Zweites Blatt. Samstag, den 7. Juli 1906 ssen Nr. 157 Redaktion u.Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 83, Fernſprechauschluk Nr. 362. et 1878 ndet 1885 Desvereine , sowie estplatz. plat en. Serraße. brinus". ze. ungen sthalle. roßherzogl. haben besondere tritt 50 fg. ind besondere Her, erstklassig direkt von de Fabrik an e und Händler vo 5 an. teile, prima Mäntel vo ca. Mk. 4 chläuche von M an. auch an Fabrikat uren fremdem und billigst. diese Zeitung be inen Auftrag von erhält eine höchst Gratis- Zugabe. atis und franko. Fahrradfabrik be" Akt.- Ges Wanheimerort indet 1896. Donnerstag und n 19 Uhr an ichen belfuden empfiehlt omber, Walltorfir.51 15500 Mt. follen im Gießener Bezit 6% in Poften bis zu 500 Mt. auf Bedfel ein ausgeliehen werden nge Bedingungen mit gewünschten Summe arre.tof, Saraburg reibant. erfleif 50 Pfg. Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Cherkesson Hoch fommer- Moden. Saison Plauderei von Emma Reichen. Der Mensch und das Leben stehen nicht still. Sein Ven langen nach Abwechselung macht ihn unternehmungsluftig Wenn die Sonne heiß über uns brütet, ist es am fühlsten in unseren vier Pfählen. Eigentlich müßte man es in seinen Mußestunden bei solcher Temperatur wie die Bewohner dei Tropen machen. Sie schlafen sich tüchtig aus. Dazu gehöri immerhin ein gewisses Phlegma, das uns nun doch noc nicht eigen, und unser regsamer Geist sinnt und finnt, wo e wohl fühler und mithin erträglicher wäre. So kommt es daß trotz der Abficht so vieler Soliden, den Abend zu Haus zu verbringen, fie fich plötzlich aufraffen, vielleicht schon an Nachmittag, und Kühlung am See, im Wald oder in den Schattengängen eines Restaurants suchen. Und solche, die mit Reit und Geld nicht zu rechnen brauchen, fahren ein Stückchen in die Welt hinaus, um einmal zu sehen, wie die Temperatur wo anders ist. In den Zeiten der Frauenbewegung ist es wohl selbst. verständlich, daß die Frauen mitgenommen werden, forretter, daß sie mittun. So gern die Damen auch arbeiten und sich anstrengen, den Männern den Arbeitsboden tüchtig abzugrasen, vergessen Sie doch ihre Bedeutung als Trägerinnen der Schönheit und Anmut nicht. Wir wollen unserer Zunge Halt aebieten, sonst bekäme fie es fertig, auszuplaudern, was die schönen Frauen am liebsten vergäßen. Bei ihrer Pflicht. treue ist es also einfach ein Muk, sich mit dem Gedanken zu tragen: Was ziehen wir an? Das unschuldevolle Weiß wird mit Recht für die Sommertage hoch geschätzt. Es gibt Kühle, freilich fann man diese Eigenschaft dem viel gepriesenen weißen Leinen nicht nachrühmen. Es ist ein schlechter Wärmeleiter, womit gesagt ist, daß es wohl die Sonnenstrahlen nicht durch. läkt, aber auch umgekehrt bei schwülem Wetter die Körper: wärme nicht hindurchdringen läkt. Aber was fragt die Mode nach solchen Bedenken? Leinenkleider sehen gut aus, und so werden sie getragen. Ich möchte von einem sprechen, das schlanken Erscheinungen sehr gefallen wird. Der Rock ist glatt, also tellig geschnitten, mit einer fleinen Schleppe ver: sehen. Diese fann deshalb nicht fehlen, weil zu dem Kostüm eine bis über die Kniee reichende anfitende Jacke gehört. Lange Jaden passen nicht zu kurzen Röcken. Diese Jacke hat gleichzeitig die Rolle der Taille übernommen. Sie ist daher vorn mit einer Weste, die türkisch, blau, gelb und grün in aroken Muſtern gestickt ist, verziert. Zu beiden Seiten dieser Weste, die freilich nur ein furzes Stückchen über die Taille reicht, läuft der ganzen Länge der Jacke folgend, weiße Spachtelstickerei entlang. Den Abschluß am Halse bildet ein furzer Shawlfragen. Seinenfleider treten in allen Farben auf, vor allem in Dunkelblau. Ru einem Faltenrock geset fich ein Bolero, der mit einer Piquéwefte geputzt ist. Die Aermel reicher bis zum Ellbogen, find an dieser Stelle mit Aufschlägen aus Piqué und Klöppelspitzen garniert. Um die Taille spannt sich ein breiter Gürtel. Auch dieses Jäckchen macht die Bluse überflüssig. Die beschriebenen Toiletten eignen sich für den Aufenthalt am Strande. Geht man in ein Seebad, so leat man Wert darauf, Toiletten zu wählen, welche trotz Meere luft frisch in den Farben bleiben. Hellgrave Voileröcke, die große Mode in diesem Jahre, wozu weiße oder rosa Blufen getragen werden, würden verschießen, wie hellblaue Battistkleider. Mode- oder Sandfarbe ist weniger empfindlich. Wohin man sich auch begibt, was man auch vornimm Im Sommer, pin märmerea loid cehört zum Bequeme Teilzahlungen! Telefon Nr. 402 Bequeme Teilzahlungen! Waschmaschinen mit Hebel- Antrieb. mit Pendel- Antrieb. Dampfwaschmaschinen Wring- Maschinen Wäsche Mangeln 17 Nähmaschinen von Mk. 35.- an. Fahrräder( solide Marken) von Mk. 60.- an. Zubehör- und Ersatzteile. Wilh. Jung VIII. Klein- Linden Giessen. Prospekte gratis! - Telefon Nr. 402. Prospekte gratis! festen Bestand der Toilette jeder Frau. Vorteilhaft bleibt für alle Lagen ein Jackenfleid, einfach aber tadellos gemacht, wozu dann farbige Flanelblufen getragen werden. Diese To ette ist wohl auch ausreichend für Wanderungen im Gebirge, wenn man vom Erklimmen von hohen Gipfeln absteht. Bei Wanderungen auf dem Lande und im Gebirge mie am Strande ist ein Lodenfape unerlässig. Nur dadurch, daß man in achgemäßer Kleidung sich jeder Witterung aussetzt, fördert man seine Gesundheit. = Vermischtes. = Den Zug verschlafen. Auf der Babnation here= walde konnten fürzlich die Passagiere nicht an den Nacht- Rug nach Berlin gelangen, weil sich kein Beamter sehen ließ. um die Fahrkarten 311 fontrollieren und die Türen zum Bahnsteig zu öffnen. Die Beamten hatten den Bug nämlich verschlafen. Da der Zug ohne die Passagiere abfuhr, so fonnten diese erst mit erheblicker Verspätung nach Berlin befördert werden. - Der reingefallene Steuer- Nekiamant. Der Restau rateur Julius Pfabe in Dresden hatte nur ein fteuervflichtiges Einkommen von 2080 M. angegeben, trotzdem er in den Jahren 1891 bis 1901 ein Jahreseinfommen von etwa 23 000 m. hatte. Als Pfabe etwas höher eingeschätzt wurde als bisher, war er' o unvorsichtig zu reklamieren und sogar gerichtliche Entscheidung anzurufen. Hierbei stellte fich die Sache heraus und er muß nun den sechsiachen Betrag der hinterzogenen Steuern zahlen. = Ein enfant terrible. In Luxemburg benngen viele Familien die nahe Grenze um in Belgien Fleisch und Mebl erheblich billiger als in Luxemburg selbst einzukaufen und zollfrei herüber zu bringen. Jede Familie darf sich aber nur einmal wöchentlich in dieser Weise in Belgien ver= proviantieren und mit diefer Aufgabe blos ein Mitglied der Familie betrauen. Kürzlich fehrte eine Frau aus dem Belgischen zurück und ließ den Schein visieren. Auf die Frage des Zollbeamten, ob sie etwas zollpflichtiges zu deklarieren hätte, erwiderte die Luxemburgerin fest und stolz: ,, Nein!" Da rief ihr Töchterchen: Aher Mama, du denkst nicht an die Würste, die du in deine Strümpfe gesteckt hast!" Die tapfere Frau fiel beinahe in Ohnmacht, als die Würfte, die nicht zollfrei find, fonfisziert wurden, und sie überdies noch ein Protokoll unterschreiben mußte, das für sie böse Folgen haben wird. = Roosevelt als Effer. Präsident„ Teddy", der sich ärgerte, daß ihm im Parlament vorgeworfen wurde, er lehe zu luxuriös, lud furzerhand einen Reporter ein, dem er genaue Angaben machte, wie man im Weißen Hause speist. Zum Kaffee( erstes Frühstück) verspeist Roosevelt nichts als ein Brödchen und ein hartes Ei. Beim zweiten Frühstück ( Lunch) begnügt er sich, wenn er allein ist, mit einem Schälchen Milch und einem Stück Brot; find jedoch Frau und Kinder zugegen, so gibt es faltes Fleisch, vorausgesetzt, daß vom Diner des vorigen Tages etwas übrig geblieben ist. Die Hauptmahlzeit endlich, besteht aus drei, manchmal aber auch nur aus zwei Gängen. Man erfieht daraus, daß der Präsident durchaus kein Prasser und weit eher auf dem Wege 1st, ein Konzertfaster zu werden. Am Schlusse seiner Magenbeichte erklärte der Präsident, daß er nicht in Abrede stelle, daß seine Kinder Messer und Gabel richtig führen, den Kopf anmutig bewegen und beim Ehen die Ellenbogen nicht auf " Zur Lieferung aller KanalisationsArtikel hält sich bestens empfohlen Firma Emil Horst Liebigstraße 51( Riegelfp.) Bucher Ehe die v. Dr. Retau m. 89 Abb. statt 2.50 Mk. nur Mk. 1.-. Preil. über int. Buch. gratis. R.Oschmann, Konstanz Nr.421. Prima Speisekartoffeln sowie Feinste Salatkartoffeln liefert billigt J. Hankel, Gieken, Schlokaasse. Bedarfs= Hygienische e Artikel: den Tisch setzen." Der anneichene Journalist hatte nämlich dem Präsidenten auch die feine Erziehung seiner Kinder zum Vorwurf gemacht. Es scheint also in Amerika Leute zu geben, die es gern sehen würden, wenn die Präsidentenfinder sich wie Hinterwäldler benähmen. = Der Bergbau der Erde. Nach einer englischen Parlamentsstatistik sind auf der ganzen Erde etwa 5 Millionen Menschen mit Bergbau beschäftigt, wovon auf das ganze Britische Reich etwa der dritte Teil entfällt. Ueber die Hälfte, also mehr als 2 Millionen Menschen, sind im Kohlenbergbau tätig, der insgesamt 886 Millionen Tonnen im Werte bon 5900 Millionen oder fast 6 M Warden Mark liefert. An Gold erzeugt die ganze Erde über 16%, Millionen Unzen, die dem Wert von 1340 Millionen Mark entsprechen. Davon liefert das englische Weltreich fast%, Transvaal und Australien allein fast den vierten Teil der Weltproduktion, Canada etwa, 5 v. H., die Vereinigten Staaten stellen dazu ein weiteres Viertel des gesamten Ertrags. Auch über die Unfälle in Bergwerken werden vergleichende Angaben gemacht. Mit Bezug auf die Kohlenminen ist die Sterblichkeit in den Vereinigten Staaten mit 3,35 auf 1000 am höchsten, dann folgt Deutschland mit 1,9 und das englische Weltreich mit 1,24. =====Eifersuchtstragödie zweier Schulmädchen. In Paris ereignete sich ein Vorfall, der eine beredte Illustration zu den sittlichen Zuständen des Seine- Babels gibt. Zwei fleine Mädchen Pauline und Emilie mit Namen, von denen das eine fieben, das andere zehn Jahre alt ist, gerieten in einen Streit. Das Motiv ihres Streites war feineswegs banal: beide liebten den zwölfjährigen Paul, der in der Nähe wohnte. Eine von uns muß fort, erklärte Emilie. Dann mußt du es sein, da Paul dich vorzieht," erwiderte die zehnjährige Pauline. Gleichzeitig ergreift fie eine zerbrochene Flasche, die im Rinnstein liegt, und schmettert sie ihrer Riva'in, an den Kopf, die schwer verwundet zu ihren Eltern getragen wird. Die Zehnjährige ist dem Polizeikommissar übergeben worden. == Das Testament eines Landstreichers. In Banford in England verstarb ein alter Landstreicher Owd Alf Booker" genannt, und hinterließ ein Vermögen von fast einer Viertelmillion Mark. Der Verstorbene hungerte und bettelte sich durch die Ortschaften der Umgegend und niemand vermutete bei ihm auch nur einen Pfennig Vermögen. Alf Boofer führt in seinem Testament aus, daß der Armen behörde seines Dorfes darum nichts zufalle, weil sie seiner Haushälterin, als diese frank war, Unterstüßung verweigert batte. Die Frau erhält jezt für ihre treuen Dienste 400£ ( 8000 Mt.). Eine Unmenge von Freunden und Verwandten wurden von Boofer mit kleineren Beträgen bedacht. Selbst der Schutzmann, Briefträger, Postmeister, einige Arbeiter und Fuhrleute wurden nicht vergessen. Das Sheffielder RoyalHospital und das Armenhaus derselben Stadt bedachte er mit je 500£( 10 000 M.). ========Namen childer für Kongreßteilnehmer. Im Zeitalter der Kongresse ist es oft schon unangenehm empfunden worden, daß sich die Teilnehmer an Kongressen wenig oder garnicht untereinander fennen. Der Vorsitzende des Mailänder Ausstellungs- Ausschusses Tito Ricordi hat eine praktische Neuerung zur Einführung gebracht. Die Kongreßmitglieder erhielten je ein hübsches fleines Schild, in dem der Name des Kongreßteilnehmers handschriftlich eingetragen war. Somit Dieses Kongreñabzeichen war sichtbar zu tragen. wußte feder, mit wem er es zu tun hatte. Wer jemand auf dem Konorek suchte, fand ihn auf diese Art leicht. Der Hamburger Engros- Lager Grosse Auswahl in == Sommer- Artikel P Blusen Röcke Handschuhe Strümpfe Unterzeuge P in bekannt guten Sorten. Alexander Salomon& Co. Schöne möblierte Zimmer Neuester Katalog gr. u. fr. mit oder ohne Pension zu ver= Gummiwarenfabrik Jacob, mieten. Berlin 645, Friedenstraße 9. Makulatur hat abzugeben . Während des Neubaues 10 Mäusburg 10. Buch über Ehe die v. Dr.Retau m. 39 Abb. statt 2.50Mk. nur M. I.. Preisl.üb.int.Büch.grat. Gießen, Bismarckstraße Nr. 17. Expedition d. Blattes, Versandhaus Jacob, Berlin 645, Friedenstr. 9. Werkehr war dadurch außerordentlich bequem gemacht, und die bekannte steife Stimmuna, melche bei allen derartigen Veranstaltungen, besonders wenn sie international find, im Anfang herrscht, war infolge dieser praktischen Einrichtung bald üb rwunden. = Eigentümlicher Studentenult". Der aus Fußland stammende Student Klingelberg hatte in Bonn in einer Nacht nit weniger als für 621 M. Fensterscheiben eingeschlagen. Als Grund gab er an, er habe Geburtstag gehabt. Der Schaden ist zum Teil ersetzt worden. Das Bericht verurteilte den Studenten, weil er noch nicht vorbestraft war zu 200 M. Geldstrafe. = - Auf Ein Nachkomme des letzten irischen Königs. Auf seinem Landag in Roscommon verschied Mr. Charles Owen D'Connor. Der Verstorbene stammt in direfter Linie von Roderick O'Connor, dem König von Connaught und dem letzten Mona chen von Irland ab. Er war Großgrundbefizer und liegierungsverwalter von Roscommon. jeine fönigliche Abstammung legte er großen Wert, und die Königin Viktorin wußte sich die Herzen der Irländer dadurch zu gewinnen, da sie ihn bei ihrem Besuche in Dublin mit ben Worten anrete: Wie geht es Ihnen, Vetter?" Der Verstorbene war( in treuer Anhänger des englischen Königshauses und trug bei der Krönung des augenblicklichen Königs bie irische Fahne. = Der mißliebige Schwiegerfohn. In Pennsylvanien entlief dem Millionär R. Smith seine Tochter, und zwar mit einem jungen Mann, der Smith als Schmiegersohn nicht willkommen war. Das junge Paar vermählte sich, der Schwiegerpapa schien versöhnt und lud die Neuvermählten zu sich ein. Als nun der Schwiegersohn das Haus betrat, zog Smith einen Revolver hervor und gab vier Schüsse auf ben jungen Mann ab, der tödlich getroffen zusammenbrach und sterbend ins Hospital geschafft wurde. Eine erzürnté Menschenmenge sammelte sich vor dem Hause an und drohte Smith zu lynchen, was auch geschehen wäre, wenn nicht noch rechtzeitig eine starke Polizeimacht erschienen und Smith ins Gefängnis überführt hätte. = Andorra will" modern" werden. Die Republi Andorra, ein kleiner Freistaat in den Pyrenäen, ist aus einem 600 jährigen Schlafe erwacht; über ein halbes Jahrtausend hat sich niemand in dem fleiuen Staatchen um die übrige Welt gefümmert. Man ließ es da draußen stürmen und toben, im eigenen Lande lebte man ruhig fort wie es Väter und Großväter getan. Der jetzige Präsident der Republik Andorra, ber das Riefengehalt von 160 Franks jährlich erhält, will ,, das Land dem modernen Komfort erschließen." Es sollen Telegraphenstangen aufgepflanzt und Fernsprechverbindungen angelegt werden. Ohne Rweifel werden dann auch die Motorwagen die Straßen unsicher machen und Gott weiß, was für andere Dinge mit ihnen einziehen. = Ein glücklicher Schaßgräber. Der Goldschap in Bfreimd in der Oberpfalz, der vor wenigen Wochen beim Neubau des Hauses eines Schmiedemeisters gefunden wurde, Ift für 40 000 m. von den Gebrüdern Aichinger in Weiden angekauft worden. Die Schäßung des Fundes, der auch dem Münchener Nationalmuseum zum Kauf vorgelegt worden war, hat sich zwischen 30 und 60 000 M. bewegt. = Fern von Europens übertünchter Höflichkeit. In Sydney erschien neulich ein japanisches Geschwader, dessen Befehlshaber einen australischen Senator Mstr. Dawson zur Besichtigung der Schiffe einlud. Dawson kam nicht, aber an seiner Stelle folgender Brief:„ Ich muß die Annahme ihrer Einladung ablehnen, da es von meiner Seite nur Scheinheiligkeit sein würde, wollte ich Sie mit einem Lächeln begrüßen, Ihnen einen freundschaftlichen Händedruck geben, während ich, obwohl ich Sie als tapferes und fortschreitendes Bolt bewundere, Ihnen nicht über den Weg traue. Ich glaube, daß der Taq fommen wird, an dem Australien den Tag verwünschen wird, an dem es soviel Wesen aus Ihnen gemacht hat. Das ist offenherzig, obwohl nicht gegen Sie persönlich, sondern gegen Sie als Bolt gemeint. Ob ich Recht oder Unrecht habe, wird die Geschichte zeigen." Das ist war sehr deutlich und garnicht höflich, aber wer fann Mstr. Dawson so völlig Unrecht geben? Aus dem Gerichtsfaal. - - § Betrugsprozeß Zander. In der Donnerstag- Nachmittagssigung wurde zunächst mit der Erörterung über die berschiedenen Weinbestellungen der Frau von Zander fortgefahren. Die Firma F. W. Borchardt in Berlin hat dem Angeklagten Weihnachten 1904 für 1265 M. Wein, Austern und Kaviar geliefert. Die Rechnung ist noch nicht beglichen. Der Im Februar 1904 wohnte Major von Zander_mit seiner Frau im Astanischen Hof in Berlin. Er befand sich damals in sehr bedrängter Lage und entlich vom Besitzer des Hotels 200 M. Auf Befragen der psychiatrischen Sachverständigen Professor Bonnhöfer und Professor Lesser- Berlin sagt die Zeugin Miß Thompson, die als Gouvernante im v. 3.'schen Hause war, aus: Es waren neun Dienstboten im Haushalt beschäftigt. Frau v. Zander hat häufig ihren Mann und die Dienstboten ohne jeden Grund beschimpft. Durch das viele Weintrinfen geriet fie in Aufregung und bekam dann Wutanfälle. Die schlimmsten Anfälle hatte Frau von Bander, wenn der Major zu Hause war. Sie fannte dann feine Scham vor ihren Kindern oder Dienstboten. 11. Verhandlungstag begann mit dem Punkt der Anklage, der sich auf den Verkauf des Gutes Schmögerle durch den Angeklagten v. Zander an den zweiten Angeklagten, Hauptann dem Landwehrfavallerie Lüttig, bezieht. Der Verkauf fand am 2. April 1903 statt. Der Vorsitzende hält dem Angeflagten vor, ob er sich denn bewußt war, daß seine Handlunge weise als betrügerischer Banfcrott bezeichnet werden muß, weil, als er das Gut Schmögerle verkaufte, 27 Schuldprozesse gegen v. 3. schwebten und er seine Zahlungen schon eingestellt hatte. Der Angeklagte entgegnet hierauf, der Verfauf des Gutes an Lüttig, der ihn stets unterstützt habe, sei durchaus ernsthaft erfolgt.„ Ich babe," so fährt der Angeflagte fort, ftets ebrii und chrenhaft genandelt. Aber der Untersuchungsrichter hat mich immer als einen infamen Schwindler behandelt, ja schlimmer als den Ranbmörder Hennig. Es sollen nunmehr Briefe des Angeklagter v. 3. an seine Frau verlesen werden, in denen er vom Verlauf des Mobiliars auf Gut Schmögerle an den Angeklagten Lüttig spricht. Verteidiger Justizrat Mamroth protestiert gegen die Verlesung. Sie sei unzuläffig, weil Frau v. Zander an der Sache ganz unbeteiligt wäre. Der Gerichtshof beschließt, die Briefe bezlesen zu lassen. In einem dieser Briese heißt es: Ich habe Lättig veranlaßt, die Sachen in Besitz zu nehmen, um sie der Pfändung zu entziehen. Wir müssen uns das sichern, was wir mit größter Anstrengung erjagt und ersorgt haben.' § Das Eisenbahn- Unglück bei Spremberg vor dem Reichsgericht. Das Reichsgericht hat die Revision des Stationsassistenten Etyuguß und des Weichenstellers Schmidt, die am 23. Dezember v. J. vom Landgericht Cottbus wegen Verschuldens des Eisenbahnunglücks bei Spremberg, ersterer zu 1 Jahr und 4 Monaten, letzterer zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden find, verworfen. - - " § Zum Tode verurteilt. Der Steindrucker Ernst Wilde wurde vom Schwurgericht in Magdeburg wegen Raubmordes zum Tode verurteilt. Wilde hat am 23 März d. J. den pensionierten Bahnwärter Hennig, der in einem an der alten Heerstraße zwischen Brandenburg und Groß- Wusterwizz gelegenen Häuschen eine Schanfwirtschaft betrieb, durch Hammerschläge und drei Revolverschüsse ermordet und beraubt. § Der Mord auf der Rayalp. Die Angeklagte Friederike Zeller, welche sich schon zu einem Geständnis der Morotat an der früheren Köchin Maier bequemt hat, sucht ihre Schwester Marie nach Möglichkeit zu entlasten. Sie behauptet ihre Schwester sei überhaupt nicht bei Begehung der Tat zugegen gewesen, und beschwört dies beim Andenken an ihre selige Mutter. Die weitere Vernehmung der Friederife 8. erstreckt sich auf die Ereignisse nach der Mordtat, um festzustellen, wie sich die Angeklagte und ihr Bräutigam Prohasta in den Besitz der Beute, d. H. des Vermögens der Maier zu setzen versuchten. Nach dem Motiv zu der Bluttat befragt, erklärt Friederike 8., daß sie ja gebeten habe, diese Frage nicht beantworten zu brauchen. Die Frage, ob sie aus Liebe für eine dritte Person, für Prohaska, so gehandelt habe, beantwortet sie mit Kopfnicken. Hierauf wurde mit der Beugenvernehmung begonnen. § Dreyfus- Prozeß. Der Generalstaatsanwalt beim Pariser Kajjationshof beantragte die Kassation des Urteils gegen Dreyfus ohne Verweisung vor ein neues Kriegsgericht. Japanische Wunderlichkeiten. Gegenfätze zwifchen europäischem und japanischem Geschmack. Die abgeworfene Maske. Das starke und das schwache Geschlecht. Ebrung nach dem Tode. Die verkehrte Schraube. Masseure.- Wider den Strich. - - Schlitzäugige Schönheiten. des Gegners. - Japanische Die Kraft Immer wieder macht das Inselreich der aufgehenden Sonne, macht Japan von sich reden. Man hat die Maste abaeworfen und sowohl in der Mandschurei durch Einrichtung einer Zivilverwaltung, wie in Korea durch Gefangen egung bes Kaisers seine nächsten Pläne enthüllt. Der europäischen Welt wird das Reich des Mikado noch manche Nuß zu fnacen geben. Der Gegensatz, der zwischen den Bewohnern der neuesten Großmacht im fernen Often und uns Europäern besteht, gibt nich nicht nur auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete za erfennen. Ga ist eben alles anders in Japan, und das ganze Leben auf allen seinen Gebieten liefert dafür den Beweis; wohin wir bl den, muten ima die Sitten und Gebräuche fremdartia an, ia in den meisten Fällen bilden sie den direkten Gegensatz zu der Art, wie wir Europäer das Gleiche behandeln. Nehmen mir das Verbältnis der beiden Geschlechter zu einander. In Eurora ist das sogenannte fchwache Geschlecht in irilichkeit das starte Geschlecht. In Jaran ist das starte Geschlecht wirklich das starte Geschlecht. Galanterie gegen die Frauen gilt im Occident als etwas schönes, in Japan ale etwas lächerliches. Wenn in Japan eine rau de Hosen onbat, bat fie nur Nachteil davon. Man sieht dort wohl Frauen in Hofen, aber fie gehören nicht zu den lieblichsten ihres Geschlechts: es find Ziegelträgerinnen, weibliche Kulis, Laftträgerinnen, Schiffsausladerinnen. Dagegen gibt es in Japan nur wenia Frauen, die sich mit Stickeret beschäftigen, und eine ganze Anzahl Männer, die Sticker find. Auch mit den Ehrungen, die man den lieben Mitmenschen erweist, verhält es sich bei den Japanern ganz anders, wie bei uns. In Europa werden die meisten Menschen während ihres Lebens mehr geehrt, als nach ihrem Tode. In Jaran beninnen umgekehrt die Ehrungen für die berühmten änner gemöhnlich erst dann, wenn sie Seelen, Ahnengeister Schußs götter geworden sind. Vie Bis zu den Hantierungen der Handwerker und Arbeiter läft sich der Gegensatz verfolgen. In Europa beginnt man mit dem Bau eines Hauses bei seinen Grundmauern. In Japan ist das erste, was die Bararbeiter bei Beginn ihrer Arbeten in Angriff nehmen, das Dach. Der euronäiche Tischler stößt den Hobel und stößt die Säge; der japanische Tischler zieht den Hobel oder die Säge zu sich heran. japanische Schraube bewegt sich in einer Richtung, die der Europäer als„, verfehrt" bezeichnet. In Europa öffnet sich eine Tür, indem sie sich vertikal in den Angeln dreht, in Javan pleitet der Türflügel horizontal herunter. Die euros päische Schneiderin fädelt ihre Nadel ein, die japanische Frau ,, nadelt" ihren Faden; fie bält das Ende dieses Fadens unbewen lich und vertikal und bemüht nich, auf dieses Fadenende die Nate! Hinaufzutreiben. Wenn sie näht, lißt die europäische Schnei derin ihre Nadel durch den Stoff laufen, während die jop n'sche Schneiderin den gefältelten Stoff die horizontal geha'= tene Nadel hinaufstößt. Die Masseure in Europa reiben und fneten die Must In ihres Patienten, indem sie ihre Berreaungen fast immer nach dem Herzen hin machen; die echten japanischen Masseure richten ihre Reibungen io ein, daß ihre Bewegungen das Blut nach den äußeren Gliedmaßen des Patienten hin zu treiben scheinen. Da fann man sich nicht wundern, daß es mit dem Schreiben und Leien ganz ähnlich steht. Die Japaner schreiben von oben nach unten in vertikalen Kolonnen, die einander non rechts nach links folgen. Und ebenso, wie fie ,, wider den Strich" schreiben, setzen die Japaner ihre Säße verfehrt zusammen. E'n japonischer Satz ist ein umgestürzter, zerbacter europäischer Satz, dessen Worte von einem betrunkenen Mortfünstler mit allen Finessen durcheinandergemischt zu sein scheinen. Die japanischen Bücher beginnen dort, wo die unsrigen enden, und enden dort, wo die unsrigen beginnen; Anmerkungen und Verweisungen erscheinen oben und nicht unten auf der Seite; die Zeitungsdrucker setzen vor jeden Artifel einen großen Punkt! Der verschiedene Geschmack in Bezug auf die Augen ist in der Rasse- Verschiedenheit begründet. Bei einer Europäerin gelten große Augen für schön, in Japan dagegen bewundert man die engen, geschlitzten Augen. Aber auch in Bezug af bie Haartracht gilt dasselbe. In Europa gilt es für hübich, wenn man schön gelocktes Haar hat. In Japan dagegen wird die geringste Wellung der Haare als eine Entstellung betrachtet. Was aber mill das alles bedeuten gegenüber dem Cardinal- Gegensatz, der in Bezug auf die Anwendung der Kraft zwischen dem Japaner und dem Europäer beiteh. Wir wenden unsere Strait an, um uns gegen einen Gegner zu verteidigen. Die Japaner suchen bei solcher Gelegenheit die Kraft ihrer Gegner anzuwenden und zu verbrauchen. bieser Beobachtung haben wir vielleicht das Geheimnis bie ungeahnten Erfolge des Inselvoltes zu erblicken. In für C. E. Chem.Waschanstalt Gebr. Röver, Färberei. Marktplatz 18 Giessen Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. Geld in jeder Höhe auf Wechsel oder Schuldschein vermittelt Diskret an jederm. Karl Farrenkopf, Harzburg Geld! Bares Geld! Hoher sofortiger Verdienst für Jedermann! Kein Kapital! Kein Laden nötig Spielend leicht! Offert. u. A. B. a. Annoncenexpedit. Eugen Wieland, Lindau in Bayern. De Thompson's Seifenpulver Marke Schwan ist das beste, sparsamste, im Gebrauch billigste Waschmittel. Zu haben in allen besseren Geschäften. Ankauf - bon Verkauf Alteisen, Lumpen, Knochen, Kupfer, Messing, Blel, Zink, Zinn etc., Möbeln, Betten, Weißzeug, Goldund Silbersachen, Münzen und Antiquitäten. Louis Rothenberger. Gießen, Neuenweg 22 20-25 Erdarbeiter werden sofort eingestellt. Städt Tiefbanamt Neuenbäue Nr. 22 Albert Hiller, Meblis i. Thür.. Fabrikant aller Arten Scheibenbüchsen u.Jagdgewehren als Drillinge, Doppel- Flinten, einläuf. Flinten, Zimmerstutzen, Bolzenbüchsen, Luftgewehre, alle Arten Vogelflinten und Teschings. Kataloge gratis und franko. Teilzahlungen gestattet. Der Einmach- Kursus der Alice- Kochschule beginnt Mitte Juli. Anmeldungen werden entgegen genommen in der Aliceschule, Kirchstraße 20. Lahukalk- u. Marmor- Jndustrie August Gabriel Jr. Giessen. Kalkwerke: Abendstern. - Telefon 84. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken und gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteine D. N. F. lebte. guter entstelt. Auf der nächsten hat ber Bund der Roten Hand" nie Alexis nicht, wie ich gefürchtet hatte, tot war, sondern noch Saltestelle fand ich ein gefchidter Arzt, der ihn in BeBläke begangen, und fie mögen wohl glauben, daß ich ein handlung nahm, und heut ift er wieder munter und Beiber aber ist er für bon dem Irrtum Dinge. Wahrscherahren, ben fie infolge Vertauschens unserer geringen Merger griff ihn gerabe sein Freund erhielt er einen Durch diesen etwas feltsamen Brief wurde rief folgenden Inhalts: Mein lieber Roberts Sie haben Der schärfsten Weise an. Kurze Zeit darauf Campbell int jedenfalls meine Bemerkungen über Ihre Gemälde gelesen; doch ich hoffe, daß dieser fleine Zwischenfall feinen Einfluß auf unsere Freundschaft ausüben wird. Ihr ergebener J. Campbeд. Nr. 154 Samstag, den 7. Jult ische Famili 1906