Nr. 167 Debattion u.Haupterbebition: Gießen, Seltersweg 83, Fernsprechanschluk Nr. 362. Donnerstag, den 19. Juli 1906 Gießener 15. Jahrgang E Gratisbeilagen: Oberheffiſche FamiHiruzeitung( tägi) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten - ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amflichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Was wird aus dem Zarenreiche? - Wer Rußlands Zukunft voraussagen lönnte! De Bersuch wäre ein verwegenes Beginnen. Man erfährt, was an einzelnen Stellen geschieht, hier und da offenbart sich die Stimmung eines Ausschnitts der Bevölkerung aber die Gesamtheit der Erscheinungen, der leitende Grundzug kommi nicht ans Licht. Reichsduma und Reichsregierung liegen miteinander im Streit. Die Mitglieder der Duma sind un ermüdlich in Angriffsreden auf die Regierung, der sie keine Verteidigung gönnen. Die Minister dürfen taum wagen, das Wort zu ergreifen. Noch niemals hat ein Ministerium So viel Mißtrauens- und Verachtungsvoten erhalten, wie das Ministerium Goremyfin, das gleichwohl nicht abgeht, weil seine Entlassung nicht erhält. 8ar Nitolaus, heißt ea neuerdings, wolle Goremylin entlassen, und ein Kabinett aus der Mitte der Duma berufen. Aber er zögere noch. Ueber diese Bögerung freuen sich ficher die Dumamitglieder am meisten, die in der Gefahr sind, in das Ministerium berufen zu werden. Was sollen sie denn als Winister Aus der Mitte beginnen? berufen, der Duma angewiesen, Find fie darauf in Uebereinstimmung mit der Duma zu regieren. Das tönnen fie aber nicht. Sie tönnen es so wenig wie Goremytin denn die Mehrheit der russischen Reichsduma ist regierungsunfähig. Die Wehrs heit der Reichsduma stellt Anforderungen, die nicht blos das Jezige Kabinett nicht erfüllen will, sondern die fein Kabinett erjüllen fönnte. Die Duma hat auch garnicht die Absicht, bie Goffudarstwennaja Duma", d. t. die Kaiserliche Duma zu sein. Sie fühlt sich als die Vertretung des russischen Boltes und seines Willens, demgegenüber fein Herrscherwille gelte. Sie ist nicht durchaus antifaijerlich; aber ihren Willen stellt sie über den des Kaisers. Andererseits ist das Ministerium nicht in der Möglichkeit, ohne Zustimmung der Duma die Reichsgeschäfte fortzuführen. - Sie werden auch garnicht fortgeführt, sondern um einen Ausdruck des weiland österreichischen Minister Präsidenten Grafen Thun zu gebrauchen: es wird fortgewurstelt." Daran würde auch nichts geändert, wenn Dumamitglieder an die Regierung tämen, d. h. Ministerposten erhielten. Sie würden alsbald merken, daß man durch die Erlangung der höchsten Staatsämter noch nicht regierungsfähig wird. Wian muß außerdem zum mindesten ein mögliches Regierungsprogramm haben. Und gerade daran jehlt es. Die Dumas mitglieder haben zum Teil gewiß den besten Willen, aber es mangelt ihnen der Blick für das Erreichbare. Namentlich die bäuerlichen Abgeordneten geben mit ihren Forderungen ins Waßlose. Jeder Bauer, so verlangen sie, soll 5 Desijatinen Land haben( etwas über 20 Morgen). Das mag viel jein pder wenig es ist jeden alls mehr, als Rußland, das riefige Rußland überhaupt Boden hat. Und wenn selbst der Boden vorhanden wäre, so ist doch mit der bloßen Landberteilung fein dauerndes wirtschaftliches Gedeihen gesichert, nicht einmal ein vorübergehendes. Es wäre aber vergeblich, den Bauern und ihren Ver retern in der Duma Vernunft zu predigen. Man tann Ihnen den weiten Blick nicht geben und ihnen nicht die Erbanerung nehmen an das Leid, unter dem sie seit ungezählten Benerationen geseufzt haben. Sie wissen nichts von Staatsraison und wollen nichts von ihr wissen. Nur mit der eigenen Not find sie vertraut. Sie sehen Land vor sich, das nach ihrer Auffassung der Besitzer nicht braucht und das fie jelbst entbehren. Daß sie es entbehren sollen, betrachten sie als ein Unrecht; fie sehen fein Unrecht darin, es dem Besizer zu nehmen. Und die Bauern, von denen sie gewählt find, baben bereits begonnen, sich selbst das zu schaffen, was fie Ihr Recht nennen. Unter allen revolutionären Erscheinungen in Rußland ist die revolutionäre Bewegung der Bauernschaft bie gefährlichste. Denn der Bauer ist das eigentliche konjerbative Element in jedem Staat. Wenn diese jeste Grundlage bantt, so wantt alles. Die fommende Entwickelung fann niemand mit Bestimmtheit voraussagen. Doch nicht bei der Duma und ihren Reden, nicht bei den Ministern des Zaren Kegt die Entscheidung, sondern bei den russischen Bauern. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. Der Bundesrat hat über die Rückzahlung und Nach erhebung von Zollbeträgen neue Bestimmungen erlassen. 8u viel erhobene Bollbeträge sind zurückzuzahlen, wenn sie mehr als 10 Pfennig betragen und der Anspruch auf Rüdzahlung rechtzeitig schriftlich oder mündlich angemeldet wird. Beträge von drei Mark oder darüber sind auch ohne Antrag zu zahlen. Zu wenig erhobene Selbeträge find nachzuerheben, wenn sie mehr als 10 Pfennig betragen und die Nachforderung innerhalb der Verjährungsfrist erfolgt. Die Be timmungen bez. der Rückzahlung finden auf die Behandlung bon Rückzahlungen und Nacherhebungen bei den gemeinSchaftlichen Reichssteuern( ausschließlich der Erbschaftssteuer), bei den Stempelabgaben, der statistischen Gebühr und den bei der Verwaltung der Zölle und Steuern zu erhebenden Gebühren entsprechende Anwendung. Eine Nachforderung bon Gebühren, darf nur innerhalb Jahresfrist, vom Tage ber Fälligkeit an gerechnet, erfolgen. Wie es heißt, wird in badischen Regterungsfreisen eine Amnestie für das Großherzogtum Baden vorbereitet, die im Herbst verkündet werden soll. • Die erste badische Kammer stimmte der Personen. tarif Reform in der Regierungsfassung gegen vier Stimmen zu. Mit der Abstimmung ist die Einführung des Zweipfennigtarifs in der dritten Wagentlasse der Personenzüge, unter gleichzeitigem Verzicht auf die Einrichtung der Kilo meterhefte und unter Ablehnung der vierten Wagenklasse, für Baden endgültig entschieden. Vom 6. bis 8. August hält der Zentralverband deutscher Haus- und Grundbefizervereine seinen 28. Verbandstag in Eisenach ab. Auf der Tagesordnung stehen Verhandlungen über die Wertzuwachssteuer, die Steuer nach dem gemeinen Wert, das Erbbaurecht und seine wirtschaftlichen Wirkungen, die Organisation der Grund- und Hausbefizervereine und deren gefeßliche Vertretung vor den Behörden, Kritik und Beleuchtung der Grundlagen, auf welche die Höherbesteuerung des städtischen Grundbefizes im Verhältnis zur Besteuerung der Einnahmen aus anderen Quellen gestützt wird. Außerdem weist die Tagesordnung eine Reihe von Anträgen auf, die Sagungsänderungen, Vermehrung des Bentralausschusses, Stellungnahme gegen Baugenossenschaften batreffen. Bu den angeblichen weißpanden in der Kolontal berwaltung veröffentlicht der 8enirumsabgeordnete Erzi berger die Zeugenaussage, die er in dem eingeleiteten Ver fahren gegen Göz und Genossen wegen der Enthüllungen aus dem Kolonialamte gemacht habe. Abg. Erzberger hai banach die angeschuldigten Beamten entlastet und meint weiter, es bandele fich garnicht um untere Beamte bei den Indiskretionen Höhere Kolonial und Reichsbeamte hätten ihm allerdings wiederholt privatim sehr interessante Mitteilungen, set ed bireft, sei es auf private Anfragen, gemacht. Eine Menge Material hätte er von Anfiebiern, Kaufleuten, Missionären, Schußtruppenangehörigen, auch von Beamten der Schuß gebiete, die nie in der Kolonialabteilung beschäftigt waren, rhalten. Die diesjährige 53. Generalversammlung des Katholiken Deutschlands wird in den Tagen vom 19. bis 23. Auguft in Effen abgehalten. Das Effener Lokalkomitee erläßt feßt die Einladung. Das Programm ist ungemein umfangreich. Gewählt find 11 Kommiffionen. Außer zahlreichen öffentlichen und geschlossenen Versammlungen sind eine Reihe von besonderen Veranstaltungen zur Erbauung und zum Vergnügen, Pontifikalämter, Feftlommerse, ein Festzug, Gartenfest, Männerwallfahrt, ein Voltsunterhaltungsabend 2c., borgesehen. Der Hamburger Senat beabsichtigt eine Vorlage einzubringen, wonach den Abiturienten der Realgymnafen bie ihnen bisher vorenthaltene Berechtigung zum juristischen Studium gewährt werden soll. In Baden hat der OberHirchenrat beschlossen, in Zukunft die Abiturienten der RealAymnafien und der Oberrealschulen zum Studium der Theologie zuzulaffen. Italien. ** Nach umlaufenden Gerüchten soll die Polizei die Nachricht von einem Bombenanschlag gegen den König Bittor Emanuel erhalten haben. Es foll fich um einen anarchistischen Marmor- Arbeiter aus Carrara handeln, der mit vier Genoffen verschwunden sein soll, seit die Polizei von seinem Vorhaben Kenntnis erhalten hatte. Man ist viel fach geneigt, anzunehmen, daß es sich bei dem ganzen Gerücht um eine Mystifikation handelt. Rufeland. - ** Als das erste von der Duma genehmigte Gesetz Ist die Bewilligung von 15 Millionen Rubel zur Linderung ber Hungersnot, nachdem es auch vom Reichsrat bewilligt Die und vom Kaiser genehmigt, veröffentlicht worden. Duma beschäftigt sich mit den Anträgen zu der Agrarfrage. Ron einer Aenderung des Ministeriums verlautet nichts Sicheres. Nach Gerüchten aus Peterhof soll der Zar durch bie jüngsten Mordtaten, namentlich die Ermordung des Generals Koslow im Park von Peterhof und die Anschläne auf Trepow wieder zu einer Politik der schärfsten Repreffalien neigen und von der Berufung eines parlamentarischen Kabinetts ganz abgekommen sein. In Petersburg find Straßenfundgebungen an der Tagesordnung, bei denen rote Fahnen vorangetragen und revolutionäre Lieder gesungen werden. Die Tatsache, daß die Polizei die Ruheftörer gewähren läßt, rückt die offiziösen Beschwichtigungsmeldungen in das rechte Licht, die bemüht find, die Angaben über einen Streit der Schußleute in Abrede zu stellen und darauf zurückzuführen, daß in einzelnen Stadtteilen die Schußleute Forderungen gestellt und erklärt haben, sie würden im Falle der Nichterfüllung in den Ausstand treten." ** Wieder kommt die Kunde von einem neuen BombenAttentat, das diesmal in Tiflis gegen den dortigen Polizeimeister gerichtet war. In der Nähe des Palaisgartens wurde bie Bombe aus einem Fenster der Grusinischen Adelsschule geworfen. Der Polizeimeister Oberst Marimow wurde schwer berwundet. Das Schulgebäude wurde von Soldaten be Schossen. Einer der Attentäter wurde getötet, ein anderer berhaftet. Amerika. Die friegführenden mittelamerikanischen Republiken haben sich auf einen Waffenstillstand aeeinigt. Die gabl der auf Seiten Satvadors bis zum 16. Juli Gefallenen beträgt 700, die der Verwundeten wird auf 1100 geschäßt. Die Verluste auf Seiten Guatemalas schäßt man auf 2800 Tote und 3900 Verwundete. Der Friedensvertrag soll auf hoher See an Bord des Kreuzers der Vereinigten Staaten Marblehead" unterzeichnet werden. Troßdem haben die Guatemalaner die Armee von Salvador am Montag bei Metapa und am Dienstag wieder bei Platanar angegriffen. In beiden Gefechten blieben die Salvadorianer siegreich. frankreich. " ** Der rehabilitierte und zum Brigade- General be Förderte frühere Oberst Picquart ist interimistisch mit der Führung der 10. Infanteriedivision in Paris beauftragt worden. England, ** Die Zusammenkunft des interparlamentarischen sozialistischen Komitees fand unter Ausschluß der Deffents lichfeit statt. Der Borsigende Keir Hardie begrüßte die Delegierten, besonders den Russen Anitin. Einstimmig wurde die Umänderung des Namens des Komitees in Inter parlamentarisches sozialistisches und Arbeits- Komitee" ange nommen. Die Besprechung der Frage einer Umgestaltung des Komitees, durch welche der Bewegung auf die europäischen Barlamente Einfluß verliehen werden soll, wurde auf die Zusammenfunst des nächsten Jahres, die in Stuttgart stattfinden wird, verschoben. Hof und Gefellschaft. Gestern nachmittag 3%, Uhr ist Kaiser Wilhelm in Drontheim angekommen. Wie nunmehr bestimmt ist, soll die Taufe des Sohnes des deutschen Kronprinzen in der zweiten Hälfte des Monats August stattfinden. In aller Stille beging der freitonservative Politiker und Abgeordnete Kardorff die Feier seiner goldenen Hochzeit. Die beiden freifonservativen Fraktionen des Reichstages und des Abgeordnetenhauses widmeten dem Jubilar einen goldenen Becher. Infolge der Hige erkrankte der deutsche Botschafter bei den Vereinigten Staaten von Amerita, Sped von Sternburg, auf der Durchreise in Boston. Er mußte fünf Stunden im städtischen Hospital behandelt werden. Am Abend reiste er nach Newyork weiter. Die Erkrankung des Schahs von Persien soll auf mebrere leichte Schlaganfälle zurückzuführen sein, die der Herrscher fürzlich erlitten hat. Deer und flotte. Neuformationen im 17. Armeekorps. Eine nene Ravallerie- Brigade mit der Nummer 41 soll zum 1. Oktober aus dem Ulanen Regiment von Schmidt Nr. 4 und dem Aurasfier Regiment Herzog Friedrich Eugen von Württem berg Nr. 5 gebildet werden, die in Thorn in Garnison tommt. Beide Regimenter gehörten bisher der 35. Kavallerie- Brigade a Graudenz an. Die 35. Kavallerie Brigade wird aus bem Husaren Regiment Fürst Blücher von Wahlstatt Nr. 5 and dem in Graudenz neu zu bildenden 4. Jägerregiment zu Pferde neu formiert werden. . Das bestrafte Niesen im Gliede. In der Angelegen heit des Rechtsanwalts Schmidt- Magdeburg, der als Ersatz reservist wegen Niesens im Gliede und Betreten eines falschen Beschwerdeweges disziplinarisch bestraft worden ist hat das iegsministerium Bericht eingefordert. Soziales Leben. X Fortdauer des Leipziger Buchbinder- Streita. Im Gegenfaße zu den von den Vertretern der Buchbinder. gehilfen befchloffenen Annahme der Vorschläge der Arbeitgeber lehnten die Gehilfen in einer Versammlung mit erbrüdender Mehrheit das Angebot der Prinzipale ab, den bestehenden Tarif bis 1911 in Geltung zu lassen, und beschlossen, im Streit zu verharren. den X Lohnkampf im Siegerländer Maurergewerbe. Die bon den Maurern im Siegerlande eingeleitete Lohnbewegung hat zu einem wirtschaftlichen Kampfe geführt, der von beiden Seiten fehr hartnädig betrieben wird. Die von Arbeitern bei einzelnen Firmen eingereichte Kündigung if bon den Arbeitgebern damit beantwortet worden, daß fie ihrerseits allen organisierten Arbeitern fündigten. Die nicht organisierten Arbeiter wurden verpflichtet, schriftlich zu be stätigen, daß fie einer Drganisation nicht angehören. X Stürmische Versammlungen der Wiener Kon fektionäre. Die vom österreichischen Abgeordnetenhaus beschlossene Novelle zur Gewerbeordnung, durch die den Ronfektionären und Blusenmachern das Maßnehmen verboten wird, hatten den heftigen Widerspruch der beteiligten Kreist herausgefordert. In einer von ihnen abgehaltenen Protest verfammlung tam es zu beftiaen Auseinandersetzungen uni Da fänt mir ain" Hemertte Frau Whach unter Tränen wefen fein." Bildfeite nach außen. Es muß also femand im 8immer geauf der Staffelet ftand, also umgelehrt, sondern mit ber au fagen, baß bas Bilb nicht so, wie ich es gestern verlassen, " D, es ist etwas baran! hält Anrede hitte 1" das ist nichts. boch so gut, wie Ihr heißt. nun eigentlich von uns?" fragte Frau Ulbach. Man muß es auch sehen." Rift bu hamit einverstanden, lieber Frin pa Also nicht mehr die falte, höfliche Was sich im Verborgenen Was willst bu „ D, Ihr wißt Schraube!- widerliches Beugs-- ble Winterarbeit, diese gottvergessene, theoretische Daum Ich hab's, ich hab's!" rief ich aufspringend. Miß Diese Absicht hatte ich aber garnicht. Ich meinte fa war Ich nicht ganz beglidt unb gerührt, Seltion des großen Generalstabes entlang, nach Osten. ihm ein Bravo zu, etwa an der Linie E," der EisenbahnDie von meinem Helfer in der pt belight shiffre Gentleman" ein 1 Handgreiflichkeiten mit den Kleinmeistern, so daß die Wachtmannschaft einschreiten mußte, um die Streitenden zu trennen. Eine zweite Versammlung wurde nicht abgehalten. In einer dritten Versammlung wurde eine Resolution beschlossen, in der gegen die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses protestiert wird, mit der Begründung, daß durch diese Beschlüsse etwa 10 000 Existenzen vernichtet würden. Nab und fern. † Vom Bundesschießen in München. Aus Anlas bes 15. deutschen Bundesschießens find von der Stadt München Huldigungstelegramme an Kaiser Wilhelm und Raiser Franz Josef von Desterreich gerichtet worden, in benen es heißt, daß 5000 Schüßen aus allen Gauen des beutschen Reiches und dem engverbündeten Desterreich Ungarn, sowie dem befreundeten Auslande den Monarchen Ihre ehrfurchtsvolle Huldigung darbringen. Vom Kaiser Franz Josef ist bereits ein Dank- Telegramm eingegangen. Als Ort des im Jahre 1909 stattfindenden 16. Deutschen Bundesschießens ist Hamburg gewählt worden. † Besuch amerikanischer Bergwerks- Jugenieure in Deutschland. Am 1. August steht der Besuch amerikanischer Bergwerksingenieure zur Besichtigung der deutschen Werke bevor. Die amerikanischen Gäste werden zunächst in Düsselborf von einem Festausschusse begrüßt, von dort aus werden fie die niederrheinischen industriellen Anlagen und vor allem auch die Industrie- Häfen besichtigen. † Tod infolge von Reisefieber. Ein Dienstmädchen in Berlin wollte Verwandten in Frankfurt a. M. einen Besuch abstatten. Voll freudiger Erregung über die Reise lam das Mädchen auf dem Anhalter Bahnhof an. Dort sant es, von einem heftigen Unwohlsein befallen, plötzlich um. Ein schnell herbeigerufener Arzt fonnte nur den Tod infolge Herzschlags feststellen. † Schuhindustrie- Ausstellung in Kaffel. Eine große Schuhindustrie- Ausstellung wird am 22., 23. und 24. Juli in Kassel abgehalten werden, und zwar in den Räumen des von der Regierung für diesen 8wed zur Verfügung gestellten Drangerie- Schlosses. Diese Fachausstellung wird vom Zentrals verband deutscher Schuhwarenhändler( Siz Erfurt) veranstaltet. † Fünfzehn Kinder schwer verletzt. In Barmen stürzte bei einem, dem Kölner Erzbischof Kardinal Fischer darges brachten Fadelzuge eine Mauer ein, von welcher eine größere Anzahl Kinder dem Schauspiel zuschaute. Die Kinder stürzten mit den Trümmern auf die unterhalb stehenden Kameraden. Fünfzehn Kinder trugen zum Teil schwere Verlegungen davon. + Im Schlafe ausgeraubt. Ein Geschäftsmann, der in Leipzig zu tun gehabt hatte, setzte sich zum Ausruhen während der Nacht auf eine Bant in den Anlagen am Schwanenteich und schlief dort ein. Beim Erwachen mußte er die unangenehme Entdeckung machon, daß ihm seine Brieftasche geraubt war. Sie enthielt außer Briefschaften 2800 Mart in Scheinen, mehrere Wechsel à 1000 mark. Der Bestohlene hat auf die Wiedererlangung seines Eigentums eine Belohnung von 300 Mart ausgesetzt. † Verdorbenes Fleisch als Konserven. Auf dem Bahnhofe zu Duisburg wurden wieder 1200 Pfund vers dorbenes Hackfleisch beschlagnahmt, das unter einer DeckAdresse über Hamburg und unter der Tellaration Konserven dort eingelaufen war. † Eine Falschmünzerbande verhaftet. In Wandsbed wurde eine aus drei Personen bestehende Falschmünzerbande berhaftet. Es wurden Werkzeuge und Falsififate in solcher Menge beschlagnahmt, daß sie einen ganzen Blockwagen füllten. † Auf dem Schulwege ermordet. In Glaß wurde bie zehnjährige Tochter des Schmiedemeisters Strauch aus Mügmiz auf dem Wege zur Schule ermordet. Das Mädchen wurde mit durchschnittenem Halse tot aufgefunden. † Sechzigtausend Mark unterschlagen. In Jungbunzlau vergriff sich der Kassierer der dortigen Filiale der Prager Industriebant an dem ihm anvertrauten Gelde. Er entwendete 60 000 Mart in Wertpapieren und barem Gelde und wurde mit der Summe flüchtig. + Ein vernichtetes Bergwerk. Das Erzbergwerk Glüc auf bet Neviges ist ersoffen. Die Belegichaft fonnte sich retten. Ob der Betrieb wieder anfgenommen wird, ist fraglich. EO. Funkentelegraphen- Station in Norddeich. Die Reichspostverwaltung hat in Norddeich an der Emsmündung eine große funtentelegraphische Station errichten lassen, die als westlichster festländischer Bunft für drahtlose Nachrichtenbermittlung auch für die Marine von Wichtigkeit ist. Das mit fun fentelegraphischen Apparaten ausgerüstete Torpedoboot S 36 unternahm Versuche zur Erprobung der Station. Das Ergebnis war sehr befriedigend. Die Stationen Helgoland und Kuxhaven werden für funfentelegraphische Nachrichte dienste verbessert, die Signalmasten verlängert. Es soll da burch ein direkter Verkehr nach Kiel und Wilhelmshaven geschaffen werden. † Unwetter in Bulgarien. Ueber verschiedene Teile Bulgariens find schwere Regengüsse, vielfach verbunden mit Hagelschlag niedergegangen. Schwere Verwüstungen find angerichtet. Mehrere der reichsten Weingärten find vollständig berhagelt. In Varna wurden an hundert Wohnhäuser zerstört. + Ein heißblütiger Italiener. In Chateau Salins wurde der Italiener Panderazzi verhaftet. Er hatte in Oberforn den Gastwirt Giovanni getötet und dessen Ehefrau durch Revolverschüsse tödlich am Halse verwundet. † Durch Erdmassen verschüttet. In Trieur in Frank reich wurden vierzehn Arbeiter, die bei dem Bau eines Fabrikbahngeleises beschäftigt waren, in einen Bahneinschnitt durch das herabstürzende Erdreich verschüttet. Man fürchtet, daß alle erstickt sind. Tages- Chronik. Auf dem Dampfer Fanny", Kapitän Petersen, brach im Maschinenraum auf hoher See im Kattegat Feuer aus, durch das das Schiff zerstört wurde; die Mannschaft wurde gerettet. - Photographische Kunft. ( Sonder- Bericht.) Berlin, 18. Juk. Die Zunft der Photographen veranstaltet zur Zeit in den Räumen des preußischen Abgeordnetenhauses eine„ AII gemeine photographische Ausstellung". Mil Geschmack und Geschick zusammengestellt, beansprucht die Aus. stellung in hervorragender Weise das Interesse des großen Publikums. Sie zeigt die Lichtbildkunst in stetem Aufsteigen, in ständiger Vervollkommnung begriffen, und bietet nicht nur dem Fach- und Amateurphotographen Belehrung in reichem Maße, sondern auch jedem Gebildeten wird sie ein großes Intereffe abringen. Besonders reichhaltig ist die Abteilung für wissenschaftliche Photographie. Wir sehen Aufnahmen aus allen Gebieten der Wissenschaft, astronomische, Wolkenphotographien in schwindelnder Höhe mit Hilfe des photometrischen Wollenautomaten aufgenommen, Photographien aus allen Teilen der Erde, von Forschungsreisen, wissenschaftlichen Expeditionen 2c. Die künstlerische Photographie nimmt ebenfalls einen breiten Raum in der Ausstellung ein, und zwar ist das Ausland hieran recht start beteiligt. Man fann ganz reizende Landschafts- und Genrebilder mit oft geradezu einzigschönen Lichtwirkungen sehen. Die Photos graphie mit natürlichen Farben, das noch immer nicht völlig gelöste Rätsel für Photographen, ist auch schon und zwar durch die Dreifarben Photographie vertreten, das System, das wohl geeignet ist, am ehesten zu dem erstrebten Ziele zu führen. Die Photographie im Dienste der Architektur und Technit erweist sich in der Ausstellung als ein sehr ernster Faktor. Sie ist auf diesen Schaffensgebieten unentbehrlich geworden und die ausgestellten Proben zeigen, wie ausgiebig bon thr Gebrauch gemacht wird, wie sie Kunst und Industrie unterstützt. Das amerikanische Kriegsschiff, Rhode- Jaland" wurde auf der Fahrt zum atlantischen Geschwader von einem furcht baren Sturm überfallen und durch eine Kollision mit dem norwegischen Dampfer, Guernsey" schwer beschädigt. In Stolp in Pommern ist die Parkettfabrik von Schlovin niedergebrannt; der Schaden wird auf 300 000 m. geschätzt. Kunst und Wiffenfchaft. FM. Der Kaiser und das Heidelberger Schloß. Ueber die Stellungnahme des Kaisers zur Frage der Wieder einrichtung des Heidelberger Schlosses wird folgende DarStellung verbreitet: Während der Kieler Woche" hielt der Karlsruher Professor der Kunstgeschichte v. Dechelhäuser auf ber" Hamburg" vor dem Kaiser und seinen Gästen einen Vortrag, in dem der Gelehrte entschieden gegen den Wiederaufbau Stellung nahm. In der Unterhaltung sprach sich der Raiser aber für die Wiedererrichtung aus. Er verabschiedete sich von Professor v. Dechelhäuser mit den Worten:„ Es wird doch wieder aufgebaut!" Der Besucher, höchlichst verwundert von der Fülle und Schönheit des in der Ausstellung Gezeigten, findet den folossalen Aufschwung, den die Photographie in den letzten Jahren genommen hat, begreiflich, an er in der Sonder. abteilung sieht, mit welch minutiöser Genauigkeit das unentbehrlichste Hilfsmittel des Lichtbildners, das Objektiv, ge arbeitet wird. In einer Sonderabteilung wird die Entstehung der photographischen Linse praftisch in größter Deutlichkeit vorgeführt. Was das moderne Objektiv zu leisten imstande ist, das sieht man am eindringlichsten an den photographischen Vergrößerungen von fofalen Mondnegativen von Professor Weinet von der Wiener Sternwarte. Es sind dies zehn Mondlandschaften bei Morgen- und Abendbeleuchtung im Maßstabe von 3 bis 4 Meter. Die Ausstellung erfreut sich eines regen Besuches und wird sicher dazu beitragen, der Kunst der Photographen neue Freunde zu werben, und ihre alten Freunde zu ernstem tünstlerischen Schaffen anregen, um weiterzuschreiten auf der Bahn des Erfolges, im Dienste von Kunst und Wissenschaft. F. K. Broßstadtkliniken sehr häufig sogenannte frankhafte Persön lichkeiten, in denen die Degeneration unserer Großstädter zum Ausdrud tommt. Es handelt sich hier im Wesentlichen um die starken Stimmungs schlaffe, energielose Menschen, schwankungen unterworfen sind, leicht in Affeft geraten und haltlos find, sowie um die ethisch Defekten; diese Krankheits bilder fehlen in den Landesanstalten ganz. Die Gefahren der Großstadt. ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Der Moloch Großstadt verschlingt alljährlich ungezählte Opfer. Immer wieder nahen den großen Verkehrszentren, wo sich Hunderttausende von Menschen drängen und in nervenzerstörender Hast ihr Tagewerk vollbringen, Scharen von Neulingen, die vom platten Lande oder aus fleinen Städten kommen, um in der Großstadt ihr Heil zu suchen. Welche Gefahren das Leben in der Großstadt mit sich bringt, das ist schon oft und ausführlich diskutiert worden, leider fanden diese nur zu berechtigten Warnungen nur selten offene Ohren. Die Verlockungen der Großstädte üben auf junge Leute einen zu großen Zauber aus, deshalb find fie taub gegenüber den Mahnungen Verständiger. Wir wollen hier nicht davon sprechen, welche Enttäuschungen die Zugereisten auf sozialem Gebiet erleben können, sondern uns nur damit beschäftigen, in welch empfindlicher Weise das förperliche und besonders bas seelische Wohlbefinden durch den Aufenthalt in der Millionenstadt gefährdet wird. Aus allen diesen Tatsachen geht hervor, daß die Riesen Städte Gefahren mannigfacher Art auch in Bezug auf das Seelenleben bergen. Dies mag allen denen, die der gefunden, kräftigen Luft des freien Landes und der fleinen Städte fich erfreuen, eine ernste Mahnung sein, nicht obne zwingenden Grund diesen Aufenthalt mit dem in der Großstadt zu ver tauschen. ===Vermischtes. Um 8 Uhr beg Rellung; unter fhm Corps in vollem 28 bie Bläge ein, umri Stunde Später barauf erfolgte bas der engere Ausschuß übrigen Corporatione Der Borbeimarf be emporfliegen, bauert burd die Weftanlage die Neuftadt nach de traf. In allen Str digtes Spalter. A Studenten rings um malerisch& Bild. blutrot in die Nacht falten hufchen, die ihm verfchwinden. Horizont steht ein C erklärt stud. phil. und gleich darauf raufen". Als bie ergreift Seine Mag zum Wilkommenegr folgendes aus: Rom Wort auf diefe Sa aber in biefem Wort Euch dem Großen zu Jugend in Begeisteru fannt als der Gewal Führer waren ins G fam Bismard und fe Er war nicht der M die dem deutschen Bo Deffnung der Gruft Karls des Groken. Auf besonderen Wunsch des Kaisers wurde der im altehrwürdigen Münster zu Aachen aufbewahrte fostbare Schrein geöffnet, der die sterblichen Ueberreste Karls des Großen enthält. Die Deffnung des Sarfophages erfolgte in Anwesenheit hoher tirchlicher und weltlicher Persönlichkeiten in feierlicher Weise. Die Reliquien in dem Sarge wurden unversehrt vorgefunden. Das eine der beiden Gewebe, die die Gebeine Karls des Großen einhüllen, das vier Elefantenfiguren zeigt, stammt aus der zweiten Hälfte des zehnten, das andere aus dem zwölften Jahrhundert. Das Grab des großen Kaisers ist schon mehrfach geöffnet worden. Zum ersten Male geschah es im Jahre 1000. Da stieg Kaiser Otto III. in die Gruft hinab und ließ fie öffnen. Man fand Karl auf seinem Seine Gestalt umwallte der marmomen Thron fizend. Kaisermantel, seine Hüfte umgürtete das Schwert, und auf seinen Knien ruhte die Bibel. Um die Gebeine des Kaisers Karl fortan noch besser zu bergen, ließ Friedrich Barbarossa Am 27. Juli 1165 das Grab öffnen und den Leichnam in ben filbernen Schrein legen, der damals seinen Platz auf dem Altare erhielt. = Ein Unikum im deutschen Eisenbahnverkehr. Der Stadt Lauenburg steht auf der Strede Lauenburg- Büchen das Recht der freien Benutzung der Eisenbahn zu und zwar nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Güterbeförderung. Als beim Bau der Eisenbahnlinie Berlin. Hamburg sich allzu große Schwierigkeiten herausstellten, die Linie über Lauenburg nach Bergedorf zu führen, veranlaßte die dänische Regierung den Bau einer Zweigbahn von Büchen nach Lauenburg, um auch letzterer Stadt den Anschluß an das Eisenbahnnez zu ermöglichen und erteilte 1844 den Ein wohnern der Stadt, für ewige Zeiten" das Recht der freien Benuzung der Strecke für den Personen- wie Güterverkehr. Ein zwischen Staat und Eisenbahnfiskus geführter Prozeß endete, wie alle früher geführten damit, daß den Lauenburgern das Recht der Freifahrt auf dieser Strecke unbedingt zuerkannt In letzter Zeit sind Vergleiche angestellt worden zwischen Groß- und Kleinstädten, und zwar nach der Richtung hin, wie sich die Frequenzen der Kranken- bezw. Irrenhäuser in einer fleinen und einer großen Stadt zu einander verhalten, und welcher Art die öfter vorkommenden seelischen Ers tranfungen sind. Es ist dabei besonders im Auge behalten worden, festzustellen, ob besondere Krankheitsformen auf die Einwirfung großstädtischer Verhältnisse zurückzuführen sind. Dabei ist die Erfahrung gemacht worden, daß die Gefährdung des öffentlichen Lebens durch Geisteskranke in der Stadt viel größer ist als auf dem Lande. Auffallend ist, daß in die großstädtischen Anstalten viel mehr jugendliche Kranke ein geliefert werden als in die Landesirienanstalten. Bezüglich der Arten der Geistesfrankheiten wurde in allen Großstädten, ein häufiges Auftreten der Paralyse beobachtet. Die Hälfte aller Paralytiker waren Frauen, während auf dem flachen Lande die männlichen zu den weiblichen Paralytikern sich wie 1 zu 4-5 verhalten. Die Verbreitung der Paralyse beim weiblichen Geschlecht muß auf die Teilnahme des letzteren Die am chronischen Alfoholismus zurückgeführt werden. vielen Kellnerinnen verfallen ihm oft und haben daher an Der hohen Zahl der Ertranften einen wesentlichen Anteil. Mit der Verbreitung des Alkoholismus in den Großstädten steht auch die größere Zahl von Epileptikern, die die städtischen Anstalten zu verzeichnen haben, in Zusammenhang. Im Vergleich mit den meisten Landesanstalten scheint in den Großstädten das manisch- depressive Irresein eine Geistes frankheit, in der gehobene und gedrückte Stimmungen periodisch wechseln bei Männern selten vorzukommen. Merkwürdig ist, daß namentlich in den Großstädten die Depressions- Zustände bei den Frauen sehr häufig sind. Die feinen seelischen Unterschiede, die in der Großstadt leichter zur Entwicklung tommen als auf dem Lande, machen sich bei der städtischen Bevölkerung stärfer geltend als bei der länd lichen und geben dem Krantheitsbild neues Gepräge. Dağ die Hysterie in der Großstadt öfter vorkommt als auf dem Lande, ist eine irrtümliche Annahme. Doch finden sich in wurde. = Das Auto als Zerstörer. Die berühmte Fassade ber Westminster- Abtei in London befindet sich in schwerer Gefahr. Von der Fassade lösen sich große Steine und fallen auf den Platz vor der Kirche und gefährden dort die Passanten. Die Ursache des Versalles ist in der starten Erschütterung zu suchen, die durch die zahlreichen schweren Automobil- Omnibusse verursacht wird, die den Platz unauf hörlich passieren. = 14 ift, bem Fremben und er war der Realift, ferem Bolle fud font ihr das befennt Geifte beharri. Die einer beftimmten Beit ein Sinnbild der Treu ba. Längft, wenn sch fhidhte verblaßt find, fe Beift fortleben in alle bereit zu fein und da Moge er ftets hervort in dijm Sinne heiße Er will" hingerichtet werden. Ein trotz seines erst 30 Jahre betragenden Alters schon oft vorbestrafter Ver brecher, Pierre Adam in Paris, der wegen Ermordung eines seiner Spießgesellen zum Tode verurteilt wurde, weigert sich, ein Begnadigungsgesuch einzureichen, er will auf jeden Fall hingerichtet werden. Der abgebrühte Verbrecher erklärte wörtlich: Sie haben mich zum Tode verurteilt, folglich müssen Sie mich hinrichten. Seit zehn Jahren haben die Pariser feiner Hinrichtung mehr beigewohnt. Ich will ihnen dieses Schauspiel gratis bieten. Ich will guillotiniert werden man hat mir's versprochen. Es läßt sich nichts zu Gunsten einer Revision finden. Das wird Sie lehren, Leute für solche Kleinigkeiten, wie die, die ich begangen, zum Tode zu ver urteilen." Der Verbrecher, der in dieser seiner Hartnäckigkeit wohl einzig dasteht, wird wahrscheinlich dennoch gegen seinen Willen begnadigt werden. Die Einweihung der Bismarcksäule auf der Hardt. Ueber die Flur t en aufgefommen al die klänge dah über den Röpfen. Ad eben aus der Spitze d angeln, um gleich da iftligen Himmel au md immer mächtiger f ergreifender Moment. Funtenregen und am Birgeren Intervallen. Dann übernimmt der Studentenschaft vo er dem Baurat Bede und dem Wunsche Aus prehen möge: Was m die de berfinnbildlich birgermeister Mecum der Stadt. Er dantte Studentenschaft, de bergaben und den Han weiter, fuhr er fort, de von dem Lode Bismar aber unser Bismard and fort! Anisternd brennt bermals und vielhun gewaltigen Heroen. Stein und Erz loht Berfe treuzen die Cha die Feier beendet, die erfreut sich. Weit hi Das Lahntal de Lo τις αδετός( η άρχεται θαν brochen wurde. Die Biegen. Das Bauwer war ift fein Betreten, bei der Uebergabe beto gewinnt also, indem if Rundblid gewährt wi urd fließt, und weit Bogelsbergs.- Die ach dem Sportplag, gitur die Fadeln zu Und währendde Firmament, rollt de giebt die wetterf s der Große zur G Aus Stein und Erz loht himmelwärts. Bismard nur dies einzige Wort trägt die Säule und doch, was liegt darin! Eine Welt, die Wendung ihrer Geschichte, die Strömung ihres Geistes. Ein neues germanisches Staatsgebilde steigt fraftvoll und festgeschlossen aus haltlosen Nebeln verwirrender und zersetzender Gedanken hervor und erzwingt seinen Blog im großen Völkertreiben. Dr Traum der Besten wird Wirklichkeit: es ersteht ein neues deutsches Kaiserreich, mächtig und Achtung gebietend, feine Stämme sammelnd und in die Weltwage werfend. Das ist die Riesenarbeit, der Otto von Bismarcks Name zum Ausdruck geworden ist. Ein Menschenalter steht seine Schöpfung unerschüttert da. Wohl suchen die Stürme Steine aus dem Bau herauszuschleudern, wohl find in Innern feindliche Kräfte an der Arbeit, setne Quader zerstören, doch bis heute hat das Gebäude sich als feftes Ge füge erwiesen, an dem jeglicher Anprall fraftlos zerbrach. Trogig fliegen die Reichsfarben von den Zinnen unserer start umwehrten Burg; blicken wir mit Stolz zu ihnen empor, rufe ihr Anblick aber auch stets die Mahnung in uns wach, das Schwert scharf geschliffen in der Scheide zu halten, um das Werk des Eisernen Kanzlers verteidigen und im Frieden weiter ausbauen zu fönnen, denn Deuschland ist unter den Völkern mehr gefürchtet als geliebt. Bahren wir unsere Einigkeit, lassen wir sie immer tiefer unser Volt durchdringen. Die Brücke über den Main ist geschlagen, Nord- und Süddeutschland reichen sich die Hand, trachten wir jegt danach, daß die sozialen Schroffen sich mildern, daß der Klassengeist, der weite Bevölkerungsschichten von dem Ganzen abzusprengen droht, seine verhängnisvolle Macht verliert. Lassen wir die Flammen, wenn sie aus den Säulen schlagen, uns eine Mahnung sein, ftets tampfbereit dazustehen wider die Reaktion, die unausges.gt unsere Kultur ftürmenb berennt! ** Neuer Re dentlichen Brofeffo eimen Medizinal Rettor der Landesunit 30. September 1 R. Am 20. Aug bon der Reichsb isbantnebe Branftem Girovert nthajte Betion Großstädter zum Befentlichen um n Stimmungs eft geraten und Diese Arantheis daß die Riefen Bezug auf das Die der gefunden einen Städte fi bne zwingenber ropitadt zu ber Groken. Auf altebrwilrdigen Schrein geöffnet, en enthält. Die wesenheit hobet feierlicher Weise hrt vorgefunden. ebeine Karls de n zeigt, ftammt andere aus dem ßen Kaisers if en Male gefcha P. Das Großh. Polizeiamt warnt in seiner heutigen Bekanntmachung vor den oft beobachteten llebertretungen der jugendlichen Fahrburschen der Bäcker und Metzger 2c., durch welche sehr oft in den schmalen Straßen der Stadt Menschen und Eigentum gefährdet werden. Erst kürzlich wurde das Kind armer Eltern schwer verletzt und zwar dadurch, daß es ein Bäckerbursche mitfahren und die Zügel halten ließ, wobei es herunter fiel und überfahren wurde. Es ergeht deshalb die Mahnung an alle, welche derartige leichtsinnige Fahrburschen beschäftigen, diese auf die Gefährlichkeit ihres Treibens aufmerksam zu machen und ihnen zu erklären, daß sie strafbar sind. Die Besitzer selbst sind zivilrechtlich daß sie strafbar sind. Die Besitzer selbst sind zivilrechtlich verantwortlich für den von ihren Angestellten verursachten Schaden. Um 8 Uhr begann auf dem Oswalds- Garten die AufHellung; unter schmetternder Musit rückten die einzelnen Corps in vollem Wichs an und nahmen mit ihren Fahnen die Pläße ein, umringt von einer dichten Zuschauermenge. 3/4 Stunde später wurden die Fackeln entzündet und gleich barauf erfolgte das Zeichen zum Abmarsch. Voran schritt der engere Ausschuß, dann folgten die Cheruscia und die übrigen Corporationen, den Schluß bildete der V. D. St. Der Vorbeimarsch des Zuges, aus dem dichte Rauchwolten Der Beg ging emporstiegen, dauerte ca. 20 Minuten. Der Weg ging burch die Westanlage, den Seltersweg, die Markstraße und die Neustadt nach der Hardt, wo 93% Uhr seine Spiße eintraf. In allen Straßen bildeten große Menschenmengen dichtes Spalier. Auf der Hardthöhe angelangt, nahmen bie Es war ein Studenten rings um die Säule Aufstellung. * Die vorläufige Tagesordnung der diesjährigen Landesmalerisches Bild. In weitem ceise leuchten die Fakeln blutrot in die Nacht hinein, während dazwischen dunkle Setonferenz der Sozialdemokraten Hessens, die am Samstag, dem 25., und Sonntag, dem 26. August in stalten huschen, die in den Lichtfreis treten und wieder aus Mühlheim a. M. abgehalten wird, lautet: 1. Geschäftsbericht Die Musit spielt und fern, tief im ihm verschwinden. des Landeskomitees und des Landessekretärs, Referenten Horizont zieht ein Gewitter herauf! Als die Musit schweigt, Ulrich und Dr. David; 2. Rechnungsablage, Referent Orb; erflärt stud. phil. Poepperling die Feier für eröffnet 3. Aenderung des Landesorganisations- Statuts, Referent und gleich darauf steigt das Lied Horch, Sturmesflügel Drb; 4. Parteitag in Mannheim, Referent Dr. David; rauschen". Als die Klänge über die Getreidefelder verhalt, ergreift Seine Magnificenz der Rektor Prof. Dr. Behaghe! 5. Die Landtagswahlen und die Tätigkeit des Landtags, Referent Adelung; 6. unsere Taktik für die Kommunalwahlen, zum Willkommen gruß der Flamme das Wort. Er führte etwa Referent Ulrich; 7. Einlaufende Anträge; 8. Wahl des Landes Komitees; 9. Wahl des Ortes der nächsten Landestonferenz. I. in die Gruf folgendes aus: Rommilitonen, Ihr habt nur ein einziges Rarl auf seinen umwallte der Schwert, und au Seine des Kaisers edrich Barbarofa den Leichnam in en Blaz auf dem ahnberkehr. De uenburg- Büchen hn zu und zwar für die Güter Sabalinie Berlin Die alten Wort auf diese Säule geschrieben, das Wort Bismarc, aber in diesem Wort legt Ihr das Geständnis ab, daß Ihr Euch dem Großen zu eigen gebt. Und es ist not, daß die Jugend in Begeisterung glüht. Niemand hat das mehr erfannt als der Gewaltige, den wir hier ehren. Führer waren ins Grab gesunken oder starr geworden, da tam Bismard und schöpfte aus der Jugend neue Kräfte. Er war nicht der Mann, der sich mit der Schwärmerei, die dem deutschen Volte so oft zum Verhängnis geworden ist, dem Fremden und der Völkerverbrüderung hingab. Nein, er war der Realist, der die Kraft in sich selbst und in serem Bolte suchte. Und indem Ihr Euch zu Bismarc berausftellten, die befentit, et ihr das Geständnis ab, daß Ihr in seinem Beiste beharrt. Dieses Bauwerk trägt nicht die Formen einer bestimmten Zeit oder einer bestimmten Richtung, als ein Sinnbild der Treue und des ewigen Gedankens eht es ba. Längft, wenn schon die Züge Bismarcks in der Gewie Güterverkehr schichte verblaßt sind, seine Person Sage geworden ist, soll sein Beift fortleben in allen Beiten. Er soll uns mahnen, stets bereit zu sein und darum seid geisig mit Gurer Kraft. Möge er stets hervortreten wie die Flamme aus dem Rauch, in diesem Sinne heißen wir die Flamme willkommen! hren, veranlaßte gbahn von Büchen den Anschluß an te 1844 den Ein Recht der freien geführter Proze den Lauenburger bedingt zuerfann Serühmte Faffade sich in schwere Steine und fallen Fährden dort die t in der starten Ueber die Flur trägt der frische Abendwind, der in zwischen aufgekommen ist, das Lied Flamme empor" und als die Klänge dahinbrausen, knistert es plößlich hoch über den Köpfen. Aller Augen wenden sich nach oben, wo eben aus der Spitze der Säule die ersten Flammen emporhlreichen schweren züngeln, um gleich darauf in einer gewaltigen Lohe zum nächtlichen Himmel aufzuschlagen. Die Musit spielt lauter und immer mächtiger schwillt der Sang cn. Es ist ein tief ergreifender Moment. Von der Säule fliegt ein leuchtender Funtenregen und am Firmament zucken die Blize in immer Fürzeren Intervallen. den Plaz unauf Ein trotz seines borbestrafter Ver Ermordung eine urde, weigert fich ll auf jeden Fal erbrecher erklärt erurteilt, folglic ahren haben die Ich will ihnen illotiniert werden ichts zu Gunsten Leute für folde m Tode zu ver Ener Hartnädigteit noch gegen seinen marckfäule oht himmelwärts. es. - Dann übernimmt stud. phil. Schlicht im Auftrage der Studentenschaft von der Bauleitung den Schlüssel, indem er dem Baurat Becker für den Bau den Dant abstattet und dem Wunsche Ausdruck gibt, daß man nie zur Säule sprechen möge: Was willst du noch, zerfalle doch, die Ideale, bie du versinnbildlichft, sind ja dahingesunken!- Oberbürgermeister Mecum übernahm die Säule im Namen der Stadt. Er dankte allen, die den Turm erstehen ließen, der Studentenschaft, dem Erbauer, denen, die den Boden bergaben und den Handwerkern und Arbeitern. Ich gedente weiter, fuhr er fort, des Tages, an dem die Trauerbotschaft von dem Tode Bismarcks durch die deutschen Lande flog, aber unser Bismard ist nicht gestorben, der lebt fort und fort! H Rnisternd brennt oben die Flamme, die Musit spielt abermals und vielhundertstimmig steigt das Lied: Aus Stein und Erz loht himmelwärts" empor. Beim letzten trägt die Säule Berſe treuzen die Chargierten die Schläger und dann ist te Wendung ihre die Feier beendet, die Corps rücken ab und das Publikum Ein neues zerstreut sich. Beit hinein in die Nacht leuchtet aber durch und festgeschloffes das Lahntal die Lohe und verkündet den Geist des egender Gebanter gewaltigen Heroen. Die wuchtige Säule iſt 12 m hoch und aus oberhessischem Basalt aufgeführt, der bei Kesselbach gees erſteht er brochen wurde. Die Bildhauerarbeit ist von Hengst& Beer chtung gebieten Gießen. Das Bauwerk ist als Aussichtsturm errichtet und e werfend. Das war iſt ſein Betreten, wie der Bertreter der Stubenitenſchaft bei der Uebergabe betonte, frei. Die gesamte Bevölkerung lter fteht fein gewinnt also, indem ihr von der Säule herab ein herzlicher en Völkertreiben rds Name zum * Dr. David hielt in den letzten Tagen in verschiedenen Drten Oberhessens sozialdemokrausche Versammlungen ab, die durchweg schwach besucht waren. in - * Gegen Hirschel Antlage erhoben. Gegen ben Direktor der landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft für Oberhessen in Friedberg und Landtagsabgeordneten Hirschel ist von der Staatsanwaltschaft Anflage erhoben worden wegen der dem Direktor Hirschel von dem Dekonomierat und Mitdirektor der Friedberger Hauptgenossenschaft Schlenke der Geschäftsführung orgeworfenen Verfehlungen besagter Genossenhaft. Termin steht furz nach den Gerichts. ferien vor der Straffammer zu Gießen an. Boraussichtlich wirb bie Sache vertagt, da Hirschel als Landtagsabgeordneter vorläufig noch zwei Sayre immun ist. * Das Oberhessische Bundesfest des Bundes der Landwirte wird am Sonntag, dem 22. Juit, nach mittags von 2 Uhr an im Offenheimer Wäldchen bei Friedberg gefeiert werden. Als Festrebner wurde der Vorsißende des B. d. L., Herr Gutsbesiger Dr. Rösick Görsdorf, gewonnen, ferner werden die Herren Lucke- Batershausen und Generalmajor z. D. von Kloeden- Wiesbaden Ansprachen halten. Die Gesangvereine von Fauerbach, Niederwöllstadt und Offenheim haben es in liebenswürdiger Weise übernommen, die Feftgäste durch Liedervorträge zu erfreuen. Die Kapelle des Pionierbataillons Nr. 21( Kastel) wird den instrumental- musitalischen Teil bestreiten. Abends findet bengalische Beleuchtung und Feuerwerk statt. Für Tanzgebengalische Beleuchtung und Feuerwerk statt. Für Tanzgelegenheit wird gesorgt sein. Gewiß wird das Bundesfest fich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen haben. 20 * Als Festort des nächsten deutschen Bundes schießens wurde Hamburg gewählt. - A Aus Oberhessen, 18. Juli. Der Kriegerverein zu Alsfeld hat die Errichtung eines Denkmals für Ludwig IV. beschlossen, der Stadtvorstand will dazu einen Beitrag spenden. Der Zweigverein Herchenhain vom Vogelsberger Höhenklub ist aus legterem ausgetreten, da der Hauptverein das Projekt des Ernst LudwigAussichtstur mes nicht unterstüßte. Die Pläne sind fertig und die Erbauung des Turmes soll baldigst in Angriff genommen werden. ? Rodheim a. d. Bieber, 18. Juli. Durch die Ausschachtung des großen Reservebehälters am Baunscheids. berg" sowie durch die Vollendung der vorgesehenen Hausanschlüsse dürften die von der Firma Schroeder- Frankfurt betriebenen Erdarbeiten für unsere neue Wasserleitung nunmehr zum Abschluß gekommen sein. Die vielen dieserhalb berufenen ausländischen Arbeiten sind größtenteils wieder abgezogen, aber noch recht lange wird man ihnen ein gutes Andenken bewahren. Anfänglich wollte sie fast niemand beherbergen, man fonnte sich garnicht an diese fremden Menschen gewöhnen. Im Laufe der Zeit wurde aber das Verhältnis zwischen ihnen und ihren Quartiergebern ein ganz intimes. Man verstand bald ihre welsche Sprache und lauschte mit Vorliebe auf ihre munteren Lieder. Allgemein bewundert man aber ihren ausdauernden Fleiß und ihre höchst bescheidene Lebensweise. Aus der Wetterau, 18. Juli. Schwer verlegt Sen die Stürme Rundblick gewährt wird über die Gefilde, die unsere Lahn wurde der Bäckermeister Meub zu Stammheim. Die Pferde wohl find in durchfließt, und weiterhin bis an die grauen Höhen des feine Quader Bogelsbergs.. ich als feftes Ge- nach dem Sportplag, wo unter Absingung des Gaudeamus fraftlos zerbragitur die Fackeln zusammengeworfen wurden. Bmnen unferer Die abrückenden Corps nahmen ihren Weg Und währenddes zucken die Bliz: ununterbrochen am - gingen ihm durch, er geriet unter den Wagen und wurde bewußtlos heimgetragen. Der in Touristenkreisen bekannte Gastwirt Bürgermeister Georg Wissig zu Bodenrod starb plöglich im Alter von 70 Jahren. § Lang- Göns, 18. Juli. Das Ehrenzeichen für Stolz zu ihnen: Firmament, rollt der Donner unaufhörlich durch die Luft Mitglieder freiwitliger Feuerwehren wurde vom die Mahnung in der Scheide zu berteidigen und Deufchland ift liebt. Wahren efer unfer Boll ift geflagen, Sand, trachten fich mildern gefchichten von ngnisvolle Macht aus ben Säulen bereit bazuftehen Rultur ftürmenb zieht die wetterschwere Nacht herauf, die damals war, als der Große zur Ewigkeit einging! Lokales. G. H. 19. Juli. ** Neuer Rettor. Der Großherzog hat den ordentlichen Professor bei der medizinischen Fakultät, Geheimen Medizinalrat Dr. Eugen Boström zum Rektor der Landesuniversität für die Zeit vom 1. Oftober 1906 bis 30. September 1907 ernannt. R. Am 20. Auguft wird in Menden( Bez. Arnzberg) ine von der Reichsbant- Hauptstelle in Dortmund abhängige Reichsbantnebenstelle mit Rasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Großherzog verliehen den Mitgliedern unserer freiwilligen Feuerwehr Philipp Schmidt 2., Heinrich Boller 3. und Johannes Karl Müller 4. * Laubach, 18. Juli. Die Firma Koch& Cie. in Frankfurt a. M. sezt das Projekt der Erbauung einer hiesigen Gaszentrale fort. A Friedberg, 18. Juli. 100 Jahre hessisch. In diesen Tagen sind es 100 Jahre, seit de: lezte Burggraf die reichsfreie Burg Friedberg an das Großherzogtum Hessen übergab. Bei Gründung des Rheinbundes wurden Hessen Stadt und Burq Friedberg zugeteilt. Die Stadt war allerdings schon 1802 von Hessen besetzt worden, und aus Anlaß der 100jährigen Zugehörigkeit zu Hessen fand 1902 im Saalbau eine Feier statt. Stadt und Burg, die früher gesonderte Gemeinwesen darstellten, sind seitdem bereinigt. Schlaflosigkeit. Kein Mittel wirft so prompt und wohltuend und schafft natürlichen Schlaf wie Dr. Rays Nervol. Wer an Schlaflosigkeit leidet, wird es zu schäzen wissen, ein solches Mittel zu besitzen. Enthält: Kaliforn. Haferertraft 50, Fenchel 20, Anis 20, Pomeranzen 20, Baldrianertraft 20, Glyzerin 30, Zuder 30, Bromfalium, Bromnatrium, Bromammonium je 10. Dr. Rays Nervol ist in den Apotheken erhältlich. * Butzbach. Unser Turnverein feiert am 1. September sein sechzigjähriges Bestehen. Bei * Lauterbach, 18. Juli. Geheim mittel. einer Hausfrau in Lauterbach, die schon mehrere Jahre andauernd an Gicht leidet und lahm ist, erschien dieser Tage ein Zigeunerweib. Teilnehmend fragt sie die Kranke, ob sie gesund werden wolle, sie habe ein Mittel, das zweifellos helfen werde. Wie fast alle Kranke, hörte auch die Frau auf das Weib und war, mit einem Versuch einverstanden, besonders da das Mittel billig sei. Rasch verschwindet die Zigeunerin Sie gießt und kehrt nach einigen Minuten wieder. eine Flüssigkeit aus einem großen in ein fleines Glas und verlangt vier Mark für ihr geheimnisvolles Mittel, das acht Tage lang im Keller im Dunklen stehen muß: niemand dürfe etwas davon erfahren, sonst wirke es nicht. Nachdem sie noch die nötigen Beschwörungen" verrichtet und ihre vier Mark eingestrichen hatte, verschwand die Heilkünstlerin. Die franke Frau ist vorläufig ihre 4 Mark los, ihre Krankheit hat sie noch. Es ist zu verwundern, daß diese Art Schwindler immer wieder Opfer finden, die sich von ihnen prellen lassen, anstatt sofort rechtzeitig der Polizei Mitteilung zu machen. * Hopfgarten, 18. Juli. Begünstigt von der prächtigsten Witterung feierte der Hassia- Bezirk Alsfeld am 14., 15. und 16. dg. Mts. sein Bezirfstriegerfest in unserem Drte. Frankfurt, 18. Juli. Wie mitgeteilt wird, wird die weitberühmte Restauration Taunus nicht geschlossen, sondern von dem bisherigen Inhaber in der seitherigen Weise weiter geführt. Die fortwährenden Bauereten in der Großer Bockenheimerstraße und die damit verkünpfte Unruhe haben sowohl den Hotel wie den Restaurations. betrieb wer beeinträchtigt und es ist zu hoffen, daß e dem Wirt gelingt, das beliebte alte Lokal in furzem wieder zu einer guten Prosperität zu bringen. * Frankfurt a. M., 18. Juli. In der angeblichen fommunales Standclaffäre, die darin gipfelt, daß der fozialdemokratische Stadtverordnete Rielowsti im Mai in öffentlicher Signng behauptete, daß gewisse Stadtveroronete unlautere Terrainspekulationen machten, eine Anschuldigung, die sich aber als haltlos herausgestellt hat, beschloß das Stadtverordnetenkollegium gegen Bielowski Strafantrag wegen Verleumdung bei der Staatsanwali fchaft zu stellen. * Darmstadt. Denkstein für Cheltus. Die Firma Kreuzer& Böhringer, Granit- und Syenitwerke in Lindenfels t. O. hat für den verstorbenen Oberbergrat Chelius in Anerkennung dessen großer Verdienste um die hessische Steinindustrie einen Grabstein gestiftet, der in diesen Tagen gesetzt worden ist. * Darmstadt, 18. Juli. Unter reichen Rundgebungen ift gestern Nachmittag die sterbliche Hülle des verschiedenen Justiz ministers Dr. Emil Dittmar der Erde Als Vertreter des Großherzogs wat übergeben worden. Flügeladjutant Rittmeister Kraemer erschienen, der die üb. lichen drei Handvoll Erde in das Grab warf und einen prächtigen Lorbeerkranz mit Palmen und Schleife im Namen Seiner Königlichen Hoheit niederlegte. Verantwortlich für die Politik und den Inseratente Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beite Gießen. Oeffentlicher Dant. Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, I. u. t. HofIteferant, Neunkirchen bei Bien, wirb unterm 11. Auguft 1897 aus Itona geschrieben: Ich bin bereits 70 Jahre alt and litt sett 10 Jahren an Belent- heumatismus, ebenso an Hämorrhoidaltnoten und tonnte teine Hilfe finden. Nur Ihr Wilhelm's antiarthritischer antirheumatischer Blutreinigungstee hat mich bon meinem Leiden in drei Wochen voltändig be. freit. Ich sage Ihnen, sowie der Gräfin, über deren Bericht ich in der Zeitung gelesen, metuen beften Dant." Mit aller Hochachtung Chrik. Adermaun, entier. Altona bei Hamburg, Reichenstr. 6. Prets: 1 Paket Mt. 2.-, 1 Paket Mt. 1.-. Bestandteile: Innere Nusrinde 56. Wallnusschale 56, Ulmenrinde 75, Franz. Orangenblätter 50, Eryngit blätter 35, Scabiosenblätter 56, Bemusblätter 75, Bimm ftein 1.50, rotes Sandelholz 75, Barbannawurzel 44, Carugwurzel 3.50, Radic Carlophyil. 3.60, Chinarinde 3.50, Eryngitwurzel 57, Fenchelwurzel( Samen) 76, Gras. wurzel 57, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Saffa: parillwurzel 35, Fenchel, rim. 3.50, weißen Senf 8.50, Nachtschattenftengel 75. Die Bestandteile find nach einem eigenen Berfahren geschnitten und getroduet, wodur ber heilwert( pezien erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Zu beziehen dar alle Apotheken des Deathhen Reiches. Vorsicht bei Eintauf". Man wetse minderwertige Nachahmungen entschieben zurad und beachte den Namen und Schumarte bes Tees. Bo nicht erhältlich, direkter Bersandt. 6. und letztes Neue Arbeitsvergebung Abonnements Konzert Frühkartoffeln sum eubau der Irrenanstalt zu Gießen. ausgeführt von der Ia. Wetterauer Ware, Kapelle des Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm gelbe Perle von Erfurt ( 2. Grossh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Grossh. Musikdirektors Herrn C. KRAUSSE am Donnerstag, den 19. Jull im und Frührosen versendet inkl. Sad pro Zentner 3 Mt. ab hier gegen Nachnahme. A. Simon II. Echzell in der Wetterau. Neuen Saalbau, Giessen Tel.- Anschl.: Reichelsheim i. b. W. ( Steins Garten.) Anfang präzis 8 Uhr. Eintritt 50 Pfg. Es wird gebeten, die Billette an den Kassen abzugeben. Bekanntmachung. In legter Zeit ist wiederholt beobachtet worden, daß die Kutscher der Bäcker- und Meggerwagen in überaus raschem und unzulässigem Tempo durch die Straßen der Stadt jagen, sodaß Unglücksfälle sich leicht ereignen fönnen. Ferner wurde wahrgenommen, daß dieselben Stutscher, in den Zeiten, in welchen sie die Kunden mit Brot 2c. bedienen, den inneren Zugftrang ihres Gefährtes nicht aushängen, vielmehr die Pferde durch schulpflichtige Auf Grund des Ministerialerlasjes von 16. Juni 1893 werden die nod stehenden Zimmerarbeiten zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben: Angabe der hauptsächlichsten Massen. Tannenholz zu liefern cbm Holz abzubinden lfdm Glatte Holzgefimse lfdm Deckenschalung qm Ia. KrystallZucker Rauher Fußboden qm Pfund 18 Pfennig. Buchthal's Kaffe- Magazin Lindenplatz an den Markthallen. stinder, welche sie auf dem Bock mitnehmen, beaufsichtigen Makulatur laffen. Letterer Umstand hat fürzlich zu einem bedauerlichen Unfall geführt, bei welchem ein jähriger Knabe überfahren und schwer verletzt wurde. Wir richten deshalb an die Fuhrwerksbefizer die dringende Mahnung, ihr Personal vor diesen unzulässigen und strafbaren Handlungen zu warnen, da die Schutzmannschaft zur unnachsichtlichen Anzeigeerhebung bei Zuwiderhandlungen angewiesen ist. Gießen, den 19. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Wieger gesucht. Zur Bedienung der städtischen Wage am Neustädter Tor wird zum alsbaldigen Eintritt ein Wieger gesucht. Mit der Stelle ist eine monatliche Vergütung von 45 Mt. verbunden. Geeignete Bewerber wollen ihre hat abzugeben Expedition d. Blattes. Keine Serienlose oder Pfennigslotterie! Nur Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. Gewinn durch Beitritt zu amtl. angem. Verein! Kein Risiko! Gesetzl.staatl. angeordnet! Eine Mark monatl. Streng reell! genügt! Viele Mill. Hauptgewinne! Kleinster Treffer höher wie der Ankauf! Beitritt tägl.! Meldung unter Angabe ihrer näheren Verhältnisse binnen Prospekt durch alleinige 8 Tagen hierher einreichen. Gießen, den 16. Juli 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Hochbautechniker gesucht. Für die Erweiterung des städtischen Schlacht hofes und die Erbauung einer Kühlhalle wird zur Unterstüßung unseres Hochbauamtes bei der Entwurfbearbeitung und Ausfürung ein in diesen Arbeiten fahrener Hochbautechniker gesucht. AnnahmestelleChr.Hummel München, Römerstrasse 3. ?? Wer?? Kene ausländische Sache! | sein Grundstück, Geschäfts- oder Wohnhaus, Villa, Hotel, Restaurant, Gut, Mühle, Biegelei, Baupläge oder Geerwerbebetriebe jeder Art bald und vorteilhaft verkaufen will, fende seine genane Adr. sofort poftlagernd u. 3. 18 nach Gießen. Generalvertreter in den nächsten Tagen anwesend. Besuch derselben fostenlos. Strengste Diskretion. Meldungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Angabe der Gehaltsansprüche und der Zeit des etwaigen Dienstantrittes bis spätestens Ende Juli erbeten. Persönliche Vorstellung zunächst nicht erwünscht. Gießen, den 13. Juli 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Verdauungsstörungen sind ausgeschlossen, wenn bei Kuchen und Nachspeisen Reeses 5 Pig.- Backpulver für 1-12 Pfund Mehl und Reeses Spar- Puddingpulver in bekannter sorgHaltbarkeit fältigster Herstellung verwendet werden. der eingemachten Früchte wird durch Reeses Sallzyl gesichert. NAUMANNIA- SEIFE. mit dem Beats Seife nah undarn! Dr. Michaelis' Lunns waescht am besten Küchenmädchen gesucht. Alte Klinik, Gießen. Monatsfrau fofort gesucht. 8u melden bei Philippi Gießen, Bruchstraße 13a. Schöne möblierte Zimmer mit oder ohne Pension zu ver= mieten. Gießen, Bismarckstraße Nr. 17. Eichel- Kakao Don Herzten erprobt bei Magen- und Darmstörungen, sowie Bredidurchfall. Gleich wirksam bei Kindern wie Erwachsenen. Ein vorzügliches Kräftigungsmittel, besonders nach diesen Krankheiten. Jn 1, Ko., mk. 2.50 1 Ko. Mk. 1.30 u. Probe- Dosen 50 Pfg. Los XI 1 Gebäude Los I u. 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Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Südanlage zwischen Goethestraße und Bismard straße von heute an bis auf weiteres für den Fuhr berkehr gesperrt. Gießen, den 17. Juli 1906. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Blockstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 19. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. GIESSEN Buchdruckerei Albin Klein Selterweg 83 Adresskarten, Aviskarten, Zirkulare, Menus Couverts mit Firma, Einladungsbriefe u. Karten Eintrittskarten, Mitteilungen, Mitgliedskarten Postkarten, Programme, Quittungen, Statuten Rechnungen, Gratulationskarten, Weinkarten Verlobungskarten, Trauungskarten Visitkarten Weinkarten, Speisekarten, Tischlieder etc. etc. Dorrätig in Apotheken und Droguerien. Alleinige Fabrikanten: Gebrüder Stollwerck& Cöln. GIESSEN Seltersweg 83 GIESSEN Buchdruckerei Albin Klein g Seltersweg 83 fein Bein och fehend und Swift an die gewöhnlichen Standorte der Tafel auf der Brust, die anzeigte, daß er taubstumm set; ein gestern Nacht die lustigsten Lieder gesungen hatte, der lustig getanzt hatte, hatte Bettler von Provision und fiehe, da stand Sheridan zweier, gelde versehen, helm wanderten. Am anderen Tage eilten bon tamale doch immer hin um diese Summe reicher geworden!" Jch feste laut hinzu: " Herr General. Wie fann man nur aber so leichtsinnig fein und Geld undeflariert von dannen schicken? Doch so viele gemeine Menschen." b. Banig war inzwischen verstorben. Es gibt Sein Bild trat Nr. 164 Donnerstag, den 19. Jult ische Famil 1906