arbeiten er alten Uni arbeiten den Minifters ng ausgeidi Arbeitsbeid zur Einsicht is erhoben we Gröffnungster tags 11 Uhr portofrei an mt Gießen ang. und Lieferu Deiterten Mäd borm. 10 U fteliergei dog Erdgeschoß 1. Obergescho II. Obergescho on 375 qm n m Bodenplat Ben bon 155 qm und Bedingu uns zur Gin dafelbft erhäl uns einzurei mmt. ng. und Chauff ansstraße zwi orm. 11 Uhr Dingungen li uf Zimmer rdruck, der das orgenannten der Aufschrift agsfrift 5 Wo amt. narbeiten tellers im bota eiten, cbm Mauer ntstrich 2c., wa Minifterialer sgeschrieben. Higtem Amte en Selbittoften uffchrift find rm. 11 thr Tage. bauamt. narbeiten. itung in das en ng des Minifter tch ausgedri em Amtslotal In Gelbfitoften hrift find bis rm. 11 Uhr ge. banamt chule zu Jostell nerstag, den 18. D rienbet foftenlos Die Direktion Nr. 181 Zweites Blatt. baltion u.Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Samstag, den 4. August 1906 Gießener 15. Jahrgang E Gratisbeilagen: Oberbeffifche Familienzeitung( g und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von herhalsen Berliner Hundstags- Briefe. Plaudereien aus der Reichshauptstadt von S. Pötter. Allerlei Badereifende. Der Ehemann mit Kind und Kegel: Die erste Klage wird drei Tage vor dem Urlaub gestöhnt, wenn die Baderei anhebt und dies und das, von der teuren Hälfte als unvermeidlich angesehne Reiserequifit angeschafft werden muß. Der' Etat wird schon vorher gewaltig angeriffen und schmerz= voll blickt das Auge dem entrollenden Golde nach. Das Schlimmste ist die Abfahrt. Die Koffer und Körbe! Sogar die Betten müssen mit, denn auf den Betten da draußen fann doch kein anständiger Mensch sechs Wochen lang schlafen. Endlich ist der Zug in Bewegung. Nun hebt die Klage mit den Göhren an; das ißt und trinkt alles durcheinander! Noch ist man nicht am Ziel und schon rebelliert ihr Magen in erschrecklichem Maße. Landet man dann endlich nach qualvoller Fahrt in dem Nest an der Ostsee, zum Besuch eines beginnt der großen Ostseebades reicht es meist nicht Rummel von neuem. Am dritten Tage endlich ist man unter Dach, man fann Schlaf finden und hofft Ruhe zu haben. Hat aber der Großstädter im kleinen Ostseebade seine Ruhe? Ja und nein. Wenn er sich ganz zurückzieht, kann er sie haben. Er zieht sich aber meistens nicht zurück, kann es nicht, weil die lieben Bekannten, die man natürlich in Masse trifft, feine Ruhe geben. Also muß man sich buchstäblich in Berlin dann oft von den Strapazen im Seebade erholen! Das ist selbstverständlich in noch stärkerem Maße erforderlich, wenn man nach Norderney, Ostende, Scheweningen oder in eins der eleganten Weltbäder geht, die eine Ausstattung für fich erfordern, wenn man nur einigermaßen standesaemö - W - auftreten will. Und trotzdem kann der Großstädter heute nicht mehr ohne seine Badereise leben. Sie gehört zum guten Ton und gilt als absolut notwendig, um die erschlafften Nerven zu stärken. Früher galt es als Zeichen unbestrittenen Seichtums, wenn jemand ins Bad fuhr; heute reist auch der Mittelstand, und die Zeit scheint nicht mehr fern, wo auch der ,, kleine Mann" auf seiner Badereise besteht.. Wie dem aber auch sei, ficher ist jedenfalls, daß ein Gefühl der Erleichterung über den Ehemann kommt, der mit Kind und Kegel im Sommer ins Bad fuhr, wenn wieder der Train am Fahrsteig hält und ein ermüdeter Schaffner ruft: ,, Stettiner Bahnhof! Alles aussteigen!" Dann zahlt er auch gern die teure Nachtdroschfe: nur erst wieder daheim sein, in den eigenen vier Pfählen! * * Der Ehemann solo: Wenig Gepäd und viele wehmütige Abschiedsworte! Eine halbe Stunde winkt die Gattin noch, die teure, mit dem weißseidenen Spizentuch,- dann ein erleichtertes Aufatmen. Die Zigarre wird angesteckt und geschäftsmäßig die letzte Heimatliche Zeitung durchflogen.... Es ist eine Lust zu leben! Wenn die Pflicht nicht zwänge, täglich einen Brief zu schreiben, wäre die Lust noch größer. Und sie wäre am größten wenn's keine Post gäbe und man sich nicht täglich ärgern müßte. Seit du nicht mehr hier bist, kommt der Prokurist täglich später ins Geschäft und verläßt es täglich früher", schreibt Madame und fügt hinzu, daß sie den Dienstmädchen habe tündigen müssen, weil sie neulich erst um drei Uhr nachts nach Hause gekommen wäre. Frech wurde die Person auch noch, wenn man Euch braucht, seid ihr Männer nie da." Am andern Tag eine vierzehnseitige eng geschriebene Gardinenpredigt: " Frau Meyer hat mir geschrieben, daß sie dich gestern mit einer eleganten, arg verschminkten Frauensperson bei der Reunion gesehen habe..." Und dann geht's los. Die harmlose Mieze mit ihren neunzehn, die so frisch ist wie eine Pfirsichblüte, soll also eine arg verschminkte" Frauensperson sein! Diese Meyer mit ihren vierzig hat freilich nie so anständig ausgesehen. Außerdem, was geht ihn die Mieze an. Er kennt sie ganz zufällig und bewahre ihn der Himmel: nie litt einer unschuldiger unter schmählichem Verdacht Natürlich wird die Korrespondenz immer interessanter. Vier Wochen wollte er bleiben; er hatte die Ruhe so nötig: nun muß er schon nach vierzehn Tagen heim, sonst passieren womöglich Dummheiten, die feiner mehr gut machen kann. - - ** - - Der Junggeselle: Er geht auf Freiersfüßen. Schon seit zwölf Jahren. Da die Glaze naht, wird die Sache brenzlich. Jung soll sie sein; hübsch soll sie sein; Geld soll fie haben. Das ewige Uzen von Tanten muß ein Endd haben. Man ist es sich schuldig, in diesen Jahren zu heiraten. Hier in X hat Emil seine Klara gefunden und ist mit ihr glücklich geworden,- also versuchen wir's! Beim letzten eben für die Reife fragte fie ironisch Pump bei Tanten und unter Hinweis auf das lange vergebliche Suchen: ,, Wie soll sie denn eigentlich sein?" Und er hatte das Register aufgefagt: jung, hübsch und Geld. Die Antwort der klugen alten Frau war blamabel ausgefallen:.. alfo willst du' ne Wahnsinnige! Denn wenn sie jung und hübsch ist und Geld hat und dich nimmt, muß fie verrückt sein!" Jezt gilt es Tanten beweisen, daß man denn doch noch nicht zum alten Eisen gehört... Nach sechs Wochen landet er wieder an der Spree- völlig unverlobt. Was er wollte, wollte ihn nicht; was ihn wollte, wollte er nicht. Aber die nächste Wintersaison muß ia die Lösung bringen! 1846 60jährige Jubelfeier 1906 des Turn- Vereins Giessen Festplatz: Oswaldsgarten. Samstag, den 4. August: Nachmittags: Empfang auswärtiger Gäste. Abends 72 Uhr: Zapfenstreich durch die Stadt. Abends 8 Uhr: Eröffnungsfeier in der Festhalle Feftrede, Uebergabe einer neuen Fahne, turnerische und gesangliche Aufführungen. Konzert auf dem Festplay. Sonntag, den 5. August: Morgens 6 Uhr: Weckruf. Bon Vormittags 7 1hr ab: Empfang auswärtiger Turner und Gäste an der Bahn und Einzug in die Stadt mit Musik. Vormittags 10 1hr: Kampfrichtersizung in der Turnhalle( gegenüber dem Festplatz). Mittags 12 Uhr: Festessen in der Festhalle und Konzert. Nachmittags 1 hr: Aufstellung des Feftzuges am Walltor. vom 4.- 6. August 1906. FEST- PLAN: Festzug durch die Stadt nach dem Festplatz. Daselbst: Begrüßungs- Ansprache, allgemeines Lied, Aufmarsch zu den Freiübungen, Musterriegenturnen, sowie Schauturnen geübterer auswärtiger und hiesiger Turner. Großes Konzert auf dem Festplat und in der Fehalle, in letterer auch turnerische Aufführungen. Abends 7 Uhr: Preisverteilung bezw. Aushändigung der Ehren- und Erinnerungstafeln. Abends 9 Uhr: Festspiel: „ Deutsche Helden und Turner" in der Festhalle. Abends: Großes Konzert in der Festhalle und auf dem Festplay. Tanz- und Volksbelustigungen, Festplatz: Oswaldsgarten. Montag, den 6. August: Morgens 8 Uhr: Spaziergang durch die Stadt. Morgens 10 Uhr: Frühschoppenkonzert auf dem Festplage. Nachmittags 4 Uhr: Großes Konzert in der Festhalle und auf dem Festplatz. Großes Volksfest. Turnerische Aufführungen. Abends 9 Uhr: Wiederholung des Festspiels ,, Deutsche Helden u. Turner" in der Festhalle. Tanz auf dem Festplate. Großes Brillant- Feuerwerk auf dem Festplate. Juxplatz an der Lahn. Die Musit wird au sämtlichen Festtagen ausgeführt von der ganzen Kapelle des 2. Großh. Hess, Inf.- Regiments Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn C. Krauße und der Kapelle des Dragoner- Regiments Nr. 24 in Darmstadt unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn Stüzel. Familien- Dauerkarte mit 2 Beikarten( für 3 Personen) Mf. 2.25, im Vorverkauf Mt. 2.-. Weitere Beikarten 50 Bfg.( auch für Söhne von 14-17 Jahren. Einzel- Dauerkarte Mt. 1,25, im Vorverkauf Mt. 1.- Tageskarte für Sonntag 75 Pfg., für Montag 50 Pfg. Einmaliger Eintritt Samstag 20 Pfg. Sonntag 50 Bfg., Montag 0 Pfg. Für Mitglieder des Turnvereins findet Freitag, den 3. Auguft, von nachmittags 2 Uhr ab in der Turnhalle Einzel- Dauerkarte ein Vorverkauf von Eintrittskarten statt: Familien- Dauerkarte mit 1 Beifarte( 2 Personen) Mt. 1.-. Weitere Beikarten 40 Pfg. Eintrittspreise: 80 Pfg., für 3öglinge 50 Bfg. Die Dauerkarten berechtigen zu allen Veranstaltungen. Vorverkaufsstellen weg, find, fors- unlage, Wilhelm Haas, Bleichstraße, Jakob Häuſer, Ludwigstraße, D. H: il Nachfolger, Lindenplaz, Ernſt Jung, für Dauerkarten und Festschriften sind eingerichtet bei den Herren Louis Althoff, Walltorstraße, Café Amend, Bahnhofstraße, Richard Buchacker, Neuen- Bäue, Markiplak, L. Kalkhof Nachf., Westanlage, Friseur Loß, Bahnhofstraße, Philipp Moog, Neustadt, Wilhelm Semmler, Seltersweg, Karl Seibel, Frankfurterstraße, Johann Seibel, Ludwigsplay. Am 1. Festtag ständiger Omnibusverkehr von der Bahn nach dem Festplatz und zurück. Alles Nähere( Feftordnung, 3ngordnung, Programm 2c.) durch die Festschrift Preis 25 Pfg. - Die Türkin. - Allerlei Gloffen eines Europäers. Vier Grazten.- Die Harems der Großherrn. Tagesneuigkeiten der Sultanfrauen. Haremleben in Asien. Und Zinga tanzt. Sechs- Uhr- Schluß. - Konstantinopel, Ende Juli. Wer erzählt, daß er Zutritt zu einem türkischen Harem gefunden habe, flunkert entweder oder ist günstigenfalls das Opfer einer Täuschung. Der Türke läßt nicht einmal europäische Frauen zum Besuch in seinem Harem zu; einem fremden Mann zu gestatten, auch nur einen Blick in die dem zarten Geschlecht reservierten Räume seines Hauses zu tun, würde ihm als Perversität ekelhaftester Art erscheinen. Es gibt hier in Konstantinopel nun allerorten Fremdenführer, die mit wichtiger Miene und mit ernſtem Hinweis auf ihre Ueberlegenheit gegenüber aller Konkurrenz, die Damen der von ihnen geleiteten Gesellschaften zu einem Besuch des ,, Harems" eines befreundeten" Türken einladen. Natürlich gegen ein anständiges Extrabatschisch an den Hausherrn, der angeblich Jungtürke und vorurteilsfreier ist als seine Landsleute sonst! Ja, es stellt sich bald heraus, daß gegen ein noch anständigeres ferneres Bakschisch der Jungtürke" in seiner Vorurteilslosigkeit noch ein gutes Stüd weiterzugehen bereit ist; er erlaubt, aber nur ganz, ganz ausnahmsweise, sogar den Herren der Gesellschaft, wenn diesen besonders viel daran gelegen ist, sich zu blamieren, die Besichtigung seines Heiligtums! Die wißbegierigen Eindringlinge sehen dann einige Frauen herumhocken, die sehr zimperlich und sehr erschreckt tun, was weiter fein Wunder ist. Denn soweit sie sich einigermaßen sehen lassen können, haben sie regelmäßig beim Erscheinen des völlig überraschenden Besuchs unglücklicherweise ihre Verhüllung noch nicht vollständig beendet!... Die Haremsforscher sehen auch noch einige Kinder, die sich beim Anblick der Giauren" ängstlich verstecken, und sind unmittelbar darauf, noch ehe sie recht zu sich gekommen sind, wieder in der geheimnisvollen Gasse, in der der ,, Jungtürfe" wohnt, verschwunden. Der Führer bittet hier um allerstrengste Diskretion in seinem Interesse, im Interesse des ,, liberalen" Türken und schließlich auch im Interesse der verehrlichen Teilnehmer an der Expedition selbst. Denn was soeben vor sich gegangen ist, bedeutet nicht mehr und nicht weniger als ein schweres Verbrechen gegen Gesetz und Sitte der Türkei, das allen Beteiligten sehr leicht verhängnisvoll werden könnte! Den Hörern läuft ein angenehmes Gruseln über den Rücken.... In Wahrheit ist aber der Jungtürke" ein allerdings vorurteilsloser Levantiner, der sich eigens für derartige Vorstellungen den ,, Harem" eingerichtet hat. Kaum eine Stunde, nachdem die ersten Besucher sich leise und scheu empfohlen haben, trifft eine neue Gruppe ein. Abermals werden die Gebote des Koran" gröblich verletzt, abermals wird mit der Gefahr eines Afloderns des religiösen Fanatismus der Mohanimedaner" leidisinnig gespielt und abermals läuft ein angenehmes Grusein den beteiligten Europäern über den Rücken... " Nein. Zu wirklich intimen Beobachtungen über das Familienleben des Türfen gibt es für den Europäer feine Gelegenheit. Trotzdem sieht und hört man noch immer genug, um einige interessante Züge aus dem türkischen Frauenieben zeichnen zu fönnen. Zunächst erscheinen die türkischen Frauen und Mädchen, wenn sie auch europäische Besuche nicht empfangen, viel öfter in der Deffentlichkeit, als man es in Europa im Allgemanen annimmt. Nur die Frauen des Sultans und seiner nobe!! Verwandten leben unter strenger Klausur; die übrigen inb sehr viel in den Straßen Stambuls, auch in Pera und Galata, too sie Einfäufe besorgen. Sie sind dann allerdings verschleiert, doch ohne Pedanterie; der florartige Vorhang ist, wenn ein einigermaßen frisches Gescht sich unter ihm verbirgt, stets so gewählt, daß man Züge und Blick gewissermaßen hindurchfühlt. Die türkischen Damen bevorzugen für ihr Straßenkleid gegenwärtig tauben, graue, braune oder lila Seide, die sich dem Körper eng an schließt und in eine Art Kapuze, welch' lettere an Stelle des Hutes das Haupt bedeckt, ausläuft. Unter der hochgeschlossenen Seide, die nur das Antlig freiläßt, läuft der Schleier hervor. der dieses bis unterhalb des Finns bedeckt; zwischen Schleier und Scide fallen bei besonders reich gekleideten Damen, ebenso wie an des Aermeln, echte Spigen vor. Man muß sich die Toilette der Türfin nicht etwa ala Vermummung vorstellen; die türkischen Damen sehen meist recht elegant aus, sie fleiden sich chic und sogar direkt fotett. Wenn sie beint Ueberschreiten der Straße genötigt sind, den Saum ihres Kleides zu heben, sieht man oft Jupons, deren fich feine berühmte Bühnenfünstlerin schämen würde. Jr: der Tat stöhnt der Türke noch mehr als jeder„ Ungläubige" unter den Garderobeansprüchen seiner Damen. Der Prophet hat den Gläubigen gestattet, sich vier legitime Frauen zu halten. Wahrscheinlich war es einer seiner weisen Gedanken hierbei, daß die Damen ihre Launen aneinander auslassen sollten, auf daß ihr gemeinsamer Eheherr durch ihr Streitbedürfnis nicht behelligt werde und ein ruhiges Leben habe. Daß er damit dem Guten ein vierfaches Toilettenbudget auferlegt hat, ist Mohammed, der gewiß das Beste wollte, entgangen. So mancher Pascha oder Beg wird obendrein durch den handgreiflichen Charakter, den die gegen seitige Liebe seiner Gemahlinnen allmählich angenommen hat, genötigt, jeder der Damen ein eigenes Haus zu balten, zu dem dann wieder ein besonderer Wagen, besondere Bedienung usw. gehören. Zur Verbilligung der Freuden des Familienlebens trägt ein solches Arrangement natürlich nicht bei. Aber trotz seines vierfachen Hausstandes, nebst entsprechenden finanziellen Pflichten, ist der Inhaber des geteilten Harems Immer noch besser daran als der Unglückliche, desser Gemahlinnen unter sich das Kriegsbeil begraben und eir Syndikat gebildet haben zur gemeinsamen Ausrottung und Schröpfung des edlen Hausherrn. Für den türkischen Familienvater ist eine fluge Divide et inipera"-( ,, Teile und herrsche"-) Politik, wie sie der Sultan den Großmächten gegenüber anwendet, unerläßlich. Die Türken find ausgezeichnete Diplomaten. Vielleicht leisten fie in der Staatskunst so viel, weil ihr Privatleben ihnen Uebung darin gibt, sich möglichst ohne Anwendung brutaler Gewalt mit Situationen der bedrohlichsten Art friedlich abzufinden. Buzz, Pferde, Wagen, Spizen, Edelsteine, Toilettenfünste find die Dinge, die im Interessenkreis der türkischen Frau die Hauptrolle spielen. Dann, im Haufe der vornehmen Türken, das jeweilige Verhältnis zu dem oder den Tyrannen des Harems, den Eunuchen. Dazu bei den Geweckteren Klatsch, Tagesneuigkeiten, Intrigen. Selbst eine Art Flirt gibt es, wenn dieser auch naturgemäß sich nicht bis zum Verhältnis" oder zur Eheirrung im abendländischen Stil auswachsen kann. Der Eunuche ist ein ekelhaft entarteter Neger, dessen Körperformen infolge der Verstümmelung, die ihm von seinen Eltern in früher Jugend beigebracht worden ist, ganz anormal und oft ins riesenhafte entwickelt haben. Seine Haltung ist schlapp, sein Gang müde und schleppend, der Gesichtsausdruck idiotisch- frech, die Stimme falsettierendpiepfig. In seinem feierlichen schlotternden schwarzen Gehrock mit dem Fez, sieht so ein Kerl aus wie ein wandelndes, Brechmittel! Dabei ist er eitel wie ein Pfau und überall in erster Reihe, wo irgend etwas los ist. Der Eunuche ist Sklave. Aber sein Herr verwöhnt ihn bis dort hinaus, damit er die Damen in Raison hält. Die Damen ihrerseits suchen mit reichen Geschenken seine Gunst zu erwerben, damit er hier und da ein Auge halb zudrückt und nicht mit brutaler Faust ihnen ihre kleinen, ach so harmlosen Amusements stört, was. nebenbei bemerft. im mörtlichsten Sinne des Worts sein gutes Recht ist. Die meisten Eunuchen kommen so zu Vermögen. Wer zwingt sie auch, es zu bemerken, wenn die Herrin mit dem jungen Hauptmann von den Gardereitern feurige Blicke tauscht, draußen an den süßen Wassern, wo das Herkommen es ihr allein gestattet, öffentlich unverschleiert zu erscheinen? Zu mehr als зи diesem Blickwechsel, der allerdings vollständig hinreichen würde, den guten dicken Pascha daheim rajend zu machen, fann es ja doch nicht kommen! Die süßen Wasser von Europa und von Asien, das anmutige Tal fleiner Flüsse, die ins goldene Horn und in den Bosporus fließen, sind die historischen Stätte des Flirts" der Türkinnen. Man geht in Konstantinopel und in seiner Umgebung nicht spazieren, weil Wege und Straßen in zu schlechtem Zustand find. Man fährt spazieren, in der Karosse, oder in der Regel im Kaik auf dem goldenen Horn oder dem Bosporus. Ziel solcher Fahrten sind immer und immer wieder die süßen Wasser. Dort fißen die Türfinnen unverschleiert, auf dem grünen Rasen, unter einer der Laubhütten die von den Limonadenhändlern am Ufer der Bäche bereit gehalten werden. Der Eunuch wacht bei ihnen. Oder sie betrachtet still von ihrer Wagen aus die Welt. Und der Eunuch hält die Hand auf dem Schlag. Auf stolzen Araberrossen sprengen die türkischen Kavaliere vorüber. Die Blicke tauchen in einander. Das ist, was man im Lande des Groß herrn Flirt" nennt. Peregrinus. Aus dem Gerichtsfaal. § Eine zwölfjährige Mörderin. Wegen zweifachen Mordversuches wurde di zwölfjährige Schülerin Anna Kallies aus Stöwen bei Falkenberg von ber Straffammer in Stargard i. P., zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte hatte am 6. Juni d. J. in Gegenwart anderer Schul kinder versucht ihre achtjährige Mitschülerin Emma Friedrich in den Dorfpfuhl gestoßen, in der Absicht das Mädchen zu ertränken. Nach dem ersten Hineinstoßen in das Wasserloch hatte Anna K. ihr Opfer durch Schläge mit einer Blechkanne mißhandelt, während sie beim zweiten Ertränkungsversuche mit Steinen nach der Friedrich warf. Glücklicherweise konnte das Mädchen in beiden Fällen gerettet werden. Der ge richtliche Sachverständige erklärte die Angeklagte für geistig normal. § Verhaftete Streikleiter. In Würreben bei Aachen wurde der Streifleiter Schuemmer und drei seiner Kollegen verhaftet. Wegen der Vorgänge beim Abfangen von Streit brechertransporten in der Vorwoche soll ein Prozeß gegen fie wegen Landfriedensbruch erhoben werden. Kunst und Wiffenfchaft. RH. Photographic mit natürlichen Farben. In der Pariser Akademie der Wissenschaften erläuterte Professor Lippmann sein verbessertes System des Photographierens in natürlichen Farben, welches auf dem Grundsaz beruht, daß jeder einzelne einfallende Strahl zerlegt wird. Das Originalbild wird zunächst auf eine äußerst eng liniierte photographische Platte projiziert, hierauf tritt ein mit einem Prisma fombiniertes Objektiv in Wirksamkeit; das auf der empfindlichen Platte entstandene Bild wird entwickelt und in ein Positiv umgewandelt. Dieses in den Apparat eingestellte Positiv zeigt auf den erwähnten engen Linien das Original in den ihm eigenen Farben. Die versammelten Fachmänner erflärten einstimmig dieses Verfahren als höchst wichtige Etappe zur Erreichung des Zieles, nämlich der Herstellung der Photographien in natürlichen Farben auf Papier. Höhen- Luftkurort Wolfach Geschäfts- Verlegung und Gernsbach im Schwarzwald. Badischer Schwarzwald. Hotel und Pension ,, Zum Salmen" Anerkannt bester Gasthof, gute Küche, reine Weine. Pension 4.50 bis 5 Mr. Durch Neubau bedeutend vergrößert. Speisesaal. leitung. QGO - -Empfehlung. 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AUS DEM REICHE DES EM WISSENS gelflige Mufit besorgten, hatten von altersher bas Recht, tint Als nun nach dem drei Meilen entlegenen Tibur die Bensoren biefen Brauch abstellen wollten, zogen die ver Tempel des Jupiters einen Schmaus zu halten. Stadtpfeifer eifetzten badurch Roms Priesterschaft in nicht geringe Verund Nr. 178 Samstag, den 4. Auguft che Fami 1906