Nr. 218 balton u.Baupterbebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluß Kr. 362. Montag, pen 17. September 1906 Gießener 15. Jahrgang 3 Gratiabellagen: Oberbeffifche Familienzeitung und vie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Bestellungen auf vorliegende Tageszeitung für das letzte Quartal 1906 werden von allen Postämtern, bei unseren Trägern und in unserer Geschäftsstelle entgegengenommen. Reicher Text. Gute Information. Ausgezeichnetes Familienblatt für alle Kreise. Wohnungsnot oder Wohnnot. Kr. Augsburg, 15. September. Ausländer, die aus England oder aus irgend einem anderen Land mit großen Industriestädten nach Deutschland tommen, wissen nicht genug zu rühmen, wie sauber in Deutschland auch die Industriestädte sind, wie schnell sie sich ausdehnen und wie gut selbst kleine Ein- und Zweizimmers Wohnungen ausgestattet werden. In der Tat fehlt es bet uns im allgemeinen auch nicht an guten, gefunden Wohnungen, aber sie stehen sehr häufig leer, weil sie verhältnismäßig teuer find. Und in anderen versuchen die eigentlichen Mieter durch Abvermieten den hohen Mietspreis herauszuschlagen und noch zu verdienen. Wenn man genau hinsieht, so kommt man sehr schnell zu dem Ergebnis: Es gibt bei uns keine Wohnungsnot, wohl aber eine Wohnnot. An Wohnungen fehlt's nicht, aber noch allzu wenigen Menschen ist es Bedürfnis, sich ihr Heim wohnlich zu gestalten. Hier Abhülfe zu schaffen, haben sich nicht nur Stadtverwaltungen, Mietervereine und Baugenossenschaften zur Aufgabe gemacht, das Reich selbst stellt jährlich nicht weniger als 5 Millionen Mark zur Beschaffung billigen Baugeldes und damit zur Herstellung gesunder, preiswerter kleiner Wohnungen zur Verfügung. Die Nachteile des engen Zusammenwohnens in gesundheitsgefährdenden Wohnungen famen in sehr interessanten Erörterungen jetzt auch in der Schlußsizung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege zur Besprechung. Eine große Zahl von Forderungen wurde dabei aufgestellt, auf deren Durchführung die Behörden achten sollten. Menschenunwürdig ist es, wenn in einem einzigen Raum mehrere Familien und viele Personen verschiedenen Geschlechtes und Alters zusammengepfercht wohnen, unwürdig und im höchsten Grade ungesund! Aber der Kampf um das Dasein läßt hierin kaum eine Besserung erhoffen, wenn nicht die Behörden dagegen einschreiten. Jedermann weiß, daß neue, noch feuchte Wohnungen gesundheitsschädlich find. Trotzdem werden kaum fertige Häuser, in denen die Handwerker noch arbeiten, gern bezogen. Es gibt genug ,, Trockenwohner", die bewußt ihre Gesundheit gefährden, um in diesen Neubauten die Miete zu paren oft nur, um das ersparte Geld für Vergnügungen und überflüssige Ausgaben zu verwenden. Und dann das Schlafgängerunwesen. Fremden werden die halbwegs benutzBaren Räume vermietet, während die Vermieter selbst mit ihrer oft zahlreichen Familie in dunklen, luftleeren Verschlägen, in Küchen und fensterlosen Kammern schlafen und wohnen. Die Mindestforderungen des Vereins für öffentliche Gesunds heitspflege in die Praxis umzusetzen, soweit es sich um bes ehende Wohnungen handelt, haben sich in vielen Städten schon Wohnungsinspektionen zur Aufgabe gestellt, die heilsam wirken und unterstützt von den Organen der Bau- und Gesundheitspolizei mit bestem Erfolg an der Ausrottung der gesundheitlichen und sittlichen Mängel an Großstadtwohnungen arbeiten. - In letzter Linie wird dieser Kampf gegen die Wohnnot der Schule und den Frauen überlaufen werden müssen. damit das Bedürfnis allein( d. h. nicht mit Fremden zusammen), gesund und sauber in licht- und luftreichen Wohnungen zu wohnen, allgemein stärker empfunden wird. Die ungesunden noch Moder und Staub riechenden Keller- und Dachwohnungen, die dunklen Massenquartiere und Mietsfasernen werden dann bon selbst verschwinden. Die Erziehung zu höheren Ansprüchen in der Wohnungsfrage ist auf dem Lande, wo oft ganz großstädtische" Wohnungsverhältnisse bestehen, übrigens das einzige Mittel, Besserungen zu erzielen, da es hier der Ortsbehörde meist unmöglich sein wird, z. B. gegen die Anlage von Wohnräumen über oder neben Düngerhaufen oder Stallungen vorzugehen. Belehrung und Ueberzeugung wird auf die Dauer wirksamer sein als alle Maßregeln und Vorschriften der Behörden gegen die Wohnungsnot. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Die mehrfach verbreiteten Gerüchte über einen geplanten anarchistischen Anschlag auf Kaiser Wilhelm während seiner Anwesenheit in Breslau beruhen auf Erfindung. Seit Monaten ist die Polizei einem anarchistischen Geheimkonventikel auf der Spur, in dem Gelder gesammelt und Anarchistenblätter gelesen wurden. Kürzlich hat man vier daran teilnehmende Ausländer ermittelt, deren Festnahme alsbald in der üblichen Weise widerstandslos erfolgte. Drei davon werden ausgewiesen, einer ist wieder freigelassen worden. Mit dem Kaiserbesuch hat die Angelegenheiit nichts zu tun. Auch die Nachrichten von Anarchisten- Verhaftungen in Karlsruhe beruhen auf Hirngespinsten. * Zur Beschlußfassung über die Thronfolge in Braunschweig hat der Regentschaftsrat für das Herzogtum die braunschweigische Landesversammlung auf Freitag, den 21. September zu einer außerordentlichen Tagung einberufen. * Verschiedene Personalveränderungen im Kolonial- Dienste werden amtlich bekanntgegeben. Dem bisherigen Chef des Oberkommandos der Schutztruppen Oberst Ohnesorg ist der Abschied mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform bewilligt worden. Sein bisheriger Stellvertreter, der Oberstleutnant Quade, ist als Chef des Stabes beim Oberkommando der Schutztruppen angestellt worden.- Geh. Legationsrat von König wird nicht mehr in der Kolonialabteilung tätig sein. Bis zum 1. Oktober ist er noch beurlaubt, für später ist anderweite dienstliche Verwendung in Aussicht genommen. Ob und inwieweit diese Verschiebungen mit den Kolonialmißhelligkeiten zusammenhängen, muß dahingestellt bleiben. - Rufsland. ** Stolypin hat eine aussehenerregende Maßnahme getroffen. Der Partei der Volksfreiheit( Kadettenpartei) und dem Verband vom 30. Oftober ist die behördliche Genehmigung aus formalen Gründen versagt worden. Die genannten beiden Parteien gelten also fortan als ungesetzliche Verbindungen und sind infolgedessen vor die Wahl gestellt, ihre Auflösung zu beschließen oder ihre Auflösung durch die Behörden abzuwarten. ** Die Petersburger Waggonfabrik ist, wahrscheinlich infolge Brandstiftung, niedergebrannt, 4000 Arbeiter sind arbeitslos. Dem Brande sind 18 Personen zum Opfer gefallen. Die Arbeiter verloren ihre ganze Habe. Der Schaden beträgt 10 Millionen Mark. Das Gebäude war versichert. ** Der neuernannte Generalgouverneur von Siedlce hat einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, in dem er die vorge= tommenen Gewalttaten bedauert und sich gegen die politischverbrecherische Propaganda wendet. Er fordert die Bürger zu gemeinsamer, einmütiger Arbeit und zur Beruhigung des aufgewühlten Lebens auf, damit das bisher so friedliche und arbeitsame Siedlce nicht länger einem bewachten Gefängnisse oder einer feindlichen Position gleiche. Amerika. ** Die Wahrscheinlichkeit, daß Amerika zur Unterdrückung des Aufstandes auf Kuba intervenieren wird, wächst. Präsident Roosevelt hat an den kubanischen Gesandten in Washington ein nachdrückliches Schreiben gerichtet, in welchem er erflärt, die Vereinigten Staaten würden intervenieren, wenn Kuba nicht die zur Selbstverwaltung erforderliche Selbstbeherrschung an den Tag lege, oder wenn die sich bekämpfenden Parteien das Land in Anarchie stürzen würden. Weitere vier Kreuzer werden von Amerika schleunigst friegsbereit gemacht. Kriegssekretär Taft und Unterstaatssekretär Bacon begaben sich nach Havanna, um mit der kubanischen Regierung Mittel zur Beruhigung des Landes zu beraten. Präsident Palma ordnete einstweilen die Vermehrung der Miliz auf 10 000 und der Artillerie auf 2000 Mann an. Kleine politifche Nachrichten. Berkin, 16. Sept. Aus Anlaß des Ablebens des Prinzen Albrecht von Hohenzollern, der im Heere den Rang eines Feldmarschalls bekleidete, hat der Kaiser eine allgemeine Armeetrauer von 14 Tagen angeordnet. Bei den Regimentern, zu denen der Verstorbene in besonderen Beziehungen stand, währt diese Trauer drei Wochen. Dresden, 15. September. Der Kaiser hat in einem Handschreiben dem König von Sachsen seinen Dank und Ana erkennung für die vorzügliche Haltung der sächsischen Truppen im Manöver ausgesprochen. Canea, 16. September. Der bisherige Oberstkommandierende der internationalen Truppen, der italienische Oberst Benedetti, ist am 1. September nach Italien zurückgekehrt. Jetzt hat der rangälteste Offizier, der französische Oberst Lulansti, das Kommando der internationalen Truppen in Canea übers nonimen. Tokio, 16. September. Die Japaner beabsichtigen, in Petersburg und in Deutschland Handelsmuseen einzurichten und gewerbliche Ausstellungen zu veranstalten. Newyork, 16. September. Das Bundeskreisgericht von San Franzisko verurteilte die transatlantische Feuer- Versicherungsgesellschaft in Hamburg im ersten Prozeß zur Bahlung der vollen Versicherungssumme. Weitere Prozesse folgen. Dof und Gesellschaft. Der Einzug des badischen Großherzog paares in Karlsruhe fand in feierlicher Weise statt. Die Stadt war festlich geschmückt. Die Feierlichkeiten zum goldenen Regierungsjubiläum und zur goldenen Hochzeit werden die ganze Woche in Anspruch nehmen. Der Sultan hat zur Ueberbringung seiner Glückwünsche an den Großherzog von Baden eine Spezialgesandtschaft mit dem Divisionsgeneral Rami Pascha an der Spize, betraut. - *** In der zweiten Hälfte dieses Monats wird Königin Wilhelmine von Holland mit ihrem Gemahl einen mehrwöchigen Aufenthalt in der Schweiz nehmen. Von dort begibt die Königin sich nach Dresden, um sich von einem Dresdner Gynäkologen behandeln zu lassen. Wie es in Warschau zugebt. gr. Warschau, im September. Das Leben in unserer Stadt, der alten Metropole RussischPolens, ist durch die andauernden revolutionären Unruhen fast unerträglich geworden. Die Sicherheit des Eigentums und des Lebens ist von den revolutionären Komitees, von dem unter dieser Flagge auf eigene Faust raubenden Diebesgesindel und endlich von der brutalen Mehrheit der Soldateska bedroht. In eleganter Toilette dürfen sich Damen nicht mehr auf der Straße zeigen, wenn sie sich nicht der Gefahr aussetzen wollen, gröblich insultiert und beleidigt zu werden. Trägt ein Herr einen Spazierſtock, der durch seinen Griff halbwegs einen Wert besitzt, so wird er ihm auf der Straße einfach weggenommen. Dies ist einem Herrn viermal nacheinander passiert, bis er sich entschloß, mit einem einfachen Knüppel zu gehen. Vermögende Leute haben das Halten eigener Wagen aufgegeben, weil sie bei jeder Ausfahrt beschimpft und ihnen die Wagenfenster und die Laternen eingeschlagen wurden. Jedermann muß mit einer Legitimation versehen sein, deren Vorzeigung von der Polizei und dem Militär willkürlich auf der Straße gefordert wird. Oft schützt aber auch die Legitimation nicht: man wird in roher Weise zum nächsten Kommissar und Postenkommandanten geführt, wo die Dauer der Festhaltung gewöhnlich von der Höhe des Bestechungsgeldes abhängt. Durchziehen die Kosaten die Straßen, so flüchtet alles in die Haustore, weil niemand auch wehrlose Frauen nicht vor Knutenhieben sicher ist. Sendlinge der revolutionären Komitees oder Raubgesindel dringen aber auch in die Wohnungen ein und verlangen unter Vorhalten von Revolvern Geld oder Lebensmittel. Manche Hausfrau läßt sich allerdings durch solche Drohungen nicht einschüchtern und weiß die Eindringlinge entschieden abzuweisen. Die geselligen Vergnügungen, mit Ausnahme des Klublebens der Herren, haben vollständig aufgehört. Auch an den Theaterbesuch fönnen sich Gefahren tnüpfen. Zwei Damen sahen, als sie die Vorstellung verließen, zwei Herren im Gespräche stehen; einem Wache haltenden Soldaten schien das Gespräch verdächtig vorzukommen; er brachte sein Gewehr in Anschlag und schoß einen der Herren nieder. Die Polizei verhält sich diesen anarchistischen Zuständen gegenüber fast vollständig passiv und sucht Begegnungen mit den Revolutio nären und dem Raubgesindel nach Möglichkeit auszuweichen. Dies hindert nicht, daß sie friedliebende Bürger in jeder Weise schifaniert. Will man ihren Schikanen entgehen, so muß man den Polizeikommissar des Distrikts durch eine monatliche Gratifikation von 25 Rubeln bestechen. Ein Beamter, der ein Gehalt von höchstens 3000 Rubeln hat, fann mit den Bestechungsgeldern bis auf 25 000 Rubel im Jahre zu stehen kommen. Auch in den Schulen erscheint die Bestechung unerläßlich. Ein Gymnasiast fann noch so gute Fortschritte aufweisen, er steigt nur dann in eine höhere Klasse auf, wenn der Schulinspektor, der Direktor und die Professoren bestochen werden. Die Korruption erstreckt sich bis in die höchsten Kreise. Selbst Gouverneure sind durch Geschenke an ihre Frau oder Freundin zu erkaufen. Bei derartigen Verhältnissen kann es nicht wunder nehmen, wenn mancher an der Zukunft verzweifelt 31 11 Höchstes Ziel. Pastor laffen. 11aditräglich in ein frühes Grab Berman foll nachdem er den Feldzug gliicklich iiberstanden, noch sprechen. Er beginnt die erste Rede mit den Worten: einer Großmutter und an dem eines jungen Soldaten ,, So hat denn, geliebte Freunde, der Verstorbene, Uur nicht verblüffen an einem Tage am Grabe eine 3bec für " Ich hab's eine mögliche mögliche fung.affen wollte, tam ihm Lofung 2 Ja.— Das ist die einzige Silfel" schen Villa begab, wurde er mit großer Wärme empfangen. Als sich Kaufauichoff um zwei Uhr nach der SwitschoffBlicher Stöter, schöpf!" mit Tränen in den Augen. Suleine, wie diese hier, sind mir ein venel. Ben verhält sich die Sache anders. Auf dem Lande habe ich Sie haben Hunde nicht gern?" fragte die alte Dame Bei gro Dinseve, immer ist er mir im wege, bas unausteline Sub und im Auslande erträglichere Lebensbedingungen sucht. Die Auswanderung hat eine nie gefannte Höhe erreicht Pässe find zu haben, sobald genügend Bestechungsgelder aufgewendet werden. Die Straßenkrawalle vor Gericht. § Breslau, 16. September Vor der ersten Straffammer des hiesigen Landgerichts beginnen morgen die auf eine Woche berechneten Verhandlungen gegen eine Anzahl Teilnehmer an den viel bes prochenen Breslauer April- Krawallen, die namentlich durch bie abgehackte Hand des Arbeiters Biewald eine überaus sensationelle Färbung erhalten haben. Die Vorgänge am 19. April. Wie erinnerlich, bildete der Streif in einer Waggonfabril ben Anlaß zu den Krawallen. Gegen Mittag des 19. April hatten die aufgestellten Streitposten eine große Anzahl Neugieriger angelockt, unter denen sich eine Anzahl halbwüchsiger Radaumacher unliebsam bemerkbar machten. Gegen 53/4 Uhr nachmittags zogen dann von allen Seiten große Haufen Männer, Frauen und Kinder, besonders aber auch der bei feinem Nadau fehlende Janhagel nach dem Striegauer Plaz, wo nur ein Polizeifommissar mit wenigen Beamten Posten stand. In dem Augenblick, als die Arbeitswilligen die Waggonfabrik verließen, begann sofort ein ohrenbetäubender Lärm. Mit aller Gewalt wurde versucht, auf die Arbeits: willigen einzudringen. Die wenigen Beamten waren der Menge † Von der Herzogin von Connaught überfahren. Auf einer Automobilfahrt von Bagshot nach London hatte die Herzogin von Connaught das Unglüd, einen Knaben zu über: fahren und ihn lebensgefährlich zu verlegen. Den Chauffeur der Herzogin trifft keine Schuld. Der Knabe hatte sich an einen fahrenden Wagen gehängt( die alte Unfitte!), war dann plötzlich abgesprungen und vor das Automobil gelaufen. Die Herzogin ließ sofort anhalten, den Knaben in ihren Wagen tragen und fuhr so schnell wie möglich nach dem Hospital. Erst nach längerer Zeit, als man ihr verficherte, daß der Knabe voraussichtlich nicht sterben werde, sezte sie ihre Fahrt nach London fort. gegenüber, die nach ungefährer Schäzung 4000 Menschen betrug, vollständig machtlos, sodaß telephonisch polizeiliche Hilfe herbeigerufen werden mußte. Die Schußmannschaft und die Kommissare sammelten sich unter dem Kommando des Polizeiinspektors Püschel. Bald traf auch der Kommandeur der Schuhmannschaft, Hauptmann Roll, ein und wiederholt wurde die aufgeregte Menge auf gefordert auseinanderzugehen. Jedoch nur Schreien und Johlen war die Antwort. Als schließlich noch Stühle, Flaschen, Töpfe, Kohlenstücke usw. gegen die Beamten ge: worfen wurden, gingen diese mit der blanken Waffe vor. Die berittenen Mannschaften stürmten von allen Seiten gegen die Menge vor, wobei auf beiden Seiten schwere Verlegungen vorkamen. Gegen 6 Uhr bemerkte Polizeifommissar Schmidt einen Trapp von etwa 500 Mann, der johlend und alles stürmend, die Friedrich- Wilhelmstraße entlang kam. Es gelang, den Haufen aufzuhalten und nach dem Plaze zurückzudrängen. An der Ecke Leuthenstraße befanden sich mehrere Beamte in schwerer Gefahr, wurden aber von den vorrückenden Beamten durch einen energischen Angriff befreit. Nunmehr wurde der Befehl ausgegeben, sämtliche Läden und Restaurationen zu schließen. Als von allen Seiten von den Dächern und aus den Fenstern alle nur möglichen Gegenstände geworfen wurden und die Menge Freiheitslieder sang und Revolution" rief, aber feine Miene machte, auch nur einen Schritt zurückzuweichen, zog der Kommissar seine Mannschaften, von denen bereits mehrere bluteten, zusammen in eine ge= schlossene Linie und gab den Befehl, keine Verhaftung vor: zunehmen, damit eine Zersplitterung der Kräfte vermieden werde. Jetzt wurde aber ganz energisch vorgegangen, und in furzer Zeit waren die umliegenden Straßen frei. Einen ähnlich schweren Stand hatten die Kommissare Mittmann und John, die mit ihren Beamten an der Berliner Chaussee postiert waren. Wiederholt wurden aus der Menge Kanonenschläge gegen die Beamten geworfen, so daß sie sich schließlich genötigt sahen, mit Hilfe der Berittenen unter Führung des Kommissars Meißner scharf vorzugehen. Ein Haufe wurde durch die Beamten des Knmmissars Mittmann nach der Schweizerstraße abgeschoben. Als sich hier die Zu sammenrottungen wiederholten und Kommissar Mittmann von einer mit äßender Flüssigkeit gefüllten Flasche getroffen wurde, gab er einige Schreckschüsse ab, worauf die Menge auseinanderstob. Einer der Tumultuanten hatte bereits vorher ebenfalls geschossen und die Kugel war zwischen den beiden Kommissaren John und Mittmann auf das Straßenpflaster aufgeprallt. † Von Schweinen totgebissen. In Oberndorf bei Brud fand eine Bäuerin ihr sechsjähriges Pflegefind im Schweines stall blutüberströmt auf dem Boden und von den Schweinen zerfleischt. Die sonst gutmütigen Schweine waren durch das Geschrei eines tranfen Schweines wütend geworden und hatten das Kind, als es zum Stalle fam, zu Boden gerissen. Einige Stunden nachher ist das Mädchen unter fürchterlichen Schmerzen gestorben. Von den Verletzungen war keine lebensgefährlich. Am schwersten hatte der Bierfüller Karl Biewald gelitten, dem in dem Flur eines Hauses auf der Flucht von einem hinterher eilenden Schutzmanne die rechte Hand abgeschlagen wurde. In die Voruntersuchung war zunächst auch Biewald verwickelt, doch wurde gegen ihn wie gegen 60 weitere Angeschuldigte schließlich das Verfahren eingestellt, so daß sich morgen nur eine kleine Anzahl Ruhestörer zu verantworten hat, und zwar wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Erregung ruhestörenden Lärms und ähnlicher Delikte. Nur einer der Tumultuanten ist vor das Schwurgericht verwiesen worden. Nah und Fern. Bunte Tages- Chronik. Dresden, 16. September. Infolge Besserung des WasserStandes haben die Elbschiffahrtsgesellschaften heute den regels mäßigen Betrieb wieder aufgenommen. Der langjährige Haida i. Böhmen, 15. September. Totengräber im Dorfe Pihl erhängte sich, nachdem er sich selbst das Grab gegraben hatte. Mailand, 15. September. In Gegenwart des Königs und der Königin ist heute der neue Pavillon für dekorative Kunst, der an Stelle des abgebrannten errichtet ist, eröffnet worden. Kunst und Wiffenfchaft. EL. Deutscher Naturforscher- und Aerztetag. In der schwäbischen Residenz, im zwischen Weinbergen schön gelegenen Stuttgart, ist zum 78. Mal der von tausenden deutscher und österreichischer Gelehrten besuchte Deutsche Naturforscher: und Aerztetag zusammengetreten. Die wissenschaftliche Be deutung dieser Versammlung erhellt schon äußerlich daraus, daß in nicht weniger als 31 Abteilungen das reiche Beratungs material erledigt werden muß. Das Hauptinteresse der diesjährigen Tagung wird dem Vortrag des Münchener Professors Lipps Naturwissenschaft und Weltanschauung" entgegengebracht. In den Abteilungssigungen wird u. a. Graf Zeppelin über motorische Luftschiffahrt sprechen. Insgesamt stehen über 400 Vorträge auf der Tagesordnung der 31 Abteilungsfizungen, für die 5 Tage vorgesehen sind. † Ein falscher Marineoffizier. Aus Potsdam verschwunden ist nach Verübung zahlreicher Schwindeleien der angebliche frühere Marineoffizier Egon von Radingen. Er hat dort vor adeligen Damen Darlehen erschwindelt unter der Angabe, das er verabschiedet sei, und sich mit seinen Angehörigen über: worfen habe. Er beabsichtige indessen, sich mit seinem Vater, dem Rittergutsbesitzer General a. D. Egon von Radingen au Schloß Lindenhof bei Trier, wieder auszuföhnen, wozu ihm aber das nötige Reisegeld fehle. Es wird vermutet, daß der geriebene Hochstapler, nachdem ihm der Boden in Potsdam zu heiß geworden, sich nach einer andern Stadt gewandt hat, um seine Schwindeleien dort fortzusetzen. ZN. Ein neues lenkbares Luftschiff. Nachdem sich die Heeresleitungen Frankreichs und Deutschlands besonders eifrig nach einem brauchbaren Luftschiff umsehen, hört man häufiger als früher auch infolge technischer Errungenschaften von Plänen zu lenkbaren Luftschiffen. Jezt glaubt in Metz ein Bürger das Problem der völligen Lenkbarkeit gelöst zu haben. Zeichnungen und Beschreibungen sind fertig. Es fehlt ihm nur das Kapital zum Bau des Luftschiffes, das ganz aus Aluminium hergestellt werden und Meteor" heißer foll. † Alter schützt vor Torheit nicht. In Schönefeld wurde gestern die 48jährige Schlosserswitwe Helene Knorr und der bei ihr in Schlafstelle wohnende Maschinenschlosser Willy Schmiedel mit Schnittwunden an den Pulsadern aufgefunden. Schmiedel, der mit seiner Ehefrau in Scheidung liegt, hat gemeinsam mit der vorgenannten Witwe die Tat ausgeführt, weil beide das Aussichtslose einer Verbindung voraussahen. Die Knorr ist Die Verletzten sind außer Lebensgefahr. bereits zum zweiten Male verwitwet. Sie hat aus zweiter Ehe einen Sohn im Alter von etwa 12 Jahren. Die Frau erwarb sich die nötigen Existenzmittel durch Vermieten. Daß Schmiedel und die Knorr gemeinschaftlich handelten, geht aus ihren schriftlichen Aufzeichnungen unzweideutig hervor. - H Elektrische Mulik. - Dresdener Amtsgericht den Bäder Ernst Emil Müller vom dort, der ein hervorragendes Mitglied der Gesellschaft in der Versammlung um Begleichung einer Schuld gemahnt hatte, zu 3 Wochen Gefängnis. In der Urteilsbegründung wird dargelegt, daß die Heilsarmee nach verschiedenen Entscheidungen als eine staatlich anerkannte Reli gionsgesellschaft zu gelten habe, und daß im vorliegenden Falle eine gottesdienstliche Handlung vorlag. - Eine alte Erfindung in neuer Form. Die Versuche, Musik auf elektrischem Wege auf fürzere oder weitere Entfernungen zu übertragen und Konzertbesuchern das Leben noch bequemer zu machen, sind nicht gerade neu. In Berlin kann man seit fast 10 Jahren die Oper telephonisch anhören und in anderen Städten gibt es ähnliche Genüsse. Nun hat aber ein englischer Doktor Cahill ein Instrument erfunden, das in der musikalischen Welt eine vollständige Revolution hervorrufen dürfte. Das Instrument des Doktors Cahill bringt nicht nur alle Töne hervor, die die in den Orchestern benutzten Instrumente hören lassen, sondern auch musikalische Töne, die man bis jetzt noch nie und nirgends gehört hat. Es hat nichts, was an die schlecht ineinandergreifenden normalen Töne des Phonographen erinnern könnte; seine Noten sind voll, wohlklingend, rein und deutlich. † Gestohlene Gobelins. Aus der Lorenzkirche in Nürn berg sind zwei wertvolle Gobelins gestohlen worden. Die Bilder stellen dar: Die heilige Katharina vermählt sich mit dem Jesuskinde. Der andere Gobelin stellt dar: Ecce homo zwischen Maria und Johannes, im Anschluß: Johannes der Täufer und der heilige Hieronymus. Beide Gobelins find je etwa 1.20 m lang und etwa 80 cm breit. Als Täter werden ztvei Damen verdächtigt. " 1 § Eine sensationelle Entführungsgeschichte beschäftigte die Kölner Straffammer. Der in Montevideo ansässige Kaufmann Antonio Keppenberg wußte bei seiner letzten Anwesen. heit in Köln seine bildhübsche Nichte Nettchen Hauser zu be stimmen, zu ihrer Erholung" ihm nach Montevideo zu fol gen. Auf der Ueberfahrt verliebte sich K. in seine Nichte, diese wies ihn jedoch ab, darauf erklärte K., das Mädchen leide an schweren Krämpfen. In Montevideo hatte das arme Mädchen viele Leiden auszustehen, bis sich endlich dort wohnende Deutsche seiner annahmen. Durch Brezagitation wurden Geldmittel zusammengebracht, sodaß das Mädchen in die Heimat zurückreisen konnte. Der würdige Onfel erklärte nun, seine Nichte habe ihm eine ganze Summe Geldes ent wendet und strengte deshalb Klage an. Der Gerichtshof schenkte jedoch dem seine völlige Unschuld beteuernden Mäd chen Glauben, und wies den Onkel nach stürmischen ProzezSzenen kostenpflichtig ab. Die Kosten der ersten Einführung der neuen elektromusikalischen Industrie sind sehr bedeutend. Das neue MusikInstrument kostet nicht weniger als 800 000 Mark, dafür wiegt es aber auch 200 000 Kilogramm. Ebenso wie im modernen Kriege der kommandierende General im Telegraphenbureau Fizzt und den Krieg leitet, ohne auch nur den Fuß auf das Schlachtfeld zu setzen, werden die Kapellmeister der neuen Schule hübsch zu Hause bleiben und von ihrem Arbeitszimmer aus die Welt mit Musik speisen können. Um die Wirkung der von ihm im stillen Kämmerlein produzierten Musik kennen zu lernen, wird sich der Maestro einen Telephonhörer ans Ohr legen müssen. Das Instrument gleicht einer Schreibmaschine; man drückt leicht auf einen Knopf, und die entsprechende Note läßt sich in einem hundert und mehr Kilometer entfernten Konzertsaal hören. ind Coubretten da Singel- Tangel, was mo it es das gleiche geblie den Tingel- Tangeln wu Ennliche Tellerfammlun Kaffee oder ähnliche V an ein teures Entrée u ein zu durchaus nich Berlin heute nur noch tein Wunder, daß die 2 ffon jest wohlhabende 17 = Steuer auf Feuded in Sachsen ha Eingvögeln beschlossen, in Rafig gehaltenen G ragel, gelten. Durch forierende Singvogelf nehmen droht, eingefch daß eine solche Steuer = Das Waffer ra baus der Freyfinger G irrtümlicher Auffaffung Beit dort verpflegt t izende" Lebensweife Fluten des das Gefäng und ließ fich von den Bei der Fischergaffe enti Heidet. Doch bald wurd fist fie wieder. Teures Beefsteak. In Hagen verlangte ein Reisender in einem Restaurant ein Beefsteak aber schnell, in 37 Minuten geht mein Zug." Der Reisende mußte jedoch zum Zuge, ehe das Essen fertig war; er verweigerte deshalb die Bezahlung des Beefsteaks und es kam zur Klage. Der Reisende wurde zur Zahlung verurteilt, weil er nicht von vornherein die Lieferzeit genau bestimmt hat, er hätte sagen müssen ich verlange das Essen in 10 Minuten, fomme es später, so nehme er es nicht mehr". Das Urteil ist für jeden, der Bestellungen in den Bahnhofsrestaurationen machen will, von Wichtigkeit und berdient allgemeine Beachtung. Der Landwirt. dk. Preissteigerung landwirtschaftlicher Grundstücke. Der Jahresbericht der westpreußischen Landwirtschaftskammer weißt eine erhebliche Erhöhung der Preise für reines Ackerland in Westpreußen nach. Für das Heftar wurden gezahlt im Jahre 1901: 343 Mart: 1902: 425 Mart, 1903: 584 Marf, 1904: 603 Mart, 1905: 1083 Mart. Der Verkaufswert hat sich also in fünf Jahren auf das Dreifache erhöht. mg. Rationelle Obstzucht. Amerika bringt in diesem Jahre 4-42 Millionen Bushels Obst zur Ausfuhr und zwar größtenteils nach England. Die Zahl der Apfelbäume in Amerika beträgt ca. 200 Millionen, ihr durchschnittlicher Ertrag wird auf 400 Millionen Dollars berechnet. Die Obst fultur muß also wie diese Zahlen beweisen, als einer der einträglichsten Zweige der Landwirtschaft betrachtet werden. Bei uns in Deutschland ist man noch nicht zu der Einsicht gekommen, daß etwas mehr Sorgfalt, der Pflege der Obst bäume zugewendet, sich glänzend rentieren würde. rationeller Obstzucht könnte die deutsche Landwirtschaft noch viele Millionen verdienen, die jetzt nach dem Auslande gehen. Man müßte fich in Deutschland unter Ausschluß aller Spiele reien und Liebhabereien in der Obstzucht auf wenige gute und matähige Sorten beschränken. Im Anfang wird die elektrische Musik natürlich ein Luxus sein, den sich nur Theater, Konzertsäle, Restaurants, Hotels und große Warenhäuser werden leisten können. Andererseits dürften aber auch kleinere Städte, die nur selten Gelegenheit haben, gute Musik zu hören, vor einem kleinen Dpfer nicht zurückschrecken, um sich mit der in der nächst= gelegenen größeren Stadt installierten Opern- und Sonatenfabrik in Verbindung zu setzen. Nach den Berechnungen sollten die musikalischen Stationen nie weiter als höchstens BO Kilometer voneinander entfernt sein. Die Töne können allerdings ganz gut noch viel weiter vernommen werden, aber wenn die oben angegebene Grenze überschritten ist, verliert die Musik an Klarheit und Deutlichkeit. Die Harmonie und bie Reinheit der Akkorde würden ferner auch zu wünschen übrig lassen, wenn die Noten durch einen Telegraphendraht oder durch eine für das elektrische Licht bestimmte Leitung übertragen würden; man wird also für die Meisterwerke der Musik einen besonderen Draht brauchen. Wenn die Sache sich wirklich so verhält, werden wir also in Zukunft über ausverkaufte Konzertsäle und Plazmangel nicht mehr zu klagen brauchen. Manchmal soll auch jezt schon fein Grund dazu vorhanden sein. Nun fehlt nur noch das elektrisch übertragene Theater und die Menschen brauchen überhaupt nicht mehr ihre Wohnung zu verlassen. E. S. Bellamys Zukunftstraum ist dann erfüllt. Aus dem Gerichtsfaal. §Wegen Störung einer gottesdienstlichen Handlung und zwar einer Versammlung der Heilsarmee verurteilte das Berliner Kabaretts. " 1 Mit = Jm Delirium. C batte in trunkenem Zu genommen. Während d all bon delirium treme fh mit einem Meffer b baufe wohnenden Frau und deren beide Kind beniger als Meffe leichteren Verwundungen Edreden aus dem Fens Tourrières, der festgeno ichtern wurde, teine G ( Von unserem ständigen Korrespondenten) Wir erinnern uns noch alle der Tage, in denen der Freis Herr Ernst von Wolzogen das erste deutsche Ueberbrett! er öffnete, und seine Getreuen mit lauter Stimme ins Sand hineinschrieen, daß die einzig wahre Kunst nunmehr erst entdeckt sei. Hanns Heinz Ewers, der Ehrlichsten einer unter Wolzogens Trabanten hatte seine Fabeln vom Mi fäfer", von der Wasserleiche" und vom Schweinestall" den Publikum von Berlin W. mit Nonchalance ins Gesicht erzählt, und solche flatschende Brutalitäten lagen noch tausendiältig am Wege. Evoe! die neue Kunst war da: der Zynismus lag grinsend in ihren Zügen. Seitdem ist mancher Tag ins Land gegangen; das Ueberbrettl ist inzwischen unselig au Hölle gefahren, und Ernst von Wolzogen schreibt aufs neve an Dekadenz- Romanen. Auf den Trümmern des Ueberbrett aber ist eine neue Erscheinung erstanden: die Berline Kabaretts. Wie die Pilze schossen sie aus der Erde; at jedem Tage der Woche tagte" eines und fütterte seire Gäste mit ganz frischer Kunst. Man war da ganz unte fich, ganz intim. Weil man feine Gewerbesteuer zahle und mit dem Zensor unter feinen Umständen etwas tun haben wollte, wurde kein Eintrittsgeld verlangt, ein Beitrag zu den Unkosten" in Höhe von einer bis z Mart. Am Klavier saß gewöhnlich der„ Komponist". Ar dem Podium stand die ausgeschrieene Primadonna und san uns mit dem letzten Schmelz ihrer längst verloren gegangene Stimme: ,, Adieu Marie, adieu Marie, adieu" in die armen Ohre Oder ein Lyriker, der tagsüber bei Gerson Damenwäsche ve fauft, trug uns die Empfindungen seines liebesfranken Herzer in standierter Prosa vor. Oder Madame Dolorosa deklamiert mit müder Stimme ein Sehnsuchtslied nach der Peitsch Dder ( fie hat es wirklich nötig!). oder... oder.- oder. Man könnte sich baden in Glossen, so viel hätte mo zu machen, wollte man auch nur annähernd beleuchten, we dem Besucher dieser Kabaretts, die so schöne Namen trug wie , Ban”, Saun Silberne Punschterrine"," Grü Minna" usw. alles zugemutet wurde. Hier war die Kle funst wirklich intim geworden, so intim, daß man sie bes plump- vertraulich nennen konnte. - " - m - *** Heute begeht jungen Großherzog blt es zu feiner Fürft Logter aus hessischem Berehrung des Volkes Buneigung, das zwische fnüpfen. Durch tatt Und was ist nun wieder davon übrig geblieben? mählich waren so viel Kabaretts entstanden, daß sie einande erdrückten, und da das Publikum immer das gleiche war u die Produktion nicht im entferntesten die Nachfrage zu be friedigen vermochte, war das Resultat nur ein selbstverstär an Gel= liches: Eins nach dem andern ging an Mangel überfluß zu Grunde. Einige hielten fich trotzdem bis a den heutigen Tag. Ihre Leiter hatten begriffen, worauf antam. Šie meldete furzer Hand eine Varieté- Konzeffion und erhielten sie auch. So find die noch jetzt existierende Unternehmungen: der Klimperkasten", der Roland b Berlin", das ,, Kabarett Unter den Linden", der„ Struww peter", heute nichts weiter als kleine Variétés mit Weinzmag und unmäßigen Eintrittspreisen. Traten früher noch zuwei m aus dem Publikum bessere oder schlechtere Dilettanten auf, wird heute das Programm von bezahlten Berufskomödian bestritten. Das Repertoir dieser Damen und Herren unte scheidet sich in nichts von dem der gewerbsmäßigen Humorism Berlaffenen und Förder herzogin Eleonore auf d meuen reichen Segen gef das überall Liebe und Seenland dem Großher Gegen wünscht. ** Unläßlich des herzogin sind die öffe ** Der Großher Vortrag den Sta De waifter Gnauth, den Janern Braun. die evangelische Pfar übertragen worden. ** In Vertretung marshall General von feiten in Camenz teil. ** Erannt wurde thaus Marienidlo Gefangenauffeherin am mit Birtung vom 1. D Das Ehrenzeich wehren wurde dem Mi Lid Karl Ludwig Sc ** Die Zerm wirtschaftsfammer Auf Grund der§§ 7, 1906 wird beftimat, da inner am Donn und die Wahlen der Mi tammer und der A Donnerstag, de Hauptman ** n Rompagnie Chef e * Da der Fall jammentretenden Lan bat Bfarrer D. Gut Epote eine Erörterung ugeben laffen. Auch der Chriftlichen Welt" griffen. Auf die Verh Den weiteten Areifen ge rm. Boltsatade gemeinschaft, die am 23. zufammentritt und 14 Männer und Frauen a Llaffen und Berufsfande Arbeiter sind besonders anjhauung und des B Boltabilbungsveranstalt Bottunterhaltung aben Gallen) die Methoden d in freien Distuffionen Emil Miller Gesellschaft Id gemahnt begründung verschiedenen tannte e und daß im ung vorlag te besdiäitigte o anfange er letzten Anme hen Haujer b Montevideo ju A. in jeine R., das a Deo hatte das fich endlich rd Bregagita B das Mädche dige Ontel er Summe Gelde Der Gerid beteuernden türmischen Bre ngte ein Reife nell, in 37 Min Doch zum Buge, alb die Bezable er Reisende herein die Liefe ich berlange h , so nehme a der Bestellungen von Wichtigteit Grundstäde. schaftstammer reines Aderlan en gezahlt im 3: 584 Mart, 19 rlaufswert hati höht. bringt in zur Ausfuhr ahl der Apfelbi hr durchschnitt Derechnet. Die meisen, als eina betrachtet me nicht zu der G der Pflege der tieren würde.! Landwirtschaft Dem Auslande sschluß aller dt auf wenige tts. refpondent ge, in denen der utsche Ueberbre er Stimme in! Kunft nunmeh er Ehrlichsten Fabeln vom Schweineftal ce ins Geficht e en noch taufend r da: der Z ift mancher nzwischen unfel en schreibt auf mern des Weber anden: die e aus der Gr und füttert war da ganz Gewerbesteuer Umständen ett geld verlangt,- e von einer b er„ Komponit Primadonna und ft verloren gega eu" in die armen rfon Damenmaid 3 liebestranten f e Dolorofa de - nach der oder Ten, fo biel b ob hernd beleuchte Schöne Namen unfchterrine Sier war die n, daß man übrig geblieben! anden, daß fie er das gleide 7 die Nadfrage nur ein felbft an Mangel an begriffen n fich trobem ford e Variete- Konge nod lept erifi " Der Roland inden", der„ Ch Bariétés mit Being ten früher not ju tere Dilettanten Filten Berufsfomb men und Herren Perbemäßigen Sum Soubretten an wartete- yeater. Fruher nannte man Singel- Tangel, was man heute Kabarett benamset; im Effett es das gleiche geblieben. Nur ein Unterschied besteht: In Tingel- Tangeln wurde der Etat in der Hauptsache durch inliche Tellersammlungen bestritten; die Gäste tranfen Bier, Fee oder ähnliche Volksgetränke; in den Kabaretts zahli mein teures Entrée und teure Garderobe und muß schlechter Bein zu durchaus nicht zivilen" Preisen trinfen. Da in Berlin heute nur noch zieht, was recht viel Geld kostet, ist e in Wunder, daß die Besitzer dieser privilegierten Kabaretta Rix hon jetzt wohlhabende Leute sind. = = Vermischtes. Der Gemeinderat von Steuer auf Singvögel. Neuded in Sachsen hat die Besteuerung des Haltens von Gingvögeln beschlossen, und zwar soll die Steuer für jeden im Käfig gehaltenen Singvogel, einschließlich der Kanarienbogel, gelten. Durch diese Steuer soll der im Erzgebirge florterende Singvogelfang, der immer mehr überhand zu nehrnen droht, eingeschränkt werden. Wir glauben taum, daß eine solche Steuer den angegebenen Zweck erfüllen wird. Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll. Im Waschhaus der Freysinger Strafanstalt weinte eine Maid, die wegen timlicher Auffassung der Eigentumsverhältnisse längere Beit dort verpflegt wurde, bittere Thränen. Da ihr die sitzende" Lebensweise nicht behagte, stürzte sie sich in die Fluten des das Gefängnis durchschneidenden Moosech- Flusses und ließ sich von den fie umtosenden Wellen hinaustragen. Bei der Fischergasse entstieg sie den Fluten, notdürftigst befleidet. Doch bald wurde sie wieder verhaftet und nun fist sie wieder. = Jm Delirium. Ein Postbeamter, namens Courrières, batte in trunkenem Zustande bei einem Freunde Quartier genommen. Während der Nacht befam er plöglich einen Anall bon delirium tremens und in diesem Zustande begab er ich mit einem Messer bewaffnet in die Wohnung einer im bause wohnenden Frau Prevost. Er warf sich auf die Frau und deren beide Kinder und versetzte dem Sohne nicht weniger als 32 Messerstiche, während die Mutter mit leichteren Verwundungen davonkam. Die Tochter sprang vor Schrecken aus dem Fenster und blieb tot im Hofe liegen. Courrières, der festgenommen wurde, hatte, als er wieder nich tern wurde, keine Erinnerung an seine Tut. ** * Lokales. Heute begeht Hessen das Geburtsfest seiner jangen Großherzogin Eleonore. Freudigen Herzens loft es zu seiner Fürstin auf, denn schnell hat sie, die eine Tochter aus hessischem Stamme, es vermocht, die Liebe und Berehrung des Volfes zu gewinnen und das Band inniger Buneigung, das zwischen Thron und Volt sich webt, fester zu früpfen. Durch tatkräftige Unterstützung der Armen und Berlassenen und Förderung jeden hohen Strebens hat Großherzogin Eleonore auf dem stillen Felde edler Frauentätigkeit neuem reichen Segen geschaffen. Es ist deshalb begreiflich, daß überall Liebe und Verehrung sie umgibt und das ganze Hessenland dem Großherzoglichen Hause des Himmels reichsten Segen wünscht. * ** Anfäßlich des Geburtstages der Großherzogin sind die öffentlichen Gebäude heute geflaggt. ** Der Großherzog empfing am 15. September zum Vortrag den Staatsminister Ewald, den Finanzminister Gnauth, den Präsidenten des Ministeriums des Janern Braun. Dem Pfarrer Ernst Kehr zu Romrod die evangelische Pfarrstelle zu Eich, Defanat Oppenheim, übertragen worden. ** In Vertretung des Großherzogs nimmt Oberhofmarshall General von Westerweller an den Beiseßung feierlich fiter in Camenz teil. ** Ecrannt wurde die Gefangenaufseherin am Landeszuchthaus Marienschloß Wilhelmine Bierlein, zur Gefangenaufseherin am Provinzialarresthaus in Gießen mit Wirkung vom 1. Oftober. ** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuer wehren wurde dem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zu Rich Karl Ludwig Schmidt 3. verliehen. ** Die Termine der Wahlen zur Landswirtschaftskammer werden i yt amtlich bekannt gegeben. Auf Grund der§§ 7, 27 der Wahlordnung vom 16. Mai 1906 wird beftimat, daß die Wahlen der Vertraueng minner am Donnerstag, dem 27. September rund die Wahlen der Mitglieder der Landwirtschaftsammer und der Ausschüsse für die Provinzen Donnerstag, dem 11. Oktober vorzunehmen sind. ** Hauptmann Soldan im 116. Inf. Reg. ist m Kompagnie Chef ernannt worden. * * Da der Fall Korell auf der im nächsten Monat sammentretenden Landes- Synode verhandelt werden wird, at Pfarrer D. Guyot- Heppenheim den Mitgliedern der Syruode eine Erörterung des Themas" Pfarrer und Politik" ugehen lassen. Auch hat Pfarrer Korell selbst in Nr. 36 der Christlichen Welt" das Wort in eigener Sache ergriffen. Auf die Verhandlungen der Synode ist man in den weitesten Kreisen gespannt. rm. Boltsakademie. Zu der sozialen Bildungsgemeinschaft, die am 23. Sept. in Heppenheim a. d. Bergstr. usammentritt und 14 Tage dauern wird, haben sich wieder Männer und Frauen aus den verschiedensten Gesellschaftslaffen und Berufsständen angemeldet. Gelehrte, Lehrer und Arbeiter sind besonders start vertreten, un Fragen der Weltschauung und des Voltsbildungswesens zu behandeln und in fireien Diskussionen zu besprechen, sowie durch praktische Bolts bildungsveranstaltungen( Heimatführungen, Vorträge, Bolts unterhaltungsabende, Museumsbesuche, Besuche von Lesehalleen) die Methoden der außerschulmäßigen Bildungstätigkeit fennen zu lernen und in einer unseren Heimatlichen Ver-| Geflügelzuchtvereinen Gießen, Friedberg, Alsfeld, Laubach, hältnissen geeigneten Weise weiter ausbauen zu helfen. Die Koften des Aufenthaltes für die einzelnen Teilnehmer werden aus der Schillerspende bestritten. * Der Raubmörder Adam Steinmez wird fich am 25. b. M. vor dem Schwurgericht in Darmstadt zu berantworten haben. Es sind zwei Tage für die Verhandlung vorgesehen. Sie werden aber faum nötig sein. Steinmeß ist geständig, sodaß vielleicht auf eine Reihe von Beugen, die geladen sind, in der Verhandlung wird verzichtet werden lönnen. * Frauenmord? Wie der Taunusbote" meldet, ist eine Aufsehen erregende Untersuchung wegen Frauenmords gegen den Händler Hopf in Niederhöchstadt eingeleitet. Die vierte Frau Hopfs, eine geborene Frankfurterin, liegt schwerkraut unter verdächtigen Umständen darnieder. Da auch die früheren Gattinnen des Händlers, die alle hoch in der Lebensversicherung sich befanden, unter ähnlichen Erscheinnngen verstorben sind, ordnete die Wiesbadener Staatsanwaltschaft die Ausgrabung der Leiche der letztverstorbenen Frau Hopf an, um die Leihenteile auf Gift untersuchen zu lassen. mr. Ein soziales Aufsagthema ist vor kurzem in Profeffor D. Dr. Zimmers Töchterheim Heimathaus in Berlin- Zehlendorf behandelt, die Frage nämlich:" Was fann eine 28jährige Frau tun, die ohne materielle Mittel zu haben, bei zwet fleinen Kindern Witwe wird?" Das Thema war ein Vierteljahr vorher gestellt und begleitete die Gedanken der jungen Mädchen in diesem Reform- Mädchenpensionat bei den Vorträgen über Voltspflege und gab thnen Anlaß zu vielen Gesprächen und interessanten anregenden Erörterungen untereinander. Es ist erfreulich, wenn gerade die Töchter vornehmerer Stände, die selbst vor Nahrungssorgen geschützt sind, in dieser Weise zu sozialem Ueberlegen angeleitet werden. * Welche Bedeutung der Biegenzucht in der Proving Startenburg zukommt erhält aus der Tatsache, daß der landw. Provinzialverein durch eine Kommission in der Schweiz 120 Stück Ziegen und Böcke hat ankaufen lassen. Aus der Provinz Starkenburg wurden in den letzten Jahren nachweislich durchschnittlich für 42000 Mart Ziegen nach außerhessischen Gegenden verkauft. * Hohe Summen sind für die Bahnhofswirtschaften von Mainz und Wiesbaden geboten worden. Für die Wirtschaft im Mainzer Hauptbahnhof sind insgesamt 57 Angebote eingelaufen. An Jahrespacht werden geboten bon 12000-30 000 Mart. Un Angeboten für die Bahnwirtschaft im neuen Hauptbahnhof in Wiesbaden, von der man sich teilweise ein ungeheures Geschäft zu versprechen scheint, find 47 an Bahl eingelaufen. Es wurden 10 000 bis 48 000 t. geboten. * Die giftige Herbstzeitlose erscheint jetzt wieder auf den Wiesen. Eltern und Erzieher tun gut, auf ihren Spaziergängen die Kinder vor der harmlos und schön aussehenden Blume, welche schon viel Unheil angerichtet hat, zu sehenden Blume, welche schon viel Unheil angerichtet hat, zu warnen. Unregelmäßigkeiten in der Zustellung von Beitungen. Es wird häufig die Beobachtung gemacht, daß Beschwerden über Unregelmäßigteiten in der Zustellung der durch die Post bezogenen Zeitungen bei den Beitungsverlegern anstatt bei den Postanstalten angebracht werden. Dieses Verfahren hat regelmäßig eine Verzögerung in der Erledigung der Fehlmeldungen zur Folge, da die Beschwerden von den Zeitungsverlegern an die Absappostanstalten weiterzugeben sind. Wir machen daher unsere Bezieher darauf aufmerksam, daß Beschwerden über Unregelmäßigteiten in der Zustellung von Zeitungen stets bei der zuständigen Postanstalt zu erheben sind. * Beleuchtet die Treppen und Flure. Angesichts der sich jetzt täglich fühlbarer machenden Abnahme Der Tage sei betont, daß bei Eintritt der Dunkelheit bis 9 Uhr abends die Beleuchtung der Treppen erfolgen muß. Die Unterlassung dieser Pflicht fann nicht allein schwere Schadenfälle nach sich ziehen, sondern auch Anklagen und eventl. Bestrafung wegen schwerer Körperverlegung und fahrlässiger Tötung. * Von der Lahn, 16. Septbr. Die Arbeiten an der Beiterführung der Kerkerbachbahn von Hintermeilingen nach Mengerskirchen sind ins Stocken geraten, weil wegen Lohnstreitigkeiten der größte Teil der Arbeiter die Arbeit niedergelegt hat. Der bisherige Stundenlohn von 30 bis 35 fg. foll um 5 Pfg. pro Stunde erhöht werden. * Wezlar, 15. Sept. Unseliges Gewehr. An den Folgen eines beim Reinigen von Jagdgewehren durch einen Kollegen herbeigeführten Unfalls starb gestern unerwartet der 17jährige Kaufmannslehrling Ernst Michaeli. * Pohl- Göns, 16. Sept. Der hiesige Kriegerverein begeht am Sonntag, dem 23. September das Fest seines 30jährigen Bestehens. Der Kaiser hat anläßlich dieses Festes dem Verein eine Fahnenschleife gestiftet, deren feierliche Ueberreichung mit der Feier verbunden und durch Kreisrat F.y erfolgen wird. Butzbach, 16. September. Obst preise. Für den Zentner Zwetschen werden z. 8t. hier 3 Mart, für das Malter Falläpfel 6 Mt. bezahlt. * Bad Nauheim. Frequenz. Bis zum 13. September find 26513 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 3113 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 13. September 357 574 abgegeben. " * Friedberg, 16. September. Der Kommandant SMS. Wettin", Friß Scheibel, ein Sohn unserer Stadt, wurde zum Kommandanten der 2. Matrosendivision in Wilhelmshaven ernannt. Bei den letthin abgehaltenen Marinemanövern wurde ihm aus Anlaß der Anwesenheit Sr. Maj. des Königs August von Sassen dessen Bild mit eigenhändiger Namensunterschrift überreicht. Lauterbach, Lollar, Marburg, Lich. Die beste Gesamtleistung erzielte Berntheisel- Darmstadt, die zweitbeste Vogt Lich. Ferner erhielten Ehrenpreise und erste Preise: Becker- Gießen, Fries- Rockenberg, Dittert- Weglar, Pfeifer Gladenbach, Heß- Echzell, Vogt- Lich, TheißGladenbach, Radetzki- Lich, Ott- Mombach, Jung- Hainstadt, Zimmer- Lich, Römer- Kirch- Hain, Jochem- Gießen, Engel- Birklar, Oekonomierat Hofmann Hof- Gill, FrankLollar, Hanau- Gießen, Gerth- Elgershausen, Hiller- Lich, Stotz- Arnsburg, Fürstliche Gutsverwaltung- Lich, PizzLaubach, Mengel- Marburg, Frick Bibrich, Feig Beienheim, Ulrich Wölfersheim, Hill- Lich, Vollmüller- Lauterbach, Diez- Grünberg, Albach- Lich, Biba- Bommersheim, Krämer- Wiesbaden, Fischer- klein- Krozenburg und Kehrmann- Biebrich. * Marburg. Einen interessanten Fund aus der prähistorischen Zeit machten Arbeiter im Walde bei Schönstedt. Sie fanden einen etwa 35 Zentimeter fangen und 5 Zentimeter breiten, unten scharfen und oben hammerförmigen durchlochten Steinkeit und ein etwas fleineres Steinbeil. Die Funde kommen jedenfalls in das Kasseler Landesmuseum. -Bei den Kanalisierungsarbeiten auf dem Schloßberge wurde ein unterirdischer Gang mit Epigbogengewölben freigelegt. Homberg v. d. H., 16. Sept. Hohe Kurgäste. Großfürst Georg und Großfürstin Maria von Rußland haben gestern nach sechswöchigem Auraufenthalt in Ritters Barthotel Homburg verlassen. Der Reichskanzler Fürst Bülow mit wemahlin trifft nächsten Mittwoch zu längerem Aufenthalte hier ein. * Frankfurt, 15. Sept. Sparkassen in HessenNassau. Gestern Mittag begann im Rathaus die elfte Hauptversammlung des Sparkassenverbandes für die Provinz Es waren essen- Nassau und das Fürstentum Waldeck. fünfzig Delegierte anwesend. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß Ende 1905 dem Verband im Regierungsbezirk Kassel 36 Kassen mit 1932 Millionen Mart, im Regierungsbezirk Wiesbaden 9 Kassen mit 111 Millionen, im Fürstentum Waldeck 4 Kassen mit nahezu 23 Millionen Mt., angehörten. * Frankfurt, 16. Sept. Bierfrieden. Die sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Vertrauensleute beschlossen, den Boykott aufzuheben. Sie lehnen es ab, Bier im Ausschank zu erhöhten Preisen oder im verminderten Maße zu trinken. Sie beschlossen, die Lokale zu meiden, in denen Preisaufschlag eintritt oder verminderte Maße eingeführt werden. Die Blakate in den Lokalen werden zurückgezogen und die Wirte aufgefordert, andere Plakate mit der Inschrift Bieraussant zu alten Breisen" herauszuhängen. * Frankfurt. Eine Million für die Armen. Der verstorbene Privatier J. C. A. Cordier hat den evangelisch- lutherischen Almosenfasten zum Universalerben seines Vermögens eingesetzt. Es beträgt, wie gemeldet wird, weit über eine Million. Deueste Nachrichten. CB. Petersburg, 15. Sept. General Trepow ift heute Abend gegen 6 Uhr plötzlich gestorben. Ein Schlaganfall(?) hat seinem Leben eine Ende gemacht. CB. Petersburg, 16. Sept. Der piögliche Tod Trepows erregi hier ungeheure Sensation. Gerüchtweise verlautet, Trepon sei das Opfer eines Giftmordes geworden. CB. Riga, 16. S.pt. Fabrikbesitzer Busch, ein deutscher Reichsangehöriger, ist hier gestern in seiner Fabrik beraubt und erschossen worden. CB. Breslau, 16. Sept. Der stellvertretende Kolonialdirektor Dernburg ist hier vom Kaiser in Audienz empfangen worden. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 6 landw. Arbeiter, Ziegeletarbeiter, 3 Schlosser, 2 Schmiede, 1 Spengler( auswärts), 1 Maschinenwärter, 1 Lackierer, 2 Schreiner( auswärts), 2 Waschund Bußfrauen, 1 jüngerer Glaser, 1 Maler( auswärts), 1 Anstreicher, 1 Installateur, Erdarbeiter, 1 Küchenmädchen, 5 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 1 Hausbursche, 1 Haushälterin. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Schmied gegen Vergütung, 1 Spengler, 1 Eleftromonteur, 2 Schreiner, 1 Bäcker( auswärts). Es suchen Arbeit: 1 Maschinist oder Heizer, 2 Kutscher, 2 Tapezier, 1 Schreiner, 1 Installateur, 1 Flickerin, 1 Kaufmann, 1 Auslaufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 2 Lauffrauen, 1 Haushälterin, 3 Wasch- und Putzfrauen, 1 Näherin, 2 Packer, 1 Kassier oder Bureaudiener, 1 Bureaugehilfe. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 18. September. Zunächst trüb und geringer Regen, später Aufgeiterung, mäßige westliche Winde, am Tage etwas wärmer. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe in Gießen. Ferromanganin, ein Nähr- und Kräftigungs( Es enthält: Eiſen 0,5, mittel allerersten Ranges. Mangan 0,1, Zucker 18, Kognaf 15, Alkohol 15, Wasser und aromat. Bestandteile.) Erhältlich in Apotheken. Lich, 16. September. Gine äußerst reichbeschickte allgemeine Geflügel und Kaninchen- AusstellDer heutigen Nummer liegt ein Prospekt ung fand heute unter dem Protektorat des Fürsten der Berliner Abendpost" bei, worauf Karl auf Jungs Terrasse statt. Zahlreiche Ehrenpreise waren gestiftet, z. B. vom Fürsten, der Stadt Lich, den wir unsere Leser besonders aufmerksam macher. 22 11 Bekanntmachung. Wer für den kommenden Winter Fichten- Deckreiser aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünscht, wolle dies spätestens bis zum 1. Oftober auf der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, anzeigen. Der Die Lieferung erfolgt frei vor das Haus. Preis beträgt 20 Pfennig für die Welle und ist bei der Anmeldung zu entrichten. Gießen, den 15. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Von der Reise zurück Schwalm, Zahnarzt Giessen, Plockstrasse 7. In der Zeit vom 5. bis 15. September 1906 wurde eraltete offene in hiesiger Stadt gefunden: 1 Handförbchen und 1 Damenblouse; verloren: 1 lederne Brieftasche mit 2 Photographien u. Ausweispapiere Inhalt, 1 Glaserdiamant mit sd warzem Heft, 3 Reisedecken, 1 Geldbeutel aus Leder( Inhalt 10 Mt.) und 1 Korallenarmband. Zugelaufen: Ein Jahre alter Jagdhund, schwarz mit rostbraunem Abzeichen. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 15. September 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Alicestraße von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 15. September 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Goethestraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 15. September 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wetzsteinstraße zwischen Nordanlage und Wetzsteingasse von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrberkehr gesperrt. Gießen, den 17. September 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Crednerstraße zwischen Klinik- und Hofmannstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 13. September 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Nordanlage zwischen Schott- und Marburgerstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 13. September 1906. Großh. Polizeiamt Sicken. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 17. Jult 1906 angeordnete Sperre der Südanlage zwischen Göthe- und Bismarckstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 15. September 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 29. August 1906 angeordnete Sperre der Walltorstraße zwischen Brandgasse und Nordanlage wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. August 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 18. August 1906 angeordnete Sperre der Landmannstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 13. September 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bringe meine Glaserei Sarglager und Bilder- und Spiegel- Einrahme- Geschäft in empfehlende Erinnerung. Theo Schäfer, Glasermeister. Rodheimerstraße 2 vis- a- vis dem Biebertalbahnhof. Ver Beinschäden und Krampfader- Geschwüre Schnell rocknend ussboden behandelt speziell Frau II. Dentzau( seit 1895) Hannover, Wolfstraße 9 Bei meiner einfachen, seit langen Jahren erprobten Heilmethode ist selten Ruhe nötig. Keine steifen Verbände. Leichte Selbstbehandlung. In vielen Fällen genügt einmaliger Besuch. Zahlreiche, ausführliche Adressen und Empfehlungen aus HessenNassau frei zugesandt Monatlich 1 mal auch in Gießen und Marburg zu sprechen. 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Mitteilungen und Anträge. Obstversteigerung. Das Obst auf den Bäumen bei den Kliniksneuba ( 3wetschen, Birnen und einige Aepfel) soll nächsten Mittwoch, den 19, d. Mts. öffentlich gegen Barzahlung versteigert werden. Die Versteigerung beginnt vormittags 10 1 bei der neuen Augenklinik. Gießen, den 15. September 1906. Großh. Baubehörde für die Universitäts- Neubauten Gießen. Becker. Obstversteigerung. Der diesjährige Ertrag von Obst an den n benannten Kreisstraßen soll auf dem Stand versteig werden und zwar; Mittwoch, den 19. d. ts., auf den Straßen Lich- Langsdorf, Lich- Kolnhausen und Hof Albach anfangend vormittags 9 Uhr am Bahn Lich; Donnerstag, den 20. d. Mts., auf der Straße Lich- Nieder- Bessingen anfangend bormit 9 Uhr bei Lich. Freitag, den 21. d. Mts., auf der Straße Hof- Albach- Steinbach- Gießen( Wald) fangend vormittags 91 Uhr bei Hof- Albach. Samstag, den 22. d. Mts., auf der Straße Hof Gill Eberstadt- Ober- Hörgern anfanga bormittags 92 Uhr am Bahnhof Hof- Gill. Gießen, den 13. September 1906. Flechten ass. and Suppale skroph. Ekzusa, Hautausschläge, offene Füsse Beinschäden u. Beingeschwüre adorboine, böse Finger, aite Wander sind oft sehr hartnäckig; wer bisher vergeblich hoffte geneilt zu werden, mache noch eine Versuch mit der bestens bewährtex RINO- SALBE frei von Gift a. Säure, Dose Mk. 1.-. Nur echt in Originalpackung weiss- grün- rot und mit Firma Rich. Schubert& Co., Wein böhla. Falschungen weise man zurück. Wachs. Naphtalan je 15, Wairat 20, Benzoetett Venet. Terp., Kampferpflaster Porubalsam je 6, Eigelb 30, Cary sarobin 0,5. Prima Speisekartoffeln sowie Feinste Salatkartoffeln liefert billigt J. Hankel, Gießen, Schloßgasse. SteckenpferdHerrmann, Kreisstraßenmeister. Nur 59 für den Kuchen brauchen Sie noch, denn REESE'S 53 BACKPULVER für 1-1½ Pfund Mehl mit Prämiensche istunübertroffen und kostet nur die Hälfte Überall zu haben. Reese.G Hame Hilfe*. Blutflod. Time Hamburg Fichtet u. meine bier i. D. bat. 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EINST UND JETZT Bei den lebten englischen Parlamentswahlen kam ein Standibat Stimme in die Wohnung eines Wählers, um ihn zu ber. u einem tritt, an der Tür erwiderte menschen gestatten würde Wähler aber erwiderte ihm frei und offen:„ Ich Freunde, der ihn fragte, weshalb er auf der Straße vor allen Leuten, die ihn grüßten, den Hut ziehe:" Ja, glauben Sie bitten und ihn aus Dantbarkeit seiner fichern. Das Thr Gegner größere benn er fäubert sich, bevor er ins glaube, feine Stiefel!" Der Herzog von gelling ng für mich hat, 213 Montag, den 17. September bessische 1908 Familienzeitun Tägliche Unterhaltungs- Beilage