Dabel in Betracht kommt. ersten Ansprüchen, die aufgegeben werden müssen, ist beruht die Grundlage der Gesetze überhaupt. ganzen ist? Daraus entsteht die Notwendigkeit und darauf werfung gewiffer individueller Rechte unter das Interesse des erste Grundbedingung der menschlichen Gesellschaft die UnterWißt Ihr benn nicht, daß ble Unter δαξ den T Π 30 Kr. 210 balden u.haupterpebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanfilak Nr. 362. Freitag, den 7. September 1906 Gießener 15. Jahrgang Grattabellagen: Oberbeffische Familienzeitung(>> und bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Bolizeiamtes Gießen und anderer Behörden von hereisen. Das deutsche Handwerk. In Nürnberg hat der deutsche Handwerks- und Gewerbe fammertag feine diesjährige Sigung in den letzten Tagen abgehalten. Der Verlauf der am Dienstag und Mittwoch Berhandlungen und Beratungen fann nur als überaus wirdig bezeichnet werden. Der Vertreter des Reichsamts des Innern, der sich an den Debatten beteiligte, kann nur ben vorteilhaftesten Eindrud mitgenommen haben. Nicht als ob die waderen Meister sich geduckt oder in dem Ausdrud ihrer Meinungen und Wünsche fich Beschränkungen auferlegt hätten. Nein, sie haben mit Offenheit ihre Forderungen vers treten und begründet, auch durch keine amtliche Ablehnung fich einschüchtern lassen, daß sie etwa verleugneten, was sie als richtig erkannt hatten. Aber sie waren auch nicht eigen finnig und unbelehrbar, sondern überzeugenden Gründen zu gänglich. Ganz besonders verdient es Anerkennung, daß fie nicht radikalen Anschauungen beipflichteten, lediglich weil fie rabital waren und in ihren Ansprüchen recht weit gingen, daß fie vielmehr zwischen dem Errreichbaren und dem wenigstens zur Beit nicht Erreichbaren verständig unterschieden. Fehlte es in der Debatte auch nicht an einzelnen Uebers treibungen, die an unbeglaubigte und auch tatsächlich un wahre Gerüchte anknüpften, so hielten sich doch im großen und ganzen die Redner in so schicklichen Grenzen, daß man bei ibmen volles Verantwortlichkeitsgefühl erkennen und anerfemnen mußte. - Das Schwergewicht der Beratungen erbliden wir nicht in dem Teil, der von dem Befähigungsnachweis handelt. Das ist, trotz aller Belehrungen, die man hüben und drüben schon versucht hat, noch eine" Doktorfrage", zu beren befriedigender Lösung man bisher weder bei uns, wo es einen Befähigungsnachweis nicht gibt, noch anderwärts gefunden hat, wo die Vorschrift des gewerblichen Befähigungsnachweises besteht. Ob es vom Standpunkt der Befürmorter des Befähigungsnachweises richtig ist, die Ein führung des gewerblichen Befähigungsnachweises durchaus allgemein zu verlangen und die Abschlagszahlung des Befa higungsnachweises für das Baugewerbe abzulehnen, darüber wollen wir uns fein Urteil beimessen. Es wäre verständlich, die Abschlagszahlung willkommen zu heißen, weil man glauben fann, daß die auf einem gewerklichen Gebiet geschaffene Einrichtung die Tendenz haben würde, sich auf andere Gebiete anuszudehnen. Es läßt sich ebensogut die andere Meinung bertreten, daß die Bauhandwerfer aus dem gemeinsamen Interesse ausscheiden würden, sobald sie für sich die Erfüllung ihres Wunsches erlangt hätten. Einstweilen, wie gesagt, hat die ganze Frage noch den Charakter einer ,, Doktorfrage". Ist das aber der Fall, so ist es ohne allzugroßen Schaden, wenn die Entscheidung hinausgezögert und bis zur vollen Klärung der Meinungen der gegenwärtige Stand der Dinge beibehalten wird. Es ist schon ein Gewinn, daß festgestellt werden konnte, die Reichsregierung verschließe sich den Handwerkerforderungen nicht, sondern bemühe sich aufrichtig, das Gemeininteresse mit dem besonderen Interesse des Handwerkerstandes in Einklang zu bringen. Die Handwerksmeister in Nürnberg haben das mit Dant anerkannt, und gerade dieser Umstand mag vorzüglich dazu beigetragen haben, die ganzen Verhandlungen auf einen friedlichen und freundlichen, von Gehässigkeiten freien Ton zu stimmen. Das Ansehen des deutschen Handwerks- und Gewerbefammertags hat mehr noch als durch die maßvollen Erörterungen über die Frage des Befähigungsnachweises durch die voraufgegangenen praktischen Debatten gewonnen. Diese praktischen Debatten hatten die Beschaffung von Maschinen und Werkzeugen für selbständige Handwerfer zum Gegenstand. Die Handwerksmeister waren einig darin, eine wirtschaftliche Förderung des selbständigen Handwerks durch die Vermittelung von Maschinen, Motoren, Werkzeugen, Ersatzteilen, durch Prüfung und Beschaffung von Betriebsmaterialien, Werkstätteneinrichtungen, Bauplänen usw. anzustreben. Hierfür sollten Gewerbeförderungsstellen für möglichst große Verwaltungsbezirke eingerichtet, zu ihrer Leitung technisch gebildete, mit dem Handwerk vertraute Pers sönlichkeiten Hauptamtlich angestellt und ihnen fachmännische Kommissionen beigegeben werden. Träger der Gewerbes förderungsstellen sollten in erster Reihe die Genossenschaften sein. Endlich wurden Beihilfen aus öffentlichen Mitteln in entsprechendem Umfang zu den Leistungen des organisierten Handwerks beansprucht, wobei man auf die Beihilfen verwies, Die anderen Berufsorganisationen zuteil würden. Mit diesen Beschlüssen, denen die Ausführung hoffentlich bald folgen wird, hat der deutsche Handwerks- und GewerbeHammertag fich auf realen Boden gestellt. Aus ihnen leuchtet hervor, daß die Handwerksmeister Handwerker bleiben, die Vorteile maschinellen Betriebes aber nicht von sich weisen, sondern sich zu eigen machen wollen. Nicht weg mit der Maschine, sondern: her mit der Maschine! ist ihr Wahlspruch, und darin liegt ein außerordentlicher Fortschritt, die Erkennt mis einer neuen Zeit, und das Bekenntnis zu ihr. Während der mehrtägigen Verhandlungen wurde daran erinnert, daß auf der Weltausstellung in St. Louis sich wieder die Vortrefflichkeit des deutschen Handwerkers in allen Landen offenbart habe. Diese Vortrefflichkeit kann nur gewinnen und die außerste Vollkommenheit zum Segen des ganzen Standes und ides ganzen Landes erreichen, wenn eine Oraanifieruna dea yandwerks dem Einzelnen die Benuzung der Vorteile ermöglicht, die der Kraft des Einzelnen, so lange er vereinzelt ist, unerreichbar sind. Hilft hier die Organisation unter bem Beistand des Staates aus, so wird es in Bezug auf bas Handwerk bald heißen: Deutschland in der Welt voran!" Rußland unter dem Kriegsrecht. Angesichts der steigenden Erregung und der Zunahme politischer Schreckenstaten hat sich die Regierung des Baren zu scharfen Gewaltmaßregeln entschlossen, deren Tragweite nicht abzusehen ist. Die Revolution soll bekämpft werden durch das Kriegsrecht, jede staatsgefährliche Propa ganda der Rechtsprechung der Kriegsgerichte unterliegen. Todesurteil ohne Untersuchung. Der Ministerrat hat einen Erlaß über die Errichtung von Feldkriegsgerichten ausgearbeitet, den der Kaiser alsbald genehmigt hat. Nach der neuen Bestimmung können die Beneralgouverneure oder andere mit den Funktionen solcher betraute Behörden in solchen Bezirken, die unter dem Kriegs. recht stehen oder sich im Zustande des außerordentlichen Schutzes befinden, Angeklagte vor ein Feldkriegsgericht vers weisen. Die Anordnung schafft den unbeschränkten Kriegsjustand im eigenen Lande. Besonders markant sind die Verfügungen über die rücksichtslose Anwendung dieser Gerichte. Sie lauten: Falls es sich um ein offenkundiges Verbrechen handelt, in feine Untersuchung notwendig. Ein Feldkriegsgericht besteht aus dem Vorsitzenden und vier Offizieren des Landheeres oder der Flotte. Der Befehl zur Errichtung ergeht durch den Generalgouverneur binnen 24 Stunden nach Verübung eines Verbrechens. Das Feldkriegsgericht tritt sofort zusammen und entscheidet über die Angelegenheit in 18 Stunden bei verschlossenen Türen. Der Spruch hat sofort Rechtskraft und wird nicht später als nach 24 Stunden vollstreckt. Die Feldkriegsgerichte werden auf den Antrag der Beneralgouverneure oder ihrer Stellvertreter von Garnisonsund Hafenkommandanten oder von Truppenabteilungsführern eingesetzt. Die Erklärungen der Regierung. Das amtliche Kommunique, daß diese einschneidenden Maßregeln veröffentlicht, sagt, die Verbrechen müßten ohne Zögern unterdrückt werden. Wenn der Staat sie nicht unterdrückt, hat die Existenz des Staates jeden Sinn verloren. Die Regierung wird infolgedessen der Gewalttätigkeit die Macht entgegenstellen. Pflicht des Staates ist es, der gewalttätigen Revolution Halt zu gebieten, die dahinstrebt, die Macht an sich zu reißen und als neue Herren gesellschaftsfeindliche Elemente aufzustellen, die alles vernichten wollen. Die Verwaltung wird mit allen Kräften alle gesetzmäßigen Mittel in Anwendung bringen, um der Propaganda der Gewalttätigkeit ein Ende zu bereiten, und wenn es dieser Propaganda gelingen sollte, unter den unwissenden Elementen Agrarunruhen hervorzurufen, so werden diese Unruhen mit Waffengewalt unterdrückt werden. Die Verantwortung für die Opfer wird den Agitatoren zufallen. Die Regierung fann nicht, wie es einige Gruppen wünschen, ihre Aufmerksamkeit allein auf die Unterdrückung der Revolution beschränken. Ebenso würde es nicht den Umständen und den Interessen Rußlands entsprechen, sich nur mit der Verwirklichung liberaler Reformen zu befassen in der Annahme, daß die Revolu tion in diesem Falle jeden Sinn verlieren würde. Reform- Versprechungen. Die Regierung verspricht, sie werde für die Möglichkeit Sorgen, daß örtliche Agrarfommissionen sofort eine Besserung der Lage in den Gegenden herbeiführen, wo wirklicher Landmangel herrscht. Auch einige dringende Maßregeln hinsichtlich der bürgerlichen Gleichheit und der Religionsfreiheit werden znr Ausführung gelangen. Die Regierung will die für die altgläubigen Bauern bestehenden einschränkenden Bestimmungen aufheben. Ebenso wird hinsichtlich der Judenfrage erwogen werden, welche von den in dieser Hinsicht bestehenden Bestimmungen, die nur aufreizend wirken, sofort aufgehoben werden können; das gleiche soll hinsichtlich der Bestimmungen geschehen, die die Beziehungen zwischen den Juden und der russischen Nation regeln. Ferner werden in Aussicht gestellt: Vermehrung der Volksschulen, Einführung der allgemeinen Schulpflicht, Verbesserung der Lehrergehälter, Religionsfreiheit, Anmeldepflicht der Person, bürgerliche Gleichheit usw. Die Regierung hält es für ihre Pflicht, die in der Presse oder in öffentlichen Versammlungen frei ausgesprochene Meinung nicht zu unterdrücken; wenn diese Mittel zum Ausdruck der öffentlichen Meinung aber gebraucht werden, um revolutionäre Ideen in Umlauf zu sezen, wird die Regierung nicht zögern, von ihren Organen die Anwendung aller gesetzlichen Maßregeln zu ver langen. Nene Unruhen. Der Direktor des Festungsgefängnisses in Warschau wurde von sechs wachhabenden Soldaten überfallen und ver letzt, nach anderen Nachrichten sogar getötet. Sämtliche Nacht aufseher wurden gefnebelt. 56 Mitglieder des revolutionärer Komitees wurven berett. Die meuternden Soldaten sind mit den Befreiten geflüchtet. Im russischen Turan befindet sich die Bevölkerung in wildem Aufruhr. Revoltierende Massen zerstörten die Eisenbahnwege. Die Eisenbahnarbeiter weigerten sich, die zerstörten Schienen wieder instand zu setzen und traten in den Streik ein. Militär mußte herangezogen werden, um den Eisenbahnverkehr aufrecht zu erhalten. Viele Morde, Räubereien und Brandstiftungen von privaten und öffentlichen Gebäuden sind vorgekommen. Fast alle Truppen meutern. In Südrußland wächst die Bewegung der Bauern. Große Unruhen entstanden auf dem Landgute des Fürsten Obolensky im Chersoner Gouvernement. Das Gutshaus des Fürsten wurde angezündet. Zu Hilfe gerufene Dragoner mußten zur Wiederherstellung der Ruhe schießen. Zwei Bauern wurden getötet, viele andere verwundet. Außerdem liegen folgende Nachrichten vor: Warschau, 6. September. In Jaktorow bei Warschau suchten Kosaten bei der Beerdigung eines beim Plündern eines Monopolladens erschossenen Mannes das Vorantragen einer roten Fahne zu verhindern. Aus der Menge fiel hierauf ein Schuß gegen das Militär, worauf dieses mit Abgabe von 200 Schüssen antwortete. Sechs Personen wurden ge tötet und achtzehn schwer verwundet, darunter auch Frauen und Kinder. Kischinew, 6. September. In der bessarabischen Stad Bolgrad brechen große Unruhen aus. Der Gouverneur ließ die früheren Duma- Mitglieder Roman Jakob Diminetz und Johann Galaziano verhaften. Die Bevölkerung befreite fie gewaltsam. Breslauer Kaifertage. PL. Breslau, 6. September. Seit mindestens drei Tagen wird in unserer Haupt- und Residenzstadt nicht mehr gearbeitet, seit gestern aber standen die lieben Breslauer und die, so aus der Umgegend herbeigeeilt waren, wie man sagt ,,, Kopf". Galt es doch den Kaiser zu empfangen, der heute mit der Kaiserin seinen feierlichen Einzug in die Stadt halten sollte, um von hier aus die Reise ins Manöverfeld anzutreten. Seit Jahren war unserer Stadt eine gleiche Ehre nicht widerfahren, kein Wunder, daß der patriotische Jubel doppelt so groß ist, daß die Fahnen noch einmal so lustig wehen und man in den Straßen, die der Herrscher passieren soll, die Häuser vor Flaggen, Wappen, Blumen- und Guirlandenschmud faum noch erkennt. Um 5 Uhr soll der kaiserliche Sonderzug eintreffen, aber schon Stunden vorher ist es kaum noch möglich, die Schweidnizerstraße zu durchschreiten. Allerdings unsere Bolizei war ebenso fix bei der Hand, wie die Bürger nnd der Verkehrsbeschränkungen hatte es gerade genug. Tribünenvermieter haben um so bessere Geschäfte gemacht und man konnte viel improvisierte Tribünen sehen, mit denen spekulative Geschäftsleute aller Jahresklassen haufieren gingen. Die Nicht minder starf war das Gedränge am Bahnhof: auf den Bahnhof selbst wurde, da der Empfang hier rein militärisch war, niemand zugelassen. Die städtischen Behörden maren auf die ihnen eingeräumte Tribüne neben dem Kaiser Wilhelm- Denkmal verwiesen, um dort das Kaiserpaar zu be grüßen. Pünktlich um 5 Uhr lief der kaiserliche Sonderzug in die Halle 3 des Hauptbahnhofes ein. Hier hatten sich be= reits die aktiven Generale, die Regimentskommandeure und je ein Stabsoffizier von den in der Stadt garnisonierenden Regimentern aufgestellt, ferner die vom Grenadierregiment 10 gestellte Ehrenfompagnie mit der Fahne. Der Kaiser, der sehr frisch aussah, entstieg dem Waggon und half der Kaiserin beim Aussteigen. Nachdem sich die zum Ehrendienst befohle nen Offiziere, und zwar Frhr. v. Buddenbrock von den Leib. Kürassieren beim Kaiser und Oberleutnant v. Stosch vom Husarenregiment Schill bei der Kaiserin gemeldet hatten, schritt der Kaiser, der die anwesenden Offiziere freundlich be grüßte, die Front der Ehrenfompagnie ab. Dann bestieg die Kaiserin die Equipage, der Frhr. v. Stosch voraufritt, und die von je 2 Zügen der Kürassiere esfortiert wurde, während der Kaiser dem Wagen zu Pferde folgte. Brausender Jubel erscholl, als das Kaiserpaar den Bahnhof verließ und das Hochrufen und Hurraschreien setzte sich auf dem ganzen Wege fort, den die Majestäten nahmen. Der Einzug erfolgte durch die Garten, Neue Schweidnizerstraße über den Tauenzien play durch die Schweidniger- und Wallstraße nach dem König. lichen Residenzschlosse. Auf dem ganzen Wege bildete die hiesige Garnison und zwar die Infanterieregimenter Spalier, während die 1. Kompagnie des Regiments 11 als Ehren tompagnie am Schlosse aufmarschiert war. Auf der für die städtischen Behörden errichteten Tribün am Kaiser- Wilhelmdenkmal hatten sich die Stadtäitesten, Stadt verordneten und Mitglieder des Magistrats mit ihren Damen versammelt. Vor der Tribüne begrüßte die Festkommission der Stadt, bestehend aus zehn Herren unter Führung unsere Oberbürgermeisters Dr. Bender den Kaiser, während die Tochter des Oberbürgermeisters, Fräulein Jda Bender, an der Spize von 50 Ehrenjungfrauen die Kaiserin unter Ueber. reichung eines Blumenstraußes mit einem, von Paul Keller verfaßten Weihegedicht empfing. Das Kaiserpaar dankte mit freundlichen Worten für die daraetrachten Huldiaunaen: dann erhob fich langsam, einem bequemen Seffel an einem Neinen Tische gesessen tüßte. und aufrichtig er fie liebte; Liebe Mutter, lassen Sie mich fie ergriffen, fich zu ihr niederbeugte und sie auf die Stirn hatte, Dann fagte er mit einer Stimme, die verriet, wie tief Hand entgegen, der, nachdem er und streckte dem König ihre einlich tostete es fie große Mühe, tönnen, mein Lieber. sagte: schritten und Laßt uns glücklich sein, solange wir beim Schopf Diesen Packt die Gelegenheit und fangt die Sonnenstrahlen, wo Ihr sie findet. aber müßt Ihr Euer Leben in Eure eigenen Hände nehmen, Abend und den morgigen Tag widme ich Eurer Sache; dann jmin i Heure Mengen Wassers an deniachen; dach. Das Wasser verdunstet jedem trocknet, hinlänglich 10 vor die uns und nach dem entgegenströmt. bergen die Wände, auch bei scheinbarer Troden Wird nun der Bau Berpußen der Flächen ge tithle Luft, aus nicht nahm der zug jeinen weg weiter nach dem Schlosse, wo aber mals eine militärische Begrüßung stattfand. Unmittelbar nach der Ankunft der Majestäten im Schloss wurden die Fahnen und Standarten der an der morgiger Parade teilnehmenden Truppenteile nach dem Schlosse ver bracht und die Zivilbehörden der Stadt begaben sich zu Meldung beim Kaiser gleichfalls dorthin. Damit waren di offiziellen Kundgebungen für heute erledigt und die Stadi konnte sich für den morgigen Schautag rüsten. Aber noc lange wogte eine festlich gekleidete Menge durch die Straßer und bestaunte die Festdekorationen und die fremden Offiziere, die einen eigenartigen Zug in das Gesamtbild bringen. Ein ganz besonders glänzendes Gefolge wird sich dies. mal mit dem Kaiser zu den Manövern begeben und augen blicklich sind unsere Hotels schon mit den ausländischen Offi zieren angefüllt, die mit dem Herzog von Connaught, dem Erzherzog Friedrich von Desterreich gekommen sind, oder die wie die englischen, amerikanischen Generalstabsoffiziere und die Militärattachees, aus Argentinien, Frankreich, Italier, Japan, Rußland, Türkei, Spanien 2c. auf Einladung des Kaisers den Manövern beiwohnen werden. Da außerdem di Prinzen des königlichen Hauses, voran der Kronprinz, ferner der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin, Prinz Ruprecht und Prinz Leopold von Bayern, der König und Prin Johann von Sachsen, der Herzog Günther von Schleswig Holstein, der Erbpring von Sachsen- Meiningen mit Ge mahlinnen und viele andere Fürstlichkeiten, Offiziere und hohe Würdenträger an den Paraden und Festlichkeiten teilnehmer und zum großen Teile bereits in der Stadt weilen, so herrscht hier heute ein Leben und Treiben, als wäre Breslau eir großes Kriegslager. Unsere lieben Bürger kommen diesmal auf ihre Rechnung und können ihre Schaulust gründlich be friedigen, zumal morgen, der Paradetag und abends de Bapfenstreich sowie die Jllumination den Höhepunkt de Raisertage bilden dürfte. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. Eine neue Eingabe der Eingeborenen von Kamerun isl an den deutschen Reichstag gerichtet worden. Es sind die Atwa- Stämme, die sich durch ihren in Deutschland lebenden Bevollmächtigten an die Volksvertretung wenden. In der Petition tragen die Kameruner verschiedene Wünsche vor und bersichern, daß sie mit aller Aufrichtigkeit bestrebt seien, sich alle Errungenschaften der deutschen Kultur zu eigen zu machen und überaus loyale Schußbefohlene des Deutschen Kaisers zu sein. Unter anderm wünschen sie, daß jeder Akwa- Mann, Sobald er das zwanzigste Lebensjahr erreicht hat, auf zwei Jahre in die Schutztruppe eingestellt werde.... Die Petition ist außer dem Reichstage auch dem Reichskanzler und dem Kolonialdirektor zugegangen. * Um den Landwirtschaftsminister v. Podbielski scheint fich nach und nach ein förmlicher Legendenkranz zu bilden. Der Gewährsmann eines Berliner Blattes will erfahren haben, daß Herr v. Podbielsti bei seinem letzten Vortrage dem Kaiser gemeldet habe, die Beziehungen seiner Frau zu der Firma Tippelskirch hätten aufgehört. Danach könne das Abschiedsgesuch des Ministers als nicht mehr existierend betrachtet werden. Nichtsdestoweniger sei anzunehmen, daß der Minister nach der gleich nach dem Manöver zu erwartenden Erledigung des Falles Fischer sein Abschiedsgesuch erneuern und daß ihm dann die erbetene Entlassung unter Verleihung des Schwarzen Adlerordens gewährt werden würde. Der Abbruch der Beziehungen des Ministers zu der Firma Tippelskirch sei auf einen dienstlichen Befehl des Kaisers an Herrn v. Podbielski erfolgt. Tatsächlich ist vor Abschluß der Untersuchung im Falle Fischer weder eine Entscheidung darüber möglich, ob Herr v. Podbielski bleibt noch ob er entlassen werden und den Schwarzen Adlerorden erhalten solle. Alle derartigen Kombinationen sind also müßig. * Während die schwebenden Kolonialaffären noch keinen Abschluß erkennen lassen, wird verschiedentlich versucht, den Leiter des Oberkommandos der Schußtruppen, Oberstleutnant Duade zu verdächtigen. Es wird ihm fälschlich vorgeworfen, er habe die Veröffentlichung der Mitteilung veranlaßt, daß auch andere Offiziere der Schutztruppe, außer Major Fischer, zu Tippelskirch in engen Beziehungen gestanden haben, was zu nicht wünschenswerten Kreditgewährungen geführt hätte. Oberstleutnant Quade wird gegen diese Verdächtigungen gerichtlichen Schutz nachsuchen. frankreich. ** Ein etwas wunderbar flingender Vorschlag wird unter den Teilnehmern der Bischofskonferenz erörtert. Danach sollen die Gemeindekirchenräte noch vor der vom Staate eingestellten Sequestrierung der Kirchen als deren Mieter auftreten. Man glaubt, daß die Gemeinden froh darüber sein würden, aus den sonst unverwertbaren Kirchen wirtschaftlichen Duzen zu ziehen, und daß auch die Regierung keinen Grund hätte, dieser Kombination ernste Hindernisse zu bereiten. Italien. ** In politischen Kreisen wird das Verhalten des öfterreichischen Geschwaders, welches zurzeit an der dalmatinischen Küste freuzt, lebhaft besprochen. Die Schiffe haben nachts auf den Italienischen Strandort Fano einen Scheinangriff ausgeführt. Tittoni hat den italienischen Botschafter beauftragt, bei der österreichischen Regierung Aufklärung über den Zwischenfall zu verlangen. Auch dürfte die Angelegenheit Anlaß zu einer Rammerinterpellation geben. Balkanftaaten. ** Der serbische Minister des Innern Protisch unter: breitete dem Staatsrate eine Vorlage betr. Abänderung des Breßzgesetzes. Die neue Vorlage strebt die Uebertragung der Konfistation der Blätter an den Staatsanwalt, die Einführung der freien Beweiswürdigung bei Preßdelikten und bas Verbot der Polemik über die Tat vom 11. Juni 1903 an. Die Vorlage plant die Begrenzung der Verichterstattung aus der Stupschtina und sieht die Strafbarkeit der Veröffentlichung geheimer Staatsforrespondenzen über Vorgänge im Ministerrate sowie der Bezeichnung der Offiziere und Unteroffiziere als Verschwörer oder Gegenverschwörer vor, überhaupt der Charakterisierung von Militärs hinsichtlich des Staatsstreichs vom 11. Juni 1903 und jedweder Verunglimpfung oder Verherrlichung des Staatsstreiches. Strafbar ollen ferner die Teilnehmer an der Wiedergabe von Stupschlinareden sein, soweit diese strafbaren Inhalts sind. Einen Fortschritt bedeutet das gerade nicht. Amerika. ** Es bestätigt sich, daß die Lage auf Kuba sehr ernst ist, daß aber Präfident Balma feine alarmierenden Meldungen Durchläßt, um die Welt zu täuschen. Der Kampf hat keineswegs nachgelassen und durch die Unruhen ist die Tabatsernte bedroht, da a Aussaat spätestens in 14 Tagen stattfinden müßte. General Guerra hat angeordnet, alles niederzubrennen, wenn Palma nicht abdankt oder nachgibt. Kleine politische Nachrichten. Essen, 6. September. Nach einer hier vorliegenden Meldung soll die Verstaatlichung des Bergbaues von der preußischen Staatsregierung beabsichtigt sein. London, 6. September. Kriegsminister Haldane beabfichtigt, Radfahrerabteilungen für die Armee nach deutschem Muster einzuführen. Madrid, 6. September. Auf die Vorschläge der Regierung betr. Besetzung der Gesandtschaft am päpstlichen Hofe ist vom Vatikan teine Antwort eingegangen. Es ist die Rede von einer Zurückberufung des gegenwärtigen Nuntius Rinaldi und der Kündigung des Konkordats. Zur Reform des Strafprozeffes. Frankfurt a. M., 6. September. In jedem zweiten Jahre versammeln sich die deutschen Juristen, um sich mit den aktuellen Gesetzgebungsfragen zu befassen und diejenigen Vorschläge zu erörtern, die geeignet sind, das bestehende Recht und seine Ausübung zu vervollkommnen. Der Juristenkongreß nimmt daher im öffentlichen Leben eine bedeutsame Stellung ein und seine Verhandlungen werden überall im Reiche mit größtem Interesse verfolgt. Diesmal wird der Reigen der Versammlungen hier mit dem Verbandstage der internationalen friminalistischen Vereinigung eröffnet, der morgen seinen Anfang nimmt. Ursprünglich ein kleines Häuflein, das durch Lombroso angeregt, den Ursachen des Verbrechertums nachspürte, haber fie jetzt als kriminal- soziologische Schule in Deutschland unter Franz von Liszt's Führung ihren Grundgedanken zum Ge meingut der gesamten deutschen Juristenvelt gemacht, daß die Strafe im Hinblick auf den Zweck ausgebaut werden müsse, das gewerbsmäßige Verbrechertum und das Verbrechertum bei den Jugendlichen zu bekämpfen. Aber die diesjährige Tagung der deutschen Landesgruppe der J. K. V. gilt nicht der Reform des Strafrechts, die ja immerhin noch in weiter Ferne liegt, sondern den Vorschlägen, die die vom Reichsjustizamt einberufene Kommission zur Reform der Strafprozeßordnung in ihren Protokollen niedergelegt und veröffentlicht hat. Die deutsche Sektion der J. K. W. hat ein umfangreiches kritisches Sammelwerk herausgegeben, in dem die gründlichsten Kenner des deutschen Strafprozesses, praktische Richter, Anwälte und dozierende Gelehrte die Rotschläge der Kommission bekämpft und bessere ihnen entgegen zustellen versucht haben. Landgerichtsdirektor Aschrott gat die Kernpunkte dieses über 1000 Seiten starken Werfes in einer kurzen Broschüre zusammengefußt, und wird auf dem Kongreß den einleitenden Bericht erstatten. werden. - Einen Ausschnitt aus dem Fremden- Recht, der bei allen Russendebatten der letzten Jahre in den deutschen Parlamenten die politischen Geister lebhaft erregte, die Frage: Empfielt sich für das Deutsche Reich der Erlaß eines Auslieferungs. gesezes? wird in dem Referat des Tübinger Universitätsprofessors Dr. Frank und in dem Korreferat des Oberlandes. gerichtsrats Professor Dr. Harburger- München beantwortet Schließlich wird Professor Dr. FreudenthalFrankfurt a. M. in seinem Vortrag über amerikanische Kriminalpolitik dem deutschen Strafrecht den Spiegel aus vorgeschritteneren transatlantischen Rechtsbestimmungen vor. halten. Das Hauptinteresse lenkt sich natürlich auf die Reform des Strafprozesses, die seit Jahren Gegenstand eifriger Erwägungen ist. Den Verhandlungen widmet daher auch das Reichsjustizamt besondere Aufmerksamkeit. Die Teilnehmer am Verbandstage sind zum großen Teile bereits eingetroffen. Sie werden aber sofort nach Schluß dieser Verhandlungen unsere Stadt wieder verlassen, um sich nach Kiel zu begeben, wo nächste Woche der deutsche Juristentag beginnt. Soziales Leben. Notarius. × Der Achtuhr- Ladenschluß wird in Leipzig vom 1. Dttober ab eingeführt werden. Vor Sonn- und Festtagen bleiben die Geschäfte bis neun Uhr geöffnet. × Japan gegen den Fortschritt. Die japanische Re gierung hat dem Schweizer Bundesrat mitgeteilt, Japan lehne die Beteiligung an einem internationalen Uebereinkommen betreffend das Verbot der industriellen Nachtarbeit der Frauen ab. Japan will auch nicht an einer Konvention betreffend Das Berbot weißen Phosphors in der Zündholzindustrie teilnehmen. Nab und Fern. † Opfer des Meeres. Jm Juli d. J. find nach einer amtlichen Statistik 81 Schiffe vollständig verloren gegangen, und zwar 46 Segelschiffe und 35 Dampfschiffe mit 20 674 bezw. 49 912 Registertonnen, darunter zwei deutsche Dampfschiffe. Außerdem weist die Statistik noch 347 durch Unfälle wie Strandungen, Kollisionen und Feuer beschädigte Schiffe auf, darunter 35 deutsche, 6 Segelschiffe, 29 DampfSchiffe. † Automobilunfall des Prinzen Ruprecht von Bayern. Als Prinz Ruprecht vom Manöverfelde heimkehrte, fuhr bei Neufahrn das von dem Rittmeister Czermak gelenkte Automobil über eine Straßenböschung hinab, wobei die Insassen, herausgeschleudert wurden, aber feinen Schaden erlitten. Die Abfahrt zum Kaisermanöver nach Schlesien erlitt hier burch einen Aufschub. † Mit den Füßen zerstampft. Der 20jährige Hausdiener Blumenthal aus Rhinow bei Rathenow hat das 5 jährige Töchterchen der Auswärterin Witte erst in schändlichster Weise gemißbraucht und dann mit den Füßen solange auf dem armen Wesen herumgetreten und mit einem Hammer bearbeitet, bis das Kind tot war. Nach geschehener Bluttat hat der Wüstling die Leiche auf einem Felde verscharrt. Der Mörder ist in vollem Umfange geständig. † Einsturz eines Neubaues. In Kiel stürzte in der Kaiserstraße ein im Bau befindliches zweistöckiges Fabrif gebäude zusammen. Nach mehrstündiger Arbeit konnten zwei Tote und ein Schwerverletzter aus den Trümmern gezogen werden, ein Mann wurde nur leicht verletzt. † Bluttat im Harz. In Osterode a. Harz wurde die Witwe Reinhard und ihre Nichte vor einem Nebengebäude der Reinhardschen Villa ermordet und verstümmelt aufge funden. An der Nichte war ein Lustmord verübt worden. Die Kehle war durchschnitten. Der Witwe Reinhard b durch Beilhiebe der Schädel zertrümmert worden. Der T ist flüchtig. Gin Seffifes gang des Pfarrers Dieh of werden. Der Bra eriums des Innern ibrerfeits in der Ang thionen des Großherzog fall durch die Kreisf handen find, die fich + Ein Opfer seines Berufes wurde der Lokomotivfüh Anding aus München. Anding führte den Lindauer Fri schnellzug. Beim Passieren der Station Grafrat beugte fich etwas aus der Maschine heraus und schlug mit dem So an einen Arbeitskrahn, den Arbeiter aus Versehen zu ra am Geleise stehengelassen hatten. Dem Bedauernswerten wirft ermittelt werden, der Kopf buchstäblich abgerissen. † Der Schuß durchs Fenster. In Grünau bei Plescha E foll dabei bis wurde der Gutsbefizer Stechbart durch einen Schuß toda, weil Anfang der 30 Hofe durch das Fenster seines Zimmers tödlich verwundege Schulwefen d Es liegt ein Racheakt vor. Der Täter, ein Knecht Stechbars wurde verhaftet. de Grundlage geft Bate und Bücher, die Belgien erfolgte in einer Pulverfabrif eine beftige Explofic durch die drei junge Arbeiterinnen den Tod fanden. Da ganze Ort wurde durch die Explosion erschüttert. Von de Fabrikgebäude selbst sind nur rauchende Trümmer übrig g blieben. Im Augenblid, als die Explosion stattfand, wara † Explosion in einer Pulverfabrik. In Baeben- Mezeliabt zu einem Muse die drei Getöteten durch schnelle Flucht retten konnten. in Berzeichnis davo Soden recht gut auf eidung getroffen. jur Bit noch im Rommenden G 27 Arbeiter in der Fabrik beschäftigt, welche sich aber bis abniffe zunächt abgew † Ehedrama in einer Millionärfamilie. Der Millioniretturnen abgehalten Andrejew aus Petersburg erdolchte seine Frau, die ihren Geliebten, dem General Pistolfors, dem ersten Mann der Großfürstin Paul, ein Perlenhalsband schenfte, um ihn aus seiner Geldverlegenheit zu retten. ? Aus dem Bieber Biebertale hat es eine fto beraus günftigen Witter † Brennende Wälder. Eine heftige Fenersbrunst ist handmann leicht, den reid Gebiet der Stadt Collo, Departement Constantine( Algie ich unter Dach und F ausgebrochen. 40 000 Heftar Korfeichentaldungen stehen Flammen; mehrere Ortschaften sind bedroht, da der Brank schnell um sich greist. + Verhaftete Millionenschwindler. In Philadelbia wurk der Finanzielle Segal sowie der Kassierer der Real Estat Trust Company", North und dessen Gebilje Collingwood ves " Huwmeternte, bie der S Fringer Mühe vollzogen, mabt wurde, fann meift Hein Wunder, daß bei fo Stroh auch in hifiger haftet. Sie werden beschuldigt, in Gemeinschaft mit dem ven eigender Bewegung begri storbenen Präsidenten Hipple die Depositengläubiger un bar ift diesmal night mehrere Millionen Dollars geschädigt zu haben. Man schäßt we schon im Herbfte ein den Fehlbetrag bei der Real Estate Trust Company auf meh als 10 Millionen Dollars. Bunte Tages- Chronik. s. Dutenhofen, 66 betriebene Umbau unfere Wollendet, daß nächsten M Essen a. Ruhr, 6. September. Nach einem Wortwechsel eibung vollzogen werden den eine Köchin in Bergeborbed mit einer Bergmannsfran Forging 11 Uhr festges Trier, 6. September. In Auersmacher find drei Häuſer niedergebrannt, wobei ein zusammenfallender Kamin einen zehnjährigen Knaben erschlug. der Inſpetitio iſt mitwirken. XKönigsberg, 6. heizung unserer Ge at der LandesausschußRoubaix, 6. September. In der Fabrik von Lefèvre entstand infolge Explosion eines Naphthafasses eine Feuers.önen Betrag von 2120 brunst, wobei vier Personen sich tödliche Brandwunden zachte Summe, welche den zogen, darunter auch der Besitzer der Fabrik. = Vermischtes. Seemannslos. Die Gallione„ Anna Rebekka" mit einer Holzladung von Mentel unterwegs, fenterte etwa 40 Meilen von Memel. Die aus dem Kapitän, einem Matrosen und einem Schiffsjungen bestehende Besatzung rettete sich auf dem Kiel der Gallione, wo sie acht Tage lang ohne Essen und Trinten umhertrieben. Eine Woge spülte einen Mann über Bord, doch gelang es dem Kapitän, ihn zu retten. Am Sonntag verfiel der Schiffsjunge in Raserei und starb am andern Morgen. Inzwischen war das Wrad in die Gegend von Schwarzort getrieben, wo ein Rettungsboot die Ueberlebenden und die Leiche an Bord nahmen. = Die Schatzkammer des Sonderlings. In dem Dorfe Barenberg in der Provinz Hannover starb ein alter Jung geselle, der seinen eigenen Hof hatte und auch etwas Geld haben sollte. Das Testament war im Gerichtsgebäude de poniert, und deshalb wurden die Verwandten zur Eröffnung des Testaments geladen. Und alle, alle kamen und alle hörten, daß sie die Erben seien. Aber, so teilte der Richter mit: Geld sei nicht da. Man durchsuchte sämtliche Schränke, Kisten und Kasten, aber der Schaz" wurde nicht gefunden. Endlich entdeckte man den Schatz. In einer ganz abseits gelegenen unbenutzten Kammer stand ein alter Webstuhl, und unter diesem lagen in einem alten Hemd eingewickelt 197 000 Mark in guten Wertpapieren. Da man weiß, daß der Verstorbene kürzlich noch andere Papiere gekauft hat, so nimmt man an, daß noch andere Verstecke, die Schätze bergen, enthalten find. Lokales. 7. September 1906. interlandfreiß gewä Biedenkopf. Die tellung, die sich eines mangemein reichhaltige. A diere in nicht weniger gene Tiere in 34, Hi 14, Tauben in 36, 09 Nummern. Besondere fellungen der Saatbau bemmer ein ländlicher Geflü er Landwirtschaftskammer. Hühner in Räfigen vor. hofe, damit dem Landwir einen Geflügelhof auch für sich einrichten fann. caine Separat- Ausstellung Fufindenden Fische: Lache Barben, Schmerlen, Do est, Flußbars, Male, Som Sogelsberg mehrere Aussich Biemardtarm auf dem Ronat, der Ernst Ludw pätestens im Frühjahr 1 auterbach ist schon bis Sungen, 6. Sept. beiner gründlichen Erneu the find in den ver erbaut, der Hauptturm as Sch ff weist mittela Bauftil auf. Das Ch Grabsteinen, Jafrijten Rittergefchlechtern, darun P. Warnung. vermittlern wurde schon wiederholt gewarnt und dennod tauchen derartige Annoncen in neuerer Zeit wieder in große Anzahl in den Zeitungen auf. Hier wurde ein junge Mann um deu Betrag von 16 Mt. von einem solchen Ver mittler betrogen, indem dieser per Nachnahme den Betrag zur angeblichen Deckung der Unkosten erhob, dann aber di Korrespondenz abbrach. Gegen diesen sauberen Vermittler ist Untersuchung wegen Betrugs eingeleitet. + Auf dem in Dresden tagenden Deutschen Pfarrertag wurde zum Fall Korell mit großer Majorität folgende Resolution angenommen: Gegenüber unbekannten Darlehn ogenjolms und Solm Wir halten es im allgemeinen für die Pflicht der deutichen Pfarrervereine, bei der Beurteilung der Verhältnisse und Vor tommnisse in den einzelnen Landeskirchen, die sorgfältigfte Zurückhaltung zu beobachten. Wir lehnen es insbesondere ab, zu dem einzelnen Falle Korell entschieden Stellung zu nehmen, da er nicht genügend geklärt erscheint. Die Tatsache jedoch, daß eine Kirchenbehörde die politische Haltung eines Geiftlichen zum Gegenstand behördlicher Korrektur gemacht hat, veranlagt uns, grundsäglich zu erklären: Wir fordern für das politische und soziale Wirken des Geistlichen die Freiheit, die ihm als Staats bürger zufomt. Dus Eintreten für die Aufrechterhaltung der bestehenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung insbesondere fann den Geistlichen nicht zu einer aus dem Amt der Wort verfündung fließenden Pflicht gemacht werden. Wir halten es für selbstverstandlich, daß die Geistlichen den gesunden Zielen sozialer Reform, vor allem der Hebung des Arbeiterstandes das tatfräftigite Interesse entgegenbringen. Mit gleicher Gewißheit halten wir es für unvereinbar, mit den Amtspflichten eines Geiftlichen, das politische Machtbet Bisein einer Bartet bewußt zu stärken, die so wie die heutige Sozialdemokratie sowohl die religiöse wie sittliche Grundlage unseres christlichen Volkslebens tatsächlich zu zerstören sucht. * bungen oder Hungen w dem Grafen Otto bor Sellnrod, 6. Sep are Wasserleitung Ergebnis rechtfertigt di lid wafferreich ift. Bet die Basserleitung Friedberg, 5. C iffionstonferen be recht zahlreich befu funde aus allen Teile Frankfurt, 6. C Biederholung der näch S und den angren genen Abend umfangre vo lie verfügbaren Man auf ihren Rebieren ber leute in Uniform an De ein startes Aufgebot war fehr am Blag. De Hunden immer mehr an. aber auch zweideutige teche Frauenzimmer. on um 7 Uhr geflo Eimpfreden und Dr bie Leute johlen un Bo fidh größere Men Lute höflich, abe Bitte Reinhar t worden. Da den Lindauer Ein Hessisches Soulmuseum soll auf Anarg des Pfarrers Diehl in Hirschhorn im Odenwald ge der Lokomotion werden. Der Pfarrer hat die Schulabteilung des handelten danach. Etliche Male freilich, wenn die Auf- Vertrauensmänner bei der Wahl der Mitglieder der Brafrat beugte ihrerseits in der Angelegenheit an die 21 Kreisschulfchlug mit den ionen des Großherzogtums Rundschreiben erlassen hat. teriums des Innern für seinen Gedanken interessiert, 13 Verfehen зи ebauernswerten tödlich verm E Brünau bei einen Schu ein Knecht Sted In Baeben- e durch die Streisschulinspektoren und Schulvorstände mit ermittelt werden, wo noch ältere Lehrbücher u. f. w. handen sind, die sich zur Aufnahme in das Museum gan. Es soll dabei bis zum Jahre 1830 zurückgegriffen den, weil Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts www hessische Schulwesen durch ein Editt auf eine ganz neue de Grundlage gestellt worden ist. D6 man alle Bate und Bücher, die ausfindig gemacht werden, in armstadt zu einem Museum vereinigt, oder ob man lebigin Berzeichnis davon anfertigt und die Besizer bittet, rschüttert. Bone Sachen recht gut aufzubewahren, darüber ist noch keine Trümmer überheidung getroffen. Die ganze Angelegenheit befindet ion stattfand, jur Zeit noch im Stadium der Ermittelungen, deren lche sich aber babnisse zunächt abgewartet werden müssen. ine beitige Er n Tod fanden. retten fonnten. ilie. Der Milli ne Frau, die m ersten Mann chentte, um ihn Kommenden Sonntag wird das DünsbergBitturnen abgehalten. ? Aus dem Biebertal, 6 Sept. Auch im schönen Biebertale hat es eine stattliche Ernte gegeben. Dank der Fenersbrunt sandmann leicht, den reichen Fruchtiegen seiner Felder glückbrous günstigen Witterung der letzten Beit war es dem Conftantine( forderung, nicht stehen zu bleiben, nicht befolgt wurde, gab es leichte Hiebe mit der flachen Klinge; schlimme Verlegungen famen aber nicht vor. Um 11 Uhr wurde die Schnurgasse, nachdem allmählich Ruhe eingetreten war, wieder dem Verkehr freigegeben. Frankfurt, 6. Septbr. Die findige Post. Ein Brief aus Kamerun mit der Adresse:" An die Firma 2. Spier, Luisenplatz 2, Deutschland", ist der hiesigen Firma Louis Spier, Faurgasse 144, für die er bestimmt war, richtig zugestellt worden. * gefordert; die Beamten hatten augenscheinlich Ordre, ernst.| trauensmännerkreis angehörenden Gemeinde zum Verliche Zusammenstöße mit dem Publikum zu vermeiden, und trauensmann gewählt wird. Daß im übrigen die Landwirtschaftskammer nicht auf wählbare Personen innerhalb des Wahlbezirks beschränkt sind, ergibt sich aus Art. 7 des Gesetzes. Eine solche Beschränkung haben sie sich nur bei der Wahl der beiden Mitglieder des Ausschusses für die Provinz aufzuerlegen, die diesem Ausschuß neben dem Mitglied der Landwirtschaftskammer für jeden Wahlbezirk angehören. Denn Art. 26 Abs. 2 des Gesetzes bestimmt ausdrücklich, daß dem Ausschuß für die Provinz die 15 Mitglieder der Landwirtschaftskammer aus der Provinz angehören müssen, wozu noch aus jedem Wahlbezirk( nicht etwa" für" oder auf") zwei durch dessen Vertrauensmänner... gewählte Mitglieder treten. Die mit den Wahlen zur Landwirtschaftskammer befaßten Behörden werden übrigens von der vorstehenden Auffassung der Rechtslage demnächst noch amtlich in Kenntnis gesetzt werdeu. * Frankfurt, 6. Septbr. Die Lungenheilanstalt Falkenstein ist im Auftrag des Kaisers eingehend besichtigt worden. Man hat die Absicht, die Anstalt als ein Sanatorium für lungenleidende Offiziere einzurichten. * Höchst a. M. Sauberer Herr. Bei einer am Sonntag- Vormittag vorgenommenen Revision der Kasse der hiesigen Zahlstelle des Fabrifarbeiterverbandes ergab sich ein Fehlbetrag von 750 Mt., die in den Taschen des Kassierers, des Arbeiters Brechter, verschwunden sind. Nach der Kassenrevision fand eine Versammlung statt. Während der Versammlung gelang es Brechter, mit dem Rest der Kasse, 386 Mt., das Weite zu suchen. Das Manto beläuft sich also jest auf 1136 Mr. Brechter huldigte dem Alkohol und Offenbach. Das Vorschlagsrecht des Fürsten bon Isenburg- Birstein für Besetzung von Stellen an den Offenbacher Boltes hulen soll mit 15,000 Mt., die an eine milde Stiftung zu zahlen sind, abgelöst werden. Dem Bertrage haben der Fürst und sämtliche Seitenlinien seines Kartenspiel. * * Hanau, 6. Sept. Umworbener Posten. Um die neugeschaffene Stelle eines Kreisbaumeisters sind 231 Bewerbungen eingelaufen. Die Stelle ist mit 3000 mt. Anfangsgehalt ausgeschrieben. albungen fiebe Did unter Dach und Fach zu bringen. Dazu wird die roht, da der 30ummeternte, die der Heuernte faum nachsteht, mit genger Mühe vollzogen, denn was heute in der Frühe Philadelphia näht wurde, fann meist morgen schon eingefahren werden. er der„ Heat Ein Wunder, daß bei solchen Futtervorräten an Heu und ilje Collingtees Stroh auch in hiesiger Gegend die Fleischpreise in Hauses zugestimmt. inschaft mit dem eigender Bewegung begriffen sind, denn selbst der Kleinpofitengläubiger auer ist diesmal nicht gezwungen wegen Futtermangel haben. Man we schon im Herbste ein Stück Vieh abzuschaffen. s. Dutenhofen, 6 Sept. Der seit Jahresfrist eifrig betriebene Umbau unsere alten Kirchleins ist soweit vollendet, daß nächsten Mittwoch, 12 September, seine Eineinem Worth weibung vollzogen werden soll. Der Festgottesdienst ist auf iner Bergmann morgen8 1/211 Uhr festgesetzt. Bei der Liturgie wird der richoß die Gegehrerchor der Inspektion Dutenhofen in bereitwilliger her find drei Si Beise mitwirken. lender Stamin Company auf XKönigsberg, 6. Sept. In dankeuswerter Weise yat der Landesausschuß- Wiesbaden in seiner diesjährigen Fabrit von Le Jahresfizung unserer Gemeinde für Wegebauten den afasjes eine Feuz önem Betrag von 2120 Mt. bewilligt. Es war dies die he Brandwunden, Höchste Summe, welche den vorgesehenen 11 Kreisgemeinden Bes Hinterlandkreises gewährt wurde. brit. * Biedenkopf. Die landwirtschaftliche Austellung, die sich eines guten Besuches erfreute, war eine ngemein reichhaltige. Ausgestellt waren Vogelsberger HerdAnna Rebella" ugliere in nicht weniger als 272, sonst im Verbandsgebiet begs, fenterte ogene Tiere in 34, Hühner in 79, Gänse in 7, Enten em Kapitän, em 14, Tauben in 36, Aehrenproben in 63, Kartoffeln in bestehende Besa L09 Nummern. Besondere Beachtung verdienten die Separat o fie acht Tage usstellungen der Saatbau stellenden Landwirtschaftskammer, Gine Woge femer ein ländlicher Geflügelhof von dem Mustergeflügelhof dem Kapitän, ih der Landwirtschaftskammer. Ehedem führte man nur einzelne junge in Raferen war das Wrad in Bühner in Käfigen vor. Jetzt bringt man ganze Geflügelin Rettungsboot fe, damit dem Landwirt vor Augeu geführt wird, wie er einen Geflügelhof auch in den Details möglichst günstig gs. In dem sich einrichten fann. Sehr viel besichtigt wurde auch rb ein alter Jine Separat- Ausstellung der in den Gewässern des Kreises nd auch etwas findenden Fische: Lachs, Forelle, Aesche, Karpfen, Schlei, Barben, Schmerlen, Döbel, Rotauge, Gädling, Matrele, Hecht, Flußbarsch, Aale, N unaugen usw. ahmen. Gerichtsgebäude dten zur Gröf - Je kamen und Vom Vogelsberg. Unser Vogelsberg wird demnächst so teilte der Mi mehrere Aussichtstürme reicher sein. Der sämtliche Schismarckturm auf dem Taufstein wird noch in diesem urde nicht gefun Monat, der Ernst Ludwigturm auf der Herchenhainerhöhe einer ganz able pätestens im Frühjahr 1907 begonnen, der Hainigturm bei alter Webstuhl, Hemd eingewit auterbach ist schon bis zu 8 Meter Höhe gediehen. Da man weiß piere getauft hat , die Schätze be September 196 fannten Darl barnt und de it wieder in wurde ein j einem folchen nahme ben Job, dann abe t. Hungen, 6. Sept. Unsere Kirche wird gegenwärtig einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Die Teile der Kirche sind in den verschiedensten Zeiten und Stilarten rbaut, der Hauptturm ist frühgotisch, das Chor gotisch, Sch ff weist mittelalterlichen, der Seitenturm barocken Bauftil auf. Das Chor enthält eine große Anzahl von Grabsteinen, Inschriften und Votivtafeln von zahlreichen Wittergeschlechtern, darunter hauptsächlich von dem Geschlecht Sohensolms und Solms Braunfels, die die Herren von Soingen oder Hungen waren. Die größte dieser Votivtafeln dem Grafen Otto von Solms- Braunfels gewidmet. * Sellnrod, 6. Septbr. Die ersten Schürfversuche für eze Wasserleitung sind nun unternommen worden. Ihr Ergebnis rechtfertigt die Annahme, daß der„ Roteberg" mlich wasserreich ist. Voraussichtlich wird in nächster auberen Beit die Wasserleitung ausgeführt werden. Friedberg, 5. September. Eine große evangelische Eine große evangelische Missionstonferenz fand gestern und heute hier statt, genden Den * Cell mit gerecht zahlreich besucht war, Geistliche und Missionsommen: e Pflicht der b Berhältniffe und en, die forgi es insbesonder Stellung zu ne e Tatfache jebad eines Geiftliga bat, beranlast das politide bie ihm als Sta ufrechterhaltung onung in befonta dem Amt ber den. Wir balten Sen gefunden S Arbeiterftanded b pflichten eines Ge tgleider Gewighe Bartel bewust ofratie fomobil b iligen Bolfsleben Funde aus allen Teilen Hessens waren anwesend. Frankfurt, 6. Sept. Die Polizei hatte, um eine Biederholung der nächtlichen Tumulte is der Schnure und den angrenzenden Straßen zu vermeiden, für gern Adend umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Sämtide verfügbaren Mannschaften hielten sich abends 7 Uhr uf ihren Revieren bereit. Es mögen 70 big 80 SchutzDute in Uniform an Det und Stelle gewesen sein, außerdem ein starkes Aufgebot von Kciminalbeamten. Diese Vorsicht bar sehr am Piaz. Denn die Menge schwoll in den Abendfunden immer mehr an. Es waren viele Neugierige darunter, aber auch zweideutige Elemente, schlimme Burschen und freche Frauenzimmer. Vor dem Waituchschen Laden, der om um 7 Uhr geschlossen wurde, staute die Menge sich. Sürpfreden und Drogungen wurden laut. Die Polizei ließ die Leute johlen und schreien, ohne ernstlich einzuschreiten. Bo sich größere Menschenansammlungen bildeten, wurden die Leute höflich, aber entschieden zum Weitergehen auf* Darmstadt. Deserteur und Einbrecher. In Darmstadt wurde ein desertierter Dragoner festgenommen, der eingestanden hat, in Frankfurt in der Nacht zum 29. August im Hause Liebtgstraße 23 einen frechen Einbruchsdiebstahl begangen zu haben. - * Darmstadt, 6. Sept. 20 Jahre Deserteur. Der wegen Fahnen flucht angeklagte Johann Schäfer aus Sprendlingen der Mann, der, wie wir berichteten, 20 Jahre desertiert war wurde vom Kriegsgericht der 15. Division zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt, wovon seine Haftzeit in Abrechnung gebracht werden soll. Außerdem erfolgt seine Versegung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Dem Verurteilten, der die Strafe an nimmt, wurde anheimgegeben, seinen Wunsch auf Rückkehr nach Südwestafrita zum Dienste in der Schußtruppe der betreffenden Behörde schriftlich vorzutragen. Das Kriegsgericht sah den ganzen Fall sehr milde an, weil sich der Angeflagte während seiner Irrfahrten nichts Ehrenrühriges hatte zu schulden kommen lassen. * Worms, 6. Sept. Das enorme Großfeuer, das die dem Kommerzienrat Geck gehörigen Rheinischen Hobelund Sägewerke vollständig zerstörte, hat einen Schaden von 500 000 t. verursacht, der jedoch durch Versicherung gedeckt ist. Die Werte werden wieder aufgebaut werden. Die Wahlen zur Landwirtschaftskammer. In einer Versammlung von Interessenten ist fürzlich die Frage aufgeworfen worden, ob die Wähler bet Auswahl der Vertrauensmänner auf die Verbandsangehörigen ihres Vertrauensmännerkreises beschränkt sind. Nach Ansicht des Ministeriums des Innern ist dies, wie die„ Darmst. 3tg." mitteilt, aus folgenden Gründen der Fall: Die Vertrauensmänner besigen eine doppelte Eigenschaft. Sie sind einmal die Wahlmänner für die Wahlen der Mitglieder zur Landwirtschaftskammer und der Ausschüsse für die Provinzen; sodann sind sie Ausführungs- und Hilfsorgane der Landwirtschaftskammer sowohl einzeln( Art. 34 d. G.) als auch je 15 gemeinsam für einen Bezirk als Bezirks ausschuß( Art. 32 d. G.). Es liegt zunächst in der Natur der Sache, daß die Wahlmänner dem Bezirk angehören, aus dem sie gewählt werden so auch Art. 9 des Hessischen Landtagswahlgesetzes. Der Wahlmann(„ Vertrauensmann") ist der Mann, dem die Wähler als ihren Interessen am nächsten stehend ihr Vertrauen schenken sollen. Deshalb erachtete man es bei Beratung des Landwirtschaftskammergesezes für eine besonders glückliche Lösung. in der Person des Vertrauensmannes gleichzeitig ein Organ der Landwirtschaftskammer zu schaffen. Ec soll die Persönlichkeit sein, die den Interessen der einzeluen Verbandsanangehörigen am nächsten steht; er soll die Absichten und das Wirken der Landwirtschaftskammer den mit ihm am Oct oder doch nahebei wirkenden Berufsgenossen näher bringen; er soll den Wünschen und Ansichten dieser Berufsgenossen wiederum bei der Landwirtschaftskammer Geltung verschaffen. Personen, die den Verhältnissen fernstehen, schienen hierzu nicht geeignet. Die Richtigkeit der oben vertretenen Ansicht läßt sich auch aus dem Gesez folgern. Nach Art. 17 d. G. zerfällt jeder Wahlbezick in 15 Vertrauensmännerfreise mit annähernd gleicher Zahl Verbandsangehöriger; jeder Vertrauensmännerkreis hat einen Vertrauensmann zu wählen. Nach Art. 21 setzt die „ Wählbarkeit zum Vertrauensmann" die„ Wahlberechtigung des betr. Verbandsangehörigen" voraus, die Wahiberechtigung ist aber nach Art. 20 nur an einem Ort gegeben, und zwar in der Regel am Siz des Betriebes, also da, wo der Verbandsangehöriege in die festgestellte Wählerliste eingetragen ist. Nicht zu beanstanden wäre es hingegen, daß ein Verbandsangehöriger aus einer Gemeinde in einer anderen demselben VerRechtsauskünfte. ( Für die erteilten Ausfünfte kann eine zivilrechtliche Haftung nicht übernommen werden.) J. B. 40. Nach§ 360 Nr. 10 Str.-G.-B. wird mit Geldfrafe bis zu 150 Mt. oder mit Haft dis zu 6 Wochen bestraft, wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not von der Polizei zur Hülfe aufgefordert, feine Folge leistet, obwohl er der Aufforderung ohne erhebliche Gefahr genügen fonnte. Inspektor F. Das Tragen von Waffen ist nicht verboten, kann aber in Preußen nach der neuerlichen Rechtsprechung des Kammergerichts durch örtliche Polizei- Verordnungen verboten werden. Güterrecht ist das Recht, das die vermögensrechtlichen Verhältnisse und Beziehungen der Ehegatten untereinander ordnet. Fabrikant L. Die Großjährigkeitserklärung ist beim Amtsgericht zu beantragen und fann erfolgen, wenn sie das Beste des Minderjährigen fördert. Rirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 13. Sonntag nach Trinitatis, den 9. September. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Bormittags 91/2 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 8 Uhr: Siehe Johanneskirche. Nächstfünftigen Sonntag, den 15. September findet im Hauptgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäusund Marcusgemeinde gemeinsam statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Schwabe wohnt nuumehr Kirchstraße 5. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Nufonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrassistent Steiner. Batholische Gemeinde. Samstag, den 8. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge legenheit zur heiligen Beichte. " Sonntag, den 9. September. 14. Sonntag nach Pfingsten. Maria Geburt. Borm. von 62 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion. Borat. um 8 Uhr: Die zweite Heil. Messe. Vorm. um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen. Batholischer Gottesdienst in Grünberg ist Sonntag, 9. Sept., vorm. 9½ Uhr: heilige Messe mit Predigt. Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am 13. Sonntag nach Trinitatis( 9. Sept.) predigt: über die innere Mission. 1. vormittags: Pfarrer Schmidt. Text: Marc. 12, 41-44. Lied Nr. 287. Beichte und heiliges Abendmahl, wozu die Beichte Samstag nachm. 2 Uhr stattfindet. 2. nachmittags: Defan Wagner. Text: Ap. Gesch. 16, 9-15. Lied Nr. 290. Katechismuslehre. Gottesdienst mit Ratechismuslehre in Stangenrod vorm. 92 Uhr. Gottesdienst mit Ratechismuslehre in Lumda nachmittags 1½ Uhr. Mission. In allen Gottesdiensten Rollefte für die innere Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, ben 6. Sptember. Abnehmende Bewöitung, meist trocken, am Tage etwas wärmer, mäßige weftliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Ferromanganin ist unbestritten das beste blut. bildende Präparat und gegen Schwächezustände.( Es enthält: Eiſen 0,5, Mangan 0,1, Zucker 18, Kognat 15, Alkohol 15, Wasser und aromat. Bestandteile.) Erhältlich in den Apotheken. 41 3. Giessen Seltersweg 83 Giessen Seltersweg 83 Giessen Buchdruckerei Albin Klein Selterweg 83 Adresskarten, Aviskarten, Zirkulare, Menus Couverts mit Firma, Einladungsbriefe u. Karten Eintrittskarten, Mitteilungen, Mitgliedskarten Postkarten, Programme, Quittungen, Statuten Rechnungen, Gratulationskarten, Weinkarten Verlobungskarten, Trauungskarten Visitkarten Weinkarten, Speisekarten, Tischlieder etc. etc. Giessen Buchdruckerei Albin Klein Steweg 3 Weltall und ca. 2000 Ichwarze und bunte Muftrationen, fowie zahlreiche Fakiimile- Beilagen. Extrabeigaben in neuem Syſtem der Daritellung. F Menschheit Geschichte der Erforschung der Natur und der Verwertung der Naturkräfte im Dienite der Völker bon Hans Kraemer in Verbindung mit bervorragenden Fachmännern. Reichillustriertes Prachtwerk Komplett in 5 Bänden, Preis pro Bd. 16 Mk. = 19 Kr. 20 H.= 21 Frcs. 35 ctm. Deutsches Verlagshaus Bong& Co., Berlin W. 57. Arbeitsvergebung. Nachstehende Weißbinderarbeiten zum Neubau des Stadttheaters in Gießen sollen im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. 1. ca.: 7750 qm Wand- und Deckenputz. 2. ca. 100 qm 5 cm starke Rabizwände. 3. ca: 1520 qm Façadenputz. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen, Bedingungen und Angebotsformulare liegen im Bureau des Architekten Hans Meyer, Westanlage 6 dahier, zur Einsicht offen und können daselbst zum Selbstkostenpreis erhoben werden. Die Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag, den 15. September, vorm. 11 Uhr mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns einzureichen. Steßen, den 1. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Sicken Mecum. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten zur Errichtung einer Einfriedigung beim Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule sollen Samstag, den 15. September d. Js., vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. 1. Maurerarbeit. 2. Steinhauerarbeit: a) Lungsteinarbeiten( Basaltlaba), b) Sandsteinarbeiten( rote Mainsandsteine). Schnett rocknende ussbode Lad Oelfarben nicht nachklebend, Parkettwachs, Parkettwachs ohne Glätte ſowie alle sonstigen Artikel zum nstreichen und Wichsen der Fußböden bei Emil Fischbach Gießen, Seltersweg. 交 Die wegen ihrer günstigen Gewinnchancen so beliebten Giessener Pferde- Lose à 1 Mk. Siebung 12. Septbr. Bekanntmachung. Dienstag, den 18. September d. J., nachw. 31 wird zu Gießen im„ Café Ebel" eine Haupt- Versammlung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen stattf find in allen durch zu der die Mitglieder und alle Freunde des Vereins Plakate tenntlichen Geschäften zu geladen werden. haben. Richard Buchacker, Gießen. Generalvertrieb. Gießen, den 6. September 1906. Der Vorstand Dafelbst 11 Loſe f. 10 wir solange des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Sie Vorrat( f.Liste u. Porto 25ẞfg. mehr) Freibank. Kalbfleisch 50 Pfg. Bims die Händ mit Abrador Einmachzuder Einmach Essig Fruchtbranntwein Neuer Grünfern Reine Weine p. Ltr. 45 Pfg. Karl Jekel Gießen, Marburgerstraße 25. Mlebung am 12. u. 13. Septbr. 1906. 46. Gothaer Geld- Lo eld- Lotterie 3338 Gewinne u. 1 Prämie Mk. 48000 Dr. Breidert. Tagesordnung: 1. Vorlage der Rechnung für 1905. 2. Der landwirtschaftliche Bezirksverein Gießen 3. Vortrag des Herrn Oekonomierates Weigel Lich über das Gesetz, betr. die Landwirtió fammer. 4. Mitteilungen und Anträge. Bekanntmachung. Der von der Stadtverordneten- Versamm unterm 21. April 1904 aufgestellte Bebauunge für die Schwarzlach und das Gartfeld hat Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung 2. Auguft 1906 entlang der Eisenbahnlinie Gießeneine Abänderung erfahren. Nach Feststellung des Planes soll der Gelän streifen zwischen der Straße A- B und der Eisenb von der Bebauung ausgeschlossen werden und die Gr stücke zwischen der Straße B- Z und der Eisenbahn nicht mehr als 18 m Entfernung von der Baufluchtli aus bebaut werden dürfen. Der abgeänderte Bebauungsplan liegt bis 10. Oftober 1906 auf dem städtischen Tiefbauamt of Einwendungen gegen denselben sind binnen b gleichen Frist bei Meidung des Ausschlusses bei uns b zubringen. Gießen, den 4. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Curschmann. Bekanntmachung. Nachdem die unter dem Schweinebestand des A Grösster Gewinn im glücklichsten Falle: Euler dahier aufgetretene Rotlauffeuche erloschen i wird die unterm 20. August 1. Js. angeordnete Beh sperre aufgehoben. -25000 15000 10000 1Prämie: Gewinn HauptLose à 1.-M., 11 Lose 10.-, Porto u, Liste 20 Pf. extra, empfiehlt Carl Heintze, Gotha und alle Loshandlungen. Verreist bis 18. September Schwalm, Zahnarzt Giessen, Plockstrasse 7. Zeichnungen, Arbeitsbeſchreibung und Bedingungen Englische liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 4. September 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Adler- Kakao, Kilo- Dose 65 Pfg. ✰ Gas-, Gasflamm, Fettilammkohlen abzugeben in: Beſtmelierte, Stücke, Nüsse I bis III; sowie Giesserei- 1. Hochofenkoke. Auskunft erteilt Exped. d. Blattes STOLLWERCK Alle Hygieniker sind sich darin einig, daß guter reiner Kakao als ein dem Kaffee und Tee vorzuziehendes, nährkräftiges Getränk nicht warm genug empfohlen werden kann. Pförtner zum 1. Oktober d. Js. für die Provinzial Siechenanstalt zu Gießen gesucht. Anmeldungen Verwaltungsbureau erbeten. Gießen, den 7. September 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wi die Sonnenstraße von heute an bis auf weiteres für ba Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 6. September 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Am Samstag, den 8. d. Mts., nachm. 2 werden im städtischen Hospital, Seltersweg 11, Partie Kleider und Küchengeräte öffentlich versteigert. Gießen, den 31. August 1906. Armenamt Gießen. Turschmann. Bekanntmachung. meistbiete das Behufs Vornahme von Kabelarbeiten ist in der Neustadt, von Marktstraße bis Westanlage Samstag, den 8. d. Mts. vormittags, ausgeschaltet un Stromlieferung unterbrochen, was wir hiermit den a liegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. Gießen, den 7. September 1906. Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. Stolte. Vergebung und Vorlage von Zeugniffen auf dem von Maurer- und Pflasterarbeit Besseres Mädchen im Seltersweg erforderlichen Maurer- und Pfla Die für die Erneuerung der Bürgersteig befestig arbeiten sollen ( Waise), welches kochen kann und alle Hausarbeiten versteht, sucht Stellung als Stüße der Hausfrau. Näheres durch die Expedition dieses Blattes. Fräulein, Montag, den 10. ds. Mts., vorm. 11½ Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen lie während der Dienststunden bei uns auf Zimmer N in allen Zweigen des Haushaltes zur Einsicht offen. Angebote auf borgeschriebe gut erfahren, sucht per 1. Oftober Formular, das daselbst erhältlich, find spätestens 5 oder später angenehme Stellung zum borgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit Näheres durch die Erb. d. Bi. sprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuverlässiges, älteres Mädchen oder alleinstehende Frau, die selbständig kochen, waschen und bügeln kann, ver sofort oder später Jesucht. Offerten mit Zeugnis ibschriften und Lohnansprüchen erbeten an Frau Amtsrichter Pusch Ortenberg( Oberhessen). 2 Familien- Wohnungen zu vermieten. Gießen, Walltorstraße 33. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 5. September 1906. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Locomobilen ( fahrbar m. Wanderconzession.) 1 Std. v. Lanz 89 erbet. fein hergerichtet 1 " " " 1 90 97 " " " " " billig abzugeben. 7-9 P Feuerbüchse neu 12-17 Ausziehkessel 20-30 Herborner Pumpenfabrik, Herborn. a FELD UND FLUR In den Tropen feine Arbeitsgewohnheiten nicht ohne weiteres beibehalten fann. Was in einem selima eine normale Tätig. feit ist, bedeutet in einem andern eine Ueberanstrengung. Auf die merkwürdigsten Mittel veritas und Arbeiter in den Goldbergwerken die Berglente und Indiens, vor einiger Reit die Ablieferung der bei der Nr. 205 Freitag, ben 7. September Bessische Familienzeitu Tägliche Unterl 1906