Zweites Blatt. Wetterdient n für Sonntag e, Temperatur rlarte.) ig Emulfion Nr. 271 beftion und Haupt- Expedition: Gießen, Seltersweg 83 Fernsprechanschluk No. 862. 1. ten, beitung. erschaft, tlosigkeit, nur aus den reins ind ausschließli Dampftran wird er als andere Tran nährträffiger ift Cießlich im großen der Maß, sondern arton mit unserer tt& Bowne, G. n. ran 150,0, prima 43, unterphospho fter arab. Gummi pierzu aromatische Ciaol je 2 Tropfen dt ng Gänse böhmische Maß Pfa. verfende f Nachnahme h. Otto, h gut erhaltene Blasbal ert zu verkaufen. ilhelm Na Oft- Anlage 3. mschule me Formen Ortenecht. Coniferen riedhöfe ahl. aume alog kostenlo & O pleis Fahl Boz Col 225 Morgen ug zu nehmen! Samstag, den 17. November 1906. Bofe aus dem 4. Jahrgang Gratisbellage: Oberbeffische Familienzeitung( 8X wöchent Fernsprechanschluß Nr. 362. 6. Ohm- und Feldalhal ( Oberheshischer Beobachter) Gnlautere Verträge. In der Leipziger Stadtkasse sind fürzlich Unterschlagungen in Höhe von ungefähr 150 000 Mark entdeckt worden. Der ungetreue Beamte, dem die Defraudationen zur Last fallen, hat Beziehungen zu einem Berliner Banthaus unterhalten, Das Epefulationsgeschäfte für ihn unternahm. Das Bankhaus soll von der Stadt Leipzig ersatzpflichtig gemacht werden, meil der geschädigte Magistrat annimmt, nur auf Grund von Echeinverträgen sei die Inanspruchnahme städtischen Geldes möglich gewesen. Aus Berlin ist der Rechtsanwalt Udermann entfloyer. Unmittelbar nach der Flucht mußte das Konkursnerfahren über sein Vermögen eröffnet werden. Udermann besaß eine große Pragis, führte jedoch seit Jahren einen über seine Verhältnisse hinausgehenden Aufwand. Leute, die ein= geweiht sein wollen, behaupten, die Aufrechterhaltung seines Ansehens sei seit langem nur durch eine Menge von Scheingeschäften möglich gewesen. In gewissem Sinne verwandt mit den angeführten Fällen sind die Vergehen zweier Prokuristen Der Bergisch- Märkischen Bank in Duisburg, die große Beruntreuungen durch fingierte Konten und Geschäfte deckten, um mit dem unrechtmäßig angeeigneten Gelde Börsenspekulationen zu betreiben. Was ist ein Scheingeschäft, ein unlauterer Vertrag? So wird man fich angesichts solcher Vorkommnisse fragen. Wir leben doch in einem Rechtsstaat, die Form der erlaubten Geschäftshandlungen ist genau festgelegt. Und doch gelingt es bei der Vielfältigkeit der rechtlichen Beziehungen oft genug gewissen und skrupellosen Leuten, lange Zeit hindurch ihre unsauberen Machinationen vor dem Strafrichter zu verbergen. " wenn Scheingeschäfte werden z. B. außerordentlich häufig zwischen zwei Personen zum Nachteil eines Dritten geschlossen. Wenn z. B. ein Schuldner seine Grundstücke an befreundete Personen zum Schein verkauft, um sie dem Gläubiger zu entziehen und über den Kaufpreis quittiert, obwohl er in Wahrheit das Kaufgeld nicht erhalten hat, so liegt ein Scheingeschäft vor. Dasselbe ist jedoch rechtsungültig, es tann angefochten werden, und dem geschädigten Gläubiger fteht auch ein Entschädigungsanspruch zu. Ein häufig vorkommendes Scheingeschäft besteht auch darin, jemand zum Schein auf sein Grundstück Hypotheken eintragen fäßt, während er dem angeblichen Gläubiger gar nichts fchuldet. Der§ 117 des Bürgerlichen Gesetzbuches" bestimmt zar: Wird durch ein Scheingefchäft ein anderes Rechtsgeschäft verdeckt, so finden die für das verdeckte Rechtsgeschäft geltenden Vorschriften Anwendung. Dieser kurz gefaßte Sag ist etwas schwer verständlich, er bedarf daher einer näheren Erläuterung. Es wird nämlich häufig zwischen zwei Parteien ein Vertrag geschlossen, dessen Inhalt den dem tatsächlich zuftande kommenden Rechtsgeschäft nicht entspricht, und zwar merden derartige Verträge geschlossen, um irgend welche Schwierigkeiten, die dem Rechtsgeschäft entgegenstehen, zu umgehen. Wenn also eine Schenkung zu irgend welchen Weiterungen oder Schwierigkeiten führen könnte, so machen die beiden Kontrahenten mitunter einen Kaufvertrag, sezen aber einen So niedrigen Kaufpreis fest, daß der Kauf tatsächlich fast so viel wie eine Schenkung bedeutet, denn der Preis entspricht bei weitem nicht dem Objekt. Am häufigsten werden aber Scheingeschäfte zwischen zwei oder mehreren Personen geschlossen, um andere zu täuschen oder zu übervorteilen. Das Scheingeschäft ist dann nichts anderes als ein verschleierter Betrug. Leider gelingt es nicht immer, derartige unlautere Verträge zur Kenntnis der Gerichte zu bringen, doch ohne Bweifel ist es eine Ehrenpflicht des ehrlichen Geschäftsmanns, mit allen verfügbaren Mitteln gegen solche unlautere Mani pulationen im allgemeinen Interesse anzufämpfen. ,, Olle Kamellen". Es ist eine hübsche Sache um Memoirenwerke. Sie baben einen intimen Charakter, fie tragen ein persönliches Neu aufgenommen: Herren- Hüte Lokalanzeiger für die Kreise Alsfeld, Grünberg und Schotten. Steget. Ste lejen fich wie bertramiche Mitteilungen. Da ie nach dem Tode des Verfassers erscheinen, der dem Ehrgeiz яnd allem persönlichen Streben entrüdt ist, so gewinnen fie ben Klang von Bekenntnissen, von Beichten. Der Verfasser, io nimmt man an, hat sie für sich niedergeschrieben, und da r sich gewiß nicht hat belügen wollen, so ist als Wahrheit, leobjektive Wahrheit anzunehmen, was er bietet. Man betrachtet darum Memoirenwerke als besonders wertvolle ge: schichtliche Dokumente, die überdies den Vorzug beinahe unbedingter Zuverlässigkeit haben. Sind nun gar die Memoirenverke frisch, handeln sie von Zeiten, deren Erinnerung noch lebendig ist, deren Zeugen noch leben, so reißt man sich darum ind hält sie für Offenbarungen, denen gegenüber abweichende Befundungen keinen Anspruch auf Gewicht und Beachtung jaben. Und doch ist diese Bewertung der Memoirenwerke irrig. Wir wollen gar nicht davon sprechen, daß es Memoiren gibt, Die eine posthume Rache bilden und wissentliche Unwahrheiten unter dem Schein des Beichtbekenntnisses ausstreuen. Diese sichtlichen Täuschungen sind deshalb so schlimm nicht, weil m großen und ganzen doch der Charakter des Memoirenchreibers bekannt ist. Man ist daher gewarnt und läßt Rritik walten. Aber auch der gutgläubige Memoirenschreiber lann täuschen, nicht weil er täuschen will, sondern weil er elbst getäuscht ist. Dazu kommt noch ein sehr wesentlicher Imstand: Der gutgläubige, redliche, aufrichtige, wahrheitsiebende Chronist macht Aufzeichnungen für sich. Er erwähnt Ritteilungen anderer Personen, er verzeichnet seine eigenen ugenblicklichen Gedanken und Urteile. Das alles ist bis auf en letzten Punft wahr und doch führt es zuweilen den Leser irre, bringt ihn zu falschen Schlüssen und Urteilen. Der Aufzeichner der Memoiren verftand ganz genau, was r schrieb und wozu er selbst einen ungeschriebenen Kommentar besaß. Der Leser aber hat diesen Kommentar richt; er weiß nicht, ob der Verfasser der Memoiren en Dritten, dessen Mitteilungen er wiedergibt, für einen jewerbsmäßigen Schwäger und Märchenerzähler oder für einen zuverlässigen und ernsthaften Mann gehalten hat; ob die tugenblicklichen Gedanken und Urteile, die der Verfasser verjeichnet, nur Einfälle sind oder das Ergebnis abschließender Einsicht; ob das zitierte Zeugnis eines Zeitgenossen die BeDeutung einer genau bedachten und gleichsam mit der Weihe eines gerichtlichen Zeugnisses ausgestatteten Aussage hat oder in bloß hingeworfenes Wort ist, das schon tags darauf von > em Urheber selbst nicht mehr für wahr gehalten wird. Es gibt ferner Memoiren, deren Verfasser große Männer, iber feine Engel sind, die den Urteilsirrungen durch Haß und Abneigung unterliegen, ohne daß fie deswegen gleich als alsch und zweizüngig angesprochen werden dürften. Endlich jaben wir noch Memoiren, deren Verfasser durch die Gevöhnungen der zünftigen Diplomatie dahin gelangt find, auf Die Glätte und Gefälligkeit der Form mehr Wert zu legen, ils auf die Zuverlässigkeit des Inhalts. Und alle solche Bersonen spielen in den meisten Memoirenwerken gewissernaßen als unvereidete Zeugen eine Rolle. - Diese Darlegungen sollen beweisen und beweisen, daß Memoirenwerte mit kritischer Vorsicht gelesen sein wollen. Sie enthalten im besten Fall nicht objektive Wahrheit, wie nan gern glaubt, sondern subjektive Wahrheit, die sehr irrig ein kann. Erst der Historiker, der die Gesamtheit der gleicheitigen Memoirenliteratur überblickt und gleichzeitig Einblick n die Dokumente der Staatsarchive hat, kann aus der Ueberinstimmung der subjektiven Wahrheitszeugnisse die Erkenntnis jer objektiven Wahrheit gewinnen und an diesem Gewinn mdere teilnehmen lassen. Eben deshalb sollten auch Memoiren verke, Briefwechsel und ähnliches, was nicht gerade für den ngsten Familientreis bestimmt ist und auf diesen beschränkt bleibt, nicht erscheinen, ehe nicht die Zeitgenossen dahinjegangen find. Dann erst kommt das rein geschichtliche Interesse zur Geltung. Was vorher an die Oeffentlichkeit geangt, das ist zwar nicht im Interesse des Klatsches, der Medisance, der Sensation geschrieben, aber es dient in der Ďauptsache dem Klatsch, der Medisance, der Sensation. Wir Wilh. Wirsige - Seltersweg = 8= 8- Stets das Modernste. - Billigste Preise. Prima Speisekartoffeln sowie Heirate nicht! ohne Bach Seltersweg Spezialhaus 8. für Handschuhe, Krawatten, Herrenwäsche ( Bote aus Oberhessen) haben es mehr als genug erfahren. Die neuesten Memoirenwerke füllen die Zeitungen, die gar nicht genug Auszüge bringen können, weil sie das den Lesern schuldig find. Fürst Chlodwig Hohenlohe, Prinz Kraft Hohenlohe, vorher Metternicht, Beust, Stosch, Roones ist fast zu viel des Segens, und namentlich: es ist zu früher Segen. Wir sehen gar nicht so gut, wenn wir zu genau sehen. Man muß die Dinge und die Personen, namentlich die historischen, aus einer gewissen Entfernung betrachten. Man erkennt ihre Größe erst, wenn man das kleine und kleinliche nicht beachtet. Aber gerade das kleine und kleinliche ist es, das in der Hauptsache von den Memoirenwerfen geboten wird. Nab und ferm. + Bulverexplosion. Vor den Werfen der Köln- Rott weiler Bulverfabrik erfolgte in einem Schuppen, der viel Pulbervorräte enthielt, eine Explosion, wodurch die Fenster, Wände und Dächer der umliegenden Häuser im ganzen Fabrif terrain zertrümmert wurden. Fünf Arbeiter find verlegt, zwei wurden ins Spital gebracht. + Unvorsichtiger Schütze. Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich in St. Avold auf dem Schießplate. Als die 6. Kompagnie fich bereit machte, nach der Kaserne zurüdzukehren, zielte ein Mann noch nach der Scheibe und drückte los, trotzdem noch eine scharfe Patrone im Gewehr enthalten war. Dieselbe traf einen Mann, der gerade aus der Deckung berbortrat, tötete ihn sofort und veclezzte einen zweiten schwer am Halse. + Maifestspiele in Wiesbaden. Wie versichert wird, werden im nächsten Jahr in den Wiesbadener föniglichen Theatern Maifestspiele stattfinden. Der Kaiser wird anwesend sein, da zu dieser Zeit auch die Einweihung eines neuen Kurbauses stattfinden soll. † Das tägliche Unglüd. Gestern früh fuhr der Güterzug 6508 von Mombach nach Bischofshein auf der BetriebsStation Kostheim, infolge Ueberfahrens des Haltsignals, dem Güterzug 7265 von Bischofshein nach Kastel in die Flante. Lokomotivführer und Heizer des Zuges 6508 find tot, ein Bremser verlegt, etwa 20 Wagen zertrümmert. Die Schuld trifft das Lokomotivpersonal des Güterzuges 6508. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten, Schnellzüge werden über Mainz geleitet. + In Schwermut. Eine Frau in Essen, die vor mehreren Jahren durch ein Brandunglüc vier blühende Kinder verloren batte und seit dieser Zeit an Schwermut litt, drang plöglich mit einem Messer auf den Ehemann ein und durchschnitt diesem die Beinschlagader. Der Mann ist seinen Verlegungen erlegen. Die Frau wurde festgenommen, aber wieder auf freien Fuß gefeßt. † Ein ungetreuer Sachverwalter. Rechtsanwalt von Harlessen in Alfeldt, einer der renommiertesten Rechtsanwälte der Provinz Hannover, ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Die aufsehenerregende Verhaftung erfolgte megen jahrelanger Urkundenfälschungen und Depotunterschlagungen von bedeutender Höhe. + Panik anf einem Dampfer. Das Dampfschiff, Mouet," welches mit 300 Passagieren an Bord den Hafen Toulo!! verließ, stieß mit einem Unterseeboot zusammen. Unter den Bassagieren brach eine große Panit aus. Der Zusammenstoß war so heftig, daß das Dampfschiff beträchtliche Beschädigungen erlitt. Das Unterseeboot soll einer eingehenden Untersuchung auf erlittene Beschädigungen unterzogen werden. Das große Bos der preußischen Klaffenlotterie is gezogen. Auf No. 49 625 fiel der Gewinn von 500 000 Mart Die„ trauernden Hinterbliebenen" werden fich vorläufig mil der Hoffnung auf die noch im Rade liegenden anderen Gewinne und die Prämie trösten müssen. Die Spieler des großen Loses find größtenteils in Berlin und den Vororten ansässig. Trische- Dauerbrand- AmerikanerRegulierbeiz, Koch, Hopewell- und Darmstädter Oefen in diversen Fabrikaten Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Verdampfschalen, Feuergeräteständer, Kohlenfüller, Kohlenkasten, Koblenlöffel, Stocheisen, Ascheeimer, Mülleimer Wasch-, Wring- und Mangelmoschinen, Dezimal-, Tafel- u. über die Ehe von Dr. Reta Ankaut Verkauf heirat! hübfe Wm. 40000 Wirtſchaftswagen, Fleischhack, Reib- u. Meſſervuzmaſchinen, von Feinste Salatkartoffeln Berte zusammen 2,70 Wit. frei Wöbeln, Betten, Weiszeug, Gold Buch Gold- Bucher Eheliefert billig J. Hankel, Gießen, Schloßgaffe. über Mt. Verm. w.Heirathmit Vogelkäfige und Züchter Utenfilten, Fischereigeräte, Bürsten, mit 39 Abb. anft. 2.50 nur 1 Mr. caratto Herrn Verm.n.Bedg. Ano: Besen und Tüsvorlagen, Kokosihicke, Flechtroher, Raffiabaft Liebe und Ehe ohne Kinder Alteisen, Lumpen, Knochen. Kupfer, nym medi. Off., Berle" Berlin7 Werkzeuge, Beschläge, Eisenwaren, Kurzwaren, Solinger Stahlweren, Waffen und Munition empfiehlt bon Dr. Ernst 1.50 Mt. Beide Messing, Blei, Zink, Zinn etc. und Silbersachen, Münzen und A. Günther, v. Dr. Retau m. 89 Abb. statt Buchhandlung, Frankfurt a. M. Antiquitäten. 2.50 Mk. nur Mk. 1.-. Preil. über Telefon 165 Louis Rothenberger int. Buch. gratis. 22 Börnestraße 22. Gießen, Neuenweg 23. Tel 535. R.Oschmann, Konstanz Nr.421. Edgar Borrmann, Giessen. Eisenhandlung Neustadt 11 11, ht It st er 1332 en ng a TIFFANA 33. Bunte Tages- Chronik. Berlin, 14. November. Das Automobil, das einem hiesigen Bankdirektor am Kurfürstendamm gestohlen worden war, ist wiedergefunden worden. Der noch nicht ermittelte Dieb hat von dem neuen Wagen verschiedene Teile abgebrochen und ihn dann auf Schöneberger Gebiet stehen lassen. Halle a. d. Saale, 14. November. In der vorletzten Nacht wurde von einem Einbrecher die Kasse des Amtsgerichts Boerbig ausgeraubt. Der Einbrecher wurde heute mittag hier verhaftet. Von dem gestohlenen Gelde wurden 3200 Mart noch bei ihm vorgefunden. 88 Mark fehlen. Gent, 14. November. Jm belgisch- luxemburgischen Grenzdorf Bras wurde ein Arbeiter namens Brüll von seiner Ehefrau nachts ermordet. Er war erst drei Monate mit seiner Frau verheiratet. Reikjavik, 14. November. Auf Nord- Island brach eine Sturmflut mit Erdbeben ein. 38 ausgelaufene Boote mit über 100 Schiffern werden vermißt. Vermischtes. == Eine Dampfpfeife im Reichstage. An Stelle des bisher üblichen Klingelzeichens wird jezt, wie Graf Ballestrem im Seniorentonvent mitteilte, eine Dampfpfeife die Abgeordneten zu den Abstimmungen zusammenrufen. Die Dampfpfeife ist an zehn verschiedenen Stellen des Reichstages angebracht worden, und ihre Mahnung soll so deutlich sein, daß sie kaum überhört werden kann. = Mit der Zimmerdecke eingebrochen ist in Lutter am Barenberge die Familie des Knechtes Spinti. Eben im Begriff, sich schlafen zu legen, begann ein verdächtiges Knirschen der Zimmerbalken, und ehe man fich's versah, fand fich die ganze Familie in dem unter dem Zimmer befindlichen Stall wieder. Die aus legterem aufsteigenden feuchten Gase hatten das Gebält im Laufe der Jahre zum Faulen gebracht, sodaß sie nicht mehr widerstandsfähig genug waren. Leider soll ein Kind ernstlich verletzt worden sein. = Abgekürztes Chefcheidungsverfahren. In einer Wirtschaft in Antwerpen hatten sich ein blondes Mädchen und ihr Liebhaber ein Stelldichein gegeben. Plötzlich betrat eine andere Dame das Lolal und stellte sich der Blondine als die Gattin ihres Bräutigams" vor; sie fügte aber gleich die Bitte an, fich durchaus nicht stören zu lassen. Sie rief alle übrigen Gäste zu Zeugen dafür an, daß sie ihrer blonden Konkurrentin für immer ihren teuren Mann überlasse. Ehe sie das Lokal verließ, gab sie noch eine Runde Bier zum besten und gratulierte der Braut zu der gemachten Eroberung. Welchen Eindruck diese unverhoffte eheliche Verabschiedung auf die antwesenden Gäste machte, kann man sich denken. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden bei der Erbauung der Bade== Eine mysteriöse Sache ist die Ermordung der Frau Medizinairat Molitor in Baden- Baden. Hierzu werden jezt folgende Einzelheiten bekannt. Die Ermordete wurde vor einiger Zeit telegraphisch nach Paris zu einer dort wohnenden Tochter gerufen. Da sich später das Telegramm als gefälscht erwies, ließ Frau Molitor nach dem Aufgabeformular der Depesche amtlich recherchieren. Gestern wurde e nun tele phonisch benachrichtigt, daß dieses Formular beim Postamt in Baden- Baden eingetroffen sei. Es handelte fich aber wiederum um eine Mystifikation, da tatsächlich der Eingang des betreffenden Formulars nicht erfolgt war. Frau M. begab sich in Begleitung ihrer Tochter auf den Weg, offenbar gefolgt von dem Attentäter, welcher in der Kaiser Wilhelmstraße unmittelbar bei den sog. Lindenstaffeln aus allernächster Nähe hinterrüds einen Revolverschuß auf sein Opfer abs feuerte. Unter dem dringenden Verdacht, der Mörder der Frau M. zu sei, steht der Schwiegersohn der Grimordeten, der Rechsanwalt Karl Horn aus Berncastel bei Trier, ber bon der Karlsruher Staatsanwaltschaft steckbrieflich gesucht wird. Italienische Berbrechervanden. Eine Mailänder Berbrechergesellschaft, die sich„ Scopola"( die Ohrfeige) nennt, hat ihr umfangreiches Schuldfonto durch eine neue Bluttat sawer belastet. Das Verbrecherkleeblatt, zwei Weiber und zwei Männer lockten den Milchhändler Lazzaroni in eine abgelegene Gegend, wo sie ihn dann ermordeten. Der Leichnam wurde von den Mördern einige hundert Meter weit geschleppt, dann nahm man ihm Ringe, Uhr, Kette und das Geld bis auf wenige Lire ab. Eins der beiden Weiber holte einen Busch roter Relfen aus einem benachbarten Garter und legte ihn neben dem Kopf des Leichnams nieder, um dadurch an einen Selbstmord glauben zu machen. Nach vollendeter Tat fühlte sich die saubere Gesellschaft nicht im mindesten durch Gewissensbisse beschwert. Den ganzen folgenden Tag lagen die vier Verbrecher in einer Vorstadtfneipe, schmausten, zechten und tanzten zu den Klängen eines Leierlastens, bis sie verhaftet wurden. = Ein Jrrenhaus für Millionäre. In Newyork macht ein eben erschienenes Buch„ Die Bastille der oberen Vierhundert" viel Aufsehen. Der Autor, der Millionär Chandler, war mit der Schriftstellerin Amelia Rives verheiratet, die seit langem von ihm geschieden ist und die Gattin des russischen Fürsten Troubeztoi wurde. Chandler war auf Veranlassung seiner Verwandten furz nach seiner Scheidung in das Blomingdale Jrrenhaus gebracht worden, wo cr widerrechtlich jahrelang festgehalten wurde. Es gelang ihm jedoch später zu entfliehen, und eine große Anzahl der hervorragendsten Psychiater Amerifas begutachteten, daß Chandler völlig normal sei. Chandler behauptet in seinem Buche, daß in einer ganzen Anzahl ähnlicher Fälle Angehörige der reichen Newyorker Familien ins Irrenhaus gesperrt worden seien, damit den Verwandten die Verfügung über das Bermögen der er nicht entginge. häuser IX und X vorkommenden Arbeiten werden hier- re mit auf Grund des Ministerial- Eclasses vom 16. Juni 1893 zur Vergebung öffentlich ausgeschrieben: 1. Betonarbeiten Los I: 1650 qm Eisenbetondecken, 450 qm Monierwände, 320 qm Rabißgewölbe 2c. 208 II: 1800 qm Eisenbeton, 400 qm Monterwände, 260 qm Rabiggewölbe usw. 2. Zimmerarbeiten 208 I: 85 cbm Tannenholz zu liefern, 1700 m Holz zu bearbeiten, etwa 65 Ifd. m Hauptgefims, 130 qm Dachschalung, ferner fleinere Gesimse, Gauben u. a. m. Los II: 290 cbm Tannenholz zu liefern, 14500 m Holz zu bearbeiten, ferner Gesimse, Dachgauben, Dachreiter u. a. m. 208 III: 300 cbm Tannenholz zu liefern, 15000 m Holz zu bearbeiten, sonst wie Los II. 3. Eisenlieferung 208 I: 24700 kg Profileisen zu liefern. Los II: 38000 kg wie vor. 4. Dachdeckerarbeiten Los I: 450 qm Ziegeldeckung( Kronendach) mit Nebenarbeiten. Los II: 2900 qm Dachdeckung wie vor. Los III: 2400 qm mte vor. 5. Grobschlosserarbeit Los I: 3400 kg bernictete Stüßen, 1700 kg Kleineisenzeug, 6000 kg Träger zu bearbeiten. Los II: 3100 kg bernietete Stüßen, 1700 kg Kleineisenzeug. Hus dem Gerichtsfaal. § Strafbarer Lärm im Hause. Das Landgericht I Berlin hat in einem Falle entschieden, daß unter Umständen ein Mieter wegen Lärmes, der aus einer anderen Wohnung in die feinige dringt und ihn in der Arbeit und im Schlafe stört, vom Mietsvertrage zurüdtreten kann. Diesem wichtigen Erkenntnis lag folgender Tatbestand zu Grunde: Der Mieter, der zu Hause geistigen Arbeiten oblag, wurde durch über mäßigen Lärm in der über ihm befindlichen Wohnung fast zur Verzweiflung gebracht. Noch nach 11 Uhr nachts tönte Getrampel und Türschmeißen herunter; es wurde viel Klavier gespielt auch noch nach 12 Uhr nachts und beim Bubettgehen schienen sich die Oberwohner ein Vergnügen daraus zu machen, die Stiefel mit aller Bucht auf die Erde zu werfen. Der gemarterte Mieter wandte fich um Abhilfe an den Hauswirt, stellte ihm eine Frist zur Abstellung des Uebels, und als er damit feinen Erfolg erzielte, fündigte er das Mietsverhältnis ohne Ein. haltung einer Kündigungsfrist. Das Gericht gab dem Mieter Necht, da das Eindringen von Geräuschen, welche die Be nuzung der Wohnräume zum geifigen Arbeiten und zum Ruben in übermäßiger Weise beeinträchtigen, sich als die Ent ziehung eines erheblichen Teiles des vertragsmäßigen Ge brauchs der Mietwohnung im Sinne des§ 542 B. G. darstellt. Man wird also, wenn der Wirt in solchen Fällen auf Ersuchen nicht für Abhilfe sorgt, ihn auch schadensersat pflichtig machen fönnen, da er den Vertrag dann schuldhaft berlegt Der Hauptmann von Ripenid" wird fich voraussicht lich noch in der diesjährigen Schwurgerichtsperiode zu ver antworten haben. Die Voruntersuchung gegen Voigt nähert fich ihrem Ende und wird vor Ablauf dieser Woche bereits abgeschlossen sein. Zur Hauptverhandlung wird ein gewaltiges Beugenmaterial aufgeboten werden, so daß der Prozeß mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Voigt ist jezt von jemner Krankheit gänzlich wiederhergestellt. § Der photographierte Dicb. Während des Stehlens photographiert wurde der Handlungslehrling Mar Gläsel aus Adorf. Der junge Mann fam mit seinem Taschengelde nicht aus. Um diesem Mangel abzuhelfen, bergriff er sich an der Kasse des Prinzipals, indem er mittels Nachschlüssels das Arbeitspult desselben öffnete und daraus nach und nach gegen 100 Mart entwendete. Um den Dieb in flagranti zu erwischen, bediente fich der Bestohlene eines eigenartigen Mittels. Er brachte den Pultdedel mit einem wenige Meter davon aufgestellten Photographieapparat elektrisch in Ver bindung. Als der Deckel des Pultes gehoben wurde, löste sich der Verschluß des Apparates, und das Bild des Diebes befand sich im Nu auf der Platte. Auf diese Weise wurde der Lehrling überführt, als er eines Tages wiederum der Kasse feines Prinzipals einen unvermuteten Besuch abstattete. Die Straffammer in Plauen verurteilte den Leichtsinnigen zu drei Monaten Gefängnis. FÜRSTLICHE BRAUEREL KÖSTRITZHÜRINGEN TRADE AND LIVERPOOL 200 FRINZ FE WIEN EXHIBITAN FOR HYC QUEEN LONDON IES LONDON Gegründet 1696 VENEDI VICTORIA AL MERITY 50852 Jt RUNGSMITTE NAHR MAGDEBURG 1993 HERNATIONALS URS GENDE SEN MAGDEBURG INGIN DER TENTOON DAM 183 AMSTERDAM BRAT LEIPZIG Gegründet 1696 Köftriker Schwarzbier. WAAREN ZEICHEN Dieses altberühmte Bier, welches infolge seines großen Malz- und Würze- Extrattes und geringen Alkoholes besonders Kindern, Bintarmen, Wöchnerinnen, nährenden Müttern und Refonvalescenten jeder Art von hohen medizinischen Autoritäten empfohlen wird, ist zu haben in Giessen bei Fr. Kühnhold, Bier- Depot, Ludwigstraße 55. Man verlange ausdrücklich nur das echte , Köstritzer Schwarzbier". LocomobileN ( fahrbar m. Wanderconzession.) Kopfläuse Flöhe, Wanzen s. deren 6. Spenglerarbeiten Los I: 480 m Rinnen aus Kupfer, 65 m desgl. in 3ink, 210 m Abfallrohre in 1 Std. v. Lanz 89 erbet. fein hergerichtet 7-9 P. S. Brut befeit ohne Gefahr f. Gesundh. Kupfer, 35 m in Zink u. a. m., ferner 3 Dachreiter in 1 Kupfer. Los II: 325 m Rinnen in Stupfer, 90 m desgl. 1 90 " " " " 1 97 " " " " in Zint, 180 m Abfallrohre in Kupfer, 30 m desgl. in billig" abzugeben. Zink, sonst wie Los I. 7. Bligableiteranlage Los I: 5 Auffangstangen 25 Spizen, 400 m Leitungsdraht usw. Los II: 4 Auffangstangen, 24 Spißen, 350 m Leitungsdraht usw. 8. Weigbinderarbeit Los I: 500 m Gesimse zu streichen. Los II: 550 m wie bor. Zeichnungen, Bedingungen und sonstige Unterlagen sind auf unserem Amt zur Einsicht aufgelegt. Angebotsbordrucke werden zum Selbstkostenpreis( so weit der Vorrat reicht) abgegeben. Zeichnungen fönnen nicht verschickt werden, ausgenommen diejenigen für die Betonarbeiten. Die Angebote sind verschlossen, porto- und bestellgeldfrei und mit der Aufschrift„ Verdingung Badehaus IX und X Angebot auf.... Loos..." an die unterzeichnete Behörde bis spätestens Dienstag, den 4. Dezember, vormittags 11 1hr einzureichen. Eröffnung der Angebote erfolgt zur selben Zeit in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber. Zuschlagsfrist 4 Wochen, für die Eisenlieferung 8 Tage. Der Zuschlag soll möglichst nach Losen getrennt, fanx aber auch auf mehrere Lose eines Gewerkes erteilt werden. Bad Nauheim, 10. November 1906. Großh. Baubehörde für die Neubauten ia Bad Nauheim. Jost. Parasiten- Seife Feuerbüchse neu 12-17 " " Ausziehkessel 20-30 " 1 " b. Hahn& Hasselbach, Dresden à St. 50 Bfg., Georg Wallenfele. Herborner Pumpenfabrif, Herborn. Die höchste Auszeichnung der Grand Prix wurde den auf der Weltausstellung Mailand 1906 ausgestellten GritznerNähmaschinen zuerkannt. Ein neuer Beweis der Ueberlegenheit dieses Fabrikats. 1 Millionen im Gebrauch! Generalvertretung: Wilhelm Jung VIII. Klein- Linden- Giessen. Spazier Stöcke bon einfachsten bis feinften führen wir in einer Aus: mahl die dem verwöhntesten Geschmack Rechnung trägt auch in Silbergriff n sowie Gold und Silber eingelegt. Anerkant billige Preise. Casseler Schirmfabrik Sießen, Selter8wrg 9. Kartoffeln für den Winterbedarf prima Ware liefert zu den billigsten Tagespreisen frei Keller. H. Trechsler, Giessen, Steinstraße 48. Telephon 581 Bettnässen ( auch Hosennässen) beseitigt unt. Garantie sofort! Alter, Geschlechtsangabe. Retourmarke erbeten! Auskunft erteilt umsonst: Institut> Sanitas<, Stadtamhof 112 in Bavern. Für Leute aller Stände. Glänzende Einnahmen. Jahre hindurch sichert sich, wer schnell den Orts- oder Bezirksalleinverkauf eines grossartigen PatentMassenartikels übernimmt, Riesen- Absatz. Laden und Kapital unnötig. Ein durchaus reeller Artikel, dessen Vertrieb keinen Verdruss, sondern hohe Befriedigung bringt. Keine Uebertreibung! Ein Versuch beweist. Prospekte u. Alleinverkaufs- Konditionen gratis. Man schreibe Postkarte an Karl Frische in Kaldenkirchen( Rheinl.). Römerbrunnen Mineralquellen bei Echzell, Oberhessen, von altersher rühmlichst befannte ineralquelle der Wetterau, seit 1823 gefaßt und zu ausgedehntem Versandt benutzt, ist infolge bohen, natürlichen Kohlen: fäuregehalte ein unübertroffenes Tafelgetränk. Eine glückliche Konzentration von Salzen unter denen Chloruatrium an erfter Stelle, verleihen ihm den Charakter einer vorzüglichen Heilquenle bei allen Katarchen der Luftwege und des Verdauungs- Traktus, bei Nieren- und Blasenleiden Rheumatismus, Bicht und Harzbeschwerden. Ein furgemäßes Trinken des Wassers ist hierbei nach Angabe ärztl. Autoritäten von durchgreifender Wirkung. Niederlage: Joh. Georg Bender in Ettingshausen; Jean Böhm, Hotel Solmser Hof in Laubach; Ferdinand Heinz in Sellnrod; H. Weinel in Hungen. dedor zu Beit bie Saube S Romponist Lulli war der ceste, der Dirigietstoce einen Der franzöfifch eltvas umständlichen bereitete und sich zum Dirigieren be:„ Taltsted" ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn es handelte sich um einen zwei Meter langen Stab, mit dem er den Taft schlug, indem er den Fuß boden bearbeitete": aus diesem unheimlichen Stabe aber Rr. 135. Samstag, ben 17. November 906 Oberbeflische Familienzeitung. cod; 1. urde durch de: Der Mi Diefem midtige und im S ren Wohnung Umitänden dgericht Berlin en Wohnung ohnung i Uhr nachte es tourde på murbe Uhr nachts ie Die Stie Oberroo welche gab dem Mi Die Sältnis ohne G er damit lei gemarterte ftellte ihm e ft jezt von je er Prozeß meb ird ein gewaltig jer Woche be gen Boigt ni tsperiode zu A boran dann schuld uch schadensers in folchen § 542 8.0. fich als die G ragsmäßigen rbeiten und riff er aschengelde n Max Gläsel nd des Steble an de ch und nach ge Nachschlüffels in in Leichtfinnigen ederum der habstattete. Beise wurde be leftrisch des Diebes bejn wurde, löfte em wenige Mer ines eigenartign flagranti - Seltersweg! r Schirmfabri nt billige Breije dilber eingele Silbergriff n fo vir in einer dem verwöhnte Rechnung tri Stöde aften bis feint pazier Degr Hausdoctor Die Ernährung eines Nervöfen. Je einfacher die Nahrung im allgemeinen ist, und je weniger durch die Zubereitung ihre natürliche Beschaffenheit verändert wird, um so wertvoller ist sie als Erzeugerin von Spannkraft. Auf jeden Fall soll im Speisezettel eines jeden Nervösen eine ausreichende Menge von Rohkost vorkommen, rohes Obst und Salat; erst in zweiter Reihe stehen in diesem Sinne die Milch und das Brot. Dann kommen die gekochten Gemüse und Körnerfrüchte, wie Reis 2c. und schließlich das Fleisch, das wegen seines Eiweißreichtums sehr wichtig ist. Für den Speisezettel eines Durchschnittsnervösen empfiehlt sich etwa folgende Zusammensetzung: Frühstück: Milch, auch Haferkakao oder Mehlsuppe, Semmel oder Brot( Simonsbrot, Schrotbrot), etwas Butter mit Honig oder Marmelade. Gabelfrühstück: Brot, rohes Obst, eventuell auch saure oder Buttermilch und Brot. Mittag: Wenig oder keine Suppe, ein Fleisch oder ein vollwertiger vegetarischer Gang, Kartoffeln, Gemüse, Salat, gekochtes oder rohes Obst, leichte Nachspeise ( Reis). Vesper: Aehnlich wie das Frühstück. Abendbrot ( zwischen halb 7 und halb 8 Uhr): Möglichst einfach! Zu bevorzugen Milch, Quart, Obst, Brot. Kein Fleisch oder nur wenig davon.- Wenn man sich auf die Güte der Milch verlassen kann, so empfiehlt es sich, diese ungekocht( vielleicht nur erwärmt) zu genießen. - Heilmittel für Brandwunden. zu Zeit die Hände zu.casch lugen. Der französisch Komponist Luli war der erste, der dieser eltvas uniständlichen Dirigiermethode ein Ende bereitete und sich zum Dirigieren einen Taftstock verschaffte;" Taltsted" ist eigentlich nicht das richtige Wort, denn es handelte sich um einen zwei Meter langen Stab, mit dem er den Taft schlug, indem er den Fuß boden ,, bearbeitete"; aus diesem unheimlichen Stabe aber entwickelte sich später der zierliche moderne Taftstock. Die neue Erfindung scheint übrigens dem Komponisten Lulli wenig Glück gebracht zu haben; in einer Chronik jener Zeit heißt es, daß er sich eines Tages im Eifer des Divigierens mit dem Stabe einen heftigen Schlag versetzt habe und infolge der Aufregung so schwer frank wurde, daß er kurze Zeit darauf das Zeitliche segnete. Sprüche der Weisheit Ab fie dich tadeln oder loben, Nicht allzuviel mag es dich scheren! Doch traue immer mehr den Groben, Als denen, die dich schmeichelnd ehren. So fann. Ein ganz vorzügliches Mittel zur Linderung der Schmerzen bei Brandwunden und zu deren baldiger Heilung besteht aus 100 Gramm Kalkwasser, 100 Gramm Leinöl und 5 Gramm Karbolsäure. Durch tüchtiges Schütteln entsteht ein Liniment, welches in keinem Haushalte fehlen sollte und bei Brandwunden alsbald angewendet werden kann. Die Schmerzen werden nach mehrmaligem Aufstreichen verschwinden, und es wird in furzer Zeit eine Heilung der Brandwunden Ein anderes, gleichfalls sehr wirksames einfaches eintreten. Mittel ist folgendes: Man bestreicht die verbrannte Stelle mit Salat- oder Leinöl und streut dann fein gepulvertes Salz oder doppelfohlensaures Natron darauf. Die günstige Wirkung tritt in der Regel schon nach einigen Minuten ein: der Schmerz läßt nach und es bilden sich keine Blasen. Bei größeren Verbrühungen hat sich dieses Mittel ganz besonders bewährt. BIX Loſe Blätter Eine feuerwehr alter Zeit. Lange bevor die Städte geordnete Vorsorge zur Belämpfung von Schadenfeuern trafen, konnte sich die HauptStadt Portugals, Lissabon, einer Feuerwehr rühmen, welche bamals die Bewunderung aller Reisenden erregte. Der Bes völkerung der Stadt wurde einst das Wasser von Wasser trägern gebracht und verkauft, die dasselbe in Fässern auf bem Rücken trugen. Diese Leute wurden nun in Bezirke verteilt, und abwechselnd führte je einer den Befehl über die Uebrigen. Von der Behörde war jeder verpflichtet worden, bes Abends sein Faß allemal gefüllt mit nach Hause zu bringen, und bei Ausbruch eines Feuers lief der jeweilig Kommandierende in den Straßen seines Bezirks umher und weckte die Mannschaften, die nun mit ihren gefüllten Fässern nach der Brandstätte eilten. Eine solche Art Feuerwehr würde heutzutage zwar als sehr unzulänglich gelten, im borigen Jahrhundert aber war diese Fässerbrigade" eine staunenswerte Organisation. - Zur Gefchichte des Taktftockes. Wir Leute von heute fönnen uns einen Kapellmeister, einen Orchesterdirigenten nicht ohne den Taktstock denken, und boch hat dieses Attribut der Kapellmeisterwürde, das heute unentbehrlich zu sein scheint, noch keine allzulange Geschichte. Bis zum 17. Jahrhundert leiteten die Kapellmeister ihr Orchester, indem sie mit dem Fuß aufstampften oder von Zeit lang es Tag ist, müßt ihr rastlos wirken, Durch Arbeit nur und strenge Pflichterfüllung Gewinnt die Freiheit sich der rechte Mann. allem treu und wahr, In Dan halte immerbar - Ein Wort, das du gesprochen, Nie sei's von dir gebrochen. Haus- und 3immergarten Wie verpacken wir unser Obst? Als bestes Verpackungsmaterial für feine und empfindliche Tafelfrüchte, wie Pfirsiche, Calville, wird Weizenkleie empfohlen. Jede Frucht wird in Seidenpapier so eingehüllt, daß das Papier am Stielende der Frucht umgefaltet, oben in einem Zipfel zusammengedreht ist. Man verwendet niedrige, für eine Schicht Früchte bestimmte Kisten, füllt in diese zunächst eine ca. 8 Zentimeter starke Kleienschicht, auf die dann die Früchte gestellt werden. Zwischen die Früchte wird unter fortgeseztem Festdrücken Kleie gefüllt und zwar ca. 2 8entimeter über den Kistenrand. Die über die Kleie hinausstehenden Papierzipfel werden durch den Kistendeckel niedergepreßt und dieser festgenagelt. Vertilgung der Schnecken. Sind Gemüsegärten von Schnecken Heimgesucht und will man dieselben vertilgen, so wird es hierzu kaum ein leichteres Mittel geben, als Kochsalz. Man streue auf die Schnecken( jeber Art) nur eine kleine Prise Salz und fast augenblicklich erfolgt der Tod, sei es bei Regen- oder trockenem Wetter, es ist ganz gleich; auch Regenwürmer sterben fast plöglich davon. Dieses Verfahren anhaltend einige Zeit hindurch fortgesetzt, befreit den Garten von diesem Ungeziefer vollständig. Zeitmaß. Thompson?" Humor des Huslandes Wie lange find Sie schon Automobilist, Meftr. ,, Erst fünf- bis sechstausend Kilometer lang!" Falsch verstanden. Mr. Bull( ein großer Hundeliebhaber):" Wäre es nicht sehr ratsam, Miß Wolsey, wenn Sie sich ein recht niedliches und intelligentes Viehchen anschaffen, welches Sie beschützen könnte, bann" Miß Wolsey:" D Mr. Bull! Ihr Antrag kommt so unerwartet! Darf ich Ihnen morgen meine Antwort geben?" Aus der Schule. Lehrer: Thomas, ich sah dich soeben lachen. Weshalb lachtest du?"" Tommy: Ich dachte über etwas nach, Herr Doktor." Lehrer:" Während des Unter richts darfst du über nichts nachdenken. Laß das nicht wieder vorkommen." Mr. 135. Samstag, den 17. November 1906 Oberbeffifche Familienzeitung. Unterhaltungs- Beilage für den Boten as bem Ohm Felda- Thal. Telephon Nr. 362. Brud und Berlag der Gießener Berlagsbruderet, vorm. With. Keller'sche Dubruderel( gegr. 1783); verantwortfish: Albin Klein. ( 18. Fortsegung.) Es war einmal. Romantische Familiengeschichte von Rudolf Bode. O Herr Doktor," begann Decker nachdenklich, meine Väter Baben die Dose vorsichtig aufgehoben, aber aus ihrem Inhalt find sie gewiß nicht flug geworden, weil sie die Geschichte nicht fannten, die darin steckt. So ist es mir in meiner Jugend ebenfalls gegangen, und darum habe ich die Sachen für nichts geachtet. Und eine wunderbare Fügung Gottes bleibt es doch, daß ich selbst, der letzte meines Geschlechtes, die alte Schartete auf dem Rathausboden entdecken und zu Ihnen bringen mußte, dem einzigen Manne weit und breit, der es lesen fennte, was darin steht. Na, prost, Herr Doktor, und meinen respektablen Dank dazu! Dafür setze ich Sie in meinem Teftament einmal zum meinem Erben ein ich tue ja keinem andern Schaden damit." ,, Danke herzlich, aber damit hats ja noch keine Eile. Dürfte ich Sie vorläufig nur um ein unbeschriebenes Stück Papier als Abschlag auf diese Erbschaft bitten? Mit Ihrer Erlaubnis möchte ich mir eine kleine Abschrift von diesen Schriftstücken machen." Er brachte das Papier, und ich holte meinen Bleistift aus der Westentasche. Die Sache war schnell erledigt. Was wollen Sie damit?" fragte er mißtrauisch. " Ich weiß es noch nicht genau. Jedenfalls unternehme tch nichts damit, was nicht in Ihrem Interesse ist und Ihre Zustimmung haben würde." Könnte man nicht eine Abschrift im Rathause zirku lieren lassen, damit die Grasaffen in den Bureaus, die mich so oft getränkt haben, sich schämen lernen, wenn sie erfahren, wer ich bin und was für eine Güte der liebe Gott mir erwiesen hat?" " Herr Registrator, das würde wie eine Rechtfertigung vor diesen armseligen Burschen aussehen, und so viel sind sie nicht wert. Nein, mir ist soeben ein anderer Gedanke ge tommen. Die Sache muß mit einem größeren Schwung ins Werk gesetzt werden. Aus der Hand fressen soll Ihnen noch die ganze Schreibergesellschaft! Geben Sie mir Vollmacht?" ,, D, gerne, Herr Doftor, Sie befizen ja mein ganzes Vertrauen. Aber wenn ich um eins bitten dürfte," er stockte, vergessen Sie die häßliche Anwandlung von einfältigem Dünkel, die ich vorhin im ersten Augenblicke hatte, und pergessen Sie nicht, daß ich auch nach dieser Entdeckung boch allen Grund habe, ein bescheidener Mann zu sein usd zu bleiben." Ich drückte ihm still die Hand. Es war Mitternacht. Wir ließen uns mit den letzten delikaten Tropfen gegenseitig hoch leben, und dann stand ich auf, um heimzugehen. Die Kerzen waren herabgebrannt, er zündete eine Lampe an und fragte dabei:„ Könnten Sie wohl morgen einmal wieder mit porkommen, Herr Doktor?" Warum?" " Ja, sehen Sie, erstens möchte man die merkwürdigen Stücke doch bei hellem Tageslichte noch einmal genau beichtigen. Und zweitens, ich bin nun aufmerksam geworden ner weiß, ob ich nicht noch mehr finde? Ich will gleich - ( Nachdruck verboten.) morgen frilh die Kiste und den ganzen Keller doch noch einmal genau untersuchen." " Gut. Ich habe morgen von 8-10 zu tun und bin dann bis Mittag frei, Nachmittag kann ich nicht. Ich komme also gleich um 10 Uhr her." Er leuchtete mir hinaus. Im Hausflur hörten wir Luise husten. Er wurde unruhig, und mit kurzem Abschied lief ich davon. Ich kam nach Haus und steckte meine Lampe an. Bu Bett zu gehen, hätte keinen Zweck gehabt, zum Einschlafen war auch ich zu aufgeregt. Es war die Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag, übermorgen erschien das Wochenblatt. Wenn ein Aufsatz noch in dieser Nummer erscheinen sollte, so mußte er bald, nein, sofort geschrieben werden. Ich ging eine Weile in meinem Zimmer auf und ab, dann setzte ich mich an den Tisch und schrieb. Ich kann den Anfang des Artikels ganz genau wiedergeben, denn ich habe mir die Nummer des Blattes, die ihn drei Tage später brachte, natürlich aufgehoben, fte liegt neben meiner Hand, und ich brauche den Wortlaut nur abzuschreiben. Der Artikel begann:„ Wir haben in folgendem etwas ganz Außerordentliches zu berichten, ein Vorkommnis, welches direkt an das Wunderbare grenzt. Dasselbe ist einem unserer würdigsten Mitbürger widerfahren, dessen persönlicher Wert von einigen kurzsichtigen Leuten bisher leider viel zu niedrig eingeschäßt worden ist, der aber durch das Ereignis, das wir mitzuteilen im Begriff stehen, unzweifelhaft sofort und vielleicht für immer als der interessanteste Mann unserer Stadt dastehen und wir sprechen damit zugleich eine Bitte wird, obgleich seinem bescheidenen Sinne jede und eine Warnung aus Ovation zuwider ist. Liegt doch auch in dem, was ihm zugefallen ist, weniger ein eigenes Verdienst als eine Gabe Gottes, der, wie es scheint, dem treu bewährten, aber vielfach verkannten Manne aus eigener Machtvollkommenheit eine ganz besondere Ehrung und Freude zu erweisen beschlossen hatte. - Bekanntlich hatte Herr Registrator Decker bei seinen unermüdlichen Forschungen unter den zurückgesetzten Attent unseres Rathauses eine lateinische Pergament- Handschrift aus dem Mittelalter aufgefunden, die eine Erzählung von den Leiden eines unverdient unglücklich gewordenen Ehepaares enthielt, denn dies Paar hatte erst nach der Geburt eines Sohnes fich gegenseitig als Bruder und Schwester erkannt. Diese Erzählung ist in deutscher Nebersetzung in den letzten Nummern unseres Blattes erschienen, und so viel wir wissen, von unserem Leserkreise mit dem größten Interesse aufgenommen worden. Und jetzt am letzten Mittwoch jetzt hat sich das Seltsamste, das Ueberraschendste in dieser ganzen Geschichte, gewissermaßen ihr zweiter Teil ereignet: man möchte sagen, Herr Decker hat sich selbst entdeckt. Aufmerksam geworden durch gewisse auffallende Büge in jener Erzählung, hat er in den Papieren und Reliquien seiner eigenen Familie nach. geforscht uw, hsler, Giess preisen frei Rella liefert zu den bil Winterbed toffel 48. Telephon 112 in Baver titut Sanitas S Auskunft erteilt angabe. Retourma tie sofort! Alter Sennässen) bese tnässe chen( Rhein chreibe Postkarte ist. Prospekte friedigung bring atz. Laden tikel, dessen Ver Ossartigen Patent wer schnell des Stände re hindurch sicher 8. 271 e was on a te te be su a b c d e and the abg ддpлnу aзл snv( pil д qun nabunad Bop a ava va quang a va a se ne a pa se po po ubuntu a jв шagoga sig in te te ( род да әв фиш иәролфилә ән шәп ат plaj po SD FIDDH นอน อ( p1 Fun จริง! G The aqɔ avы qu svg svg um ab A биф 1 De ganze Darstellung war, wie man fiebt, absichtlich ein wenig aufgebauscht und von Posaunenstößen begleitet, um bie etwas schläfrige Bürgerschaft zu alarmieren. Die schlagenden Beweise für die zweifellose Richtigkeit der Entbedung wurden sowohl durch genaue Beschreibung der Fundstüde wie auch durch getreue Wiedergabe ihres Wortlautes beigebracht. - Nun noch schnell ein kurzes Begleitschreiben an den Hoch geehrten", alles ins Kuvert, Marke, Adresse fertig! Ich ftülpte eine alte Müze auf und trug mein forpulentes Schrift stüd gleich noch selbst nach dem Briefkasten. Als ich ihn hineinschob, schlug es auf dem Turme zwei Uhr. So, jetzt hatte ich auch die nötige Bettschwere". Mit ihr und dem Bewußtsein, eine gute Tat vollbracht zu haben, fonnte ich mich jetzt meinem Lager ruhig anvertrauen. Während ich mich zum Schlafengehen vorbereitete, bachte ich nicht ohne Stola: vogue la galère! Die Bombe ist gelegt, nun mag fie plagen und knallen, soviel sie will, Schaben wird fie nicht tun. Und ich dunkelhafter Einfaltspinsel wußte nicht, daß jemand anders in aller Stille neben meiner Bombe schon eine zweite gelegt hatte, die ebenfalls zum Auffliegen bereit war und noch stärker knallen sollte, jawohl, und Schaden sollte sie noch weniger tun, als meine. 1 8. Kapitel: Ganz was Neues. Es war am andern Morgen schon eine Viertelstunde über zehn Uhr, als ich bei meinem alten Freunde eintrat. Er war in großer Toliette, d. h. er trug auf dem Kopfe einen seiner ältesten Zylinder, der in metallischem Grün erglänzte, und hatte rings um den Leib alle vier Küchenschürzen seiner feligen Frau befestigt. Als ich ihn mit einem etwas belustigten Blicke musterte, entschuldigte er sich:„ Ich habe, wie Sie ja wissen, im Keller gewirtschaftet 11 Haben Sie noch etwas gefunden?" " Nein, nichts. Und dann habe ich meine Not mit der Luise gehabt, die immer noch hustet und feinen Appetit hat." Geben Sie ihr Salz zu lecken." W Verstehen Sie das auch?" fragte er und sah mich erstaunt an. Für alle Vegetarier unter den Tieren", belehrte ich ihn herablassend, ist das Salz eine Delikatesse und ein Heilmittel zugleich." Wir gingen miteinander in das hintere Zimmer, wo es ein wenig wüst aussah und gemischt roch. Luise, übrigens schon ein ganz hübsches Schäfchen, hatte einen wollenen Schal um den Hals. Decker holte eine kleine Hand voll Salz und hielt es dem Tiere hin, das gierig daran leckte. Sobald Mariechen das bemerkte, drängte sie sich ebenfalls heran und naschte von der auch ihr gegönnten Leckerei mit demselben Genuß wie ihre leidende Schwester. In diesem Augenblicke ertönte mit schrillem Gebimmel die Hausglocke. Deder erschrat. Was kann das sein?" fragte er fopfschüttelnd. Die Frau ist fort, und außer Ihnen kommt ja doch sonst niemand zu mir. Ach, lieber Herr Doktor, Sie sehen, wie mich die Tiere belagern möchten Sie nicht die Güte haben, einmal nachzusehen? Um nach dem Hausflur zu gelangen, mußte man erst wieder das vordere Zimmer passieren. Ich lief durch dasselbe hindurch, riß die Tür nach dem Flur auf, und- Klapp! Das waren zwei Köpfe, die gegeneinander knallten, zwei Männerköpfe. Donnerwetter! Au! Pardon!" Pardon!" Wir standen alle beide und rieben und verdrießlich unsere brummenden Köpfe. Er hatte hereinspringen wollen und war durch das Aufreißen der Tür von dem plötzlichen Lichtstrahl geblendet, ich cinerseits hatte um die nach innen aufgerissene Tür herumspringen wollen und hatte in dem tief bunklen Flur nichts zu erkennen vermocht und so war 3 gekommen. Ich warf auf den Ankömmling einen flüchtigen, ver. stohlenen Blid. Er sah anständig aus, und o sehr ich ein Feind von Selbstvorstellungen bin- hier alf doch wohl fein Maulspißen, also los! Ich bin," stotterte ich etwas verlegen, indem ich die linke Hand fest auf meine Stirn britckte, wo ein Horn herauszuwachsen schien, ich bin der Hausfreund des Herrn Registrators, Gymnasiallehrer Doftor Rudolf-," mein Familienname blieb mis richtig, wi Immer, im Halse steden. Er maß mich wie geistesabwesend mit einem völlig zer streuten. Blicke ich glaube, er hatte kein Wort verstanden dann schweiften seine Augen suchend durch das Zimmer, während es auf seinem Gesichte wie Wetterleuchten zudte und fladerte. - Langsam trat der Registrator ins Zimmer, den bronze grünen Zylinder hoch auf dem Haupte, während er sich an seiner vorderen Küchenschürze die salzigen, von den Schafen beleckten Hände abwischte. Water!" Ein elektrischer Schlag durchzuckte den alten Mann, ris ihn in die Höhe und ließ ihn zu Stein erstarren, während die Augen sich gleichzeitig unnatürlich erweiterten. wie jubelnd, flehend, alles durchbrechend und doch wie weich flang dieser Liebesschrei, und mit ausgebreiteten Armen stürzte sich der Sohn auf den Vater. Vater!" ,, Roderich!" Was lag alles in diesem zitternden Rufe! Das war Lachen und Weinen, ungläubige Frage und jauchzende Gewißheit, stolzes Glücksgefühl und schmelzende Demut alles zugleich. Und nun lagen sie wie susammengeschraubt einander in den Armen, lange Minuten, und sprachen kein Wort, und der Kopf des Sohnes ruhte an der Brust seines Vaters. Dann löste sich die Linke des Alten. Er streichelte, wie eine Mutter ihrem Kleinen Kinde tut, seinem Sohne in fanfter, süßer Bärtlichkeit unablässig das Haupt und die bärtige Wange und flüsterte unermüdlich: Roderich, Roderich, mein Roderich! Ist es denn wahr? und du lebst? und du bist heimgekehrt? und ich habe noch einen Sohn? O mein Roderich, wenn Mutter was hat sie sich nach dir gesehnt-!" Da riß sich der Sohn los, aber mit dem einen Arme flammerte er sich fest an dem Halse des Vaters, er senkte den Kopf, und seine Stimme zitterte, als er leise sprach:„ Vater ich weiß ich habe mich auf der Straße erfundigt. Vater, bergib mir, das ist meine Schuld, daß ich diesen bitteren Schmerz in die Freude unseres Wiedersehens bringe- aber tomm, ich bringe Ersatz!" mittelgroß, mit hübschen, trenherzigen Zügen, offenbar hoch Hinter ihm war eine gut aber einfach gekleidete Frau, in den Dreißigern, lautlos in die Stube getreten und hatte, die Gruppe vor ihr beobachtend, still dagestanden. Jezt trat ihr Mann auf sie zu, ergriff ihre Hand und führte sie zu seinem Vater. " Papa!" sagte sie einfach, aber in diesem einen Worte lag so viel ehrliche, kindliche, sanfte Liebe, daß der gute alte Mann, hingerissen von dem unverhofften Glück, das sich ihm so selbstverständlich darbot, die Arme um sie schlang, sie auf beide Wangen füßte und begeistert ausrief, indem er sie bald mit den Blicken verschlang, bald wieder küßte:„ Eine Tochter! meine Tochter eine Tochter anstatt der Mutter! O Roderich, wie reich machst du mich!" Lieber Vater," antwortete der jüngere Mann und lächelte, ich habe noch mehr Schäße für dich." Hinter der Mutter hatten sich bisher, halb von ihr ver deckt, halb von der Dämmerung des dunklen Hausflurs verborgen, zwei junge, halbwüchsige Gestalten lautlos im Rahmen der Tür gehalten, eine männliche zwischen Knaben und Jüngling, etwa sechzehn Jahr alt, und eine weibliche zwischen Kind und Backfisch, wohl zwei Jahre jünger als ihr Bruder. Jetzt schritt ihr Vater auf sie zu, nahm an jede Hand eines seiner Kinder, führte sie vor den Alten und stellte sie vor: Vater, und dies sind deine Entel Roderich und Marie Louise." , Großvater!" fam es gleichzeitig von den Lippen der Kinder, während sie ihm schichtern ihre Hand entgegenstreden wollten. Aber jetzt wurde der alte Decker selbst zu einem Schau spiel, an der Menschen und Engel ihr Entzücken gehabt baben würde 1. Er sprang förmlich in die Luft vor Ueberraschung und Freude, er stürzte sich auf die Kinder, riß mit jedem Arme eins an sich und preßte es wild an seine Brust, füßte und füßte sie, wohin er traf, auf Kinn, Waienspitze oder Ohrläppchen, und rief dazwischen fast ate - noch einer Enfel, Kinder und Enkel Marie Louise! Meine Lämmers, me mers! Gott im Himmel, wer hät Kinder und wieder eine echten Läm ..eacht!" ortsegung folgt.) Im Dichungel. Ein Abenteuer in Indien von J. Aliquis. ( Nachdruck verboten). Im Jahre 1899 befand ich mich studien halber in Stam und hatte oft die Gelegenheit, die Freuden und Gefahren einer Jagd in den Dschungeln mitzumachen. Im Februar wedte mich mein Jagdhelfer bereits frith und nach einem träftigen Frühstück brachen wir gegen 5 Uhr auf. Bee Mee, mein Jagbhelfer, war ein großer, entschlossen aussehender Siamese. Im Dschungel geboren und auf gewachsen, war er als Pfadsucher und Führer unfehlbar. Seinen Lebensunterhalt bezog er aus der Jagd auf Nas hörner und Elefanten, denn die Stoßzähne eines großen Nashorns werden gut bezahlt und die Chinesen laufen auch die Haut und andere Teile zu Arzneizweden, wie der Chinese überhaupt alles als Arznei benutzt, was schwer zu haben ist. Außer Pee Mee folgte uns noch dessen Neffe, ein blut junges Kerlchen, dessen Ausbildung zum Jäger noch nicht be. endet mar, als Büchsenspanner. - Drei Tage lang hatten wir am Fuße einer Hügellette, der Grenze zwischen Siam und Birma gerastet. Die ganze Gegend ist von ungeheueren Waldungen bedeckt, so dicht, daß man faum eine Kopfbedeckung braucht, denn wo nicht ein Baumriese vom Blizz gefällt ist, sieht man die Sonne überhaupt nicht. Da wir aus sicheren Anzeichen schlossen, daß das Wild höher hinaufgezogen war, verließen wir die Niederung und verfolgten den Lauf eines schmalen Flusses aufwärts. Die Hügelkette war reichlich 2000 Fuß hoch und wir hatten schwere Arbeit, da wir fortdauernd auf und über riesige Granitblöd flimmen mußten. Endlich erreichten wir den Gipfel, wo wir rasteten und suchten dann die Quelle des Flusses auf, den wir aufwärts verfolgt hatten. Wir fanden fie in einem Sumpfdidicht auf der Wasserscheide. Weitergehend famen wir an frische Spuren eines großen Nashorns. An den frisch abgebrochenen Zweigen und andern Anzeichen erkannten wir, daß es vor kurzer Zeit sich in die Nähe zum Mittagsschlaf zurüdgezogen haben mußte. Wir folgten der Fährte und hatten das Tier in 20 Minuten in einem dichten Dschungel, mitten im Sumpf aufgespürt. Vorwärts schleichend, bemerkten wir es bald, sahen aber auch, daß es gestört war. Wir erkannten dies an dem Grunzen, das es ausstieß. Jch drang indessen weiter vor und kam bis auf zehn Yards an seinen Standort, bis ich es genau sehen fonnte. Da stand es ein riesiges Tier in seinem Morastbett, mit Schlamm bedeckt. Die Ladung des linken Laufes meiner Büchse, die ich ihm in die Schulter jagte, erschütterten es zu einem furchtbaren Brüllen. Aber anstatt flüchtig zu gehen, machte es furz Kehrt und stand mir jetzt auf 20 Yards scharf gegenüber. Wie ich bemerkte, wollte es mich annehmen; ich fam ihm daher zuvor und setzte ihm eine zweite Ladung in die Brust, es gut treffend. Das machte es wütend und schnaubend, schäumend, ging es talabwärts flüchtig, unter seinem riesigen Gewicht eine Bahn durch das dichte Gebüsch reißend, das die Hügelseite bedeckte. Wir nahmen die Spur auf und folgten ihm durch dick und dünn über eine halbe Meile weit. In jedem Falle hofften wir, es nicht zu verlieren, da seine Spur reichlich Schweiß und Schaum zeigte, ein Zeichen, daß es den Schuß in die Lunge bekommen hatte. Trotz seiner Verwundung mußte es noch ungeheure Kräfte haben, da es Abhänge nahm, auf denen wir ihm nur mühsam folgen konnten, indem wir uns an dem Unterholz festhielten. Zuletzt spürten wir unsern Dickhäuter In einem, mit dichtem Gebüsch bedeckten Sumpf aus und da es inzwischen vier Uhr geworden war und unser Lagerplatz weit ab war, beschlossen wir, uns den Fang auf den nächsten Tag zu sparen. - Wir gingen also eine gehörige Strede zurüd und da unser Weg gerade über eine Reihe von Hügeln führte, bogen wir ab in ein nahes Flußtal, das mit dichtem Bambus bedeckt war. Wir waren noch nicht weit gekommen, als wir ein furchtbares Geräusch von brechendem Bambus hörten. Pee Mee, der durch das Tal führte, riß mich sofort zu Boden und schrie. Chan Chan( Elefant, Elefant) und richtig, an der linken Seite des Hohlweges stand er, ein riesiges Männchen, dessen Stoßzähne in der untergehenden Sonne glänzten. Ich richtete mich auf der rechten Seite des Hohlweges auf und setzte ihm, auf 20 Yards eine Kugel dahin, wo, wie ich nach dem Anfaz des Rüffels annahm, das Gehirn fizen mußte. Mit Sicherheit dachte ich, ihn fallen zu sehen, aber ich hatte das Glild nicht. Zu meiner Ueberraschung stand er, als der Rauch sich verzog, ruhig da und blickte mich böse an. Wo der Schuß gesessen hatte, war aus dem Schweiß, den er gab, deutlich zu erkennen; so hielt ich denn etwas höher und brannte ihm noch eine auf. Das schien schiff tutend durch das Tal. Jch wechselte sofort auf die ihn zu fizzeln; er flüchtete schäumend und wie ein Dampfandere Seite des Tales und nahm die Spur auf. Noch nicht weit gekommen bemerkte ich, daß das Knacken der Bambusrohre aufgehört hatte und zu meinem Ent segen fand ich meinen Rüsselträger 20 Fuß von mir und gerade auf mich gerichtet. Zurüdzugehen war feine Beit, auch feine Möglichkeit, ihm auf eine verwundbare Stelle eins aufzusetzen. Mir blieb einzig der Weg, zu versuchen, daß ich nach der rechten Seite hinüberkäme und die Höhe auf der andern Seite erreichte. Dies behloß ich denn auch; aber faum hatte ich mich vom Plage bewegt, als mein verwundeter Herr mich wie eine riesenhafte schwarze Lawine mit drohendem Rüsselschwingen und wütendem Trompeten annahm. Was nun folgte, weiß ich nicht mehr und werde es kaum fagen was. jemals erfahren. Ein Stoß traf mich, aber ich fann nicht Ich flog nach einer Seite, meine Büchse nach aufraffte, fonnte ich nicht stehen und troch nach meiner Büchse, der andern. Als ich mich, zerschlagen und durchgerüttelt, die ich, einige Varde davon, unbeschädigt wiederfand. Gerade wollte ich den Abhang hinunterkriechen, als ich den Knall eines Schusses aus dem Tale und das deutliche Aufschlagen der Kugel auf etwas Hartes hörte. Dann trat Pee Mee zu mir und erzählte mir, daß er den Elefanten den Hügel habe herunterkommen sehen und ihn, als er im Flusse stand, an geschossen habe; der verwundete Dickhäuter sei dann taliärts verschwunden. ich glaubte. Indessen beschlossen wir, da es noch hell war, Ich sah erst jetzt, daß ich doch stärker beschädigt war, als die Spur aufzunehmen und machten ihn schließlich an der Seite eines fleinen Hügels aus, wo er, mit der Breit seite gegen uns stand und seinen Rüssel drohend bewegte. Wir pürschten uns auf 15 Yards an ihn heran und brannten ihm noch zwei Kugeln auf die Schulter, ohne weiteren Erfolg, als daß er langsam davonzug. Jezt bernerkte ich aber, daß ich nur noch zwei Patronen hatte und infolge der Schmerzen am Fuße weder weiter vor noch auch nach dem Lager zurückgehen konnte. Nach längerer Beratung brachen Pee Mee und fein Neffe nach dem Lager auf und ließen mich zurüd. Ich verbrachte eine sehr schlechte Nacht, im Dschungel, allein und verwundet, bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr, da Pee Mee und meine übrigen Begleiter ankamen, um mich nach dem Lager zu schaffen. Wie sich zeigte, hatte ich genug abbekommen, da mein linker Knöchel blau und angeschwollen war und ich am Kopf eine dicke Beule hatte; außerdem schienen zwei Rippen gebrochen. - Nachdem man mich im Lager niedergelegt hatte, gingen Pee Mee, sein Neffe und zwei andere meiner Begleiter auf die Suche nach meinen letzten Gegnern. Sie fanden das Nashorn tot im Sumpf. E3 maß 16 Fuß 6 inches in der Länge, sein Horn war 13 inches lang. Es gehörte zur Gattung Rhinoceros indicus. Am zweiten Tage, während ich noch im Lager lag, ging Bee Mee hinter den Elefanten und folgte seinen Spuren bis über die Grenze nach Siam. Er war entweder allein dorthin geflüchtet oder hatte sich einer Herde angeschlossen. Pee Mee folgte ihm zwei Tage lang und machte ihn endlich aus: er lag tot in einem Flußbett, über 20 Meilen vom Lager entfernt. Pee Mee weidete ihn aus; seine Zähne wogen je 72 Pfund und waren von feinster Qualität. auf die Jagd gehen konnte. Jch aber mußte 14 Tage im Lager bleiben, ehe ich wieder Sinnfpruch. Wohin ich trete, dürres Laub, Des Herbstes hingeworfener Raub Nicht nahm er's mit, ihm ward's zu viel; Nun treibt damit der Wind sein Spiel. Doch bald hat's auch vor diesem Ruh' Es kommt der Schnee und deckt es z"; Wer nur das End' erwarte utag, Der findet seinen Ruhetag. ag avg pang a un qua a u pou g a u v Bun ne ug ajinuoag qun ha de ora a un equß aǝ a a valjalaß Anpad Balada дащаш" 8 [ Quo 3 ג'טן PURO хадь un ag a 6681 av ( praq( pv) T un aquaß गव Blusar uja za pang apm pang 1Goataj uзgana Bupa pa ga quǝahya pang quan a лa Binga e quajǝagoga B азна uvq gaah! aqvi -gunga Bungiǝapfag av w ar иэлэрили uapan IPC 1 am шиләрәјвад ne B изданиноя ива mein He Banne Rr. 271. Zweites Blatt. Samstag, den 17. November 1906 15. Jahrgang Reserviert. ,, Schließlich nennen Sie mich gar noch einen Betrüger, nicht wahr?!" „ Das nun gerade nicht, aber ich zahle jedem zehn Mark, der mir das Gegenteil beweist!" Gretchens erste Liebe. Humoreske von E. Fischer Markgraff. Bei Amtsrichters war Besuch angekommen. Die jün gere, verheiratete Schwester der Frau Amtsrichter pflegte die großen Ferien in Begleitung ihrer beiden Söhne Franz und Frizz bei den Verwandten zu verbringen, die ein Landhäuschen mit Garten in der Nähe eines kleinen Städtchens ihr eigen nannten. Franz und Fritz benutzten die Gelegenheit, um sich mit dem gleichalterigen Sohn des Hauses nach Herzenslust ausžutoben, machten im Verein mit den Jungen der Nachbar= schaft die ganze Gegend unsicher und verübten so viel Streiche, daß alles aufatmete, wenn die beiden wieder Verlin entgegendampften. Infolge dieses Lebensdranges ihrer Sprößlinge hatte sich unter den Familien ein allgemeines Strafrecht entwickelt, so daß jede der Mütter verhaute, wen sie gerade friegen konnte. Es herrschte in dieser Hinsicht Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Am meisten hatte unter diesen Ferienbesuchen das älteste Töchterchen des Amtsrichters, Gretchen, zu leiden, denn zwischen ihr, ihrem Bruder und den beiden Vettern herrschte eine Feindschaft, die zu Zeiten geradezu beängsti gende Dimensionen annahm. Sie datierte von dem Tage, als Gretchen ihren Eltern, berklatscht" hatte, wer bei Gärt ner Schmidts die Aprikosenspaliere geplündert; von dieser Stunde an mußte sie es spüren, was es heißt, den Haß eines Männerbusens erregt zu haben. Nicht allein, daß ihr auf dem Gartenweg, den sie gewohnt war, zu wandeln, wenn sie französische Vokabeln lernte, Knallerbsen gelegt wurden, sie entdeckte auch eines Abends, als sie, mit einem Gedanken an die Lieblingsheldin ihrer Romane in die Kissen sinken wollte, eine mit Wasser gefüllte Waschschüssel unter dem Bettuche ihres Lagers, so daß sie entsetzt in die Höhe fuhr und mit ihrem Geschrei das ganze Haus alarmierte. Diese Untat hatte eine strenge Untersuchung, und, da der Attentäter nicht gefunden wurde, ein allgemeines fürch terliches Gericht zur Folge, und Gretchen strafte die drei Bengels mit Verachtung. Diese Verwicklungen hinderten jedoch nicht, daß ihre Feindschaft zuweilen durch Anfälle einer vorübergehenden, aber um so heftigeren Freundschaft unterbrochen wurde. Moralische Entrüftung. Die Spazen fliegen um das Haus Und tun gar sehr entrüftet; Die Katze fing sich einen herausEs hat sie nach Fleisch gelüftet. Das Schimpfen gar nicht enden will, Sie weden noch die Schläfer. Doch endlich sind die Spazen still: Es frißt jeder seinen Käfer. Modern. Herr( bei einem Eisenbahnzusammenstoße):" Warum leistet man denn den Verunglückten nicht sofort die nötige Hilfe?" Arbeiter:„ Wir warten nur auf den Photographen!" * Gewohnheitsphrase. Sie( beim Abschied):„ Wirst Du mir auch treu bleiben, May?" Er( Geschäftsreisender):" Ja, wenn ich Zeit hab'!" Gretchen beteiligte sich an größeren Exkursionen in den, Wald, sorgte, da sie allein Zutritt zur mütterlichen Speisetammer hatte, für allerhand Schmackhaftes zum Mitnehmen, ließ sich gnädig herbei, die Squaw irgend eines großen Häuptlings der Apachen oder die gefangene Prinzessin zu spielen. In diesem Jahre waren die beiden Bettern zum Beginn der Ferien ohne die Mutter eingerückt, und schon nach wenigen Stunden tobte der Sturm der Feindschaft zwischen den Parteien ärger als zuvor. Gretchen, die seit Ostern die erste Klasse besuchte, be= wies in diesem Jahre wenig Neigung, den Unternehmungen der Jungen ihre Unterstützung zu leihen, ja sie zeigte unverhohlen, daß sie diese für zu minderwertig hielt, um sich jetzt noch daran zu beteiligen, was zur Folge hatte, daß Bruder Willy und die Vettern ihr blutige Rache schworen. Gretchen war überhaupt in einer unbeschreiblichen Aufregung. In dem Saal der„ Krone" hatte sich seit einer Woche ein Tanzlehrer niedergelassen mit der deutlich ausgesprochenen Absicht, die heranwachsende Jugend des Städtchens in die Lehren der höheren Tanzkunst einzuführen. Auch Gretchen durfte daran teilnehmen. Zu Anfang waren ihr die Uebungen ziemlich langweilig erschienen, aber heute, heute sollte es anders werden, o, über die Wonne!" Heute abend war die erste Stunde mit„ Herren". Gretchen war, wie gesagt, in einer unbeschreiblichen Erregung. Er war Primaner, hieß Guido mit Vornamen, gebrauchte mit Vorliebe Kraftausdrücke wie„ kannibalisch", ,, höllisch" usw., trug hellblaue Kravatten mit genial flatternden Enden und tastete mit den Fingern auf der Oberlippe herum, als wenn dort ein Schnurrbart stände, und Er nahm nach seiner eigenen Aussage an der Tanzstunde teil, nicht, daß man etwa nicht tanzen könnte, aber es ist doch' ne Abwechselung in der öden Langeweile dieses Nestes", ein Ausspruch, der dem Backfischchen ungemein imponierte. Und gestern nun hatte er seine Aufwartung gemacht! Da der Vater auf dem Gericht und die Frau Amtsrichter ausgegangen war, un: Besorgungen zu machen, hatte Gretchen ihn allein empfangen müssen. Sie genierte sich zwar ungemein, als er in den hellen Glacees, mit genial nach= lässiger Ueberlegenheit, in den Salon trat, doch sie bezwang sich und deutete befangen auf einen der Armsessel zur Seite des Tisches, sich selbst in dem zweiten niederlassend. Und da geschah etwas Unerhörtes. Aus einer unaufgeflärten Ursache begann der Sessel sich langsam nach hinten zu senken, und trotzdem sie erschrocken um sich griff, hörte er doch nicht eher damit auf, bis die Lehne dem Erdboden gleich war. Dem jungen Mädchen stockte das Wort in der Kehle vor Entsetzen, zumal es ihr war, als hörte sie leises Ge= ficher vor der Zimmertür, und da war Er schon herzugesprungen und hatte sie ritterlich aus ihrer furchtbaren Lage befreit. Das hatte ihm ihr ganzes Herz gewonnen und sie zitterte in Erwartung des heutigen Abends, und nicht um sonst; denn so wie der Tanzlehrer rief:" Bitte zu enga gieren!" stürzte er auf sie zu, und tanzte vorzugsweise mit ihr, so daß sie den Triumph des Abends davontrug. Die Tanzstunden nahmen ihren Verlauf zum Entzücken der höheren Töchter, und eines Tages, als Gretchen mit Guido sich im Bostonwalzer wiegte, geschah das Unerhörte, daß sie einen Zettel in der Hand behielt. Sowie der Tanz zu Ende, stürzte sie in die Garderobe, um die Worte glühendster Verehrung zu lesen, mit denen Guido seine Angebetete überschüttete und sie zugleich bat, ihm im hinteren Teile des Gartens beim Schimmer der Sterne ein Stelldichein zu gewähren und ihn ihrer Gegenliebe zu versichern. " Es war in der neunten Stunde des nächsten Abends, als Willy Vetter Franz am Rockschoß packte, der gerade im Begriff war, sich durch das schmale Fenster der Obstkammer zu zwängen, und ihn mit schnellem Ruck zur Erde niederzwang. Franz wandte sich wütend um. Was willste denn? Kommt wer?" In seinen Augen die einzige Entschuldigung für solche Freveltat. Der Vetter packte seinen Arm und legte ihm die Hand auf den Mund:" St! Stille biste! Komm mal mit, aber leise, sag' ich Dir!" „ Na, aber, sag' mir doch " ,, Kannste denn nich stille sein, altes Kamel?" flang es im erbosten Flüsterton zurück, mitkommen, sag' ich." Er kroch durch ein Loch im Gartenzaun und Franz, der wohl merkte, daß etwas besonderes im Werke war, folgte. Auf den Knieen krochen sie durch die Gebüsche, Willy immer voran. Plötzlich gab er mit einem leisen Puff das Zeichen zum Stillehalten. lich?" „ Siehste was?" flüsterte er. ,, Herrgott, das is ja- " „ Sei doch still, natürlich die Grete is es. ,, Und füssen tun sie sich; wodrauf steht sie denn eigentDilemma. Assistent: Nun geht mein Direktor vier Wochen auf Urlaub, dann reist meine Frau weg und zuletzt kommt mein Urlaub. Jezt weiß ich nicht, worauf ich mich am meisten freuen soll?" ** Im Restaurant. Professor der Ethik: „ Sie, Kellner, dieses Huhn ist nicht gut, das heißt, vom moralischem Standpunkt aus kann es gut gewesen sein, aber zum Essen nicht!" * Gar zu heikel. ,, Kellnärr!" ,, Ew. Gnaden wünschen?" Für mich frisch anstechen!" „ Aber Ew. Gnaden, es ist ja eben erst frisch angestochen worden!" " Aeh, macht nischt, will mit Kerl neben mir nicht aus einem Fasse trinken!" „ Na, auf der Teertonne, womit der Bretterzaun ge= schmiert werden soll." Im Frühling dieses Jahres hatte der Amtsrichter eine Tonne Teer tommen lassen, um die Planken des Bretterzaunes, der seinen und des Doktors Garten trennte, widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit zu machen, doch war es bei diesem löblichen Vorsatz geblieben und der Inhalt der Tonne befand sich noch im Zustand unberührter Frische und war infolge ihres Standortes, der vom Morgen bis zum Abend dem glühenden Sonnenbrande ausgesetzt war, von einer Konsistenz, die an einen etwas dicklichen Mehlbrei erinnerte. Da auf des Doktors Seite sich ein ziemlich hochgelege= ner Pavillon befand, hatte Gretchen diesen erhöhten Stand punkt gewählt, um dem Geliebten näher zu sein. Adieu, mein Liebchen," scholl es jetzt zu den beiden Lauschenden herunter, also auf morgen abend!" Noch ein Kuß, und das Backfischchen schwang sich von ihrem luftigen Platz und eilte leichten Schrittes an den ihr grinsend Nachblickenden vorüber. Als sie die Gartenpforte flappen hörten, trochen die beiden Schlingel aus ihrem Versteck hervor:„ Weißt Du was, Franz," sagte Willy halblaut, nu weiß ich was, hör' mal zu," und er zog ihn mit sich fort, indem er ihm etwas vorzustellen schien. Plötzlich riz Franz sich los und stieß ein brüllendes Ge lächter aus." Famos, famos!" schrie er. Am Spätnachmittag des folgenden Tages ertönte aus der Gegend des Bretterzaunes ein eigentümlich knirschendes, quietschendes Geräusch und bald darauf sah man Willy und Franz mit scheuer Geschwindigkeit den Garten verlassen. Schon lange vor der festgesetzten Stunde hatte es Guido an den Ort des Stelldicheins getrieben. Er ging unruhig hin und her, sah wiederholt nach der Uhr und sang mit schmelzender Stimme:" Sei Du mein Lieb, ich steh' allein, allein in dieser weiten Welt", was nur insofern nicht stimmte, als er noch sieben Geschwister sein eigen nannte. Endlich, der Mond begann über den Bergen heraufzu steigen, ertönte ein leichter Schritt, und Gretchen erklomm den Ort des Stelldicheins. " Entzückt sprang er hinzu und breitete die Arme aus. ,, Geliebte doch er griff in ein Nichts, ein Krach, ein Splittern, ein gellender Schrei, und Gretchen versant vor seinen Augen in das Dunkel menschlicher Tücke und Hinterlist. Als die Frau Amtsrichter eine Viertelstunde später in den Hausflur hinaustrat, fuhr sie erschrocken zurück. 321 Pantoffelbeld vor dem Gericht. „ Sie müssen aber doch irgend etwas zu Ihrer Verteidigung vorzubringen haben?!" ,, Ach Gott, Herr Richter, das hat mir meine Frau längst abgewöhnt!" SPREDEF 33. täglich) fei De ע ' E bi sch de fel S S A D In der Leipzig Sobe von ungei Pigetreue Beamte, Beziehungen Spefulationsge bon der ne per Stad weil der geschädigte Scheinverträgen je möglich gewejen. entflober. Unnitte ja eine große P fein wollen me Verhältnisse b riebens jei seit la daften möglich gemeibt erfahren über feir Bergisch- Märti treuungen durch Dem unrechtmä en angeführten Was ist ein betreiben. mit dem wird man fich ang eben doch in ein Geschäftshandlunge bei der Vielfält gewissen und stru Scheingeschäfte unjauberen Machin aoifchen zwei Perfo Benn z. B. ein S Personen zum Sche entziehen und über Bahrheit das Ka Edheingeschäft bor fann angefochten teht auch ein emand zum Schei läßt, während er Borlommendes huldet. Der war: Bird dur $ 11 geichäft berdedt, འགམས་ geltenden Vorschri it etwas schwer Glauerung ein geich fande fommender werden derartige Echwierigkeiten oder gehen. Wenn aljo Stontrage mi o niedrigen Ra biel wie eine& bei weitem nid flossen, um a hei Scheingefchäfte Edheingefchäft i Betrug. Leider gelin Ameifel ift es ei träge zur Ren mit allen verfüg pulationen im Mr. 10. Es ist ei baben einen in H C Stets Speisek Feluste Sa 192625 ft ft 9448 HEADRESTHE Π.Π 23 δι el O BARRER fe 任 se W T L 1 er ht 81 0 9 Im Gesinde- Bureau. Flange " Zwölf Zeugnisse haben Sie da, und keins über längere Zeit als vier Wochen?" Ja, kann ich denn dafür, daß die Herrschaften keine Ausdauer haben?" ** Makvoll. Richter:" Angeklagter, wie kamen Sie denn dazu, beide Herren durchzuprügeln, da Sie doch nur mit einem derselben im Streit waren?" Angeklagter:" Na, wissens, Herr Richter, für einen wären die Schläg a bissel reichlich gewesen." stand vor ihr, von Ein fohlschwarzes, heulendes Etwas dem sich lange, schwarze Fäden bis zum Erdboden hinabreckten und dort schwarze, flebrige Lachen bildeten. Noch erstaunter wurde sie, als sie und der hinzutretende Gatte ihr hoffnungsvolles Töchterchen in dieser unförmlichen Masse erkannten, und die Mutter gab ihrer Entrüstung, als sie den Tatbestand durch ein paar Fragen erfuhr, sogleich durch einige kräftige Ohrfeigen Ausdruck, die auf die klebri gen Wangen ihrer Aeltesten niederfuhren. Nachdem Gretchen in den Zustand einer halbwegen Reinlichkeit versetzt worden war, begab sich der Vater in den Garten, um den Tatbestand am Ort des Unglücks aufzu nehmen, wobei ihm ein zersägtes und gelockertes Brett auffiel, das er mit juristischem Scharfsinn sogleich auf seine Ursachen zurückführte, und das im Laufe des Abends zu einem fürchterlichen Unwetter Veranlassung gab, das sich über den Häuptern der schuldigen Jungen entlud. Mit dem Besuch der Tanzstunde hatte es ein Ende, da die Eltern Gretchen noch nicht reif für solche Vergnügungen fanden, ein Urteil, dessen himmelschreiende ungerechtigkeit eine heiße Empörung im Herzen der Tochter wachrief. Franz und Fritz wurden am nächsten Tage nach Berlin zurückspediert, und auch Guido verschwand, auf einen Besuch des Amtsrichters hin, noch vor Schluß der Ferien vom Schauplatz seiner Taten. Gretchen befand sich für die nächste Zeit in einem Zustand tiefster Trostlosigkeit. Sie aß wenig, las nur traurige Geschichten und wurde vom Selbstmord allein dadurch abgehalten, daß sie sich nicht klar darüber werden konnte, welche Todesart die reizvollste und romantischste sei, und als nach Ablauf von vierzehn Tagen im Institut ein„ entzückender" Zeichenlehrer auftauchte, für den alle schwärmten, da hielt sie es für angemessen, der bösen Welt ihre beglückende Gegenwart vorläufig noch nicht zu entziehen, und tröstete sich langsam aber sicher über diesen Mißerfolg ihrer ersten Liebe. Vorsichtig. „ Herr Assessor, Sie sind in meinen Augen ein, ein... sagen Sie mal, ist Schweinehund eine Beleidigung?" * Gerechte Entrüftung. Mieter( in der Dachwohnung):" Sehen Sie mal, Herr Wirt, wie's hier durchregnet!" ,, Na, haben Sie denn nicht mal einen Regenschirm?" Seifenblasen Humoristische Seitungsbeilage. Akustische**** * Täuschung. ( Nachdruck verboten.) Sonne meines Lebens ohne Dich könnte ich nicht Leben el Frau( nach 5 Jahren): Hier Männchen, eine Ueberraschung! Als Du um mich warbst, hatte ich heimlich Deine Liebeserklärung vom Phonographen aufnehmen lassen. Höre mal, wie lieb Du warst!" Mann:„ Was, so einen Blödsinn soll ich geredet haben? Aufhören! Aufhören!!" Am Hochzeitstage. br str ge bu ge sto Fe Druck und Berlag: vieue Berliner Berlags- Anstalt, lug. Krebs, Charlottenburg bei Berlin, Berlinerstr. 40. Berantwortlich für die Redaktion der Neuen Berliner Berlags- Anstalt. Aug. Krebs. Charlottenburg: C. Schul, Charlottenburg, Guerideßtr. 37. brickte, wo ein Horn herauszuwachſen ſchien in be Hausfreund des Herrn Registrators, Gymnasiallehrer Dofter ortsegung folgt.) Fein abgewogen. " Werden Sie die Meine, Fräulein Hilde, und machen Sie mich glücklich!" „ Aber Herr Doktor, ich möchte doch auch glücklich werden!" * Einer nach dem andern. ,, Melden Sie mich dem Herrn Rechtsanwalt." ,, Bedaure, es ist schon ein Einbrecher drin!" Fremder: Sie haben auch Industrie im Dorfe? Ich höre doch einen Dampfhammer arbeiten?" Einheimischer:" I wo, das sind die Bauern im Wirtshause beim Statspielen." weges auf uno jezte tym, aut 20 yards eine Kugel dahin, wo, wie ich nach dem Anfaz des Rüffels annahm, das Gehirn fizen mußte. Mit Sicherheit dachte ich, thn fallen zu sehen, es tommt der Saynee uno dect es 31;- Wer nur das End' erwarte utag, Der findet seinen Ruhetag. 1900. liefert Gießen, J. Ha