r. 214 bation u.Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 88. Ferafprechauschink Nr. 362. Mittwoch, den 12. September 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbetingen: Oberbeffifche Famillengritung( and bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheisen Prinz Albrecht schwer erkrankt. Der greise Regent des Herzogtums Braunschweig is Montag plöglich schwer erkrankt. Der Prinz wurde von einem Schlaganfall getroffen, der die ernstesten Befürchtungen erecte. Die Erkrankung wurde anfänglich geheim gehalten, bis gestern nachmittag ein amtlicher Krankheitsbericht folgenden Wortlauts ausgegeben wurde: Braunschweig, 11. September. Se. Kgl. Hoheit haben am 10. September einen leichten Schlaganfall mit teilweiser Lähmung ber rechten Körperseite gehabt. Das Bewußtsein ist heute morgen um 8 Uhr zurückgekehrt, seit 11 Uhr vormittags indessen wieder aufgehoben. Die rechte Gesichts- und Zungenhälfte sowie die Eprache sind gelähmt. Nach der Veröffentlichung dieses Krankheitsberichtes entand allgemeine Erregung in Braunschweig, zumal man sich nicht verhehlen konnte, daß die ernstesten Besorgnisse gerechtjertigt waren. Prinz Albrecht ist am 8. Mai 1837 geboren und ein Entel König Friedrich Wilhelms III. von Preußen. Er trat 1847 als Sefondeleutnant in die preußische Armee, wurde 1861 Oberst, 1865 Generalmajor und befehligte im Kriege 1866 die erste schwere Kavallerie- Brigade der zweiten Urmee, deren Kommando er auch nach seiner 1870 erfolgten Beförderung zum Generalleutnant und im Kriege gegen Frankreich beibehielt. Er nahm mit seiner Brigade an den Schlachten von Gravelotte, St. Privat, Sed an und der Belagerung von Paris teil, ferner als Befehlshaber des 8. Armeekorps an den Kämpfen bei Bapaume und Amiens. Nach dem Frieden wurde er Kommandeur der 20. Division( Hannover), 1874 kommandierender General des 10. Armeeforps, 1875 General der Kavallerie. Am 21. Oftober 1885 wurde Prinz Albrecht von der braunschweigischen Lan desversammlung einstimmig zum Regenten von Braunschweig erwählt. Er übernahm die Regentschaft am 2. November als Nachfolger des 1884 verstorbenen Herzogs Wilhelm. 1888 wurde der Prinz zum Generalfeldmarschall befördert, seit 1891 ist er als Nachfolger Moltkes Präsident der Landesbert eidigungskommission. Das hannoversche Füsilierregiment Nr. 73 führt seinen Namen. Prinz Albrecht, der Ritter der höchsten Orden und Herrenmeister des preußischen Johanniterordens ist, war seit 1873 mit Marie, Prinzessin von SachsenAltenburg vermählt, einer Tochter des Herzogs Ernst, die 1898 starb. Von seinen Kindern ist der zweite Sohn, Prinz Joachim Albrecht, Major im Kaiser- Alexander- Grenadierregiment, in musikalischen Kreisen sehr bekannt. Der älteste Sohn, Friedrich heinrich, ist Kommandeur des Schwedter Dragonerregiments, der dritte, Friedrich Wilhelm, Hauptmann im 1. Garderegiment. Eine Schwester des Prinzen Albrecht war die 1879 verstorbene Herzogin Alexandrine zu Mecklenburg. feuer auf dem Balkan. Noch ist das Kriegsfeuer auf der Balkanhalbinsel nicht emporgelodert, die Lunte glimmt langsam weiter, und bald wird sie den Zünder erreicht haben. Bulgarien und die Türkei haben einander diplomatische Noten von steigender beftigkeit geschickt, haben in ähnlichen Noten an die Mächte sich übereinander beschwert, Bulgarien hat dann militärische Borkehrungen getroffen, die kaum anders denn als unmittelbare Kriegsvorbereitungen und Kriegsrüstungen angesehen werden können, die Türkei war ebenfalls in der Zwangslage, mit ähnlichen Maßnahmen zu antworten. Jetzt steht die Bahl nur noch zwischen Abrüstung und Kriegsausbruch. Zu einer dieser beiden Lösungen muß es jetzt kommen, die Fortdauer der gegenwärtigen Spannung ist unmöglich. Ueber den gegenwärtigen Stand der Dinge wird der Deutschen Reform- Korrespondenz" aus gutunterrichteten diplomatischen Kreisen noch geschrieben: " Fürst Ferdinand von Bulgarien hat fürzlich in Marienbad Gelegenheit gehabt, die weisen Ratschläge seines hohen Verwandten, des Königs Eduard vor England, zu hören. Es unterliegt feinem Zweifel, daß diese Ratschläge auf Erhaltung des Friedens gerichtet gewesen sind. Ebenso darf als sicher angenommen werden, daß die Empfehlung des Friedens bei dern Fürsten Ferdinand auf Sympathie rechnen kann. Denn First Ferdinand ist keine militärische Natur. Seine fürstlichen und Regierungstugenden liegen auf einem andern, als dem friegerischen Gebiet. Die Ziele, die ihm vorschweben und die jedermann kennt, will er lieber auf dem unblutigen Wege Hunger Verhandlungen erreichen. Es ist gewiß, daß Fürst Ferdinand aus eigenem Antrieb nicht zum Kriege als einem Mittel zur Erreichung seiner Absichten greift. Auch geht es nicht an, daß er den Krieg etwa in seiner Abwesenheit ausbrechen läßt, während er in Ungarn bei den Manövern der Truppen weilt, der er in seinen schlichten, prinzlichen Tagen angehört hat, oder während er in Koburg bei den Tauffeierlichkeiten als Bate funktioniert. Zwar hat er in Sofia manches geschehen lasten, während er sich in Marienbad aufhielt, manches sogar, was nicht unblutig war- aber mit dem Krieg ist es doch eim ander Ding. Fürst Ferdinand wird sich zum Kriea nur entschließen, wenn die Vermeidung des Krieges ihm den Verluft seiner Fürstenkrone und des seiner Meinung nach doch so ausbildungs- und entwicklungsfähigen Thrones bringen würde, Solcher Gefahr gegenüber gäbe es eben feine Wahl mehr. In diesem Falle aber dürfte Fürst Ferdinand auch nicht in absentia Krieg führen. Er müßte zur bulgarischen Armee, und deren Schicksal teilen. Wie steht es nun mit den Chancen des Krieges? Es Gehört Verwegenheit dazu, voraussagen zu wollen, wie der Ausgang eines bulgarisch- türkischen Feldzuges sein würde. Obwohl Bulgarien ein modern ausgerüstetes und gut ge= schultes Heer hat, darf man doch höchstens von der Mög= lichkeit sprechen, daß die bulgarischen Truppen die türkischen überrennen, sie einfach aufrollen und bis hinter Adrianopel treiben. Sezen wir diesen Fall und nehmen wir weiter an, daß die Türkei nicht in der Lage ist, das anfängliche Mißgeschick auszugleichen, daß sie sich begnügen muß, das mögliche weitere Vordringen der Bulgaren abzuwehren. Was ist dann? Dann hat Bulgarien tatsächlich Macedonien im Besitz, d. h. es hat Macedonien besetzt. Ob es aber Macdonien auch behalten wird? Das glauben wir nicht, das halten wir für ausgeschlossen. Unter feinen Umständen würde es Macedonien für sich allein behalten dürfen. Dann wäre ihm und das erschiene noch als der beste Fall gegenüber dem schlimmeren, daß es auf Europas Intervention Macedonien ganz wieder herausgeben müßte der tiefe Schmerz bereitet, das es bulgarisches Blut und bulgarisches Geld geopfert hätte, um Griechenland, das nichts getan und feine Opfer gebracht hat, in gleichem Maße zu bereichern. - - Diese Möglichkeit, die beinahe den Rang einer Wahrs scheinlichkeit hat, wenn nicht im Schicksalsbuche noch bösere Folgen verzeichnet sind, ist für des Fürsten Ferdinand Herz und für das Herz seiner Bulgaren von so erschütternder Betrüblichkeit, daß Fürst und Volk von Bulgarien sich am Ende noch den Entschluß einer Abrüstung abringen. Diese Erwägung und des Fürsten Ferdinand natürliche Friedensliebe sind die stärksten Pfeiler der Hoffnung auf Erhaltung bes Balkanfriedens. Versagen diese, so bricht das Kriegsfeuer auf der Balkanhalbinsel aus". Politifche Rundschau. Deutfches Reich. Zu den Mißhelligkeiten im Kolonialamt will ein Kölner Blatt von gut unterrichteter Seite erfahren haben, die meisten Eingaben seien dem früheren Kolonialdirektor überhaupt nicht vorgelegt worden. Die Eingaben hätten vielmehr durch den Referenten eigenmächtig Erledigung gefunden. Sei ein besonders starker Eindruck bei dem Empfänger der Beantwortung beabsichtigt, so werde die Wendung im Auftrage des Reichskanzlers" angewandt. Der Chef der Kolonialabteilung könne in allen Schutztruppen- Angelegenheiten die Unterschrift der Reichskanzler, in Vertretung" anwenden. * Eine bedeutsame Rede hielt der Erbprinz zu HohenloheLangenburg bei einem Abschiedsmahl im Kreise der Beamten der Kolonialabteilung und der Offiziere des Oberkommandos der Schutztruppe. Ohne eine alsbaldige durchgreifende Reform der Zentrale sei ein fruchtbares Wirken ausgeschlossen. Auf der vorhandenen Grundlage sei er nicht in der Lage gewesen, die Verantwortung für die Weiterentwicklung unserer kolonialen Interessen länger zu tragen. Nicht der Mangel an Unterstützung durch seine Beamten habe ihn, wie behauptet worden war, zum Rücktritt veranlaßt. Er hoffe, daß das Ausscheiden seiner Person einer Reorganisation die Wege ebnen werde und der jetzigen Krisis eine Zeit glücklicher Entwicklung folge. * Die Verabschiedung des Erbprinzen zu HohenloheLangenburg und die Ernennung des Direktors Bernhard Dernburg, zum stellvertretenden Direktor der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts, sowie für den Fall der Behinderung des Reichskanzlers als dessen Vertreter in den Kommandoangelegenheiten der Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten wird jetzt amtlich bekannt gegeben. Dem Erbprinzen sind gleichzeitig vom Kaiser die Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse verliehen worden. * Die Zeitungsmeldungen, nach denen Oberst Deimling bei den Versuchen zum Bau der vom Reichstag abgelehnten Feldbahn Kubub- Keetmannshoop Unterstützung beim Erbprinzen Hohenlohe- Langenburg gefunden habe, werden von einem Frankfurter Blatt als vollständig unrichtig bezeichnet. Das Dementi verdient insofern größere Beachtung, als dem Blatt engere Beziehungen zur Reichskanzlei nachgesagt werden. * Nachrichten aus Dar- es- Salaam zufolge ist dort der Mörder des Dolmetschers Osman sowie die Rebellenführer Kibasserer und Mdosse zum Tode durch den Strang verurteilt worden. In Lukuliro ist der gefangene Rebellenführer Jumbe Amiri bei einem Fluchtversuch erschossen worden. * Zu seiner 14. Hauptversammlung trat in Nürnberg der Verband deutscher Gewerbevereine zusammen. Das Interesse, das man den Bestrebungen des 146 000 Mitglieder umfassenden Verbandes entgegenbringt, kommt in der starken Beteiligung auch der Behörden und verwandter Verbände des benachbarten Auslands deutlich zum Ausdruck. Aus dem Bericht des Vorstandes ging hervor, daß die Tätigkeit des Verbandes mit bestem Erfolg für die Hebung und Förderung des Gewerbe- und Handwertsstandes sorgt und auf eine werbesserung der Gesetzgebung hinwirkt. Die Wünsche zur Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker, mit denen sich die Verbündeten Regierungen seit langem beschäftigen, standen daher auch im Mittelpunkt der Verhandlungen dieser Versammlung und fanden in einer Resolution ihren Ausdruck. * Die in Stuttgart tagende Versammlung des Innungsverbandes deutscher Baugewerksmeister hat sich einstimmig für die Einführung des Befähigungsnachweises im Baugewerbe ausgesprochen; der von der Regierung dem Reichstage vorgelegte Entwurf zur Sicherung der Bauforderungen wurde als wertvolles Mittel zur Beseitigung der jetzigen Verhält nisse begrüßt. Die Versammlung beschloß ferner einstimmig, die Reichsregierung zu ersuchen, die Führung der Titel Baumeister und Baugewerksmeister von der Ablegung einer be sonderen staatlichen Prüfung abhängig zu machen. Amerika. ** Eine schnelle und friedliche Lösung der Schwierig keiten, die zum Aufstand auf Kuba führten, verspricht man sich von einem Schiedsgericht, mit dem sich auch die Aufständischen durch Oberst Aguirre in Newyork einverstanden erklärt haben. Präsident Palma hat eine Verordnung er lassen, durch die die Verfassung in den Provinzen Pinar del Rio, Havana und Santa Clara außer Kraft gesetzt und in diesen Provinzen ein Zustand geschaffen wird, der dem Kriegsrecht gleichkommt. Einstweilen nehmen aber die Feindselig= feiten ihren Fortgang. So griff General Guerra mit Aufständischen bei Consolacion del Sur einen Panzerzug an. Regierungstruppen schlugen ihn in die Flucht. 200 Aufständische sollen beim Kampfe gefallen sein. Kleine politische Nachrichten. Paris, 11. September. Der Gouverneur von FranzösischKongo, Gentil, erlitt auf einer Besichtigungsreise im Norden des Landes durch einen Sturz vom Pferde eine schwere Verlegung. Gentil dürfte demnächst nach Frankreich zurückkehren. Er wurde s. Zeit bei dem Skandal über die Mißhandlungen Eingeborener ziemlich kompromittiert. Rom, 11. September. Der italienische Konsul in Leipzig ist von seinem Amte enthoben worden. weil er am Sedantage das italienische Konsulat beflaggt hatte. Dies soll der italienischen Regierung durch Vermittelung des französischen auswärtigen Amtes mitgeteilt worden sein. Teheran, 11. September. Der Schah hat die Verordnung über die Staatsreformen unterzeichnet und den früheren Großwesier vom Hofe verbannt. Die Geschäftstätigkeit ist allenthalben wieder aufgenommen worden. Hof und Gefellschaft. " ** In einem Erlaß an das badische Volt gibt der Großherzog von Baden seinen Dank für die zahlreichen Kundgebungen und Glückwünsche zu seinem Jubiläum beredten Ausdruck. Die unvergeßlichen Worte seines Großvaters:„ Es muß ein unumstößlicher Grundsatz bei unseren späteren Nachkommen bleiben, daß das Glück des Regenten von der Wohlfahrt seines Landes unzertrennlich sei" wären der Grundsay gewesen, dem er als Regent stets nachgestrebt habe. Mit aller Hingebung wolle er auch in Zukunft allezeit die ihm auferlegten Pflichten treu zu erfüllen bemüht sein. * * x Kaiser Franz Joseph ist zur Herstellung seiner Gesundheit von Wien nach Ischl abgereist. Der neuefte Pogrom. Die Vorgänge in Siedlce sind, wie sich jetzt herausstellt, weit entsetzlicher, als die ersten Meldungen vermuten ließen. In der Stadt find furchtbare Greuel vorgekommen, die kaum zu beschreiben sind; die Truppen sind mit bestialischer Grausamkeit gegen die Einwohner des Ortes vorgegangen und das Zerstörungswert, das die Soldaten begonnen haben, hat der Pöbel vollendet. Es ist festgestellt worden, daß die Soldaten betrunken waren und in sinnloser Wut Schandtaten begangen haben, die jene von Bialystok noch übertreffen. 500 Zote und Verwundete find bisher in Siedlce aufgefunden worden. Auch diese Zahl dürfte noch nicht annähernd die Wirklichkeit erreichen. Gestern wurde den ganzen Tag über aus Maschinengewehren und Kanonen geschossen. Einzelne Häuser, in welchen sich die Revolutionäre verbarrikadiert hatten, wurden von den Truppen mit den Bajonetten gestürmt und die Bewohner niedergemezelt. In drei Straßen wurden alle Häuser in Grund und Boden geschossen. 200 Familien durften fliehen, andere Bewohner wurden durch einen Militärfordon vom Bahnhof abgesperrt und so der Wut der trunkenen Soldateska und der Schwarzen Hundert erbarmungslos ausgeliefert. Den Juden ist das Verlassen der Stadt verboten, sie sind wehrlos der Raserei des Pöbels und der Soldaten preisgegeben! Und diese Raserei fennt keine Grenzen. Losgelassene Bestien find es, die in der Stadt hausen und die armen Opfer nicht nur morden, sondern vor ihrem Tode furchtbar martern. H 11 n 3. Babitspersonal TiTages bagegen Mathies zuckte die Achseln. winnen, und das darf und werde ich nicht Aber 3hr fucht mein großes Hausunb une mere facht mituri een zu ge Seutzutage, Herr Kommerzienrat." forach er bat feder dem anderen zu. fich mischten. Aufschrei, in welchem Schmerz, Wut und sittliche Empörung Der Kommerzienrat erstickte nur mit Mühe einen lauter Ihr seid bestochen, Kerl," rief er mit gedämpfter Stimme Niedrigste Rachsucht gibt Euch das ein lächelte, wurde. Schreihenh herzhaft, daß Niene verzog. Die laum mehr im Geschäft aber notorisch niemals eine bernommen Denn Stmold mar fether roſting tätig es selbst in dem Nebenzimmer Bureaubeamten, sonst schweigsam und emsig Und jetzt auf einmal lachte er so laut, fast blickten Durch eine ebensoftebige, fettene Eigenfebat aber batte schlossen gehalten. taten renommiert und selbst das Kreuz fich Caraffon zeitlebens ausgezeichnet: er hatte nie mit Selden Stets im Kasten bec Sines Bormittag der Preis mit forblainnut Zahlreichen Männern wurden Wegen ausgeftodjen, der jüdischen Frauen Finger und Zehen abgeschnitten. Mehrere Juden wurden lebendig verbrannt, weil sie es vorzogen int brennenden Hause zu bleiben, anstatt sich den Beinigern aus zuliefern. Es finden noch fortwährend Brandstiftungen und Blünderungen statt; alle Ordnung ist aufgelöst. Das Teles graphenamt arbeitet nicht mehr und der ganze Ort scheint dem Untergange geweiht, denn die Behörden hindern das Treiben nicht, sondern fördern es. Aus andern Orten kommen allerdings ebenfalls Meldungen, die beweisen, daß die Regie: rung gegen die Anarchie so gut wie machtlos i.. Der Schrecken regiert. Polen steht in vollem Aufruhr und die anderen Gombernements triefen von Blut. In Zyrvadow bei Warschau wurden von Unbekannten gleichzeitig zwei Bomben geschleudert. Durch die eine wurden zwei Schuhleute tödlich, sehs leichter verlegt. Die zweite Bombe verwundete einen Portier wid einen weiteren Schuhmann. Sofort waren Infanterie und Rojaten zur Stelle, die zahlreiche Salven nach verschiedenen Seiten abfeuerten und vierzig unbeteiligte Einwohner töteter. Viele der Verlegten wurden noch nachträglich durch das Militär erschossen. Wie es sonst im Lande aussieht, zeigeis folgende Nachrichten: Warschau, 10. September. Heute abend erfolgte in der Elektoralnastraße ein Zusammenstoß zwischen Zivil personen und einer Militärpatrouille, wobei über 20 Bersonen verwundet wurden. Jm Judenviertel mißhandelten Soldaten Passanten, von denen sechs Personen schwer verLlegt wurden. Grodno, 10. September. Heute nachmittag worde der Oberst der Gendarmerie Gribojedoff auf dem Berrade= platz von einem Manne durch einen Revolverschuß getötet. anf dem Blaze anwesende Polizeibeamte gaben auf den Täter mehrere Schüsse ab, doch gelang es diesem, zu enttommen. ew, 11. September. Ja Bjelajaherton überfielen bewaffnete Männer die Filiale der Diskontobant, raubten trotz der Anwesenheit mehrerer Personen 80 000 Rubel und töteten einen der Beamten. Einer der Täter beging Selbstmord. Setersburg, 11. September. Aus der OffigiersSchießschule in Oranienbaum wurde ein Maschinengewehr sowie michrere tausend Patronen von unbefannten Tätern gestohlen. Zu diesen Schreckensnachrichten kommen noch Meldungen aus den Ostjeeprovinzen und dem Kaukasus, die jür dieje Gegenden das Schlimmste befürchten lassen. Rußlands Unglück - ist die Herrschaft der Banden, die in den baltischen Ländern eine Gewalt auf die Bewohner ausüben und gegen die feine Geseze und Strafbestimmungen schützen. Diese Terroristen drangsalieren die Leute in der furchtbarsten Weise. Sie legen den Bauern Steuern auf und erschießen jeden, der sich zu zahlen weigert, oft auch aus reiner Mordlust die, welche zahlen. Die Panit unter dem Volfe ist grenzenlos, aber niemand hilft den unglücklichen Bewohnern. Jm Kaukasus ist der Zustand um nichts besser. Ein großer Aufstand ist in Nikolajewfa ausgebrochen. Die revolutionäre Volksmenge griff das Gefängnis an und befreite sämtliche Gefangene. Die Polizei wurde in die Flucht gejagt. Die Volksmenge errichtete Barrikaden und leistete den Kosaken heftigen Widerstand. Ein allgemeiner Straßenkampf verlief sehr blutig. Mehrere hundert Personen wurden getötet und verwundet. Jezt herrscht die Vollsmenge, nachdem die Truppen verjagt wurden. Also überall Mord, Revolution, Anarchie. Ein Schlachten ohne Ende, ein Zustand, der jeder Zivilisation spottet. Und dabei keine Aussicht auf bessere Zeiten! Ferner liegen noch folgende Meldungen vor: Riga, 11. September. In den baltischen Provinzen wurden bisher wegen Teilnahme an der revolutionären Bewegung 23 Lehrer erschossen, 5 gehängt. Körperstrafen er: hielten reist in Anwesenheit der Schulkinder 72, ent: flohen sind 118, ihres Amtes entsetzt 15, verschickt 13, zum Tode durch Erschießen verurteilt, aber dann begnadigt 6. - Warschau, 11. September. Jm Gouvernement Wilna ist die Unterschlagung von 7 Millionen Rubel, welche zum Bau bon Chausseen und Wasserstraßen ausgeworfen waren, ent: deckt worden. Verkehrsminister war zur Zeit dieser Vorgänge Fürst Chilfow. Baku, 10. September. Der hiesige englische Vizekonsul Durkward ist gestern auf der Straße angeschossen und am Arme leicht verwundet worden. Der Täter ist entkommen. Deer und flotte. Unfall in der Wilhelmshavener Werft. Bei dem Erweiterungsbau von Hellige 2, bestimmt für die Aufnahme des neuen, 18 000 Tons fassenden Linienschiffes Ersatz Bayern, wurde der Fangdamm durchbrochen. Die Baugrube ist ganz unter Wasser gesetzt. Die Kiellegung zu dem Linienschiff wird dadurch wahrscheinlich eine Verzögerung erfahren. Russischer Spion. In der Nähe der Befestigung Schimonken wurde dieser Tage ein russischer Spion namens Schelmann verhaftet. Man will bei ihm Papiere belastenden Inhalts gefunden haben. Ein deutscher Offizier in Algier verhaftet. Während der Anwesenheit des deutschen Schulschiffes Charlotte" in Algier ereignete sich ein peinlicher Zwischenfall. Einer der deutschen Offiziere, der sich auf einem Ausfluge zu nahe an ein Fort gewagt hatte, wurde als der Spionage verdächtig verhaftet, boch rasch wieder freigegeben, da fich die Affäre als belanglos erwies. Der deutsche Konsul in Algier wurde von der französischen Behörden über den Zwischenfall unterrichtet. Bariser Blätter melden ferner aus Belfort, daß dort zwei beutsche Offiziere namens Müller und Ingold unter dem Berdachte der Spionage von der Polizei verhaftet wurden. Bahrscheinlich wird sich die Angelegenheit als ebenso belang. los herausstellen, wie der Vorgang in Algier. Kaifermanöver 1906. ( Sonderbericht unseres militärischen Mitarbeiters.) Parchwitz, 11. September. Wie in der Natur der Sache liegend, war gestern die Kavallerie die Trägerin der gegenseitigen Operationen. Die bei Polkwitz- Raudten unter dem Schutz von Aufklärungseskadrons stehende blaue Kavallerie- Division A beabsichtigte über Lüben auf Parchwitz vorzugehen, um zunächst die Kazzbachübergänge zu gewinnen und sich dann den Oderübergang bei Maltich zu sichern. Die vom linken Flüael der roten Armee auf Neumarkt vorgetriebene Kavallerie Division B überschritt den Leisebach und drang über Koiz, Parchwit, gegen Lüben vor. Um 7 Uhr hatte sie den Väuseberg erreicht und nahm hier eine Bereitschaftsstellung ein mit vorgezogener reitender Artillerie, je eine Brigade hinter der Mitte und hinter den Flügeln, die Maschinengewehrabteilung in naher Walddeckung links hinter sich. Nach Eingang der Meldung, daß blau A eine KavallerieBrigade von Lüben über Petschfendorf vortreibe, verließ B die Aufnahmestellung, legte wieder die Kazbach zwischen sich und Rot, verflocht aber die Brücke bei Parchwiz mit Draht und ließ eine schwache Besetzung dabei. Die vorgeschobene Brigade von Blau A gelangte nach Durchschneidung des Hindernisses und Vertreibung der Besetzung über die Brücke und anscheinend schlecht von der Aufklärung bedacht durch Parchwiz durch. Schlecht bedacht, denn wie aus einer Versentung erschien die Kavallerie- Division B zur Attacke und trieb die feindliche Brigade zu Baaren. Auf dem Rückzuge der blauen Brigade fonnte noch das Feuer einer reitenden Batterie von B und der Maschinengewehr- Abteilung Nr. 8 auf die feindliche Kavallerie gerichtet werden. So unzuläng lich die Aufklärung bei A gewesen sein muß, so angebracht war die Attacke und daher so erfolgreich. Brigade A verschwand für diesen Tag auf Nimmerwiedersehen. Um die Mittagsstunde ging die ganze rote Brigade B daran, sich für den Rest des Tages und der ganzen Nacht einzurichten. Das 6. Korps rückte mit seinen Teilen, im Verfolg der Tendenz, den Uebergang über die Oder zu verhindern, ebenfalls in Richtung Neumarkt- Liegnitz vor, fam aber gestern noch nicht mit dem feindlichen 5. Armeekorps in Berührung. Ebenso blieb das Vorrücken des 5. Armeekorps vorläufig noch ohne nennenswerte Begegnung mit Not. Um 7 Uhr stieg der Signalballon hoch, sodaß man Kenntnis von der Anwesenheit des Kaisers nehmen konnte. Der Kaiser ritt die für das nächste Vorgehen maßgebenden Gelände ab und besuchte sogar am Nachmittag das V. Korps, um sich von den gewählten Lagerplätzen zu überzeugen. Hierbei folgte dem Kaiser immer der Signalballon, den ein zufällig mit der Bewegung gleichlaufender Wind so stark antrieb, daß die Bespannung eine lebhafte Gangart annehmen mußte. Interessant war dabei die Beobachtung des Verfahrens, die quer über die Marschstraße laufenden Telegraphen= drähte zu umgehen. Postel, Hauptmann a. D. Liegnitz, 11. September. Die rote Armee begann heute früh um 1 Uhr schon den Anmarsch. Von 5 Uhr ab wai das Gefecht im Gange. Die 11. Division umfaßte den rechten Flügel der blauen Armee, und Blau war gegen Mittag allenthalben auf dem Rückzuge begriffen. Der Kaiser wohnte den Operationen schon von der vierten Morgenstunde an bei, später auch die Kaiserin und die anderen Fürstlichkeiten. Der Kaiser hatte die Nacht dicht bei Wahlstatt in seinem Asbesthause verbracht. Der Hauptzusammenstoß erfolgte auf dem Gelände bei Wahlstatt. Alle Waffengattungen traten in Tätigkeit. Die Zurückdrängung des V. Korps( Blau) wurde dadurch möglich, weil das zur Unterstützung heranmarschierende III. Korps vormittags nicht eintraf. Der Kaiser griff wiederholt in die Regelung des Abmarsches der Truppen ein und verblieb im Manövergelände. Nab und fern. † Vergiftung durch Schabesleisch. Unter Vergiftungserscheinungen erkrankt sind eine Anzahl Personen, die aus der Seumeschen Schlächterei in der Samariterſtraße in Berlin Schabefleisch gekauft und genossen hatten. Die Personen, darunter ein Magistratsbeamter und mehrere Arbeiterfamilien, sind alle nicht unbedenklich erkrankt. Die Untersuchung ist im Gange. † Die Preisverteilung auf der Nürnberger Ausstellung fand gestern in Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Frh. von Podewils und zahlreicher Ehrengäste statt. 385 Aussteller erhielten goldene, 516 silberne und 497 bronzene Medaillen, 321 Aussteller sind außer Preisbewerb getreten. Der Prinzregent von Bayern hat eine Reihe von Ordensauszeichnungen verliehen. † Mord und Selbstmord. In Lenzdorf in Niederbayern hat der Bauer Thomas seinen 18 jährigen Sohn, der einen Streit seiner Eltern schlichten wollte, erstochen und hierauf einen Selbstmordversuch begangen. † Dem irdischen Richter entzogen hat sich der in der bayerischen Spieleraffäre vielgenannte Freiherr Stephan von Grießenbach. Der bedeutend kompromittierte Freiherr hat in einem Bade in Südfrankreich seinem Leben ein Ende gemacht. † Vom Eisenbahnzug überfahren wurde bei Szegadrekus bei Szegedin ein Wagen. Zwei der Insassen wurden getötet, vier andere Bauern tödlich verlegt. † Schweres Bahnunglück. Zwanzig Meilen nördlich von Santa Barbera entgleiste ein nach dem Süden gehender Zug. Drei Wagen stürzten den Bahndamm hinunter; 26 Reisende erlitten Verlegungen, die meisten jedoch nur leichte. † Furchtbares Familiendrama. In einem Vorort Londons hat der Tapezierer Rogers seine Frau versucht mit einem Rasiermesser zu ermorden, nachdem er das gleiche Verbrechen schon an seinen drei Kindern verübt hatte. Den Bruder, der zu Hilfe eilte, ereilte das gleiche Los. Der Lärm lockte Nachbarn herbei und der verzweifelte Mann wurde überwältigt, ehe es ihm gelang, sich selbst zu entleiben. Zwei seiner Töchter sind tot, die dritte, die Frau und der Bruder liegen auf den Tod darnieder. Die Verlegungen, die er sich selbst beigebracht hat, sind nicht tödlich. = Im Zuluhimmel. In Südafrika werden bekanntlich die Kaffern als Hausdiener und namentlich in der Küche verwendet. Ein zum Christentum befehrter Zulu wurde kürzlich belauscht, wie er einem anderen Kaffer die Herrlichkeiten des Himinels auseinandersetzte, wie er sie in einem Traume gesehen hatte. Hast Du auch Kaffern im Himmel gesehen?" fragte sein andächtig lauschender Zuhörer. Der Erzähler dachte einen Augenblick nach und sagte dann:„ Nein, in die Küche bin ich nicht gekommen. † Brand euer Zigarrenfabrit. Die bekannte Bigarrens fabrik von Karl Greff in Kreuznach brannte nachts bis auf bie Umfassungsmauern ab. Man vermutet Brandstiftung, da das Feuer an mehreren Stellen zu gleicher Zeit ausbrach. Der Schaden beläuft sich auf zirka 600 000 m. Ein Teil der Arbeiter, etwa 250, sind brotlos geworden. † Raubanfall: Im Duisburger Wald wurde der Bauunternehmer Hartmann von drei ihm unbekannten Männern überfallen und niedergestochen. Etwa 1300 M. in Seinen und Goldstücken und eine goldene Uhr mit Kette wurden thr geraubt. Erst abends wurde der Schwerverletzte von Spazier. gängern aufgefunden. † Schreckliche Folgen eines Scherzes. Auf den Krupp'schen Werken in Rheinhausen rangen zwei Arbeiter scherzweise miteinander, wobei sich einer aus einer Kanne, die er in der Hand hieit, mit Benzin bespritzte. In dem Handgemenge fam er dann schließlich einer herabgelassenen und geöffneten elektrischen Bogenlampe zu nahe und stand sofort in hellen Flammen. An den schrecklichen Berlezungen ist der Un glückliche nach kurzer Zeit gestorben. Neber Bord gefpru 1 Bord des Dampfers de namens Gridjen, FSüdafrika in die Sei Fren in den erften Tage beteiligten fidh an allen von St. Helena abg beiß und Gridjen flagte Tages fämtliche Paffa melt waren, drängt ng fich über das Gelän Are Shar von Haifische 6 wurde ihm fofor he Schiff wurde so sch Ein Boot wurde i nglidten zu suchen, w langfam umfreifte. A nichts in dem Wasser, He neue Opfer zu suchen f † Berhaftete Engeimacherin. In Berlach bei München murde die Vorsteherin eines Kindergenesungsheims", die 50jährige angebliche Krankenpflegerin Barbara Seiler, wegen fahrlässiger Tötung verhaftet, nachdem sie seit Juli ohne be hördliche Erlaubnis zehn Säuglinge aus München und Perlach heimlich in Pflege genommen hatie, von denen fieben, die beiden letzten am vergangenen Sonnabend, gestorben find. Die Anstalt wurde polizeilich geschlossen. † Der weiße Tod. Ein französischer Offizier, ein Zeichner und zwei Italiener unternahmen die Besteigung der Aiguille d'Arves. Infolge Reißens des Seiles stürzten die vier Touristen in die Tiefe. Einer der Italiener wurde getötet, die übrigen drei Touristen wurden schwer verletzt. Bunte Cages- Chronik. Grünberg i. Schles., 11. September. Eine Feuersbrunst bernichtete heute fünf aus Fachwerk erbaute Wohnhäuser. Elf Familien find obdachlos. Kunst un EC. Die internationale tig im Saag tagt, wa Sfidenten Brouawel den Präsidenten der Vere Sahl durch ein Glüdwunid Serbandlungen, denen Pro rachen Professor Calmett Breslau über den Schutz Vaiettion, Stabsarzt Fifcher Berlin über die Befämpfu Gram zu dem Schluje, da Findig fernzuhalten jei. Zabrze, 11. September. Infolge des Genusses von Stech äpfeln sind hier drei Kinder erkrankt, von denen eines bereits gestorben ist. Am Wildgall in den Riesen. Wien, 11. September. fernern ist gestern Dr. Karl v. Moosengeil aus Berlin ab gestürzt und tot am Plaze geblieben. Er war der Sohn des bekannten Bonner Universitätsprofessors v. Moosengeil. Aus dem Gerichtsfaal. § Eingestelltes Verfahren. Die Magdeburger Staats. anwaltschaft hat das Verfahren gegen die sozialdemokratische ,, Volksstimme" eingestellt. Das Blatt hatte bekanntlich die Aeußerung getan, Stolypin sei reif für die rächende Bombe. " § Wegen Beleidigung des Dresdener Bürgermeisters und des Dresdener Stadtrats wurde der Verleger der Dresdener Rundschau", Buchdruckereibesizer Herzog und seine beiden früheren Redakteure, die Schriftsteller Rudolf Quanter und Hermann Schlichting, zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. § Ein Aufsehen erregendes Urteil wurde vom Landgericht Weimar gefällt. Mehrere Einwohner Trentlebens und der Bürgermeister selbst hatten vor längerer Zeit einen mittellosen franken Wanderer in einer Scheune untergebracht und ihn dort seinem Schicksal überlassen. Der Aermste ist bald darauf an Entkräftung infolge Krankheit und Hungers ge storben. Desvegen hatten sich der Bürgermeister und die anderen Beteiligten vor dem Weimarer Landgericht zu ver antworten. Sieben Angeklagte, darunter der Bürgermeister Gunstheimer, wurden zu je fünf Monaten Gefängnis ver urteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. § Uebermäßig hohe Hotelpreise hatten einen Direktor aus Köln, der in einem erstklassigen Hotel in Leipzig übernachtete, dermaßen in die Wolle gebracht, daß er einen von Beleidi gungen stroßenden Brief an die Hotelleitung schrieb. Dem Direktor hatte man das Zimmer mit 5,50 M., das Bad mit 2,50 M. und das Frühstück mit 3,50 M. berechnet. Durch Form und Inhalt dieses Briefes fand sich der Leiter des Leipziger Hotels beleidigt, und erhob Klage wegen verleum derischer Beleidigung. Sowohl das Schöffengericht, wie auch die Straffammer des Landgerichts zu Köln sprachen den An geklagten frei. Die Straffammer gelangte zwar zu der Ueberzeugung, daß der Brief eine objektive Beleidigung ent halte, aber auch, daß der Angeklagte geglaubt hat, daß er von der Leitung des Hotels durch übermäßige Preise über vorteilt gewesen sei. Dem Briefschreiber müsse aber der Schutz des§ 193( Wahrnehmung berechtigter Interessen) zu gebilligt werden. Die gegen dieses Urteil eingelegte Revision wurde durch Entscheidung des Strafsenats des Kölner Ober landesgerichts vom 29. August d. J. verworfen. == Vermischtes. Eine Weinernte für ein Glas Bier. Zu den guten Weinjahren wird 1906 sicherlich nicht gehören. Wie aus Württemberg und dem Elsaß, so kommen auch aus der Pfalz schlechte Nachrichten. Als ein Beweis, wie überaus schlecht es mit der Weinernte vielerorts in der Pfalz bestellt ist, wird glaubhaft erzählt, daß in Waisenheim ein Winzer seine ganze Ernte für ein Liter Bier verkaufte. In einem andern Weinorte ließ ein Bauersmann das Ergebnis mehrerer Tagewerk Weinreben für eine Mark ab. Noch billiger ver taufte ein Bauer in Hohenweg den Ertrag seines Wein berges er forderte nur zehn Pfennige". = - Ein sparsamer Feinschmecker. Billigen, aber guten Kaffee wollte sich vor einigen Tagen ein Schauermann ir Hamburg verschaffen. Er stahl deshalb ein nettes Quantum Kaffeebohnen auf dem Dampfer ,, Petropolis", auf dem er arbeitete und versteckte ihn unter seiner Kleidung. Er hielt fich für sehr schlau. Ihn sollte man nicht erwischen. Doch er jubelte zu früh. Als er durch den Zoll wollte, fiel einem der Zollbeamten der Leibesumfang des Kaffeefreundes auf. Er hielt den Mann an und fragte ihn, was er unter seiner Kleidung auf dem Leibe trage. Der Schauermann erwiderte: ,, Gar nichts!" und schlug zur Bekräftigung seiner Worte auf seinen Leib und aus seinen Beinkleidern rieselten, erst einzeln und langsam, dann aber beängstigend schnell seine gestohlenen Kaffeebohnen. Nun wurde der Kaffeedieb, der ganz sprachlos geworden war, festgenommen. " = RM. Technische Sochidul einer technischen Hochschule sner Gleiwiz bestimmt wa gelegt werden soll, äußerte fid et von Breslau in folge Was die Tehnische S mach Breslau, weil die Pr falen die größte Judu bechschule der Stadt und greichen möge und daß fie fir das Land und die Ra. Wilhelm Raabes 75 Staffchen Schriftsteller, Wilhe 74. Geburtstag. Die Werte ad weit darüber hinaus fi frut ahmen einen frischen, for undeutsch geschrieben, daß Croften würdig an die Seite Liftlichen Bücher Die Leute barito, Unfres Herrgotts S sein Fisch" usw. ist niemal arten. Er ist nie ein Sch Shelb wird er bei denen, aleine Unterhaltung aus d ald aus der Mode komme Cok Der bie Fort fmann- Bußbach in den Der Verband der hessi Herbstverbands- Sizung Bad Nauheim ab. R. Um 3. Oftober wir Wedebantftelle in Starlsruhe britnebenstelle mit Ra Safehr eröffnet werden. Ansights Boftfarte der Borderseite sind jet andern zur Beförderung geg Gefährlicher S den wir eine Notiz über anderen Städten durd Bedfelgeld sich zu Saduftrieritter nun aud Operationsbafis hatte e er- bornehm, wie er mer fich mietete. Dan htten Rezept. Er trat Alluren eines Millionär edit fich eine Auswahl b man möge dem Bo en mitgeben. Die St ertreter entschied fi e dem Mädchen, daß e analen werde, e folle i SRL aushändigen. Das der Bauner berschwand Bantnote zu holen. einem Abgange verft te, wurde das Mat rund fand das Bimmer Agen, aber hoffentlich ge bern muß man fich jed Ben on etwas abgeg Brf boa Randver des f egeben hat. Bir warnen Das gestohlene Transportschiff. Rußland macht z. 8- dem ,, Lande der unbegrenzten Möglichkeiten" scharfe Konfurrenz. Dort ereignen sich Dinge, die man für unmöglich halten möchte, wären sie nicht Tatsachen. Als der unglückliche Krieg zu Ende war, machte sich Rußland daran, die schäbigen Reſte seiner Flotte, die in Wladiwostok lagen, zu verkaufen. Elf Regierungsschiffe waren übrig geblieben, drei Passagierdampfer und acht Transporter. Doch wer beschreibt den Schrecken der Verkäufer, als sie entdeckten, daß das wertvolle Transports schiff, Mathilde" fehlte. Und was ergab die Untersuchung? " Jemand" hatte eines Tages die Mathilde" unter Damp gebracht, und war ungehindert mit ihr durchgebrannt. Dann schmückte er seine Mathilde" aus und taufte fie um und macht nun mit ihr, als einem Privatfrachtdampfer, regel mäßige Fahrten. Das Wo?" herauszubekommen ist nun Sache der russischen Regierung. " " e- Rürnberger preißermaigung für di ang ift mit dem 1. G Chefen Lemin an beredt bayerijeredarbinije nberg gelöften einfachen den Tag, an dem fi zur freien Rückfahrt Busstellung abgeftempe Bender der beyerischen L her, ein Retourbillet nur nehmen und dort einen HERE ette tourder egte bon Neber Bord gesprungen und von Haifischen zerrissen. Bord des Dampfers Dunluce Castle" befand sich ein M Den Arup Bebe namens Eridsen, der in Begleitung seines Bruders beiter ide ne, die er in y m Sandgem n und деоте fofort in Dr Südafrika in die Heimat reiste. Die beiden Brüder oren in den ersten Tagen der Reise in bester Stimmung beteiligten sich an allen Spielen an Dec. Nachdem das Cvon St. Helena abgefahren war, wurde das Wetter se heiß und Eridsen flagte über heftige Kopfschmerzen. Als en ist der eine Lages sämtliche Passagiere auf dem Promenadended ach bei Mün ungsheims ca Geiler, it Juli obne München von denen f 6, geftorben igier, ein Bei ung der ig türzten die wurde ge rlegt. bermunelt waren, drängte sich Erichsen plötzlich durch, fo terang fich über das Geländer und machte einen Kopfsprung unne Schar von Haifischen hinein, die dem Schiffe gefolgt paren. Es wurde ihm sofort ein Rettungsgürtel nachgeworfen um das Schiff wurde so schnell wie möglich zum Halten geart. Ein Boot wurde ins Wasser gelassen, um nach dem Saminglückten zu suchen, während der Dampfer die Unglücksek langsam umfreiste. Alles Suchen war vergeblich. Man fe nichts in dem Wasser, als die Rückenflossen der Haifische, bte neue Opfer zu suchen schienen. Kunst und Wiffenfchaft. EC. Die internationale Tuberkulosen- Konferenz, die gegen, nig im Haag tagt, wählte an Stelle des verstorbenen Sine Feuerbiidenten Bwouawel den französischen Minister Bourgeois ute Wohnh Präsidenten der Vereinigung und fündigte ihm diese nuses bon ethan dlungen, denen Professor Fraenkel- Berlin präsidiert, Wahl durch ein Glückwunschtelegramin an. Im Verlaufe der in den Nie nen eines bracher Professor Calmette- Lille und Professor Fluegge23slau über den Schutz des Körpers gegen Tuberkuloseijdtion, Stabsarzt Fischer von der Kaiser Wilhelm- Akademie iBerlin über die Befämpfung der Tuberkulose in der Armee. Clam zu dem Schlusse, daß Tuberkulose dem Heere voll findig fernzuhalten sei. aus Berlin ar der Sohn Doofengeil L. RM. Technische Hochschule Breslan. Ueber die Errichtung emer technischen Hochschule für Schlesien, als deren Siz 3 Furt Gleiwig bestimmt war, die aber nun nach Breslau gig legt werden soll, äußerte sich der Kaiser zu dem Oberbürgereburger Seiter von Breslau in folgender Weise: ozialdemokrati e befanntlic rächende Bo irgermeisters Ser Dresde Was die Technische Hochschule betrifft, so gehört fie nach Breslau, weil die Provinz Schlesien nächst der Provinz Westfalen die größte Judustrie hat. Ich wünsche, daß die Hochschule der Stadt und der Provinz zu reichstem Segen gereichen möge und daß sie führende und treibende Geister nd seine be für das Land und die Industrie hervorbringen möge." olf Quanter Ra. Wilhelm Raabes 75. Geburtstag. Einer der besten ängnis verurt Ddr utschen Schriftsteller, Wilhelm Raabe, feiert heute seinen rde vom 7. Geburtstag. Die Werte des Dichters, der in Deutschland Trentlebensweit darüber hinaus sich einer seltenen Popularität erBeit einen mit freut, atmen einen frischen, volkstümlichen Humor und sind ntergebracht urdenitsch geschrieben, daß man sie den Schöpfungen unserer Aermite ist Crößter würdig an die Seite stellen kann. Der Verfasser der und Hungers Liftlichen Bücher Die Leute aus dem Walde"," Der Hungerrmeister und prstor" ,,, Unsres Herrgotts Kanzlei"," Abu Telfan", Prinandgericht zu 3 sinisch" usw. ist niemals aftuell gewesen. Aber er fann er Bürgermei runcarten. Er ist nie ein Schriftsteller der Mode gewesen und Gefängnis deshalb wird er bei denen, die in einem Roman mehr suchen, aceine Unterhaltung aus dem Tag und für den Tag, nicht bald aus der Mode kommen. en. inen Direktor pzig übernad nen von Bele ng schrieb. 2 D DO Lokales. 0 M., das berechnet. D ich der Leiter ewegen verlan Der hessische Forstverein wählte Forstmeister ngericht, wie Hofmann- Buzbach in den Bezirkseisenbahnrat. Sprachen den Der Verband der hessischen Verkehrsvereine hält te zwar zu feire Herbstverbands- Sigung Sonntag, den 16. September, Beleidigung zun Bad Nauheim ab. ubt hat, daß R. Um 3. Oftober wird in Rastatt eine von der Bige Preise übe müffe aber ebanfstelle in Starlsruhe( Baden) abhängige Reichs Interessen) about nebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem ingelegte Rev overfehr eröffnet werden. Des Kölner C fen. en auch aus , wie über der Pfalz bei Jeim ein Ansichts. Poftfarten mit brieflichen Mitteilungen auf der Vorderseite sind jezt auch nach außereuropäischen" Ländern zur Beförderung gegen die Postkartentare zugelassen. Gefährlicher Stiefelliebhaber. Unlängst Bier. Zubraten wir eine Notiz über einen Gauner, der in Hanau t gehören. urn onberen Städten durch derbe Underfrorenheit Stiefel und Wechselgeld sich zu verschaffen wußte. Gestern hat der Industrieritter nun auch Gießen seinen Besuch gemacht. All Operationsbasis hatte er die Ludwigsstraße sich erforer, bornehm, wie er nun einmal ist gleich zwei ufte. In r Ergebnis mermer sich mietete. Dann verfuhr er ganz nach altem, toch billiger bewährten Rezept. Er trat and Telephon und bestellte mit cag ſeines der Alluren eines Millionärs bei dem R.'schen Schuhwarengeift sich eine Auswahl besserer Stiefel, mit dem Hinzufühe man möge dem Boten eine größere Summe zum Schauerman sein mitgeben. Die Stiefel famen und der vornehme gen, aber nettes Quan 3", auf dem idung. Gr erwischen. 2 Bertreter entschied sich für ein Paar zu 17 Mt. Er fagt dem Mädchen, daß er mit einem Hundertmarkschein bepalen werde, es solle ihm daher die herauszuzahlenden * Pensionsberechtigt. In einem Dorfe des Kreises Friedberg wurde am 1. April dieses Jahres der 90 Jahre alte Polizeidiener K., der auch hessischer Soldat war, nach fast 42jähriger treuer Dienstleistung penfioniert. Er hatte 214 Mark Gehalt und soll als Pension man höre und staune! 60 Mart erhalten. Man darf gespannt feis, ob das Großherzogliche Kreisamt Friedberg diesem Pensionsansatz des Gemeinderats seine Zustimmung erteilt oder nicht. - - * Feuersgefahr in der Volksschule. Bei gegebener Veranlassung ist in Frage gekommen, ob in den Schulen Vorkehrungen getroffen sind, die Kinder für den Fall einer Feuersgefahr an schnelles und doch geordnetes Verlassen der Schulzimmer und Schulgebäude zu gewöhnen. Die Kgl. Regierung zu Rossel ersucht nun laut Verfügung vom 24. v. Mtz. die Herren Landräte und Ortsschulinspektoren, allgemein anzuordnen, daß die Schulkinder daran gewöhnt werden und mindestens zweimal im Jahre darin geübt werden, auf ein gegebenes Beichen mitten im Unterricht schnell und in guter Ordnung das Schulzimmer und das Schulgebäude zu verlassen. An die Schuldeputationen ergeht besondere gleiche Verfügung. * Aus dem Lande des Etats. Das dritte Vierteljahrsheft 1906 zur Statistik des Deutschen Reiches enthält eine Uebersicht über die Spielfartenfabrikation und Versteuerung im Deutschen Reich für das Rechnungsjahr 1905. Es gelangten demnach überhaupt zur Verfteuerung 5 666 578 Spiele von 36 oder weniger Blättern( 1904: 5 323012) und 256 287 Spiele von mehr als 36 Blättern ( 1904: 234817). * Humor beim Bierkrieg. Im Norden Frankfurts und in Bornheim, wo anstelle des Biers ausschließlich der Apfelwein florirt, macht sich vielfach der Humor geltend. So steht an vielen Wirtschaften angeschrieben: Biergläser zu verkaufen." An anderen Wirtschaften hängt ein Bierglas mit schwarzen Bändern geziert und der Inschrift:„ du armes Henkeldöppe! Verschiedene Wirtshausschilder sind verschwunden. Man sieht statt dessen den Kranz, der den Aepelweinausschant anzeigt, inmitten des Kranzes ein Bier glas, schwarz geschmückt, mit der Inschrift: Ruhe sanft armes Henteldippche." * Das Auftreten der Raupen des Kohlweißlings ist dieses Jahr massenhaft, wie lange nicht mehr. Die Raupen haben an Wirsing, Blumen- und Rosentohl beträchtlichen Schaden angerichtet; die Pflanzen sind stellenweise bis auf die Blattrippen total zerfressen. * Gambach, 11. September. Bei dem DünsbergTurnfest errangen vom hiesigen Turnverein Wilhelm Hofmann mit 24,5 Punkten den 21., Konrad Grieb mit 24 Punkten den 22. Preis. * Bad Nauheim, 11. Sept. Bei den Ausgrabungen, die z. Zt. hinter dem Klubhaus vorgenommen werden, fand man am Samstag und Montag die gut erhaltenen Teile zweier männlicher Stelette. Bei den Ueberresten dieser, vielleicht seit Jahrhunderten in der Erde liegenden, Gebeine fanden sich in vorzüglicher Verfassung der Oberteil eines Helmes, in dem die Schädeldecke stat und eine Lanzenspitze, die die Form eines Dreiecks zeigt. Baurat Dr. Eser hat die Lanzenrefte behufs Untersuchung an sich genommen. * Lich, 11. Sept. Hohe Preise wurden bei der geftrigen Obstversteigerung auf der Kreisstraße Butzbach Lich, besonders für Arpfel erzielt. * Schlitz. Hier ist vor einigen Monaten auf Veranlassung des Ortsgewerbevereins und mit tatkräftiger Unterstüßung des Bürgermeisters Binßer eine gemeinnüßige Baugenossenschaft gegründet worden, die sich bisher unter der umsichtigen Leitung des Vorsißenden Gastwirt Hendrich in sehr erfreulicher Weise entwickelt hat. Die Mitgliederzahl beträgt ist schon mehr als 70. * Schlitz, 11. September. Die Bohrgesellschaft Hessen, Unternehmer C. Jul. Winter, Kamen, Weftf., hat bei Pfordt jenseits der Fulda einen Bohrtum aufgestelt und den Betrieb auf Bohrung nach Kalifalzlager bereits aufgenommen. * Bad- Salzhausen. Die Lithiumquelle und die Schwefel quelle werden neu gefaßt, die Arbeiten haben bereits begonnen. Sicherem Vernehmen nach werden demnächst auch die Tiefbohrungen wieder aufgenommen, um die vor 5 Jahren in einer Tiefe von 415 Meter angebohrte warme Sole mit Kohlensäure an den Tag zu fördern. * Frankfurt, 11. september. In sechs start besuchten Frauen Bersammlungen wurde gestern Abend Stellung zum Bier Boykot und zur Milchpreiserhöhung genommen und beschlossen, die Frauen aufzufordern, den Biercyfott strengstens einzuhalten und den Gebrauch von Miich tunlichst einzuschränken beziehungsweise kondensierte wollte, fiel 83. aushändigen. Das Mädchen tat, wie ihm geheißen Milch zu benußen. ffeefreunde der Gauner verschwand in das zweite Zimmer, um er unter mann erwide feiner Borte elten, ert ein feine geftobi er ganz prof Fland mat charfe Kontum biz Banknote zu holen. Als eine ungewöhnlich lange Zeit najinem Abgonge verstrichen war, ohne daß er wieder aufachte, wurde das Mädchen unruhig. Man öffnete die Tilia und fand das Zimmer leer; der lockere Zeisig war ausgegen, aber hoffentlich geht er der Polizei bald ins Garn. andern muß man sich jedoch, daß Geschäftsleute noch auf big schon etwas abgegriffenen Trit eingehen, da die Bobas Manöver des frechen Patrons weithin bekannt unmöglich gegeben hat. Wir warnen eindringlich vor dem Gauner. ungludlide R Nürnberger Ausstellung. Eine neue ie fabigen pceißermäßigung für die Besucher der Nürnberger Ausubertaufen 匠 * Frankfurt, 11. Sept. Unangenehmer Regen. Vergangene Nacht um 12 Uhr löften sich in der Vilbelerstraße an dem Hause Nr. 25 die einige Zentner schweren Tragsteine der vorspring nden Brandmauer ab und stürzten unter lautem Getöse aufs Trottoir, als gerade ein Trupp Herren die Stelle passiert hatte. Das nachkommende Gemäuer verschüttete Trottoir und Fahrstraße. Wäre der Busammenbruch zehn Sekunden früher erfolgt, so hätte es einige Opfer gegeben. * Passagierdam di Termin an berechtigen alle bei einer bayerischen mit 8 Kindern, die ihn, Papa" nannten, in eine Wirtschaft, den Edreden be bolle Transport The Unterfudung De" unter Dam burdgebrannt nb taufte fie u Stdampfer, regel ommen i ma stellung ist mit dem 1. Sept. in Kraft getreten. Von ( dh. Bayerisch- rechtsrheinischen) Staatse senbahnstation nach mbe rg gelösten einfachen Fahrkarten- ohne Rücksicht auf dem Tag, an dem sie entnommen worden sind зца g zur freien Rückfahrt innerhalb 10 Tage, wenn sie in delt Ausstellung abgestempelt werden. Für außerbayerishe her der beyerischen Landesausstellung empfi hlt es sich bclper, ein Retourbillet nur bis zur ersten bayerischen Station zu nehmen und dort einen einfachen Fahrschein zu lösen. * Frankfurt a. M.( Heu und Strohmarkt.) Heu 3,00-3,20, Stroh 2,60-2,90. Alles per Zentner. Mainz, 11. Sept. Einen alten Witz der„ Fliegend Blätter" segte ein Bedpreller in die Tat um. Ec fam ließ sich und die Kinder aufs befte bewirten und drückte sich dann unter Hinterlassung der 3- shuld und der Kiaber. Als diese der Wirt natürlich fragt, wo ihr" Papa" geblieben sei, mußte er erfahren, daß die Kinder den Menschen gar nicht fannten. Er hatte sie von der Straße mitgenommen und ihnen versprochen, wenn sie schön zu ihm Papa sagten, befämen sie zu essen und trinken, was sie wollten. Bom Wirt bekamen sie noch eine Tracht Prügel dazu. * Darmstadt 10. September. Der Totschlag an einem Soldaten, der bereits gemeldet wurde, hat sich nach genaueren Ermittelungen wie folgt abge= spielt: 3wei Soldaten des 168 Inf. Reg., das in der Umgegend von Malchen in Quartier lag, der Reservist Müller aus Hähnlein und der Reservist Haus aus NiederIngelheim, besuchten mit einem in Eberstadt dienenden Mädchen Namens Müz die Seeheimer Nachkirchweihe. Es wurde viel getrunken und getanzt; schlieklich gingen die beiden Soldaten nach Malchen in eine Wirtschaft. Dort gerieten fie wegen des Mädchens in Streit, das sich auch daran beteiligte und dem Müller ein Glas Bier ins Gesicht schüttete. Dann ging Haus in Begleitung des Mädchens nach Eberstadt. Müller folate dem Paare und geriet bald wieder mit dem Haus in Tätlichkeiten. Im Verlauf der Rauferei zog dann Müller sein Seitengewehr und stach den Haus nieder. Er war sofort tot. Ob Müller in Noiw hr gehandelt hat, ist noch nicht festgestellt. Eine Kommission des Kriegsgerichts weilte heute am Tatort. * Worms, 11. September. Die neue Anleihe von 1700 000 Mt., deren Aufnahme von den Stadtverordneten beschlossen worden ist, wird von der Bürgermeisterei ausgeschrieben. Die Anleihe wird zur B. streitung der Kosten für den Bau der elektrischen Straßenbahn, für den Grunderwerbefonds, für Erweiterung der Gas-, Bosser- und Elektrizitätswerke und des flädtischen Hafens, für den Bau von Schulhäusern usw. verwendet. Freiherr Heyl zu Herrnsheim dementiert in der„ Worms. 3ta." die in der Freis. Stg." gebrachte Meldung, er habe sich an einem antisemitischen Blatte in Marburg beteiligt. E erklärt diese Nachricht für eine ,, willkürlich erfundene Unwahrheit." Aus dem Gerichtsfaal. Straftammer. Wegen Gießen, 11. September. Das Schöffengericht Bad Nauheim hatte den Weißbindermeister Johannes Klinterfuß dorten wegen Sachbeschädigung zu 20 Mt. Geldstrafe verurteilt, weil er an einem vor seiner neuerbauten Billa stehenden Ulmenbaume mehrere Aeste entfernen ließ. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde die Strafe auf 50 Mt. erhöht. Beleidigung und Widerstandes wurde der Kellner Waheim Funk aus Mainz zu einer Zusagstrafe von 3 Monaten Buchthaus verurteilt. Er hatte gelegentlich einer Straf fammerverhandlung den Staatsanwalt beschimpft und den ihn sess Inden Beamten durch Treten, Kraßen und Beißen Widerstand geleistet. Dem Beleidigten wurde die Publikationsbefugnis zugesprochen. Der Fabritarbeiter Friedrich Schul von Romrod wurde durch oas Aisfelder Schöffengericht wegen Beleidigung und Bedrohung zu 7 Monaten Gefängnis und wegen Ruhestörung zu 6 Wochen Haft verurteilt. Er hatte nicht bloß seine Frau und Schwiegermutter, sondern auch mehrere Frauen der Nachbarschaft mit dem Messer be= droht. Er ist wegen Gewalttätigkeiten vielfach vorbestraft, weshalb die von ihm engelegte Berufung verworfen wurde. - - Der Ziegler Karl Michel von Dillenburg hat den Koffer eines Arbeitsgenossen aufgebrochen und daraus einen Ring entwendet. Einem anderen stahl er aus einer im nämlichen Zimmer befindlichen Hose ein Portemonna e mit 4,50 Mt. Inhalt, das er mit seinem Kollegen August Göbel berjubelte. M. erhielt wegen Diebstahls 5 Monate und 2 Wochen Gefängnis bet zweiwöchiger Unrechnung der Untersuchungshaft, während G. wegen Beihü fe in eine durch die erlittene Untersuchungshaft as verbüßt zu erachtende Gefängnisstrafe von 2 Wochen verurteilt wurde. Auf Privatlage des Bürgermeisters Knof zu Büdingen wuive das Gemeinderatsmitglied Wahlm Dotter dorten von dem Schöffengerichte zu 20 Mt. Geldstrafe verurteilt, weil er dem Bürgermeister den Vorwurf g macht hat, er habe ein Gemeinderatsmitglied davon abgegaiten, den Raufalt be= züglich des Bauplatzes des zu erbauenden Schulhauses zu unterschreiben. Jafolge Berufung des Angeklagten erfolgte Freisprechung, da es ihm an einer beleidigenden Absicht gefehlt bat. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 13. S.ptember. Butweise heiter, trock: n, Temperatur wenig verändert. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 1 Schweizer, 6 landw. Arbeiter, Ziegearter, 3 Schlosser, 1 Schmied, 1 Spengler( auswärts), 1 Maschinenwärter, 1 Lactere, 3 Schreiner, 3 Waschund Puzfrauen, 1 jüngerer Glaser, 1 Maler( auswärts), 1 Anstreicher, 1 Installateur, Erdarbeiter, 1 Küchenmädchen, 5 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 1 Kutscher, 1 Hausbursche, 1 Haushälterin. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Schmied gegen Vergütung, 1 Spengler, 1 Elektromonteur, 2 Schreiner, 1 Bäcker. 1 Es suchen Arbeit: 1 Maschinist oder Heizer, 2 Kutscher, 1 Flickerin, bursche, 1 Haushälterin, 1 Büglerin, 1 Näherin, 2 Kaufmann, 1 Auslaufer, 1 Lagerarbeiter, 1 FahrPacker, 1 Kassier oder Bureaudiener, 1 Bureaugehilfe. Verantwortlich für die Politik und den Inseratente Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Dr. Rays Nervol beruhigt die Nerven, lindert die Schmerzen und schafft natürlichen Schlaf. Es enthält: Kalifornischen Haferextrakt 50, Fenchel 20, Anis 20, Pomeranzen 20, Baldrianertraft 20, Glyzer n 30, Zucker 30, Bromkalium, Bromnatrium, Bromammonium je 10. Erhältlich in Apotheken. Den Hauptgewinn erzielen Sie, wenn Sie fortan Ihren Bedarf Auf Kredit oder gegen Bar bei der Firma J. Jttmann decken, denn Sie finden dort, neben grösster Auswahl, billigste Preise und koulanteste Bedienung Möbel, Betten, Polsterwaren eigener Fabrikation, Herren-, Damen- u. Kinder- Garderobe Manufaktur-, Mode- und Weisswaren, Wäsche, Sportwagen sowie G. F. F. Donnerstag, d. 13. Sept. abends 82 Uhr: Uebung Die Kameraden werden ersucht, zu dieſer llebung vollzählig zu er scheinen. Mitteilungen betreffs der Schlußübung. Das Kommando. 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