dass man im ann. Manche ie Garderobe er Kleiderstoffe, d bequemster meisten sind über eine Firma, Beweiss für lität erbracht ann str. 14-16 = vorzeigt, beg vergütet. ng. Küchena werden him Om 16. Juni fteine, ca. 8,4 ol, 140 qm iedeeiserne T ieferdeckung fdedung, 225 qm Vergl vände 2c. andputz, CQ. 88 Snnen auf uni werden; do et nicht flatt elbfitoftenp bis langften orm. 10 ben, worauf hienener Be 1906. Reubauten tbindung thilde Schmidt Kind. Segen f Kottbuserstr. uf Waren ir. eustadt 41. Nr. 193 Zweites Blatt. baltion u.Sauptexpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Samstag, den 18. August 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratiabellagen: Oberbeffifche Familiengsttung( und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberbeffen Jn des Königs Rock. Heitere Blätter aus der Mappe eines deutschen Soldaten. Die Rekrutenzeit. Wieviel hat Reserve noch?" Noch 14 Tage," dam ziehen sie den bunten Rod aus, den fie zwei Jahre lang ge tragen haben. Es geht heim zu„ Muttern" und aus hunderten bon Kehlen schallt es: " Drum Brüder, stoßt die Gläser an, Es lebe der Reservemann! Wer treu gedient hat seine Zeit, Dem set ein volles Glas geweiht! Und der Einjährige fingt und zählt mit, obwohl ei eigentlich nicht zu denen gehört, die nach vollbrachter Dienst zeit als Reserve" davonziehen. Man glaube aber nicht, daß dem Einjährigen etwas geschenkt wird. Er muß genau so seinen Dienst verrichten, wie jeder andere Soldat, im Gegen teil, man holt gerade ihn oft genug zu Extradiensten und zieht ihn, der immer durch seine Schnüre auffällt hervor, um die Strafpredigt, die vielleicht ein anderer verdient hat, ihm aufzuhängen. Wenn der Einjährige jetzt, da die Manöverzeit und damit das Ende der Dienstzeit heranrückt, auf ver gangene Tage rüdblickt, so wird er trotzdem das Gefühl haben, daß eine Spanne Zeit voll strenger Arbeit, aber auch voll heiterer Stunden hinter ihm liegt und daß ihm das Soldatenspielen ebensowenig geschadet hat, wie jedem andern, der den Fahneneid geleistet hat. Mir wenigstens ging es so. Freilich, als wir am ersten Tage unserer Dienstzeit auf dem Regimentsbureau antraten, um den verschiedenen Kompagnieen zugeteilt zu werden, da famen wir uns merkwürdig winzig unter all den Uniformen bor. Unser ganzer Stolz, den wir für diesen Tag auflackiert hatten, verblich, als wir neben einem dazu kommandierten Unteroffizier der Kaserne zugeführt wurden, und nachher bei der ärztlichen Untersuchung und der dann folgenden Einfleidung nebst den sonstigen Formalitäten wurde uns nicht : besser zu Mute. Das Neue, das uns umgab, wirkte nieders schlagend auf uns; es war eine andere Atmosphäre, die wir atmeten, andere Menschen, mit denen wir ein Jahr lang vertehren, oder besser die mit uns verkehren sollten. Indessen die Stimmung löfte fich bald. Als wir uns gegenseitig in den neuen Monturstücken ansahen, blieb, wie der Berliner sagt ,,, teen Doge mehr trocken". Wir konnten uns in den wenig nach Maß gearbeiteten Röcken und Hosen nicht anders ansehen, als mit Lachen, und da dauerte es nicht mehr lange, bis wir uns fühlten". Als wir dann den Fahneneid leisteten, waren wir schon völlig Militärs geworden, zum mindesten äußerlich. Es wurde mir bald flar, daß ich es innerlich noch nicht war. Bisher hatte ich mir, wie jeder Mensch eingebildet, daß ich gehen, laufen und überhaupt meine Beine gebrauchen könnte; meine Hände desgleichen. Der Sergeant, der uns vom zweiten Tage an unter seine erziehende Fuchtel nahm, bewies mir sofort das Gegenteil. Ich lernte jetzt erst laufen und gehen, wie ein Baby, d. h. wie ein militärisches Baby und obwohl ich nach Ansicht meiner früheren Mitmenschen für einen leidlich gerade gewachsenen Mann galt und nach meiner Ansicht gerade, gesunde Knochen hatte, mußte ich meinem Ererziermeister bald glauben, daß ich frumm wäre, wie überhaupt nur ein Rekrut frumm sein fann. Ich glaubte es ihm auch, denn ich fühlte nach den ersten Stunden Exerzieren meine Knochen überhaupt nicht mehr; ich fand sie erst wieder, als der Dienst an diesem Tage vorbei war, und ich mit den andern Herren Kameraden beim Bier saß. Himmel, was ist an dem Tage geflucht worden. Wenn nur aner unserer Wünsche in Erfüllung gegangen wäre, gäbe es schon längst keine Unteroffiziere, teinen Dienst und keine deutsche Armee mehr. Aber der von uns herbeigefehnte Weltuntergang fam nicht, sondern ein neuer Tag und noch viele gleiche, an denen wir immer tiefer in die Geheimnisse des militärischen Dienstes eins drangen, bis wir schließlich als einigermaßen annehmbare Soldatenschmetterlinge aus der Rekrutenraupenhülle hervors gingen. Wer bei dieser Prozedur am meisten Schweiß vers gossen und am meisten geschimpft hat, wir oder unser Lehrs meister, ist noch nicht festgestellt. Wir hatten jedenfalls vor den zweijährigen Rekruten den Vorzug, daß wir mit dem gröbsten schon durch waren, als fie tamen, und daß es zu unserm Troste somit Leute auf dem Kasernenhofe gab, die noch frummer waren, als mir. Mit dem Laufen vulgo Marschieren ging es also schon, auch die verschiedenen Honneurs hatten wir ziemlich begriffen. Wir fielen leider öfter dabei aus der Rolle, wenn der Gefreite, der uns bei den Honneurübungen bald als Leutnant, bald als General entgegenkommen sollte, so wenig Generalmäßiges an fich hatte und der Herr Sergeant ihn erst mit einem fräftigen ,, Du bist doch General, Kindvieh," an seine Würde erinnern mußte. Kräftig aber deutlich. Wenigstens ging es uns nicht so, wie dem braven Bielawski aus Bjelanowo, Kreis Wollstein, Provinz Posen, der auch nachher den als Modell dienenden Gefreiten immer noch für einen General ansah, wenn er ihm auf der Straße begegnete. Aber Bielawski ,, verstand sich schlecht Daitsch," vielmehr übers haupt nicht. Seitdem wir die ,, Knarre" vulgo Schießprügel oder Gewehr in die Hand bekommen hatten, sahen wir uns erst als richtige Vaterlandsverteidiaer an. Ich batte früber stets mit Vorliebe die Schießbuden auf allen Jahrmärkien ausprobiert und für 25 Pfennig sechsmal nach dem brüllenden Löwen oder der trommelnden Tante geschossen. Aber ein bischen anders ist so ein Militärgewehr doch und ich bin mir in meinem Leben noch nicht so dumm vorgekommen, wie damals, als ich das erste Mal, nachdem wir die Geheimnisse des Zielens begriffen hatten, eine Plazpatrone Losbrannte. Ich sah zwar stolz in das Loch, das ich in die Natur gemacht hatte, aber mein gestrenger Herr Sergeant behauptete, ich hätte gemuckt", meine Flinte hätte gewackelt, wie ein Lämmerschwanz, und ich würde in meinem Leben die Scheibe nicht beschädigen! Das mir! Der ich auf zehn Schritt Entfernung eine Tonpfeife mit der Windbüchse beinahe traf. Aber dem habe ichs gegeben. Das heißt blos und halten", in Gedanken, denn beim Militär heißt's M- so verlangt es die Disziplin, ohne die unsere Armee nicht bestehen könnte. Ich habe das Schießen trotzdem gelernt und als ich später mit der Kompagnie zum ersten Male zum Scharfschießen antrat, schoß ich zwei Spiegel und einen Strich, daß es nur so rauchte. Da hatte die schöne Rekrutenzeit ein Ende und ich war das Glied einer Kompagnie geworden, in der ich jetzt die höchsten Ehrenstellen erringen konnte, wenn ich den verschiedenen Wenns entsprechen konnte. Die nach uns gekommenen Refruten hatten es auch nicht so gut, die wurden noch gebimmst," wir aber waren schon ausgewachsene Soldaten, alte Leute, die auf die Blausäcke", die Rekruten ftolz herabjahen. Wir hatten es erreicht. = Vermischtes. L. Julius. einen Auch eine postalische Neuerung". In München hat ein findiger Schreibwarenhändler eine Anzahl Päckchen in Briefformat hergestellt, welche den Aufdruck tragen: Briefeinlage für den Ortsverkehr, der neuen Postverordnung ent sprechend, etwa 250 Gramm schwer" und bergen Ziegelstein! Der findige Mann kann in dem stark von Studenten und Kunstjüngern bewohnten Viertel mit dem Proteststein ein gutes Geschäft machen. Dem armen Postboten aber, der im Schweiße seines Angesichts vier und fünf Treppen erklimmen muß mit mehreren solcher liebevollen" Briefein lagen in der Tasche, wird diese postalische Neuerung", dis aus dem Briefträger" einen Steinträger" macht, grimme Wut entlocken. = " Teetrinkende Schutzleute. Um seine Schußmannschaft ,, leistungsfähig" zu erhalten, und zwar durch Enthaltung von Alkohol, hatte der Magistrat zu Nürnberg versuchsweise zum ersten Male in den städtischen Haushaltungsvoranschlag den Betrag von 2200 Mark für unentgeltliche Beschaffung von Tee und Zucker für die im Dienst befindliche Schutz mannschaft vorgesehen. Dieser Versuch, der seit Neujahr ge macht wird, hat sich so gut bewährt, daß vom Magistral jetzt beschlossen worden ist, diese Einrichtung fortbestehen zu lassen. = Der Sohn der Mörderin. Die wegen Mittäterschaft an der Ermordung und Beraubung des Oberstleutnants Rooß in M.- Gladbach zum Tode verurteilte Ehefrau Adolf Bloemers ist im Derendorfer Zellengefängnis von einem Knaben entbunden worden. Das Kind soll nun acht Wochen bei der Mutter belassen und sodann einem Waisenhause übergeben werden, wo es unter einem anderen Namen die Taufe erhält. Die Meldung, daß ,, unter diesen Umständen die Beanadiauna der Frau Bloemers wahrscheinlich sein werde." Carl Geißler, Gießen ALMIN Schriftliche Arbeiten, Vermittelung von Anund Verkäufen, Vermietungen, Aufnahme von Vermögens- Verzeichnissen, Vermögens- und Dachlassverwaltungen, freiwillige Versteigerungen, Tukaffo und Beitreibung von Forderungen, bei mässigem Honorar und fachgemässer Ausführung. Geschäftsstube: ,, Hotel Einhorn". Feinste Pflanzenbutter. Zum Kochen, Braten und Backen Sürfte jedoch nicht zutreffen. Die Hinrichtung der ebenfall zum Tode verurteilten beiden Gebrüder Wolf und Leonhard Bloemers steht bevor. = Das schlafende Brantpaar. Kaum glaublich und doch wahr ist ein Geschichtchen, das sich an einem der letzter Sonntage in der Nähe von Stolfen ereignet hat. Dori waren während einer Trauung sowohl der Bräutigam als di Braut fest eingeschlafen! Durch ein tiefes Nicken des Kopfes erwachte die Braut und sah zu ihrem Schrecken der antierenden Pfarrer vor sich. Durch einen gelinden Rippen stoß der Braut wurde schnell der Bräutigam geweckt. ==- Mit dem Klüverbaum aufgespießt wurde durch das Hamburger Schiff Agathe" in Elbing ein Ochse. Am Ereideldamm lief das Schiff bei ziemlich starkem Winde in dem Engen Fahrwasser aus dem Steuer und traf einen am Land Ftehenden Ochsen mit dem Klüverbaum. Das Tier mar aut ber Stelle tot und konnte nur mit Mühe vom Klüverbaum Entfernt werden. = Seine Tochter für 2,50 Mark verkauft hat ein eng lischer Arbeiter in Neath. Das Kind, das von seinem herz: lojen Vater einer Zigeunerbande verkauft worden war, wurde biesen durch die Polizei wieder weggenommen und einer Unstalt überwiefen. Erleichterungen im Postverkehr. Vom Weltpostkongres Find eine Reihe von Erleichterungen für Postsendungen, be jonders Drucksachen, beschlossen worden, die im nächsten Jahr in Kraft treten sollen. Die Vergünstigung, daß Glück wünsche c. in höchstens fünf Worten oder Buchstaben hand schriftlich auf Karten bei Versendung als Drucksache angegeber werden können, wird auch auf Weihnachts- und Neujahrs tarten ausgedehnt. In den Anzeigen über die Abfahrt voy Schiffen kann fünftig außer der Abgangs- und Ankunftszei auch der Name des Schiffes auf Drucksachen angegeben werden Karten mit der Bezeichnung Postkarte, auch in anderer Sprache werden fünftig gegen die Drucksachentage befördert, wenn fi Ala sonst den Bedingungen für Drucksachen entsprechen. Geschäftspapiere können fünftig auch unverschlossene Brieft und Postkarten älteren Datums verschickt werden, die ihren ursprünglichen 8wed erfüllt haben, ebenso auch unkorrigierte Schülerarbeiten. Besonders wertvoll ist, daß fünftig einzelne Schlüssel als Warenproben verschickt werden können, ebenso abgeschnittene frische Blumen, Tuben mit Serum, sowie pathologische Gegenstände, sofern ihre Zubereitung und Ver packung Gefahren für die Postbeamten ausschließt. Bei den Warenproben, die Gegenstände aus Glas enthalten, ist eine andere Verpackung als Kästchen von Holz oder Metall nicht mehr zulässig. = Nicht säen und doch ernten, das Kunststüd hat eine Frau in Neustadt( Pr. Hannover) fertig gebracht. Die Witwe hatte auf ihrem kleinen Acker im vorigen Jahre den Roggen sehr spät gemäht, sodaß viel Korn ausfiel. Später ließ fie die Stoppeln flach umpflügen und ließ das Land so liegen. Im Frühjahr ging das ausgefallene Korn auf, die Halme bestockten fich reichlich, und heute ehen 19 Stiegen Roggen auf dem Stücke. = Der bedeutendste„ Nickelmann st unstreitig die Verwaltung der Großen Berliner Straßenbahn, welche täglich annähernd 32 Zentner Nickelgeld, die von den Schaffnern vereinnahmt werden, in ihre Tresors zu verschließen hat. Zum Transport der Geldrollen von den Straßenbahnhöfen nach der Hauptkasse sind unausgesetzt drei Kassenwagen im Gange. = Jm Dogenpalast in Venedig wurde bei Reparaturen eine unbekannte Kammer und in derselben eine Falschmünzerwerkstätte entdeckt. Die mysteriöse Geschichte wird in furzem aufgeflärt. Im Jahre 1664 kam ein französischer Soldat, Jean Rebol, der im Türfenfrieg den rechten Arm verloren hatte, nach Venedig. Der Soldat suchte Rosenkränze und Reliquien zu verkaufen, doch war diese Beschäftigung wenig Lohnend. Dann fam ihm in die Quere ein Waffenschmied und ein Mönch, die drei vereinten sich: ersterer schmolz Metalle, letterer bereitete die Säuren, und der Soldat half ihnen mit bestem Willen. Die schönsten, blantsten Zechinen wurden erzeugt, und alle drei erfreuten sich der guten Gewinnste. Als ihr Treiben an den Tag kam, wurde die Fälscherbande in die berüchtigten Kerker der Pozzi eingesperrt, ihre ganze Bude in Beschlag genommen und im Dogenpalast aufbewahrt, wo sie nun nach so langer Zeit zufällig ans Tageslicht gekommen ist. ZeitungsAusschnitte mit Quellenangabe über jedes Gebiet und für jeden Zweck liefert im Abonnement das Berlin. Literarisch. Bureau, Berlin, Wilhelmstr. 127. Prospette gratis. D Neue holl. Vollheringe, Neue marinierte Heringe ( in Sahne) Reue Salzaurten Neues Sanerkrant Reine Weine p. Ltr. 45 Pfg. Karl Jekel Gießen, Marburgerstraße 25. ie Königliche Baugewerk- Schule zu Jostein im Tanun8 eröffnet das Winterhalbjahr am Donnerstag, den 18. Oftbr. Programme und Meldezettel versendet kostenlos Die Direktion. Lokales. 18. August n. Die Gravelotte und St. Privat- Feier sämtlicher Militärvereine Gießens am morgigen Sonntag Bormittag weckt so manche wet mütige, aber auch so manche freudige und stolze Erinnerung. Gern beteiligen sich schon seit Jahren die Veteranen und ehemaligen jüngeren Soldaten an dieser wenn auch einfachen, so doch erhebenden Feier. Es ergeht auch die Einladung nochmals ven dieser Stelle aus an alle Kameraden der Militärvereine, mit anzutreten, zumal, wie wir hörten, auch attive Militärs dieses Mal tommen und sonstige Arrangements die Feier noch eindrucksvoller gestalten werden. ? Ein im vorigen Jahre von Gießen schnell abg e- reifter Kaufmann ist jetzt vom Ausland freigegeben und hier eingeliefert worden. § Die Zigeunerplage macht sich hier wieder recht bemerkbar. Die Gendarmerie hat sich mit dem wandernden Bolte mehr als sonst zu beschäftigen. Sportplaz Gießen. Am Sonntag 26. Auguft veranstaltet der Süddeutsche Rennfahrerverband große Internationale Rennen. Das reichhaltige Rennprogramm umfaßt folgende Nummern: 1. Goldnes Rad von Gießen, Stundenrennen mit Motorschrittmacher, 2-4 Dauerrennen 5000, 10 000 und 15 000 Meter, 5 Motorrennen, 6 Ehrenpreisfahren. Der schwarze Afritameister H. F. Vendredi Kairo ist bestimmter Teilnehmer, ebenso Europameister Georg Drescher, Mainz. * Hessischer Landeslehrerverein. In der legten Borstandssitzung des hessischen Landeslehrervereins in Darmstadt wurde beschlossen, die nächsjährige Vertreterund Hauptversammlung Pfingsten 1907 in Friedberg abzuhalten. Reftor Backes in Darmstadt, langjähriger Vorsigender des Vereins, teilt jetzt schon mit, daß er mit Rücksicht auf sein hohes Alter eine Widerwahl als Obmann unter feinen Umständen annehmen könne. - ** Ein großer deutscher Frauenbund zum Besten unserer Flotte" wird erstrebt. Der Aufruf dazu kommt von Hannover aus. Jedes Mitglied dieses Flottenbundes erhält eine fleine parbüchse in Form eines Schiffes, in welche es allmonatlich ein Scherflein hineintut; denn es sollen keinerlei Festlichkeiten zum Besten des Flottenbundes veranstaltet werden. Diese Sparbüchsen werden zweimal im Jahre, und zwar zwischen dem 1. und 8. April und dem 1. und 8. Oftober, bei der Schaßmeisterin abgeliefert. Geschäftsstelle ist in Hannover, Pinzenstraße 5. Detsgruppen sollen in allen anderen Städten gebildet werden. Jedes Mitglied des Flottenbundes Deutscher Frauen" ist gleichzeitig Mitglied des Deutschen Flottenvereins", und berechtigt, das Flottenabzeichen zu tragen. Frau Bizeaomiral Dlbecop, Exz. ist Ehrenvorsitzende. Dem Aufruf ist nach stehendes Poem beigefügt: Nun flinge durch Deutschland wie Frühlingswetter, Wie Trommelgewirbel, Fanfarengeschmetter Du Aufruf vom Flottenbund Deutscher Frau'n: Helft uns, Ihr Schwestern, ein Schiff zu bau'n, Ein mächtiges Schiff im Panzerkleid, Helft uns, so lange es Friedenszeit. Wartet nicht erst, bis Deutschland in Not, Bis die Bitte sich wandelt in heischend' Gebot, Seid fröhlich und schnell zu helfen bereit, Wahrt uns die föstliche Friedenszeit. * Die Jahresberichte der verschiedenen hessischen Lungenheilstätten liegen jetzt vor. In der Ernst Ludwig- Heilstätte bei Sandbach 1. D., die der hessischen Landesversicherungsanstalt gehört, wurden im Jahre 1905 über 600 Patienten behandelt. und 529 entlassen. 498 waren Mitglieder der Landesversicherungsanstalt. Erbliche Be lastung lag bet 197 vor. Bon 417 Patienten wurden wesentlich gebessert 385, als dauernd erwerbsunfähig wurden 187 entlassen. In den privaten Heilstätten für lungenkranke Männer in Eberbach und Reichelsheim wurden 56 männ liche Kcante behandelt, die Mitglieder der Landesversicherungsanstalt waren, in der Heilstätte für weibliche Lungenkranke in Reichelsheim 163 Mitglieder der Versicherungsanstalt und 48 Nichtversi verte. In der EleonorenHeilstätte bei Lindenfels wurden 115 Krante behandelt, die alle versichert waren. Von den entlassenen 44 Kranten waren 26 erblich belastet. 35 wurden fast völlig geheilt. * Jagdliches. Am 20. August geht die Hühner. jagd auf. Die Jäger behaupten, es sei dies gerade soviel zu früh wie es voriges Jahr zu spät war, denn es steht leider noch zu viele Frucht auf dem Felde. Auch sind die meisten Hühnergehege noch viel zu klein. Ja, man traf in lezter Woche noch vielerorts brütende Hühner. * Ueber die voraussichtliche Obsternte kommen Nachrichten " einem Stückchen Weißbrot ein swarzes Körnchen, offenbar| auch Bildhauerarbeit zeigt, soll später wieder aufgest von einer Maus herrührend. Sehr erregt läßt er sofort den werden. Dem Generalmajor Dietlein hier ist der erbit Bäckermeister fommen, zeigt ihm das Stück und herrscht ihn Adel verliehen worden. an: Sagen Sie mal, was ist das hier?"" Was das ist?" erwidert der Bäcker, der die Lage erfassend, das schwarze Körnchen nimmt, in den Mund steckt und hinunterschlingt, ein Rosinchen, Königliche Hoheit!" Der Kurfürst, dem die Schlagfertigkeit imponierte, schickte den Mann in die Hoffüche und ließ ihn dort bewirten. ? Klein- Linden. Die vor längerer Zeit abhanden gefommenen Ersparnisse einer Frau sind ist wieder auf ihrem früheren Blaze vorgefunden worden. Wer der Dieb ist, fonnte auch ist noch nicht ermittelt werden; die Reue scheint hier mitgespielt zu haben. * Hochelheim, 17. August. Die Erneuerungsarbeiten an dem altehrwürdigen Kirchlein dahier nehmen einen guten Fortgang und anfangs Oktober wird die Einweihung stattfinden. Der Hauptbau war vor der Reformation nur eine Kappelle. Diese soll aus dem 12. Jahrhundert stammen. Der angebaute Teil ist im 17. Jahrhundert errichtet worden. Ausschmückung, wozu 30 000 t. in Stoftenanschlag geWenn die Kirche mit dem neuen Querschiff und der übrigen nommen sind, fertiggestellt ist, wird man das alte unschein bare Gotteshaus faum wieder erkennen. Die Bauleitung Legt in Händen unseres Herrn Kreisbaumeisters Witte. * Allertshausen, 17. August. In unserer Gemeinde wird gegenwärtig der Bau einer neuen Kirche aufgeführt, da die alte nicht mehr reparaturfähig war. Die Kirche foftet 13 000 t. zu bauen. Hierzu gibt das Großh. Oberkonsistorium aus dem Zentral- Kirchen- Fonds 2000 Mt. Durch sonstige Zuwendungen tommen noch ungefähr 1000 Mt. Durch sonstige Zuwendungen tommen noch ungefähr 1000 wt. zusammen, sodaß von der Gemeinde 10000 Mt. aufzubringen sind. A Hirzenhain, 16. August. Das hiesige Buderus'sche Eisenwert nimmt von Jahr zu Jahr an Größe zu; so ist auch gegenwärtig wieder eine neue Gießhalle im Bau begriffen, die im Herbst in Benußung genommen werden soll. Das Wert beschäftigt gegenwärtig ca. 420 Arbeiter. Durch das Werk nimmt auch unser früher recht kleines Dorf all. mählich zu. Die bisher einklossige Bolfsschule ist überfüllt, sodaß die Kreisschulkommission die Ecrichtung einer zweiten Schultlasse ab. 1. Oftober beschlossen hat. * Hohensolms. In der letzten Sigung der Bürgermeistereivertretung fam u. a. der Neubau einer Bürgermeisterei zur Sprache und zwar die Frage, in welchem Dcte das Gebäude errichtet werden solle. Da Hohensolms an der Peripherie der Bürgermeisterei liegt, so wäre ein Ort mehr in der Mitte als Bürgermeistersiz vorzuziehen. In Erwägung dieses Gedankens wurde von einzelnen Vertretern Altenkirchen in Vorschlag gebracht. Sollte dieser Plan verwirklicht werden, so bekommt Blasbach setner abge= rückten Lage wegen ein Standesamt. Vorläufig liegt jedoch noch keine Entscheidung vor, da bei der Abstimmung Stimmengleichheit der Vertreter bestand. * Grebenhain, 17. Auguft. Hier ist ein Turnberein gegründet und der Deutschen Turnerschaft an geschlossen worden. Der junge Verein zählt bereits über 30 aftive Mitglieder. * Lauterbach, 17. Auguft. Vor einiger Zeit ist schon bei einem Schulkind in Lauterbach Typhus festgestellt worden, gestern wurde im benachbarten angersbach to ieder ein Fall fonstatiert. Vom Vogelsberg, 17. August. Eigentümliche Ver hältnisse hershen auf dem Lande in Fleischpreisen. Während man in der Wetterau das Pfund Schweinefleisch für 74 Bfg. erhält, bezahlt man hier 80 Pig. * Aus dem Kreise Büdingen wird berichtet: In den Schulen unseres Kreises wird durch Schulrat Scherer an Stelle des Zeichnens das Modellieren aus weichem Ton mit großem Erfolge eingeführt. Körper, Pflanzen, Früchte u. dgl. werden aus Ton geformt, getrocknet und dann mit Farbeu und zuletzt mit Lack überzogen. Es ist geradezu erstaunlich, mit welcher Geschicklichkeit Kinder beispielsweis: aus Büdingen, Nidda, Hirzenhain Modelle anfertigen. Sie erregen den ungeteilten Beifall der Lehrerschaft, aber auch jeden anderen Beurteilers. Dem neuen, eigenartigen Unterrichtszweig bringt man besonderes Interesse entgegen. neue Butzbach, 17. August. Spiegel fechterei. Eine „ Spaßenscheuche" haben erfinderische Landwirte der umgegend auf ihren Aeckern angebracht, nämlich ein Spiegelalas, welches an beiden Seiten mit Kordel befestigt ist und 15 Meter über dem Boden zwischen Bäumen und Pfählen frei schwebt. Beim geringsten Lüftchen bewegt sich das Spiegelglas beständig und blendet weithin. Beobachtende Landwirte versichern, daß diese neue Spaßensheuche sich sehr gut bewähre. * Butzbach, 17. Auguft. Abnorm. Gestern entdeckten Feldarbeiter einen jungen Fasanen in hiesiger Gemarkung, der vier normal entwickelte Beine, dafür aber aus einem Teile der Länder, die uns mit Obst versorgen. Ober- und Niederösterreich melden in Aepfein, Birnen und Pflaumen einen guten, Kärnten und Tirol einen mitleren Ertrag. Letzteres gilt auch von Aprikosen, Pfirsichen und Nüssen. Im Obstland Böhmen sollen die Aussichten nicht sehr günstig sein. In Deutschland selbst fann man im all- früppelhafte Flügel hatte. gemeinen mit der Obsternte zufrieden sein, nur müßte der Obstbau noch weiter ausgedehnt werden, besonders sind weniger Sorten, aber dafür gute zu züchten. Auf diese Weise fönnten viele Millionen Mack im eigenen Lande bleiben. * Billigeres Selterswasser. Die Frankfurter Kgl. Esenbahndirektion hat sämtliche Bahnhofswirte thres Bezirks angewiesen, in der Zeit vom 1. April bis 1. Ottober jeden Jahres Selterswasser im Gläsern zu 0,2 Liter Inhalt für den Preis von 5 Pfg. per Glas an das reisende Publikum abzugeben. * Alles für die Ehre! Vom letzten Kurfürsten von Hessen wird noch ein niedliches Geschichtchen erzählt: Der Kurfürst wohnte im Schlosse Wilhelmshöhe, wohin ein Kasseler Bäckermeister jeden Morgen das Weißbrot zu liefern hatte. Eines Tages sieht der Kurfürst beim Frühstück in * Bad Nauheim, 17. Auguft. Das vom hiesigen Großh. Tiefbauamt aufgestellte Projekt einer gemeinsamen Kanalisations- und Kläranlage für Friedberg und Bad Nauheim ist den Stadtverwaltungen beider Städte zugegangen. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 610 000 mt., falls noch eine Dribationsfilteranlage erforderlich sein sollte, auf 830 000 Mt., so daß auf jede der beiden Kommunen 415 000 t. entfalltn würden. * Mainz, 17. Auguft. Ein interessanter Fund wurde bei Erdarbeiten in der Schlossergasse gemacht. Man stieß dort auf ein ehemaliges Stadttor, das noch tiefer lag als der ehemalige Durchgang durch den Holztnrm. Die Torocgenöffnung war mit Backsteinen vermauert und dann mit Erde verschüttet worden. Die einzelnen Teile wurden unter Leitung des Prof. Dr. Schumacher ausgegraben und nach dem Museumsgebäude gebracht. Der Torbogen, der * Offenbach, 17. Auguft. Sehn'n Sie, des it ein Geschäft. Ein hiesiger Portefeuillefabrikant hatt an eine Berliner Firma, die vor 10 Jahren in Konturi geriet, eine Forderung von 1200 Mt. Dieser Tage gingen ihm per Bostanweisung als sein Anteil an der Schluß dividende 7 Pfg. zv. Davon gehen 5 Pig. Zustellungsg bühren ab, so daß 2 Pfg. bleiben. Ueber diesen Empfang wünscht der Konkursverwalter eine Bescheinigung, b mindestens 5 Pfa. Porto foft- t. Aus dem Gerichts[ aal. Straftammer. Gießen, 17. Auguft. Der seither auf dem Polizeiamt zu Bad Nauheim b schäftigte Schreibgehüife Martin Schäfer 2. hat bei ver schiedenen Hotelbesizern, unter der falschen Angabe, er sei beauftragt, die Stempelgebühren für die erteilte Konzession zu erheben, etwa 750 f. erhoben, mit denen er flüchtig ging. Außerdem ist ihm zur Last gelegt, Fundgebühren und G bühren für erteilte Ausfünfte unterschlagen zu haben. Er ist ein dem Trunk ergebener Mensch, dem nur nachgewiesen werden konnte, daß er zwei Betrügereien in normalem Bu stand verübt hat, wofür er mit einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten belegt wurde. Im übrigen erfolgte Freisprud auf Grund eines sachverständigen Gutachten. Wegen Unterschlagung wurde der Biehschweizer Rox, Brüttner von Roschnöve, unter Einbeziehung einer vom Amtsgericht See hausen erkannten Strafe von 5 Monaten, zu einer Gesamt strafe von 1 Jahr gefängnis verurteilt. Er hat einem Mit löhner Anton Kienzle von Assenheim hat gegen ein Urteil frecht eine Uhr mitgenommen, die er versezte. Körperverlegung zu 2 Wochen Gefängnis und wegen Ruhe des Schöff ngerichts Altenstaot, nach welchem er wegen flörung zu 3 Tagen Haft verurteilt worden ist, Berufung eingelegt. Er hat im Verlanfe eines Wortwechsels einem Landwirte ein Loch in den Kopf geschlagen. Die Ver handlung mußte zwecks weiterer Beugenvernehmung vertagt werden. - Der Tage Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am 10. Sonntag nach Trinitatis( 19. August) predigt: 2. nachmittags: Defan Wagner. Text: Ap. Gesch. 20, 17-38. Lied Nr. 330. Der Nachmittags- Gottesdienst fällt aus wegen del Gustav- Adolf- Festes in Londorf, wozu die Gemeinde herzlichst eingeladen wird. Gottesdienst mit Katechismuslehre in Lumda vormittags 9 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 19. Auguft. Abnehmende Bewölkung, geringer Regen, fühl, besonders nachts, mäßige nördliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Warttberigte. Sichen. 18. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten Butter St. 0-0 Pfg, Käse ver St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Big, per fb 1.20-1.30 mt., Hühnereier ber Stúd 7--8 Bfg., Enteneier Erbsen per Pfd. 22 Pfg., Linsen per Pfd. 32 fg., Tauben ver Paar 0.80-1.00 Mt., Hühner per Stück 1.00-1.60 mt., Hahnen per Stück 0.80-1.80 mt., Enten per Stüd 1.80-2.20 mt., Gänse ver Pfd. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch per Pid. 78-86 Pfg., Rind fleisch per Pfd. 70-72 Pfg., Schweinefleisch per Pfd. 80-91 Bfg. Schweinefleisch gefalzen per fb. 94-00 Pfg., Kalbfleisch ver Bfb. 80-84 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 60-80 Pig., Kartoffeln per Weisfraut per Std. 15-30 Bfb., per St. 10-30 Bfg., Aepfel per 100 Kilo 7.00-8.00 mt., Zwiebeln per 3tr. 6.00-8.00 Mr, Pid 15-20 Pfg., Zwetschenper 3tr. 0.00-0.00 mt., Kirschen per Bfd. 30-40 Pfg., Milch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7.Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochen marttverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherzieher feilgeboten werden. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 2. Es können eingestellt werden: 5 Schlosser, 1 Elektromonteur, 1 Lackierer, 6 Schreiner, 2 landw. Arbeiter, 1 landw. Magd, 2 Schmiede, 1 Waschfrau, 3 Glaser, 1 Anstreicher, 1 Stallbursche, mädchen, 3 Lauffrauen, 1 Laufmädchen. 1 Küchenbursche, 1 Küchenmagd, 1 Kutscher, 2 DienstSchreiner, 1 stellner gegen Vergütung. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Elektromonteur, 1 Es suchen Arbeit: 1 Maschinist oder Heizer, 2 Waschfrauen, 1 Putzfrau, 1 Flickerin, 1 JInstallateur, 1 Kaufmann, 1 Auslaufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Haus oder Bureau diener, 1 Bureaugehilfe. Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Drucksachen aller Art liefert in jeder Ausführung zu billigsten Preisen die Buchdruckerei Albin Klein Glessen, Seltersweg 83. EINST UND JETZT Die Geschichte eines Derlenhalsbandes Schwemmlandablagerungen standen. 11 eine Blich aber verfolgten, bie aus Flußrieseln be rild bis zu bläulich- grünen effein Genauere Unters ihr Vorkommen zu fuchungen dies Gestein gleichfall, vulkanischen Ursprungs war und die Ausbruchsschlote alter Bulfane erfüllte. In dieser Masse, die in Südafrika als Blauerde bezeichnet wird, wurden die Diamanten unregelNr. 188 Samstag den 18. August sische Familier 9061