Nr. 213 Baltion u.Hauptegbebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 862. Dienstag, pen 11. September 1906 Gießener 15. Jahrgang @ Geatibellagen: Oberhoffische Famiflexzeitung:( p und bie Gießener Setfenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen fort mit der Schwarzfeberei! Während seines Aufenthalts in Schlesien hat Kaiser Bilhelm, der ein tiefes geschichtliches Gefühl besitzt und den Eindrücken geschichtlicher Erinnerungen den auf den Augenblic passenden, packenden Ausdruck zu geben weiß, sich mit bräftigen Worten gegen die Schwarzseher" gewendet. In der Tat ist kein Boden so sehr wie der schlesische bazu geeignet, die Schwarzseherei als bedenklich und unberechtigt, ls unpreußisch und undeutsch erkennen zu lassen. Auf Schlesischem Boden hat König Friedrich der Große aus allen Nöten und Gefahren den Ausweg gefunden, von Schlesiens Hauptstadt ist der Aufruf ,, An mein Volk" ausgegangen, der bas zertrümmerte Vaterland zur alten Größe zurückführte und die Befreiung Deutschlands vom harten Fremdenjoch einleitete. Die Gegenden, die solchen Aufschwung aus scheinbar hoffnungsloser Zerschmetterung gesehen haben, müssen den mit geschichtlichem Empfinden Begabten mit der Ueberzeugung erfüllen, daß unserem Vaterland und Volt Schwarzseherei so wenig ansteht wie Mangel an Mut. Damit ist nicht gesagt und wollte der Kaiser nicht sagen, daß wir die Pflicht hätten, alles gut und schön zu finden und an dem, was ist, keinen Tadel zu sehen. Damit ist nicht gesagt und wollte der Kaiser nicht sagen, daß wir uns überheblich brüsten, für in jedem Betracht ausgezeichnet halten sollten. Wer das meint, der kennt den Kaiser nicht, der selbst scharfen kritischen Blick besitzt und von ihm auf den verschiedensten Gebieten Gebrauch gemacht hat. Wäre der Kaiser ein Feind ber Kritik, er hätte nicht so viele Reformen in der Schule, im Heerwesen, in der Marine, in der Verwaltung, in allen 8weigen des staatlichen Lebens eingeführt, wie er zu unserer Freude und zum Wohl des Landes getan hat. Die Kritik ist die Mutter allen Fortschritts, sie ist ein Segen. Freilich nur die Kritit, die bessern will, nicht die Kritik, beren Absicht oder Ziel die Entmutigung ist. - Man hat oft davon gesprochen, daß der Reichsgedanke rückläufig sei, daß mehr und mehr eine Art Reichsverdrossentheit sich bemerkbar mache. In gewissen Kreisen ist das noch Schlimmer geworden. Es wurde förmlich Mode, von DeutschLands diplomatischen Niederlagen selbst da zu reden, wo Deutschlands Diplomatie Erfolge errungen hatte, die darum - micht weniger groß waren, weil sie nicht lärmend waren. Wurde von leitender Stelle ein ernstes Wort gesprochen sofort hieß es: Deutschland sei völlig isoliert, von allen Freunden und Bundesgenossen verlassen. Wurde eine freundschaft: liche Kundgebung verlautbart sofort wurde mit boshafter Schmähung versichert, Deutschland laufe den anderen Staaten mach, bewerbe fich vergeblich um der Nachbarn Gunst und wberstände seine Vereinsamung nicht einmal mit Würde zu tragen. Nahm Deutschland in einer in rn tionalen Frage nicht das Wort sofort hieß es, daß Deutscy.und sich darein gefunden habe, eine quantité négligeable zu sein, auf die niemand Rücksicht zu nehmen brauche. Erhob Deutschland bei solchem Anlaß seine Stimme sofort war das Urteil be= reit, daß Deutschland sich überall vordränge und sich um Dinge fümmere, die es nichts angehen. Und an alle diese Aeußerungen einer Afterfritik knüpften sich Bemerkungen, die sämtlich darauf hinausliefen, daß Deutschland sich zum Marasmus entwidele, daß seine Kräfte sich auflösen, daß es feine Hoffnung begen dürfe, den ringsum lauernden, und den geeigneten Zeitpunkt hohnvoll abwartenden Feinden zu widerstehen. Gegen diese Afterkritik, die nicht bessern, sondern den Mut lähmen will, hat Kaiser Wilhelm sich gewendet, und er hat damit dem deutschen Volke aus dem Herzen gesprochen. Daß es Mängel und Fehler bei uns gibt, wird niemand leugnen. Wir wollen nicht einmal sagen, daß es bei uns weniger Mängel und Fehler gibt als anderwärts auch. Doch zum Verzagen, zum entfräftenden Pessimismus, zu mutmor: bender Schwarzjeherei haben wir darum noch lange feiren Anlaß. Wer an Schwarzfeherei leidet, dessen Auge ist trübe, dem erscheint die Welt nicht, wie sie ist, sondern als ein Ab: bild des eigenen franken Gemütes. Diese Kranken aber, die aus der Verdüsterung ihrer Seele heraus urteilen, sollen ihre Seufzer nicht vor die Oeffentlichkeit bringen, sollen wenigstens nicht behaupten, daß sie der Ausdruck der allgemeinen Stimmung seien. Fort mit der Schwarzseherei! Das ist die Parole, die der Kaiser ausgegeben hat. Dieser Parole wollen wir folgen, und die Schwarzseher selbst werden gesunden und es uns nachtun. Die Schlacht von Siedlce. Die Revolution ist wieder an mehreren Stellen des russischen Reiches zu blutigen Kämpfen erwacht. Wie zu erwarten war, hat die Veröffentlichung der neuen drakonischen Kriegsgesetze den Haß gegen die Behörden von neuem ent= facht und das Volf zu erbittertem Widerstand gereizt. In Polen ist es zu einem furchtbaren Blutbad gekommen, im Kaukasus wütet der Nationalitätenkampf und in den Ostseeprovinzen herrscht die Bombe. Der Bürgerkrieg ist ausgebrochen. In Siedlce begannen bereits Ende der vorigen Woche Kämpfe zwischen Revolutionären und militärischen Schutzwachen. Die Straßenfämpfe dauerten Sonntag und Wiontag fort und wurden von beiden Seiten mit Erbitterung geführt. Militär beschoß die Häuser zuerst mit Gewehren, dann fuhr Artillerie auf und unter den Kanonenkugeln stürzten Gebäude zusammen und andere gerieten in Brand. Eine entsegliche Schlächterei begann, bei der schließlich das Militär siegreich blieb. Nach den bisherigen Nachrichten sind 100 Personen getötet und 200 verwundet, etwa 1000 verhaftet. In Wirflichkeit dürften die Zahlen weit höher sein, denn die Stadt ist wie ausgestorben. Militär ist von auswärts eingetroffen und hat die Stadt abgesperrt. Niemand wird in den Ort gelassen, der Schauplatz wüster Plünderungen und wahrscheinlich auch eines Pogroms ist. Gewalttat über Gewalttat. Aus den andern Teil n des Reiches tommen die Nachrichten über revolutionäre Gewalttaten in erschreckender Menge ein. In Riga wurden durch eine Bombe drei Schuhleute ermordet, in Warschau ein Polizeibeamter erschossen, auf dem Boden der Hauptsynagoge in Kertsch durch Explosion einer Bombe eine Person getötet, eine andere verwundet. Jm Kaukasus herrscht völliger Kriegszustand. Armenier aus dem Distrikt Zangezur zerstörten die Residenz der einflußreichen Häuptlinge Sultanoff. Diese führten aus Persien 2000 Mann herbei und überfielen das Armenierdorf Udchanis, wurden aber zurückgeschlagen. Leider scheint die Regierung die Lage noch immer nicht zu beherrschen. Was soll nun werden? Die öffentliche Meinung ist der reaktionären wie auch der revolutionären Exzesse überdrüssig. Sie verlangt nun endlich nach Ruhe, und viele Bauern wünschen jetzt in Frieden ihre Aecker zu bebauen, die sie während der Panik unter den Gutsbesitzern zu einem Spottpreise von diesen erworben haben. Zur Herbeiführung der Ordnung und Ruhe tut aber die Regierung nichts, als daß sie neue Versuche zu einer unzulänglichen Agrarreform unternimmt. Es steht die Veröffentlichung einer durch den Kaiser bestätigten Verfügung bevor, welche anordnet, daß die Kronländereien, sofern sie nicht eine spezielle Bestimmung haben, nach Ablauf der Bachtverträge und der Wald, der ohne Nachteil für die örtliche Bevölkerung und für die Forstwirtschaft enteignet werden kann, an landbedürftige Bauern zu verkaufen sind. Der Verkauf hat zu Preisen zu erfolgen, die durch die Kapitalisierung der Durchschnittseinnahmen bestimmt werden. Für die Zahlungstermine und raten werden die für die Bauernbank giltigen Regeln gelten. Die Festsetzung des Verkaufspreises und die Bestimmung etwaiger Vergünstigungen wird den Kommisionen für Landorganisation übertragen werden. Die auf ein ge= kauftes Land übersiedelnden Bauern können für die erste Einrichtung Darlehen und aus den Kronforsten unentgeltliches Baumaterial erhalten. Die Erwerbung der erwähnten Kronländereien wird auch Personen anderer Stände gestattet werden, die in ihrer Lebensweise sich von den Bauern nicht unterscheiden; die Kaufverträge sind steuerfrei. Unter anderm hat sich auch Graf Stroganom bereit erklärt, sein in vier Kreisen belegenes Gut Jljinskoje, das über eine Million Desjätinen umfaßt, an die staatliche Bauernbank zu verkaufen, falls die Regierung die Veräußerung dieses Majorats gestattet. Aber das alles sind nur Tropfen und man wird abwarten müssen, ob Fürst Trubezkon und der Oberst Lermontow, die angeblich Trepom ganz verdrängt haben und am Zarenhofe die entscheidende Rolle spielen sollen, Maßregeln finden werden, um das Land endlich zu beruhigen. Ferner liegen noch folgende Meldungen vor: Petersburg, 10. September. Amtlich wird zugestanden, daß das Defizit des laufenden Jahres fast 200 Wiltonen Rubel erreicht. Petersburg, 10. September. Die hiesigen Behörden find in großer Verlegenheit, weil sich kein Henker findet, der die Hinrichtung der Mörderin des Generals Minr übernehmen will. Die zum Tode Verurteilte soll nun erschossen werden. Das Todesurteil soll heute nacht vollzogen werden. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Ueber Antwerpen kommen Nachrichten von einem deutsch- französischen Grenzzwischenfall am Kongo. Infolge des Aufstandes eines Häuptlings namens Golbini sollen Unruhen ausgebrochen sein, welche die deutschen Streitkräfte nicht unterdrücken konnten. Französische Agenten der Ngofo- Sangha und Leute der Kamerun- Gesellschaft hätten an der Grenze aufeinander geschossen. Die deutsche Grenzvermessungs- Kommission und der französische Hauptmann Cottes seien an Ort und Stelle angelangt, um den Streit in Ordnung zu bringen. Soweit die Darstellung, die vorläufig noch nicht auf ibre Wahrheit nachgeprüft werden kann, da die amtliche Bestätigung fehlt. * Der neue Kolonialdirektor, Exzellenz Dernburg, bat einen bis zur zweiten Hälfte des Oktober berechneten Urlaub angetreten, den er zunächst in Montreux verbringen wird. Vorher machte Erbprinz zu Hohenlohe, der sich gleichzeitig in der Kolonialabteilung verabschiedete, ihn mit den Beamten dieser Abteilung befannt. * Der Abgeordnete Erzberger hat mit nenen Enthüllungen in der Kolonialaffäre gedroht. Er äußerte in einer VerSammlung in Kattowiz, er befize noch viel Material und hebe seinen stärksten Trumpf bis zuletzt auf. Es scheint allerdings, als ob die Skandale ihr Ende noch nicht erreicht haben. * Wie unserer Berliner CB- Mitarbeiter an unterrichteter Stelle erfährt, soll der Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen der Türkei und Bulgarien unmittelbar bevorstehen. Bei beiden Mächten sind die Heeresverwaltungen in fieberhafter Tätigkeit. Die Hoffnungen auf Erhaltung des Friedens sind ungemein gesunken. * In Kiel wurde der 28. deutsche Juristentag unter großer Beteiligung durch den Geheimen Justizrat Professor Enneccerus- Marburg eröffnet. Ober- Reichsanwalt Dr. Olshausen- Leipzig wurde zum Vorsitzenden gewählt. Auf seinen Vorschlag wurden Telegramme an Kaiser Wilhelm und den Kaiser von Desterreich und an das Großherzogspaar gesandt.. Der Vorsitzende teilte mit, daß zwei Juristen aus Japan ge beten haben, an den Verhandlungen teilnehmen zu dürfen. Nach Schluß der Vollversammlung begannen die Sizungen der Abteilungen. * Der Vertretertag des Reichsverbandes der national. liberalen Jugendvercine in Hannover faßte eine Resolution, worin grundsäßlich die Einführung des Reichstagswahlrechtes in den Einzelstaaten gefordert wird. In der Diskussion wurde eine ziemlich scharfe Kritik an der nationalliberalen Reichstagsfraktion geübt, die fast einem Mißtrauensvotum gleichfam. Die Verhandlungen schlossen mit der Aufforderung des Vorfizenden, unentwegt für die Durchführung der bisherigen Grundsäge einzutreten. * Die Auslegung des neuen telegraphischen Kabels zwischen Norwegen und Deutschland wurde in der Nacht zwischen dem 8. und 9. September beendet. Das erste Telegramm wurde auf dem Kabel am 9. September be fördert und war ein Telegramm des Königs Haaton an den Deutschen Kaiser. Der König sandte dem Kaiser seine Grüße und sprach die besten Wünsche für die neue Verbindung aus. * Der berüchtigte frühere Polizeikommissar Stephany aus Straßburg will eine zweite Broschüre über die Verwaltung des Reichslandes herausgeben, die demnächst in Nancy in deutscher und französischer Sprache erscheinen soll. Stephany behauptet, in Paris eine gute Stellung gefunden zu haben und sich jetzt noch eingehender als früher mit den politischen Verhältnissen Elsaß- Lothringens beschäftigen zu wollen. Die neue Broschüre soll die geheime Polizei des Landes be= handeln. * In Rom nimmt man bestimmt an, daß der Papst demnächst zwei deutsche Kardinäle ernennen wird. Der Erzbischof von München soll zunächst in Aussicht für die Standeserhöhung genommen sein. * In Berlin ist der V. internationale Kongreß für Verficherungs- Wissenschaft zusammengetreten. In einer Zeit, wo fast jedermann wenigstens einmal versichert ist, fann es nicht überraschen, daß außer zahlreichen Teilnehmern aus dem Inund Auslande auch die Behörden und am Versicherungswesen interessierten Reichsämter vertreten sind. Zum Vorigenden murde Direktor Hahn- Magdeburg, zum Schriftführer der anläßlich des Kongresses zum Brofessor ernannte Dr. Manes gewählt. In Vertretung des Ehrenpräsidenten Staatssekretäre Dr. Graf v. Posadowsky begrüßte Unterstaatssekretär Wermuth die Kongreßteilnehmer. Aus seinen Worten ging hervor, da die Vorarbeiten der gesetzlichen Regelung des Versicherungs: vertragsrechts ihrem Abschluß nahe sind. Die Stadt Berlin bereitet den Kongreßteilnehmern einen Empfang im Rathaus, die Königliche Oper gibt eine Festvorstellung. Afrika. ** Die Wirren in Marokko halten an. Auf Befehl Raisulis hat eine Schar Bewaffneter einen Garten bei der Stadt Tanger, der einem Europäer gehört, vernichtet und verbrannt und ferner zwei fast fertig gebaute Häuser desselben Europäers zerstört. Kaid Anfloos hat Besitz von der ganzen Stadt Mogador ergriffen. Die Regierung des Sultans fonnte bisher feine ernsthaften Schritte gegen die Empörer unternehmen. Alien. ** Beunruhigende Nachrichten über Borer- Ausschreitungen kommen aus der chinesischen Provinz Schansi. Eine starte Borerbande hat die Ortschaft Tsoyunhfien überfallen. Die Missionare und die christlichen Eingeborenen flohen in das Amtsgebäude. Die Borer rissen die Herrschaft über die Stadt an sich. Ein deutscher Leutnant, der die Gegend bereist, traf zufällig in der Stadt ein und sammelte eine kleine Zahl chinesischer Soldaten um sich, mit denen er die Borer überwältigte. Der Anführer der Borer und elf Mitglieder der Bande fielen. 42 wurden gefangen genommen, der Rest zersprengt. Hof und Gefellschaft. Am 16. Oftober wird der Kaiser an der Enthüllungsfeier des Kaiser Wilhelm- Denkmals in Bonn trilEbenso wird der deutsche Kronprinz und Prinz nehmen. Π Beamte Defeb Kriminalbeamten Bugange au ber Tatbestand auf. diefe Bahn gedrängt worden war und dann aus nahm den Familie, welcher zuerst aus Mangel der Beförderung auf Soltmann, ein noch junger Mann aus guter, aber verarmter und Bähigkeit in Verbrecherfreifen sehr gefürchtete Assessor letteren befand fich auch der wegen seiner großen Schlauheit Gaffe, und ein Polizeifommiffar mit einem rleinen Stab von fofort ble belberfeitigen innerfter Unter ben Beamten Hauses. doch noch zu erkennen, fie mündeten an einer Seitentür des hindurch gegangen worden war, waren die verfolgten Spuren chisten Matthies gilt." Trotzdem schon mehrfach heute hier murmelte er, jenen nachblickend, wenn das nicht dem Anars mit sehr verðußter Miene, öffnete. Soute mich wundern, Diese Tür war nicht verschlossen und unbewacht. Die Beschreibung wurde gegeben. Der Perfon ist auf ben Kopf. Nein," sagte er fest, eine fausherr fehittelte ,, Auch nicht unter Ihrem Hauspersonal?" fragte Soltmeinem Feste nicht gewesen." mann. bei Ich kenne jeden einzelnen desselben und festlichen Gelegenheiten feiner neuеn Habe ,, Nein. Diener genug, um Dem Grenabler unbaptiste Caraffon l ging Slefes ig übrigens auch hi und Toben durch Bor fich selbst hätte er es schon verantwortet. doch auch Soldaten geben, die den Rilden decken; er hatte Herzensangst vor dem Stapita gegönnt, aber bie Angit, be winkenden Chauffeegrabenie Bern bütte er uhen Es mußte Eitel Friedrich anwesend sein. Der Kaiser nimmt an er Enthüllungsfeierlichkeit in einem Pavillon teil, der vor den Tribünen auf der Südseite des Denkmalsplayes für ihn errichtet wird. Auf der Nordseite vor den Tribünen findet ein Sängerchor Aufstellung, der aus sämtlichen Bonner Gesangvereinen gebildet wird. Außer dem allgemeinen studentischen Kommers, dem der Kaiser persönlich präsidieren wird, ist noch eine besondere Veranstaltung in Gegenwart der Fürstlichkeiten für die Sänger und die sonst an der Feier beteiligten Bürger in der Stadthalle in Aussicht genommen. Da Kaiser Franz Josef von Desterreic an einer leichten Erkältung leidet, hat er die Teilnahme an ben dalmatinischen Seemanövern absagen lassen. Von einigen Seiten wird behauptet, der Kaiser habe sich durch die jüngsten Unruhen in Fiume zur Aufgabe der Reise veranlaßt gesehen ** Kaifermanöver 1906. ( Sonderbericht unseres militärischen Mitarbeiters.) Liegnitz, 10. September. Die Stadt der Königsgrenadiere! Wenn es möglich ist, wird hier in Liegnig eine noch größere Begeisterung wie in Breslau den aus dem Manövergelände eintreffenden Kaiser begrüßen und die Stadt hat dazu reichsten Festschmuck angelegt. Durften die Truppen vor dem Beginn des Kriegs im Frieden" am Sonntag rasten, der Kaiser gönnte sich keine Ruh. Nach einem feierlichen Gottesdienst auf dem Palaisplage in Breslau, nahm der Kaiser teil an der Einweihung des von der Armee gewidmeten Denkmals für den General b. Clausewitz, um nach einem Besuch beim König von Sachsen in Sibyllenort noch Zeit zur Besichtigung der Universitätsaula und des erneuerten Musikfaals zu finden. Nach den Aufgaben des Friedens und der Ehrung des toten Feldherrn die Sorge für die Zukunft: das Manöver! - Kriegsmäßigkeit bandstag aufs neue eine Resolution, in der die gegen die Feuerbestattung gerichteten Bedenken zurückgewiesen werden. Außerdem wurde die Stellung der Kirche zur Feuerbestattung erörtert. Der nächste Verbandstag soll in Hagen oder Bremen stattfinden. wird den Bewegungen der Truppen und dem ganzen Manöver ihren Charakter verleihen. Alle Neuerungen deuten das an. Man hat schon die Paraden des III. und V. Armeeforps ausfallen lassen, um die Truppen nicht in ihren ausholenden Bewegungen zu beschränken und das VI. Armeekorps war zur Parade im Feldanzuge erschienen und auch in Zukunft wird also bei Manöverparaden stets nur der Feldanzug getragen werden zur Erhöhung der Kriegsmäßigkeit. Als weitere friegsmäßige Neuerung ist das Signalballonzeichen Ruf für Gehilfen der Manöverleitung" eingeführt worden. Früher gab es nur das Signal: Das Ganze Halt!, worauf eine Pause in der Gefechtshandlung eintrat, die durch das neue Signal erspart wird. Das Signal: das Ganze halt! soll nur noch gegeben werden, wenn das Gefecht etwa die Truppen so durcheinander gebracht hat, daß ein Entwirren nur auf dem Wege einer Gesamtunterbrechung möglich ist. Auch bezüglich des Manöverschlusses ist angeordnet worden, daß dieser nicht durch einen träftigen Schnitt durch die Gefechtshandlung herbeigeführt werden, sondern ganz dem Ermessen der Führung anheimgegeben werden soll, also gewissermaßen im natürlichen Auslauf. Hierdurch ist die Freiheit der Entschließung in vollstem Maße gewahrt. Um den Abtransport der Truppen zu regeln, ist für jede Truppe Station und Abfahrts= zeit festgesetzt, aber nicht der Abfahrtstag. Beim VI. Korps hat man zum ersten Mal einen Versuch gemacht, triegsstarke Bataillone mit 800 Mann ins Manöver zu führen. Man will durch die kriegsmäßige Stärke die größeren Schwierig keiten in der Führung, Verpflegung usw. erfenn lassen. Um selbst die Freiheit der Entschließung der Führung zu wahren, hat sich der Kaiser in Liegnitz, also getrennt von seinen in Breslau einquartiert bleibenden Gästen, unterbringen lassen und wird gelegentlich mit biwafieren. Nächtliche Unternehmungen † Bom Blitz erschlagen. Während der Nacht wurde auf dem Gute Kirschdorf bei Jarotschin der Gutsstellmacher mit seinem erwachsenen Sohne von einem heftigen Gewitter übercascht und vom Blizz erschlagen. † Die Räuber von Altona. In den Bahrenfelder Tannen nahe bei Altona fand die Polizei eine Räuberhöhle und nahm dort fünf verdächtige Individuen fest, darunter einen Bantbuchhalter, der in Christiania einen Bankdiebstahl ausgeführt hat und nach Unterschlagung von 50 000 Mart flüchtig ge= worden war. In seinem Besiz befanden sich noch mehrere Schecks über beträchtliche Summen. + Eine Engros- Mörderin. Die Affäre der Chaussee wärtersfrau Feige aus Grunau, die unter dem Verdacht des Giftmordes verhaftet worden ist, zieht immer weitere Kreise. Bisher find vier Leichen von Personen, die mit der Feige befreundet oder verwandt waren, gerichtlich erhumiert worden; in allen ist Arsenik festgestellt worden. Frau Feige wird beschuldigt, vermögende Leute an sich gelockt, sie längere Zeit verpflegt und dann bestimmt zu haben, ihrer beim Ableben zu gedenken; hatten die Pfleglinge" in diesem Sinne ein Testament aufgefeßt, so starben sie bald darauf. Die Angeschuldigte leugnet entschieden, die betreffenden Personen durch Gift aus der Welt geschafft zu haben. find deshalb bei der völligen rücksichtsfreien Entschließung unter Umständen zu gewärtigen. Der Kaiser wird vermutlich nicht selbst die Führung einer Partei übernehmen, sondern Oberschiedsrichter bleiben. Tritt er aber dennoch als Führer auf, so übernimmt das Oberschiedsrichteramt Generalfeldmarschall Graf Häfeler. Die Kriegslage. Das V. und III. Armeekorps bildet die blaue, das VI. Armeekorps die rote Partei. Beide Parteien sind nur als Teile einer Armee gedacht. Die rote Armee ist aus Oberschlesier auf dem rechten Oderufer im Vormarsch gegen eine b! cue, die in Linie Glogau- Schrimm versammelt wird. Auch in der Lausitz werden blaue Truppen zusammengezogen. Die † Unfall im Manöver. Bei den Manövern des 16. Armeeforps explodierte im Mezer Gelände in der Proze eines Ge= schützes vom Feldartillerie- Regiment Nr. 33 eine Manöverfartusche. Mehrere Artilleristen und Pferde sind verletzt, darunter ein Mann schwer. † Unwetter in Spanien. Ueber die spanische Provinz Galicien ist ein furchtbarer Cyklon niedergegangen. Besonders die Stadt Ferrol hat schwer gelitten. Das Arsenal und ein Teil der Stadt wurden zerstört. Mehrere Schiffe, welche auf der Reede lagen, sind gesunken, andere, auf hoher See, erlitten Beschädigungen. Der Materialschaden ist be= deutend. Ohne † Ueberfall auf eine Prozession. In Valenciennes fam es zwischen den Teilnehmern an einer Marienprozession und Sozialisten, welche diese vom Präfekten verbotene Prozession berhindern wollten, zu einer argen Rauferei, bei der ein Priester und mehrere an ere Personen erheblich verlegt wurden. Die blaue Hauptarmee befindet sich in der Versammlung In Linie Glogau- Schrimm, also rechts der Oder. Laufizer Truppen sind das III. und V. Armeekorps mit Kavalleriedivision A und stehen jedenfalls links der Oder. Ihre Vereinigung mit der gchen Glogau- Schrimm befindlichen Hauptarmee macht einen Ufermechsei( vom linken zum rechten) über die Oder notwendig. beshalb von der vorläufig noch geheim zu haltenden besonderen Kriegslage etwas zu verraten, zeigt eine einfache Beurteilung der Lage, daß das VI. Armeekorps und die Kavallerie- Division B mit dem V. und III. Armeekorps und der Kavallerie- Division A um die Oderübergänge zwischen Glogau und Breslau kämpfen werden. Der Kriegszustand begann für Rot und Blau heute früh 4 Uhr. Kaum graute der Tag, als es in allen Lagern lebendig wurde, um leinen Augenblick zu verlieren. Südlich von Steinau wird es lebendig und den aufklärenden Reiterpatrouillen folgen auf allen Wegen die Bataillone des Fußvolks Postel, Hauptmann a. D. † Tobende Elemente. Die fünf Kilometer ausgedehnte Ortschaft Kwarel im Kaukasus ist durch Schlamm, Sand und Steine, die von den Bergen herabkamen, fast ganz zerstört worden. Unter dem Schlamm sind bisher 55 Leichen hervor= gezogen worden; man nimmt an, daß außerdem 200 Personen umgekommen sind. Auch viel Vieh ist zu Grunde gegangen und viel Getreide sowie die in diesem Jahre eine besonders reiche Ernte versprechenden Weingärten sind vernichtet. Bunte Tages- Chronik. Aachen, 10. September. Der aus der Fürsorgeerziehung in Steinfeld entwichene 19 jährige Schillings ermordete in der verflossenen Nacht den Schuhmann Jungnickei, der den Auftrag hatte, ihn zu verhaften, durch einen Revolverschuß ins Herz. Der Mörder wurde nach der Tat verhaftet. Bielwiese, 10. September. Es ist heute noch nicht zu einem Gefecht der gegeneinander operierenden Truppen ge: kommen, doch traten die Vorposten in Fühlung. Die Kavalleriepatrouillen plänkelten unerheblich und beschäftigten sich mit dem Aufklärungsdienst. Der Kaiser sah den Uebungen von dem sog.„ kleinen Berge" zu. In seiner Um gebung befanden sich der König von Sachsen und die Erb: prinzessin von Meiningen. Nach Beendigung der Manöver wird der Kaiser den Fürsten zu Solms- Baruth in Klitschdor besuchen und drei Tage der Jagd obliegen. Nab und fern. Ostend, 10. September. Hier erschoß der Wirt Jefler, der an unheilbarem Mundkrebs litt, seine Frau und dann sich selbst. " Vermischtes. = Das Erbe des Landstreichers. Zu dem Inhaber eines Konfektionsgeschäftes in Kamburg a. d. Saale kam eines Tages ein Bruder Straubinger", dessen Haupt ein gar schäbige Filz bedeckte. Der Kaufmann schenkte dem Handwerksburschet einen neuen Hut, und alljährlich fand sich der also Beschenkt bei dem gütigen Spender ein. Auf einmal blieb er aus und fast ein Jahr verging, ohne daß er sich sehen ließ. End lich gegen den Herbst hin, kam ein anderer Türklinkenpuger und stellte sich dem Geschäftsinhaber als Freund des Hut abnehmers und zugleich als dessen Universalerbe vor. Tie unten an der Donau hatte er seinem Straßengenossen die Augen zugedrückt. Geld und Geldeswert hatte er richt z vererben gehabt, nichts als das Anrecht, alljährlich oben in schönen Thüringen, am Kamburger Amtsplatz einen Strohhut zu erhalten. Dies mit dem Namen des Spenders vermachte er dem Genossen. Eberstadt, 10. September. Aus Eifersucht erstach der Reservist Müller vom Infanterieregiment 168 feinen Kameraden Haus aus Darmstadt mit seinem Seitengewehr. Namur, 10. September. Bei Einfahrt in den Bahnhof übersah der Führer des von Antwerpen kommenden Güterzugs das Haltesignal und fuhr mit voller Gewalt auf einen andern Güterzug auf. Ein Bremser und ein Heizer wurden getötet. † Der Verband deutscher Feuerbestattungsvereine hielt in Kiel feinen 12. Verbandstag ab. Dr. Leonhardt- skiel_teilte mit, daß die Zahl der Feuerbestattungsvereine von 55 auf 68 gestiegen sei. Es sind jetzt 11 Krematorien im deutschen Reiche vorhanden. Rechtsanwalt Dr. Brackenhöft- Hamburg sprach über die Stellung des preußischen Justizministeriums zur Feuerbestattung. Auf seinen Antrag beschloß der Ver = ** Der Fürft u Sobenfolme Lich 10 Rin. von Jagbfchlof $ Die fahriftliche& Stelen im Forffad lgenden Tagen zu Darm la Nr. 4a reate) abg Sehrerprüfu fir Gauptlehrer und Leb Dezember abgehalten Dienstag, den 1 wird zu Gießen jammlung des lan bereine Gießen fta Freunde des Verein Borlage der Rechnu Begirlsverein Bie Beigel zu Lich über d Lamer. 4. Mitteilung Seit einiger Zei Gießen als eine ſt Beffen einzurichten. Wi geitert gelten, ba b Mittel zum inneren 2 ftellen lönnen. Auf der Suche nach der Diamanteninfel. Man hat jetzt etwas genauere Nachrichten über die geheimnisvolle Ep pedition, die von einer Gruppe englischer Finanzleute aus gerüstet wurde, angeblich um einen auf einer fleinen Insel des Atlantischen Ozeans verborgenen Schatz einzuheimfen. Der Name und die genaue Lage der Insel sind noch nicht enthüllt, aber man weiß bereits, daß es sich nicht darum handelt, von irgend einem entthronten Monarchen, oder von irgend einem Abenteurer versteckte Diamanten aufzufinden, sondern ganz einfach um die Ausbeutung einer Mine von fabelhaftem Reichtum. Die Xema", das Schiff der Expedition, hat ein ganzes Bergwerksmaterial mitgenommen, und die Ausbeutung dürfte sehr lange dauern, was daraus hervor. geht, daß die Schiffsladung auch mehrere zerlegbare Häuser umfaßt. Der Führer der Expedition hat bei der Abfahrt zwei versiegelte Briefe erhalten: der eine machte ihm Mit teilung über die Lage der Diamanteninje!, der andere, den er erst nach der Landung öffnen darf, wird ihm genaue Angaben über den Ort machen, an welchem die Grabungen vorzu nebmen find. Lemberg. 9. September. Eine Feuersbrunst hat die Hälfte des Städtchens Kozowa im Bezirk Brzezany eingeäschert. Das Amtsgebäude und die Kirche blieben unversehrt. Sechshundert Personen sind obdachlos. Wladiwostok, 10. September. Direch einen auf dem Landungsplaße der freiwilligen Flotte ausgebrochenen Brand wurden das Kontor mit allen Dokumenten und ein Speicher mit Wuren vernichtet. Aus dem Gerichtsfaal. § Verurteilung von Gewerkschaftlern. Das Landgerich in Altenburg verurteilte drei Mitglieder des Kahlae Gewerkschaftskartells wegen Erpressung gelegentlich des letzter Maurerstreiks zu je einem Monat Gefängnis. Kunst und Wiffenfchaft. † Totschlag auf der Straße. Zwischen Rowdys und Zu hältern entstand nachts in Rirdorf ein Tumult. Der Bäcker Kuhnke, der nebenan in einem Restaurant saß, trat vor die Tür, um sich die Sache anzusehen und kam nicht wieder. Man fand ihn später in seinem Blute schwimmend und nur noch schwach atmend in der benachbarten Straße liegend. Gleich darauf starb er. Anscheinend war er mit einer abgebrochenen Zaunlatte, die nicht weit von ihm entfernt lag, totgeschlagen worden. Auf welche Weise Kuhnte in die Schlägerei verwickelt wurde, Lonnte noch nicht festgestellt werden. Zwei Personen sind als mutmaßliche Täter ver haftet worden. Auch der Metallgießer Gustav Bumm ist bei der Schlägerei durch Messerstiche am Kopfe schwer verletzt worden. CO. Radiotelegraphie. Eine Entdeckung, die Eisenbahn fatastrophen unmöglich zu machen bestimmt ist, wird aus Rom gemeldet. Prosessor Giovanni del Vecchio in Bari sol einen neuen sehr einfachen Apparat erfunden haben, der ei ermöglicht, fahrende Eisenbahnzüge mit einer Bahnstation uni mit anderen, dieselbe Strecke befahrenden Zügen in Ver bindung zu setzen. Es bleibt abzuwarten, ob sich dies theoretische Entdeckung auch in der Praxis bewähren wird Erst dann wird man ein Urteil darüber abgeben können. Die Zahl der Frauenvereins bet erfchienenen Jahresbericht on 44 960 gegenüber be Franenberein verfügt übe 17645 775 Mt. Seine( Bertsjahre die Summ 750 000 SRt. mehr als Der heute abg ferdemarkt war begleitet und der Bejud Marter. Der Auftriel Material, insgesamt wu auf gestellt. Bald en der beträchtliche Abschl Cbwohl heute der weit macft abgehalten wird od biele Händler ein Bedentung des Gießene fehlte es nicht, besonde die in der Mittagsstur Die Pferde wurden tei Mpann borgeführt, wä Beiter die Bahn in bers Während der ganzen Batehr.- Morgen N ferdemarkt Lotterie bo R. Neuer Rud Auderllub Haffia 1906 † Die Elbe trocknet aus. Da die Elbe einen Stand von zwei Metern unter Null erreicht hat, erklärten die Vereinigten Elbeschiffahrtsgesellschaften Akt.- Ges., die österreichische Dampfschiffahrtsgesellschaft Akt.- Ges., die österreichische Nordwest Dampfschiffahrtsgesellschaft und die„ Elbe", Dampfschiffahrts Aktiengesellschaft ihren regelmäßigen Schiffahrtsbetrieb für geschlossen. Infolgedessen treten in Hamburg sämtliche Kontrakte, selbst auch solche, die ohne die Wasserstandsklausel geschlossen sind, außer Kraft. Die Frachten sind wesentlich erhöht worden und eine weitere Erhöhung steht bevor, da die Fahrzeuge infolge des niedrigen Wasserstandes nur noch sehr beschränkte Mengen nehmen können und außerdem die verfügbaren Räume schon an und für sich sehr knapp sind. KH. Volkskunde und Volkskunst. In Dresden tagte di Versammlung für Volkskunde und Volkskunst. Den Haupt vortrag hielt Herr Professor Dr. C. Fuchs aus Freiburg i. Br über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Volkskunst. Di Hauptbedeutung bestehe in der Ausbildung der Handfertigkeit in der Schulung des Auges und in der Ausfüllung arbeits: loser Stunden während des langen Winters. Die Volkskuns sei eine Quelle des Nebenerwerbes, der namentlich in unfrucht baren Gegenden der ländlichen Bevölkerung die Existen ermöglicht, und sie trage so dazu bei, die Abivanderung vom Lande aufzuhalten. Die Volkskunst habe aber auch auf die Funstgewerbliche Entwickelung einen großen Einfluß ausgeüb und sei dazu berufen, auch in der Zukunft diesen Einfluß geltend zu machen. Mit einer Besichtigung der Kunstgewerbe: Ausstellung, einem Festmahl und einer Dampferfahrt auf der Elbe schloß die Tagung. + Wie badet man am besten? Brausebad und Schwimm Halle sind heute die gebräuchlichsten Arten der Wasseranwendung. Was das Schwimmbad anbetrifft, so ist es nur ein schwacher Ersatz für das Baden in Flüssen und Seen, denn es entbehrt des reinigenden Einflusses der freien Luft, der Sonne und mancher grünen Wasserpflanzen, die Sauerstoff abzugeben vermögen. Selbst wenn das Leitungswasser sich in vielen Fällen als besser erweist als das Fluß- oder Seewasser, so wirkt das Bad in der freien Natur stets mehr kräftigend und belebend. Besonders wichtig ist aber der Umstand, daß das Wasser der Bassins in der Regel nicht genügend oft erneuert wird. Diesem Mißstand ließe sich ohne übermäßige Kosten abhelfen, indem man das benutzte Wasser durch geeignete Filtration wieder gebrauchsfähig machte. Noch weniger wirksam als das Schwimmbad ist das Brausebad, das neuerdings sehr in Aufnahme gekommen ist, weil es die Möglichkeit gewährt, das Baden größerer Gruppen von Schulklassen oder Soldaten in furzer Zeit zu erledigen. Die gebräuchliche lauwarme Douche hat eine geringe Wirkung, weil die Anregung des Blutkreislaufs und des Stoffwechsels fortfällt, die beim kalten Wasserbad durch das Zusammenziehen und die nachfolgende Ausdehnung der Blutgefäße an der Körperoberfläche erzielt wird. Außerdem ist auch die freie Bewegung ausgeschlossen. Schließlich ist der Wert der Brause als Reinigungsmittel sehr gering. Eine viel gründlichere Reinigung wird durch das uralte Dampfbad erzielt. In seiner primitivsten Form besteht es aus einem Bretterhaus, einem Steinofen und einer Bank, auf der man während des Badens liegen und sich abseifen fann. Der Dampf wird durch Uebergießen des Ofens mit Wasser erzeugt. Im Interesse der Volksgesundheit treten neuerdings bedeutende Autoritäten entschieden für das Dampfbad mäßiger Form ein. = im Reftaurant Rolanded er fich zur Aufgabe gem bort zu fördern und zu dem unbescholtenen jung Belegenheit, dem so ge uldigen, im Gegensag iefelbft Meifterföhnen Regatten teilzunehmen. boot wird schon im Laufe machten Sonntag schon ev werden fann. Die Klubabe Rolanderd gehalten. Fre Radersports find freundli Das 6. Düns arten Befuches wie feir Sonntag Morgen Auf dem Karussell ermordet wurde vor einigen Tagen ein kleines Pariser Laufmädchen namens Gottard. Sie hatte ihrem Verehrer, einem gewissen Giraud, der ihr lästig ge worden war, den Laufpaß gegeben. Eines Tages fuhr fie mit ihren Freundinnen Karussel, als sie hinter sich die Stimme des abgewiesenen Freiers vernahm, in einem Ton, der sie erschrecken machte. Plötzlich zog Giraud einen Dolch aus der Tasche, und während das Karussell sich in toller Eile drehte, die jungen Leute in der Runde lachten und freischten und jauchzten, stieß er Marguerite zweimal den Dolch in den Rücken. Danach sprang er im Fahren ab und entfam in der Menge, ohne daß irgendwer daran dachte, den Mörder zu halten, so blitzschnell hatte sich das Drama vor aller Augen abgespielt. Marguerite lag in ihrem Blute auf den Stufen des Karussells. Ihr Zustand ist hoffnungslos. = Die ominöse Zahl 16. Für viele Leute hat bekanntlich die Zahl 13 eine ominöse Bedeutung; einen Wiener Fiafer dagegen erfaßt ein Schauder, wenn er die Zahl 16 hört. Er hat nämlich üble Erfahrungen mit der 16 gemacht; kürzlich bestellte eine Frau seine Droschte und verlangte nach Sonnens Straße 16( der Frauenklinik) gefahren zu werden unterwegs tam aber schon der Storch. Als nun fürzlich zwei Damen ebenfalls nach Sonnenstraße 16 befördert werden wollten, weigerte er sich, den Auftrag anzunehmen und fuhr erst ab als ihm die Damen versichert hatten, sie wohnten dort.... - den Liede Turner c achdem die Töne über 21 Betturner zum Star tens der Veranstalterin ingen, Beitspringen, Bettlaufen bestim ichen Betturnordnun ten Bunktzahlen in de bi ridtiger Pflege rer, sondern auch Erfolg teilnehmen f at bedingten unbequa heimischen Turnpla zahlen erzielt. Fü mt, rechtzeitig die em und mußte daher trop größter Ge mengenauigkeiten lder die Leitung d e gegen 5 Uhr die int wurden 31 Bre Earns führte Gauve Bm bod Dindbergfeft Der von der Gießener Jept foll figh im G er in Bulanit die Leitu 8. beim Felbergfeit Ctober Plattfindende Ber reine noch eingeladen m Dünkberg feftauf ** Das Kirchwe * Bolts Humor imm abr, sondern auch annonciert der Be folgt: Für den z meinen beften te bas Schiff bon ere im Blarer igle Frühstück mit 31 HEEL Π 3. Sem Inhaber le tam eines ein gar i Handwerksbur der also Beide al blieb er aus fehen lieg. G er Surflinten Freund des erfalerbe vor. Straßengenoffen hatte er richt alljährlich oben lag einen Stro Spenders berma Lokales. ** Der Fürst und die Fürstin zu Solmsbensolme Lich reiften gestern Nachmittag 2 Uhr 10in. von Jagdschloß Wolfsgarten wieder ab. Die schriftliche Staatsprüfung für die höheren Ellen im Forstfach wird am 5. November und den fulgenden Tagen zu Darmstadt in dem Prüfungslokal( Paradepo Nr. 4a rets) abgehalten werden. k Lehrerprüfungen. Die erweiterte Prüfung fit Hauptlehrer und Lehrer an höheren Bürgerschulen wird in Dezember abgehalten werden. Dienstag, den 18. September, nachmittags halb 4 wird zu Gießen im Café Ebel eine Hauptver. immlung des landwirtschaftlichen Bezirksdeshalb ausfallen."- Vielleicht seht der Wirt einmal mit einem Spiritisten sich in Verbindung, um Ohm Krüger eine Einladung zur nächsten Kirmes zu übermitteln. sp. Berlin Treptow. Das Stundenrennen mit Motorjührung gewann Bozyrembel, Zweiter wurde Gliedermann. Beide fahren Brennabor. Wiesed, 9 Sept. In dem Schulhaus neubau ftürzte ein 13jähriges Schulmädchen, das sich in Abwesenheit der Arbeiter dorthin begeben hatte, vom zweiten Stockwerk in den Keller. Das Mädchen zog sich schwere Verlegungen am Stopfe zu. E. Launsbach, 10. September. Ertrunten. Heute Morgen wurde der hiesige Landwirt Karl Bender als Leiche aus der Lahn gezogen. eninfel. Man preins Gießen stattfinden, zu der die Mitglieder und gebeimnisvolle Freunde des Vereins eingeladen werden. Tagesordnung: Verfügung der Kirchenbehörde zu Koblenz muß aus sämtlichen Finanzleute einer fleinen Bezirksverein Gießen. 3. Vortrag des Defonomierats Borlage der Rechnung für 1905. 2. Der landwirtschaft* Krofdorf, 10. Sept. Nach einer soeben ergangenen Kirchengemeinden der Rheinproving über die vorhandenen Kirchenglocken berichtet werden und zwar über die chaz einzubeim Beißel zu Lich über das Gesez, betr. die Landwirtschafts- Jahre ihrer Anfertigung und etwaige Inschriften an ihnen. fel find noch fich nicht dar onarchen, oder bammer. 4. Mitteilungen und Anträge. Seit einiger Zeit projeftierte man, das alte Schloß Auf dem hiesigen Kirchturm hingen ursprünglich drei Glocken, gegossen in den Jahren 1709, 1743 und 1781 von anten aufzufu Gießen als eine ständige Gewerbehalle für Ober- Henschel und Sohn in Gießen. Davon trug die größte g einer ineffen einzurichten. Wie jezt verlautet, soll der Plan als folgende Inschrift: chiff der Expeditifcheitert gelten, da die Gewerbevereine die erforderlichen nommen, und ittel zum inneren Ausbau des Schlosses nicht bereit s daraus her fallen fönnen. zerlegbare e t bei der Abi machte ihm * Die Zahl der Mitglieder des Vaterländischen Grazenvereins beträgt nach dem in diesen Tagen der andere, den chiemenen Jahresbericht 336 156. Das bedeutet ein Mehr m genaue Angab On 44 960 gegenüber dem letzten Jahre. Der Vaterländische Grabungen bor Frauenberein verfügt über einen Gesamtvermögenswert von 117645 775 Mt. Seine Einnahmen erreichten im verflossenen ich jahre die Summe von 5742381 Mr., b. i. über 750 000 Rt. mehr als 1904. vimmend und m er mit einer d Rowdys und mult. Der B faß, trat bor ** Der heute abgehaltene Gießener Herbstfam nicht wiele fer de marft war von selten günstigem Wetter begleitet und der Besuch daher auch ein außerordentlich liegen marfer. Der Auftrieb zeigte ein durchgängig gutes ihm entfernt laterial, insgesamt wurden rund 250 Pferde zum Vere Kuhnte in auf gestellt. Bald entwickelte sich ein reger Handel, h nicht feftgefe der beträchtliche Abschlüsse zu guten Preisen zeitigte. aßliche Täter to Obwohl heute der weithin bekannte Frankfurter PferdeGustav Bumm i markt abgehalten wird, hatten sich zu unserem Markte opfe schwer verso viele Händler eingefunden, ein Zeichen für die Beden tung des Gießener Marktes. Auch an Publikum eichische Nordwe e einen Stand behlte es nicht, besonders aber zogen die Vorführungen, ten die Vereinigte die in der Mittagsstunde erfolgten, starke Scharen an. erreichische Dam Die Pferde wurden teils am Halfter und teils im GeDampfschiffahrt bann vorgeführt, während die Neitpferde unter dem iffahrtsbetrieb Reiter: Die Bahn in verschiedenen Gangarten durchmaßen. Samburg sämtliche Während der ganzen Marktzeit herrschte ein recht reger Wasserstandstland Berkehr.- Morgen Nachmittag geht die Ziehung der en find wesentliPferdemarkt Lotterie vor sich. bad und Schwin Unter dem Namen g steht bevor,& R. Neuer Rudertiub. erstandes nur no, Ruberklub Hassia 1906 Gießen" hat sich hier am 16. Aug. und außerdem d Restaurant Rolande d ein neuer Ruderverein gegründet, sehr knapp ſind. et si zur Aufgabe gemacht hat, den volkstümlichen Ruders Wafferanwendum port zu fördern und zu pflegen. Der neue Ruderklub gibt 8 nur ein schwade dem unbescholtenen jungem Manne, gleich welchen Berufes, 1, denn es entbert Belegenheit, dem so gesunden und schönen Rudersport zu it, der Sonne huldigen, im Gegensatz zu den großen Verbands- Vereinen, uerstoff abzugeba selbst Meistersöhnen nicht gestatten, an Rennen und affer sich in vida Regatten teilzunehmen. Das in Frankfurt gekaufte Biereroder Seewasser, hot wird schon im Laufe dieser Woche eintreffen, sodaß am mehr fräftigend ächsten Sonntag schon evtl. mit den Ruderübungen begonnen Umstand, daß da bden tann. Die Klubabende werden Freitags im Restaurant nügend oft erneut Molaniosek gehalten. Freunde und Gönner des volkstümlichen übermäßige Roa Sudersports sind freundlich willkommen. Ser durch geeign Das 6. Dünsbergturnen, das sich eines so och weniger with Das neuerdings je fanten Besuches wie feines der vorhergegangenen erfreute, Möglichkeit gewüthm Sonntag- Morgen um 11 Uhr mit dem gemeinschaft. affen oder Soldaten Liede" Turner auf zum Streite" seinen Anfang. uchliche launchdem die Töne über die Wipfel dahingeschwebt, traten die Anregung 21 Metturner zum Kampfe an. Als Wettübungen waren Fällt, die beim falten hitens der Veranstalterin, der Gießener Turnerschaft, Hoch. d die nachfolgende ingen, Weitspringen, Gewichtheben 75 Pfd. zweiarmig eroberfläche erit und Wettlaufen bestimmt, welche nach den Regeln der gung ausgeschloe Buschen Wetturnordnung durchgeturnt wurden. Die ereinigungsmittel je * ng wird durch de 3 een Bunktzahlen in den einzelnen Uebungen zeigten wieder, tivften Form befte bei richtiger Pflege des Turnens nicht nur Angehörige en und einer Banerer, sondern auch fleinster Vereine etwas leisten und und fich aber Exfolg teilnehmen können. Trotz der durch die Derten des Ofenset bedingten unbequemeren Einrichtung als man sie auf gefundheit tre nheimischen Turnplag gewohnt ist, wurden oft volle den für das Damp Smit zahlen erzielt. Für den Wettlauf hatte man leider mt, rechtzeitig die Anlage elektrischer Messung zu be ain und mußte daher mit Stechuhren kontrolliert werden, Gauturnwart Will, vor einigen Tag troß größter Gewissenhaftigkeit der Kampfrichter unGottard. Sie hat lame Ungenauigkeiten entsta..ben. Ins ber ihr läftig aber die Leitung des Waturnens übernommen hatte, es Tages fuhrbte gegen 5 Uhr die Pre sverteilung vornehmen. nter fich die Stimmt wurden 31 Preise verteilt. einem Ton, der f inen Dolch aus de toller Gile dreht und freischten und den Dolch in de und entfam in da = Nach Beendigung des mens führte Gauvertreter Helm Gießen in furzen gen das Dünsbergfest und seine Entstehung, welches seitbon der Gießener Turnerschaft geleitet wurde, vor. soll sich im Gau Hessen ein Ausschuß bilden, Skin Zukunft die Leitung dieses Festes übernimmt, wie es Ja te, den Mörder 8. beim Feldbergfest im Taunus der Fall ist. Eine im bor aller Auge hober stattfindende Versammlung, zu welcher alle Gaute auf den Shrine noch eingeladen werden, soll sich dann mit der Bildung los. Leute bat befann einen Wiener Fiater Bahl 16 hört. Or gemacht; figli ngte nad Connens erden- unterwegs *** Das Kirchweihfest ist eine Quelle, aus der der olts Humor immer von neuem quilt. Nicht nur im atehr, sondern auch in den Anzeigen ist er zu finden. Go amnonciert der Besitz r des Transvaal Hotels zu Aßlar follgt:" Für den zahlreichen Besuch des gestrigen Festes ante das Schiff von Transvaal wegen seiner bedeutenden Eigte Frühstück mit den bekannten Spezialitäten mußte rzlich zwei Damen e idh meinen beften Dant. Zu meinem größten Bedauern und fuhr erst abwene im Weglarer Hafen nicht einlaufen. Das ange= ert werden wollten, wohnten dort... Zum Gottesdienst herbei zu locken, Des Fürsten Willen kund zu tun, Ist die Bestimmung aller Glocken, D! möchten sie von Stürmen ruh'n. In dem im Jahre 1606 erbauten Kirchturme der vereinigten Kirchengemeinde Stinzenbach befanden sich 2 Glocken, gegossen 1717 von J. und A. Schneidewind aus Frankfurt. Von diesen wurde eine in die im Jahre 1863 erbaute neue Kirche übernommen. Die beiden übrigen wurden in den Jahren 1839 von W. Rinker in Leun und 1863 von P. H. Rinfer in Sinn gegossen. Letztere trägt als Inschrift: Ich lade hier an heil'gen Festen Ein glücklich Volt zum Tempel ein. Omöchtet ihr zu eurem besten Dann meinem Rufe folgsam sein. = Rodheim a. d. Bieber, 10. Septbr. Unsere neue Quellwasserleitung durch das Biebertal, gewinnt von Tag zu Tag mehr Anhänger. Sie ist zwar noch nicht zur Vollendung gelangt, allein unsere Hausfrauen durften bereits einen vollen Monat ihren Segen erfahren. Wie schön finden sie es doch, wenn sie im Hause nur den Krahn aufzudrehen brauchen, um gutes flares Quellwasser zu erhalten. Und gar bei Wind und Wetter, bei Schnee und Eis, braucht man nicht hinaus auf die Straße! Wäre nur erst der Sammelbehälter am Launscheidsberg" vollendet, damit man dauernd den Vorteil genießen fönnte! Die Quellen, die in der Gemarkung Königsberg liegen, wurden in gesundheitlicher Beziehung als ganz vorzüglich befunden. + Bieber b. Rodheim, 11. Septbr. Das im schönen Biebertal gelegene Dörfchen Bieber rüstet sich zum Kirchweihfeste. Das Fest hatte sich stets eines regen Besuches zu erfreuen, zumal es alljährlich die letzte Kirmes ist, die in hiefiger Gegend gefeiert wird. A Hungen, 10. Sept. Unfall. Als der Landwirt Fruthig mit Grummet- Aufladen beschäftigt war, stürzte seine Frau vom Wagen und blieb bewußtlos liegen. * Neu- Ulrichstein, 10 Sept. Ende August befanden sich in hiesiger Arbeiterkolonie stellen- bezw. arbeitslos 42 Mann. A Gedern, 10. Sept. Hundert Jahre hessisch. Am 14. d. Mts. werden es 100 Jahre, daß unser Ort und die Grafschaft Stolberg- Gedern dem Großherzogtum Hessen einverleibt wurden. Die Offupation erfolgte damals durch den Darmstädtischen Beamten Grolmann und einen französischen Ofizier. Gedern war ein Zweig der Herrschaft Königstein und umfaßte sechs Dite mit 4000 Seelen. Die Bewohner wollten aber damals garnicht hessisch werden. und rissen den hessischen Löwen alsbald wieder vom Gemeindehaus ab. Interessant ist ein Staatsbudget von 1804, bas ung einen Einblick in die Verwaltung des Ländchens gibt. Einnahme und Ausgabe betrugen 1472 Gulben, der Graf bezog bei der Armut des Landes fein Gehalt, zum Reichsheer wurden 32 Mann gestellt. Die Beamtengehälter mußten zum Teil aus der Gräflichen Privatkasse bezahlt werden. Ehe das Land hessisch wurde, war den Fremden die Niederlassung larin verboten, da man glaubte, das Land fönne nicht mehr Leute ernähren. * Alsfeld, 10. Sept. Gestern Vormittag wurden am hiesigen Bahnhof ca. 1300-1400 Brieftauben aufgelassen, die dem Militärbrieftauben- Verein Kalk bei Köln gehören. Sofort nach Verlassen der Körbe flogen die Tiere in westlicher Richtung davon. ? Frankfurt, 10. Sept. Bluttat. In letter Nacht erschoß der Schäfer Ickier, der seit Jahren an unheilbarem Gesichtskrebs leidet, seine Frau und versuchte dann, sich selbst zu töten. Die Aerzte gedenken, sein Leben zu erhalten. * Mainz, 10. Sept. Neues Soldatengrab. In der Stadtverordnetenfißung wurde laut M. Egbl." mit geteilt: Die Ausgrabung der französischen Soldaten geschieht, nachdem jetzt der Vertrag mit der französischen Regierung zum Abschluß gelangt ist, im Laufe des Herbstes auf Kosten der hessischen Regierung. Die Neubestattung wird mit einer entsprechenden Feierlichkeit, an der auch das Militär teilnimmt, verbunden. * Mainz, 10. September. Stiftung. Die Hinterbliebenen des verstorbenen hiesigen Kaufmanns Martin Mayer haben der Stadt Mainz eine Summe von 30000 t. hinterlossen mit dem Wunsche, daß die Zinsen dieses Kapitals alljährlich dem Verein für Volts wohlfahrt zur Unterstüßung des Mädchenheims überlassen werden sollen. * Darmstadt, 10. Septbr. In einem Streit wegen einem Mädchen hat heute Nacht auf der Landstraße zwischen Eberstadt und Malchen der Reservist Miller von der 7. Komp. des Inf.- Regts. Nr. 168 seinen Kameraden, den Reservisten Haus aus Darmstadt, mit dem Seitengewehr niedergestochen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 12. September. Zeitweise heiter, trocken, nachts sehr fühl, am Tage etwas wärmer, mäßige nördliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Marktberichte. lekes, 11. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter ber fb 1.20-1.30 Mt., Hübnereler ber Stild 8-9 Rfq., Enteneier St. 0-0 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Baar 0.80-1.00 mr., Hühner per Stüd 1.00-1.60' Mf., Hahnen Erbsen per Vfd. 22 Pfg., Linsen per Pfd. 32 Pfg., Tauben per per Stüd 0.80-1.80 mt., Enten per Stüd 0.00-0.00 Mr., Gänse ber Pid. 00-00 Pfg.. Ochsenfleisch per Pfd. 80-86 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 80-82 Pfg., Schweinefleisch per Pfd. 80-94 Bfg. Schweinefleisch gefalzen per Pfd. 94-00 Pfa., Kalbfleisch ver Pfd. 80-84 Bfg., Hammelfleisch per Pfd 60-80 Pig., Kartoffeln per 100 Kilo 7.00-8.00 Mt., Zwiebeln per 3tr. 6.00-8.00 Mr., Weisfraut per Std. 15-30 fd., per St. 10-30 Bfg., Aepfel ver Pid 15-20 Pfg. Zwetschenper 3tr. 0.00-000 mt., Kirschen per Pfd. 00-00 Pfg., Wilch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überbaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherzieher feilgeboten werden. Marktpreise für Vieh und Frucht und die Giesener Fleisch- und Brotpreise am 10. September 1906 Ochsen Kälber Schweine Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. " Fleischpcetse in Steken " 50 kg Schlachtgewicht 83-87 M. 1/2 kg 80-86 f. 1/2" 98-102 Pf. do. 80-84 80. do. 86-90 Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 kg Roggen do. " 79 " 18.60 M. 16.25" Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 kg 54 Pf Schwarzbr. d. 50 " E8 Frankfurt a. M., 10. Sept. Fruchtmarkt. notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt 17.30-17.50, kurhessischer Mt. 16.90-17.25 Roggen, hiesiger Mf. 15 50-15.75, russischer Mr. 17.00-18.50 Gerste, hiesige Mr. 17.25 bis 17 75, Pfälzer Mt. 17.00 bis 17.50, fränkischer Mt. 17.75-18.00, Riedgerfte Mt. 17.- bis 18.25 Hafer, htestger und Wetterauer Mr. 00.00-00.00, furhessischer Mt. 17.00-18 75, bay erischer Mt. 00.00-00.00, Mais, Mixed Mt. 13.50-13.50. Alles pro 100 Kilo ab hier. Mehl wesentlich höher. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hiesiges 0, Mt. 26.75-27.75, feinere Marken Mr. 28.00-29.00, hiesiges, Nr. 1, Mt. 24.75 bis 25.75, feinere Marken Mt. 25.75-27.75 hiesiges Nr. 2, Mt. 24.25-24.75, feinere Marken Mr. 25.00-25.75, hiesiges Nr. 4, Mt. 20.75-21.25 feinere Marten Mr. 21-22.00, Roggenmehl, hiesiges, 0, Mr. 24. bis Weizen24.50, do. 1 Mf. 22.25-22.75, do. 2 Mt. 18-19 25 schalen Mr. 4 90-5.00, Weizenkleie Mt. 5.00--5.15, Roggenkleie Mt. 5.00-5.20, Weizenfuttermehl Mt. 6.75-7.75. Notierungen der Frankfurter Viehmarktpreise Frankfurt a. M., 10. September 1906. Zum Verkauf standen: 387 Ochsen, 61 Bullen, 727 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 364 Kälber, 332 Schafe und Hämmel, 1414 Schweine, 0 8tege 0 Ziegen- und Schaflämmer. Bezahl wurden für 100 Pfund: Schlacht| Lebendgewicht gewicht Dien: M a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren b. junge fleischige, nicht ausgemäftete unu ältere ausgemästete c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Bullen: a. bollfleischige höchsten Schlachtwertes b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a. volfleischige ausgemästete Färsen( Stiere und Rinder) höchften Schlachtwertes b. bollfleischige ausgemästeten Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Ma 83-87 - 76-79 - 69-72 76-78 71-73 - - I | I I I 81-83 76-80 c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) 66-68 - d. mäßig genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) e. gering genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 1 Schweizer, 5 landw. Arbeiter, Zie 3 Schlosser, 1 Schmied, 1 Spengler. 1 Lackierer, 4 Schreiner, 2 Wasch- und Puzzfrauen, 1 jüngerer Glaser, 1 Maler( auswärts), 1 Anstreicher, 1 Installateur, Erdarbeiter, 1 Küchenmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 2 Kutscher, 1 Hausbursche, 1 Haushälterin. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Schmied gegen Vergütung, 1 Spengler, 1 Elektromonteur, 1 Schreiner, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: 1 Maschinist oder Heizer, 2 Kutscher, 3 Wasch- und Butzfrauen, 1 Flickerin, 1 Kaufmann, 1 Auslaufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Haushälterin, 1 Büglerin, 1 Näherin, 2 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 2 Packer, 1 Kassier oder Bureaudiener, 1 Bureaugehilfe. Verantwortlich für die Politit und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Dr. Rays Nervol beruhigt die Nerven, lindert die Schmerzen und schafft natürlichen Schlaf. Es enthält: Kalifornischen Haferertrakt 50, Fenchel 20, Anis 20, Pomeranzen 20, Baldrianertraft 20, Glyzerin 30, Zucker 30, Bromfalium, Bromnatrium, Bcomammonium je 10. Erhältlich in Apotheken. sche Famili Tienstag, den 11. September Buchdruckerei von Albin Klein GIESSEN Seltersweg 83. Bekanntmachung. น In der Zeit vom 1. bis 8. September 1906 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Flasche Bilz Limetta; verloren: 1 Anhängetäschchen von Leder mit einer Monatskarte von Langsdorf- Gießen und zurück, 1 Jagd. paß, sowie etwa 70 bis 80 Pfennig Inhalt, 1 goldener Ring mit großem Saphier und ringsum mit Brillanten besetzt und 1 Mannometer, 2 Atmosphäre, gez.„ Schwan". Der Empfangsberechtigte des gefundenen Gegenstandes belieben seinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 8. September 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Blodstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 8. September 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Brotpreise bom 9. bis 23. September 1906. Der hiesigen Bäcker. Kg. 1 Weißbrot 2 1 Gem.- Brot 2 " 3 1 Kornbrot 2 " Der auswärtigen Bäcker. " 12 Kilogr.( 4 Pfd.) Gem. Brot bei: 44 Ernst Christ Biese Pfg. 27 Balt. Opper, Allendorf a. L. 44, 54 Georg Dern II., Gr.- Linden 46" 25 Louis Süßmuth, Steinberg 46, 50 Karl Zinger, Allendorf a. Ld. 46, 75 W. Weigel, Lang- Göns.. 46, 23 Heinr. Weber, Heuchelheim 48, Gust. Jacoby, Alten- Bused 46 Karl Vost, Wieseck 46 1 Kilogr.( 2 Pfd.) Weißbrot bei Georg Dern II., Gr.- Linden 25 Heinrich Weber, Heuchelheim 27 W. Weizel, Lang- Göns.. 26 Heinrich Binz, Aulendorf a. L. 25 W. Fabel, Wiesec " " " " " 1 " 27 " .. 26 2. Steinmüller, Gr.:Linden 26 W. Leir, Klein- Linden.. 27 Karl Post, Wieseck Jakob Appel, Krofdorf.. 27" 2 Kilogr.( 4 Pfd.) Weißbrot bei Georg Dern II., Gr- Linden 50 Louis Süßmuth, Steinberg 50 Balt. Opper, Allendorf a. L. 50 L. Steinmüller, Gr.- Linden 52 Heinrich Binz, Allendorf a.L. 50 W. Fabel, Wieseck W. Weizel, Lang- Göns. Heinr. Weber, Heuchelheim 54, Jakob Appel, Krofdorf. Karl Post, Wieseck 1 Kilogr.( 2 Pfd.) Gem. Bror rei ' ur tadellosen, schnellsten und billigsten Anfertigung von Werken, Zeitungen, Katalogen, Formularen und Zirkularen, Prospekten, sowie aller anderen geschäftlichen und privaten Drucksachen in moderner Ausführung empfehle ich meine Druckerei. Die kleinsten wie die grössten Aufträge werden mit gleicher Sorgfalt ausgeführt. Für Vermittelung und Zuweisung von grösseren Druckaufträgen wird angemessene Provision gezahlt. Perforier- Anstalt. Elektrischer Betrieb. Man verlange Kostenanschläge. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bergstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 7. September, 1906. Grokh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten zur Errichtung einer Einfriedigung beim Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule sollen Samstag, den 15. September d. Js., vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. 1. Maurerarbeit. 2. Steinhauerarbeit: a) Lungsteinarbeiten( Basaltlava), b) Sandsteinarbeiten( rote Mainsandsteine). Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 4. September 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel Bekanntmachung. " " " 46 " Wir suchen für sofort einen " Karl Stumpf, Garbenteich 48 Karl Trautmann, Wiesec. 46" W. Steinmüller w., LangGöns 46" 2. Steinmüller, Gr.- Linden 46" Karl Spamer, Reiskirchen. 46" Jakob Appel, Krofdorf " .50" " W. Lein, Klein- Linden 50" Heinr. Binz, Allendorf a. L. 48, 3 Kilogr.( 6 Pfd.) Gem.- Brot bei: .69. W. Fabel, Wieseck. 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