Nr. 162 Webattion u.Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83, Fernsprechanschluk Nr. 362. Freitag, den 13. Juli 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( gld) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Bolizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Cherkesson Dreyfus freigesprochen! Paris, 12. Juli. Der Kaffationshof hat das vom Kriegsgericht in Rennes gegen den Hauptmann Drehfus ausgesprochene Urteil ohne Verweisung vor ein anderes Gericht aufgehoben. Die Sigung des Kaffationshofes wurde, wie weiter aus Baris gemeldet wird, furz nach 12 Uhr eröffnet. Im vollbesetzten Zuhörerraum wohnten u. a. die Mitglieder der Familie Dreyfus und Oberstleutnant Picquart der Sizung bet. Der Präsident Ballot- Beaupré verlas unter tiefem Schweigen das ausführlich begründete Urteil, das als neue Tatsachen anführt: 1. das Schriftstück Nr. 371, das sich auf bie Ersetzung des Buchstaben P durch den Buchstaben D bes zieht, und das als Beweis für die Unschuld Dreyfus an Resehen worden ist; 2. das Schriftstück Nr. 26 über die Drganisation der Eisenbahnen, dessen Datum nach dem Prozeß Bola von Oberst Henry eingefügt worden ist; 3. das Konzept bes Admirals Bayle. Der Kassationshof ist der Ansicht, daß biese Tatsachen die Unschuld Dreyfus' dartun; er erflärt ferner, es stehe fest, daß das Bordereau von Esterhazy gerieben worden ist, und daß die Antlage, soweit sie sich auf das Bordereau bezog, nur auf Hypothesen beruhte. Ueberdies wurden vor der Verbaftung Dreyfus' mehrere Spionage- und Landesverratsverbrechen begangen, an denen Dreyfus er= wiesenermaßen unschuldig war. Darum spricht das Urteil Dreyfus von allen gegen ihn erhobenen Anklagen frei. Ein Rückblick. Elf Jahre ist es her, daß der französische Hauptmann Dreyfus wegen des schweren Verbrechens des Landesverrats zur Degradation und zur Deportation verurteilt wurde. Hauptmann Dreyfus hatte zu feiner Zeit aufgehört, seine Unschuld zu versichern. Das Kriegsgericht hatte ihm feinen Glauben geschenkt, und bei der Heimlichkeit des Verfahrens war es nicht möglich gewesen, Mängel und Lück n in der Beweisführung herauszufinden. Indessen die Strafe der Einschließung auf einer müsten Insel vollzogen wurde, der= rieten fich Antläger des Hauptmanns Dreyfus selbst durch ihren Uebereifer. Hätten sie geschwiegen, so mußte das Urteil des Kriegsgerichts als ein gerechtes Urteil hingenommen werden. Sie schwiegen aber nicht, sondern rühmten sich der Verurteilung als eines Erfolges. Sie deuteten an un ließen immer flarer bervortreten, daß Hauptmann Dreyfus Frankreich an Deutschland verraten habe, daß er mit den deutschen Militärbevollmächtigten in Paris fonspiriert, ja direfte verräterische Berichte an Kaiser Wilhelm nach Berlin geschickt habe. Der deutsche Botschafter in Paris er= hielt Weisungen, diesen lügnerischen Ausstreuungen amtlich entgegenzutreten; und nun war für jeden, der nicht in abFichtlid er Voreingenommenheit beharren wollte, vollständig erwiesen, daß Hauptmann Dreyfus zu Unrecht verurteilt war, wenn sein Verbrechen in einem Landesverrat zum Nußen Deutschlands bestanden haben sollte. Vergeblich bemühten sich jetzt die Klügeren unter den Feinden des Hauptmanns Dreyfus, das Gerücht zu verbreiten, Hauptmann Dreyfus habe militärische Geheimnisse Frankreichs an Rußland verraten. Mit dieser Behauptung war bei der damals in Frankreich herrschenden Stimmung kein Geschäft zu machen. Es wurde mehr und mehr offenbar, daß eine förmliche Verschwörung borlag, darauf gerichtet, aus dem französischen Generalstab nicht blos, sondern aus dem ganzen französischen Offizierforps alle Elemente zu entfernen, die mit unbequemer Treue der Republik anhingen und nicht zu einem Umsturz der Verfassuno, zur Rückberufung der Orléans belfen wollten. Hauptmann Dreyfus fand Freunde, die sich seiner annahmen und die Wiederaufnahme eines Prozesses befürworteten. Vier Jahre hatte er in Gefangenschaft zugebracht, als er es erlana e, nah Frankreich zurücktransportiert zu werden. Der Prozeß wurde aufs neue geführt, diesmal vor dem Kriegsgericht in Rennes, und zum anderen Mal wurde Dreyfus verurteilt. Das Verditt lautete verhältnismäßig so milde, bak man annehmen mußte, die verurteilenden Richter selbst hätten an die Shuld nicht gen'aukt. In der Tat glaubte niemand mehr an diese Schuld. Muine Männer, Emil Bola und Oberft Piquart an der Spitze, deckten das Lügengewebe auf und offenbarten, daß die Anflage gegen Dreyfus eine Säufung von Fälschungen gewesen, daß der wirkliche Ferräter der Major Esterhazy war, der im Solde des Auslands und im Solde der Orléans aeftanden, und durch dessen demonftrative Umarmung der Herzog von Orléans fich fompromittiert hatte. Inzwischen find weiter fünf Jahre ins Land gegangen. Die republiffeindliche Agitation in der Armee und namentlich unter den höheren Offizieren Republik iſt erstickt worden, und endlich hat ber man den moralischen Mut gefunden, der Wahrheit die Thre zu дебеп. Der höchste Beamte der Staatsanwaltschaft bemühte sich vor aller Welt, die Werbrechen aufzudecken, die an der Gerechtigkeit begangen worden sind. Nicht wenige unter den Franzosen werden jetzt mit Beschämung daran denken, daß fie in ihrer Verblendung magen konnten, in das Wort des deutschen Kaisers Aweifel zu setzen. Vielleicht lernen fie daraus Ver- etwas spät trauen zu hegen nach der Seite, der Mißtrauen entgegenzubringen ein fehlgeleiteter Patriotismus fie veranlaßt hatte. * sk - * - Nahdem Dreyfus freigesprochen, machen sich nunmehr Bestrebungen geltend, gegen die an der Affaire beteiligten Offiziere vorzugehen. Der sozialistisch- radikale Abgeordnete Prefsersé beabsichtigt, in der Deputierten fammer den Antrag zu stellen, den General Mercier und andere Offiziere aus der Liste der Ehrenlegion zu streichen. Auch steht eine Interbellation darüber bevor, welche Genugtuung dem Hauptmann Dreyfus und dem Obersten Picquart gewährt werden solle. Der französische Ministerrat hat sich bereits mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. Infolge des Sieges des sozialdemokratischen Kandidaten bei der Stichwahl im Wahlkreise Altena- ierlohn hat die Wahlleitung der Rentrumspartei im Wahlkreise Hanna Schwelm, wo an Stelle des verstorbenen Abgeordneten Eugen Richter eine Nachwahl zum Reichstage bevorsteht, heschlossen, bei einer Stichwahl, in der das Zentrum zwischen den Freifinnigen und den Sozialdemokraten den Ausschlag gibt, die Rentrumswähler nicht aufzufordern, für den frei= sinnigen Kandidaten zu stimmen. * Die Hamburger Bürgerschaft nahm ein rom Senat borgeschlagenes Gesetz über die Verioranna staatlicher Angestellter und Arbeiter an in bezug auf Alter und unvalidität, das eine mit 200 Mark beginnende Jahresrente aussett. * Vielfach ist eine Aenderung der nenen breußischen Gerichtsvollzieher- Ordnung gewünscht worden. Der preußische Justizminister hat deshalb eingehende Feststellungen darüber angeordnet, wie weit die Klagen über die Wirkungen der jeßigen Ordnung durch die Erfahrungen der Praxis gerechtfertigt find. Die vom preußischen Landtage genehmigte neue Wahlordnung bedingt zehn neue Wahlen für das Abgeordnetenhaus, das durch Neueinteilung der Wahlkreise zehn neue Abgeordnete erhält. Diese Wahlen sollen im Herbst borgenommen werden. Von den neuen Mandaten fallen vier auf Berlin. Russland. ** Der Kommandierende des Schwarzen Meer Geschwaders, Admiral Tichufnin ist seinen Verwundungen erlegen, die er von dem Watrosen, der ein Attentat auf ihn berübte, erhalten hatte. Der Admiral hatte im Hospital das Bewußtsein nicht wieder erlangt. ** Ein Begrüßungetelegramm von 226 Mitaliedern des englischen Unterhauses an die Duma gibt der Hoffnung Ausdruck, bei dem bevorstehenden interparlamenta= rischen Kongres in Westminster auch Abgeordnete des jüngsten Parlamentes empfangen zu fönnen. Die Duma wird voraussichtlich zwei Mitglieder dorthin entsenden, ** Aus Besorgnis vor dem Ausbruch einer neuen Verfolgung fand eine wasenflucht der jüdischen Bevölkerung aus Warschau statt. Mit der Bahn, auf dem Dampier und zu Wagen haben Tausende von Juden die Stadt verlassen, obgleich die jüdischen Zeitungen und Extra- Ausgaben auf Grund von Versicherungen des Oberpolizeimeisters zur Ruhe ermahnten. Fast alle jüdischen Läden sind geschlossen, und der Verkehr ist gering. Alien. ** Die Gärung in horea gegen die Japaner ist in sietem Wachsen. Größere Unruhen und Angriffe auf die Japaner fommen fortgesetzt vor. In der Provinz Sjed Tichunschongdo steht eine starte Schaar gut bewaffneter Ausständischer, die sogar über Kanonen und Maschinengewehre verfügen, in einem verschanzten Lager bei Honschu. Da die japanische und toreanische Polizei gegen die Aufständischen machtlos ist, so find japanische Truppen dorthin entsandt worden. Dof und Gefellschaft. Der Kaiser ist an Bord der Hamburg" in Trom oe eingetroffen. Eine große Menschenmenge hatte sich am Kai versammelt und brachte dem Kaiser lebhafte Huldi. gungen dar. Der deutsche Kronprinz stiftete anläßlich der glücklichen Geburt seines Söhnchens für bedürftige Kinder der Stadt Potsdam die Summe von tausend Mark. Prinz Heinrich von Preußen hat sich mit seinem Sohn, dem Prinzen Waldemar, zu mehrwöchigem Aufenthalt nach Tirol und der Schweiz begeben. ** König Eduard von England beabsichtigt anfangs September von Marienbad, wo er zu jener cit zur Kur weilt, auf zwei Tage zum Besuch des Kaisers Franz Josef nach Wien zu kommen. Soziales Leben. X Neunstündige Arbeitszeit auf der Kieler Werft. Das Reichsmarineamt ordnete die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit auf der Reichswerst in Kiel an. Eine Verminderung der Löhne tritt nicht ein. × Agenten für Courrières in Deutschland. Im cheinisch- westfälischen Industriegebiet fino zahlreiche französische Agenten eingetroffen, um Bergleute für Courrières anzuwerben. Der Gewertverein christlicher Bergarbeiter warnt vor Annahme der glänzenden Versprechen, die auf Täuschung berechnet seien. Deer und flotte. " Militärfache" statt„ Wilitaria". Der Staatssekretär des Reichspostamts hat die Postanstalten angewiesen, auch diejenigen Sendungen in Militärangelegenheiten, die anstatt des Vermerks ,, Militaria" den Vermerk Militärsache" oder " Heeressache" tragen, portofrei zu befördern, ofern die Sonstigen Voraussetzungen für die Gewährung der Portofreiheit erfüllt sind. Durch diese Verfügung wird eine Forderung erfüllt, die auf Grund eines Einzelfalles fürzlich laut wurde. Ein Offizier hatte einen Brief in Militär. angelegenheiten mit dem Vermerf Heeresiache" statt ,, Militaria" versehen und war deshalb zur Zahlung des Strafportos herangezogen worden. Huf nach Haida: Pafcha! ( Sonder- Bericht.) Konstantinopel, Anfang Juli. Sie wünschen von mir einige Zeilen über die Anatolische Bahn. Aber die Sonne brennt gewaltig auf Konstantinopel herab, die düsteren Cypressen, die überall, wo Moscheen be oraben liegen, zwischen dem Häusermeer emporragen, wollen schier verschmachten, und der Boden atmet Glut. Sie werden nicht erwarten, daß ich mich bei dieser Temperatur an den Schreibtisch setze und eine gewaltige wirtschaftspolitische Abbandlung zu Bopier bringe; ich will mich meiner Aufgabe lieber in anderer Weise entledigen. Etwas Phantasie haben Sie doch? So lade ich Sie ein, auf einem Spaziergang binüber nach Haidar Pascha mein Begleiter zu sein. Haidar Roscha, ein fleiner Schwesterort Stutaris, des asiatischen Konstantinopels, ist der Ausgangsvunkt der Bahn; daß diese schon jetzt. wo ihre Verwandlung in eine eigentliche Bagdadbahn noch in weitem Felde ist, ihre große Bedeutung hat, wird Ihnen befannt sein. Sie wissen nicht, daß sie bereits jetzt meit nach Alcinafien hinein, bis Ronioh, an den Fun des Taurus, führt? Eine Art Vorstellung werden Sie schon in Haidar Pascha bekommen. Und wenn Sie an Erfolge des Deutschtums im Ausland Freude haben, wird Ihnen das Herz aufgehen. - - in Hinein in die Tunnelbahn, die uns in wenigen Minuten von der Höhe Beras hinab nah Galata ans Geftade des goldenen Horna führt. Wir treffen es cut; die Bahn ist ießt. in den ersten Nachmittagsstunden nicht so überfüllt, wie innst fast immer am Tage. Neben uns steigen nur einige Türkinnen, reiche Türinnen nach ihrer Kleidung! das Coupée, züchtig in ihren Vakschmack gehüllt. Der schwarze Schleier. der ihr Antity verdeckt, ist bei dreien dünn genug, je ein paar glänzende fofette aroke Augen und ein kleines niedliches Antlitz durchschimmern zu lassen. Der Schleier der vierten ist dichter gewebt und aestattet fenerlei Rekognoszierung. Man darf daber mit Sicherheit annehmen, daß er eine Dame in sehr vorgerückten Semestern verbirgt. Wir in am Kai: vor uns liegt geradeaus die bölferwonende Brücke, die hinüber nach Stambul führt, links und rechts der gemaltice, natürliche Hafen, auf dem in Verbindung mit der Mäbe Mens die historische Bedeutung Konstantinopels beruht. An dem Sai baben die Franzofen fünf Jahre lang gebaut; immer und immer wieder ist das Mauerwerf in dem moorigen Brund des Uers versunken. Vielleicht wäre es unferen Ingenieuren an dieser bösen Stelle nicht anders ernannen, ala ihren franzöfifchen Berufsgenossen; indessen ist die Tatfache unbestreitbar, daß fie drüben in Haidar Pascha zur Vollendung einer dem Quai mindestens ebenbürtigen Anlage unter ähnlich ungünstigen Verhältnissen noch nicht ein Jahr gebraucht haben. Das schnelle Gelingen hat in der Türkei ungebeure Sensation gemacht; der ungebildette, stumpffinniaste Türke weiß von ihm un baut darauf die Folgerung, daß die deutschen Technifer, wenn sie die Franzosen so schlagen fonnten, denen aller anderen Nationen überlegen sein müssen! " n der Evize des Serails vorüber, über die gelben Waffer des goldenen Horns und die blauen des Bosporus hinweg trägt uns ein Kaif hinüber nach Asien, an das Ziel überfallen Sie dann ehrliche, wehrlose Menschen bei Nacht Sie Wie fönnen Sie es nur wagen, mich danach aufzusuchen? werden dann anders über mich und Das ist feine fo bitte um die Erlaubnis, fie Ihnen erzählen zu dürfen. und Nebel mit Ihren Spießgefellen auf offener Straße?" einfache Geschichte, mein Herr. ch meine Tat urteilen." machte, obwohl ich's nicht nötig hatte. wollt id wieder auftrete, versprochen hatte nicht zu tun! Kunde von dem Verhältnis zu dem feinen Herrn aus der einem guten Freunde die Nachricht, daß sie hier in Newyorl fernbleiben; aber schon nach einem halben bekam ich vor was fie mir auf meine inständigen Bitten Und dann tam auch bald die Ein Jahr Nachdem ex fich Mortonbon?" Day rasch zu dem eben Eingetretenen und sagte: auch deshalb in das fleine Kabinett treten lassen. werden Sie mir die schmale Treppe nach dem Hof benutzen? sehen werden, Dillon. Ich wünsche das nicht und habe Sie er seine Arbeit erledigt hatte, wandte Vor allen Dingen dürfen Sie hier von niemand ge Von dort wir den Mann, ber uns begehrte, egal, welchen, und mit wenn unsere Per diefer Liebe, unsere Persönlichfeit opfern mix die Stunden, da sich die Neunzehnjährige framer es nicht besser gewesen, ihr hättet euch nicht gebeiratet, bu so mußte eben der Wille da ſein. Und fo, Asta, tamen auch sönlichkeit fich später dagegen auflebnte, nun wohl, nun wohl. wäre unferer oife. Sehen Sie Wonenbrecher, Kai, Hafen, Bahnhof und Rahm? yles, mio aus dem i gerellt! Seben Sie die Schiffe im haien, die Fracht löschen und nehmen? Seben Sie das Leben am Billetschalter, in den Wartehallen, an der Landungsbrücke der Personendampfer, die Haidar Mascha mit Kontantinopel verbinden? Schen Sie die Speicher rings um den Fahnhof? Es find die Getreide= filos der Gesellschaft, gefüßt mit schwerem anatolischen Weizen. Aur Beruhigung äraftlicher Gemüter iei ausdrücklich hervorgehoben, daß diefer Weizen in der Türkei felbft verzebrt wird und nicht etra bestimmt ist, deutigen Landwirten das Leben schmer zu machen. Ueberall längs der Bahn mird auf jungfräulichem Poden, den ehedem fein flu rigte, brute Be reidefau getrieben; on arderen Stellen bat fich reicher Gartenbau entwickelt. Und die Städte blühen schnell empor. Doch so schön und vollfommen Bahnhof und Hafen auch angelegt sein mönen, eins fehlt in ihrer unmittelbaren Umgebung; fein Baum ist vorhanden, der Schatten und Kühlung spendet angesichts der unbarmherzigen Sonne. Wir finden sie ein paar hundert Schritt entfernt auf dem alten Bahnhof, der während der Erbauung des neuen als Hauptbahnhof im Betrieb war und heute als zweiter Einsteige= vunft zur Haltestelle für den Lofalverkehr degradiert ift. Dort redt eine der mächtigen tausendjährigen Platanen, mie man fie Konftantinopel und in seiner Umgebuny oft findet, ihre gewaltigen efte von fich; ihr Laubdach dct das fleine niedliche Bahnhofsrestau= rant des Griechen Nicoli, das seiner guten Küche wegen tei allen Abendländern, die am Goldenen Horn geteilt, in guter Erinnerung steht. Nirgend in der Welt herrscht solches Sprachengewirr, wie in der Hauptstadt des Beherrscher? der Gläubigen; das Schild des Lokales gibt eine Probe. Hier seine Abschrift: in Brasserie& Bahnhofs- Restaurant. Restauration de la gare de Haidar Pacha. ΖΥΘΟΠΩΛΕΙΟΝ ΤΟΥ ΣΙΔΗΡΟΔΡΟΜΟΥ. Wir segen uns in den Schatten des alten Riesen. Generation um Generation hat unter ihm geraftet, schon lange ehe von anatolischen Bahnen, von der Bagdadbahn und den politischen Betlemmungen, die ihr Erstehen in London, Paris, Petersburg und Rom gleichmäßig hervorruft, die Rede war.( Die Rinde des Raumes trägt längst berharichte, uralte Einschnitte in allen Sprachen der abendländischen Welt.) Nicoli trägt sein Mahl auf: Suppe, Hummer, Hammelfotellets, geschmorte Oliven, dice Milch, und als Obst mächtige Kirschen aus Anatolien: furz, was das Land so bietet. Der Reichtum Stambuls an Hummern und Langusten versöhnt mit dem ewigen Hammel. Dazu gibt es vortreffliches, in Konstantinopel selbst gebrautes Bier. Züge, die nach Kleinasien gehen, andere, die von dort kommen, rollen vorüber. Alle voller Fezträger. Die Verteilung des Bublifums auf die drei Wagenklassen wie bei uns nach Geldbeutel und Würden. Was besonders frappiert, ist die Qualität der Wagen. Sie sind deutsches Fabrikat; doch auf beutschen Bahnen lassen sich nur die Wagen der D- Züge benen der anatolischen Bahn an Größe sowie an moderner und eleganter Ausführung vergleichen. In unserer Nähe haben zwei andere Tischgäste Nicoli Blaz genommen, der eine, offenbar ein deutscher Tourist, ber andere, ein älterer Herr, der dem Wirt befannt zu sein scheint und mit besonderer Ehrerbietung behandelt wird, Der Tourist übt Kritik an der sogenannten deutschen Bahn." Er beschwert sich insbesondere darüber, daß er fein Worl deutsch hört. " Der ältere Herr hört sich diese Erafisse geduldig an. Dann nimmt er das Wort zu einer fleinen Belehruna. Auch er ist Deutscher, wie fich herausstellt. Darf ich Ihnen ents gegen balten, mein lieber Herr," erflärt er mit leisem Lächeln, ,, daß die anatolische Bahn Verkehrzwecken zu dienen he stimmt ist? Die Landessprache hier ist türfisch. Pweite Landessprache französisch. An dritter Stelle steht griechisch. Eine von den drei Sprachen spricht jedermann, der hier reiſt. Ihre Kenntnis ist unerläßlich für die Angestellten der Bahn; wenn fie außerdem deutsch sprechen, ist das sehr schön, für den Betrieb aber nicht von erheblicher Wichtigkeit. Die Bahn macht durch ihr Bestehen, ihre Einrichtung und ihr Material für das Deutschtum Propaganda, ferner dadurch, baß das in ihr angelegte deutsche Kapital fich verzinst. Die Einführung des Deutschen als Betriebssprache ist unmöglich. Er empfiehlt sich mit höflichem Gruk. Nicoli geleitet Ihn mit tiefen Dienern bis zur Gartentur.„ Wissen Sie, wer der Herr mar?" fommt er dann zurück." Es war der beutsche Generaltonful. Schade um ihn. Er geht jetzt als Besandter nach Berfien. Sein Scheiden wird von der deutschen Rolonie sehr bedauert!" Peregrinus. Nab und fern. † Siegreiches deutsches Segelboot. Die Yacht Felca" der Herren Simon und Hagen- Berlin, die in Trouville um den Pokal von Frankreich startete, gewann bei ftarfem Wind und hohem Seegang auch das zweite Rennen gegen Rose France" und damit endgültig den Pofal von Frankreich. Infolgedessen hat der französische Nachtflub eine Herausforderung an den faiser'ichen Nachtklub in Kiel erlassen, um die Scharte wieder wett zu machen. † Ein Matrofe in Potsdam erschossen. Als zwei Matrofen nachts von einem Schützenfest in Potsdam sich nach der Matrosenflation begaben, wurde der eine Matroie, nam ns Stubbmann, durch einen aus einem vorüberfahrenden Wagen fallenden Schuß getötet. Der Täter ist in Wannsee ermittelt und verhaftet worden. Anfänglich hatte man einen Kameraden des Erschossenen im Verdacht, der zunächst ver baftet, dann aber freigelassen wurde. + Die Kreuzotternplage. In der Schmalkaldener Gegend treten die Kreuzottern in diesem Sommer ziemlich häufig auf. Dieser Tage wurde der zehnjährige Sohn Karl Silpers in Asbach von einer Otter gebissen. Binnen furzer Beit schwoll der Fuß bedenklich an und zeigte eine duntelblaue Färbung. Der Rustand des Knaben machte seine Ueberführung in das Kran'enhaus erforderlich, wo man ih: 1 am Leben zu erhalten hofft. + Wetter- Schäden. In der Umgegend von Fulda, fomie in anderen Gegenden des Rhön und des Vogelgebirges wurde durch Wol'enbrüche, die mit Hagelschlag verbunden maren, großer Schaden angerichtet. Infolge dauernden Regens herrscht in ganz Galizien Hochwass r. Viele Füsse sind aus den Ufern getreten. Die Stadt Sarof - all= steht zum Teil unter Wasser. Vielfach ist der Bahnverkehr unterbrochen. + Auf der Straße ermordet. Auf der von der Ort: Sobat adi burch einen Wald nach Gablonz führenden Straße ift eute das 20 jährine Dienstmädchen Fran ista Ima am Glen Tage ermordet worden. Eine 12 cm tiefe Stich murde, die nach ärztlicher Aussage von einem Fleis hermesser her: rührt, führte durch Herz und Lunge des jungen Madchens. Des Mordes nerdächtig ist der flüchtig gewordene Fleischer= geselle Adolf No meißt, der Bruder ihres früheren Dienstherrn. 1 † Unglüda alle auf der Eisenbahn. Der Zug CalaisBasel fuhr im Bahnhofe Willy- sur- Somme in einen Güter zug hinein. Der Lokomotivführer und fünf Resende dis Buges Calais- Pasel wurden verwundet; die Lokomotive und mehrere Waggons des Güterzuges wurden vollständig zerschmettert, das Eisenbahngebäude und ein benachbartes Saus start beschädigt. Bei der Ei sahrt in die Station renczin in Ungain fuhr der von Gillein fommende Personen311g infolge falscher Weichenstellung auf einen Laftzug. Zwei Waggons wurden zertrümmert und 11 Personen verleg. barunter zwei schwer. Mit furchtbarem Pusammenvrall fuhr bei East Martinsville ein Zuo der Internationalen Eisenbahngesellschaft über eine offene Weiche in einen Güterzun. Dr erste Personenwagen wurde vollkommen zcr= set mettert. 6 Passagiere wurden sofort getötet. 45 verwundet, davon mehrere tödlich. - + In den See abgestürzt. Auf einer Spazierfahrt von St. Moritz nach Sils stürzte ein Zweispänner mit deutschen Fatrgästen über die Straßenfante, wobei die 26jährige lice Wolf aus Eisenstadt in Ungarn sofort getötet wurde. wei andere Damen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Der Wagen fiel in den See, der an jener Stelle nicht tief ist, sodaß die Verunglückten rasch geborgen werden konnten. † Ein verunglückter Automobil- Omnibns. Bei Handeroß in England stürzte ein Automobil- Omnibus, an dem bie Biems Vorrichtung versagte, einen Abhang hinunter. Dabei wurden sechs Personen getötet und zwanzig verletzt. D † Die Rache eines Schülers. In Budapest überschüttete ein bei der Klassenprüfung durchgefallener Gymnafiaft seinen Professor auf offener Straße mit Vitriol. Der Professor schlug dem Knaben das Fläschchen aus der Hand und fuhr mit einem Fiater auf die 2. Chirurgische Klinit, wo man ihm einen Notverband anlegte. Glüdlicherweise sind seine Verlegungen nicht gefährlich. Der Schüler wollte einen Selbstmord berüben; er trant eine Laugensteinlösung und mußte ins Rochusspiial gebracht werden. † Der Millionär- Mörder. Der Newyorker Millionär Tham, der vor einiger Zeit den Bankier White in einem öffentlichen Vergnügungslotal erschoß, wehrt sich sehr energisch gegen den Verdacht, in einem Anfall von Wahnsinn gehandelt zu haben, wie es seine Verteidiger behaupten. Er hat verschiedenen Zeitungsreportern, die ihn im Gefängnis besuchten, erklärt, daß er durchaus nicht geistesgestört ist, und daß er hofft und sogar davon überzeugt ist, daß er freigesprochen werde. Tages- Chronik. In Neiße schlug beim Exerzieren des 57. Feld Artillerie- Regiments ein Geschütz um. Drei Kanoniere verunglückten, zwei liegen hoffnungslos darnieder. Bei einem Gewitter wurde in Großbartloff auf dem Eichsfelde eine Person vom Bliz erschlagen. - Der Wiener Fabrikant Franz Breunig stürzte vom Bwölfapostelberg bei Innsbruck ab. Er war sofort tot. Eus dem Gerichtssaal. 8 Betrugsprozeß Bander. Am 21. Verhandlungslage aben die medizinischen Sachverständigen ihr Urteil über den Geisteszustand des Angeklagten von Zander und seiner Eherau ab. Alle drei Psychiater erflären übereinstimmend, daß fein Grund vorliege, daran zu zweifeln, daß von Zander zur Zeit der Begehung der Tat im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen sei, es fann wohl eine eibliche Belastung festgestellt werden, nicht aber ein Zustand, der ihn für seine Handlungen unverantwortlich erscheinen lägt. Bei Frau von Zander fommt mindestens eine sehr abnorme Veranlagung in Betracht, die vielfach die freie Selbstbestimmung ausschließt. Die Angefagte ist schon nach ihrer Abstammung in hohem Grade psychisch belastet und es besteht die Möglich= feit, daß Frau von Rander zu gewissen Zeiten völlig unzurechnungsfähig, jedenfalls stets aber minder zurechnungsfähin Mit der Abgabe der Sachverständigen- Gutachten ist die Beweisaufnahme nunmehr geid: lossen. Den Geschmorenen werden nicht weniger als 332 Schuldfragen vorgelegt, die ersten 276 Fragen erstrecken fich auf die Kreditschwindeleien, die anderen Fragen betreffen den betrügerischen Bankerott und die Meineidsfälle. Bei den Fällen der Kreduschwinde leien ist die Frage nach mildernden Umständen gestelt, bei den Fragen, die sich auf betrügerischen Banferett beziehen, ist nur für Frau von Zander nach dem Vorhandensein mildernder Umstände gefragt. war. § Pfarrer Gaifert's Revision vor dem Reichsgericht. Das Urteil des Landgerichts zu Waldshut, durch das der fatholische Pfarrer Michael Gaisert wegen Verleitung zum Meineid in einer Wahlangelegenheit freigesprochen war, wurde vom Reichsgericht aufgehoben. Die Sache wurde an das Landgericht Freiburg t. B. verwiesen. 8 Ein Hennigspiel" und seine Folgen. Die 1. Stra= fammer des Berliner Landgerichts I verurteilte den dreizehnjährigen Schüler Telge wegen fahrlässiger Tötung zu einem Monat Gefängnis, den vierzehnjährigen Schütter Mar Schwarz wegen Schießens in der Nähe von bewohnten Gebäuden zu 5 Mart Geldstrafe und den Waffenhändler Klawonn wegen unbefugten Waffenverfaufs zu 30 Mart Geldstrafe Die Jungens hatten Hennig und Polizei" gespielt, hierbei hat Telge den elfjährigen Mitschüler Spann aus Bersehen mit einem Teschin tödlich verlegt, sodaß der Bedauernswerte nach wenigen Minuten verstarb. Nach geschehener Tat ließen die erschreckten Knaben den im Blut schwimmenden Spielfameraden liegen und eilten davon. Der Gerichtshof drüdte in seinem Urteil aus, daß der leichtfertige Verkäufer, der einem noch unmündigen Knaben eine Schußwaffe verfaust, eine härtere Strafe verdient bätte. § Wegen Diebstahls vor dem Kriegsgericht. In Koblenz verurteilte das Kriegsgericht den bereits zwölf Jahre dienenden Sanitäts- Feldwebel Schirmer wegen Diebstahls und Unterschlagung zu vier Wochen gelinden Arrest, sowie zur Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Schirmer hatte eine Reihe von Diebstählen verübt, durch die eine Anzahl Soldaten schwer geschädigt wurden. 8 Bestrafter Leichenräuber. Die Straflammer in Schrimm verurteilte den Landwirt Ogrodowski and Roheim zu Fieben Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Der Verurteilte hatte einigen Leichen die Köpfe und andere Körperteile abgeschnitten und sie in einem Stall vergraben, um in der Viehhaltung Glück zu haben. = * Ehringe wird hier ein g Sungen, in bungen w ein Vermögen trägt 15000 m Niederwe der Feldbere 6 Friedberg unferem Polyte unter dem Vor Prüfungs- Komm Dozentenfollegiu Prüfungen und und Gleftco- Ing Architekten ftatt ftanden 4 and Eine schwimmende Insel. Der bei dem Badeort Frauensee liegende Hautsee mit seiner schwimmenden Insel macht wieder von sich reden. Denn das sagenumwobene, eigenartige Stückchen Erde bat nach langem Stillstand seinen Standort dieser Tage mehrfach verändert. Es ist dies wohl dadurch zu erklären, daß infolge der langen Regenperiode der letzten Wochen die Insel gehoben wurde und das Wurzelwerf, das sie feithielt, zerrissen ist. So fonnten die im Waldkessel treibenden Stürme fie leicht an einen andern Ort bewegen. Ihr wunderbares Wandern hat seit den ältesten Zeiten abergläubischen Leuten Stoff zu sonderbaren Deutungen gegeben. Man glaubte, daß die Fortbewegung von geheimen Mächten und Kriegsgeistern besorgt werde, und so galt die Insel seit Jahrhunderten als Kriegs- und Friedensprophetin. Die Insel, die von Birken und Kiefern bewachsen ist und deren Boden aus dem Wurzelgeflecht der Bäume und Sträucher und unzähligen abgestorbenen Moorpflanzen be steht, ist in der Lage, schwere Lasten zu tragen. Cokales. 13. Juli. ** Der Großherzog hat am 11. Juli dem ordentlichen Professor und Direktor der medizinischen Klinik an der Landes- Universität Dr. med. Friedrich Mori in Gießen den Charakter als Geheimer Medizinalrat erteilt. ** In den Ruhestand versetzt wurde am 7. Juli ds. Js. der Gefangenaufsehet am Landeszuchthaus Marienschloß Georg Menger auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. R. Am 1. August wird in Bühl( Baden) eine bon der Reichsbankstelle in Karlsruhe abhängige Reidsbanfnebenstelle mit Kaffeneinrichtung und be schränktem Giroverkehr eröffnet werden. * Das Schulgebet. Das hessische Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiteiten, hat eine Verfügung erlassen, wonach die schulpflichtigen Dissidentenkinder nicht verpflichtet sind, am gemeinsamen Schulgebet teilzunehmen. In Simultanschulen sollen rein konfessionelle Schulgebete vermieden und durch solche ersetzt werden, die von den Kindern aller christlichen Konfessionen verrichtet werden können. 5 mit„ gut“, Kandidaten bor beiden Vorprüfu febr gut", 16 „ beftanden" ert nicht. Die Kom anerkennend übe ben aussprecher ftellung der g Zur Zeit laffer fteigenden Frequ einrichten bezw. * Lehrer und Lehrerinnen. Ginen größeren Artikel der Hess. Schulbl.", der üb.r den vorhandenen Lehrermangel sich des längeren ergeht, und schließlich die Lehrer ermahnt, für Nachwuchs im Lehrerstand besorgt zu sein usw., entnehmen wir den Schlußpassus über Lehrerinnen. Er lautet:„ Endlich wird unsere Schulbehörde, wenn es an Lehrern fehlt, aber Lehrerinnen in genügender Zahl vorhanden sind, immer mehr Lehrerstellen mit Lehrerinnen besetzen, so daß infolge dessen die Lehrer immer mehr gerade von den besseren Stellen zurückgedrängt werden. Welche Ver schiebung der Lehrermangel innerhalb der letzten zehn Jahre in dieser Beziehung gezeitig hat, dürften folgende Zahlen beweisen: Im Jahce 1896 haten wir unter den an den Volksschulen wirkenden Lehrkräften 7,47 Prozent Lehrerinnen, heute sind es bereits 12,40 Prozent. Im letzten Schuljahr befanden sich unter den 3218 Lehrfräften bereits 399 Lehrerinnen, von denen 196, also fast die Hälfte, in den Städten Bingen, Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms angestellt waren. Von den 115 neuerricht ten Stellen des vorigen Schuljahres wurden 56 mit Behrern und 58 mit Lehrerinnen besetzt, sodaß also erstere um 2,09 Prozent, letztere aber mit 18,29 Prozent zunahmen. Das ist auch eine Folge des Lehrermangels, die doch keinesfalls von den Vehrern gewünscht und gefördert werden fann. ** Einen schönen Ecfolg hat die Gießener Architekten. firma Seuling& Nikolaus zu verzeichnen, indem in dem öffentlichen Wettbewerb für ein Dienstgebäude des Vorschuß und Kredit Vereins Friedberg ihr Konkurrenzentwurf an erster Stelle preisgekrönt wurde. H. Hunde Ausstellung in Frankfurt a. M. am 15. und 16. Juli. Als vor 25 Jahren die erste Hundeausstellung hiec stattfand, wurde sie gewissermaßen als ein Ereignis betrachtet, und hätten die damaligen Veranstalter sich nie träumen lassen, welchen Aufschwung die Kynologi im Laufe der folgenden Jahre nehmen würde. Die am 15. und 16. Juli, Sonntag und Montag, in der Landwirtschaftlichen Halle stattfindende Hunde- Ausstellung ist eine der größten und bedeutensten, die abgehalten wurde. Sie ist als Jubiläums Ausstellung des veranstaltenden Vereins der Hundefreunde ganz besonders reichhaltig. Das Gesamtresultat der Meldungen mit 1175 Hunden ist geradezu berblüffend zu nennen. Das Ueberwiegen der Luxushunde ist in die Augen springend. 774 Lurushunde ftehen nur 391 Jagdhunde gegenüber. Der Beginn der Prämiierung ist auf Sonntag, morgens 9 Uhr, festgesetzt. Bieber, 13. Juli. Unser Dörfchen rüstet sich zum frohen Feste, zur Fahnenweihe des Turn= bereins. Um die befreundeten Vereine des Gaues Hessen würdig zu empfangen, sind bereits die ganze Woche hindurch viele fleißige Hände tätig gewesen. Als Festplag wurde der schon früher bei ähnlichen Veran ftaltungen oberhalb des Dorfes direkt am Waldesrande mit herrlicher Fernsicht gelegene Plaz gewählt. Wezlar. Der der 3. Klasse angehörige Seminarist Banke aus Elberfeld nahm an einem großen Wettschwimmen teil, welches dieser Tage in M.- Gladbach stattgefunden hat. Hierbei ist es dem jungen Manne gelungen, den Kaiserpreis, einen ersten und einen zweiten Preis zu erringen. * Echotten. bau für die hö nach den Plänen wird; er ist zu beizung foll 3500 Herbft im Robbo geweiht werden. * Hanau freisturnfefte 595 Mädchen. Sigung der Nachdem der bald nach 4 Uhr er eine Schulddebatte. Sigung, daß der V zugewendet fein mi Berlammlung erwid fgehe. Oberbürger Gießen mit seiner 2 moh günstiger darf Erhärtung dieser& heutiger Sigung ein die Gießener Schult piegeln und in de beffifchen Städten to finder, die sich über md deren fleinste 4 67 Rinder. Behn S auf 1418 angewachse beren größte 130 un Durchschnitt ergab in 31 Alaffen, größ 57, 1900: 1956 A 28, Durchschnitt 51 Sofen errichtet, fod Do zur Folge hatte auf 47 fant, die ft Shüler faßte. In zahl fich denn wieder einer Gesamtzahl de Alaffe 64 und in de werden. Diese Vert fich aber schon wiede größere Anzahl Alai die bisherigen Räum hule für Zwecke de dann die Schülerzah ift nicht zu erwarten burten zu Anfang di zunächst fünf neue Durchschnittsbestand fhnitte zahl zu erba alle 2 Jahre die Ger Sieraus erhellt, daß den Bolksschulverhä mertfamfeit zuzuwend Bafammenstellung: S betragen unter Aus befähigte die Bahl in Darmstadt der 5 " Offenbach 6 " Gießen 22 " Main 85 " Worms 59 281 Gießen Hebt alfo mi wetter Stelle. Sta engelegen babe, ben machen, fondern daß in einigen Alaffen in Der Gleibergb Jammlung eine Einla bzuhaltenden ne Recum bittet die einer.- Die St Bilen Husbrudt geg rger zu erwerben ahren Ehrberluft öpfe und andere Stall vergraben, bei dem Badeor wimmenden nie fagenummobene, Stillstand feinen Es ist dies mob gen Regenperiode und das Wurzel fonnten die im einen andern Dr feit den ältesten erbaren Deutungen ung bon geheimen und so galt die Friedensprophetin bewachsen ist und der Bäume und Moorpflanzen be agen. 13. Juli. 11. Juli dem er medizinischen med. Friedrid als Geheimer arde am 7. Juli Bandeszuchthaus fein Nachsuchen treuen Dienste. I( Baden) eine ängige Reids tung und be sche Ministerium genheiteiten, hat Schulpflichtigen am gemeinsamen Onschulen sollen den und durch ern aller christ nnen. Ginen größeren Den vorhandenen und schließlich Lehrerstand be Schlußpassus ch wird unsere ber Lehrerinnen - immer mehr o daß infolge erade von den Welche VerDer letzten zehn dürften folgende En wir unter den en 7,47 Prozent Prozent. Im Den 3218 Lehr enen 196, also Jen, Darmstadt, orms angestellt len des vorigen und 58 mit n 2,09 Prozent, men. Das ist doch keinesfalls Fördert werden ner Architeften zeichnen, indem Dienstgebäude tedberg the Sgefrönt wurde. anffurt a. M. Sabren die erfte fie gewiffer § Niederweisel, 12. Juli. Hier ist die Durchführung der Feldbereinigung beschlossen worden. Gewerbe- Akademie. In § Friedberg i. H. unserem Polytechnischen Institut fanden Anfang Juni unter dem Vorsitz eines von der Stadt designierten Prüfungs- Kommissars( Geh. Ober- Baurat) durch das Dozentenkollegium wiederum die üblichen Ingenieur Prüfungen und zwar in den Abteilungen für Maschinenund Elektro- Ingenieure, sowie für Bau- Ingenieure und Architekten statt In der Ingenieur- Hauptprüfung bestanden 4 Kandidaten mit dem Prädikat sehr gut", 5 mit„ gut“, und 6 mit„ bestanden", während 2 Kandidaten von der Prüfung zurücktraten. In den beiden Vorprüfungen fonnte 2 Kandidaten das Prädikat sehr gut", 16 das Prädikat„ gut“ und 8 das Zeugnis ,, bestanden" erteilt werden. 2 Kandidaten bestanden nicht. Die Kommission fonnte sich im allgemeinen recht anerkennend über die gezeigten Leistungen der Studierenden aussprechen und namentlich fand auch die Ausstellung der graphischen Arbeiten volle Anerkennung. Zur Zeit lassen die städtischen Behörden wegen der steigenden Frequenz ein neues Maschinen laboratorium einrichten bezw. ausbauen. - * Ehringshausen, 11. Juli. Am 15. und 16. Juli| um den Preis des 205 qm haltenden Geweses befragt wird hier ein größeres Bergmannsfest gefeiert. worden. Da sie die Summe von 80000 Mt. fordert, so Hungen, 12. Juli. Die Spar- und Leihkasse sieht das Haus zur Zeit feine Möglichkeit, ihr mit Erfolg in Hungen weist in ihrem abgelaufenen Geschäftsjahr ein anderes Gebot zu machen. Mit der Grunder.oerbung ein Vermögen von 1146 700 ME. auf, der Gewinn be- für den Weglarer Beg sind die Stadtverordneten dagegen trägt 15000 Mt. einverstanden. Ebenso mit der Verbreiterung des Bürgersteiges vor dem Hause Plockstraße 9, die inzwischen schon ausgeführt ist. Die Kosten hat die Antragstellerin zu tragen. Bei den Beratungen über die Umgestaltung des Landgraf Philipp Pat& war beschlossen worden, in der Mitte etwas Grünes zu schaffen. O... Mecum führt heute die Details über die Anlage aus, die den Beifall der Versammlung finden. Die Eisenbahnbetriebsverwaltung wünscht den Weglarer Weg mit einer Fernsprechleitung zu freuzen. Wird gestattet gegen die jährliche Anerkennungsg- bühr von 1 Mf.- Zur Abpflasterung der Hammstraße sind Steinproben an das Ministerium gefandt worden, damit sie vom geologischen Institut auf ihre Qualifitation untersucht würden. Das Institut hat die Untersuchung vorgenommen und erklärt den Stein aus dem Gießener Bruch als den greigneisten. Aus diesem Grunde sollen die Lieferungen nicht ausgeschrieben, sondern die Steine aus dem städtischen Steinbruche entnommen werden, was für die Stadt sehr vorteilhaft ist. Heinrich Plant und Heinrich Hellmold sind um läuft che Abtretung des Bauplazes Ede Landmann- und Licherstraße zum Preise von 12 Mt. pro pm eingefommen. Das Gesuch wird aber abgelehnt, da an der gebräuchlichen Versteigerung festgehalten werden soll. Als Grundtere werden 15 Mt. pro qm festgelegt. Dem Wunsche der Garnifionverwaltung, jährich 70 cbm Basaltgruß aus dem Steinbruch beziehen zu können, wird Folge gegeben. Das Ersuchen, eine Sandgrube an der 2. Schneise in der Nähe der Licherstraße zu verpachten wird abgelehnt, da die Stadt dieses Terrain, Sas guten Bausand hält, sich reservieren will. Die Vergrößerung einer etwas weiter nach dem Forsthaus gelegenen an Herrn Hofmann verpachteten Sandgrube wird dagegen gebilligt. Bachtpreis: 15 Pfg. pro qm- In Gießen schwebt noch immer die Frage der Errichtung einer Siegenzuchtstation. Der erste Gießener Biegenzuchtverein hat nun eine Eingabe gemacht, in der um Abtretung von Gelände und eines Stück Waldes, sowie um Gewährung eines Darlehens von 6000 Mt. zwecks Schaffung einer Buchtstation einkommt. Da aber unter den Biegenzüchtern Gießens eine Spaltung besteht, Seschließt die Stadtverordnetenversammlung vorerst dem Gesuche nicht Schotten. Gegenwärtig ist man mit dem Neubau für die höhere Bürgerschule beschäftigt, der nach den Plänen des Baurats Diehm- Gießen errichtet wird; er ist zu 48000 ME. beranschlagt, die Dampf: heizung soll 3500 Mt. fosten. Das Gebäude soll im Herbst im Rohbau vollendet und im Herbst 1907 eingeweiht werden. Hanau. Bei dem Schülerturnen zur Vorfeier des Kreisturnfestes beteiligten sich 529 Knaben und 595 Mädchen. Sikung der Stadtverordneten Gießens. Gießen, 13. Juli. 1906. Nachdem der Oberbürgermeister Me cum die Sigung bald nach 4 Uhr eröffnet hat, entspinnt sich zunächst wieder eine Schulddebatte. Stadtv. Dr. Ebel betonte in legter Sigung, daß der Voltsshule stets das aufmerksamste Auge zugewendet sein müßte, worauf ihm aus der Mitte der Bersammlung erwidert wurde, daß dieses unausgesett ge schehe. Oberbürgermeister Mecum wies darauf hin, daß Gießen mit seiner Volksschule ebenso günstig und teilweise noch günstiger darstände wie die anderen Städte. Zur Erhärtung dieser Ansicht legte der Oberbürgermeister in heutiger Sizung ein umfangreiches Material vor, in dem sich die Gießener Schulverhältnisse der legten 20 Jahre widerspiegeln und in den Vergleich zu den anderen größeren hessischen Städten treten. 1876 hatte Gießen 674 Schulfinder, die sich über 10 Klassen verteilten, beren größte 97 und deren fleinste 41 Schüler faßte; der Durchschnitt betrug 37 Kinder. Zehn Jahre später, 1886, war die Schülerzahl auf 1418 angewachsen, die in 22 Klassen unterrichtet wurden, beren größte 130 und deren kleinste 36 Kinder zählte; als Durchschnitt ergab sich 64 Schüler. 1906: 1762 Kinder in 31 Klassen, größte 80, fleinste 38 Kinder, Durchschnitt 57. 1900: 1956 Kinder in 38 Klassen, größte 79, fleinste 28, Durchschnitt 51 Kinder. 1903 wurden abermals 2 neue Klassen errichtet, sodaß die Volksschule 45 Klassen zählte, was zur Folge hatte, daß die Durchschnittsziffer der Kinder auf 47 sant, die stärkste Klasse 58 und die schwächste 37 Schüler faßte. In den folgenden Jahren hat die Kinderzahl sich denn wieder etwas gehoben, sodaß gegenwärtig bei einer Gesamtzahl der Kinder von 2340 in der größten Klasse 64 und in der schwächsten 41 Kinder unterrichtet werden. Diese Verteilung dürfte in den nächsten Jahren sich aber schon wieder günstiger geftalten, da 1907 eine größere Anzahl Klassen eingerichtet werden kann, weil dann die bisherigen Räume der höheren und erweiterten Mädchen schule für Zwecke der Volksschule verfügbar werden. Wenn dann die Schülerzahl auf 2400 steigt eine größere Bahl ift nicht zu erwarten, weil die Zahl der einheimischen Ge. burten zu Anfang dieses Jahrzehntes rückläufig war- und zunächst fünf neue Klassen eingerichtet werden, fällt der Durchschnittsbestand auf 48 Schüler. Um diese Durch schnitte zahl zu erhalten wud von 1908 an voraussichtlich alle 2 Jahre die Ecrichtung von 3 neuen Klassen erforderlich. Hieraus erhellt, daß die Gießener Stadtverwaltung bereit ist, den Volksschulverhältnissen andauernd die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Interessant ist auch die folgende Busammenstellung: Nach den Verwaltungsberichten für 1904 betragen unter Ausschluß der Hilfsklassen für Schwachbefähigte die Bahl der Schüler der Klassen der Schüler in einer Klasse im Durchschnitt 108 48,5 104 nd hätten die laffen, welchen der folgenden und 16. Juli haftlichen Halle er größten und Ste ist als en Vereins der Das Gesamt en ift geradezu gen der Lurus 74 Lurushunde Der Beginn der Uhr, feftgejest then rüftet figh e des Turn ine des Baues reits die ganze gewesen. Als nlichen Veran Waldesrande wählt großen Wette ige Seminarift M- Gladbach ungen Manne ten und einen in Darmstadt 5237 Offenbach 6205 " 11 Gießen 2206 45 " Mainz 8549 162 Worms 5960 28157 105 524 59,7 49,0 52,8 56,8 53,7 Gießen steht also mit einer Durchschnitte zahl von 49 an zweiter Stelle. Stadtv. Dr. Ebel betont, daß es ihm ferngelegen habe, der Stadtverwaltung einen Vorwurf zu machen, sondern daß ihm nur das Ansteigen der Schülerzahl in einigen Klaffen in den letzten Jahren aufgefallen set. Der Gleibergberein hat an die StadtverordnetenderSammlung eine Einladung gerichtet, an seiner am 21. Juli abzuhaltenden Gneralversammlung teilzunehmen. D.-B. Mecum bittet die Stadtverordneten, recht zahlreich zu ercheiner. Die Stadtverordneten haben schon früher ihrem Billen Ausdruck gegeben, das Grundstück der Frau Rothenberger zu erwerben und infolgedessen ist Frau Rothenberger - | - näherzutreten. - - Die Betriebsregulierung im Stadtwalde. Das Großh. Ministerium hat einem Arbeitsplan seine 3ustimmung gegeben, nach dem 8500 Festmeter jährlich aus dem Gießener Stadtwalde geschlagen werden dürfen. Gegen diesen Plan hat Stadtv. Geheimrat Prof. Dr. Wimmenauer, der das Material sehr eingehend bearbeitet, mehrere Beanstandungen erhoben und zwar wünscht er, daß teils aus technischen und teils aus Schönheitsrücksichten jährlich 300 Festmeter weniger geschlagen werden. Der durchschnittliche jährliche Reinertrag der letzten 15 Jahre belief sich auf rund 59 000 Mart, auf den ha ausgerechnet, auf 44 Mark. Der 1284 ha haltende Gießener Stadtwald hat einen Wert von über 3 Millionen Mart. Die Stadtverordnetenversammlung ist mit den Vorschlägen Prof. Dr. Wimmenauers einverstanden und dankt ihm für seine Arbeit. Bezeichnend ist noch die Bemerkung des Oberbürgermeisters, das kürzlich ein hoher hessischer Forstbeamter ihm gesagt hat, Gießen set die einzige Gemeinde, die weniger Holz geschlagen haben wolle, als das Ministerium gestatte, bei anderen Orten set dies gewöhnlich umgekehrt. Es ist dies ein Beweis dafür, wie hoch der Gießener seinen Wald schätzt und daß er zur Erhaltung seiner landschaftlichen Schönheit bereit ist, eine finanzielle Einbuße zu verleiden. - - schritte, die 15. Klasse zu errichten. Die Zahl ist im Vor jahre aber nicht in dem Maße gestiegen wie erwarte worden und es wurde daher die neue Klasse erspart. Hektor Hahn ersucht die Stadtverordneten, den vorjährigen Beschlus wieder in Kraft zu setzen, damit, falls die Schülerzahl 500 erreicht werden sollte, die 15. Klasse errichtet werden könne. Geschieht. Der Versicherungsvertrag des Oberhessischen Geschichtsvereins mit der Gladbacher Feuerversicherung, dr über 30 490 Rt. lautet, muß erneuert werden. Da die Be: flände an die Stadt fallen, so beschließt das Haus, die Pämtentoften von 38 Mt. bei 5/4 0/0 zu übernehmen. Am Schlusse stehen noch einige Schant- Konzessionen auf der Tagesordnung. Mit dem Gesuch der Karl Buß Ehefrau dahier um Erlaubnis zum Betrieb einer Kantine auf dem Bauplatz der Frrenanstalt ist die Versammlung nicht einverstanden, dagegen findet sie gegen die Besuche Philipp Böchers für Hammstraße 7, Joh. van gen Hassends für Schiffenbergerweg 63, G. Schrimpfs für Grünbergerstraße und Wills für Bahnhofstraße nichts einzuwenden. * In nichtöffentlicher Sigung fam ein Antrag der evangelischen Kirchengemeinde zur Beratung. Die Stadt Gießen zahlt jährlich 1750 Mt. Buschuß zu den Gehältern des 1. und 2 evangelischen Pfarrers, wofür ihr seit altersher über diese beiden Stellen auch das Präsentationsrecht zusteht. Während die Stadt nun b züglich er 1. Stelle von dem Recht stets Gebrauch gemacht hat, hat sie bezüglich der 2. Stelle das gleiche Recht seit etwa 100 Jahren nicht ausgeübt. Izt ist nun die evangelis: Kirchengemeinde darum eingekommen, daß die Stadt über haupt auf diese Präsentationsrechte verzichten möchte. Sie Stadtverordneten sind dem geneigt, um damit auch eine vollständige Scheidung zwischen der politischen und firchlichen Gemeinde zu schaffen, wenn die Kirchengemeinde auch auf den seitens der Stadt zu leistenden Gehaltszuschuß verzichtet. Die Verhandlungen schweben deshalb noch. - Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 5. Sonntag nach Trinitatis, den 15. Juli. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 91 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde Pfarrer D. Schlosser. Die Vorbereitung dazu findet Samstag um 6 Uhr statt. Nächstfünftigen Sonntag, den 22. Juli, wind Beid te und heil. Abendmahl für Matthäus- und Marufsgemeine gemeinsam im Hauptgottesdienst gehalten werden. meldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeter Gemeinde erbeten. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. In der Johanneskirche. \ n- Zugleich Christenlehre für die Neufonfirmierten aus Vormittags 912 Uhr: Professor D. Stamm. der Lufasgemeinde. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Kraus. und heiliges Abendmahl für die Lufas und die JohannesAm nächstfolgenden Sonntag, den 22. Juli, Beichte gemeinde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Batholische Gemeinde. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit Samstag, den 14. Juli. zur hl. Beichte. Sonntag, den 15. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von 62 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligea Kommunion. " dienst mit Predigt. Vorm. um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf saframen. talische Bruderschafts. Andacht. Bei der Oftroiabgabe auf Branntwein ist vorgesehen, daß dec Tarif sich nach dem jeweiligen Stand der Gesezgebung richtet. Es wird beschlossen, den Hektoliter des zum menschlichen Genusse zu verwendenden Branntweins mit 6 Mt. zu belegen. Für die höhere Mädchenschule ist die Lieferung von 1700 qm Fußböden ausgeschrieben, die mit 10 964 Mt. veranschlagt ist. Es sind 13 Angebote einge- Vorm. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgott S gangen, von denen das niedrigste den Voranschlag noch um 260 Mt. übersteigt, während das Höchstgebot auf 17860 Mt. lautet. Die Kreditüberschreitung findet die Zustimmung der Stadtverordneten. Hinter der Weftanlage ist ein 50 mm starkes Gasrohr freigelegt worden. Da es dem Bedarf nicht mehr genügt, soll es durch ein 80 mm Rohr ers zt werden. Ebenfalls ist das Gasrohr der Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Wieseck schadhaft geworden. Es wird daher die Auswechselung des Rohrs beschlossen und ein Kredit von 1700 Wit. dafür bereitgestellt. Die Reirigung der Schulräume in der früher Weberschen Besitzung ist Rosenb der seiner Beit übertragen worden. Er wünscht jetzt eine Erhöhung seiner Vergütung von 2 Mart pro Monat, die als billig anerkannt wird. Er erhält deshalb fünftig im Sommer 10 Mt. und im Winter 12 Mr. pro Monat. Der Frauenverein Gießen ist um Ueberlassung von Räumen zur Unterbringung der im letzten Winter gegründeten Fortoldungsschule für weibliche Angestellte des Handelsgewerbes eingekommen. Das Haus erkennt die Notwendigkeit dieser Schule an und stellt einen Schulraum zur Verfügung. Ebenso soll die Beleuchtung und Heizung übernommen werden. Ja einer früheren Stadtverordnetenfizung war der Wunsch geäußert worden, daß die Ferien der Volksschulen und der höheren Lehranstalten sich tunlichst decken möchten. Der Schulvorstand empfiehlt jetzt, die Ferien der Volksschule zu lassen, wie sie gegenwärtig liegen, während Stadtv. Krumm beantragt, den Pfingstferien eine Woche zu nehmen und dafür die Herbstferien auf fünf Wochen auszudehnen. Nach längerer Debatte wird der Antrag des Schulvorstandes angenommen und der Antrag Krumms abgelehnt. An den Ferien der Volksschulen wird also nichts grändert. Im Oftober v. J. war beschlossen worden, im Falle die Schülerzahl der Fortbildungsschule 500 über- Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am 5. Sonntag nach Trinitatis( 15. Juli) 200jähr. Jubiläumsfeier der deutschen evang. HeidenMission predigt: über die Mission 1. vormittags: Defan Wagner. Text: Ap. Gesch. 8, 26-38 Lied Nr. 168. 2. nachmittags: Defan Wagner. Text: Matth. 28, 19-20. Lied Nr. 172. Ratechismuslehre. Vor- und nachmittags cllefte für die Heiden- Missior. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 14. Juli. Zunehmende Bewölfung und Regenfälle, nochis etwas wärmer, am Tage fühl. Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Verantwortlich für die Politik und den Inseratente Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Unverdaulichkeit, die Geißel der enschheit, durch die die meisten anderen Krankheiten entstehen, wird durch Anwendung von Ferromanganin in furzer Zeit beseitigt und der normale Gesundheitszustand wieder hergestellt. Es gibt faum eine Familie, in der riomanganin nicht ein hochgefäßtes Hausmittel ist. Preis Mt 2.50 die Flasche, in Apotheken 3 haben. Ferromanganin enthält: Eisen 0,5, Mangan 0,1, 3uder 18, Alkohol und Kognaf 15, Reft destil. Wasser und aromat. Bestandteile. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bahnhofstraße von der Alicestraße bis zur Liebigstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrberfehr gesperrt. Gießen, den 11. Juli 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Mäusburg von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 7. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wolkengasse von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 7. Juli 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. STOLLWERCK Adler- Kakao ein Getränk für jedermann. Enthält konzentriert alle blut- und muskelbildenden Bestandteile der Kakaobohne. STOLLWERCK Lahnkalk- u. Marmor- Industrie August Gabriel Jr. Glessan Kalkwerke: Abendstern. - Telefon 84. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken and gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteine D. N. F. MIT IEDER NUMMER BEGINNT DAS ABONNEMENT AUF DIE Butter fauft jedes Quantum W.Jung VIII. Alein- Linden Telefon 402 Telefon 402 Nur 53 für den Kuchen brauchen Sie noch, denn REESE'S 53 BACKPULVER für 1-1/ 2 Pfund Mehl mit Prämienscheinen ist unübertroffen und kostet nur die Hälfte. Überall zu haben. Reese.G.m.b.H., Hameln. Flechtenkranke auch solche, die nirgends Heilung fanden, verlangen Prospekt und beglaubigte Atteste gratis.( Kein Medizinhandel.) Rolle, AltonaBahrenfeld, Beethovenfraße 12. Keine Serienlose oder Pfennigslotterie! Nar Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. Gewinn durch Beitritt zu amtl. angem. Verein! Kein Risiko! Gesetzl.staatl. angeordnet! Eine Mark monatı Streng reell! genügt! Kele ausländische Sache!- Viele Mill. Hauptgewinne! Kleinster Treffer höher wie der Ankauf! Beitritt tägl.! Prospekt durch alleinige| AnnahmestelleChr.Hummel München, Römerstrasse 3. Geld in jeder Höhe auf Wechsel oder Schuldschein bermittelt Diskret an jederm. Kail Farrenkopf, Haraburg Geld! Bares Geld! Hoher sofortiger Verdienst für Jedermann! Kein Kapital! Kein Laden nötig! Spielend leicht! Offert. u. A. B. a. Annoncenexpedit. Eugen Wieland, Lindau in Bayern. Zur Lieferung aller Der Einmach- Kursus Schwan der Alice- Kochschule DE THOMPSON'S TRADE- MARK S SCHUTZ- MARKE SEIFEN- PULVER das beste Waschmittel der Welt zu haben in den meisten Geschäften. SteckenpferdLilienmilch- Seife b. Bergmann& Co., Radebeul erzeugt ein zartes, rosiges und jugendfrisches Aussehen, weiße sammetweiche Haut und reinen, blendend schönen Teiut. Std. 50 Big bei: B. J. Möbs. Emil Koch. MAGGIS Suppen Schutzmarke Kreuz- Stern DIE BESTEN! Pfg. 10% Sie erleichtern der Hausfrau während der Sommerzeit ganz wesentlich die Arbeit am heissen Herd! Beerfelder PferdeLoose à 1 Mart- 11 Stüd 10 Mart. Ziehung 17. Juli. ( Günftige Gewinnchunce.) zu haben bei: Richare Buchacker. Neuen- Bäue 11. Kanalisations- Ankauf Artikel bält sich bestens empfohlen - Verkauf - bon Alteisen, Lumpen, Knochen, Kupfer, Messing, Blei, Zink, Zinn eto., Firma Emil Horst Möbeln, Betten, Weißzeug, Gold Liebigstraße 51( Riegelfp). Antiquitäten. FARBIG illustriertes WITZBLATT. QUARTAL 3MK Meggendorfer- Blätter München DROBENUMMER GRATIS YOM MÜNCHEN VERLAG und Silbersachen, Münzen und Louis Rothenberger. Gießen, Neuenweg 22 Bims die Händ mit Abrador Makulatur hat abzugeben beginnt Mitte Juli. Anmeldungen werden entgegen genommen in der Aliceschule, Kirchstraße 20. Sonnenschirme große Auswahl in allen Preislagen. Neuheiten. KinderSonnenschirme. Casseler Schirm- Fabrik Giessen, Seltersweg 9. Reparieren u Neubeziehen schnell u. preiswert.. Underberg Besnakomp Moug Bilha Unentbehrlich für jede Familie! UnderbergBoonekamp Semper idem, Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: H.UNDERBERG- ALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilheim II. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrheid Gegr. 1846 Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis- Medaillen! MAD Underberg- Boonekamp. ausdrücklich: Drucksachen aller Art liefert in jeder Ausführung zu billigsten Preisen die Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. Neue Frühkartoffeln Ia. Wetterauer Ware, gelbe Perle von Erfurt und Frührosen versendet inkl. Sad pro Zentne 4 Mt. ab hier gegen Nachnahme. A. Simon II. Echzell in der Wetterau. Tel- Anschl.: Reichelsheim i. d. W. Nr. 10. * Expedition d. Blattes. Hilfe amburg Fichteftr. 33 GewerbeSTAkademie städtisch sbvt. u. meine bier i. D. nat. Meubelt. Darlehn auf Möbel, Wirtschaft usw. gibt Selbstgeber ohne unnötige Vorauszahlung. Unger, Berlin, Gubener Straße 46. Rüdporto. Suche auf sofort Stube, Friedberg Stammer, Küche, Keller und bei Frankfurt a. M. Polytechnisches Institut für Ingenieure und Architekten. Eine Frau zur Aushilfe gesucht. Neue Klinik, Gießen. Zubehör. Offerten an die Expedition d. Bl. erbeten. Schöne möblierte Zimmer mit oder ohne Pension zu ver= mieten. Gießen, Bismarckstraße Nr. 17. Auf bequeme Jeilzahlung Möbel Herren-, DamenKinder- Garderobe ManufakturWaren etc. J. Jttmann Kredit- Haus GIESSEN Plockstrasse 14-16. Gehörte fic Heute hat sich Man sieht berändert. der wohlhabenden Klasse an, so unterschied sie sich nur durch die chinesische Frau in der tiefsten Unwissenheit. Frauen vollständig ihre Untätigfeit von den Frauen des Volkes. Lage dieser fogar schon junge Chinennen, die die fapanischen Univerfitäten Schüler in Brienne bat er den Rater um Geld, Um in der Welt vorwärts zu fommen, darf man nicht einzia Tanz Bonaparte praktisch dachte: ftunden nehmen" zu fönnen. Ich fann nicht tanzen," schrieb ber arme Junge, und das ist fürchterlich." Herrn Girandet beweist diese Reflegion, a um Die 26 159 Fritoa. Den 13. Jult SOGI