Nr. 190 battion Soupterbebition: tegen, Seltersweg 88. riprechanish Rr. 362. Mittwoch, pen 15. August 1906 15. Jahrgang 舍 Gratisbellagen: Oberbeffische Familienzeitung( und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Gießener Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oherheffen Die Monarchenbegegnung in Cronberg. Auf Schloß Friedrichshof im Taunus haben Oheim und Neffe fich wiedergefunden, der Oheim Eduard von England und der Neffe Wilhelm von Deutschland. Der Ort der Busammenkunft konnte nicht glücklicher gewählt sein. Schloß Friedrichshof bei Cronberg, der Witwensiz der geliebten Schwester des einen, der geliebten Mutter des anderen Monarchen. In der Frau, die hier ein glückverheißendes und leiderfülltes Leben abgeschlossen, begegnen sich die innigsten Gefühle der beiden mächtigsten Monarchen.„ Blut ist dicker als Wasser" dies englische Sprichwort hat der deutsche Kaiser einmal angewendet, und seine Wahrheit hat sich abermals bewährt. Zwischen den Völkern hüben und drüben hat die Stimme des Blutes laut gesprochen, wie sollte sie den Fürsten nicht zu Herzen dringen, die einander verwandtschaftlich so nahe stehen. In der Wahl des Ortes liegt ein Programm. Der deutsche Kaiser und der König von England - find teine Autofraten. Nach den Verfassungen ihrer Reiche find sie nicht alleinige Herren über deren Politik. Bundesrat und Reichstag hier, die Parlamente dort haben ein Mitbestimmungsrecht. Doch es hieße offenkundigen Verhältnissen gegenüber die Augen verschließen, wollte man glauben, daß der tatsächliche Einfluß des Kaisers und des Königs nur bis an die Grenzen des geschriebenen Rechtes ginge. Denn Kaiser Wilhelm und König Eduard sind beide nicht blos dekorative Kronenträger, sondern ausgeprägte feſtwillige Individualitäten. Von unserem Kaiser wissen wir es und weiß es alle Welt, von König Eduard wissen es blos die nicht, die ihr politisches Urteil aus den Wigblättern schöpfen. Wie Raiser Wilhelm und König Eduard in ihrer gegenseitigen Stimmung auseinandergekommen sind, darüber weiß man nichts bestimmtes. Nur die Tatsache ist bekannt: König Eduard fam wiederholt durch Deutschland, ohne den Landesherrn, seinen Neffen, zu begrüßen, obwohl er nahe genug an ihm vorüberreiste. Auch Englands Politik war zu jener Beit nichts weniger als deutschfreundlich. Und dabei mußte es auffallen, daß König Eduard die herkömmliche Reserve fich nicht auferlegte, sondern dem französischen Minister des Auswärtigen Delcassé die Möglichkeit gab, seine Verantwortung hinter der Unverantwortlichkeit des englischen Herrschers zu verschanzen. Das englische Volt hat dieses Vorgehen seines Fürsten nicht gutgeheißen. Zu den Parlamentsneuwahlen gab es in aller Loyalität seine Mißbilligung zu erkennen. Und in gleicher Loyalität hat König Eduard dem Verdikt seines Volkes sich gefügt. Notable beider Nationen wetteiferten, von den Vertretern der englischen und deutschen Regierung unterstützt, die Warnung fundzutun, daß die englische und die deutsche Nation als verwandte Kulturvölker zu einander gehören, daß sie sich gegenseitig Anerkennung und Achtung schulden, und daß ihr Wettbewerb kein Hindernis ist für aufrichtige Freundschaft. Jezt fehlte nur eins: daß der erste Gentleman von England" nicht blos geschehen ließ, was ohne ihn geschehen war, baß er vielmehr ohne Vorbehalt den neuen Weg betrat, den jein Volk als den richtigen bezeichnet hatte. Oheim und Neffe find an einer der teursten Familienerinnerung geweihten Stätte zusammengekommen. Sie können Jar nicht anders, als in dieser wehmütigen Erinnerung sich in alter Liebe zu begegnen. Daß der Oheim der König von England ist und der Neffe der Kaiser des Deutschen Reiches, bas steht nicht in zweiter Linie. Aber in zweiter Linie kommt zur Geltung. Und dessen sind wir froh. Blut ist eben bidder als Wasser. Stolypin über die Lage in Rußland. Wie der russische Ministerpräsident über die Lage im Barenreich denkt, berriet er einem englischen Journalisten, der ihn Montag interviewt hat. Der Premier bestritt vor allem, daß die Regierung eine Politik der Unterdrückung verfolge und stellte die erfolgte Unterdrückung mehrerer Journale als eine Maßnahme hin, die zurzeit absolut notwendig ist. " Es ist unsere Pflicht," sagte Stolypin weiter ,,, die Hauptstadt gegen jene zu verteidigen, die blutige Unruhen hervorrufen wollten. Mehrere Zeitungen griffen direkt den Baren an und wiegelten das Militär auf. Es war daher dringend notwendig, sie zum Schweigen zu bringen. Die Grundzüge unseres Programm3 find befannt. Zuerst wollen wir die Zusagen des Oktober- Manifestes erfüllen, in dem wir die Freiheiten, welche wir versprochen haben, gewähren. Die wichtigste Frage ist für uns die Agrars frage. In dieser werden wir in der Tat zeigen, worin der positive Teil unseres Programmes besteht. Aber ohne Ausnahmegeseze ist seine Durchführung jezt noch nicht möglich! Gewalttaten aller Art oder Ausnahmegesetze." Aus dieser Auseinandersehung geht nicht recht hervor, ob Stolypin sich mit den alten Ausnahmegesezen begnügen oder neue schaffen will. - Neue Morde beweisen auch in anderen Gegenden, daß die Revolution noch nicht tot ist. In Riga wurde der lettische Hausverwalter Briksche auf offener Straße von zwei unbekannten Tätern erschossen. Ein ihm zu Hilfe eilender Schutzmann wurde gleichfalls getötet. Es ist natürlich nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden. Die Treue der Armee scheint de nicht so feststehend zu sein, als man glauben machen wie verlautete bereits vor einigen Tagen, daß auf den Gr. fürsten Nicolai im Manöverlager von Kranoje Sselo ein Atentat versucht worden sei. Die Nachricht wurde dementiert, nun aber wird bestimmt behauptet, daß bei allen Truppenteilen scharfe Patronen zwischen den Platzpatronen gefunden worden sind, daß also eine weitverzweigte Verschwörung gegen die Offiziere bestanden habe. Mehrere Zivilpersonen, die hinter den Verschwörern stehen sollen, seien bereits verhaftet. Auch im Kaukasus gährt es wieder; die Regierung soll sogar Nachrichten haben, daß die Garnisonen von Kars und Michailowskaja bereits im Aufruhr sind und eine gewaltsame Die Lostrennung des Kaukasus von Rußland geplant sei. Berichterstatter der Zeitungen im Kaukasus sind kurzerhand verhaftet worden, um sie zum Schweigen zu bringen, und δα man private Telegramme überhaupt nicht mehr durchläßt, scheint in der Tat die Lage in jenem Gebiete bedenklich zu sein. Unverständlich erscheint die Nachricht, daß ein neues Garderegiment formiert werden soll, in das Sotnien von allen Kosafenregimentern mit Ausnahme der Kubanschen und Twerschen Kosafen aufgenommen werden. Oder will man die unruhigen Elemente unter den Kosafen isolieren? Es sieht fast so aus. Außerdem liegen folgende Meldungen vor: Liban, 14. Auguft. Die Polizei hat in der Wohnung eines Arbeiters eine Bande von 17 Personen aufgehoben, welche einen Postzug beraubt hatte. Koctroma, 14. August. Die Verwaltung der Staatsgüter stellt den Bauern Wald im Gesamtpreis von 200 000 Rubel zum Ankauf zur Verfügung. Petersburg, 14. Auguft. Die auswärts verbreitete Nachricht, daß die Wahlen zur Duma zum September ausgeschrieben werden, wird amtlich dementiert.( Wir haben's gleich nicht geglaubt.) die Wege moderner Entwickelung hingeführt hat, jept gerade brauchen könnte. Er hat eine ganz europäische Bils dung, spricht mehrere Sprachen, unterhält Beziehungen zu fremden Politikern, hat Staatswissenschaften ernsthaft studiert und fennt die Weltgeschichte und deren neuzeitliche Entwicklung. Der Prinz ist General I. Klasse, hat ungleich den anderen Prinzen praktischen Dienst getan und hat das regste Interesse dafür. Als Jüngling war er begeistert für europäische Re formen im Türkenreiche; nach dem Versuche von Sultan Murad, der diesen mit lebenslanger Gefangenschaft bezahlte, unterließ es ffev freilich, eine so gefährliche Vorliebe fundzutun. Ihn aber als Sultan würde mit seiner festen fraftvollen Person die Geistlichkeit an der Einführung von modernen Reformen nicht verhindern, wie den schwächlichen Murad. Der Prinz hat sich öfters für eine Verfassung ausgesprochen, die bei Wahrung gewisser Vorrechte des Islam doch die nichtmohammedanische Bevölkerung zum Worte kommen ließe. So meint er, würden. die Völker ihre Wünsche vor die Allgemeinheit bringen können, allmählich würden die Gegensätze verschwinden bei gemeinsamer Arbeit für den Fortschritt. Issed Isseddin ist, was seine Lebensführung angeht, sehr anspruchslos, er lebt einfach und ergötzt sich durch Musik und Malerei. Er steht im 44. Lebensjahre. Die jüngeren Brüder des Sultans und Murads Sohn. Als dritter und vierter Thronanwärter erscheinen dann zwei jüngere Brüder des Sultans Abdul Hamid. Der erste Prinz lebt ganz für seine Geldgeschäfte, die ihm, da er in den Mitteln garnicht wählerisch ist, ein Riesenvermögen eingebracht haben, dessen wahre Größe der Geizhals ängstlich zu verbergen sucht. Vor dem regierenden Bruder läßt er sich nicht sehen, immer in Sorge, man fönnte ihm unter irgend einem Vorwande etwas abnehmen. Der andere Prinz dagegen ist beim Sultan wohl angesehen: seine Liebhaberei ist eine ausgedehnte Spionage und er macht mit Hilfe feiner Spione im Palast den Zutrüger für alles, was in den Gesandtschaften, den Ministerien, den Kaffeehäusern, die von Fremden besucht werben, zugeht. Dieses Paar edler Brüder" wäre feineswegs aut dem ottomanischen Thron zu begrüßen. Der fünfte nächste Erbe ist der Sohn des unglücklichen Sultan Murad'; da aber der arme Prinz seit seinem zwölften Jahre die Gefangenschaft seines Vaters hat teilen müssen, fast ohne alle Bildung und förperlich gebrochen ist, so wäre auch von seiner Regierung wenig zu erwarten. Es bleiben also als nächste Erben der Türkei Prinz Reschad, " Wer wird Abdul Hamids Nachfolger? Sohn von Sultan Abdul Medschid, 62 Jahre alt, und Bring Der Beherrscher aller gläubigen Moslems ist schwer erkrankt. Das steht zweifellos fest, wenn auch die Palastbeamten des Sultans beruhigende Erklärungen über die ,, vollständige Wiederherstellung" des Padischahs in die Welt versenden. Man kennt den Wert solcher offiziellen Stimmungsmache am Goldenen Horn zu genau und läßt sich nur wenig dadurch beeinflussen. Die diplomatische Welt beschäftigt sich unter Beobachtung der nötigen Vorsicht angelegentlichst mit der Frage der Thronfolge. Ueber die verschiedenen Auffassungen gibt ein in Konstantinopel ansässiger Mitarbeiter der ,, Deutschen Reform- Korrespondenz" beachtenswerte Aufschlüsse. Prinz Reschad. Nach dem Hausgeseze der Dynastie Osman ist stets der Aelteste das Haupt der Familie, und er wird nach dem Tod des Vorgängers Beherrscher der Gläubigen. Der nächste in der Reihe ist daher der älteste Bruder des Sultans, Prinz Reschad. Dem Brauche gemäß vom Hofe, von den türkischen Politikern und fremden Gesandten strenge ferngehalten, hat Reschad bisher keinerlei Einfluß ausüben können. Er hat das auch nie gewollt. Wenig veranlagt, hat er ungleich seinem sehr gebildeten Bruder fich nie veranlaßt gesehen, seine sehr geringen Kenntnisse zu erweitern. Ihm hat stets die alte Türkei und türkisches Wesen, wie es ist, vollauf genügt. Wozu Neuerungen? Es ist ja so lange alles gut gewesen, Allah bessert's, wenn er will. Krieg ist gekommen, Provinzen find verloren; Allah hat es nicht anders gewollt, er wird sie wiedergeben. Das ist die einzige politische Ansicht von Reschad Effendi. Er will Ruhe, und sein Hofstaat hilft ihm diese verschaffen durch reichliche Mahlzeiten und sehr gut besetzten Weinkeller. Wein ist vom Geseze zwar berboten, doch Schnaps ist kein Wein, Rafi schmeckt und wirkt so wie Pariser Wermuth, Cognac und Champagner ist auch nicht ,, Wein" und so hat Reschad Effendi ungestört seine Freude daran. Er scheint in den letzten Jahren fich an diesen guten Dingen zu sehr gelabt zu haben, denn im Frühjahr hat ihn ein leichter Schlaganfall getroffen. Das ist bei 62 Jahren immerhin ernst und da der Bring infolge seines weichlichen Lebens feineswegs die zähe Widerstandskraft seines Briiders hat, so könnte ihn dieser trop femmes schweren Leidens vielleicht doch überleben. Sultan Reschad würde, da er vor allem seine Bequemlichkeit liebt, der Herrschenden Regierungspartei hochwillkommen sein; die Herren könnten dann, ohne Abdul Hamids scharfe Augen zu stehlen. fürchten, viel besser Prinz Ised Isseddin, - der Sohn des 1876 ermordeten Sultans Abdul Asis, gilt als zweitnächster Thronerbe, wie ihn die Türkei, die Abdul Samid, mehr der Not aehorchend als eigenem Triebe, auf Iffed Jeddin, Sohn von Abdul Asis, 44 Jahre alt. Man wird bald sehen, ob die zähe Kraft des regierenden Sultans nochmals dem Leiden vorläufig Einhalt gebieten, oder ob die Krankheit den Kronanwärtern den Plaz und den Titel des Khalifen geben wird. Politifche Rundfchau. Deutfches Reich. * Die Zusammenkunft Kaiser Wilhelms und König Eduards von England dürfte trotz aller gegenteiligen Behauptungen nicht ganz ohne politisch wertvolle Ergebnisse bleiben. Nicht ohne Grund unterbricht der Reichskanzler Fürst Bülow seine Erholungszeit in Norderney, um unmittelbar nach der Abreise König Eduards dem Kaiser in Wilhelmshöhe am nächsten Freitag Vortrag zu halten. Bezeichnend ist auch die Auslassung eines englischen Blattes, das in einem Artikel über die Monarchenbegegnung erklärt, es sei für die Engländer unvernünftig, an dem maritimen Ehrgeiz des Kaisers und seiner Minister Anstoß zu nehmen, und dann jagt:„ Wir find stolz darauf, verständige und gutmütige Völker zu sein, und wir wollen damit warten, uns zu streiten, bis wir etwas haben, um das wir streiten." * Den Befürchtungen, im Disziplinarverfahren gegen Herrn von Puttkamer könnte durch die Reise des mit der Untersuchung betrauten Kammergerichtsrats Strähler eine Verzögerung eintreten, wird nun amtlich entgegengetreten. Kammergerichtsrat Strähler erklärt, daß in Kamerun wichtige Zeugen, auf deren Vernehmung nicht verzichtet werden kann, zu vernehmen sind, und daß, falls die Reise nicht stattfände, das Ende der Untersuchung auf mindestens drei Monate hinausgeschoben würde. Bei der beschränkten Postverbindung mit Kamerun beansprucht die Erledigung eines Ersuchens um Vernehmung von Zeugen durch andere Personen, an nähernd die gleiche Zeit, die für die Reise nach dort bestimmt ist. Das in Deutschland befindliche Beweismaterial ist in der Hauptsache erschöpft. Wenn irgendwo ein Verlust wichtiger Beweismittel zu besorgen steht, so ist dies in Kamerun der Fall, aber nicht mehr in Deutschland. Aus diesen Erflärungen ist wohi zu ersehen, daß alles getan wird, um böllige Klarheit zu schaffen. Afrika. In Französisch- Kongo hat eine Massenausweisung von Deutschen stattgefunden und zwar hauptsächlich von Beamten der Hamburg- Afrika- Gesellschaft. Der Gouverneur erklärt, dieses Vorgehen billigen zu müssen, weil im Mai d. J. der Saubtagent einer franzöfifchen Kolonialgesellschaft Namens AL hotcu te feine delleute maren zu herleihen nfleate ac orden, eine Deloration, die der Kurfürst von Sachsen tapferen Dienstboten und auf der Brust trug er den St. Michaelsmar breich und aufgeregt, und es bedurfte feiner allzugroßen wieder einzunehmen, ehe Bertram von Allendorf eintrat. Gr Gefährten blieb gerade noch 8eit genug, um ihre Pläke Amendorf den Kopf gefenft, vergessen als denke er barüber nach, ob er hätte, aber es fiel ihm nichts ein, und während er auf die Eine furze spanne Beit Hielt vielleicht etwas Hänbe ber Gatten ohne Worte. blieben stumm 31 beredtem Druck, die Lippen aber aufeinandergepreßt, fie verstanden sich auch ichon merden Talent iſt da. Ginsicht und Dumont im ausschließlich französischen Dorfe Bissoma von Leuten des mit der Homburg- Afrika- Gesellschaft in Verbindung ftebenden Hauptagenten Edudu angegriffen wurde. Eine Auflärung dieser Vorfälle scheint dringend erforderlich zu sein. Frankreich. ** Eine neue Eneykliea des Papstes an die Bischöfe wird jetzt veröffentlicht. Der Papst verbietet darin die Einrichtung von Kultusvereinigungen, gestattet aber die versuchsweise Bildung kanonischer Gesellschaften, wenn durch fie die Rechte des Papstes, der Bischöfe und die Kirchengüter geschützt werden. Die Bischöfe sollen mit allen Mitteln dahin wirken, daß die Bürger Gottesdienste einrichten, wozu der Papst seinen Beistand leisten werde. Sodann erklärt die Encyklica es als unwahr, daß der Papst Gegner der republikanischen Regierungsform sei und Frankreich schlechter behandle als andere Staaten, aber dieses Land handle ungerecht gegen die Kirche, und das Trennungsgesetz sei ein Unterdrückungsgesetz. für das diejenigen die Verantwortung tragen, die aus Haß gegen den katholischen Namen bis zum äußersten gegangen seien. Balkanftaaten. ** Die griechenfeindlichen Unruhen in Bulgarien find noch nicht unterdrückt. Das Blutbad in Anchialo, das bis auf 30 Häuser abgebrannt ist, war entsetzlich. Zahlreiche Einwohner verbrannten lebendig in den angezündeten Häusern, unter ihnen auch der Bischof des Ortes. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist bisher unbekannt. Die griechische Bevölkerung ist in das Gebirge geflüchtet. Jm ganzen Bezirk herrscht eine Erregung, die noch schlimmere Ereignisse be= fürchten läßt. In Aitos raubten die Demonstranten nach einem antigriechischen Meeting alle Geschäfte aus. Der Schaden an Eigentum wird in verschiedenen Städten, einschließlich Rustschuts, auf mehrere Millionen Frank geschäßt. Der Ministerrat beschloß nunmehr zur Verhütung weiterer Ausschreitungen die strengsten militärischen Maßnahmen zu treffen. Namentlich soll das Militär angewiesen werden, auf die Erzedenten scharf zu schießen. Ferner bewilligte der Ministerrat für die obdachlos gewordene Bevölkerung von Anchialo den Betrag von 100 000 Frants und die Absendung von Militärzelten. Türkei. ** Das Räuberbandenunwesen an der Grenze nimmt immer mehr überhand. Während einer der letzten Nächte hat eine au etwa 30 Köpfen bestehende griechische Bande auf dem Me..chof Javorjan bei Salonifi 8 Gebäude niedergebrannt und 2 Bulgaren und einen Kuzowallachen entführt. In derselben Nacht hat eine aus etwa 60 Köpfen bestehende griechische Bande in dem Dorfe Batapin mehrere Häuser niedergebrannt; 6 Personen wurden getötet und 4 Personen verwundet. Einige Mitglieder der Bande trugen türkische Militäruniformen. Die türkischen Grenzposten aber prügeln sich inzwischen mit den Bulgaren, anstatt auf die Räuber aufzupassen. Bei Patariya fand ein Kampf zwischen türkischen und bulgarischen Patrouillen statt. Die Türken hatten zwei Tote, von den Bulgaren wurde ein Soldat schwer verwundet. Recht gemütliche Zustände da unten! Kleine politische Nachrichten. München, 14. August. Der baterische Staatsminister von Riedel ist in der vergangenen Nacht im 76. Jahre an den Folgen einer schweren Operation verstorben. Posen, 14. August. Die hiesige Bolizeidirektion ist zum Bolizet. präsidium erhoben worden. Wien, 14, August. Die Nachricht, daß König Eduard nach feinem Aufenthalte in Marienbad dem Kaiser Franz Josef einen Besuch abstatten werde, wird halbamtlich als falsch bezeichnet. Belgrad, 14. Auguft. Fünf Offiziere und 45 Unteroffiziere der hiesigen Garnison werden in diesen Tagen vor Gericht gestellt werden. Ihr Vergehen wird geheim gehalten. Die Angeklagten sind bereits inhaftiert. Cadiz, 14. Auguft. Wegen des Verbots einer Protestversamm lung gegen die Accise- Abgabe tam es in Chiclana zu einem blutigen Zusammenstoß. Der Bürgermeister und ein Gemeinderat wurden berlegt, die Bürgergarde feuerte auf die Menge. Mehrere Personen erhielten Verwundungen. Hof und Gesellschaft. Ueber die Reisepläne des Kaisers verlautet, daß der Kaiser in diesem Herbst nur dem Herzog von Ratibor in Rauden einen Besuch abstatten wird. Dagegen ist von einem Jagdbesuch des Fürsten von Pleß und des Herzogs von Ujest Abstand genommen worden. Am 22. d. M. trifft der Kaiser in Mainz ein, um auf dem dortigen ,, Großen Sande" in Gegenwart des Großherzogs von Hessen und anderer geladener Fürstlichkeiten eine Truppenschau abzuhalten. Nach deren Beendigung führt der Kaiser die Fahnenkompagnie und Standarteneskadron in die Stadt, wo im Großherzoglichen Palais ein Frühstück stattfindet. Die Abreise des Kaisers von Mainz wird gegen 3 Uhr nachmittags erfolgen. Nach der Enthüllung des Denkmals in Bunzelwiz am 8. September wird der Kaiser einen Willkommengruß der Stadt Schweidnitz entgegennehmen, und, falls es auf der Durchfahrt durch die Stadt die Zeit erlaubt, der Einladung der kirchlichen Körperschaften nachkommen und die 254 Jahre alte Friedenskirche besichtigen. Soziales Leben. × Der Kaiser an die Kruppschen Arbeiter. Der Direktion der Kruppschen Werke ist folgendes Telegramm des Kaisers zugegangen: gelegt werden. Wie weit die übrigen Arbeiter in den nächsten Wochen beschäftigt werden Banen, läht fich noch nicht übersehen, infolgedessen hat das Werk auch diesen Arbeitern zum 31. d. M. ihre Kündigungen zugestellt. × Ein internationaler Hutarbeiterfongreß hat in Frank furt a. M. seinen Anfang genommen. Vertreten find Deutsch land, Desterreich, Italien, Belgien, Frankreich, England, Rumänien, die Schweiz, Portugal und Brasilien. Die Dele gierten vertreten etwa 18 000 Mitglieder. In der ziemlich erregten Diskussion, die den ganzen Nachmittag in Anspruch nahm, warf Espanet- Paris den Deutschen falsche Taktik" vor, weil sie zu wenig streifen. Mäkel- Berlin wies diese Vorwürfe energisch zurück, und betonte, die deutsche und österreichische Organisation hätte viel mehr für das Ganze getan als alle anderen. Podrowski- Wien meinte, die Stärke der Gewert. schaften liege in der Verhütung von Streifen, das könnten die Franzosen nicht einsehen, deshalb sei es besser, der Sitz des Sekretariats täme nach Deutschland oder Desterreich. Sr. Majestät dem Kaiser und König ist es ein herzliches Bedürfnis, dem Direktorium zum Ausdruck zu bringen, welche lebhafte Freude Allerhöchstdieselbe über die patriotische und würdige Haltung der Arbeiterschaft der Kruppschen Werke bei dem Besuch der Friedrich Alfred- Hütte in Rheinhausen, wie hei der Besichtigung der Essener Anlage empfunden hat. Se. Majestät lassen das Direktorium ersuchen, der Arbeiterschaft für die mannigfache Betätigung ihrer treuen Gesinnung Allerhöchst ihren wärmsten Dank auszusprechen. Auf Allerhöchsten Befehl habe ich die Ehre, dem Direktorium hiervon ergebenst Mitteilung zu machen. Der Geheime Kabinettsrat Wirtl. Geheimrat von Lucanus. X Hochherzige Spende. Die Fabrikleitung der Würzburger Maschinenfabrik König& Bauer spendete aus Anlaß der Fertigstellung der 7000. Buchdruckmaschine für die Arbeitertasse eine Summe von 100 000 Mark. × Aussperrung von Hüttenarbeitern. Das Aachener Hüttenwert Rote Erde" hat befannt gegeben, daß auf seine Aufforderung hin nicht genügend Arbeiter ihre Kündigung zurückgenommen haben, um das Walzwerk in Betrieb zu halten: infolgedessen werden am 16. d. M. das Thomass Stahlwert, das Siemens- Martin- Stahlwert sowie die Schlacken mühle nebst Kenelanlagen und der Maschinenbetrieb still. Nab und fern. † Eine Bluttat unter Tage. Auf der Schlesiengrube bet Chropaczow hat der 20 jährige Schlepper Sczwierczyna seinen Arbeitskollegen Giersok mit einem Taschenmesser erstochen. Das Motiv zu der Bluttat war ein Wortwechsel, der entstanden war, weil der Ermordete dem S. den Vorwurf machte, er arbeite zu langsam. Und deshalb mußte ein Mord geschehen! † Durch Explosion eines Spiritusfaffes wurde in der Spritfabrit Sternenberg& Quince in Köln der Lagerraum in Flammen gesetzt und mehrere Personen, zwei davon schwer verletzt. Die Bewältigung des Feuers erforderte mehrere Stunden. † Eine Heiratslotterie soll ähnlich wie im Jahre 1903 auch diesmal in Italien abgehalten werden. Die Preise sind dreißig junge Mädchen, die in einer Schönheitskonkurrenz den Sieg davongetragen haben. Die preisgekrönten Mädchen werden mit Mitgiften in verschiedener Höhe bis zu einer Million Lire ausgestattet werden. Für einen Hauptgewinn von einer Million und einer schönen Frau dazu sind zehn Lire gewiß ein geringer Einsaz! Außerdem wird der glückliche Gewinner nicht gezwungen, zu dem Gelde unter allen Umständen auch die Frau zu nehmen; sollten die beiden nicht aneinander Gefallen finden, so teilen sie einfach die Summe, und jeder geht seiner Wege. Bunte Cages- Chronik Berlin, 14. August. Einen weiblichen radelnden Tierschuzinspektor hat der Deutsche Tierschutzverein hier eingestellt. Die Dame führt Verbandszeug zur Hilfe bei Unfällen mit sich. Düsseldorf, 14. August. Die amerikanischen Bergwerksingenieure, 110 Damen und Herren, Mitglieder des 4000 Angehörige zählenden ,, American Institut of Mining Engineers" sind gestern hier eingetroffen. Effen, 14. August. Auf der Henrichshütte bei Hattingen wurden durch ausströmende Gase zwei Bergleute getötet und vier schwer verletzt. Hanau, 14. August. 70 Gastwirte verpflichteten sich in einer hier abgehaltenen Versammlung, wegen der Bierpreiserhöhung den Bierausschank einzustellen. Glatz, 14. August. Gestern abend entgleiste der Personenzug 569 in der Einfahrtsweiche auf Bahnhof Nieder- Altwilmsdorf mit vier Wagen infolge vorzeitiger Umstellung der Weiche. Zwei Personen wurden leicht verlegt. Budapest, 14. August. In Ludaspußta begab sich der Gendarm Kovacs, mit einem Gewehr bewaffnet, auf die Landstraße, erschoß vier Menschen und verwundete 14 schwer. Gendarmen eilten dem Jrrsinnigen nach, und gaben, da er auch auf sie schoß, eine Salve ab, durch die er getötet wurde. Jm Hafen von Newyork. - - Eine Fahrt durch den Weltstapelplaz von Fred Hood. Die Upper Bai. Wolkenkrazer in Sicht. Am Pier. Das gleichmachende Amerika. Alles durchwühlt. Auf der Ferry. Schuhpuzen gefällig?- Jm Getriebe der Weltstadt. Ein Riesenstreit hat den Verkehr im Newyorker Hafen stillgelegt. Was das bedeutet, davon kann man sich kaum einen Begriff machen, denn das Hafenbild von Newyork ist unvergleichlich, und nirgends hat man einen so überwältigenden Anblick von der Ausdehnung und dem Getriebe eines Welthafens wie hier. Ein Streit in diesem Hafen greift daher außerordentlich stark in das Bild ein. In gewöhnlichen Zeiten bietet die Einfahrt in den Newyorker Hafen ein Schauspiel, das sich schwer beschreiben läßt. Nachdem der Reisende, der von Europa kommt, eine Woche lang nur Himmel und Wasser gesehen hat, wird endlich die amerikanische Küste und der Leuchtturm auf Fire Island, darauf eine weit ins Meer reichende, flache Halbinsel sichtbar, die den bezeichnenden Namen Sandy Hook( sandiger Haken) trägt. Staten Island zur Linken und Long Island zur Rechten, erreichen wir den Eingang in die geschützte ,, Upper Bai," den eigentlichen Hafen von Newyork. Der Dampfer mäßigt seine Geschwindigkeit, den Passagieren den vollen Genuß des fesselnden Panoramas gestattend; dann kommt er in Tomkinsville an der Quarantaine- Station vor Anker. Ein fleiner Dampfer mit gelber Flagge bringt den QuarantaineArzt an Bord. Jezt nähern sich zwei weitere Fahrzeuge; das eine sett die Zollbeamten an Bord, das andere übernimmt die an Bord befindliche Post und bringt die an die Passagiere eingelaufenen Briefe. Riesenhalle nimmt uns auf. Eine Längswand ist in große Felder geteilt und trägt die Buchstaben des Alphabets. Wir haben vor dem Buchstaben Posten zu stehen, mit welchem unser Stammname beginnt. Hier erscheint dann auch unser Gepäck, von den Stewards herbeigetragen. Es vergehen zwei drei Stunden, bis das Schiff völlig entladen ist. Die Agenten der Telegraphen- Gesellschaften rufen ihr frähendes Cable, cable" durch den Raum, die Expreß- Kompagnien werben um das Gepäck, die Hotelagenten um Logiergäste. Millionäre, Geheimräte Damen in eleganten Reisekostümen ſizzen auf ihren Koffern und nehmen geduldig manchen Puff und Stoß in Empfang. Das ist das gleichmachende Amerika! Dort drüben stehen Mann und Weib in langen Reihen vor dem Bureau der Zollbehörde, um gegen Austausch der Nummer die Ausfertigung der Behörde in Empfang zu nehmen, Und nun erst erfolgt die Untersuchung der endlich zusammengetragenen Koffer. Erbarmungslos stößt der Beamte seine Finger in die Seidenstoffe und Spitzen hinein; Kleider, Blumen und Federhüte, alles wühlt er durch einander. Der Dampfer setzt seine Fahrt durch die Upper Bai fort; die stolze, 150 Fuß hohe Gestalt der Statue of Liberty", die Fackel in der Rechten, erscheint vor unseren Blicken; näher und näher rücken die grotesken Skyscrapers, welche dem Hafen von Newyork ein so überaus interessantes Gepräge geben, und durch das weite Hafenbecken schießen unzählige Schiffe, vom Sonnenlicht vergoldet, eilig dahin. Wir fahren den Hudson- Fluß hinauf und erreichen die Pier- Anlagen der Hamburg- Amerikalinie in Hoboken. Mit überraschender Geschwindigkeit jagen die mächtigen Ferryboote, welche je Hunderte von Personen, Wagen und Pferden stromauf und stromab tragen, dahin; Riesenfähren tragen ganze Eisenbahnzüge oft zwei oder drei nebeneinander Station zu Station über den Hudson. - - von Fünf oder sechs kleine Steamer greifen unseren Riesen an, um ihn zu drehen und an den Pier der HamburgAmerikalinie heranzubringen. Endlich ist der Dampfer festgemacht. Die Passagiere be geben sich auf schnell aeschlagenen Brüfen auf das Dod. Eine und zwar nur für di ferien überhaupt erft Gbat natürlich nid Ferien einen rein der burch Spieltage" er ein Ausdrud, der früh und auch jeht noch z. auf allgemeine Einbür enjowenig Ausficht Aljo bleiben wir bei = Bon Momen C60 Meilen vom L orden, und verfuch Land zu erreichen. einem Schwarm Mör idreiend über ihm nieber, wobei fie ih cuches Kriegsschiff Sanne vorüber, oh hindigem Schwimme Die Richtung auf ih Elija", deffen Kap beranlaßte, fich in fc anzuhalten. So w = Das Duell d Satte zwei Bräute, mäßig glühend", eb et: Duell follte entic Rebenbuhlerinnen a Prande ein. Unverzi Bestien schricen und in der Ferne auf fie Wir sind hier in Hoboken, müssen also nach Newyork noch übergesezt werden. Der Agent eines Hotels führt uns zur Station des Ferrybootes. Wir nehmen auf langen Sig reihen Plazz, sehen Cabs und Equipagen hereinfahren und werfen einen Blick auf den Hudson hinaus. Farbige Boys erscheinen, den Passagieren die Schuhe zu puzen. Lautlos setzt sich das Boot in Bewegung. Ein Blick über den Strom zeigt unseren Blicken gleichzeitig acht oder zehn dieser schwimmenden Paläste. Ein bewegtes unvergeßliches Bild, das ungeheure Wasserbecken mit seinen Piers, Riesenschiffen, Fährbooten, Kränen 2c. Auf der Newyorker Seite empfängt uns ein fürchterlicher Lärm. Hundert Wagenführer, Gepäckträger, Zeitungsjungen und Schuhpuzer bieten uns auf einmal ihre Dienste an. Schmuzige Boys begleiten uns auf Schritt und Tritt, hemmen unsern Weg, schreien uns ihr Kauderwelsch die Ohren, bis wir glücklich im Straßenbahnwagen fizen, um in das Herz des großen Newyork einzudringen. = Vermischtes. " Findige" Polizeibeamte. In Saarbrücken ist alles in heller Aufregung: aus der Luisenanlage ist die Büste der Königin Luise verschwunden. Eifrig fahndet die Polizei nach dem ,, Diebe", jedoch resultatlos. Da, eines schönen Morgens, steht die Büste wieder auf ihrem Postament, und zwar schöner, als sie vorher gewesen war. Ein Anstreicher hatte ihr näm lich im Auftrage der Stadt einen neuen schneeigen Anstrich verliehen und hatte sie zu diesem Zwecke so lange in seiner Werkstatt gehabt. Die mit der Untersuchung des Raubes be trauten Kriminalschußleute sollen bitterböse Gesichter gemacht haben, als sie das hörten. = Ballkleider aus Papier fonnte man bei einer Tanza festlichkeit bewundern, die vor wenigen Tagen in dem Schweizer Badeorte Chateau d'Der die Gäs. eines Hotels bereinigte. Sie hatten vorgeschrieben, daß jedermann, ob jung ob alt, ob Männlein oder Weiblein, in einem Kleide aus Papier erscheinen müsse. Und wie Augenzeugen verfichern, sollen die auf solche Weise erzielten Toiletteneffefte sehr hübsch und amüsant gewesen sein. Man sah alle möglichen Kostüme, teilweise in geschmackvollen Farbennuancen, und es fehlte auch nicht an drolligen Verkleidungen aller Art. Der versiegelte Stranke. Ein angeblich leprakranfer Rumänier, der sich zuletzt in London aufgehalten hatte, befand sich in einem versiegelten Eisenbahnwaggon eingeschlossen auf dem Bahnhofe in Passau. Der Mann sollte nach seiner Heimat abgeschoben werden, doch weigerte sich die österreichische Grenzbehörde, ihn passieren zu lassen. Seine Beföſtigung geschah durch das Koupeefenster. Mit dem bayerischen Ctaatsministerium wurden infolgedessen Verhandlungen gepflogen, was mit dem Manne anzufangen sei. Nunmehr ist der Bescheid eingetroffen, den Unglücklichen im gleichen Waggon wieder nach Frankfurt a. M., wo er vor seiner Ankunft in Passau einige Tage geruht hatte, zurückzubringen. Mit dem Schnellzuge rollte dann auch der sonderbare Transport wieder hon aion k + Die Mückenplage. Der häufige Regen der letzten Tage hat in vielen Orten die alte Klage über die Mücken wieder laut werden lassen. Diese zierigen Blutsauger find auch wirklich geeignet, die Freuden und den Nuzen des Aufenthalts im Freien erheblich zu beeinträchtigen. Merk würdigerweise wird gegen die Verbreitung dieser Quälgeister nichts getan, obwohl Naturforscher konstatiert haben, daß man in ganz radikaler Weise die Mücken auszurotten vermag wenn man gegen die Brut derselben vorgeht. Die Mücken larven und-puppen finden sich nach diesen Feststellungen weniger in ständigen Gewässern, wo sie durch natürliche Feinde vernichtet werden, als in Pfützen und Wasserbehältern, in der Nähe menschlicher Wohnungen, in denen mückenfressende Wasserinsekten nicht vorkommen. Dr. D. Lugger teilte in eilten Ccli lag auf während die„ Blonde baltiam ibr Mejjer mi Opfers bergrub. Es Cu vielen Wunden bublerinnen zu trenne Bolizisten fagte die gefangen; ich habe ferben. Kaiser und Mittwoch, dem 22. Mainz ein und hält a ab. Die Mainze Suppenteile des 18. miffen außer dem we Fürstlichkeiten Raje wird direkt bis gridtete Haltestelle in glitet. Pioniere schla Raiser zu Pferde stei führt der Raiser die selfadron in die Stadt. dortigen Kriegervereine herzogs wird Dienstag, Schloffe ist nach de ßer dem Kaiser, dem Hurtlichkeiten nur M aittags erfolgt die dem Jahresbericht der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt zu Minnesota mit, daß er am 6. Juli den Inhalt eines gewöhn lichen Fasses, welches zum Aufnehmen des Regenwassers diente, filtriert und im Rückstande 17 259 Eier, Larven und Puppen von Stechmücken gefunden habe. Am 22. Juli zählte er 19 110 Jugendstadien dieser Insekten. Als Radikalmittel zur Vernichtung der Mückenbrut in Pfützen und Wasserständen nennt Professor Carl Sajo rohes Petroleum. Hierin kommen die Larven und Puppen, sobald sie, um zu atmen, an die Oberfläche steigen, unfehlbar um. Natürlich darf das mit Petroleum bedeckte Wasser nicht als Trinkwasser für das Vieh, sondern nur als Waschwasser benutzt werden. Die Hauptaufmerksamkeit ist kleinen, durch den Regen entstehenden Bfüßen zuzuwenden, namentlich wenn dieselben nicht bereits in der ersten Woche wieder austrocknen. Im übrigen fönnen auch die natürlichen Feinde der Mücken herangezogen werden; das sind namentlich die Fische, welche in stehenden Wassern zu leben vermögen, wie z. B. die Karpfen. Die kleinen Karpfen vernichten todsicher die Mückenbrut in kurzer Zeit. Man kann also die Stechmückenqual mit mäßigen Opfern beseitigen, wenn nur jedermann, der Haus, Hof, Garten oder Feld besitzt, zur Einsicht käme, daß er seinen Teil zur Erreichung dieses Zieles beitragen müsse. + Ferien. Dieses Wort ist nicht blos unserer Jugend, sondern auch dem Alter geläufig; und dennoch fragt sich selten jemand, wie lange es her sein möge, daß es sich bei uns ein gebürgert hat. Daß das Wort lateinischen Ursprung hat, ist bekannt. Es ist aus dem lateinischen Wort feriae entstanden. In unserer Sprache fommt das Fremdwort zuerit 1686 vor. henhofe aus. h. Soeben ist der Mammer zu Darmst Tittlichen Bande von 1 ifichtlicher Weise die bigt ist auf Grund Swerte und Gewer den Vorschlägen des harifenschemas abgefa Jahresberichte aller Ha ggebendes Urteil E Bolge dieser Behörden adh einheitlichen Gefic tboll für die Regie minder für die einzeln * Eine Sonner un dem wir Neumont Rondfinfternis am Sonnenfinfternis für u A Heute beginnt Befechte schießen mit idhen Lügellinden, Die erhobenen 324 695 M. 1. Fü t für diesen Zwed Für die Heidenmisfi fion 3888 Rt. 4 nben des Inlandes apora 4790 Mt. Für die Guftab izburg 4422 Rt. Die Tanzbel Baate der Darm Nar Bargewin. Jed. Los gewin Vermögen u Gewinn durch Beitritt zu amtl. a gem. Verein! Kein Risik Gesetzl.staatl. angeordne Eine Mark on Streng reell! gent Viele Mill, Hauptgewinn Kleinster Treffer höher der Ankauf! Beitritt tä Prospekt durch allein AnnahmestelleChr.Hump Minchen, Römerstrasse ift in gro phabets. mit melden ann auch uni bergeben Die Agent endes Cabl en werben e. Milliona men izen Buff und St merita! Don eiben bor be der Numme zu nehme tendlich eftößt be und zwar nur für die Feiertage bei den Gerichten, da Schulferien überhaupt erst im 18. Jahrhundert eingeführt wurden. E hat natürlich nicht an Versuchen gefehlt, für das Wort Ferien einen rein deutschen Ausdruck zu suchen. Es sollte burch Spieltage" ersetzt werden. Nun ist zwar„ Spieltage" ein Ausdruck, der früher mehrfach für ,, Ferien" verwendet wurde und auch jetzt noch z. B. im Oberbergischen gebräuchlich ist, aber auf allgemeine Einbürgerung dürfte selbst dieses hübsche Wort evensowenig Aussicht haben wie das oft gebrauchte ,, Freizeit." Also bleiben wir bei dem altüberlieferten Lehnworte Ferien! Von Möwen verfolgt. Ein dänischer Matrose mar 60 Meilen vom Lande entfernt von seinem Schiffe gespült worden, und versuchte als guter Schwimmer schwimmend Land zu erreichen. Zu seinem Entsetzen wurde er bald von einem Schwarm Möven angefallen. Die Tiere freisten laut schreiend über ihm und stießen von Zeit zu Zeit auf ihn = Spigen hinein nieber, wobei sie ihm schwere Schnabelhiebe versezten. Ein hlt er du ruisches Kriegsschiff fuhr ganz nahe an dem unglücklichen nach Netwho tindigem Schwimmen sah er ein anderes Schiff, das offenbar tels führt uns bie Richtung auf ihn nahm. Es war das russische Schiff uf langen& Elisa", dessen Kapitän feststellen wollte, was die Möven Manne vorüber, ohne sein Geschrei zu hören. Nach sechsreinfahren u Farbige Bo aufzuhalten. So wurde er gerettet. beranlaßte, fich in so großer Zahl immer an derselben Stelle ugen. Lautl ====ber den Stron Gatte zwei Bräute, Celi und Rubia. Jede liebte er gleichzehn diefe mißig glühend", ebenso sie ihn wieder. Eine mußte weichen, Riesenschife Re Senbuhlerinnen auf der verabredeten Stelle am MeeresDas Duell der„ Bräute". Ein Madrider Wagenlenker geßliches Bill ein Duell sollte entscheiden. Um Mitternacht trafen die beiden fande ein. Unverzüglich begann der Kampf, gleich wütenden in fürchterlide Bestien schricen und heulten die beiden Furien, daß Fischer Beitungsjunge in der Ferne auf sie aufmerksam wurden und schnell herbeire Dienste a die m in das eilten. Celi lag auf dent Boden und röchelte nur noch leise, Tritt, hemma während die„ Blonde" auf ihrem Körper fniete und unaufOpfers vergrub. Es kostete Mühe, die Megäre, die selbst aus vielen Wunden blutete, von der Leiche ihrer Nebenbuhlerinnen zu trennen. Zu den mittlerweile eingetroffenen Volizisten sagte die Mörderin in aller Ruhe:" Nehmt mich gefangen; ich habe sie getötet, denn eine von uns mußte sterben. rüden ist alle t die Büste der eines Hotel Cokales. Die Polizei na önen Morgen, nd zwar schöne, hatte ihr näm Kaiser und Großherzog. Der Kaiser trifft eeigen Anftri am Mittwoch, dem 22. ds. Mts., vormittags 73/4 Uhr, in lange in seine Mainz ein und hält auf dem großen Sande eine Truppendes Raubes be schau ab. Die Mainzer Garnison wird durch auswärtige efichter gema Tuppenteile des 18. Armeekorps bedeutend verstärkt sein. 68 treffen außer dem Kaiser und dem Großherzog noch bei einer Tan mehrere Fürstlichkeiten dazu hier ein. Der Hofzug des agen in den Raisers wird direkt bis nach Mombach an eine eigens hergerichtete Haltestelle in der Nähe der Gastellschen Fabrik jedermann, ob geleitet. Pioniere schlagen ein großes Zelt auf, in dem der n einem Kleide Raiser zu Pferde steigt. Nach beendigter Truppenschau genzeugen ver führt der Kaiser die Fahnenkompagnie und StandartenToiletteneffett jab alle mos esfabron in die Stadt. In der Wallstraße bilden die Farbennuance, dortigen Kriegervereine Spalier. Das Hoflager des Großungen aller Ar herzogs wird Dienstag, den 21. Mts., nach Mainz verlegt. ich lepratrant: Im Schlosse ist nach der Truppenschau Frühstück, an dem en hatte, befand außer dem Kaiser, dem Großherzog und mehreren anderen ngeschlossen a Fürstlichkeiten nur Militärs teilnehmen. Gegen 3 Uhr ate nach seine nachmittags erfolgt die Abreise des Kaisers vom Hauptdie österreichsbahnhofe aus. erischen Ctaat ngen gepfloge unmehr ist de leichen Waggon einer Ankunft ngen. Mit den Transport wiede egen der lett iber die Müde Blutsauger ine Beföftigung h. Soeben ist der Jahresbericht der Handelsfam mer zu Darmstadt für 1905 erschienen. In einem stattlichen Bande von 130 Druckseiten behandelt derselbe in über sichtlicher Weise die Tätigkeit der Handelskammer. Der Bericht ist auf Grund des von dem Ausschuß tes deutschen Handwerks- und Gewerbefammertages in Uebereinstimmung mit den Vorschlägen des Reichsamts des Innern aufgestellten Rubrikenschemas abgefaßt, sodaß sich bei Vergleichung der Jahresberichte aller Handwerks- und Gewerbekammern ein maßgebendes Urteil über die Verhältnisse, Leistung n und Nutzen des Arfolge dieser Behörden gewinnen läßt. Die Berichterstattung nach einheitlichen Gesichtspunkten muk daher als besonders wertvoll für die Regierungen, die Parlamente wie nicht minder für die einzelnen Abgeordneten bezeichnet werden. Sichtigen. Med iefer Quälgei ert haben, d zurotten berma St. Die Müd en Feststellung durch natürli Wafferbehalten n müdenfreien Lugger teilte = erfuchsamial s t eines gewo * Eine Sonnenfinsternis wird am 20. August, an dem wir Neumond haben, eintre' en. Ebenso wie die Rondfinsternis am 4. d. M. wird die bevorstehende Sonnenfinsternis für uns unsichtbar bleiben. A Heute beginnt unser Kaiser Wilhelm- Regiment sein Gefechtsschießen mit scharfer Munition im Gelände wischen Lüzellinden, Rechtenbach, Münchholzhausen. * Die erhobenen Kirchentolletten ertrugen 124 695 Mt. 1. Für kirchliche Armenpflege( ausschl. der Regenwacht für diesen Zweck bestimmten Kirchenopfer) 90 435 Mt. Für die Heidenmission 6582 Mt. 3. Für die Innere 22. Juli ziliffion 3888 Mt. 4. Für hilfsbedürftige Diaſpora- Ge= Sier, Larben 18 Raditali nd Wafferfind roleum. Sie um zu atm atürlich darf de meinden des Inlandes 4709 Mt. 5. Für die ausländische Diaspora 4790 Mt. 6. Für die Lutherstiftung 4070 Mt. Für die Gustav Adolf- Stiftung 4872 Mt. 8. Für Bürzburg 4422 t. 9. Für verschiedene Zwecke 927 Mt. * Die Tanzbeluftigungen brachten dem hessischen Darmst. 8tg." zufolge im letzten Jahr Entwaffer für de Staate der bt werden. egen entstehende ben nicht bere übrigen förm gezogen werden ehenden Waffen n. Die feina in furzer Be Bigen Opfern be of, Garten obe en Teil zur unferer Jugend dh fragt fich felten rfprung hat, i fich bei uns ein feriae entstanden auerit 1686 vor ime Serienlose oder PlonnigalattaAPIA " Nar Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. Gewinn durch Beitritt zu amtl. angem. Verein! Kein Risiko! Gesetzl.staatl. angeordnet! Eine Mark monatl Streng reell! genügt! Viele Mill. Hauptgewinne! Kleinster Treffer höher wie Keine ausländische Sache!- der Ankauf! Beitritt tägl.! Prospekt durch alleinige| Annahmestelle Chr.Hummel München, Römerstrasse 3. 172 963,50 Mt. ein, und zwar für Tanzbeluftigungen auf Kirchweihen 66 625,50 Mt. und für Tanzbeluftigungen bei anderen Gelegenheiten 106 338 Mt. Obenan steht Darmstadt mit rund 21 000 Mt. Alsdann folgen Mainz mit 20000 Mt., Offenbach mit 19 000 t., Worms mit 12000 Mt., Gießen mit 11000 usw. Am wenigsten trug dieser Stempel im Kreise Schotten ein. Dort wurden nur 2274 Mt. für diesen Zweck verausgabt. pg Herbst- Pferdemarkt zu Gießen. Am Dienstag, 11. September findet zu Gießen Pferdemarkt mit Prämiierung statt. Die letzten Märkte waren durchschnittlich mit über 300 Pferden befahren und von Händlern und Landwirten sehr gut besucht. Es wurden recht bedeutende Käufe abgeschlossen. Für die Prämiterung der Pferde stehen 1670 Mt. zur Verfügung. Die Prämiierungstommission besteht aus den Herren Defonomierat Müller- Neuhof bet Gießen, Vorsitzender des Landeepferdezuchtvereins, Defonomierat Hoffmann- Hofgüll, Gute pächter Bene- Hof- Altenberg bet Wezlar, Schlachthofdirektor De Liebe Gießen, Oberstleutnant Zahn- Gießen. Die Prämiierung erstreckt sich auf Reitpferde, Arbeitsschläge, dreijährige Fohlen,( geb. 1903) zweijährige Fohlen,( geb. 1904) Buchtstuten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt. Der Prämiierungsplan, welcher die näheren Bedingungen enthält, wird von Herrn Weinhändler August Schwan zu Gießen auf Wunsch übersandt. * Für angehende Genossenschaftsbeamte. Auch im Winterhalbjahr 1906/07 wird an der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftsschule in Darmstadt ein halbjähriger Lehrgang für jüngere Verbands- und Genossenschaftsbeamte, sowie für solche, die es werden wollen, abgehalten. Der Unterricht hat schulmäßigen Charakter und erstreckt sich auf Geschichte und Organisation des ländlichen Genossenschaftswesens, Genossenschaftsrecht, Buch- und Ges schäftsführung, Korrespondenz, Handels- und Warenkunde, somie Geld- und Kreditwesen. Ferner werden gelehrt: Volkswirtschaftsfunde für den Landwirt, genossenschaftliche Verwaltungslehre der Spar- und Darlehensfassen, der Molkerei und Bezugsgenossenschaften, sowie Revisionslehre 2c. Ein Honorar für den Unterricht wird nicht erhoben; die Kosten trägt der Reichsverband. * ** Gegen den Bieraufschlag. Die Gastwirte von Gießen und Umgegend befaßten sich im Neuen Saalbau" mit dem kommenden Bieraufschlag. Sie waren der Ansicht, daß die Brauereien sehr wohl allein die Biersteuer tragen tönnten. Hoffentlich bleiben wir von einem Bierfrieg, der anderenorts soviele Unerquicklichkeiten zeitigt, verschont. § Leihgestern, 15. Aug. Mit dem Wiederaufbau unserer Kirche, die vor einigen Monaten unter dem furchtbaren Anprall eines Gewittersturmes zusammenstürzte, ist heute begonnen worden. * Heusenstamm. In letzter Beit fanden hier oft Feld dienstübungen statt. Nach Beendigung einer solchen fanden Knaben eine Plaßpatrone, die sie durch Klopfen zum Explodieren brachten, wodurch ein Knabe eine nicht unbedeutende Armverlegung davontrug. ? Steinbach, 14. August. Hier ist ein Turnverein gegründet worden. Lich, 14. Auguft. Unsere Wasserleitung ist jezt mit einem Kostenaufwand von ca. 30 000 Mt. vollendet. * Schotten. Gegenwärtig werden in der Nähe von Hochwaldhausen, dem neuen Luftkurorte, durch den Geometer Nühl von Lauterbach Messungen des Geländes vorgenommen, auf welchem die Anlage eines Sees geplaut ist. Es ist die vom Schwarzfluß durchzogene Hochebene. Sollte das Projekt sich verwirklichen, so würde der Gegend ein neuer landschaftlicher Reiz verliehen. A Steinfurt, 14. August. In den großen Rosen= züchtereien, durch die ja unser Dorf weit und breit berühmt ist, herrscht gegenwärtig reges Treiben. Hunderte von Kindern und Erwachsenen sind mit dem Veredeln, dem Verpflanzen der Wildlinge und dem Einsammeln der Rosen beschäftigt. Täglich werden große Mengen dieser Blumen versandt. Fast alle hiesigen Landwirte haben sich der sehr rentablen Rosenzucht gewidmet. Die Rosenäcker bieten zur Zeit einen herrlichen Anblick. Hier hat sich ein Konsortium gebildet, das das Freiherrlich Lövsche Gut vom nächsten Frühjahr übernimmt und pro Morgen 40 Mt. jährliche Picht zahlt, während die seitherigen Gutspächter Schutt und Brückmann nur 22 Mt. zahlen. Das ganze Gut soll zur Rosenzucht benutzt werden. * Marburg, 14. Auguft. Wie die„ Ldsztg." hört, soll nun auch in Marburg nächstes Jahr ein Gesangswettstreit stattfinden, der sich aber nicht nur über den Lahntal. Sängerbund, sondern über eine ganze Anzahl von Verbänden erstreckt. Der Gesangverein Liedertafel", von dem der Plan ausgeht, wird in einer demnächtigen Versammlung über das Projekt Beschluß fassen. * Weilburg, 14. August. Sämtliche an der Lahn ansässigen Rudervereine haben in bereitwilligster Weise ihre Teilnahme an der gelegentlich der 1000 Jahrfeier stattfindenden Auffahrt vor dem Brinzen Eitel Friedrich von Preußen zugesagt. Carl Geißler, Gießen übernimmt [ chriftliche Arbeiten, Vermittelung von Anund Verkäufen, Vermietungen, Aufnahme von Vermögens- Verzeichnissen, Vermögens- und Nachlassverwaltungen, freiwillige Versteigerungen, Inkasso und Beitreibung von Forderungen, bei mässigem Honorar und fachgemässer Ausführung. Geschäftsstube: ,, Hotel Einhorn". An derselben nehmen über 20 Boote mit ca. 100 Ruderern teil, urb zwar: 2 Achter, 12 Vierer, 1 Doppelzweier, 3 Zweier und 3 Einer( Stiffs). Es ftellen: Gießener Rudergesellschaft, 1 Achter, 2 Vierer, 1 Doppelzweier, 1 Stiff, Weglarer Ruder- Klub 1 Achter, 4 Vierer, 2 8weier, 2 Stiff, Limburger Ruder- Verein 1 Vierer und Weilburger Ruder Verein 2 Vierer, 1 8weier. Das Farben= prächtige sportliche Schauspiel dürfte jedenfalls mit ein Glanzpunkt in dem Festprogramm werden. * Haiger. Auf dem Gau- Schüßentag in Haiger wurde beschlossen, das nächste Verbandsschießen des Gau s Hessen und Nassau im Jahre 1907 hier in Wetzlar abzuhalten. Als Zeit wurde der 7., 8. und 9. Juli gewählt. * Frankfurt, 14. Aug. Ein unheimliches Pfand gab am Sonntag, 29. Juli ein Fräulein in einer Wirtschaft am Alten Markt. Sie ging dort regelmäßig zum Essen und bezahlte auch prompt. An jenem Tage unterließ sie das Bezahlen und übergab dem Kellner dafür ein Batet mit den Worten es ja gut aufzuheben". Am nächsten Tage erschien sie abermals zum Essen, und dann kam sie nicht wieder. Ohne zu ahnen, welchen Inhalt die Hülle aus Packpapier barg, stellte man das Paket in ein Hinterzimmer. Gestern wurde nun gründlich aufgeräumt. Da es der Wirtin so verdächtig roch, war sie neugierig, sich über das Innere zu orientieren. Sie gewahrte zu ihrem größten Schrecken beim D.ffnen des Paletes eine in Verwesung übergegangene Kindesleiche. Außer der Leiche waren dacin noch enthalten ein schwarzes Jakett, e.ne schwarze Schürze, eine Boa und rotbraune lederne Damenha sdschuhe. Die bis ißt angestellten Recherchen ergaben noch feine Anhaltspunkte über die Person, die das sonderbare Pfand für ihr Mittagessen zurückließ. * Frankfurt. Fahrtartensteuer. Von Montag ab wird der Personenzug ab Frankfurt 6 Uhr 28 Minuten Hauptbahnhof wegen Ueberlastung in zwei Teilen gefahren. Diese Fahrplanänderung fann als eine Folge der Fahrkartensteuer gelten, da die Benutzung der 4. Wagenklasse so zunahm, daß der Zug nicht mehr ausreichte. * Frankfurt a. M. Heu- und Strohmarkt. Heu per Zentner 2 90-3.20, Stroh per Zentner 2.70 f. * Seligenstadt, 14. Aug. Zum Lustmord. Nach den polizeilichen Ermittelungen kommt als Täter des Mordes ein 20 bis 30jähriger Handwerksbursche in Betracht. Er ist von schlanker Statur, trägt hellen Anzug, wahrscheinlich hirschlederne Hose; auf dem rechten Bein oder dem Knie befinden sich starte Flecken. Seine Sportmüße ist durch brochen und mit weißen Nesteln eingefaßt. An einem schwarzen Band oder Riemen trägt er über den Schultern ein großes in gelbes Backpapier eingepacktes Paket. Er hat lange schwarze Haare, Kotelettbart, schwarzen Schnurrbart und start hervortretende Backenknochen. * Cassel. Liebes mord. In Cassel erschien vor einigen Tagen der 19jährige Kaufmann Lengemann auf einem Polizeirevier und teilte mit, daß er seine Braut auf deren ausdrücklichen Wunsch durch einen Revolverschuß getötet habe. Er bezeichnete auch die Stelle, an der man die Leiche finden werde. Die Polizei begab sich an den betreffenden Ort und fand dort die 18jährige Verkäuferin Simmersbach in ihrem Blute liegend, aber noch am Leben. Er be hauptet, er habe sich das Leben nehmen wollen, aber im legten Augenblick beim Zusammenfinken des Mädchens, den Mut verloren. sp. Dresden, 15. Auguft. Im Dauerrennen über eine Stunde siegte Schulze, Zehlendorf. Zweiter wurde Schipke, Dritter Morig. Diese drei siegenden Fahrer benutten Brennabor. Gießener landwirtschaftlicher Wettecdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dounerstag, den 16. Auguft. Vielfach heiter, trocken, nachts fühl, am Tage Temperatur wenig verändert, fr she westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. - Die Zierde der Frauen liegt entschieden in Das schönem, üppigem, angenehm duftenden Haar. kann nur durch den Gebrauch von Carboline- die Königin aller Haarwässer erzielt werden. Zu haben in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder direkt von H. H. Warner& Co., Schäfergasse 10, Frankfurt a M. Bei Einkäufen wollen unsere verehrlichen Abonnenten und Leser sich der in unseren Zeitungen inserierenden Firmen erinnern und auf uns beziehen. Drucksachen aller Art liefert in jeder Ausführung zu billigsten Preisen die Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. Rheumatisu. Gichtkranken teilt umsonst mit, was ihrer Mutter von jahrelangem schweren Gichtleiden geholfen hat. Marie Grünaner, München, Pilgersheimerstr. 2/2. Geld! Bares Geld! Hoher sofortiger Verdienst für Jedermann! Kein Kapital! Kein Laden nötig! Spielend leicht! Offert. u. A. B. a. Annoncenexpedit. Eugen Wieland, Lindau in Bayern. AL Bekanntmachung. Durch Beschluß des Kreisausschusses vom 25. Juli 1906 ist der Gilhelm Rieb Ehefrau dahier die Erlaubnis zur Ausübung des Gewerbes als Gesindevermieterin erteilt worden. Den Gebührentarif derselben bringen wir nach: stehend zur öffentlichen Kenntnis: a) für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen 5 Mf; b) für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts 7 Mt., wovon der Dienstbote jeweils 2 Mt. zu entrichten hat. Gießen, den 14. August 1906. Großh. Polizeiamt Sießen. J. V.: Roth. Vergebung von Bauarbeiten. Die zur äußeren Herstellung der alten Univer. fitätsbibliothek nötigen Weißbinder und Spenglerarbeiten werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen und können daselbst zum Selbstkostenpreis erhoben werden. Die Angebote müssen bis zum Eröffnungstermin am 20. August 1906, vormittags 11 Uhr mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns gelangen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 27. Juli 1906. Großherzogliches Hochbauamt Gießen. Becker. Vergebung von Maurer- und Pflasterarbeiten. Die für den Umbau der Hammstraße zwischen der Unterführung bei Geilfuß und der Wieseckbrücke erforderlichen Maurer- und Pflasterarbeiten wie Versehen von 275 m Bordsteinen, Verlegen von 200 qm Kleinpflasterplatten, Um- bezw. Neusezen von Sinkfaſtenaufjeßen und Schachtdeckeln, sowie Aufbruchund Wiederherstellung von 400 qm Gossenpflaster, Herstellen von 1940 qm mosaifartigem Kleinpflaster, 1940 qm Chaussierung und 550 qm Siesbanketten, alles ohne Materiallieferung, sollen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 1 zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum Montag, den 27. Auguft, vormittags 11 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen, woselbst im Beisein etwa erschienener Bewerber die Eröffnung der Angebote erfolgt. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. August 1906. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Lebensgrosses Porträt Brustbild nach jeder Photographie vergrössert. Echte Kreidezeichnung. Grösse 45 x 55 cm. Aehnlichkeit garantiert. Für nur 1 95 ==Mark liefere ich reklamehalber für diesen Monat an jedermann gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages. Jeder 50te Besteller erhält gratis hocheleganten Goldrahmen Nur nachweislicher Abschluss von 50.000 Porträts ermöglicht dieses Angebot. Niemand versäume diese Gelegenheit und sende umgehend Photographie mit deutlicher Adresse an Grand Institut pour reproduktion Hugo Weis Frankfurt a. M., Kronprinzenstrasse 54. 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August: a) bormittags 9 Uhr an Ort und Stelle von Wiesen im Neustädterfeld und von den Wieseckbo ungen, b) bormittags 11 Uhr in der Restauration von Meldi Schäfer Ww., Grünbergerstraße 6 von den Wi im Heegstrauch, im Rußland und von dem unter Teil des Friedhofs am Nahrungsberg, c) nachmittags 2 Uhr im Philosophenwald bon Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal und b den Hospitalwiesen in der Gemarkung Wiesed, d) nachmittags 5 Uhr an Ort und Stelle von Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 21. August: a) vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle von Ochsenwiesen, einer Hospital- und Pfarrwiese, b den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen un Altentisch, b) nachmittags 2 Uhr an Ort und Stelle von Wiesen in der Gemarkung Rödgen, c) nachmittags 22 Uhr an Ort und Stelle von Wiesen in der Gemarkung Altenbuſed ,. d) nachmittags 3 Uhr an Ort und Stelle von Wiesen in der Gemarkung Großen- Buseck. Die Zusammenkunft ist am 18. August an Eisenbahnbrücke in der Klinikstraße, am 20. Augu am Neustädtertor und am 21. August an den Ochie wiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden meinden werden ersucht, vorstehendes in ihrer Gemein bekannt machen zu lassen. Gießen, den 8. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Bekanntmachung. Wir suchen für unsere Installationsabteilung eind tüchtigen, selbständigen Elektromonteur für Hausinstallationen. Reflektanten wollen sich m Angabe der Lohnansprüche und Beifügung von Zeugni abschriften bei der unterzeichneten Verwaltung alsba Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. Stolte. ie Königliche Baugewerk- Schule zu Jostein melden. im Tannus eröffnet das Winterhalbjahr am Donnerstag, den 18. Oftbr. Programme und Meldezettel versendet kostenlos Die Direktion. Dienstag, Donnerstag und Uhr an Prima Speisekartoffeln sowie amstag von 19 frischen Feinste Salatkartoffein Zwiebelkuchen liefert billigit J. Hankel, Gießen, Schloßgaffe. Darlehn auf Möbel, Wirtschaft empfiehlt Bäcker Schomber, Walltorstr. 51. 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Die Bioline Es gab war lediglich das Instrument des Tanz meisters. ( Geigerfönig), Es ist sogar vorgekommen, daß Geistliche, laubnis zum Geigen erfaufen unser in Gesellschaften um öffentlich welche in der Kirche den Gesang mit der Geige oder be meister" au) spielen zu Violoncell begleiten patent lösen Nr. 187 Mittwoch, den 15. Auguft sische Famili 1906