Nr. 238 janterorbition: Wicken, Selterweg 88. .ripremenickish Br. 382. Mittwoch, den 10. Oftober 1906 Gießener 15. Jahrgang Sentiabetlagen: Oberbeffifche amittenzeitung( und die Gießener Getferblaten( wöchentlich). Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Knabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Meklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großb. Bürgermeisterei Gießen, bes Grosh. Boficiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der drohende Bergarbeiterftreik. Jm Ruhr- wie im Saarrebier gärt es wieder. Die Bergarbeiter des Ruhrreviers haben durch ihre Vertretung, die Siebenerkommission, bekanntlich beschlossen, eine fünfzehnprozentige Lohnerhöhung zu fordern. Und unter Hinweis auf diese Forderung hat der christliche Bergarbeiterverein des Saarreviers eine lebhafte Agitation in Szene gesetzt, um in einer Massenpetition auch für die Saarbergleute eine Lohnerhöhung zu verlangen. So ist der heutige Stand der Dinge. Hierzu wird von sachkundiger Seite der Deutschen Reform- Korrespondenz" geschrieben: - Die Bergarbeiter des Ruhrreviers haben beschlossen, zur Durchführung ihrer Forderungen alle äußeren Mittel des wirtschaftlichen Kampfes anzuwenden. Mit anderen Worten heißt das: Die Bergarbeiter sind zu einem allgemeinen Streik entschlossen, wenn die Bergwerksbefizer nicht die Forderung bewilligen. Die Bergarbeiter haben sich auch wie bekannt an die Berufsgenossen in anderen Ländern gewendet, um eine Streifunterstützung zu erlangen. Die Unterstützung soll nicht in der Hergabe baren Geldes bestehen, sondern darin, daß die Bergarbeiter in England und anderen Kohlenausfuhrländern die Kohlenproduktion nicht steigern, damit nicht der deutsche Kohlenkonsument seinen Bedarf billig im Ausland decken könne. Das wäre eine moralische und indirekt zugleich eine materielle Unterstützung des allgemeinen deutschen Bergarbeiterstreits. Den Wert solcher Unterstützung soll man nicht gering achten, aber auch vor Ueberschäzung soll man sich hüter. Der im Ausland nicht oder nicht billig genug zu deckende Kohlenbedarf tann einen schweren Druck auf die Bergwerksbesitzer ausüben, so daß fie den Streit in zeitlich engen Grenzen zu halten gezwungen sind. Doch diese zeitliche Streitbegrenzung ist kein hungerstillendes Mittel. Die Dauer der Arbeitseinstellung fann recht knapp bemessen und doch ausreichend lang sein, um die Bergarbeiter zum Kapitulieren zu zwingen, wenn die Bergarbeiter nicht über die erforderlichen Geldreserven verfügen, aus denen der Lebensunterhalt der Streifenden fich bestreiten läßt. Ob solche Geldreserven vorhanden sind, entzieht sich unserein Urteil. Wir wüßten nur nicht, woher sie fommen sollten, da der jüngste Streit die Kaffen erschöpft hat und in der mittlerweile verstrichenen Frist Rücklagen bon nennenswertem Betrage gar nicht gemacht sein können. Doch auf diesem Gebiet muß man auf Ueberraschungen vorbereitet sein und mit ihnen rechnen. Bei dem vorigen großen Bergarbeiterstreik hatten die auswärtigen Berufsgenossen starte und regelmäßige Spenden versprochen. Die Spenden blieben damals sehr schnell aus, so daß die Streifunterstützungen bereits in der ersten Woche nicht in der verHeißenen Höhe ausgezahlt werden konnten. Es ist möglich, wenngleich nicht eben wahrscheinlich, daß es auch einmal umgefehrt kommt, daß die Streifenden unerwartet hohe Hilfs= gelder aus dem Ausland erhalten. Jedenfalls würden die deutschen Bergarbeiter guttun, bei ihrer Rechnung auf die ausländischen Gelder recht vorsichtig zu sein. Sie machen sich wohl auch selbst eine Illusionen. Wenn sie es zu tun scheinen, wenn fie nach dieser Richtung große Zuversicht zur Schau tragen, so soll damit vermutlich nur auf die Bergwerksbesitzer ein bestimmender Eindruck ausgeübt werden, damit diese sich leichter zur Nachgiebigkeit geneigt zeigen. Ob die Bergwerks= befizer mit dieser vorausgesetzten Eindrucksfähigkeit ausgestattet sind, bleibt dahingestellt. Wir glauben, daß sie aus härterem Stoffe bestehen. Ebensowenig legen wir entscheidendes Gewicht darauf, daß in zahlreichen Bergarbeiterversammlungen die Streiflust angestachelt worden ist. In öffentlichen Vers sammlungen hat der Radikalismus immer die Oberhand. Wer den Mund am weitesten auftut, der hat den lautesten Beifall, und die Stimmen, die zur Besonnenheit mahnen, werden am leichtesten überschrien. Das ist sogar während des Streits der Fall, geschweige denn vor dem Streif, wo naive Gemüter noch hoffen, durch Ungeberdigkeit den wirtschaftlichen Gegner einzuschüchtern. Wenn wir den Wert der Streikandrohungen und Streikvorbereitungen gering anschlagen und gleichwohl der Meinung find, daß ein großer Bergarbeiterstreif kommen kann, so stützt fich unsere Annahme auf allgemeine Erwägungen und darauf, daß es noch immer die Stimmung" gewesen ist, die den Ausbruch eines Streits verursachte. Die Streifstimmung aber ist vorhanden. Sie hat den vorigen großen Bergarbeiterstreik überdauert, der wohl ein Ende gefunden, dessen Ende jedoch feine Befriedigung geschaffen hat. Die Zusagen der königlich preußischen Bergbauverwaltung haben in den betreffenden gesetzgeberischen Novellen eine Einlösung gefunden, die dem Gefühl der beteiligten Arbeiter, mit Recht oder mit Unrecht, teine Genüge tat. Sie haben die Vorstellung, daß man ihnen noch etwas schuldig sei, und darin liegt die wesentlichste Gefahr, daß es zu einem Streit kommen möchte. Doch die Gefahr ist noch keine Wirklichkeit. Was die Lohnfrage betrifft, so ist eine Verständigung ebenso wünschenswert wie möglich. Wenn beide Parteien- wie es in anderen Betrieben mit bestem Gelingen schon vielfach ge= schehen ist sich auf eine quête einigen, die etwaige Bedarfssteigerung und Steigerung der Lebensmittelpreise festzustellen, so einigen sie sich auch über das Maß der notwendigen und der Biüigkeit entsprechenden Lohnerhöhung. Dann wäre der verste Stein des Anstoßes beseitigt, ein dauernder Friede könnte geschlossen werden. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Oberst Deimling berichtet über neue Kämpfe in Südwestafrika. Die nach den Karasbergen geflüchteten Hottentottenbanden erhielten Verstärkung und versuchten wiederholt durch Angriffe auf Viehwachen und Transportbedeckungen, sich in Besitz von Lebensmitteln und Munition zu sehen. Nur wenige Tiere fielen in Feindes hand, die Angriffe wurden überall abgeschlagen und die Verfolgung aufgenommen. Als besonders rühmlich erwähnt Oberst Deimling die Verteidigung eines Karrentransports bei Daffiefontein durch 20 Mann der Bedeckung gegen einen weit überlegenen Gegner. Es fielen in diesen Gefechten im ganzen 13 Reiter, 1 Farmer und 4 Buren, 9 Reiter wurden schwer, 2 leicht verwundet. Bei der allgemeinen Streife gegen die noch immer im Damaralande vereinzelt umherziehenden, gelegentlich Vieh stehlenden Hererotrupps fand ein Zusammenstoß einer Patrouille_bei Hatsamas mit einer stärkeren Bande statt, die 20 Tote zurückließ. * In Hannover hat sich unter dem Namen ,, Hannoversch demokratische Vereinigung" eine neue Welfenpartei gebidet. In Hannover und Umgegend meldeten bereits zweitausend Personen ihren Beitritt an. Noch in diesem Jahre wird ein allgemeiner Parteitag der neuen Welfenpartei in Hannover stattfinden. ** In der in Graudenz tagenden 19. Generalversammlung des Evangelischen Bundes hielt Prof. Dr. Scholz- Berlin einen Vortrag über die gemeinsamen evangelischen Güter aller Deutschen", worin er in ziemlich scharfer Weise gegen den Katholikentag in Essen polemisterte. Der zweite Redner des Abends, Pfarrer Niemöller Elberfeld, sprach über Evangelische Wachsamkeit". Gestern vormittag tagte die nichtöffentliche Delegiertenversammlung, welche den Jahresbericht entgegennahm und besprach. Geftern vormittag fand außerdem eine Sigung des Gesamtvorstandes statt, in der unter anderem über eine Kundgebung gegen die Aufforderung des Essener Katholikentages zum gemeinsamen Vorgehen aller Gläubigen gegen den Unglauben und gegen den Umsturz Beschluß gefaßt wurde. Russland. ** Auf dem Kongreß der Kadettenpartei kam es zu heftigen Erörterungen über den Resolutionsentwurf, durch welchen der Kongreß den Wiborger Aufruf gutheißt, den gegenwärtigen Augenblick aber zur Durchführung des passiven Widerstandes als nicht geeignet bezeichnet. Bei der Erörterung traten zwei entgegengesetzte Richtungen zutage. Die Ablehnung der Resolution müßte den Rücktritt des gesamten Zentralausschusses zur Folge haben. ** In Sebastopol ist abermals ein Bombenattentat auf den Chef der Garnison, General Dumbadse, verübt worden, als dieser nach der Kaserne fuhr. Der General wurde leicht verletzt und schoß auf den davoneilenden Täter. Zwischen diesem und Soldaten entspann sich eine Schlägerei, doch gelang es ihm zu entkommen. Der Kutscher und zwei den General begleitende Soldaten wurden schwer verwundet. ** Die Bauern veranstalten jetzt auf eigene Faust Pogroms im kleinen. In dem Flecken Newjerino ermordete eine Bande jugendlicher Bauern in der Nacht eine ganze aus Mann, Frau und zwei Kindern bestehende Judenfamilie sowie einen Arbeiter und eine Arbeiterin. Die Polizei nahm drei Mörder fest. England. ** In der radikalen Presse werden der Regierung scharfe Vorwürfe über die Behandlung der Zulus in Natal gemacht. Nachdem der Aufstand unterdrückt worden war, herrschte in vielen Provinzen eine wahre Hungersnci, und es wäre Pflicht der Behörden gewesen, dafür Sorge zu tragen, daß den Zulus Hilfe geleistet werde. Nach den Angaben der Zeitungen aber unterließen es die Behörden, ihre Pflicht zu erfüllen, so daß viele Eingeborene buchstäblich verhungerten. Die Leichen verHungerter Zulus aber blieben angeblich auf den Straßen und auf den Feldern liegen. Die Behörde in Natal erklärt diese Vorwürfe für unberechtigt. Balkanftaaten. ** Es verlautet, die bulgarische Heeresverwaltung beabsichtige, für das nächste Jahr die Erhöhung des stehenden Heeres um 10 Regimenter; zu diesem Zwecke sollen in das nächstjährige Budget des Kriegsministeriums etwa 10 Millionen Franks mehr eingestellt werden. Derfien. ** In Teheran fand Sonntag die feierliche Eröffnung des Parlaments statt, der der Schah, das diplomatische Korps, die Würdenträger, die Geistlichkeit und Vertreter der Armee beiwohnten. In der Thronrede wurde ausgeführt, daß der Schah sich bereits acht Jahre mit dem Plan getragen habe, Persien eine Konstitution zu geben. Gegenwärtig halte er das Volk für reif für die Selbstverwaltung, und er sei von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Bevölkerung die ihr gewährte Freiheit nicht mißbrauchen, und daß das Parlament die Regierung bei ihren auf den Fortschritt gerichteten Bestrebungen unterstützen werde. Die Thronrede wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die ganze Bevölkerung ist freudig bewegt. Am Abend fand eine Illumination statt. Afrika. ** Die Unruhen in Marokko haben leider bedauerliche. Uebergriffe gegen Deutsche zur Folge gehabt. Nach einer Meldung aus Tanger soll ein deutscher Kaufmann in Marrakesch auf der Straße angegriffen und der dortige deutsche Konsularagent mißhandelt worden sein. ** Eine franzosenfeindliche Stimmung in Algier macht sich in letzter Zeit bemerkbar. In der Nähe von Buira wurde eine Patrouille von 10 Gendarmen unter Führung eines Leutnants von etwa 1000 Eingeborenen mit Gewehrschüssen und Steinwürfen empfangen, 6 Gendarmen wurden verwundet. Die Gendarmen antworteten mit Revolverschüssen. Der Generalgouverneur hat eine Untersuchung angeordnet und Gendarmerieverstärkung nach Buira entsandt. Kleine politifche Nachrichten. Berlin, 9. Oktober. In angeblich gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß der Landwirtschaftsminister v. Podbielski 26. September ein formelles Entlassungsgesuch eingereicht hat. am Göttingen, 9. Oktober. Dem Gendarmerie- Oberwachtmeister Nagel ist anläßlich seiner Pensionierung vom Kaiser der Charakter als Leutnant verliehen und ihm die Erlaubnis erteilt worden, die Uniform des Regimentes zu tragen, bei dem er zuletzt aktiv gedient hat. Konstantinopel, 9. Oktober. Die Regierung fauft in Rußland und Ungarn alle nur irgend brauchbaren Pferde auf. Auch in Anatolien kauft die Regierung Pferde zu hohen Preisen. Hof und Gefellschaft. *** Der Reichskanzler Fürst von Bülow beabsichtigt, am 15. d. M. aus Homburg v. d. H. in Berlin einzutreffen, um die Geschäfte von hier aus weiterzuleiten. * ** Aus Wien wird gemeldet, daß Erzherzog Otto an schwerer Bronchitis erkrankt sei. Die Erkrankung erscheine bedenklich wegen des nstandes, daß der Erzherzog seit der Operation am Kehlkopf durch eine Kanüle atmen muß. Soziales Leben. X Streifende Sägemühlenarbeiter haben in Buckingham und Umgegend versucht, den Betrieb der Mühlen zu stören. Aus diesem Grunde mußte die Polizei einschreiten, welche auf die Ausständigen feuerte, von denen drei getötet und elf verwundet wurden. Miliztruppen find mit einem Maschinengewehr mittels Sonderzuges nach dem Schauplatz der Un ruhen abgefahren. Eine grobe Taktlosigkeit. Dg. Berlin, 9. Oftober. Die in der Gegenwart besonders grassierende Manie, alle möglichen wichtigen und unwichtigen Aufzeichnungen hervorragender Leute nach ihrem Tode zu veröffentlichen, hat jüngst wieder zur Publizierung einer Anzahl Tagebucholätter des dritten Reichskanzlers Fürsten Chlodwig Hohenlohe geführt. Die Aufzeichnungen enthielten kaum etwas Neues und wenn fie überhaupt Beachtung fanden, in einem Teil der Presse sogar sensationell aufgebauscht wurden, so hatte das seine Ursachen in der Erinnerung an den Rücktritt des Fürsten Bismarck vom Amte im März 1890. Die Vorgänge waren längst bekannt, die Meinungsverschiedenheiten zwischen Kaiser und Kanzler sind bis zum Ueberdruß besprochen und erläutert worden. So mußte sich das Interesse lediglich an die von Fürst Hohenlohe zweifellos nur zum persönintimer lichen Gebrauche niedergeschriebenen Vorgänge Natur flammern, denen nur sehr dürftiger historischer Wert beizumessen ist. Dafür bieten derartige Dinge natürlich der Klatschsucht und der Médisance willkommene Leckerbissen. Da wird erzählt von der Erregung, die sich des Kanzlers bei den der Entlassung vorhergehenden Unterredungen bemächtigt haben soll, fast sieht man nachträglich noch das Tintenfaß in der Luft herumfliegen, von dem die Rede ist. Ein gewissenhafter Chronist stellt sogar fest, im Konferenzzimmer sei gar kein Tintenfaß vorhanden gewesen. Ein Hamburger Blatt setzt noch einen besonderen Trumpf auf, indem es die welterschütternde Enthüllung bringt, die Verstimmung des Kaisers gegen Bismarck sei so stark gewesen, daß, als der Monarch eines Tages mit dem Kanzler zum Reichskanzlerpalais fuhr und man über die gegen Rußland zu beobachtende Politik in Differenzen geriet, der Kaiser den Wagen plötzlich halten und den Fürsten aussteigen ließ. Alle diese Enthüllungen" sind heute natürlich vollständig. zwecklos. Höchstens sind sie geeignet, Empfindlichkeiten im Auslande zu wecken, wenn die Erwägungen über das Verhalten Deutschlands gegen diese oder jene Macht gestreift und höchst unnötiger Weise blokgelegt werden. 6. 33. FEEEEEE ex en a BESE 11. Wege ehrlicher Arbeit. Was haben Sie hier noch ermittelt?" jungen Etwold gewarnt hätte, um ihn so los zu werden für zu Vermögen und Ansehen gekommen, als auf dem geraden Es wäre nicht unmöglich, daß er den Und warum nicht? Es find wohl mehr auf Schleichwegen Mensch wirklich so verwegene Hoffnungen hegen fönnte?" ,, Sie meinen," fragte Soltmann erschreckt, daß dieser mit einem elenden Pflichtteil begnügen muß." lich alles an fich zu raffen, während der legitimte Erbe fich twold heiratet und fich zum Sozius machen läßt, um end= immer. in Ihren Kreisen." Spielraum."- dort aus zur Bahn." Ich nehme die Sachen mit in mein Hotel und sende sie von Werden Sie die Koffer schon hier expedieren?" Ach so, wegen der Adresse meinen Sie? Nein, nein. Aber es ist doch nicht zu ändern." Und gibt der Vermutung den weitesten Garderobe und Wäsche sagen, was hiervon Wert hat und was Unter Umständen sehr viel. barum nehmen wir das ganze." Und was fönnen Ihnen die Gegenstände nüßen?" nicht Wir fönnen jetzt noch nicht wenigstens zumeist für uns fonnte. fchitrte, ausgegangen". einer von uns wollte; nun, und ich tat das sicher nicht". " Ich ebensowenig", sagte Duprat trotzig. haben auch noch andere Mittel und Wege, um zur Kenntnis seiner versichern wollte, ist er spurlos verschwunden". " Fast scheint es, als wenn danne Warnung von Es hatte einen spöttischen, lauernden Ausdruck. ,, Das wäre sehr wunderbar! Dann müßte ihm doch Residenz sodaß der Kommerzienrat sein Gesicht nicht sehen verraten haben, was der Kommissar hier Duprat bückte sich zum Feuer, in dem er ,, Solche Leute thm gelebt haben; aber in bem Augenblic, wo man fich Phentinte vermag. rheber Menus nicht au grabien Speisekarte Bierschriften zengen ist start, der Stift des Hauses. deutlichen deutschen Schrift zu betätigen. wolte, seine Kunstfertigteit in schlichter Ausführung einer des Restaurants und für die Augen der Gäste wäre es aller dings etwas vorteilhafter, wenn Karl fich darauf beschränken ja von einem Hervorragenden Kunstgeschmad; für den Betrieb Speisekarte in der engeren Heimat. nun aber erst in das Ausland, so ist er zunächst verraten So viel Mithen, soviel Ernst erfordert das Studium ber Kommt Michel Schulze wohl im Hinblick auf diese Wöglichkeit hat der Kaiser an den Fürsten Philipp zu Hohenlohe Schillingsfürst, den Senior- Chef des Hauses, nach Schloß Podjebrad in Böhmen eine Depesche folgenden Inhalts gerichtet: " Lese soeben mit Erstaunen und Entrüstung die Veröffentlichung der intimsten Privatgespräche zwischen Deinem Vater und Mir, den Abgang des Fürsten Bismard betreffend. Wie fonnte es zugehen, daß dergleichen Material der Deffentlichkeit übergeben werden konnte, ohne zuvor Meine Erlaubnis einzuholen? Ich muß dieses Vorgehen als im höchsten Grade tattlos, indiskret und völlig inopportun bezeichnen, da es unerhört ist, daß Vorgänge, die den zurzeit regierenden Souverän betreffen, ohne seine Genehmigung veröffentlicht werden." Der Fürst ist der älteste Sohn des ehemaligen Reichslanzlers Hohenlohe. Er antwortete alsbald dem Kaiser, er habe von der Art der Veröffentlichung der Memoiren des Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe- Schillingsfürst gar nichts gewußt. Die Lemoiren seien Eigentum seines Bruders Alexander und würden von Professor Curtius in Straßburg herausgegeben. Er selbst habe von ihrem Inhalt keine Kenntnis gehabt, habe auf die Veröffentlichung feinen Einfluß, sei aber entrüstet darüber, daß gerade dieser Teil der Memoiren jetzt veröffentlicht wurde, und müsse sagen, daß der Kaiser über diese Veröffentlichung mit Recht ungehalten sei. Auf dem Prinzen Alexander von Hohenlohe, der ein Reichsamt als Bezirkspräsident von Ober- Elsaß bekleidet und dem Professor Curtius bleibt also die Verantwortung hängen. Dr. Curtius erklärt derdings, die Veröffentlichung der Auszüge aus dem Memoirenwert sei ohne sein und des Prinzen Alexander Vorwissen erfolgt. Immerhin werden die Herren fich nicht so leicht entschuldigen fönnen. Sie haben den für Waschküchen- Konversation schwärmenden Leuten eine Freude bereitet. Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Ein Gedenkblatt zu feinem 100jährigen Todestage. 10. Oftober 1906.. - - Ein genialer Sproß des Hohenzollernhauses, Prinz Louis Ferdinand, der preußische Alcibiades", hat vor 100 Jahren auf dem Schlachtfelde von Saalfeld, erst 33 Jahre alt, den Heldentod fürs Vaterland gefunden. Prinz Louis Ferdinand war der zweite Sohn des Prinzen August Ferdinand, des jüngsten Bruders Friedrich des Großen. Er wurde zu Berlin am 18. November 1772 geboren. Schon in seiner Jugend zeichnete er sich durch Mut, Herzlichkeit und Güte aus. Als er 17 Jahre alt in das Heer eintrat, befestigte sich dieser Sinn noch mehr. Jeder Gemeine war ihm ein Kamerad. Daß er Rang und Stand als etwas Zufälliges ansehe und bor allem den ,, Menschen" achten wollte, bezeigte er durch Wort und Tat. Den Verwundeten bewies er die größte Fürsorge. Als in einem Gefechte die Desterreicher einen Verwundeten, der nach Hilfe schrie, zurückließen, schritt der Prinz selbst fühn durch den Kugelregen, rettete ihn aus dem feindlichen Feuer und brachte ihn glücklich in Sicherheit. Diese Tat machte im ganzen Heere Aufsehen, mit Begeisterung nannte man seinen Namen. Eine unglaubliche Kühnheit, eine Verachtung jeder Gefahr zeichnete ihn aus. Er war in hohem Grade geistreich, von feiner Lebensbildung, voll Wizz, Belesenheit und Talenten mancher Art, unter anderen für die Musik, denn er konnte auf dem Klaviere als ein Meister gelten. Die Musiker und Virtuosen wollten sein Urteil, suchten seinen Schutz. Der erste Unterricht war infolge der vielen Hoffestlichkeiten, denen die Prinzen beiwohnen mußten, infolge der Lebhaftigkeit des Prinzen Louis, der den Lehrstunden so oft als möglich entsprang, von geringem Erfolge gekrönt. Desto eifriger war er später bemüht, das Versäumte nachzuholen. Unermüdlich arbeitete er an seiner eigenen Ausbildung, gewöhnlich 8 Stunden des Tages. metter unterhalb an der Saale siano, zu Hülfe fommen werde und da er die französische Armee geringer zahlreich hielt, in Wirklichkeit waren es 30 000 Mann, ließ er sich, um das weitere Vordringen im Saaletale zu hindern, in einen Kampf ein, der, nachdem sich die Preußen fünf Stunden ang wader gehalten, zu ihren Ungunsten sich entschied. ie Reiterei konnte die feindlichen Massen nicht hemmen, die zusammengeschossenen Bataillone mußten weichen, die erhofft Unterstüßung fam nicht. Der Prinz wollte nicht zurück, auf einer Wiese ordnete er versprengte Jäger zu neuen Kampfe, aber ein Getümmel von fliehenden Reitern und Fußvolk rip ihn mit fort. Um nicht gefangen zu werden, mußte er über einen Zaun sezen, aber sein Pferd blieb mit einem Fuß hängen, ein feindlicher Reiter sprengte heran und hieb den Prinzen in den Hinterkopf, der Prinz verteidigte sich durch einen Säbelhieb, da empfing er durch einen französischen Husarenwachtmeister zwei tödliche Wunden in die Brust, er sant vom Pferde und am Ufer eines kleinen Baches gab er seinen Geist auf. Seine Leiche wurde von den Franzosen nach Saalfeld gebracht, und daselbst in der Fürstengruft beigesetzt, später wurde sie nach Berlin übergeführt und dort im Dome am 21. März 1811 feierlich bestattet. Seine Schwester, die Fürstin Radziwill, ließ 1823 an dem Orte, wo der geliebte Bruder fiel, bei Wölsdorf, ein funstvolles Denkmal errichten. General Clausewitz sagt in seiner trefflichen Charakteristik des Brinzen: Er fand den Tod, weil er wie Talbot von der Erde, die zum Schlachtfelde diente, wie von seinem Schilde nicht lassen wollte und dies ist der letzte und unumstößliche Beweis seiner gerechten Ansprüche auf Ruhm und Größe." A. B. " 1 Nab und fern. † Massenvergiftung durch verdorbene Wurst oder schlechtes Wasser. In dem Aachen benachbarten holländischen Grenzorte Vaals sind 30 Familien, insgesamt etwa 100 Personen, an Vergiftungserscheinungen schwer erkrankt. Man vermutet Vergiftung durch Wurst oder verseuchtes Wasser. Die Kinder sind besonders stark betroffen. Aus Aachen sind zur Feststellung der Ursache Aerzte hinzugezogen worden. Vor allem beseelte ihn glühende Vaterlandsliebe und bewunderungswürdige Tapferkeit. Welche Freude hatte er, als die Ereignisse den Krieg 1806, den das vorsichtige Ministerium Haugwig in letzter Stunde noch vermeiden wollte, herbeiführten. In hervorragender Weise zeichnete er sich bei der Belagerung von Mainz 1793 aus; viele einzelne Stämpfe um die Zahlbacher Höhen und Weisenau bestand er glücklich, da sollte eine kleine Schanze, die den Fortschritten der Belagere. sehr hinderlich war, mit Sturm genommen werden. Prinz Louis erbat sich die Gunst, diesen Angriff zu befehligen. Die Schanze war gut verteidigt, besonders auch durch Reiterei, die auf günstigem Boden vorsprengte. Prinz Louis erhielt daher Reiterei und Fußvolt, ließ durch jene die feindlichen Reiter zurückwerfen, und er selbst an der Spize der Grenadiere von Manstein sturmte die Schanze, er war der erste, der sie erstieg, mit gefälltem Bajonett folgten seine Grenadiere, die sein Beispiel begeisterte. Dabei wurde der Prinz durch eine Kartätschenkugel am Bein verwundet. Auf einem Kahn wurde er nach Mannheim verbracht, wo er bei der ihm eigenen unruhigen Beweglichkeit nur langsam genas, König Friedrich Wilhelm II. beglückwünschte die Eltern zu ihrem Sohne. Ebenso focht er mit besonderer Auss zeichnung im Jahre 1794 bei Edesheim in der Pfalz, wo er mit sechs Kompagnien das Treffen entschied und in den letzten Kämpfen bei Kaiserslautern. Nach dem mit Frankreich unterzeichneten Frieden lebte er bei seinem Regimente in Magdeburg, dieser Aufenthalt wurde jedoch vielfach durch seine Reisen nach Berlin und nach Desterreich unterbrochen. In dem Kreise, der den Prinzen umgab, tauchte der Gedanke auf, dem Uebergewicht Frankreichs einen Bund Preußens und Lesterreichs entgegenzusehen. Der Plan eines mitteleuropäischen Bündnisses ist damals von dem Prinzen mit Feuer ergriffen und zu verwirklichen erstrebt worden. Leider mißlangen seine Bestrebungen, hauptsächlich durch die Befürchtungen Friedrich Wilhelm II. und seiner Ratgeber durch den Abschluß einer Alianz mit Cesterreich angesichts der drohenden Haltung Rußlands den festländischen Krieg zu beschleunigen. Der für franzosenfreundlich geltende Minister Haugwizz hatte Ende Januar 1806 den König zum Abschlusse eines Vertrags mit Frankreich und zur Demobilisierung der Armee veranlaßt. Grollend da.über zog sich der Prinz ganz zurück und suchte durch Jagdvergnügungen Berstreuung. Eine Crenzverletzung durch die Franzosen bei Ansbach gab die Veranlassung, daß das preußische Heer im August wieder in die Waffen gerufen wurde. Die Aussicht auf den Kampf und namentlich auf einen Offensivfrieg hob seine Stimmung; die Unsicherheit in der Leitung der Armee erfüllte ihn mit Besorgnis. Nicht ohne Todesahnung nahm er Abschied von den Seinen. Gegen die in das Saaletal heranrückende französische Armee war ihm die Vorhut der preußisch- sächsischen Truppen, etwa 7000 Mann, anvertraut. Da er der festen Ansicht war, daß das Korps Hohenlohe, das † Erdbeben in Schweden. In der Gemeinde Nordingra wurde in der Nacht zum Sonntag eine heftige, von unterirdischem, donnerähnlichem Getöse begleitete Erderschütterung verspürt, die sich in der Richtung von Westen nach Osten bewegte und von starkem Wind und Regen begleitet war. † Deutsche Eisenbahn für Siam. Das Angebot einer deutschen Gesellschaft auf Lieferung von Eisenbahnmaterial im Werte von 19 532 Pfund Sterling ist angenommen worden, desgleichen das Angebot einer englischen Gesellschaft im Werte von 37 266 und einer belgischen Gesellschaft im Werte von 10 980 Pfund Sterling. † Wertvolle Ex libris- Sammlung. Der fürzlich in München verstorbene Graf Emich von Leiningen- Westerburg hat eine wertvolle, über 20 000 Stück umfassende, bis ins Jahr 1270 zurückreichende Ex libris- Sammlung, die als die größte des Kontinents gilt, dem germanischen Museum in Nürnberg zu dessen 50 jährigem Jubiläum testamentarisch zum Geschenk gemacht. † Geldschrankknacker an der Arbeit. In das Abzahlungsgeschäft von Grätz in der Münzstraße in Berlin ist ein verwegener Einbruch verübt worden. Die Diebe sprengten die eiserne Haustüre sowie die Korridor- und Stubentüren und machten sich dann daran, den Geldschrank zu erbrechen. Der Schrank leistete ihren guten Werkzeugen nicht lange Widerstand. Sie erbeuteten 800 Mork in bar und Juwelen, deren Wert auf 30 000 Mart angegeben wird. Von den Dieben fehlt bisher jede Spur. † Liebesdrama. Der Buchhalter Trespe aus Kassel erschoß sich aus verschmähter Liebe zu einer Verkäuferin, nachdem er versucht hatte, das Mädchen zu erdolchen, es aber nur unbedeutend verletzt hatte. Bunte Cages- Chronik. Berlin, 9. Oktober. Das Schwurgericht am Landgericht III verhandelte gegen die Frau Berger, die ihr einjähriges Kind vergiftete und ihre vierjährige Tochter zu töten versuchte. Frau Berger wurde freigesprochen. - wurde der rühmlichst befannte Heldendarsteller des Frant furter Schauspielhauses, Richard Kirch, gewonnen. Jm Laufe des Winters veranstaltet der Verein ferner eine Jbsen- Gedächtnisfeier, bestehend aus Vortrag und Rezitationen, sowie einer Aufführung der Frau vom Meer", als welche Anmeldungen Frene Triesch Berlin gaftieren wird. zur Mitgliedschaft des Vereins werden noch von Herrn Challier, Neuenweg, entgegengenommen, jedoch baldigst er beten, da die Verlosung der Sperrsize in Kürze vor genommen wird. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 5 t., er wird aber bei Entnahme eines Abonnements auf die 6 Vorstellungen wieder gut geschrieben. Die Mitglieder haben ferner Preisermäßigung bei den Stadt- Theater Abonnements und auch bei den Tageskarten der TheaterVereins Vorstellungen. Leipzig, 9. Oftober. In der Maschinenfabrik von Karl Krause wurde der an einer Bohrmaschine beschäftigte Eisenbohrer Glauch vom Getriebe der Maschine erfaßt und in die Höhe gehoben. Hierbei wurde ihm ein Arm vollständig aus dem Leibe gerissen. Kurz nach seiner Einbringung ins Krankenhaus erlag er der schweren Verlegung. Weimar, 9. Oftober. Der Inhaber der Karlsmühle Eberhard Niere ist gestern abend unter Mitnahme vieler Wertsachen verschwunden. Krenzburg D.-S., 9. Oktober. Heute mittag bald nach 12 Uhr brach im Silo der hiesigen Genossenschaftsmühle Großreuer aus, das sich schnell auf das ganze Etablissement ausdehnte. Auch die katholische Kirche ist bei dem herrschenden Ostwinde in Gefahr. Lemberg, 9. Oktober. Bei der Station Laser entgleiste der Chabowfa- Zakopaner Personenzug. Vier Personen wurden schwer, sechzehn leichter verletzt. Paris, 9. Oktober. Ein junger Amerikaner von 23 Jahren, namens William Siert, tötete sich gestern aus Schmerz darüber, daß die Amerikaner das Vanderbiltrennen verloren haben. Lokales. *** Die vom Bürgerverein Gießen auf den morgigen Donnerstag anberaumte öffentliche Bürgerver: sammlung ist wegen Verhinderung des Referenten bis zur nächsten Woche verschoben worden. in einem U ggeplant. Di igen Rugbarma Bet Gelegenhei Portoffelernte ang mutwilliger U der und Heden tet. Diefe wild Saushalte der Na vor den Raubz $ δρ. machen durch fone baber, we ftens die Nift- un Beitung& w ner in Frankfurt erbe Alabemie in ung in bas Beitur einigen technischer ben Gegenstand 2 Das Fußze hwarenhändler Stiefel geben igerung der Fleife ng des Fleiffonfu lachtungen und ein eradezu zu einer Ralo Die Subfabrita derpreifen rechnen un die Breife zu erh Die Zählun zuverläffige Nachwe bilmefens im Reichsg ler bie Aufstellung Ciefe follen fich in der B. Das Volkstümliche Konzert" des Bernhardtschen 8ither, und Mandolinen. Chors hat dieselbe Anziehung ausgeübt, wie die vorher. gehenden. Der Saal des„ Hotel Einhorn" war gefüllt von Mufitliebenden, die den Darbietungen mit Interesse folgten. Der Verein hat sich bekanntlich die Pflege des Zitherspiels und der verwandten Jnstrumente auf höherer Grundlage zur Aufgabe gemacht und strebt diesem Ziele unter der bewährten Leitung seines Dirigenten Herin Wigand Gernhardt mit großem Eifer entgegen. Dementsprechend bewegten sich die Vorträge nicht in den landläufigen leichteren Tänzen und Ländlern 2c., sondern suchten sich tonzertmäßig zu ge stalten unter Bewältigung schwieriger, mehr orchestraler Aufgaben, soweit sie sich für Bither eigneten. En hübscher Marsch Grenadiermarsch aus der Zeit Friedrichs des Großen" von Quanz, vom ganzen Chor, unter Verwendung sämtlicher Instrumente, mit großer Verve vorgetragen, bildete die Einleitung. Diesem folgten Blau Blümlein", Tonstück für Schlagzither von Joh. Pugh und das gern gehörte Lied von Becker, Das Kirchlein". Denselben Beifall fanden die Gavotte" von Gluck, Nachtgesang" von W. Gernhardt ( Männerchor mit Bitherbegleitung), sowie die von Damen und Herren gesungenen Tirolerlieder" mußten ihrer beifälligen Aufnahme wegen wiederholt werden. Angenehme Abwechslung bot das neuerdings eingeführte ungarische Instrument 8ymbal", dessen gewaltige Afforde vereint mit Violine und Mandoline, die Zuhörer in höchster Stimmung hielt. Ungeteilter Beifall wurde den Vortragenden zu teil, welche wiederholt mit Zugaben quittieren mußten. Das gleiche gilt dem Solisten für Verraphon" dissen nasses Instrument die Anwesenden entzückte. Den Schluß bildete der obengenannte Marsch von Quanz, welcher auf allgemeinen Wunsch eingeschaltet wurde. Alles in allem kann das Konzert als wohlgelungen bezeichnet werden. Der Erfolg wird hoffentlich ein Ansporn zu neuem Schaffen sein. H * Post Personalien. Versetzt sind: die OberPostpraktikanten Lient von Bad Nauheim nach Schwerin und Scheske von Berlin nach Bad Nauheim; die OberBostassistenten Heinrich Fischer von Gießen nach Offenbach; der Bostassistent Leißring von Könige- Wufterhausen nach Gießen. Angenommen sind: als Postgehilfe: Hinrich Wahi in Ortenberg; als Telegraphens gehilfin: Wilhelmine Martloff in Friedberg. - ** Eine in Großen- Linden abgehaltene Vertrauens männer- Versammlung des Bezirks Gießen beschloß, in die Landwirtschaftskammer Weil- Lang- Göns und in den Ausschuß für die Provinz Gilbert Heuchelheim und Hirz- Wagenborn- Steinberg zu wählen. " " * Die Seife wird teurer. In Gießen fand eine sehr gut besuchte Versammlung der Seifenfabrikanten von Hessen, Hessen- Nasseu und dem Rheinland statt, die beschloß, infolge der ganz enormen Preissteigerung der Rohmaterialien eine Erhöhung der Preise für Kern und Schmierseifen vor. zunehmen. Diese einstweilen festgesetzten Preise sind jedoch, wie aus beteiligten Kreisen mitgeteilt wird, nur als ein Uebergang zu noch höheren zu betrachten, da sie der heutigen Marktlage noch lange nicht entsprechen. Es wird daher nächstens eine weitere Verteuerung eintreten. s. Der Theaterverein Gießen beginnt seine Vorstellungen am Freitag, dem 26 d. M. mit einer zum Gedächtnis Heinrich Laubes stattfindenden Aufführung des „ Grafen von Essex". Als Vertreter der Titelrolle * Nach dem Jahresbericht des evangelischen Bundes, zählt der Bund gegenwärtig 1506 Zweigvereine mit 300 000 Ritgliedern. Die Zahl der ersten hat seit dem vorigen Jahre um nahezu 400, die der Mitglieber um über 40 000 zugenommen. § Der Ausbau der Bahn Marburg- Drei hausen nach Station Mücke soll nunmehr beschlossene Sache sein. -e- Die Hauptversammlung des hessischen Landes verbands des Deutschen Flottenvereins findet Sonntag, den 14. Oftober im Saale des Festspielhauses zu Worms statt. Die Verhandlungen beginnen vormittags 11 Uhr mit folgender Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Rechnungsablage und Entlastung des Schaßmeisters. 3. Vortrag des Voranschlags für 1906. 4. Bericht über die Hauptversammlung in Hambura. 5. Schülerfahrten, Lehrerfahrten, Gesellschaftsfahrten. 6. See- Wohlfahrtspflege des Deutschen Flottenvereins. 7. Bor trag des Generalleutnants z. D. Korwan über„ Unsere Lage na Annahme der Flottenvorlage." riebenen Arten von 11. Januar 1907 1 bungswide beziehe glide, im Privatbef * Der Buchbruckertarif. Im Hotel Drexel zu Frankfurt fand Sonntag eine Versammlung der tarifireuen Buchdrucker Prinzipale des Kreises 3 statt, zu dem Frant furt, Darmstadt, Mainz, Worms, Gießen, Kassel und Um gegend gehören. Sowohl aus dem Referat des Prinzipal vertreters E. Mahlau wie aus der Diskussion ging hervor, daß die Buchdrucker- Prinzipale von einem sozialpolitischen Geiste erfüllt sind, der mancher Unternehmergruppe zum Vor bild dienen fann. Mehrmals wurde betont, daß man fich aus dem Gerede über den sozialdemokratischen Charakter ber Buchdrucker- Gewerkschaft nichts mache.( Unseres Wissens fann von einem solchen Charakter überhaupt nicht die Rede sein, da das Statut des Buchdrucker- Verbandes ausdrücklich jede politische und religiöse Frage ausschließt. D. Red). Es sei anzuerkennen, daß jeder selbstbewußte Arbeiter einer Organisation beitreten müsse. Die Dinge hätten sich so ent wickelt, daß der Buchdruckerverband der allein maßgebende sei, und damit habe man sich einfach abzufinden. * Großzügige Pläne, Wasser, Licht und Kraft womöglich für die ganze Provinz Oberhessen zu beschaffen, bezwickt ein vom Provinzialausschuß dem Provinzialtag unterbreiteter Antrag. Nach diesem Antrage ist durch Anlage eines Wasserwerks bei Inheiden die Versorgung eines großen Teiles der Kreise Friedberg, Büdingen und Gießen, durch Anlage eines Elektrizitätswerts bei Lißberg die Abgabe von elektrischem Licht und Kraft an die Ge elerer Perfonenbefö folde Erhebunge norben Jm große 500, 400, 300, und Eger Som Lande. D le sommerlich schö den nächsten Tagen bojährigen reichen Frigen bezüglich der et surud. kr. Klein- Linden. 28.000 Mt. in den Be gegangene Wirtschaft En übernommen worder fe bat den Sparta Son Sinsberg, Dindberg hat es diesma nte gegeben. In d in Bogenladungen Entionen Abendstern B- Lollar. Es loh um das Abpflück * Homberg, 9. Ainy nbach, 9. D Sandpiter Kaufman ige Gegend erst b e wieder abgeben, den sein soll. Für de ec gemeinscha haufen gepachtet O mt. jährlich bez O Mt. und der M rden. * Hohenfolms, 9. , die zur Bernic hrt hat, ist unser Fürstlichen Guta Sornivius von injhaftliche Schlaf in der 22jährig on im Bette lag, rate Hornibing fich a ritiche, von dene balbiger ärztlicher blutung. Der La Mündholzhauf bebauerlicher Vorad e ereignet. Der 18 A bon der Arbeit f ten und batte feiner Hochfeines Salonpiant uefter Ronftruttion, in odern, fast neu, ist mit ein billig abzugeben. fragen unter.70 Prima Speisekarto Somie ste Salatka liefert billigt J. Hank Biegen, Schlogga 33. FREE er en BESE a m. meinden in einem Umkreise von 30-40 Kilometern von Bißberg geplant. Dies soll den Anfang bilden zu einer allmählichen Nuzbarmachung der Wasserschäße der Proving Oberhessen. Deldendarsteller des Fram Rird, gewonnen. Ja der Verein ferner ee Vortrag und Rezitationen, u vom Meer", als metge en wird.- Anmeldung werden noch von Seta jelten mutwilliger Unfug getrieben, indem man auch men, jedoch baldigft tre Sträucher und Hecken auf Feldrainen mit anzündet und * Bei Gelegenheit der gegenwärtig, wie immer zur Zeit ber Kartoffelernte anzutreffenden Kartoffelfeuer, wird nicht Sperrfige in Kürze vor beitrag beträgt 5 t., bei den Stadt- Theater vernichtet. Diese wildwachsenden Büsche gehören jedoch auch um Haushalte der Natur, sie gewähren den kleinen Vögeln Abonnements auf die Schutz vor dem Raubzeug, und wie die fleinen Sänger sich frieben. Die Mitglieder müßlich machen durch Vertilgung der Insekten, ist bekannt. Tagestarten der Theater wenigstens die Nift- und Brutpläge unserer fleinen gefiederten Gießen auf den morgign Man schone daher, wenn durchaus angezündet werden muß, Freunde. * Zeitungswesen. Der Zeitungsverleger Friß stehenden Maurer Friedrich Mampoteng 1. gefragt, wo die Mutter wäre. Der Vater, der, wie schon öfters, auch dies mal betrunken gewesen sein soll, ergriff daraufhin eine Art und drang damit auf seinen Sohn ein. Der Sohn retiriert? auf den Hof und sein Vater folgte mit der Art nach. Der Sohn soll nunmehr die Art abgewehrt und seinem Vater einen Stoß versetzt haben, sodaß letteren in dem am Gehöft der Mampotengs dicht vorüberfließen Bach stürzte. Als der Betroffene aus dem Bach herausgezogen wurde, war er tot. Der auf solche Weise zum Mörder des eigenen Vaters gewordene junge Mensch wurde heute Vormittag in das Weglarer Gefängnis verbracht. * Gelnhausen. Der Kaiser trifft am 14. Oftober 8.50 Uhr mit dem Hofzug in Geinhausen ein. Sofort nach der Ankunft fährt er im Automobil nach der Marienkirche und nimmt am Gottesdienst teil. Nachher begibt sich der derung des Referenten bis Gewerbe- Akademie in Friedberg über das Thema„ Ein- ursprüngliche Rathaus von Gelnhausen ist. Von dort fährt ntliche Bürgerber. Reißner in Frankfurt wird im Wintersemester an der hess. Kaiser in das Romanische Haus, das vermutlich das orden. führung in das Zeitungs- und Reklamewesen" lesen und auch Ciche Konzert" des an einigen technischen Hochschulen Deutschlands über den und Mandolinen. gleichen Gegenstand Vorträge halten. ausgeübt, wie die vorher * Das Fußzeug wird teurer. Vom Verein der Die enorme Einhorn" war gefüllt bin Echuhwarenhändler wird geschrieben: Die Preise für Schuhe Engen mit Intereffe folgten und Stiefel gehen weiter in die Höhe. Die Pflege des Bitherspiels Eteigerung der Fleischpreise und der dadurch bedingte Rück. er nach der Staufischen Kaiserpfalz. Nach deren eingehenden Besichtigung geht die Fahrt nach dem Hofzug zurück, in dem das Frühstück eingenommen wird. Punkt zwei Uhr fahren dret Automobile mit dem Kaiser und sechs Herren des Gefolges nach Meerholz zur Trauung der Gräfin Ortrud von Isenburg- Büdingen und des Herzogs von SchleswigHolstein ab. Um fünf Uhr fährt der Kaiser von Meerholz die staatlichen und städtischen Behörden erfolgt in Gelnhausen ** *** Postbericht. Im Winterhalbjahr 1906/07 werden folgende Eisenbahnzüge zur Postbeförderung benußt.( Es bedeuten: nur Beförderung von Briefen, nur Beförderung von Pateten, † Beförderung von Briefen in geschlossenen Beuteln,() Benußung nur an Werktagen; alle nicht mit** und+ bezeichneten Züge führen Bahnposten mit Briefkasten.) a) Richtung noch Frankfurt( Main) 245 501* 519* 654+ 802* 825** 1013( 1205+) 1210 217 440** 504 555 732 819 913 919 b) Rituna nach Cassel 1237* 114** 151 40 715 818 1016 1205 130 241** 312 505 808 98 1145* c) Richtung nach Coblenz 459 556 810 1210( 504) 556+ 831 d) Richtuna nach Cöln 427 647 817 1010+( 1239)( 325+) 612 1008+ e) Richtung nach Fulda 550 815+( 1206)( 246)( 307+)( 552+) 920 f) Richtung nach Gelnhausen 544 818+( 1234) 504( 845+) g) Richtung nach Lollar- Grünberg 5.38( 208)( 636+) h) Richtung nach Rodheim( Bieber) Biebertalbahn ( 600), 800,( 1055),( 625+) auf höherer Grundlage zur gang des Fleischkonsums zeigt einen weiteren Rückgang der im Hofzug nach Kronberg. Ein offizieller Empfang durch Biele unter der bewährten Schlachtungen und ein stetiges Teurerwerden der Häute, das Serin Wigand Gernhardt geradezu zu einer Kalamität für die Lederindustrie geworden nicht. Der Kreiskriegerverein, die andern Gelnhauser Ver- Landposten: mentsprechend bewegten sich ift. Die Schuhfabrikation muß ihrerseits mit den erhöhten Täufigen leichteren Tänzen Lederpreisen rechnen und war aus diesem Grunde gezwungen, auch die Preise zu erhöhen. eine und die Schuljugend bilden Spalier. * Groß- Karben, 9. Dft. Der Konturs des Arztes. Ueber das Vermögen eines praktischen Arztes in Groß- Karben wurde der Konkurs verhängt. Die Maßnahme kam um so überraschender, als der Arzt eine vorzügliche Praxis hat und als ein solider Mann gilt. E: soll in Wechselgeschäfte hineingeraten sein. Wie man hört, dürfte der Konkurs demnächst wieder aufgehoben werden, nicht aus Mangel an Mass, sondern umgekehrt, weil die Aktiva die Passiva überwiegt, so daß über 100 Pcozent herauskommen würden. Frankfurt a. M.( Heu und Strohmarkt.) Seu 3,20-3,40 mt. Stroh 2,80-2,90 M. Alles per Bentner. 1. nach Steinberg( 845). 2 " 3. " Wieseck und Altenbused 615( 830*)( 320). Lüzellinden 755( 420). " Krofdorf 715( 550) Beim Poftamt 1 treten die Schlußzeiten im allge meinen ein: Für gewöhnliche Briefsendungen 10-20 Min., für Einschreibebriefe 25-30 min., für Wertbriefe und Pakete 30-60 Min. vor Abgang der Züge. fich tonzertmäßig zu ge iger, mehr orchestraler Auf 4. * Die Zählung der deutschen Automobile. eigneten. En hüber Um zuverlässige Nachweisung über den Umfang des AutoSeit Friedrichs des Großer mobilwesens im Reichsgebiete zu erlangen, hat der ReichsInter Berwendung jämtlider fonzler die Aufstellung statistischer Erhebungen angeordnet. orgetragen, bildete die Ein. Diese sollen sich in der Hauptsache auf den Bestand der Blümlein", Tonſtück für verschiedenen Arten von Kraftfahrzeugen nach dem Stande 6 das gern gehörte Lieb vom 1. Januar 1907 und auf die Feststellung ihres Verenfelben Beifall fanben die wendungszweckes beziehen. Man beabsichtigt, im Kriegsfalle ang" von. Gernbart taugliche, im Privatbesig befindliche Kraftfahrzeuge zwecks ), sowie die von Damm snellerer Personenbeförderung anzukaufen. Früher schon lieber" mußten ihrer bris find solche Erhebungen vom Kriegsminister angeordnet bolt werden. Angenehme worden. gs eingeführte ungarische sp. Im großen Brennaborpreis( Preise valtige Attorde vereint mit 500, 400, 300, und 250 Mark) wurde Albert Schipte Sieger. kr. Klein- Linden. örer in höchfter Stimmung den Vortragenden zu teil, quittieren mußten. Das* Vom Lande. Die Kartoffelernte vollzieht sich „ Berraphon" dissen nasss bei dem sommerlich schönen Wetter schnell und dürfte schon ickte. Den Schluß bildete da in den nächsten Tagen beendigt werden. Im Vergleich zu 3. welcher auf allgemeinen der vorjährigen reichen Ernte, bleibt der Ertrag der diesAlles in allem kann das jährigen bezüglich der Menge wie der Güte der Kartoffeln gnet werden. Der Erfolg weit zurück. zu neuem Schaffen sein. rer. In Gießen fand ein: der Seifenfabrikanten vor heinland statt, die beschloß eigerung der Rohmaterialin ern- und Schmierseifen vor gefeßten Preise sind jedoch geteilt wird, nur als ein trachten, da sie der heutiger tsprechen. Es wird daher g eintreten. des evangelischen nwärtig 1506 Zweigvereine Zahl der ersten hat fit 00, die der Mitglieder um n Marburg- Drei soll nunmehr beschloßize des hessischen Lande Flottenvereins finde Saale des Festspielhauses ngen beginnen vormittag Tung: 1. Jahresbericht des Die vor wenigen Wochen für 28 000 f. in den Besitz des Herrn Lennert aus Krefeld übergegangene Wirtschaft zum Rangiertopf ist jetzt von ihm übernommen worden. * Kinz nbach, 9. Dft. Die hiesige Spar- und Darlehngfasse hat den Spartartenverkehr eingeführt. * Vom Dünsberg, 9. Oft. Auch in den Orten vom Dünsberg hat es diesmal eine überaus reiche 8 wetschenernte gegeben. In der abgelaufenen Woche gingen die ersten Wagenladungen nach Gießen zum Markt und den Stationen Abendstern und Kinzenbach an der Strecke Beglar- Lollar. Es lohnt sich aber bei dem weiten Trangport kaum das Abpflücken. Homberg, 9. Oktober. Wie bekannt möchte Jagdpächter Kaufmann Fließ von Düsseldorf seine in biefiger Gegend erst vor 2 Jahren gepachteten Jagden gerne wieder abgeben, da er mit dem Ergebnis unzuieden sein soll. Für die kleine Jagd zu Schadenbach, Holzhausen gepachtet hat, wurden früher noch nicht 200 Mt. jährlich bezahlt, und jetzt kostet sie jährlich 460 Mk. und der Wildschaden muß auch noch ersetzt werden. welche er gemeinschaftlich mit Herrn V. Steunen zu * Hohensolms, 9. Oft. Zum Schauplaß einer Blut e und = Voranschlags für 1906 geführt hat, ist unser friedliches Dorf geworden. Der auf dem Fürstlichen Gutshofe bedienstete 30 Jahre alte Knecht Karl Hornivius von her fam anscheinend betrunken in die en Flottenvereins. 7. Bor gemeinschaftliche Schlafstelle und betrug sich dabei so lärmend, daß ihn der 22jährige Gutstaglöhner Wilhelm Judt, der hon im Bette lag, zur Ruhe mahnte. Hierüber erbost, türzte Hormivius sich auf den Judt und vers zte ihm mehrere Messerstiche, von denen einer die Schlagader traf. Troß 83 statt, zu dem Frant alsbaldiger ärztlicher Hülf starb der Schwergetroffene an rsammlung in Hambur 1, Gesellschaftsfahrten. 6. forwan über„ Unsere Lage if. Im Hotel Dorel rfammlung der tarifreuen Gießen, Staffel und Um em Referat des Prinzipal er Diskussion ging hervor bon einem fozialpolitifden Internehmergruppe zum wurde betont, daß man fi Demokratifchen Charakter ber madhe.( Unferes Wiffen überhaupt nicht die Rebe ader Verbandes ausdiidii Vor rage ausschließt. D. d). elbfibewußte Arbeiter einer Die Dinge hätten fich fo ent nb ber allein maßgebende fach abzufinden. Waffer, Licht und Kraft & Oberheffen zu befaffen, fuß dem Provinzialtag refem Antrage ift durd Inheiden die Versorgun Friedberg, Büdingen un itätswerte bei Ligberg t und Kraft an die Be Ein Berblutung. Der Täter si bereits in Haft genommen. * Münchholzhausen, 9. Oft. Der Altohol. liefbedauerlicher Vorgang hat sich gestern Abend in unserem Drte ereignet. Der 18jährige Maurer Friedrich Mampoteng 2. war von der Arbeit tommend in das elterliche Haus getreten und hatte seinen Vater, den anfangs der 50er Jahre Hochfeines Salonpianino neuester Konstruktion, in Nußbaum, modern, fast neu, ist mit Garantie: idein billig abzugeben. Schriftl. Anfragen unter K. 70 a. d Exp. Prima Speisekartoffeln sowie Feinste Salatkartoffeln liefert billigst J. Hankel, Gießen, Schloßgaffe. * * Mainz, 9. Oftbr. Auf dem Rhein wird sich dieser Tage ein interessantes militärisches Schauspiel abspielen, indem die rumänische Regierung die in London gebauten 8 Torpedoboote auf dem Rhein- Main LudwigsKanal und Donau in Begleitung von rumänischer Besazung aber ohne Bewaffnung nach Rumänien transportieren läßt. Die Kriegsschiffe treffen, nachdem die deutsche Regierung die Erlaubnis zum Transport gegeben hat, wahrscheinlich heute in Mainz ein. * Darmstadt, 9. Okt. Erschossen hat sich gestern Vormittag in einem Anfall vervöser Ueberreizung Ministerialsekretär Regierungsrat Dr. Valkenberg. Das tragische Ende des Verstorbenen wird von allen, die den trefflichen pflichttreuen Beamten gefannt haben, lebhaft bedauert werden. ( Darmst. 8tg.) * Kassel, 9. Oktbr. Bei einer Besprechung über den Theater neubau teilte Generalintendant v. Hülsen in der Stadtverordnetenversammlung mit, das Hausministerium werde außer den bewilligten 600 000 Mt. noch einen weiteren Beitrag von 700 000 mt. erbitten. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 9. Oktober. Im August dieses Jahres wurde der Wagnerlehrling Heinrich Stauß von Marburg betroffen, als er im Begriff war, sich an einem fünfjährigen Kinde in der Werkstatt feines Meifters zu Friedberg in unfittlicher Weise zu ver Die Stadtbriefkasten werden werktags geleert zwischen 530-640 vorm., 830-940 v., 1020-1125 D., 11401250 Mitt., 300-410., 540-645 1., 720-805 n., 9271030 n, Sonntags zwischen 530-645 b. 1020-1125 b., 700 820 n.; genaueres ergeben die Leerungstafeln an den Briefkasten. Die eingesammelten Briefe gelangen mit der nächsten Beförderungsgelegenheit zur Absendung. Vom Postamt 2 Schulstraße gehen werktags Versande nach dem Postamt 1 und dem Bahnhof ab: 915* vorm., 1115 borm., 1255 nadm., 200* n., 415 n., 522* n., 555 n., 655 n., 735*.. 805 u. 850 n.; an Sonn- und Feiertagen: 915 b., 1255* und 200 n.; die Schlußzeiten treten ein für gwöhnl. Briefe 5 Min., für Einschreibebriefe 15 Min., für Wertbriefe und Pakete 30-40 Min. vor Abgang der Versande. *) nur Briefpoft. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 2. Es tönnen eingestellt werden: 3 landw. Arbeiter, 1 landw. Magd, Zieg let- und Steinbrucher, 2 Schlosser, 2 Schmiede, 1 Spengler, 1 Wagner, 3 Schreiner 1 jüngerer Schneider, 1 Buzzfrau fur einige Abendstunden, 1 Waschfrau, Erdarbeiter, 2 Installateure, 1 Arbeiter, 3 jüngere Hausburschen, 1 Hausmädchen, 1 Fahrbursche, 1 Haushälterin, 1 Stüße der Hausfrau, 4 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen, Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Spengler, 1 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Kaufmann. Es suchen Arbeit: 1 Schlosser, 1 Maschinenwärter, 1 Maschinist oder Heizer, 1 Tapezier, 1 Schreiner, 1 Kleidermacherin, 1 Näherin, 1 Büglerin, 2 Waschfrauen, 1 Installateur, 2 Maler, 1 Lagerarbeiter, 1 Packer, 1 Hausbursche, 1 Haushälterin, 2 Lauffrauen. Lehrlinge: 1 Elektromonteur. greifen. Noch in derselben Nicht drang er in das Versorgungshaus, in dem er erzogen worden war, ein. Er legte sich zunächst Kleider zurecht, die er zur Flucht mit. nehmen wollte. Dann stieg er auf einer Leiter an das Fenster des Mädchenschlafsaals und als er dieses verschlossen fand, entledigte er sich seiner Schuhe und schlich in den unverschlossenen Schlafsaal. Dort versuchte er ebenfalls in unsittlicher Weise an einem Mädchen sich zu vergehen; es wurde aber Lärm geschlagen, weshalb er die Flucht ergriff. Beim Weggehen nahm er die zurechtgelegten Kleider mit. Im Laufe der Untersuchung wurde er auf seinen Geistes. Für unsere Hausfrauen. zustand untersucht und für normal befinden. Die Straf fammer verurteilte ihn wegen Sittlichkeitsverbrechens und Versuchs dazu und wegen Diebstahls zu 7 Monaten Ge fängnis, worauf ein Monat Untersuchungshaft in Anrechnung fommt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 11. Oftober. Heiter und trocken, Temperatur nicht verändert, mäßige östliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Halte Sprechstunde von jetzt ab nur bis 5 Uhr. Schwalm, Zahnarzt Giessen, Plockstrasse 7( Nähe Seltersweg). Einmachzucker Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betde in Gießen. In allen Fällen, in denen früher Lebertran angewandt wurde, erweist sich Scotts Emulsion als besser, schneller und sicherer wirkend und ist demzufolge auch preiswerter. Kinder, die heranwachsende Jugend, ältere Leute alle brauchen Scotts Emulsion mit gleich gutem Erfolg. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit unserer Schußmarte( dec Fischer mit dem Dorsch). Scott& Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M. 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Für Vermittlung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen 5 Mk. 2. Für Vermittlung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts 7 Mt. ( Frau Geisel und Opper 5 Mk.) wovon der Dienstbote jeweils Mt. 2 zu entrichten hat. Frau Schmidt, Neuen- Bäue 5, erhebt von den Dienstboten keine Gebühr. Die Gebühr des Stellenvermittlers Germann beträgt: Für einen 1. Gesellen Mr. 3, " " 2. 3. " " 2, " " " 1,50 " Um gefl. Besichtigung der in aufgestapelten Riesenläger wird höfl. gebeten. 2 Häusern W W W W WWW Stadt- Cheater Giessen. Direktion: Herm. Steingoetter. Bürger- Verein Gießen. Wegen dringlicher Verhinderung des Freitag, den 12. Oktober: Herrn Referenten findet die für morgen 2. Freitag= Abonnements= Vorstellung. angesetzte Versammlung in der nächſtem Der Weg zur Hölle Woche statt. Schwant in 3 Atten von Gustav Kabelburg. Der Vorstand. SR. SA SA SRSRSRSRSRSR Freitag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr 茶茶 茶茶 茶茶 茶茶 茶茶 im Hotel Saalban( Steins Garten): Gießener Fischhaus. öffentlicher Vortrag Sonnenstraße 30 Herr Prof. Ed. Engel- Berlin: Lahnhechte, Badfiche, Die bevorstehende Eisenbahnreform. Male, Schellfische, Kablian Schollen, Rotzungen frisch vom Fang eingetroffen. Bettnässen ( auch Hosennässen) beseitigt unt. Garantie sofort! Alter, Geschlechtsangabe. Retourmarke erbeten! Auskunft erteilt umsonst: Institut Sanitas<, Stadtamhof 112 in Bayern. Lahnkalk- u. Marmor- Industrie August Gabriel Jr. Glesson. - Telefon 84. Kalkwerke: Abendstern. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken and gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteine D. N. F. Römerbrunnen Eintrittskarten sind zu 50 Pfg. abends an der Kasse zu haben Kaufmännischer- Verein und Ortsgewerbe- Verein Gießen. Bekanntmachung. Die Ratten in den städtischen Kanälen und Waffer: läufen sollen in den nächsten 8 Tagen durch Gift vertilgt werden. Um eine durchgreifende Wirkung zu erzielen, ift es erforderlich, daß alle Besitzer der im Stadtgebiet liegenden Hausgrundstücke für gleichzeitige Vertilgung der Raten in ihren Kanälen, Sinkkästen und Höfen c. sorgen. Die Befizer von Haustieren, Geflügel 2c. werden hierbon unter der Aufforderung in Kenntnis gesetzt, folge Tiere von den gefährdeten Stellen fern zu halten, da seitens der Stadt etwaige Schadenersatzansprüche abge lehnt werden. Gießen, den 9. Oktober 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Vergebung von Bauarbeiten. Die für die Errichtung der Einfriedigung, Ent wässerung, Hof- und Gartenanlage zum Pfarrhaus neubau Reiskirchen Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während den Dienst stunden zur Einsicht der Interessenten offen. Mineralquellen bei Echzell, Oberhessen, von altersher rühmlichst erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege bekannte Mineralquelle der Wetterau, seit 1823 gefaßt und zu des öffentlichen Angebots vergeben werden. ausgedehntem Versandt benußt, ist infolge hohen, natürlichen Kohlensäuregehalts ein unübertroffenes Tafelgetränk. Eine glückliche Konzentration von Salzen. unter denen Chlornatrium an erster Stelle. verleihen ihm den Charakter einer borzüglichen Heilquelle bei allen Katarchen der Luftwege und des Verdauungs- Traktus, bei Nieren- und Blasenleiden, Rhenmatismus, Gicht und Harubeschwerden. Ein furgemäßes durchgreifender Wirkung. wovon Meister und Geselle je die Hälfte zu entrichten haben. Trinken des Wassers ist hierbei nach Angabe ärztl. Autoritäten von Gießen, den 8. Oktober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Betr.: Rotlauffeuche. Bekanntmachung. Nachdem die unter dem Schweinebestand des Friedrich Coft, Rodheimerstraße 50 dahier ausgebrochene Rotlaufseuche erloschen ist, wird die unterm 18. September 1906 angeordnete Sperre aufgehoben. Gießen, den 9. Oftober 1906. Großh. Bolizeiant Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß wieder eine Prämiierung von Dienstboten des Sparkassebezirks stattfinden soll. Prämien können von 5 zu 5 Jahren solche Dienstboten in engerem Sinne erhalten, welche bei der Herrschaft Kost und Logis haben und sich darüber, sowie über gute Führung durch Zeugnisse ausweisen fönnen. Von Vollendung der 5 Dienstjahre kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden, wenn der Dienstaustritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushalts, oder durch Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. Es werden hiernach alle diejenigen Dienstboten, welche nach diesen Bedingungen auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordet, sich unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisses der Herrschaft über gute Führung, sowie eines etwaigen Sparkassenbuchs ( die Angabe der Nummer des Buches genügt ebenfalls) bei unserer Kasse oder der Bürgermeisterei des Wohnorts bis zum 20. Ifd. Mts. zu melden. Gießen, den 8. Oktober 1906. Bezirkssparkasse Gießen. Doering. Bekanntmachung. Behufs Vornahme von Kabelarbeiten ist das Kabel im Seltersweg zwischen Goethestraße und Selterstor am 10. Oktober von 1 Uhr an ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir hiermit den anliegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. Gießen, den 9. Oftober 1906. Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. Stolte. Niederlage: Joh. Georg Bender in Ettingshausen; Jean Böhm, Hotel Solmser Hof in Laubach; Ferdinand Heinz in Sellnrod; H. Weinel in Hungen. 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