9= er лб ne 1, Keine nieten. Keine Serienlose. Keine ausländische Sache. Gesetzlich überall erlaubt. 0 Nr. 156 Redaktion u.Haupterbedition: Gießen, Selters weg. 83, Ferusprechanschluß Nr. 362. Freitag, den 6. Juli 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgching. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von herhang Der Bierftreit. Reichstag und Bundesrat find übereingekommen, die Brausteuer zu erhöhen. Man hat ein ganzes System von Steuerabstufungen ausgeflügelt, damit die kleineren Brauereien weniger, die größeren Brauereien stärker von der Steuer betroffen werden. Unter den an der Gesetzgebung beteiligten Personen mögen einige der Meinung gewesen sein, daß es möglich und wünschenswert sei, die Steuer so einzurichten, daß eine Abwälzung auf Gastwirte und Konsumenten überhaupt nicht angeht und die Steuer von den Brauereien selbst getragen werde. Doch die Personen, die solchen Glauben hatten und solche Anschauungen hegten, waren jedenfalls nur Ausnahmen. Jede Steuer wird abgewälzt, sobald sich irgend eine Möglichkeit dazu bietet, und nur ganz wenige Steuern find so geartet, daß fie eine Abwälzung ausschließen. Die Erbschaftssteuer beispielsweise muß von dem getragen werden, den sie trifft, und fein Erbe ist imftande, sich von irgend wem einen Beitrag zu feiner Erbschaftssteuer zu holen. Daß Verbrauchssteuern den Verbraucher treffen, ibm den Verbrauch verteuern sollen, ist selbstverständlich. Die Biersteuer ist eine Verbrauchssteuer. Es wurde gesagt, daß die Brauereien große Dividenden geben und deshalb eine Einbuße an ihrem Gewinn tragen fönnen. Neben den sehr rentablen Brauereien gibt es solche, die recht geringe Erträge bringen; auch haben die Brauereien, die jetzt sehr gut stehen, teilweise recht magere Jahre hinter sich. Endlich find die Aftien vielfach zu Preisen erworben, die der hohen Dividende entsprechen, sodaß eine 9prozentige Dividende faum mehr als den 4prozentigen Ertrag des investierten Kapitals darstellt. Aber selbst wenn alles das nicht zuträfe, bliebe doch der allgemeine Grundsatz beſtehen, der garnicht aus der Welt zu schaffen ist, daß jeder fich nach Kräften seiner Haut wehrt und da, wo er es fann, eine Laft von seinen Schultern abschiebt und dem lieben Nächsten zuweist. Wird durch irgend eine Abgabe die Herstellung des Bieres verteuert, so erhöht der Bierbrauer den Breis seiner Ware für seinen Abnehmer, d. h. für den Gastwirt, und dieser erhöht wiederum den Preis für seinen Abnehmer, das ist für den Biertrinker. Der Bierbrauer und dann der Gastwirt werden sogar bei der Einholung der ibnen auferlegten Abgabe oder Preissteigerung noch einen Zuschlag berechnen. Es mill eben niemand Auslagen machen, blos um sie wieder zu bekommen; es will jeder an den Auslagen verdienen, die er macht. Der Konsument hat den gefamten Schaden zu tragen. Er hat feine Möglichkeit, eine weitere Abwälzung eintreten zu lassen. Die einzige Ausweichung, die ihm gestattet ist, besteht darin, daß er auf einen Teil des gewohnten Genusies verzichtet, dak er meniger Bier trinkt als zuvor, oder daß er sich einer billigeren Bierforte zuwendet. Darüber hinaus nibt es für das bier= trinfende Bublifum absolut feinen Schuß. Selbst wenn das Bublifum vollständig einig wäre und etwa einen Streif in Szene setzen wolte, so würde es doch nicht dabin kommer, daß die Brauereien die Braufteuer trügen. Würde man sie hindern, den Bierpreis heraufzufeßen, so würden sie den Ausweg einschlagen, den inneren Bierwert herabzusetzen und den Konsumenten geringeres Bier zu liefern. Wer sich einredet, daß es möglich sei, eine Verbraucheftener zu erinnen und so zu gestalten, daß nicht der Verbraucher fie bezahlt, der täuscht sich und andere. Man darf nun aber ebensowenig glauben, daß die Verbrauchssteuer einzig den Verbraucher und nicht auch den Produzenten trifft. Der Brauer muß unter der erhöhten Brausteuer leiden, weil der Konsum fich mindert oder geringwertigen Produften sich zuwendet. Unter dieser Berringerung oder Verschiebung des Konsums leidet auch der Gastwirt. Der Trost aber, daß der Verbraucher sich der Steuer entziehen fönne, indem er dem gewohnten Genuß entsagt, st nicht stichhaltig. Denn wenn das Ungewöhnliche und beinahe Unmögliche geschähe, wenn eine Konsumption, die in der Voltsgewohnheit liegt, durch freien Entschluß des Volfes aufhören fönnte, so brächte die Steuererhöhung nicht blos nicht den erwarteten Mehrertrag, sondern es träte ein Minderertrag ein, und das Reich müßte auf eine andere Steuer Bedacht nehmen. Man kann bei der Biersteuer allerdings darauf achten, daß der Zuschlag, der über die Steuer hinaus erhoben wird, nicht zu groß wird. Bei der Brausteuer steht in Norddeutschland dem richtigen Ausgleich die seltsame Entwöhnung vom Gebrauch des Kupfergeldes entgegen. Der Norddeutsche fennt die upfermünze fast garnicht, man sieht auch im Verfehr sehr selten Kupfermünzen. Die Preise sind auf 5 Pf. abgerundet. Ein Pfennig- Trinkgeld wie in Süddeutschland, gibt es in Norddeutschland garnicht. In Bayern, Baden, Württemberg geniert sich niemand, bei der Bezahlung eines Glafes Bier einen Pfennig als Trinkgeld dem Kreise zuzurechnen. In Norddeutschland ist dergleichen zurzeit beinahe unmöglich. Es sollte möglich werden, und dann wäre ein großer Teil des Bierstreites schon geschlichtet. Freilich wäre der Leidtragende dann wiederum der Kellner. Wir sind aber hartherzig genug, daran feinen Anstoß zu nehmen. Vielleicht fommt es auf diesem Umwege dazu, daß der Kellner wie jeder andere anständige Arbeiter einen festen Lohn bekommt. Geschähe dies, so hätte die Biersteuer noch einen besonderen Eegen gestiftet. Die ruffifchen Zustände. Die Ungewißheit hält im Zarenreiche an. Die ganze Entwicklung ist nach wie vor völlig ins Unklare gestellt, und velchen Verlauf die Dinge nehmen, ist garnicht abzusehen. Auch verschiedene Strömungen innerhalb der Hoflamarilla sind am Werke und verwirren die Lage; dort hat Trepow unter den Intrigen Jswolstis zu leiden, der als Günstling der Kaiserin- Mutter gilt. Trepot soll wieder zu spiritistischen Experimenten gegrrffen haben, um den Zaren unter seinem Einfluß zu halten. Stockungen bei der Kabinettsbildung. Die Erwartung, daß das Kabinett Goremykin alabald aus dem Amte scheiden und von einem Ministerium Jermolow abgelöst werden würde, hat sich nicht bestätigt. Man führt diese Tatsache darauf zurück, daß die Partei der Kadetten sich geweigert habe, sich an einem Kabinett Jermolow zu beteiligen. Sie halten ihre Zeit wohl noch nicht für gekommen. Vorläufig bleibt daher nichts anderes übrig, als Goremykin im Amte zu belaffen. Eine Aussperrung in Sicht? Vielfach vüsten sich die Fabrikanten, den Forderungen der Arbeiter entschlossen entgegenzutreten. So hat das Komitee der Fabrikanten in Riga an seine Mitglieder ein Rundschreiben erlassen, in dem es den Mitgliedern vorschreibt, feine Kollektiv Forderungen der Arbeiter zu bewilligen, ohne die Rustimmung des Komitees eingeholt zu haben. Falla die Arbeiter die Ruhe stören, so sollen die Fabriken geschlossen und eventuell die ganze Kategorie der Arbeiter, zu der die Streifenden gehören, entlassen werden. Bleibe auch das wirkungslos, so solle eine Versammlung einberufen werden, um über eine allgemeine Aussperrung zu beschließen. Die Notstands- Anleihe. In der Kommission der Duma gelangte die Frage wegen der Anweisung von 50 Millionen Rubel zur Abstellung des Notstandes unter den Bauern zur Beratung. Es wurde beschlossen, sofort einen Kredit von 15 Millionen Rubel zur Verfügung zu stellen. Gegenüber den Ausführungen der Minister, die diesen Kredit durch Emission einer 4prozentigen Staatsrente gebedt seben molten, sprachen sich die Mitglieder der Duma dafür aus, gewisse Teile des Budgets herabzufeßen, zumal die Regierung angekündigt babe, daß da Budget in den erster vier Monaten des laufenden Jahres seinen Ueberchuß von 57 Millionen ergeben werde. Die Greuel von Bjelostock. Die Vorkommnisse in Bielostock und der Streit um deren 11rheberschaft hat dem dortigen Stadtoberhaupt Malinowafi fein Amt gekostet. uf Veranlaffung einer großen Anzahl hervorragender Einwohner mollte das Stadthaupt eine auferordentliche Sigung der städtischen Duma einbernfen, um den vom General von Bader an den Kriegsminister über die Entiebung des Pogroms crstatteten Bericht zu widerlegen. Daraufhin wurde Malinowski vom Generalgouverneur seines Amtes enthoben Uebrigens scheinen die Gewalttaten von Bjelostok doch writere Folgen nach sich ziehen zu wollen. So heißt es, daß das enalische Geschwader gelegentlich seiner Uebungsfahrt in der Offee nur den Hafen von Libau, nicht aber Kronstadt aufen werde. Ein Duma- Abgeordneter von Polizisten mißhandelt. Große Erregung verursachte in der gestrigen Sitzung ber Duma die Mitteilung, daß der Abgeordnete Siedelnikow von Polizisten auf der Straße barsch angehalten, durchsucht, geschlagen und verlegt worden sei, obwohl er sich als Mitglied der Duma legitimiert habe. Die Duma beSchloß eine dringliche Interpellation über die von der Regierung wegen Bestrafung der Polizei zu ergreifenden Maßregeln. Im Laufe der Debatte erklärte der Arbeiterdelegierte Aladjin, falls fich ein derartiger Vorgang noch ein einziges Mal ereigne, so würde die Arbeitergruppe für die Sicherheit der Minister, die es wagen würden, vor der Duma zu erscheinen, und die noch nie von der Polizei ge= schlagen wurden, nicht aufkommen. Politifche Rundschau. Deutiches Reich. Bei der Beratung über die Verfonen- Tarifreform in der württembergischen Kammer bezeichnete der Minister b. Weizsäcker die Einführung des Zweipfennigtarifs vor dem 1. Oftober als unmöglich. Die Abgeordneten Wollarth, Hildenbrand und Wolff beantragten, vom 1. Oftober ab eine weitere Wagenklasse mit dem Fahrpreise von 2 Pfg. für das Kilometer in Personen- und beschleunigten Rügen einzuführen. Haußmann beantragte 2 Pfg. in der untersten Klasse und die Führung von nur 2 Klassen in Personenzügen. Der Antrag Wollarth wurde schließlich mit 42 gegen 36 Stimmen ange= nommen. Es wird wieder über neue Kämpfe in Ostafrika berichtet. Die im Süden des Schußgebietes operierende Rompagnie Schönberg hat am Kiturifa und Luvegu Widertand gefunden und am Dapats den Gegner überfallen. In Fraku haben sich die Detachements aus Kilimatinde, Mpapua and Moschi am 25. Juni vereinigt. Der Aufstand ist zur Beit auf rafu beschränkt, die Aufständischen stehen an der Rarawanenstraße bei Dagave. Das Detachement Hirsch aus Tabora sollte am 28. Juni in Jrafu eintreffen. * Die Festlegung der Grenze zwischen Deutsch- und Portugiesisch- Ostafrika erweist sich im Verlaufe des Aufständes in Ostafrika als dringend wünschenswert. Namentlich die Absteckung der Grenzen zwischen dem Roouma- und dem Tanganyfa- See ist notwendig, denn hier ist das einzige Loch, durch das die Aufständischen entschlüpfen fönnen, und nach der Erfahrungen im südwestafrikanischen Feldzuge erscheint es geboten, gerade in dem Grenzgebiete für eine möglichst flare Situation zu sorgen. Dem Vernehmen nach ist eine gemeinsame deutsch- portugiesische Grenzexpedition für die nächste Zeit geplant. England. ** In London find die Bevollmächtigten Englands, Frantieichs und Italiens bez. des Vertrages über Abe finien einig geworden, man hofft auf baldiges Rustandekommen des Vertrages. Das Abkommen wird die Unabhängigkeit und Integrität Abessiniens somie den Grundsatz der offenen Tür bekräftigen und allen Ausländern gleiche wirtschaftliche Rechte zuerkennen. Es bestimmt außer dem, daß die Bahn bis Addis Abeba in französischen Händen sein soll. Frankreich. ** Die Regierung hält ihre Beschlüsse bezüglich der abgesetzten Post- und Telenraphen- Unterbeamten aufrecht und lehnt es ab, ihnen Amnestie ant newähren. Die Absegung erfolgte seinerzeit wegen ausständischer Bewegungen. Balbanftaaten. ** Der Rollkrien zwischen Desterreich- Ungarn und Serbien ist nun doch zum bruch gelangt. Die öfte reichisch- ungarische Regierung begann mit den Repressalien, indem sie feche Eisenbahnwagen mit ferbischem Mindvieh umfehren liek. Die serbische Regierung min mit den anderen Staaten Verhandlungen wegen des Achlusses von Handelsberträgen anbahnen. Graf Geluchometi erklärte in der österreichischen Delegation, die Erflärungen Serbiens seien nicht befriedigend gewesen. Amerika. ** Bei einem in Newyork veranstalteten Bankett zur Feter des amerikanischen Unabhängigkeitstages hat sich der demokratische Präsidentschafts- Kandidat Brvon über die Schiedsgerichtsfrane ausgesprochen. Er machte den Vor schlag, daß jeder Staat prinzipiell sich bereit erkläre, alle Streitfragen einem internationalen Schiedsgerichte zu unterbreiten, obne fich jedoch zur unbedingten Anerkennung des Ichiedsgerichtlichen Urteils zu verpflichten. Von dieser Uebung er hofft Bryon eine wesentliche Förderung des Friedens. gedankens. Alien. ** Japan läßt sich in der Mandschurei häuslich wie im pigenen Besitztum nieder. Die provisorischen militärischen Organisationen werden durch die endgültige Zivilverwaltung, die ieden andern als den japanischen Einfluß ausschließt, ab. nelöst. So haben die javanischen Militärkommandos die Stadt Mufden der zivilen japanischen Verwaltung übergeben. Auch auf fommerziellem Gebiet gehen die Japaner entschieden zugunsten der heimischen Handels- und Schiffahrtsgesellschaften vor. ** Nach Meldungen aus Söul befindet sich der Kaiser bon Korea in der Gefangenschaft der Japaner. Er wird in seinem Palais durch iapanische Soldaten bewacht. Als Grund für diese Makregel werden von japanischer Seite bie fortgesetzten Wühlereien angegeben, die von dem foreDer onischen Kaiserbofe gegen Japan angestiftet werden. Kaiser von Korea soll erklärt baben, er merde eher Gift nehmen, als daß er den ioronischen Forderungen sich füge. Afrika. ** Der neuerdings zu Larasch in Marokko tot aufcefundene Franzose ist nicht, wie anfangs vermutet murde, cinem Verbrechen zum Opfer gefallen, sondern bat Selbstmord verübt, wie aus einem hei ihm vorgefundenen Briefe hervorgeht. Der neue Maroffofall, über den fich fran= ösische Heißsporne bereits ereiferten, fällt also in fich zuammen. ** Die Kämpfe der Engländer mit den Aufständischen in Natal baben bisher noch zu feinem befriedigenden resultat geführt. Der Kommandierende der Nataltruppen berichtet, daß Mangel an Rübrern einen vollständigen Ru' ammenschluß der den Kraal des Häuptlings Mefini umrehenden britischen Truppen verhindert hat, sodak die Operationen weniger erfolgreich waren, als fie es hätten sein fännen. Eine Anzahl Aufständige wurden abgeschnitten. Insgesamt find 444 von ihnen gefallen. Hof und Gefellschaft. ** Der Kaiser ist gestern vor Bergen etaget.offent. Die Fahrt dorthin ist, bei schönstem Wetter vortrefflig vers laufen. An Bord alles wohl. ** *. Die Kronprinzessin Cäcilie hat nach einem ärztlichen Bulletin, die Nacht nach der Entbindung gut verbracht und befindet sich recht wohl. Auch das Befinden des fleinen Prinzen ist vortrefflich. Die Taufe ist vom Katser auf den 12. August festgelegt. Unter den Taufpaten wird fich, wie in London erzählt wird, auch König Eduard von England befinden, der dann zu mehrtägigem Aufenthalt in Potsdam eintreffen wird. Unter den am Kaiserhofe einpetroffenen Glückwünschen befindet sich auch ein solcher des Sultans an den Kaiser und an den Kronprinzen. ** Der König von Sachsen ist von Hamburg in Riel eingetroffen. Dort wurde er vom Prinzen Heinrich von Breußen empfangen und in das fönigliche Schloß geleitet. Am Bahnhofe war auch das Offizierkorps des 1. Seebataillons jur Begrüßung erschienen. Raubanfall im D- Zuge. Eine Szene, die an die Schauer- Erzählungen aus dem wilden Westen Amerifas erinnert, ereignete sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in hem Badezuge Berline Norderney. Die Gattin des Geheimen Oberfinanzrat Noelle aus Groß- Lichterfelde befand sich mit drei Kindern und ihrer Gesellschafterin in einent Abteil erster Klasse in bem um 11 Uhr 43 Minuten abends von Berlin abgegangenen Schnellzuge. In der Nähe von Mathenow stieg plöglid: cin mit einer Kutte befleideter Mann von außen ins Kures; jein Gesicht hatte er vollständig mit Munschwärzt. Den zu Tode erschrecien Frauen hielt er einen Revolver int: hent Worten: Geld oder das Leben! vor. Den: Ueberfallenen blieb nichts übrig, als dem Begehrer des Räuber zu mile fahren. Frau Geheimrat Noelle gah dem vermummten Räuber zu rit vier Hundertmarficheine. Damit mar dieser aber nicht zufrieden; so gab ihm die Ueberfallene noch ihre letzten drei Hundertmarksch ine. huch der Gesellschafterin nahm er ei Portemonnaie mit 9 Marf und den Kindern ihre Geldbörien mit je 2 Marf Inbalt ab. Außerdem nahm der Käuser eine Radfahrkarte auf den Namen Noelle lautend an fich. Nachdem er das ganze Geld forgfältig eingesteckt batte, obne ein Rechen äußerer Bewegung, fagle er folgendes:„ Ich bin fein Räuber, ich tandle nur aus Not, ich werde sogleich wieder verschwinden." Darauf fletterte er mit der elben Gemandtheit, mit der er gefommen, wieder aufs Trittbrett hinaus und verschwand im Dunkel der Nacht. Gine Ledertasche mit meiteren hundert Mark entaina dert Auge des Räubers. Der Knobs Otto Noelle hatte die Gefa t schon vor dem Ueberfall auf dem Trittbrette gesehen. Dic Mutter berubinte den Knaben mit der Bemerkung, es werde wohl ein Zugbediensteter sein. We die fast obnmächtig ac= mordenen Frauen und Kinder schließlich daran dachten, dic Notleine zu ziehen und den Zugführer von dem Geitebenen zu benachrichtigen, mar es für cine erfolgreiche Jagd auf den Däuber zu frät. Zwar wurde bei dem Stilliteben des Ruges ein Mann unter fer her andrängenden Menge der Passagiere als dem Käuber ähnlich bezeichnet. Man nahm ihn auch in Heit, doch) stellte sich alsbald seine Unschuld heraus. Mehrere Passagiere bestätigten, daß der Verdächtige die ganze Reit mit ihnen Rupee zusammen gewesen sei. Darauf wurde er freigelassen und der Rug fuhr weiter. In Stendal stieg die Beraubte aus und unterbreitete die Angelegenheit der dortigen Kriminal polizei. Da Frau Noelle auf ihrer Aussage beharrte, daß der während der Fahrt sistierte Mann der Täter sci, so murde von Stendal ein Haitbefehl nach Bremen er= Tassen. Die Angaben der Mätin wurden durch die Kinder und auch durch Sie Geleihafterin beſtätigt. Die Kriminalpolizei ist in hieherbafter Tätigkeit, zumal ea wahrscheinlich ist, daß der Räuber nicht mit dem verdächtigen Vassagier identisch ist, und aur die begreifliche Erregung ber u geplünderten diese zu ihrer Bezichtigung brachte. Vielmehr scheint der Räuber in den benachbarten Wälder. Depichwunden zu sein. Die geraubten Hundertmarfscheine maren ämtlich funkelnagelneu und trugen fortlaufende Numme: n. Bielleicht trägt dieser Umstand zur Entdeckung des Bewelschneider und zur Aufklärung des mie cin Kavitel and Buffalo- Bills Memoiren anmutenden Räuberiüdchens bei. Nab und Fern. + Mit Suatritten nettet. Amei in den Rüdersdorfer Sharnelanlagen beschäftigte Mädchen überfielen in der Nacht die 22 jährige Arbeiterin Emma Rabel, und sch'usen in robefter Weise auf fie ein. 911a fie die Redauernemerte aus dem Bette gezerrt batten, bearbeiteten fie fe noch mit Rufe tritten, lieben Sie dann liegen und Tiefen davon. Die R., die burch die Fußtritte fchmere innere Verlegungen erlitten hatte, ift om onderen Tage verforben. Die Täterinnen wurden berhaftet. + Meitete Scolichingerhands. Die Soliari ber Fa tete in Mannheim die Seiter einer meitherameigten alich münzerfonde, amei aliener Canoffell und Senari, die seit Sobreafrist in Süddeutschland niele toufende non meimartunt in moralichtüden terbreiteten. Meitere Verhaftungen erfolgten in Mains, Parlerube und Stuttgart. + Vom Deutsch- amerikanischen Sängerwett reit. Bi bem in Newarf stattfindenden Sännerbundesfeit fiente im Wettfingen um den Preis des Deutschen Kaisers der Gesang berein Concordia, Wilkesbarrre Pa. Beim letzten Sängerfest in Baltimore hatte ihn der Verein" Junger Männerchor", Philadelnhia, aewonnen. + ieder eine Rugentaleifuna. Beitraftadt in hmohen entaleiften bei der infobrt cinea Berfonenzuge die lehen drei Mager. von denen der mittlere umstürzte. Pmei eifende und ein Schaffner wurden leicht, ein Reisender schwer herleẞt. + Mier Sinder hom Blik erschlagen. Vier Kinder einer Familie aus Admonien bei Ginfoap wurden vom Gr mitter und Rearn überrascht und suchten Schutz unter einem Raum. Gin herniederfahrender Ritz zerschmetterte den Baum und tötete sämtliche vier Kinder. † Gin Juwelendieb vert. In Schtwerte tourde ein schon länast aefuchter und steckbrieflich verfolgter od tabler festgenommen. Er gab fich für einen Juwelenbändier Baumann aus Brüssel aus. In Wirklichfeit beit der Verhaftete Simon Roee. Er wird beschuldigt, Jutselen im Werte von 20 000 Mart gestohlen zu haben. + Explosion eines Dampffefels. In Cradley on die Stahlmerke der Firma Brenn durch eine effeintoño: zerstört. Mehrere Arbeiter famen dabei ums Leben, abe wurden verlegt. + Die Brandkatastrophe in Homburg. Als Enttehungsurfache des Prandes ist festgestellt worden, daß bei Lötarbeiten auf der Balustrade des Turmes durch zu heiß gewordene Kupferplatten das Feuer entstanden ist, das so schnell um fich griff, dak es die beiden Uhrmachergesellen und der Türmer nicht mehr löschen fonnten. Dem Türmer Beurle, der pflichtgemäß das Feuer meldete, wurde durch die Flammen jede Rettungsmöglichkeit abgeschnitten. Die Michaeliskirche war ebenso wie sämtliche andern Hamburger Kirchen nicht verfichert. Dagegen ist das Inventar der Kirche bei der Londoner Phönir" mit 150 000 m. verfichert einschließlich Orgel, die mit 100 000 m. verfichert ist. Daa total ausgebrannte Warenhaus von Braun ist einschließlich des dazu gehörigen Rinarrenladens( Rigarrenfabrik Hammonia 3. m. b. 5.) mit 375 000 m. verfichert. Die Kirchenschätze find fast alle glücklich geborgen; der Merkehr in den durch die Katastrobbe betroffenen Straßen ist bereits wieder aufgenommen worden. + Bierkriea in Sonnekern. In einer in Sonnebera abgehaltenen. von 700 Perfonen besuchten Protestveriamm hung gegen die gevlante Bierbreiderböbuna haben sich sämt liche Anwesende verpflichtet, alle dieienioen ofale 31 meiden, in denen ein Preisaufschlag für Bier von 10 auf 12 Pf. pro halben Liter erfolgt. er + Ervlosion in einer Sprengmine. Durch vozzettio Entladung einer Sprengmine bei Eprengarbeiten on alten Donaubrücke wurden vier an den Sprengerheite beteiligte Personen, zwei Ingenieure, ein Brüdera: bee und ein Werfführer, durch dessen Unvorsichtigkeit das Ang berursacht worden war, schwer verletzt. + 1rdbeben in Italien. In Siena wurden er Morgenfrübe wieder mehrere Erdstöße verspürt. Tie Bebölferung bewahrte indessen ihre Ruhe. + Fünfzig Menschen verunglückt. In dem Vergn. gungsort Lafa Manawa bei Omaha in Amerifa ist eine Platti am Wasser eingestürzt. Es heißt, daß über fünfzig Mensche in den Fluten umgekommen sind. + Die ,, Amerifa" aufgefunden. Der seit dem 23. Juni in Newyork überfällige Dampfer" Amerika" der Marseiller Reederei Fabre, mit Marseiller Auswanderern an Bord, ist, wie aus Bermuda berichtet wird, dort von einem anderen Dampfer eingeschleppt worden. + Ueberbrückung des Niagarafalles. In Newyork hat sich eine Gesellschaft gebildet, die den Niagarafall überbrücken will. Die Brücke soll über den nördlichen Teil des Falles führen. Sie soll auch dem Eisenbahnverkehr dienen. Das Kapital für das Unternehmen beträgt 20 Millionen Mart. † Erdbeben in Cetinje. In Cetinje und Umgebung wurden vier Erdstöße, zwei leichte und zwei ziemlich starke, verspürt. Schaden wurde nicht angerichtet. Auch im Innern des Landes wurden die Erostöße wahrgenommen. † Erschütternde Liebestragödie. Der verheiratete Schuhmacher Reveglia in Avigliano verliebte sich vor sechs Jahren in eine reiche, junge Dame des Ortes, namens Antonietta Tonca, die seine Liebe erwiderte. Reveglia zwang seine Frau, das junge Mädchen bei sich aufzunehmen, mas unausgesetzte Eifersuchtsszenen zur Folge hatte. Schließlich ging das Pärchen nach Amerifa, fam aber nach zwei Jahren wieder. Sofort begannen wieder Streitigkeiten; im Verlauf derselben erschos Revealia seine Frau, seine achtjährige Tochter und seine 70 jährige Schwiegermutter. Der Mörder entfloh nach der Untat und sprang in einen Abgrund, aus dem er leicht verletzt hervorgezogen und verhaftet wurde. Aus dem Geritsfaal. - Die Mehrere hierauf vernommene Mitglieder der Familie Nagel Mutter und Bruder der Ehefrau des Angeklagten sollen das Alibi der vorigen Reugin vom 3. Februar nach Andere Reunen weisen, fie vermögen aber ntthts zu sagen. äußern fich über der Charakter des Angeklagten und fein Familienleben, ohne etwas interessantes vorzubringen. Tante des Angeklagten Jordy erklärt, daß das blutbefleckte Taschentuch das Eigentum Jordy's fei. Der Zeuge Kref traut dem Angeflagten den Mord nicht zu, er sei dazu ,, u feine". Die Goldstücke mit Blutspuren sollen von dem medizinischen Sachverständigen Dr. Schmidt untersucht werden. Der Angeflaate behauptet wiederbolt auf das Bestimmteste, daß er am 27. Januar das letzte Mal bei seinen Eltern war, und nach diesem Tage auch niemals in die Nähe des Eisgrund. tüdes gekommen sei. ** Der Pr 本 warf in feiner le Borarbeiten zur berg in Verbindu Dallengebiet In * Die Geri enben am 15. Ge Bedfel- Ermiffione & Verfügung zur Jahren fogenann benen der Kläger als Ferienfache zu mur flattgegeben, einwandsfreie Beg eine Berzögerung zu erwarten fei § Der Fall Biewald. Zu dem Prozeß des Arbeiters Biewald in Breslau, der den dortigen Magistrat auf Schaden erfag verklagt hatte, weil ihm von einem Schußmann die linle Hand abgehauen worden war, hat Herr, ustizrat Mamroth, der Vertreter Biewalds, von der Staatsanwaltschaft den Beshelb erhalten, daß die Nachforschungen nach dem Täter erfolglos geblieben sind. § Der Detmolder Brief- Prozeß. Der Prozeß Kracht, ber seiner Zeit so viel Staub aufgewirbelt hat, ist definitiv zu Ende. Eine Wiederaufnahme der Verhandlung, die von der verurteilten Frau Kracht auf Grund neu erschienener anonymer Briefe betrieben wurde, ist vom Gericht zurück. gewiesen worden und zwar auf Grund eines Gutachtens der Schreibsachverständigen. Der Landwirt. gk. Das Tränken der Pferde. Das Pferd braucht verbältnismäßig wenig Wasser und fann'länger dürsten, ala andere Tiere, und doch leidet es unter Mangel an Trink wasser noch mehr, als unter längerem Entbehren von Futter. Nicht jedes Pferd braucht die gleiche Wassermenge; sein Bedarf daran wird durch die Art und Güte der Futtermittel beſtimmt, aber auch durch die Wärme und den Feuchtigkeitss gehalt der Luft. Grhält ein Pferd Rüben und Grünfutter, welche selbst viele Teile Wasser enthalten, so braucht 23 weniger Trinkwasser, als wenn es nur trockenes Futter erhält. Daß der Durst des Pierdes zunimmt, es also mehr Wasser beansprucht, wenn die äußere Luft wärmer wird, und die Anstrengungen wachsen, ist ganz selbstverständlich. Im all. gemeinen fann man sagen, daß ein gesundes Gebrauchspferd mindestens zwei Stalleimer Wasser als Getränk haben muß. Vielfach wird den Tieren das Wasser zu kalt gegeben. Das den Pferden 311 reichende Wasser soll mindestens eine Wärme von zehn Grad Celsius haben. § Petruasprozek Zender. Der 15. Verhandlungatan brachte das Eingehen auf den ersten Meineidsfall, Fron v. Zander hat unter Eid erflärt, daß die am 13. April 1904 gepfändeten Schmudgegenstände diefelben sind, die im Kauf vertrage vom 2. April 1903 als Schmucktasten mit Inhalt angeführt worden sind. Die Anflage bebauptet, daß zur Zeit der Pfändung in dem Kasten auch zwei silberne et en waren, die seinerzeit nicht mit an den zweiten Angeklagten Lüttig verkauft worden sein fönnten, weil sie erst nachher. nämlich im Dezember 1904, gefauit worden sind. In der weiteren Verhandlung kommt ein Betrugsfall zur Sprache. in dem es sich um eine Holzlieferung an die Firma Geore Moll in Breslau bandelt, die von dem Angeklagten v. Rander im Januar 1903 1000 Feftmeter Grubenholz für 7000 Mari kaufte und darauf so ort 2000 Marf und om 1. April 1902 weitere 1500 Mart bezahlte. Das Holz sollte spätestens am 1. Juni geliefert werden. Die Lieferung ist jedoch nicht er: folat, weil, wie v. 8. ausführt, das blötzlich eintretende Hvch masser daran hinderte. Er bestreitet entschieden, sich schon bei Abschluß des Geschä tes mit der Absicht getragen 211 baben, den Vorschuß einzustecken und nicht zu liefern. Die Firma Moll strengte einen Prozeß an, aewann ihn auch. befam aber fein Geld, da v. 3. den Offenbarungseid leiſtete. Großes Interesse bot die Vernehmung des Zeugen Schöpfe, der bemüht ist, sich so rein wie möglich zu waschen und alle feine Handlungen inbezug auf den Angeklagten v. 3. als absolut ebrenhafte hinzustellen. Ru Reginn des 16. Ver Handlungstages ersuchte der Tofitende die Geschworenen, fich durch das sonderbare Verbalten des Reugen Schöpfe nicht beinflussen zu lassen, da dieses iür die Beurteilung der Schuldfrage nicht in Frage fomme. Im Anschluß bieran mird von Rander über den Wirderverkauf des Gutes Schmönerle an Kaumeister Mensching in G1.- Lichterfelde bernommen. Der Mörder feiner Mutter. Als Zeugin wurde die Ehefrau des Angeflaaten Jordy vernommen, welche von ihrem Zeugn verweigerungsrecht feinen Gebrauch macht. Die Zeugin gibt zu, stets mit den Eltern ibres Mannes im Streit gelebt und ibre Schwiegermutter einmal zu Boden geschlagen zu haben. Von ihrem Mann lebte fie feit längerer Zeit getrennt. = Vermischtes. Der ,, ausgeknobelte" Schüßenkönin. Die Schüßen gilde in Starkom in Pommern war in groker Bedrängnis, weil, als das Schüßenfest abgehalten werden sollte, der Amtsvorsteher seine Genehmiguna zum Schießen mit Gir mehren verfaqte. E fehlte der gefeßlich erforderliche Schiekstand mit Kugelfang. Da war quter Rat teuer. Ahe bie fidelen Schüßenbrüder wukten sich zu helfen. Geht's nicht durch Schießen, so geht's durch Austrobeln." Sagten's, segten sich hinter die Kanne und mürfelten, mer Rönig sein solle. So fam es, daß die Storfower Schüßen hren König erhielten, ohne daß erst darum geschossen zu werden brauchte. == berbanbelt, jedoch fahren eine Verzö die Zahl der be Ferienzeit ebenfal * Die neue Juli in Kraft. werden, haben die jeden Monot befo Notare muffen vo wegen an diefe Shriftlich oder mi Erbschaften der Ki den Kindern. S feuerpflichtig.)& Lebenden. Gericht wegen mitzuteilen, * Das Porto mehrfache Anfragen Erhöht wurde leb faden, Geschäftspa Nachbarortsverkehrs SS. 26. 2ab Um fommerden So des Lahntal- Säng Ginger der näherer nicht zuletzt noch Gönner des Gesang Gießen fommen, zuhören oder auch 46 Jahre im Ruchthause. In Quedlinburg vertarb der in dortiger Gegend als Räuberhauptmann gefürchtet gewesene Rinaldo des Harzes" Weidling. Als Anführer einer weitverzweigten Diebs- und Hehlerbande ging er bei seinen Einbrüchen mit einer Kühnheit, Verwegenheit and Sicherheit vor, die geradezu verblüffend wirkte. Ebenso refchickt wußte er sich lange seiner Festnahme zu entziehen. Aber endlich ereilte ihn das Geschick. Nach Verbükung längerer Zuchthausstrafen wurde er stets wieder rüdfällig. and so hat er von seinen 76 Lebensjahren 46 im Zuchthause zugebracht. Nach Verbüßung seiner letzten Strafe fehrte er ilt, gebrechlich und arm nach seiner Heimat zurüd. = Fürstliche Künstlerhonorare. William Waldori Astor veranstaltet in London, wohin der amerikanische Kröfu iberaefiedelt ist, auch im Sommer einige musikalische Abend. eftlichkeiten, bei denen er seinen Stolz darein seßt, die besten Namen unter den Mitwirkenden in seinem Salon zu ner: einigen. Er hat sich also die Mitwirkung der Melba, Ca culos und des fleinen Violin virtuosen Mischa Elman ac: ichert. Die Honorare eines solchen Abends foften ihm übe: 20 000 M., denn die Summen, die an so berühmte Künstler ür den Vortrag zweier Lieder oder das Spiel eines oloa jezahlt werden, find höchft beträchtlich. Caru'o belomm 10 000 m., die Melba 8000, Mischa Elman 4000 M. = Gine eigentümliche Erbschaft. Der Stadt Meißen st ein Erbteil von nahezu 200 000 Mart zugefallen, deren rößten Teil sie aber herauszahlen muß, wenn eine genie Berson am 8. Februar 1903 noch gelebt hat. Es handel ich um den am 16. November 1838 in Halle a. S. geborenen Kupferschmied Friedrich Ernst Hermann Löbel, der vielfa uf Wanderschaft gewesen, wiederholt nach Magdeburg, seinem rüheren Wohnorte zurückgefehrt, zuleßt 1895 und 1898 durc Düsseldorf, Dortmund und Barmen gereist sein soll. Löbel jalt seit Jahren als verschollen, und es darf angenommen verden, daß er am 8. Februar 1903 schon aus dem Leben ge chieden war. Dies muß aber erwiesen werden. Wer den Nachweis zuerst führt, erhält von der Stadt Meißen 3000 m Belohnung. = Was tostet ein Stiergefecht? Hierüber geben einige Ziffern Aufschluß, die sich bei einer Wohltätigkeit@ corrida zum Besten der Unterstüßungsfasse der Madrider Presse ergaben. Für acht Stiere wurden bezahlt 16 000 Besetas, für Einfangen und Versand der Stiere 1000 P., für Futter 500 B., für Pferde 4000 P., an die Angestellten der Arena 300 P., für Banderillas und Devisen 100 P., für das ärztliche Gutachten über die Stiere 100 V., für Eintrittsfarten, Programme und Anschlagszettel 600 P., für Musik und Polizeianfficht 400 P., für Kommission beim Verkauf der Eintrittsfarten 1100 V., für Unkosten der Abordnung, die die Stiere auesuchte, 1000 P., für kleine Kosten 400 B., an die vier Matadore und ihre Drillas 17 000 P., an Steuer 14 500 P., zusammen also 57 000 P., eine Summe, worin bie Tilgung der hohen Pacht für die Plaza, die der Unter nehmer sonst natürlich in Anrechnung stellen muß, noch gar nicht einbegriffen ist. Unfere Stadt wird Es liegt darum in die Stadt an der schmidt ist, damit fchon bei ihrem& eine rechte Feftstadt Falle ganz besonde sympathisiert, den Boltslied zur geg Es ergeht deshalb und recht schön mi allein ein Gebot d freut sich, wenn empfangen wird, f fuldig. Beige d tommen sind, daß zu dem feinigen ge Diefes Bundes Dem Bund zur Ze gehören, werden vi wieder einmal na werden alte treue fgloffen, alte liebe treffen sich; ist es gebracht, daß die Straßen die Erinn Seftbefuchern tief i ** Nahezu Gießener Freibad des Schwimmens f Baffin in die off umwarf. Er fonn Mitbadenden, name des Ertrintens geret dringend anzuraten mehr zu zügeln, bon ihnen nun ein ** Ein Komi ein Trachtenfe wenn es fich irgen fest, das sich mit geführt hat, zu ein Kranten rat von Schliphate forgen, daß in jed pflegerin oder eine pflege ausgebildet bet schweren Krank und so ift die Ben In jeder Gemein Rrantenpflege ausb dann in Darmstadt * Der belfiid Gefangene ba berfommlung am im S Bungefaale 3 Darmstadt ab. Beilli k terjenten für die angewandte Kunf Der Handwerkstar Muaftedung begreb Familie Nag Angeklagten Februar nat Andere Reune anten und fei ubringen. D bas blutbeflec er Beuge Aref er fet dazu, ollen von dem nterfucht werden as Bestimmtefte, nen Eltern mar, he des Eisgrund des Arbeiters rat auf Schaden Schuhmann die ftizrat Mamroth, altschaft den Bes nach dem Later r Prozeß Kracht, hat, ist definitiv dlung, die von neu erschienener Gericht zurüc Gutachtens der Pferd brau ger düriten, al angel an Trint hren von Futter affermenge; fein der Futtermittel ben Feuchtigkeite und Grünfutte so braucht hea Futter erhält. er, lso mehr Wafer r wird, und die ändlich. Im all Gebrauchspferd ränk haben muk It gegeben. Das tens eine Wärme .Die Schüßen oker Bedrängnis, erden sollte, der Schießen mit Gr lich erforderliche Rat teuer. A u belfen. Geb's Austnobeln." würfelten, mer orfomer Schüßen um gefchoffen zu Quedlinburg ver erhauptmann ge idling. Als An Beblerbande ging eit, Verwegenheit wirkte. Ebenio ne zu entziehen. Nach Verbüßung wieder rüdfällig. 46 im Zuchthaufe Strafe fehrte er zurüd. Billiam Waldorl eritanische Kröfu ufifalische Abend nfeßt, die beften Salon zu ner der Melba, Ta ischa Elman ac foften ihm übe erühmte infler piel eines Solo Caru'o belomin 4000 M. r Stadt Weißer zugefallen, deren enn eine gerai at. Es handel a. S. geborenen bel, der vielfa agdeburg, feinen 5 und 1898 durd sein soll. Löbel arf angenommen us dem Leben ge erden. Wer den Meißen 3000 M erfiber geben einige tigkeitscorrida zum er Breffe ergaben. Pesetas, für Ein Für Futter 500 Der Arena 300 das ärztliche Guts ntrittsfarten, Bro Muft und Polizei rlauf der Eintritte ung, die die Stiere 400 P, an die bie 00 P, an Steu Fine Gumme, wor aza, die der Unte len muß, noch ga Lokales. ** Der Provinzialtag der Provirz Oberhessen warf in seiner legten Sigung 20 000 Mt. aus, damit die Vorarbeiten zur Anlage einer elektrischen Zentrale bei Lisberg in Verbindung mit einer Wasser Versorgung aus dem Quellengebiet Inheiden ehestens in die Wege geleitet werden. Die Gerichtsferien beginnen am 15. Juli und enden am 15. September. In dieser Zeit gelangen nur Wechsel- Ermissionsflagen, Arreste und Anträge auf schleunige Außerdem werden seit zwei Verfügung zur Erledigung. Jahren sogenannte Feriensachen verhandelt, Klagen, bei denen der Kläger den Antrag gestellt hat, die Prozeßsache Diesen Anträgen wird aber als Ferienfache zu erffären. nur stattgegeben, wenn der Antragsteller eine genügende und einwandsfreie Begründung einreicht und nachweist, daß durch eine Verzögerung der Sache der Verlust des Klageobjektes zu erwarten sei. Strafsachen werden zwar nach wie vor verhandelt, jedoch tritt auch hier bei neu eingeleiteten Vers fahren eine Verzögerung in der Terminsanseßung ein, da die Zahl der verhandelnden Straflammern während der Ferienzeit ebenfalls beschränkt ist. * Die neue Reichserbschaftsst euer trat am 1. Juli in Kraft. Damit Steuerhinterziehungen vermieden werden, haben die Standesämter den Erbschaftssteuerämtern jeden Monat besondere Totenliften einzusenden, Gerichte und Notare müssen vorliegende Testamente ebenfalls von Amtswegen an diese Steuerämter übermitteln. Dasselbe hat schriftlich oder mündlich zu geschehen.( Steuerfrei sind nur Erbschaften der Kinder von den Eltern und der Eltern von den Kindern. Schon Erbschaften unter Geschwistern sind steuerpflichtig.) Ecbschaften gleich stehen Schenkungen unter Lebenden. Gerichte und Notare haben dieselben von Amtswegen mitzuteilen, ebenso sind die Beschenkten dazu verpflichtet. * Das Porto für Stadtbriefe beträgt, wie auf mehrfache Anfragen mitgeteilt wird, auch in Zukunft 5 Pfg. Erhöht wurde lediglich das Porto für Postkarten, Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben des Orts und Nachbarortsverkehrs. - SS. 26. Lahutal- Sängerbundesfest zu Gießen. Am kommerden Sonntag werden über 600 aftive Mitglieder des Lahntal- Sängerbundes, mit diesen noch weit mehr Sänger der näheren und weiteren Umgebung Gießens und nicht zuletzt noch Tausende andere Freunde Freunde und Gönner des Gesanges wie auch andere Fstbesucher- nach Gießen tommen, um die gesanglichen Darbietungen anzuhören oder auch sich mitzufreuen inmitten des Festtrubels. Unsere Stadt wird also an dem Tage das Ziel vieler sein. Es liegt darum im Interesse der Gießener Bürger, wenn die Stadt an den Tagen vom 7.- 9. Juli recht festlich geschmückt ist, damit sich alle Gäste wohl fühlen, damit sie schon bei ihrem Eintritt in die Stadt sehen, daß Gießen eine rechte Feststadt ist, Feste zu feiern versteht und in diesem Falle ganz besonders die Einwohnerschaft mit den Sängern sympathisiert, den deutschen Männergesang und das deutsche Volkslied zur gegebenen Zeit tatkräftig zu fördern weip. Es ergeht deshalb die öffentliche Bitte: Alle Fahnen heraus und recht schön mit Guirlanden die Häuser geschmückt, nicht allein ein Gebot der Gegenseitigkeit, denn auch der Gießener freut sich, wenn er in anderen Orten bei Festen bestens empfangen wird, sondern unsere Einwohner sind es sich selbst schuldig. Beige der Gießener, daß ihm alle Gäste willtommen sino, daß er das 26. Lahntal- Sängerbundesfest mit zu dem seinigen gemacht hat, daß es ein Boltsfest ift! Dieses Bundesfest tehrt alle 2 Jahre wieder und da dem Bund zur Zeit 16 Gesangvereine in 13 Städten angehören, werden viele Jahre vergehen, ehe das gietche Fest wieder einmal nach Gießen fommt. Auf diesen Festen werden alte treue Freundschaften aufgefrischt, neue geschlossen, alte liebe Bekannte aus den verschiedenen Gegenden treffen sich; ist es nicht auch zur Erhöhung der Freude an gebracht, daß die Stadt durch schöne Ausschmückung ihrer Straßen die Erinnerung an das Fest auf lange Jahre den Festbesuchern tief ins Gedächtnis bestens einprägt? *** Nahezu ertrunten wäre gestern Abend im Gießener Freibad der Buchdruckeriehrling K. Er war, ohne des Schwimmens fundig zu sein, leichtsinnigerweise aus dem Bassin in die offene Bahn gegangen, wo ihn der Strom umwarf. Er konnte nur durch das schnelle Eingreifen einiger Mitbadenden, namentlich seines Kollegen H., von dem Tode des Ertrinkens gerettet werden. Es wäre den Nichtschwimmern dringend anzuraten, in diesem Punkte ihren Wagemut etwas mehr zu zügeln, Lorbeeren sind bei derartigen Situationen von ihnen nun einmal nicht zu holen. *** Ein Komitee plant, im nächsten Jahre in Kassel ein Trachtenfest abzuhalten. Es wäre zu wünschen, wenn es sich irgendwie ermöglichen ließe, daß das Trachtenfest, das sich mit der Butzbacher Veranstaltung so gut eingeführt hat, zu einer ständigen Einrichtung würde. * Krantenpflege auf dem Lande. Der Kreisrat von Schliphate ist im Kreise Erbach bemüht, dafür zu forgen, daß in jedem, selbst im kleinsten Dorf, eine Krankenpflegerin oder eine Berson sich befindet, die in der Krantenpflege ausgebildet ist. Gerade auf dem Lande mangelt es bet schweren Krankheitsfällen oft an geübten Pflegerinnen, und so ist die Bemühung des Kreisrates freudig zu begrüßen. In jeder Gemeinde werden Personen, die sich in der Krantenpflege ausbilden wollen, ermittelt. Diese werden dann in Darmstadt im Elisabethenstift entsprechend unterrichtet. * Der hessische Schugverein für entlassene Gefangene hält seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung am Freitag, dem 13 Juli, nachmittags 4 Uhr, im S Bungssaale der Strastammer des Großh. Landgerichts zu Darmstadt ab. Hessische Landes ausstellung 1908. In teressenten für die Hessische Landesausstellung für freie und angewandte Kunst Darmstadt 1908 tönnen von dem Bureau der Handwerkskammer, Waldpi., Anmeldebogen für diese Ausstellung beziehen. Die Ausstellung umfaßt nicht nur Jubiläum zurückblicken kann. Werte der freien Runst, sondern ist auch auf dem Gebiet| demnächst auf ein fünfundzwanzigjähriges Brautschaftsder angewandten Kunst, auf die Kunstindustrie und das Kunsthandwerk ausgedehnt. Nähere Auskunft über den Umfang der Ausstellung, die Zulassungsbedingungen und über alle hierauf bezüglichen Angelegenheiten wird ebenfalls auf dem Bureau der Handwerkskammer bereitwilligst erteilt. * Die hessischen Fleischbeschauer hielten am Sonntag Nachmittag in Offenbach unter Vorsiz des Veterinärs rates Dr. Schneider Offenbach eine Versammlung ab zur Gründung eines hessischen Landesverbandes. Die Versaam lung war von Fleischbeschauern aus allen Teilen des Großherzogtums gut besucht; außerdem wohnten den Verhandlungen eine Anzahl Kreis- und prakt. Tierärzte, sowie Schlachthofdirektoren bei. Der Zweck des Verbandes ist die Weiterbildung seiner Mitglieder, damit sie den Anforderungen des neuen Fleischbeschaugesetzes gerecht werden fönnen, und die Wahrung ihrer materiellen Interessen. Als Siz des Verbandes wurde Offenbach bestimmt und als Vorsitzender Hallenmeister V. Hermann gewählt. Die übrigen Vorstands mitglieder wohnen in Mainz, Gießen und Friedberg. r. Gut zu Fuß. Ein Herr durchwandert den Vogelsberg, um mit seinem photographischen Apparat dort Auf nahmen zu machen. Er hat einen Mann engagiert, der ihm den Apparat trägt. Beim Mittagessen im Wirtshaus spricht der Bauer der Suppe so tüchtig zu, daß ihm der Herr be deutet, sich mit dem zweiten Teller voll zu begnügen, da es noch mehrere Gänge gäbe. Doas mächt naut, ich sein gout se Fouß!" gab der Bauer zur Antwort. Er hatte die Gänge für Marschleistungen gehalten. " * Ein solch reicher Heusegen, wie er in diesem Jahre unseren Landwirten beschert ist, gehört zu den Ausnahmen. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man die Heuernte als eine Doppelernte im Vergleich zu den normalen Ergebnissen bezeichnet. Insonderheit sind es die Bergwiesen, die Triften, die Feldwiesen, welche ganz unerwartet reiche Erträge liefern. * Frachtermäßigung für Heu und Stroh. Vom 10. Juli ab werden Heu und Stroh( Weizen- und Roggenstroh), auch gepreßt, auf den Preußisch- Hessischen Staatsbahnen, der Militär- Eisenbahn und den Oldenburgischen Staatsbahnen nach dem Ausnahmetarif 2( Rohstofftarif) abgefertigt, sofern mindestens 10t mit einem Frachtbrief für einen Wagen aufgeliefert werden oder mindestens die Fracht für dieses Gewicht bezahlt wird. * Mainz, 5. Juli. Die Kassenärzte der Dctsfrankenkasse haben den vereinbarten Vertrag für Ende Dezember gekündigt. Die Aerzte verlangen Erhöhung des Tarifs um die Gesamtfumme von 50 000 Mt. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtl che Witterung in Hessen für Samstag, den 7. Juli. Zunächst noch tüb, dann Aufheiterung, wärmer, schwache westliche Winde. Näheres durch die Gießener Wetterfarte. Rirchliche Rachrichten für Gießen Evangelische Gemeinde. 4. Sonntag nach Trinitatis, den 8. Juli. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schloffer. Bugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 912 Uhr: Pfarrer Schwab. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johannestirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrofsistent Steiner. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 912 Uhr: Professor D. Ed. Nach allen Gottesdiensten Kollekte für die evangelische Gemeinde Horchheim bei Worms zur Erbauung einer Kirche. Abends 8 Uhr, Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaale der Johannesfirche. Batholische Gemeinde. Samstag, den 7. Juli. Nachmittags un 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Vorm. von 6 W Sonntag, den 8. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Rommunion. Vorm. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. ut 91 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Katholischer Gottesdienst in Grünberg Babenhausen, 5. Juli. Leßten Sonntag Morgen um Leßten Sonntag Morgen tamen am hiengen Bahnhof in sieben Waggons zirka 3000 famen am hiengen Bahnhof in sieben Waggons zirfa 3000 Kriegsbrieftauben aus der Gegend von Aachen an, um von hier aus die Probe ihrer Fluggeschwindigkeit und Findigkeit abzulegen. Um 6 Uhr 40 Min. früh wurden die Rörbe, 130 an der Zahi, geöffnet. Blißschnell schwi rten die Tierchen heraus, treiften mehrmals in der Luft und schlugen zuigt ausnahmslos die Richtung nach ihrer Heimat att, wo die ersten bereits um 9 Uhr eintrafen. * Steinberg, 4. Juli. Hier wurde ein Turnverein mit 46 Mitgliedern gegründet. * Wetzlar, 5. Juli. Die im Kreise Weglar bestehende Wanderbücherei findet seitens der Landbevölkerung guten Zuspruch. Die Bücherausgabe liegt in Händen einzelner Lehrer. Nun hat man am 1. Juli auch in Bezlar eine Voitsbücherei gegründet. Die Sammlung umfaßt bereits 1000 Nummern. * Altenhain. Nächsten Sontag wird hier das neue Schulhaus eingeweiht. Um die Lehrerstelle hat sich aber noch niemand beworben. * Beienheim. Hier wird am Sonntag unser Kriegerdenkmal eingeweiht. * Butzbach, 5. Juli. Das Trachtenfest und die Ausstellung finden nächsten Sonntag durch eine kleine Schlußfeier im Ausstellungssaale ihren Abschluß. Wie schon jetzt feststeht haben die Veranstaltungen, besonders die Trachtenausstellung, einen namhaften Ueberschus ergeben. Es besteht deshalb u. a. die Absicht, an sämtliche Bugteilnehmerinnes sowie an die Mitwirkenden bei der Aufführung des Festspiels " Die Hüttenberger" eine Erinnerung in Gestalt einer Brosche zu verteilen. Von allen Landesver* Bad Nauheim, 5. Juli. ficherungsanstalten geht bekanntlich unsere hessische Invalidenbei sicherungsanstalt mt Uebernahme des Heilverfahrens voran. Auch in diesem Jahre ist das Konezkistift dahier von Leidenden überfüllt, die auf Kosten der Javalidenversicherung eine Kur gebrauchen, so daß eine Anzahl Kranke schon in Brivatiogis unt rgebracht werden mußte. § Burg- Gemünden, 6. Juli. Unser Dit rüstet sich zum Feste, denn am Samstag, Sonntag und Montag, dem 7., 8. und 9. Juli, begeht unser Militär- und Kriegerverein in feierlicher Weise seine Fahnen weihe. Eine größere Bedeutung erlangt die Feier noch dadurch, daß mit ihr das Beziifstriegerfest des Hassiabezirks Homberg a. d. Ohm ver bunden ist. Die Vorbereitungen sind sehr sorgfältig ge= troffen und wenn der Himmel an den Tagen ein Einsehen haben wird, werden die Kameraden wieder ein echtes, rechtes Kriegerfeft feiern. * Nidda, 5 Juli. Der Gemeinderechner Zimmer von Bisses, der der Unterschlagung von ca. 2 800 Mart beschuldigt ist, wurde in das Haftlokal Nidda gefänglich eingeführt. § Schotten. Durch unsere Bezirkskasse sollen auch in diesem Jahre wieder treue Dienstboten ausgezeichnet werden. * Fulda Die Stadt wird ein Elektrizitätswert zu 450 000 Def. errichten. * Offenbach, 5 Juli. Fetter Konturs. Das schon seit einer Reihe von Jahren gegen den bekannten Bettradfahrer und Fahrradfabrikanten Lehr zu Frankfurt a. M. resp. Fechenheim schwebende Konfureverfahren fand mit der Schlußverteilung seinen Abschluß. Die Gläubiger müssen sich mit 1,23% ihrer Forderungen zufciebengeben. * Frankfurt, 6. Juli. Alte Liebe. In der Nähe unserer Stadt lebt in zwei Borcrten ein Brautpaar, das ist Sonntag, 22. Juli, vorm. 91/2 Uhr: heilige Messe mit Predigt. Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am 4. Sonntag nach Trinitatis( 8. Juli) predigt: 1. vormittags: Pfarrer Schmidt. Text: Luc. 15, 20-32. Lieb Nr. 238. Beichte und heiliges Abendmahl, wozu die Beichte Samstag nacom. 2 Uhr stattfindet. 2. nachmittags: Defan Wagner. Text: Up. Gesch. 4, 1-12 Lied Nr. 271. Ratechismuslehre. Gottesdienst mit Katechismuslehre vormittags 91 Uhr in Stangenrod. Gottesdienst mit Katechismuslehre in Lumda nachm. 11/2 Uhr. Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. ich bin nervös", hört man heutzutage alltäglich. Wohin man geht und wen man trifft, man hört die Leute flagen:„ Meine Nerven sind geschwächt oder zerrüttet", man ist nicht imftande seinem Tagwerk richtig nachzugehen. Es bedarf eines Mittels wie Dr. Rays Nervol, das in solchen Fällen hilfreich eingreift, den Nervenreiz beseitigt und die Nerven fräftigt.( Bestandteile: Kaliforn Haferertraft 50, Fenchel 20, Anis 20, Pomeranzen 20, Bal= brianertraft 20, Glyzerin 0, Zucker 30, Bromfalium, Bromnatrium, Bromammontum je 10.) 3u haben in den Apotheken. Man sei vorsichtig, das ächte Dr. Rays Nervol zu erhalten. In um " Mit der Beilage unserer heutigen Zeitung ladet die Vorstandschaft des Allgemeinen Los., Spar- und Prämienvereins Bavaria"( Anmeldestelle bei Chr. Hummel, Römerstr. 3, München,) zum Beitritt in diesen Verein ein. Wenn man den Zweck dieses auf solider Grundlage aufgebauten Vereins in dem beiliegenden Prospekt näher betrachtet, sc drängt sich wohl selbst dem Laten der Gedanke auf, daß es sich hier keinesfalls um eine jener zahlreichen verbotenen Sectenlosges Ushaften handelt, bei welchen dte Beiträge der Mitglieder ganz oder zum größten Teil die Taschen der Unternehmer wandern, sondern < inen auf Grund der deutschen, beziehungsweise bayrischen Vereinsgeseze gegründeten und vorschriftsgemäß angemeldet und verwalteten Verein. Demzufolge haben die Mitglieder nicht nur gemeinschaftlichen an den auf die Vereinslose fallenden Gewinnen, sondern auch auf das Vereinsvermögen überhaupt. Es fließt also aller Ueberschuß, abzüglich der notwendigsten Auslagen, den Mitgliedern zu. Die in fachmänn shen Händen ruhende Vere nsleitung hat es sich zur Aufgabe gemacht, für das Losdepot nur solche gutfundirte ospapiere zu erwerben, die nicht nur eine follosale eewinnchar ce haben, sondern die auch nach Gutachten bedeutender Finanzmänner einen wirklich nennenswerten Nurs. gewinn in Aussicht stellen. Nach mensslicher Voraussicht fann deshalb b. hauptet werden, daß d n Mitgliedern gleichzeichtig eine Rapitalanlage geboten wird, die an Sicherheit und Solidität nichts zu wünschen übrig läßt und zwar umsomehr, als der Vorstand die Pflicht hat, das in Geld und Wertpapieren bestehende Vereinsvermögen bei 2 erstklassigen unter Staats aufsicht stehenden bayrischen Großbanten in Verwahrung zu iegen. 26. Lahntal- Sängerbundesfest 1906 zu Gießen. Der am Sonntag, en 8. Juli, nachmittags 2 Uhr vom Walltor aus abmarschierende Festzug bewegt sich durch folgende Straßen: Walltorstraße Lindenplatz Schulstraße Neuen- Bäue Ludwigsplat Gegenzug und zurück Neuenweg Kreuzplak Südanlage Bleichstraße Sonnenstraße Alicestraße Schulstraße Bahnhofstraße Neustadt Festplat Marktplat Mäusburg Seltersweg Der Zug- und Ordnungs- Ausschuß: M. Loos, 1. Vorsitzender. Giessener Turnerschaft. Unsere verehrl. Mitglieder werden gebeten, zahl reichst an dem Festzug des Lahutal- Sängerbundesfeftes fich zu beteiligen. Zusammenkunft: Sonntag, mittags 1 Uhr in der Restauration zum Vater Jahn", Ostanlage. Der Ausschuß der Gießener Turnerschaft: Helm. Der Einmach- Kursus der Alice- Kochschule beginnt Mitte Juli. Anmeldungen werden entgegen genommen in der Aliceschule, Kirchstraße 20. Underberg Boenakemp Meng Biffan Unentbehrlich für jede Familie! " - Underberg Boonekamp Semper idem, Fabrikaflon alleiniges Geheimniss der Firma: H.UNDERBERG- ALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilheim II. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrheid Gege 1846 Anerkannt bester Bitterlikör! Man veHange ausdrücklich: 24 Preis- Medaillen! Underberg- Boonekamp. Sehnsucht aller Damen ist ein zartes reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut und blendend schöner Teint. Alles erzeugt die echte Stedenpferd. Lilienmilch- Seife v. Bergmanu& Co., Radebeul mit Schußmarfe: Stedenpferd. Flechtenkranke auch solche, bie nirgends Heilung beglaubigte Atteste gratis.( Rein fanden, verlangen Prospekt und Medizinhandel.) Rolle, AltonaBahrenfeld, Beethovenstraße 12. Wasche mir LUHNS Luhns Giebt schönsteWasche Nurecht MIT ROTBAND Freibank. Schweinefleisch 45 Pfg. An die Einwohnerschaft Gießen! In den Tagen vom 7. bis 9. Juli wird der Lahntal- Sängerbund wiederholt sein Bundesfest in unseren Mauern seiern, um Zeugnis abzulegen, wie seine Vereine - Liebe Sangesbrüder von den deutschen Männergesang weiter zu pflegen wußten. Nah und Fern werden in großer Zahl erscheinen, und eingedenk der in unserer Stadt so oft bewährten hohen Gastfreundschaft, bitten wir sie alle herzlich willkommen zu heißen. Als äußeres Zeichen aufrichtigen Willkommengrußes ersuchen wir die gesamte Bürgerschaft ergebenst ihre Häuser festlich schmücken zu wollen. Der Geschäftsführende Ausschuß: Keine Serienlose oder Pfennigslotterie! Herm. Eichenauer. Nur Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. Gewinn durch Beitritt zu amtl. angem. Verein! Kein Risiko! Gesetzl.staatl. angeordnet! Eine Mark monati. Streng reell! genügt! Viele Mill. Hauptgewinne! Kleinster Treffer höher wie der Ankauf! Beitritt tägl.! Prospekt durch alleinige Annahmestelle Chr.Hummel München, Römerstrasse 3. 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Js. vormittags 10 Uhr einzureichen, woselbst die Gröffnung in Gegenwart etw erschienener Bewerber erfolgt. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt beranschlagt: Los 1: Fabrikgebäude. 1. Erd- und Maurerarbeiten 2. Steinmezarbeiten 3. Zimmerarbeiten 4. Dachdeckerarbeiten 5. Spenglerarbeiten 6. Glaserarbeiten 7. Schreinerbeiten 8. Schlosserarbeiten 9. Weißbinderarbeiten 10. Eisenlieferung zu 10931,99 Mt. Los II. Wohn- und Stallgebäude. 1. Erd- und Maurerarbeiten 2. Steinmezarbeiten 3. Zimmerarbeiten 4. Dachdeckerarbeiten 5. Spenglerarbeiten 6. Glaserarbeiten 7. Schreinerarbeiten 8. Schlosserarbeiten " 1409,10 1558,21 " " " 1805,42 " " " 404,95 " 546,00 " If 1342,00 " " " 911,70 " 1334,30 " " 791,37 " " zu 8257,20 Mr. " 1173,74 " " 1845,50 2481,20 " " M 312,80 " " 611,04 " 2873,44 " 698,80 " It " 1544,50 " " 36,00 " 885,38 " " zu 2093,44 Mr. 52,03 " Н 1014,77 И " 488,00 " " " 24,00 H 383,00 " " 194,75 " " 317,40 " " Los III: Wagenhalle und Einfriedigung: 9. Weißbinderarbeiten 10. Tapezierarbeiten 11. Eisenlieferung 1. Erd- und Maurerarbeiten 2. Steinmezarbeiten 3. Zimmerarbeiten 4. Dachdeckerarbeiten 5. Spenglerarbeiten Die Münchner ,, JUGEND" Preis vierteljährlich( 13 Nummern) in Deutschland 4 Mark, im Ausland mit Porto 6 Mark. Probeband 50 Pfg.( excl. Porto). ist unbestritten die vielseitigste, interessanteste und aktuellste Chronik des zeitgenössischen Kulturlebens und in Anbetracht ihres reichen farbigen Kunstschmuckes die billigste aller illustr. Wochenschriften der Welt. Einzelne Пummer 35 Pfg. In allen Buchhandlungen und 3eitungskiosken, auf allen Bahnhöfen zu haben. Probenummer gratis durch den Derlag der» JUGEND« in München ( Färbergraben 24). STOLLWERCK Drucksachen aller Art liefert in jeder Ausführung zu billigsten Preisen die Buchdruckerei Albin Klein Giessen, Seltersweg 83. NAUMANNIA- SEIFE. 6 it dem Best Selle nah undarn! SCHOKOLADE KAKAO 6. Schreinerarbeiten 7. Schlosserarbeiten 8. Weißbinderarbeiten Zuschlagsfrist 4 Wochen. Der Großh. 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AUS DEM REICHE DES WISSENS dem Döring, welcher ben Kaiser spielte, einen Brief zu bringen. überHierauf baute der Statist er bertauschte das Schreiben mit einem leeren so hatte er sich den Brief, den er dem Generalstabe laut vors aufschreiben laffen. lefen mußte, feinen Plan; Da Döring felten seine Rolle gründlich studierte, Mc 153 Freitag, den 6. Jult 1906