Nr. 208 bation u.Haupterbebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechenschinh Nr. 362. Mittwoch, den 5. September 1906 Gießener 15. Jahrgang F Gratisbeilagen: Oberbeffifche Familienzeitung( und die Gießener Setfenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gichener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Exzellenz Dernburg. Vor Jahren schon hat ein kluger Kaufmann dringend geraten, man möchte in der politischen auswärtigen Vertretung des Reichs dem Kaufmann breiten Raum gönnen. Jezt ist diesem Rat nach gehandelt worden. Nicht buchstäbich, sondern in eigenartiger Weise: an die Spitze der Rolonialabteilung des Auswärtigen Amts soll ein Kaufmann treten, der seitherige Bankdirektor Bernhard Dernburg. Er ist zum selbständigen Leiter der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes, und zwar mit dem Titel eines WirfLichen Geheimen Rates und dem Prädikat Exzellenz ernannt worden. Dernburg ist self- made- man. Dernburgs Vater war früher in Darmstadt Advokat und einer der Führer der nationalliberalen Partei. Mls solcher vertrat er zurzeit den WahiPreis Offenbach, der später an die Sozialdemokraten fiel. Später war Dernburgs Vater Chefredakteur der ,, Nat.- 3tg." in Berlin und ist jetzt Feuilleton- Mitarbeiter des Berliner Tageblattes". Der Onkel ist der Professor der Jurisprudenz Heinrich Dernburg. Der neue Leiter des Kolonialamtes be= gann seine Laufbahn als einfacher Korrespondent bei der Deutschen Bant. Bald lenkte er die Aufmerksamkeit Georg won Siemens auf sich, wurde Vorstand der deutschen Treuhandgesellschaft, leitete dann finanztechnische Operationen in Amerika und wurde 1901 3-1. Direktor der Darmstädter Bank berufen. Er erweckte das stitut zu neuem Leben und errang bedeutendes Ansehen in der deutschen Finanzwelt durch die unter jeinem Eingreifen vor sich gehende Rekonstruktion der in der allgemeinen Krisis wankenden Preußischen Hypothekenaktienbant, Deutschen Grundschuldbank, Pommerschen Hypothekenbank und Mecklenburg- Strelitzschen Hypothekenbank. Die Ernennung Dernburgs ist eine Neuerung und ein Forbild zugleich. Der seitherige Direktor der Darmstädter Bant gibt eine hervorragende, sichere und glänzend dotierte Stellung auf, um gegen geringes Entgelt, in vergleichsweiser Abhängigkeit und jeden Augenblick der Entlassung gewärtig, dem Reich zu dienen. Gewiß kann es auch einen großen Ehrpeiz befriedigen, die deutsche Kolonialpolitik in die Bahn des Erfolges zu leiten. Aber der Ehrgeiz, der hier in Frage tommt, ist ein idealer und opferwilliger, fein begehrlicher Ehrgeiz. Ihn sollten unsere föniglichen Kaufleute sich zum Muster nehmen. Wir verdenken ihnen nicht, daß sie hinausfahren, Güter zu suchen, ihren Besitz zu mehren. Aber sie sollen zu= gleich dafür sorgen, daß an ihr Schiff das Gute sich anknüpft, daß von ihrem Gewinn ein Teil dem gemeinen Wesen zufließt. Der fönigliche Kaufmann soll nicht blos an sich und an sein Geschäft, er soll auch an das Reich denken, und zu Unternehmungen bereit sein, die nicht einzig dem eigenen Vorteil bienen. Wir zweifeln nicht, daß es auch im heutigen Deutschland solche königlichen Kaufleute gibt. Ihr Eifer, dessen sind wir gewiß, wird ganz besonders dadurch geweckt werden, daß fernerhin die Kolonialarbeit von einem Kaufmann geleitet wird, d. i. nach kaufmännischen Grundsägen und mit dem faufmännischen Blick, der manchmal schärfer ist und weiter reicht, als der Blick des geschulten Diplomaten. - - Die Tüchtigkeit des deutschen Kaufmanns ist bekannt. Nicht von heute und gestern. Man mag die staatenbildende Kraft des englischen Kaufmanns mit vollem Recht rühmen, sein deutscher Berufsgenosse braucht neben ihm nicht zu ertöten. Während die Römischen Kaiser deutscher Nation die Kräfte ihrer Hausmacht und des Reiches in einer undeutschen oder wenigstens außerdeutschen Politik vergeudeten, war es der deutsche Kaufmann, der in den Hansastädten dem deutichen Namen Ehre und Ansehen gewann. Die Pfeffersäcke" das war der Spottname des Kaufmanns woren eine tolze und friegskundige Gesellschaft, die manchem König Fehde ansagte, manches Land besiegte und weite Gebiete erobernd sich unterwarf. Namen und Wesen des ,, königlichen Kaufmanns" hat man in Deutschland zuerst gekannt. Des deutschen Kaufmanns Macht und Ansehen reichten weit über die Grenzen des Reiches hinaus und erwiesen sich zu wiederholten Malen stark genug, die deutsche Königswahl zu betimmen. Pfeffersäcke" wie die Fugger und Welser waren oortreffliche Diplomaten, deren Geheimnisse sich nicht auf das Geheimbuch im Komptor beschränkten. Darüber find Jahrhunderte vergangen, Jahrhunderte des Elends für das Deutsche Reich. Erst unser Geschlecht hat pieder das neuerstandene Reich gesehen, das aus Blut und Eisen emporgewachsen ist. Und sofort war wieder der großzingige deutsche Kaufmann zur Stelle, wagemutig und bejonnen, weiten Blickes und vorschauend. In verhältnismäßig wenigen Jahren schuf er die zweitmächtigste Handelsflotte. Die Welt freilich war fortgegeben, es war form ein Fleckchen der Erde geblieben, wo die deutsche Flagge hätte aufgepflanzt werden können. Aber der deutsche Kaufmann brach sich überall Bahn, durch eigene Kraft und Tüchtigkeit. Es gelang ihm sogar, hier und da im ,, dunklen Erdteil" noch ein Stück Landes ausfindig zu machen, das noch frei war und deutsches Schutzgebiet werden konnte. Die deutsche Kolonialpolitik erstand. Nach dem Willen des Fürsten Bismarck hätte der tönigliche Kaufmann" vorangehen, das Reich ihm folgen follen. Der Kaufmann war dazu bereit. Doch das Reich bet borzugte eine andere Politik. Es gewann Kolonien, die es nicht erst durch den Kaufmann bearbeiten ließ, und vers waltete fie von Berlin aus. Beamte waren die Leiter der Kolonien, Juristen, Bureaukraten, Wilitärs. Wir haben damit keine sehr glücklichen Erfahrungen gemacht. Kolonien find zumeist in erster Reihe wirtschaftliche Unternehmungen, sollen es sein. Daß man nach dieser Regel nicht handelte, hat uns in manche Ungelegenheiten gebracht und uns viele Kosten gebracht. Wir rechnen dazu die Aufstände nicht ganz, denn diese hätten wohl auch unter einem anderen Kolonialregime ausbrechen können. Aber der Beamte, der Jurist, der Bureaukrat, der Offizier, haben nur in den seltensten Fällen laufmännische Begabung. Man kann sie bei ihnen wenigstens nicht voraussetzen. Der Mangel an solcher Begabung ist sehr empfindlich geworden. Balkankrieg in Sicht! Konstantinopel ist voller Kriegsgerüchte. Tatsächlich hat die türkische Heeresleitung mehrere Truppen- Abteilungen auf Mobilmachungsfaß gestellt und nach der bulgarischen Grenze entsandt. Wiederholt haben militärische Verhandlungen im Ministerrat stattgefunden und das Kriegsministerium ist in fieberhafter Tätigkeit. Vier Divisionen türkischer Landwehr find zu den Fahnen einberufen worden. Nach den Ursachen für diese Vorbereitungen braucht man nicht zu fragen angesichts der ziemlich provozierenden Haltung, die Bulgarien in den letzten Wochen angenommen hat. Das Bandenunwesen in dem umstrittenen Macedonien, an dem Bulgarien und Griechenland in gleichem Maßstabe die Schuld tragen, hat bekanntlich zu einer Spannung zwischen den beiden Miniaturmächten geführt, die jeden Augenblick an den Abbruch der diplomatischen Beziehungen den Beginn offener Jeindseligkeiten fnüpfen kann. In Sofia wie in Athen möchte man gar zu gern die bisher noch der türkischen Herrschaft unterstehende Provinz als gute Beute dem Großherrn wegschnappen und das sogen. macedonische Komitee in Bulgarien hat bereits seit dem Berliner Vertrage von 1878 die ,, Befreiung" Macedoniens vom türkischen Joch offen auf seine Fahne geschrieben. Fürst Ferdinand von Bulgarien ist ehrgeizig, mit Wonne gäbe er seinem Stammhause Koburg eine neue Königskrone. Bislang fand er mit diesem Plane teine besondere Gegenliebe bei den europäischen Vertragsmächten trotz aller diplomatischen Agitationen und Rundreisen. Hielte er Macedonien in der Hand, würde sich die Sache vielleicht leichter machen. So benutzte er die in diesem Jahre besonders heftigen gewohnten Wirren und schickte seine Soldaten zui Manövern" an die Grenze. Doch der Sultan hält die Augen offen. Es liegt ihm nicht viel daran, wenn Griechen und Bulgaren sich gegenseitig zerfleischen, dabei fann er nur gewinnen. Doch Macedonien will und kann er nicht verlieren, ohne sein Prestige in der muhammedanischen Welt und die so mühsam festgehaltene Stellung in Europa einzubüßen, deren Behauptung ihm die Ohnmacht Rußlands erleichtert. Und so setzt man auf die bulgarische Drohung den entsprechenden Trumpf. Offiziell wird zwar erklärt, man denke nicht an Krieg, sondern nehme nur die unbedingt nötigen Sicherheitsmaßregeln vor, welche die Haltung Bulgariens erfordern. Von Sicherheitsmaßregeln, die in Truppensendungen an die Grenze bestehen, bis zum Krieg ist aber nur ein Schritt. Möglicherweise aber dämpfen die Großmächte die Kriegslust der Balkan- Potentaten noch rechtzeitig durch einige ausgibige falte Wasserstrahlen. Die weiße Garde. In der lehten Zeit hatte es den Anschein, als ob wenigstens bie Armee dem Zaren treu geblieben sei, wo alles wankte. Auch diese Hoffnung erweist sich jetzt als trügerisch. Die Bersetzung im russischen Heere hat, ohne daß man es merkte, unheimliche Fortschritte gemacht und es ist bisher nur gelungen, einen Teil der revolutionären Organisation unschädlich zu machen, die neuerdings in den großen Garnisonen Anhänger sucht und findet. Das Hauptquartier dieser, weißen Garde" ist Odessa. Der Terror in der Armee. Unter den Regimentern in Odessa ist eine terroristische Bewegung im Gange, die sich nicht mehr verheimlichen läßt. Die Gruppe, die sich weiße Garde" nennt, hat einen Aufruf mit einem Todesurteil gegen den Stadthauptmann Grigoriem und sämtliche Gegner der Schwarzen Hundert erlassen. Die Behörden sind jedoch einem Teil der Organisation bereits auf die Spur gekommen. Mehrere Mitglieder, ein Arzt Dr. Levenson, der Adlige Leontiew, die Tochter des Obersten Michailova, ein Freiwilliger des DunaiRegiments, drei Unteroffiziere des Ismail- Regiments und zehn Soldaten von anderen Regimentern wurden verhaftet. Die Bewegung wird jedenfalls schwerwiegende Folgen nach fich ziehen. Odessa ist überhaupt der Herd einer weitverbreiteten revolutionären Organisation, ähnlich wie Sebastopol für die Marine. Aus Sebastopol sind die beiden Torpedoboote, auf denen Geschütze und Munition entwendet wurden, eigenmächtig davon gefahren. Die andern Gouvernements find täglich Schauplatz der wüstesten Gewalttaten, in denen die Revolutionäre gegen die bestehende Regierung demonſtrieren. Kampf gegen die Obrigkeit heißt überall die Parole. In welcher Weise sie befolgt wird, zeigen folgende Meldungen: Kasan, 3. September. In dem Dorfe Mamykow griffen 200 Bauern unter Führung eines Priesters und eines Küsters 10 Polizisten an, die in einer Herberge am Tische faßen. Die Polizisten gaben Warnung Feuer, erschossen den Küster und einen Bauern und verwundeten den Priester schwer. Die Bauern verübten dann verschiedene Brandftiftungen, bis sie schließlich auseinandergetrieben wurden. 17 Personen wurden verhaftet. Nikolajew. 4. September. Gegen den Generalgouverneur Stupin wurden mehrere Revolverschüsse abgegeben, ohne zu treffen. Der Attentäter wurde verhaftet. Petersburg, 3. September. In Woronesh versuchten als Soldaten verkleidete ordnungsmäßig bewaffnete Männer die Wache bei der Rentei abzulösen. Der Wachoffizier bemerkte den Betrug, aber die Leute entkamen. Es kommt auf einen Menschen nicht an! Nach diesem Grundsage handelt die Terroristenpartei, die selbst vor der Ermordung Unschuldiger nicht zurückschreckt. Es kann jedenfalls als sicher gelten, daß die Russin, welche in Interlaken den Rentier Müller ermordete, diesen für Durnowo hielt. Dieser hat tatsächlich kurz vor der Tat in Interlaken geweilt, und man fand sein Bild in der Tasche der Mörderin, die noch jetzt nicht glauben wollte, daß sie nicht Durnowo getötet habe. Nachdem ihr der Sachverhalt klargelegt worden war, äußerte sie nur kurz, es tue ihr leid, einen Unschuldigen ge= tötet zu haben; aber in so schrecklichen Zeiten, wie den gegenwärtigen, font me es auf einen Menschen mehr oder weniger nicht an. Jedenfalls habe sie ihre Pflicht getan. Die Maßnahmen der Regierung werden gegenüber diesen Gewalttaten immer schärfer. Aus Petersburg ist an alle Gouverneure ein Erlaß ergangen, welcher sie auffordert, verstärkte Maßregeln zur Sicherung ihres Lebens zu treffen. Stolypin hat General Pawlow be= auftragt, eine neue Kriegsgerichtsordnung auszuarbeiten, welche die Behörden der Provinzen und Städte ermächtigt, schon den leichtesten Attentatsversuch mit dem Tode zu bestrafen und die Todesstrafe noch am Tage der Verhaftung ohne Aufschub zu vollziehen. Ueber die Bezirke Telaw, Signach und Tionet der Provinz Tiflis ist der Kriegszustand verhängt worden. Und da General Trepow, wie es neuerdings heißt, weder krank noch amtsmüde ist, wird die Diktatur. wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Ferner liegen noch folgende Meldungen vor: Petersburg, 4. September. Auf Befehl des Kaisers werden die Generale Stoessel und Fock sowie Oberst Reiß wegen der Uebergabe Port Arthurs dem neugeschaffenen obersten Militärgericht übergeben werden, falls nicht die mit der Voruntersuchung betraute Behörde nach Abschluß der= selben einstimmig beschließt, den Proze einzustellen oder die Schuldigen im Disziplinarwege zu bestrafen. Petersburg, 4. September. Ein Agent der politischen Beheimpolizei, welcher vor einigen Tagen in trunkenem Zutande gegen die Tür der italienischen Botschaft einen Revolver abgefeuert hatte, wurde auf dem Disziplinarwege nach dem höchsten Strafmaß mit Dienstentlassung und mit drei Monat Gefängnis bestraft. Politische Rundschau. Deutfches Reich. * Es wird jetzt angenommen, daß in die Verhandlungen über den Abschluß eines Handelstarifvertrages zwischen Deutschland und Spanien demnächst eingetreten werden wird. Die Vorbereitungen für die von deutscher Seite zu stellenden Anträge sind dem Vernehmen nach so weit gefördert, daß sie in fürzester Frist zum Abschluß gebracht werden können. Bis zum 31. Dezember d. J. stehen beide Länder auf dem Fuße der meistbegünstigten Nationen. Der Abschluß der Verhandlungen bis dahin wäre also zu wünschen. * Die Finanznöte des Reichs scheinen teilweise überwunden zu sein. Die jezt vorliegende Abrechnung ergibt einen günstigen Abschluß des Reichsetats für 1905. Die Reichstasse hat kein Defizit wie in den vorhergehenden Jahren, sondern einen, wenn auch kleinen Ueberschuß von 6 248 000 m. gegen den Voranschlag aufzuweisen. Dieser Erfolg wurde erzielt, obwohl der Ausgabebedarf des Reiches 9 278 000 m. die etatsmäßigen Bewilligungen überstieg. Der Ueberschuß kommt auch den Einzelstaaten zugute, indem der Ueberschuß auf die gestundeten Matrikularbeiträge ber= rechnet wird. um * In Wien hält augenblicklich der Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen seine diesjährige Versammlung ab. Dem Verein gehören vierzig deutsche, zwanzig österreichische und ungarische, fünf niederländische c., insgesamt 68 Eisenbahnverwaltungen als stimmberechtigte Mitglieder an, und außerdem nehmen 17 Verwaltungen an den Einrichtungen des Vereins teil. Den Vorsitz führt Präsident Behrendt von der königl. Eisenbahndirektion Berlin. Einige Tage später, bom 12. bis 14. d. M., fiber in Lugano die 90. ordentliche Sibung der ständigen Tariftommission statt, an der Präsident 11 erwiderte Emil Brenda mit einem verräterischen Lächeln, jetzt auch garnicht mehr existiert."- ,, Ach, gnädiger Herr," er fft? Der zählt überhaupt nicht Was foll das heißen? Was wollt Ihr damit sagen? Was Fragenden zufammen, aber er war um Worte nicht verlegen. und ich hoffe, daß er De fiftere felnbfelige Mann zudte vor dem Blick des die Geschichte von dem Offizier, und ermahnt, nichts davon gesagt, als nichts davon verlauten zu lassen. Gefangenen bewachen mußte." Warum ich , Ganz einfach deshalb nicht, weil ich keine Ahnung haben teilen, da ich als wachthabender Sergeant heute Nacht die Euch den Auftrag Sie mußten es ich wurde habt Ihr mir da gab?" mir mitTrompetenstoß nach diesem. schläge im Auge behalten werde. der Ruf für die Offiziere der Front. Das Signal zum AufBeit ihn Majeßät wohl erwarten würde? Beim zweiten Versicherung, daß er in seinem Verhalten stets diese Rats Der Ritter begriff vollkommen und dankte ihm mit der Das eben gegebene Signal war Dann fragte er, um welche Ablegenheit, und unterzeichnet. feine erledigte dann entfernten ber sich Sauptmann die Herren. fallen dadurch erwiesen, daß rüstungsgegenstände in Empfang genommen hatte. den Eindruck hervorzurufen, daß er ihm einen großen( e. Der gute Alte hatte sich bemüht, bei seinem neuen Bekannten Sievauf die Uniform und die Aus= er Behrendt ebenfalls teiln Jird. Dort soll u. a. Beschluß gefaßt werden über Aenderung und Ergänzung der Zusatzbestimmungen des deutschen Eisenbahn- Personen- und Gepäcktarifs ous Anlaß der Berionen Gevärftarif- Reform. In einem Interview mit einem englischen Publizisten Hat der Reichstanzer Fürst Bülow über die englisch- deutschen Beziehungen gesprochen. Der Kanzler, der sich gegenwärtig wieder in Norderney aufhält und dort von dem Engländer aufgesucht wurde, erklärte, Deutschlands Politik verfolge den 3wed, freundliche Beziehungen zu England zu unterhalten. Es dente in Deutschland niemand daran, England die Herr: schaft zur See streitig zu machen; nur ein ehrlicher friedlicher Wettbewerb auf dem Weltmarkte werde angestrebt. Die Bagdadbahn sei ein rcin kommerzielles Unternehmen. Die Monarchenzusammenfunft in Cronberg sei ein großer Schritt auf dem Wege der allmählichen Ausschaltung der Mißverständnisse zwischen den beiden Ländern gewesen. * Unsere Schußtruppen haben neue Kämpfe in DeutschSüdwestafrika mit den Aufständischen zu bestehen gehabt. Am 29. August griff eine starke Bande den Viehposten Warmbaties nördlich Keetmanshoop an. Der Feind wurde geschlagen, von den Deutschen fielen zwei Reiter. Hauptmann Wobring nahm die Verfolgung auf, überraschte den Gegner am Abend im Busch und warf ihn nach kurzem Gefecht zurück. Am Dranje im südlichsten Teil des Schutzgebiets griff Hauptmann Anders mit dem IV. Bataillon eine stärkere Hottentottenbande an. Der Gegner leistete in starker Stellung fünf Stunden lang hartnäckig Widerstand und floh dann nordwärts. Von den deutschen Kämpfern fiel ein Bure, ein Offizier, zwei Reiter wurden schwer, ein Bure leicht verwundet. Oberst von Deimling beabsichtigt durch eine allgemeine militärische Streife das Hereroland von den kleinen, zerstreuten Banden zu säubern. Kleine politifche Nachrichten. Berlin, 4. September. Wie verlautet, ist der Rücktritt des Erbprinzen zu Hohenlohe von der Leitung der Kolonialabteilung tein ganz freiwilliger gewesen. In der Unterredung, die vor einigen Tagen der Reichskanzler mit dem Erbprinzen hatte, soll dem Erbprinzen der Rücktritt nahegelegt worden sein. Danzig, 4. September. Von der preußischen Staatsregierung sind Vorarbeiten in Angriff genommen, um eine Handelskammer für den Regierungsbezirk Danzig zu errichten. München, 4. September. Der von der Stadtverwaltung beschlossenen Umwandlung von sechs konfessionellen Gemeindeschulen in Simutitanschulen wurde von der Regierung die Genehmigung versagt. Baris, 4. September. Die Vollversammlung des franzöfischen Episkopats ist heute hier eröffnet worden. Die Bischöfe verhandeln über das Gesetz der Trennung von Kirche und Staat. Die Verhandlungen sind geheim, auch die Presse hat teinen Zutritt. Dof und Gesellschaft. ** Das städtische Rudolf- Virchowo- Krankenhaus in Berlin wurde Montag unvermutet vom Kaiser und der Kaiserin besucht. Der Kaiser hat seine Absicht den städtischen Behörden kurz vorher mitteilen lassen und wurde bon diesen empfangen. Nach der Vorstellung durch den Oberbürgermeister besichtigte das Kaiserpaar mit großem Interesse das Krankenhaus mit allen Einrichtungen eingehend. Zum Schluß wurde noch die Kapelle und Halle zur Aufbewahrung bon Verstorbenen in Augenschein genommen. Der Aufenthalt bauerte 11/2 Stunden. ** * Der vierte Sohn des Kaisers, Prinz August Wilhelm von Preußen, ist zum Oberleutnant befördert worden. Der Prinz ist am 29. Januar 1887 ge= boren, gegenwärtig also 19 Jahre alt. Deer und flotte. Abteilung für Minenwesen bei der deutschen Flotte. Jm Reichsmarineamt wird im Herbst ein besonderes Dezernat für Minenwesen unter Leitung des Kapitäns z. S. Paech errichtet. Explosion auf einem russischen Kriegsschiff. In Barrow ( England) ereignete sich auf oem im Bau befindlichen russischen Kriegsschiff Rurik" eine Explosion. Vier Personen wur.en hierbei getötet und acht verwundet. Die Explosion ist dadurch entstanden, daß entzündliche Gase an eine Naphthaflamme famen. Soziales Leben. XHerabsetzung der Arbeitszeit im sächsischen Zertilbezirk. Eine Verminderung der Arbeitszeit auf 10/2 Stunden und Erhöhung der Löhne ist bei den Textilarbeitern in Werdau vom 1. September ab eingetreten. × Friede im Königsberger Getreide- Ausladungsgeschäft. Die ausständigen Getreideträger haben beschlossen, die Arbeit bedingungslos wieder aufzunehmen. Der Streif im nordwest: × Riesenstreik in Böhmen. böhmischen Braunkohlengebiet nimmt bedrohliche Formen an. Der Ausbruch des Generalstreiks steht unmittelbar bevor. Täglich kommt es zu blutigen Zusammenstößen. Bei einer Delegiertenversammlung der Bergleute wurden drei Delegierte durch Dolchstiche schwer verletzt. Zwei Redakteure wurden verhaftet. Die Entscheidung über den Generalstreit soll am 5. fallen. Handwerks- und Gewerbekammertag. ( Erster Tag.) Sg. Nürnberg, 4. September. zunächst auf die Tatsache hingewiesen, daß die Arbeiten der Geschäftsstelle sich wesentlich gemehrt haben. Zu den Verhandlungen des Ausschusses über die Sicherung der Bauhandwerkerforderungen habe man die dem Handwerk nahestehenden Reichstagsabgeordneten zugezogen. In einer Eingabe an die XI. Reichstagstommission wurden die Wünsche der Handwerker und Gewerbetreibenden zu der Lehrlingsausbildung niedergelegt. Die Kommission hat sich diesen Wünschen im wesentlichen angeschlossen und das Verlangen ausgesprochen, daß nur solche Handwerker zur Ausbildung ron Lehrlingen befugt sein sollten, die zur Führung des Meistertitels berechtigt wären. Die Reichsregierung scheine diesem Gesetzentwurf sympathisch gegenüberzustehen. E3 werde sich nun zeigen müssen, ob auch das Plenum des Reichstages Geneigtheit für die Wünsche der berufenen Vertreter des Handwerks zeigen werde. Zum Gesezentwurf betr. die Sicherung der Bauhandwerkerforde ungen hat der Ausschuß sich nicht vergehl, daß keineswegs alle Forderungen der Handwerker befriedigt worden seien. Er hat es aber bei der gegenwärtigen politischen Lage nicht für angebracht ge= halen, ihn a priori abzulehnen und hat in diesem Sinne seine Abänderungsanträge an den Reichstag gerichtet, der sie der XI. Kommission überwies. Im Festsaale des Kultusvereinsgebäudes trat gestern Abend die offizielle Vertretung der deutschen Handwerks- und Gewerbekammern zur 7. ordentlichen Hauptversammlung zusammen. Vertreten sind die Handwerks- und Gewerbekammern aller deutschen Großstädte; auch die Regierungen der deutschen Bundesstaaten haben Vertreter entsandt und viele handwerksfreundliche Parlamentarier aus dem Reichstag und den Landtagen sind erschienen. Bereits in einer Vorberatung am gestrigen Abend wurde beschlossen, heute über den Befähigungsnachweis für das Baugewerbe, die Krankenunterstützungskassen für selbständige Handwerker sowie den Gesezentwurf betreffend den Wechselproteſt zu beraten. Der heutige Tag wurde durch einen Akt schöner Pietät eingeleitet: Im Auftrage der Handwerks- und Gewerbekammern legte der Vorsitzende, Obermeister Plate- Hannover am Denkmal des größten deutschen Handwerkers, Hans Sachs, einen Kranz nieder. Sodann wurde der gestern vorgetragene Jahresbericht besprochen. In diesem Bericht wird Die Verhandlungen drehten sich zunächst um die Beschaffung von Waschinen für selbständige Handwerker. Zu diesem Punkte nude nach längerer Debatte eine Resolution angenommen, die in der Förderung des Gewerbes durch Errichtung besonderer Organisationen eine Hauptaufgabe der Handwerks- und Gewerbefammern sieht. Eine zweite Resolution fordert die einheitliche Regelung der Lehrbrief- und Lehrvertragsformulare und dazu ein Einvernehmen der Kammern mit den Innungen. Schließlich erledigte die Versammlung noch die Frage des Rechts auf Führung des Baumeistertitels durch Annahme eines Leitſages, welcher die Kammern auffordert, dahin zu wirken, daß die Berechtigung zur Führung dieses Titels in sämtlichen deutschen Bundesstaaten an den Nachweis der Besähigung zur selbstä idigen Ausführung der Arteiten des Maurer, Zimmerer- und Steinmegenhandwerts sowie der zum selbständigen Betriebe dieser Gewerbe sonst notwendigen Kenntnisse, insbesondere auch in der Buch- und Rechnungsführung, geknüpft wird. Nab und Fern. † Nene Opfer der Berge. Redaltrur Dr. Eduard Hoeber aus Berlin stürzte aus der Kleinen Zinke bei Schluderbach infolge eines Seilrisses ab und war sofort tot. Der Führer erlitt einen Nervendjot. Vom Untersberge stürzte ein Sohn des Technikers Ingra aus Wien ab und blieb sofort tot. Aus Trient wird berichtet, daß beim Abstieg vom Cima Prefanella zwei reichsdeutsche Touristen in eine Gletscherspalte stürzten und sich schwer verletzten, aber von ihrem Führer und einem dritten Touristen gerettet wurden. † Der Mörder seines Vaters. In Kassel hat ein knapp zwanzigjähriger Bursche seinen Vater nach einem furzen Wortwechsel erschlagen. Der Vatermörder wurde verhaftet. † Im Jähzorn getötet. Auf der Eisenbahnstrecke LünenWaltrop der Hamm- Osterfelder Bahn ist der Bahnwärter Hösgen mit einer Schußwunde in der Brust tot aufgefunden worden. Unter dem Verdacht des Mordes wurde der Bahnwärter Wegener verhaftet, der mit dem Ermordeten einen Streit gehabt hatte. Wegener hat die Tat bereits eingestanden. + Ein seltsames Brautpaar. Auf dem Standesamt in Dortmund hat sich eine geschiedene Frau einem zu 2/2 Jahren Zuchthaus verurteilten, noch im dortigen Gefängnisse sizenden Gefangenen als Gattin antrauen lassen. Die Braut war in Weiß erschienen, der Bräutigam in der Sträflingskleidung. Wenn der Gefangene das Zuchthaus verlassen haben wird, muß er noch die Zwangsarbeitsanstalt aufsuchen. † Ein Hausbesitzer als Einbrecher. In die Wohnung der Witwe des Direktors Lindenberg in Dortmund brach in der vorletzten Nacht ein Mann ein, der, von der Frau Lindenberg überrascht, diese zu Boden warf und am Halse würgte. Frl. Lindenberg sprang ihrer Mutter bei, indem sie den Räuber mit einem Stuhl bearbeitete. Dieser wandte sich gegen die Angreiferin und schlug sie zu Boden, dann entfloh er, wurde aber auf der Straße durch einen Polizeihund gestellt und dann festgenommen. Der Verhaftete ist ein Zuckerfabritant Diekmann, der Besitzer eines eigenen Hauses. † Folgenschwere Explosion. Vor der Essigfabrik von Konerts in Crefeld explodierte ein Spiritustessel. Sieben in der Nähe spielende Kinder wurden schwer verletzt, fünf davon liegen im Sterben. † Auf die Schienen geworfen. Auf der Fahrt von Franks furt a. M.nach Hamburg hat bei der Station Winsen ein Dienstmädchen ihr eben geborenes Kind aus dem Schnellzug auf die Schienen geworfen, wo es tot liegen blieb. † Tolle Kriegshunde. Auf dem Depot des zweiten Jägerbataillons in Aschaffenburg wurde ein Jäger von einem tollen Kriegshunde gebissen. Die dort befindlichen fünf Kriegshunde wurden daraufhin sofort erschossen. Der Jäger begab sich in das Tollwutinstitut nach Berlin. † Von den Wellen verschlungen. Bei einem Bootsausflug, den ein Steueraufsichtsbeamter aus Triest im Kanal Risana unternahm, kenterte das Boot, und fünf Personen fanden den Tod in den Wellen. † 2½ Millionen- Defraudant verhaftet. In Tanger wurde der schon lange steckbrieflich verfolgte Direktor einer Chikagoer Bank Stensland verhaftet. Stensland war nach Defraudation von 22 Millionen Dollars aus Chikago flüchtig geworden und hatte es verstanden, durch allerlei Verkleidungen bisher geschickt allen Verfolgungen zu entgehen. † Jm Streit erschossen. In Namur hat der Wirt einer Singspielhalle, Valette, nach einem Streit auf vier nach dem Zapfenstreich eingekehrte Soldaten geschossen. Er hat den Korporal Bihain getötet und den Hornisten Gérard schwer berwundet. † Berspäteter Sommer. Nachdem der August uns schon die Freuden des Herbstes hat fosten lassen, stellt sich der September mit einer Temperatur ein, die jedem Hundstage Ehre machen würde. Die Hitze hat denn auch in den letzten Tagen zahlreiche Opfer gefordert. In Grünau wurden 7 Ausflügler vom Hizschlag getroffen, in Paris 13 Personen, die sämtlich starben. Die Temperatur betrug in London am Montag 391/2 Grad Celsius im Schatten. Die Hize wurde tagsüber so unerträglich, daß selbst die Polizeirichter der Vorstadt Stratfort sich veranlaßt fühlten, im offenen Gerichtssaal in Hemdsärmeln ihres Amtes zu walten. Da es auch in den Häusern vor Hitze kaum auszuhalten ist, haben zahlreiche Einwohner, namentlich Junggesellen. Anstalten getroffen, die Nächte über in den städtischen Parks zu verbringen. In Uebrigen deutet das Steigen des Barometers auf eine For dauer der Hitperiode hin. 17 = Gin heller Berlin Colizeirevier und bracht der erft Swölffährige herchierte mun eifrig, Eller vermißt wurde, j eldete fich ein Junge, San fiebt fich den Jung ehrliche Finder, der mor ben Sungen fragte, we babe, geftand er, daß e † Vorsicht, Wespenstiche! Ein Besucher des Zoologischen Gartens in Berlin merkte, als er eine Portion Torte mit Schlagsahne verzehrte, plötzlich einen schmerzhaften Stim n die Zunge, und es stellte sich heraus, daß dieser von einn Wespe herrührte, die sich in die Schlagsahne verkrochen hatte, Da die Zunge sofort anschwoll, mußte der Gestochene ärzt. liche Hilfe in Anspruch nehmen. † Die Brandchronik der letzten Tage ist ungewöhnli reichhaltig. Es liegen folgende Meldungen über große Feuersbrünste vor: Sprottau, 3. September. Die bekannte Fabrit bienenwirtschaftlicher Geräte von Frindt und Zeitſchler ist durch Feuer vollständig zerstört worden. Der Mitbesizer Frindt ist in den Flammen umgekommen. feine Eltern auf baden gehen wollte terbringen fönnen, al Bolizei anvertraute = Das ganjemor belannte ungarische Br harz vor einem Dorfe richtete ein furchtbare ihrer Rüdfahrt das D berrammelt bleiben, und man ftieg des Geball zu bedeut Hadersleben, 2. September. Die Fabrikgebäude und ein Lagerschuppen der Holzbearbeitungsfabrik von Hansburg sind heute nacht vollständig niedergebrannt. Rorschach, 3. September. Bei dem Brande einer Scheune verunglückte der hiesige Feuerwehrkommandant, Gemeinderat Guenthardt; durch einen herabfallenden Balken wurden ihm das Schlüsselbein zerschlagen und innere Verlegungen zugefügt. Courtetelle( Schweiz), 3. September. Durch eis Schadenfeuer wurden hier drei Gebäude, zwei große Bauernhäuser und eine Wirtschaft, bis auf den Grund ein. geäschert. Ein der Brandstiftung verdächtiger Landstreicher wurde verhaftet. Der Schaden ist zum Teil durch Ver. sicherung gedeckt. Liebschwig, 3. September. Die hiesige Zoizmühle ist niedergebrannt. Der Schaden beträgt 200 000 Mart, † Eisenbahnunfälle. Wiederum liegen zwei Meldungen über Eisenbahnunfälle vor, bei denen Menschenleben vernichtet worden sind. Auf der Kleinbahn Krotoschin- Pleschen ist bei Rozdrazewo ein Zug entgleist. Dabei sind eine Person getötet und sieben verwundet worden. Infolge eines Unwetters wurde ein Teil der Eisenbahnlinie Oran- Collombbechar zer stört. Ein Zug entgleiste. Zwei Postbeamte wurden getötet, der Lokomotivführer und mehrere Reisende schwer verletzt. † Es gibt keine Kinder mehr. Daß sich ein 13 jähriger Knabe aus verschmähter Liebe das Leben zu nehmen sucht, dürfte jedenfalls neu sein! Im Walde bei Putbus wurde ein Tertianer, ein Graf von Schwerin, aus einer Schuß wunde blutend, besinnungslos aufgefunden. Er hatte sich mit einem Revolver eine Kugel in die Brust gejagt, weil ihn seine Angebetete nicht erhören wollte. Der jugendliche Lebensmüde wurde dem Krankenhause zugeführt, wo das Geschoß entfernt werden konnte, so daß eine Lebensgefahr nicht mehr besteht. Hoffentlich furiert man ihn dann auch von seinen Liebesschmerzen mit dem spanischen Rohr. † Wertvoller Fund. Eine Geldkassette mit 24 000 Mart Wertpapieren Inhalt wurde in einem Gebüsch unweit des " Felsenfellers" in Arnstadt i. Th. versteckt aufgefunden. Wie Die Ermittelungen ergaben, war die Kassette in Arnstadt stohlen worden; die Eigentümer erfuhren aber erst von desa Diebstahl, ihnen von der Polizei der Fund gemeldet wurde. Die Bertpapiere waren unberührt. Von den Tätern fehlt noch jebe Spur. † Fener im Antwerpener Hafen. Ein großer Brand zerstörte gestern Nachmittag zwei Schuppen mit Baumwolle und Holz. Es handelt sich um die gelöschte Ladung bes englischen Dampfers Corby Castle". Der Schaden beträgt 500 000 Frants. Bunte Cages- Chronik. Grünberg i. Schl., 3. September. Der Major a. D. Dräger wurde in einem Teiche mit aufgeschnittenen Puls adern tot aufgefunden. Stadtsulza, 3. September. Hier wurde ein Arbeiter ver haftet, der sich bestialischer Tierquälereien schuldig gemacht hatte. Er hatte Hunde lebend verscharrt, hing andere mit den Hinterbeinen an Bäume und säbelte ihnen dann langsam den Kopf ab. fraße Dorfinfaffen auf die Mednung über 140 G Und die Künstlerin be Bea freigegeben wurde Graufame Gnal 19. Lebensjahre ftehend == rafanfialt Bigoun in Herferftrafe abbüßen fol von ihrer Strafzeit abge geidentt worden. Im 97. Lebensjahre ftehende Reuchelmordes vor de cntworten gehabt. Sie fie im fortwährenden Ho berfucht. Die Geschwore des Buchthauses fchloffer München, 3. September. Ein Mädchen, namens Berta Lang wurde gestern in seiner Wohnung in der Krämerstraße ermordet aufgefunden. Der Mörder ist bis jetzt noch nigt gefunden. Man vermutet als Täter einen Buhälter. Aus dem Gerichtsfaal. § Der Raubmordprozeß Cramm, der die Verurteilung des Ehepaares Schelhaas zu schweren Zuchthausstrafen zur Folge hatte, wird neuerdings wieder in Erinnerung gebradt. Die Hinterbliebenen Cramms, die Ehefrau und drei Söhne, bemühen sich eifrigst, in den Besitz des von dem angeblich G mordeten hinterlassenen, etwa 100 000 Mark betragenden Ve mögens zu gelangen. Nach den Bestimmungen des Bürge lichen Gesetzbuches ist und bleibt aber vorläufig der Fish Verwalter dieser Hinterlassenschaft, die erst ausgezahlt we den kann, wenn nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebene Frist eine Todeserklärung des Verschollenen seitens des G richts erfolgt ist. § Verurteilter Kautionsschwindler. In Wiesbaden wurde der Kaufmann Münding aus Berlin von der dortigen Stra fammer wegen bedeutender Kautionsschwindeleien zu fü Jahren Zuchtshaus, 1425 M. Geldstrafe und zehn Jahre Ehrverlust verurteilt. Kunst und Wiffen aft. Shin hat man e entlo bilflose Greifin in das L Stlige mehr finden dürf = Ein fettes Pöf Rathaus in Brüffel. D Fremden, den er herun 1 Frank. Die Gemeinde Stadtfädel diefe Trinkgel und erhob 50 Centimes C geld für den Portier 1906 belief fich das E man berechnet, daß der erhalten hat, so fann ma meistereinkommen zu wü Am Camstag h Bertreter der Stadt@ Eteinbach als Vertreter gemeinden und Kreisrat Gigen beim Finanzmini für das Projekt einer dir Gießen- Quedbor fien Durchführung 10 tuftriereiche, Eisenba brftündigen Auseinand für Eisenbahnwesen Min minifter erklärte, daß er riyapath is gegenüb Bantdiretto Rolonial Amts, ift boren und besuchte in E bie Darmit. 8tg." ich Deutschen Bant, v. S Etubien zweden in me langere Beit in der von deutschen Treuhand Ge tätig, bis er im Jah Darmstädter Bant eint in Darmstadt Advokat Führer der nationallib ben Wahlkreis Offenba fiel. Der neue Roloni Saifraft bezeichnet, ber cu umfassendes fe Bom Manöv finden gelieferten Gefe Ein Armeekorps marsh fel auf Frankfurt un 2. Infanterie Brigabe und 80, auf der Stro Das Armeeforps ift on Frankfurt her au 42. Infanterie Brigad Gefecht auf dem re Gefecht, das um 7 U 10 Uhr abgebrochen. des Gefechtes eingehen Reglement für die S einzelnen der 42. Brigad Om. Erfolgreiche Polarforscher. Die Polarexpedition des Kapitäns Amundsen ist glücklich in Nome in Alasta eing troffen, nachdem es ihr gelungen war, die sogenannte Nor westpassage durchzuführen. Das Expeditionsschiff„ Gjö verließ Christiania am 16. Juni 1903 und traf im Septembr im King Williamsland ein, wo wissenschaftliche Beobachtung 1/2 Jahre lang vorgenommen wurden. Am 13. August 195 verließ das Schiff diese Ueberwinterungsstelle und erreiche nach einer schwierigen Fahrt King Point, wo die Expedition abermals überwinterte, und von wo aus sie mit Schlitten und Hunden eine Reise nach Eagle City in Alaska unternah. Am 23. Januar 1906 fehrte sie zum Schiff zurüd, um den letzten und schwierigsten Teil der Reise anzufangen. Amundsm hat die beiden Aufgaben, die er sich stellte, gelöst. Er erreiche den magnetischen Nordpol und hat nun auch die nordwestlice Durchfahrt vollführt. * Ein nicht befond biesjährigen Ranove Boche der Ranonier Lob gefunden, berung Broß- Umftadt ein Pfer * gelände ein Difizier ein Nach einer Ber befeht bei der Beret ein Unterschieb in der angeftellten Schulverw tünftigen Boltsschull Bundesstaaten, welche endung finden, berla einen gottesfürchtigen, berbringen. ters auf eine ==Vermischtes. er des Zoologis olizeirevier und brachte einen zweijährigen Knaben mit, der Portion Sorte merzhaften Sti diefer bon Ein heller Berliner Junge kam gestern auf ein Berliner der erst Zwölfjährige, gefunden haben wollte. Die Polize cherchierte nun eifrig, in welcher Familie ein Kind in diesem lter vermißt wurde, jedoch ohne Erfolg. Am Abend erf ne bertrochen heldete sich ein Junge, der nach seinem kleinen Bruder fragte Der Gestochene eift ungemöb ngen über ie befannte F t und Zeitscher n. Der Mitbe 11. - De Man sieht sich den Jungen an, und wer war es? hliche Finder, der morgens das Kind einlieferte. A13 mar ben Jungen fragte, warum er dieses Manöver ausgeführ babe, gestand er, daß er auf seinen Bruder aufpassen müsse denn seine Eltern auf Arbeit gingen. Da er aber gern ein mal baden gehen wollte, hätte er seinen Bruder nicht sicherei unterbringen können, als daß er ihn inzwischen der Obhu dec Polizei anvertraute. = Die Fabrifgeb befannte ungarische Primadonna geriet bei einer Autofahri Das gänsemordende Auto. Frl. Sari Fedak, di turz vor einem Dorfe Oberungarns in eine Gänseheerde und rich tete ein furchtbares Blutbad an. Als die Sängerin bei ihrer Rückfahrt das Dorf wieder passierte, fand sie die Land: berrammelt. Der Motorwagen mußte stehen beitungsfabrit niedergebrannt. dem Brande e erwehrkommande fra Be erabfallenden Bal bleiben, und man stieg aus, um sich zu erfundigen, was denn lagen und in tember. Durch des Gebält zu bedeuten hätte. Da trat eine Gruppe vor Dorfinsassen auf die Künstlerin zu und überreichte ihr ein Rechnung über 140 Stüd Gänse, das Stück zu vier Kronen äude, zwei g Und die Künstlerin bezahlte schwere 560 Kronen, worauf der auf den Grund chtiger Landfrei Bea freigegeben wurde. = Grausame Gnade. Vor einigen Tagen wurde die im m Teil durch 99. Lebensjahre stehende Marie Jamnikar aus der Weibera e hiesige Boißmi er ferstrafe abbüßen sollte, entlassen. Nachdem sie zwei Jahre ägt 200 000 von ihrer Strafzeit abgebüßt hatte, ist ihr der Rest der Strafe tra fanstalt Vigoun in Desterreich, wo sie eine vieljährige en zwei Meldur fchenleben berni gin- Blefchen ist geschenkt worden. Im Jahre 1904 hatte sich die damals im 97. Lebensjahre stehende Marie Jamnikar wegen versuchten Meuchelmordes vor dem Schwurgerichte in Cilli zu verentworten gehabt. Sie hatte ihre Schwiegertochter, mit der eine Person geti fie im fortwährenden Hader lebte, durch Arsenik zu vergiften e eines Unteth versucht. Die Geschworenen sprachen sie schuldig und die Tore Collombbechar des Zuchthauses schlossen sich hinter der fast Hundertjährigen. mte wurden getöt Nun hat man sie entlassen, und dieser Gnadenakt stellt die hilflose Greisin in das Leben zurück, in dem sie nirgends eine Stüße mehr finden dürfte. e schwer verlet fich ein 13 jähren bei Putbus we aus einer G zu nehmen ju = Ein fettes Pöstchen war das Hausmeisteramt am Rathaus in Brüssel. Der Portier empfing früher von jedem Fremden, den er herumführte, ein Trinkgeld von ungefähr 1. Er hatte fich 1 Frank. Die Gemeindeverwaltung war der Ansicht, daß der it gejagt, weil i Stadtsäckel diese Trinkgelder selbst ganz gut gebrauchen könne, Der jugendise und erhob 50 Centimes Eintrittsgeld, wo hingegen das Trinkzugeführt, wo gel für den Portier wegfiel. Vom Juli 1896 bis August 3 eine Lebensgef 1906 belief sich das Eintrittsgeld auf 161 532 Fr. Wenn an ihn dann at man berechnet, daß der Portier stets 1 Fr., also das Doppelte ischen Rohr. erhalten hat, so kann man nicht umhin, sich ein solches Hausmeistereinkommen zu wünschen. te mit 24 000 Gebüsch unweit t aufgefunden. S ette in Arnstadt aber erst von d der Fund gemel rt. Von den Tät Ein großer B en mit Baum elöschte Ladung b er Schaden beh Der Major a fgeschnittenen rde ein Arbeiter en schuldig gem t, hing andere ihnen dann lang chen, namens in der Krämer bis jetzt noch n Buhälter. aal. er die Verurta Zuchthausstrafen Erinnerung geb au und drei adem angeblid art betragenden nungen des B Dorläufig der f erft ausgezahlt lich vorgeschrie nen feitens de n Wiesbaden der dortigen windeleien z und zehn Jaft. Polarexpedition ne in Alasta ie fogenannte Ditionsfchiff traf im Geptem tliche Beobachtung Am 13. Auguft 19 ftelle und erre wo die Credit us fie mit G Alasta unternal iff zurid, um fangen. mundi geloft. Gr errei Ady die nordwi Lokales. 5. September 1906. * Am Samstag hatten Stadtverordneter Kirch als Vertreter der Stadt Gießen, Bürgermeister Kris merSteinbach als Vertreter der in Betracht kommenden Landgemeinden und Kreisrat Merck als Vertreter des Kreises Gießen beim Finanzminister Gnaut eine Audienz, um ihn für das Projekt einer direkten Eisenbahnverbindung Gießen- Queckborn- Laubach zu interessieren, nach deffen Durchführung 10 weitere Ortschaften, darunter sehr industriereiche, Eisenbahnanschluß erhalten würden. mehrstündigen Auseinanders Bung wohnte auch der Dezernent für Eisenbahnwesen Ministerialrat Seifert bei. Der Finanz minifter erklärte, daß er persönlich dieser Eisenbahnverbindung sehr sympath sch gegenüberstehe. Der Bantdirektor Dernbura, der neue Leiter des Kolonial Amts, ist im Jahre 1855 zu Darmstadt geboren und besuchte in Berlin das ymnasium. Er ist wie die Darmst. Btg." schreibt, ein Schüler des Direkters der Deutschen Bant, v. Siemens, mit dem er mehrfach zu Studienzwecken in Amerika weilte. Auch war Dernburg längere Zeit in der von der Deutschen Bant gegründeten deutschen Treuhand Gesellschaft an hervorragender Stelle tätig, bis er im Jahre 1901 in das Direktorium der Darmstädter Bank eintrat. Dernburgs Vater war früher in Darmstadt Advokat und eine Reihe von Jahren einer der Führer der nationalliberalen Partei. Als solcher vertrat er ben Wahlkreis Offenbach, der später an die Sozialdemokraten fiel. Der neue Rolonial- Dirftor wird als Mann von großer Tallkraft bezeichnet, der nicht nur große Sachkenntnis, sondern auch umfassendes ssen b sizt. - * Vom Manöver. Dem am Montag bei Weißfirchen gelieferten Gefecht lag folgende Idee zu Grunde: Ein Armeekorps marschiert auf der Straße Homburg Oberufel auf Frankfurt und hat als rechte Seitendeckung die 42. Infanterie Brigade, bestehend aus den Regimentern 166 und 80, auf der Straße Weßlirchen- Steinbach detachiert. Das Armeekorps ist in ein Gefecht getreten gegen einen bom Frankfurt her auf Homburg anrückenden Feind. Die 42. Infanterie- Brigade erhält dabei den Befehl, in das Gefecht auf dem rechten Flügel einzugreifen. Das Gefecht, das um 7 Uhr 30 morgens begann, wurde gegen 10 Uhr abgebrochen. Freiherr v. Gayl besprach den Verlauf des Gefechtes eingehend und erkannte an, daß das Ererzier Reglement für die Infanterie vom 29. Mai 1906 jedem einzelnen der 42. Brigade in Fleisch und Blut übergegangen sei. * Ein nicht besonders günstiger Stern scheint über den die jährigen Manövern zu stehen. Nachdem in voriger Boche der Kanonier Wagenbach von Burkhardsfelden seinen Tob gefunden, verunglückte am Montag in der Nähe von Groß- Umstadt ein Pferd und gestern erlitt im Manöver gelände ein Difizier einen Beinbruch. * Nach einer Verfügung des Ministeriums von 1902 besteht bei der Vereidigung der Lehrer im Großh. eim Unterschied in der Eidesformel. Von den provisorisch angestellten Schulverwaltern, also den seminaristisch gebildeten uünftigen Volksschullehrern und von Lehrern aus anderen Bundesstaaten, welche in Hessen ihre erste dienstliche Berbendung finden, verlangt man, daß sie unter Eid geloben, eiren gottesfürchtigen, christlichen Sinn und Wandel bis an ihr Ende zu betätigen, während die provisorisch angestellten akademish gebildeten Lehrer( Lehramtsatzessiten und Ass ssoren) nur eidlich versprechen müssen, die ihnen obliegenden Pflichten nach bestem Wissen und Gewissen genau zu erfüllen. * Preußische Klassenlotterie. Nachdem es sich herausgestellt, daß ein großer Teil der Spieler die Erneuerung der Lose, die jedesmal 4 Tage vor der Ziehung spätestens geschehen muß, versäumt hat, ist es den Königlichen Einnehmern für Hessen- Thüringes ausnahmsweise gestattet worden, die Frist der Erneuerung noch bis zum legten Tage vor der Ziehung abends 6 Uhr auszudehnen. Dann nicht erneuerte Lose sollen der Lotteriekasse verfallen. Das spielende Publikum ist eben noch zu sehr an die Gepflogenheiten der früheren Hessisch Thüringischen Staatslotterie gewöhnt, bei der nicht so sehr auf die strikte Einhaltung der Erneuerungstermine gesehen wurde. * 20 Jahre desertiert. Im Jahre 1886, also vor 20 Jahren, nahm ein Soldat von der 11. Kompagnie des Leibgarde Infanterie- Regiments Nr. 115 in Darmstadt Reißaus und blieb sitdem verschollen. Nach mannigfachen Wechselfällen verschlug das Schicksal den Deserteur nach Deutsch- Südwest- Afrika, wo er vor wenigen Wochen erkannt und festgenommen wurde. Er wurde nach Deutschland ein. geschifft und fürzlich den Militärbehörden zu Hamburg überliefert. Dieser Tage esfortierten ihn zwei Unteroffiziere von Hamburg nach Darmstadt, woselbst er nunmehr seine Bestrafung erwartet. Da der Deserteur bereits 42 Jahre alt ist, dürfte er wohl schwerlich zur nachträglichen Absolvierung Der feiner aktiven Militärdienstzeit verurteilt werden. wettergebräunte Fahnenflüchtige scheint in den beiden Dezennien seiner Desertion des Lebens Tück: zur Genüge gefoftet zu haben. ** Vom Bierkrieg. Den Brauereien rückt man immer schärfer auf den Leib. Eine in Frankfurt abgehaltene Wirteversammlung nahm folgende Resolution an:„ Die Versammlung erkennt die seitens der Volksversammlungen gefaßten Beschlüsse zur Beseitigung der Bierpreiserhöhung an und beschließt, daß jeder Wirt verpflichtet ist, dem Volksversammlungsbeschluß nachzukommen und während des des Boykotts kein Ber zum Ausschank zu bringen und die zur Kontrolle dienenden Plakate der Boykottkommission sichtbar auszuhängen." Die Brauereien erklären in einem Flugblatt, daß sie unmöglich die neue Steuer tragen fönnen, doch sind diese Gründe nur in den Wino gesprochene Worte beim Publikum, das ja mehr Zeit zum Warten als die Brauereien hat. Ein brillantes Geschäft machen die Aeppelweintneipen. In Hanau hatten vor kurzem die geselligen Vereine beschlossen, vom 1. September ab bis zum 1. April 1907 feinerlei Vereinsfestlichkeiten abzuhalten, wenn seitens der Brauereibefizer mit der Bierboykoti- Kommission bezüglich Aufhebung der Bierpreiserhöhung bis zu einem festgefeßten Termine feine Einigung erzielt sei. Da diese Einigung nicht herbeigeführt worden ist, hat jetzt auch eine Versammlung bon 12 sogenannten Vergnügungsvereinen beschlossen, dem Beschluß jener Vereine, beizutreten. Die Gesangvereine der Stadt haben nicht nur beschlossen, feinerlei Festlichkeiten in diesem Winter abzuhalten, sie wollen vielmehr auch keinerlei feftliche Veranstaltungen durch gesangliche Mitwirkung unterstüßen. Ob die Brauereien noch nicht bald das Grausen packt? - sp. Sportliches. Das goldene Rad von Burg ( Stundenrennen mit Motorführung) gewann Adam Bäumler auf Brennabor. Er schlug sämtliche Bahnrekords bis zu einer Stunde. )( Butzbach, 4. Sept. 1. Erweiterter Zuchtvieh markt. Am 20. Sept. findet dec erste erweiterte Buchiviehmarkt für die vier südlichen Kreise der Provinz ftatt, zugleich halten der Zuchtverein für den Kreis Friedberg, der Kreisziegenzuchtverein und der Pferdezuchtverein Prämiierungen ab; auch für Zuchtschweine stehen besondere Preise zur Verfügung. Die Transportkosten für die angemeldeten Tiere nach Butzbach werden vergütet; die Tiere müssen aber rechtzeitig angemeldet sein. Der Termin ist am 3. Sept. schon abgelaufen, wird aber nochmals bis 8. Sept. verlängert. Die Anmeldungen sind so früh notwendig, da noch ein Katalog gedruckt wird, der bis zum 10. Sept. versandtfertig sein muß. Die Anmeldeliften und Marktordnungen liegen auf sämtlichen Bürgermeistereien. Die Herren Obmänner werden gebeten, sie dort abzuholen und ausgefüllt umgehend einzusenden an die Geschäftsstelle Friedberg( Homburger Landstraße 9.) * Büdingen, 4. September. Der Ausschuß der Ge werbevereine des Bezirksverbandes Büsingen- Schotten faßte in seiner jüngsten Sigung den bemerkenswerten Beschluß, gelegentlich der abwechselnd in den einz- Inen Ver= bandsgemeinden stattfindenden Bezirksversammlungen fernerhin jedesmal eine Ausstellung von Schülerarbeiten der betreffenden Handwecker- Sonntagsschule zu veranstalten. Die Gewerbeschulen beginnen im ganzen Bezirksverbande anfangs Ottober. Eine lebhafte Diskussion veranlaßte eine Eingabe seitens des Büdinger Ortsgewerbevereins, die Abstellung von Unregelmäßigkeiten bei Vergebung staatlicher Arbeiten betreffend, die bei Ausführung der Schreinerarbeiten beim hiesigen Bezirksfassengebäude unterlaufen sein sollen. Die Engabe wird demnächst der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe und der Handelskammer zur Weiterverfolgung unterbreitet. Für die nächste Tagung wurde Shotten in Aussicht genommen. * Fulda. Reservisten als Arbeissoldaten. Zur Ableistung einer Uebung wurden bei der hiesigen Garnison 18 ehemalige vorbestrafte Soldaten eingezogen. Sie sind aus dem Heere ausgestoßen und genügen statt einer militärischen Uebung ihrer Pflicht als Arbeitssoldaten. Unter Bedeckung arbeiten sie auf den Ererzierplage am Neuenberg, wo sie die aufgefahrenen Löcher und sonstige Ungleichheiten in einen fahrbaren Zustand umwandeln, damit das Bierdematerial feinen Schaden nimmt und die Kanoniere auf den Geschüßen bei den Fahrübungen nicht allzusehr gerüttelt werden. * Bellhausen. Zum Mädchenmord. Der Mord ist noch immer nicht aufgeklärt. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittelungen haben bisher in feiner Weise Erfolg gehabt, und es scheint, als ob tatsächlich ein Wandergeselle, der glig nach der Tat ins benachbarte Bayern oder nach Preußen abging, der Mörder gew sen sei. Indessen fann man sich doch der Vermutung nicht verfchließen, daß der Täter vielleicht unter den männlichen Bekannten der Ermord ton zu suchen ist. Neuerdings hat die Staatsanwaltschaft festgestellt, daß zwischen dem 8 Chausener Mord und der vor zwei Jabren erfolgten Ermordung der Telephonistin Haas bei Aschaffenburg gewisse Aehnlichkeiten bestehen. Sie hat deshalb von schaffenburg die Akten eingefordert, um genauere Vergleiche anzustellen. Der Mörder der Haas ist bekanntlich noch nicht entdeckt, vielleicht hat er auch das Verbrechen von Zellhausen auf dem Gewissen. * Frankfurt. Der Bureaukratismus hat wieder einmal eine schöne Blüte getrieben. Eine größere Anzahl Schüler und Schülerinnen hiesiger Schulen( wohl über 1000) hatten sich zu den Frühzügen am Hauptbahnhof eingefunden, um Ausflüge nach dem Taunus, nach dem Rhein und der Bergstraße zu unternehmen. Die Mehrzahl wurde auch glatt befördert, etwa 100 Kinder aber mußten zurückbleiben, weil ein Lehrer die von dem Beamten am Billetschalter ge forderte B scheinigung des Rektors einer Schule nicht vor= zeigen konnte, wonach der Lehrer zur Empfangnahme der Fagrtarten autorisiert war. Die Frff. N. N." fragen dazu mit Recht:" Konnte diese Bescheinigung nicht nach= träglich beigebracht werden? War es nötig, wegen dieser geringfügigen Unterlassung die Kinder, die sich gewiß schon lange auf den Ausflug gefreut haben, zurückzulassen?" Hus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 4. September. Der Kaufmann Emil Bender aus Gießen war gr= ständig, im Laufe des Jahres 1904 etwa 36 Wechsel in Gesamthöhe von annähernd 6000 Mt. gefälscht zu haben, sodurch Gießener Bankiers um namhafte Beträge ges häbigt wurden. Nachdem die Sache entdeckt worden war, flüchtete er nach Belgien, von wo er fürzlich hierher ausgeliefert wurde. Die Verhandlung ergab, daß er als gelernter Seifensieder ohne jegliche faufmännische Vorkenntnisse ein Ladengeschäft betrieb, das zu seinem finanziellen Ruin führte. Nach seiner Flucht wurde der Konkurs über sein Vermögen verhärgt und gegen ihn auch ein Verfahren wegen Vergebens gegen die Konkursordrung eingeleitet, das aber mit Einstellung des Strafverfahrens gegen ihn endigte. Ungesichts der erheblichen Schädigung hielt das Gericht cine empfindliche Strafe für angezeigt und verurteilte ihn zu 2 Jahren Gefängnis und 5jährigem Ehrverlust.- W gen Beleidigung eines Amtsrichters zu Lauterbach wurde dec Müller Johannes Krug 1. von Udenhausen zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hat den Richter, der die Verhandlung in einem gegen ihn schwebenden Prozeß, der zu seinen Ungunsten ausging, leitete, einen Schwindler genannt und dabei bemerkt, am Bericht fönne man auch„ schmieren", womit er den Richter den Vorwurf machte, daß er sich bestechen ließe. Das Gericht hielt es im Interesse der Algemeinheit für geboten, auf eine empfindliche Strafe zu erkennen und sprach dem Beleidigten auch die Publikationsbefugnis zu. Literarisches. „ Ackerschollen" von Lina Leidl. Allerhand spaßige und ernsthafte Geschichten aus der alt- bayerischen Bauernwelt. Verlag D. Dreyer& Co., Berlin. Preis 1 Mt. Wer Freude an frischer Lektüre hat, dem sei das Buch bestens empfohlen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 6. September. Trübung und Regenfälle, stellenweise mit Gewitter, am Tage fühler, windig,( Witterungswechsel.) ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es können eingestellt werden: 1 Schweizer, 1 landw. Knecht, 6 landw. Arbeiter, Ziegeleiarbeiter, 4 Schlosser, 2 Schmiede, 3 Schreiner, 1 Lackierer, 1 Mühlenarbeiter, 3 Waschfrauen, 1 Puz frau, 1 jüngerer Glaser, 1 Anstreicher, Erdarbeiter, 1 Küchenmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 2 Kutscher. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Schmied gegen Vergütung, 1 Glektromonteur, 1 Schreiner, 1 Kellner gegen Vergütung, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: 1 Schweizer, 1 Maschinist oder Heizer, 2 Stutscher, 4 Wasch und Putzfrauen, 1 Flickerin, 1 Kaufmann, 1 Auslaufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Haushälterin, 1 Büglerin, 1 Näherin, 2 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 1 Packer, 1 Kassier oder Bureaudiener, 1 Bureaugehilfe. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratente! Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Carboline, der Liebling aller Frauen und Mädchen, erzeugt schönes, geschmeidiges Haar, verhindert dessen Ausfallen und Ergrauen und wirkt im Sommer erfrischend auf die Kopfhaut. Kein Haarpräparat besigt diese Eigenschaften so wie Carboline. Zu haben à 3 Wif. die Flasche in den Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder direkt von H. H. Warner& Co., Schäfergasse 10, Frankfurt a. M. %. 1906 Alice- Kochschule Gießen. Der Kochkursus beginnt am 18. September ds. Js. Anmeldungen werden entgegengenommen in der Aliceschule, Kirchstraße 20 und bet Frl. Möser, Oberlehrerin, Gartenstraße 30. Wir empfehlen unsern Mittagstisch zu billigsten Preisen in und außer dem Hause. Lebensgrosses Porträt Brustbild nach jeder Photographie vergrössert. Echte Kreidezeichnung. Grösse 45 x 55 cm. Aehnlichkeit garantiert. 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Mts, nachm. s die Garten- und Feldbesitzer an den ihren Grundbesig werden im städtischen Hospital, Seltersweg an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen einfriedigenden Partie Kleider und Küchengeräte öffentlich meifb Hecken im Laufe des Monats September die neuen versteigert. Sprößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurückzubinden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Stenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Artikel 43 des Feloftrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 mt. bestraft werden. Gießen, den 1. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. Behufs Vornahme von Kabelarbeiten ist das Kabel in der Bahnhofstraße, von Westanlage bis Marktstraße am 5. September vormittags ausgeschaltet und die Stromlieferung unterbrochen, was wir hiermit den anliegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. Gießen, den 4. September 1906. Städtisches Elektrizitätswerk Gießen. Stolte. Verdingung von Meliorationsarbeiten. Die für Feldbereinigung Gießen, links der Lahn erforderlichen, nachberzeichneten Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots in mehreren Losen vergeben werden und zwar: 1. Drainagearbeiten 2. Anfahren von Drainröhren 3. Verschleifen alter Gräben 4. Grabenarbeiten 5. Chaussierungsarbeiten 6. Verlegen von Zementröhren 7. Anliefern von Basaltsteinen 8. Anliefern von Kies 9. Anliefern von Zementröhren 10. Aufsehen von Steinen und Messen 35 000 lfdm 4970 Ztr 6800 Ifdm 2280 lfdm 3940 qm 324 Stck 1070 cbm 126 cbm 324 Stck Gießen, den 31. August 1906. Armenamt Gießen. Curichmann. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten zur Errichtung Einfriedigung beim Neubau der höheren und erweit Mädchenschule sollen Samstag, den 15. September d. J., vormittags 10 Uhr öffentlich vergeben werden. 1. Maurerarbeit. 2. Steinhanerarbeit: a) Lungsteinarbeiten( Basaltlava), b) Sandsteinarbeiten( rote Mainsandsteine Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingu liegen während der Dienststunden bei uns zur Gin offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zei an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 4. September 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Vergebung von Maurer- und Pflasterarbei Die für die Erneuerung der Bürgersteig befestigu im Seltersweg erforderlichen Maurer- und Pfla arbeiten sollen Montag, den 10. ds. Mts., vorm. 11½ Uhr öffentlich bergeben werden.- Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen lie während der Dienststunden bei uns auf 3immer N des llebergründungsmateriales 1130 cbm Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde während der Dienststunden zur Ein- zur Einsicht offen. Angebote auf vorgeschrieben ficht offen. Die Angebote haben in Prozenten des Sostenanschlags zu erfolgen, sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag, den 11. September d. Js., vorm. 10 Uhr bei uns einzureichen, woselbst deren Eröffnung um die angegebene Zeit in Gegenwart etwa erschienener Bieter stattfindet. Ziehung bestimmt ohne Aufschub v. 1. bis 6. Okt. er. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 31. August 1906. Großh. Kulturinspektion Gießen. J. V.: Wallet. Jeder Deutsche muß ein Nürnberger Los zu 1 Mk. baben, mit welchem zu gewinnen sind: 100000 40000 bares Geld, im ganzen 13597 Gewinne mit Richard Buchacker, Gießen. 2 Familien- Wohnungen 300000 Daselbst 11 Lose f. 10 Mt solange zu vermieten. Vorrat( f.Lifte u. Porto 25 Bfg. mehr) Gießen, Walltorstraße 33. Lahnkalk- u. Marmor- Industrie August Gabriel Jr. Glessen. Kalkwerke: Abendstern. - Telefon 84. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken und gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteins D. N. F. 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