r. 260. Rebaltion u. Hauptegpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Montag, pen 5. November 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). 6. Neueste Nachrichten ( Gießener Tagsblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Nationalliberale Landes- Versammlung zu Darmstadt. Es geht uns darüber folgender Bericht zu: Gestern Sonntag, den 4. d. Mts., fand im großen Saal der Turngemeinde zu Darmstadt, dem größten Saale der Stadt, eine Landes- Versammlung der hessischen nationalliberalen Partei statt, die aus allen Teilen des Landes sehr zahlreich besucht war. Von Offenbach allein sollen etwa 120 Personen anwesend gewesen sein. Die Versammlung war einberufen worden, um gegen die Bestätigung des sozialdemokratischen Beigeordneten Gißner in Offenbach zu pro= festieren. Sie wurde um 3 Uhr von dem derzeitigen Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Osann II., eröffnet. Zunächst gedachte er der Verdienste des vor wenigen Tagen berstorbenen nationalliberalen Landtagsabgeordneten Müller um die Partei, zu dessen Ehre sich die Versammlung erhob. Sodann ging er zu dem einzigen Punkt der Tagesordnung über. Er führt aus, daß die bekannte Entscheidung des Ministeriums sehr bedauerlich sei. Die Sozialdemokratie verstehe es, Offenbach a. M. zum Beigeordneten gewählten Stadtverordneten Eißler aus. Sie erachtet diese Bestätigung angesichts der bekannten Bestrebungen und Ziele der Sozialdemokratte und der offenkundigen, fortwährend berhezzenden Agitation nicht bloß für überaus besorgniserregend für die verfassungsmäßig und gesetzlich bestehende Staatsordnung im Reich und Einzelstaaten, wie für die darauf beruhende bürgerliche Gesellschaftsordnung, sondern erblickt in der Bestätigung eine gegen wärtige große Gefahr für die friedliche und förderliche Entwicklung des Reiches und der Bundesstaaten. Die nationalliberale Partet erachtet es als eine öffentliche Pflicht, sich gegen diese Bestätigung eines Sozialdemokraten in der Stadt Offenbach öffentlich auszusprechen und hegt die Ueberzeugung, damit zugleich den Anschauungen, den Gefühlen und Gesinnungen des überwiegenden Teils der Bevölkerung des Großherzogtums Ausdruck zu geben. Diese Resolution wurde einstimmig am Schluß Ueber die sehr ander Verhandlungen angenommen. -1geregte Diskussion bringen wir später Näheres. bei Wahlen usw. ihre wahren Ziele zu verbergen. Das Zum Freifinngen Parteitag in Darmstadt. Es Ministerium hätte nun die Gelegenheit ergreifen müssen, um dem Volk Klarheit darüber zu verschaffen. hätte feinen Zweifel darüber lassen dürfen, daß die Sozialdemokratie deshalb zu bekämpfen sei, weil sie antimonarchisch ist, weil sie sich außerhalb der heutigen Gesellschaftsordnung stellt, weil sie im Reich die nationalen Interessen außer Acht läßt. Welche Sprache wird in der sozialdemokratischen Presse Tag für Tag gegen Reich und Bundesstaaten geführt! Die hessischen Genossen in der Kammer haben noch nicht einmal vor dem Landesfürften die gebührende Achtung. Was hilft es, daß sie an der Lösung der Finanzfragen mitarbeiten? Wenn über das Gesamtbudget abgeftimmt wird, lehnen sie es ab Wie kann das Ministerium einen Gegner der heutigen staatlichen Ordnung in einem obrigkeitlichen Amte bestätigen?( Lebhafter Beifall.) Wenn die nationalliberale Partei gegen die Sozialdemokratie fämpft, so tue sie das aus Pflichtgefühl dem deutschen Vaterland gegenüber. Allerdings sei die Sozialdemokratie nicht mit Polizeimaßnahmen zu bekämpfen. Aber hätten in dem vorliegenden Fall nicht die heutigen Gesetze genügt, um die Nichtbestätigung möglich zu machen? Der Betreffende muß die Gewähr dafür geben, daß er sein Amt im Sinne des Gesetzes ausführt. Ist diese Gewähr gegeben? In der öffentlichen Erklärung der Regierung bermisse man den Kardinalpunkt, die Würdigung der Partei. Die Befragung des Herrn Gißner sei lächerlich. Vor allem sei es ein großer Fehler, einen Sozialdemokraten gerade in Offenbach zu bestätigen, wo die nationalen Parteien einen heftigen Kampf gegen die internationale Sozialdemokratie zu bestehen habe. Man wisse ja überall, welche Herrschaft dort der sog.„ rote Vize- Großherzog von Hessen" ausübe und gegen dessen Wille werde auch Herr Gißner nicht aufzutreten wagen. Es sei sehr bedauerlich, daß der Grundsatz Fingers: Sozialdemokraten in einem öffentlichen Amt nicht zu bestätigen, verlassen worden sei. Durch die Bestätigung des Sozialdemokraten Gißner in Offenbach muß das Volk natürlich annehmen, daß das Ministerium die Ziele der Sozialdemokratie billigt. Was will das Ministerium z. B. jetzt tun, wenn ein Beamter offen auf die Seite der Sozialdemokratie tritt?( Beifall.) Und wie wird es mit dem Oberkonsistorium gehen, das Herrn korell eine Rüge erteilt hat? Wird man ihm nicht entgegenhalten: das Ministerium hat ja doch einen Sozialdemokraten bestätigt, was wollt Ihr denn? Welche Verwirrung ist durch diesen Schritt des Ministeriums angerichtet worden? Wir müssen daher klar und deutlich aussprechen, was unsere Meinung ist. Wir müssen sagen, daß der Schritt, den das Ministerium getan hat, ein Schaden für unser ganzes Vaterland ist, und daß wir unsere lebhafte Mißbilligung darüber aussprechen.( Lebhafter, an haltender Beifall.) Der Vorsitzende verliest darauf folgende Resolution: " Die Landes- Versammlung der nationalliberalen Partei im Großherzogtum Hessen spricht ihr tiefstes Bedauern über die Bestätigung des von der sozialdemokratischen Mehrheit der Stadtverordneten in Es wird uns darüber folgendes berichtet: Die Landesversammlung der Freisinnigen Partei Heffens fand gestern am Sonntag, dem 4. November statt, nachdem am Abend vorher zahlreiche Darmstädter und auswärtige Freifinnige mit ihren Damen an einem äußerst gemütlich verlaufenen Begrüßungsabend teilgenommen hatten. Die eigentlichen Verhandlungen waren von ca. 100 Vertretern aus allen Teilen des Landes besucht. Gegen 11 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Landesverbandes, Justizrat Gallus Darmstadt, den Parteitag mit einer Begrüßung der Delegierten und der anwesenden Abgesandten befreundeter Vereine. Besonders lebhaft begrüßt wurde der vom Zentralvorstand der freisinnigen Volkspartei in Berlin erschienene Reichstagsabgeordnete kopsch, der die besten Wünsche Sodann wurden zu Mitvorsitzenden überbrachte. Justizrat Metz Gießen und Reiß- Mainz bestimmt. Darauf erstattete der Schriftführer des Landesverbandes, Henrich Darmstadt, den Jahresbericht. = Referent machte nähere Angaben über die bisherigen Fortschritte in der Organisation und hob insbesondere hervor, daß der hessiche Landesverein die Einigung des Liberalismus in vollendetster Weise darstelle; er umfasse Angehörige aller linksliberalen Gruppen und unterstütze Kandidaten dieser Gruppen gleichmäßig bei den Wahlen. Ungeachtet der formellen Zugehörigkeit zur freisinnigen Volkspartei, die sich geschichtlich erklärt, sei der Landesberein inbezug auf seine Politik völlig selbständig und stehe den Leitungen der drei linfsliberalen Parteien gleich freundschaftlich gegenüber. Im weiteren begründete der Referent einige Resolutionen gegen die Fleischnot, gegen die derzeitige Steuerpolitik im Reiche und ferner eine Resolution, die die gesetzestreue Haltung der Regierung in der Frage der Bestätigung des Sozialdemokraten Eißnert zum Beigeordneten von Offenbach billigt. darauf in Herr Elösser- Darmstadt vertrat wirkungsvoller Weise das Frankfurter Einigungsprogramm. Landtagsabgeordneter Reh- Alsfeld referierte über das Landtagswahlrecht in interessanter Weise. Hierauf setzte die Diskussion ein, an der sich in erster Linie Justizrat Gutfleisch- Gießen mit einer bemerkenswerten von großem Beifall aufgenommenen Rede beteiligte. Weitere Redner waren May- Bingen, Christ- Mainz, der einen Zusatz zur Resolution über δας Frankfurter Einigungsprogramm beantragte. Reichstagsabgeordneter opsch trat für ein gegenseitiges Verstehen der einzelnen freifinnigen Landesverbände und der Zentrale der Volkspartet ein und empfahl den Antrag des Landesausschusses zum Frankfurter Ginigungsprogramm in Verbindung mit dem Zusak Christ. Darauf wurde folgende Resolution ange= nommen: Die heutige Landesversammlung des freisinnigen Vereins für Hessen nimmt von dem Beschlusse des Zentralausschusses der freisinnigen Volkspartei bom 28. Oktober mit Genugtuung Kenntnis und hofft, daß die Parteileitungen der links liberalen Parteien am 10. und 11. November in Frankfurt zu einer Einigung bezüglich der nächsten Reichstagswahlen fommen werden. Der Landesverein der freisinnigen Partei im Großherzogtum Hessen erkennt, unbeschadet seiner weitergehenden Forderungen, das von dem Wahlverein der Liberalen und der deutschen Volkspartei angenommene„ Frankfurter Mindestprogramm" gleichfalls als eine geeignete Grundlage für ein dauerndes Zusammengehen der liberalen Linken an und ist feinerseits bereit, unter Aufrechterhaltung seiner Selbständigkeit, mit anderen Richtungen zusammen zu wirken, die ihrerseits das" Frankfurter Mindest progamm" für sich als bindend anerkennen. * * Die Resolution zur Steuerpolitik wurde wie folot angenommen: Die Landesversammlung des freisinnigen Landesvereins für das Großherzogtum Hessen erhebt entschieden Protest gegen die von der Reichsregierung und der gegenwärtigen Reichstagsmehrheit eingeschlagene Steuerpolitit. Ste verurteilt insbesondere die Erhöhung der die breite Masse des Volkes in ungerechter Weise belastenden Verbrauchssteuern und die Einführung von Verkehrssteuern. Die Versammlung fordert die Wideraufhebung dieser Konsumund Verkehrssteuern und deren Ersatz, soweit unumgänglich notwendige Ausgaben dies erfordern, durch die Einführung direkter Reichssteuern und den Ausbau der Erbschaftssteuer. Ebenso die Resolution zur Fleischteuerung wie folgt: Die Landesversammlung erhebt energischen Widerspruch gegen die Untätigkeit der Regierungen gegenüber der unbermindert fortbesteherden Fleischteuerung. Sie fordert zur Deckung des Fleisch bedarfs die Zulassung ausländischen Vishes, unbeschadet wirksamer Maßregeln gegen die Einschleppung von Biehseuchen und zur Verbilligung der inländischen Fleischproduktion die alsbaldige Abschaffung aller Zölle auf Futtermittel. Zur Resolution über die Stich wahlparole im Wahlkreise Darmstadt- Groß- Gerau entspann sich eine furze Debatte, worauf die Resolution wie folgt angenommen wurde: Die Landesversammlung erklärt, in Rücksicht auf die reaktionäre Haltung der hessischen nationalliberalen Abgeordneten, ihre rückhaltlose Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des freifinnigen Landesausschusses für Hessen und des Ausschusses des südwestdeutschen Verbandes der freifinnigen Volkspartei bezüglich der Haltung der bereinigten Liberalen bei der Reichstagserfazwahl im Wahlkreise Darmstadt- Groß- Gerau. Die Bestätigung des Beigeordneten Eißnert Offenbach wurde mit einer Stimmenthaltung wie folgt gebilligt: in Die Landesversammlung erkennt die von der Großh. Regierung bei der Bestätigung des Beigeordneten Eisnert in Offenbach eingenommene Haltung als eine dem Geiste der Verfassung entsprechende, die Gleichheit der Staatsbürger vor dem Geseze und das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden gleichmäßig achtende an. Sie verurteilt die von reaktionärer Seite unternommenen Versuche, die Regierung von dem Wege der Gerechtigkeit und Gesezestreue abzudrängen, die lediglich geeignet sind eine Verschärfung der Klassengegensätze in unserem Lande herbeizuführen. Zur Wahlre& tsfrage äußerte sich die Versammlung, indem sie eine Resolution annahm des Wortlautes: Die Landesversammlung fordet die alsbaldige Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für die Wahlen zum hessischen Landtag und legt entschieden Verwahrung dagegen ein, daß die Reform des Wahlrechts durch Preisgabe von Volfsrechten oder Erweiterung der Rechte der Ersten Kammer erfauft werde. Der Zusatz zu den Statuten lautet wie folgt: Dem Landesausschuß gehören ferner an die freisinnigen Abgeordneten des hessischen Landtages, die im Großherzogtum wohnenden freifinnigen Reichstagsabgeordneter und je ein Vertreter der dem Landesverein angeschlossenen Ortsvereine. Die Ausschuß mitglieder wurden nach dem borliegenden Antrag gewählt. Als Ort der nächsten Tagung wurde Gießen bestimmt. Darauf fanden die Verhandlungen gegen 2 Uhr ihr Ende, und es folgte ein gemeinschaftliches Mittagessen. Um 4 Uhr fand im Kaiserfaal eine öffentliche Volksversammlung statt, in der als Referenten Pfarrer Korell- Königsstädten, Reichstagsabgeordneter Ropsch und Justizrat Dr. Gutfleisch Gießen auftraten. FREE ir st er en ng m. 33. nämlich raten, bie frbifchen Refte blx auf unferem Kirchhofe in Wiesleben Das gibt ein Auffehen und Reden, ein Fragen weiß nicht, was dabei herauskommt. begraben zu hen, laffen. Behalt du und pten bei bir in der Höhle, bis du abziehst; da wird beinen er fich gut halten. Ich werde dirs schon sagen lassen, Schicke ich bir wenn Sohn. Hand hinten in der letzten Ecke des Wagens eine Bucht geauch nicht allein zurückbleiben. Für die letzteren wurde furzerBiege ein Lamm bekommen, und die Hühner konnten doch genommen fein wollte. Am Montag dieser Woche hatte die Play auf dem Wagen gefunden hätte hinter Mutter und Aber es war noch jemand anders da, der auch mitiches auf 32 Detnuten Minuten, blé lé lamen. Es war zwanzig Gestatten Uhr in Anspruch nehme. Minuten nach zwölf genaue Beit, als Sie bei mir bleiben, 10 Schilling zu zahlen. Sie, Herr Doktor, daß ich Sie bis sieben Minuten nach vier Ich bin also entschlossen, Ihnen file 82 Er reichte mir mit ernster Miene einen Sovereign, er bereits große bitamente Er erzäbite war, ba doch mehr angreifen, als bon ungewöhnlicher Starter erst dahin brächte, es zu nerlaubte. Wenn ich ihne Mengen aller befannten fchlafgebenben te eingenommen habe, aber dieses Mebitament war nur abgeschlagen, daß ich nicht mehr baran denken fonnte, es ihm Er hatte es mir rundweg Wenn die Toten erwachen er. Petersburg, 3. November. Schafe und Schweine, eritreden und von jeder nur die wesentlichsten Unterabteilungen umfassen. * Neue Vorschriften über die Neberwachung und Prüfung der Tunnels find ausgearbeitet und vom preußischen Verkehrs: minister genehmigt worden. Sie treten am 1. Januar 1907 in Kraft, und soll über ihre Bewährung von den Königlichen Eisenbahndirektionen nach 2 Jahren berichtet werden. * Disziplinarische Untersuchung gegen fich selbst hat der in der Kolonialabteilung beschäftigte Wirkliche Legationsrat Dr. von Jaeobs bei der vorgesezten Behörde beantragt. Gegen Dr. von Jacobs find Angriffe wegen seiner Geschäftsführung als stellvertretender Generalkonsul in Kapstadt und wegen seiner dortigen persönlichen Führung erhoben worden. Dem Antrage auf Einleitung der Untersuchung wurde ent sprochen. Er kommt wieder, er übernimmt aufs neue die Ministerpräsidentschaft, seine Ernennung steht fest. Der bereits zu den Toten Geworfene erwacht zu neuem Leben und zu neuer Bedeutung. So erzählt man heute in allen Kreisen, in denen man sich mit Politif beschäftigt. Natürlich meinte man den Grafen Witte. Das flingt eigentlich wunderbar und wäre wohl auch in feinem anderen Lande möglich. Denn Graf Witte, der nach dem Friedensvertrag von Portsmouth, seinem größten diplomatischen Triumph, hier mit säuerlicher Miene empfangen und dann mit allen Zeichen der Ungnade entlassen wurde, galt allgemein für vollständig abgetan und erledigt. Der Bar mag ihn nicht leiden, die Großfürstenpartei haßt ihn, und selbst die Empfehlung dieses Hasses reichte nicht aus, δας tiefgewurzelte Mißtrauen des liberalen Rußland gegen ihn zu beseitigen. So war niemand, der ihn haben wollte, niemand, der an seine Rüdfehr glaubte. Nur einer zweifelte nicht, und das war er selbst. Er fennt Rußland, fennt Rußlands erschreckenden Mangel an Staatsmännern und namentlich Rußlands Finanznot, zu deren Beseitigung ein Künstler ersten Ranges gehört. Ein solcher Künstler zu sein, traut Graf Witte sich zu, und er hat vielleicht recht. Das Mißtrauen weiter Schichten in seinem Heimatlande hat ihn nicht um das Vertrauen der internationalen Hochfinanz gebracht. Darin beruht seine Stärke. Wenn Rußland an den europäischen und vielleicht auch an den amerikanischen Geldmarkt appellieren muß, iſt Graf Witte der unentbehrliche Mittler, nicht weil Rußland, sondern weil das Ausland es will. Man wird überall Schwierigkeiten haben, sich in einen solchen Verstellungsfreis hineinzufinden; doch Rußland ist eben seine eigene Gattung, mit besonderen Staatsbedingungen. Der trog des vorjährigen Oktobermanifestes selbstherrscherliche Zar fügt fich manchmal einem fremden Willen, namentlich, wenn es fich um Geldfragen handelt. Ueberall in der Welt find die Finanzminister mächtige Männer, hier find fie allmächtig, weil die Finanznot so groß ist. Wenn der russische Finanzminister nicht über die anderen Ressorts fast unbegrenzte Gewait hat, so reicht die Budgetdecke nicht. Außer dem Grafen Witte ist aber niemand da, der den Ministerkollegen imponieren und sie zu seinem Willen zwingen fönnte. Darum braucht es noch nicht wahr zu sein, daß Graf Witte zur Ministerpräsidentschaft abermals berufen wird oder gar schon berufen ist. Aber in dem mit Bestimmtheit auftretenden Gerücht spricht sich die allgemeine Ueberzeugung aus, daß man feinen besseren, daß man überhaupt keinen anderen Mann weiß, der den vorhandenen Verlegenheiten Herr zu werden verstände. Es ist sehr leicht möglich, daß das Gerücht den Tatsachen nur voraufeilt. Möglicher- und selbst wahrscheinlicherweise sind erst Verhandlungen mit dem Grafen Witte wegen seiner Rückkehr zur Ministerpräsidentschaft angeknüpft, stellt Graf Witte, indem er den Spröden spielt, noch seine Bedingungen. So machtliebend er iſt, so flug ist er auch. Er wird aus den Erfahrungen nach den Tagen von Portsmouth gelernt haben, daß er gewisse Garantien verlangen muß, damit er nicht abermals nach getaner Arbeit den unerbetenen Abschied erhalte. Seinen Aufenthalt im Auslande hat er sicher benutt, Vorbereitungen finanz- politischer Art für seine Wiederkehr zu treffen. Manche Anzeichen sprechen dafür, daß ihm das geglückt ist. Seine Bähigkeit allein ist imstande, den russischen Kredit im Ausland nicht weiter drücken zu lassen. Das Merkwürdige ist, daß seine Mitkontrahenten, die Vertreter der internationalen Hochfinanz, allem Anschein nach diese Zähigkeit lieben, Respekt vor ihr und Zutrauen zu ihr haben. Das ist von großem Wert, wie leicht einzusehen. Außerdem ist nicht zu verkennen, daß in der russischen öffentlichen Meinung ein Umschwung zu gunsten des Grafen Witte sich vollzieht. In demselben Maße, in dem der Radikalismus hier abgewirtschaftet hat und an Boden in den Mittelschichten der Bevölkerung, in den Kreisen der Intelligenz verliert, in demselben Maße wendet man sich mit allerdings zögerndem Verständnis der Mittel richtung zu, die Graf Witte zu verfolgen wenigstens behauptet hat. Auch erfreut sich Graf Witte mächtiger Freundschaften, die darum nicht minder wirksam sind, weil sie nicht am Tage liegen. Die Stärke des Grafen Witte und seiner Ausfichten beruht aber in der Hauptsache darin, daß kein anderer neben ihm steht, daß alle seitherigen Versuche ohne Ausnahme mit dem unerfreulichsten Fiasto geendet haben, und daß das Fiasto noch viel größer gewesen wäre, wenn man außer halb Rußlands nicht immer mit der Hoffnung einer Wiederkehr Wittes gerechnet hätte. Verfehlt wäre es, wollte man in Witte einen Retter" sehen, dessen bloßes Erscheinen genügte, um alle Wirren zu beseitigen und völlige Ruhe im Lande herzustellen. Das wird nicht der Fall sein. Doch me erneute Ministerpräsidentschaft Wittes wäre jedenfalls etne Art Bürgschaft für das Einlenken in maßvoll- ruhigere Bahnen, und das wäre schon ein großer Gewinn. Politische Rundschau. Deutsches Reich. - Oefterreich- Ungarn. ** Die Gerüchte über eine bevorstehende Neubegründung des Dreikaiserbundes, die der Minister des Aeußeren, Baron b. Aehrenthal zustande gebracht haben soll, werden offiziös als unwesentlich abgetan. Maßgebenden Orts wird das Gerede feiner Beachtung gewürdigt. Es ist nur eine Vergröberung des befannten Wehrenthalschen Programms, das ja gute Beziehungen zu Rußland mit einbegreift. Rufeland. ** Vor dem Marinefriegsgericht Kronstadt fam die AnElage gegen 26 Matrosen des Panzerschiffes Slava zur Verhandlung. Die Matrosen find der Meuterei und Gehorsams. berweigerung angeflagt, begangen am 17. Juli durch die Weigerung, zwei Quartiermeister, die als Agitatoren galten, ans Land zu bringen. Der Gerichtshof verurteilte 25 Mann zur Einreihung in die Strafabteilungen, ein Angeflagter wurde freigesprochen. Einer der Teilnehmer an dem im Februar d. J. berübten Ueberfall auf die Reichsbanf in Helsingfors, Apotheker Nymann, wurde zu drei Jahren fünf Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. * Die zahlreichen Gerüchte über den preußischen Landwirtschaftsminister v. Podbielski find durch ein neues vermehrt worden. Darnach soll Herr v. Podbielski für das Oberpräsidium in Kassel in Aussicht genommen sein. Der jezige Oberpräsident v. Windheim werde dann ein Ministerium übernehmen, aber nicht dasjenige der Landwirtschaft. Ferner heißt es, daß der Minister des Innern v. Bethmann- Hollweg ür ein anderes Amt bestimmt sei. Afrika. ** Unruhen und Verfahrenheit sind die Kennzeichen der Lage in Maroffo. Das diplomatische Korps in Tanger hat eine Protestnote an den Sultan gerichtet, worin es Einspruch erhebt gegen die anarchistischen Zustände in Tanger und im ganzen Kaiserreiche. Der Sultan wird gleichzeitig ersucht, Maßregeln zur Wiederherstellung geordneter Zustände zu freffen. * Nach Beendigung des Wiederaufnahme- Verfahrens im Prozeß der Akwaleute in Kamerun wurde jetzt das Urteil gesprochen. Wegen Bestrafung der Akwaleute ist Gouverneur von Puttkamer abberufen worden. Zwei von ihnen hatten neun Jahre Gefängnis erhalten, weil sie eine Beschwerdeschrift gegen den Gouverneur veranlaßt hatten. Die beiden damals so hoch Bestraften erhielten jetzt 15 resp. 9 Monate Gefängnis. Die andern Angeklagten, die früher zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt waren, haben dagegen jetzt 5 Monate erhalten. * Ein führendes Zentrumsblatt erklärt, ohne das Gesetz über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine und das Gesetz über die Arbeitskammern sei ein glatter Berlauf der beginnenden Reichstagssession undenkbar. Kleine politische Nachrichten. Leipzig, 3. November. Das sächsische Kultusministerium erließ eine Verordnung über die Erleichterung des Schulunterrichts. Die meisten Unterrichtsstunden werden um zehn Minuten verkürzt, die Pausen verlängert. Vormittags sollen fünf Unterrichtsstunden in Deutsch mehr abgehalten werden, für die Nachmittage sollen Turnübungen, Sport und Ausflüge vorgesehen werden. * Wegen der andauernden Fleischtenerung soll am 1. Dezember d. J. eine außerordentliche Viehzählung in Preußen vorgenommen werden. Die fiebente allgemeine Viehzählung im Deutschen Reiche ist planmäßig für den 1. De zember 1907 in Aussicht genommen. Die Zählung wird nur auf die wichtigsten Viehaattungen, nämlich Pferde, Rinder, Posen, 3. November. Vor dem hiesigen Landgericht find wegen der Aufforderung zum Schulstreif bereits 40 Prozesse anhängig gemacht. Die heutige erste Verhandlung gegen zwei Redakteure wurde vertagt. Wien, 14. November. In Wien und Rom wurden halb. amtliche Erklärungen veröffentlicht, wonach die Regierungen bon Desterreich- Ungarn und Italien entschlossen sind, auch tünftig die freundschaftlichsten Beziehungen zu pflegen. Hof und Gefellschaft. Dem Vernehmen nach werden der Kronprinz und die Kronprinzessin in der er Dezemberhälfte zu den Herbstjagden auf dem Kronlehen Dels in Schlesien eintreffen und im dortigen Schlosse einen mehrtägigen Aufenthalt nehmen. Wie verlautet, wird das Kronprinzenpaur bei dieser Gelegenheit von mehreren anderen Fürstlichkeiten und einem größeren Gefolge begleitet sein. Seitens der Stadt Dels wird ein offizielier Empfang der hohen Herrschaften geplant. Der föniglich- preußische Hof tegt für den Erzherzog Otto von Oesterreich die Trauer auf vierzehn Tage bis einschließlich den 16. d. M.- an. Es dauerte nicht lange, da waren wir mit Freuden bei der Hand, wenn es galt, aufzuentern" und in der Marsraa" zu manövrieren. Die ganze Jugendtollheit brach wieder durch und wir wetteiferten darin, am schnellsten zu klettern und am sichersten auf den Pferden", den Striden, die unter den Maaen gespannt fird, zu balancieren und dabei womöglich noch dem Vordermann einen Schabernad zu spielen. " - Und Dienst - die Uns waren„ Seebeine" gewachsen, d. h. wir hatten die Anfechtungen der Seekrankheit überwunden und vermochten schon, uns bei den schaukelnden Bewegungen des Schiffes aufrechtzuhalten, unsern Dienst zu verrichten. gab es gerade genug. Um vier Uhr morgens hieß es bereits aufstehen, die zum Schlafen benutzten Hängematten an Ort bringen und zum Deckwaschen anzutreten, das jeden Morgen die angenehmste" Unterhaltung bietet. War dieser Dienit durch das willkommene Signal Baden und Banken" Vorbereitung zum Frühstüc und das Frühſtüd selbst unterbrochen bezw. beendet worden, so begann der eigentliche Lehrplan in seine Rechte zu treten, denn der Schiffsjunge soll ja alle Dienstzweige fennen lernen. Instruktion wechselt mit Segelmanövern ab, denn die Schiffsjungenschiffe find die einzigen Schiffe in der Marine, die noch Segel haben und Ererzieren, Geschützpuzzen oder Waffenreinigen, Uebungen im Signalisieren, in Bootsmanövern und vor allem im Turnen folgen. Besonders auf das Turnen wird großer Wert gelegt und wir quittierten über manchen Arschnauzer, den uns die Turnstunde einbrachte oder wohl auch über ein paar blaue Flede, wenn uns der Herr Unteroffizier das Ausstrecken der Fußipigen am Reck etwas zu deutlich gemacht hatte. Der neue österreichische Minister Aehrenthal ist nach Petersburg abgereist, um sein Abberufungsschreiben zu überreichen. Auf der Rückreise besucht er den Fürsten Bülow in Berlin. Beer und flotte. Eine kostspielige Zielscheibe. Das bei der Insel Lundy gesunkene britische Linienschif Montagu" soll als Zielscheibe benutzt werden. Man wil mit verschiedenen neu in der britischen Flotte eingeführten Geschüßen gegen die Panzerplatten dieses Schiffes schießen, insbesondere mit einigen Geschüßen, über deren Mächtigkeit man noch nicht ganz im tlaren ist, und die man in Ausland für nicht sehr viel versprechend hält. Das Linienschiff Doris" ist zunächst ab tommandiert worden, diese Schießübungen zu beginnen. Unfere blauen Jungen. Skizzen aus dem Marineleben von J. 2. Sivan. 1. Jan Maats Schule. " - " 1 + Defraudation in der Leipziger St beren Urfache fich Morgen ftellte fich Grizmann mit be der Stadttaffe unte atrag ben etwa 1 Bunte CagesBerlin, 3. Nove der Dorotheenftro ible Kriminalpolizei Anzahl von Wettze eta 2000 Mart be Berlin, 3. Nov maht die Holzfchei Helde ein. Der Be mverden brotlos. und ift nur teilwei Dafür bot uns dann die Mittagspause und die Frei zeit reichlich Gelegenheit, uns zu entschädigen. Einen Appetit, wie er an Bord S. M. Charlotte" von uns ent widelt wurde, fönnte man auf die Ausstellung schicken, selbst die kräftigsten Matrosen hätten mit uns nicht Schritt halten fönnen. Glücklicherweise gab es genug zu essen, Hunger litten wir nicht und wenn ja einer zu wenig Erbsen, Bohnen oder Reis für seinen Magen gefaßt hatte, half. ihm ein Stüd ,, Torf" von etwa 3 Zoll Dicke über das Schlimmste hinweg. Natürlich fein Torf, wie man ihn am Lande zum Heizen benutzt, sondern eßbarer; mit dem schönen Ausdruck belegt man an Bord das Brot. Seefahren, fremde Länder sehen und Abenteuer bestehen! Welchen Jungen hätte das noch nicht begeistert, noch dazu wenn er in Büchern von dem lustigen Leben an Bord, von Kämpfen mit Piraten, Entern, vom Fliegenden Holländer" und Klabautermann" liest Auch mir ging es so. Für mich gab es nur ein Ziel: Ich mußte aufs Schiff, mußte hinaus in die Welt und träumte womöglich davon, als Admiral wiederzukommen. So leicht ging das natürlich nicht. Ich stieß mit meinem Plane bei den Eltern auf gehöriger Widerstand und erst als ich mich heimlich an die Marinebehörde um Aufnahme in die Schiffsjungenabteilung gewandt hatte und mein Vater die Aufforderung erhielt, mich zur ärztlichen Untersuchung zu schicken und zugleich die erforderlichen Papiere, Einwilligungserklärung usw. auszustellen, wurde es Ernst. Schweren Herzens ließ man mich ziehen und nach Erledigung einer Reihe von Formalitäten fand ich mich eines Tages an Bord S. M. Schulschiff„ Charlotte" wieder, das für die nächsten Jahre meine Heimat sein sollte. Mit dem luftigen Leben war es allerdings vorläufig nichts. Im Gegenteil, oft genug haben wir uns verstohlen in einer Ecke ausgeweint und den Entschluß, zur See zu gehen, bitter bereut, aber der Dienst ließ uns feine Zeit zur Kopfhängerei und zum Heimweh und schließlich gewöhnt man fich an alloa, auch an die Beschwerlichkeiten des Borddienstes. Lüdenscheid, 3 ermäßigte den Br 75 Pf. für das P München, 3. Bünchen hat in ! Mädchen und fich lift unbekannt. Es dauerte auch nicht lange, bis sich die Musikalischen unter uns zu einer Kapelle zusammengefunden hatten, die unter Leitung ihres Kapellmeisters, eines Hoboiften, recht nette Stüde produzierte und sowohl bei der allmorgendlichen Flaggen. parade, wie auch in der Freizeit angenehme Abwechselung bot. Oft genug endete die Freizeit mit einem gemütlichen Tänzchen, ohne Damen natürlich, bis das Kommando ,, Pfeifen und Lunten aus, Ruhe im Schiff" dem fröhlichen Treiben ein Ende machte. So sieht ein Tag an Bord aus und so haben wir viele überstanden, bis wir die erste Ausreise mitmachen durften und der Dienst an Bord sich noch strammer, dafür aber auch abwechselungsreicher gestaltete. Unser Jugendtraum war erfüllt. An Bord eines stolzen Schiffes durften wir fremde Häfen schauen und eine Flut neuer Eindrücke half uns über die Anstrengungen der Wachen und die Schwierig. teiten des Borddienstes hinweg. Budapest, 2. Sufammenstoß zwe zwei Bahnbeamte Chicago, 3. Ro welcher eines Boft Dollars verdächtig Ihm vorgefunden. Wohl beschlich manchen von uns eine stille Wehmut, als wir mit Muß i denn" den Heimatshafen verließen, aber als wir nach neun Monaten wieder famen, waren wir echte Teerjacken geworden, ausgewachsene Jan Maats, die sich freuten, nun in dem Dienst auf S. M. Kriegsschiffen zeigen zu fönnen, was sie in der ernsten Seemannsschule gelernt hatten. Und daß der Kern gut ist, beweist die fortschreitende Popularität, deren sich unsere blauen Jungen überall zu er freuen haben. Stramm im Dienst und lustig, wenn es gilt, Iuftig zu sein, so sieht der echte deutsche Seemann aus und so hat er sich auch im Ernstfalle bewährt. Nah und fern. † Jm Bernf verunglückt. In einer Kraftstation der Elektrizitätswerte in Berlin wurde der Bauarbeiter Meyer beim Aufziehen einer 200 Kilo schweren Eisenplatte von dieser, die durch Reißen des Taues herabstürzte, erschlagen. Der Tod trat sofort ein. + Endlich dingfest gemacht. Die Leipziger Polizei ver haftete einen gefährlichen Hochstapler, den Chemiker Walter Wenge aus Leipzig, der neben anderen in Berlin und Ham burg verübten Straftaten im Mai ein minderjähriges Mädchen nach Paris entführt hat. Das Mädchen wurde ihm dort ab genommen, worauf Wenge flüchtete. Wenge ist schon vielfach mit Zuchthaus vorbestraft. + Um fünfzig Mark. Ramutten, Kreis Heydekrug, wurde ein Raubmord verübt. Beraubt wurden 50 Mark und eine filberne Taschenuhr. Der Täter ist wahrscheinlich ein russischer Deserteur Ptischkin, der mit einem anderen Deserteur, namens Parchamento, der etwas deutsch spricht, über Tilfit weiter gereist sein dürfte. An dem Kätner Bertscheit zu + Einbruch am hellen Tage. In Eisenberg in Sachsen- Altenb. hatte sich der 17jährige Gärtnerlehrling Karl Ulrich Zugang zu dem im Schlosse befindlichen Münzkabinett zu verschaffen gewußt, hier die Glastür eines Schrankes eingedrückt und Baraus einen fostbaren Orden, zwei altertümliche Nuzuhren, sowie eine Anzahl verschiedener Münzen, meist Taler älteren Gepräges, entwendet. Als der Dieb am Nachmittage mit der Bahn abreisen wollte, um seine Beute auswärts zu ver Filbern, wurde er durch einen Schußmann verhaftet. Die gestohlenen Gegenstände trug er in einem Ristchen wohl ver wahrt bei sich. + Ein tödlicher Jrrtum. Die Gendarmerie in Neunburg vorm Wald hatte den Auftrag, ein Haus zu umstellen, in dem ein längst gesuchter Schwerverbrecher vermutet wurde. Der in der Nähe stationierte Gendarm Urlaub fam in Zivil nach Hause, fand dort den Befehl, sich an der Umstellung zu beteiligen und eilte, ohne sich umgefleidet zu haben, dem Hause zu. Seine Kameraden hielten ihn für den beimfehrenden Verbrecher und streckten ihn mit Revolverschiffen nieder. Gr wurde tödlich verlegt ins Krankenhaus gebracht. † Nicht sicher genug verwahrt. Der nach Defraudation bon Juwelen im Werte von 400000 Marf flüchtig gewordene und im Juli in Odessa verhaftete Hamburger Großfommissionär Elkan ist aus dem Gefängnis in Odessa entsprungen. Der Gefängnisinspektor in Odessa wurde verhaftet. † Gescheitert. Während eines Sturmes im Mittelmeer Ist der Dampfer ,, Buonsante", als er den Hafen von Tricase ufsuchen wollte, auf einen Felien grichleudert worden und fofort gesunken. Die Besatzung, mit Ausnahme eines einzigen Matrosen, ist dabei umgekommen. Kun M. Die interna What in einmonatlich Heftgelegt, der von Deutschland, Verein Wefterreich, Ungarn, Dinemart, Spanien, alien, Japan, Me Befien, Portugal, Uruguay. Do Aliden die von den Monferenz unterbrei Hiegt in der Bestim welegraphischer Nachri wohne Rüdicht auf das Etem obligatorisch dem Abkommen so ingeine Auftenftation mzunehmen, jedoch Stelle der auszuneh Dorfien des allgem en uneingeschränkten talien und Montene Seferbiert, weil für fi miglicherweise erst a ommen tritt vom 1. R. Bearys Nord grifen. Es ist dem Minuten nördliche Bunt, der bisher bo Das Biel seiner wer bereits zum achter erreichen. Der Forsche Mewport folgendes bas Schiff der Expe hon Grant- Land. In wordarts angetreten, Weary über das Eis Mac bielen Mühjale aid. In einer zwe md auf der die go urde, entdeckte Beart M. Der Jnternati and die Großbritann won bier Jahren, beig Meh von Erdbebenta Rolonien befigt, fo b wationale Organisatio Albrundung nunmehr 林 ** gen des Cefterreich ift am De 1.big 8. November Uebertragen Friedrich Sho brerielle an der ** Ein Bete ph Seis, ift Fiegerb rein gab f Weleite. Meistertu Bogner,& dhreiner, adbinder, Bortefeu Vern den An und Be haftafelle des lar Bir bermittel uns angefchlofien Simmentaler Bogelsberger Dulshire, bez Saner Biegen fen über zum Bir Freuden bei be der Marsto brach wieder bu zu flettern u en, die unter be Dabei womögli spielen. wir hatten& und bermod gen des Schif ten. Und Dien 3 hieß es berei gematten an C as jeden Morg Bar diejer Die Banten" Frühstüid fel nn der eigentli Schiffsjunge f tion wechselt enfchiffe find b Segel baben en, Uebungen allem im Zurne roger Wert gele zer, den uns ein paar bla Ausstreden ht hatte. fe und die F hädigen. Gin e" bon uns en ng fchiden, fel cht Schritt hall u essen, Hunge Erbsen, Bohne alf- ihm ein St limmste hinwe ande zum Heiza Ausdrud beleg die Musikalische nden hatten, oiften, recht net endlichen Flaggen me Abwechselun nem gemütlic mmando, Pfeifa lichen Treiben en us und so haba Breise mitmada strammer, daf fer Jugendtra ffes durften w r Eindrüde ha d die Schwierig ille Webmut, al erließen, aber a waren wir ed Maats, die f egsschiffen zeiga nnsschule gelen die fortschreitende en überall zu g, wenn es gilt Seemann aus un Kraftstation da auarbeiter Men Eisenplatte ba ürzte, erschlagen ger Polizei be Chemiker Walta Berlin und Sam jähriges Mädde rde ihm dort ab ift schon vielfa er Bertscheit aubmord verib Taschenuhr. De ur Ptischlin, da Barchamento, da ift sein dürfte n Sachsen- Altenh el Ulrich Zugang tt zu verschaffen eingedrüdt und nliche Muzuhren eift Taler älteren hmittage mit der Swärts zu ber verhaftet. De ftchen wohl ve rie in Neunburg Bu umitellen, in vermutet wurde ib fam in Sivil r Umftellung zu haben, dem en Geimfehrenden ien nieder. Gr cht. Defraudation ichtig gewordene rogtommiffionar tiprungen. Der im Mittelmeer en von Encaje rt worden und te eines einzigen + Defraudationen in einer Stadtkasse. Am Freitag waren in der Leipziger Stadtkasse Unregelmäßigkeiten entdeckt worden, deren Ursache fich zunächst nicht feststellen ließ. Am andern Morgen stellte sich der Staatsanwaltschaft der Stadtkassierer Brüßmann mit der Selbstbezichtigung, große Beträge aus der Stadtkasse unterschlagen zu haben. Es soll sich um den trag von etwa 100 000 Mark handeln. Bunte Cages- Chroník. Berlin, 3. November. Das unter der Firma Löwenthal in der Dorotheenstraße betriebene Wettbureau ist gestern durch die Kriminalpolizei aufgehoben worden. Es wurde eine große Anzahl von Wettzetteln und bares Geld im Betrage von etwa 2000 Mart beschlagnahmt. Berlin, 3. November. Ein Schadenfeuer äscherte heute nacht die Holzscheibenfabrik von R. Hinz in Groß- Lichter, felde ein. Der Betrieb ist unterbrochen, etwa 100 Arbeiter werden brotlos. Der Schaden beträgt etwa 200 000 Mart und ist nur teilweise durch Versicherung gedeckt. Lüdenscheid, 3. November. Die hiesige Metzger- Innung ermäßigte den Preis des Schweinefleisches von 1 M. auj 75 Pf. für das Pfund. München, 3. November. Der Hotelportier Foertsch in München hat in Abwesenheit seiner Frau seine 6- und 8jährigen Mädchen und fich erschossen. Das Motiv der furchtbaren Tat ist unbekannt. Budapest, 2. November. In Miskolcz wurden bei einem Zusammenstoß zweier Güterzüge 6 Waggons zertrümmert; zwei Bahnbeamte wurden getötet, einer schwer verletzt. Chicago, 3. November. Hier wurde ein Mann verhaftet, welcher eines Postdiebstahls in Höhe von zwei Millionen Dollars verdächtig war. Die Summe wurde größtenteils bei ihm vorgefunden. Kunst und Wiffenfchaft. M. Die internationale Konferenz für drahtlose Telegraphie hat in einmonatlichen Beratungen in Berlin einen Vertrag festgelegt, der von folgenden Staaten unterzeichnet wurde: Deutschland, Vereinigte Staaten von Amerika, Argentinien, Desterreich, Ungarn, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Chile, Dänemark, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Italien, Japan, Mexiko, Monaco, Norwegen, Niederlande, Berfien, Portugal, Rumänien, Rußland, Schweden, Türkei und Uruguay. Das Abkommen sanktioniert im wesentlichen die von dem einladenden Staat Deutschland der Konferenz unterbreiteten Vorschläge. Der Schwerpunkt liegt in der Bestimmung, wonach der Austausch funkentelegraphischer Nachrichten zwischen Küstenstation und Schiff ohne Rücksicht auf das jeweilig angewendete funfentelegraphische System obligatorisch gemacht wird. Nach dem Schlußprotokoll zu dem Abkommen sollen die Vertragsstaaten das Recht haben, einzelne Küstenstationen von der Interkommunikationspflicht auszunehmen, jedoch nur unter der Bedingung, daß an Stelle der auszunehmenden Station eine andere den Bedürfnissen des allgemeinen Verkehrs genügende Station für den uneingeschränkten Nachrichtenaustausch bereitgestellt wird. Italien und Montenegro sowie England haben sich Vorbehalte reserviert, weil für fie Kontrafte mit Marconi bestehen, die möglicherweise erst abgekauft werden müssen. Das Abtommen tritt vom 1. Juli 1908 ab in Kraft. R. Pearys Nordpolexpedition ist auf dem Rückwege be= griffen. Es ist dem kühnen Forscher gelungen, bis zu 87 Grad 6 Minuten nördliche Breite vorzubringen, dem nördlichsten Punkt, der bisher von einem Nordpolfahrer erreicht worden ift. Das Ziel seiner Sehnsucht, den Nordpol, fonnte Beary, der bereits zum achten Mal die arktische Zone bereist, nicht erreichen. Der Forscher sandte an den Polarforschungsflub in Newyork folgendes Telegramm: Der Dampfer Roosevelt" ( das Schiff der Expedition) überwinterte an der Nordküste bon Grant- Land. Im Februar wurde eine Schlittenexpedition nordwärts angetreten, und trotz ungünstigen Wetters gelangte Beary über das Eis bis 87 Grad 6 Minuten nördliche Breite. Nach vielen Mühsalen kehrte die Expedition zu dem Schiff zurüd. In einer zweiten Expedition, die nach Westen ging, und auf der die ganze Nordküste von Grant- Land bereist wurde, entdeckte Peary beim 100. Meridian neues Land. 11 M. Der Internationalen Erdbebenvereinigung ist nunmehr auch die Großbritannische Regierung, zunächst auf die Dauer bon vier Jahren, beigetreten. Da England ein umfassendes Netz von Erdbebenstationen in Europa und den ausländischen Kolonien besitzt, so hat die von Deutschland angeregte internationale Organisation die gewünschte Vervollständigung und Abrundung nunmehr erreicht. Cokales. ** W gen des Ablebens des Erzherzogs Otto von Desterreich ist am Darmstädter Hofe eine Hoftrauer vom 2. bis 8. November einschließlich angeordnet worden. * Uebertragen wurde am 31. Oftober dem Lehrer Friedrich Schön zu Unter Seibertenrod eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ulrichstein. ** Ein Veteran von 1848, Amtsgerichtsbiener i. P. Soseph Seis, ift vergangene Woche verstorben. Der Siegerv.rein gab seinem langjährigen Mitgliede das letzte Beleite. * Meisterkurse für Schuhmacher, Schneider, Sattler, Bagner, Echreiner, Glaser, Maler, Lackierer, Weißbinder, Buchbinder, Portefeuillers une Tapezierer werden auch diesen Vermittelungsstelle ben An- und Verkauf von Buchtvieh im Anschluß an die schäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen zn Alsfeld. Winter über vom Landesgewerbeverein in Darmstadt abgehalten. Doch fann dies auch an anderen Orten geschehen und auch für oben nicht bezeichnete Gewerbe, wenn sich an anderen Orten eine genügende Anzahl Teilnehmer zusammenfinden. Alles nähere ist von den Ortsgewerbevereinen oder von der Zentralstelle zu erfahren, der es selbst auch erwünscht ift, wenn die fich Meldenden etwaige Wünsche wegen der Beit des Unterrichts usw. vorbringen. G. H. Rembrandt- Feier. Wie tief das Kunstbedürfnis in unser Volf eingedrungen ist, zeigte der rege Besuch der gestern vom Evangelischen Arbeiterverein Gießen im Konfirmandensaal( Liebigstraße) arrangierten RembrandtAusstellung. Dieser Bug ist so erfreulich, weil er uns fagt, daß unser Volk noch auf gesundem, sittlichem Boden steht, denn nur einem solchen vermag er zu entsprießen. Den Volksfreund aber macht er zum Gärtner, der ihn zu hegen und zu pflegen hat. Vou dieser hohen Aufgabe war auch Professor Dr. Sauer durchdrungen, der am Nachmittage mit einem fesselnden populären Vortrage die Erschienenen in das Verständnis des großen holländischen und in letter Beziehung deutschen Meisters einführte. Rembrandt ist vor 300 Jahren( am 6. Juli 1906) geboren. Mitten in sein Leben fällt der 30jährige Krieg, von dem Holland aber verschont blieb. Die Niederlande hatten vielmehr bereits die härtesten Rämpfe hinter sich. Mit niederdeutschem Troß und niederdeutscher Bähigkeit hatten sie sich von Spanien und der katholischen Kirche loggerissen und bauten jetzt ihren Staat aus; Handel und Gewerbefleiß blühten mächtig empor. Und diese mächtige Welle kräftigen Voltstums trug auch Rembrandt in die Höhe. Kein Fürst bezahlte die holländischen Meister, niemand anders als das Volk unterhielt sie, denn das starke Bürgertum hatte ein ausgeprägtes Kunstbedürfnis. Es war fräftig und gesund, sodaß sein Boden die Kunst tragen fonnte. Besonders entfaltete die Malerei sich zur herrlichsten Blüte und zwar war sie, wie sie ja auch nicht anders sein konnte, eine protestantische Kunst, die Hauptquelle ihrer Motive war den Künstlern die Bibel. Ferromanganin, Nähr- und Kräftigungsmittel, allerersten Manges, schafft gesundes, kräftiges Blut und bringt Lebenskraft. Schwächezustände, Nervenschwäche, Stropfelu, Chorea, LähUnerreicht gegen Bleichsucht, Blutarmut, Herzklopfen, mung, Englische Krautheit, Neurasthenie.( Ferromanganin enthält: Eiſen 0,5, Mangan 0,1, Zucker 18, Alkohol ftandteile.) zu haben in Apothefen, zu Mt. 2.50 die und Kognak 15, Rest. dest. Wasser und aromat. BeFlasche, wo nicht vorrätig von: Universitätsapotheke Bum goldn. Engel" in Gießen Engel- Apotheke Frankfurt a. M.- Apotheke in ÜürichEngel- Apotheke Frankfurt a. M. stein( Oberbeffen) und Stern- Apotheke in Kaffel. Kreuzpunkt der Haupt- und Kleinbahn hat einen un* Abeudstern, 4. Nov. Die Station Abendstern am geahnten Aufschwung genommen, wozu ganz besonders die eröffnete Güterber ladestelle beigetragen hat. Aber auch für die Biebertalbahn ist nun endlich der lang begehrte Anschluß durch Geleisanschluß und Schüttwerk geschaffen worden. Letzteres, hinter dem Gabrielschen Kalkwerk gelegen, hat die Firma Faber.Betzdorf geschaffen. Der gesteigerte Verkehr hatte auch eine Vermehrung des Dienstpersonals zur Folge. Für legteres werden im nächsten Jahre hierselbst entsprechende Dienstwohnungeu erbaut. § Langsdorf, 3. Nov. Unser neuer Bürger meister Schiel hat die Amtsgeschäfte übernommen. -1- Grünberg. Einbruch. Hier wurde in die Apotheke eingebrochen. Den Dieben ist nicht allzuviel in die Hände gefallen. " * Wetzlar, 2. November. Das Schöffengericht berhandelte laut Beßl. Anz." u. a. über nachstehende Fälle: befehl, weil er im August vorigen Jahres aus der Lahn Der Unternehmer K. R. von Gießen erhielt einen Strafhaben sollte. In einer Schöffengerichtssigung vorigen Jahres bei Launsbach ohne schriftliche Erlaubnis Kies entnommen wurde die Angelegenheit zweds weiterer Feststellung vertagt. Da die Sache inzwischen verjährt ist, wird der Angeklagte freigesprochen. Die Verhandlung gegen den Unternehmer K. R. von Gießen und den Tagelöhner G. H. von Baunsbach, die angeklagt sind, in der Gemarkung Launsbach in der Lahn ohne Erlaubnis gebaggert zu haben, wird, da über die Grenze dortselbst Zweifel bestehen, vertagt. - K Nieder Ohmen, 4. Nov. Ein Doppelfeft fand heute in unserem Dorfe statt, die Gemeinde feierte verbunden mit dem diesjährigen Kirchweih fest die Einweihung des Anlaß prangte das Dorf in schönstem Festschmuck. Um neu erbauten prächtigen Schulhauses. Aus diesem 2 Uhr wurde am Bahnhof ein stattlicher Festzug aufgestellt, an dem die Schulklassen, die Ortsvorstände, die Vereine, der Kreisrat Hölzinger Alsfeld, Kreisbauinspektor Fischer, Kreisschulinspektor Ed, Defan Wagner- GrünUn den beiden berg und zahlreiche Lehrer teilnahmen. Dunkelberger Abschiedsreben. Vor dem neuen Schulalten Schulhäusern hielten die Lehrer Schäfer und hause fang der Gesangverein:" Die Himmel rühmen des Ewigen Güte". Pfarrer Becker hielt die Weiherede, Kreisneue Rembrandts Leben ist ein sehr bewegtes gewesen: zuerst steigt es ais leuchtendes Gestirn auf, das immer mehr erglänzt, bis es vom Zenith aus überall seine Strahlen hinschießt, und sinkt dann jäh in die Vergessenheit hinab- der einst so gefeierte Amsterdamer Porträtmaler stirbt einsam und verlassen in bitterer Not. Der Höhepunkt seines Schaffens fällt mit seinem Eheglück zusammen, in dem er das berühmte Champagnerfrühstüc malte. 1642 tritt die Wendung ein. Die Schüßengilde hatte ihn beauftragt, ein Gemälde zu schaffen, in dem 17 Einzelporträts vorkommen sollten. Rembrandt faste die Aufgabe aber in seiner eigenen Weise auf und als das Bild, von dem er sich so viel versprochen hatte, fertig war, befriedigte es die liebe Eitelkeit der Auftraggeber nicht. Man wandte si ab von ihm und der Modemaler Rembrandt war vom Brett abgesetzt. Das hatte ihm die Treue gegen sich selbst eingetragen und dadurch bekommt fein Leben einen tieftragischen Bug. Rembrandt hat nie um den Beifall der Menge gemalt, er ging vielmehr nach feinem eigenen fünstlerischen Empfinden, das ihn bestimmte, alles mit Leben auzufüllen und auf das Nebensächliche zu verzichten, um das Große mit voller Kraft herauszubringen. Sein Geheimnis liegt aber in dem Helldunkel, in dem Durch bringen von Licht und Schatten, das er geschaffen hat und mit dem er die Linie beseelt. Aber nicht nur ein Meisterschulinspektor Ed gedachte der hohen Bedeutung eines neuen des Pinsels war er, sondern auch ein Künstler der Radierzadel, in deren Führung er unübertroffen dasteht. Er war überhaupt ungemein vielseitig, doch hat er sich freiwillig Grenzen gezogen.- Lebhafter Beifall lohute die Ausführungen des Vortragenden. Eingerahmt wurde sein Vortrag von musikalischen Aufführungen, die von Rentamtmann Schäfer und Musiklehrer Bernhardt am Klavier und Harmonium Die Ausstellung selbst bestand aus einer Reihe guter Reproduktionen, die von der Lesehalle gesammelt sind, und einigen Mappen. Zum Schlusse dankte Oberbibliothekar Dr. Heuser den Versammelten für ihr Erseinen und den Ausführenden für ihre Mühe. geboten wurden. " ** ** Die Contentia- Gießen hielt Samstag Abend im Neuen Saalbau" ein über alles Erwarten gut verlaufenes Wintervergnügen ab. Es waren angenehme und anregende Stunden, die geboten wurden. Die Mufit spielte flotte Meisen, Kouplets und Theater sorgten für fortwährende Steigerung der guten Stimmung und die Festleitung war unermüdlich auf ein geschlosses Abwickeln des Programms bedacht. Der Vorsitzende, Herr Bed, htelt eine furze Begrüßungs- Ansprache und überreichte im Verlaufe des Abends dem früheren verdienten Vorsitzenden, Herra Carl Wagner, anfäßlich seiner 25jährigen Mitgliedschaft ein Diplom, das ihm die Ehrenmitg edshaft verleiht. Die ausgezeichnet vor. getragenen Kouplets fanden ungeteilten Beifall, namentlich bestach aber Deutschlands jüngste Größe", der Räuberhauptmann von Röpenit den Saal. Nicht minder Beifall erzielte der Einafter Des Herrn Referendars Antritts- Visitte", der durchweg recht flott durchgespielt wurde. So griff alles in. einander, den Abend zu einem recht genußreichen zu machen. Den Schluk bildete der Ball, der die Festteilnehmer big an den hellen Morgen zusammenhielt. Am Sonntag- Nachmittag unternahm die„ Contentia" einen Ausflug nach dem Windhof, der bei guter Beteiligung gleichfalls zu allgemeiner Zufriedenheit verlief. " Tüchtige Rohrstampfer für unsere Zementwaren- Fabrik sofort gesucht. Sack& Jughardt, Heuchelheim. Kreisrat Schulhauses für Erziehung und Unterricht. Hölzinger dankt der Gemeinde für das Entgegenkommen einem Hoch auf den Großherzog. Der Sängerchor sang: bei dem Neubau. Bürgermeister Neeb schloß seine Ansprache mit ,, Lobe den Herren". An die Feier schloß sich die Besichtigung des Schulhauses, das mit seinen zwei Stockwerken einen sehr gefälligen Anblick bietet. Die Kosten betragen ca. 55 800 f. ? Hochweisel. Das Ehepaar Jung feierte am Sonntag die goldene Hochzeit und zugleich ein Entel des Jubelpaares sein Hochzeitsfeft. * Bad- Nauheim, 4. Nov. Die Eisensteingruben in Langenhain sind jezt wieder in Betrieb gesetzt worden, nachdem sie in den Besitz der Firma Haniel übergegangen sind. Die Gruben bieten jezt wieder zahlreichen Arbeitern lohnende Beschäftigung. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 6. November. Veränderliche Bewöltung, leichte Regenfälle, etwas fühler, starke westliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Manche Mütter glauben, ihren Säuglingen eine fräftige Nahrung zuzuführen, wenn sie ihnen schon im frühen alter unverdünnte oder nur wenig verdünnte Milch geben, ohne zu bedenken, daß dieselbe so von den Kindern nicht verbaut werden fann, also nicht fräftigend, sondern als Ballast wirkt und dadurch den Appetit beeinträchtigt. Will man die Kuhmilch kräftiger machen, so muß man ihren Nährwert erhöben und dieses erreicht man, wenn man zu der dem Alter des Kindes entsprechend verdünnten Kuhmilch Kufetes Kindermehl hinzugibt, das durch seinen Gehalt erhöht, sondern auch die Kuhmilch durch Herbeiführung einer feinan Eiweiß- und Mineralstoffen nicht nur den Näbiwert der Milch flockigen Gerinnung im Magen des Kindes leichter verdaulich macht. wei ſtöne 2- Zimmerwohnung| 2 Manſarden- Wohnung Kertoffeln Gas, Gartenanteil. fofort au vermieten. Waſſer, zu vermieten. Schmall, Gießen, Marburgstr. 60 Liebigkrake 64 II. 4-3immerwohnung mit Balkon Bir vermitteln den An- und Verkauf von Buchitieren Ein Junge, vermieten. Fr. Strüger. Ser uns angeschlossenen Zuchtvereine a18: Simmentaler Herdbuchtiere( 71 Vereine), Vogelsberger Herdbuchtiere( 22 Vereine), Yorkshire, bezw. deutsche Edelschweine( 6 Vereine), Saner Biegen( 9 Vereine). welcher Luft hat die Brod: und Feinbäckerei zu erlernen, fann ein= treten bei C. 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Das nachstehende Lokal- Reglement bringen wir wiederholt zur öffentlichen Kenntnis mit dem Anfügen, daß das Polizeipersonal angewiesen ist, Zuwiderhandlungen unnachfichtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 31. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Lokal- Reglement. Betr. Die Beaufsichtigung der Hunde in der ProvinzialHauptstadt Gießen. § 1. Es ist untersagt. Hande in dem Botanischen Garten, in den städtischen Anlagen, sowie in den Anlagen vor den Bahnhöfen aubeanssichtigt um herlaufen, oder die Gebüsche, Graspläne und Beete in denselben betreten zn lassen. § 2. Das Mitnehmen von Hunden auf die Friedhöfe, in öffentliche Dienstgebände, in Wirtfchaft lokale innerhalb der bewohnten Teile der Stadt, auf den Wochenmarkt, den Jahrmarkt und zu öffentlichen Festlichkeiten ist verboten. § 3. Es ist verboten, Hunde zur Nachtzeit auf der Straße fret umherlaufen zu lassen. § 4. Für jeden Hand, welcher in das nach Vorschrift der Verordnung vom 16. November 1874, die Hundesteuer betreffend, von der Bürgermeisterei zu führende Deflarationsregister eingetragen ist, erhält der Besitzer des Hundes eine Blechmarke mit fort: laufender Nummer, welche der Hund auf der Straße 2c. stets am Halsbande oder am Maulkorbe zu tragen hat. Ohne Preisaufschlag geben wir bei unseren anerkannt vorzüglichen Qualitäten 5% Rabatt 5% Kaiser's Kaffee- Geschäft G. m. b. H. Europas grösster Kaffee- Rösterei- Betrieb. Fabriken in Viersen, Berlin, Breslau, Heilbronn, Basel. Schokoladefabrik in Viersen. Filialen in Giessen: Kirchenplatz 12 und Lindenplatz 5. Bekanntmachung. Gießen, den 3. November 1906. § 5. Alle biffigen Hunde, ferner alle größeren Hunde, ausgenommen Jagdhunde, namentlich Bullenbeißer, Bulldoggen, Megger- und Schäferhunde, Neufund- Die unterm 13. Oftober 1906 angeordnete Sperre länder, Bernhardiner, Leonberger und Ulmer Hunde, der Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Wieseckdann alle an eine Fuhrwerke angespannte oder zur brücke wird hiermit aufgehoben. Bewachung irgendwie angebundene Hunde, endlich solche Hunde bezüglich welcher die Polizeibehörde desfallsige besondere Anordnung getroffen hat, müssen innerhalb der bewohnten Teile der Stadt anf der Straße mit einem das Beißen wirksam verhindernden Maulforb versehen sein, oder an einer kurzen Leine oder dergleichen geführt werden. § 6. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen dieses Reglements werden, insofern nicht die oben angeführten Bestimmungen des Polizeistrafgesetzes oder des Strafgesetzbuches Anwendung zu finden haben, mit Geldstrafe bis zu 30 Mt. bestraft. § 7. Hunde, welche in dem Botanischen Garten, in den städtischen Anlagen, sowie in den Anlagen vor den Bahnhöfen(§ 1) oder zur Nachtzeit auf der Straße(§ 3) ohne Beaufsichtigung umherlaufen, oder welche auf der Straße 2c. nicht die im§ 4 borgeschriebene Blechmarke tragen, oder der Vorschrift zuwider nicht mit einem das Beißen wirksam verhindernden Maulforb versehen sind, bezw. nicht an der Leine geführt werden, sollen einge. fangen und dem Wasenmeister überliefert werden, sofern der Eigentümer nicht zur Stelle ist und den Hund in Gewahrsam nehmen kann. Die Rückgabe des Hundes erfolgt an ihre gehörig legitimierte Eigentümer oder Besitzer nur innerhalb der nächsten fünf Tage nach dem Einfangen der Hunde und nur gegen Erstattung der von der Polizeibehörde zu bestimmenden Futterkosten. Die binnen der genannten Frist nicht ausgelösten Hunde werden zu Gunsten der Gemeindekasse veräußert oder getötet. Durch vorstehende Bestimmung wird das gegen die Eigentümer oder Befizer der Hunde wegen Uebertretung der Vorschriften dieses Reglements, bezw. der Verordnung vom 16. November 1874, die Hundesteuer betreffend, einzuleitende Strafverfahren nicht berührt. Bekanntmachung. In der Zeit vom 27. Oftober bis 3. November 1906 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Trauring, 1 Herrenmantel, 1 Dolch, 1 Portemonnaie mit Inhalt und eine Milchkanne; verloren: 1 filberne Damenuhr, 1 silb. Kettenarmband mit 2 Anhängsel, 2 Meter Chineſenband, 1 goldn. Trauring gez. A. F. 7. 8. 04, 1 Borgnette und 1 hellgrauer Glacehandschuh. Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenflände belieben ihren Anspruch alsbald bei uns geltend Die zu machen. Gießen, den 3. November 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten werden folgende Straßen von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt: Riegelpfad zwischen Ludwig- und Ebelstraße, Alicestraße zwischen Bahnhof- und Frankfurterstr. Kaplandgasse Gießen, den 3. November 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Befanntmachung. Die unterm 13. Oftober 1906 angeordnete Sperre des Riegelpfads zwischen Ebel- und Querstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 3. November 1906. Großh. Bolizeiamt Sießen. Herberg. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die städtische Fuhrwertewage am Neustädter Tor ist wegen des beabsichtigten Umbaus derselben bis auf Beiteres gesperrt. Gießen, den 3. November 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. «»> XXX<> Wirtschafts- Webernahme. Den geehrten Einwohnern von Gießen und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß ich von heute ab die Wirtschaft Brandgaffe 3, früher, 3um Transvaal" jetzt neu Zum schwarzen Walfisch übernommen habe. Zum Ausschank gelangen Bichlers ff. Bier, reine Weine, das Glas von 20 Pig. an, prima Wittagstisch von 60 Pfg. an, falte und warme Speisen zu jeder Tageszeit. Um geneigten Zuspruch bittet Theodor Bäulke. NB. Meine Weine werden direkt von Wingervereinen bezogen. 3\&\\\\\\\ 3\& K» Für nur 1 Mk. sind zu gewinnen: 1000001. 40000 M. Bar Geld zus. 13597 Gewinne über 300000 Ziehung unbedingt am 12. November u. f. Tag. Nürnberger Lose à 1 Mk St. 11 10 M. Porto u. Liste 30 Pf., Nachnahme 20 Pf. mehr empfiehlt Ferd. Schäfer, Nürnberg. Generalvertrieb: Klefer& Co., Mainz. Ein Welt- Wunder Heirat! WWWWWWW Stadt- Cheater Giessen. Direktion: Herm. Steingoete Dienstag, den 6. Novemb 5. Dienstag Abonnements Borstellung = Jnspektor Bräsig Lebensbild in 5 Aften nag Friz Reuters Roman bon Th. Gaßmann u. J. Krüger. 茶茶 茶茶 茶 Flechten afas. ad triessas subge akroph. Koma, Hautausschlage, offene Füsse Boinschades u. 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