Nr. 183 battion u.haupterpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Dienstag, den 7. August 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbellagen: Oberbeffische Familienzeitung( tig und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Bolizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen Die Verficherung der Privatbeamten. Die Reichsregierung ist dem Vorschlag, die Versicherungsgefeße auf Privatbeamte auszudehnen, nähergetreten. Der allgemeine Beifall, den diese Absicht findet, ist eine abermalige Rechtfertigung der Fürsorgegejezgebung für die Arbeiter. Hätte diese sich nicht bewährt, so würden nicht weitere Kreise ber Bevölkerung danach streben, in die Fürsorgegesetzgebung einbegriffen zu werden. Auch die richt leine Zahl derer, bie heute noch der Ansicht sind, daß die Versicherungsfürsorge der Selbsthilfe hätte überlassen bleiben sollen, dürfte die Urfache zu einer Revision ihrer Auffassung haben, da es immer mehr offenbar wird, daß selbst die stärkeren wirtschaftlichen Elemente bisher auf dem Weg der Selbsthilfe nicht eben viel erreicht haben. Der wohltätige Zwang fehlt hier, und ohne diesen ist in absehbarer Zeit eine allgemeine Einrichtung nicht zu begründen. Freilich wer ein grundsäßlicher Gegner des Zwanges ist, der wird sich mit der Ausdehnung der Zwangsbersicherung nicht sobald befreunden. Wenigstens im Prinzip nicht. In der Braris fieht die Sache schon anders aus. Wir haben mit dem Zmang bisher recht gute Erfahrungen gemacht. Ganz abgesehen davon, daß der Staat selbst ein Zwangsinstitut ist, der seine Geseze anwendet, ohne den Einzelnen um seine Zustimmung zu befragen, abgesehen ferner bon den Steuern, die auf Freiwilligkeit zu basieren noch niemandem eingefallen ist haben wir dem Militärdienstzwang recht viel zu verdanken, ist der Schulzwang eine Einrichtung, die sogar ein sehr eifriger Manchestermann nicht wird missen wollen. An Versuchen zur freiwilligen Versicherung der Privatbeamten hat es nicht gefehlt. Manche große Firmen haben eigene Versicherungskassen für ihre Beamten geschaffen und leisten dazu fortgesezt beträchtliche Zuschüsse. Das war jedenfalls gut gemeint und ist auch dankenswert. Es hat aber zugleich eine weniger gute Seite: Gerade die von den Angestellten der großen Firmen ersessenen Ansprüche an spätere Bezüge aus der Versicherungskasse bilden eine Fessel, die den Angestellten hindert, die Firma zu verlassen und eine anderwärts sich etwa bietende Verbesserungsgelegenheit wahrzunehmen. Die große Firma hat zum mindesten die Möglichkeit wir wollen nicht behaupten, daß fie davon Gebrauch macht durch ihre Versicherungstaffe die Gehälter namentlich ihrer älteren Angestellten niedriger zu halten, als sonst der Fall gewesen wäre. Auf diese Weise tönnte die Firma die für die Versicherungskasse hergegebenen Spenden mit einem Gewinnzuschlag wieder einbringen. Jedenfalls fühlen sich Angestellte, bie in einer Firma mit solcher Versicherungskasse tätig sind, an diese Firma mehr gebunden, als für ihr geschäftliches Fortkommen vielleicht gut ist, weil sie bei einem Stellenwechsel ber Ansprüche an die Versicherungskasse der Firma verlören. Noch ein anderer Mißstand ist mit dieser Einrichtung verbunden: Die Firma, die durch Einrichtung einer Versicherungskasse thren älteren Beamten eine Rente sichern will, fann eben badurch fich versucht fühlen, mit dem jüngeren Personal häufig zu wechseln, damit nicht zu viele Beamte bei ihr zu hohen Jahren und damit zu hohen Ansprüchen kommen. Kleinere Firmen, deren Geschäftsumfang und sonstige Verhältnisse die Einrichtung einer eigenen Versicherungskasse nicht gestatten, haben den Ausweg eingeschlagen, für ihre Angestellten bei einer öffentlichen Pensionskasse eine Pensionsbersicherung einzugehen. Solche Versicherungen gab es bei ber Pensionstasse des Deutschen Privat- und Beamtenvereins in Magdeburg zu Anfang dieses Jahres 15 000. Der Zugang im vorigen Jahr betrug 1909, der Zugang vor 15 Jahren nur 266 Versicherungen. Die Witwenfasse desselben Vereins hatte zu Anfang dieses Jahres 3756 Versicherungen; der vorjährige Zugang hatte 458, der im Jahre 1891 nur 121 be= tragen. In der Begräbniskasse waren 4285, in den Krankentassen 2171 Personen versichert. Die Zahl der Rentenempfänger war 596. Das sind an sich ganz respektable Zahlen; aber relativ sind sie unbedeutend und von fläglicher Unzulänglichkeit. Sie predigen eindringlich die Zwangsversicherung unter Aufficht des Staates. - Die bloße schematische Ausdehnung der Fürsorgegeſetzgrbung auf die Privatbeamten würde allerdings einen sehr großen Mangel haben: die Beschränkung der Versicherung nuf die Personen, deren Jahreseinkommen 2000 Mart und barunter beträgt. Das ist ein Mangel schon bei den Arbeitern, die auf die ,, Selbstversicherung" angewiesen werden, sobald ihr Jahreseinkommen 2000 Mark übersteigt. Den Privats beamten, faufmännischen Angestellten usw. wäre diese Grenze biel zu niedrig. Die Erhöhung der Grenze hat freilich außer. ordentliche Schwierigfeiten. Die Versicherungsverpflichtung wächst damit in faum übersehlicher Weise. Doch Schwierig. keiten sind nicht dazu da, um abzuschrecken, sondern um übers wunden zu werden. Das Deutsche Reich, dessen Sozialgefeg gebung zu seinem Ruhm für alle Staaten vorbildlich ges worden ist, wird auch auf diesem Gebiet bahnbrechend vorans gehen. Generalftreik in Moskau. Was die Petersburger Arbeiterschaft nicht gewagt hat, bas wollen die Moskauer revolutionären Organisationen durchsezen: Mit dem Generalstreik ist Montag mittag begonnen worden. Allerdings soll diesmal der Streik nur eine[ polis tische Demonstration sein und nicht in einen bewaffneten Aus: stand übergehen. Dies soll vielmehr den Petersburgern vor behalten bleiben. Ein Moskauer Telegramm von Montag mittag besagt: Der Generalstreif hat soeben begonnen. In sämtlichen Be trieben wird die Arbeit niedergelegt. Da die Bäcker ebenfalls streifen wollen, werden die Läden jetzt geradezu beſtürmt; alles versorgt sich mit Lebensmitteln. Nach Beschluß des Arbeiterdeputiertenrats soll Brot an bestimmten Stellen zu gewissen Stunden nur an die Arbeiter, nicht an die bürgerlichen Elemente verkauft werden. Trepow wider Stolypin. In Petersburg ist alles ruhig. So wird vom Newa strande gemeldet. Der Versuch, einen Generalstreik zu in szenieren, ist mißlungen; das Leben auf den Straßen zeigt das Bild tiefsten Friedens. Dagegen soll es in hohen Kreisen triseln. Es verlautet, daß Trepow wider Stolypin intrigiere und seine Reformpläne durchkreuze. Trepow befindet sich auf der Höhe seiner Macht, weil er das Ohr des Zaren hat; und welche Vorschläge Stolypin immer machen mag, nie erhalten fie die Billigung des Zaren. Kein Wunder, daß in Petersburg das Gerücht immer deutlicher auftritt, Stolypin wolle zurücktreten. Wer in diesem Kampfe Sieger bleiben wird, ist unschwer zu sagen; welchen Einfluß diese Zickzack- Politil auf die Beruhigung des Landes haben wird, kann niemand boraussehen. Im Ausland wird die Situation sehr ernst genommen, und bezeichnend ist eine Meldung aus London, wonach König Eduard kein Hehl daraus mache, daß er für die Zukunft Rußlands fürchte. Und König Eduard ist ein fluger und weitsichtiger Diplomat. Schnelle Justiz. Weniger auf Stolypin als als Trepot ist wohl die Schnelligkeit zurückzuführen, mit der an einem Teile der Meuterer von Kronstadt bereits das Urteil vollstreckt wurde und das Gerichtsverfahren wider die Rebellen von Sveaborg eröffnet worden ist. Aus Kronstadt wurde am Sonntag gemeldet: Gestern sind hier 300 Anführer des Aufstandes nach friegsgerichtlichem Urteil erschossen worden. Unter den Hingerichteten befand sich, neben vielen anderen Zivilisten, der frühere Dumaabgeordnete Michailitschenko. Und aus Sveaborg wird berichtet, daß das Kriegsgericht gegen die Meuterer zusammengetreten sei. Das Gericht hat 1100 Angeklagte abzuurteilen, von denen 700 Artilleristen, BOO Infanteristen und 100 Angehörige der Marine sind. In Helsingfors tritt nunmehr allmählich Ruhe ein. Der Arbeiterausschuß hat sich für Einstellung des Ausstandes ausgesprochen. Vielleicht ist dieser Beschluß eine Folge der Haltung des Landtags, der sich an die Regierung mit dem dringenden Ersuchen gewendet hat, die Ordnung in Finland wiederherzustellen, wenn es sein müßte, mit Gewalt. Auch der lange Trauerzug, der am Sonntag durch die Straßen von Helsingfors zog, mag zur Beruhigung der Ges müter beigetragen haben. Die Ein Telegramm meldet: Beerdigung der im Kampfe gegen die Rote Garde" gefallenen Mitglieder der Weißen Garde", darunter mehrere Offiziere der aufgelösten finnländischen Armee, sowie eines belannten Architekten hat Sonntag in Helsingfors unter großer Beteiligung der Bevölkerung stattgefunden. Ruheſtörungen lamen nicht vor. Der Tod versöhnt auch Revolutionäre. y? Die Propagandiften an der Arbeit. Die„ Manifefte" der radikalen Parteien der aufgelösten Duma sowie der revolutionären Organisationen des Reiches m die Landbevölkerung und an das Heer des Zarenreichs liegen jetzt in wortgetreuer Uebersetzung vor. Der Appell aa die Bauern nimmt etwa den Raum einer halben Seite unseres Blattes in. Wir beschränken uns jedoch auf die Wiedergabe folgender markanter Stellen: Die Regierung hat der Naton den Krieg erklärt; die friedlichen Beziehungen zwischen der Regierung und dem Volk sind zu Ende. Sie hat das Bolt nicht geschont, und so wird sie auch das Volk nicht schonen. Niemand hat ein Recht, fich der Regierung zu unterwerfen, und es ist verbrecherisch, ihre Befehle auszuführen. Es muß überall alle Staatsmittel und Gelder mit Beschlag belegen und fie gesetzlich erwählten nationalen Behörden übergeben. Retten wir unser Land, unsere Kinder und Kindesfinder von den unbeschreiblichen Missetaten einer schändlichen Regierung, erheben wir uns alle unwiderstehlich, jeder für sich, alle für einen. Land und Freiheit für das ganze Volt! Nieder mit den nationalen Feinden, Verrätern, Gewalttätern. Nieder mit der Regierung des Baren! Es lebe bas teure, freie russische Volt!" Ist erst dieses Manifest in weite Schichten der bäuerlichen Bevölkerung gedrungen, dann wird die Raub- und Mord- Chronik im Barenreich einen noch breiteren Umfang als bisher annehmen. Der Appell an das Heer ist wesentlich fürzer, aber nicht unwesentlich gefährlicher. Denn er fordert alle Soldaten und Seeleute" aur Meuterci auf, zur Gehorsamsverweigerung gegenüber den Vorgesetzten und zur wirksamen Vertretung" der Sache des Volkes." Auch hiervon seien nur einige Säße wiedergegeben: Soldaten! Seeleute! Wir, die gesetzlich ge wählten Vertreter der Bauern und Arbeiter, erklären euch, daß ohne die Duma die Regierung ungeseßlich ist, und daß die jetzt von der Regierung ausgegebenen Befehle keine gefegliche Kraft haben. Wir fordern euch auf: 1. Daß ihr der ungesetzlichen Regierung zu gehorchen aufhöret und ihr zusammen mit uns und der ganzen armen Bevölkerung tätigen Widerstand leistet... Stehet Schulter an Schulter mit uns für Land und Freiheit! 2. Jeder Soldat, der auf das Volk schießt, ist ein Verbrecher, Verräter und ein Feind des Volkes. Jm Namen ihrer Väter und Brüder sagen wir einem jeden solchen, daß man ihm nicht gestatten wird, in seine Heimat zurückzukehren, und daß sein Name auf ewig vom Volke verflucht sein wird. 3. Deutsche Truppen stehen bereit, unser Land zu überziehen zur Verteidigung der Regierung, die dem Volke mit der Gewalt fremder Waffen entgegentritt. Wir erklären, daß durch solche Verhandlungen die Regierung das Land verraten hat, und daß sie jetzt außerhalb des Schuzes der Gesetze steht. Soldaten! Seeleute! Eure heilige Pflicht ist es, das russische Volk von dieser verräterischen Regierung zu befreien und die Duma zu verteidigen. Jeder, der in diesem heiligen Kriege fällt, wird sich mit ewigem Ruhm bedecken, und das russische Volk wird seinen Namen ſegnen." Das ist deutlich. Sicherlich standen die Mcuterer in Sveaborg, Kronstadt und Sebastopol bereits unter dem Bann dieses Appells, der den Ton zu treffen scheint, in welchem man mit dem russischen Soldaten oder Matrosen sprechen muß. Ferner liegen uns folgende Meldungen vor: Petersburg, 6. Aug. Auf eine Beschwerde hat Stolypin die Ueberführung der Leiche Prof. Herzensteins nach Moskau gestattet. Moskau, 5. Aug. Die Versammlung des Alrussischen Ver bandes" beschloß, unverzüglich einen Plan zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die anarchistischen Gewalttaten auszuarbeiten. " Kiew, 6. Aug. Hier wurde der frühere Leutnant Konowaloff nebst Frau verhaftet. In ihrem Hause wurden Bomben mit Sprengstoff gefüllt entdeckt. Helsingfors, 6. Aug. Polizeimeister Halm hat auf seinen Wunsch den Abschied erhalten. Sein Amt wird vorläufig von einem Generalstabs- Offizier versehen. Bialystot, 6. Aug. Im Hause Farbstein und im Hause Bernstein wurden eine größere Menge Waffen sowie revolutionäre Schriften beschlagnahmt und vierzehn Personen festgenommen. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. * Die Zulassung der Oberrealschüler zum medizinischen Studium ist beschlossene Sache. Der Bundesrat hat ihr vor seinen Sommerferien seine Zustimmung gegeben, nachdem die süddeutschen Staaten ihr lange widerstrebt haben. Ent sprechende Vorlagen werden im kommenden Winter die Bar lamente beschäftigen. * Der Vorstand des Deutschen Apothekervereins hatte, um gegebenenfalls den Mangel an Zugang zum Fache durch erhöhte Hineinziehung weiblicher Apotheker- Eleven auszus gleichen, an die zuständigen Ministerien von Preußen, Bayern, Württemberg, Sachsen und Hessen die Bitte gerichtet, ihm Bescheid darüber zu erteilen, ob der erfolgreiche Besuch einer höheren Töchterschule, etwa ergänzt durch eine Sonderprüfung im Latein, als eine Vorbildung betrachtet werden könne, welche der Prüfungsordnung für Apotheker entspricht. Von dem preußischen Kultusministerium ist ein Bescheid bisher nicht ergangen. Die Bescheide des bayerischen wie des sächsis sajen, württembergischen und hessischen Ministeriums lauten im wesentlichen ablehnend. Der Vorstand des Deutschen Apothekervereins hat daher weitere Schritte in dieser Richtung unterlassen. * Die erste ländliche Volkshochschule wird in SchleswigHolstein am 1. November in Albersdorf eröffnet werden. Sie soll der erwachsenen Jugend Gelegenheit geben, sich für das praktische Leben auf dem Lande weiter auszubilden. Die jungen Handwerker, die die Schule besuchen, sollen in den Stand gesezt werden, ihre Meisterprüfung abzulegen. Die Dauer des Kursus ist auf fünf Monate festgesezt. * Durch die Presse ging in den letzten Tagen die Nach richt von einem Statthalter- Wechsel in den Reichslanden. Wie unser Berliner CB.- Korrespondent an zuverlässiger Quelle erfährt, ist an der Nachricht kein Wort wahr. * Die Regierung hat beschlossen, den oberschlesischen Industrieverwaltungen fünftighin von dem Kontingent der eingeführten russischen Schweine 625 zu überlassen. Sie knüpft daran die Bedingung, daß das Fleisch an andere Konsumenten zu feinem höheren Preise überlassen werden darf, als sie die Arbeiter bezahlen. * Zu der bevorstehenden Begegnung Kaiser Wilhelms mit König Eduard wird jezt mitgeteilt, daß der König von England schon im vorigen Jahre bei seiner Reise nach Marienbad die bestimmte Absicht batte, mit dem Kaiser zus T yler. 3 bas wahr, Jancowiat P Benn Der Herr Lentnant raus find, führt er Das 2Bort Alles grinfte; nur Jancowiat blieb ernst. befahl von Grieshammer. plagte Jancowiat heraus. Spricht femand von Ihnen polnisch?" fragte er, au den Hochgrabig stupide," bemerkte von Grieshammer lächelnd. Eine Mark siebz, Herr Leutn!" ,, Antwort!" Raum tft schon wieder schimpfte der Stubenwieder fließend beutsch sprach. is Woche um," philosophierte Jancowiat, der mit einem Male Ich bin frant." ermiberte ältefte. Rostet drei Tage!" brohte Monschau. auf der Klappe rum!" Beutnant raus, ftehlt der Möller fich auch Drei Tage Vater Philipp, drei Tage Stube du jour, Möller ließ fich nicht stören liebenswürdig, genau fannte. ,, Nicht verwandt, wies er mit vorstellender Handbewegung auf Hedwig. Möller obwohl er seit einer Stunde bie beiderseitigen Beziehungen aber bekannt!" " und zwar durch meine Tochter." erwiderte Radebeil Dabei Medizinische Plauderet von Dr. T. C. Hutomobil- Krankheiten. ( Nachdrud verboten. sammenzutreffen, doch habe ihn die vorzeitige Veröffentlichung dieser Absicht und die hieran geknüpfte Erörterung in der Presse veranlaßt, von dieser Begegnung abzusehen. Cürkei. ** Ein französisch- türkischer Konflikt scheint infolge der Besehung der Daje Djanet im Hinterlande con Tripolis durch türfische Truppen bevorzustehen. In Paris herrscht infolge der Nachricht große Erregung. Die Pforte behauptet da gegen, daß Djanet immer türkisch gewesen und zu Tripolis, nicht zum Hinterlande gehört habe. Frankreich habe also teinen Grund zur Erregung. Balkanftaaten. ** In Bulgarien haben antigriechische Kundgebungen stattgefunden, an denen sich etwa 20 000 Personen beteiligten Es wurden Resolutionen gefaßt, in denen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Griechenland, wenn die Einfälle der griechischen Banden nicht aufhören, Ausweisung alier griechischen Priester und Lehrer, und schließlich die Bontottierung des griechischen Handels durch die bulgarische Bevölkerung gefordert wird. Italien. ** Ein Regierungserlaß beschränkt den Aufenthalt fremder Kriegsschiffe in den militärischen Häfen Italiens auf acht Tage und verfügt, daß nie mehr als drei Schiffe der= selben Nation fich in einem und demselben Hafen befinden sollen. Hof und Gefellfchaft. *** Der Kaiser hat sich gestern nach Munster begeben, um dort Truppenbesichtigungen vorzunehmen. Die Kaiserin ist nach Kassel abgereist. Deer und flotte. Antimilitarismus in Frankreich. Ein Rundschreiben des Kriegministers Etienne an die Korpskommandanten bringt Lesen zur Kenntnis, daß die Unteroffiziere beim Verlassen der Infanterieschule von Saint Maigent antimilitaristische Ideen zur Schau getragen und erklärt hätten, daß sie in der Armee nur blieben, um Anhänger zu gewinnen. Der Minister macht auf diesen Geist, der schlimme Folgen für die Disziplin und die Einheitlichkeit in der Armee haben fönne, aufmerksam und bittet, ihm die Offiziere, die Anlaß zu derartigen Ausstellungen geben, zu nennen. Soziales Leben. × Massenanssperrung. In Verviers haben die Arbeitgeber der dortigen Webeindustrie wegen Streitigkeiten mit den Arbeitnehmern die Sperre über sämtliche Webereiarbeiter verhängt. Es feiern bereits über 3000 Arbeiter; die Sperre wird sich auf 30 000 Arbeiter erstrecken. × Die Arbeitslosen- Versicherung, mit der die Stadt Leipzig einen Versuch gemacht hat, ist im Jahre 1905/6 wenig in Anspruch genommen worden. Arbeitslos wurden nur 13 Arbeiter mit 285 Arbeitslosigkeits- Tagen, für die 229,50 M. an Tagegeldern gezahlt wurden. Die Verwaltungskosten im Jahre von 511 M. wurden durch Zinsen und sonstige Einnahmen gedeckt, sodaß ein Betriebsüberschuß von 1215 M. berblieb. Das Gesamtvermögen der Kasse stellte sich Ende April auf 17054 M., ausschließlich 40 200 M. Garantiezeichnungen. In Stellung fonnten 15 Versicherte gebracht werden. Seit Errichtung der, Kasse( 1. Januar 1905) vers sicherten sich 174 Personen. Der Mitgliederbestand betrug am Schlusse des Berichtsjahres 143 und hat sich seitdem auf 162 erhöht. × Zur Arbeiterbewegung des Aachener Hüttenvereins wird gemeldet: In einer von ca. 450 Arbeitern des Hirsch= Dunkerschen Verbandes einberufenen Versammlung wurde mitgeteilt, daß ca. 30 der 867 Arbeiter, die zum 15. August gekündigt hatten, die Kündigung zurückgezogen haben. Weitere Zurücknahmen sollten gestern erfolgen. Die Versammlung be Schloß einstimmig, daß die Kündigungen, die nicht bis gestern abends zurückgenommen sind, aufrechterhalten werden sollen, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß ein Ausgleich durch beiderseitiges Nachgeben möglich werden würde. Die Schiffskatastrophe bei Cartagena. Wieder hat eine furchtbare Dampferkatastrophe Hunderte von Menschenleben vernichtet, viele Familien in Trauer ges stürzt, zahllose Kinder zu Waisen gemacht. Sonntag meldete der Draht kurz, daß zwischen Cartagena und der Insel Hormigas der italienische Dampfer Sirio“ gescheitert und untergegangen sei. Später wurde bekannt, daß mehr als dreihundert Menschen bei dem Unglück ihr Leben verloren haben. Erschüttert mußten die zu Hilfe eilenden Fischer und Schiffsbesagungen fremder Dampfer mitansehen, wie die Schiffbrüchigen in verzweifeltem Kampfe um das Leben, ihre Rettung selbst vereitelten und vor den Augen der Retter in den Fluten versanten, während sich die gesamte Be fagung in Sicherheit brachte! Verhaftung der Unteroffiziere. Der Umstand, daß die Schiffsmannschaft sich gerettet, die unglücklichen Passagiere aber verbrecherisch dem Untergang überlassen hat, hat auch die an sich wenig temperamentvollen spanischen Behörden veranlaßt, rasch zuzugreifen. Ein Madrider Telegramm meldet: Die Unteroffiziere des„ Sirio“ sind auf Veranlaffung der Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Die Behörden in Cartagena hat eine Untersuchung über die Vorgänge eingeleitet. Außerdem behaupten Madrider Blätter, der Kapitän des Sirio" habe auch den" Perseus" befehligt, der vor kurzem bor Cartagena Schiffbruch erlitten hat. " Die Katastrophe. Der Dampfer ,, Sirio" war am 2. August von Genua mit 118 Personen Besatzung und 570 Auswanderern nach BuenosAires in See gegangen. In Barcelona waren weitere 240 Auswandererpassagiere an Bord gegangen. Wie das Unglück entstanden ist, wird wohl faum aufgeklärt werden. Augenscheinlich trifft die Schuld den Kapitän, der entweder des Fahrwassers unfundig oder betrunken war. Gegen 5 Uhr nachmittags, wenige Stunden nach der Ausfahrt aus Barcelona lief der ,, Sirio" auf ein Riff in der Nähe des Kap de Palos, dicht vor dem spanischen Hafen Cartagena, und fant sofort mit dem Hinterteil ein. Die Besazung des Dampfers zeigte sich der Katastrophe gegenüber absoluf un fähig. Anstatt ihre Hilfe den Basagieren, besonders dei Frauen und Kindern angebeiben zu lassen, suchten di Matrofen in der rohesten Weise selbst ihr Leben zu retter und zwischen ihnen und den Fahrgästen entspannen sich ver zweifelte Kämpfe um die Rettungsboote. Beim Rettungswerk. Entsetzliche Szenen ereigneten sich. Zwar eilten sofort Fischer, die in der Nähe Nezze zogen, sowie mehrere Dampfer, barunter ein französischer und ein deutscher, herbei und suchter zu retten, was noch zu retten war. Aber die Besatzung dej Siric, dessen Kapitän im Augenblick der Katastrophe Selbft mord verübt hatte, als er das angerichtete Unheil erkannte, machte die Rettungsarbeit teilweise zu nichte. Erst als dei Kapitän des spanischen Dampfers Joven Miguel" beim„, Sirio“ anlegte und mit dem Revolver in der Hand seine Besatzung zur Hilfeleistung zwang, fonnten 300 Passagiere gerettel werden. Ein anderer spanischer Dampfer rettete 200 Per sonen. Von Booten und anderen Schiffen wurden den Sinfenden Taue zugeworfen und dadurch im ganzen etwa 600 Personen gerettet. 345 Fahrgäste werden vermißt, aber die Schiffsmannschaft ist, wie die Besizerin des Dampjers stolz nerfündet, gerettet. Die Opfer. Die meisten der Ertrunkenen sind Jtaliener und Spanier. Unter den Opfern befindet sich der Erzbischof von Sao Paulo in Brasilien, während der Erzbischof von Para gerettet wurde. Die Passagierliste des untergegangenen Dampfers enthält nur drei deutsche Namen: Leopold Polizer, Franz Weber uno Christina Heutlinger. Von diesen ist Boliger gerettet worden. Die Verunglückten find meist Frauen und Kinder, Passagiere der ersten und zweiten Kajüte. Mehrere Leichen sind bereits geborgen. Da einige Dampfer Gerettete aufnahmen und mit ihnen die Fahrt fortsegten, ist die Zahl der Opfer hoffentlich fleiner als man annimmt. Die Mehrzahl der Geretteten befindet sich auf Kap Palos in kritischer Lage; es fehlt ihnen an Lebensmitteln und Kleidungsstücken. Die Behörden von Cartagena haben sich bereits dorthin begeben, un den Schiffbrüchigen Hilfe und Lebensmittel zu bringen. Leider sind bei den Rettungsversuchen mehrere Fischer umgekommen. Hoffent lich gelang es inzwischen, die in Gefahr befindlichen Schiffbrüchigen in Sicherheit zu bringen. Erst dann wird es möglich sein, sich ein Bild von der Größe des Unglücks zu machen, das in der Geschichte des Dampferverkehrs glüdlicherweise selten ist. * * * Augenzeugen berichten: Der„ Sirio" sank plöglich und war in den Fluten verschwunden, während sich auf der Brücke noch viele Passagiere befanden. Die über und über gefüllten Rettungsboote gingen sofort unter, wobei sich wilde Kämpfe abspielten. Der Sirio" wird als verloren angesehen. " Nab und Fern. † Wetterschäden. Im Berner Oberland hat ein ver Heerender Wolfeubruch ungeheuren Schaden angerichtet. Am Brienzer See sind die Bäume umgerissen, die Bahndämme überschüttet und weggeschwemmt. Der Bahnverkehr und der Telegraph ist unterbrochen. Bei Interlaken ist das Elektrizitätswerk in Gefahr. Eine Frau wurde fortgeschwemmt. Auch Grindlwald ist schwer vom Unwetter betroffen worden; die Bahnlinie Visp- Zermatt ist ebenfalls wegen Erdrutschungen unterbrochen. † Wieder das Schießgewehr. Ein Sohn des Ritterguts. besitzers von Schön auf Weßlienen machte sich mit dem Gewehr seines Bruders, das dieser geladen im Zimmer hatte stehen lassen, zu tun, als unerwartet das Stubenmädchen ins Zimmer trat. Hierdurch erschreckt, ließ der Junge das Gewehr fallen, dieses entlud sich, und durch den Kopf geschossen fiel das Mädchen tot zu Boden. † Lebende Fackeln. Auf dem Schlackenberge der Henrichs. hütte in Hattingen( Westfalen) explodierte eine glühende Schlackenmasse. Vier Arbeiter brannten lichterloh. Der Schachtmeister lief in seiner Todesangst in die am Fuße des Berges vorbeifließende Ruhr, um die Flammen zu ersticken; seine Verlegungen sind dadurch noch schwerer geworden. Ein Arbeiter ist bereits gestorben. † Schwerer Motorunfall. In der Nähe des Dorfes Rabenstein rannte der Motor des Werkmeisters Fehrmann gegen einen Baum, der Werkmeister Leske, der in dem Anhänger saß, wurde ebenfalls herausgeschleudert. Fehrmann blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. Leske erlitt einen Oberschenkelbruch und schwere innere Verlegungen. † Grubenbrand. Auf der Grube Bollenbach in Herdorf ( Siegerland) geriet eine Förderstrecke durch die Unvorsichtigkeit jüngerer Sergleute der Frühschicht in Brand. Als die Nachmittagsschicht einfuhr, zwang dichter Rauch und Gasgeruch die Belegschaft zu schleuniger Flucht. Die Erzförderung wurde sofort eingestellt und die gesamte Belegschaft zu Tage gefördert, da zu befürchten war, daß eine Dynamitexplosion stattfinden könnte. † Schriftstellermisere. Der jugendliche Schriftsteller Erich Salberg in Erfurt hat seine Geliebte, die 31 jährige Fahrfartenverfäuferin Elise Gebhardt, durch Revolverschüsse ers mordet. Hierauf richtete der Mörder die Waffe gegen sich selbst und brachte sich tödliche Verlegungen bei. † Der weiße Tod. Beim Aufstieg auf den Montblanc wurde von einer Gruppe von Soldaten und Studenten die Leiche des deutschen Studenten Gunter aufgefunden. Dicht daneben wurden die Sfelette zweier französischer Deserteure gesunden, die seit ungefähr 5 Jahren vermißt werden. † Für 180 000 Mark Schmud gestohlen wurde in Ostende während der Nacht, einer befannten Lebedame aus Berlin. Die Bestohlene war, als der Diebstahl geschah, bei einer Ballfestlichkeit im Kursaal. Wer weiß, ob's wahr ist! Cages- Chronik. Salle a. C., 6. Auguft. Dem Stationsvorsteher Grimm wurde gestern vormittag vom Magdeburger Schnellzug der Kopf vom Sumpf getrennt. Köln, 6. Auguft. Mehrere Burschen griffen in der ver: gangenen Nacht vier Schußleute tätlich an, nahmen ihnen die Seitengewehre weg und zerbrachen sie. Der Vater eines der Burschen, ein Mann von 45 Jahren, der acht Kinder hat, wurde erschossen. Berlin, 6. August. Hier ist der 28jährige Buchhalter Walter Laud, der bei einer hiesigen Firma ieit längerer Zeit in Stellung war, mit 10 700 Mart did gebrannt. † Vom Automobil zerrissen. In Sauley bei Metz wurde eine aus Frankreich stammende Frau, die dort zu Besuch toar, als fie quer über die Straße ging, von einem dahe sausenden Automobil überfahren, eine Strecke weit geschleifst und völlig in Stücke zerrissen. Leider ist es nicht gelungen, die Identität der Wageninsassen festzustellen. † Opfer der Berge. Eine Gesellschaft von Touristen, unter welcher sich der Berliner Akademiker Heinrich Sigert und ein Kaufmann aus Hannover nebst seinen Söhnen befand, ist vom Großglockner abgestürzt. Die Abgestürzten find ziemlich schwer verletzt. Von den vermißten drei Touristen im Oytal sind die Herren Blank und Müller tot aufgefunden worden. Sie sind 150 Meter abgestürzt. Der dritte Tourist Namens Wieland ist gerettet worden. Besteigrng des Berges Kteiner Wilder stürzten der Tourifi Blank und der Träger Müller aus Oberstdorf ab und blieben tot. Ein zweiter Tourist blieb unverletzt. - Bei † Vom Schicksal ereilt. Der Bahnassistent Piatkiewicz aus Bentschen, welcher in Guben auf seine von ihm getrennt lebende Ehefrau einen Mordversuch unternommen hat, ist in Detsch bei Gautzsch verhaftet worden. + Ein furchtbarer Orkan hat England heimgesucht. In vielen Städten wurden die Straßen in reißende Ströme ver wandelt. Eisenbahnzüge konnten nicht verfehren und un geheurer Schaden wurde überall angerichtet. Ein militärisches Lager bei Seaford wurde fast vollständig vernichtet. Viele Personen wurden vom Bliz getötet. Aus dem Gerichtsfaal. beruht auf einer Fürften Jojef von 1897 getrennt ift feine Gemahlin d Bringeffin Chimay entgehen laffen. = Im mat teit Seilbronn g Abfunft. Gines nicht in der Nähe § Der Fall Milewska. In der Affäre des ehemaligen Kammerfräuleins Milewska ist eine sensationelle Wendung zu berzeichnen: der Kaiser hat die Genehmigung zur Strafverfolgung des Herzogs Ernst Günther zu Schleswig- Holstein abgelehnt. Bekanntlich war Fräulein Milewska, Hofdame der inzwischen verstorbenen Prinzessin Amalie von Schleswig- Holstein, vor sechs Jahren in Kairo unter dem Verdacht des Diebstahls wertvoller Juwelen verhaftet worden. Fräulein M. verklagte darauf wegen ungerechtfertigter Verhaftung den Herzog Erist Günther zu Schleswig- Holstein und dessen Kammerherrn, den Major v. Blumenthal, da fie annahm, daß der Herzog den Auftrag zur Verhaftung gegeben, und Major v. Blumentbal ihn ausgeführt habe. Sie hat, nachdem ein in Dresden wider den Major v. Bl. stattgehabter Termin behufs Ladung neuer Zeugen vertagt wurde, erneut den Antrag auf Einleitung eines Privatflageverfahrens gegen den Herzog Ernit Günther gestellt, worauf ihr jedoch der die Untersuchung führende Amtsrichter mitteilte, daß fie gemäß§ 251 der Kriminalordnung vom 11. Dezember 1805 die Ermächtigung des Kaisers zum Einschreiten beizubringen habe, widrigenfalls die Klage kostenpflichtig zurückgewiesen würde. Nun will die Klägerin einen Bescheid des Oberlandesgerichtes herbeiführen, ob die über 100 Jahre alte Kriminalordnung heute noch und für diesen Fall rechtsgültig ist. die Lampe, die Lampe brannte Diener berbei und fo failedht brenn Dentid: Erlau zu nieder gefchrau Duffende Geifter. Samagnos Schatte wiederge In Algier g in der, wenn y glänzende Geister bie italienischen beranfialteten fl die denen der B erften Geance" Leben gekommene § Ein militärischer Sünder. Das Kriegsgericht der 4. Division in Bromberg verurteilte den Musketier Augufl Wendland wegen einfachen und schweren Diebstahls, versuchter und vollendeter Fahnenflucht, Sittlichkeitsverbrechens und Beilegung falschen Namens und verschiedener militärischer Vergehen zu 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust, Stellung unter Polizeiaufsicht, Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes und Entfernung aus dem Heere. = Vermischtes. Ein Fliegenforscher will durch lange und mühevolle Versuche allen Ernstes folgendes statistisches Faitum herausgefunden haben: Er sperrte 3000 Fliegen in ein Zimmer, in dem sich nichts Anknabberungsmögliches befand, als ein Hut Zucker. Innerhalb 6 Tagen war feine Spux atehr von dem Zucker vorhanden, danach tommen, segt der große Ge lehrte, auf eine Fliege dreizehn Hundertstel Pfund Zucker in vier Wochen, ungefähr 8 Pfennige Wert. In einem Hotel, fährt nun der Fliegenforscher fort, verfehrten in einer Saison zirka 13 Millionen Fliegen( Mahlzeit!). Auf jede Fliege kommen dabei 20 Pfennige Nahrung, also hatte es während des Sommers zirka 261 000 Mark für Fliegenfutter auf sein Unfoftenfonte ichreiben!- Qu! = Der Name Dreyfus. Einen absonderlichen Nachtlang hat auch der Ausgang der Affäre Dreyfus gezeitigt. Ala Dreyfus zu entehrender Strafe verurteilt war, hatten viele Familien, die diesen in Frankreich ziemlich weit verbreiteten Namen führten, die Erlaubnis nachgesucht und erhalten, daß fie einen anderen Namen sich beilegen konnten. Nach der Rehabilitierung Dreyfus' ist jetzt eine Bewegung in Gang gekommen, die darauf ausgeht, daß alle früheren Familien Dreyfus ihren alten Namen wieder annehmen sollen. == = Vom Sklavenmarkt in Marokko. Jm 20. Jahrhundert finden in Maroffo, unter den Augen der Kulturstaaten, Sklavenverkäufe statt, bei denen obendrein nicht nur schwarze, sondern auch weiße männliche und weibliche Sflaven verfauft werden. Der Preis für eines der Mädchen beträgt ca. 200 ML. Der Markt in Marrakesch findet in einem langen, schmutzigen Hofe statt, an dessen Seiten die Käufer in Nieschen fizzen, während die Verkäufer ihre Ware vorführen. Die Sklaven scheinen das Menschenunwürdige ihrer Behandlung garnicht zu empfinden. Die Mädchen, die auf das beste herausgepuzt waren, schienen zum Teil sogar den Verkauf gern zu sehen. Eine Löwenbändigerin gesucht, wurde in einer New yorker Zeitung, und der Dame, die eine besondere Schönheit sein sollte, ein Wochenlohn von 100 Dollar versprochen. Mehr als 200 Damen fanden sich ein, 132 wurden als nicht schön gemug" zurückgewiesen. Beim Anblick des Löwentäfigs faßten noch 18 den Entschluß, lieber zu heiraten oder etwas sonst Gefährliches zu tun, als sich dem Löwenbändigergeschäfte zu widmen, und als die übrig gebliebenen 50 eine Erklärung unterschreiben sollten, daß sie für den Fall von Verletzung bei der Vorführung der Löwen feinerlei Entschädigung zu beanspruchen hätten, zogen sich weitere 10 zurück. Noch 10 der jungen Damen sprangen aus, als die Löwen in einem Rebenfäfig in ein lautes Gebrüll ausbrachen, doch war es immerhin noch die stattliche Zahl von 30, welche in Begleitung der drei Löwenbändiger den großen Käfig betrat. Als die Löwin Viktoria fich den Damen näherte, ergriff die Schaar der Zukunfts- Dompteusen die Flucht, nur drei blieben zurüd. 200 fühlten sich berufen und nur drei wurden aus erwählt. ==Südafrika durch e Tobias, der Hund Aziz. Jede dieje Duft begleitet. Der Kapitan Jones Abdul- Aziz roch feinen Geruch aus angerechnet werde e bei feiner Raffe Babe " Prinzessin" Chimay lebt noch. Durch die Blätter ging dieser Tage die Notiz, die" Freundin" des Zigeuner primas Rigo, den man auch schon fälschlich tot gesagt hatte, die sogen. Prinzessin Chimay sei gestorben. Diese Nachricht Am zweiten 2 und den Maler M two er den Tod ge alltäglich vorfam, Dafür war aber erfchienen Verdi, und der Admiral fideler alter Kerl; ihm nicht sprechen. als man ihn bat, i mur zwei Tafte, bis zur Höhe des titigen Zweden ift, Die letzten Ge aner hatten das Silla Carmen zu Conig, tam nicht, aber fam feine fleir Gunderten am Fuße gestorben ist. Vor ber eine für einen bas fleine Mädchen draußen warten mi alte Mindvich von wollen. Der h Leibichmerzen!!) weise habe ich Geo lam dann noch and berichtete über den Der Schwester Bien treulofe Weib verle Den Schmerz gehab aten Parijer E ment erschien C Beit mit den Wor einem Quatsch no Sirichen mit Rot Diese Seancen um Jenseits sehr on dem humor i Der Ra Mainz bat bas ob die Straßen, Ordnung befinder arbeiten der Verte Hellend aus, foda die mal wieder an Stadt einreiten wi * Finanza urückgekehrt und ** Die In Der geftrigeis zu wünf Boltafefice. Die Sharen auf dem bete. Aurz nad einen Feftzug und bungen vor. T Mit den Abendstu Den Souptanzieh Durch fine Erfal Bublifum die Fref anderes übrig blie und Darfteller w ein fräftiges Bur Sulbigung der e Deffen bereitete fi Feuerwert, das u boll machien fich die dem Jubilar labene Sagautel. alte das Bublif bieder ein und a den Dienstag bei el tom dort zu Be on einem babe de weit geile nicht gelunge beruht auf einer Verwechselung; ein jüngerer Bruder des Fürsten Josef von Chimay, dessen Ehe mit Clara Ward seit 1897 getrennt ist, der Prinz Pierre de Chimay, ist es, der Die Variété seine Gemahlin durch den Tod verloren hat. Brinzessin Chimay wird sich diese Reklamegelegenheit nicht entgehen lassen. bon Touri Heinrich Sign feinen Sobnem Die Abgestürzte bermißten be und Müller to abgestürzt. worden. ten der Touri Be rf ab und blieben t Biattiewicz a on ihm getrem mmen hat, ist in heimgesucht. nde Ströme be tebren und un Ein militärisches vernichtet. Biek des ehemaligen elle Wendung z enehmigung zogs Erni abgelehnt me der inzwischen ig- Holstein, vor t des Diebstahls ein M. berflage Den Herzog Ern Cammerherrn, den der Herzog den r b. Blumentbal ein in Dresden n behufs Ladung Antrag auf Ein en Herzog Ernt Die Untersuchung emäß§ 251 der Die Ermächtigung abe, widrigenfall e. Sun will die tes herbeiführen, gheute noch und Ariegsgericht de Musketier Auguf stahls, versuchte verbrechens und ener militärischer hren Ehrverluft die zweite Klaje em Heere. e und mühevolle Faitum heraus in ein Biminer, befand, als ein Shux atehr von gt der große Ge Pfund Buder in Ju einem Hotel, in einer Saijon Auf jede Fliege hatte es während genfutter auf fein erlichen Nachtlang gezeitigt. A war, hatten viel weit verbreiteten nd erhalten, daj onnten. Nach der wegung in Gang Früheren Familie en sollen. 20. Jahrhundert er Kulturitaaten Echt nur schwarz Sflaven verfauft trägt ca. 200 ngen, schmutzigen in Niefchen fien en. Die Sflaber andlung garnit efte herausgeput uf gern zu jeben e in einer Net ondere Schönbe rsprochen. Mel als nicht schon öhenfäfigs faßten oder etwas fon digergefchäfte zu eine Erflärung von Verlegung ntfchädigung zurüd. Noch 10 Löwen in einem doch war es welche in Be Ben Käfig betrat erte, ergriff die nur drei blieben rei wurden aus Durch die Blätter tot gefagt hatte Diefe Nachricht " des Zigeuner Um mit zu finfen. Zu einem gräflichen Hause unweit Heilbronn gehört auch ein alter Diener österreichischer Eines Abends var nun das gräfliche Fattotum Abfunft. nicht in der Nähe und der Herr des Hauses war gezwungen, die Lampe, die er benötigte, selbst anzuzünden. Aber die Lampe brannte sehr schlecht. Da schellte der Graf seinen Diener herbei und fragte ihn, wie es fomme, daß die Lampe so schlecht brenne. Der erwiderte in etwas mange haftem Deutsch:„ Erlaucht haben, um nicht zu stinken, den Doct zu nieder geschraubt." - Geifterhumor. 1 Duftende Geister. Der Chauffeur in der vierten Dimension. Verloren una Tamagnos Schatten. Ein frühreifer Geist. wiedergefunden. Was die Geister verzehren. " - - In Algier gibt es ein bekanntes Spukhaus, Villa Carmen, in der, wenn man den Spiritisten glauben darf, sich eine glänzende Geisterversammlung sehen läßt. Dieser Ruhm hat bie italienischen Geisterbeschwörer nicht schlafen lassen und sie veranstalteten flugs in einer Villa bei Genua sechs Abende, die denen der Villa Carmen nicht nachstehen sollten. In der ersten Seance" erschien das bei einem Schiffsunglüd ums Reben gefommene Töchterchen eines der Anwesenden, der vor Südafrika durch eine Meerwelle entführte Schiffstapitän Jones, Tobias, der Hund dieses Seefahrers und der Sultan Abdul Aziz. Jede dieser Erscheinungen war von einem besonderen Duft begleitet. Das kleine Mädchen duftete nach Veilchen, Der Kapitän Jones verbreitete einen intensiven Tabaksgeruch, Abdul- Aziz roch nach Rosenessenz. Nur Tobias strömte feinen Geruch aus, was einem Hunde immerhin als Verdienst angerechnet werden kann. Dafür beschnupperte er aber, wie es bei seiner Rasse Brauch ist, die andern Seelen aus nächster Tähe. Am zweiten Abend hörte man nur einen Automobilisten und den Maler Murillo. Der Chauffeur erzählte, wie und tvo er den Tod gefunden hatte, was den Zuhörern äußerst alltäglich vortam. Murillo war auch nicht viel gescheiter. Dafür war aber die dritte Séance eine Gala- Séance: es erschienen Verdi, die Sängerin Stolz, der Tenor Tamagno und der Admiral Graf von Persano. Der Admiral war ein Fideler alter Kerl; von Marinesachen durfte man aber mit ihm nicht sprechen. Tamagno bereitete eine große Enttäuschung: als man ihn bat, irgend etwas zu fingen, und wären es auch nur zwei Tafte, erhob der große Tenorist den Zeigefinger bis zur Höhe des Auges und sagte:„ Wenn es nicht zu wohltätigen Zweden ist, ist nichts zu machen. Die letzten Séancen waren weit interessanter. Die Zus schauer hatten das Vergnügen, den Besuch der Geister aus der Villa Carmen zu empfangen. Bien- Boa zwar, der GeisterKönig, tam nicht, weil er geschäftlich verhindert war, dafür aber fam seine fleine Schwester Terlette, die vor acht Jahrhunderten am Fuße des Himalaya im Alter von drei Jahren gestorben ist. Vor ihr erschien ein ehemaliger ,, Weißer Vater", der eine für einen Geist etwas lange Rede hielt. Darob war das fleine Mädchen von drei Jahren sehr empört. Ich habe draußen warten müssen“, schrie es, als es eintrat. ,, Dieses alte Rindvich von Vater Joseph hat ja garnicht aufhören wollen. Der hat uns ja Leibschmerzen( ein Geist und Leibschmerzen!!) gemacht mit seiner Geschichte. Glücklicherweise habe ich Georg und die Pralinés wiedergefunden." Es lam dann noch andere Algerier: cin Zigeuner namens Bergo berichtete über den Streit seiner Frau Carmelita mit Nita, der Schwester Bien- us; er habe, erzählte er, das geliebte, treulose Weib verloren, eines Abends aber die Freude und ben Schmerz gehabt, es in den Folies Bergère( einem befannten Pariser Tingeltangel) wiederzufinden. In diesem Moment erschien Carmelita und wandte sich an ihren Mann= Geist mit den Worten: ,, Na, du altes Kameel, bist du mit beinem Quatsch noch nicht bald fertig? Kauf mir lieber Würstchen mit Kohl und ein Glas Bier. Diese Seancen haben, wie man sieht, unsere Beziehungen zum Jenseits sehr eng gefnüpft und recht erbauliche Proben von dem Humor in der Geisterwelt geliefert. Corales. 7. August. Der Kaiser in Mainz. Zum Kaiserbesuch in Mainz hat das Hofmarschallamt bet der Stadt angefragt, ob die Straßen, durch die der Kaiser tommt, sich auch in Ordnung befinden, und ob nicht etwa durch Straßenbau arbeiten der Verkehr gestört sei. Die Antwort fiel zufriedenstellend aus, sodaß der Kaiser nach der Truppenschau auch diesmal wieder an der Spize der Fahnenkompagnie in die Stadt einreiten wird. - * Finanzminister nauth ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und hat die Dienstgeschäfte wieder übernommen. *** Die Jubelfeter des Turnvereins Gießen. Der geftrige dritte Festtag unseres Turnvereins leß nichts zu wünschen übrig. Er trug das Gepräge des Volksfestes. Die Gießener Bevölkerung stellte in großen Scharen auf dem Festplate sis ein und vergnügte sich aufs beste. Kurz nach Mittag veranstalteten die Turner noch einen Feftzug und am Nachmittag führten sie hübsche Stabübungen vor. Die Stunden verstrichen aufs angenehmfte. Mit den Abendstunden belebte der Festplaß sich immer mehr. Den Heuptanziehungspunkt bildete wieder das Festspiel. Durch seine Erfahrungen am Sonntag gewißigt, besetzte das Bublifum die Festhalle noch früher, sodaß wiederum nichts anderes übrig blieb, als die Zugänge abzusperren. Verfasser und Darsteller wurden abermals durch reichen Beifall und ein fräftiges Gut Heil belohnt. Die Schlußgruppe, die Huldigung der Germania, mußte wiederholt werden. Unterdessen bereitete sich draußen ein anderes Schauspiel vor: das Feuerwerf, das um 11 Uhr abgebrannt wurde. Sehr effeft. voll machten sich namentlich die Riesenfontäne, die 3 ff r 60, die dem Jubilar galt, und die mit Feuerwerksförpern überladene Spautel. Nachdem die legte Ratete erloschen war, eilte das Publikum in die Hallen zurück, der Tanz sezte wieder ein und auf der ganzen Linie wogte das Fest fort bis in den Dienstag- Morgen hinein. Wie wir schon gestern erwähnten, wurden SamstagAbend einer Anzahl Mitglieder des Turnvereins Gießen Ehrenurkunden über die 25 jährige Mitgliedschaft überreicht. Es sind dies: Jat. Szbach Louis Becker Ad. Bender Serm. Eichenauer Louis Friedrich Georg Größer Karl Huhn Louis Huhn Chr. Haubach II. Theod. Haubach Karl Heck Emil Kalbfleisch Wilh. Löber Heinrich Mylius Gustav Müller Abolf Möhl Friedr. Noll Wilh. Orbig Louis Noul With. Pank Joh. Rohrbach Karl Sack II. Wilh. Schuchardt Konrad Schmidt Karl Schwan Jafob Stein Hermann Zülch. Die Ehrenmitgliedschaft wurde vorlieben an: Wilhelm Eidmann Karl Köhler Karl Stohr Hrch. Schaffsta dt Franz Wigandt. Ebenfalls wurde der erste Sprecher, Herr Althoff, durch eine Ehrenurkunde ausgezeichnet, die der zweite Sprecher, Herr R. Buchacker, ihm im Auftrage des Vereins als Dant für seine treffliche Leitung übergab. 9 * Der Landesausschuß des freisinnigen Landesvereins für das roßherzogtum Hessen hat ein Parteis sekretariat mit dem Sitz in Darmstadt errichtet. Als Sekretär ist Herr Albert Kuhlmann aus Oldenburg gewonnen, der bereits während der Reichetagswahl in Darm Stadt tätig war. Der freisinnige Landesverein, in dem alle linfsliberalen Gruppen vereinigt sind, hefundet mit dem jetzt unternommenen Schritt, daß er in sin eine planmäßige und energische Agitation zu entfalten gedenkt. *** Gestern Abend hat sich der Unterzahlmeister Müller vom III. Bat. des 116. Infanterie- Regiments er. schossen. Wie uns von wohlunterrichteter Seite mitgeteilt wird, haben die vom Obersten von Lindenau sofort vo genommenen Echebungen ergeben, daß dem Selbstmorde eheliche Differenzen vorausgegangen sind. Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung liegen nicht vor. * Hessisches Kunstgewerbe. Auf der 3. deutschen Kunstgewerbe- Ausstellung zu Dresden erhielt Möbelfabrikant F. Bindewa d in Friedberg das Diplom für die Goldene Medalle und Kunsttöpfer Leonhard Bauer in Lauterbach das Diplom für die Silberne Medaille. ** Das Proviantamt Hanau fauft Roggen, Hafer, Wiesenbeu und Roggenftroh diesjähriger Ernte zu den gangbaren Tagespreisen. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen. Die Einlieferung der Naturalien fann ohne vherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 8 bis 12 Uhr vormittags sowie von 2 bis 5 Uhr nachmittags erfolgen. In Gedern tagte Sonntag eine Vertrauensmänner Versammlung vom Bund der Landwirte und wählte für den Bezirk Gedern zum Kandidaten für die Landwirtschaftstammer den Gutspächter Fischer vom Hof Zwiefalten. * Der Vogelsberger Höhenflub hot gelegentlich des 25jährigen Bestehens eine Jubiläumsschrift an seine Mitglieder verteilt. Dieselbe enthält das wohla lungene Bild des Forstmeisters Diefenbach- Schotten( seit 1888 Vorſizender des Gesangvereins), die Begründung und Entwickelung des Vereins( die höchste Einnahme betrug 1886 die Summe von 4470 Mt., gegenwärtig zählt der Verein 990 Mitglieder), aus der Geschichte des Vogelsbergs eine Abhandlung von Dr. August Röschen: Ulrichstein im dreißigjährigen Krieg und die Zerstörung Lßbergs im Revolutionstrieg. Der letzte Teil:„ Sage und Dichtung tes Vogelsbergs" enthält: In Mundart„ Der Vugelsbergt" und etwa 15 Gedichte von Pfarrer Elard Briegleb, von Oberamtsrichter Römheld in Nidda und Gymnasial professor Kullmann in Laubach. * Der Tabatbau in Hessen erfährt in den letzten Jahren wieder eifrigere Pflege. In sämtlichen bedeutenderen Tabaksorten hat die Gesamtmenge des gebauten Tabaks wesentlich zugenommen, so in Viernheim um reichlich 60 000 Kilogramm oder 20 Prozent, in Lampertheim um etwa 36 000 Kilogramm oder um 18 Prozent und in Lorsch um etwa 33 000 Kilogramm oder 30 Prozent des bisherigen Gesamtkonsums. Die Zahl der Pflanzen blieb ziemlich gleich. * Bei den Ansichtskartensammlern hat sich in letter Beit vielfach die Gepflogenheit herausgebildet, die Ansichtskarten nach dem Auslande oder vom Aus- nach dem Inlande auf der Rückseite mit der Freimarke zu versehen oder versehen zu lassen, um die Karte so für ihre Sammelzwecke interessanter zu gestalten und um Ansicht, Marke und Poststempel auf einer Seite beisammen zu haben. Die Post carf aber nach dem Weltpoftvertrage für derartige Liebhabereten kein Verständnis haben und ist gehalten, solche Postfarten für strafportspfl.chtig zu erklären. Somit gestaltet sich der neue gefeßwidrige Brauch für die Empfänger solcher * Bad Nauheim, 6. Auguft. Algemein wird hier der Rücktritt des Kammerherrn Hermann von Grolman von feinem Poften als Kurdirektor bedauert. Herr von Grolman Leider stand fit 1898 an der Epiß: der Verwaltung machte sich ein Augenleiden, an welchem Herr von Grolman schon längere Jahre litt, seit vorigem Winter besonders geltend und hierin dürfte auch der Grund zu seinem Rück. tritt zu suchen sein. Ueber seinen eventuellen Nachfolger ist bis jetzt nichts bekannt; während Herr von Grolman auf Urlaub ist, verwaltet Herr Forstassessor Dr. Weber das Ressort der Kurdirektion. * Butzbach. Seinen Vorgeseßten bestohlen hat der Musketier Josef Bira von der 3 Kompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 168 der aus Walsum bei Ruhrort stammt. Er hat als Puzer eines Fähnrichs diesem aus dem Portemonnaie 20 mt gestohlen. Es stellte sich dann heraus, daß er den Fähnrich auch früher schon bestohlen hatte. Das Kriegsgericht verurtei te den Birg zu 4 Wochen strengen Arrest und zur Versetzung in die zweite Klass: des Salt a enstandes. * Münster b. Butzbach. Am 29. Juli vasta b zu Griesheim bet Darmstact nach nur mehrtägiger Krankheit Lehrer Burt, der frither in Mushenheim und Leihgestern und dann 14 Jahre( die Hälfte seiner Dienstzeit) in Münster gewirkt hatte und erft 1902 nach Griesheim bers bt worden war. Der Verstorbene hat nur ein Alter von 47 Jahren erreicht. Bei der am 1. August stuttge= habten Beerdigung beteiligten sich viele Lehrer und die ganze Gemeinde Griesheim, insbesondere auch seine ehemaligen Schülerinnen und die 1. Mädchenklasse, deren Lehrer der Verstorbene war. * Schotten, 6. Juli. Zum Direktor der in diesem Frühjahr gegründeten Spar- und Darlehengtasse wurde an Stelle des zurückgetretenen Lehrers Link- Rudingshain Rechtsanwalt Zimmer einstimmig von der Geralversammlung gewählt. Das Institut zählt bis i bt gegen 200 Mitglieder. * Engelrod, 6. August. Sonntag den 12. und Montag den 13. August wird dahier das Bezirksfest des BezirksKrieger- Verbands Herbstein gefeiert. Bahnhof werden in nächster Zeit in Angriff genommen. * Grebenhain. Die Erweiterungsarbeiten am hiesigen * Gedern, 5. Auguft. Ein hiesiger Emwohner beging gestern Selbstmord durch Erhängen. Desgleichen machte in Herchenhain ein Vater einer zahlreichen Familie denselben Versuch, wurde aber noch rechtzeitig entdeckt und konnte an seinem Vorhaben gehindert werden. * Hanau. Ein Veteran. Hier starb am Samstag der Bigarrenhändler Friedrich Bott, ein allgemein beliebter Mann. Er rettete bei Wörth zunächst den schwer verwundeten Oberst v. Borries vom 82. Regiment aus dem Fuer. Dan trug er seinen verwundeten Hauptmann, der ihn so manch& Mal in den Raften gefteckt hatte, aus dem Kugelregen. Noch ehe er außerhalb der Feuerlinie war, wurden ihm selbst beide Beine von einer Granate weggerissen. Als sich ihm ein Pflasterkasten" näberte, rief er:„ Ecst dem Hauptmann helfen, mir brauchen Sie die Hühneraugen nicht mehr zu schneiden!" Er erhielt das Eiserne Kreuz und andere Auszeichnungen. Das Heldenstücklein war in der ganzen Araiee bekannt. Als der alte Kaiser Wilhelm 1873 in Hanau war, wünschte er Bott zu sehen. Es war aber nicht möglich, ihn vorzustellen: er hatte in der Vorfreude des Guten zuvies getan. * Maiuz, 3. Auguft. Die Großh. Bürgermeisterei hier hat die Einleitung einer Disziplinaruntersuchung gegen Beamte des hiesigen Polizeiamts beschlossen. Wie nämlich fürzlich die Volkszeitung" berichtet, sollen Polizisten fäumige Schullinder des Morgens statt sie von der elterlichen Wohnung aus direkt zur Schule zu führen, zuerst auf den betr. Bolzeibezirk transportiert und dort förperlich gezüchtigt bezw. mißhandelt haben. Auch in der legten Sigung des Schulvorstandes tamen diese Fälle zur Sprache, worauf der Oberbürgermeister die angeführte Untersuchung anfündigte. - Die Stadtverwaltung hat besessen, angesichts des so ausgezeichneten Verlaufs des diesjährigen erften Frühjahrspferdemarktes für die Folge aljährlich zwei Pferdemärkte, und zwar im Frühjahr und Herbst abzuhalten. Marttberichte. Bieken, 7. Aug. Auf dem heutigen Bochenoiart tojieten Butter per fb. 1.10-1.20., Gübreler ber Stüd 7-8 Bfa., Enteneier St. 0-0 Pfg., Käse ver St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Vfd. 22 fg., Linsen per Pfd. 32 Pfg., Tauben ber Paar 0.80-1.00 Mt., Hühner per Stück 1.00-1.60 mt., Hahnen per Stück 0.80-1.80 mt., Enten per Stüd 1.80-2.20 Mt., Gänse ber Pfd 00-00 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 78-86 Pfg., Rind: fleisch per Pfd. 70-72 Bfg., Schweinefleisch per Pfd. 80-91 Bfg. Schweinefleisch gesalzen ver Pfd. 94-00 Pfa., Kalbfleisch per Pfb. 80-84 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 60-80 Pig., Kartoffeln per 10 Kilo 6.00-7.00 Mt., Zwiebeln per 3tr. 6.00-8 00 mt., Weiskraut per 3tr. 00-00 Vit., per St 10-30 Pfg., Aepfel ver 30-40 Pfg., Milch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherzieher feilgeboten werden. nichtstarten sehr kostspielig. Es kann ihnen daher nur empfohlen werden die Ansichtskarten, wie jede andere Posttarte auch, und wie bisher üblich, auf der dazu bestimmten| 3r. 00-00 f., 3weiſchenper 3tr. 0.00-000 Mt., Kiridhen per Bfb. Adressen zu frantieren. * Dorlar, 6. August. Der von der Firma Rinn& Cloos aus Heuchelheim hierselbst errichtete Neubau einer Cigarrenfabrit geht seiner Vollendung entgegen, sodaß Dess n Räume noch bis zum Herbste bezogen werden fönnen. Der Fabritbetrieb war seit seinem zweijährigen Bestehen bisher in Mieträumen bei Gastwirt Felling untergebracht.― Auch die schon seit Jahren geplante neue Scule soll demnächst in Angriff genommen und noch im Laufe dieses Jahres unter Dach geführt werden. § Wetisaasen, 6. Auguft. Radfahrer Unfitte. Ein 18jähriger Warburger Radfahrer nahm auf einer ab= qüssigen Stelle die Füße von den Pedalen uno sauste in eine offenstehende Tenne, wo er stürzte und schwere Ver irgungen davontrug. * Hungen. Hier fand die Ehefrau des Heinrich Fritz einen redkligen Tod dadurch, daß sie von einem Krampfanfall befallen wurde, in eine Waschbütte pürzte und extrant. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 8. Auguft. Zeitweise hester, trocker, nachts sehr fühl, am Tage nur wenig wärmer, schwache westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politif und den Inseratentei Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beib. in Gieten - Carboline, das beste für die Haare unentbehrlich, um schönen Haarwuchs zu erzielen, das Ausfallen und frühzeitige Ergrauen zu verhüten und Schuppen zu entfernen und zu verhindern. Echältlich à Mt. 3.- die Flasche in Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder von H. H. Warner& Co., Schäfergasse 11, Frankfurt a. M. Bekanntmachung. Der Bauunternehmer H. W. Rinn zu Gießen ist zur Ausführung von Entwässerungsanlagen gemäß§16 der Polizeiverordnung, die Entwässerung bon Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend bom 1. August 1904, zugelassen worden. Nach§ 16 der genannten Polizeiverordnung dürfen Entwässerungsanlagen im Anschluß an die städtische Kanalisation nur durch die hierfür zugelassenen Unternehmer ausgeführt werden. Gießen, den 4. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Bekanntmachung. Joseph Ruckstuhl von Gießen ist als Wieger für die Wage am Neustädtertor ernannt und berpflichtet worden. Gießen, den 6. August 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand des Heinrich Hahn in Gießen, Leihgesternerweg 51, ist die Rotlauffeuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 7. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Noth. Bekanntmachung. Die unterm 27. Juni 1906 angeordnete Sperre der Stephanstraße zwischen Bismarck- und Bruchstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. August 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Die unterm 27. Juni 1906 angeordnete Sperre der Kaplansgasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. August 1906. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Großh. Univers. Bibliothek Gießen. - Alle Benutzer, mit Ausnahme der Studierenden, haben die vor dem 9. Juli entliehenen Bücher spätestens am 10. August zur Musterung einzuliefern. Vom 13. August bis 13. Oktober ist die Bibliothek täglich von 9 bis 1 Uhr vormittags geöffnet. Gießen, den 25. Juli 1906. Der Großherzogliche Direktor: Dr. Haupt. Carl Geißler, Gießen übernimmt [ chriftliche Arbeiten, Vermittelung von Anund Verkäufen, Vermietungen, Aufnahme von Vermögens- Verzeichnissen, Vermögens- und Nachlassverwaltungen, freiwillige Versteigerungen, Tukaffo und Beitreibung von Forderungen, bei mässigem Honorar und fachgemässer Ausführung. MAGGIS Suppen Schutzmarke Kreuz Stern DIE BESTEN! 10Pl Sie erleichtern der Hausfrau während der Sommerzeit ganz wesentlich die Arbeit am heissen Herd! Freibant. Heute und Morgen: Ochsenfleisch 56 Big. Luhns wascht am besten Makulatur hat abzugeben Expedition d. Blattes. Geld bis 1000 m auch gegen bequeme Ratenz. auf Wechsel od. Schuldschein giebt anerf. streng reell u. schnell C. A. Winkler, Berlin W., Mansteinerstr. 10. Handelsger. eingetr. Firma Glänz. Danfschr. feine Adressenl. Selbstg. * g. Blutftod. 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