrat des ersoffenen Kalibergwerks ,, Asse" hat beschlossen, die Arbeiten zur Rettung des Wertes einzustellen und die Abteufung eines neuen Schachtes bei Remlingen möglichst bald zu beginnen. Der Schaden, der dem braunschweigischen Staate aus der Katastrophe erwachsen ist, stellt sich so beträchtlich dar, daß von der Berufung eines außerordentlichen Landtages die Rede war. Die weiteren Folgen des Unglücks sind noch nicht abzusehen. Bei sehr schweren Wasserfatastrophen löst sich das Salzgebirae auf weite Streden bin auf und verursacht unters indische Einstürze, die Bodensenfungen und Gebäudebeschädi gungen herbeiführen fönnen. † Aufhebung der Sch ff- Schwankungen. In Ham burg wurden mit dem vom Direktor des Germanischen Lloyd, Konsul Schlid erfundenen, zur Abstellung der Schiffsschwankungen bestimmten Schiffs tretsel Versuche angestellt, und zwar auf der Unterelbe bei stürmischer Witterung auf einem in voller Fahrt befindlichen alten Torpedoboot. Durch die Rotation des Schiffskreisels wurden die Schiffsschwankungen fast völlig aufgehoben. + Verwechselte Flaschen. In M.- Gladbach wurde die Frau eines Laternenanzünders das Opfer einer verhängniss bollen Verwechslung. Sie litt an heftigen Magenschmerzen, die sie durch Kognat zu lindern suchte. Als in der Nacht die Schmerzen wieder eintraten, ergriff sie in der Dunkelheit stat des Fläschchens mit Kognat ein solches mit Essigessenz. Sie trant nur einige Tropfen, erlitt aber so schwere innere Ver legungen, daß sie kurz darauf starb. + Unfall im Bergwerk. Auf der Reche Karl Friedrich in Linden bei Bochum setzte bei der Personenbeförderun ein mit 25 Bergleuten besetzter Korb so start auf, daž mehrere Bergleute schwer, einige leicht verlegt wurden. † Im Gewittersturm nefunken. Im Kurischen Haff wurden durch einen Gewittersturm zwei Kähne zum Sinlen gebracht. Von dem einen Fahrzeug wurde der Befizer for gespült und ertrant; ebenso famen zwei Kinder um, die sich in der Kajüte befanden, während die Frau des Schiffers und der älteste Sohn durch einen Matrosen gerettet wurden. † Der Tod auf der Hochzeitsreife. Auf fäbe Art tam ein junges Ehepaar ums Leben, das seine Hochzeitsreise in die Schweiz unternommen hatte. 13 die be den Leute mit dem Bergführer Lucien Balmay einen Brücken steg in der Schlucht der Tête noire überschritten, stürzte der Steg ein und alle drei stürzten in die Tiefe. + Das Unglücke- Fahrzeug. Bei Ger in Frankreich verlor der auffeur des in Paris lebenden Amerikaners Kemp die Herrschaft über das von ihm gesteuerte Automobil. Er stürzte aus dem Wagen und tourde tot vom Plaze ge tragen. Zwei Frauen wurden schwer verletzt. † Eine Stadt in Flammen. Die Stadt Samara in Rußland steht vollständig in Flammen. Die Einwohner Flüchten. † Neues Bootsunglück. In der mährischen Sommer. frische Frein unternahm die Gattin des dort weilen en Wiener Redakteurs Suchanef mit ihrem Sohn Robert und einem zweiten Studenten, einem Dienstmädchen und dem Töchterchen eines Nachbars eine Kahnfahrt auf der hochangeschwollenen Thaya. Dabei fiel das Kind ins Wasser. Vei den Rettungsversuchen tippte der Kahn um, und alle Insasi n versanten in den Wellen. Die beiden Studenten wurden gerettet; die beiden Frauen und das Kind ertranfen. m Ufer standen viele Sommerfrischler und Ortsinfassen, die nicht imstande waren, Hilfe zu bringen. † Eine Stadt durch Erdbeben zerstört. Wieder ist cine ganze Stadt durch vulkanische Ausbrüche vernichtet. Diesmal hat sich das Unglück in Texas abgespielt, es betrifft die Ortschaft Socorro. † In den Bergen abgestürzt. Beim Abstieg rom Hohen Ufer bei Kempten fand der Berqführer Weidenauer aus Oberstdori den um Hilfe rufenden Touristen Dr. Hoefer aus Koburg, der etwa 12 Meter hoch abgestürzt war und schwere innere Verletzungen erlitten hatte. Dr. Hoefer wurde nach Oberstdorf gebracht. Binnen wenigen Tagen famen dort 25 Erdstöße vor, die den ganzen Ort zu einer einzigen großen Ruine ge ftalteten. Die 2000 Bewohner suchen in Eisenbahnzügen zu en fliehen, doch sind sie auch dort gefährdet, da die Erdmasser auf die Geleife rutschen. Tas Wasser in den warmen Quellen jener Gegend ist um 10 Grad gestiegen. † Große Ueberschwemmungen in Japan. In den mittleren Gebieten von Japan haben große Ueber. schwemmungen schreckliche Verheerungen angerichtet. Die Gegend von Kofu ist in einen ungeheuren See verwandelt Eine große Anzahl Menschen ist umgefommen. Die Be völkerung hat zu tausenden in Tempeln und Theatern Zu flucht gesucht. Viele sind auf die Dächer von Häusern ge flüchtet und rufen um Hilfe. In Matsumoto find etwa 4000 ( Sebäude überschwemmt. Die Kupferbergwerfe stehen unter Wasser. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Tages- Chronit. Bei einer Segelpartie auf der Havel haben zwei Berliner Ingenieure Walter Müller und von Heister den Tod im Wasser gefunden. - Auf die Ergreifung des Attentäters gegen den Schnellzug Koblenz- Trier ist eine Belohnung von 300 Mart ausgelegt. - An der Bahnüberführung der Anhalter Bahn bei der Möckernbrücke war ein Wagen gegen einen Tragepfeiler gefahren, wodurch sich das Geleis auf der Brücke sentte, als ein Leerzug hinüberfuhr. Unglück ist nicht vorgekommen. Ein achtzehnjähriger Beamter der Kommerz- und Diskontobant in Berlin ist mit 10 250 Mart flüchtig ge worden. - Billard- Sirenen. verloren. 1 - - - Meifterinnen auf dem grünen Tuch in Madrid. Wettleidenschaft. Die Spielbank macht gute Gefdäfte. Consuela oder Juanita? Weiß fällt ab. Die Entschädigung. Gewonnen und Das gleiche Spiel. Wenn die sengende Glut des Tages gewichen, die Sonne untergetaucht ist und fühle Winde ächeln, dann sieht man in Madrid Jung und Alt den äußerlich schmucklofen SpielHallen zuströmen, die an vielen Stellen, ein wenig ableits von den Promenaden errichtet sind. Die Mitte der Halle nimmt ein großes französisches Billard ein, umringt von einer Schar lebhaft geſtifulierender Männer und Frauen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Billardspielerinnen, junge, schöne Mädchen in glänzenden Toiletten sind es, die meisterhaft das Queue handhaben. Die Umstehenden verfolgen alle Phasen des@pieles mit fieberhafter Spannung, Wetten um oft hohe Beträge werden abgeschlossen, und jeder Stoß wird von Ausdrücken der Bewunderung oder des Mißfallens begleitet. Wir sind in einer Art von milder Spielhölle, in der viel ge= wettet, viel verloren und nur gelegentlich ein flein wenig gewonnen wird, in der aber die Spielbank, die die hübschen Billardmei sterinnen angestellt hat, recht glänzende Geschätte macht. Eben tritt die meistgewettete Spielerin, die fönigliche Consuela an das Billard. Sie lächelt, fie läßt ihre Blice siegesgewiß über die Zuschauer laufen. Consuela trägt eine mohnrote Schleife: mohnrot ist darum die Farbe, mohnrot wird gesetzt. - - - Die schöne Consuelo zielt lange. Eine erwartungsvolle Stille dann ein plötzlicher Stoß- die Kugel rollt von Bande zu Bande, schlägt gegen den zweiten Ball und treibt inn seitwärts, weit von der Ede weg. Bissige Bemertungen werden laut, spöttisches Lachen ertönt. Consuelo rümpft das Näschen, verzieht ein wenig das Mündchen und sezt sich gleichmütig auf ihren Platz zurück. Jetzt ist die Reihe an der blonden Juanita mit dem himmelblauen Schletfchen. Sie tritt langsam und stolz hervor, das Queue in der Hand. Entschlossen treibt sie, mit heftigem Rud, den Ball vorwärts pah! die schöne Consuela ist noch nicht besiegt die Kugel war zwar ins Gehege gelaufen, aber, zu stark getrieben, wieder herausgetreten und jenseits der Grenze liegen geblieben. - - - - wobl Den 15. be. Mite., alle Freunde und bon- 9 Uhr an En Gefchente, nachm Fouillon, Hundeb Sünemann, Heuthe Dankbare Da eine dortige B findet hat, trog de zu erhöhen, haben Die hat verloren i Die fleine Concha ist etwas nervös geworsen, aber ihr Zutrauen wantt nicht. Sie zielt und zielt eine halbe Minute lang daß alles schon ungeduldig wird. Da hat sie plötzlich den Ball vorwärts getrieben. Fehl. geschossen, Concha! Der Ball ist zwar ins Gehege gerannt, aber wieder hinausgeglitten. Die fönigliche Conſuela hat boch und trotz allem zuletzt den Sieg behalten." Rojo gana! ruit der emfige Marqueur. Die 10te Schleife hat gewonnen, und mit ihr die Zahl der Spieler, die auf die Kunst der schwarzlodigen Schönen ihr Geld gesezt haben. Die Wetten werden jetzt berichtigt, das Geld wird ausgezahlt. Mädchen sehen sich zusammen auf ihre Plätze, lachen und plaudern und amüsieren fich, unbefümmert um die Freude und die Schmerzen, die Erwartungen und Ent täuschungen, die sie erregt und in Szene gesetzt haben. Manch einer der Spieler, der jetzt ausgebeutelt die Halle berläßt, wirft den Spielerinnen im Hinausgehen noch einen Blick des Ingrimms und der Verachtung zu. Alle Be wunderung, alle Zärtlichkeit, die er beim Betreten der Räume, wo die Grazien walten und spielen, für sie empfunden hat, ist mit seinem Gelde davongeflattert. Die fleine, zierliche Concha ist die dritte und letzte Spielerin, ein weißes Schleischen prangt auf ihrer Brust. Leise, obenhin, tippt sie mit dem Queue gegen den frisch aufgesetzten Ball. Er rollt etwas schwächlich von Bande - zu Bande. Was vorauszusehen war, geschieht; die Kugel erreicht ihr Ziel nicht ganz, fie bleibt dicht vor dem Grenzstrich liegen. Allgemeiner Lärm, Verwünschungen, Gelächter, Bravo. Bald naht die Entscheidung. Die rote Consuela, die noch Unbesiegte, tritt mi der ans Billard, mit einem Blick, als wäre sie die Beherrscherin des Erdballs. Dankbarkeit ihr ein * Der faub bringen Berliner B In einer Darmfta Bollständig gefund wir bei weiterem Grnten entgegen." Bacherlin gebrauch Heinlichfeit!" Und morgen, wenn zur Abendstunde die Hallen sich wieder süllen, zeigt sich dasselbe Bild, es rollen die Kugeln es rollt das Geld und zwischendurch schallen die Rufe des Entzückens und der Enttäuschung. W. O. Diesmal spielen alle drei Mädchen gleich vorzüglich. Consuela treibt gleich beim ersten Stoß die Kugel ins Ge hege. Ein dröhnender Beifall lohnt sie für ihre Geschicklich feit." Olá!" rufen die enthusiasmierten Zuschauer, flat chen vor Freude in die Hände und werfen dem stolz lächelnden Mädchen feurige, bewundernde Blicke zu. Juanita und Concha scheint das Beispiel ihrer Genossin entflammt zu haben. Auch unter ihren Händen ist die Kugel ins Riel gerollt, und auch fie find mit dem gleichen donnernden Applaus beglückt worden. Wieder stehen die Chancen gleich, die drei Wiädchen sind unbesiegt, iguales las tres!"" malt der Marqueur an die Tafel. Die Spannung ist aufs böchste gestiegen. Wird die Entscheidung jett fallen? Consuela tritt von neuem ans Willard. Ein Meisterstoß die Kugel liegt im Gehege. Wieder frenetischer Jubel des Publifums. Juanita ist an der Reihe. Ein Stoß- alle Hä se recfen sich nach vorn- mißlungen! Die Anhänger der lichtblauen Schleife maten lange Gefiditer. " Azul pierde!" marfiert in Gleichmut den Anschreiber. Qlau - Hus dem Gerichtsfaal. § Gerichtliches Einschreiten gegen einen Vorschuß berein. Die Staatsanwaltschaft in Konstanz hat gegen den Borschußverein im Dorfe Eigeltingen ein gerichtliches Ver fahren eingeleitet. Der Verein hat durch eine unglaublich nachlässige Geschäftsführung eine Unterbilanz von 175 000 M gemacht, wodurch viele Ileine Leute um jahrelange Ersparnisse gebracht wurden. 8 Eine Prinzessin, die auf Ehetrennung flagt. Die Prinzessin Maria Beatri von Bourbon hat gegen ibren Gatten, den Fürsten Fabrizio Massimo in Rom die Klage auf Ehetrennung eingereicht. Die Prinzessin ist eine Tochter der Prinzessin Elvira, der Schwester des Don Carlos, die einst mit dem Maler Folchi durchging. Die Prinzessin Marta Beatrice hat schon früher einen Selbstmordversuch aus Ab neigung gegen ihren Gemahl begangen. Sie sprang in den Tiber, wurde aber gerettet. Cokales. 20. Juli. Bieber, 19. jiemlich junge Tur willige Beiträge in di Sonntage das Feft Der Verein, dem Ga nicht unterlaffen, aud heim und Fellingshau mit diefen beiden Dri einigt ist. Nun gehör ** Der Großherzog unternahm Dienstag im Automobil einen Ausflug nach Homburg vor der Höhe. Nach einem Spaziergang im Kurpart erfolgte gegen Abend die Rückkehr nach Jagdschloß Boifsgarten. * Die Landgräfin Clodwig von HessenPhilippsthal- Barchfeld, die Schwester der Großherzogin von Hessen, ist von einem Knaben entbunden worden. *** Kreistierarzt Dr. Maurer in Alzey ist in gleicher Eigenschaft und als Dozent an der veterinärmedizinischen Abteilung der Landesuniversität nach Cießen vers zt worden. *** Der Voranschlag der Provinzialtasse der Provinz Oberhessen für 1906 sieht unter anderen Einnahmen 362 601,82 Mt. Beiträge der Kreise vor. An Ausgaben erscheinen 13 650,- t. für die allgemeine Ver waltung, 280575,34 Mt. für Unterhaltung und Neubau von Kreisstraßen, 2400 Mt. für Unterricht, Wissenschaft und Kunst. Ferner sind vorgesehen für Kontrolle der Nahrungsmittel 12 050 mt., Provinzial- Siechenanstalt 128 230 Mt., Verhütung ansteckender Krankheitan 6000 Mt., Landwirtschaft, Gewerbe und Verkehr 24 100 Mt.( darunter 20 000 mt. für Licht- und Wasserversorgung der Ge meinden), Untftügungen 13 360 Mt. Unter den Straßen neubauten erscheint die Anlage einer ea. 5 Rilometer langen Straße von Garbenteich nach Lich mit einem Koftenaufwand bon 68 950 Mt. Turnverein und auch d gegründeten Turnerbu fon vor Aufstellung bungen zwifchen mehr bände. aber trotzdem Bögel igen als fhienenen Turnvereine fchien fomit aller Hader body gerade bei öffentlic 8 uns eint. Jedoc Edmtlige eridienenen Bahl, verließen den Feft Witeit ohne Grund den Bidenfälle der gute Bebertal nur gehemmt rabarten Vereine berg Som Vogelsberg ernte steht in Aug tommt. Die Bäume def biele icon jest die grünen Früchte re Bom Vogelsberg Beerensträucher sowohl find in diesem Somme beren und Johannis hnet, nicht reichlich einzelt, jodaß der men Kindern anseh as regnerische Wette Bhringt die Beeren raf e jegt erst reifen, altenden Nässe. Garbenheim, 1 Corrontaltet unser& an June. Nieder- Rosbach, bird in unserem tet. Wetterau abgeha Burner angemeldet e teil. Seitens der ' Weilburg, 19. aujendjabrfeie August stattfinder men glänzenden Verl milf einzelne, in fi pilt Darstellungen om Beginne des zehr Regenwart. Die fünf Bruppen rührt von de Wolfen in Wiesbaden itung des Buges rut erden von Duffeldorf Hirzenhain. Be ahrlichen Spizbuber st. Bismarcksäule. Die Besichtigung und Besteigung der Bismarcksänle ist bis auf weiteres jebermann unentgeltlich gestattet. Die städtische Verwaltung hat Anordnung getroffen, daß Schlüssel zum Turm niedergelegt sind in der Wirtschaft von Schadeck auf der Hardt, bet der Bürgermeisterei, bei Schreibwarenhändler H. Rühn im Seltersweg, außerdem für die Angehörigen der Universität bei dem Hausverwalter des Kollegiengebäudes. Für die Rückgabe des Schlüssels ist von dem Entnehmer bei der Entnahmestelle der Betrag von 50 Pfg. zu hinterlegen. Um dem Publikum die Besichtigung zu erleichtern, hat die Städtische Verwaltung Vorsorge getroffen, daß der Turm an den beiden nächsten Sonntagen nachmittags von 3-9 Uhr ständig geöffnet ist. * In diesem Sommer wird in Gießen zum erstenmale von der wohltätigen Einrichtung einer Ferienkolonie $ gab, hat endlich die& Sommerzicncat B antenwärter angen rifter Weise beftoble Gebrauch gemacht. Durch die Bücking'sche Stiftung iftlich Genit Schub ein Fonds vorhanden, aus dessen Mitteln die Roften bestritten werden. Aus der Stadtmädchenschule sind durch den Schularzt 20 Rinder ausgewählt worden, für die die Wohltat eines Landaufenhaltes dringend geboten scheint. Die Kolonie wird bei Gastwirt Theiß in Weitershain untergebracht. Der Landaufenthalt der Kinder erstreckt sich auf 4 Wochen, vom 18. Auguft bis 15. September. In der Beaufsichtigung wechseln zwei Lehrerinnen ab. hette mit Schmu 0000 Mt. mitgenom m Trog war es de Weider Weise wie in Werte bon 2000 ien, sich seiner Ve ang es, den gefä d. Muhr dingfest Buzbach berbracht le Brillanten und G pragt. *** Besizwechsel. Die der Familie Noll gehörige in der Ostanlage belegene V.la ist für 110 000 mt. von der früheren Besizern, Frau Burt, zurückgekauft worden. * Eine Talsperre im Taunus. Wie von sehr zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, dürfte dem preußischen Landtag in einer nächsten Session eine Vorlage über die Anlegung einer Talsperre im Taunus zugehen. Nah dem Vorschlage der Bezirksregierung zu Wiesbaden, die das Projekt bereits fertig ausgearbeitet haben soll, dürfte sie in der Nähe von Schmitten angelegt werden. Die Anlage soll zugleich zur Gewinnung von elektrischer Energie benutzt werden. * Das folgende originelle Inserat befindet fich in der„ Heiligenft. 3tg.": 3u der nächsten Sonntag, Marburg, 19. Ju It ift bret berbängt merfabefiber haben tarif mit erhöhten nun das Studenten t auch eine groß igung der Fuhrm Clubenten, ausmait Borgung berjelb n Westerburg. Di und etwa 500 rboe gemorsen -mobl zielt mgeduldig wird, etrieben. Feb Bebege gerannt, Confuela bat " Rojo gana! bat gewonnen, die Kunft der 1. Die Wetten gezahlt. Die Blaze, Lachen mert um die gen und Ent gefegt haben utelt die Halle hen noch einen zu. Alle Be eten der Räume, empfunden hat, den 15. ds. Mts., stattfindenden Namensfeier lade ich alle Freunde und Bekannte ergebenst ein. Morgens Don 9 Uhr an Entgegennahme der Gratulationen und Geschenke, nachm. 3 Uhr Festessen bestehend aus Bouillon, Hundebraten und Salzkartoffeln. Heinrich Heinrich Jünemann, Heuthen, am Teiche." Dankbare Biertrinker gibt es in Mainz. Da eine dortige Brauerei den erfreulichen Beschluß verfündet hat, trotz der Biersteuer den Verkaufspreis nicht zu erhöhen, haben die Konsumenten als Zeichen der Dankbarkeit ihr einen Facelzug dargebracht. Der saubere Hesse. Unter dieser Spigmarke bringen Berliner Blätter folgende gelungene Geschichte: " In einer Darmstädter Zeitung steht folgender Sat: Vollständig gesund und frei von jedem Ungeziefer sehen wir bei weiterem günstigen Wetter einer der besten Ernten entgegen." Correspondent scheint fleißig Bacherlin gebraucht zu haben. Achtung vor seiner Die Hallen ficheinlichkeit!" len die Kugeln en die Rufe des W. O. erichtliches Ber eine unglaublic bon 175 000 gegründeten Turnerbunde an. Einmündung der Westerwald querbahn in den hiesigen Bahnhof shreiten rüftig vorwärts; immerhin aber wird es noch geraume Zeit dauern, bis der imposante, mächtige Brückenbau fertig gestellt est. Ueberhaupt hat der Bau der Westerwald querbahn in der hiesigen Gemarfung mit ziemlich schwierigen Terrainverhältnissen zu fämpfen; Hohe Dämme müssen errichtet und viele Meter tiefe Felssprengungen ausgeführt werden. Dafür wird aber auch die Bahn eine der interessantesten Eisenbahnstrecken unserer engeren Heimat Nassau werden. Sihung der Stadtverordneten Gießens. - Bieber, 19. Juli.( Verspätet.) Der hiesige noch ziemlich junge Turnverein war durch namhafte opfer willige Beiträge in die angenehme Lage verseßt, an dem letzten nen Vorschuß Der Verein, dem Gau Hissen zugehörig, fonnte es topoem ihm gestatten möge, seine Abortgrube nach gründlicher DisSonntage das Fest semer Fahnenweihe zu begegen. bat gegen der nicht unterlassen, auch die benachbarten Turnvereine von Rodheim und Feuingshausen einzuladen, zumal unser Dörfcher mit diesen beiden Ortschaften zu einem Gemeinoewesen ver= ange Ersparnisse Turnverein und auch derjenige von Fellingshausen dem neu einigt ist. Nun gehören befanntlich der ältere Rodheimer ng flagt. Die Leider kam es hierselbst at gegen ibren schon vor Aufstellung des Festzuges zu scharfen AuseinanderRom die Klage Bungen zwischen mehreren eifrigen Mitgliedern beider Veraber trotzdem willtyte, so schreibt man uns, Herr Sarlos, die einstößel- Gißen als Vertreter des Gaues ein, daß die errinzessin Marta tenenen Turnvereine an dem Festzuge teilnahmen und es erſuch aus Ab. chien somit aller Hader beseitigt. Wenn irgendwo, so sollte sprang in den doch gerade bei öffentlichen Festuchteiten nur das eine gelten, as uns eint. Jedoch es sollte bald anders fomm.n. Sämtliche erschienenen Vereine vom Gau Hessen, 6 an der Bahl, verließen den Festplatz und kehrten somit unserer Festdichteit ohne Grund den Rücken. Leider muß durch derartige Zwischenfälle der gute Fortgang der edlen Turneret im Biebertal nur gehemmt und die Kluft zwischen den benachbarten Vereine vergrößert werden. ift eine Tochter 20. Juli. Dienstag in bor der Höhe. te gegen Abend g von Hessen Großherzogin unden worden. in Alzey ist in der beterinär ät nach Cießen bände. * Vom Vogelsberg, 19. Jult. Eine 3 wetschen ernte steht in Aussicht, wie dergleichen selten vortommt. Die Bäume hängen so übervoll von Früchten, daß viele schon jeßt der Stüße bedürfen. Dabei sind die grünen Früchte recht vollkommen entwickelt. * Vom Vogelsberg, 19. Juli Die Ergebnisse der Beerensträucher sowohl des Gartens als auch des Waldes find in diesem Sommer im Durchschnitt mäßig. Stachelbeeren und Johannisbeeren tragen, Ausnahmen abgerechnet, nicht reichlich. Auch die Erdbeeren stehen nur bereinzelt, sodaß der Verkauf dieser Früchte der den vinzialtasse r amberen Einsamen Kindern ansehnlichen Erlös bringt, geringer ist. bringt die Beeren rasch zur Fäulnis. Die Himbeeren, die jetzt erst reifen, leiden gleichfalls unter der anhaltenden Nässe. Preise vor. An allgemeine Ber g und Neubau ht, Wissenschaft Kontrolle der al- Siechenanflalt Seitan 6000 t O Mr.( darunter gung der G r den Straße Rilometer langen Koftenaufwand Um von 3-9 Uhr § Garbenheim, 19. Juli. Sonntag und Montag veranstaltet unser taninchenzüchterverein hier eine Ausstellung. * Nieder- Rosbach, 19. Juli. Am 21., 22. und 23. Juli wird in unserem Orte das 13. Gautura fest des Gaues Wetterau abgehalt n werden, zu dem sich schon 350 Breisturner angemeldet haben. Es nehmen 36 Vereine am Feste teil. Seitens der Vereine werden 10 Musterriegen geftelt. 本 Weilburg, 19. Juli. Der aus Anlaß der gung und Bausendjahrfeier der Stadt Weilburg am teres jedermann 19. August stattfindende historische Festzug verspricht altung hat einen glänzenden Verlauf. Der Zug zerfällt in etwa rm niedergelegt zwölf einzelne, in sich abgeschlossene Gruppen und Hardt, bet der enthält Darstellungen aus der Geschichte Weilburgs H. Kühn im bom Beginne des zehnten Jahrhunderts ab bis in die der Univerfitat Gegenwart. Die fünstleriche Ausführung der einzelnen des. Für die Gruppen rührt von dem bekannten Kunstmaler Theodor nehmer bei der Ohlsen in Wiesbaden her, in dessen Händen auch die interlegen. Leitung des Zuges ruht. Die historisch treuen Kostüme Stern, hat die werden von Düsseldorfer und Mainzer Firmen geliefert. der Turm an * Hirzenhain. Verhaftung Bös. Einen überaus gefährlichen Spitzbuben, der sich mit Kleinigkeiten nicht abgab, hat endlich die Gerechtigkeit erreicht. Im Mai v. J. zum erftenmale war Kommerzienrat Buderus Hirzenhain von einem als cientolonie canfenwärter angenommenen Menschen, der sich| Stiftung schlich Ernst Schubbring aus Falkenheide nannte, in dreifter Weise bestohlen worden. Der Dieb hatte eine ule find burd kaffette mit Schmuckgegenständen im Werte von 20 000 Mt. mitgenommen. Aller aufgewendeten Mühe um Trotz war es dem Dieb, der auch in Köln sich in gleicher Weise wie in Hirzenhain Schmuckgegenstände im Werte von 2000 Mt. angeeignet hatte, möglich gebesen, sich seiner Verhaftung zu entziehen. Endlich gelang es, den gefährlichen Menschen in Schwerte d. Ruhr dingfest zu machen. Er wurde von dort nach Buzzbach verbracht. Das gestohlene Gut, darunter biele Brillanten und Edelsteine, hat der Deb allerdings berpraßt. In die Roften , für die bie geboten fcheint tersbain unter ftredt fich auf ber. In ber Noll gehörige 10000 t zurüdgetauft Bie von febr über die Unpreußischen em Vorschlage Brojeft bereits Der Nähe von zuglet zur erden. rat befindet ten Sonntag, * Marburg, 19. Juli. Ein eigentümlicher Boylott ist hier verhängt worden. Die hi figen vereinigten fuhrwerksbesizer haben rämlich vor einiger Zeit einen neuen Lohntarif mit erhöhten Säßen eingefügrt. Gegenwärtig be= geht nun das Studententorps Nassovia" sein Stiftungsfeft, bomit auch eine große Wagenfacht verfaüpft ist. Weil die Bereinigung der Fuhr weite besitzer zu teuer war, beschlosse.. die Studenten, auswärtige Wagen zu nehmen und beauftragten Besorgung derselb n einen hiesigen Einwohner. * Westerburg. Die Arbeiten an der etwa 40 Mter ohen und etwa 500 Meter langen Talbrücke vor der Gießen, 19. Juli. 1906. Uhr und gibt zunächst Kenntnis von dem Dank des Rettors Oberbürgermeister Mecum eröffnet die Sigung 414 Hahn für die Ehrungen, die ihm die Stadt Gießen anläßlich der Feier seiner 50jährigen Lehrtätigkeit erwiesen hat. Dann wird in die Tagesordnung eingetreten. Emil Schön ist um Bauerlaubnis für die verlängerte Wilhelmstraße eingekommen, dem aber feine Folge gegeben wird, weil das Terrain noch außerhalb des Bebauungsplanes liegt und auch noch eine Aenderung der Baufluchtlinie vorgesehen ist. Wachtmeister Kasper ersucht die Stadtverordneten Versammlung, daß sie infektion als Regenwassergrube benutzen zu dürfen. Das Gesuch muß jedoch abschlägig beschieden werden, weil es einer Verordnung entgegensteht. Da das Haus aber im Prinz p gegen die Regenwasser cisternen nichts einzuwenden hat, so stimmt es einer von der Baudeputation beantragten generellen Aenderung der betreffenden Verordnung zu, laut deren es in Ausnahmefällen gestattet werden soll, solche Gruben zu halten. Bet der Wasserleitung und Gasleitung in der Dreihäusergasse müssen neue Rohre verlegt werden. Der dazu erforderliche Kredit von 160 Mt. wird bereitgestellt.Die Wasserleitung von Duedoorn nach Gießen hat auf ihrem Wege infolge des toupierten Terrains fein gleichmäßiges Gefälle, sondern steigt und fält wiederholt. Hierbei ist es unvermeidlich, daß sogenannte Luftsäcke entstehen, die die Leistungsfähigkeit der Leitung beträchtlich herabmindern. Um diesen Uelstand zu beseitigen, sind Luftventile eingebaut worden und zwar mit gutem Ecfolge, da jgt 4900 cbm täglich durchgepumpt werden fönnen, während das frühere Quantum bei 3800 cbm stehen blieb. Der Einbau ist also ein sehr zweckentsprechender und die Aufwendungen dafür im Betrage von 800 Rt. werden deshalb debattelos genehmigt. Vor enigen Jahren hat sich im Großherzogtum Hessen ein Landesverband zur Errichtung einer Trinter heilstätte gebildet, der aber sehr bald auch auf die Provinz HessenNassau ausgedehnt wurde, da sich unser Großherzogtum zum Wirkungsfeld als zu flein erwies. Der Verband hat seine Arbeit tatkräftig in Angriff genommen, indem er 1902 bei Gelnhausen Gelände erwarb und eine Heilstätte errichtete. Die Erfolge fonnten jedoch über einen kleinen Rahmen nicht hinaustreten, da es dem Verbande an Mitteln gebricht. Er wendet sich deshalb mit der Bitte um eine einmalige oder fortlaufende Unterſtüßung an die Stadt. Das Haus erkennt die Nüßlichkeit einer derartigen Anstalt an und bewilligt vorläufig einen einmaligen Beitrag von 200 Mart. Im Falle das Unternehmen, das auch sehr wohl eine Entlastung unserer Armenpflege herbeiführen kann, einschlägt, sollen weitere Unterstützungen gewährt werden. Das Gesuch des Roten Kreuz Vereins um Unterstüßung für das südwestafrikanische Expeditionstorps wird dagegen mit dem Hinweise abgelehnt, daß dies Sache der Privatwohltätigkeit sei. Stadtverordneter Eichenauer führt aus, daß bis jetzt jeder ausreisende Soldat des 116. Infanterie- Regiments unterstützt und damit nach dieser Seite hin schon etwas getan worden sei. folgenden Beratungen, bie damit abschließen, daß 70-75 Mt. zur Berteilung von 2500 Tuberkulose.Merkblättern an die Kinder der Volksschulen ausgeworfen werden, bringt bemerkenswerte Mitteilungen aus dem sozialhygienischen Gebiete. Stabv. Medizinalrat Dr. Haberkorn eröffnet, daß in nächster Zeit im Kreise Gießen eine Verordnung eingeführt werden wird, laut derer schwere hälle von Tuberkulose off ziell gemeldet werden müsser. Oberbürgermeister Mecum macht die Mitteilung, daß Geheimrat Prof. Moritz sich bereit erklärt habe, mit seinen Assistenten in der Klinik eine besondere Sprechstunde für Tuberkulose abzuhalten. Die Bevölkerung legt ein erfreuliches Berständnis für hygenische Einrichtungen an den Tag. Als beredtes Zeichen dafür spricht die Tatsache, daß sie die Desinfektions Anstalt vielfach freiwillig benut. Der fogende Punkt: - Die - Erweiterung des Schlachthofes und Erbauung einer Kühlhalle hängt ebenfalls mit den gesundheitlichen Verhältnissen unserer Stadt zusammen. Schon lange war die Erweiterung des Schlachthauses und die Errichtung einer Kühlhalle geplant. In den eingehenden Beratungen hat man auch die Ver legung des Schlachthauses erwogen, doch hat man schließlich dem Umbau den Vorzug gegeben. Ber Bearbeitung der Pläne wurde vor allen Dingen darauf Rücksicht genommen, die Anlage so durchzuführer, daß die späteren Erweiterungen, mit denen ja infolge unserer ständig ansteigenden Bebölferungszahl gerechnet werden muß, ohne Schwierigkeiten vor sich gehen fönnen. Das Schlachthaus, das in seinem gegenwärtigen Umfange den Fleisch bedarf einer Bevölkerung von 30 000 Personen deckt, ist an der Grenze ſeiner Leiftungsfähigkeit angelangt; es wird deshalb seine Ausdehnung zur Befriedigung des Konsums von 50 000 Personen ir Auge gefaßt. Die Kosten dazu stellen sich auf rund 422 000 Mt. Die Kühlhalle soll 70 3 Den erhalten, eine ntage, die für die nächste Butunft vollkommen ausreicht. Oberbürgermeister Mecum ist entgegen der Majorität der Schlachthaus Kommission und der Meßer der Ansicht, daß die Kühlhalle auch anderen Geschäftsleuten zu Gute kommen sollte, indem einzelne Zellen der Aufbewahrung von Geflügel, Butter und Etern zu dienen hätten. Die Stadtverordneten Kirch und Krumm unterstüßen ihn hierin. Rirch und Krumm unterstüßen ihn hierin. Die zu er Schlaflosigkeit. Kein Mittel wirkt so prompt und wohltuend und schafft natürlichen Schlaf wie Dr. Rays Nervol. Wer an Schlaflosigkeit leidet, wird es zu schätzen wissen, ein solches Mittel zu besitzen. Enthält: Kaliforn. Haferertraft 50, Fenchel 20, Anis 20, Pomeranzen 20, Baldrianeytraft 20, Glyzerin 30, Suder 30, Bromfalium, Bromnatrium, Bromammonium je 10. Dr. Rays Nervol ist in den Apotheken erhältlich. hebenden Gebühren werden voraussichtlich die Aufwendungen für die Kühlhalle nicht decken, doch wird ein Zuschuß troßdem nicht erforderlich, da das Minus durch den Gesamtbetrieb des Schlachthofes ausgeglichen werden wird. Um das Projekt der Schlachthoferweiterung weiter auszuarbeiten, soll ein besonderer Techniker eingestellt werden. Grundlage aber bleibt, daß das Schlachthaus eine möglichst zentrale Anlage erhält, damit spätere Erweiterungen ohne Schwierig lose Bustimmung, denn die Geschichte der Städte lehrt, daß feiten sich angliedern. Dieses Projekt verdient rückhaltgerade bei der Anlage solcher Einrichtungen, deren Umfang durch das Anwachsen der Bevölkerung ein immer weiterer Kreis gezogen wird, vielfach Fehler begangen worden sind, die zu beseitigen, spätere Generationen erhebliche Opfer an Zeit und Geld bringen mußten. G. H. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 6. Sonntag nach Trinitatis, den 22. Juli. Gottesdienst. In der Stadtfire. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gem- inde erbeten. Vormittags 114 Uhr: Rinderkirche für die Marcusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Die Kinderkirche für die Matthäusgemeinde am nächst folgenden Sountag, den 29. Juli, fällt aus. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Steiner. Bugleich Christeniehre für die Neufonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 91 Uhr: Professor D Drews. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 114 Uhr: Kindergottesdienst für die Lutasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 8 Uhr, Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaale der Johanneskirch. Am nächstfolgenden Sonntag, dem 29. Juli, nach allen Gottesdiensten, Kollekte für die Innere Mission. M Batholische Gemeinde. Samstag, den 21. Juli. legenheit zur heiligen Beichte. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: GeSonntag, den 22. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 61/2 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Vorm. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Kommunion. Vorm. um 91 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Batholischer Gottesdienst in Grünberg ist Sonntag, 22. Juli, vorm. 9% Uhr: heilige Messe mit wredigt. Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am 6. Sonntag nach Trinitatis( 22. Juli) predigt: 1. vormittags: Defan Wagner. festes Text: Ap. Gesch. 5, 34-42 Lied Nr. 159. Der Nachmittags- Gottesdienst fällt wegen des Missionsin Ober- Off iden aus. Gottesdienst mit Katechismusl hre mittags 12 Uhr in Staugenrod. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 21. Jult. Wolftg, trüb, leichte Regenfälle, noch etwas fühler, mäßig westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Gieken. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 2. Es fönnen eingestellt werden: 1 landw. Knecht, 3 Idm. Arbeiter, Ziegeleiarbeiter, 5 Bauschlosser, 2 Wagner, 5 Schreiner, 1 Schneider, 2 Glaser, 2 Installateure, Erdarbeiter und Handlanger, 3-5 kräftige Arbeiter, 1 Heizer, 2 jüngere Arbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Küchenmagd, 1 Kutscher, 4 Dienstmädchen, 1 Mädchen zur Aushilfe( tagsüber), 2 Lauffrauen, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Elektromonteur, 1 Schreiner, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: 1 Buchbinder, 1 Schreiner( Anschläger), 3 Waschund Putzfrauen, 1 Flicfrau, 1 Glaser, 1 Heizer, 1 Staufmann, 1 Lauffrau, 1 Schreibgehilfe. pa Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in Uebereinstimmung mit der Stadtverordnetenbersammlung der unterm 28. August 1900 erlassene Tarif für das Droschkenfuhrwesen in der Provinzialhauptstadt Gießen ergänzt worden ist, wie folgt zu zwei Streckenfahrten. Direkte Fahrt von einem Punkte der engeren oder weiteren Stadt bezw. vom Bahnhof nach Einspänner 3meisvänner Personen: Forsthaus Hochwart Wasche mit LUMNS Luhns 1-2 3-4| 1-2 3-4 1,80 2,30 2,30 2,80 Gail'sche Dampfziegelei, TonIrrenanstalt warenfabrik 1,- 1,50 1,50 2,- 1,40 1,20 1,70 Giebt schönsteWäsche Nurecht MIT ROTBAND Gießen, den 18. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr.: Die Ebelstiftung. Zur Ausführung der Ebelstiftung sind in diesem Jahre im Wege des öffentlichen Ausschreibens zu ber. geben: 1. Die Lieferung von etwa 20 Knabenanzügen aus fräftigem Stoff.( Joppe und Hose.) Flechtenkranke Keine Serienlose oder Pfennigslotterie! Nur Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. Gewinn durch Beitritt zu amtl. angem. Verein! Kein Risiko! Gesetzl.staatl. angeordnet! Eine Mark monatl. Streng reell! genügt! Keme ausländische Sache! Viele Mill. Hauptgewinne! Kleinster Treffer höher wie der Ankauf! Beitritt tägl.! Prospekt durch alleinige| AnnahmestelleChr.Hummel München, Römerstrasse 3. Palästina-, Medizinal-, auch solche, die nirgends Heilung Ungar- und fanden, verlangen Prospekt und beglaubigte Atteste gratis.( Kein Medizinhandel.) Rolle, AltonaBahrenfeld, Beethovenstraße 12. SteckenpferdLilienmilch- Seife b. Bergmann& Co., Radebeul erzeugt ein zartes, rosiges und jugendfrisches Mussehen, weiße Knaben- sammetweiche Haut und reinen, blendend schönen Teint. 2. 60-80 m Stoff zu Winterkleidern für Mädchen. 3. 70-80 m Baumwollflanell für Hemden. 4.50-60 m wollene Lama für unterrücke. 5. Die Anfertigung der Mädchenkleider, und Mädchenhemden und Unterröcke. Angebote sind einzureichen bis spätestens 1. August d. Js., nachm. 6 Uhr. beim städtischen Armenamt, Neuenbäue 25, Zimmer Nr. 2. Gießen, den 17. Juli 1906. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Im städtischen Hospital, Seltersweg 11, werden am Samstag, 21. d. M. nachmittags 22 Uhr, Möbel aller Art, Bettzeug, Kleider usw. öffentlich meiftbietend versteigert. Steßen, ben 16. Juli 1906. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Betr.: Die Ebelstiftung. à Stď. 50 Bfg. bei: B. J. Möbs. Emil Koch. Geld! Bares Geld! Hoher sofortiger Verdienst für Jedermann! Kein Kapital! Kein Laden nötig! Spielend leicht! Offert. u. A. B. a. Annoncenexpedit. Eugen Wieland, Lindau in Bayern. Makulatur hat abzugeben Anmeldungen zum Bezuge ron Kleidungsstüden Expedition d. Blattes. für arme Kinder aus der Ebelstiftung sind bis pätestens 5. August 1906 auf dem städtischen Armenamt, Neuenbäue 25, borzubringen. Gießen, den 17. Juli 1906. Die Armen- Devutation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Südanlage zwischen Goethestraße und Bismarckstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrberkehr gesperrt. Gießen, den 17. Juli 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Blockstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 19. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Arbeitsvergebung. Die zur Unterhaltung der Gebäude des städtischen Kasernements erforderlichen Weißbinderarbeiten sollen Mittwoch, den 25. Juli d. J., vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 19. Juli 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. italienische Weine offeriert zu billigsten Preisen Ludw. Kronebergjr. Bäckerei Rheumatismusn. Gicht- Kranken, teilt unentgeltlich mit, was ihrer lieben Mutter nach jahrelangen gräßlichen Schmerzen sofort Linderung u. nach kurzer Zeit vollständige Heilung brachte. Marie Grünauer, München, Pilgersheimerstr.2 II Darlehn auf Möbel, Wirtschaft ufw. gibt Selbstgeber ohne unnötige Vorauszahlung. Unger, Berlin, Gubener Straße 46. Rüdporto. Küchenmädchen gesucht. Alte Klinik, Gießen. Monatsfrau fofort gesucht. Zu melden bei Philippi Gießen, Bruchstraße 13a. Schöne möblierte Zimmer mit oder ohne Pension zu ver= mieten. 17. Gießen, Bismarckstraße Nr. = Im Erscheinen befindet sich:= Meyers 11,000 Abbadungen, 1400 Tafela and Karton. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsKin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Verweisungen. 148,000 Artikel Lexikon. ao Bände in Halbleder gebunden an je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Drucksachen aller Art liefert in jeder Ausführung zu billigsten Preisen die Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. Bekanntmachung. Betr. Unbefugte Führung des roten Kreuzes. Da es nicht ausgeschlossen ist, daß das sogenannte „ Genfer rote Kreuz" noch immer im geschäftlichen Verkehr unbefuit Verwendung findet, machen wir auf die nad folgenden Gesetzesbestimmungen erneut mit dem Anfügen aufmerksam, daß die Polizeibeamten angewiesen sind, gegen Zuwiderhandelnde Strafanzeige zu erheben, Das Reichsgesetz zum Schuhe des Genfer Neutralitätszeichens vom 22. März 1902 bestimmt: Das in der Genfer Konvention zum Neutralitätszeichen erklärte Note Krenz auf weißem Grunde, sowie die Worte:„ Rotes Kreuz" dürfen( abgesehen von ihrer Verwendung für Zwecke des militärischen Staatsdienstes) zu geschäftlichen Zwecken, sowie zut Bezeichnung von Vereinen oder Gesellschaften oder zur Kennzeichnung ihrer Tätigkeit nur auf Grund einer Erlaubnis gebracht werden, die im Großherzogtum Hessen von Großherzoglichem Ministerium des Innern erteilt wird. Dies gilt auch dann, wenn das Genfer Note Kreuz mit Abweichungen wiedergegeben wird, sofern die Gefahr einer Verwechselung vorliegt, Buwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft bestraft. Seine Anwendung finden diese Bestimmungen auf den Vertrieb derjenigen, mit dem Roten Kreuz versehenen Waren, welche vor dem 1. Juli 1903 mit einem amt lichen Stempel versehen worden sind. Sämtliche andere bis jetzt in Geltung ge wesenen Ausnahmen sind von dem 1. Juli 1906 ab aufgehoben. Gießen, den 18. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. In letzter Zeit ist wiederholt beobachtet worden, daß die Kutscher der Bäcker- und Metzgerwagen in über aus raschem und unzulässigem Tempo durch die Straßen der Stadt jagen, sodaß Unglücksfälle sich leicht ereignen fönnen. Ferner wurde wahrgenommen, daß dieselben Kutscher, in den Zeiten, in welchen sie die Kunden mit Brot c bedienen, den inneren Zugftrang thres Gefährtes nicht aushängen, vielmehr die Pferde durch schulpflichtige Kinder, welche sie auf dem Bock mitnehmen, beaufsichtigen laffen. Letterer Umstand hat fürzlich zu einem bedauerlichen Unfall geführt, bei welchem ein 9jähriger Knabe über fahren und schwer verletzt wurde. Wir richten deshalb an die Fuhrwerksbefizer die dringende Mahnung, ihr Personal vor diesen unzulässigen und strafbaren Handlungen zu warnen, da die Schut mannschaft zur unnachsichtlichen Anzeigeerhebung bei Zuwiderhandlungen angewiesen ist. Gießen, den 19. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Wieger gesucht. Zur Bedienung der städtischen Wage am Neustädter Tor wird zum alsbaldigen Eintritt ein Wieger gesucht Mit der Stelle ist eine monatliche Vergütung bon 45 Mt. verbunden. Geeignete Bewerber wollen ihre Meldung unter Angabe ihrer näheren Verhältnisse binnen 8 Tagen hierher einreichen. Gießen, den 16. Juli 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Hochbautechniker gesucht. Für die Erweiterung des städtischen Schlacht hofes und die Erbauung einer Kühlhalle wird zu Unterstützung unseres Hochbauamtes bei der Entwurf bearbeitung und Ausfürung ein in diesen Arbeiten fahrener Hochbautechniker gesucht. Meldungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften, gabe der Gehaltsansprüche und der Zeit des etwaigen Dienstantrittes bis spätestens Ende Juli erbeten. Persönliche Vorstellung zunächst nicht erwünscht. Gießen, den 13. Juli 1906. Großh. Bürgermeisterei Gicken Mecum. Locomobilen ( fahrbar m. Wanderconzession.) 1 Std. v. Lanz 89 erbet. fein hergerichtet 7-9 P. S Feuerbüchse neu 12-17 1 " " " 1 90 97 " " " " " Ausziehkessel billig abzugeben." " 20-30 Herborner Pumpenfabrit, Herborn. KAKAO STOLWERCK SCHOKOLADE AUS DEM REICHE WISSENS Huegeftorbene Tiere. helchäftigt die Tierfa hervor. Während bex schleuderte er fast jeden Waimanga gewesen. Er wurde e a im und Dampf letzten Jahre ist das größte Naturwunder biefer Gegend der Januar 1900 entdeckt und hatte seine Tätigkeit vermutlich schmußig schwarzem Wasser zugleich mit Schlamm und unscheuren 231öden in die Luft. Grit etwa 100 meter ther Tag und zuweilen noch häufiger strömt heißes Waffer große Geyser von erst furz vorher begonnen. Dammächtige Wassersäulen von 165 Freitag, den 20. Juli sische Famili 1906