Mr. 154 Infectionspects: Die einspaltige Betitzeile für ganz OberSen, die Kreise Mezlar und Marburg 10 Big. fonft 15 Bfg. Reklamen bie Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Bebaftion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanichink Nr. 362. Mittwoch, den 4. Juli 1906. Gießener 15. Jahrgang Abonnementspreis: abgehelt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen viertel jährl. M. 1.50 Brattsbetlagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Bolizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Der jüngste Hohenzollernsproß. CB. Berlin, 4. Juli, 11 Uhr 12 Min. vorm. ( Telegramm) Die Kronprinzessin wurde hente Morgen 9.15 Uhr von einem Prinzen eatbanden. Die Vertagung der friedenskonferenz. Die zweite Friedenskonferenz im Haag wird in diesem Jahr nicht stattfinder. Die Gründe für die Verzögerung lassen sich nur vermuten. Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß die Rücksicht auf den panamerikanischen Konarek beAtimmend gewesen ist. Vielleicht hat man auch in Rußland, von dessen Herrscher der Gedanke der Friedenskonferenz aus= gegangen ist, zur Zeit näherliegende Sorgen. Jedenfalls beriäumt die Welt nicht viel, wenn die Wiederholung der Konferenz auf einen späteren Termin fällt. Die Angelegenheiten, die im Haag beraten werden sollen, sind zwar von hoher Bedeutung für die ganze Menschheit, aber insofern nicht sehr dringlich, als ihre Ueberführung in das praktische Leben unter feinen Umständen in naher oder auch nur in absehbarer Reit erwartet werden kann. Man denke an die erfte Konferenz, die die Einrichtung eines allgemeinen internationalen Schiedsgerichts schaffen sollte. Rußland selbst, das die Konferenz sozusagen berufen hatte, sträubte sich am nachdrücklichsten gegen jeden Versuch, dem Schiedsgerichtsvorschlag fofort praktische Geltung durch die Anwendung auf den russisch- japanischen Streit zu geben. Es erklärte, daß es jede solche Zumutung als beabsichtigte Unfreundlichkeit auffassen würde. Schon die Andeutung des Anerbietens einer Vermittelung sollte als Beleidigung gelten. Das war freilich nach der ersten Konferenz. Man ersieht daraus, daß die aufrichtigste prinzipielle Friedensliebe und Schiedsgerichtsfreundschaft zum mindesten feinen Zwang, nicht einmal einen innern Zwang darstellt, in der Praxis nach dem Prinzip handeln. Auch waren bei der akademischen Erörterung der Schiedsgerichtsfrage alle Großmöchte einig gewesen, daß von Anrufung und Anerfennung eines Schiedsgerichts nur dann die Rede sein fönne, wenn der Gegenstand der Meinungsverschiedenheit nicht die Ehre oder ein Lebensinteresse des Staates angehe. Dabei wurde natürlich stillschweigend vorausgesetzt, daß jeder Staat allein darüber zu urteilen habe, was sein Lebensinteresse ausmache und wann seine Ehre ennaniert sei. Jedenfalls hat sich seit der ersten Haager Friedenskonferenz gezeigt, daß einstweilen der Krieg noch eine völferrechtliche Institution bleibt. Das hindert nicht, daß der Gedanke der Friedenskonferenz ein quter Gedanke war, und daß aus der Konferenz und ihren Wiederholungen noch recht ersprießliches für die Erhaltung des Friedens hervorgehen kann. Veriagt das Schiedsgericht bei schweren Konflitten, so ist doch seine Wirksamkeit bei Meinungsverschiedenheiten von geringerem Belang nicht ausgeschlossen. Wenn diese geringeren Meinungsverschieden= heiten leichteren Ausgleich finden, so ist das immerhin ein Gewinn. zu Der panamerikanische Kongreß, der sich vor die zweite Haager Konferenz geschoben bat, wird die Schiedsgerichtsfrage gleichfalls behandeln. Aber nicht etwa, um der Einrichtung der Sch edsgerichte größere Ausdehnung zu geben, sondern um für Amerika ein Reservatrecht zu konstruieren. Die europäischen Staaten sollen an einem Schiedsgericht in amerikanischen Angelegenbeiten nicht mitwirken dürfen. Man fieht auch an diesem Beispiel, daß die schönste Solidaritätstheorie Ausnahmen zuläßt, daß der fantliche Egoismus noch nicht vollständig auf den Aussterbeetat oefeẞt ist. Darum ist es recht töricht, den brüstungsvorschlag, der nach dem Wunsch des englischen Parlaments vor die zweite Haager Friedensfonferenz gebracht werden sollte, tragisch zu nehmen und darin einen finsteren Anschlag zu erblicken, der sich gegen die Entwickelung der deutschen Marine richte. Das ist Gespensterfeberei. Man heat im englischen Parlament feine finiteren Pläne gegen Deutschlands Webrkraft, und der wohgemeinte Abrüstungsvorschlag ist nicht mehr als der Ausdruck eines theoretischen Wunsches. Deutschland fönnte dem Vorschlag ohne Vorbehalt zustimmen es würde damit allein bleiben. Nicht Frankreich und nicht Rußland werden darein willigen, ibre Rüstungen zu ermäßigen, und niemand denit daran, niemand fann daran denken, etwa an Deutschland allein ein solches Anfinnen zu stellen. Vor wenigen Jahren hat zwar der damalige ruffische Finanzminister Witte dem amerikanischen Finanzmann Vanderlipp gegenüber erflärt, dak Ameritas wachsende wirtschaftliche Ueberlegenheit über Europa, aus Europas unwirtschaftlichen Ausgaben für Militärzwecke berzuleiten fei. Er hat aber nichts getan, um Rußland von diesen Ausgaben freizumachen und dadurch Rußland wirtschaftlich an die Seite Ameritas zu stellen. Auch feinem anderen europäischen Staatsmann ist es eingefallen, auf diesem Wege die wirtschaftliche Hebuna feines Landes zu versuchen. Kommt die zweite Haager Friedens fonferenz, so wird die englische Abrüstungsanregung vorgetragen werden; aber jeder Großstaat wird bei aller Sympathie für die Anregung versichern, daß er in dieser Frage jede Entscheidung sich selbst vorbehalten müsse. Tanach wird alle beim alten bleiben. Vielleicht kommt es einmal zur Abrüstung. Wenn es aber geschieht, so ist die freie und allgemeine Zustimmung Voraussetzung. Das weiß man in England, das weiß man überau- das wissen nur unsere Gespensterseher nicht. Politifche Rundschau. Deutfches Reich. * Die Ausführungsbestimmungen für die Erhebung des Frachturkunden- Stempels besagen, daß die Stempelgebühr sowohl im inneren deutschen Verkehr als auch im Verfehr mit dem Auslande, jedoch nicht im Durchgangsverkehr mit diesem, erhoben wird, wenn der Frachtbrief über die Ladung eines Eisenbahnwagens! autet. Im innerdeutschen Verkehr verwendet die Eisenbahnabfertigungsstelle, die die Fracht erhebt, auch die Stempelmarfen und zieht den Stempelbetrag von dem Frachtzahler ein. Ea ist nicht zuläsña, daß die Versender selbst Stempelmar'en auf die Frachtbriefe auftleben. Im Auslandsverkehr verwendet stets die deutsche EisenbahnAbfertigungsstelle die Stempelmarken. Der Stempelbetrag mird bei eingehenden Sendungen im Falle der Franfatur vom Versender, im Falle der Frachtüberweisung durch Nachnahme vpm Empfänger eingezogen. * Die in Warschau gefangen gehaltene sozialdemokratische Maitatorin Rosa Lurem'urg ist nach viermonatiger Haft jezt auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem sie eine Kaution von 3000 Rubel hinterlegt hatte. Sie wurde von den russischen Behörden politischer Propaganda und der Führung eines falschen Passes beschuldigt. * In Travemünde hielt der Deutsche Schulschiffberein unter dem Vorfits des Großherzogs von Oldenburg seine Hauptversammlung ab. Vertreten waren die Reichsmarine, das Reichspostamt, die Senate und Handelskammern von Lübeck und Hamburg, der Magiftrat von Elefleth, der Norddeutsche Lloyd und die Hamburg- Amerifa- Linie sowie viele andere Reedereien. Der durch den Geschäftsführer und VorBenden Professor Schilling erstattete Jahresbericht stellt fest, dak die Besatzungsstärke der Schulschiffe noch nie so start acwefen ist, als in dem Berichtsjahre. Unter den neueingetretenen Mitaliedern befinden sich Prinz Eitel Friedrich und die Firma Krupp. Der Verein erhielt in dem dergangenen Jahre eine Schenkung von 100 000 m. Schweiz. ** Gegenüber den andauernden Streifbewegungen gehen einzelne Kantonsregierungen mit militärischen Masnahmen vor. So hat die Regierung des Kantons Zürich angesichts der Bewegung der Maurer und Metallarbeiter drei Ha aillone Infanterie und eine Schwadron Kavallerie aufgeboten. Oefterreich- Ungarn. ** Die von der österreichischen Regierung vorgeschlagenen Heeres- Verstärkungen haben die parlamentarische Rus stimmung erhalten. Die österreichische Delegation hat die aufgestellten Forderungen angenommen. Rufeland. - ** Die Duma hat einen Gesezentwurf auf Abschaffung der Todesstrafe angenommen. Die Beratung gestaltete fich sehr tumultuarisch, indem die Linke der Duma sich weigerte, den wegen der von ihm veranlaßten Hinrichtungen besonders verbaßten Generalanwalt der Armee Pawlow anzuhören und - Das ihn durch Lärmen zwang, den Saal zu verlassen. degradierte erste Bataillon des Preobraschensti- Regiments erfent, wird durch ein völlig neues erstes Bataillon das aus lauter Rittern des Georgsordens gebildet werden soll. Ein Ufas des Paren verfügt die Absetzung des Gouverneurs von Bjelostok, Generals Bogojowski, sowie die Verhaftung von zwei Polizeifommissaren und 14 Polizisten wegen der Teilnahme an den dortigen Judenmezeleien. In Warschau wurden zahlreiche Mordanschläge auf Polizisten verübt. Die Polizeivosten wurden durch Militär ersetzt. In der Nähe von Veiklomsta beraubten unbekannte Verbrecher den Kassierer Golubovsfo von der Boquduchow- BerestowBergbaugesellschaft, der 22000 Rubel mit sich führte. Der Kassierer sprang den Räubern aus dem Zuge nach; er wurde auf dem Bahngleis ermordet aufgefunden. Afrika. ** Die Verhandlungen über ein englisch= französischitalienisches Abkommen in der abessinischen Eisenbahnfrage find nach einer offiziösen franzöfifchen Mitteilung zum Stillstand gekommen, sodaß der Abschluß des Abkommens sehr weifelhaft geworden ist. Der Hinderungsgrund liegt bei Italien, das sich den englisch- französischen Wünschen nicht ohne weiteres fügen will. ** Der Sultan von Marokko ist den Algeciras- Beschlüssen vorbehaltlos beigetreten, wie der englische Staatssetretär des Auswärtigen im Parlament mitteilte. Hof und Gefellschaft. Der Kaiser hat gestern auf dem Dampfer " Hamburg" die Nordlandsreise von Kiel aus angetreten. Der Kreuzer Leipzig" und das Depeschenboot Sleipner" begleiten das Kaiserschiff. * Der Fürst zu Schaumburg- Lippe ließ die offiziell festgesetzte Reise nach orderney absagen, nachdem Fürst Leopold zu Lippe- Detmold in Norderney eingetroffen ist. Die Absage erregt ziemliches Aufsehen. Der langjährige Kurator des Königs Otto von Bayern, General Freiherr Keller v. Schleitheim i gestorben. Deer und flotte. Verkauf von Militärwaffen. Die Untersuchung wegen der Unterschlagung von Waffen in Spandau zieht weite Kreise. Es finden fortwährend Vernehmungen statt; neuerdings ist auch die Behausung des in Untersuchungsha't be findlichen Büchsenmachers Günzel wiederum durchsucht worden; es wurden Gewehrteile und Korrespondenzen beschlagnahmt. G. hat jahrelang in aller Oeffentlichkeit den Waffenhandel in schwunghafter Weise betrieben und dadurch ein Vermögen erworben. Außer ihm sind in Spandau noch zwei Zivilisten und eine Militärperson wegen der Angelegenheit in Untersuchungshaft. Aus den Parlamenten. Annahme der badischen Schulvorlage. In der zweiten badischen Kammer stand die Schulvorlage zur nochmaligen Beratung. Die Regierung hatte ihre Zustimmung von einer gewissen Erhöhung der Gemeindebeiträge abhängig gemacht. Die Kammer erklärte sich, aut Ausnahme der Sozialdemokraten und der Konservativen, damit einverstanden. Schließlich wurde das ganze Gesez einstimmig angenommen. Preußischer Landtag. ( 23. Sigung.) Herrenhaus. RK. Berlin, 3. Juli. Auch heute dauerte die Sigung nur zwei Stunden, da wiederum die Vertagung beantragt wurde, um das Schulgesez in den Fraktionen vorzuberaten. Aus der Einzelberatung, die im übrigen ruhig und ohne größere Reden vorwärtsging, ist als Ereignis von politischer Bedeutung nur die Annahme eines Antrages v. Kliping zu verzeichnen. Finanzminister v. Rheinbaben widersprach dem Antrag, der dem Kreisausschuß freie Verfügung über die staatlich bewilligten Zuschüsse verschaffen will, und erklärte ihn für unannehmbar. Man beginne immer mehr die Wohltaten, die der Staat erweist, zu übersehen. Herr v. Klizing aber erwiderte, der Staat erweise doch seine ,, Wohltaten" mit dem Gelde der Steuerzahler und die Regierung solle nicht zu scharf auftreten, wenn sie nicht die ganze Vorlage zum Scheitern bringen wolle. Die Mehrheit des Hauses ließ sich von dieser Stimmung fortreißen und nahm den Antrag an. Nach Erledigung des Geseges bis zum§ 42 wurde dann die Weiterberatung auf morgen verschoben. Baus der Abgeordneten. 78. Sigung. RK. Berlin, 3. Juli. In dem schwach besuchten Haus, dem nur der Festschmuck des Plages des Jubilars v. Kardorff heute ein schöneres Aussehen gab, war es wieder sehr still. Die Hauptzeit wurde der Erledigung von Petitionen gewidmet. Vorher gelangten die Lotterieverträge mit Braunschweig und Bremen zur Annahme, wobei Minister v. Rheinbaben erflärte, daß die Nachfrage nach preußischen Losen jetzt bedeutend zu nehme. Dem Serienlos Unwesen gehe die Regierung mit Strasanträgen zu Leibe und werde eventuell zur geseg lichen Regelung schreiten. Rielenbrand in Hamburg. Eines der hervorragendsten firchlichen Baudenkmäler Hamburgs, die Michaeliskirche, wurde gestern durch Feuer vernichtet. Die an die Kirche angrenzende Häuserreihe der Straße Englische Plante" ergriff das Feuer ebenfalls. Der Brand breitete sich weiter in der Straße aus und ist noch nicht gelöscht. Trotz angestrengter Tätigkeit sämtlicher Feuerwehren aus Hamburg und Umgebung fonnte das Element bis Ahen nicht bewältigt werden. Infolge ungünstiger Windrichtung oriffen die Flammen wie rasend um sich. Es ist wenig Hoffnung vorhanden, die um die Kirche liegenden Gebäude zu retten. Gegen 3 Uhr nachmittags fiürzte der wundervolle Turm der Michaelisfirche in sich zusammen, wobei ein großer Teil des brennenden Turmhelmes nach der„ Englischen Plante" hin fiel und dort die Dächer in Brand setzte. Bei dem Einsturze des Turmes sind vier Menschen ums Leben gefommen, der FeuerTelegraphist, der auf dem Turm Dienst tat, sowie ein Uhrmacher und zwei Mechaniker, die hei der Revaratur der Bibil Papa pu Sut, abgemacht! Wir gehen hinunter, nicht wahr, ber zehn anderer Gesellschaften, Pächter der Alaska- GoldbergNorthern Pacific", der Standard Oil Compagnie" und Der Angeredete, Herr Henry P. Murman, Mitdirektor merle" im Nufan- Distrit fie stoben finsternadige Burichen lagen, traf die Bemerkung jenes Herrn nicht zu. in ben übereinandergestellten Schlafstätten zu verkriechen. Für eine Gruppe Italiener aber, die auf ihren Bündeln wie aufgescheuchte Vögel auseinander, um sich scheu Es waren Jernen Westen man dem anderen, einem machte, gebildeten Deutschen anfab. blonden jungen Mann mit hübschem offnen Geficht während Sie ha Stafes 911sum mit unseren Bildern dar. Tage, als ein Zeichen unserer Verehrung und innigen Dank. Wir wünschen Turmuhr beschäftigt waren. Dtan vermutet, daß der Brand bei diesen Reparatur- Arbeiten zum Ausbruch gelangt ist. Um 4 1hr frachte mit donnerähnl chem Getöie der Dachsinh der Kirche in das Innere hinab. Das Kircheninventar: ind die Kirchenbücher fonnten gerettet werden. Die Michaelisfirche wurde in den abren 1757 bis 1762 von dem Hamburgischen Architeften Sonnin erbaut, ihr 130 Meter hoher Turm qalt ale Wahrzeichen Hamburas. Von dem stolzen Bauden mal zeugen jezt nur noch rauchende Trümmer. Ein Muttermörder? Vor dem Schwurgericht in Berlin wird seit Dienstag ein Sensations- Brozeß verhandelt, der ein außerordentlich nübes Familienbild entrollt. Der Sohn steht unter Anklage, die eigene Mutter ermordet zu haben, während er den Versuch macht, auf den Vater diese Schuld abzuwälzen. Der Annelingte levnet alles! Der Angeklagte ist der Schlächter Max Jordy. Der Verdacht, daß er es gewesen, der die Mutter erschlagen und beraubt hat, ist dadurch entstanden, daß Jordy in schlechten Vermögensverhältnissen lebte und plößlich über eine ver hältnismäßig große Ge'dfumme verfügte. Bei seiner Vernehmung Icugnet der Angel lagte entschieden alle Schuld. Unter heftigem Tränen- Ausbruch ruft er aus:„ Ich schwöre bei Gott, dem A mächtigen, auwissenden, ich habe meine liebe Mutter nicht erschlagen, ich habe ihr fein Geld weggenommen!" Vater und Sohn. Die Verhandlung dreht sich zunächst hauptsächlich um die petuniären Verhältnisse des Angetlagten. Daß er sich durch Herrichtung einer Wiele in der Gegend der Kolonie 2ilhelm rub an der Nordbahn für das Gisneschäft in Schulden gesürst babe, steht fett. Trotzdem wurde bei ihm die Summe von 900 M. gefunden, die Jordy sich erspart haben will. Das Geld lag hinter dem Ofen in einem schmutzigen Taschentuche. Auf die an ihn gerichtete Frage, ob er die von ihm in der Voruntersuchung gemachte, seinen Vater des Mordes zeihende Aussage aufrecht erhalte, antwortete Jordy mit einem flaren ,, Jawohi!" Auch behauptete er, daß sein Vater die Mutter schlecht behandelt und einmal sogar fie mit gezücktem Messer um den Tisch gejagt und dabei aus Wut in den Tisch gestochen habe. Als der Vorsitzende dem Angeklagten vorhält, daß von dieser ganzen Geschichte seine Schwester garnichts misse, crflärt er, dann habe sie gelogen oder sie sei nicht dabei gewesen. Bei dem Verhör sucht Jordy seinem als Reugen erschienenen alten Vater mit den Blicken auszuweichen. Dagegen fieht er feiner ebenfalls erschienenen Frau gerade ins Gesicht. Es wird festgestellt, daß diese ziemlich verschwenderisch gelebt und daß es darob zwischen ihr und der ermordeten Schwiegermutter oft Bant gegeben hat. Ein Alibi- Beweis. Um sich zu entlasten, hat der Angeklagte einen ausführlichen Alibi- Beweis für den Tag der Tat angetreten. Er führt eine große Reihe von Einzelheiten an, um seine Abwesenheit vom Ort der Tat zu erweisen. In sehr vielen Fällen macht ihn der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß seine Angaben nicht stimmen. Dit meist er auf die Begegnung mit einzelnen Leuten hin, die er namhaft macht. Es wird dann aber festgestellt, daß eine solche Begegnung mohl zugetroffen hat, daß sie aber nicht an dem kritischen Tage der Ermordung geschehen ist. Die Verhandlung wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Aus dem Gerichtsfaal. § Von der Anklage des Mordes freigesprochen. Der Prozeß wider die Schifferehefrau Berta Korn, die vor pem Schwurgericht in Frankfurt a. D. unter der Anklage des Gattenmordes stand, endete mit der Freisprechung der Angeklagten. Die Geschworenen gelangten nach einer Beratung von zehn Minuten zu der Auffassung, nur dak die Angeklagte nur aus Notwehr gehandelt hat. Ihr Mann soll sie mit der Art selbst bedroht haben, die Frau hat ihm das Mordinstrument entwendet und ihren Mann damit getötet. Ginem Kanonier, der im ersten Jahre diente, wurde der Schädel zertrümmert, sodaß er auf der Stelle tot war. Ein anderer anonier erlitt einen schweren Beinbruch, ein dritter hat eine Verlegung am Schädel. † Raubmord und Selbstmord. In Caternberg ermordete der Bergmann Rotrecht das Dienstmädchen Maria Cache und raubte ihre gefemten Ersparnisse. Dann brachte sich der Mörder selber ums Leben. § Nachklänge zum Hamburger Wahlkrowall. Das Landgericht Hamburg verurteilte die sozialdemokratische Agitatorin Luise Tieß wegen Aufreizung zu Gewalttätigfeiten zu drei Monaten Gefängnis. Sie hatte in drei öffentlichen Versammlungen zum Kampfe gegen die Wahlentrechtung" aufgefordert und auf die Kämpfe in Rußland hingewiesen. Nab und fern. † Verschollenes Senelhoot. Ein Ende voriger Woche von Wilhelmshaven nach Wangeroog mit fechs jungen Leuten abgegangenes Segelboot ist an seinem Riele nicht annefommen, no es fehlt von dem Fahrzeug und dessen Jnfassen jede Kunde. Man fürchtet, daß es verunglückt ist. + Vom Blig erschlagen. Bei einem der schweren Bemitter der letzten Zeit wurden in der Garten- Veranda eines Gasthauses in Reichenau drei Personen vom Blizz ez schlagen, nämlich die Frau des Gastwirts, ein Schmiedemeister und ein Musiker. † Zentralausschuß für Volks- und Jugendspiele. Auf der in Posen abgehaltenen Hauptversammlung des Rentralausschusses für Volks- und Jugendspiele wurden Vorträge gehalten von Professor Schmidt aus Bonn über die förperliche Erziehung der Mädchen und von Professor Kohlrausch- Hannover und Dr. Ehrlich- Posen über die Bedeutung des Schwimmens für Erziehung und Leben. Vom Reichskanzler Fürsten Bülow war ein Begrüßungsschreiben eingegangen. + Vom Ruge überfahren. Auf dem Bahnhofe Hagen war der achtjährige Sohn eines Fauunternehmers ouf das Geleise geraten. Die Mutter stürzte sich auf das Geleise, um ihren einen zu retten. Sie wurde mit dem Sohne von dem Schnellzuge Frantfurt- Siegen erfaßt und sofort getötet. † Soldaten als Sbione verhaftet. In Belfort find zwei Soldaten von der Wache der Militär- Brieftaubenstation berhaftet worden. Sie werden beschuldigt, zu dem im vorigen Jahre verhafteten Spion Kilian in Beziehungen gestanden zu haben. und + Beim Baden ertrunken. Im Dammsee bei Hadersleben ging der Mustetier Wolf von der 7. Kompagnie des Infanterie- Regiments v. Manstein unter und ertrant. Der Verunglückte wurde augenscheinlich vom Schlage getroffen. + Mit der Brant in den Tod. In Berlin erhängte der Sohn eines Gastwirts in der Kegelbahn seiner väterlichen Wirtschaft seine Braut mit deren Willen, nahm fich dann auf gleiche Art das Leben. Der Selbstmörder zählt 22 Jahre. + Die Ursache der Eisenbahnkatastrophe von Salis: bury. Wie nunmehr als feststehend gelten kann, ist das schreckliche Eisenbahnunglück bei der englischen Station Salisbury auf die immer schärfer gehandhabte Konkurrenz der Großen englischen Eisenbahngesellschaften zurückzuführen. Sie lassen ihre Züge immer rascher laufen, damit ihnen von anderer Seite fein Vorrang abgewonnen wird. Die'e Konfurrenz ist besonders scharf zwischen der südwestlichen Eisenbahn, welche die Passagiere der American- Line- Dampfer befördert, und der Great- Western- Eisenbahngesellschaft, die mit den in Plymouth anlaufenden deutschen Dampfern Anschluß hat. + Eine Erbschaft von fünf Millionen. Vor einiger Zeit hatte sich in Berlin eine Witwe im Alter von 84 Jahren in einem Anfall von Schwermut das Leben genommen, und bald darauf war ihre 60 jährige Tochter gestorben. Bei der Regulierung des Nachlasses stellte sich heraus, daß die beiden Frauen Wertvaviere im Betrage von fünf Millionen Mark Tomie 60 000 Mark in barem Gelde hinterlassen haben. Dazu fommt der Erlös der Einrichtung, die bei der Versteigerung 40 000 Mark erbracht hat. Der gesamte Nachlaß fällt an 52 Erben. + Verunglückte Kanoniere. Bei einer Feldübung da in Mezz garnisonierenden Feldartillerieregiments Nr. 33 schlug die Lafette e nes Geschützes in einer Erdmulde um. Die Geschwindigkeit des verunglidten Eilzuges im Augenblick der Entaleisung wird auf 70 bis 80 englische Meilen( 112 bis 128 Kilometer) in der Stunde geschätzt. Die Fahrzeit für die 147 englische Meilen lange Ciredfe zwischen Plymouth und London beträgt nach dem Fahrplan 146 Minuten. Von den im Hospital zu Salisbury liegenden Verletzten hofft man die Mehrzahl am Leben erhalten zu tönnen. Einem der am schwersten Verlegten, dem 70jährigen Mr. Sentell aus Newyork, wurde, als er sich etwas erholt hatte, mitgeteilt, daß seine Gattin, sein Sohn und seine beiden Töchter getötet wurden. Es trat darauf ein Rückfall bei ihm ein. † Versteigerte Likör- Marke. In Grenoble gelangte bie befannte Fabrikmarke des Chartreuse- Litörs untez den Hammer. Das Höchstgebot betrug 621 000 Mait. Der Verwalter des Karthäuser- Klosters wies dieses Gebo als ungenügend zurück. Das Drama auf der Raxalm. ( Sonder- Bericht.) Leoben, 3. Juli. Am 25. Januar d. J. wurde die frühere Köchin Marie Maier im Rarengraben, Bezirk Mürzzuschlag in Steiermar'. ermordet aufgefunden. Als ihre Mörderinnen wurden die beiden Schwestern Friederike und Marie Reffer verhaftet un jetzt haben sich die Angeklagten vor dem hiesigen Schwun= gericht wegen gemeinen Mordes," bezw. Beihilfe dazu zu berantworten. - Friederife Reller verimante ich, nach wien zurücgefehrt, bald den Depotschein über das Vermögen der Maier, ihr Bräutigam Prohasta erhob auf den Depotschein ein Darlehn von 500 Kronen bei einem Kaufmann, dem er erzählte, die Maier wäre seine Braut. Während dem Paar der Boden Wiens schon zu heiß wurde, setzte Marie Zeller ihren früheren leicht. fertigen Lebenswandel fort, bis ihre Verhaftung erfolgte. Als bei der Verhandlung den Angeklagten Gelegenheit gegeben wurde, sich zu der schweren Anflage zu äußern, be haupteten beide Schwestern, sie seien völlig unschulden. An gesichts des erdrückenden Beweismaterials bequemie fich Friederike Zeller aber bald zu einem vollen Geständnis ihrer Schuld; es dürfte aber wohl nicht schwer werden, auch ihre Schwester zu einem Geständnis zu bringen, um sie dann der verdienten Strafe entgegenzuführen. - Berliner Luft. Wenig tröstliche Mij- Gefährüche am Es ist nämlich Alaffe mit ba fonen bestellt billig und bed wollten. Gege erftattet werden gewiefen worde abteile und-2 nur von frante bräuche wie die König bon Kambodscha = weilt, wo er de plöglich als ein ben Charafter Fallière leiftete England den und Siamesen perfider Gegner weife dafür find Minister find ber auch in Ma Atmosphärische Entdeckungen in der Reichshauptstadt. Staubfänger. Millionen unsichtbarer Organismen. Resultate. 200000 Gegenstände in einem Kubikzentimeter. Blumenloos. Fliegendes Salz. handelte Lungen. Luftbewohner. Gegenmaßregeln. Noch vor einiger Zeit fonnte man in Berlin einer ge= wissen Melodie, der der schöne Text„ das ist die Berliner Luft" zugrunde lag, nicht entrinnen. Ueberall wurde es ge= sungen, gepfiffen oder geblasen, dieses schreckliche... Luft, Luft, Luft... Hätte man aber plöglich einen der Sänger angehalten und ihm gesagt: Was ist die Berliner Luft? so würde er feine Antwort wissen. Die Atmosphäre Berlins ist wie das Meer ein Hort von tausend und abertausend fleinen Organismen. Merkwürdigerweise hat man erst in allerletzter Zeit daran gedacht, dieses interessante Gebiet zu erforschen. An einigen Stellen der Reichshauptstadt, wo das Leben besonders start hin und herflutet, Potsdamerplatz, am Spittelmarkt, am Schloß des Kaisers und anderen Punkten, hat man Staubfänger aufgestellt. Das waren fleine Blecheimer, mit einer Art offenen Helm, in die der Wind den Straßenstaub hineinwehte. Die Einrichtung war so, daß der Staub wohl hinein, aber nicht mehr heraus fonnte. Von einer planmäßigen, systematischen Durchforschung der Berliner Luft fann man aber auch jezt noch nicht reden, so wichtig auch die Ergebnisse auf diesem Gebiete für die Bewohner sein müßten. Immerhin ist ein bedeutender Schritt vorwärts geton und die ersten Ergebnisse, die jetzt vorliegen sind sehr interessant. Besonders tröstlich ist es ja nicht, was sich als Resultat der Untersuchung ergeben hat, wenn es auch bei uns nicht ganz so traurig aussieht wie in Paris, wo Prosessor Aitken ermittelte, daß in einem Kubikzentimeter_fich nicht weniger als 200 000 Staubpartifelchen befinden. Diese Bahl bezieht sich aber auf einen Raum über den belebtesten Straßen. Im Bois de Boulogne z. B. geht diese er= schreckende Zahl schnell auf 6000 Staubteilchen herab. Wie in Paris zeigte sich nun auch in Berlin, daß der größte Teil des Straßenstaubes mineralischer Natur war, der auf der ganzen Erde am verbreitesten und natürlich am reichlichsten da ist, wo die Untersuchungen in verhältnismäßig geringer Höhe über dem Straßenniveau stattfinden. Was wir als schlechte Luft bezeichnen, ist also in Berlin vor allem Steinstaub. Daher fommt auch die unangenehme Einwirkung, wie sie an windigen Tagen auf die Einatmungsorgane ausgeübt wird. So erklärt sich auch die Tatsache, daß die Großstädte im Gegensatz zum Bewohner der kleinen Stadt und des freien Landes nicht lange die rote Färbung der Lungen behalten, sondern sie frühzeitig verlieren. Die seinen Siaubteile werden durch die Nasenschleimhaut zum Teil festgehalten, aber ein großer Teil dringt doch in die Lunge und färbt sie dun telgrau. Bei Menschen, die viel Kohlenstaub einatmen, fann sich die Lunge jogar schwarz färben, sodag nur noch die Aederchen weiß leuchten und so der Eindruck eiwedt wird, als sei die Lunge aus Marmor. Der Zuschauerraum ist überfüllt und mit Spannung folgen die Erschienenen jeder Phase der interessanten Ver Handlung. Bunt bewegt ist der Lebenslauf der beiden Mörderinnen, die jetzt in eleganten schwarzen Kleidern weinend und laut auffchreiend vor ihren Richtern stehen. Aus dem stillen Alpental der oberen Mürz famen die Schwestern nach Wien, bald hatte der Strudel der Weltstadt fie erfaßt und tiefer und tiefer rik er fie hinab. Friederike hatte als Stubenmädchen ein Unterfommen gefunden, ihre Schwester Marie war nicht so alücklich, eine aut bezahlte Arbeitsstelle zu finden. Sie wurde Buffetmädchen, dann Blumenmädchen im Budapester Orvbeum in Wien, und ergab sich bald einem leichtfertiuen Lebenswandel. Friederife Zener hatte inzwischen einen Overnfänger Prohaska fennen gelernt, den fie, trotzdem er sie schlecht behandelte und hinter= gina, aufrichtia liebte. Probasta schob die Erfüllung dea Heiratsversprechens immer weiter und weifer hinaus. worüber Friederike in helle Aufregung geriet. Die beiden Schwestern Marie Reller war zu Friederike gezogen lernten nun die Köchin Marie Maier fennen, von der sie wußten, daß sie nicht unbeträchtliche Ersparnisse besak. Um nun ihrem Bräutigam und sich aus der Geldklemme zu helfen, fakte Friederife den Entschluß, die Meier zu töten. Nachdem ein Giftmordversuch fehlgeschlagen war, inszenierte Friederife Beller einen gemeinsamen Ausflug mit der Südbahn nach der Raralv. Dort follte der Mord berübt werden. Es fommen selten Menschen in diese abge= Iegene Gegend, man fonnte also hoffen, daß die Tat lange Reit unentdeckt bleiben würde. Inzwischen hatte man Zeit gewonnen, sich in den Besitz des Vermögens der Ermordeten 311 setzen und alle Souren 311 verwischen. Die beiden Schwestern gingen mit dem abnungslosen Opfer am Rarenbachgraben aufwärts, Marie mit der Maier vorn weg, die Friederike folate einige Schritt hinterber. Als Marie R. ein Stolpern marfierte, zu Boden fiel und die Maier mit hinrik, warf fie fich auf die am Roden Liegende und prekte ihr die Keble zusammen. Friederife warf der Maier eine Schnur um den Hals und zog diefe fest zu. Dann wurde das faft schon leblose Opfer in eine dort knapp am Wege befindliche Mulde gebettet. Dort brachte Friederike der Maier noch mit einem Messer tiefe Schnitte in den Hals bei, legte die Schnur in den Grund der Wunde und suchte bierdurch den Schein zu erwecken, als ob die Maier fich die Wunde durch Würgen mit der Schnur in selbstmörderischer Absicht zugefügt habe. Dann reinigten sie sich ihre Kleider, verbargen den mitgenommenen Hut der Maier unter einer Brücke und ver tauschten ihre eigenen Hüte mit Tüchern. Auf dem Rückmene wurden sie von mehreren Leuten gefehen und trotz der teilweisen Verkleidung als die zwei Frauen erfannt, die eine britte vormittags taleinwärts geführt hatten. Die beiden Mörderinnen bemühten sich, als die Leiche der Maier gefunden war, im Publikum die Meinung zu erwecken, die Tote habe durch Selbstmord geendet, und zwar sei unglückliche Liebe das Motiv, 21. der Tat aewesen. In zweiter Linie handelt es sich um Bestandteile des Staubes, wie dessen Erzeugung und Vermehrung, zu welchem die Großstädter selbst die Veranlassung bilden. Dahin gehört der Staub in den Zimmern, dessen Wenge wir erst erfennen, wenn ein Sonnenstrahl hineinfällt. Irgendwo müssen ja doch die Fasern der zerrissenen und abgenutzten Kleidung, ihre Ueberreste, die abgenüßten Teile der Stiefel, Glanz und Politur der Möbel, Fußböden und Treppen bleiben. Alles findet sich im Straßenstaube wieder. Mertwürdig wird es tungen, daß im Berliner Luftgebiet auch Salzförner nachgewiesen sind. Im ganzen Jahr findet in der Natur ein Werden und Vergehen statt; im Herbst sinken Blumen, Blüten und Blätter in den Staub und Schmuz und werden bei dem folossalen Verkehr einer Stadt wie Berlin bis in die fleinsten Teile zermalmt. Von solchen Resten fonnten noch 500 Keime in einem Rubikmeter nachgewiesen werden. Was aber den eigentlichen Grund zur Bekämpfung des Straßenstaubes gibt, das ist die Anwesenheit von Mifroorganismen, von Lebewesen, die die gefährlichen Krankheiten eriegen. Es sind im Berliner Straßenstaub fleine Schimmelpuge nachgewiesen, deren Sporen in der Luft umhersegeln und stets bereit sind, sich zu ihrer traurigen Tätigkeit nieder zulassen. Auch die Hefepilze sind fast ständig Begleiter des Berliner Straßenstaubes. Leider fehlen auch die gefährlichen Bakterien, die Erzeuger der Blattern, der Masern, des Scharlachs, u. a. nicht. Die Behörde sucht ja auch dieser Welt im Kleinen möglichst Abbruch zu tun, doch wird wohl all ihr Mühen nur eine Besserung der Zustände erreichen, gänzlich kann die ,, Berliner Luft" von Schädlingen nie befreit werden. == Vermischtes. F. O. Moderner Wohnunaskomfort. Was alles zum Komfort einer modernen Wohnung gehört, das kann man auf großen Plakaten lesen, die namentlich im Westen Berlins an Neubauten angebracht worden sind. Danach find in den Häusern folgende Bequemlichkeiten vorhanden: Fahrstuhl mit Drudknopf- Steuerung, Warm- Wasserheizung durch Radiatoren, Warm- Wasserversorgung, Haussprechanlage, Sauerstoffzu führung für die Schlafzimmer, elektrische Kühlanlagen in den Speisekammern, Vacuumreinigung, Tresore, Automobilremisen, elektrisches Licht und Gas. = Gesunde Kranke. In Frankfurt a. M. ist man einem ganz eigenartigen Betruge auf die Svur gelommen = hat, gar nicht n Die Sambefie Fälle eine riesenhafte ber Randminen Die Fälle find 500 000 Pferdef genutzt werden man nach und n Unlage von 20 Der Strom foll 150 000 Volt üb etwa 25 bis 30 1200 Kilometer + Die Sp rauen follten in bak besonders i überhaupt und brauchen ja nicht bie bloße Verunr boch schon mehr schließen, müffen Bazegloden über fich vielleicht, an fänger mit Sonig die Speisen mögl halten, weil als e von Sonnenlicht im Dunkel verdi Speisen die Rerfe ficht als Leben qu nach Möglichkeit d für den Genuk auch durch die Ar G3 ist erwiesen, zweifellos die Sal wesentlich verring Fäulnis übergeht gefocht wurde. D fene Ratschläge un zu sehr dem Son und andere Infel genügend für frif = Gine Gh Art und Weise ho Trauschein verscha Heimat mit einem Da das Paar jed Nie, fandten Bl Aute Freunde nad freife ließ fich do burch einen englis Trauschein, lauter Namensträger nad = Neue Ga fekt fogar schon Chauffeurkleidung im Champs- Elysée bon Segonzac. G die Automobilremi ftellen follte. Am welcher verlangte, tommen, dann m fichtigung schraubt dem Namen des r war aber schon bo Remile und so t berhaftet werden. Parlame der Regierung ein Berwaltung der S Bugegangen. * Die Witme Seffen, Freifrau München berichtet Frhr. v. Baffus ve Nachmittag in Sie beschäftigt waren, Freihei dem fie nicht wid brannten fie ihrem Serrlichkeit indes in Gießen und den wieder dingfeft ger R. Am 16. Reibant Hauptf nebenftelle mit berlebt eröffnet we ** Immer Bingerfest un rudgetebrt, bald r, ihr Bräutigam Darlehn von ählte, die Mar er Boden Bien n früheren led ung eriolgte. gten Gelegenbeit zu äußern, bes unschulden. Lin e bequeme fich Geständnis ihrer er werden, auch bringen, um fie 1. Chehauptftadt. --Wenig tröftude Zentimeter. Rif loos.-Gefähriche Berlin einer ges ist die Berliner Call wurde es ges edliche... Luft, einen der Sänger Berliner Luft? Die Atmosphäre ausend und aber erweise hat man interessante Ges Reichshauptstadt, herflutet, am des Kaisers und aufgestellt. Das Art offenen Benstaub hinein. aß der Staub nnte. Von einer der Berliner Luft , so wichtig auch e Bewohner sein Schritt vorwärts orliegen find sehr icht, was sich als enn es auch bei Paris, wo Probitzentimeter fich befinden. Diese den belebtesten . geht diese erhen herab. Wie B der größte Teil ar, der auf der am, reichlichsten ismäßig geringer 1. Was wir als Serlin vor allem e unangenehme Tagen auf die erflärt sich auch Gegensatz zum eien Landes nicht lten, sondern sie werden durch die r ein großer Teil dun telgrau. Bei in fich die Lunge Aederchen weiß Is sei die Lunge Bestandteile des g, zu welchem die Dahin gehört der ir erst erkennen, ndwo müssen ja nuzten Kleidung, tiefel, Glanz und n bleiben. Alles rtwürdig wird es Salztörner nach ein Werden und lüten und Blätter ei dem tolossalen Die fleinsten Teile ch 500 Reime in Bekämpfung des heit von Mitrolichen Krantheiten fleine SchimmelLuft umbersegeln Tätigteit nieder Dig Begleiter des die gefährlichen er Majern, des Belt im Kleinen all ihr Mühen gänzlich fann die werden. F.O. Was alles zum das fann man m Westen Berlins anach find in den en: Fahrstuhl mit durch Radiatoren, ge, Gauerstoff ühlanlagen in den Automobilremifen, rt a. M. iit man Spur gelommen Es ist nämlich festgestellt worden, dak Krantenabteile dritter Klasse mit dazugehörigen Krantenbetten von gesunden Personen bestellt und benutzt worden sind, die auf diese Weise billig und bequem reien und namentlich nicht umsteigen wollten. Gegen die Betreffenden soll Anzeige wegen Betrugs erstattet werden. Die Bahnhofs- und Zugbeamten find angewiesen worden, strenge darauf zu achten, daß die Krankenabteile und-Betten abgesehen von den Begleitern nur von Iranfen Personen benukt werden, damit sich Mißbräuche wie die geschilderten nicht wiederholen. = König Sisowath wird übermütig. König Sisowath von Kambodscha, der z. 8. mit seinen Tänzerinnen in Paris weilt, wo er der Liebling der Menge geworden, entpuppt sich plöglich als ein ganz gefährlicher Mensch, dem die Poli:: f den Charakter verdorben hat. Als Gast des Präsidenten Fallière leistete er sich folgenden Ausspruch: Man muß England den Krieg erflären, nicht nur weil es die Birmanen und Siamesen auf Laos gehegt hat, sondern auch, weil es ein perfider Gegner Frankreichs ist. Das weiß alle Welt. Beweise dafür sind im Ueberfluß vorhanden." Die französischen Minister find auf den kampflustigen Kambodschaner- König, ber auch in Marseille schon mal sich so friegerisch gebärdet hat, gar nicht mehr gut zu sprechen. = Die Die Riesenkräfte eines Wasserfalles. Sambesie Fälle in Afrika sollen jetzt die Betriebskraft für eine riesenhafte elettrische Anlage bieten, die zum Betriebe ber Randminen in Natal und Transvaal dienen sollen. Die Fälle find 100 Meter hoch; ihre Kraft wird auf 500 000 Pferdefräfte geschätzt, von denen etwa 150 000 aus= genutzt werden sollen. Das ist eine äußerste Grenze, die man nach und nach zu erreichen hofft; vorläufig ist eine Anlage von 20 000 Pferdekräften in Aussicht genommen. Der Strom soll mittels zweier Kabel in einer Spannung von 150 000 Volt übertragen werden, wobei der Verlust sich auf etwa 25 bis 30 Prozent beläuft.- Die Sambesi- Fälle sind 1200 Kilometer von den Minen entfernt. + Die Speisekammer im Sommer. Unsere Hausfrauen sollten in der heißen Jahreszeit streng darauf achten, daß besonders den Fliegen der Zutritt zur Speisekammer überhaupt und zu den Speisen besonders verwehrt ist. Es brauchen ja nicht alle Fliegen Krankheitsträger zu sein, aber bie bloße Verunreinigung der Speisen durch die Fliegen ist boch schon mehr als unerwünscht. Ohne die Luft abzuschließen, müssen Deckel mit Luftlöchern oder noch besser Gazeglocken über die Speisen gestülpt sein, und es empfiehlt fich vielleicht, an den Aufbewahrungsstellen besondere Fliegenfänger mit Honig oder Sirup aufzustellen. Außerdem sind die Speisen möglichst fühl und vor Sonnenlicht geschützt zu halten, weil als erwiesen gilt, daß bei ungehindertem Zutritt bon Sonnenlicht manche Sveise, z. B. Butter, schneller als im Dunkel verdirbt. Das Sonnenlicht befördert in den Speisen die Bersetzung, und so sehr man sonst das Sonnenficht als Leben quell suchen soll, so muß man es doch hier nach Möglichkeit ausschließen, weil zersetzte Speisen untauglich für den Genuß werden. Die Bersetzung der Speisen wird auch durch die Art der Zubereitung gefördert, bezw. gehemmt. Es ist erwiesen, daß das Kochen des Gemüses mit Fleisch zweifellos die Haltbarkeit des etwa übrig bleibenden Gemüses wesentlich verringert, weil solches Gemüse viel früher in Fäulnis übergeht als Gemüse, das einfach in Salzwasser gefocht wurde. Die fluge, praktische Hausfrau befolge also fene Ratschläge und sorge dafür, daß die Speisekammer nicht zu sehr dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, daß sie gegen Fliegen und andere Infeften geschützt ist, und daß in derselben stets genügend für frische Luft gesorgt ist. == Eine Eheschließung in absentia. Auf wunderbare Art und Weise hat sich der Anarchist Blazek in Zürich einen Trauschein verschafft. Blazef mar aus seiner österreichischen Heimat mit einem Fräulein Quas nach Zürich gefommen. Da das Paar jedoch bei der Zimmermiete auf Schwierigkeiten tieß, sandten Blazek und Fräulein Quas ihre Papiere an gute Freunde nach England. Ein Paar aus diesem Freundesfreise ließ sich dort, gestützt auf die erhaltenen Ausweise, burch einen englischen Geistlichen trauen und sandte dann den Trauschein, lautend auf Herrn und Frau Blazek, an die Namensträger nach Zürich. = Neue Gauner- Spezialität. In Paris stiehlt man jetzt fogar schon gewerbemäßig Automobile. Ein Mann in Chauffeurkleidung verlangte eines Tages das in einer Remise im Champs- Elysée- Viertel untergebrachte Auto des Marquis bon Segonzac. Er erhielt das Fahrzeug und brachte es in die Automobilremise eines Herrn Brion, der es zum Verkauf stellen sollte. Am anderen Tage fam schon ein Käufer, welcher verlangte, das Auto müßte eine andere Farbe be= tommen, dann würde er es faufen. Während der Befichtigung schraubte der angebliche Käufer eine Tafel mit dem Namen des rechtmäßigen Besitzers los. Der Marquis war aber schon vorher benachrichtigt worden, erschien in der Remise und so fonnte der Spießgeselle des Auto- Diebes verhaftet werden. Lokales. * Parlamentarisches. Den Landständen ist von der Regierung ein Gefeßentwurf über die Verfassung und Berwaltung der Feraelitischen Religionsgemeinden Hessens zugegangen. * Die Witwe des verstorbenen Prinzen Heinrich von Hessen, Freifrau Milena v. Dornberg, hat sich, wie aus München berichtet wird, mit dem Kämmerer Maximilian Frhr. v. Bassus verlobt. *** Freiheit, die ich meine. Als am Samstag Nachmittag in Gießen zwei Strafgefangene mit Außenarbeit beschäftigt waren, überfam sie plößlich ein Freiheitsdrang, dem sie nicht widerstehen konnten und kurz entschloss n brannten sie ihrem Aufseher durch. Lange dauerte ote Herrlichkeit indes nicht, da der eine noch am selben Abend in Gießen und der andere am folgenden Tage in Azbach wieder dingfeft gemacht wurde. R. Am 16. Juli wird in Ingolstadt eine von der Reichsbant Hauptstelle in München abhängige Reichs bank nebenstelle mit Rasseneinrichtung und beschränktem Giro. verkehr eröffnet werden. *** Immer näher rückt das Lahntal- Bundes Sängerfest und immer deutlicher zeigt Gießens Bevölkerung das Bestreben, dem Fest den denkbar würdigsten Rahmen zu geben und den auswärtigen Sängern die größten Annehmlichkeiten zu gewähren. Die Arbeiten auf dem Fest plat nähern sich ihrem Ende, mächtig und imposant ragt schon das große Haupttor auf, das das Wahrzeichen des Gesanges, die Lyra, trägt. Wichtiger als all dieses ist aber die Arbeit, die auf den Kern des Festes, den Gesang, verwandt worden ist und gute Resultate gezeitigt hat. So ift also die Gewähr gegeben, daß uns am fommenden Samstag, Sonntag und Montag Perlen des Männergesanges sowohl in den Einzel- wie in den Massenchören gespendet werden. Es ist deshalb begreiflich, daß in dem ganzen Bundesgebiete und über seine Grenzen hinaus die Freunde des Gesanges sich rüften, um der alten festfrohen Lahnstadt Gießen einen Besuch abzustatten. * In der Arbeitertolonie Neu- Ulrichstein befanden sich Ende Juni stellen bezw. arbeitslos 57 Mann. * Die Kornblume oder Cyane, der Liebling des hochseligen Kaisers Wilhelm und wohl auch unser aller Lieblingsblume, blüht jeßt wieder im wogenden Getreidefeld und entzückt durch seine schlichte Schönheit das Auge des Naturfreundes. Aber da die Kornblume nicht nur am Rande des Feldes, sondern auch inmitten der reifenden Frucht steht, wird den Besizern der Felder oft großer Schaden zugefügt, da beim Pflücken der Kornblumen besonders durch die Kinder das Getreidefeld niedergetreten wird, indem man bis tief in die Felder hineingeht und sich nicht mit den am Rande blügenden Blumen begnügt. Das ist ein arger Unfug, vor dem umsomehr zu warnen ist, als die Eltern für den von den Kindern angerichteten Schaden haftbar sind und man sich unter Umständen auch eine Anflag wegen Felddiebstahls zuziehen kann. Deshalb mehr Rücksichtnahme auf das Eigentum anderer und mehr Genügsamfeit, da einem sonst die Freude an einem Kornblumenstrauß teuer zu stehen fommen fann. ?? Radsport. In Dortmund gewann Ryser( Brenna bor) den großen Westfalen Preis( 1600 Mt.) im Stundenrennen glänzend vor Simar und Rosenlöcher und verbesserte den Lokalrekord um 11 km. * Großen- Linden. Landtagsabgeordneter Bürgermeister Leua uno Dr. Platz wurden dieser Tage in Berlin beim Esenbahnminister bezüglich der hiesigen Bahnhofsver hältnisse vorstellig. Die Gemeinden Großen- Linden und Lethgestern wünschen nämlich zur Erleichterung des Personen Verkehrs eine Unterführung. " o Grünberg, 3. Juli. Obstbauliches. Sonntag, den 8. d. Mts., wird Obstbautechniker Wiesner von der Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauvereins Friedberg nachmittags 1/24 Uhr in Grünberg im Englischen Hof" einen Vortrag über den Gemeindeobstbau in der Proving Oberhessen und dessen bare Erträge" halten. Wir machen auf dieses beachtenswerte Thema alle Interessenten noch besonders aufmerksam mit dem Bemerken, daß zum Schlusse eine Gratieverlosung von Obstbäumen und Haselnußsträuchern unter die anwesenden Vereinsmitglieder auch aus Beltershain, Göbelnrod, Lauter, Stangenrod und Qu doorn borgenommen wird. × Aus dem Vogelsberg. Die Heuern te schreitet ihrer Vollendung entgegen und man fann im allgemeinen mit thr zufrieden sein. Die sich von Anfang geltend machende Befürchtung auf anhaltend nasse Witterung hat sich nicht bestätigt und die Einbringung des Futters ist im Ganzen gut gegangen. Wenn nicht noch besonders ungünstige Verhältnisse eintreten, dann dürfen wir auch in diesem Jahre einer recht erträgligen Obst ernte entgegensehen. Die Bäume zeigen einen sehr starken Behang, insbesondere auch Steinobst, sodaß man ist schon vielfach„ ftüßen" muß. Dagegen dürfte die Kornernte weniger gut ausfallen; das Korn steht im allgemeinen dünn und die Aehren sind flein, wodurch ein geringer Rörnerertrag in Aussicht steht. r Ober Seemen. Lehrer Sittel von hier ist vom 1. Juli ab aus dem Schuldienst ausgeschieden, um sich ganz seinen chemischen Studien widmen zu können. Es ist ihm gelungen, ein chemisches Präparat herzustellen, durch dess n Verkauf er sich eine sichere Einnahmequelle verschafft hat. Oppershofen. Die mittlere Wetterau zeigt seit Jahren eine stets aufwärts steigende Rosenkultur, und sorgfältige Pflege hat manch schönes Rosensted remplar zur Entfaltung gebracht. So findet sich gegenwärtig an dem Anbau des Wagner Linnschen Wohnhauses eine blühende Schling rose, die wohl an tausend Knospen und Blüten zeigt. Weiß und rot leuchten die Rosen aus dem dunklen Blattgrün hervor und geben dem Anbau ein malerisches Aussehen. Der Rosenstock wurde als Stamm vor 14 Jahren gepflanzt * und veredelt. * Buzbach Ein hiesiger Gerbergeselle tam in eine Arbeitsmaschine und verlor 4 Finger der einen Hand. Er wurde in die Klinik nach Gießen übergeführt. * Weilburg. Unser im schönsten Teile des Lahntales belegene Stadt, die Perle des Lahntals", rüstet sich zur Feier ihres tausendjährigen B stehens. Das Fest, von dessen Verlauf man sich viel verspricht und zu dem ein starker Bufliß von Fremden zu erwarten steht, wird in der Zeit vom 18. bis 21. Auguft begangen werden. Den Hauptanziehungs. punkt dürfte das am 19. Auguft im efeuumranften Schloßhofe des altehrwürdigen Schlosses zur Aufführung fommende Festspiel sowie der sich an dasselbe anschließende historische festzug bilden. Das von dem Hofrat Dr. Spielmann in Wiesbaden verfaßte Festspiel schildert die legten Lebenstage des Königs Konrad I. von Franken, der am 23. Dezember 918 in Weilburg starb und sterbend seinem Bruder Eberhard auftrug, Szepter und Krone sowie die übrigen Zierraten der Königlichen Würde seinem bisherigen Gegner, dem Herzog Heinrich von Sachsen, zu überbringen. * Haiger, 3. Juli Exkursion. Zu einer mehrstündigen Befihtigung der in unserer Gemartung belegenen Dachschiefergrube Schlierberg eigens herübergefommen war Sonntag Vormittag der Vorsteher des mineralogischen Instituts der Landesuniversität Gießen, Professor Kaiser, mit etwa 70-80 Studierenden. Das Resultat dieser wissenschaftlichen Exkursion muß für die Teilnehmer von großer Befriedigung gewesen sein, da für den nächsten Sonntag ein weiterer Besuch in Aussicht gestellt wurde. r. Ermenrod. Landwirt Weil wurde am Sonntag von einem Fohlen durch Hufschlag gegen den Unterleib schwer verletzt. Am folgenden Tage trat schon der Tod ein. * Frankfurt, 3. Juli. 6 Millionen für Gruben= felder. Der Vormund des minderjährigen Fürften Georg Friedrich Solme- Braunfels hat für den Fürstlich SolmsBraunfelsschen Grubenbesitz die Offerte der Firma Krupp ( sechs Millionen Mark) angenommen. Die Es nwerke Buderus hatten nur 53/4 ionen geboten, während das Konsortium Deutscher Kaiser und Schalter Grub nverein seine geringere Offerten nicht weiter verfolgt hat. Die Bieter gaben ihre Höchstgebot: geheim ab, d. h. feiner wußte, was der andere geboten hatte. Nunmehr ist noch die Genehmig ung des Vormundschaftsgerichtes und die Zustimmung der Agnaten erforderlich, um den Kauf perfeft zu machen. Ein Teil der Agnaten tam am Samstag im Plenarsaal des Frankfurter Oberlandesgerichts zu einer vorberatenden Sizung zusammen. Da auch noch andere Formalitäten zu erledigen sind, dürfte vor Ende September die vormundschaftsgericht. liche Genehmigung zu dem Verkauf nicht erfolgen. * Frankfurt. Heu- und Strohmarkt.( Amtliche Notierungen.) peu per Zentner 3.40-3.70 Mt. Stroh per Bentner 3.00-0.00 Rt. Aus dem Gerichtssaal. trastammer. Gießen, 3. Juli. In April d. J. wurde im Café Hettler zu Gießent nachts im 3 mmer der Hausburschen ein Diebstahl aus. geführt. Man war sofort der Ansicht, daß ein mit der Dertlichkeit vertrauter Dieb die Tat ausgeführt haben mußt. Während die Hausburschen schliesen wurden ihnen die Kleider von den Betten und sonstige im Zimmer befindliche Gegenstände weggenommen und eine Sträflingsmüße zurückgelassen. Zu derselben Zeit wurden Diebstähle aus Klein Linden gemeldet; weiter fand man in der Nähe des Bahnviadukts die Kleider eines anscheinend entwichenen Sträflings. In der folgenden Nacht machte sich der Hausbuische Anton Rubella aus Klodnik in Friedberg durch Tragen mächtiger Batete auffällig; er wurde festgenommen und man fand bet ihm die in Gießen und Klein- Linden gestohlenen Gegenstände. Es stellte sich heraus, daß. früher im Café Bettler als Hausbursche beschäftigt war. Nach seinem Auetritt führte er einen Diebstahl aus, wofür er in Saar brücken mit 2 Jahren Zuchthaus bestraft worden ist. Er wurde zur Strafverbüßung nach Siegburg verbracht, entwich aber auf der Außenarbeit und wanderte über Weßlur nach Klein Linden und Gießen, wo er die Diebstähle aus führte. Nachdem er sich bei Klein- Linden umgezogen hatte, wanderte er nach Frankfurt zu, wurde aber in Friedberg schon verhaftet. Er gab einen falschen Namen an, den er bei seiner Einlieferung ins Gießener Arresthaus beibehielt, was thn auch wegen intellektueller Urkundenfälschung unter Anklage brachte. Das Gericht hielt es für geboten, die ganz: Strenge des Gesezes anzuwenden und verurteilte ihn wegen Diebstahls im Rückfall und intellektueller Urkundenfälschung zu 5 Jahren 1 Monat Zuchthaus, worauf ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet wird. Gleichzeitig wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre abertannt und die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht ausgesprochen. Wegen Beleidigung eines Amtsrichters in Nidda und des Bürgermeisters von Dauernheim war der Megger Johannes Meyer von Dauernheim unter Anklage gestellt. Da es nach dem Gutachten eines Sachverständigea nicht ausgeschlossen ist, daß er unzurechnungsfähig ist, wu de die Sache ausgesetzt, um den Angeklagten auf seinen Geistes. zustand zu untersuchen. Auf Klage der Ehefrau Robert Bengsch zu Treis Horloff wurde die Ehefrau des Jakob Berg wegen Beleidigung zu 40 und 15 Mt. Gilda strafe verurteilt. Die von ihr eingelegte Berufung zog die Angeklagte im Laufe der Verhandlung zurück. - - Literarisches. *** Die richtige Ernährung ist für alle Vo f schichten eine der wichtigsten Lebensfragen. Es fann de über den verschiedenen Wert der Nahrungsmittel nicht g 4 Aufklärung verbreitet werden. Es ist dankbar zu begrüße, daß der Kleine Brockhaus, dessen Vortrefflichkeit mic wiederholt hervorgehoben haben, in dem ersten Hefte de 2. ( Schluß-) Bandes einen recht ausführlichen Artikel i Nahrungsmittel als Beilage bietet. Es ist dies ein Beisp unter den vielen tausenden, aus dem man wieder ers fann, wie sehr Brockhaus' Kleines Konversations Ly toa jede Gelegenheit wahrnimmt, sich im Dienste der allgemeinen Belehrung nüßlich zu machen und dadurch den Besitz dieses Hausschazes jederzeit wertvolle Dienste zu leisten. großer Vorzug des Werkes ist, daß es aus nur zwei Bani zu je 12 Mt. besteht und daß es schon im Herbst dis Jahres vollständig vorliegen wird. Das erste Heft des 2 Bandes schmückt eine künstlerisch ausgeführte Tafel Schme linge, die die wichtichsten unserer heimischen alter packender Naturtreue wiedergiebt, owie eine inter fine Doppeltafel Lokomotiven, auf welcher die Entwickelung sa Stephensons erster Lokomotive bis zu den modernsten Typ n dargestellt ist. 17 Verantwortlich für die Politik und den Inseratener Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe in Gießen. Haarpflege. Ein wirklich zuverlässiges Mittel, um die kopfhaut rein und gesund zu erhalten, das Ausfallen und frühze t'ae Ergrauen der Haare und die Schuppenbildung zu verhindern, war schon längst zum großen Bedürfnis geworden. In Carbolin be= fißen wir dieses Mittel jezt. Man weise alle andern Haar t zurück und verlange nur Carboline, zu haben in Droc Barfümerien und Apotheken oder durch v. H. Warner& 60, Schäfergasse 10, Frankfurt a. M. An die Einwohnerschaft Gießen! - In den Tagen bom 7. bis 9. Juli wird der Lahntal Cäno erbund wiederholt sein Bundesfest in unseren Mauern seiern, um Zeugnis abzulegen, wie seine Vereine den deutschen Männergesang weiter zu pflegen wußten. Liebe Sangesbrüder von Nah und Fern werden in großer Zahl erscheinen, und eingedenf der in unserer Stadt so oft bewährten hohen Gastfreundschaft, bitten wir sie alle herzlich willkommen zu heißen. Als äußeres Zeichen aufrichtigen Willkommengrußes ersuchen wir die gesamte Bürgerschaft ergebenst ihre Häuser festlich schmücken zu wollen. - Der Geschäftsführende Ausschuß: Herm. Eichenauer. Bekanntmachung. Wilh. Homberger. Die unterm 8. Juni 1906 angeordnete Sperre des Selterswegs zwischen Wolfengasse und Frankfurterstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. Juli 1906. Großh. Poliz iamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Löberstraße zwischen Garten- und Göthestraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhiverkehr gesperrt. Gießen, den 2. Juli 1906. Großherzogliches Bolizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 8. Juni 1906 angeordnete Sperre des Großen- Steinwegs zwischen Moltkestraße und Eichweg wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 14. Juli 1906 angeordnete Sperre der Schillerstraße zwischen Nordanlage und Steinstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. Juli 1906. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bleichstraße von Südanlage bis Stephanstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 2. Juli 1906. Großh. Polizeiami Gießen. Herberg. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden Arbeiten und Lieferungen zum Neubau des Stadttheaters in Gießen sollen im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. 1. Zimmerarbeiten 75,00 cbm Holz zu Sparren und Pfetten. 2. Spenglerarbeiter. 3. Schreiner arbeiten. Holzgesimse 412 Ifdm. 4 Blizableitungsanlage. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen, Bedingungen und Angebotsformulare liegen im Bureau des Architekten H. Meyer Weftanlage dahier, zur Einsicht offen und fönnen daselbst zu Selbstfostenpreis erhoben werden. Die Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 14. Juli vormittags 11 Uhr mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns einzureichen. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Submission. Die Lieferung von Weißzeug. Bettwerk, Krankenkleid r, Stoff zu Stores, Kranfenteppiche, Roßhaarmatrazen und Aufarbeiten von solchen für die neuen Freibank. Schweinefleisch 50 Pia. Kleinste Anzahlung. Bequeme Teilzahlung. Leichenfrau Dürr Arbeitsvergebung. Die Herstellung der Entwässerungsanlage am Ofenputzer Dürr Neubau der israelitischen Leidenhalle soll wohnen von jetzt ab Seltersweg 65, Gießen. Geld! Bares Geld! Hoher sofortiger Verdienst für Jedermann! Kein Kapital! Kein Laden nötig! Spielend leicht! Offert. u. A. B. a. Annoncenexpedit. Eugen Wieland, Lindau in Bayern. Prima Speisekartoffeln sowie Mittwoch, du 11. Jul. 3. vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 4. Juli 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Vergebung von Salosserarbeit. Die für die Einrichtung des Bibliothekzimmers im Neubau der böheren und erweiterten Mädchenschule erforderlichen Eisenkonstruktionen sollen Dienstag, den 10. Juli d. J. vormittage 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung, Bedingungen und Zeichnungen liegen während der Amtsstunden bei us zur Einsicht Feinste Salatkartoffeln offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, liefert billigt J. Hankel, Gießen, Schloßgasse. Lieferung nach Auswärts franko. Das Ziel dèm wir alle zustreben, ist: Wohlstand, Behaglichkeit Zufriedenheit! Wie gelangt man dazu? Kaufen Sie Sehr einfach Auf Kredit! Möbel EX Betten Polsterwaren eigener Fabrikation. Herren-, Burschen-, Knaben- Anzüge, Manufaktur- und Mode- Waren, Damen-, Mädchen-, Kinder- Kleider, Kostümröcke, Blusen, Jacketts. Stiefel, Hüte, Schirme. Einzelne Möbelstücke, sowie ganze Ausstattungen J. Jumann Plockstrasse 14-16 Giessen Plockstrasse 14-16 Deutschlands grösstes Möbel- und WarenKredit- Hans. Auf Wunsch Besuch durch meine Reisende. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. Geld in jeder Höhe auf Wechsel oder Schuldschein vermittelt Diskret an jederm. Kail Farrenkopf, Harzburg. Fahrräder, erstklassig, direkt von der Fabrik an Private und Händler von Mk. 65 an. prima Mäntel von Zubehörteile, k ca. Mk. 4. Luftschläuche von Mk. 2.80 an. Kliniken ſoll auf dem öffentlichen Submissionswege für Reparaturen das Rechnungsjahr 1906 bergeben werden. Die Vergebung erfolgt auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und ist derselbe nebst Lieferungsbedingungen und Mustern auf dem Ver waltungsbureau nachmittags von 3 bis 5 Uhr einzusehen. Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen find bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, den 12. Juli 1906, mechm. 5 Uhr unter Beifügung von Mustern an die Großh. Verwaltung der neuen Kliniken einzureichen. Zuschlagsfrist 16 Tage. Die Lieferung fann auch geteilt bergeben werden. Gießen, den 2. Juli 1906. Grosh. Verwaltungs- Direktion der neuen Kliniken. auch an fremdem Fabrikat prompt und billigst. Wer sich auf diese Zeitung be: zieht und einen Auftrag von Mk. 10 erteilt, erhält eine höchst praktische Gratis- Zugabe. Katalog gratis und franko. Makulatur Strengste Diskretion. Wagen ohne Firma. hat abzugeben Expedition d. Blattes. Keine Serienlose oder Pfennigslotterie! Duisburger Fahrradfabrik vom ,, Schwalbe" Akt.- Ges. Duisburg- Wanheimerort. Gegründet 1896. Schöne möblierte Zimmer mit oder ohne Pension zu ver= mieten. Gießen, Bismarckstraße Nr. 17. Nur Bargewin. Jed. Los gewinnt! Vermögen u. Gewinn gem. durch Beitritt zu amtl. anVerein! Kein Risiko! Gesetzl.staatl. angeordnet! Eine Mark monatl genügt! Streng reell! Viele Mill. Hauptgewinne! Kleinster Treffer höher wie der Ankauf! Beitritt tägl.! Prospekt durch alleinige AnnahmestelleChr.Hummel München, Römerstrasse 3. Ein tüchtiges Keme ausländische Sache! Mädchen Lande in chriftlichen_Haushalt gesucht. Piodraße 14 I. Gießen. Bims die Händ mit Abrador sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 2. Juli 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel Bequeme Teilzahlungen! Telefon Nr. 02 Bequeme Teilzahlungen! mit Hebel- Antrieb. Waschmaschinen mit Pendel- Antrieb. Dampfwaschmaschinen Wring- Maschinen Wäsche Mangeln Nähmaschinen von Mk. 35.- an. Fahrräder( solide Marken) von Mk. 60.- an. Zubehör- und Ersatzteile. Wilh. Jung VIII. Giessen. Prospekte gratis! Klein- Linden Prospekte gratis! Telefon Nr. 402. Der Einmach- Kursus der Alice- Kochschule beginnt Mitte Juli. Anmeldungen werden entgegen genommen in der Aliceschule, Kirchstraße 20. Lahnkalk- n. Marmor- Industrie August Gabriel Jr. Glesson. - Kalkwerke: Abendstern. Telefon 84. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken and gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteine D. N. F. Bedarfs: Hygienische Palästina-, Artikel: Neuefter Katalog gr. u. fr. Gummiwarenfabrik Jacob, Berlin 645, Friedenstraße 9. 20-25 Erdarbeiter werden sofort eingestellt. Städt Tiefbanamt Neuenbäue Nr. 22 Medizinal-, Ungar- und italienische Weine Grünbergerstr. 3, geräumige offeriert zu billigst en Preisen 6 Zimmerwohnung, Ludw. Kroneberg jr. Badez. Gaseinrichtung, mit all. Zubehör für 1. Juli oder früher zu berm. Näheres daf. 1 Treppe hoch Bäckerei Gießen, Bahnhofstraße 58. Es liegt in Ihrem Interesse, wenn Sie sich, bevor Sie eine Waschmaschine kaufen, die Original- ,, Riffel"- Dampi- Waschmaschine ansehen, denn sie ist entschieden die beste Dampfwaschmaschine der Gegenwart; infolge eigenartiger Konstruktion der Trommel steht die Maschine inbezug auf Wäscheleistung und Schonung der Wäsche konkurrenzlos da. Probemaschine auf Wunsch bei J. Häuser, Eisenhandlung. Neustadt 5C. Giessen. Telephon 76. und die späteren Opfer lächelnd, fröhlich in den Tod gieter im Augenblid an, Fraße aber, mit offenem Maule, deutet die Steinbilder halten diesen Ausdruck fest. Geberde des Tieres ba vom Rumpfe getrennt wird Bauhandwerfer, Heute ber gun der Kopf der die Tierihm Hand und fragte, was zu Diensten was stände. Für einen Dreie ein Hofherr. Der Kaiser, der nur ,, Sogleich!" rief der Kaufmann, zündete Licht an, öffnete den man begehrte. felten zu lachen pflegte, war darüber so überrascht, daß er fich des Lachens über eine fo seltsam und unvermutet ver Senf möchte ich mir ausbitten!" entgegnete Laden und gab, IGI G Fami Mittwoch, den 4. Jult 1906