Nr. 207 baltion u.Haupterpebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechenschink Nr. 362. Dienstag, den 4. September 1906 Gießener 15. Jahrgang € Gratisbellegen: Oberbeffische Familienzeitung( und die Stekener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Rokalanzeiger für Gießen und Ihngebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden non - Der Bauhandwerker wie er fein foll. Bum Handwerks- und Gewerbekammertag in Nürnberg. Der deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag, der em Montag in Nürnberg zum fiebenten Mal zusammen trat, beschäftigte fich mit mehreren Fragen, die das deutsche Handwerf und sein Interesse sehr nahe berühren. Der Handwerksund Gewerbekammertag ist allmählich zur anerkannten Vertretung des gesamten deutschen Handwerks geworden. Die Konsequenz davon ist, daß die Regierung auf sein Gutachten in den Angelegenheiten seines Interessenkreises großes Gewicht legt. Eine alte Handwerkerforderung ist die Einführung des Befähigungsnachweises für Bauhandwerker. Die Reichsregierung hat sich bisher nicht entschließen können, dieser Forderung nachzugeben. In der Novelle zur Gewerbeordnung, die dem Reichstag bereits zur Beratung vorgelegt ist und boraussichtlich im kommenden Winter zur Erledigung kommen wird, hat die Reichsregierung es vorgezogen, zunächst durch Borschriften über die Sicherung der Bauforderungen von Handwerkern dafür zu sorgen, daß zur Ausübung des Baugewerbes nur zuverlässige Personen zugelassen werden. Der Ausschuß des Handwerks- und Gewerbekammertags hat fchon im Januar d. J. zu der erwähnten Novelle sich dahin geäußert, daß er in dem Entwurf wohl einen FortSchritt gegenüber dem geltenden Zustand erblicke, doch von den weitergehenden Wünschen, besonders von der Einführung des Befähigungsnachweises für das Baugewerbe nicht absehen tonne. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Plenum dem Gutachten seines Ausschusses beipflichten. Es bleibt abzuwarten, ob die Begründung des Gutachtens stark und überzeugend genug sein wird, um den Reichstag und die Reichsregierung zu weiteren Ergänzungen der Gewerbeordnungsnovelle in der angedeuteten Richtung zu bestimmen. Die Frage ist strittig. Wir gestehen ohne Vorbehalt zu, daß uns nach unserem Laienverständnis die Forderung des Befähigungsnachweises für das Baugewerbe billig erscheint. Schon aus der einfachen Erwägung, daß der Laie nicht imstande ist, die den Vorschriften der Sicherheit entsprechende Ausführung eines Baues zu prüfen, während er gezwungen ist, Leib und Leben dem Bau anzuvertrauen. Wo ein solches Verhältnis herrscht, da scheint es nicht unangemessen, daß zur Ausübung bes betreffenden Gewerbes nur Personen zugelassen werden, bie in einer Prüfung dargetan haben, daß sie die er= forderlichen Kenntnisse besitzen. Allerdings läßt sich auch nicht verkennen, daß die bloßen Kenntnisse noch leine Gewähr für eine sachgemäße Ausführung bieten, und daß man die Kenntnisse auch ohne Prüfung gewinnen fann. Hier ist vor allem Gewissenhaftig= feit nötig. In dieser liegt weit besserer Schuß, als in einem wohlbestandenen Examen. Andererseits läßt sich nicht in Abrede stellen, daß die Gewissenhaftigkeit durch eine bestandene Prüfung nicht beeinträchtigt wird. Wiederum verdient die Erfahrung Beachtung, daß die große Mehrzahl der Kunstfehler im Baugewerbe von fachlich wohlunterrichteten Maurern begangen werden, nur ganz ausnahmsweise von solchen Ber= sonen, denen es an der nötigen Ausbildung mangelt. Solcher Erfahrung gegenüber wäre es verfehlt, weil zu einem trüglichen Sicherheitsgefühl leitend, den Befähigungsnachweis im Baugewerbe als eine Schutzmaßregel zu empfehlen. Es ist zum mindesten denkbar, daß man es für richtiger hält, das Publikum dazu anzuhalten, unter den Personen, denen es Bauausführungen übertragen will, kritische Auswahl zu halten. Diefe Kritik wird eingeschläfert, wenn jeder Baugewerbetreibende auf Grund bestandenen Examens von vornherein als hinreichend tüchtig und qualifiziert angesehen werden darf. Man sieht aus diesen Anführungen, die das Thema noch feineswegs erschöpfen, daß die Frage so einfach nicht liegt, wie es den Anschein hat. Namentlich auf dem flachen Lande dürfen den einfachen Bauausführungen keine verteuernden Schwierigkeiten bereitet werden. Die unmittelbare Folge einer Nichtbeachtung dieser Rücksicht würde sein, daß Reparaturen über Gebühr hinausgeschoben würden. Daß das unter Umständen recht gefährlich werden und empfindlichen Schaden bringen kann, bedarf feines weiteren Nachweises. Immerhin haben die Verbündeten Regierungen bisher Schon gezeigt, daß sie den Gutachten und Wünschen der Handwerkervertretung aufmerksame Beachtung zu schenken gewillt sind. Wenn sie einer bestimmten Forderung gegenüber fich ablehnend verhalten, so tun sie das gewiß nicht aus Eigenfinn, sondern auf Grund eingehender Erwägungen. Das schließt nicht aus, daß man in einem späteren Zeitpunkt Vertändigung über das findet, was gegenwärtig noch strittig ist. * * * Zwei bedeutsame Anträge liegen der Versammhing in Nirnberg vor. Der westfälische Handwerkskammertag stellt den Antrag zu beschließen: ,, Gegen den von der Reichstagskommission zur Abänderung der Gewerbeordnung angenommenen Antrag der Abg. Dr. Hizze, Trimborn und Dahlem betr. Ausübung der Baukontrolle durch Gewerbeinspektoren unter Hinzuziehung gewählter Bauarbeiter in einer Eingabe an Bundesrat und Reichstag mit aller Entschiedenheit Stellung zu nehmen" " " Vom geschäftsführenden Ausschuß ist zur Frage der Führung des Titels Baugewerksmeister" oder„ Baumeister" der Versammlung folgender Antrag unterbreitet worden: Der 7. Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag erachtet den Umstand, daß die Führung der Titel„ Baus meister" und Baugewerksmeister" in den meisten deutschen Bundesstaaten jedermann freigeftellt ist, als geeignet, den Wert des in einem Bauhandwerk auf Grund des§ 133 RGD. erworbenen Meistertitels zu beeinträchtigen. Er beschließt deshalb, dahin zu wirken, daß die Berechtigung zur Führung der Titel, Baumeister" und Baugewerksmeister" in sämtlichen deutschen Bundesstaaten an den Nachweis der Befähigung zur selbständigen Ausführung der Arbeiten des Maurer-, Zimmerer- und Steinmezenhandwerks, sowie der zum selbständigen Betriebe dieser Gewerbe sonst notwendigen Kenntnisse, insbesondere auch in der Buch- und Rechnungsführung, geknüpft wird." Nicht mit Unrecht wurde schon vor dem Zusammentritt des Tages" in Nürnberg eine lebhafte Debatte über vor stehende Anträge erwartet. Reform der Kolonial- Verwaltung. Die überaus lebhasten Angriffe, denen die deutsche Kolonial- Verwaltung ausgesetzt war, haben jetzt zu einem Personenwechsel geführt, den man ebenso oft vorausgesagt, wie bestritten hatte. Der stellvertretende Kolonialdirektor Erbprinz zu Hohenlohe- Langenburg ist amtsmüde geworden, wie folgende halbamtliche Meldung ankündigt: Der mit der Leitung der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts betraute Erbprinz zu Hohenlohe- Landenburg hat gebeten, ihn von dieser Stellung zu entbinden. Es ist in Aussicht genommen, dem Direktor der Bank für Handel und Industrie Bernhard Dernburg die Leitung der Kolonialabteilung zu übertragen. Die Nachricht ist in ihrem ersten Teile keine Ueberraschung. Der Erbprinz zu Hohenlohe sollte, wie man weiß, ursprünglich ein selbständiges Reichsamt erhalten. Dem Reichstag wurde in Vorschlag gebracht, die Kolonial abteilung in ein Kolonial a mt umzuwandeln, an dessen Spitze der Erbprinz treten sollte. Der Reichstag hat diesen Vorschlag abgelehnt, ja nicht einmal den Titel eines Unterstaatssekretärs für den Leiter der Abteilung bewilligen wollen. Die mancherlei Wirrnisse haben vermutlich auf den Erbprinzen ermüdend gewirkt und in ihm den Entschluß reifen lassen, aus seinem Amte zu scheiden, das eigentlich noch fein Amt war. Was nun die Berufung des Herrn Dernburg betrifft, so bildet sie kein vollständiges Novum, und zwar ist es mehr als einmal auch in Preußen vorgekommen, daß Männer, die nicht aus der Beamtenlaufbahn hervorgewachsen waren, an leitende Stellungen gelangt sind. Wir erinnern nur an den Handels- und späteren Finanzminister von der Heydt, der 18 Jahre in Preußen die Geschäfte leitete und vorher an der Spizze eines Bankhauses gestanden hatte. Wir erinnern an den ehemaligen Finanzminister Hobrecht, der in das Finanzministerium vom Berliner Rathause aus gelangte, und an Dr. Miquel, der Oberbürgermeister von Frankfurt a. M. gewesen war, bevor er Finanzminister wurde. Das lezte Beispiel war Herr von Möller, der als Groß- Industrieller n die Leitung des Handelsministeriums berufen wurde. Im Reiche aber war bisher kein ähnliches Beispiel bekannt. Hier ist die Berufung des Herrn Dernburg ein erster Versuch. Es ist schon oft davon die Rede gewesen, daß unseren Kolonieen der Kaufmann eher nötig wäre als der Beamte und selbst der Soldat. Der Alt- Reichskanzler Fürst Bismarck hat mehrfach den Grundsay aufgestellt, daß in den Kolonieen der Kaufmann voran gehe, der Kaufmann die Kolonieen erst schaffen und einrichten müsse, ehe sie eine Be= amtenverwaltung im eigentlichen Sinne erhalten fönnten. Kaiser Wilhelm II. hat den Gedanken in schnellem Entschlusse ausgeführt. Wir wollen hoffen, daß die neue Organisation, die dadurch dem gesamten Kolonialmesen gegeben und der neue Geist, der in die Leitung einzieht, den deutschen Kolonieen zu frischem Aufblühen verhelfen werden. Die Revolution der Straße. Nach der Aera der Attentate scheint nun in Rußland die der Straßenkämpfe zu beginnen. Offenbar gehen die Revolutionäre jetzt zur offenen Gewalttat über und bezeichnenderweise sind es wieder die Ostseeprovinzen, in denen der erste Ansturm gemacht wird. Die Regierung scheint zwar den Vorgängen in jener Gegend nur wenig Beachtung zu schenken, aber die Lage ist zweifellos ernſter, als die Behörden glauben. Libau im Aufruhr. Jedenfalls haben sich in Libau Szenen abgespielt, die faum zu beschreiben sind. Die lettischen Revolutionäre eröffneten aus Häusern und Barrikaden ein reges Feuer auf die Truppen und die Polizei. Die Truppen gingen zu einer Straßenattace vor und nahmen mit dem Bajonett Haus auf Saus. Auch zahlreiche Frauen fämbften auf den Barrikaden. Die Schlacht dauerte zwei Stunden, und zahlreiche Tote bedeckten die Straßen. Eine Rotte mezelte bestialisch den Hochgeehrten Probst Zimmermann mit seiner Familie nieder. Trog des Flehens Bedauernswerten verschonten sie niemanden. Auch der Rappelsche Pastor wurde tödlich verwundet. Mehrere andere Pastorate wurden gebrandschaßt. In der Nacht wurde aus in der Nähe des Gefängnisses ge legenen Häusern auf einen Militärfonvoi geschossen. In der Gospodskajastraße wurde auf eine Polizeipatrouille geschossen und dabei ein Polizeibeamter verwundet. Das herbeigerufene Militär umzingelte die Häuser und gab mehrere Salven ab. Das beiderseitige Feuern währte anderthalb Stunden. Von den Soldaten wurde feiner verwundet; von Privatpersonen wurden 4 getötet. Außerdem erlagen zwei Zivilisten den erhaltenen Wunden. Verhaftet wurden 32 Männer und 29 Frauen. In Lennewarden bei Riga ist der lutherische Pastor mit seiner Frau ermordet worden. Gegen die Steuern. Die Eintreibung der Steuern hat in vielen Gegenden Krawalle verursacht. In den Dörfern um Odessa haben sich die Bauern erhoben und zahlreiche behördliche Organe und Polizisten getötet und verwundet. Militär ist nach den aufrührerischen Dörfern abgegangen. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Polen und anderen Gouvernements. In Zyrandom kam es gelegentli Begräbnisses eines vom Militär erschossenen Aers zu Ruheſtörungen. Das Militär gab eine Salve ab, durch die sechs Bersonen getötet und ungefähr zwanzig verletzt wurden. Die Regierung scheint sich über die ferneren Maßnahmen noch nicht klar zu sein. Diftatur in Sicht? Es heißt, daß ein Ministerrat in den nächsten Tagen die Frage erörtern soll, ob wieder eine Diftatur eingerichtet werden soll. Im Widerspruche damit steht allerdings die Meldung, daß der als Diktator am besten geeignete General Trepow beim Zaren vollständig in Ungnade gefallen ist. Der Zar hat ihn auf die Liste der Staatsdiener gesetzt, deren Entlassung in Aussicht genommen ist. Als seine Nachfolger werden die Generäle Kleighers und Kyraposoff in erster Linie genannt. Die nächsten Tage werden hierüber vielleicht Klarheit bringen. Ferner liegen noch folgende Meldungen vor: Helsingfors, 2. September. Der Kommandeur des 22. Armeeforps hat die über den Rest der Sveaborger Meuterer vom Kriegsgericht ausgesprochenen Todesstrafen für einen Sols daten in lebenslängliche, für drei in zwanzigjährige, für sechs in fünfzehnjährige, für die übrigen Soldaten und zwei Bauern in zwölfjährige Zwangsarbeit verwandelt. Tula, 2. September. Der Präsident des Tulaer Bezirksgerichtes Remezoff wurde in seiner Villa durch acht Revolverschüsse ermordet. Die Täter entfamen. Politifche Rundschau. Deutfches Retch. * Entgegen den vielfach laut gewordenen Gerüchten, dürfte es als sicher gelten, daß der Kaiser nicht nach Amerika geht. Der Kaiser selbst hat bei der Audienz, die er Herrn Francis, Präsident der verflossenen St. Louiser Welt, ausstellung, gewährte, auf dessen Einladung erwidert, er freue sich sehr über das Interesse, das das amerikanische Volk an seiner Persönlichkeit nehme, und würde die Vereinigten Staaten sehr gern einmal sehen. Aber er habe zu Hause zu viel zu hin." Zu dem angeblichen Zwischenfall, der durch die Landung deutscher Matrosen in Valparaiso hervorgerufen sein sollte, wird jetzt festgestellt, daß der Kommandant des Kreuzers " Falfe" unbewaffnete Mannschaften des Schiffes in Valparaiso an Land geschickt hat, um bei der Errichtung von Zelten zur Unterkunft für die deutsche Kolonie behilflich zu sein. * Von Tanger aus wird das in der französischen Presse verbreitete Märchen von einer marokkanischen Gesandtschaft nach Berlin energisch zurückgewiesen. Es sei eine lächerliche Erfindung, daß der deutsche Gesandte Rosen in Fez auf die Entsendung einer Gesandtschaft gedrungen habe. Türkei. ** In Konstantinopel ist das dreißigjährige Regierungsjubiläum des Sultans festlich begangen worden. Die Stadt var reich geflaggt; abends fand eine große Illumination tatt. Am Tage der Thronbesteigung wurden in gewohnter Weise die Glückwünsche der Missionschefs durch die ersten Dragomane sowie die der geistlichen und weltlichen Würdenträger im Yildis dargebracht. Das Befinden des Sultans bessert sich nach offizieller Meldung andauernd. Dof und Gefellfchaft. Die Abreise des Kaiserpaares in das Manövergelände ist auf Donnerstag, den 6. d. M., vors mittags 102 Uhr festgesetzt. Der Sonderzug bringt das Kaiserpaar von der Station Wildpark bei Potsdam zunächst nach Breslau, wo auf dem dortigen Bahnhofe eine Begrüßung durch die städtischen Behörden stattfindet. 11 8. Dantte au laffen, als lettere fich des Auftrags des Offizlers er. Mbele fite tore Dilfe und Debeutete tx, fie allein te Noch eins, Fräulein! Herr von Amberg mich Ihnen folgendes ausrichten: Der Seger Ihnen feine Worte zu überbringen." des Ein tiefer Seufzer entrang sich der Brust des Mädchens, Himmels fei mit Ihnen jetzt und immerðar, und ich versprach, einer der Gardisten; und fie schritten auf den steig fortzusetzen. Gegenstand daß sie mit ihm anbinden wollten, und neben sich gehen hieß, beschloß er seinen Weg auf dem BürgerAus dem Wege, Bauernflegel!" Jetzt war Amberg überzeugt, schrie ihr Anführer: Heda, he! Sie da vorn! Aufgepaßt! bie Rolonne fchwenkte, threr Attacke zu. Mit rauher Stimme indem er Gottlieb Diese 2Borte hatten 3x Folge, ban ber Maim mir an ben Commen, mein ober soll ich meinem Burschen sagen, werter Freund, wollt ihr freiwillig mit ausgeschlossen ist. Solch' einen Vorfall weist man nicht ohne transportieren? Ihr könnt überzeugt einir helfen fou, euch ber Kavalier ihn festpackte und zu ihm sagte: ,, ört, Sie gerichtet waren, den Gebanten an lucht aufgab, währeno daß daß ein Entrinnen moito non fich" er ungefähr elner Stunde, machte er UCH nerbleten P mit Majestät nach Potsdam Pettert mären wir gerufen hätten in Ihre Arme gestürzt hätte, daß Sie über die Mauer ge er gesehen hätte, wie die Dame fich im Garten ihres Baters " Ja, gnädiger Herr, er behauptete mit Entschiedenheit, baß Wenn wir gestern nicht Nachtplenerabe bom Bosten tanten. blefes t gehabt hätten, wären wir und hätten Sie getannt." ANT Der Reichskanzler urst Bülow hat sich nach Norderney zurückbegeben. Vor seiner Abreise wurde er vom Kaiser empfangen. ** Wie aus Wien gemeldet, erlitt Erzberzeg Eugen einen Wagenunfall. Als der Erzherzog sich auf das Manöverfeld in der Nähe von Steher begeben wollte, scheuten die Pferde der Equipage und rannten gegen einen Gaslandelaber. Die Equipage sowie der Kandelaber wurden vollständig zertrümmert. Nur durch den Umstand, daß es dem Herzog und seinem Adjutanten gelang, rechtzeitig ab zuspringen, wurde Unglück verhütet. Soziales Leben. X Ein Kongreß preußischer Gemeindebeamtenvereine hat in Kreuznach getagt. Für weitere Kreise von Interesse ist das Ergebnis einer Teilerhebung über die Verhältnisse der Gemeindebeamten in Preußen. Man hat in etwa 500 Städten Ermittelungen angestellt und dabei gefunden, daß angestellt find a) bei der ordentlichen Verwaltung 40 Prozent der Beamten auf Lebenszeit, 42 Prozent auf Kündigung, 1,6 Prozent vorübergehend und 16,4 Prozent durch Privatdienstvertrag; b) bei den Betriebsverwaltungen 25 Prozent auf Lebenszeit, 32,2 Prozent auf Kündigung, 4,5 Prozent vorübergehend und 38,3 Prozent durch Privatdienstvertrag. X Neues Institut zur Bekämpfung der Krankheiten. In Begenwart des preußischen Kultusministers von Studt, der tädtischen Behörden und der Vertreter der ärztlichen Wissens chaft fand die Einweihung des Georg- Speyer- Hauses statt, bas Institut soll der Erfindung und Erforschung nener Heilstoffe dienen. X Gärung im Duger Revier. In einer in Dur abgehaltenen Versammlung beschlossen die der Partei der unabhängigen Sozialisten angehörenden Bergarbeiter, sofort in den Ausstand zu treten. Eine gleichzeitig tagende Delegiertenbersammlung der sozialdemokratischen Bergarbeiter sprach sich gegen den Ausstand aus. Die unabhängigen Sozialisten brangen in den Saal der Delegiertenversammlung ein, wodurch ein Tumult entstand. Einige Führer der Sozialdemo fraten wurden verletzt. Gendarmerie räumte den Saal. × Streiffrawalle. Im Komitat Hunyard fanden Krawalle der ausständigen Arbeiter der Petrosenyer Kohlenbergwerke mit dem Militär statt, bei denen 175 Personen leicht verwundet wurden. Der Anführer der Streifenden Mihaly Gulassy wurde mit 15 Genossen verhaftet. Ein Arbeiter der einfahren wollte, wurde von seinen Genossen derart mißHandelt, daß er in das Krankenhaus überführt werden mußte. Das Militär wurde um zwei Kompagnieen Infanterie verstärkt. Die Zahl der Streifenden beträgt 7000. Der Hlldeutfche Verbandstag. H. Dresden, 3. September. Heute ist der Verbandstag geschlossen worden. Den Mittelpunkt der Verhandlungen bildete die gestrige Sigung im großen Saale des Gewerbehauses, zu der außer Professor Hasse fast alle führenden Leute der aldeutschen Propaganda erschienen waren. So bemerkte man Exzellenz Liebert- Berlin, Graf E. Reventlow, Senator Neumann- Lübeck, Major Stößer Potsdam, die Reichstagsabgg. Lattmann- Kassel und SchackHamburg, Superintendent Klingemann- Essen. Besonderes Interesse erweckte das Erscheinen des Reichstagsabgeordneten Dr. Stein- Wien, des Führers der alldeutschen Bestrebungen in Desterreich. Professor Hasse, der durch Krankheit in seiner Familie verhindert war, wurde im Vorsitz durch Rechtsanwalt Glaß aus Frankfurt a. M. vertreten. Rechtsanwalt Glaß führte in seiner Programmrede aus, es sei die Anschauung weitester Kreise, daß die deutsche Marokkopolitik mit einem Mißerfolge geendet habe. Der Redner sagte u. a.: Wir haben uns darüber nicht gewundert und messen auch der Haltung Italiens in diesem Falle keine besondere Bedeutung bei, da nach unserer Ueberzeugung der Dreibund längst nur noch ein Stück Papier ist. Wie traurig es in Wahrheit mit der äußeren Politik des deutschen Reiches bestellt ist, geht daraus hervor, daß ihm nur die angeblich unbedingte Freundschaft und Zuverlässigkeit Desterreich- Ungarns geblieben ist. Auf dem Gebiete der inneren Reichspolitik in von Erfolgen auch nichts zu sehen. Nur keine Konflikte" bleibt das Merkwort des gegen wärtigen Kurses. Wir sind berechtigt, zu sagen, daß die innere Politik des heutigen Regiments nicht zu trennen ist von der äußeren, daß die Fehler der einen sich wiederfinden bei der anderen. Nur Viertel- Arbeit ist in der Flottenfrage geleistet, nicht anders steht es mit der Kolonialpolitik, wo die Schwäche und Haltlosigkeit der Regierung zusammenfallend mit der Eng herzigkeit und Verständnislosigkeit der Volksvertretung, einen traurigen Zusammenbruch herbeigeführt haben, für den beide die Verantwortung zu tragen haben. - Nachdem Oberbürgermeister Beutler den Verbandstag begrüßt hatte, nahm Graf Reventlow das Wort zur Frage der Abrüstung. Der Redner äußerte sich heftig gegen alle kraft desto stärker sein muß, je schärfer unsere auswärtige Politik sei. In der Diskussion betonte Generalleutnant Liebert, Deutschland hätte die geringste Ursache, von Ab. rüstung zu sprechen und fuhr fort: oder Teilhaber der großen Konzessionsgesellschaften! Eine stärkere Heranziehung der freien Kaufmannschaft, der Missionen und wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Kenner der Kolonien zu seinen Beratungen sei notwendig. Generalleutnant Liebert äußerte sich in ähnlichem Sinne und wandte sich zum Schluß gegen den infamen" Formalismus und gegen Humanitätsduselei. ,, Wir wollen in den Kolonien nicht die Leute zu Christen machen, sondern sie follen für uns arbeiten. Das wollen wir mal rund heraus sagen! Dieser Humanitätsdusel ist geradezu lächerlich. Die deutsche Sentimentalität hat uns einen Mann wie Peters geraubt. Das deutsche Kapital flage ich an, das sein Geld nicht in deutsche, sondern in fremde Kolonien, sogar in die faulen portugiesischen Kolonien steckt. Lehrer Heeger- Graz gab einen Ueberblick über die Arbeit der deutsch- österreichischen Schutzvereine. Redner sprach den Wunsch aus, es mögen die Deutschen in Desterreich endlich auf der Plattform gemeinsamer Bedrängnis, frei von fleinlichem Parteigezänke, frei von trennenden Standesvorurteilen und sonstiger gesellschaftlicher Berklüftung sich fest zusammenschließen zu einem einzigen, gewaltigen Machtfaktor, dessen erstes und höchstes Ziel sein müßte: Die Wiederherstellung der deutschen Vormacht in Desterreich. Am Spätnachmittag wurde im Ausstellungspark eine zahlreich besuchte Sedanfeier abgehalten, bei der Superintendent Klingemann- Essen die Festrede hielt. Hus dem Gerichtsfaal. § Wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses stand der pensionierte Oberdrucker aus dem bayerischen Kriegsministerium, Joh. Seidl, aus Rothenburg o. Z., vor der 3. Münchener Straftammer. Die Verhandlung fand unter strengster Ausschließung der Oeffentlich eit statt. Es handelte sich um die aufsehenerregenden Vorfälle, die sich f. 3. während der juristischen Zwischenprüfungen an der Münchener Universität ereigneten. Seidl hatte die Vervielfältigungs- Arbeiten in der Druckerei des Kriegsministeriums zu überwachen, und gab einem der Kandidaten Aufschlüsse über die in der Prüfung zu stellenden Fragen 2c. Die Sache kam heraus und gab Anlaß zur Sistierung der Prüfungen. Seidi kam mit nur 10 M. Geldstrafe davon, weil er selbst das Opfer eines Vertrauensbruches geworden und von seiner Indiskretion nicht den mindesten petuniären Vorteil gehabt hat. Cokales. 4. September 1906. ** Der Großherzog hat am 1. September den Serwalter bei der Gemeinschaftsverwaltung der medizinischen und der Frauenklinik der Landesuniversität ernannt. ** Webertragen wurde dem Schulverwalter August Becker aus Holzhausen v. d. H. die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wohnfeld und der Schulverwalterin Johanna Jockel aus Wetsenau mit Wirkung vom 1. Oktober an eine Lehrerinnenstelle an der höheren Bürger( Mädchen-) Schule zu Alsfeld. * Die ersten deutschen Postkarten mit zwei Marten gelangen in den nächsten Tagen zur Ausgabe. Es sind dies die bei der Abschaffung der 8weipfennigtage übriggebliebenen Karten, denen eine zweite Marte zu 3 Pfg. in brauner Farbe aufgedruckt ist. Die Reichsbruckerei verschickt die Karten jezt an die Kassen der Oberpostdirektionen. Es ist die Anordnung getroffen, daß diese Karten vor den Karten zu 5 Pig. verkauft werden. Bom Mänöver 1906. Das Regiments- Exerzieren der meisten Truppenteile ist jetzt beendet und im Laufe dieser Woche beginnt das Brigade Exerzieren. Die Regimenter der 42. Infanterie- Brigade( 80er, 81er, 166er) übten sett dem 17. August im Gelände Braunheim, Nieder- Mosel, Weißkirchen. Gestern Montag wurden die Regimenter durch Exzellenz von Eichhorn und General von Gail besichtigt. Diese Infanterie- Brigade begibt sich Dienstag nach Mainz und dann nach Rheinhessen, wo die gesamte 21. Division Wie man an maßgebender Stelle hört, wird die Eröffnung des Landesmuseums in zwei bis drei Monaten stattfind jedenfalls vor Weihnachten. R. Der 19. deutsche evangelische Kirchengesang bereingtag wurde am legten Sonntag, dem 2. Septemb nachmittags 3 Uhr im Rathaussaale Schleswig durch da stellv. Vorsitzenden, Herrn Oberkonsistorialrat D. Flöring. Die Zeitung, alfo fpra S der Gefundenzeiger Und wenn ihr Wort aud Die Wirkung dauert, bie Gleichwie der Regen, den Sid in der Staaten Fru Und zum Schluffe fp Darmstadt, eröffnet. Der Bestand des Evangelischen Kirch Munich aus: gefangvereins für Deutschland hat sich gegen das Vorjahr nicht wesentlich verändert; er umfaßt 22 Landes- und Provinzialvereine und 6 Einzelvereine mit etwa 1600 Rirchen und 400 Schülerhören. Neu beigetreten ist letthin der Kirchenmuftifoerein zu Schwerein. Eine Reihe von deutsche Kirchenbehörden und Synoden hat es anch im vergangenen sache nicht fehlen lassen, und auch die Eisenacher Konferen Den Naden freif, die Aug Der Freiheit treu und fei So mögft du weiter burd nb immer foll's bein R Sm Macht'gen diefer Er Profdorf. Um 1. folgende Seminariften Jahr an tatkräftiger Unterstützung der Krchengesangberein am Lehrerfeminar deutscher Kirchenregierungen hat bei der Verhandlung über Krofdorf, D di: Nebengottesdienste der Wirksamkeit der Kirchengesang Die Genannten vereine zur Hebung des gottesdienstlichen Lebens anerkennend gedacht. Die Jahresrechnung schließt mit 1317,76 m. in Einnahme und 1028,81 M. in Ausgabe ab, also mit einem Kassenbestand von 288,95 Mt. Denkscheist über die Schleswiger Tagung wurde beschlossen, ebenso die Fortsetzung des Vereinstatalogs. Beglar. Der Pre Big. auf 70 Pfg. das Bom Bogelsberg Beftion Ulrichstein be Die Herausgabe einer ferung Lauterbach- D Der Kirchen des Sommers erneu gesango reinstag im Jahre 1907 wird in Stuttgart gefeiert od über Petershaine und damit das Jubiläum des 25jährigen Bestehens des ergeführt worden. D deutschen Gesamtvereins verbunden werden. Dem Vorstande der hainerhof bis Laubac des Zentralausschusses und besonders Herrn Oberfonfiftorial rend, ist allen Freunden i rat Flöring wurde auf Antrag des Herrn Storchenrats D. Herold warmer Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen, pichlen. Langsdorf Rome und die angeregte Sigung sodann nach zweistündiger Dauer arzellenvermeffung und den geschlossen. Abends 8 Uhr fand im Rathaussaale eine Beenartung Feldheim, die grügungsversammlung statt, die einen sehr angeregten Vergen liegt und Hungen Zwischen den einzelnen Reden erfreute derheiten fließ man auf eine Schleswiger Lehrergesangverein unter Leitung des Herrn nend zu einem Gebäu Kantors Ehlers die Versammlung durch prähtige Lieder for Röschen- Gieß lauf nahm. vorträge. Teil des Limes handelt Inheiden und durchschn * In einer in Frankfurt abgehaltenen Versammlung ingen Auneburg fom von Mitgliedern der Hessischen Obst- und Gartenbauvereine wurde beschlossen, einen Landesverband hessischer hem war vor Jahrhund Obst- und Gartenbauveine zu gründen, um es der hat man die umfart dadurch möglich zn machen, ein außerordentliches stimmbe felt. Das jeßt entdeck rechtigtes Mitglied in die hessische Landwirtschaftskammer 0 Minuten nördlich d zu wählen. Gouterslirchen, 3. Se 6gulhaus eingen tung des Straßenmeifters *** Der Gesamt- Taunusklub hält am 23. Sept in Weg ac seine General Bersammlung ab. abreicht 9520 Beer gegen 12867 um Juli 1906 um ** Gießener Volts bad. Im Auguft wurden verkoſtenaufmande von 2 10170 im August 1905 oder im Durchschnitt per Tag 107 Bäder gegen 415 im Juli 1906 und 328 im August 1905. If " " 1 " Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3741 Männer, darunter 587 34 10 g. 1582 Frauen, 484 10 Wannenbäder: 1. Kl. 287 Männer, 103 Frauen. 2. l. 668 Brausebäder 1. kl. 765 Männer, 126 Frauen. 2. Kl. 1235 603 279 " " Dampf und Heißluftbäder, sowie Wassage" zusammen 111 Männer, 20 Frauen. Die Personenwage wurde von 280 Personen benut, tas Bad von 2 Personen besichtigt. " - Dai bebick Harter Hobgräfe. Bigner bed fiscating agent, daunten bereits abgewies Ai, 3. Sept. Err de gegen die Wahl des pruch beim Kreisamt erh A Bad Nauheim, 3. S Klär: und Kanal drohen mancherlei Schwi hatte diefer Tage ein Falanals für die Badeh Stadt wies auf das ge daß es ihr nicht mög hen, wenn nicht der 5000 St.) mindestens d Friedberg, 3. Septe gliche Tätigkeit für das Kreisarzt Dr. Nebel * Vom Waidwerk. In Oberhessen sind laut Darmst. Btg." die Meinungen nach den ersten Hühner tagen recht geteilt. Man findet ſtrichweise recht gut befeßte. Magbem bie t Revere, und von anderen Seiten, besonders aus den höheren Gebieten Oberhessens, hört man viel flagen. Rehwild hat im Vogelsberg sehr gelitten, sodaß sehr viele engegangene Stücke gefunden wurden. Mit Fasanen scheint es in Oberhessen verhältnismäßig besser bestellt zu sein, we mit Hühnern. Allerdings kommen Fasanen in Oberheffen überhaupt nicht nicht abzu häufig vor. , borläufig die S durch den Landrat v. Biedenkopf, 3. Sep Jedenfalls haftliche Ausstellu baben eröffnet. Sie Das große goldene Rad von und Gartenprodukte, ihr Manöver abhält. Die Regimenter 166 Hanau und fich aber gegen früher der Fasanenbestand erfreulicherwet 168 Buzbach- Offenbach, die sonst nur zwei Bataillone haben, wurden durch Einziehen von Reservisten des beurlaubten Standes am 23. August auf drei Bataillone gebracht. Ihre Ausbildung im Gewehr Modell 98 und im neuen Exerzierreglement fand seither statt, jetzt sind sie zu den anderen Bataillonen ins Feld gerückt. Das 3. Bat. 168er marschierte von Offenbach über Langen nach Griesheim. Abrüftungspläne und kam zu dem Resultat, daß unsere Wehr. 168er) beiſammen und nun findet dies: Woche Brigad. Dort iſt jezt die 49. Infanterie. Brigade( 115er, 116er, Exerzieren statt, an das sich Ende der Woche die Besichtigung schließt. Die eigentlichen Manöver beginnen am 11. Sept. mit dem Brigademanöver. Die 25.( hessische) Division manövriert in Startenburg. Die Divisionsmanöver beginnen am 17. Sept. und enden am 22. Sept. in der Nähe von Reinheim Dieburg- Roßdorf. Am gleichen Tage werden die Infanterie- Truppenteile noch nachhause gebracht, am 24. wird die Infanterie- Reserve entlassen, die Reserve der Artillerie und Kavallerie einige Tage später. Wir brauchen unser Heer nicht nur im Kriegsfall, sondern wir würden uns im Falle seiner Abschaffung auch für den Frieden der besten Waffe für die Entwickelung von Technit, Handel und Verkehr entledigen. Wir Deutsche haben umsomehr ein starkes Heer und eine starke Flotte nötig, als uns jetzt eine Diplomatie fehlt. In der ganzen deutschen Geschichte gibt es außer Bismarck nicht einen großen Diplomaten. Das, was uns an Diplomaten fehlt, müssen wir durch brutale Macht, durch Kraft ersetzen. Diese Macht ist eben Heer und Flotte. Bedauerlich ist, daß wir Deutschen kein einziges großes nationales Blatt baben, welches auch im Auslande den Ton angibt. Wir haben uns in Berlin bemüht, ein führendes nationales Blatt zu schaffen. Wir brauchen ein starkes Heer, nicht nur gegen unseren Feind, sondern auch für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Innern. Wir müssen also auch für den inneren Kampf gerüstet sein. Wenn mich jemand fragt, ob wir abrüsten sollen, dann sage ich; Um Gotteswillen, erhaltet euch eure Arince! Baut Kähne, Kähne, Kähne! Hierauf sprach Reichstagsabgeordneter Amtsgerichtsrat Lattmann- Kassel, der die Afrikareise der Abgeordneten mitge macht hat, über das Thema„ Neuaufbau der deutschen Kolonialpolitik." Die Notwendigkeit einer Kolonialreform, so führt der Redner aus, werde allgemein anerkannt, auch von der Regierung. Der erste Grund des Zusammenbruchs der bis: herigen Kolonialpolitik liege in dem Mangel flar erkennbarer Arbeitsziele. Planlosigkeit sei der Hauptstempel der Politik gewesen. Die Organisationsreform habe zu bringen ein selbständiges Kolonialamt, eine Aenderung in der Zusammensetzung des Kolonialrats und Deffentlichkeit seiner Verhandlunaen. Etwa die Hälfte seiner 38 Mitglieder seien Leiter * Die Kriegertameradschaft Hassia umfaßt zur Zeit 920 Vereine mit über 64 000 Mitgliedern. 17. * Das hessische Landesmuseum, das nach den Plänen des Professars Messel in Darmstadt am Paradeplat errichtet worden ist, wird nun doch nicht am September, dem Geburtstage der Großherzogin, eröffnet werden. Die Museumsdirektion hat zwar alle Hebel in Bewegung gefeßt, um den schon vor längerer Zeit feftgefetten Eröffnungstermin einzuhalten, es gaben sich jedoch im legten Augenblick Schwierigkeiten in der Weise eingestellt, daß die Schränke zur Unterbringung der verschiedenen Sammlungen nicht pünktlich abgeliefert worden stad. Diese Schränke find den Sammlungen angepaßt und machen den betr. Firmen viel Arbeit, was bielleicht bei Uebernahme der Aufträge mit bestimmten Ablieferungstermin nicht entsprechend berücksichtigt worden ist. Die Verschiebung des Eröffnungstermins hat den Vorteil, daß die zoologische und mineralogische Sammlung völlig eingerichtet werden fann. Der historische Teil des Museums vielleicht der wichtigste dürfte bis zu einem späteren Termine ebenfalls fast völlig fertiggestellt sein. - - bedeutend gehoben. sp. Sportliches. ber, Saweine, Biegen, München( Dauerrennen über 100 km) gewann Benáte usw. Der große he Dickentmann unter Aufstellung neuer Weltrekords ipright, ift Dienstag- Weit Windschutz auf seinem bewährten Brennaborrade. Ulrichstein, 3. Septe * Was ist die Zeitung? Was in unseca then einen großen Tag, wurde eingeweiht. Damer flor, auf den Zeit die Preſſe bedeutet, das schildert Oskar Blumen " Frankfurter Zeitung" zu ihrem fünfzigsten Geburts thal treffend in einem Glückwunschgedicht, das er besten die zahlreichen tag widmete: Die Zeitung... welch ein wunderlich Geschöpf! Geboren aus dem Hasten der Sekunde, Rasch eingeflüstert von der flieh'nden Stunde. Gekleidet in ein fnisterndes Gewand Und dennoch Herrscherin in Stadt und Land. Selbst wer sie schmäht, er kann sie nicht entbehren. Und bleibt sie lässig eines Tages aus, Dann ist es uns, als würd' es still im Haus, Wir brauchen diesen mittei samen Gast, Der uns mit leicht bewegter Plauderzunge Erzählt der Weltbegebenheiten Lauf Und alle bunten Nichtse dieser Erde. Die Zeitung ist ein weitgeöffnet Fenster, Das uns die Welt in ihcer Breite zeigt Und in der Enge unsres armen Ich Die Blicke aufschließt für das All des Lebens, Die Zeitung ist der Zaubermantel Fausts, Der über Länder uns entführt und Meere Und alles, was die Mensten freut und schreckt, Algegenwärtig vor die Augen breitet, Vom Blizz bedient, der seinen Flug begleitet. wie Zeitung ist der große Wellenspiegel, Darin die Zeit ihr wechselnd Antlig schaut. Die Tage wandern mit den Fluten fort. Verschlungen wird die Stunde von der Stunde. Das Gestern wird vom Heute überauscht- Der Spiegel aber bleibt unwandelbar, Und feine Schminke, feine Mastenkunst Besteht vor seiner mitleidlosen Klarheit. Die Zeitung ist. Was ist die Zeitung nicht? Und wer's erfahren will in einem Wort, Der frage nur den grozen Philosophen, Der in der Mainstadt einst geatmet hat. te ererstandenen Grundma b berishte, entge bergturm ist in Baf Meter hoch, er ist an da beliefen sich auf iberg Berein aus eigen Heft aus Staatsmitt von Herrn Kreisbo ifter war Herr Ha abend brannte ein Geb C in die Lande leuchtete. en bengalisch beleuchtet. Ulrichstein, 3. Septe egers für den Kaminfeg bejegt werden. Nieder- Pfleiden. Ben 10 Uhr verschieb dab ttmeister a. D., In erer Drden. Bor Jah Ба Man laffe A pirb die Groff Ronaten Hattf Die Zeitung", also sprach der ernste Weise, Fit der Sefundenzeiger der Geschichte." Irb wenn ihr Wort auch mit dem Tag verklingt, Kirchengein die Wirkung dauert, die es einft entzündet: , dem 2 Septe leswig burd rat D. Florin Gleichwie der Regen, den die Flur verschlingt, Gih in der Staaten Fruchtbarkeit verkündet.. angelischen Raunsch aus: Ind zum Schlusse spricht der Dichter der Jubilarin gegen das Bo 22 Landes etwa 1600 Ri Cen ift lbihin Reihe von deut im bergang Verhandlung Den Nacken steif, die Augen klar und rein, Der Freiheit treu und feind dem Heuchelschein... 60 mögst du weiter durch die Zeiten wallen. Inb immer foll's dein Ruhmestitel fein, Den Mächt'gen dieser Erde zu mißfallen! Krofdorf. Am 1. September wurde die Abgangschengefangofing am Lehrerseminar in Dillenburg beendet. Un ihr Eisenacher Konf folgende Seminariften aus dem Kreise Weglar beteiligt: der Kirchengor. Die Genannten haben die Prüfung bestanden. it 1317,76$ ig. auf 70 Pfg. das Pfund erhöht worden. har Krofdorf, Diehl Kölschhausen und FeuerbachLebens anerlen e ab, also mit e Herausgabe Weylar. Der Preis für Kalbfleisch ist von Vom Vogelsberg, 3. September Die Wegewurde beschlo Seftion Ulrichstein des Vogelsberger Höhenklubs im 98. Der Kite des Sommers erneuert und im Verein mit Seftion eferung Lauterbach- Dirlammen Ulrichstein ist durch Herrn v. Bothmer dahier, geleitet von dem Gedanken, noch recht lange Jahre die Segnungen des Landaufenthaltes zu genießen. Seine Hoffnungen sollten sich nicht erfüllen, denn jezt ist er abberufen worden. Einige Jungen machten draußen die ersten Versuche im Mähen. Beim ersten Anziehen der Sense wurde einer derselben derart ins Bein getroffen, daß eine Sehnenzerteilung stattfand und man ein Lahmwerden des Beines befürchtet. * Alsfeld, 3. September. Milchpreis. Auf der legten Generalversammlung der hiesigen Moltereigenossen schaft wurde n. a. beschlossen, den Preis für das Prozent Fettgehalt der Vollmilch von 3,2 auf 3,5 Pfg. zu erhöhen. Es ist dies ein Preis, der wohl von keiner anderen Molkerei in der Umgegend bezahlt wird. * Alsfeld, 3. September. Am Samstag wurde im Beisein von Kreisrat Dr. Melior in der Gewerbeschule hier die schon lange geplante Ausstellinng preisgekrönter Entwürfe zu billigen Wohnungen aus dem Wettbewerb des Ernst Ludwig Vereins eröffnet. * Alsfeld, 3. Sept." In seiner letzten Sizung beschloß der Gemeinderat einstimmig den Neubau einer Stadtschule und Oberrealschule und stellte zu diesem Zweck einen Kredit bon 250 000 Mt. bereit. * it Stuttgart gebod über Petershainerhof- Jägerhaus nach Laubach gen Bestehens geführt worden. Diese neugeschaffene Tour, bon en. Dem Vorftashainerhof bis Laubach durch prachtvolle Waldungen rn Oberfonfiftond, ist allen Freunden des Vogelsberges ganz besonders Verdacht lentte sich auf einen dreißigjährigen Studenten aus Herrn Kirchen empfehlen. gfeit ausgefprod Erinnerung an die Ausstellung beim kunstliebenden Publikum festhalten und zugleich den am Besuch verhinderten zahlreichen Kunstinteressenten einen Ueberblick über das Schaffen der deutschen Künstler ermöglichen. Marktberigte. Steker 1. Sept. Auf dem heutigen Wochenmart todeten Butter per Bfb 120-1.30., Hübnereter ber Stild 8-9 fa, Enteneter St. 0-0 Pfg., Käse ver St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Vfd. 22 Pfg., Linsen per Vid. 32 Pfa., Tauben ver Paar 0 80-1.00 Mt., Hühner per Stüd 1.00-1.60 Mt., Hahnen per Stüd 0.80-1.80 Mt., Enten per Stück 1.80-2.20 mt., Gänse per Pfd. 00-00 Pfg.. Ochsenfleisch per Pfd. 80-86 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 80-82 Pfg., Schweinefleisch per Pfd. 80-91 Pfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfd. 94-00 Pfa., Kalbfleisch ver Pfd. 80-84 Bfg., Hammelfleisch per Pfd 60-80 Pig., Kartoffeln per 100 Kilo 7.00-8.00 Mt., 3wiebeln per Str. 6.00-8 00 Mr., Weiskraut per Std. 15-30 fd., per St 10-30 Pfg., Aepfel ver Pfd 15-20 Pfg., Zwetschenper 3tr. 0.00-0.00 mt., Kirschen per Pfd. 30-40 Pfg., Milch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherzieher feilgeboten werden. Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 3. September 1906 Ochsen Kälber Höchste Schlachtotehpreise in Frankfurt a. M. Fleischpreise in( Steßen 50 kg Schlachtgewicht 85-87 M. 2 kg 80-86 f. 98-102 Pf. 80. 80-84 bo. 86-90 1/2 11 " " do. Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 kg Roggen do. Homburg. Ein Attentäter. Zur Kenntnis der hiesigen Polizei fam, daß sich in Bad Soden ein junger Russe aufhalte, der im Taunus ein Attentat verüben wolle. Die Polizei stellte umfangreiche Nachforschungen an und der Süd- Rußland, der sich zum Kurgebrauche in Bad Soden Schweine Langsdorf. Römerfunde machte man bei der aufhielt. Der Verdächtige wurde einem längeren Verhör weistündiger leavermessung und den Feldbereinigungsarbeiten in der unterzogen und in polizeiliches Gewahrsam genommen. Der thaussaale eine arlung Feldheim, die zwischen hier, Bellersheim und Verdacht hat sich aber als haltlos erwiesen. Die polizeiliche angeregten gen liegt und Hungen zugeteilt ist. Bei Rodungs- Durchsuchung seiner Effetten ergab nichts Verdächtiges, Reben erfreute eiten stieß man auf eine 50 cm starfe Mauer, die anworauf der Verhaftete wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Beitung des Sinend zu einem Gebäude gehörte. Denkmalpfleger Er ist bereits von Soden abgereist. prähtige or Stöschen Gießen fonstatierte, daß es sich um en Teil des Limes handelt. Dieser führt aus der Gegend enen Bersamainingen Ansburg fommend über Kastell, Langsdorf d Gartenbau Inheiden und durchschneidet die Gemarkung Feldheim. band hessischein war vor Jahrhunderten ein Dorf. Bei Rodungsgründen, um beiten hat man die umfangreichen Mauern schon früher rdentliches ftimmt geftelt. Das jezt entdeckte Mauerwerk des Pfahlgrabens andwirtschaftstogt 20 Minuten nördlich davon. B § Gonterskirchen, 3. Sept. Am Sonntag wurde unser b hält am 23. 6 ues Schulhaus eingeweiht. Das Gebäude ist unter tung des Straßenmeisters Sommerforn aus Laubach mit August wurden dem Rostenaufmande von 28 000 Mt. erbaut. Die WeihJuli 1906 be hielt Pfarrer Hohgräfe. ab. urchschnitt per Lich, 3. Sept. Erneuten Wahlprotest haben 328 im August 19 Gegrer des fürzlich gewählten Beigeordneten Heller beim olgt verteilt: obingtalausschuß eingelegt, nachdem der Kreisausschuß die 587 zu 10 lamunten bereits abgewiesen hat. Auch in Münster зн 484 10 arde gegen die Wahl des neuen Bürgermeisters Gontrum er, 103 Frauen imprud beim Kreisamt erhoben. 603 " 0 Personen be - A Bad Nauheim, 3. Sept. Dem Projekt der gemein 126 Frauen. man lär und Kanalisationsanlage für Fried279 g drohen mancherlei Schwierigkeiten. Das staatliche Tief Maffage zufammt hatte dieser Tage ein Gesuch um Anlage eines Abatanals für die Badehäuser an die Stadt gerichtet. de Stadt wies auf das gemeinsame Projekt hin und erlate, daß es ihr nicht möglich sei, auf Las Projekt ein gehen, wenn nicht der Staat zu den hohen Kosten Serheffen find 5000 t.) mindestens die Hälfte beitrage. den ersten Hüh Friedberg, 3. September. Der Streik der eiſe recht gut bierze. Nachdem die hiesigen Aerzte vom 30. Auguft besonders aus Te jegliche Tätigkeit für das Hospital eingestellt haben, ist viel klagen. Rueisarzt Dr. Nebel vom Ministerium verpflichtet en, sodaß ſehr den, vorläufig die Stelle eines Hospitalarztes zu Mit Fasanen ehen. bestelt zu sein, Biedenkopf, 3. Sept. Gestern Nachmittag wurde janen in Oberhie durch den Landrat v. Heimburg die große landwirt: or. Jedenfalls oftliche Ausstellung für den Regierungsbezirk tand erfreulichesbaden eröffnet. Sie umfaßt in großartiger Auswahl mler, Saweine, Biegen, Kaninchen, Geflügel, Fische, goldene und Gartenprodukte, landwirtschaftliche Wasainen, km) gewana Brite usw. Der große Feftzug, der ein malerisches Gepräge Beltrefords heapricht, ist Dienstag Mittag. aborrade. Ulrichstein, 3. September. Gestern hatte unser BergWas in unidahen einen großen Tag, der langersehnte Schloßberglich Geschöpf! De, rt star Jedicht, das abebten die zahlreichen Festgenossen, unter denen ein infzigsten Gebet Daner flor, auf dem schönen Schloßberg, in dessen windrer standenen Grundmauern heute flotter Wirtschaftsbeherrschte, einige recht vergnügte Stunden. Der bergturm ist in Basaltmauerwerk ausgeführt und ca. Beter hoch, er ist an das Gemäuer angebaut, die Bauto beliefen sich auf ca. 3100 Mt., von denen der Siberg Verein aus eigenen Mitteln 700 Mt. aufgebracht, bet Rest aus Staatsmitteln gedeckt wird. Die Päne wn von Herrn Kreisbauinspektor Berth- Alsfeld gefertigt, Am Baumeister war Herr H. Keil 2., Oberohmen. Fiberd brannte ein Sebanfeuer auf dem Schloßberg, das wir in die Lande leuchtete. Der Turm und die Burgpartien witam bengalisch beleuchtet. Stunde. d Land. tcht entbehren. im Haus, ft, Junge Fenfter, eigt 6 Lebens, Faufts, Meere und schredt, begleitet. gel, fchaut. Tort Der Stunde. ujhtunft eit. night? Bort, jen, hat Ulrichstein, 3. September. Die Stelle eines Kaminfelgers für den Kaminfegebezirk Ulrichstein soll demnächst net besetzt werden. Nieder- Ofleiden. Donnerstag, 30. Auguft, abends gegn 10 Uhr verschted dahier Bodo von Mansberg, Wittmeister a. D., Inhaber des Eisernen Kreuzes und aberer Drden. Vor Jahresfrist bezog er die Villa des * 79 " 18.75 M. 16.26" Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 kg 54 Bf Schwarzbr. d. 50 " Es Fechenheim. Liebende Eltern hat das 8jährige Töchterchen des Friseurs A. hier. Vater und Mutter gingen durch, vermutlich nach der Schweiz, wo sie herstammen, und ließen das Kind hilflos zurück. A. war fürzlich zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden, die er noch nicht mr. 17.25 bis 17.75, Pfälzer Mt. 17.00 bis 17.50, fränkischer Wit. verbüßt hat. * Offenbach, 3. September. Die Vorbereitungen zur Bürgermeisterwahl sind nach dem„ Offenb. Abendbl." einen Schritt vorwärts gekommen. Die am Samstag erfolgte Eröffnung der Schreiben der offiziellen Bewerber ergab, daß sich 33 Kandidaten gemeldet haben, darunter ein Major a. D. und ein früherer preußischer Oberbürgermeister. Der Ausschuß für die Wahl hat beschlossen, behuss gründ= licheren Studiums jeder einzelnen Bewerbung die Aklen bei den Mitgliedern zirkulieren zu lassen. Da dies einige Zeit erfordert, so dürften erst Ende September oder Anfang Ottober weitere Schritte des Ausschusses zu erwarten sein. ( Sollten die sozialdemokratischen Stadtverordneten, die ja den Ausschlag geben, sich nicht doch schon für einen Kandidaten entschieden haben? D. Red.) * Mainz. Die Mainzer Lederwerke haben nunmehr ihr gesamtes Baugelände unter Zugrundelegung des städtischen Bebauungsplanes in sieben Baublöcke mit 163 Bauplägen eingeteilt und verkaufen die Baupläge freihändig. * Darmstadt, 3. September. Hofbuchdruckerei Karl Wittich, der Mitinhaber der alten renommierten L. C. Wittischen Hofbuchdruckerei( Tageblatt- Verlag) feierte am 1. b. Met. fein 25 jähriges Geschäftsjubiläum. Das Gesamtpersonal der Firma ließ dem Jubilar durch Chefredakteur Dr. Waldnestel eine tunstvoll ausgestattete Adresse im Brachtrahmen überreichen. * Aus Rheinhessen. Zigeuner plage. Auf Anordnung der Kreisämter haben in den letzten Tagen mehrere Bürgermeistereien durch ortsübliche Bekanntmachung die Dorfbewohner auffordern lassen, den Zigeunern, die gegenwärtig die Landgemeinden schwer heimsuchen, teine Almosen zu verabreichen und auch keine Waren zu bekaufen, besonders keinen Alkohol. Rechtsauskünfte. ( Für die erteilten Auskünfte kann eine zivilrechtliche Haftung nicht übernommen werden.) Fritz M. Auch im Falle der Verheiratung muß das Dienstmädchen die ges ßliche Kündigungsfrist innehalten. Auswanderung. Sie erhalten einen Auslandspaß nur mit Erlaubnis des Zivilvorsißenden der Ersatzkommission, an den Sie sich persönlich wenden wollen. Zinsen. Die Verzugzinsen betragen 4 v. H, bei Forderungen von Kaufl uten gegen Rauflente aus beider. seitigen Handelsgeschäften 5 v. H. S. 40. Die freie Station wird für Steuerzvecke mit 480-540, auch 600 Mt. in Ansaz gebracht, je nach Stellung und Lebensführung. Terminversäumnis. Gegen Sie ist Versäumnisurteil erlassen und mußte erlassen werden, weil Sie im Termin nicht erschienen waren. Legen Sie Einspruch ein. Literarisches. Die Große Berliner Kunst- Ausstellung 1906," so betitelt sich ein im Kunstverlag von J. Spiro Berlin W. Kurfürstenstraße 148 erscheinendes Bilderwerk, dessen erste Lieferung uns vorliegt. Das neue Unternehmen, das in späteren Jahren fortgesetzt werden soll, will die Hausfrauen kauft nur Man laffe MAGGI's Würze nur in MAGGI's Originalfläschchen nachfüllen. Frankfurt a. M., 3. Sept. Fruchtmarft. notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mt 17.30-17.50, kurhessischer Mr. 16 90-17.25 Roggen, hiesiger Mf. 15 50-15.75, russischer Mt. 17.00-18.50 Gerste, hiesige 17.75-18.00, Riedgerste Mt. 17.- bis 18.25 Hafer, htefiger und Wetterauer Mr. 00.00-00 00, furhessischer Mr. 17.00-18 75, bayerischer Mt. 00.00-00.00, Mais, Mixed Mt. 13.50-13.50. Alles pro 100 Kilo ab hier. Meh I wesentlich höher. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hiesiges 0, Mt. 26.75-27.75, feinere Marten mr. 28.00-29.00, hiesiges, Nr. 1, Mt. 24.75 bis 25 75, feinere Marken Mt. 25.75-27.75 hiesiges Nr. 2, Mt. 24.25-24.75, feinere Marken Mt. 25.00-25.75, hiesiges Nr. 4, Wt. 20.75-21.25 feinere Marten Mt. 21-22 00, Roggenmehl, hiesiges, O, Mt. 24. bis Weizen24.50, do. 1 Mt. 22.25-22.75, do. 2 Mt. 18-19 25 schalen Mr. 490-5.00, Weizentleie Mt. 5.00--5.15, Roggenfleie Mr. 5.00-5.20, Weizenfuttermehl Mt. 6.75-7.75. Notierungen der Frankfurter Viehmarktpreise Frankfurt a. M., 3. September 1906. Zum Verkauf ftanden: 493 Ochsen, 79 Bullen, 928 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 245 Kälber, 294 Safe und Hämmel, 1815 Schweine, 0 8tege 0 Ziegen- und Schäftämmer. Bezahl wurden für 100 Ochsen: fund: Schlacht| Lebenb gewicht gewicht No a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren b. junge fleischige, nicht ausgemästete unu ältere ausgemästete c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a. vollfleischige ausgemästete Färsen( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes b. volfleischige ausgemästeten Rühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Kinder) d. mäßig genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) e. gering genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder). Ma 85-87 - 76-79 - 69-72 74-76 70-72 - 79_81 75-77 1 62-64 - - Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 5. September. Heiter und trocken, morgens ftellenweise Nebel, Temperatur wie heute, schwache östliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterface.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Carboline, der Liebling aller Frauen und Mädchen, erzeugt schönes, geschmeidiges Haar, verhindert dessen Ausfallen und Ergrauen und wirft im Sommer erfrischend auf die Kopfhaut. Kein Haarpräparat besitzt diese Eigenschaften so wie Carboline. Zu haben à 3 Mt. die Flasche in den Apotheken, Drogerien und Parfümerien oder direkt von H. H. Warner& Co., Schäfergasse 10, Frankfurt a. M. MAGGI'S Würze mit dem Kreuzstern, denn sie ist altbewährt und einzig in ihrer Art; sie übertrifft alle zum gleichen Zwecke angepriesenen Produkte. 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Septbr. haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf des Artikel 43 des Feloftrafgesetzes mit Geldstref 1 bis 10 Mf. bestraft werden. sind in allen durch Plafate fenntlichen Geschäften zu haben. Richard Buchacker, Gießen. Generalvertrieb. Daselbst 11 Lose f. 10 Mt solange Vorrat( f.Lifte u. Porto 25Pfg. mehr) Ein Juwel ein Jartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weire, sammetweiche Haut und blendend schöner Teint. Alles dies wird erreicht durch: Stedenpferd Liltenmilch- Seife b. Bergmann& Co., Radebeul mit Schußmarke: Steckenpferd. à Stück 50 Pfg. bei: Carl Haberkorn Nachft. und Apotheker Schäfer, Grünberg. Lunns waescht am besten Freibant. Heute und Morgen: Schweinefleisch 50 Pfg. Bar Geld verleiht fofort anerfannt reell, diskret u. schnell. Koulante Bedingungen, Ratenrüdzahlung. Viele Dont schreiben. C. Gründler, Berlin W 8, Friedrichstr. 195, Ecke Leipzigerstr. Rüdporto erbeten. Gießen, den 1. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Betr.: Rotianssenche. Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand des Wirtes Pe Minke in Gießen ist die Notlauffeuche ausgebrau Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 1. September 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr.: Schießen ohne polizeiliche Erlaubnis. Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß unser fürzlichen Warnung immer noch in Gärten polizeiliche Erlaubnis oder sogar nach eingeholter G nis zum Schießen von Raubzeug na Singvögeln Tauben geschossen worden ist. Wir warnen hiermit ausdrücklich vor leichtsinnigen chicken und insbesondere vor Schießen nach nühlichen Bögeln. Die Schuhmannschaft ist angewiesen, ein besonde Augenmerk auf diese Ausschreitungen zu richten und nachsichtlich Anzeige zu erheben. Gießen, den 1. September 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Behufs Vornahme von Kabelarbeiten ist das in der Bahnhofstraße, von Westanlage bis Marktf am 5. September vormittags ausgeschaltet und Stromlieferung unterbrochen, was wir hiermit den feld- Lotterie Geld in ieber Söhe auf liegenden Konsumenten zur Kenntnis bringen. Keine steifen Verbäude. Leichte Selbstbehandlung. 3338 Gewinne u 1 Prämie Mk. In vielen Fällen genügt einmaliger Besuch. - Zahlreiche, 48000 ausführliche Adressen und Empfehlungen aus HessenNassau frei zugesandt Monatlich mal auch in Gießen und Marburg zu sprechen. Schriftliche Bestellung nach Hannover erbeten. Näh. brieflich. Grösster Gewinn im glücklichsten Falle: Ab 1, September 1906 wohne ich = Bahnhofstrasse 39, part.= ( neben der seitherigen Wohnung). H. 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