ung. en und Liefe erweiterten Ma 8., vorm.101 Stellergeidof Gedgeicho 1. Obergei II. Obergeid bon 375 qm Oqm Bodenple jegen bon 18 qm 50 gm g und Beding et uns zur G bajelbit erb an uns einzuri tamt. SILWER Nr. 186 bation u.Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Freitag, den 10. August 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbetlagen: Oberbeffische Familienzeitung( und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von herkesson Schützt die Seereifenden! Ein Appell an die Volksvertretungen aller Länder. Man schreibt uns: Bei der Katastrophe, die an der spanischen Küste den Dampfer Sirio" mit fast dreihundert Menschenleben vernichtet hat, berührt nichts so unsympathisch, als das Verhalten der Schiffsbesatzung des gesunkenen Dampfers. Es flingt wie ein Hohn, daß die gesamte Mannschaft bis auf 14 Mann, einschließlich des Kapitäns und der Schiffscffiziere gerettet worden ist, während Frauen und Kinder rettungslos in den Fluten umgekommen find. Man muß, auch ohne die Einzelheiten der Katastrophe zu kennen, annehmen, daß die Rettung der Besatzung kein Zufall ist. Tatsächlich haben diese Seehelden" in der brutalsten Weise ihr eignes Leben dem Threr Schutzbefohlenen vorangesetzt. Sie haben mit dem Revolver nicht durch ihre Vorgeseßten, sondern durch fremde Kapitäne gezwungen werden müssen, den Sinfenden Hilfe zu leisten, und sie sind trotzdem nur bedacht gewesen, über die Leichen dieser Unglücklichen hinweg sich selbst in Sicherheit zu bringen. Das Messer und der Revolver haben bei dieser Katastrophe eine furchtbare Rolle gespielt, denn diese Bestien von Matrosen haben sich nicht gescheut, die verzweiflungsvoll fich um die Boote drängenden Passagiere mit einem Stich oder einer Kugel aus dem Wege zu räumen, um selbst deren Pläge einzunehmen. Allerdings auf einem deutschen Schiffe hätten derartige Szenen sich nicht ereignen fönnen. Unsere Kapitäne und Mannschaften fennen glücklicherweise ihre Pflichten gegen die Fahrgäste besser. Die traurigen Fälle, in denen deutsche Schiffe ihren Untergang fanden, sind ebensoviel Ruhmesblätter für die braven Schiffsführer und Matrosen, die bis zum letzten Augenblick auf ihren Posten ausharrten, und erst dann an die eigene Rettung dachten, als die Passagiere in Sicherheit waren oder nichts mehr zu retten war. Wir haben aber eine internationale Schiffahrt, und da die italienischen Dampfer nicht für Italiener reserviert sind, sondern auch deutsche Bassagiere, ebenso wie die anderer Nationalitäten aufnehmen, so haben auch wir ein Interesse daran, daß die Leitung solcher, ch über Eheim internationalen Verkehr fahrenden Schiffe, Leuten AKA die etau m. 89 Abb, st mur Mk. 1.-, Preili gratis. mann, Konstanz NA asche mil JHNS Schram beste jeder Höbe Wechsel oder St ittelt Diskret an jel l Farrenkopf, Harzburg. nsstellu angefehenes Leben nftitut energifchen, en und intelligenter jeden Stand an= vertraut wird, die ihre Pflichten besser kennen, als der Kapitän und die Offiziere des„ Sirio". Wo waren die Offiziere dieses Schiffes? Es ist nur anzunehmen, daß sie entweder nicht fähig waren, in dieser Gefahr richtige Dispositionen zu treffen, oder daß sie nicht besser handelten als die Mannschaft, und nur auf Rettung ihres eigenen fostbaren Lebens bedacht waren. Es gibt leider kein Gericht, das sie zur Verantwortung ziehen könnte, und zwar so, wie sie es verdienen. Denn selbst, wenn sie von einem Schiffahrtsgericht verurteilt würden, hätte die Menschheit feine Gewähr, daß fie nicht als Matrosen eines Dampfers in einem andern Lande wieder Aufnahme fänden, und so Gelegenheit hätten, eventuell aufs neue ihre Pflichtauffassung zu betätigen. Das ist ein Mangel, dem baldigst abzuhelfen die Parlame:: te aller Länder nicht vergessen sollten. Solchen Schiffsbeschurgen, Offizieren wie Mannschaften, muß die Möglichkeit genommen werden, überhaupt ihre Karriere weiter fortzusehen, nachdent ihnen ein solches Verbrechen nachgewiesen worden ist. Gerade weil die Dampfergesellschaften international sind, und weil ein Matrose, der heute auf einem italienischen Schiffe abmustert, morgen auf einem englischen, spanischen, deutschen oder anderen Schiffe anmustern fann, wäre es nötig, eine genauere Kontrolle über die Besatzungen auszuüben une solche Helden dauernd von den Schiffen auszuschließen. Das Stand iſt nötig, denn was heute den italienischen Auswanderer wird die Berei 40 Blaze umfaje Fachfenntniffe night Die Bofition mit fe Spesen und Broo unabhängig, anger rnd. Off. mit Bhotographie sub Haasenstein& Vo nkfurt a. M. erbeten hrling Schulbildung g und Versicher to Pickert Frankfurter- Str. VAVAZ Chrift. Bel Nexfladt 55 Reine Weine haften u. Vereine Remile passiert, fann morgen Deutschen oder Engländern geschehen, wenn sie Passage auf einem solchen Dampfer nehmen ode an eine Besatzung kommen, die etwa früher auf dem„, Sirio" gedient hat. Zunächst wird es ja Sache der italienischen Behörde sein, fich die Dampfergesellschaft, der der ,, Sirio" gehört, etwas näher anzusehen, vor allem auch die Art und Weise, nach der die Anmusterung von Mannschaften für ihre Schiffe und die Auswahl der Kapitäne und Offiziere erfolgt. Vorausfichtlich wird die Behörde dann auch Veranlassung haben, die Herrschaften für gewisse Nachlässigkeiten verantwortlich zu machen. Damit aber wird das gegenwärtige Unheil nicht aus der Welt geschafft, neues nicht verhütet. Soll das das ernstliche Bestreben sein, so muß eine internationale Kontrolle über die Gesellschaften ausgeübt werden, die dem Passagierverkehr dienen. Die Schiffs katastrophen kann man nicht unmöglich machen, solange Wellen und Natur sich stärker erweisen ald Menschenmacht. Man kann aber die Passagiere in hohem Grade vor den möglichen Folgen der Unfälle schüßen und bor derartigen Roheiten, wie sie sich an Bord des Stris ereignet haben. Ja, man muß das sogar tun, will man den Anforderungen einer Zeit, die dem Verkehr dienen soll, ge bührend Rechnung tragen. Eine drohende Fleischteuerung. Der 29. Deutsche Fleischertag der z. Zt. in Königsberg tagt, hat in einer Resolution festgelegt, daß die Preise für Rindvieb und Schafe im Vergleich zum Vorjahr wieder gleich hoch gestiegen sind, und voraussichtlich noch weiter steigen werden. Des Weiteren weist der Verbandstag in seiner Resolution darauf hin, daß an ein Zurückgehen der Preise für Rinder, Hammel und Kälber überhaupt faum, und an ein Preisnachlaß für Schweine nicht eher zu denken ist, bis die Re gierung die Vieheinfuhr in erweitertem Maße aus leistungsfähigen Ländern gestattet, denn die deutschen Schweinebestände sind durch Ueberzüchtung und falsche Haltungsweise derart degeneriert und seuchenempfänglich, daß sie aus sich heraus kaum mehr gesunden." Bei dieser Gelegenheit erscheint es angebracht, des Rundschreibens Erwähnung zu tun, welches der Landwirtschaftsminister an die Landwirtschaftskammern gerichtet hat. In diesem Rundschreiben wird die Erwartung ausgesprochen, daß die Landwirtschaftskammern der Entwickelung der heimischen Viehzucht auf allen Gebieten dauernd die größte Aufmerksamfeit schenken und angestrengt daran mitarbeiten wird, die im vorigen Jahre zutage getretenen, und auch jetzt noch nicht überall behobenen Schwierigkeiten in der Fleischversorgung zu beseitigen, um ähnlichen Vorgängen für die Zukunft vorzubeugen. Der Minister benutzt dieses Rundschreiben, um auf einige Erscheinungen in der Entwickelung unserer Viehzucht aufmerksam zu machen, die für die fünftige Ges staltung der Fleischproduktion Beachtung erheischen. Die Auslassungen des Ministers stimmen fast wörtlich mit den Klagen überein, die in der oben erwähnten Resolution der Fleischer ausgedrückt sind. Der Minister führt aus: Die Schweinebestände sind, wie kaum zu bestreiten ist, zurzeit in geringerem Maße als früher widerstandsfähig und den Gefahren ansteckender Erkrankungen gewachsen. Daß diese Erscheinung in erster Linie mit der steigenden Veredelung und dem Streben nach höchster Leistung im Zusammenhang steht, soll zugegeben werden. Zum nicht geringen Teil ist sie aber auch darauf zurückzuführen, daß vielfach eine Betriebsweise eingeführt worden ist, die in dem Streben nach raschem Umsatz des in der Schwenehaltung angelegten Kapitals, die Konstitution der Tiere nicht hinreichen berücksichtigt, und ihre Wachstumsanlagen nicht vollkommen zur Entwicklung und wirtschaftlichen Ausnugung gelgen läßt. Durch frühzeitige Verabreichung von Futtermitte die eine reichliche Ablagerung von Fett in den Gewen erzeugen, und durch ausschließliche Stallhaltung un mangelnde Bewegung im Freien wird die Lebensenergie der Tiere schon im jugendlichen Alter beeinträchtigt. Es w ferner auf eine Regelung des Marktverkehrs mit Ferkeln und Läuferschweinen mehr als bisher hingewirft werden müssen. Durch rechtzeitiges Erkennen und Schaffung etwa fehlender Absatzgelegenheiten, durch Erleichterung des unmittelbaren Verkehrs zwischen Züchterei und Mästerei, durch einwandfreie regelmäßige Notierungen usw. fann manches dazu beigetragen werden, daß in Zeiten stärkeren Angebots ein Sinfen der Preise für Jungschweine unter eine gewisse Mindeſtgrenze, und bei schwächerem Angebot ein Aufschnellen der Preise auf eine die Mast nicht mehr lohnende Höhe nicht in dem Maße eintritt, wie dies leider in den letzten Jahren in ziemlich regelmäßiger Wiederkehr der Fall gewesen ist. Auch der Rindviehaufzucht gedenkt der Minister in dem Rundschreiben und betont die Notwendigkeit, auf eine größere Ausnutzung der Entwicklungsanlagen der neugeborenen Kälber im Interesse der Volfsernährung hinzuwirken. Es sind vornehmlich die Abmelkewirtschaften in der Nähe großer Städte und Industriezentren, die jährlich eine große Anzahl von Kälbern in ganz jugendlichem Alter zur Schlachtung liefern, obgleich dieses Material durch eine Mästung von nur wenigen Wochen ein sehr viel größeres Mehrgewicht für die Volfsernährung liefern fönnte, teils auch, was noch erwünschter ist, zu Zuchttieren herangezogen werden könnte. Auf dem Fleischertage wird diesem Umstande ebenfalls Rechnung getragen, und ausgeführt, daß die deutsche Rinderzucht, obgleich sie den Anforderungen bes Milch- und Fleischmarktes nicht zu ges nügen vermag, so forciert ist, daß bei schwächeren Hutterernten die größten Kalamitäten zu erwarten sind. Der Verbandstag ersucht die Regierung, um die viehwirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern folgenden Wünschen nachzukommen: 1. Zulassung des dänischen Rindviehs unter denselben Bedingungen wie des österreichischen ( Abschaffung der Quarantäne und Tuberkulinprobe); 2. Zulassung der Rindvieheinfuhr aus Holland; 3. Zulassung eines Schweinekontingents: a) aus Frankreich für die Städte Straßburg, Metz und Hagenau, b) aus Holland für die Schlachthofstädte in den Regierungsbezirken Düsseldorf, Köln und Aachen, c) aus Dänemark für die Schlachthofstädte an der Nord- und Ostseeküste. Wir glauben nicht, daß sich unsere Regierung zu einer Oeffnung der Grenzen in dem Maße, wie es der Fleischerverbandstag fordert, verstehen wird, glauben aber auch nicht, daß die Drohung, welche an der Spitze der Resolution Platz gefunden hat, so ernst aufzufassen ist, als sie sich anhört. Dieser Passus weist die arbeitenden Klassen der Bevölkerung darauf hin, daß ihre Erfolge in der Verbesserung der Lohnverhältnisse durch die Geißel der Nahrungsmittel-, speziell Fleischteuerung, vollständig illusorisch gemacht werden, da das Fleisch in ges wiffem Sinne ein Gradmesser für den Preis einer Anzahl anderer Nahrungsmittel ist. Es wird ja nichts so heig gegessen, als es gefocht wird, gar so schlimm wird es wohl bei uns um die Fleischversorgungsverhältnisse faum aus sehen. Das Gespenst der Fleischteuerung wird wohl schon erblassen, ehe es uns näher gerückt ist. Die Zustände im Zarenreich. Verwirrung scheint in den leitenden Kreisen zu herrschen; elbst in der Bedienung des offiziösen Depeschenbureaus ist fie bemerkbar. Was das Bureau heute in die Welt hinaustelegraphiert, das wird von dem nämlichen Bureau morgen bementiert. Erst gestern erklärte die russisch- offiziöse Depeschenagentur, fie müsse wieder einmal sich selbst dementieren; ihre Nachricht, daß Großfürst Nikolai zum Generalissimus der Armee ernannt ist, sei nicht wahr. Wer hat der Agentur die Nachricht gegeben und wer hat sie zu dem Widerruf veranlaßt? Das wissen die politischen Kulissenschieber im Zarenreich. Man tut gut, fast hinter jede Meldung aus Rußland ein Fragezeichen zu setzen. Wir beginnen gleich hier: Meuterei in Moskau? Auf dem Umweg über London erfährt man heute, daß im ,, heiligen Moskau" vor einigen Tagen eine Meuterei zu berzeichnen gewesen sei, die leicht hätte große Tragweite haben Lönnen. Ein Offizier hatte, so wird berichtet, einen Soldaten, der ihm den schuldigen Gehorsam verweigerte, kurzer Hand erschossen, worüber große Aufregung unter den im Feldlager von Kolpinko bei Moskau liegenden Truppen entstand. Die Soldaten wollten mit schweren Geschützen gegen Moskau ziehen, wurden jedoch durch entgegenkommende Truppen daran verhindert. Die Regierung, so heißt es weiter, wagte es nicht, mit Strengen Maßregeln gegen die Meuterer vorzugehen. Sie ging gegen die aufsässigen Regimenter nur mit Strafversezung vor. Herzensteins Beisetung ist nun doch in Terijoki erfolgt, troßdem Stolypin gestatier hatte, die Leiche nach Moskau zu überführen. Am Grabe hielt F. Reditscher eine leidenschaftliche Rede, und dann sprach die Gattin des Ermordeten, Frau A. Herzenstein. Mit bewegten Worten dankte sie Finland dafür, daß es der sterblichen Hülle ihres Gatten eine letzte Heimstätte bereite. Im Namen der Arbeitergruppe sprach Rechtsanwalt Bramsohn. Michael Betrunkewitsch, Advokat Slosberg, der Vertreter der finnischen Sozialdemokraten und andere weihten dem Ermordeten Abschiedstvorte. Der Gendarm Sapolski in Terijoki, der als der Beteiligung an Herzersteins Ermordung verdächtig, verhaftet war, ist wieder freigelassen. Die Untersuchung hat festgestellt, daß die geheimnisvollen Unbekannten, denen er auffallende AufmerkDer samfeit sanfle, nur Mitch bei ihm getrunken haben. Gendarm erklärt, die Unbekannten für verdächtige Subjette gehalten und fie nach Möglichkeit beobachtet zu haben, leider aber vergebens. ,, Da werden Weiber zu Hyänen." Das weibliche Element ist unter den Revolutionären Finlands äußerst stark vertreten. An Fanatismus und Unerschrockenheit überbieten sie noch fast ihre männlichen Gefinnungsgenossen. Finnische Frauen beteiligen sich, nach den Berichten schwedischer Blätter, eifrig an der revolutionären Propaganda. An ihrer Kleidung revolutionäre Abzeichen tragend, besuchen sie die Fabriken in und um Helsingfors, verteilen Revolver, Dolche und andere ,, nüzliche" Gegenstände und fordern die Arbeiter auf, sich zu einem Aufstand vorzus bereiten, bei dem alle Behörden niedergemezelt werden sollen. Die Regierung ordnete darum an, daß alle Frauen, die bei revolutionärer Propaganda in den Fabriken betroffen werden, standrechtlich erschossen werden sollen. Wir verzeichnen noch folgende Meldungen: Petersburg, 8. August. Bei der Festnahme mehrerer Anarchisten und Revolutionäre wurden Bomben mit startwirkenden Sprengstoffen gefunden. Kronstadt, 9. August. Der hier verhaftete frühere Deputierte Onipfo und zwei Sozialrevolutionäre werden wie die Meuterer der Marine dem Kriegsgericht übergeben werden. Riga, 8. Auguft. Die Polizei überraschte hier ein geheimes revolutionäres Komitee mitten in der Sigung. Sie beschlagnahmte wichtige Dokumente und Pläne und verhaftete 26 Teilnehmer. Kasan, 9. August. Am hiesigen Militärhospital wurden Bomben und aufrührerische Proklamationen gefunden. Petersburg, 9. Auguft. Die hiesige„ Gajeta" behauptet, entgegen aller Dementis der Regierungsorgane, daß noch heute Fürst Nikolai Lwow zum Ministerpräsidenten, Graf Heyden zum Minister des Innern und Michael Stachowitsch zum Finanzminister ernannt werden würde. Odessa, 9. August. In Kujaginia zündete man aus Rache dem zurückgekehrten Abgeordneten Chwatkow das Haus an. Minst, 9. Auguft. Die Nordische Bank stellt fest, daß ein Kaffierer auf einen gefälschten Scheck in der Staatsbank auf Bankrechnung 100 000 Rubel hob und entfloh. Moskau, 9. August. Der Ausstand ist vollständig be endet. Unter den Draanisatoren des Streits herricht Nieders T geschlagenheit. In Vetersburg sind die letzten Anzeichen des Generalstreifs verschwunden; sämtliche Zeitungen erscheinen wieder. Jusowta, 9. Auguft. Die Arbeiter der Grube Alerejewsk sird in zwei Lager gespalten und Zusammenstöße sind auf der Tagesordnung. Bei einem solchen Zusammenstoß der feindlichen Brüder gab es zwei Tote und eine große Anzahl Verwundeter. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. * Zu den letzten Kämpfen in Deutsch- Ostafrika äußert fich Major Johannes, daß die Lage in Upangwa noch nicht geflärt ist. Im Bezirke von Siongea schritten die Unterwerfungen fort, auch die drei ältesten Söhne von Schabruma unterwarfen sich. Aus Jraku werden Erfolge gemeldet, jedoch wurden die Führer noch nicht ausgeliefert. Ein Erlaß des preußischen Handelsministers an die Regierungspräsidenten richtet sich gegen die Lehrlingszüchterei im Kaufmannsgewerbe. Die Verwaltungsbehörden sollen in Klagefällen auf Grund der Gewerbeordnung vorgehen, wonach dem Lehrherrn die Entlassung eines entsprechenden Teiles der Lehrlinge auferlegt und die Annahme von Lehrlingen über eine bestimmte Zahl hinaus untersagt werden kann, wenn er den Ansprüchen auf Ausbildung der Lehrlinge nicht genügt. * In Betreff des politischen Massenstreiks hat die KreisKonferenz der sozialdemokratischen Partei des Reichstagswahlfreises Solingen eine Resolution angenommen, derzufolge sie erwartet, daß der Mannheimer Parteitag sich auf den den Massenstreit empfehlenden Standpunkt des Jenenser Parteitages stellen werde. Spanien. ** Der Justizminister Romanones hat seine Entlassung gegeben, um die Regierung in dem Vorgehen wegen der Geseße über die Zivilehe nicht zu behindern. Der Ministerrat wird dem päpstlichen Nuntius auf seinen Protest eine Antwort erteilen, die sich auf die radikalen Anschauungen stützt. Balkanitaaten. ** In Salonifi haben die Nationalitäten- Kämpfe wieder einmal zu einem Mordanfall auf offener Straße geführt. Der bulgarische Arzt Nikolow, der sich in Begleitung des Dragomans der bulgarischen Handelsagentur befand, wurde von hinten angeschossen und schwer verwundet. Man vermutet, daß die Täter Griechen sind, die für die Ermordung des griechischen Arztes in Konprili Rache nehmen wollten. Amerika. ** Zu dem japanisch- amerikanischen Zwischenfall auf den Attu- Inseln erklärt die Regierung der Vereinigten Staaten, daß sie den Tatbestand aufklären und eventuell ihr Bedauern zum Ausdruck bringen wolle. Das Staatsdepartement ſehe aber die Japaner als Fischräuber an, wenn sie innerhalb der Drei- Meilengrenze gefischt hätten. Staatssekretär Bacon stellte mit dem japanischen Geschäftsträger fest, daß kein Grund für eine internationale Verwicklung vorliege. Alien. ** Ein neues Ministerium wird in China für die Verwaltung der Bahnen, der Post, der Telegraphen und Telephone und des Seezolles gebildet. Chef des Ministeriums wird der Herzog von Bulung. Kleine politische Nachrichten. Berlin, 9. August. Nach den aus Südwestafrika eingetroffenen Meldungen hat sich der Krankenstand in der Schußtruppe bedeutend berringert. Hamburg, 9. August. Aus dem Munsterer Lager meldet eine Korrespondenz: Bei der tif nach beendigtem Gefecht sagte der Kaiser:„ Ein Säbel führt, was dahinter ist, ob Husaren, Dragoner, Ulanen oder Kürassiere, ist einerlei. Immer Lanzen nach vorne! Immer durch!" ** Dof und Gefellschaft. Der Kaiser wird während der Kaisermanöver in Schlesien vom 10. bis 15. September im Schloß zu Liegnig refidieren und am 10. September an der Silberhochzeit des Fürsten zu Solms teilnehmen. Dagegen ist eine Mittelmeerfahrt für den Herbst nicht mehr geplant. Ebenso unrichtig ist die Meldung, daß der Kaiser dem Könige von Spanien seinen Gegenbesuch im Herbst abstatten werde. In diesem Jahre werden Auslandsreisen überhaupt nicht mehr unter nommen werden. Aus den Parlamenten. Bayerischer Landtag. Die bayerische Kammer der Abgeordneten nahm mit 39 gegen 11 Stimmen einen Antrag auf Abänderung des Berggesetzes an. Danach soll dem Staate bei Privatmutungen auf Eisenmangan, Schwefel, Alaun. Vitriolerze und Kohlen das Recht der Anschlußmutung eingeräumt werden. Soziales Leben. × Die Ausständigen im graphischen Gewerbe in Leipzig scheinen den Kampf verloren zu geben. Der Ausstand hat den Gehilfen und der Arbeiterschaft, soweit sie hinter ihnen steht, bereits 685 000 Marf gefoftet; jede Woche verschlingt mehr als 85 000 Mark Streifgelder! Der Zufluß der Unterstüßungen kommt ins Stocken. In einem Schreiben der Berliner Gewerkschaftsleitung des Senefelder- Bundes an die Gewerkschaftskartelle wird darum dringend empfohlen,_ ,, den Sammelteller etwas öfter in die Hand zu nehmen". Troßdem ist erneut beschlossen worden, die Arbeit erst dann wieder aufzunehmen, wenn in sämtlichen Streiforten bestimmte Busagen im Sinne der allgemeinen Forderungen gegeben sind. × Warnung an die Berglente. Der Vorsitzende des alten Bergarbeiterverbandes in Bochum warnt vor den Versprechungen des Agenten, die den Versuch machen, westfälische Bergleute unter glänzenden Versprechungen in das belgische Streitrevier von der Heimat zu loden. Nab und Fern. † Privat- Postbeförderung. Infolge der Porto- Erhöhung Hat die Berliner Paketfahrt- Gesellschaft sich entschlossen, vom 15. August ab wieder eine Beförderung von Drucksachen, Zeitungen, Warenproben usw. gegen einen Tarif einzurichten, der billiger ist, wie die Beförderung durch die Post. † Auf der Lokomotive. Der mit zwei Lokomotiven be spannte Schnellzug von Berlin nach Breslau wurde auf offener Strecke zum Stehen gebracht, da der Führer der ersten Lokomotive plötzlich ohnmächtig wurde. Der zweite Lokomotivführer brachte den Zug nach Breslau. Auf dem D- Buge Berlin- Hambura wurde herge während der Fahrt der Heizer der zweiten Lokomotive von einem entgegentommenden Zuge gegen den Tender geschleudert. Er war sofort tot. † Großfeuer in Berlin. Im Osten Berlins, in der Mühlenstraße kam es durch eine Explosion von Aether zu einem Brande, der den Verlust mehrerer Menschenleben nach fich zog. In der Spritfabrik von Eisemann& Co. war ein Ballon Aether beim Transport explodiert. Zwei Arbeiter und der Werkmeister wurden fortgeschleudert, letzterer und ein Arbeiter wurden als Leichen aus dem Feuer geholt, der dritte war schwer verlegt. Die gesamte Feuerwehr rückte an und löjajte die Flammen ab. † Zur Affäre Salbey. Wie aus Erfurt berichtet wird, ist der Schriftsteller" Salbey, der vor einigen Tagen seine Geliebte erschoß und dann einen Selbstmordversuch unternahm, bereits so weit hergestellt, daß er vom Krankenhaus ins Untersuchungsgefängnis gebracht werden konnte. Seine Bewußtlosigkeit, die anfangs die gerichtliche Vernehmung unmöglich machte, war simuliert. † Das Unglücks- Fahrzeug. Auf einer Automobilfahrt durch die Provinz Posen erlitt der Husaren- Offizier Graf Boninsti- Wreschen einen schweren Unfall. Er wurde aus dem Wagen geschleudert und trug eine schwere Schädelverlegung davon. Sein Chauffeur blieb unverletzt. † Origineller Selbstmordversuch. Eine 62jährige Witwe in Berlin, die seit dem Tode ihres Mannes schwermütig war, trieb sich mit einem Hammer einen großen Nagel in die Stirn. Man fand die Unglückliche besinnungslos und brachte sie in das Krankenhaus. † Spione an der deutsch- französischen Grenze. Bei dem Fort Kronprinz in Ars an der Mosel wurden zwei als Bauern verkleidete Spione verhaftet. Es sind zwei Brüder namens Gitt, von denen der eine französischer Offizier in Nancy, der andere Student der Medizin in Lyon ist. † Verbrechen oder Selbstmord? In einem Abteil des Herrenbades in Heide in Holstein wurde eine gut gefleidete weibliche Leiche gefunden. Es soll sich um eine Russin handeln, die in Begleitung eines Mannes mit der Eisenbahn in Heide angekommen war. Dieser ist in der Richtung nach Warne weitergereist. † Ein Anarchist in Teplitz. Der wegen Unterschlagung von 4300 Kronen auf der Flucht verhaftete Bureaudiener Tscherny hat vor dem Untersuchungsrichter in Teplitz das Geständnis abgelegt, daß er von dem Anarchistenbunde ,, Comorra" in Basel beauftragt war, einen in Teplitz zur Kur weilenden russischen Aristokraten zu ermorden. Da ihm der Mut zu der Bluttat fehlte, fürchtete er, selber von den Anarchisten zum Tode verurteilt zu werden. Aus diesem Grunde stahl er das Geld, um damit nach Amerika zu flüchten. Die bei Tscherny gefundenen Papiere bestätigen seine Aussagen. † Auf dem Meeresgrunde. Ein Taucher, der mit der Untersuchung des gesunkenen Dampfers ,, Sirio" beauftragt ist, erzählte, er habe im Schiffe 70 verweste Leichen gezählt. Er habe sich durch die Leichen einen Weg gebahnt, um an die Schiffstasse zu gelangen, die er aber wegen ihrer Schwere nicht habe zu Tage fördern können. Das Schiff liege zwischen zwei Felsen eingeklemmt und werde mit Dynamit gesprengt werden müssen. † Großer Juwelendiebstahl. In Bordeaux drangen Einbrecher bei Nacht in das Haus des Juwelenhändlers Lezard ein. Durch die Wohnung gelangten sie in das Magazin und nahmen Schmuckgegenstände im Werte von 280 000 Frank mit. Als Lezard, der kaum eine Stunde fortgewesen war, nach Hause kam, fehlte von den Dieben jede Spur. † Die Brand- Entschädigung für San Franzisko. Die in San Franzisko wohnenden Inhaber von Polizen der Transatlantischen Feuerversicherungs- Aktien- Gesellschaft in Hamburg haben den Betrag von 565 000 Dollars in Newyork deponiert, um zu verhindern, daß die Gesellschaft, welche ihre Verbindlichkeiten für die durch das Erdbeben verursachten Verluste bestreitet, ihre Fonds aus dem Lande zurückziehe. Bunte Cages- Chronik. Trier, 9. August. Bei einem Neubau in Ettelbrück riß ein abstürzender schwerer Haustein sechs Arbeiter mit in die Tiefe. Zwei von ihnen sind tot, zwei andere lebensgefährlich und zwei schwer verletzt. Wittenberge, 9. August. In Mayenburg wurde ein Häusler von dem Gutspächter Frick auf der Jagd erschossen. Braunschweig, 9. August. Auf der Braunkohlengrube Bittoria" wurden bei einer Kohlenstaubexplosion 10 Arbeiter schwer verletzt. " Helmstedt, 9. August. Bei der Reparatur eines Brunnen wurde ein Monteur und ein Lehrling von Brunnengasen betäubt und stürzten in die Tiefe. Beide wurden als Leichen zu Tage gefördert. 19° ich mache gern ein Jeuchen" ( Sonder- Bericht). München, 9. August. In Dieuze, einer ,, kleinen Garnison" an der französischen Grenze, hatte ein anderer ,, Klub der Harmlosen" eine SpielHölle errichtet, in der sich eine große Anzahl der Kavaliere des Hochadels, nicht nur Bayerns, sondern auch Desterreichs, Preußens, und einige reiche bürgerliche Sports- und Finanzleute zu ,, redlichem Tun" zusammenfanden. Das Jdyll in Dieuze wäre wohl auch noch recht lange Zeit unerkannt und unbefannt geblieben, denn die dort ,, Gerupften" hatten wohl Gründe genug, nicht nach dem Staatsanwalt zu rufen. Erst durch die Verhaftung des ChevaurlegerLeutnants Mühe wurde der so sorgsam verhüllende Schleier von dem Dieuzer Stilleben gerissen; am unangenehmsten ist es, daß auch der 18jährige Sohn des Herzogs Karl Theodor von Bayern, Herzog Franz Josef, mit in die Skandal- Affäre hineingezogen wurde. Auch Angehörige des bayerischen Hochadeis haben sich unter den ständigen Teilnehmern an den Spielabenden befunden. Sun, da die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Leutnant Mühe beschlossen wurde, wird wohl bald Licht in die Vorgänge im Spielklub in Dieuze fallen; ob es erfreuliche Dinge sind, die bei der hier stattfindenden Verhandlung zur Sprache kommen, darf man stark bezweifeln. In dem Spielklub soll nämlich nicht immer nur um Geld gespielt worden sein, oft bildeten schöne, galante Damen die Einsätze. Graf von Preysing, der in Florenz einen Selbstmordvecsuch machte, ist durch die Vorfälle im Klub start kompromittiert, durch leidenschaftliches Spiel stürzte sich der Graf immer mehr in Schulden, und wurde schließlich durch Leutnant Mühe zu mehr als zweifelhaften Finanzoperationen gedrängt. Das Fehlschlagen einer solchen war auch der Grund, weshalb Graf von Preyfing zum Revolver griff. Mühe, der als sogen.„ böser Engel überall seine Hand im Spiele hatte, wurde in der hiesigen Kuranstalt Neu- Wittelsbach verhaftet. Die Veranlassung hierzu gaben Wechselfälschungen, wobei auch der Name des Herzogs Franz Josef eine Rolle spielen soll. Es soll jedoch, wie man inzwischer erfahren hat, die Untersuchung gegen Mühe insoweit niedergeschlagen worden sein, als nicht mehr Fälschungen von Unterschriften auf Wechseln oder des Textes von Wechselurkunden, sondern nur die angeblich vertrags. widrige Erhöhung von Wechselsummen bei in blanko akzep tierten Wechseln, also sogen. Blokettmißbrauch angenommen wird. Außerdem wird sich Mühe wegen dienstlicher Falsch, meldung und wegen Betruges zum Schaden des Herzogs Ludwig Wilhelm, des Sohnes des Herzogs Karl Theodor zu verantworten haben. Leutnant Mühe soll den Herzog dadurch zur Bürgschaftsleistung bewogen haben, daß er ihm faische Angaben darüber machte, wieviel Schulden sein reicher Onkel schon einmal für ihn bezahlt habe und daß dieser von allem unterrichtet sei, ferner dadurch, daß er auf Grund der Herzog. lichen Bürgschaft erhaltene Gelder der Verabredung zuwider nicht vollständig zur Deckung laufender Schulden vermendete Neben zahlreichen Offizieren des 3. bayrischen Chevaurleger. Regiments in Dieuze, darunter Herzog Ludwig Wilhelm, einem Reserveoffizier der Hagenauer Garnison sind auch Mutter und Schwester des Angeklagten als Zeugen geladen * Dr. Herm Straßburg ift zum Batmit der Raif facemie ber Rati porden. * Gigerem V Bahl zur Geffifches nomierat Sofma Babllreis Buyback afon feit langer pirifhaftsrates un beffifchen Biehzucht pirtfchaft eine umf SSGarff infl. 25. Auguf Wilhelm Nr. 116 Edhießübungen m Pigellinden, Redh Gelände innerhalb Stoppelberg, Bi borf, Lüzelinden 20. bis 25. Augu nachmittags gefper für den Verkehr * Gine ebre für piggische und Auch zahlreiche Wucherer, die hier, wie bei allen den artigen Sachen ,,, hinter den Koulissen" mit agiert haber, fin in die Angelegenheit verwickelt. Ehe aber die Dinge so wel geflärt sind, daß in eine Verhandlung eingetreten merhe kann, dürfte noch recht viel Wasser die Isar hinabfließen. = Vermischtes. 2 Das Telephon im Bodensee. Durch den Bodensee ist jetzt ein Seefabel zum Telephonieren gelegt worden. Es liegt in einer Marimaltiefe von 250 Metern und verbindet Friedrichshafen mit Romanshorn. An dem Kabel sind die württembergische, die bayerische und die schweizerische Telegraphenverwaltung beteiligt. ======worden, indem fie ber deutschen medi Weltausfellung in Der vor ung jangliberale gemeinen, gleicher die Landtagswahlen führung in Seen Bartei zu betrachten ** Der Gie Dien tag, den 11. Berufsarten der jetzigen Reichtags- Abgeordneten. Die Landwirtschaft nimmit unter den Berufsarten der jetzigen Reichstagsabgeordneten die erste Stelle ein; von allen Abge ordneten gehören diesem Stande nicht weniger als 104 an An zweiter Stelle folgen die Rechtsanwälte, von denen 31 im Reichstage fizzen. Nun folgen die Schriftsteller und Redakteure, Von diesen beiden Berufen besitzt der Reichstag je 24 Ver treter. Ferner verzeichnet die Liste der Abgeordneten 21 Geist, liche, 20 juristische Beamte, 19 Fabrikanten, 14 Handweiler, 10 Buchdrucker, 10 Kaufleute, 8 Mediziner, 8 Professoren, 6 Kommerzienräte, 5 Gastwire, 4 Buchhändler, 4 Landräte, 3 Lehrer und 2 Bankiers. Berufe, die nur einmal im Reichs. tage vertreten sind, sind folgende: Aquariumdirektor, Haupt zollamtsoffizial, Buchhalter, Ratsschreiber und Expedient. == Eisenbahnüberfälle gegen Entree. In Coney Jsland, dem Sommeraufenthalte der Newyorker inszeniert man seit einigen Tagen folgenden Sommer- ,, Scherz". Die Teil nehmer setzen sich in ein Eisenbahncoupé, und der„ Zug" fährt auch wirklich ab. Mit voller Geschwindigkeit saust er zwischen zwei Leinwandwänden dahin, auf denen in Maleret die weiten Prärien dargestellt sind. Plötzlich wird der Zug angehalten, man hört Flintenschüsse und lautes Schreien. An den Fenstern der Wagen erscheinen die Gestaiten von Indianern. Wild und drohend rufen sie den Reisenden zu:„ Hands up!" und mit dem Revolver in der Faust dringen sie in den Waggon, durchsuchen die Taschen der Reisenden und nehmen ihnen jeden Heller ab, der sich darin findet. Es sind Indianer, wirkliche Diebe, und man sollte annehmen, daß diese Tatsache einigermaßen beunruhigen könnte. Aber die Apachen von Coney Island sind ehrenwerte Leute, wenigstens jetzt, und begnügen sich, 25 Cents pro Person zu nehmen. + Die Einbehaltung von Juvalidenquittungskarten gegen den Wunsch des Versicherten ist strafbar! Ein Zurüd behaltungsrecht steht dem Arbeitgeber selbst bei Rontrattbruch oder wegen Schulden des Versicherten nicht zu. Er ist sogar verpflichtet, dem Versicherten, der eigenmächtig den Dienst verlassen hat, auf Wunsch die Quittungsfarte nachzusenden. Behält der Arbeitgeber die Karte trotzdem ein, so fann der Versicherte sich an die Polizei wenden, die dann berechtigt und verpflichtet ist, die Karte dem Zuwiderhandelnden abzu nehmen und dem Berechtigten einzuhändigen. Das wider rechtliche Vorenthalten der Quittungsfarte ist mit Geldstrafe bis zu 300 M. oder Haft bedroht. Außerdem ist der Arbeit geber für den Fall der Weigerung, die Karte herauszugeben, zum Ersatze des dem Versicherten entstehenden Schadens ver pflichtet. Da Arbeiter, die nicht imstande sind, sich durch Vorzeigung ihrer Quittungskarte zu legitimieren, vielfach nicht eingestellt werden können, so fönnen die Erfazansprüche wegen entaangenen Verdienstes recht erheblich sein. - - + Nur ein Viertelstündchen...." Die Gewohnheit, nach dem Mittagessen sich ein Viertelstündchen" das sich manchmal auch zu einer halben oder ganzen Stunde aus dehnt zum Schlafen niederzulegen, trägt denen, die sich diese Tagesruhe gestatten, häufig den Tadel der Bequemlichkeit, wenn nicht gar der Trägheit ein. Die Tadler bedenken hier bei nicht, wie nötig eine mäßige Arbeitspause vielbeschäftigten Personen ist, die vom frühen Morgen an auf den Beinen find. Besonders Frauen, die neben vielfachen häuslichen Arbeiten noch einem Gewerbe nachgehen, und deren Tage fich in rastloser Tätigkeit abhaspeln, sollten sich, wenn irgend möglich, nach Tisch ein Stündchen erquickenden Schlafes gönnen, um so gleichzeitig ihren Geist für den Rest der Tagesarbeit frisch zu erhalten und dem Körper ein ruhiges Verdauen des Mittagessens zu ermöglichen. Viele fleißige Arbeiter, besonders Frauen würden aus solchem, wenn auch kurzem Mittagsschlaf größeren Nutzen ziehen, als wenn sie aus falscher Sparsamkeit mit der Zeit, sich mit vollem Magen gleich wieder hastig in die Arbeit stürzen. Die eingebüßte Beit würde durch verdoppelte und verdreifachte Arbeitskraft reichlich ersetzt. Darum ist es ratsam, daß Mann und Frau gegen seitig für eine furze, aber ausreichende Erholung nach Tisch Sorgen und daß besonders die Kinder angehalten werden, die Mittagsruhe der Eltern nicht durch Lärm und lautes Spiel zu stören. Der allgemeine Gesundheitszustand weiter erwerbs. fleißiger Kreise könnte hierdurch bedeutend gehoben und die vielfachen Klagen über Nervosität, Verdauungsschwäche und schlechtes Allgemeinbefinden herabgemindert werden. freundlich- gastlichen Einladung:„ Nur ein Viertelstündchen" die viele Sophafissen und Schlummerrollen in funstreicher Stickerei an Ruhebedürftige ergehen lassen, tönnen ihre Be fizer also ohne Gewissensbisse Folge leisten. Der $ Die Freque Dar fhreibt: Die berfitäten immatriful Commer auf 44 842 41928 im Sommer Sommer zu Somme eine Steigerung wie bar. Die flärffte V Freiburg zu Minden, Roftod, E Berlin, verhältnismä Würzburg. rh. Ungemein des Bundes De fihlbare Beiträge er pfort nach dem Tod Berfügung zu ha Siz in Darmstadt) bietet, find auch in 1 md eine große Anza ben als Mitglieder bie Hinterbliebene Gellarius in S Ala Baftwittefamil fofensreich und E Soft nur empfohl Manövers fald auf die bebe Suppen darauf auf Bicherung und pu Mannschaften ndungen durchaus Bendungen außer Empfängers auch de fadron, Batterie mzugeben. * Tod durch urch Berabreichung s Uebermut wurt Befängnis verurteilt * Jagdlich wurden in Seffen f Fierbon entfallen au 900, Dieburg 38 Seppenheim 4840, feld 3400, Bub 2420, Schotte Bingen 6490, Oppe Demnach befinden ger, indem dort gingen. Aus dem Kr 66weinen ist ebe ht. Sieben Woc Per Baar mit 45 90 berben mit 80 Rarft genommen. Binter fladtung, d bag eigentlich nicht ? Dutenhofen, tte fich am Diens lichen und war hens borgedrung geben wollte, wur großem Angftg Souswirt fomi Sülfe eilen refp. Der Dunkelheit bon Brefing 1.böjer Enge in der biefiger ie Veranlafung Der Name Ga foll jedn erfuchung gegen Cokales. 10. August * Dr. Hermann Graf zu Solms- Laubach in Straßburg ist zum Vorstandsmitgliede der Fachsektion für Botanit der Kaiserl. Leopoldin sch Carolinischen Deutschen Räume des Hauses zu flüchten und an dem Abfallrohr der Dachrinne hinunterzuflettern. Zum großen Erstaunen der Gastwirtin stellte am anderen Morgen der anscheinende Liebhaber des Dienstmädchens sich wieber im Hause ein und bat reumütig um Verzeihung. Bereits vor seinem Eindringen in das Haus hatte er sich seiner Schuhe im Freien entBei seiner Flucht, wobei er sich zuletzt noch durch einen ge: wagten Sprung retten mußte, hatte er sich bedeutende Ver benachbarten Gutshofe in Arbeit. Das Späßchen dürfte ihm als Nachspiel noch eine Strafe bringen. als nicht me facemie der Naturforscher zu Halle a. d. Saale gewählt ledigt, welche er zum Unglück auch nicht wiederfinden fonnte. oder des Tene geblich vertrag ich worden. n blanto al Bahl zur Hessischen Landwirtschaftsfammer Defo- legungen der Füße zugezogen. Der Mann steht auf einem angenommen enstlicher Falid en des Herzog Rarl Theodor * Sicherem Vernehmen nach ist für die demnächtige nomierat Hofmann in Sofgill als Vertreter für den Bahlkreis Buzzbach in Mussicht genommen. Herr Hofmann ift schon seit langen Jahren Mitglied des seitherigen Land** Dillenburg, 8. Auguft. Gelegentlich der am VorHerzog dadu wirtschaftsrates und hat im besonderen Interesse der ober: mittag des nächsten Sonntags hier im Schloßgartenihm jail hessischen Biehzucht wie auch bezüglich der gesamten Land- Restaurant stattfindenden General- Versammlung des Wefter zur Ausstellung gelangen, welche auf Anregung des Landrats § Scharfschießen. In der Zeit vom 15. 65% diefer von alle getreu schriftlich eingesandt werden, durch unseren Rechtsbeistand Aufklärung einholen und diese unter nachstehender Rubrik abdrucken. Es werden persönliche Angelegenheiten als solche behandelt, also Dritten oder Unbefugten gegenüber das Redaktionsgeheimnis gewahrt. Nachstehend schon einige Ausführungen, die allgemeines Interesse haben: Adoption. Das aboptierte Kind hat alle Rechte eines eigenen Rindes. Frau B. Durch die Verheiratung geht Ihre Tochter der Invaitdenrente nicht verlustig. Karl O. 34. Der Vater ist berechtigt, die an sein minderjähriges Kind gerichteten, verschlossenen Briefe zu Bürgschaft. Erst muß der Schuldner verklagt werden, ein reicher Dnt wirtschaft eine umfangreiche Tätigkeit entwickelt.( Buzb.8tg) wald Clubs wird eine Sammlung von Photographien öffnen, ohne sich dadurch strafbar zu machen. rund der Herzos einschl. 25. August halten das Infanterie- Regiment Raiser Büchting zu Limburg von dem Limburger Photographen bann der Bürge. Anders ist es nur, wenn der Bürge sich bredung zuwide Bilhelm Nr. 116 und das 1. Bataillon J.-R. Nr. 168 Heinrich Hardt von Fachwerkshäusern im Westerwald her selbstschuldnerisch verpflichtet hat und bei der Firma( Handelslden berbende en Chebaurlege Eudwig Wilhel nifon find a Das Schießübungen mit scharfen Patronen in dem Gelände Lüzellinden, Rechtenbach und Münchholzhausen ab. Gelände innerhalb der Wege Lüzellinden, Groß- Rechtenbach, ie bei allen ba barf, Lüzelinden ist deshalb vom 15. bis 18. und vom Beugen gelade Stoppelberg, Büblingshäuserhof, Münchholzhausen, Allengiert haben, f 20. bis 25. August 1906 von 6 Uhr vormittags bis 3 Uhr gesperrt. Die genannten Straßen selbst sind ngetreten med für den Verkehr frei. binabfließen. Eine ehrende Auszeichnung ist der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten zu Gießen zuteil geworden, indem sie für ihre Beteiligung an der Ausstellung der deutschen medizinischen Universitätsanstalten auf der Weltausstellung in St. Louis das Ehrendiplom erhalten hat. den Bodensee i * Der vor ungefähr Jahresfrist in Darmstadt gegründete orden. Es liegt ng liberale Verein beschloß die Einführung des und verbinder allgemeinen, gleichen, direkten, geheimen Wahlrechts auch für m Rabel find die die Landtagswahlen grundsätzlich zu stellen und seine Durchdie schweizerise führung in Hessen als Hauptaufgabe der nationalliberalen Bartei zu betrachten. von allen Abge bon denen 31 im bgeordneten. Die ten der jetzigen * Die Frequenz der deutschen Universitäten. er als 104 cm ar schreibt: Die Gesamtzahl der an allen deutschen Unirund Rebatteme bersitäten immatrikulierten Studierenden ist in dem laufenden Stag je 24 Ve Sommer auf 44 842 gestiegen, gegen 42390 im Winter und ordneten 21 Geit, 41 928 im Sommer vorigen Jahres; das ist also von 14 Handwer, Sommer zu Sommer eine Zunahme um mehr als 3000, 8 Professoren, eine Steigerung wie sie bis jetzt noch niemals zu verzeichnen dler, 4 Landräte, war. Die stärkste Vermehrung hat in diesen letzten drei Jahr3hnten Freiburg zu verzeichnen, dann der Reihe nach Kiel, direktor, Haus München, Rostock, Bonn, Marburg, Münster, Gießen und nd Expedient. Berlin, verhältnismäßig gering ist die Zunahme bei Leipzig ee. In Coney und Würzburg. fer inszeniert man cherz". Die Teil ** Der Gießener Herbst Pferdemarkt wird Dienstag, den 11. September abgehalten werden. einmal im Reichs rh. Ungemein segensreich wirkt die Sterbekasse Durch faum und der Zube8 Bundes Deutscher Gastwirte. windigkeit faut fühlbare Beiträge ermöglicht diese Kasse den Hinterbliebenen denen in Malen sofort nach dem Tode des Ernährers eine ansehnliche Summe ich wird der Zg zur Verfügung zu haben. Die Vorteile, welche diese Sterbetes Schreien.( Sitz in Darmstadt) den Angehörigen des Gastwirtegewerbes en von Indianen bietet, sind auch in unserer Gegend rechtzeitig erkannt worden zu: Hands up" und eine große Anzahl einsichtiger Gastwirte gehören derringen fie in d felben als Mitglieder an. So wurden erst in jünster Beit nden und nehma am die Hinterbliebenen des verstorbenen Mitgliedes Theodor Es find Indiana, daß diese Tatjas Cellarius in Schotten 1000 Mt. pünktlich ausbezahlt. die Apachen vn Allen Gastwirtefamilien fann die Angehörigkeit zu diesem igstens jest, so segensreich und wohltuend wirkenden jamilienfürsorgeInstitut nur empfohlen werden. men. ttungskarten gega r! Gin Zuri bei Kontraktor zu. Er ist sog ächtig den Dier arte nachzufende ein, so fann de Die dann berechti erhandelnden abz * Manöversendung. Die Postbehörde macht im Hinblick auf die bevorstehenden größeren Herbstübungen der Truppen darauf aufmerksam, daß es für die regelmäßige Beförderung und pünktliche Zustellung der an die Offiziere und Mannschaften der Manövertruppen gerichteten Postsendungen durchaus erforderlich ist, in den Aufschriften der Sendungen außer dem Namen und Dienstgrade des Empfängers auch den Truppenteil( Regiment), Kompagnie, men. Das wide Eskadron, Batterie usw.), sowie den ständigen Garnisonort ift mit Geldstra anzugeben. dem ist der Arbei * Tod durch Schnaps. Wegen fahrlässiger Tötung die herauszugeben durch Verabreichung von Schnaps an einen 5jährigen Knaben den Schadens be aus Uebermut wurde ein Frankfurter Arbeiter zu 3 Mon. Gefängnis verurteilt. De find, fich bu Tieren, vielfach nic fazansprüche wege Die Gewohnheit dchen"- das nzen Stunde a Deppenheim 4840, * Jagdliches. Im verflossenen Rechnungsjahr wurden in Hessen für 116 016 Mt. Jagdwaffenpässe gelöst. Hiervon entfallen auf die Kreise Darmstadt 8895, Bensheim 3900, Dieburg 3810, Erbach 5130, Groß- Gerau 5030, Offenbach 17140, Gießen 8005, der Bequemlich bach 2420, Schotten 2635, Mainz 9740, Alzey 6425, bler bedenten i Biugen 6490, Oppenheim 6345 und Worms 9856,10 t. fe bielbeſchäft Demnach befinden sich im Kreise Offenbach die meisten Jäger, indem dort allein 16 140 Mt. für Jagdwaffenpässe ingingen. n auf den Beine elfachen häuslider and deren Tage f fich, wenn irgen en Schlafes gönnen eft der Tagesarbet ruhiges Berbanen fleißige Arbeit venn auch hur venn fie aus falfde Tagen gleich wied * Aus dem Kreise Wetzlar. Die Nachfrage nach den Schweinen ist eben so groß, wie die ganzen Jahre noch nicht. Steben Wochen alte Ferkel werden durchschnittlich per Paar mit 45 Mt. bezahlt. Ein Vierteljahr alte Tiere werden mit 80 Mt. und mehr, je nach Gute, aus dem gestellt worden find. Die Sammlung, welche fortwährend noch vervollständigt wird, enthält gute Wiedergaben einer großen Anzahl bemerkenswerter Holzbauten. * Gambach, 9. August. Die Gebrüder Konrad und Jakob Boller haben dahier in der Nähe des Bahnhofes eine Russensteinfabrik errichtet. An hiesigem Plaze befinden sich nunmehr drei solcher Fabriken. * Friedberg. Schöne Aussichten. An einem der letzten bende sahen wir hier eine eigentümliche Naturerscheinung. Es schwebte über einem Garten eine dunkle, feststehende Säule, ohne mit der Erde in Verbindung zu sein, senkrecht in der Luft. Es waren Millarden Schnaken. Was diese für die Zukunft unserer Vaterstadt bedeuten, tann man sich vorstellen. * Friedberg. In der hier stattgefundenen Dekanatssigung wurde Pfarrer Schrimpf zum Dekan des Dekanats Friedberg gewählt. Pfarrer Schrimpf, der auch Vorsitzender des Hessischen Pfarrvereins ist, versah bereits seit dem Rücktritt des Defans Meyer die Defanatsgeschäfte. Die Höhe * Schotten, 9. August. Die Zeichnungen und Voranschläge zum projektierten Bismarckturm auf dem Taufstein sind jezt bei dem Zentralausschuß des V. H. C. eingetroffen. Die Höhe des Turmes ist von Herrn Architekten Hofmann Herborn auf 22 Meter angenommen. der Baukosten hat sich durch diese Vergrößerung( früher 18 Meter) auf 18 000 Mt.( gegen früher 14 000 mt.) erhöht. Nächsten Sonntag findet eine Sigung des Bismarckturmbautomitees auf dem Hoherodskopf statt, um über die vorbereitenden Arbetten für Grundsteinlegung und Bauausführung zu beraten. Die * Schotten, 8. Auguft. Der diesjährige Sommermarkt war mit Pferden und Rindvieh nicht so start be= fahren, als im Vorjahr, dagegen ist eine stärkere Zufuhr an Schweinen zu verzeichnen. Es waren angetrieben: 187 Pferde und Fohlen( im Vorjahr 248), 1688 Stück Rindvieh( m Borjahr 2052), 1392 Schweine( im Vorjahr 1058). Preise waren bei lebhaftem Handel hoch; es galten Pferde 500-900 Mt., Fohlen 200-350 Mt., Ochseu 600-900 Mark, Rinder 250-400 Mt., Kühe 280-550 Mart Salbinnen 250-500 Mt., Einlegschweine 100-180 Rt. das Paar, Ferkel das Paar geringere 50-70 f., große 70-110 Mt., fette Schweine 56 Pfg. per Pfund Lebendgewicht. § Alsfeld. Der Lehrgang 1906/07 an der landwirtschaftlichen Winterschule Alsfeld beginnt am 6. November. * Aus dem Ohmtal, 9. Auguft. Die Anzahl der Kornhaufen im Felde offenbart den Ausfall der Kornernte wenigstens im Gebund. Hiernach ist derselbe vortrefflich. An Stroh wird es im fommenden Winter ebensowenig mangeln als an Dörrfutter. Die Aehren sind allerdings fürzer geblieben, aber die Qualität der Körner tommt durch die größere Gebundzahl wieder heraus. Da die Scheunen schon überreich mit Heu gefüllt sind, so vermögen sie nicht den Erntesegen alle zu fassen. Das Stroh muß wieder in großen Haufen ins Freie geſetzt werden, wie bei ganz besonders guten Ernten. * Mainz, 8. August. Flußpiraten. Geftern Nacht wurde ein ganzes Schiff gestohlen. Das im alten Winterhafen liegende Proviantboot wurde von den Dieben abgefettet und nach Laubenheim gefahren, wo es heute Morgen gefunden wurde. Maschine und Maschinenteile sind stark beschädigt, Proviant und andere Sachen gestohlen. Der Schaden beläuft sich auf ca. 1500 Mark. Einer der Täter ist in Haft genommen, während der andere, der ein von dem Besizer des Bootes entlassener Matrose sein soll, noch gesucht wird. * Seligenstadt. Luftmord. Am Dienstag- Nachmittag ging ein 13jähriges Mädchen, das einzige Kind armer Eltern, aus Bellhausen auf der durch den Wald führenden Chauffee nach Seligenstadt, um Einkäufe zu machen. Als das Kind bis zum Abend nicht zurückkehrte, veranstalteten die besorgten Eltern Nachforschungen, die zunächst erfolglos blieben. Am Mittwoch Morgen jedoch fand man im Walde ganz in der Nähe der Chausse nur eine Viertelstunde von Seligenstadt entfernt die furchtbar verstümmelte Leiche des armen Kindes mit durchschnittenem Halse. Von dem Luftmörder hat man nur eine geringe Spur, indem ein Straßenwärter einen verdächtigen Menschen, von dem er aber nur eine ungenaue herumtreiben sah. Hoffentlich wird der Mordbube bald dingfeft gemacht und der Gerechtigkeit überliefert. büßte Zeit nine Markt genommen. Besonders stark ist die Nachfrage nach Beschreibung geben kann, sich am Dienstag- Mittag im Walde Winterschlachtung, das Stück stellt sich auf 80-90 Mt., und Frau gege so daß eigentlich nichts mehr daran zu verdienen ist. beitstraft reichli cholung nach halten werden, d und lautes Spiel a st ? Dutenhofen, 9. August. Ein ungebetener hatte sich am Dienstag- Abend in ein hiesiges Gasthaus ein* Alzey. Ein Kind ohne Augen, aber sonst gesund, wurde am Sonntag von der Ehefrau des Bahnangestellten and weiter erwerbeschlichen und war bis zum Schlafgemach des Dienst. Lothammer geboren. gehoben und die nungsschwäche und Det: weit werden. Biertelftündchen Jen in funftreider h Lönnen ihre Be mädchens vorgedrungen. Als das Mäbchen sich zur Ruhe begeben wollte, wurde es aber des Mannes gewahr und mit großem Angstgeschrei stürzte es die Treppe hinuuter. Der Hauswirt sowie noch mehrere anwesende Gäste wollten Rechtsauskünfte. Diese neue Rubrik werden unsere geschäßten Abonnenten uur Hülfe eilen resp. den frechen Burschen festnehmen. Allein, und Leser von jest ab regelmäßig in unserer Zeitung finden. im der Dunkelheit war es diesem gelungen, durch andere Gern werden wir über alle Fragen, die uns wahrheitsGesellschaft) eines Vollkaufmanns. Wir bitten, von der Neu- Einrichtung recht fleißig Gebrauch zu machen. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 9. Sonntag nach Trinitatis, den 12. August Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe. Zugleich Christenlehre für die N: utonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 912 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Ausflug der konfirmierten männl. Jugend der Markusgemeinde, Sonntag, den 12. August. Abfahrt mit dem Buge 120 Uhr nachm. nach Marburg. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Nukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 92 Uhr: Professor D. Eck. Batholische Gemeinde. Samstag, den 11. August. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. " Sonntag, den 12. August. 10. Sonntag nach Pfingsten. Borm. von 612 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erfte heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion. Vorm. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Batholischer Gottesdienst in Grünberg ift Sonntag, 12. August, vorm. 91/2 Uhr: heilige Messe mit Predigt. Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am 9. Sonntag nach Trinitatis( 12. August) predigt: 1. vormittags: Pfarrer Schmidt. Text: Math. 23, 34-39 Lied Nr. 247. Beichte und heiliges Abendmahl, wozu die Beichte Samstag nachm. 2 Uhr stattfindet. 2. nachmittags: Defan Wagner. Text: Ap. Gesch. 17, 16-34. Lied Nr. 352, Katechismuslehre. Gottesdienst mit Missions Roulette in Stangenrod nachm. 121 Uhr. Gottesdienst mit Kollefte für Hochheim in Lumda nachmittags 2 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 11. Auguft. Meist trüb, geringer Regen, fühl, mäßige westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. „ Das Blut ist das Leben", das ist entschieden der größte Wahrheitsspruch, denn gesundes Blut macht sich nicht nur dadurch bemerkbar, daß es dem Körper ein angenehmes Aeußere, Vollkommenheit und Schönheit verleiht, es wirkt auch auf den Geist und macht den Menschen heiter, bergnügt, tüchtig und klardenkend. Wie wichtig ist es daher, darnach zu trachten, daß gesundes, fräftiges Blut in den Adern fließt. Dieses ist mit Sicherheit durch Ferromanganin, ein blutreinigendes und blutbildendes Mittel, zu erzielen. Ferromanganin ist unentbehrlich bei Nekonvaleszenten. Enthält: Eisen 0,5, Kognaf 15, Nest dest. Wasser und aromat. Bestandteile. Zu haben in den Apotheken. Bei Einkäufen wollen unsere verehrlichen Abonnenten und Leser sich der in unseren Zeitungen inserierenden Firmen erinnern und auf uns beziehen. Π a 9061 Bekanntmachung. Der Elektrotechnifer Frih Jung dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das städtische Elektrizitätswerk auf Grund der Bestimmungen vom 20. September 1900 zugelassen worden. Gießen, den 9. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die nachbenannten Firmen und Geschäftsinhaber: Abermann& Kling, Löberstraße Nr. 8 2. Jrle, Grünbergerstraße Nr. 48 2. Moon, Bahnhofstraße Nr. 34 E. Dörr, Großer Steinweg Nr. 14 find zur Ausführung von Entwässerungsanlagen gemäß § 16 der Polizeiverordnung die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend, vom 1. August 1904, zugelassen worden. GIESSEN Sellersweg 83 Buchdruckerei Albin Klein GIESSEN Seltersweg 83 Adresskarten, Aviskarten, Zirkulare, Menus Couverts mit Firma, Einladungsbriefe u. Karten Eintrittskarten, Mitteilungen, Mitgliedskarten Postkarten, Programme, Quittungen, Statuten Rechnungen, Gratulationskarten, Weinkarten Verlobungskarten, Trauungskarten Visitkarten Weinkarten, Speisekarten, Tischlieder etc. etc. GIESSEN Seltersweg 83 GIESSEN Buchdruckerei Albin Klein Selterweg 83 Nach§ 16' der genannten Bolizeiverordnung dürfen Bergebung von Pflasterarbeiten. Entwässerungsanlagen im Anschluß an die städtische Kanalisation nur durch die hierfür zugelassenen Unternehmer ausgeführt werden. Gießen, den 7. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Die Wiederherstellung des Pflasters über den zur Auswechselung des Gasrohrnezes erforderlichen Gräben soll Dienstag, den 14. d. Mis., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen Verkauf von Baupläßen an der während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 1 Licherstraße. Die Stadt Gießen läßt: Mittwoch, den 22. August, nachmittags 3 Uhr auf dem Großherzoglichen Ortsgericht zwei nebeneinander gelegene Baupläge an der Licherstraße, Ecke der Landmannstraße von rund 600 und 480 qm öffentlich meistbietend versteigern. Gießen, den 9. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Mänsburg von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 10. August 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Verdingung. Die zur Herstellung eines transportablen Unterfunftsraumes für die städtischen Wiesenarbeiter nötige Holz und Brettez lieferung soll Dienstag, den 14. Auguft, vorm. 11 Uhr öffentlich verdungen werden. zur Einsicht offen Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum borgenannten Zeitpunft an uns einzureichen.-Buschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 8. August 1906. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Geschäfts- Verlegung und -Empfehlung. Dem verehrlichen Publikum von Giessen und Umgegend, sowie meiner werten Kundschaft die ergebene Mitteilung, dass ich meine Wagenbauerei von heute an nach Westanlage 27 verlegt habe. Durch Aufstellung von sämtlichen der Neuzeit entsprechenden Hilfsmaschinen der Wagenbautechnik bin ich in der Lage, den grössten Anforderungen gerecht zu werden und bitte Sie, mich auch Keine Serienlose oder Pfennigslotterie! Nur Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. Gewinn durch Beitritt zu amtl. angem. Verein! Kein Risiko! Gesetzl.staatl. angeordnet! Eine Mark monatl. genügt! Streng reell! Viele Mill. Hauptgewinne! Kleinster Treffer höher wie der Ankauf! Beitritt tägl.! Prospekt durch alleinige Annahmestelle Chr.Hummel München, Römerstrasse 3. Schnett rocknende Fussbode Lack Keme ausländische Sache! Oelfarben nicht nachtlebend, Parkettwachs, Parkettwachs ohne Glätte sowie alle sonstigen Artikel zum Austreichen und Wichsen der Fußböden bei weiterhin gefälligst unterstützen zu wollen. Prompte Bedienung Emil Fischbach Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zugesichert. zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Gießen, den 10. August 1906. Städtisches Hochbauamt. ?? Wer?? Gerbel. fein Grundstück, Geschäfts- oder Wohnhaus, Villa, Hotel, Restaurant, Gut, Mühle, Ziegelei, Baupläge oder Gewerbebetriebe jeder Art bald und vorteilhaft verkaufen will, sende seine genaue Adr. sofort poftlagernd u. 3. 18 nach Gießen. Generalvertreter in den nächsten Tagen anwesend. Besuch derselben fostenlos. Strengste Diskretion. Sehnsucht aller Damen ist ein zartes reines ( Sesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammctweiche Haut und blendend schöner Teint. Alles erzeugt die echte Steckenpferd Lilienmilch- Seife v. Bergmann& Co., Radebeul nit Schußmarke: Stedenvferd. à Stď. 50 Bfg. bei: B. J. Möbs. Emil Koch. 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