Nr. 158 Rebattion u.Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83, Fernſprechauschluß Nr. 362. " Montag, den 9. Juli 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen Der politifche Maffenftreik. Von einem bürgerlichen Sozialpolitiker wird der Deutschen Reform- Korresponden;" geschrieben: Gegenwärtig werden über die Frage des politischen Massenstreits" lebhafte Erörterungen in der mehr oder minder interessierten politischen Parte dresse gepflogen. Die Frage des Mafienstreits ist aber durchaus nicht zum ersten Male aufgetaucht, sondern der Massenstreik ist ein altes Inventar, in allen Ländern mit größeren sozialistischen Parteien. Inzählige Broschüren und Artikel sind schon harüber geschrieben worden, auf den Kongreffen der einzelnen Landesparteien und auf den internationalen Zusammenfünften find schon die längsten Reden darüber gehalten worden und ein paar Mal, so in Solland, Belgien, Italien und Schweden wurde so eine Art Generalstreif auch schon praktisch durchzuführen gesucht. Aber Erfolge wurden damit nicht erzielt. & fam nicht so, wie es sich die Anhänger und die Be= teiligten dieser Massenstreifbewegungen vorgeftelt hatten; die Vertreter des Staates, od r auch nur die Vertreter der großen in die Streifs einbezogenen Industrieunternehmungen fonnten nicht gezwungen werden, die Streifenden um Aufnahme der" rbeit zu bitten. Im Gegenteil erwiesen sich die staatlichen Organisationen und die sonstigen befämpften Einrichtungen als so fest gefügt, da den Streifenden nicht nur nicht entgegen gefommen zu werden brauchte, sondern vielfach noch die Gesetzgebung verschärft wurde. Im Gegenteil mußten die streifenden Massen nur zu oft Sunger leiden und so endete gewöhnlich der Massenstreit gar bald durch Wiederaufnahme der Arbeit. Ueberall, wo der Massenstreif proflamiert wurde, stellte es sich heraus, da; genug Arbeitswillige vorbanden waren, welche die Einstellung der Arbeit nicht mitmachten. Und der stärkste Wille muß erlahmen, wenn dem Körper, zu dem er gehört, infolge des Verdienstausfalls feine oder eine unzulängliche Nahrung zugeführt wird. Bis vor wenigen Jahren hatte der politische Massenstreif in Deutschland nur wenige Anhänger. Von den in Frage kommenden Kreisen wurde der Generalstreit oder der politische Massenstreit als eine Ange= legenheit betrachtet, über die man ernstlich nicht zu sprechen brauche. Das ging so bis zu den letzten Reichstagswaslen. Diese brachten wieder eine bedeutende Zunahme der radikalfozialen Stimmen und Mandate. Aber innerhalb der sozialistischen Partei zeigte sich mehr und mehr die Herausbildung von zwei Flügeln, die nicht im besten Einvernehmen stehen. Selbstverständlich gewannen die linksstehenden Männer Anhang, die in der Durchführung eines politischen Massenstreits ein Mittel sehen, um dem Staate wesentliche Zugeständnisse abzutrogen. Auch Bebel hat zu benen gehört, die energisch für den Massenstreit eingetreten find. Er scheint aber doch in der letzten Zeit seine Ansicht in dieser Sache geändert zu haben, denn jetzt wird ihm der Vorwurf gemacht, daß er gebremst" hätte, daß er nur noch ein recht lauer Anhänger des politischen Massenstreits sei. So dürfte wohl noch manches Jahr vergehen, ehe für uns ein richtiger Generalstreif von prattischer Bedeutung wird." Politifche Rundschau. Deutfches Reich. • Der in Südwestafrika operierenden Chußtrubhen ist gelungen, eine Hottentottenbande über die pritische Brenze zu treiben. Bei der Verfolgung der am 20. und 21. Sun zurückgeworfenen Hottentotten wurde eine Abteilung der Aufständischen gezwungen, nördlich von Violsdrift die englische Grenze zu überschreiten. Tie englische Grenz polizei nahm unverzüglich in Steinkopf eine Bande von 33 Röpfen beim Biebverkauf fest, gab das Vieh an die deutschen Truppen zurück und führte die Hottentotten noch Springbod ab. Unter diesen befindet sich der Unterfonitän Josef Christian, ein Neffe des Häuptlings Jobannes Christian, der nach Morengas Gefangennahme die Hottentotten führt. * Die so überaus großem Intereffe begegnende Reichstags- Erfagwahl im Wahlkreise Altena- ferlohn bat nunmebr auch einen bei dem Bureau des Reichstages eingegangenen Wahlproteft qezeitigt. In dem Kroteft wird hervorgehoben, daß grobe Verstöße gegen die gefeßlichen Vorschriften vor= fommen seien. Nicht wahlfähige Personen hätten gewählt, in einem Wahilofel sei, als die amtlichen Kouverts aufgebraucht geweien, ohne solche gewählt worden. Die Stich wahl zwischen dem sozialdemokratischen und dem Zentrumstandidaten findet Dienstag, 10. Juli, statt. * Der preußische Minister des Innern hat eine bemerkenswerte Verfügung über die Reform des Strafvollzuges erlaten. Der Minister weist darauf hin, daß nach der lebten statistischen Uebersicht in einigen Strafanstalten die Kahl der mit Disziplinarstrafen belegten Gefangenen zur Durchschnittszahl sehr hoch fei, während die Riffern anderer Anstalten zeigten, daß auch bei seltenerer Verhängung von Strafen die Disziplin aufrechterhalten werden fönne. Es müffe bei fachgemäßer Behandlung der Gefangenen vermieden werden können, daß mehr als die Hälfte der durchschnittlichen Gefangenenzahl im Jahre bestraft erscheine. Nicht jeder geringfügiae Verstoß aeaen die Hausordnuna erfordere Strafe: häufig genüge Belehrung und zurechtweisung. Auch auf die Beobachtung des Geisteszustandes der Internierten müsse vermehrte Sorgfalt gelegt werden. Schweiz. ** Die Unterzeichnung der Genfer Konvention hat stattgefunden. In der vom 6. Juli datierten Konvention ist bezüglich der Schiedsgerichte der Wunsch zum Ausdruck gebracht worden, daß, um zu einer möglichst genauen Interpretation und Handhabung der Genfer Konvention zu gelangen, die vertragschließenden Mächte dem ständigen Schiedsgerichtshofe im Haag die Differenzen, die in Friedenszeiten hinsichtlich der Auslegung der Genfer Konvention fich ergeben fönnten, unterbreiten." Dieser Wunsch wurde von allen Staaten angenommen, außer Japan, Korea und Großbritannien. Oefterreich- Ungarn. ** Zwischen den beiden Reichshälften ist ein neuer Greit ausgebrochen. Es handelt sich um das Bestreben der ungarischen Regierung, die wirtschaftliche Selbständigkeit des Königreichs durch einseitige Afte vorzubereiten oder gar schon als vorhanden nach außen hin zu dofitmentieren. Die ungarische Regierung will den Handelsvertrag mit der Schweiz selbständig abschließen. Gegen dieses Verfahren protestierte der österreichliche Ministerpräsident Freiherr von Beck energisch im Abgeordnetenhause und erklärte, die Regierung ziehe die dem Hause noch vorliegenden( Gefeßentwürfe über den wirticha tlichen Ausgleich mit Ungarn angesichts einer solchen Sachlage zurück. ** Rufsland. Gebeimnisvolle Gerüchte wissen von einem ver= dächtigen Schiffe zu melden, das im Finischen Meerbusen länns der Küste Minen gelegt habe, um den Zaren auf emer Yacht in die Lust zu brengen, wenn er, wie alljährlich im Sommer eine Kreuzfahrt unternimmt. Es iſt 10car schon die Rede davon, daß der Zar die Seefahrt aufgeben werde. ** Eine Aufsehen erregende Aeußerung ist in der Duma anläßlich der Beratung des Berichtes über die Vorgänge in Bjeloftof gefallen. Einer der Medner, Professor Schtschepfin bezeichnete es auf Grund des Berichtes, der die Mitwirkung von Truppen und Polizei an den Bluttaten behauptet, als Pflicht der Duma, eine Miliz zu organisieren, um weitere Pogroms zu verhindern und ein Gesetz zu be= schließen, das den Soldaten gestatten soll, offenbar ungefezlichen Befehlen ihrer Befehlshaber den Gehorsam zu verweigern. Damit wären die ersten Schritte ze Bildung eines Parlamentsheeres getan. Amerika. ** Die Regierung der Vereinigten Staaten hat nach Santo Domingo zehn fleinere Kriegsschiffe abgesandt, die verhüten sollen, daß in Domingo eine Revolution ausbreche. ** Hof und Gefellfchaft. Das Befinden der deutschen Kronprinzessin Cäcilie und des neugeborenen Prinzen ist andauernd ein so gutes, day e Ausgabe ärztlicher Bulletins bereits eingestellt werden konnte. * ** Es ist wieder von der Verlobung des Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen- Weimar die Rede. Wie es heist, wird sich der Großherzog mit der Prinzessin Hermine von Reuß ä. L., einer Schwester der verstorbenen Großherzogin. Hus den Darlamenten. Württembergischer Landtag. Die Kammer der Abgeordneten hat das Landtagswahlgefeß unter Zustimmung zu den Beschlüssen des anderen Hauses mit 45 gegen eine Stimme angenommen. Bei der folgenden Beratung der Gemeindeordnung hat die Kammer den Beschlüssen der ersten Kammer zugestimmt und die Gemeindeordnung einstimmig angenommen. Die badische Schulvorlage angenommen. Dbadische erfle Kammer hat die Schulvorlage nach den Beschlüssen der zweiten Kammer angenommen. Die orlage wird somit Gesez. Deer und flotte. Ein englisches Geschwader ver Lübeck. Das große englische Kanalgeschwader, bestehend aus 97 Kriegsschiffen, wird nach amtlicher Mitteilung aus London am 23. August vor Lübeck eintreffen. Vermehrung der französischen Flotte. Marineminister Thomson erklärt in der Marinefommission, daß gemäß dem Beschluß der Kammer vor Ende des Jahres sechs Panzerschiffe auf Stapel gelegt werden sollten. Der Minister betonie zum Schluß, daß Frankreich sich anstrengen müsse, um nicht vom Ausland überflügelt zu werden, und um den in Bezug auf den Bau von Unterseebooten erreichten Vorsprung nicht wieder einzubüßen. Preußischer Landtag. ( 25. Sitzung.) Herrenhaus. RK. Berlin, 7. Juli. Die endgültige Annahme der Schulvorlage. Die letzte Sigung des Hauses galt der Erledigung der Schulvorlage. Zwar brachte Herr v. Klizing die im andern Hause gestrichenen Anträge von neuem ein, das Haus aber lehnte sie diesmal ab und nahm schließlich das Gesez unverändert an, das somit seine parlamentarische Laufbahn beendigt hat. Dagegen stimmte etwa ein Dugend fonservativer Mitglieder( wegen der Ablehnung der obigen Anträge) und einige Oberbürgermeister. Haus der Abgeordneten. ( 81. Sigung.) RK. Berlin, 7. Suli. Da die Wahlprüfungskommission beantragt hatte, aus formalen Gründen die Wahl des Abg. Dr. J derhoff( irf.) für ungültig zu erklären, legte dieser heute sein Mandat nieder. Dann erledigte das Haus noch einige Petitionen. Um 4 Uhr versammelten sich die Mitglieder der beiden Häuser im Abgeordnetenhause zu der gemeinsamen Schlußßigung. Der Vizepräñdent des Staatsministeriums Graf Rosadowsky verlas die fönigliche Verordnung und er flärte die Seffion des Landtags für geschlossen. Mit einem Hoch auf den König, das Fürst Knyphausen ausbrachte, schloß die Sitzung. Jordys freisprechung. ( Sonder- Bericht.) § Berin, 7. Juli. Fünf Monate hinter Gitterstäben als Untersuchungs, gefangener, drei Tage das Martyrium der Schwurnerichtss berhandlung und dann, nach eine unbe banden Harvent? völlig frei das alles mußte der Sächter Sordy durch kosten, den man des Mordes seiner leiblichen Mutter angeflagt hatte. frei an - - 11 - mer Die Geschworenen find zu einem Nichtschuldig" gefommen, So hatte man es auch erwartet. Kein gelehrter und fein Laienrichter hätte es wohl vermocht, den Angetlagten schuldig zu sprechen, nach einer Verhandlung, die bei ibrer Länge und Weitschweifig feit wohl Verdach:@momente bot, jedoch keine so oravierenden, daß man mit ruhigem Gewissen Jordy als Muttermörder verurteilen durfte. Die Beugen, waren es nun Entlastungs- oder Belastungszeugen, verwickelten fich oft in Widersprüche, odaß in feiner eise ein flares Bild zu Tage treten fonnte. Der eine hatte Jordy am Tage der Eat oder furze Reit vorher nur gefeben, der andere will ibn fonar gesprochen haben, andere Reugen baben den früheren ingeklagten zu gleicher Zeit emem ganz anderen Dit netronen, diesen Widerspruch? Wir müssen mit der Möglichteit rechnen, daß Fordy, den wir in als von dem Verdacht des Mordes geläutert ansehen müssen, nur deshalb sich mit seinem Alibibeweis so auserordentliche Mühe gab, weil er fürchten mußte, es fönne ibm beim Forschen nach bestimmten Verdachtsgründen zwar nicht der Mord an seiner Mutter, wohl aber irgend eine andere strafeheifchende Tat nachnewiesen werden. Man kann auch in Betracht ziehen, daß Jordy einen und Doppelgänger bat daß ein Teil der Reugen Fordy selbst gesprochen, die andern nur seinen Doppelgänger gesehen haben. Es wäre falsch, wollte man den Verfuch des Angeklagten, die schwere Blutfchuld auf se nen eigenen Vater zu wälzen, ungünstig für Jordy beurteilen. In einer Familie, in der man sich oft schlägt und rauit, in der die Schwiegertochter ihre S wiegermutter zu Boden schlägt und da: auch feelenrubin zuoibt, da darf man sich über eine der= artige Gefühlsiohheit" nicht wundern. Wer der Gerichtsverhandlung. beiwohnte, die e nen fo unberiedigenden Abschluß fand unbefriedigend, meil man den wahren Mörder nicht gefunden hat dem wird sich die Frage aufdrängen: wäre es nicht vielleicht ge= helungen. des Täters bald habbaitig zu werden, wenn nicht der Zuständigkeit der einzelnen Beamten so strenge Grenzen cezonen wären? Der vorüßende Richter cab mehrmals seiner Verwunderung Ausdruck, daß bei der Untersuchung die Zuständigkeitsfragen eine große Rolle gespielt haben. Doch nnn ist der Vorbang über dem blutiger Schauspiel in Reinickendorf- Rosental einstweilen gefallen. Vielleicht hebt er fich nod mals um, uns dann das Schauspiel der Sühne für die grausige Bluutat zu zeigen, die Verurteilung des Mr. C. Th. Nab und Fern. " - † Bekämpfung der Volkskrankheiten. Auf der im Kieler Hafen liegenden Hult Prinz Adalbert" wurde die oom Geh. Kommerzienrat Lingner aus Dresden veranstaltete Ausstellung über die Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung pom Protektor der Ausstellung, dem Prinzen Heinrich von Preußen eröffnet. ,, Leider Automobil gekommen?" auf Ihrer ,, Wie weit sind Sie Hochzeitsreise per denn Summarisch. nur bis Verona. Was fnistert denn da? brauchte, trappte der alte Heinz wieder davon. tag sehen wir den alten Heinz in seine Tasche fassen. er nun heute au nichts Außergetvöhnliches mehr zu denken Weitere paar Tage darauf es war an, einem MonEr holt einen Brief hergus An dem schöne Einrichtung der Trichinose, die ihm einen so hübschen über einer tersuchung und freute sich über d darauf frat di Verdienst verschaffte. Da fuhr ein Wäglein vor, und gleich nghof, so schnell als es † Schwerer Automobil- Unfall. Ein von Berlin tommendes Automobil fuhr nachts bei dem Dorfe Gerwisch gegen einen Prellstein. Die Insassen wurden herausgeschleudert. Zwei von ihnen, ein Herr Silberstein und ein Fräulein Danfert aus Berlin erlitten Schädelbrüche, sie fanden im städtischen Krankenhause in Magdeburg Aufnahme. Ein dritter Insane und- der Chauffeur famen mit leichteren Verlegungen davon. + Das zweite Opfer der Hamburger Brandfatastrophe. Die Befürchtungen, daß der Turmwächter Beurle nicht das einzige Opfer des Brandes der Michaelisfirche war, haben sich bestätigt. Unter den Trümmern des eingeäscherten Braunschen Warenhauses ist die verfoblie Leiche des verunglückten Heizers Stellig aufgefunden worden: drei Züge der Feuerwehr sind bis jetzt unausgesetzt bei den Bergungsarbeiten tätig gewesen. + Ins feuchte Grab. Die Frau eines Everführers in Hamburg warf ihre beiden dreijähricen Kinder in den Ofterbeffanal, und stürzte sich dann selbst mit ihrem ältesten fünfjährigen Töchterchen in das Wasser. Sie wurden alle noch lebend ans Land gebracht. Die Mutter und die füinjährige Tochter liegen jedoch schwer trant darnieder, während bei den beiden jüngsten Kindern feine Gefahr besteht. Die Frau soll die Tat in einem Anfalle von Schwermut begangen haben. + Eine Breslauer Madame Humbert. Die Witwe des Oberlehrers Ulbrich aus Breslau und deren Sohn find wegen raffinierter seit Jahren fortgesetzter Schwindeleien verhaftet worden. Frau Ulbrich soll etwa 300 000 Mart von einer Arzabl Personen aller Gesellschaftskreise unter Beihilfe ihr& Sohnes erschwindelt haben. + Berfehrsstörungen durch Wolkenbruch. Auf den fächsischen Eisenbahnstrecken haben mehrtägige molkenbruchSo artige Regençüsse mannigfachen Schaden verursacht. wurde zwischen Ober- Bogelsang und Pirna der Bahndamm auf 20 Meter Länge durchbrochen. Die Linie DresdenBodenbach war zeitweise durch herabgestürzte Gestemmasien unbefahrbar. Zwischen Schandau und Pirna waren die Telegraphenleitungen unterbrochen. × Bieber bei Rodheim, 8. Juli. Bergverwalter Götz wurde gestern Abend gegen 6 Uhr in seinem Berufe auf Grube, Eleonore" in der Kellbach von einem Schlaganfall betroffen, an dessen Folgen er heute Morgen verstorben ist. Der Verblichene blickte hierselbst auf eine nahezu 40jährige Tätigkeit im Dienste der Firma Stumm zurück. Er war ein pflichttreuer, gewissenhafter, dabei stets gerechter Beamter gegen alle Untergebene. † Sin Lehrer at Mörder. In Dürnberg in Patern hat der 27 jährige Volksschullehrer, Müller das 7 jährige Schulmädchen Wunschelmeyer mit einem Hammer erschlagen und vorher ein noch verabscheuungswürdigeres Verbrechen an ihr verübt. Es wird angenommen, daß man in Müller auch den Täter eines vor mehreren Jahren an einer Rentnerswitwe verübten Mordes, der unaufgeflärt blieb, zu suchen hat. † Talsperre in Gotha. In Gegenwart des Herzogs wurde in Gotha die Talsperre eingeweiht. Cie ist die erste in Thüringen und hat 800 000 Kubikmeter Jubalt. † Frost im Juli. Jm Göttinger Lande ist starter Frost aufgetreten. Im Harz ist die Temperatur nachts bis auf einen Grad Kälte gesunken. * Frizlar, 8. Juli. Die bekannte Donar Heil quelle, der Sauerbrunnen bei Geismar, ist an die Fürstliche Minerial. Aftien- Gesellschaft zu Wildungen verkauft worden. Der Preis beträgt, wie man hört, mit der Gastwirtschaft 52 000 Mt. Tages- Chronik. Bei einer Felddienstübung der Sale= waller Kürassiere murde ein Reiter vom Eisenbahnzuge überfahren, er verstarb im Lazarett. In Falkenhagen bei Prenzlau wurden zwei Männer unter einem Baume vom Blige erschlagen. Der Schauspieler Schüttner in Frankfurt a. M. wurde megen großer Diamanten- und Goldwaren- Diebstähle verhaftet. Lokales. 9. Juli. Das 26. Lahntal- Sängerbundesfest zu Gießen. Motto: Grüß dich Gott, Du Wunderblume, Einzig wurzelnd im Gemüt, Die am Bach, im Heiligtume, Die wo Deutsche sind, erblüht! Streue deine Segensdüfte Allem Volf ohn Unterschied, Seelenbauch der Himmelslüfte, Grüß dich Gott, mein deutsches Lied. Gg. Lang. Die Signatur unseres Lebens ist falter Interessenkampf; nie haben die Gegensäge so unüberbrückbar wie heute gefiafft. In hartem, nervenzerüttender Arbeit gehen unsere Tage hin, was Wunder, das jeder ideale Schwung, jegliche Kraft, unfere Umwelt zu gestalten, uns verloren gegangen zu sein scheint. Scheint denn in Wirklichkeit liegen sie nur unter den materiellen Riesenwerten verborgen, die unsere Technik Tag um Tag aufftop it. Schlägt aber die Feierabend stunde und flammt der Abendhimmel über der Landschaft in fattem, glühendem Rot, dann fallen die Härten und Schroffen und die Harmonie des Weltalls zieht als tiefer Friede durch unsere Seele. Dann erklingen verwandte Saiten unseres Gemüts; wir strahlen unser bestes in die Umwelt hinaus und empfinden sie als einen Teil unseres Selbst. Durch nichts geschieht dies aber intensiver als durch die unkörperlichste der Künste, als durch die Musik. Wir Deutsche sind das Bolt des tiefen gemütvollen Empfindens und Gestaltens und so ist es denn gekommen, daß unsere schönen Gaue mit ihren hochragenden Eichen- und Buchendomen die Heimstätte des Volksliedes geworden sind. Ob an steiler Bergeswand, unter wuchtigem Felsgehänge, ob an donnernd berührter Küste, wo auf Dünen und Deichen unsere Stämme trußig die deutsche Meerwacht halten, ob an den Rebenborden des Rheins oder den grünen Wiesen der Nogat, wo deutsche Recken einst ein gewaltiges Wahrzeichen des Deutschtums setzten wohin der Fuß sich auch wendet, wo das Ohr auch horcht, überall bannt das Boltslieb den Wanderer. So schlicht und so bescheiden einfach und doch mit einer so bezwingenden Allgewalt tritt es uns entgegen. Aber nicht immer war sein schlichtes Gewand auch sein Ehrenkleid, manche Schwelle mußte es einstmals meiden. Erst durch die liebevolle Pflege der Gesangvereine wurden ihm alle Tore geöffnet und mit berechtigtem, gut uns anstehendem Stolze dürfen wir heute sagen: nicht wenig hat der LahntalSängerbund dazu beigetragen, der in diesen Tagen in Gießen sein 26. Bundesfest feiert. Vom Großherzoglichen Hofe. Fürst Wilhelm von Hohenzollern wird am 12. d. Mts. dem Großherzog seinen Antrittsbesuch abstatten.- Prinz Reinhard und Prinzessin Dorothea zu SolmsHohensolms- Lich sind zu mehrtägigem Besuch auf Jagdschloß Wolfsgarten eingetroffen. * Finanzminister Dr. Gnauth hat einen mehr wöchigen Urlaub angetreten. * Vom Ministerium sind die Kreisämter angewiesen worden, für die Wahlen zur Landwirtschaftskammer die erforderlichen Anordnungen zu treffen. * Von unserer Landes- Universität. Die amtliche Darmst. 3tg." ist in der Lage, mitteilen zu fönnen, daß es dem Großh. Ministerium abermals gelungen ist, einen empfindlichen Verlust von unserer Landes- Universität fernzuhalten. Prof. Dr. Schwally, der verdienstvolle Sanskritist, hat sich entschlossen, den an ihn ergangenen, ebenso ehrenvollen wie verlockenden Ruf an die Universität in Algirah( Nord- Indien) abzulehnen. * Die 80 Landgemeinden des Kreises Gießen erheben an Gemeindesteuer im Rechnungsjahr 1906: 622 000 Mt. Drei Gemeinden des Kreises sind in der glücklichen Lage, infolge großen Gemeindegrundbesitzes keine Gemeindeſteuer erheben zu müssen: Albach, Bersrod und Ettingshausen. Den höchsten Zuschlag haben Stangenrod 271%, Lindenstruth 227% und Trohe 207%. Gießen erhebt ca. 900 000 Mt. mit 116%. ** Gestern Mittag stürzte in der Neustadt in der Nähe des Geschäftshauses der Firma Frensdorf ein älterer Mann und zog sich erhebliche Verletzungen zu. ** Vom landwirtschaftlichen Wetterdienst zu Gießen werden die Wetteraussagen versuchsweise ab 9. Juli auch telegraphisch verbreitet. Das diesjährige Dünsbergwetturnen wird am Sonntag, dem 9. September, abgehalten werden. * Samstag, den 7. Juli. Gäften. Die früheren Feste, welche der Lahntalsängerbund in der alten Musenstadt Gießen feierte, standen bei der ganzen Einwohnerschaft in so guter Erinnerung, daß wir auch diesesmal mit frohem Mute an die Aufgabe herantreten durften, wtederum ein solches GesangsIn unserer Stadt und Volksfest zu übernehmen. 31 Auch in die niedrigung, fin des Gefanges Beginn des 19 Berlin der M Männerchorgeld Friedrich 3 Berlin und einer der inti langjähriger L afademie zu Be den Gedanken, ein bisheriges Männerchorgef eintreten zu la pflegten Ginzelt Erfolg und mä erften Verfuch Gründung des e der den Nam Gießen, in welcher die Pflege der Musik und des Gesangs in so hohem Maße in allen Schichten der Bevölkerung begeistert gefördert wird, wird allezeit fröhlichen Sängerscharen ein herzlicher Empfang bereitet sein. Wohl sind die Tage geschwunden, in denen einft auf deutschen Sängerfesten das hohe Lied von Deutschlands Einigungstraum erscholl. Aber dieses Lied ist kein Traum geblieben; stark und wehrhaft steht das Reich, und in seinem Frieden fönnen Kunst und Wissenschaft, Musit und Gesang zu hoher nie gefannter Blüte sich entfalten. Für die Pflege aller Künste, insbesondere für die Blüte des deutschen Männergesangs begeisterte Fürsten stehen an der Spitze des Reichs und unseres engeren hessischen Vaterlandes. Ihnen für die Förderung aller Künste unseren Dant zu erstatten, soll an diesem feftlichen Abend unsere erste gemeinsame Aufgabe sein. Lassen Sie uns vereint rufen aus vollem Herzen:„ Die hohen Schirmherren des deutschen Männergesangs, des deutschen Volksliedes, Seine Majestät Kaiser Wilhelm II, und Seine Königl. Hoheit Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein, sie leben hoch, hoch, hoch! Donnernd braufte das begeistert aufgenommene Hoch durch die Halle, die Musit spielte die Nationalhymne und immer festfroher schlugen die Herzen. Die Aufgabe, die Feftrede zu halten war Kaufmar Homberger, dem 2. Borsigenden des Geschäftsführenden Ausschusses, geworden, der er sich in folgenden gut gewählten Ausführungen entledigte: Die großen Schwungräder und fliegenden Riemen find zum Stillstande gekommen, die Menschen haben ihre Arbeitsstätten verlassen. Von den Türmen schlägt es 834 Uhr, da tündet plöglich schmetternde Musik, daß das Sängerfest begonnen. Unter flotten Klängen bewegt der Zapfenstreich sich durch die Stadt nach dem Festplatz, den schon eine ganze Anzahl Gesangsfreunde belebt, beherrscht von dem mächtigen Torbau. Nicht lange währt es, bis das Leben auf die Festhalle übergreift und ihre weiten, einladenden Räume füllt. Bald flutet eine festliche Menge durch sie, die Pläze sucht. Die Halle ist in guten Abmessungen gehalten und wird durch eine muschelförmige Bühne abgeschlossen. Durch alle Räumen schlingen sich in schlanken Linienführungen Guirlanden, die durch hübsche FahnenDraperien wirkungsvoll unterbrochen werden. ausgezeichneter Bestandteil fügt sich auch dieses Mal der Schmuck der lebenden Bäume wieder in die Dekoration ein. Menschenhand und Natur haben in glücklichem Jneinandergreifen ein Ganzes geschaffen. k Klein- Linden. Kanalisation. Die schon vor mehreren Jahren vom Großh. Streisamt angeordnete Kanalisation in unsern Hauptstraßen wird Ende d. M. vollendet sein. Dadurch gewinnt unsere Gemeinde und borzugsweise die breite Frankfurterstraße ein fortschrittliches Aussehen. Die Gemeindekasse ist durch diese Straßenverbesserung allerdings etwas in Mitleidenschaft gezogen worden; allein der hygienische Vorteil überwiegt weit die materiellen Ansprüche. Die hiesige Gast. wirtschaft zur inde" ist vor einigen Tagen um den ansehnlichen Preis von 27000 Mart an einen Wirt aus dem Rheinlande übergegangen. Als Immer mehr ist die Menschenmasse angewachsen; an der Seite des schwarzen Rocks erscheint die Uniform und das Beigekleid, und als die Kapelle unserer 116er den flotten Fehrbelliner Reitermarsch intoniert, ist jeder Platz besetzt. Nach Beendigung des Marsches betrat der 1. Borsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses, Stadtrat Eichenauer, die Tribüne und eröffnete die Feier mit folgender Ansprache: Hochverehrte Festversammlung! Zum 26. Fefte des Lahntalsängerbundes, welches zum vierten Male in den Mauern Gießens unter der Teilnahme der ganzen Bevölkerung festlich begangen wird, rufe ich Ihnen allen namens der Festleitung, ein herzliches Willkommen entgegen. Ich begrüße in deren Namen vor allem die Spizen unserer hohen Behörden, welche auch bei diesem Anlaß wieder in bereitwilliger Weise mitgeholfen haben, unser Fest tatkräftig zu unterstützen. Wir schulden diesen Dant allen hohen Staats- und Militärbehörden, insbesondere aber der Stadtvertretung für die überaus große Bereitwilligkeit unser Feft mit allen Kräften zu fördern, und dieser Dank wird sicherlich in allen Herzen einen lebhaften Widerhall finden. Meine zweite Begrüßung gilt dem Bundes- Vorstande des Lahntal- Sängerbundes, und Ihnen allen meine lieben Sänger, besonders aber unseren lieben Alt Gießen prangt im Festgeschmeide, führte und sehr bem bon Berli Die Luft gefproche Beftra niffe deutschen Bateria beliebe Männergefang a freundschaftliche es, daß fich am Vereine aus 10 gründlicher Dur Sagungen einen gründeten, der au fattgehabten Sä Sängerbund bereits bestehenden As fehr erfreulich daß einer der äl Die Wimpel weh'n von Turm und Haus, Und an dem alten Mauernkleide Steckt mancher frische Blütenstrauß. Von Tannengrün ein Ehrenbogen Steigt in den Straßen hier und dort; Willkommen, die' s Euch hergezogen Von Ost und West, von Süd und Nord! Hochansehnliche Festversammlung! - Mit diesen poetischen Worten, die ich meinen Ausführungen voranzustellen mir erlaube, begrüßt heute die Gesamtheit der Bewohner unserer lieben Vaterstadt Gießen alle die frohen Festgäste, die von nah und fern in diesen Tagen hier zusammenströmen, um das 26. Lahntalsänger- Bundesfest feierlich mit uns zu begehen. Nicht ein einzelner Verein, nicht blos die vier Mitglieder des Lahntalsängerbundes, die in Gießen ihren Siz haben: " Harmonie"," Bauerscher Gesangberein"," Heiterfeit", und Gemütlichkeit" heißen die hiesigen und auswärtigen Gäste und Sangesbrüder herzlich willkommen, nein ganz Gießen vielmehr hat " 1 - dem Lahntal- Sängerbunde einmütig die Stätte bereitet, wo er zum 26. Male sich zusammenfinden soll zur Prüfung der in den einzelnen Vereinen erzielten Fortschritte auf dem Gebiete des Männergesanges, sowie zur erneuten Betätigung der altgewohnten freundschaftlichen Beziehungen zwischen allen seinen Mitgliedern zu einander und zu den tausenden Gesangesfreunden, die in diesen Tagen hier zusammenströmen, um ohne Mitglieder des Bundes zu sein doch freudig teilzunehmen an allen Veranstaltungen. Darum grüßen Euch, Ihr Sänger und Gäste, überall an den Straßen Laubgewinde aus dem Blatt der Eiche, Frohlocken und Jubel tönen Euch aus aller Munde entgegen und freudig heißen wir Euch nicht als fremde Gäste sondern als Freunde und Brüder von ganzem Herzen willkommen. - Was aber, hochansehnliche Festversammlung, bewirkt es, daß die Herzen derer, die sich nie persönlich gekannt, so schnell in mächtigem Afforde zusammenschlagen? Welches ist das geheimnisvolle schöne Band, das alle heute umschlingt und welches ist die Flamme, in der unseres Herzens heiligsten Gefühie glühen? Es ist der dentsche Sang, der mit wunderbarem Zauber der Seele Saiten in kräftigen Harmonien erklingen läßt;- es ist das deutsche Lied, welches uns alle als Brüder als Glieder eines großen, schönen, mächtigen Vaterlandes eint!. Die Geschichte aller Zeiten und Völker lehrt uns den Einfluß des Gesanges auf das Ge fühlsleben des Menschen erkennen. Man redet deshalb auch mit Recht von einer Macht des Gesanges! Im Gesange wird ein Quell der edelsten Freuden geöffnet ein Quell, der in niemals versiegender Fülle fließt. - verein Harmo feinen 60. Gebur ihm die herzlichte auf einstimmigen tages nachher werden soll. A tätigen und an Gründung im J 1861 ohne jede Un bunde angehört, d gutes Beftehen a indem wir diese den gesamten diesem und sein gebührenden Da Und feinem, hochansehnliche Festversammlung, ist es verwehrt, sich hier zu erquicken. Nicht ist der Kunstgenuß beschränkt auf die Säle der Reichen und Vornehmen, nein, auch unter dem Dache des niedrigsten Mannes im Volte kann die Freude am Schönen wohnen, wenn man sie dort nur einzuführen weiß. Was nach der Arbeitslast des Tages in den Mußestunden der Sänger pflegt, das ist ein heiliges Vermächtnis jener Männer, denen ein Herz voll Liebe für das Wohl des deutschen Volkes im Busen schlug, die an der Zukunft unseres teueren Vaterlandes auch da nicht verzagten, als es die traurigsten Zeiten durchleben und fich beugen mußte vor fremder Herrschaft und Willkür. die Bitte entgeg Wege ftets weite zu wollen in dem Ziele der Verw bringen, die dem borschwebten. In diesem meine werten F den Sigen zu ert ftimmung fich mi Dem deutschen Liede, ein dreifac Und hoch! hoch! Aide folgten und dann Gefangvereine in wur immungsvolle Lieb Brößte Stille herriate endet, brach ein nicht end flieg auf seinen Bortrag schloß sich die Feier des 60 des Gesan die von Herrn C6 prache eröffnet wurd freundes lag, der trachtung zufriedenen fein Auge dann de rt. 60 Jahre treue alle Worte für die fets neue Aräfte& e erfolgreich fortzuid rauf überreichten ne eine prädtige gberein übermachte Deiterfeit" ftiftete e nich des Lahntalende, Lehrer Sch erreichte er Herrn tgliedschaft zum harmonie", Herr A aftebeweise und h Staadler die zur Harmonie" monie fand die ei dsbolle Feier ihrer Gin anderer tiefer Abends war der als Maffendor de und rückhaltlof fen floffen die S hl und dem Berit er schritt die Fei it die Mitternd er fein Ende ab 26. Lahntal- B Lahntalfanger eierte, ftanden er Erinnerung, e an die Auf Iches Gesangs unferer Stadt Rufit und des Schichten der wird allezeit her Empfang efchwunden, in das hohe Lieb 1. Aber dieses und wehrhaft fönnen Stunft zu hoher nie ie Pflege aller des deutschen n an der Spize en Baterlandes. = unseren Dant end unsere erfte Sie uns bereint n Schirmherren chen Beltsliedes, 6 Seine Königl. Hessen und bei enommene Hoch onalhymne und Le Aufgabe, die rger, dem 2. uffes, geworden, Ausführungen ftgeschmeide, Surm und Haus, Infleide itenstrauß. renbogen er und dort; bergezogen Süd und Nord! ung! die ich meinen claube, begrüßt c unserer lieben Festgäste, die hier zusammen ger- Bundesfeit ht ein einzelner er des Lahntalen Siz haben: erein"," Heiterie hiesigen und brüder herzlich bielmehr hat tig die Stätte usammenfinden elnen Vereinen te des Männertigung der alt ungen zwischen der und zu den n diesen Tagen One Mitglieder g teilzunehmen grüßen Euch, 1 den Straßen iche, Frohlocken unde entgegen fremde Gäste r von ganzem Auch in diesen ernsten Tagen der tiefsten Er. niedrigung, sind dem deutschen Volke die Ideale des. Gesanges erhalten geblieben, und derade zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebte und wirkte in Berlin der Mann, dem wir die Begründung des Männerchorgefanges zu verdanken haben. Karl Friedrich Zelter, geb. am 11. Dezember 1758 zu Berlin und daselbst verstorben am 15. Mai 1832, einer der intimsten Freunde Goethes, fam als langjähriger Leiter der ehemals berühmten Singakademie zu Berlin erstmals im Jahre 1808 auf den Gedanken, aus Anlaß einer Abschiedsfeier für ein bisheriges Mitglied dieser Singakademie den Männerchorgesang bei dieser Gelegenheit einmal eintreten zu lassen, anstelle der bis dahin nur gepflegten Einzelborträge. Unerwartet groß war der Erfolg und mächtig die Begeisterung, die diesem ersten Versuche folgte. Sofort fam es zur Gründung des ersten deutschen Männergesangvereins, der den Namen Zelter'sche Liedertafel führte und sehr bald schon sah man andere Städte bem von Berlin gegebenen Beispiel folgen.... Die Lust und Freude am Gesange und das aus gesproche Bestreben, durch Vereine und Sängerbünd. nisse deutschen Sinn und deutsche Gesittung und Vaterlandsliebe zu pflegen und zu fördern, den deutschen Männergesang auszubilden und benachbarte Städte in freundschaftliche Beziehungen zu bringen, bewirkten es, daß sich am 30. September 1860 zu Buzbach elf Vereine aus 10 Städten zusammenfanden und nach gründlicher Durchberatung der vorher entworfenen Satzungen einen deutschen Sängerbund" begründeten, der auf dem im August 1862 zu Gießen stattgehabten Sängertage den Namen„ LahntalSängerbund erhielt, zur Unterscheidung von dem bereits bestehenden allgemeinen deutschen Sängerbunde. Als sehr erfreuliches Zeichen soll nicht unermähnt bleiben, daß einer der ältesten Bundesvereine, der Gesang verein Harmonie in Gießen in diesen Tagen seinen 60. Geburtstag in voller Frische feiert, wozu ihm die herzlichste Gratulation aller Schwestervereine auf einstimmigen Beschluß des vorigen Sängertages nachher in diesen Räumen dargebracht werden soll. Auch wir wollen hiermit diesem tätigen und angesehenen Bundesvereine, dessen Gründung im Jahre 1846 erfolgte und der seit 1861 ohne jede Unterbrechung dem Lahntal- Sängerbunde angehört, die besten Wünsche für sein ferneces gutes Bestehen aussprechen und somit gleichzeitig, indem wir diese Ehrung des einzelnen Vereins auf den gesamten Lahntal- Sängerbund übertragen, diesem und seinen Leitern an dieser Stelle den gebührenden Dank für die bisherige Tätigkeit und die Bitte entgegenbringen, auf dem betretenen Wege stets weiter schreiten und niemals nachlassen zu wollen in dem Bestreben, die hohen und idealen Ziele der Verwirklichung näher und näher zu bringen, die dem Bunde schon bei seiner Gründung borschwebten. In diesem Sinne richte ich an Sie alle, meine werten Festteilnehmer, die Bitte, sich von den Sitzen zu erheben und als Zeichen Ihrer Zustimmung sich mit mir zu vereinigen in dem Rufe: ,, Dem deutschen Männergesange, dem deutschen Liede, ein dreifach donnerndes Hoch! Und hoch! hoch! hoch klang es überall. Weitere Musikfücke folgten und dann sang der Gesamtchor der Gießener Gesangvereine in wunderbar schmelzender Weise das ftimmungsvolle Lied„ Wer hat dich, du schöner Wald." Größte Stille herrschte während des Vortrages, als er aber geendet, brach ein nicht enden wollender Beifall los. Der Abend stieg auf seinen Höhepunkt, dann unmittelbar an den Bortrag schloß sich die Feier des 60jährigen Stiftungsfestes des Gesangsvereins Harmonie ftversammlung, an, die von Herrn Challier mit einer furzen herzlichen c, die sich nie Ansprache eröffnet wurde, in der alle Freude des alten Gehtigem Akkorde angsfreundes lag, der von dem erhabenen Standpunkte der geheimnisvolle Betrachtung zufriedenen Sinnes den weiten Weg überblickt mschlingt und und ſein Auge dann der Zukunft zuwendet, die der Jugend niseres Herzens schört. 60 Jahre treue Pflege des Gesanges sprechen mehr er mit wundern, stets neue Kräfte zu werben und auf dem betretenen in kräftigen Bege erfolgreich fortzuschreiten, schloß er seine schlichten Worte. das deutsche darauf überreichten die Jungfrauen des Vereins der - als Glieder fahne eine prächtige Fahnenschleife, der Bauersche GeVaterlandes angverein übermachte einen hübschen Pokal und die iten und Völker Seiterkeit" stiftete einen Fahnennagel. Den Glück& auf das Gewunsch des Lahntal- Sängerbundes überbrachte der Vor.Man redet ende, Lehrer Schneider- Marburg. als alle Worte für die Harmonie; möge es ihr vergö.nt Gleicherzeit Sonntag, den 8. Juli. Trüb und grau steigt der große Tag des Streites herauf. Am niedrigen Himmelsbogen jagen dunkle regendrohende Wolfenschatten, nichtsdestoweniger aber sieht Gießen mit unverwüstlichem Optimismus den kommenden Dinge entgegen. Die ganze Stadt prangt in Guirlanden- und Flaggenschmuck und Transparente rufen herzlicher Willkommen entgegen. Früh morgens eriönt der Weckruf und bald darauf treffen die ersten auswärtigen Sänger ein und werden unter flingendem Spiel nach dem Festplag, dem Oswaldsgarten geleitet. Um 9 Uhr beginnt in der Turnhalle das Einzelwettsingen der Bundesvereine, zu dem sich viel tunstverständiges Publikum eingefunden hat. Die Vereine setten ihre Ehre darin, nur ihr bestes zu geben und dankbar nahm die große Zuhörerschaft die Berlen des Männergesanges entgegen. Eine eingehende Kritik würde an dieser Stelle zu weit führen, hervorgehoben seien aber der Fleiß und die innige Hingabe, mit der seitens der einzelnen Vereine an dem Männerchorgesang gearbeitet wird. Als Breisrichter fungierten die Herren Misikdirektor Barlow Frankfurt, Musikdirektor Schmidt- Friedberg und Musiklehrer Wehn vom Seminar Hemberg a. E. An das Einzelwettsingen schloß sich die Hauptprobe der Bundesvereine. Der Festzug. Unterdessen begann aber an einem anderen Punkte unserer Stadt ein lebhaftes Treiben; am Walltor und den benachbarten Straßen wurde der Festzug aufgestellt. Von 122 Uhr begannen die Wagen vorzufahren und die Vereine mit ihren Fahnen anzurücken. Die Aufstellung des Zuges geschah unter geschickter Leitung mit größter Ruhe. Punkt 2 Uhr erfolgte das Kommando zum Abmarsch. Jubelnde Musik ertönt und dann zieht er, der fast nicht enden will, an uns vorüber. Wirkungsvoll eröffnet wurde er durch Festdamen und den Radfahrerklub „ Germania". Dann folgten die Trommlerabteilung der Gail'schen Feuerwehr, die Musikabteilung des Inf.- Ngts. Kaiser Wilhelm II., die freiwillige Gail'sche Feuerwehr, der Ehrenausschuß, der Festausschuß, der Gesamtausschuß und die verschiedenen Gesang- und anderen Vereine. Sehr hübsch durchbrochen wurde der Zug durch den Schlachterbecein Gießen, der die Zunfttruhe der Gießener Megger bon 1717 mit sich führte, und den Kutscherverein, der hoch zu Roß erschienen war. Dann verdienen aber der hübsche Wagen des Schützenvereins Gießen, der zur Blumenschlacht geschmückt war, und die Gruppe der AmicitiaGießen, die den Loreley- Felsen darstellte. Eine Abteilung gestaltete sich immer eindrucksvoller als die voraufgegangene. Die Zusammenstellung war gut durchdacht. In allen Straßen, die der Zug durchzog, wurde er freudig begrüßt, Fenster öffneten sich und zarte Hände warfen den Sängern Blumensträuße zu. Regendrohend spannte sich zwar der Himmel, aber nichts als Frohsinn herrschte, der auch dann nicht wich, als einige Tropfen fielen. Von dem Ehrenausschuß machten Se. Magnifizenz Rektor Prof. Behaghel, Reg.Nat Wagner, Reichstagsabgeordneter Kommerzienrat Heyligenstaedt und Landtagsabgeordneter Justizcat Dr. Gutfleisch den Zug zu Wagen mit. Der Vorbeimarsch des Zuges dauerte ungefähr 10 Minuten. Nachdem der Zug auf dem Festplage angelangt war, begrüßte Stadtrat Helm die Festteilnehmer im Namen der Stadt Gießen mit folgenden Worten: In Verhinderung des Herrn Ober- Bürgermeisters ist mir als Stadtverordneter der ehrenbolle Auftrag geworden, Ihnen allen, insbesondere den Mitgliedern des Labntal- Sängerbundes, den Willkommengruß der Stadt Gießen zu überbringen. Ja willkommen in unserer Feststadt, unsere Bürgerschaft wie die Fest- Ausschüsse haben alles daran gesetzt, die Stunden Ihres Hierseins zu schönen und festlichen zu gestalten. Was Sie hierhergeführt, ist das deutsche Lied, sein Wert soll niemand unterschäßen, es führt Männer zusammen, die sonst wohl im materiellen sich finden, im Liede aber wird der Sinn eines jeden hingelenkt auf höhere Ideale. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß heute die Gesangbereine noch das einzige Mittel bilden, die Poesie im Volk lebendig zu erhalten. Sie, meine Herren, haben heute alles darangegeben, um in dem idealen Wettgesang Ihren Mann zu stellen. Wer von Ihnen die Siegesgaben nicht errungen hat, soll nicht als Besiegter gelten, sondern durch Vergleiche hier erkennen, wo er in seiner Weiterarbeit einsehen muß. Diese Stunden nun sollen de zwangslosen Festesfreude gewidmet sein, also wollen wir unserem Lahntalsän zerbunde, der sich gebildet hat zur Pflege des Gesanges, auch ferner ein Wachsen, Blühen und Gedeihen wünschen. Sie bitte ich mit mir einzustimmen in den Ruf: Alle Vereine und Mitwirkende, welche zum Gelingen dieses Festes in Wort und Tat, in Sang und Klang sich Verdienste erworben, sie leben hoch! Darauf ergriff der Vorsitzende des Lahntal- Sängerbundes, Hauptlehrer Schneider Marburg, das Wort, um die Anwesenden im Namen des Bundes zu begrüßen. Die Stadt der Bildung und Industrie, des Handwerks und des Fleißes, sagt er, hat wieder ihre Tore geöffnet, um die Sänger zu empfangen. Das letzte Fest, das in bei den Sängern. Aus dem festlichem Schmuck und dem herzlichen Empfang geht hervor, daß die Sänger die Akkorde dahin, nicht das Herausschleudern großer Tonmassen war das Leitmotiv, sondern die innige Gefühls wärme, mit der dieser große Chor beseelt wurde. Auch der Juy plaz bildete das Ziel bieler, die sich auf ihm nach besten Kräften vergnügten. Abends wurde auf dem Festplatz dann noch ein Tänzchen gemacht. " - * Montag den 9. Juli. Heute am 3. Festtag, waren die meisten Sänger von hier und auswärts zum Teil schon frühzeitig auf den Beinen, kleinere Spaziergänge wurden unternommen und hier und da schon vorzeitig debattiert über das noch nicht bekannte Resultat des gestrigen Wettsingens. Das Früh fonzert auf dem dem Festplatz war cut besucht, allenthalben sah man, daß den auswärtigen Sängern der Hauptfesttag sehr gut gefallen hatte. 212 Uhr wurde im Restaurant , Gambrinus" in der Kirchstraße der 52. Bundessängertag abgehalten, zu welchem alle 16 Bundesvereine ihre Vertreter entsandt hatten. Der 1. Bundesvorsitzende begrüßte dieselben wie auch alle anderen anwesenden Sänger und richtete die Bitte an die Versammlung, die während der umfangreichen Tagesordnung sich ergebenden Verhandlungen recht ernst zu nehmen. Derselbe berichtet dann, daß seit 1904 dem letzten Fest in Grünberg 4 Sängertage stattgefunden und 9 Sänger des Bundes für 25jährige Mitgliedschaft Diplome erhalten Der Gesangverein„ Orpheus" zu Wetter bei Marburg haben. war um Aufnahme in den Bund eingekommen, die auch einfestes hatte sich Butzbach gemeldet, das seit 1894 das gleiche stimmig erfolgte. Für Uebernahme des nächsten BundesFest noch nicht wieder in seinen Mauern feiern fonnte. Der Vertreter von Dillenburg regte an, ob nicht Vereine, die in den letzten Jahren dem Bund beigetreten sind, es übernehmen wollen, worauf sich Kirchhain bereit erklärte. Mit 14 Stimmen( von 16) erhielt Kirchhain den Zuschlag. nachdem noch Diel, der Vertreter der Marburger Liedertafel den Vorschlag machte das 1908 abzuhaltende Bundesfest lieber nach Buzzbach zu bestimmen weil der LahntalSängerbund dann 50 Jahre bestehe und das Jubelfest in der Geburtsstadt des Bundes( esen Buzbach) gefeiert werden fönne. Es erfolgte nunmehr die Bekanntgabe des Ergebnisses vom Wettsingen. Die Wertungen waren ausgeführt worden von den Herren Kgl. Musikdirektor Barlow- Frankfurt, Großh. Musikdirektor Schmidt Friedberg und Kgl. Seminarmusiklehrer Wehe- Homberg a. E. Es haben erhalten: 1. Liedertafel Marburg. 114 Punkte 2. Bauer'scher Gesangverein- Gießen 113 3. Heiterkeit- Gießen. Liederkranz- Marburg 4. Eintracht- Hungen. 5. Gemütlichkeit- Gießen 6. Cäcilia- Lich. 7. Männergesangverein- Wetzlar 8. Harmonie- Gießen 9. Liederkranz- Dillenburg 10. Männergesangberein Grünberg Liederkranz- Weilburg 11. Frohsinn- Londorf. H 105 105 " " 104 " 99 " 98 " 90 82 " 801/2 " 80 " 80 " 78 " 70 " 671/2 " 12. Gesangberein- Kirchhain 13. Liederkranz- Bladenbach ( Orpheus- Buzbach hatte sich wegen verschiedenen Gründen am Wettsingen nicht beteiligt). Herr Musikdirektor Parlow hatte auch schon in Grünberg gewertet, also zum 2. Male die einzelnen Vereine gehört, sein Urteil: daß der Lahntal- Sängerbund gesanglich sehr gute Fortschritte seit dem letzten Bundesfeste gemacht habe, mag als freudiger Beweis hingenommen werden, daß auch der Einzelne bemüht war, sein Bestes zu leisten. Zum Schluß erfolgte per Afklamation die Wiederwahl des Bundesvorstandes: Hauptlehrer Schneider Marburg( 1. Vorsitzender), Hauptlehrer Storch- Butzbach( 2. Vorsitzender), Archivassistent PetryMarburg( Bundesschriftführer) und„ Orpheus" als Kassenstelle. Mit einem Hoch auf den Bund fand auch dieser Teil des Festes seinen Abschluß. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 1 landw. Knecht, 3 Idw. Arbeiter, 4 Ziegeleiarbeiter, Bauschlosser, 2 Wagner, 10 Schreiner, 2 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 2 Kanalarbeiter, 20-30 Erdarbeiter, 2-3 Lagerarbeiter, 2 Hausburschen, 1 Kupferpuzer, 5 Dienstmädchen 1 Mädchen zur Aushilfe ( tagsüber) 1 Taglöhner, 1 Taglöhnerin, mehrere Frauen oder Mädchen zum Austragen von Prospekten, 1 Lauffrau, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Elektromonteur, 1 Schreiner, 1 r Macht des berreichte er Herrn Hahn das Diplom für 25jährige Sießen gefeiert wurde, steht noch in bestem Angedenken Kaufmann. Selften Freuden barmonie", Herr Amend, dankte für all die freundMitgliedschaft zum Bunde. Der Vorsitzende der Is berfiegender Saftsbeweise und händigte den Mitgliedern Hahn und der Bund sich in Gießen großen Ansehens erfreut. tbersammlung, den. Nicht ift ale der Reichen nter dem Dache ann die Freude e dort nur ein Tages in den 18 ift ein heiliges en ein Herz boll hen Boltes im unferes teueren gten, als es die ich beugen mußte ir. nd Staadler die Diplome für 25jährige Zugehörig leit zur Harmonie" aus. Durch einen Chorgesang der armonie fand die einfache, aber gerade darum so eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. " Ein anderer tiefen Eindruck hinterlassender Moment des Abends war der Vortrag des Deutschen Liedes", as als Massenchor nnter Orchesterbegleitung gesungen burde und rückhaltlosen Beifall errang. In gewaltigen Massen flossen die Töne hin, beseelt und belebt vom Gefühl und dem Verständnis der Sänger.- Weiter und beiter schritt die Feier vor und obwohl der Uhrzeiger angst die Mitternachtsstunde angezeigt, war noch mmer fein Ende abzusehen, Gießens Bevölkerung hatte as 26. Lahntal- Bundessängerfest zu dem seinigen gemacht. - Diese Hochachtung hat er sich in dem ernsten Bestreben, das deutsche Volkslied zu pflegen, erworben und wir können der Stadt Gießen unseren Dank nicht besser abstatten indem wir unser Hoch unserem schönen Vaterlande und dem herrlichen deutschen Liede darbringen. Brausend stieg das Hoch zum Himmel auf und dann zerstreuten sich die Festgäste über den Festplatz Der Nachmittag und die verschiedenen Hallen. gehörte der zwangslosen Geselligkeit. In der Festhalle wurden die Einzel- und Massenchöre borgetragen und durch lauten Beifall ausgezeichnet, wiederholt verlangte das Publikum sogar da capo. Besondere Aufmerksamkeit fand auch heute wieder der unter Leitung des Bundes= dirigenten, hrers Görlach, dirigenten, hrers Görlach, mit Orchesterbegleitung vorgetragene Massenchor des Deutschen Liedes", an dem sich rund 600 Sänger beteiligten. In herrlicher Tonfülle flossen Es suchen Arbeit: 1 Maschinenschlosser, 2 Schreiner( darunter ein 1 Anschläger), 3 Wasch- und Putzfrauen, 1 Flickfrau, 1 Installateur, 1 Hausbursche, 1 Stüße der Hausfrau, 1 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Hausdiener oder Packer. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienste Voraussichtl.che Witterung in Hessen für Dienstag, den 8. Juli. Meist trocken, nachts fühler, am Tage etwas wärmer, schwache nördliche Winde. Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gieken. Elegante Damen und alle, denen es darum zu tun ist, schönes und üppiges Haar zu haben und frühzeitiges Ergrauen zu tisches. Bu haben in Drogerien, Parfümerien und Apotheken oder berhindern, gebrauchen nur Carboline, die Zierde des Toilettendurch H. H. Warner& Co., Schäfergaffe 10, Frankfurt a. M. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend mit Mittwoch, den 6. Juni m Impflokale- Schulgebäude, Neustadt 61- für die nächsten 5-6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5 bis 6 Uhr, abgehalten werden. Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen aus früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche im fpflichtige Kinder haben, zur Benußung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich find. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlusse auf seine Kosten bewert: stelligen laffen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine bierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Straf: androhung gefeßt mird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Arbeitsvergebung. Für den Um- und Erweiterungsbau der Franenklinik zu Gießen werden folgende Rohbauarbeiten und Lieferungen unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 hiermit öffentlich ausgeschrieben. Los I. Los II. Los III. Los IV. Aue in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschan nochmals er- Los V. scheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichfeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen Terminen rorgestellt werden. Die Jmpflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpfinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 31. Mai 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. In der Zeit vom 30. Juni bis 7. Juli wurden in hiefiger Stadt gefunden. 1 Buch, 1 Brille, 1 Halskette, 1 Meggerbolle, 1 Korbdeckel, 1 Ring und 1 Handtasche mit Inhalt. verloren: 1 Glasschneider, 1 goldnes Kreuz ohne Stette, 1 Hundertmarkschein und ein goldner Manschettenfnopf mit Kettchen. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei nns geltend zu machen. Gießen, den 7. Juli 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen des vom 7. bis 9. Juli 1906 dahier stattfindenden Bundes- Sängerfestes, wird die Verbindungsstraße zwischen Kirchstraße und Neustadt, entlang der Gail'schen Besitzung, für 7., 8. und 9. Jult für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Gießen, den 7. Juli 1906. Großh. Bolizeiant Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 1. Juni 1906 angeordnete Sperre der Frankfurterstraße zwischen Liebig- und Wilhelmstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 6. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntma@ ung. Bestehender Bestimmung gemäß bringen wir nachstehenden Gebührentarif der hiesigen Gesindevermieterinnen und Stellenvermittler zum Abdruck. Die Gebühr einer Gesindevermieterin beträgt: 1. Für Vermittlung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen 5 Mk. 2. Für Vermittlung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts 7 Mt. ( Frau Geisel und Opper 5 Mk.) vovon der Dienstbote jeweils Mt. 2 zu entrichten hat. Frau Schmidt, Neuen- Bäue 5, erhebt von den Dienstboten feine Gebühr. Die Gebühr des Stellenbermittlers Germann beträgt: Für einen 1. Gesellen Mk. 3, 2. " " " " 2, 3. " " " 1,50 " wovon Meister und Geselle je die Hälfte zu entrichten haben. Gießen, den 5. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Arbeitsvergebung. Die Weißbinder, Schreiner, Dachdecker, Epengler- und Tapezierarbeiten zur laufenden Unterhaltung der Gebäude des Realgymnasiums und der Realschule sollen Freitag, den 13. Juli d. Je., vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Los VI. Erd- und Maurer Arbeiten, darunter: 270 cbm Bruchsteinmauerwerf, 825 cbm Backsteinmauerwerk, 110 qm Lungsteinverblendung, 890 qm Façadenverblendung mit roten Verblendern II. Sorte, 90 cbm Schlackenbeton ze Lungsteinlieferung: 20 cbm Lungsteine. Sandheinlieferung: 56 qm rote Sandsteinberblendung. Sandsteinlieferung: 57 cbm graugrüne Sandsteine. Zimmerarbeiten, darunter: 56 cbm Tannenholz, 2300 Ifdm Holz abzubinden, 70 lfdm Holzgesims. Trägerlieferung: zirka 20000 kg T- und U- Eisen. Los VII. Großschlosserarbeiten: 950 kg Anfer, Klammern, Schrauben 2c. Los VIII. Dagdeckerarbeiten: 470 qm Schieferbedachung mit Schalung. Los IX. Spenglerarbeiten: 70 lfdm Dachrinne, 115 Ifdm Abfallrohr, 10 qm Einkastelungen 2c. Los X. Blikableiteranlage. Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Zweig- bureau, Frankfurterstraße Nr. 85, eingesehen, Angebotsformulare( feine Zeichnungen) dorther bezogen werden. Die Angebote sind mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 6. Juli 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. ufekes Kinderhervorragend mehl Kufeke bewährt bei Darmkatarrh, Brechdurchfall etc. Diarrhoe, Mittwoch, den 25. Juli d. Js., vorm. 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, auf genanntem Zweigbureau einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 5. Juli 1906. Großh. Baubehörde für die Universitäts- Neubauten Gießen. Becker. STOLLWERCK Adler- Kakao ein Getränk für jedermann. Enthält konzentriert alle blut- und muskelbildenden Bestandteile der Kakaobohne. STOLWERCK Drucksachen aller Art liefert in jeder Ausführung zu billigsten Preisen die Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. 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