Nr. 166 Debattion u.Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83, Fernsprechanschluß Nr. 362. Mittwoch, den 18. Juli 1906 15. Jahrgang を Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( tig und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Gießener Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amflichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Vernunft wird Unfinn..." " Ueber die Sonderbarkeiten des Zolldeklarationswesens [ chreibt ein fich augenblicklich im Auslande aufhaltender Mitarbeiter der Deutschen Reform- Korrespondenz": Wer nicht beruflich mit Zolldeklarationen zu tun hat, für den ist das Deklarationswesen ein Buch mit sieben Siegeln. Hat der Private irgend eine Sendung ins Aus land zu machen, so ist das erste, was er empfindet: Furcht und Schreden. Hat er diese einigermaßen überwunden, so geht er zur Post und holt sich Rat. Den bekommt er auch. Man unterweist ihn genau, wie er die drei Bolldeklarationen auszufertigen hat, und wenn er es falsch macht, so hilft die Poft gefällig nach. In der Zolldeklaration muß der Inhalt der Sendung genau verzeichnet sein, nach manchen Ländern auch der richtige Wert. Wer diese Mühe einmal gehabt hat, ber vergißt sie nicht wieder, d. h. die Vorschriften behält er nicht im Gedächtnis, sondern die Mühen. Auch bleibt er fich im Stillen bewußt, daß die Angaben, die er dem Postbeamten gemacht hat, obgleich nach bestem Wissen abgegeben, doch wohl der Wahrheit nicht in allen Punkten entsprochen haben mögen. Wer freilich durch sein Gewerbe darauf angewiesen ift, tagaus, tagein Waren nach dem Ausland zu verschicken, für den fönnen die eben erwähnten Schwierigkeiten faum bestehen; denn schließlich sind auch verwickelte Bolldeflarationsvorschriften feine eleusinischen Mysterien, in die verständnisboll einzudringen nur bevorzugten Geistern beschieden war. Die Sache muß aber einen ganz eigenen Hafen haben. Ga gilt nämlich als feststehend, daß ein nicht unerheblicher Teil aller Zolldeflarationen fehlerhaft ist. Unnötig zu sagen, daß die Fehlerhaftigkeit nicht in einer Ueberiagierung zum Aus drud fommt, die die Entrichtung eines höheren als dem Gesez entsprechenden Zolles zur Folge haben würde. Woran bas liegt, fönnen wir nicht sagen, und Vermutungen, die bes friedigend sein tönnten, möchten wir nicht aufstellen. Ea muß an der Tatsache genug sein. Das Gesez sieht sie auch vor und trifft Bestimmungen gegen die feblerhafte Defla ration. Das Zollvereinsgefeß von 1869 macht für falsche Deflarationen sogar den Frachtführer mit verantwortlich, die der Eisenbahn und ihren Bevollmächtigten. Da bei uns die Bahnen mittlerweile Staatsbahnen geworden sind und ihre Bevollmächtigte Staatsbeamte, so ergibt sich ein ganz eigenartiges Verhältnis, das manchmal lebhaft an den Goetheschen Spruch erinnert: ,, Vernunft wird Unfinn- Wohltat: Plage." Ein Güterexpedient, der als Zolldeklarant der Staatsbahn mit der Ausfertigung der Zollanmeldungen für eingehende Bahnsendungen beauftragt ist, hatte sich vor dem Schöffengericht wegen ,, falscher Deklaration" zu rechtfertigen. Seine Berfehlung bestand darin, daß er 14 Ballen Wollabfälle zur Verzollung angemeldet hatte, während sich bei der Revision herausstellte, daß der Inhalt aus gefämmter Wolle bestand. Dem Beamten war dafür ein Strafmandat über 5 Mari zuteil geworden. Der Beamte verstand das Strasmandal nicht. Es war nämlich darin gesagt, daß ihn ein Verschulden nicht treffe und daß er die Deklaration nach den ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen gewissenhaft vorgenommen habe. Man fann dem Beamten nicht verargen, wenn er auf die Vermutung fam, ihm sei eine Belohnung und Bes lobigung zugedacht gewesen, und nur der Irrtum eines Copiſten habe die Anerkennung der Vorgesetzten mit einer Strafverfügung verquickt. Er verlangte richterliches Gehör und lud einen Zolloberrevisor als Sachverständigen. Dieser sagte aus, daß der Angeklagte garnicht anders habe handeln fönnen, als er getan, daß die falsche Deflaration bei dem ausländischen Absender liege. Das Schöffengericht fam seltsamerweise zu der Ansicht, daß ein Beamter sich unter Umständen durch Erfüllung seiner Pflicht, sogar durch zu gewissenhafte Erfüllung seiner Pflicht strafbar mache. In Berücksichtigung der obenwaltenden Verhältnisse erkannte es auf eine Geldstrafe von nur 3 Mart. Der Beamte war deswegen nicht besser daran als zuvor. Denn als Verurteilter muß er die Gerichtstoften tragen, und diese sind mit der Strafermäßigung noch lange nicht gedeckt. Mit allem aufrichtigen Respekt vor den beteiligten Personen allen, getrauen wir uns zu sagen, daß dieses Urteil, selbst wenn es ein formal richtiges und selbst notwendiges Urteil ist, uns nicht gefällt, das ein freisprechendes Urteil, auch wenn es formalistisch anfechtbar erscheinen fonnte, uns sympathischer gewesen wäre. Einen Beamten dafür be strafen, daß er gewissenhaft seine Pflicht getan hat, if Unsinn. Wenn ein Gesez das verlangt, so ist das Gesez unsinnig, und wir beneiden den nicht, der es anzuwenden hat. Wir loben ihn auch nicht darum. Ein unsinniges Gesetz muß nicht gerade bis zum letzten Tage auf den Buchstaben befolgt sein. Im übrigen glauben wir garnicht, daß das Gesetz in dieser Anwendung überhaupt Geltung hat. Der Bahnbeamte würde ganz unzweifelhaft das Recht haben, um sich nicht strafbar zu machen, in diesem Falle seine Pflichterfüllung zu verweigern. Das wäre wiederum ein unsinniger und unerträglicher Zustand. - Ganz selbstverständlich ist es, daß dem bestraften Beamten von Staatswegen Strafe und Kosten ersetzt werden, denn der Staat fann nicht dulden, daß ein Beamter, den er lobt, wegen der Handlung gebüßt wird, für die er gelobt wurde. Dann hat also der Staat das von ihm ausgestellte Straf - mandat selbst zu bezahlen. Viel Unsinnigeres fann man sich faum ausdenken. Das Zollvereinsgesetz von 1869 bedarf in der Bestimmung, von der hier gesprochen worden, eilige Aenderung. Bis die Aenderung aber vorgenommen ist, mag die veraltete Be stimmung schlafen. Politische Rundschau. Deutsches Reich. Vor einigen Tagen bereits sind die Freifahrtkarten für die Reichstagsabgeordneten dem Bureau des Reichs. tags behufs Uebermittlung an die Reichstagsabgeordneten zugegangen. Die Versendung der Karten steht unmittelbar bevor. Die Abgeordneten werden daher etwa zwei Wochen vor dem 1. August, von wann ab die Karten Gültigkeit er langen, im Besitze der Karten sein. Bei den Verhandlungen innerhalb der Kommissionen des Badischen Landtages über die Betriebsmittelgemeinschaft gewann die Ansicht allgemeinen Glauben, daß die Aussichten für das Zustandekommen des Planes immer mehr geschwunden sind. Diese Ueberzeugung äußerte fich leb. haftem Bedauern, ebenso beklagte man, daß die Bestrebungen auf eine Vereinheitlichung und Vereinfachung der Personentarife auf so erhebliche Schwierigkeiten gestoßen find. Mit der Einführung der vierten Klasse konnte man sich in Baden nicht befreunden. Völlig einig war man in der Erwartung, daß die zwischen den deutschen Eisenbahnverwaltungen bisher getroffenen Vereinbarungen nicht der Abschluß, sondern nur eine Einleitung für die Herbeiführung einer das ganze deutsche Verkehrsgebiet gleichmäßig umfassenden, einheitlichen Gestaltung des Eisenbahnverkehrs sein werden. In Danzig fand der 27. Deutsche Buchbindertag statt, der von 35 Städten beschickt war. Der Verbandstag sprach sich gegen die ministerielle Verfügung aus, nach welcher die Standesamtsregister und-formulare auch fernerhin in Strajanstalten gedruckt werden sollen. Fischer- Berlin berichtete über die günstige Entwicklung der Sterbefasse mit 16 000 m. Bestand. Wegen der Gefängnisarbeit wurde ferner eine erneute Petition an die Staatsregierung beschlossen, wonach die Gefangenen höchstens mit Handarbeiten beschäftigt werden, aber feine maschinellen Betriebe angeführt werden sollen. Der nächste Verbandstag wird im Jahre 1907 in Hannover stattfinden, für das Jahr 1908 ist Wiesbaden in Aussicht genommen. Der bisherige Gesamtvorstand wurde wieder gewählt. England. Den Mitgliedern des Parlaments wurde durch die britische Regierung ein Weißbuch über den Sinnikonflikt übermittelt. Der Konflikt selbst ist seit einiger Zeit durch die Annahme der englischen Forderungen seitens der Türkei beigelegt. Das Weißbuch verlangt eine stetige Vermehrung der britischen Truppen in Aegypten. Ferner wird festgestellt, daß der deutsche Botschafter in Konstantinopel die Pforte jeinerzeit habe wissen lassen, sie sei mit der Besetzung von Tabah im Unrecht. ** Rufsland. Zu allen sonstigen Kalamitäten tritt nun noch die Aussicht auf eine Mißernte. In den südlichen Landesteilen haben sich infolge des unaufhörlichen Regens die Ernte- Aussichten wesentlich verschlimmert. ** Handel und Verkehr sieht sich durch einen größeren Streit im Hafen von Odessa bedroht. Nachdem schon die dortigen Hafenarbeiter die Arbeit niedergelegt hatten, sind nun auch die Kohlenauslader in den Ausstand getreten, um ihre Solidarität mit den übrigen Arbeitern zu betätigen. Mehrere Dampfer, die mit Kohlen im Hafen liegen, konnten infolgedessen nicht ausgeladen werden. ** Die Meldungen über Meutereien in Heer und Flotte nehmen fein Ende. Jm Hafen von Odessa find wieder die Mannschaften mehrerer Schiffe der Schwarzen Meer- Flotte in hellem Aufruhr. Die Offiziere sind machtlos. Die Mannschaften liegen müßig auf Deck, revolutionäre Lieder fingend, und halten auf den Schiffen revolutionäre Versammlungen ab. Der Zar ist bemüht, durch Bestrafung ganzer Truppenteile der meuterischen Bewegung Einhalt zu tun. So hat er neuerdings das 7. R serve- Kavallerie- Regiment seiner Standarte für verlustig erklärt. Balkanftaaten. ** Wieder einmal sind Streitigkeiten an der türkischmontenegrinischen Grenze im Gange. Bei Wermosch und Zolotin find montenegrinische Banden in das türkische Gebiet eingedrungen und haben sich der dort belegenen Weiden bemächtigt. Türkische Truppen wurden abgesandt, und es fam zu heftigem Kampfe. ** Die neuerdings wieder häufiger vorkommenden Mordund Schreckenstaten in Mazedonien beginnen das Augenmerf der Diplomaten auf sich zu lenken. Wegen der Ermordung von sechs Kuzowalachen in der Kirche von Koraferia durch eine griechische Bande sind seitens Rumäniens bei der Pforte Vorstellungen erhoben worden, und diese hat die Verfolgung der Uebeltäter zugesagt. Amerika. In dem Streit der mittelamerikanischen Republiken hat fich Honduras bereit erklärt, abzurüſten und sich einem Schiedsspruch zu unterwerfen. Die Friedensunterhandlungen zwischen Guatemala und Salvador werden vom Präsidenten Roosevelt eingeleitet. Die Verhandlungen dürften an Bord des Kreuzers Marblehead" in der Nähe der Gewässer von Guatemala stattfinden. Merito wird ebenfalls vertreten sein, und zwar durch seinen Gesandten in Zentral- Amerika. Alien. ** Dem deutschen Beispiel in Bezug auf die Zurückziehung von Truppen aus China folgt nun auch Rußland. Rußland erklärte, daß es seine gesamte Schutzwache bis auf 25 Kosafen aus Peting zurückziehen werde. Hof und Gesellschaft. *** Ueber das Zusammentreffen des Raisers mit dem Könige Eduard von England verlautet jetzt, daß die Entrevue im August stattfinden dürfte. Endanliige Vereinbarungen, insbesondere über den Ort und bie Einzelheiten sind noch nicht getroffen. Mit knapper Not ist König Alfons von Spanien mit seiner Gemahlin einem Unglücksfall ent gangen. Während einer Wagenfahrt des Königs und der Königin scheute plößlich das Pferd, bäumte sich und drängte den agen die Böschung hinab. König Alfons sprang aus dem Wagen und brachte das Pferd zum Stehen. In Lebensgefahr schwebte die Köntain Maud von Norwegen bei einer Spazierfahrt. Jm Norangstale scheute an einer gefährlichen Stelle das Pferd ihres Wagena und schob das leichte Gefährt teilweise über den W grand hinweg, sodaß es über einem jähen Absturz des Lyshol gletschers schwebte und nur noch durch einige Steinblöcke qe halten wurde. Der König eilte seiner Gemahlin zu Hilfe und befreite fie aus ihrer schrecklichen Lage. Der Bischof von Fulda ist gestorben. Bischol Adalbert Endert war am 22. Dezember 1850 geboren. Am 28. Oftober 1898 erfolgte seine Wahl zum Bischof von Fulda Deer und flotte. Unglücksfall bei der Artillerie. In Posen Hantierten Leute von der 7. Kompagnie des 5. Fußartillerie- Regiments außer Dienst mit einer Geschütz- Plazpatrone. Diese explodierte, und dabei wurde ein Unteroffizier getötet, ein Sergeant und ein Kanonier verlegt. Die Kreuzfahrt der englischen Flotte in der Ostsee gänzlich aufgegeben. Die britische Regierung hat sich wegen der Schwierigkeiten, in russischen Häfen anzulaufen, entschlossen, die geplante Ostseefahrt ganz aufzugeben. Wie fie im Unterhause mitteilen ließ, entständen durch die Umarbeitung des Planes solche Hindernisse, daß die Kreuzfahrt in der Ostsee ganz unterbleiben soll. Es werden also auch keine deutschen Häfen besucht. Soziales Leben. × Beendeter Ausstand in Hamburg. In einer Versammlung, die bis nach Mitternacht dauerte, und die einen erregten Verlauf nahm, wurde der Ausstand der Bauhilfsarbeiter für beendet erklärt. Auf einigen Bauten, deren Unternehmer die Forderungen der Ausständigen nicht bewilligt haben, bleibt die von diesen verhängte Sperre bestehen. X 160 000 Mark zu wohltätigen Zwecken. Der in Prag verstorbene Großkaufmann Kob vermachte seiner Vaterstadt Koburg 160 000 Mt. zu wohltätigen Zwecken. X Waisenschiffe. Mit Hilte der Gemeinde und Handelsfammer von Ostende, sowie anderer Korporationen hat der belgische Thronfolger ein Unternehmen ins Leben gerufen, das dem vielfachen Elend der belgischen Seefischer steuern und dem stetig zurückgehenden Fischfang zu neuem Aufschwunge berhelfen soll. Es handelt sich um die Begründung von ,, Waisenschiffen". Auf diesen sollen die Kinder der auf See verunglückten Fischer aufgenommen und zu Matrosen ausgebildet werden. Da man an Bord des Waisenschiffes eine Fachschule für Fischfang einrichten will, hofft man auch die Fischerei in die Fähe zu bringen. Seit 25 Jahren hatte sich die Handelskammer von Ostende vergeblich bemüht, die Ver hältnisse zu bessern. Aus den Parlamenten. Badischer Landtag. Die erste Kammer nahm mit tilen gegen vier Stimmen einen Antrag der Budgetfommission mn, nach welchem die von der Regierung vorgeschlagene Tarif reform für Personentarife der Eisenbahn gebilligt wird. Ablehnung der bayerischen Staatslotterie durch die Abgeordnetenkammer. Der Antrag der Bauernbündler, ine Staatslotterie zu schaffen, rief heftige Debatten hervor. Die Staatsregierung verhielt fich völlig ablehnend. Von Bentrumsseite wurde der Verkehrsminister heftig angegriffen wegen der norddeutschen Invasion in Bayern durch Uebers endung von Lotterielosen usw. Der Minister erklärte, diese Sendungen wegen des Reichspostvertrages nicht vom Verkehr musschließen zu fönnen; doch werde das Gesamtministerium zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen. Der Antrag selbs burde mit 69 gegen 40 Stimmen abgelehnt. baft fa immer recht. Du Richtig! Und bann antwortete ich: Liebe Martha, bu baft fa immer recht. Wer tann Fräulein Alice Murman aufstellen winst." wetzt doch, daß bu es als Pendant au dem Porträt von boch geschickt, folchem theatralischen Trid gegeben hätte." Du fannst aber doch aufrieden sein. freilich, fie hat geahnt, daß ich nicht meine Bustimmung zu daß fie mir Mittellung babon machte. Aber Du bist berühmt Eine heitere Erinnerung an die Leutnantsjahre. Wo bleibt mein Völkerrecht? Bon Freiherrn Dia ordentliche feine Familie und Möbel rettet. mir icht bem frelen Auslaufen des Schiffes, auf das her In der Tat. der Außer üchtions Nab und Fern. + Vom deutschen Bundesschießen. Bei aufklärendem Wetter hat sich die Stimmung auf dem 15. deutschen Bundesschießen in München auf das prächtigste entwickelt. Es ist ein rechtes Verbrüderungsfest zwischen Nord und Süd ge worden. Dazu trägt vor allem die Zwanglosigkeit bet, mit der fich der bayerische Hof vom Prinzregenten an auf dem Schüßenplaße und mitten im Bublifum bewegt. Besonders ber Thronfolger, Prinz Ludwig, in Joppe und Federhut, ist überall dabei. Einzigartig sind die Münchener Abende" in der Festhalle, wo die populärsten Münchener Komiler Kasperltheater, Schattenspiele ic. in überwältigendster Art vorführen. + Westdeutsche Automobil Tourenfahrt. Bei der Tourenpreisfahrt erhielten Preise: 1. Frau Opel( Damenpreis). 2. Karl Neumaier( Benz). 3. Dr. A. Jsbert- Frant furt a. M.( Spyfer). 4. Koniul Aschoff- Aachen( Metallur gique). 5. Frau Lehmann( Metallurgique). 6. H. Opel. 7. Branda, Düssendorf( Darrarq). 8. Friz Dahmen( Benz). 9. Lehmann( Metallurgique). 10. Franz Heine, Hannover ( Adler). 11. Karl Schmit, Köln( Benz). 12. Frau Dröchel. häuser, Berlin( Adler). 13. H. Lebermann( Benz). 14. Gustav Langer, Köln( Hermes). 15. Metrowsky, Köln( Mercedes). Die Preisfahrt verlief, mit Ausnahme des Unfalles von dem der Fahrer Vogel- Frankfurt a. M. betroffen wurde, ohne ernstere Unfälle. + Um die Fahrkartensteuer zu umgehen. Die Verwaltung der Mainzer Straßenbahnen beschloß, zur Vermeidung der Fahrkartensteuer vom 1. August ab bie bts. herigen Dugendfarten à 1 Mt. abzuschaffen und an ihrer Halbougendfarten à 50 Pfg. einzuführen, die steuerfrei bleiben müssen. - + Teures Bier billiger Wein. In Rheinhessen be. ginnen die erhöhten Bierpreise schon ihre Wirkung aus. zuüben. In den Landgemeinden stellen die unabhängigen Wirte den Bierbezug ein und verzapfen den Wein zu einem billigeren Preise( 20 bis 25 Pf.) als seither( 30 bis 40 Pf.) den Schoppen. Um dies zu können, laufen die Wirte direkt bei den Winzern und Winzergenossenschaften. † Ein Menschenohr abgebissen und verschluckt. Aus einem Neubau in Berlin famen der Arbeiter Gadow und der Gasermeister Hermann wegen eines halben Liters Schnaps in Streit, in dessen Verlauf Hermann sich auf Gadow stürzte und ihm das linfe Ohr abbiß. Als das Ohr dem Verlegten wieder angenäht werden sollte, stellte es sich heraus, daß ed Hermann,.im Eifer des Gefechts" verschluckt hatte. † Von der havarierten„ Deutschland." Der beim Auslaufen aus dem Hafen von Dover beschädigte Dampfer der Hamburg- Amerika- Linie ,, Deutschland" geht nicht nach Hamburg zur Reparatur, sondern bleibt in England. Die Passagiere der Deutschland" sind zum größten Teile mit dem Dampfer der Hamburg- Amerika- Linie ,, Pretoria" und dem Dampfer ,, Newyork" von der Amerikan- Linie weiter. befördert worden. " + Gestohlene Billette zu den Bayreuther Festspielen. An verschiedenen Orten find Eintrittskarten zu den WagnerFestspielen in Bayreuth gestohlen worden. Es ist beabsichtigt, die Inhaber der gestohlenen Karten festzuhalten, bis der Ursprung der Diebstähle entdeckt ist. Es wird daher gewarnt, Billette aus zweiter Hand von Agenten oder Billettmaklern zu laufen. + Durch Sprengstücke schwer verlegt. Jn Stettin wurden beim Sprengen des Fort Leopold dret Passanten, eine 64 jährige Frau und zwei junge Leute, durch los. gesprengte Gesteinstüde schwer verletzt. Die drei Personen wurden ins Krantenhaus gebracht, mo die inneren Ver legungen des einen der jungen Leute sich als lebensgefährlich herausstellten. + Wer andern eine Grube gräbt... Ein automobil. feindlicher Kutscher wollte die Gelegenheit der Westdeutschen Automobil- Tourenpreisfahrt benußen, um sich an den Auto. mobilisten zu rächen, um ihnen einen Schabernad zu spielen. Der bekannte Frankfurter Fahrer Willi Vogel, der einen schweren Adlerwagen steuerte, rannte beim Ausbiegen gegen das Fuhrwerk dieses Kutschers und überschlug sich mit dem Auto. Der Kutscher blieb tot. Die Insassen des Kraftwagen wurden auf die Straße geschleudert. Vogel erlitt innere Verlegungen. Der befannte Rennfahrer Fromy Verheyen und Frau trugen erhebliche äußere Verlegungen davon. + Rohe Burschen. Von verschiedenen Stellen werden ruchlose Taten berichtet, die meist von halbwüchsigen Burschen berübt sind. In Oberhausen wurden bei nächtlichen Streitereien mehrere Personen getötet. Bei einer Rauferet wurde ein gänzlich unbeteiligter Mann versehentlich mit dem Revolver erschossen. Bei einer Messeraffäre wurde ein zwanzigjähriger Bergmann erstochen. In Styrum geriet ein junger Mensch mit seinem Schwiegervater in Streit, er feuerte mehrere Revolverschüsse auf den alten Mann ab und setzte dann das Haus seiner Schwiegereltern in Brand, dessen Bewohner nur mit Inapper Not das Leben retteten. In Mülheim a. d. R. packten mehrere Burschen einen jungen Mann, der mit ihnen in Streitigkeiten geraten war und schnallten ihn auf das Bahngeleise fest. Es gelang ihm, furz vor dem herannahenden Buge fich loszureißen, dann erhielt er aber mehrere Revolver schüsse und starb an den erhaltenen Verwundungen. - Irteben, wo er in das Meer fiel. gehorchen!" Nach Halbstündigem ,, Jawohl," rief der Abgeordnete Dulong da Ringen mit den Wellen wurden sämtliche Insassen durch ein zwischen ,,, gehorchen, auch wenn man ihn zum Kerfermeister Torpedoboot gerettet. macht!" Bugeaud, der in diesem Zwischenruf eine boshafte Anspielung auf seine Haltung im Fall Berry sah, stürzte sich aur Dulong und schlug ihn. Es sand dann am 27. Januar 1834 ein Pistolenduell statt und Dulong wurde erschossen. + Ein Lehrer als Mörder seiner Schülerin. Der Lehrer Müller in Bödlas- Dürnberg in Oberfranken hat jetzt gestanden, daß er die elfjährige Schülerin Wunschelmeyer ermordet habe. Er hat die Kleine unberechtigterweise in der Schule nachsfißen lassen und dann die schredliche Tat begangen. † Explosion einer Pulvermühle. Bei Ashland im Staate Wisconsin( Nordamerika) explodierte eine Pulvermühle. 25 Arbeiter haben auf der Stelle ihren Tod gefunden, und biele wurden schwer verletzt. + Vulkanische Ausbrüche in Italien. Auf der Insel Stromboli find wieder vulkanische Ausbrüche vorgekommen. Der erste begann am Abend des 15. Juli, am folgenden Nachmittag wiederholte sich das Ereignis. † Heldentat einer Zwölffährigen. In 8anderborten bei Bartenstein waren die 4 Töchter des Arbeiters Taube in einen abgelegenen Teich baden gegangen. Sie fletterten auf ein Floß um nach der tiefsten Stelle des Teiches zu ge langen. Die Kinder brachten hier das Floß znm Umschlagen und alle vier fielen ins Wasser. Der zwölffährigen Marie Robbe, die Zeugin des Unfalles war, gelang es mit größter Mühe, drei der Kinder zu retten. Am Band angekommen, bermißte das heldenmütige Mädchen die vierte der Schwestern. Sie taucht nochmals, um das 11 fährige Kind zu retten, es gelang ihr dies jedoch nicht. Die Leiche der kleinen Marie Taube wurde später geborgen. + Brand von Delfabriken. Ein großes Feuer hat die Delfabriken der Firma Maurel& Prom in Bordeaux vollständig zerstört. Der Schaden der durch die Vernichtung des riesigen Etablissements entstanden ist, wird auf 3 Millionen rants yeschätzt. Zahlreiche Vorräte an Del, Erdnüssen und Delförnern find vernichtet. † Berunglückte Luftschiffer. In Neapel ereignete sich eine Luftballonfatastrophe, durch welche drei Menschenicben in Gefahr des Ertrinkens gebracht wurden. Ein Ballon mit brei Insassen, dem deutschen Luftschiffer Hallegger und einem talienischen Ehepaar, wurde vom Sturm gegen Sorrent ges † Neue Eisenbahn in China. Die Streden der NankingEisenbahn von Schanghai nach Sochow und von Sochow nach Wusich, insgesamt 79 Meilen, find unter Beteiligung von chinesischen Würdenträgern und zahlreichen fremden Gästen eröffnet worden. + Die Seeräuber an der chinesischen Küste. Der Dampfer ,, Sainom", der von Piraten auf der Fahrt in den chinesischen Gewässern angegriffen wurde, hatte 98 000 Pfund Bulver und eine Menge Gewehre an Bord, die für die chinesische Regierung bestimmt waren. Wie es heißt, haben die Piraten die Waffen geraubt. Der britische Flußdampfer ,, Robin" ist zur Nachforschung entsandt worden. Tages- Chronif. In Thyrnau in Bayern explodierte während des Schulunterrichts eine Metallpatrone, mit der ein elfjähriger Schüler spielte; ihm wurden sämtliche Finger der linken Hand abgerissen, die im Schulzimmer herumgeschleudert wurden. - Bei der Ruine Geiersburg in der Nähe von Graupen wurde im Gestrüpp die Leiche des 70 jährigen Ferdinand Güttler aus Graupen mit einem Messerstich ins Herz ermordet aufgefunden. - Ein Großfeuer äscherte im Luxemburger Dorfe Neidhausen sechs Wohnhäuser mit Wirtschaftsgebäuden ein. franzöfifche Parlamentsfitten. - - Ohrfeigengefchichten aus dem Daufe der Volksvertretung.. Das gallische Temperament. Der geprügelte Kriegsminister. Hinaus geworfen. Der Mann mit der eisernen Hand. Das ,, Handbuch der parlamentarischen Rechte" als Geschoß. Genosse Jaurès. Nase an Nase. Tragischer Ausgang. - Die gewaltige Erregung, in welche der Schlußaft der Dreyfus- Affäre die französische Deputiertenkammer versezte, brachte als interessante Beigabe eine Prügelszene zwischen dem Unterstaatssekretär Sarraut und dem Abgeordneten Pugliesi Conti. Die Folge war ein Duell, bei dem der Unterstaatssekretär ziemlich schwer verwundet wurde. Der standalöje Vorgang ist nicht ohne Beispiele bei früheren Gelegenheiten. Das überschäumende gallische Temperament schreckt bei geeigneten Anlässen nicht zurück vor dem persönlichen Angriff auf den Gegner, selbst wenn man sich an der geheiligten Stätte der Gesetzgebung befindet. Das Parlamentsskandale" überschriebene Kapitel aus der politischen Geschichte Frankreichs ist überreich an solchen Prügeleien und Rüpeleien, die gewöhnlich mit höchst unschuldigen, aber in der Darstellung der Boulevardpresse ge= waltig aufgebauschten Zweifämpfen enden. Eine„ hoch dramatische" Ohrfeigenszene, die einige Analogien mit dem allerneuesten Sfandal aufweist, spielte sich am 5. November 1904 ab: auf der Tagesordnung stand die Diskussion über die geheimen Angebereien im Heere, und Herr Lasies hatte fich den damaligen Kriegsminister General André vorgenommen, um ihn vor versammeltem Kriegsvoll zu zerreißen. Herr André aber hielt tapfer allen Angriffen stand: Meine Feinde", schrie er, haben geschworen, mich zu Schinden; aber ich werde Widerstand leisten und auf meinem Blaze bleiben!" Im felbigen Woment hatte er tlitsch flatsch zwei Dhrfeigen weg; der sie ihm verabreicht hatte, war Herr Gabriel Syveton, fläglichen Angedenkens. Zehn Minuten lang herrschte ein unbeschreibliches Tohuwabohu im Saale; dann wurde die Sigung aufgehoben und gegen Gabriel Syveton die Bensur" mit zeitweiligem Ausschluß aus der Kammer beschlossen. Da sich Herr Syveton aber weigerte, dem Gebot der Majorität Folge zu leisten, mußte er von den Parlamentsjanitscharen mit sanfter Gewalt hinausgeworfen werden. " " - ==Vermischtes. = Gine San findiger Haferftube Gefchästs verbreiten die Haare schneiden = September zu berar Gewinne find Bom Frifeurartikel, der Beftrafung wegen zu entgehen, hat es der HaarschneideDer ewige beffen Räumen jezt wurde steht ein Pof Morgen bis zum Frage, zu welchem eine feltfam anmute Galerie eine Treppe die Pflicht, eventuel Automobile im Dienst der Feuerwehr. Die Stadt Charlottenburg wird demnächst einen Automobil- Löschzug erhalten, und ist bereits dafür eine Automobil- Feuerwache auf der Suarezstraße errichtet worden. Die Wache wird mit einem vollständigen Automobil- Löschzug, bestehend aus Leiter. Mannschaftswagen, Dampfsprize und Gerätschaftswagen mit Affumulatorenbetrieb ausgerüstet und erhält außerdem noch einen aus Mannschaftswagen und Sprize bestehenden Reserve. löschzug. Die höchste Fahrgeschwindigkeit der Wagen ist auf 30 Kilometer in der Stunde berechnet. ==Die glücklichen Klingenberger. In dem Ideal zustande, nicht nur leine Steuern zahlen zu brauchen, sondern sogar noch etwas zugezahlt zu bekommen, befinden sich die Bürger von Klingenberg am Main. In diesem Jahre werden jedem Bürger Klingenbergs 400 Mart in baar aus dem Reingewinn des städtischen Tonwerfes ausbezahlt. Gemeinde umlagen fennt man in Klingenberg überhaupt nicht. D, diese glücklichen Klingenberger! Einen Ehrenplay" in den barlamentarischen Annalen verdient auch die Sigung vom 19. Juni 1892: an dies.m denkwürdigen Tage versezte der damalige Minister des Innern, Herr Constans, der Mann mit der eisernen Hand, dem Deputierten Francis Laur eine schallende Ohrfeige. Laur und sein Freund Le Sense hatten eine von dem Intransigeant" gegen Constans eröffnete rüde Preßfampagne im Parlament fortgesetzt und mit ihren Anwürfen den Winister in unerhörter Weise beschimpft. Als er sich geohrfeigt sah, schleuderte Laur in blinder Wut ein Buch gegen Constans das Handbuch der parlamentarischen Rechte!" Die Szene war so stürmisch und hinreißend, daß gleich noch andere Parlamentarier ihre Kräfte zu messen beschlossen: Herr Wampse ohrfeigte Herrn Boudeau, und Herr Delpech langte sich mit starkem Arm Herrn Castelin. Mitten in dem wüsten Durcheinander erhob sich Herr Constans, um für sein forsches Vorgehen Absolution zu erbitten: er habe, sagte er, in einem Augenblick der Un geduld den Respekt vergessen, den er der Kammer schuldig sei. Eine Ohrfeige im Parlamente hat auch ,, Genosse" Jaurès bekommen: Herr de Bernis applizierte sie ihm. Auch Jules Ferry war einmal nahe daran, geohrfeigt zu werden. Es war im Kongreß zu Versailles an dem Tage, an welchem Carnot zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. Ferry geriet im Verlauf der Wahl in einen heftigen Wortwechsel mit Andrieux, und die beiden standen sich ,, Nase an Nase" gegenüber, jeden Augenblick bereit, auf einander loszuschlagen. Der Streit wurde aber beigelegt. Zum Schluß sei noch an eine Ohrfeigenszene älteren Datums, die recht tragisch endete, erinnert. Der General Bugeaud, der später Marschall von Frankreich und Herzog von Jsly wurde, war 1831 zum Abgeordneten gewählt worden. Bald darauf erhielt er von der Regierung das Kommando über die Cadelle Blaye, in welcher die Herzogin von Berry eingesperrt war; er war es auch, der den Auftrag erhielt, die aus Frankreich ausgewiesene Herzogin bis nach Palermo zu begleiten. Als er nach Erfüllung dieses Auftrages zum ersten Male wieder im Parlament erschien, standen gerade militärische Fragen auf der Tagesordnung. Der General beteiligte sich an der Debatte und sagte im Verlauf seiner Rede: Der Soldat muß vor allem = Ein angeschossener Baß. Etwas nach Jägerlatein schmeckt das Gefchichtchen, das sich in Penzlin ereignet haben foll. Ein philharmonisches" Dorforchester fuhr per Leiter wagen den heimischen Benaten zu, der Baß, das schwerste Geschütz der Kapelle, fiel auf der Fahrt unbemerft vom Wagen Ein Jäger fommt, sieht das schwarze Ungetüm, hält es für einen Hirsch, und gibt einen Schuß ab. Ein gefährliches Brummer ertönte, da den Jäger veranlaßte, einen zweiten Schuß abzufeuern. Dieser Schuß erzeugte eigentümliche Quietschlaute wie von verhaltenem Weh. Um dem„ Tiere den völligen Garaus zu machen, fiel noch ein Schuß. Nun erhob sich das Ungetüm und fiel auf die Seite. Unterdessen war der Jäger näher gekommen und beherzt schritt er au den schwerverwundeten Baß zu;- zu gleicher Zeit erschien ein Musiter, um das inzwischen vermißte Instrument zu holen. Tableau! = - hindern. 1871 bra Gebäude ab. Der Kommune feinen P egiffiert, eingenomm unerfchütterlich auf Ein Eleph In der Menagerie Biffens einzig daf Hicher Elephant ein Folgen des Vefuvausbruches. In Neapel find in letzter Zeit öfters Kanalisationsarbeiter pon plöglich auf tretenden Ohnmachtsanfällen heimgesucht worden. Als Ur sache der Ohnmachtsanfälle stellte man das Auftreten giftiger Gafe fest. Die Gase strömen aus fleinen, unscheinbaren Rissen, welche sich im Mauerwerk während des gewaltigen Vesuvausbruches gebildet haben. Man vermutet, daß es sich um Gase vulkanischer Herkunft handelt. 1 Neue chinesische Münzen. Der Vizekönig der chinesischen Provinz Szetschuen hat sich veranlaßt gesehen, um zu vermeiden, daß in Tibet englische Münzen mit dem Bilde König Eduards kursieren und dadurch den englischen Einfluß in Tibet noch mehr stärfen, neue chinesische Münzen in Umlauf zu setzen, die den englischen Rupien ähnlich sehen, nur daß statt des Bildes König Eduards sich der Kopf des Kaisers von China darauf befindet. Abgesehen von der politischen Bedeutung dieser Neuprägung ist dabei besonders bemerkenswert, daß hier zum ersten Male der Kopf eines chinesischen Kaisers auf einer Münze erscheint. = Schwimmendes Hospital. Die Stadt Boston hatte vor Jahren ein schwimmendes Hospital für Kinder einge richtet und damit so günstige Resultate erzielt, daß fie fich entschlossen hat, noch eins zu erbauen. Das Krankenschif beherbergt außer den Kinder- Patienten noch eine Anzahl Krankenschwestern, die hier mit großer Sorgfalt in der Pflege der fleinsten Kinder unterrichtet werden. Ihre Dienstzeit ist ebenso wie in den großen Krantenhäusern geregelt, doch übernachten sie in einem Hotel, das in der Nähe des Anfer plages des Hospitalschiffes liegt. Dieses hat sechs Kranten fäle, und das oberste Ded fann über 100 Kinder aufnehmen. Die gute Behandlung, die hier den Patienten zuteil wird, hat bewirkt, daß das schwimmende Hospital längst nicht mehr der Nachfrage genügen fann. Aus diesem Grunde wird jetzt das neue Schiff gebaut, das doppelt so groß wird. = Leben gegeben ha and gesund und Rafig herum. Das ft ein Meter lang, chlechte und bon gr Aunftlicher = u fommen, hat ein and Weise fich den an Beientrheumatis ichmerzen, leide an Simulant fam ins nus fefiftellten. Erf Derbalt feilgeftellt. rbeitete, waren Bi Bienen gefangen und Bandgelenten flechen bewegung wurde die fiche Transpiration ei rines beftig fiebernder Amerikanischer Geschäftsgeist. Ein kleiner Japaner, der von dem furchtbaren Erdbeben, das San Franzisto ver nichtete, verschont geblieben war, fand nach der Katastrophe, daß alle seine Habseligkeiten aus einem Rasiermesser, einer Hacke, einem Paar Hosen und fünf Cents bestanden. Für das Geld faufte er sich Rasierseife, eine Kiste mußte als Stuhl dienen, und mit einer Kohle schrieb er an das Zelt seinen Namen und sein Gewerbe. Das Geschick war ihm von Anfang an günstig. Die Zeltnachbarn famen und ließen fich rafieren und zahlten jeder 10 Cents. In zwei Wochen war er imstande fich ein größeres Feld für seinen Unternehmungs geist zu suchen. Einem jungen Mann in Golden Gate Part, der Gehülfe bei einem Zahnarzt gewesen war, gelang es, ein paar Zahnzangen zu retten. Aus Segeltuch machte er ein Schild mit der Inschrift:" Bähne werden ausgezogen. Er hat vier Wochen Zähne gezogen, und zwar für die be scheidene Summe von 25 Cents für den Zahn. Nun erschienen Kuriositätensammler, die ihm sein Schild für eine erhebliche Summe abfauften. Flugs zimmerte sich der schlaue Zahnarzt em anderes zusammen, und als auch dieses verkauft war, wieder ein anderes nach jedem Verkauf. Er ist jetzt auf dem Wege, ein reicher Mann zu werden. C - " - Wettrennen der Kahlköpfigen. Bel der in den legten Tagen gefeierten diesjährigen Kirmes in den Bolts quartieren zu Brüssel sind die Arrangeure auf ein ganz neues Mittel zur Hebung der allgemeinen Lustbarkeit verfallen. Sie veranstalteten einen Wettlauf der Kahltöpfe. 17 Bewerber hatten zu diesem Rennen ,, genannt", doch nur sieben davon burden als hinreichend fahl befunden. Der Versuch einiger Gerissener, die Siewards" dieses Rennens durch Rasieren Ihrer Behauptung zu täuschen, mißlang vollständig. Es braucht laum gesagt zu werden, daß das Rennen, das durch die lange, dichtbevöllerte Hochstraße ging, ein voller Erfolg wurde. Das ,, Turfpublifum" ersparte den in tropischer Hize dahin leuchenden Konkurrenten neben zarten Anspielungen auf ihre Platte auch handgreifliche Anfeuerungen nicht; als Hauptbergnügen galt es, die leuchenden Vlatten der vorüberfausenden ,, pienellöpfe" mit Syrup, Waschblau oder Butter zu bestreichen. Als Preise winkten den Siecern Pfeifen, Bigarren spizzen und Geldiummen, deren Höhe fich zwischen fünf und einem Francs bewegte. Abends fand in einer Kneipe noch die Preisfrönung des schönsten Kablfopjes statt. Der derbe Flämische Humor blickt befriedigt auf diese neue Blüte feiner Kunst zurück. - Neuer Gefd Konditor im Norden Mann, der die Bitte Fahrrad zu probiere Portemonnaie als Gi tat einen Blid in der und gleißte es von ein Blauer" fichtbar figle der junge Man a nur einige Schritt in eine Nebenstraße jfers entfchwunden daß der Radler zurü bentel und fah fich Blaue" entpuppte f " Gold" waren aus = Hooligans Birren in Rußland Suligan) und Pogro gebracht ist, einige& ift ursprünglich der Der Prozeß gegen d Frland und Englan diefer Zeit hat man Räubern usw., nam the Opfer durch den mihig machen, den belit Verwüstung, u folgung der Juden, des Eigentums der Der jungite = diefer Tage von Net an, der nur 2 Jahr Löcher feines Ueber dem folgendes gefch bon Newport reift n 49 Priory Road, C Liebling alle: Mit höchft intelligenter f bei seiner Anfunft bei fich haben, bis Drjord zu gehen. ** Die Bis Abend ihrer Beftim der Gießener Bebi wurde unter allgem Bauwert gelegt, Nation dafteht un licher Weise an feta freten Gesch und Einigteit fein! um 8 Uhr auf fich um 834 Uhr die Mattiftraße un 912 Uhr anlangt. ein Rommers abgeb Auf dem ** * turnfest zu Sand Gießen mit 602 - errungen. Da unb bon einem gro * Bom Db berwertung in F Bwetshen. Gefch Johannisbeeren 10 13 M.; Heidelbe 29 M.; andere S bis 16 tt.; alles nete Dulong do um Aertermeister ruf eine bosbare jah, stürzte f am 27. Januar rde erschossen. wehr. Die Stabl tomobil- Löfug mobil- Feuerwat Bache wird mi ehend aus Leite fchaftsmagen m It außerdem nod tehenden Reserve er Wagen ist au In dem deal brauchen, fonden befinden fich di em Jahre werde baar aus den ahlt. Gemeinde pt nicht. D, die nach Jagerlaten in ereignet babe fuhr der Leite aß, das schwerf herft vom Wagen tüm, hält es fü Ein gefährliche te, einen zweite ate eigentümlid Um dem Tiere ein Schuß. Nu Seite. Unterdesa erzt schritt er au cher Beit erschie e Instrument n Neapel find bon plöglich auf worden. Als U Auftreten giftign en, unicheinbare des gewaltige mutet, daß es fid r Bizelönig da peranlagt gefeber Münzen mit den rch den englische chinesische Münze bien ähnlich sehen fich der Kopf de bgesehen von da dabei besonder le der Kopf eine nt. 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In Berlin läßt ein Findiger Rafierstubeninhaber Bettel mit Empfehlungen seines Geschätte verbreiten, auf denen er jedem, der sich bei ihm die Haare schneiden läßt, unentgeltlich ein Los zu einer im September zu veranstaltenden Lotterie in Aussicht stellt. Die Gewinne find Pomaden, Haarwasser, Kämme und andere Friseurartikel, der Haupttreffer eine goldene Uhr. Um der Bestrafung wegen unerlaubier Veranstaltung einer Lotterie zu entgehen, hat es der Schlaufopf so eingerichtet, daß es in der ,, Haarschneide- Lotterie" feine Nieten gibt. = Der ewige Posten. Im Pariser Kaſationshof, in dessen Räumen jetzt der lezte Aft der Dreyfus Affäre beendet wurde steht ein Posten in der Galerie Saint- Louis, der vom Morgen bis zum Abend dort seine Runde macht. Auf die Frage, zu welchem Zwecke der Posten dort stehe, cihielt man eine seltsam anmutende Antwort. Einst führte von dieser Galerie eine Treppe zur Conciergerie, und der Posten hatte die Pflicht, eventuelle Fluchtversuche von Gefangenen zu verhindern. 1871 brannte die Treppe mit dem ganzen übrigen Gebäude ab. Der Posten hat aber trotzdem auch nach der Kommune seinen Plaz oben an der Treppe, die nicht mehr existiert, eingenommen und geht seit 35 Jahren treu und unerschütterlich auf und ab, ohne zu wissen, marum er das tut. Etn Elephant in der Gefangenschaft geboren. In der Menagerie zu Schönbrunn bei Wien ist der unsered Bissens einzig dastehende Fall vorgekommen, daß ein weib licher Elephant einem Jungen in der Gefangenschaft das Leben gegeben hat. Das Elephanten- Baby ist sehr kräftig und gesund und lief zwei Stunden nach der Geburt im Käfig herum. Das Muttertier nährt ea. Das kleine Geschöp st ein Meter lang, sechzig Zentimeter hoch, weiblichen Ge Schlechts und von grauer Farbe mit rosa Rüssel. Künstlicher Gelentrheumatismus. Um ins Lazarett fommen, hat ein französischer Soldat auf raffinierte Arl and Weise sich den Anschein zu geben gewußt, als leide er an Gelenfrheumatismus. Er erzählte, er habe Gelent schmerzen, leide an Schüttelfrost und fiebere start. Der Simulant fam ins Lazarett wo die Aerzte Gelenirheumatis. mus feststellten. Erst später witrde zufällig der wahre Sach berbalt festgestellt. Im Garten, wo der betreffende Soldat arbeitete, waren Bienenkörbe aufgestellt. Er hatte einige Bienen gefangen und sich von denselben an den Arm- und Handgelenken stechen lassen. Nach einer lebhaften Körper. bewegung wurde die Haut brennend beiß und es trat reichliche Transpiration ein, sodaß der Patient wirklich das Bild rines heftig fiebernden Menschen darbot. - Neuer Geschäftstrid für Fahrraddiebe. Zu einem Konditor im Norden Berlins tam dieser Tage ein junger Mann, der die Bitte aussprach, das zum Verkauf angebotene Fahrrad zu probieren. Er fügte hinzu, daß er gern sein Bortemonnaie als Sicherheit deponieren wolle. Der Konditor at einen Blid in den wohlgefüllten Geldbeutel. Da gligerte und gleißte es von Goldstücken und dazwischen wurde auch ein ,, Blauer" fichtbar. Zu dieser offenbar reichlichen Deckung fügte der junge Mann noch seine Kopfbedeckung hinzu, da er ta nur einige Schritte fahren wollte. Bald war der Käufer in eine Nebenstraße eingebogen und den Blicken des Verjäufers entschwunden. Als abe die Zeit dahin ging, ohne daß der Radler zurückferte, öffnete der Konditor den Geldbentel und sab sich den Inhalt etwas genauer an. Der Blaue" entpuppte fich als eine sogenannte ,, Blüte" und das Gold" waren aus Pappe gestante Zwanzigmartstücke. = Hooligans und Pogrom. Bei Besprechung der Wirren in Rußland werden die Worte Hooligan( prich: Huligan) und Pogrom so oft angewendet, daß es wohl an gebracht ist, einige Erläuterungen hierzu zu geben. Hooligan ist ursprünglich der Name einer irischen Verbrecherfamilie. Der Prozeß gegen diese Verbrecherfamilie erregte weit über Irland und England hinaus ungeheures Aussehen. Eeit dieser Zeit hat man Verbrechern solcher Art, Plünderern, Räubern usw., namentlich den Londoner Wegelagerern die ihre Opfer durch den Kopistoß gegen den Magen widerstands, unfähig machen, den Namen Hooligan beigelegt. Pogrom heißt Verwüstung, und versteht man jetzt darunter eine Ver folgung der Juden, mit daran anschließender Verwüstung des Eigentums der Gehezten. = - Der jüngste Reisende der Welt. Jn London fan bieser Tage von Newyorf ein kleiner Knabe Charles Gladwir an, der nur 2 Jahr 8 Monate alt ist. In einem der Knopf löcher seines Ueberziehers war ein Zettel angebracht, au dem folgendes geschrieben war:" Charles Gladwin junio von Newyork reist nach London. Gendet ihn au Mrs. Barr 49 Priory Road, Chiswick, London, England." Er war de Liebling aller Mitreisenden auf dem Schiffe. Er ist ein Höchst intelligenter fleiner Knabe. Seine Tante empfing ih bei seiner Ankunft in Queenstown und wird ihn solang bei sich haben, bis er im stande ist, auf die Universitä Drford zu gehen. Lokales. 18. Juli. *** Die Bismarcksäule auf der Hardt wird heute Abend ihrer Bestimmung übergeben und damit ein Wunsch der Gießener Bevölkerung erfüllt. Vor fast einem Jahre wurde unter allgemeiner Beteiligung der Grundstein zu dem Bauwerk gelegt, das jetzt zu Ehren des Größten unserer Nation dasteht und heute Abend bei Fackelschein in feierlicher Weise an die Stadt übergeben wird. Möge es stets freten Geschlechtern ein Wahrzeichen deutscher Kraft und Einigkeit sein! Der Fackelzug der Studenten nimmt um 8 Uhr auf Oswalds- Garten Aufstellung und bewegt sich um 83 Uhr durch die Weftanlage, den Seltersweg, die Marktstraße und die Neustadt nach der Hardt, wo er 9 Uhr anlangt. Nach der Feier wird auf Textors Terrasse ein Rommers abgehalten. errungen. - *** Auf dem 28. Mittelrheinischen Kreisturnfest zu Hanan hat K. Müller vom Turnverein Gießen mit 6026 Punkten im Sechskampf den 4. Preis Das Turnfest ist vom besten Wetter begünstigt und von einem großen Publikum andauernd stark besucht. * Vom Obst martt berichtet die Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M.: Großes Angebot in Zwetschen. Geschäft lebhaft. Die Preise betrugen: rote Johannisbeeren 10 bis 12 mt.; grüne Stachelbeeren 11 bis 13 Mt.; Heidelbeeren 12 bis 15 Mt.; Sauerkirschen 27 bis 29 Mit.; andere Kirschen 15 bis 24 Wt.; Frühbirnen 14 bis 16 Mt.; alles per Zentner. dabei eine im Hofe sigende 80jährige Frau so unglücklich, daß sie sofort verschied. Allgemein bedauert man den Unglücksfall der aufs neue zur größten Vorsicht bei dem Gebrauche von Schießwaffen mahnt. Der junge Mensch hat sich sofort nach begangener Tat freiwillig der Behörde geftelt. * Marburg, 17. Juli. Zum 1. Oktober tritt hier eine Fortbildungsschule für weibliche Angestellte aller Berufe ins Leben. Die Stadt gibt außer Lokal usw. auch noch einen Buschuß von 150 Mt. Die Leitung der Schule übernimmt der Verein„ Frauenstudien". * Frankfurt, 17. Juli. Das Hotelrestaurant Taunus in Konkurs. Eine der ältesten und renommier testen Restaurationen in Frankfurt a. M.,„ Taunus" in der Großen Bockenheimerstraße, wird ihre Pforten schließen, nachdem jetzt der Eigentümer Konkurs angemeldet hat. Seit * Gemüse- und Obstschädlinge. Der Stand des Gemüses( Wirsing, Weiß, Rottraut, Blumen-, Rosen und Kraustohl) in Garten und Feld ist sehr schön. Die Ecnte sheint jedoch auch heuer wieder durch das starke Auftreten des Kohlweißlings, wenn der Gemüseschädling nicht bei Zeiten unschädlich gemacht wird, beeinträchtigt zu werden. Man fann Jahr um Jahr beobachten, wie töricht oft der Gemüse- und Obstzüchter bei der Vertilgung seiner gefähr lichsten Feinde zu Werte geht. Anstatt die Kohlweißlinge wegzufangen, oder wenn dies versäumt wurde, die Eier, welche häufchenweise an der Unterseite der Blätter figen, durch einen Fingerdruck zu vernichten, sucht man die zahls losen Räupchen von den Blättern ab oder läßt sie ruhig weiter fressen, wodurch oft die ganze Ernte entwertet, bezw. vernichtet wird. Aehnliches ist bet den Obstbäumen der Fall. Klebgürtel schüßen das Obst vor dem Wurmstich; aber aus Bequemlichkeit, oft auch Nachlässigkeit und Un- Jahrzehnten verkehrten Offiziere und höhere Beamten in den flugheit, legt man teine Klebgürtel an. Die an den urgroßväterlichen Zopf haltenden Landleute sagen: Früher gab es mehr Obst als heute und es wurden auch keine Klebgürtel angelegt". Früher gab es auch mehr insekten fressende Vögel wie heute, damals gab es mehr Niftpläge, die die Neuzeit vernichtet hat. Das Fallobst bleibt bis auf wenige Früchte, die zur Geleebereitung Verwendung finden, größtenteils unter den Bäumen liegen. Der Obstzüchter vergißt ganz, daß das Fallobst fast durchweg angestochen ist und die Maden der Obstschädlinge enthält, die sich dort entwickeln. Man lese die abgefallenen Früchte alle auf und im Falle der Nichtverwertung vernichte man sie. ?? Der Gießener Gastwirte verein hielt gestern eine gutbesuchte Mitgliederversammlung ab, in welcher namentlich über die Brausteuer im Hinblick auf die Wirkungen für das Gastwirtegewerbe verhandelt wurde. Nach ausgiebiger rein sachlicher Debatte wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„ Die heutige Versammlung weist entschieden jeden Preisaufschlag des Bieres in Folge der Brausteuer zurück. Sollten die hiesigen Brauereien wider Erwarten den Preis des Bieres erhöhen, so erklären die Wirte, daß sie eine Erhöhung unter feinen Umständen tragen fönnen, sondern gezwungen sind, den Verkaufspreis des Bieres alsdann ebenfalls zu erhöhen.". Des Weiteren wurde im Laufe der Verhandlungen das Verhalten der Leitung für das Jugendfest bei Vergebung der Wirtschaften scharf verurteilt, da die Wirte vollständig übergangen sind und die Leitung nur mit den Brauereten direkt verhandelte, wobei unrichtiger Weise die Abgabe per Hektoliter Bier beim leßten Jugendfest um 1 Mt. höher angegeben worden sein soll. Schließlich wurde noch einstimmig beschlossen, von dem in jedem Jahr stattgefundenen Sommerfest des Vereins in Anbetracht der gegenwärtig schweren, gedrückten Lage des Gastwirtegewerbes in diesem Jahr abzusehen. ** Berichtigung. Die Firma Jacques Herrmann in Mainz, die das Feuerwerk zu dem Lahntal- Sängerbundes feft geliefert, teilt uns berichtigend mit, daß kein Feuerwertstörper versagte. In unserem Berichte steht nämlich zu lesen, daß anfangs einige Feuerwerkskörper versagten. finden dieses Jahr im mittleren und nördlichen Odenwald * Die Herbstmanöver der hessischen Division statt. Die Tage der Einquartierung sind für die einzelnen Orte bereits festgesetzt. § Klein- Linden. Ph. Weis dahier beabsichtigt, auf dem Grundstück Flur 1 Nr. 332 der Gemarkung KleinLinden ein Schlachthaus zu errichten. Pläne und Beschreibungen hierüber liegen auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Klein- Linden zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind bei der Bürgermeisterei vorzubringen. A Großen- Linden, 18. Juli. Obst. An der Kreisstraße von hier nach Gießen mußten die schwerbehangenen Aepfelbäume bereits aufgebunden und geftüßt werden. Un den meisten Kreisstraßen läßt sich eine recht gute Dbfternte erhoffen, namentlich gilt dies von Aepfeln und Zwetschen, die Birnen find weniger gut behangen. Die Sceisbehörde hat an den gesamten Kreisstraßen 15 000 Bäume, die meistens in den letzten 25 Jahren gepflanzt sind, also in bestem Alter stehen. Von diesen Bäumen sind 12 500 Apfelbäume. Seither hat der Krets alljährlich das Obst selbst gepflückt, in Gießen ausgestellt und verfauft. Die Gemeinden des Kreises haben in den letzten 5-6 Jahren für Obst 180 000 Mt. gelöst, darunter als erste Lauter mit 12500 Mt. ▲ Aus der Wetterau. Eine schwere Schädelverlegung durch den Schlag eines Pferdes erlitt der Fuhrmann Heinz in Niederweisel. In Niederwöllstadt brannte die Stallung einer Mühle nieder. * - „ Volkswacht" stellt den Landwirten der Wetterau anheim, Friedberg. Milch aufschlag. Die hier erscheinende alsband ihre Milchlieferungsverträge mit den Milchhändlern zu kündigen, da ab 15. Auguſt eine allgemeine Preiserhöhung zu fündigen, da ab 15. Auguft eine allgemeine Preiserhöhung der Milch geplant ist. A Friedberg, 18. Juli. Einen zweitägigen Ausflug in die Pcoving Startenburg unterrahmen die Teilnehmer des landwirtschaftlichen Repetitions- Kursus an der hiesigen Ackerbauschule. Man besichtigte die Provinzial.Jungviehweide bei Schloß Nauses, die Fohlenweide und mehrere Bauerngüter. Landwirte und Ackerbauschüler Oberhessens hatten sich dem Ausflug angeschlossen. * Heusenstamm. Unsere Kirche, die vor 4 Jahren durch einen Brand start beschädigt wurde, geht nun ihrer Vollendung entgegen. Man hofft, bis Oktober mit den Arbeiten fertig zu sein. - § Grünberg, 17. Juli. Das Grundbuch und das Berggrundbuch für die Gemarkung Flensanger Hof ist vom 1. August an als angelegt anzusehen. Ebenso das Grundbuch das Berggrundbuch für die Gemarkung Solms- Ilsdorf. Azbach, 17. Juli. Der z. 3. in Rcofdorf auf der Rommunaltasse beschäftigte Ad. Emsbach von hier machte si am gestrigen Abend mit einem Flobert zu schaffen. Er beabsichtigte in einem Garten Spaßen zu schießen, traf aber Räumen des Taunus und hatten dort ihre Stammtische, wodurch das Lokal in ganz Deutschland bekannt war. Bor 40 Jahren in den Julitagen sah man den Höchstkommandierenden der Mainarmee, General Vogel von Falkenstein, den General von Manteuffel und den Geheimen Postrat Stephan im Taunus ein- und ausgehen. m. Frankfurt, 16. Juli. Gestern fand hier eine Versammlung des fürzlich ins Leben getretenen Arbeit- geberverbandes der Untermaingegend statt, in welcher zu der augenblicklichen Lage der Arbeiterbewegung im Tabatgewerbe Stellung genommen wurde. Es wurde festgestellt, so schreibt man uns, daß die Zeitungsnotizen, wonach Lohnerhöhungen bei den meisten Firmen stattgefunden hätten, nicht richtig sind. * Frankfurt. Heu und Strohmarkt. Heu per Bentner Mt. 4.- 00, Stroh Mt. 3.20-3.40. * Mainz, 17. Juni. Soldatenmißhandlung. Die Unfitte älterer Militärmannschaften, die Kameraden jüngeren Jahrgangs zu mißhandeln, hatte bei dem Pionierbataillon in Kastel zu schweren Folgen geführt. In der Nacht des 24. Mai wurde der Pionier K. Jos. Schwarz aus Fulda von mehreren Kameraden älteren Jahrgangs in seinem Bette überfallen und schwer mißhandelt. Der Mißhandelte ergriff eine Schere und stach blindlings auf die Eindringlinge ein, wobei der Pionier Anton Elbert aus Niederlahnstein sieben Stiche erhielt und militäruntauglich wurde. E. erhält teine Rente, weil er sich durch eigenes Verschulden die schweren Verlegungen zuzog. Gestern hatten sich vor dem Gouvernementsgericht die Täter zu verantworten. R. Shentelberg aus Kirtorf wurde zu 3 Wochen und 1 Tag, F. Homerichhausen aus Siegen und A. Elbert wurden zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. * Mainz. Die Truppenschau vor dem Kaiser auf dem Großen Sand" bei Mainz wird sicherem Vernehmen nach am 20. August stattfinden. " * Michelstadt, 17. Juli. Bezirfsfeldwebel Steß aus Heppenheim ist es gelungen, eine bisher unbekannte Römerstraße, die quer durch den Doenwald von Dften nach Westen führt, zu entdecken, deren Fortsetzung eifrig verfolgt wird und deren Zug von Eulbach durch den Michelstädter Stadtwald über das Steinbacher Kloster gegen Rehbach deutlich zu erkennen ist. - Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 17. Juli. Der Händler Daniel Mann aus Elberfeld hatte sich wegen Ruppelei zu verantworten. Er ist an verschiedenen Abenden beobachtet worden, wie er einer Frauensperson, die unter Sittenkontrole stand, Schuß gewährte, was zu seiner Verhaftung führte. Da er seither unbestraft war, ließ ihn das Gericht mit einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten durchtommen, worauf mit Rücksicht auf sein sofortiges Geständnis 14 Tage der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung tamen. Die an den Tag gelegte ehrlose Gesinnung rechtfertigte die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre. Durch das Schöffengericht Lauterbach wurde der Händler Kaspar Roth von Stockhausen wegen Betrugs zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Er hatte bei einem Lauterbacher Kaufmann größere Wareneinfäufe gemacht, nach deren Abschluß es sich herausstellte, daß er furz zuvor mit seiner Frau Gütertrennung vereinbart hat. Es wurde angenommen, daß er diese Tatsache verschwiegen hat, um sich den rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, da der Kaufmann um eine recht erhebliche Summe geschädig: worden ist. Das Berufungsgericht hielt nicht alle Tatbestandsmerkmale des Betrugs als vorliegend, weshalb es Der Berg Mangels Beweis zur Freisprechung fam. wertsingenieur Schmalkalder in Gießen hat gelegentlic eines vom Landgericht Gießen in Bad Nauheim abgehaltenen Termins zwei Zeugen den Vorwurf gemacht, fie hätten ein von ihm gefertigtes Gutachten verfälscht. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen Beleidigung zu 50 Mt. Geldstrafe. Er focht das Urteil an, doch wurde seine Berufung verworfen. - Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 19. Juli. Zunächst heiter und trocken, noch etwe wärmer, später Trübung und Gewitter, Regen, veränderlich Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenie Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beid in Gießen. Unverdaulichkeit, die Geißel der Menschheit, durch die d meisten anderen Krankheiten entstehen, wird durch Anwendung vo Ferromanganin in furzer Zeit beseitigt und der normale Gesundheits zustand wieder hergestellt. Es gibt kaum eine Familie, in der Ferre manganin nicht ein hochgeschäßtes Hausmittel ist. Preis Mt. 2 die Flasche, in Apotheken zu haben. Ferromanganin enthält: Gis 0,5, Mangan 0,1, 3uder 18, Alkohol und Kognat 15, Rest des Wasser und aromat. Bestandteile. 0099901099999 Der Mann bat Recht! Aktiva An Guthaben in laufender Rechnung, gedeckt durch: a) Wertpapiere und Rautions hypotheken c) andere Sicherheiten Effekten- Bestand Kurswert vom 31. 137 13 484 b) Bürgschaften 68 085 21 15 610 38 220 839 43 Bilanz der Gewerbebank Lollar, Aft- Ges. für das siebente Geschäftsjahr vom 1. April 1905 bis 31. März 1906. Mo. M. r Passita Per Aftien- Kapital Spareinlagen Schulden in laufender Rechnung unerhobene und überhobene Zinsen Reservefond. Ma. Ma 60 000 286 431 47 858 " 2530 " 7.500. " " Cedierte Forderungen 124 139 41 Besondere Rücklage 11 000 " " Darlehen gegen Schuldscheine mit Bürgschaft M 37 864 67 Bürgschaften und Deckungs- Unterlagen 173 427 " Kassebestand 10 733 48 Reingewinn in 1905/06. 6 430 97 M " Wechselbestand 17 678 71 " Vortrag vom Jahre 1904/05. 908 01 " 7 338 98 März 1906 Mobilien " Abschreibung An Bürgschaften und Deckungs- Unterlagen. 1 600 160 1440 173 427 26 9 963 75 Verwendung desselben: Dem Reservefond Besondere Rücklage Vertragliche Tantieme dem Vorstande 6% Dividende den Aktionären Spende der Kleinkinderschule Spende dem Ortsgewerbeverein für die Handwerker- Zeichenschule Vortrag auf neue Rechnung. 500 500 1543 10 3 600 80 30 1085 88 7 338 596 086 71 596 096 welcher seinen Bedarf an Garderobe Wäsche ■ Schuhwaren■■ kurz alles was er zu Bekleidung braucht, in dem bestrenommierten Warenhause von J. Jttmann, Plockstr. 14-16 Giessen kauft. 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Js., nachm. 6 Uhr. beim städtischen Armenamt, Neuenbäue 25, Zimmer Nr. 2. Gießen, den 17. Juli 1906. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curichmann. Bekanntmachung. Im städtischen Hospital, Seltersweg 11, werden am Samstag, 21. d. M. nachmittags 22 Uhr, Möbel aller Art, Bettzeug, Kleider usw. öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 16. Juli 1906. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Betr.: Die Ebelstiftung. Anmeldungen zum Bezuge ron Kleidungsstücken für arme Kinder aus der Ebelstiftung sind bis pätestens 5. August 1906 auf dem städtischen Armenamt, Neuenbäue 25, vorzubringen. Gießen, den 17. Juli 1906. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Südanlage zwischen Goethestraße und Bismarckstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrberkehr gesperrt. Gießen, den 17. Juli 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. 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Die Gemeinbi Genuß del Sie faste ihr den bie 11ngbänderlichreit des Ereignisice Heimbach bei Bad Schwalbach nahm fich bie bevorstehend Wendung der Dinge mehr zu Herzen, als irgend femand in der Welt, und beschloß, der Natale mutig, aber doch in irdischen Daseins noch möglichst erhöhen sollte. entgegenzugehen, einer Weise Nr. 163 Mittwoch, den 18. Jult sche Fami 1906