Nr. 242 www.aptersebition: Bien, Selterweg 28. iprechanfchizz. 363. Montag, den 15. Oftober 1906 Gießener 15. Jahrgang Seatibellagon: Oberbeffiche Samtenzeitung( g und bie Gießener Getfenblasen( wöchentlich). 6. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) nabhängige Tageszeitung ( Gießener Beitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. # nthält alle amtlichen Betanntmachungen der Großb. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Bolizeiamtes Gießen und anderer Behörden non Cherkassen Das neueste. Berlin, 14. Ott. Major Fischer ist gestern Abend aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Strafverfahren gegen ihn ist eingestellt. Das ehrengerichtliche Verfahren schwebt jedoch weiter. Geheimrat Dr. Paasche, Vizepräsident des Reiche= tage, hat seine Professur an der Technisches Hochschule niebergelegt und ist aus dem Staatsdienst geschieden, um sich ganz der Politik zu widmen. Posen, 14. Oftober. Heute ist von allen Kanz: In der fatholischen Kuchen ein Rundschreiben des Erzbischofs Stablewski verlesen worden, das betont, daß der Religionsunterricht nur in der Muttersprache der Kinder erteilt werden müsse. Erfurt, 14. Oftober. Hier wurde der dreizehnjährige Schultnabe Hartmann verhaftet, der eingestand, in drei hiesigen Kirchen die Opferstöcke erbrochen und beraubt zu haben. Die Monarchisten proteftieren. Ng. Moskau, 12. Oktober. Der bereits aufgegebene Besuch der englischen Abordnung zur Sympathie fundgebung an die Mitglieder der aufgelösten Duma hat jezt noch ein bemerkenswertes Nachspiel gehabt. Die Moskauer Monarchistenpartei" hat sich unmittelbar an die Adresse des Königs von England gewandt. In dem Telegramm heißt es, die Monarchisten Moskaus erblickten in der geplanten englischen Deputation an den Dumapräsidenten eine Beleidigung des ganzen russischen Volkes. Die Monarchistenpartei gebe sich der Erwartung hin, daß König Eduard seine Antipathie gegen die Entsendung der Deputation ausdrücken werde, die Feindschaft zwischen dem englischen und russischen Volke säen könne, da die Abordnung offenbar den Zweck habe, die Feinde des Kaisers und Rußlands zur Fortsegung ihrer frevelhaften Tätigkeit zu ermuntern. In einem Brief an den englischen Konsul in Moskau weist die Monarchistenpartei darauf hin, daß sie stets bereit sei, Konflikten vorzubeugen, doch würde es ihr schwer fallen, den Unwillen des Volkes zurückzuhalten, falls die englische Abordnung nach Moskau käme. Dieses nach dem Aufgeben des ganzen Planes ziemlich deplazierte Vorgehen ruft die Erinnerung wach an die überraschende Depesche, die vor kurzer Zeit aus Odessa an Kaiser Wilhelm gerichtet wurde. König Eduard wird sich hüten, irgendwie Stellung zu nehmen oder etwa dem sonderbaren Verlangen zu entsprechen, seiner Antipathie in irgend einer Richtung Ausdruck zu geben. Immerhin ist das Telegramm bezeichnend genug für die augenblickliche Lage. Die festlichen Tage sind vorüber, in denen man in Rußland einhellig die erste Duma feierte und ihre Mitglieder für Helden und Weise zugleich erklärte, da man besonders in dem heiligen Mütterchen Moskau die„ Kadetten" für Himmelsboten und für Himmelsstreiter hielt. Die Begeisterung ist geschwunden, die Ernüchterung ist eingefehrt, an Stelle der sanguinischen Urteilslosigkeit ist mäkelnd- abfällige Kritik getreten. Die Schuld an diesem Wandel liegt einzig bei der Duma und den ,, Kadetten." Warum haben sie auch keinen Erfolg gehabt? Warum haben ihre Reden den Ministerpräsidenten Stolypin nicht gestürzt, den Landhunger der Bauern gestillt, dem Bürger Freiheit gebracht und den diebischen Beamten zur Ehrlichkeit befehrt! Das hat man von der Duma erwartet, und das zu leisten war sie verpflichtet, wenn sie auf die Fortdauer der Liebe und Verehrung des russischen Volkes Wert legte. Sich auflösen lassen das war fein Kunststück, das konnte man überall erreichen, wo es eine Revierpolizei und einen Pristaw gab, den eine unmittelbare Aufsicht gegen die Versuchungen der Bestechung stark machte. Schon die Flucht der Aufgelösten nach Wyborg konnte nicht gut mehr als Heldenstück aufgefaßt werden; immerhin aber machten die heftigen Worte des Wyborger Anfrufs noch einigen Eindruck. Freilich nicht lange. Das Wort verhallt und verliert seine Wirkung. Jetzt war die Zeit der Reaktion gekommen. Diese hätte am Ende schneller eingesetzt, wenn nicht auf die Dumaauflösung unmittelbar die interparlamentarische Konferenz in London gefolgt wäre, die den anwesenden Dumamitgliedern lebhafte Huldigungen darbrachte und der russischen Duma die anerkennende Sympathie Europas zum Ausdruck brachte. Vor dem europäischen Ausland hat man hier immer noch großen, wenn auch widerwilligen Respekt. Wenn Europa die Duma preift, so muß etwas an ihr sein, so muß fie gleichfalls preisen, wer in Rußland für seine Person auf europäische Bildung Bert legt. Durch diesen Londoner Zufall hatte die Duma in des Wortes buchstäblichster Bedeutung eine Respektsfrift oder einen Fristrespekt erlangt. Die Frist fand sogar eine Verlängerung, als in England von Vertretern der derzeit regierenden liberalen Partei aus die Absicht ausgesprochen wurde, dem Präsidenten der aufgelöften Duma durch eine Depu tation eine Adresse überreichen zu lassen, die eine Buitimmung zu den Bestrebungen der Duma ausdrücken sollte. Das war eine Art parlamentarischer englischer Intervention, die Aufsehen erregen mußte, schon weil sie die russische Regierung selbst in legenheit brachte. Jetzt aber ist auch die verlängerte Frist iber. Die russische Regierung hat erfahren, was sie ohnehin hätte wissen können, daß die englische Sympathiekundgebung nur eine private Veranstaltung war, und legte sich keine Gene auf, der geplanten Demonstration entgegenzutreten. Sie tat das durch ihre Leute, die Männer des russischen Gedankens", die ,, Patrioten" von der Großfürstenpartei, die Beamten der garnicht mehr heimlichen Nebenregierung, die in Wirklichkeit die Hauptregierung ist. Zunächst hielt man durch allerhand publizistische Vorstellungen die Absendung der englischen Deputation auf, dann verlegte man ihr den Weg nach Moskau, und endlich verstieg man fich zu Drohungen, die in der Depesche an Eduard VII. unberhüllt ausgesprochen werden. Dem außergewöhnlichen Unternehmen der ,, Monarchisten" liegt ein leicht erkennbarer Zweck zugrunde. Man will im Auslande den Anschein erwecken, als sei die Revolution im Verscheiden. Richtig ist, daß die Revolution schwächer geworden ist, daß die Kontrarevolutionäre wieder die Presse beherrschen. Man geht aber zu weit, wenn man annimmt, daß die Revolution schon am Boden liegt. Bis dahin ist noch ein langer Weg. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Einer Meldung aus Straßburg zufolge, soll der Statthalter von Elsaß- Lothringen das Disziplinarverfahren gegen den Prinzen Alexander von Hohenlohe wegen Veröffentlichung der Tagebücher des Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe eingeleitet haben. Die Nachricht wird jedoch verschiedentlich angezweifelt. * Dem braunschweigischen Ministerium ging ein Schreiben des Herzogs von Cumberland zu, worin er bedauert, daß der Kaiser sich außer stande erklärt habe, seiner Bitte näher zu treten. Die zur Ablehnung seines Vorschlages vorgebrachten Gründe könne er in feiner Richtung anerkennen, denn durch die vorgeschlagene Neuregelung der Regierungsverhältnisse im Herzogtum habe sich doch die Rechts- und Sachlage wesentlich geändert. Ganz unerklärlich sei es ihm, inwiefern die Regierungsübernahme seines jüngsten Sohnes im Herzogtum Braunschweig die Interessen des deutschen Reiches gefährden könne. Der Bundesratsbeschluß von 1885 sei doch nur gegen ihn, nicht aber gegen seine Familienmitglieder gerichtet. * Zu den Kolonial- Mißhelligkeiten ist eine Nachricht Interessant, die aus Berliner unterrichteten Kreisen kommt. Dem Hofrat Tesch in der Kolonialabteilung ist durch einen Erlaß des Kolonialdirektors die Funktionszulage entzogen worden, die er für Wahrnehmung der Geschäfte des Kalkulaturborstandes auch dann noch bezogen haben soll, nachdem diese Funktion auf einen anderen übergegangen war. * Ein Berliner Blatt, das manchmal aus amtlichen Quellen schöpft, bringt Andeutungen über Maßnahmen zur Milderung der Fleischteuerung. An eine Aufhebung der GrenzSperre gegenüber solchen Ländern, aus denen Verseuchungsgefahr drohe, dürfe nicht gedacht werden. Wohl aber würde zu prüfen sein, ob die veterinären Einrichtungen und die Sanitären Verhältnisse in dem einen oder andern, namentlich der westlichen Nachbarländer, seit Durchführung der GrenzSperre fich so gebessert haben, daß ohne Gefährdung des Gesundheitszustandes unseres Viehbestandes die Einfuhr von Schlachtvieh etwa unter denselben Vorsichtsmaßregeln gestattet werden könne, unter denen die Einfuhr des vertragsmäßigen Schweinefontingents in Schlesien jetzt bereits stattfindet. Der Gemeinderat in Gera beschloß, die Regierung zu ersuchen, dringend die Oeffnung der Grenzen zur Linderung der Viehnot zu fördern. * Den Bundesregierungen wird in Kürze ein Gesetzentwurf über die reichsgesetzliche Regelung des Apothekenwesens zur Prüfung übersandt worden. Der Entwurf soll hinsichtlich der Apothekentonzession auf dem Grundsatz der Personal fonzession stehen. Der bei den früheren Verhandlungen vielfach erörterte Gedanke, die Apotheken zu verstaatlichen oder zu kommunalisieren, ist in dem Entwurf angeblich ganz unberücksichtigt geblieben. Rufsland. ** Die Maßnahmen der Behörden haben wieder zu Gewalttaten der Revolutionäre Anlaß gegeben, mit denen diese bie Strenge der Polizei beantworten. Es liegen folgende Meldungen vor: Rostow am Don, 12. Oftober. Heute wurden die Geschäftsräume der Firma Friedberg überfallen und beraubt. Sechs Räuber wurden auf frischer Tat festgenommen, ein fiebenter entfam mit 6180 Rubeln. Ein Angestellter wurde bei dem Ueberfall verwundet. Tiflis, 13. Oktober. Bei Durchsuchungen in zwei armenischen Kirchen in Schuscha wurden im Altarraume 29 geladene Bomben, Gewehre, Patronen, Dolche und Säcke mit in Petroleum getränkten Hobelspähnen gefunden, die dazu bestimmt waren, die Kirche in Brand zu setzen. In einer anderen Kirche fand man 17 geladene Bomden. Drei Priester sowie mehrere Angestellte der Kirchen wurden verhaftet. Petersburg, 12. Oktober. Jm Wilnaer Gouverne mentsgefängnis werden politische Gefangene grausamen Beinigungen unterworfen. 26 Gefangene bezeugten vor dem Bezirksgericht, daß vier ihrer Leidensgenossen unter der Folter gestorben sind und acht schwer trant darniederliegen. Balkanftaaten. ** Aus Saloniki wird abermals ein griechischer Nachcakt gemeldet. Eine starke Bande überfiel das Dorf Sestowo im Wilajet Monastir, wo sie zwanzig bulgarische Einwohner tötete und dreißig Häuser niederbrannte. Amerika. ** Die Vertreter- Versammlung des Amerikanischen Arbeiterbundes" nahm eine Resolution an, worin Präsident Roosevelt ersucht wird, der Friedens konferenz im Haag einen Vorschlag zur Beschränkung der Rüstungen aller Staaten der Welt zu empfehlen. Der„ Amerikanische Arbeiterbund" umfaßt über 100 Verbände mit 27 000 Ortsvereinen, die zu sammen 2 Millionen Mitglieder haben. Chile. ** Die Regierung hat einen Gefeßentwurf betreffend den Wiederaufbau der Stadt Valparaiso eingebracht, der die Enteignung der erforderlichen Grundstücke, die Ausführung hygienischer Arbeiten und Arbeiten gegen Ueberschwemmungen vorfieht. Der Staat, die Gemeindeverwaltung und die Eigentümer sollen die Kosten tragen. Der Entwurf erteilt der Regierung die Ermächtigung zur Aufnahme einer mit vier Prozent verzinslichen und alljährlich mit zehn Prozent amortisierbaren Anleihe. Zum Wiederaufbau der öffent= lichen Gebäude sollen zwei Millionen Pesos verwandt werden. Kleine politische Nachrichten. Eutin, 13. Oktober. Dem Provinzialrat des Fürstentums Lübeck ist ein scharfes Gesez gegen die Serien- und Prämienlosgesellschaften zugegangen. Oldenburg, 13. Oktober. Das Deutsche Reich beabsichtigt, in der Nähe von Emden mehrere 100 Heftare Land zu Marinezwecken zu erwerben. Die Verhandlungen haben be= reits begonnen. Darmstadt, 13. Oktober. Es darf als sicher betrachtel werden, daß die Zarin seit Anfang dieser Woche auf Schloß Ingenheim weilt, obwohl ihre Anwesenheit geheim gehalten wird. Dof und Gefellschaft. Zum Ehrendienst beim Kaiser sind während der Dauer seines Aufenthalts in München aus Anlaß der Grundsteinlegung des Deutschen Museums für Meisterwerke der Technik u. a. befohlen: der Generaladjutant des Regenten Kriegsminister und General der Infanterie Freiherr von Horn und der Ministerialbevollmächtigte in Berlin Oberst Freiherr Ludwig von Gebsattel. Der gesamte Ehrendienst wird dem Kaiser bis zur Landesgrenze entgegenfahren. ** ** Auf dem Standesamt Bredeney bei Essen fand am 13. Die Ziviltrauung des Legationsrats Dr. von Bohlen und Halbach mit Fräulein Berta Krupp statt, Trauzeugen waren der Bruder des Bräutigams und der Großindustrielle Artur Krupp aus Berndorff bei Wien. Soziales Leben. x Geschenk für Krupps Arbeiter. Anläßlich der am Montag stattfindenden Vermählung von Berta Krupp erhalten bie Arbeiter der Kruppschen Werke Geldgeschenke im Gesamtbetrage von 600 000 Mart. × Streik in der Metallindustrie. Infolge Ablehnung bon Lohnforderungen sind die Arbeiter in sämtlichen Schnittund Stanzenbau- Betrieben Berlins in den Streit getreten. Bei der Bedeutung, welche der Schnitt- und Stanzenbau für die gesamte Berliner Metallwaren- Industrie besitzt, dürfte diese Lohnbewegung nicht ohne störende Folgen bleiben. Auch in Offenbach stockt der Betrieb. Die Metallwarenfabrikanten bon Offenbach und Umgegend haben ihre gesamten Arbeiter ausgesperrt. Die Kündigung war vor 14 Tagen erfolgt und die in der Zwischenzeit gepflogenen Verhandlungen haben eine Einigung nicht zustandegebracht. Betroffen werden etwa 2000 Arbeiter. Die Schleifer in der Metallindustrie hatten schon vor drei Tagen die Arbeit niedergelegt. Banditenberrfchaft in Michelsdorf. M § Hirschberg i. Schl., 13. Oft. Wegen Mordes an den Dienstknecht Baul Nixdorf in Michelsdorf wurde der Arbeiter Felix Büchner zum Tode, der Bäckergeselle Gustav Moschinsky( der bei der Begehung des Mordes das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hatte) a 15 Jahren Gefängnis und der der Beihilfe be schuldigte Schleifer Gustav Schulz zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrberluft verurteilt. 33. FESORE st er 111 en BEE ng m. List Ich lief nämnhan Endlich, mich nun im Schatten der Mauern bis wieder an das Haus Raum war ich um die Ede, so machte ich Kehrt und rückwärts horchend und von Zeit zu Beit auch zurück blickend. dem Hause vorbet bis um die nächste Straßenede, dabei aber an, um meinen Vogel hervorzuloden. in eine dunkle Straße geraten. Ich wandte nun einen unbestimmten Begriff hatte, denn wir waren unmerklich Berfolgter in einem Hause, von dem ich im Augenblid nur als mir fast bie Kraft versagte, verschwand mein flufliches Windspiel gelten und ich für eine Straßenlokomotive. schlich antragte. fonnte, um ihn an mir vorbei zu lassen. Vorteil wahr, ging langsam zurüd, machte plöglich einen ihn also etwas zurüdgehen, bis ich einen Seitenweg gewinnen nicht an mir vorbeikonnte, ohne mich zu streifen. Ich hieß wiederum war die Passage, in der ich stand, so eng, baß er legen, ohne mich selbst der Vernichtung preiszugeben; hinAber wie? Ich durfte meine Waffe nicht aus der Hand nichts aus ihm heraus. Nun galt es, ihn dingfest zu machen. fei: t. Um eine lange Geschichte kurz zu machen, ich bekam Jenes Weib foute mun ganz und gar unschuldig Er nahm seinen So lerne es benn von mir. st bie felin wiberfpenftig für deinen Rat. Hohen Felsen empor. und rief mit donnernder Stimme: Koran zum Trotz will ich meine Eselin behalten." ,, Aber die Morgengabe! Meine Biaster! stehen, streckte wie drohend seine Hand gegen die Mühle aus ledigt nur der Tor ist darauf versessen, sie zu zähmen." und sträubt sich, fo ist der ein Weiser, der sich ihrer entAuf seinen Stab gesti, Biegung des Weges blieb er Gehe, wandere, wallfahre gen Osten! Dem der Derwisch langsam die Yakub Khair, Allahs Besten Dant einer Schritten einer stabe Schlich ben Berghang wieder hinab, und als Diener Allahs zu beleidigen. schrie Yakub, man hat mich bestohlen'" weißem Haar hielt bie erregten Verwandten davon ab, den wollte ihn verfolgen, nach ihm schießen; ein Oreis in Alber mit Bohra in ben Armen einer tiefen Schlucht zugeeilt. Man eilten mit drohenden Gebärden herbei. Vangheli aber mar an fein Herz brüdte. Die Hochzeitsgäste " tife, ufe 1" Aber er stahl mir mein Gelb, Derwisch stürmisch Sobraz mahub fab er, wie sie ber und raubte mir mein Entfehliche Zustände deckte der mit der Verurteilung der Mörder beendigte Prozeß auf. Die Leiche des Nixdorf wurde am 11. Rovember des vergangenen Jahres in grauenerregendem Rustand aufgefunden. Der Unterleib der Leiche wies mehrere Stichwunden auf, sodaß die Eingeweide fast heraustraten, im Naden war eine Schußwunde zu finden, die Kopfhaut war mit einem Messer getrennt und dann mit Gewalt heruntergerissen worden, sodaß fie wie Lappen zu beiden Seiten herabhing. Der Ermordete war im Michelsdorfer Rettungshause erzogen worden. Die Verurteilten waren ebenfalls ehemalige Zwangszöglinge des gleichen Hauses. Das etwa 400 Einwohner zählende Dörfchen Michelsdorf liegt im schlesischen Kreise Landeshut, hat berhältnismäßig biele industrielle Betriebe und gewinnt ein besonderes Charakteristum durch das Rettungshaus für verwahrloste jugendliche Elemente. Die Försorgezöglinge werden nach der Entlassung aus der Anstalt noch eine zeitlang der Beaufsichtigung und Kontrolle unterworfen. Zu diesem Zwecke sucht man Unterkunft und Arbeit für sie im Dorfe selbst oder in der unmittelbaren Umgebung. Ein nicht unerheblicher Prozentsatz der jüngeren Arbeiterbevölkerung jener Gegend besteht infolgedessen aus ehemaligen Fürsorgezöglingen. Dieser Umstand hat nun einen geradezu haarsträubenden Niedergang der Moral- und Sicherheitsverhältnisse herbeigeführt, dessen plötzliche Beleuchtung zu den ernsthaftesten Bedenken über die Zweckmäßigkeit der heutigen Fürsorge- Erziehung Veranlassung gibt. Ob bei allen ähnlichen Anstalten die Zustände die gleichen sind, bleibt einstweilen fraglich. Jedenfalls wurde Michelstadt und seine Um gebung von dem Auswurf der entlassenen Zöglinge des Rettungshauses zu einer Gegend des Schreckens gemacht, in der ein zweiter Buffalo- Bill treffliche Studien zu einem deutschen Wild- West" machen könnte. Die gebesserten" Fürsorgezöglinge bilden ein Konsortium, gegen dessen Angriffe weder Greis noch Kind, weder die Heranwachsende weibliche Jugend noch die Häuser ruhiger Bürger gesichert sind. An den Sonntagabenden wagt sich taum ein Mensch auf die Straße. Jeden Augenblick muß er eines Ueberfalls und schlimmster Mißhandlung gewärtig sein. Auf allen Tanzböden ist die Schlägerei mit Messer und Revolver landesüblich. Gemeinsam werden Einbrüche berübt, die Beute schleunigst in Kneipen und auf Kirmes= festlichkeiten verjubelt. Besonders gewaltige und deshalb gefürchtete Zunftkoriphäen, wie der Mörder Büchner, tuen sich als Anführer und Hauptleute hervor. Wer ihm unter den Genossen widerspricht oder nicht widerstandsLos sein Gut ausliefert, erhält einen Messerstich. Alle Mädchen im Dorfe stehen Büchner zu Gebote, wie eine Zeugin aussagte, schlimme Drohungen, denen unter Umständen die Zat folgt, unterstützen den Dorf- Don- Juan bei seinem Treiben. Seine Freunde, wie er aus dem Rettungshause gekommen, geben ihm nur wenig nach. Zeuge Korbmacher Jochmann, ein 70 jähriger, am Stocke gehender Mann, ist an drei Sonntagen von den Michelsdorfer Fürsorgezöglingen belästigt worden, Er nannte die Zöglinge nur noch Rettungsbande". Zeugin Marie Kirchner ist öfters von den Fürsorgezöglingen mit Redensarten behelligt worden. Prügeleien, Lärm und Spektakel waren an der Tagesordnung, so daß sie sich fürchtete, abends allein nach Hause zu gehen. Die Zeugenvernehmung gab ein wüstes Bild sittlicher Verkommenheit. Die Angeklagten hatten vor dem aus Berlin herbeigerufenen Kriminalkommissar ihre Schuld eingestanden, jezt leugneten sie alles. Mehrere Zeugen ändern bei jeder Befragung ihre Angaben und sind bereit, jedesmal wieder zu schwören. Alles fürchtet sich sichtlich vor der Rache der Verbrecher oder ihrer Kumpane. Der ermordete Niedorf wird als ein schwacher, haltloser Bursche geschildert, der wahr. scheinlich das Geld, um dessentwillen die mit ihm befreundeten Verurteilten ihn gräßlich abschlachteten, durch einen Einbruchss diebstahl erwarb, während die andern Schmiere standen. Kriminalkommissar Genat aus Berlin äußert sich über seine Erfahrungen bei der Vernehmung der Zwangszöglinge. Etwas so ungeheuerliches habe er noch nicht erlebt und hoffe es niemals, auch nicht in der Großstadt wieder zu erleben. Er habe es in seinem Dezernat nur mit schweren, gewerbsmäßigen Verbrechern zu tun und sei seit längerer Zeit in der Großstadt tätig, etwas derartiges an Zeugenmaterial habe er aber noch nicht gefunden. Die Fürsorgezöglinge bilden geradezu eine Korporation, deren Angehörige untereinander verschworen sind und denen es nicht darauf ankommt, einen Meineid zu schwören, sofern es sich um das Wohl und Wehe eines der ihrigen handelt. Das Verhalten der Zöglinge war geradezu efelerregend und im höchsten Grade typisch. Besonders widerlich war die Verquickung mit religiösen Phrasen bei fast allen Jungens. Alle erklärten immer wieder So wahr ein Gott im Himmel lebt. In Variationen wiederholte fich das fortwährend, in Wirklichkeit logen die Zöglinge gröblich. Die meisten Zögs Inge gaben später als Motiv für ihr Lügen oder Schweigen an, daß sie sich gefürchtet hätten. † Ungemütliches aus Kiel. Räuber haben in einer Villa am Schwanenweg in Kiel einen Einbruchsdiebstahl verübt, den Sohn des Besitzers geknebelt und das Haus, nachdem fie Wertsachen und Bargeld an sich genommen hatten, in Brand gesteckt. Die Diebe find entkommen; das Feuer wurde von herbeigeeilten Wächtern der Schließgesellschaft gelöscht. Es ist dies der sechste Einbruchsdiebstahl, der in Niel seit kurzem vorgekommen ist. + Ein verrücktes Automobil. In München fuhr ein] Automobil über den Marienplay, als ihm ein Fuhrwerf entgegenfam. Jm Bestreben, ihm auszuweichen, geriet das Automobil auf das Trottoir und fuhr in das Auslagefenster eines Warenhauses derart, daß nicht nur die große GlasScheibe zertrümmert, sondern auch die Eisenkonstruktion verbogen und beschädigt wurde. Die entstandene Bestürzung und Berwirrung benützte der Führer des Automobils, um schleunigst zu verduften. Das Interesse an dem Prozeß ist mit der Verurteilung der Mörder nicht erschöpft. Denn es wird eine ernste Prüfung der Frage stattfinden müssen, ob man mit den bisherigen Erfolgen der Fürsorge- Erziehung sich zufrieden geben soll, ob nicht mancher jugendliche Sünder verstockter die Anstalt verlt, als er fie betreten hat. Die schwere Gefahr, die eine Häufung derartiger Elemente für ganze Gegenden bringen kann, zeigt sich in ganzer Schwere im Michelsdorfer Mordprozeß. Nab und fern. † Ueber das Grab hinaus. Die Braut des Finanzwach- Oberaufseher Beier in Rumburg hatte vor Jahresfrist Selbstmord begangen, weil ihre Eltern gegen eine Verbindung mit Beier waren. Dieser konnte den jähen Tod des heiß geliebten Mädchens nicht verwinden. Ein Jahr nach dem Sterbetage seiner Geliebten schmückte er ihr Grab mit Blumen und erschoß sich am Grabe. † Unfall auf der" Borussia". In einem Schacht der Beche Borussia" lösten sich beim Ausmauern Schachtringe durch hereinbrechendes Gebirge. Drei Leute, darunter ein Steiger, wurden getötet, vier verletzt. † Drohender Einsturz. Das in der Rue Bozaris in der Nähe der Buttes Chaumont im Bau befindliche Gewölbe der Pariser Untergrundbahn hat auf eine Strecke von 30 Metern nachgegeben. Man befürchtet, daß es gänzlich einstürzen wird. Mehrere benachbarte Häuser, die ernstlich bedroht erscheinen, müssen geräumt werden. † Robis Automobil verunglückt. Auf einer Fahrt von Berlin nach Dresden mußte der Rennfahrer Thaddäus Robl auf der Chaussee bei Prößen einem Fuhrwerk ausweichen. Dabei raste das Auto, das Robl steuerte, gegen einen Causseebaum, sodaß dieser entwurzelt, die Insassen in den Graben und auf das Feld geschleudert und der Wagen zertrümmert wurde. Robleblieb völlig unversehrt. Sein Chauffeur hatte nur Hautabschürfungen im Gesicht und an den Händen erlitten, sein Manager Kühneband aber war bewußtlos liegen ge= blieben. Man brachte ihn nach Elsterwerda, wo im Krankenhaus ein Schädelbruch sowie ein Bruch des linken Armes festgestellt wurde. Sein Zustand ist nicht unbedenklich. † Der Tod des Salonlöwen. Ein bekannter Gesellschaftsheld in Rio de Janeiro, Viscount Ameida ließ sich nach einem Bechgelage von Löwen zerreißen. Ameida hatte die Löwen einer reisenden Menagerie entlehnt und gestand, als er in Sterbendem Zustande weggebracht wurde, daß er in sensationeller Weise sterben wollte, wie er gelebt habe, da er des liederlichen Leben müde sei. † Brand auf einer Werft. In der Nacht brach in dem Tafelschuppen der Rostocker Neptunwerft Feuer aus, das jedoch nicht weiter um sich griff, da der Schuppen isoliert stand. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. In dem abgebrannten Schuppen befand sich auch die Tischlerei; der Schaden beläuft sich auf einige hunderttausend Mark. † 1906 er Grünberger. Der„ Heurige hat in Grünberg eine recht ergiebige Ernte zu verzeichnen. Mehrere Wein gutsbefizer haben von einem Viertel Trauben( 500 Pfund) 14 Kannen 190 bis 195 Liter Most gehabt. Die Quantität hat sich als über Erwarten günstig erwiesen. Auch die Qualität ist viel besser als man zuerst vermutete, sodaß der 1906 er als ein guter, trinkbarer Wein in den Handel kommen dürfte. Die Fäulnis hat der Qualität keinen Abbruch getan. Der Preis ist pro Viertel von 40 auf 45 Mark gestiegen; für ausgelesene Champagnertrauben werden 15 Mark mehr gezahlt. † Folgen einer Ohrfeige. Im Verlauf eines Streites gab der Gärtnervolontär Schwark in Stendal dem Lehrling Kiesewetter eine Ohrfeige. Am andern Tage wurde lezterer tot im Bette aufgefunden. Eine Gehirnerschütterung hatte dem Leben des jungen Mannes ein Ende gesetzt, und diese mar, wie ärztlicherseits festgestellt wurde, eine Folge der Ohr. feige. Schwart wurde in Haft genommen. † Tod in den Bergen. Zwei Söhne der Familie Lachmann aus Hamburg unternahmen von Meran aus einen Aufstieg in die Berge. Dabei stürzte der 22 jährige stud. phil. Edmund Lachmann ab und war sofort tot. Es wurde eine Expedition zur Bergung der Leiche ausgerüstet. CI € † Der Streit um die Prinzessin Pia Monika von Sachsen. Gräfin Montignoso, die ehemalige Kronprinzessin von en soll ihr Töchterchen entsprechend abgeschlossenem Vertruge herausgeben, aber auf das ihr damals eingeräumte Recht verzichten, in Zwischenräumen alle ihre Kinder zu sehen. Der Hof ist der Ansicht, daß die Gräfin durch das in der letzten Zeit von ihr geführte Leben alle Rechte verscherzt habe, bietet ihr aber eine erhebliche Geldentschädigung. In der Angelegenheit schweben zurzeit wieder Verhandlungen. † Raubmord an einem Arbeiter- Invaliden. In Jütjendorf bei Trebbin wurde der 63 jährige Arbeiter Friedrich Balz erschossen in seinem Bett aufgefunden. Ein Geldbetrag sowie ein Sparkassenbuch wurden in der arg verwüsteten Behausung von den Tätern geraubt, deren Spuren in Berlin verfolgt werden. Bunte Tages- Chronik. Solingen, 13. Oktober. Auf dem von der Stadt eingerichteten Fischmarkt herrscht sehr starker Andrang. Eine Wagenladung Seefische war mittags fast ausverkauft. Für Schellfisch wurden 9 bis 30 Pf. das Pfund bezahlt. Bozen, 13. Oktober. Hier starb heute der Priester Baleisis. Es wird behauptet, daß er ein russischer Großfürst und zwar ein Sohn des Großfürsten Michael, des Bruders des Zaren Alexanders II., gewesen sei. einem Schmelztiegel oder Topf, Feilen, Schere, Zange und sonstigen fleinen Werkzeugen ausstattet. Als Arbeitsmaterial braucht er nur Gips, etwas Talg oder Wachs, eine echte Münze und Metall zum Gießen der falschen Stücke, gewöhnlich ein paar alte Zinnlöffel oder dergl. Das ganze Handwerks zeug nimmt wenig Kaum ein, die Fabrikation macht keinen Lärm, der den Falschmünzer der Nachbarschaft verraten tönnte und wenn Lampen kommen", d. h. wenn Gefahr droht, läßt sich mit wenigen Griffen die ganze Geschichte verstecken. Die Herstellung der falschen Stücke ist sehr leicht; der Fälscher nimmt nur eine Gipsform von dem echten Mode und gießt das geschmolzene Metall in die Form, um die noch weichen Stücke dann mittelst Schere, Feile und Pinzette glatt zu rändeln oder mit Kerbrand zu versehen. Budapest, 13. Oktober. In einem hiesigen Hotel erschoß fich der Oberleutnant Bela v. Jenny vom Husarenregiment Nr. 15 in Miskolcz. Es liegen Anzeichen vor, daß der Offizier die Tat im Zustande momentaner Geistesstörung verübt hat. Hus der falfchmünzer- Werkstatt. ( Von einem Kriminalisten.) Ein gutes Geschäft. Das Handwerkszeug.. Alte Zinnlöffel. In der Dämmerstunde. Falsche Männer". Großbetrieb. Geld aus Glas. Nächtlicher Sput. Banknoten Fälscher. Sicherer Weg zum Zuchthaus. - - 17 Die Chauffenre fr Werner, der vo ers übertrat, teilt Oberwagenführer egen 8 Mart oder Pots 3 bis 4 Monate i me für den Neft des erhält Werner no Beleuchtung, freier her Beamter if, so if den Fall feines er folge Alters, fondern fall uft. Dienftunfäl = Der schnellite ichen Berlin und Ditober d. J. verfe Berlin- Frankfurt- Bajel tie Riefenftrede Berlin 8 Stunden dazu nöf tiefer D- Bug eine Ge Die Ausgabe der falschen Stücke besorgt der Verbrecher meist in der Dämmerstunde. Er ist dann sicher, daß die Verkäufer in den Geschäften, bei dem mangelhaften Licht, die Geldstücke nicht so genau prüfen und tatsächlich gelingt die Ausgabe oft genug, namentlich in kleineren Geschäften. Trogdem ist es sehr leicht, wenigstens in den meisten Fällen, die Fälschung zu erkennen. Die falschen Männer" sind gewöhnlich leichter als die echten Münzen und fühlen sich fettig an. Der Kerbrand ist selten genau und die Prägung nicht so far, wie bei den echten Stücken. Durch Aufschlagenlassen des Geldstückes ist außerdem schon am Klang meist die Fälschung wahrnehmbar. Es gibt also fein besseres Mittel gegen die Falschmünzerei, als Aufmerksamkeit seitens jeden, der Geld in Empfang nimmt. Vor einigen Tagen ist in Berlin eine gefährliche Falschmünzerbande festgenommen worden, die falsche Zweimarkstücke angefertigt und in Umlauf gesetzt hatte. Derartige Verbrechen fommen noch immer häufig genug vor, obgleich§ 146 des deutschen Strafgesetzbuches mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren denjenigen bedroht, der inländisches oder aus ländisches Metallgeld oder Papiergeld nachahmt, um das nachgeahmte Geld als echtes zu gebrauchen oder sonst in Verkehr zu bringen." Die hohe Strafe schreckt den Falschmünzer nicht ab, denn das Fabrizieren falschen Geldes ist einfach, wenig kostspielig und die Gefahr der Entdeckung nicht so groß als man gemeinhin glaubt. Wenn auch früher oder später die Polizei auf die Bande aufmerksam wird, so hat der Fälscher inzwischen doch schon ein gutes Geschäft gemacht; wie leicht das ist, beweist die Praxis der eben in Berlin entdeckten Gesellschaft. An einem einzigen Abend haben die Mitglieder dieser Bande 18 von 23 falschen Stücken an den Mann gebracht. Stunde. = Berprügelte G hindhen Streifte dieje Bauernfrauen, ohne bie Frauen anfchidten, dinnex über die bam das in feiner Wiejenfti Bublifum ausnahmswe ( Bauern) und man dra ein. Einer der hilfsber eine Tradit Prügel, un madhen, in der großen fangen fie gerade aus Nationalhymne:„ Ein fid- teit!" Wird die Fälschung in größerem Maßstabe betrieben, ins dem die Verbrecher mit Prägestempeln nach Art der Münzen arbeiten, so werden allerdings die Falsifikcte genauer und von echten schwerer zu unterscheiden. indessen erfordert die Anfertigung in dieser Weise größere Apparate und läßt sich nicht geräuschlos im Hause verberga.: die Gefahr der Entdeckung ist also größer, weshalb die meisten Falschmünzer die Handarbeit vorziehen. Im Auslande, wo gefälschtes Geld ziemlich alltäglich ist, namentlich wenn die Legierungen der echten Münzen und ihre Prägungen minderwertig sind, haben es die Falschmünzer sehr leicht. Der gefährlichste Falschmünzer arbeitet ohne Komplizen, um vor Plauderern sicherer zu sein und den Verdienst allein zu haben. Sein Handwerkszeug ist so einfach wie möglich. In einem Kellerlofal schlägt er seine Werkstatt auf, die er mit einem Tisch im Notfall tut es auch eine Kiste - In Paris wird scherzweise behauptet, daß echte Zehnsousstücke überhaupt nicht im Verkehr seien, so stark sind die Fälschungen vertreten. Vor kurzem hat man dort eine ganze, aus mehr als 60 Personen bestehende Gesellschaft aufgehoben, die Zehnfrankstücke aus Glas herstellte und diese Fälschungen auf galvanischem Wege mit einer dünnen Vergoldung versah, ein Verfahren, das also schon eine ziemlich umfangreiche Werkstatt erforderte und daher nicht lange verborgen bleiben Ionnte. Auch in Italien, im Orient und namentlich in Spanien blüht die Falschmünzerei. In Madrid existierte längere Zeit in einer abgelegenen Straße ein„ Sputhaus", das niemand mieten wollte, weil dort nächtlich ein Gespenst umgehen sollte. Schließlich a. sich doch ein beherzter Mieter; am Abend seines Einzuges hörte er wirklich um Mitternacht Kettengerassel und dumpfes Geräusch. Er ging aber der Sache nach und siehe da, im Keller des Hauses hatte sich eine Falschmünzerbande einlogiert, die ihre Wohnung| monatelang geschickt unter dem„ Sput" zu verbergen gewußt hatte. Nachdem die Polizei die Bande festgenommen hatte, hörte natürlich der Spuk auf. Gegen den Fälscher von Papiergeld, Checks 2c., ist der Metallgeldfälscher ein Stümper. Während zu letzterem Metier feine Fachkenntnisse nötig sind, erfordert das Fälschen von Banknoten, namentlich unserer elegant ausgestatteten deutschen, schon einige Kunst. Es werfen sich daher oft genug leider Graveure, Lithographen und Zeichner auf das lukrative, aber gefährliche Gewerbe und es sind oft Fälschungen von Papiergeld aufgetaucht, die selbst dem Kenner Kopfzerbrechen verursachten. Bei der Erkennung solcher Fälschungen spielt aber die Photographie eine dankenswerte Hauptrolle. Die kleinsten Abweichungen in der Zeichnung, in der Schrift, in der Form oder Größe der Zahlen und Buchstaben gegen die auf echten Scheinen werden durch die photographische Aufnahme verraten. Uebrigens blüht die Falschmünzerei im großen Style dann am besten, wenn der Metallpreis finkt. Die jetzt verschwindenden Taler z. B. hatten lange Zeit, infolge des Sinkens der Silberpreise nur einen Metallwert von 1½ Mark. Ein Falschmünzer hätte also leicht falsche Taler in der richtigen Legierung anfertigen fönnen und dabei immer noch fast 12 Mark am Stück verdient. Es ist sogar borgekommen, daß im Auslande falsches Geld hergestellt wurde, das echter war als das echte, d. h. sogar viel mehr Silber enthielt; trotzdem wurden natürlich die unberufenen Verfertiger bestraft. Das Falschmünzen ist unter Umständen kein schlechtes Geschäft, es kann aber keinem geraten werden, sich darauf einzulassen, denn wenn er gefaßt wird, winkt ihm unfehlbar das Zuchthaus; früher wurden die Falschmünzer sogar ge hängt oder verbrannt und im Orient soll derartiges noch heute vorkommen. Also lieber nicht! B Vermischtes. Blindenfürsorge. Die Königin von Rumänien hat den Plan gefaßt, für die Blinden ihres Königreiches eine Blindenkolonie zu errichten. Die etwa 20 000 armen Blinden Rumäniens sollen eine Arbeit erlernen, die sie zu Hause ausüben können. Die Tätigkeit der Blinden soll nicht nut auf die Arbeit ihrer Hände beschränkt sein, sondern sie werden auch geistige Werke schaffen können mit einer neuen Art von Schreib- und Druckmaschinen, die ein blinder Sekretär der Königin, Theodorescu, erfunden hat und die alle anderen derartigen Systeme übertreffen soll. = Seure Streichhöl bambier La Lorraine fd berriden. Denn auf de Sabre nach Newyork ma Ereidholz mehr an ten Klaffe zahlten fin Chatel. Im Zwische Batet mit zehn Schad tioniert wurde. Au Mangel. Die reichen A gefahren waren, erklärter ben Fuß auf ein franzö ben Schiffen anderer Nat mog.fei = Eine gläserne Uhr ist seit einiger Zeit in einem Uhrenladen Leipzigs ausgestellt. Sie besteht in allen ihren Teilen, außer den Federn, aus Glas und wurde von einem 71 Jahre alten Glasarbeiter in Theresiental( bei Neubistritz in Böhmen nach sechs Jahre langer mühseliger Arbeit fertiggestellt. Das Werk kann man ohne Mühe ganz durchschauen, sodaß man sämtliche Räder, fein in Schliff und Politur neben- und hintereinander ineinander greifen sieht. Das Ganze erscheint wie aus feinſtem, Klarstem Kristall gegossen. = Die Exhumierung einer Frauenleiche zwecks deren Ueberführung nach Newyork hat auf dem alten Friedhofe in Stettin stattgefunden. Es handelte sich um die Leiche der im Jahre 1884 in Prenzlau verstorbenen und in Stettin beis gesetzten Hauptmannsfrau Carrie von Alvensleben, deren Gatte, Oberstleutnant von Alvensleben, erst im vergangenen Jahre seiner Frau im Tode gefolgt ist. Die Ueberführung erfolgte auf Wunsch der in Newyork lebenden Mutter der Verstorbenen. Da der eichene Sarg nicht mehr transport fähig war, mußte er durch einen neuen ersetzt werden; während der innere Zinkjarg noch verwendet werden konnte. = Ameritas Eisve Laerifaner längst zum ifts mehr vom Charal berzeugung übertrifft imes andern Landes um febt zwar nur für S 294 000 Kurztonnen 3304 000 Doll. erzeugt bird die Hälfte alles Benobscot und nament ponnen; so stammten Raine und 4 300 000 To feinen jährlichen Ge Commen zu schließen, too 1-3000000 Tonnen ab n Maine und am Huds abre 1899 gegründeten zahlreiche Kunfteisfo Der Großhe Anbibter bei dem La Gator Brüel zu Berigt ernannt und ridt Gießen Eug mtsgerichtsrat erteilt 林 Der Großhe den Gymnasialdirekto um Vortrag den Bräsidenten des Min ferner eine Deputation Ibach, bestehend aus de Lednifer Starter bon tehnifer Heiland. * Die Landwirt ierung von der Regie bormittags 11 Uhr, in Landflände einberuf * Die Entla Lehrerjeminaren. In der Frf. Btg eriche in Helfen zur einer Verfügung fange prüfungen an at zu Oftern, gehalt et als Lehrer berman Werdings muß mit d enten Hälfte des Ja Degen des Lehrermang Referenten der Schulab Brüfungen und weil di bor dem 15. März be auf die ebent. zum termine find übrigens ** Bir berfehlen lie im amtlichen Eril Belanntmachung des B Loreinfahrten, ho ** Budrude Sienen die Mitglieder Berbandes der de Abend abgehalten nung die Stellung Babfenvertreter des ilen, Schere, Bange und ttet. Als Arbeitsmaterial oder Wachs, eine edite alfchen Stüde, gewöhnlich Das ganze Handwer Fabritation macht teinen Nachbarschaft verraten en", d. h. wenn Gefahr ffen die ganze Geschichte hen Stüde ist sehr leicht; em von dem echten Model in die Form, um die nod Here, Feile und Pinzette zu versehen. te besorgt der Verbrecher t dann sicher, daß die Bere mangelhaften Licht, die und tatsächlich gelingt die Eleineren Geschäften. Trup in den meisten Fällen, die schen Männer" find ge nzen und fühlen sich fettig und die Prägung nit Durch Aufschlagenlassen on am Klang meist die also fein besseres Mittel merksamkeit seitens jeden, em Maßstabe betrieben, ine eln nach Art der Münzen alfifitete genauer und von dessen erfordert die An pparate und läßt sich nicht Die Gefahr der Entdeckung n Falschmünzer die Hand vo gefälschtes Geld ziemlich ie Legierungen der echten derwertig sind, haben es uptet, daß echte Zehnsous = seien, so start sind die hat man dort eine ganze, de Gesellschaft aufgehoben, elte und diese Fälschungen Dünnen Vergoldung verfah eine ziemlich umfangreide t lange verborgen bleiben Orient und namentlich in i. In Madrid existierte Straße ein„ Sputhaus", dort nächtlich ein Gespenst sich doch ein beherzte ges hörte er wirklich um mpfes Geräusch. 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Werner erhält 3600 Mart Figum, egen 8 Mark Tagegeld bei Abwesenheit des Kaisers oder Potsdam. Da fich des Kaisers Hoflager mur 3 bis 4 Monate in Berlin aufhält, ist diese Nebeneinnahme für den Rest des Jahres noch recht bedeutend. Außerbem erhält Werner noch freie Kleidung, Wohnung, Heizung und Beleuchtung, freien Arzt und Apotheker. Da er faiserlicher Beamter ist, so ist er auch pensionsberechtigt, nicht nur für den Fall seines erzwungenen Austritts aus dem Dienst infolge Alters, sondern auch, falls er durch Krankheit, einen Unfall usw. dienstunfähig werden sollte. = Der schnellste Zug in Deutschland war bis jetzt der zwischen Berlin und Hamburg verkehrende D- Zug. Ab 1. Oktober d. J. verkehrt jedoch ein neuer D- Bug zwischen Berlin- Frankfurt- Basel- Mailand. Dieser Blizzzug bewältigt die Riesenstrecke Berlin- Mailand in 23 Stunden, bisher waren 48 Stunden dazu nötig. Zwischen Berlin und Halle erreicht dieser D- Bug eine Geschwindigkeit von 88 Kilometer in der Stunde. - Verprügelte Samariter. Auf der Oktoberfestwiese zu München streifte dieser Tage ein Samariterautomobil zwei Bauernfrauen, ohne sie jedoch zu verlezen. Während sich die Frauen anschickten, mit verschiedenen herbeigeeilten Freundinnen über die damischen Stadtfräck" zu schimpfen, nahm das in seiner Wiesenstimmung stets unberechenbare Münchener Bublifum ausnahmsweise einmal Partei für die„ Gscheerten" ( Bauern) und man drang auf die ,, Sanitäterer"" mit Stöden ein. Einer der hilfsbereiten Samariter erhielt auch wirklich eine Tracht Prügel, und, um die verkehrte Welt voll zu machen, in der großen Bierburg, vor der gerauft wurde, fangen fie gerade aus vollem Halse die neue Münchener Nationalhymne:„ Ein Proosit, ein Prooosit der Gemüatlich- teit!" = Teure Streichhölzer. Auf dem französischen Ozeandampfer La Lorraine scheint eine glänzende Organisation zu Herrschen. Denn auf der letzten Reise, die das Schiff von Havre nach Newyork machte, war vom dritten Tage an kein Streichholz mehr an Bord zu haben. Die Passagiere der ersten Klasse zahlten fünf bis zehn Franken für eine einzige Schachtel. Im Zwischendeck hatte man nämlich noch ein Batet mit zehn Schachteln gefunden, das regelrecht berauttioniert wurde. Auch an Getränken war erheblicher Mangel. Die reichen Amerikaner, die mit der La Lorraine gefahren waren, erklärten, daß sie in ihrem Leben nicht mehr den Fuß auf ein französisches Boot sehen würden, da auf den Schiffen anderer Nationen eine derartige Lodderwirtschaft unmöglich sei. = Amerikas Eisverbrauch. Das Eis zählt für den Amerikaner längst zum notwendigen Hausbedarf und hat ichts mehr vom Charakter eines Lurusartikels an fich. Die Siserzeugung übertrifft deshalb auch zweifellos die irgend ines andern Landes um ein vielfaches. Eine sichere Statistil esteht zwar nur für Kunsteis, von dem im Jahre 1900 1294 000 Kurztonnen à 900 Kilogramm im Werte von 13 304 000 Doll. erzeugt wurden. Nach einem Zensusbericht bird die Hälfte alles Natureises in Maine( in den Flüssen Benobscot und namentlich Kennebec) und im Hudson gebonnen; so stammten i.. 1899 1 326 000 Tonnen aus Maine und 4 300 000 Tonnen vom Hudson. Daraus ist also tuf einen jährlichen Gesamtverbrauch von rund 15 000 000 Connen zu schließen, wobei allerdings bei einer Unterernte 2-3 000 000 Tonnen abzuziehen sind. Die großen Eishäuser n Maine und am Hudson sind allesamt in die Hand des im Jahre 1899 gegründeten American Ice Trust geraten, der uch zahlreiche Kunsteisfabriken befibt. Lokales. ** Der Großherzog hat am 13. Oktober den Bandrichter bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Gustav Brüel zum Landgerichtsrat bei diesem Bericht ernannt und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen Eugen Funk den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. ** Der Großherzog empfing am 13. Oftober den Gymnasialdirektor Dr. Hensel von Gießen; zum Vortrag den Staatsminister Ewald, den Präsidenten des Ministeriums des Innern Braun; ferner eine Deputation des Geflügelzuchtvereins Mom bach, bestehend aus dem Bürgermeister Treber und dem Technifer Karrer von Mombach, sowie dem Betriebstechniker Reiland. * Die Landwirtschaftskammer wird zu ihrer Konftituierung von der Regierung auf Samstag, den 20. 1. Mts., bormittags 11 Uhr, in den Sigungssaal der Zweiten Kammer der Landstände einberufen werden. * Die Entlassungsprüfungen an den Lehrerseminaren. Die„ Darmst. 8tg." schreibt: In der Frff. 8tg." vom 4. 1. Mts. wird berichtet, es herrsche in Hessen zur Zeit ein solcher Lehrermangel, daß nach einer Verfügung der obersten Schulbehörde die Entlaffungsprüfungen an den Seminaren schon Ende Januar, fait zu Ostern, gehalten würden, damit de Abiturienten sofort ais Lehrer verwandt werden könnten. Dem ist nicht so. Allerdings muß mit den fraglichen Prüfungen schon in der oeiten Hälfte des Januar begonnen werden, aber nicht wegen des Lehrermangels, sondern wegen der vielen von dem Referenten der Schulabteilung in fraglicher Zeit abzuhaltenden Brüfungen und weil die genannten Prüfungen mit Rücksicht auf die event. zum Militärdienst eintretenden Abiturienten bor dem 15. März beendet sein müssen. Die Prüfungstermine sind übrigens zur Zeit noch gar nicht festgelegt. ** Wir verfehlen nicht, an dieser Stelle besonders auf die im amtlichen Teil unserer heutigen Ausgabe befindliche Belanntmachung des Großh. Polizeiamts betr. Beleuchtung der Toreinfahrten, Höfe, Hausflure 2c. Hinzuweisen. ** Buchdrucker Versammlung. Vollzählig erhienen die Mitglieder des Dris- Vereins Typographia- Gießen des Verbandes der deutschen Buchdrucker zu der am Samslag Abend abgehaltenen Versammlung, auf deren Tagesobnung die Stellungnahme zum neuen Tarif stand. Der Gehilfenvertreter des 3. Kreises, Dominé Frankfurt, er| - ftattete in einstündigem Referate Bericht über die in Berlin| entwässerungen altes Eisen verkauft und den Erlös mit den gepflogenen Verhandlungen. Der Bericht wurde mit großem Interesse entgegengenommen und dem Redner wurde von den Anwesenden Dank zuteil. Im Allgemeinen war man mit dem Erzielten nicht einverstanden und nach einer längeren Diskussion wurde folgende Resolution angenommen: Die in Gießen tagende Versammlung stellt sich auf den Standpunkt, daß die Tarif- Abmachungen nicht den gewünschten Ansprüchen der Mitgliedschaft entsprechen und sezt voraus, daß die 10prozentige Erhöhung allen Gehilfen zuteil wird und daß der geforderte Lofalzuschlag von 121 Prozent entschieden zur Durchführung gelangt." *** Am gestrigen Sonntag hielt der Hessische Landesverband des Deutschen Flotten Vereins in Worms Der feine Hauptversammlung ab, die gut besucht war. eigentlichen Hauptversammlung ging Samstag- Abend eine Sigung des Landesausschusses voran, an der etwa 50 Herren aus dem ganzen Großherzogtum teilnahmen. Als Vertreter der Präsidialgeschäftsstelle in Berlin war Generalleutnant Serwey erschienen, aus Hessen u. a. die Mitglieder des engeren Ausschusses: Dr. Merck, Oberst Becker, Hauptmann Vollmar, Regierungsrat Dr. Kranzbühler, Rat Sonne und Generalleutnant Korwan. Die Beratungen der Hauptversammlung nahmen einen sehr anregenden Verlauf, besonders wurde auf den Ausbau der Seewohlfahrtspflege hingewiesen. Vom Großherzog lief ein Telegramm ein, in dem er seine Befriedigung über die Bestrebungen des Flottenvereins zum Ausdruck bringt. Im nächsten Jahre wird die Landesbersammlung in Oberhessen abgehalten werden. * Der kürzlich in Gießen gegründete Verein für Säuglingsfürsorge" hat jezt die Errichtung einer Milchküche für Beschaffung guter Säuglingsnahrung angebahnt, um der Sterblichkeit der Säuglinge, die besonders unter der Fabrikbevölkerung sehr groß ist, erfolgreich entgegentreten zu fönnen. X Der evang. Jünglings- und MännerBerein Gießen feierte am geftrigen Sonntag sein 19. Jahresfeft. Es war eine stattliche Zahl Freunde des Vereins erschienen. Der Vorsitzende, Pfarrer Schwabe, führte in seiner Begrüßungsrede u. a. aus, daß im Verein auch Kunst und Wissenschaft, Spiel, Musik und Humor zu ihrem Rechte fämen. Der Verbondspräses der Jünglings bereine im Großherzogtum Hessen, Pfarrer Brez, er munterte in seiner Festrede die Mitglieder zur regen Vereinsarbeit, um ein Segen für viele zu werden. Die Grüße des Westdeutschen Jünglingsverbandes überbrachte der Bundes. dirigent, Herr Wegner. Zur Verherrlichung der Feter trug der Klein- Lindener Posaunenchor bei, der einige Chöre vortrug und die Begleitung der Gesänge übernommen hatte, sowie einige Mitglieder, die die Festteilnehmer durch Deklamationen erfreuten. Der Feier schloß sich die Bewirtung der Gäfte im Ernst Ludwig- Hospiz an. § In den beiden Taubstummenanstalten zu Bensheim und Friedberg sind 3. Beit 114 taubstumme Kinder. § Oberregisseur Dr. Ferdinand von Berlin giebt heute Montag Abend im Neuen Saalbau ein Gastspiel. Gegeben wird ,, Ein Verbrecher". Das Stück ist modern, hier wenig befannt, aber des Ansehens wert, zumal dem Herrn Dr. Ferdinand der Ruf eines guten Darstellers vorausgeht. * Krofdorf, 14. Oft. Das Bürgermeisteramt Krofdorf ladet die Beteiligten aus den Gemeinden der Bürgermeistereien Azbach und Launsbach zur Wahl von Krankenkassenvorständen zum 18. und 19. Ott. nach Krofdorf bezw. Dorlar ein. ? Müde. Unser Eisenbahnprojekt ist seiner Verwirklichung wieder einen Schritt nähergeführt worden, denn fürzlich wurde hier eine wichtige Beratung abgehalten, an der sich Geheimerat von Nägelein, Regierungsbaumeister Sardemann aus Marburg, sowie Bürgermeister Rauch aus Wittelsberg, zu Mücke beteiligten. In erster Linie beschäftigten die Verhandlungen sich mit dem Punkte, wo die Bahnlinie MarburgDreihausen- Weitershain- Mücke in die Oberhessische Bahn einzuführen set. Von den Interessenten wurden die verschiedensten Meinungen vorgetragen und von der Versammlung eingehend geprüft. Moll- Grünberg machte den Vorschlag, daß, im Falle der Bau der Linie Mücke- Rirfeld der Firma Lenz& Co., Berlin übertragen werde, ein gemeinschaftlicher Bahnhof für beide Linten errichtet Der Vorschlag fand allseitige Zustimmung, da die Vereinigung sehr zweckmäßig ist und bedeutende Kostenersparnisse bringt. * Offenbach. Aussperrung. Die Metallwarenfabrikanten Offenbach und Umgebung haben ihre gesamten Arbeiter ausgesperrt. Betroffen werden etwa 2000 Mann Die Kündigung erfolgte vor 14 Tagen; die in der Zwischenzeit gepflogenen Verhandlungen haben eine Einigung nicht zustandegebracht. Die Schleifer der Metallindustrie haben schon vor einigen Tagen die Arbeit niedergelegt. § Offenbach, 14. Oftbr. Nachdem drei Kandidaten zur engeren Wahl gestellt sind, wird die Bürger meister wahl voraussichtlich in nächster Woche vorgenommen werden. * " Arbeitern geteilt. Seine gegen dieses Erkenntnis verfolgte Berufung wurde verworfen. Dem Landwirt Wilhelm Hau von Villingen ging ein Strafbefehl zu, weil er über mehrere Aecker gefahren ist. Das Schöffengericht wies den von ihm erhobenen Einspruch zurück, worauf er Berufung einlegte. Er machte geltend, daß er nicht anders fahren fann, um auf seinen Ader zu gelangen. Das Gericht ließ die Frage offen, ob ihm diese Berechtigung zustehe; es tam aber zum Freispruch, da wohl dem Angeklagten das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt hat. Gießen, 13. Oftober. Unter der Anklage des Diebstahls und des Sittlichkeitsvergehens ftand der vielfach bestrafte Taglöhner Stefan Will von Burkhards vor der Straffammer. Er hat im Juli dieses Jahres zu Friedberg in einer Wirtschaft übernachtet, bei welcher Gelegenheit seinem Schlafkameraben ein Portemonnaie mit 14 Mt. Inhalt abhanden fam. In der Folge wurde Will verhaftet; er leugnete aber stets die Tat. Während seines Aufenthalts in dem Gießener Arresthaus hat er sich ungebührlich benommen, sodaß er sich mehrere Disziplinarstrafen zuzog. Er trieb allerlei Unfug und ließ sich auch an dem Zellenfenster unbekleidet blicken, wenn er Frauen sah. Die Folge war Anklage wegen Sittlichkeitsvergehen, dessen er geständig war und wofür er mit 6 Monaten Gefängnis belegt wurde. Bezüglich des Diebstahls erfolgte mangels Beweises Freisprechung. Weiter wurde gegen den Sparkassenrechner Karl Heinzerling von Buzbach verhandelt, der wegen Unterschlagung und Betrugs sich in Untersuchungshaft befindet. Als im Frühjahr dieses Jahres eine Revision bei ihm vorgenommen wurde, stellte sich ein Defizit von annähernd 130 000 Mt. heraus. Er war ge ständig, das Geld veruntreut zu haben. Es stellte sich wetter heraus, daß er Wertpapiere, die ihm zur Aufbewahrung übergeben waren, durch einen Frankfurter Banfier brachte er einen alten Privatter dazu, ihm Wechsel zu unterhatte verkaufen lassen. Unter allerlei falschen Vorspiegelungen schreiben, sodaß dieser in diesem Frühjahr Wechsel in Höhe bon 4700 Mt. zu entrichten hatte. Er ging in jeder Be ziehung schlau und raffiniert vor, sodaß seine Manipulationen längere Zeit verdeckt blieben. Das veruntreute Geld hatte er zu Spekulationen verwendet, die ihm anfänglich glückten, fodaß er 200 000 t. gewann, die aber später mit den beruntreuten Geldern wieder verloren gingen. Eine frühere Verhandlung mußte ausgesetzt werden, da er damals a gab, feine Veruntreuungen seien alle vor dem Jahre 1900 erfolgt, sodaß bereits Verjährung eingetreten sei. Die seither vorgenommenen Handlungen seien nur zu dem Zweck erfolgt, der Kasse das entzogene Geld wieder zuzuführen. Die Be weisaufnahme in Verbindung mit dem Gutachten des Sachverständigen läßt dieses aber unwahrscheinlich erscheinen. Am Schlusse der Beweisaufnahme erfolgte Vertagung der Verhandlung auf Montag, den 15 Oftober, abends 6 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 16. Oftober. Zeitweise heiter, meist trocken, etwas wärmer, mäßige westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Asthma. Kurzatmigkeit. Die meisten bis jetzt angepriesenen und angewandten Mittel zur Linderung und Hellung dieser läftigen Krankheitszustände, haben ihren Zweck verfehlt, es ist ein großes Verdienst des Dr. Elswirth, den Asthmatischen Astmol- Asthma Pulver zugängig gemacht zu haben, das nicht nur sofort Linderung und Wohlbehagen verschafft, sondern es ist auch bei etwas längerem Gebrauch in den meisten Fällen vollständige Hebung des Uebels zu erwarten. Herr Anton Franke in Düsseldorf, Weselstraße 53, äußert sich über Astmol: Die Wirkung von Astmol ist eine sehr gute, ja man fann sagen eine ausgezeichnete und ist dieses jedem, der an furzem Atem und Asthma leidet, sehr zu empfehlen". Um es jedermann zu ermöglichen, die Vorzüglichkeit von Astmol( enthält: Stramon 40, Grindel rob. 10, Bol. laric. 10, Menthol 3, Kal nitric. 20, Natr. nitric. 20) ohne Kosten zu prüfen, versendet das Generaldepot, Engel- Apotheke in Frankfurt a. M., Muster gratis und franto. Man sende genaue Adresse an diese Apotheke. Preis der großen Schachtel Mt. 2.50. zu haben in Apotheken oder von: Universitätsapotheke 3um goldn. Engel" in Gießen Apotheke in Ulrich Engel- Apothefe Frankfurt a. M. stein( Oberhessen) und Stern- Apotheke in Kassel. - මෙමෙ Rudingsheim. Dieser Tage wurde die neue Kreisstraße von Rudingeheim nach Poppenstruth dem Verkehr übergeben. Zum Gedächtnis an oie großen Verdienste des Neuer Saalbau( Steins Garten) Kreisrats Geheimrat Schönfeld erhielt die Straße den Namen Karl Thecbald- Straße. Hus dem Gerichtslaai Straffammer. Gießen, 12. Oftober. Das Schöffengericht hatte den Installateur Friedrich Ulm in Gießen wegen Diebstahle zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt. Er hat gelegentlich der Ausführung von HausMontag, den 15. und Dienstag, den 16. Oktober Gastspiel von Dr. Franz Ferdinand Ober- Regisseur vom Berliner Theater in Berlin Ein Verbrecher Anfang 8 Uhr. OGGA Anfang 8 Uhr. 2009699 RESELE st er 111 en ng m. 6. 33. W W W W W W W Y Z Y Y Y Y Y Y Y Y Y Y Y Y Y Y Y Y Y 3333SEKKEKICKS Geschäfts- Eröffnung. Dem verehrl. Publikum von Giessen und Umgegend, besonders der werten Nachbarschaft, sowie speziell allen Bekannten zur gefl. Kenntnis, dass ich Montag, den 15. Oktober 5 Kreuzplatz 5 ( neben Restaurant ,, Zur Stadt Mainz") ein Spezialgeschäft für Zigarren, Zigaretten Cabake, Wein, Liköre und Spirituosen eröffne. Es werden nur beste Waren von erstklassigen Firmen geführt. Für prompte und reelle Bedienung bleibe ich bemüht. Mit der Bitte um geneigten Zuspruch zeichne Glessen, den 13. Oktober 1906. Hochachtungsvoll Carl Heuser. I 3R 3R 3R 3R 3R 3R 3R 3R 3R 3R. JA FR SA SA IR SA JA SA IR IZ IR IZ JR. JR. 2.2.2.2.32 Bekanntmachung. Wiederholt und auch neuerdings hat das Reichsgericht die Verpflichtung der Eigentümer von Grundftüden festgestellt, die Zoreinfahrten, Höfe, Hausflure, Gänge und Treppen, sofern und solange dieselben jedermann zugänglich sind, während der Dunkelheit so ausreichend zu beleuchten, daß die daselbst ver= tehrenden Personen der Gefahr der Beschädigung nicht ansgesetzt sind. Die gleiche Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von Fabriten, gewerblichen Anstalten und Arbeitsstätten, von Bergnügrugs, Versammlungs. und Schantstätten( bei letteren insbesondere auch hinsichtlich der Bedürfnisanwalten) ob. Pflichtwidrige Unterlassung der Beleuchtung würde, falls hierdurch jemand in Schaden kommen sollte, die Entschädigungspflicht, sowie die strafrechtliche Verantwortlichfeit begründen. Gießen, den 12. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. In der Zeit vom 6. bis 13. Oftober 1906 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Kinderjäckchen, 1 Pferdegurte, 1 Damenregenschirm, 1 Reiseteppich, 1 Brosche, I Zwicker und Geld; verloren: 1 goldne Damenuhr( Wert 120 Mt.), 1 gelbes Portemonnaie mit 1 Mark stück und 50 Pfg. Kleingeld und eine Eisenbahnmonatskarte Jahalt, 1 schw. Straußfeder, 1 goldenes KettenarmFlechten alsa. and trocken Schuppenflecht skroph. Ekzema, Hautausschläge, offene Füsse Beinachidon n. Beingeschwüre. Adorbeins, böse Finger, alte Wunden sind oft sehr hartnäckig; war bisher vergeblich hoffte geheilt werdoa, mache noch einen Versuch mit der oestens bewährtes RINO- SALBE frei von Gift. Säure, Dose Mk. 1.-. Nur echt in Original packung weiss- grün rot und mit Firma Rich. Schabert& Co., Wein böbla. Falechangen weise man zurück. Wachs, Naphtalan je 15, Walrat 20, Benzoelett, Venet. Terp., Kamplesplaster, Porubaleam jo 5, Eigelb a, Cary sarobia 05. Ea haben in den mototen Apotheken Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten werden Stadt- Cheater folgende Straßen von heute an bis auf Weiteres i Giessen. Direktion: Herm. Steingoetter. Dienstag, den 16. Ottober: 2. Dienstag Abonnements Borstellung. Galeotte. Drama in 3 Aften und 1 Vorspiel nach dem Spanischen von Josi Eschegarry. Donnerstag, d. 18. Oktober Außer Abonnement! Einmaliges Gastspiel bon Madame Charlotte Wiehe in ihren Chausons und Vorträgen. Dazu: Der sechste Sinn. Luftspiel in 1 Aft v. Moser u. Misch und Die Empfehlung. Komödie in 1 Aft von M. Maurer. Hoher Nebenverdienst bietet sich Personen jeden Standes allerorts wo Vertretung noch nicht besteht, durch den Vertrieb eines gern gekauften Hausbedarfsartike 8, entweder gegen eigene Rechnuna oder Offerten gegen hohe Provision. mit Angabe von Referenzen unt. Bims die HandNr. 9412 an die Exp. b. Blattes mit erbeten. Abrador Ein Ceilbaber Mittelschweres Rappstute, zugfest und fromm, weil überzählig, zu verkaufen. Gotthilf Röhrle, Gießen Marburgerstraße 7. 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Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wi die Schanzenstraße von heute an bis auf weiters für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 12. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Submission. Für die Großherzoglichen neuen Kliniken in Gießa soll die Lieferung nachgenannter Verzehrungsgegenstän auf dem öffentlichen Submissionsweg vergeben werden 20 Ctr. Aepfel 600 " 15 " 10 " 10 " 2 " 10 " 35 gute Speisekartoffeln gelbe Salatkartoffeln unterirdische Kohlrabi Zwiebeln Meerrettig gelbe Rüben Weißkraut 150 Std. Rotfraut 400 Wirsing 200 " 350 " Lauch Sellerie Die Lieferungsbedingungen können auf dem Ve waltungsbureau der neuen Kliniken an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr eingesehen werden. Offerten unter Beischluß von Musterproben find verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Montag, den 22. Oktober 1906, nahm. 4 Uhr auf dem oben erwähnten Bureau einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 27. Oftober 1906. Gießen, den 10. Oftober 1906. Großh. Verwaltungsdirektion der neuen Kliniken: Moriz. GROSSE Modenwelt Darmstädter Pferde- Lotterie pre Quar tal: 1MK Tonangebend! Unerreicht! Riesen- Schnittbogen. Abonnem, bei allen Postanstalt. u. Buchhandl. Farbenprächtige Colorits. Gratis- Probenummern bei John Henry Schwerin, Berlin W. Achten Sie genau auf TitelMusikfreunden ist durch ein neues Unternehmen eines bedeurenden Verlages die Möglichkeit geboten, sich nach eigner Wahl und auf angenehme Weise eine Musik- Bibliothek zu verschaffen. Nähere Auskunft, Prospekte, Kataloge 2c. nur durch die General- Vertretung C. M. Kühn( Arth. Fadum) Inh. Paul Meier Ludwigstr. 17 Darmstadt Elisabetenstr 36 Tel. 1285 Tel. 1311 Im Erscheinen befindet sich:= Sechste, gänzlich neubearbeitete Meyers 1490 Tafola and Karten. und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens 145,600 Art Verweisungen. 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