MERIE Nr. 191 attion u.Sauptexpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Donnerstag, pen 16. August 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbellagen: Oberhefftfche Familienzeitung( und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). 3 Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oherheiten Die Monarchenbegegnung. Mr. Cronberg, 15. August, 10 Uhr vorm. Die Sonne machte ein recht verwundertes Gesicht, als sie heute früh über die Taunusberge auf das in anderen Zeiten so ruhige Städtchen schaute. Schier ein Ueberfluß von Flaggen in deutschen und englischen Farben, dunkelgrüne Tannen guirlanden und Blumenschmuck in den Fenstern. Da war auch das bescheidenste Häuschen nicht ohne festliches Gewand. Die ganze Einwohnerschaft fast ohne Ausnahme auf den Beinen, Wiesbadener Füfiliere und Ulanen aus Hanau marschierten in Zügen und Kolonnen durch die Straßen in der Richtung zum Bahnhof, auf den sich alle Erwartung und alle Neugier fonzentrierte. Kurz vor neun Uhr wird er tommen", so riefen sich die am Wege vom Bahnhof zum Schloß Friedrichshof aufgestellten Schulbuben und Von Mädchen zu und schwenften lustig ihre Fähnchen. Frankfurt wurde telegraphiert, daß König Eduard von England furz nach 8 Uhr auf dem Hauptbahnhof eingetroffen sei. Die Spannung stieg auf den Siedepunkt. Kaiser Wilhelm stand mit einer glänzenden Suite auf dem Bahnsteig, bereit zum Empfang seines föniglichen Oheims. Der Kaiser trug die grüne Interims- uniform der Posenschen Jäger zu Pferde mit dem blanken Stahlhelm. Er sah munter und aufgeräumt aus und unterhielt sich lebhaft mit der Umgebung, vorzugsweise mit dem Prinzen und der Die Spizen der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen. örtlichen und provinzialen Behörden waren ebenfalls anwesend. Um 8 Uhr 45 Minuten erscholl das Kommando an die aufmarschierten Truppen:„ Achtung, präsentiert das Gewehr." Der Zug mit dem König lief ein. Kaiser Wilhelm trat sofort an den Salonwagen heran, streckte seinem Oheim beide Hände entgegen und half ihm beim Aussteigen. König Eduard trug Schwarzen Leibrock und Zylinder, seine kräftige, gedrungene Figur im bürgerlichen Kleide bildete einen bemerkenswerten Gegensatz zu der straffen militärischen Erscheinung Kaiser Wilhelms. Nachdem die Monarchen sich mehrmals um= armt und gefüßt hatten, wandte sich König Eduard zu dem Prinzenpaar Friedrich Karl und der griechischen Kronprinzessin. Dann wurde das gegenseitige Gefolge vorgestellt. In Begleitung des englischen Herrschers befanden fich Sir Charles Hardinge, Generalmajor Stanley Clarke und Major F. L. G. Ponsonby, sowie der englische Botschafter in Berlin Sir Frank Lascelles. Vor dem Bahnhof standen mehrere Automobile bereit. König Eduard, der Kaiser, Prinz und Prinzessin Karl be= stiegen das erste, das Gefolge nahm in den anderen Plaz. Und nun erhob sich betäubender Jubelruf. Freundliche Grüße sandten die Monarchen bei der in mäßiger Geschwindigkeit erfolgenden Durchfahrt durch das schmucke Spalier der Schuljugend den Zuschauern zu, die ihrerseits mit Tücher- und Hutschwenken ihre Freude befundeten. Unter der Menge bemerkte man zahlreiche Engländer, die sich zur Beit in Deutschland, namentlich in Bädern und Sommerfrischen aufhalten und die aus ziemlicher Entfernung herbeigeeilt waren. Ohne Zwischenfall langte der Zug der Automobile bei dem hohen Torbogen des Schlosses an, die Ehrenkompagnie salutierte und die Herrschaften begaben sich in die inneren Gemächer zur ersten intimen Aussprache. Der Eröffnungsakt des bedeutsamen Ereignisses war vorbei. der Cronberg wimmelt natürlich von Fremden, auf dem Telegraphenamte drängen sich die Berichterstatter Beitungen, und der alte Ruf König Eduards als Herrscher auch im Reich der Mode hat sogar zahlreiche Vertreter von Modejournalen aus Berlin und aus anderen Orten herangeführt. Sie erwarten interessante Anregungen und Begeisterungen für ihre Auftraggeber und ihre Lesewelt. Wie weit die Zeichendeuter Recht behalten werden, die entweder von dem Zusammentreffen der beiden Monarchen weittragende Entschließungen und Klärungen erwarten, oder aber steif und fest behaupten, es handele sich lediglich um einen familiären Besuch ohne jeden politischen Hintergrund, läßt sich zurzeit weder feststellen noch vermuten. Daß die Entrevue geeignet ist, manche Schwierigkeiten und Mißverständnisse durch persönliche Aussprache der Fürsten hinwegzuräumen, fann ohne weiteres zugegeben werden. In der Anbahnung eines freundlichen Verhältnisses zwischen den beiden verwandten Nationen bedeutet die Zusammenkunft jedenfalls einen beträchtlichen Schritt nach vorwärts. Dess halb hat das deutsche Volk alle Ursache, den Besuch König Eduards mit Freude und Genugtuung zu begrüßen. Mr. Cronberg, 15. August, 2 Uhr nachm. Die festliche Erregung im Orte hat noch zugenommen, da die einlaufenden Züge noch immer Schauluſtige heranbringen. Nach der Ankunft der Fürstlichkeiten im Schlosse fand ein Frühtüd im engsten Familienkreise statt. Sodann og man fich zu furzer Ruhe zurüd. Die Zimmer, welche Sonst für die griechischen Herrschaften bereit gehalten werden, find zur Verfügung König Eduards gestellt. Kaiser Wilhelm Hat die von ihm stets benutzten Gemächer inne. Bereits um 11 Uhr machten die beiden Monarchen, begleitet won dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl und der Kronprinzessin von Griechenland eine Ausfahrt in offenen Wagen. Der Kaiser trug wiederum die Uniform der Jäger zu Pferde. hatte aber den Helm mit der Müze vertauscht. König Eduard hatte grauen Anzug angelegt und grauen Hut aufgesetzt. Er soll den Zivilanzug während der Dauer seines ganzen Aufenthalts tragen wollen und zwar auf einen Wunsch Kaiser Wilhelms, der seinem Oheim die mit der Anlegung der Uniform verbundenen Unbequemlichkeiten ersparen will, obwohl der König fich anfänglich dem in Deutschland bei solchen Gelegenheiten üblichen Brauch fügen wollte, in Uniform zu erscheinen. König Eduard sieht vortrefflich aus und bewegt sich in ungezwungener Weise. Schon bei der Ausfahrt wurde der Wagen mit den Fürstlichkeiten vom Jubelruf der harrenden Menge empfangen. Kaiser und König dankten ununterbrochen mit Nicken und Handbewegungen. Die Fahrt ging zunächst zu dem von dem Berliner Bildhauer geschaffenen Denkmal Kaiser Friedrichs in den Anlagen, das eingehend besichtigt wurde. Dann fuhr man in die Stadt zur Johanniskirche, mit dem der Kaiserin Friedrich gewidmeten Relief mit der Grablegung. Schließlich fand eine Besichtigung der Burg Cronberg und der darin aufgestapelten Altertümer und Kunstschäze statt. Die Rundfahrt endete unter gleichen stürmischen Huldigungen des Publikums, wie sie begonnen hatte. Im weiteren Verlaufe des Nachmittags sollen nach einem Wunsche des Königs Homburg v. d. H. und die Saalburg besucht werden. Die Abreise des Königs wird voraussichtlich morgen vormittags 9 Uhr 40 Minuten erfolgen, sein faiserlicher Neffe wird ihn persönlich zum Bahnhof geleiten. Nach der Abfahrt begibt sich der Kaiser im Automobil zur Einweihung des Denkmals für die Landgrafen von Hessen. Der Zar ohne Minifter. Bisher sind die Bemühungen Stolypins, ein Ministerium zu bilden, erfolglos geblieben. Es findet sich keiner, der unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Rußland Minister sein will, und die Lage wird dadurch noch verschlimmert, daß der Zar feinen freiheitlichen Anregungen Gehör schenken will. Ein Druck von oben. Nach langem Suchen war es dem Ministerpräsidenten endlich geglückt, Nicht- Bureaufraten für eine Anzahl von Ministerposten zu gewinnen. Allerdings mußte er diesen verschiedene Bedingungen zugestehen, nur um sie zum Eintritt in das Kabinett zu bewegen. Aber ein Druck von oben hat alle Arbeit Stolypins vernichtet: Der Zar hat auf Betreiben der Hofpartei die Forderungen der Ministerkandidaten abgelehnt und so ist auch dieser Versuch gescheitert. Der Zar ist also noch immer ohne Minister. Statt ihrer herrscht Panik und Terrorismus. Ein geheimes Komitee will der Revolution mit Mord begegnen und verteilt Listen, auf denen die Führer der Opposition mit dem Tode bedroht werden. In Libau aber wütet die berüchtigte schwarze Bande, der zahllose Bewohner zum Opfer fallen. Soldaten meutern gegen diese gedungenen Mörder und die Polizei ist gegenüber dem Bürgerkrieg machtlos. Raub, Mord und Plünderung sind alltägliche Dinge geworden. In Warschau sind an einem Tage 20 Mordanschläge auf Polizeibeamte verübt, in Wlozlawst der Polizeimeister Mirnowicz und der Landpolizeihauptmann Pietrow ermordet worden. So sieht es im Lande aus, das teilweise von Hungersnot entsetzlich heimgesucht wird. Aber auch die Armee ist nicht mehr zuverlässig. Der Vorfall auf dem Manöverfelde bei Krasnoje Sselo stellt sich bei näherer Betrachtung als ein wohlvorbereitetes Attentat gegen den Großfürsten Nicolai und schließlich auch gegen den Zaren heraus, da dieser anfänglich die Manöver besuchen wollte. Obwohl man in Petersburg bemüht ist, der Sache einen harmlosen Anstrich zu geben, steht bereits fest, daß vom ersten Bataillon des Leibgardeschüßenregiments eine scharfe Salve nach der Richtung abgegeben wurde, wo sich der Großfürst befand und daß mehrere Soldaten in seiner Nähe verwundet worden sind. Der Großfürst ist wie durch ein Wunder unverletzt geblieben. Allerdings weiß man noch nicht, wer die blinden Patronen durch scharfe ersetzt hat. Die Zersehung scheint in der Armee bes benklich weit vorgeschritten zu sein. Vor dem Kriegsgericht. Wegen der Meutereien in Kronstadt sind über 2000 Mann vor ein Kriegsgericht gestellt worden, darunter auch Zivilisten. Die Verhandlung findet unter strengstem Ausschluß der Deffentlichkeit statt, auch werden keine Rechtsanwälte zugelassen. Der ersten Gruppe, der zur Last gelegt wird, einen bewaffneten Aufstand inszeniert zu haben, um die Festung und das Fort Konstantin der Regierung zu entreißen, gehören an 29 Soldaten und 18 Zivilpersonen. Ebenso schwer belastet find noch etwa 150 Angeklagte. Sie werden vermutlich alle zum Tode verurteilt werden. Berufung und Begnadigung sollen ausgeschlossen sein. Vor das Kriegsgericht wird auch der ehemalige Dumcabgeordnete Onipko gestellt, der in der Nacht zum 2. August verhaftet worden war. Man hat bei ihm eine Skizze der Festung Kronstadt aefunden. Ferner liegen noch folgende Meldungen vor: Petersburg, 15. August. Der Korrespondent eines süddeutschen Blattes erklärt: Wie ich höre, dementierte die„ Petersburger Telegraphen Agentur" meine Nachricht, daß im September die Wahlen für die neue Duma ausgeschrieben werden würden. Ich halte meine Mitteilung, die aus zuverlässigster Quelle stammt, aufrecht." Odessa, 15. August, Der Rat der Universität beschloß, bet dem Ministerium die Zulassung sämtlicher jüdischer Studenten zu beantragen, die zu Beginn des neuen Semesters um Zulassung zum Universitätsstudium bitten. Warschau, 15. August. Jm hiesigen Distrikt wurden von den Revolutionären im Juli 99 Morde begangen. Griechisch- bulgarische Kämpfe. Aus Macedonien, besonders aber aus dem bulgarischen Rumelien kommen alltäglich betrübende Nachrichten über er bitterte Kämpfe zwischen Griechen und Bulgaren. Die Zu sammenstöße nehmen allmählich die schlimmsten Formen an. Die Unruhen in dem Städtchen Anchialo am Schwarzen Meer haben zur vollständigen Niederbrennung des Ortes geführt. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Griechenland und Bulgarien soll bevorstehen, ein Krieg zwischen den beiden Balkanstaaten ist also in den Bereich der Wahrscheinlichkeit gerückt. Vernahm man früher von macedonischen Unruhen", so handelte es sich um den Freiheitstampf der Bulgaren Macedoniens. Los vom Türken" war die Parole der Freischaren. Längst hört man fast nichts mehr von Gefechten mit türkischen Truppen, immer mehr aber häufen sich die Nachrichten von wilden Kämpfen der christlichen Nationen untereinander. In erster Reihe sind es die Griechen, die zum Angriffe auf der ganzen Linie geschritten sind. Dem ferner Stehenden sind diese Kämpfe unverständlich; und doch haben fie sich natürlich genug aus den eigentümlichen Verhältnissen entwickelt. " Die Griechen hatten seit dem Falle von Konstantinopel neben den Türken das Land weiter beherrscht. Als der Kampf um die Hauptstädte am Bosporus entschieden war das flache Land hatten die Türken bereits- da erschien es dem Sieger als ein Gebot der Klugheit, dem Besiegten seine früheren Vorrechte wesentlich wiederzugeben. Das geschah. Mit vielen Kirchen erhielten die griechischen Priester freie Verfügung über Kirche und Schule; ihre Beamten wurden vom türkischen Staate bezahlt. Der„ Papit des Ostens", der orthodore Patriarch wurde als Oberhaupt aller Christen der Türkei anerkannt, seine Vorrechte sogar noch erweitert, denn, war er bisher vom Kaiser ernannt worden, so wählten ihn jezt seine Bischöfe in voller Unabhängigkeit. Die griechische Geistlichkeit erwies sich dankbar, fie wurde dem Sieger gegenüber ein friechender Sklave. Es gab aber noch andere christliche Besiegte. Das waren die Slaven und Rumänen der europäischen Türkei, die Bulgaren, Serben und die romanischen Kuzo- Walachen. Die beiden Slavenstämme hatten im Mittelalter eine Zeit großer Blüte gehabt. Der Nachkomme des Serbenhelden Newanja, Duschan der Große, hatte sich in Uestüb zum Kaiser frönen lassen, sein Reich umfaßte ganz Serbien, Albanien, Macedonien, Nordgriechenland, sein Einfluß ging bis vor die Tore von Konstantinopel. So hatten auch die Bulgaren ihr Kaiserreich gehabt und auch dieses hat zeitweilig seine Macht vom Schwarzen Meere bis zur Adria und Aegaea ausgedehnt. Beide slavischen Reiche hatten sich schon früh losgerungen von der drückenden Gewalt des griechischen Patriarchen, der seine Geistlichkeit fast nur benützte, um aus den slavischen Völkern große Summen zu erpressen. Kirche und Schule sollten griechisch bleiben; nun führten die mächtigen Fürsten der Slavenreiche die slavische Kirchensprache ein, ser= bische und bulgarische Geistliche wurden Bischöfe und sagten dem Patriarchen den Gehorsam auf. Natürlich verlor er die großen Einfünfte aus weiten Gebieten. Als aber die Kaiserreiche der Bulgaren und Serben nach urzec Blüte zusammengebrochen waren, da begann der Rache zug des Patriarchates. Gift und Dolch räumten schnel In der auf mit den slavischen Priestern und Lehrern. alten Bulgaren- Residenz Tirnowa wurde sogar die gra prachtvolle bulgarische Bibliothek schmählich verbrannt, flame Schriften vernichtet, wo sie sich fanden. Der Bauer, hon türkischen Großgrundbesitzer bedrückt, seiner geistigen Füber beraubt, fügte sich stumpf. Im achtzehnten Jahrhundert wurden die letzten serbischen Bischofssize in Ochrida und Jpe: zerstört. Das orthodore Griechentum war wieder Alleine Herrscher über alle Christen. Mit großen Geldopfern δας muß man zugeben hat dann das Patriarchat überall wieder griechische Kirchen- und Schulsprache eingeführt, es lohnte fich freilich bald, denn abermals füllten sich die KirchenKaffen des Patriarchen. So ging's 300 Jahre. Die Neuzeit aber hat eine Wandlung herbeigeführt: das nationale Serbenreich bon befreite fich Türkei und in den fünfziger Jahren auch vom Patriarchate. Wieder fetzte der serbische Fürst serbische Bischöfe ein, aus Serbien serschwand die griechische Kirchensprache. Das Beispiel wirkte aufreizend auf die im Nachbarlande Macedonien wohnenden Serben, bis sie es denn vor wenigen Jahren durchgesezt haben, daß in Uestüb nur ein Serbe als Bischof eingeset wird, die Kirchensprache serbisch ist. Bald werden sie fic ganz vom Patriarchen losreißen. Die Bulgaren haben seit der wollen wir beginnen! Martin und Ihr, Balthasar, fönnt Ich fannte die Dame nur zu gut, und ich gehe schweren und Und nun betrübten Herzens an bie mir bevorstehende Arbeit. 3hr braucht nichts zu befürchten, mein lieber Balthasar. ich min ein Muster helleren Holzes hia er au einer Stelle gelangte, an unterbrochen wurde, prüfte einer Seite, an der die eichene Täfelung durch Fügungen der Wand zu, der dem reich verzierten Kamin zunächst lag; Er nahm eine brennende Kerze und schritt auf den Tell der ein feiner sorgfältig bas er den Leuchter in die linke Hand und hob mit ber rechten Er hatte es endlich gefunden. auf der Erhöhung der Wirbelsäule, und zwar ganz oben, wo Augenblick enschlüpfte das Wort Heureka" seinen Lippen. ehrfurchtsvoll das üppige, blonde Haar, und nach einem Mitten auf dem Maden, Ma, was benn, Min fragte Lotte, indem sie emfig noch mal heiraten. Lotte sah erstaunt auf. Ich glaube, Fräulein Botte, unsere gnädige Frau wird an bem grünen Kranz widelte und wand. 1870 sich die Nationalfirche erzwungen. Nafürlich wirkte die Gründung des Fürstentums alsbald auch auf die Bulgaren in Macedonien. In Menge fielen sie vom Griechentum ab zum Exarchate Exarch ist der Titel des nationalen geifts lichen Hauptes der Bulgaren. Die dem Patriarchen Treugebliebenen wollten ihre Kirchen nicht hergeben; so ftest man denn von den erbitterten Kämpfen der Patriarchisten und der Evangelisten. Es handelt sich wieder einmal um einen blutigen Glaubenskampf, dem natürlich der Herr im Lande, der Türke mit Seelenruhe zuschaut: ein toter Christ ist ein guter Feind. Seit einem Jahre erhalten die Griechen in Süd- Macedonien aus Athen Waffen, Geld und Offiziere zum geordneten Kampfe gegen die Bulgaren. Sie überfallen die Dörfer und nehmen die Kirchen für das Patriarchat in Besitz. Natürlich rächen sich die Bulgaren auf gleiche Weise. Infolge einer Reihe abscheulicher Bluttaten der Griechen in macedonischen Bulgarendörfern ist die Erbitterung nun aufs äußerste gestiegen und die Bulgaren im Fürstentum haben, um die macedonischen Griechen zu strafen und abzuschrecken, gegen die Griechen im Lande gewütet, in Sofia, Warna, Birgas, besonders aber in Philippopel. In Bulgarisch- Rumelien sind die Läden der Griechen zerstört, die griechischen Kirchen besetzt und für die bulgarische Nationalkirche weggenommen worden. Diese kirchliche und nationale Bewegung hat ihr Ende noch nicht gefunden und wir dürfen uns auf weitere ernste Vorgänge auf dem Balkan gefaßt machen: das Feuer brennt Itchterloh und der Brand wird sich noch ausbreiten. Dr. Koernig- Saloniki. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. * In der Affäre Fischer- Tippelskirch soll nunmehr die Vernehmung des Ministers v. Podbielski unmittelbar bevorstehen. Von den Aussagen des Ministers dürfte in erster Linie die Entscheidung abhängen, ob gegen die Firma von Tippelsfirch u. Co., d. h. gegen ihre Inhaber, ein Verfahren wegen Bestechung des Majors Fischer einzuleiten ist. * Aus Ostafrika meldet Major Johannes, daß in Upangwa nur ein Kleinkrieg zu erwarten und kein Grund zu Befürchtungen vorhanden sei. Im Aufstandsgebiet verbleibt Hauptmann v. Kleist. Am Mohesi und Bihowara, südwestlich von Liwala, sind dagegen neue Ansammlungen von Aufständischen bemerkt worden. In Offizierstreisen glaubt man, daß der Kleinfrieg im Süden des Schutzgebietes noch ein Jahr dauern könne! * Zu dem vom Abg. Erzberger angeschnittenen Fall Woermann" hat der in den Kolonialasfären so start engagierte Zentrumsabgeordnete sich in einem Interview geäußert. In Düsseldorf hatte Abg. Erzberger in einer Rede darauf hingewiesen, daß die Firma Wörmann& Co. in Hamburg, die die Truppentransporte nach und von Deutsch- Südwestafrika besorgt, sich dem Reiche gegenüber in einer ähnlichen Monopol stellung befinde, wie die Firma Tippelskirch& Co. in Berlin. Die Wahrheit dieser Behauptung war in der Presse bestritten worden. Herr Erzberger sagte nun in der erwähnten Unterredung, die Ableugnungen besagten gar nichts. Die Firma Woermann erhalte in der Sat exorbitante Frachtraten und sonstige Gebühren und die Kolonialverwaltung ignoriere demgegenüber die billigeren Angebote anderer Reeder.- Es läßt sich natürlich nicht rachprüfen, ob in einzelnen Fällen billigere Frachtsäze zu haben gewesen wären, aber es ist einleuchtend, daß die Kolonialverwaltung in Kriegszeiten, wie sie doch in Süd: vest afrika herrschen, nicht für jede Fehrt einen neuen Dampfer chartern konnte. Feste Vereinbarungen mußten eristieren, zumal die deutsche Handelsrecederei in erster Linie vor der ausländischen bevorzugt werder sollte. Aus Hamburg wird übrigens gemeldet, daß die Firma Woermann gegen alle Blätter, die ihr Vertrags- Verhältnis mit dem Reich ,, in beleidigende Parallele zu den bei Tippelsfirch vorgekommenen Ueberteuerungen und Unregelmäßigkeiten stellten", BeleidigungsHagen ankündigt. Spanien. ** In den diplomatischen Kreisen Madrids beschäftigt man sich lebhaft mit den Gerüchten über die Annäherung zwischen Spanien und England. König Eduard soll vor seiner Abreise mit König Alfons von Spanien einen offiziellen Besuch Madrids mit der Königin für den Herbst und den gleichzeitigen Abschluß eines Marinebundes, der spanische Häfen der englischen Flotte zur Verfügung stellt, vereinbart baben. Es wird behauptet, Spanien biete die dauernde Ver= pachtung des Hafens von Cadix sowie eines anderen Mittelmecchafens gegen Abtretung von Gibraltar an. Balkanftaaten. ** Die Griechenunruhen in Anchialo haben unter dem Einfluß der Behörden ihr Ende gefunden. Der griechische Bischof ist nicht verbrannt, wie anfangs verlautete; er wurde von Untersuchungsrichter in einem unversehrten Hause ents deckt und als Aufwiegler verhaftet, da er den Widerstand der griechischen Bevölkerung leitete. Afrika. ** Zwischen den Eingeborenen Abessiniens und den Truppen des tollen Mullah haben verzweifelte Kämpfe stattgefunden. Die Armee des Sultans Osman Mahommed verlor viele Streitfräfte. Es fielen neun Blutsverwandte des Sultans und 700 Krieger. Nach langem blutigen Kampf wurde der Mullah unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Ein britischer Kreuzer wurde nach den abessinischen Häfen entsandt, um den Unruhen zu steuern. Kleine politische Nachrichten. Berlin, 15. August. Reichs- und Landtagsabgeordneter Geheimer Oberjustizrat Dr. Viktor Rintelen feiert am 17. d. M. seinen 80. Geburtstag. Seit 1848 im Staatsdienst, gehört der Jubilar dem Abgeordnetenhause seit 1883 und dem Reichstage( Bentrum) feit 1884 an. Berlin, 15. August. David R. Francis, der Präsident der Weltausstellung in St. Louis, ist hier eingetroffen, um dem Kaiser ein Diplom der Ausstellung zu überreichen. Berlin, 15. August. Im ersten Drittel des laufenden EtatsJahres belief sich die Einnahme an Wechselstempelsteuer auf 5 085 966,80 Mart, oder auf 325 431,90 Mark mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Fulda, 15. August. Am 28. und 29. August findet hier eine Konferenz der Bischöfe Preußens statt. Hof und Gefellschaft. Von einer Amerikareise des Kaisers t während des Aufenthaltes des Monarchen in Wilhelmshöhe wiederholt und in bestimmter Form die Rede gewesen. Der Kaiser betonte dem Herausgeber der„ Newyorker Staatszeitung", Mr. Herrmann Ridder, gegenüber, daß er den dringenden Wunsch hege, nach Amerika zu kommen um Land und Leute, und seinen Freund Roosevelt persönlich kennen zu lernen. Mr. Ridder, den der Kaiser bereits zum zweiten Male zur Audienz befohlen hatte, ist auch in Kiel z. 3. vom Prinzen Heinrich empfangen worden. Der Kaiser bewies im Gespräch mit Wir. Ridder weitgehendstes Interesse für die Deutsch- Amerikaner und für die Amerikaner überhaupt. Wie erinnerlich sein dürfte, trug sich der Kaiser schon mit der Absicht, zur Weltausstellung von St. Louis nach Amerika zu kommen, doch wurde damals nichts aus diesem Projekt. Jetzt scheint es aber die bestimmte Absicht des Monarchen zu sein, Amerika einen Besuch abzustatten. ** Wie das Oberhofmarschallamt dem Bürgermeister Dr. Bender in Breslau mitteilte, wird das Kaiserpaar am 6. September in Breslau eine Begrüßung durch die städtischen Behörden entgegennehmen. Der Kaiserin wird eine Huldigung durch Breslauer junge Damen dargebracht werden. Die Ankunft in Breslau erfolgt nachmittags 5 Uhr. *** Die feierliche Inthronisation des neuen Hildesheimer Bischofs Bertram fand im Dome zu Hildesheim in festlichster Weise statt. Kardinal Fürstbischof Dr. Kopp aus Breslau vollzog den Weiheakt unter Assistenz der Bischöfe von Osnabrück und Paderborn, während Oberpräsident Dr. Wenzel als königlicher Kommissar der Feier beiwohnte. Zahlreiche Korporationen und Vereine aus dem Bistum Hildesheim waren mit ihren Fahnen zu der Feier erschienen. Deer und flotte. Von der Uebung zurüd. Die aktive Schlachtfintte. die Schiffe der Aufklärungsgruppen und die Torpedoboots= flotille sind Mittwoch nachmittag von der diesjährigen Sommer- Uebungsreise nach Stiel zurückgekehrt. Das Turbinenschiff„ Lübeck" beendet Ende August seine Probefahrten. Es wird dann als Ergänzung dem Aufflärungsgeschwader beigegeben und später als erster Turbinenkreuzer nach den Flottenmanövern in die heimische Schlachtflotte eintreten. Abrüstungen in Italien. Die italienische Regierung will im November der Kammer die Verminderung der Armee von 12 auf 8 Armeekorps vorschlagen, da die Erhaltung der Armee in ihrer bisherigen Stärke die Staatsmittel übersteige. Soziales Leben. × Der Streit im Aachener Hüttenrevier nimmt seinen Fortgang. Die Drohung der Betriebsleitung des Werkes ,, Rote Erde" am 16. d. M. den Betrieb ganz einzustellen, wenn die Arbeiter ihre Kündigungen nicht in genügender Zahl zurücknehmen, hat nichts gefruchtet. Die Streifenden erklärten sich ir mehreren Versammlungen, in geheimer Abstimmung, für, ie Nichtzurücknahme der Kündigungen, sodaß nun wohl ab heute die Betriebe stilliegen werden. X Selbsthilfe gegen die Fleischteuerung. In Sommerfeld hat der Gewerkverein der Tartilarbeiter beschlossen, einen eigenen Fleischverkauf ins Leben zu rufen, um seinen Mitgliedern und der Einwohnerschaft den Vorteil billigerer Fleischpreise zu verschaffen, da die jetzigen hohen Säge namentlich für viele Arbeiter unerschwinglich seien. 53. Deutscher Katholikentag. ( Sonder- Bericht.) Essen, 15. August. Im Mittelpunkt des rheinisch- westfälischen Industries Bezirks mit seinen gewaltigen Arbeitermassen, in der zur guten Hälfte katholischen Kohlen- und Kanonenstadt Essen tritt am Sonntag die 53. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands zusammen, die allem Anschein nach in bezug auf Massenbeteiligung selbst die große 50. Jubiläumsversammlung von Köln im Jahre 1903 übertreffen dürfte. Sind doch zu dem Festzug, der die Versammlung am Sonntag Nachmittag, altem Gebrauch gemäß, einleitet, nicht weniger als 350 Gesellen-, Arbeiter und Knappenvereine mit über 40000 Mitgliedern gemeldet. Anschließend an diesen Festzug sollen dann 15 große Massenversammlungen abgehalten werden. Auch Kardinal Erzbischof Dr. Fischer von Köln, der sich mit 12 Bischöfen in die zum ersten Mal aufgestellte Liste der ständigen Mitglieder der Generalversammlungen hat eintragen lassen, wird den Versammlungen beiwohnen. Von den sonstigen angemeldeten Teilnehmern fällt neben den vielen Mitgliedern der Zentrumsfraktionen des Reichstages und der Einzel- Landtage die große Zahl des katholischen Adels auf, der sich ebenfalls in die Liste der ständigen Mitglieder hat aufnehmen lassen. Die Tagung des Katholikentages selbst wird entsprechend der Lage des Festortes vorwiegend unter dem Zeichen der sozialen Frage stehen. Es sind wie in den Vorjahren, vier geschlossene und vier öffentliche Generalversammlungen vorgesehen, an die sich dann noch die große Hauptversammlung des auf Anregung Windthorsts begründeten und Hunderttausende von Mitgliedern zählenden Volksvereins für das katholische Deutschland" anschließt. Für die geschlossenen Generalversammlungen ist der großartige städtische Saalbau zur Verfügung gestellt worden, während für die öffentlichen Generalversamlungen auf einem teils von der Stadt Essen, teils von der Kruppschen Verwaltung unentgeltlich zur Verfügung gestellten Terrain ein Riesenfestzelt errichtet worden ist, das für 12 000 Personen Aufnahme bietet. Entsprechend der Tendenz des Katholikentages, ein Spiegelbild und Brennpunkt der katholischen Bewegung auf geistigem, politischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet zu sein, werden neben den Generalversammlungen eine Unmenge Nebenveranstaltungen abgehalten werden. Die Anmeldungen zum Katholikentage sind bereits so zahlreich, daß das Lokalkomitee große Mühe hat, die Gäste unterzubringen. Die Hotels sind schon seit Monaten mit Beschlag belegt, sodaß der größte Teil der Teilnehmer in Bürgerquartieren untergebracht werden muß. Nab und fern. + Schwere Unwetter sind im Rheinlande niedergegangen, und haben in Köln und Aachen erheblichen Schaden ans gerichtet. Das Wasser stand im Innenraum des Aachener Münsters mehrere Fuß hoch. Bei Opladen riß eine Wind hose viele Schornsteine und einige alte Häuser um. schrecklichsten hauste das Unwetter im Orte Dorpenhof, we sämtliche Häuser abgedeckt und fast alle teilweise eingestürz find. Durch den plötzlichen Einsturz wurden zahlreiche Per jonen verlegt. Augenzeugen erflären, daß in jener Ortschaf fast tein Stein auf dem andern geblieben sei. Ein Stadttei ist wie weggeweht. Unter der Bevölkerung herrscht groß Not. Die Bewohner find vorläufig in benachbarten öffent lichen Anstalten und Krankenhäusern untergebracht. † An schwarzen Pocken erkrankt ist in der Hedwigwunsch grube bei Borsigwerk der Galizier Michael Siegmund. Nad amtlicher Verfügung wurden die 60 Galizier derselben Grube sofort geimpft und das Schlafhaus desinfiziert. Eine Weiter verbreitung erscheint ausgeschlossen. = Ein neuer neue Orden geftifte nicht zurüditehen, Dienfitreuzes( croix freuz wird an eine befieht aus vier Teil einander getrennt fir Email mit blauen& verbindet das Kreuz balt fünf Klaffen: Offizier und Großfre Diejenigen verliehen, reid verdient gemach fich entfchloffen, den gemeine Verdienfte Kun YS. Welche Th Sie gemacht? Dief ben Besuchern der Studentenschaft vor Liebe" mit 34 Antr Biffer 33, dann, baben 29, Gortis Sauft" und Mar HM. Dramen Sibbofat und Litera Breise für belgisch Werte inbetracht, d † Tod in den Flammen. Die Zuderfabrik Munster bel Cannstadt ist durch eine infolge Kurzschlusses entstandene Feuersbrunst eingeäschert worden. Zwei Arbeiter wurden tot aus den Flammen gezogen, 25 Arbeiter werden vermißt † Auf dem Heimwege überfallen. Der Bauunternehmer Rota wurde, als er Gelder von Arnsberg zur Lohnzahlung geholt hatte, auf dem Heimwege nach Allendorf von drei Männern mit geschwärztem Gesicht angefallen und beraubt. Mit dem Raube, Taschenuhr und 2500 Mart, verschwanden die Räuber. Bis jetzt ist es der Polizei noch nicht gelungen, die Räuber, vermutlich Kroaten, zu ermitteln. † Ein liebevoller Gatte. In Lindenau bei Leipzig ver suchte ein Eisenhobler seine Frau zu erstechen und zu er schießen. Der Schuß verfehlte sein Ziel. Bei der Verhaftung bedrohte er die Polizei mit dem Revolver. Er wurde nach heftiger Gegenwehr überwältigt. † Wieder einmal das Messer. In Karthaus kam es auf der Straße abends zwischen den Handlungsgehilfen Wilschon und Bela einerseits und dem Hausdiener Benkowski anderers seits zu einem Wortwechsel, der bald in Tätlichkeiten aus. artete. Hierbei zog Benkowski sein Taschenmesser und stach blindlings auf seine beiden Gegner ein. Wilschon blieb sofort tot am Plage liegen, Bela wurde so schwer verletzt, daß er auf dem Transport nach dem Krankenhause in Danzig ver starb. Der Messerheld wurde verhaftet. † Die gefährliche Benzinkutsche. Auf der Fahrt von Nyon nach Genf stieß ein von einem Herrn Sabit gelenktes Automobil, in dem außer dem Chauffeur Frau Sabit saß, mit einem andern Automobil zusammen. Herr und Frau Sabit wurden schwer verwundet. Die Insassen des andern Automobils erlitten ebenfalls Verlegungen. † Verhafteter Erpresser. Ein in St. Blasien zur Kur weilender russischer Baron erhielt dieser Tage einen ano nymen Drohbrief, unterzeichnet von einem russischen Anarchisten" mit der Aufforderung, innerhalb einer gewissen Zeit an einem näher bezeichneten Orte die Summe von 30 000 Mart niederzulegen. Der Erpresser wurde bald darauf in der Person des Schlossers A. aus Ulm ermittelt und verhaftet. † Eine elektrische Vollbahn in Amerika. Der Bau einer Zweigleifigen Eisenbahn von Newyork nach Chicago via Pittsburg, mit einem Kostenaufwand von dreißig Millionen Pfund Sterling, ist endgültig beschlossen worden. Die Bahn ist für vollständigen elektrischen Betrieb geplant und soll in drei Jahren vollendet sein. Sie wird um 108 Meilen kürzer sein, als die kürzeste bis jetzt vorhandene Eisenbahnverbindung zwischen Newyork und Chicago. Bunte Tages- Chronik Genthin, 15. August. Ein 1/2 Jahre altes Kind steckte in Abwesenheit der Mutter den Kopf in eine an der Wiege angebrachte Schleife, die sich dann so fest um den Hals des Kindes legte, daß es erstickte. Hamburg, 15. August. Die Luftschifferin Miß Elvira Wilson, die von der Elbinsel Peute aufstieg, geriet in einen Wirbelsturm, stürzte ab und war auf der Stelle tot. Heidelberg, 15. August. Bei einem Zusammenstoß auf der Straßenbahn nach Wiesloch wurden 6 Personen verletzt. Damnau, 15. August. Im Elhotner Walde erschlug der 30jährige Landwirt Anton Ziegler seinen greisen Vater und schleifte die Leiche an einer Kette in den nahen Teich. Der Vatermörder wurde verhaftet und ist der Tat geständig. Petersburg, 15. August. Bei einer Zugentgleisung in der Nähe von Radom wurden 5 Personen getötet und 20 verletzt. Aus dem Gerichtsfaal. pathetischen und e öffentliche, das priva Bar ein Gebiet ift a ** Airlie Bühler zu Schotten bafelbft; Pfarramtaka bifar in Raunheim fandidat Steiner zu Gießen; Parramts Bfarraffitenten bei der fandidat Böckner zu F filfenstelle zu Did Juni 1906 haben Gießen, Herma Eteiner von Beitlofs Münzenberg zu Dd, Safes.- Zur Wid mangelifche Pfarrf § Die bayerische Spieleraffäre. Am nächsten Freitag be ginnt vor dem Kriegsgericht der 3. Bayerischen Division die erste Verhandlung in der zu so trauriger Berühmtheit ge langten Spielergeschichte innerhalb bayerischer Offiziers- und Adelskreise. In Gang gebracht wurden die Enthüllungen f. 8 durch den Selbstmordversuch des Grafen Preysing in Florenz Bei dem jetzt zur Verhandlung kommenden Fall richtet sich die Anklage gegen den Leutnant Kurt Mühe vom 3. bayer. Chevaurleger- Regiment, der beschuldigt wird, vertragswidrig Erhöhungen von Wechselsummen bei in blanco akzeptierten Wechseln, sog. Blankettmißbrauch begangen zu haben. Die Gruppe von Spielern, mit der Mühe in Verbindung stand, und von der im übrigen auch die Fäden nach München zu dem dortigen adligen Herrenklub hinüberreichten, vers einigte sich zu einer förmlichen Spielhölle in Dieuze zum Hazardspiel. § Wegen versuchten Mordes und wiederholtem Diebstahl wurde der Pferdejunge Karl Obst aus Beckern von der Ferienstrafkammer in Dels zu 10 Jahr 1 Monat Gefängnis verurteilt. Obst hatte bei einem Einbruchsversuch einem Mädchen, daß ihn ertappte, mit einem Meffer schwere Hals wunden beigebracht, in der offenbaren Absicht, sich eines Zeugen seines Verbrechens zu entledigen. ====Vermischtes. China im Weltpostverein. Nicht so lange wird es dauern, dann gehört auch China dem Weltpostverein an Wie Abessynien wird es dann die Ermächtigung haben, für die aus dem Ausland eingebenden Drucksachen einen Buschlag von 5 Centimes für jede Sendung zu erheben. Während China noch im Jahre 1897 nur wenige Postämter in den Vertragshäfen hatte, zählt es jetzt bereits 437 Bostämter und 1189 Postagenturen, was freilich für das ungeheure Land im Vergleich mit europat, n Einrichtungen nicht viel bes deuten will. Die chinesische Post beförderte 1901 erst 102 Millionen Sendungen in Jahr. Jetzt ist diese Zahl schon auf 76 Millionen angewachsen. Außerdem wurden 9 Millionen Briefe durch Dampfer für Rechnung der Privat dosten befördert. Neuer Gym Eirang vom 1. Ge Gener Gymnafium Bell, der bisherige T geboren zu Rinte fiberen fubeffifchen E & ftudierte laut Do Shilologie und Geschic lehrer zu Worms und gewirkt hatte, wurde er Frideric anum zu Laub Serbft 1899 tätig war 1899, mit Wirkung v mnasiums und der * Ais Kandidat für ihl im Bezirk Gr berrnhaag aufgefte Der Tag der Lars- la- Tour Auguft 1870 war Bilen. Wie heldenmi zojen, dafür ist de Sahne, nicht eine Stan Begen farter denfalls durch das E b 20. Auguft im Eu an den Nachbarbezirken haftsfahrtarten nicht Soldaten Babe der Gießener Lahn und trieb fr Rafetiere Rühl unE und brachten wierigkeiten ans S Uten. Nachdem d Frau ihren Angehö < Ein sehr bedo tern auf dem Gießene ländische Arbeiter, etwa 3 Meter hoh bloszulegen. Nad , ließ der Aufseher liter fchlagen und e Ben Liefer Löcher mejenheit ging eine ne Beachtung der me Barnung daran, den E uhren unterdeffen eine Ducic brachte in furzer er durch den farten un aht fidh dhon gelod plöbliches Bulam fen, daß seine mit idlehrende Ramerade ** Das XV. Ber isen und Nassa unter Starter Beteili aufen. Es gab ein iben wurden gute Le bebe) von G. K ben abgegeben auf riß eine i fer um. Dorpenhof, veije einget zahlreiche jener Drtid Gin Stabte = Ein neuer französischer Orden. Jetzt, wo so viele eue Orden gestiftet werden, will und darf Frankreich auch nicht zurückſtehen, und so hat man die Stiftung eines Verdienstkreuzes( croix de mérite) beschlossen. Das Verdienstfreuz wird an einem Hellblauen Moiréband getragen und besteht aus vier Teilen, die durch filberne Strahlenbündel von einander getrennt sind; die vier Teile selbst find aus weißem Email mit blauen Streifen. Eine Krone aus grünen Blättern berbindet das Kreuz mit dem Bande. Der neue Orden ents hält fünf Klassen: Ritter, Offizier, Kommandeur, GroßOffizier und Großkreuz. Er wird in erster Linie an alle biejenigen verliehen, die sich auf kolonialem Gebiet um Frankreich verdient gemacht haben, auch an Ausländer. Mar hat sich entschlossen, dem Orden noch eine sechste Klasse für all gemeine Verdienste unter dem Namen mérite civil zuzufügen. herricht gr chbarten of cacht. Hedwigmuni egmund. derfelben Gr Eine Bette if Munster es entstande rbeiter wurde verden bermi Bauunternehme r Lohnzahlun dorf bon b und beraub , berschwander nicht gelunge Sei Leipzig be hen und zu e der Verhaftu Er wurde no mus fam es a hilfen Wilschon fometi ander tlichkeiten aus effer und fla jon blieb fofort Kunst und Wiffenfchaft. YS. Welche Theaterstücke haben den meisten Eindrud auf Sie gemacht? Diese Frage wurde im letzten Wintersemester den Besuchern der Arbeiterunterrichts furse der Berliner Studentenschaft vorgelegt. An der Spize steht ,, Rabale und Liebe" mit 34 Antworten, es folgt Wilhelm Tell" mit der Biffer 33, dann ,, Die Räuber" mit 31, Hauptmanns ,, Weber" haben 29, Gortis Nachtasyl" hat 23 Verehrer, es folgen " Faust" und„ Maria Stuart" mit je 14 Stimmen. HM. Dramen ohne Ehebruch." Der belgische Senator, Advokat und Literat Edmond Picard hat 25 000 Franken als Preise für belgische Dramatiker ausgeschrieben. Es tommen Werte inbetracht, die die Phänomene des Lebens in ihren pathetischen und erhabenen Offenbarungen schildern, das öffentliche, das private, das historische und das soziale Leben". Mar ein Gebiet ist ausgefchlofen, das Ghebruchanroblem. Lokales. 16. Auguft erlegt, daß ** Airchliches. Ernannt wurden: Pfarrassistent in Danzig be Bühler zu Schotten( zweite Pfarrftelle) zum Pfarrberwalter baselbst; Pfarramtskandidat Römer zu Schotten zum PfarrDer Fahrt bo vifar in Raunheim, Detanat Groß- Gerau; Pfarramts Sabit gelentes fanbibat Steiner zu Schwanheim zum Pfarrassistenten in rau Sabit sa Gießen; Parramtskandidat Hoffmann zu Gießen zum Serr und Ffarraffitenten bei dem Kirchspiel Reichenbach; Pfarramtsen des anden landidat Böckner zu Heuchelheim zum Verwalter der PfarrDie Schlußprüfung gehilfenstelle zu Deckenbach. Blafien zur im Juni 1906 haben bestanden: Otto Hofmann von Planig ge einen ano zu Gießen, Hermann, Römer zu Schotten, Hermann em ruffiche Steiner von Beitlofs zu Schwanheim, Karl Wahl von einer gewiſe Münzenberg zu d, Adolf Weck von Inheiden zu OberSumme Twurde bal Rauses. Zur Widerbeseßung wird ausgeschrieben: bon - Ulm ermittelt die evangelische Pfarrstelle zu rebenau. Der Bau eine Chicago bit eißig Millione ert. Die Bats ant und soll 8 Meilen für bahnverbindung Ites Kind stedt an der Wieg n den Hals de in Miß Elvin geriet in eine We tot. * Neuer Gymnasial- Direktor. Der mit Wirkung vom 1. September ds. Js. zum Direktor des Gießener Gymnasiums ernannte Professor Dr. Wilhelm Hensell, der bisherige Direktor des Gymnasiums zu Offenbach, ist geboren zu Rinteln, in der in Westfalen liegenden früheren furhessischen Entlave; er steht im 52. Lebensjahre. Er studierte laut Darmst. 3tg." in Marburg klassische Philologie und Geschichte. Nachdem er als Gymnasial lehrer zu Worms und Darmstadt( am Nenen Gymnasium) gewirkt hatte, wurde er Ostern 1897 an das Gymnasium Frideric anum zu Laubach verseßt, wo er as Direktor bis Herbst 1899 tätig war. Von hier wurde er am 31. Juli 1899, mit Wirkung vom 6. August, zum Direktor des Gymnasiums und der Realschule zu Offenbach ernannt. * * Ais Kandidat für die Landwirtschaftstammerammenstoß aahl im Bezirk Gedern- Ortenberg wurde Gutspächter ersonen verles Bar- Herrnhaag aufgestellt. Ide erschlug de eisen Bater un hen Teich. De geftändig. gentgleifung En getötet ften Freitag be hen Division Berühmtheit g er Offiziers: un nthüllungen& fing in Floren Fall right is bom 3. bapa bertragswi nco afzeptierte gangen zu habe in Verbindung En nach Minda berreichten, b Der Tag der Schlacht von Vionville ar- la- Tour jährt sich heute zum 36. male. Am 16. Auguft 1870 war ein gewaltiges Ringen auf beiden Seiten. Wie heldenmütig gefämpft wurde auch von den Franzosen, dafür ist der beste Beweis, daß auch nicht eine fahme, nicht eine Standarte, nicht ein Geschütz erobert wurde. * Wegen starker Inanspruchnahme der Betriebsmittel jedenfalls durch das Weilburger Fest) werden am 18., 19. und 20. Auguft im Eisenbahndirektionsbezirk Frankfurt und in den Nachbarbezirken Fahrpreisermäßigungen für Gesellhaftsfahrkarten nicht gewährt. *** Soldatenmut. Vorgestern stürzte sich in der Nähe der Gießener Militärschwimmanstalt eine Frau in die Lahn und trieb ftromabwärts. Sofort sprangen die Rusketiere Rühl und Steiner von der 11. Kompagnie mach und brachten die Bewnẞtlose unter erheblichen wierigkeiten ans Land, wo sie Wiederbelebungsversuche conste Aten. Nachdem das Leben zurückgekehrt war, wurde Frau ihren Angehörigen wieder übergeben. Ein sehr bedauerliger Unfall ereignete fich stern auf dem Gießener Braunsteinbergwerf. Drei in Dieuze usländische Arbeiter, Kroater, arbeiteten im Tagebau an Einer etwa 3 Meter hohen Tonwand, um darunter befindliches holtem Dieba Sedern bon ba Zonat Gefängni hsverfuch eine er schwere Sal ficht, fich ein lange wird d eltpoftverein a gung haben, fir n einen Buflag eben. Während oftämter in den 7 Boftämter und ungeheure Land nicht biel be Derte 1901 e ift biefe Bab Berdem wurden ung der Pribat bloszulegen. Nachdem der Stoß sentrecht betgebauen ar, ließ der Aufseher in den unteren Teil desselben Bohrher schlagen und entfernte sich, um Dynamit zum Abfießen dieser Löcher zu holen. Während seiner furzen bwesenheit ging einer der Leute mit Namen Emil Ducic ane Beachtung der mehrmals vom Aufseher ausgesprochenen Barnung daran, den Stoß zu unterhauen, seine Kameraden fahren unterdessen einen mit Ton beladenen Wagen fort. Ducic brachte in furzer Zeit durch diese Arbeit den Tonstoß, de durch den starken und anhaltenden Regen der vergangenen Blacht sich schon gelockert hatte, ins Wanten und wurde Burch plögliches Zusammenbrechen desselben so schwer ge offen, daß seine mit dem inzwischen entleerten Wagen zuückkehrende Kameraden ihn tot vorfanden. ** Das XV. Verbands- Schießen des Gaues dessen und Nassau zu Haiger( 12.- 14. August) unter starter Beteiligung der Schützen von nah und fern laufen. Es gab einen scharfen Kampf, denn auf allen heiben wurden gute Leistungen vollbracht. Die besten Schüsse urben abgegeben auf die Festscheibe, Herborn", 300 Meter Feldscheibe) von G. Kaufmann- Gießen( Besteck, 12 Gabeln und 12 Messer, gestiftet vom Schützenverein Neunfirchen.) Festscheibe" Biedenkopf", 175 Meter( Standscheibe) von Schmidt- Gießen( Bowle. geftiftet vom SchüßenVerein Herborn). Festsheibe Hessen- Nassau", 100 Meter ( Auflegeftand) Gouvorsitzender Seibert Weglar( Standuhr im Werte von 170 t, gestiftet von Ehrenschüßenmeister Eduard Klingel- Haiger). * Contra Bieraufschlag. Mit dem 1. Sept. soll laut Buzzb. 8tg." auch in Butzbach das Bier teurer werden. Der halbe Liter soll auf 15 Pfg. heraufgef t und ein neu einzuführendes Vierzehntelglas mit 12 Bfg. verkauft werden; Dreizehntel foften wie seither 10 Pfg. Eine Anzahl dortiger Wirte sind entschieden gegen diese Er. höhung und haben Lieferungsverträge mit einer ringfreten Weglarer Brauerei abgeschlossen. XVon 44 deutschen Gesellschaften wurden im Jahre 1905 insgesamt 163 070 eigentliche Lebensvers sicherungen über 772 064 059 Mt. neu abgeschlossen. In Abgang tamen dagegen 80 225 Versicherungen über 335 170 858 mt. darunter 26 016 über 104 811 217 Mt. durch den Tod und 7580 über 42 419 253 Mt. durch Zahlbarwerden bei Lebzeiten der Versicherten. Der Gesamtbestand eigentlicher Lebensversicherungen am Schlusse des ligen Jahres erhöhte sich um 82 845 Policen und 436 893 201 t. Summe auf 1829 006 Versicherungen über 8 159 520 778 Mt. Hieran waren die bedeutendsten Anstalten mit folgenden Summen beteiligt: Gotha. Stuttgart Vittoria Mite Leipziger Stettiner Germania Karlsruhe.. • gegr. 1827 mit 892194 025 f. 727 974 633 1853 " " " 1861 709 806 880 " " " 1830 708 982 600 " " " 1857 664018765 " " 1864 556070344 " " f " Summa 4259 056 247 kt. - Auf diese sechs Anstalten entfiel demnach die gute Hälfte ( 52,2%) des gesamten Lebensversicherungsbestandes der 44 Von letteren betreiben 23 darunter beGesellschaften. sonders Viktorta und Friedrich Wilhelm außerdem die fleine( Voifs und Sterbekasse) Versicherung mit geringen Summen, zumeist ohne ärztliche Untersuchung und mit wöchentlicher Prämienzahlung: hierin wurden 865 172 Verſicherungen über 161 680 625 Mt. neu abgeschlossen, und am Schlusse des Berichtsjahres bestanden 5 320713 Versicherungen über 941 141 194 Rt.( durchschnittlich 177 Mf.) Von den 44 Gesellschafften betreiben sodann 41 auch die Bersicherung nur auf den Lebensfall( Alters-, Aussteuer-, Militärdienstversicheruna): hierin wurden 36 882 Versicherungen über 65 788 965 Mt. abgeschlossen und Ende 1905 Sestanden 556 424 Versicherungen über 887 585 097 Mt. Der Gesamtbestand an Kapitalversicherungen bezifferte sich somit bei den 44 deutschen Lebensversicherungsanstalten Ende 1905 auf 9 988 247 069 Mt. Summe. * Reitpferde im eigentlichen Sinne des Wortes zum Privatgebrauch gibt es in Hessen doch sehr wenig; denn es wurden im verflossenen Jahre in Summa nuc 80 Mt. Steuer von Reitpferden erhoben und zwar allein aus dem Kreise Erbach. Ohne Zweifel rühren diese nur von dem Grafen von Erbach her. Es müssen nämlich in Hessen nur diejenigen Pferde versteuert werden, die bei Brivaten ausschließlich zum Reiten Verwendung finden, weil Pferde, die auch an Luxuswagen gebraucht werden, gewissermaßen schon durch die Steuer der Luxuswagen versteuert sind. X Lüzellinden, 15. August. Es hat auch in diesem Jahre wieder eine stattliche Fruchternte gegeben, sodaß Jahre wieder eine ftattliche Fruchternte gegeben, sodaß die vorhandenen Scheunen und Futterställe sie wohl nicht aufzunehmen vermögen. Lüzellinden heißt in alten Urkunden Sichelingslinden( Sichelinges- Linda). Man tann dieses Wort ableiten entweder von dem Mannsnamen Sichelingus oder was wahrscheinlicher ist, von sigelis, d. h. Korn, mithin würde Sichelingslinden heißen soviel als Kornlinden. Diese Vermutung gewinnt um so mehr Raum, weil noch bis jetzt in der ganzen Umgegend ein Gebund Korn ,, Sichling" genannt wird, während für Weizen, Gerste und Hafer 2c. der Ausdruck Garbe allgemein ist. Lüzellinden war schon im Mittelalter wegen seines guten Roggens berühmt und diesen Ruf hat es auch bis hente behauptet. Rodheim a. d. Bieber, 15. Auguft. Einen wahrhaft erfreulichen Anblick gewährt die Obstbaumpflanzung an der Kreisstraße Rodheim- Gießen. Während in früheren Jahren dtese nur teilweise bepflanzt war und die wenigen Obstbäume oft ein früppelhaftes Aussehen zeigten, fann man iegt eine wahre Musterpflanzung seher. Dabei scheint selbst jebes jüngere Bäumchen seinen Tribut liefern zu wollen, denn die Bäume sind wirklich zu zählen, die diesmal keine Früchte tragen. * Trais- Münzenberg, 14. Auguft. Bahngelände. Gestern wurden hier durch den Rechner der Gelände: ErwerbsKommission der Buzbach- Licher Eisenbahn, Herrn Weickhardt, die Kaufgelder für das in unserer Gemarkung liegende Gelände dieser Bahn im Betrage von 21 996,37 Mt. ausbezahlt. 222 Unterschriften mußten bei dieser Auszahlung zahlt. 222 Unterschriften mußten bei dieser Auszahlung ortsgerichtlich beglaubigt werden, weil sehr viele Grundstücke * och nicht auf dem Namen eines Eigentümers stehen. * Haiger, 15. August. Auf der Jagd verunglückte gestern wormittag der Direktor der Minervahütte, H. Michel. Beim Passieren eines steilen Abhanges rutschte M. allem Anscheine nach aus, das Jagdgewehr entlud sich und zerschmetterte ihm den Hinterkopf. Die fast unfenntliche Leiche wurde gestern Abend erst von Epaziergängern gefunden. * Zeilbach, 15. Auguft. Der hiesige Kriegerverein btelt am vergangenen Sonntage sein erstes Preisschießen, verbunden mit Konzert und Tanzbeluftigung, ab. Die Beteiligung an demselben war recht groß. Sofort nach Beendigung des Schießens fand die Preisverteilung statt. Es erhielt den 1. Preis Heinrich Stein, Groß- Felda, 2. August Schneider, Dresden, 3. Heinrich Eckstein, Eifa, 4. Wilhelm Joft, Stumpertenrod, 5. Johann Schott, OberDimen, 6. Louis Geisel, Zeilbach, 7. Karl Becht, OberOhmen, 8. Johs. Seipp, Zeilbach, 9. Friedrich Seim, Ermenrod, 10. Georg Kemmer, Zeilbach, 11. Otto Lind, Groß- Felda, 12. Heinrich Steinbrecher, Groß Felda, 13. Heinrich Merschrod, Beilbach, 14. Heinrich Schwing, Burg- Gemünden, 15. Adolf Rühl, Groß- Felda, 16. Karl Momberger, Klein- Felda. * Schotten, 15. Auguft. Die Grundsteinlegung zu dem Bismarckturm auf dem Taufstein soll im nächsten Monat erfolgen. * Nidda, 15. Auguft. Die Obst aussichten sind, was Birnen und Zwetschen oetrifft, gute; Aepfel dagegen gibt es nur ein geringes Quantum, dazu sind sie durch bielen Regen rissia und fleckig. * Butzbach, 15. Auguft. Schwerer Unglüdsfall. Gestern Nachmittag stürzte der 59jährige Dachdecker Joh. H. Heyd 1. von dem Dache eines Aufseherwohngebäudes an der hiesigen Bellenstrafanstalt so unglücklich ab, daß er sofort tot war. * Bad Salzschlirf, 15. August. Die mit einem Kostenaufwand von einer halben Million neu hergestellten Anlagen am Bonifaziusbrunnen sind nunmehr vollendet. Die Einweihung der neuen Brunnenhalle findet am 18. Auguft statt. * Lauterbach, 15. Auguft. Vom 11. bis 14. Oftober wird hier eine Obstausstellung für die Kreis: Alsfeld und Lauterbach abgehalten werden. * Seligenstadt, 15. Aug. Zum Lustmord. Ein gestern in Bellhausen zugereifter Mann behauptete hartnäckig, den Mörder der Frieda Weyh genau zu fennen. Er habe mit ihm in Roßdorf während der vorlegten Nacht die Schlafstelle geteilt, wobei ihm der Verbrecher die Bluttat anbertraut habe. Man brachte den Mann in das Amts: gericht Seligenstadt, wo er seine Behauptungen wiederholen sollte. Dort aber stellte sich heraus, daß man es mit einem schwachsinnigen Menschen zu tun hatte. Die bis jetzt in der Mordoffäre vorgenommenen Verhaftungen mußten sämtlich wieder aufgehoben werden. * Mainz, 15 Auguft. An der Truppenschau vor dem Kaiser auf dem Großen Sande am 22. August werden die R gimenter der Garnisonen Mainz, Biebrich, Wiesbaden, Offenbach, Darmstadt und( voraussichtlich teilweise) Frankfurt und Hanau teilnehmen. Zunächst findet ein Exerzieren der Kavallerieregimenter statt, es folgt ein Gefecht und zum Schluß der Parademarsch. Nach Beendigung des Vorbeimarsches reiten der Kaiser und der Großherzog an der Spiße der Fahnenkompagnie durch die Spalier bildenden Truppen nach dem Großherzoglichen Schloß, wo gefrühstückt wird. * Mainz. Ein eigenartiger Schlupfwinkel für lichtscheues Gesindel wurde hier ermittelt. Als unsere Feld. schüßen vor einigen Tagen eine Razzia in den Festungswerken in der Nähe des Fort Karl" unternahmen gewahrten sie plöglich, daß ein Bündel Reisig, das auf dem Boden lag, sich bewegte, bald darauf hob sich das Reisig in die Höhe und ein männlicher Kopf wurde sichtbar, der aber sofort wieder verschwand, als sich ihm die Feldschützen näherten. Die nähere Untersuchung ergab, daß eine Deffnung, die bei einer Sprengung entstanden war, in einen Minengang des Fort Karl führte und daß man durch diesen Gang hunderte von Metern unter der Erde in verschiedene Forts fonnte. eindringen Durch ortskundige Militärpersonen wurde sofort eine Absuchung des unterirdischen Ganges vorgenommen, es fonnte aber niemand aufgefunden werden. Daß aber in diesen Gängen Personen sich befunden haben, wurde durch Fußabdrücke in dem feuchten Boden und durch andere Umstände festgestellt. Auf einer Tafel, die in dem ange hing, stand geschrieben:" Diebstahl, Einbruch, Buchihaus!" Diese Worte müssen erst fürzlich auf die Tafel geschrieben worden sein. Es soll demnächst eine gründliche Revision der Minengänge veranstaltet werden. * Mainz, 15. August. Die hiest je sozialdemokratische Partei beschäftigt sich mit der Frage der Errichtung eines Arbeiter Sekretariats. Die Kosten dafür sind mit 6400 Mt. veranschlagt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 17. Auguft. Bettweise heiter, meist trocken, Temperatur wenig verändert; mäßige westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 2. && fönnen eingestellt werden: 2 landw. Arbeiter, 1 landw. Magd, 6 Bauschlosser, 2 Schmiede, 1 Elektromonteur, 6 Schreiner, 1 Lackterer, 3 Glaser, 1 Anstreicher, Erdarbeiter, 1 Küchenbursche, 1 Küchenmagd, 1 Kutscher, 2 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen, 2 Laufmädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Elektromonteur, 1 Schreiner, 1 Stellner gegen Vergütung. Es suchen Arbeit: 1 Maschinist oder Heizer, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 2 Wasch- und Buzfrauen, i Flickfrau, 1 Installateur, 1 Auslaufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Kaufmann, 1 Fahrbursche, 1 tassierer- oder Bureaudiener. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratente! Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Kein Mittel Neuralgie, Gesichtsschmerzen. bringt so schnelle Linderung und Heilung als Dr. Rays Nerbol. Einige Löffel voll genügen, um Erfolg zu erzielen. Enthält: Kaliforn. Haferertrakt 50, Fenchel 20, Anis 20, Pomeranzen 20, Baldrianertraft 20, Slyzerin 30, Zucker 30, Bromfalium, Bromnatrium, Bromammonium je 10) zu haben in Apotheken. AL Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. August bis 15. Oftober bon morgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofes wird durch Läuten der Friedhofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine ViertelVergebung von Bauarbeiten. Die zur äußeren Herstellung der alten Univer fitätsbibliothek nötigen Weißbinder und Spenglerarbeiten werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerial erlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreib ſtunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore ge- Herbst- Pferdemarkt zu Gießen. ungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht ofa schlossen. Gießen, den 14. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Bekanntmachung. Durch Beschluß des Kreisausschusses vom 25. Juli 1906 ist der Wilhelm Rieb Ehefran dahier die Erlaubnis zur Ausübung des Gewerbes als Gefindevermieterin erteilt worden. Den Gebührentarif derselben bringen wir nachstehend zur öffentlichen Kenntnis: Am Dienstag, den 11. September 1906, vormittags, findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimer ftraße Pferdemarkt statt. Stallungen sind in der Nähe des Marftes ausreichend vorhanden, wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohakutscher Huhn- Gießen wenden. Für die Prämmiterung des besten Pferdematerials stehen 1670 Mr. zur Verfügung. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Weinhändler Auguft Schwan zu Gießen zu beziehen. Die Breisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 12½ Uhr. Omnibus verbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und zurück Von 10 Uhr ab Konzert und Restauration auf d.m Marktplay. Turnhalle der Stadtfnabenschule eine Am 12. September, nachmittags 2 Uhr, findet in der Verlosung a) für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herritatt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Geschaft in Gießen 5 Mt.; rätschaften, Fahrrädern, Nähmaschinen, Haushaltung- und Gebrauchsgegenständen. b) für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herr schaft nach auswärts 7 Mf., wovon der Dienstbote jeweils 2 Mt. zu entrichten hat. Gießen, den 14. Auguft 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Grummetgras- Versteigerung. Das Grummetgras von den Domanialwiesen der Oberförsterei Wieseck und Gießen wird versteigert: 1. in der Gemarkung Alten- Buseck Mittwoch, den 22. August Ifd. J., vormittags 10 Uhr, in der Wirtschaft des Herrn Otto Rabenau zu AltenBuseck; 2. in der Gemarkung Wieseck Donnerstag, den 23. August 1fd. Js., vormittags 10 Uhr in der früher Dorfeld'schen Wirtschaft zu Wieseck; 3. in der Gemarkung Gießen an demselben Tage, nachmittags 2 Uhr, in der früheren Leib'schen Wirtschaft im Philosophenwald bei Gießen. Gießen, den 14. August 1906. Gr. Oberförsterei Wieseck. Weigand. Gr. Oberförsterei Gießen. J. V: Kutsch, Großh. Forstassistent. Arbeitsvergebung. Die zur Herstellung einer Spülklosettanlage im Mannschaftsgebäude der städtischen Kaserne erforderlichen Maurer, Schreiners und Weißbinderarbeiten sollen Mittwoch, den 22. August, vorm. 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 16. August 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Vergebung von Maurer- und Pflasterarbeiten. Die für den Umbau der Hammstraße zwischen der Unterführung bei Geilfuß und der Wieseckbrücke erforder lichen Maurer- und Pflasterarbeiten wie Versetzen von 275 m Bordsteinen, Verlegen von 200 qm Kleinpflasterplatten, Um- bezw. Neuseßen von Sinffastenauffeßen und Schachtdeckeln, sowie Aufbruchund Wiederherstellung von 400 qm Gossenpflaster, Herftellen von 1940 qm mosaifartigem Kleinpflaster, 1940 qm Chaussierung und 550 qm Stiesbanketten, alles ohne Materiallieferung, sollen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 1 zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das daselbst erhältlich, find spätestens bis zum Montag, den 27. Auguft, vormittags 11 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen, woselbst im Beisein etwa erschienener Bewerber die Eröffnung der Angebote erfolgt. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. Auguft 1906. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Der Generalvertrieb der Lose á 1 Mt. ift dem Herrn Richard Buchacker: Gießen übertragen Girßen, den 25. Juli 1906. Die städtische Pferdemarkt- Kommission: Jean Kirch. Das Verderben der eingemachten Früchte lernt die Hausfrau nicht kennen, wenn zu 10 Pfund mit Zucker eingemachten Früchten oder 5 Liter Essig zu Gurken 1 Düte Reeses Salizyl à 10 Pfg. verwendet wird. Ueberall zu haben, wo Reeses 5Pfg.- Backpulver, Reeses Spar- Puddingpulver und Reeses Vanilinzucker mit Prämienscheinen geführt werden. Lahnkalk- u. Marmor- Jndustrie August Gabriel Jr. Glesson. Kalkwerke: Abendstern. Telefon 84. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken und gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteine D. N. F. GIESSEN Seltersweg 83 GIESSEN Seltersweg 83 offen und können daselbst zum Selbstkostenpreis erhoben werden Die Angebote müssen bis zum Eröffnungstermin am 20. 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