Nr. 258. Rebattion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Freitag, den 2. November 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Setfenblasen( wöchentlich). 6. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das neueste. Bei der geftrigen Reichstagserfagwahl in Stade, dem alten Wahlkreise des verstorbenen Abg. Dr. Sattler, wurde der nationalliberale Kandidat, Senator Reese, mit großer Mehrheit gegen den Bis 11 Uhr nachts waren Sozialdemokraten gewählt. gezählt für Reese( natl.) 13 000, für Ebert( Soz.) 7000. Der Reichstag ist jetzt zum erstenmal seit den letzten Hauptwahlen wieder vollzählig. Der Vorstand des deutschen Städtetages tritt Montag in Berlin zusammen. Es soll ein außerordentlicher Städte. tag in Sachen der Fleischteuerung einberufen werden. Der Ausstand der Binnenschiffer hat sich verschärft. Die Regierung läßt in der Nordd. Allg. 8tg." eine ausführliche Darlegung über den polnischen Schülerstreik geben und setzt ihre Mittel zur Bekämpfung der großpolnischen Agitation auseinander. " Erzherzog Otto ist gestern Abend gestorben. Die streifenden Straßenbahner in Budapest ließen sich zu blutigen Ausschteitungen hinreißen. Der erste Jahrestag der Erteilung einer Konftitution ist in Rußland zubia verlaufen. Was geht vor? Gerüchte von einer Verminderung des deutfchen Beeres. Die Deutsche Reform- Korrespondenz" veröffentlicht den auffebenerregenden Artikel eines in der Regel sehr gut unter. richteten Mitarbeiters. In der Abhandlung wird angedeutet, baß der bisher stets als Utopie abgewiesene Gedanke einer teilweisen Abrüstung in Deutschland nun auch in Regierungs. freisen ernsthafte Erwägung findet. Wir geben die interessanten Ausführungen des offenbar dem Abrüstungsplane freundlich gegenüberstehenden Autors wieder, ohne uns allerdings in edem Falle mit seinen Ansichten einverstanden zu erklären. Die Abrüstungsidee, so bestechend fie auch auf den ersten Blid virken mag, ist eine Frage von so einschneidender Bedeutung, Daß eine baldige Erledigung nicht für wahrscheinlich gehalten werden fann. Der Artikel lautet: " - - Am 13. November tritt der Reichstag zusammen. Er wird Arbeit genug finden, und nicht in allen Punkten sehr erfreuliche Arbeit. Das beste daran ist, daß ein Teil sich wird verschieben lassen. Die neuen Steuern, die in der vorigen Seffion vom Reichstag bewilligt worden sind, werden wohl ben vorausberechneten Ertrag bringen hier etwas weniger, bort etwas mehr aber das ersehnte Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben des Reichs ist damit nicht her. gestellt, ganz gewiß nicht auf längere Zeit gesichert. Schon ber nächstjährige Reichsetat, der im kommenden Winter fest justellen ist, würde ein Defizit zeigen, wenn nicht auf die albe Branntweinliebesgabe" von Reichswegen die konfisterende Hand gelegt wäre. Diese Liebesgabe", wie die Einrichtung der geringeren Besteuerung eines bestimmten Branntbeinfontingents in nicht gerade freundlichem Sinn genannt wird, beträgt etwa 46 Millionen Mart. Jezt soll sie auf 23 Millionen herabgesetzt werden. Das reicht aber noch nicht, nicht einmal für das kommende Jahr. Für das zweitfolgende jahr darf man neue Steuervorlagen mit Sicherheit erwarten. Dabei gibt es nicht einmal eine nennenswerte Heeresverehrung. Zwar wird das Militärbudget erhöhte Anorderungenen. Doch diese sind nicht durch eine numerische Beeresverstärung bedingt. Die ganz neuen Spezialeinrichtungen von Spezialwaffen kann man dabei nicht reden berlangen erhebliche Aufwendungen und lassen sich nicht ermeiden, wenn nicht die Ausrüstung des Heeres rückständig verden soll. Das Automobil ist für den Kriegsdienst ebenso inentbehrlich geworden, wie das Luftschiff, und das eine Bertzeug ist ebenso fostspielig wie das andere. Hier sind Ersparnisse und Abstriche kaum möglich, und man müßte reiwillig blind sein, wollte man nicht sehen, daß hier die Ausgaben steigen werden. Unter solchen Umständen ist es begreiflich, daß unsere Staatsfinanzmänner recht besorgt sind. Sie wissen recht gut, baß man in der Anziehung der Steuerschraube nicht überreiben darf, namentlich nicht in Zeiten, Sie infolge des Anfiehens der meisten Lebensmittelpreise ohnehin etwas unbehaglich geworden sind. Wenn nach fünfunddreißigjähriger Friedensdauer die Balance im Reichshaushalt nur durch wiederholte neue Steuerauflagen erzielt werden kann, so ist bas ein unerquicklicher Zustand, der dringend nach Aenderung perlangt. Das gilt für die Regierungsfreise ganz ebenso wie für die Voltskreise, zwischen denen ein Gegensatz weit weniger besteht, als gewöhnlich angenommen wird. Denn bei uns ist eine Regierung gar nicht denkbar, die nicht die Wohlfahrt des Boltes wollte, was fie freilich nicht abhalten darf, für die Staatsnotwendigkeiten zu sorgen. So ist es denn nicht eigentlich verwunderlich obwohl es wie eine Ueberraschung wirken mag- daß selbst in den Leitenden Kreifen der Gedanke aufgetaucht ist, ob es nicht möglich uno unter oen obwaltenden vergaitn: sen ratsam wäre, einmal mit einer Heeresverminderung den Versuch zu machen. Deutschland hat wegen seiner geographischen Lage ein außerordentlich startes Heer nötig gehabt. Es mußte mit der Möglichkeit eines Krieges mit zwei Fronten rechnen. Die geographische Lage ist die nämliche geblieben, die erwähnte Möglichkeit ist zwar in die Ferne gerückt, doch immer noch vorhanden. Aber eine Verschiebung zu unseren Gunsten ist unverkennbar eingetreten. Rußland ist weniger triegsbereit als früher und wird es wohl noch auf Jahre hinaus sein. Frankreich ist hinsichtlich der Einwohnerzahl von uns weit überholt wir haben 61, Frankreich 38 Millionen Einwohner und so ist es nicht außer der Welt, wenn in unseren leitenden Kreisen Stimmen für eine Art Abrüstung laut werden, die ganz gewiß in aller Welt den besten Eindrud machen und lebhafte Zustimmung weden würde. Die Popularität unseres Kaisers wüchse im Inland und Ausland ins Ungemessene. Man würde den Tatsachen vorgreifen, wollte man glauben, daß schon fertige Entschlüsse in der angegebenen Richtung vorlägen. Das ist nicht der Fall. Doch insofern ist ein Schritt nach dem angedeuteten Ziel getan, als der Gedanke einer Heeresverminderung in die leitenden Kreise eingedrungen ist und dort erörtert wird. Es ist möglich und sogar wahrs scheinlich, daß er zunächst abgelehnt wird. Das ist aber fein Hindernis, daß er am Ende doch seinen Weg macht. Ist es so n it, so ist nicht etwa das frühere gegenteilige Verhalten als urig gekennzeichnet. Durchaus nicht. Es gab eben eine Zeit, in der die Verstärkung der Rüstung eine Notwendigkeit - es tann eine Zeit geben, in der die Abrüstung zur Möglichkeit und damit zur Pflicht wird. war Politifche Rundschau. Deutsches Reich. Anläßlich der Feier an den franzöfifchen Soldatengräbern in Mainz hatte der Kaiser zur Ehrung des Andenkens ber im Kriege für ihr Vaterland gefallenen französischen Solbaten einen Stranz mit ehrenvoller Widmung an dem Massengrabe niederlegen lassen. Im Pariser Ministerrate teilte barauf der Minister des Aeußeren mit, daß man beabsichtige, burch Vermittlung des Militär- Attachés bei der französischen Botschaft in Berlin dem Deutschen Kaiser die Gefühle der Dankbarkeit der Regierung der Republic auszudrücken. * Der Vorstand des deutschen Städtetages wird sich demnächst mit zahlreichen Anfragen und Anträgen zu beschäftigen haben, die zum Zweck der Einberufung eines außer ordentlichen deutschen Städtetages aus Anlaß der Fleischnot bei ihm eingegangen find. Auch die Koburger Handelskammer nahm eine scharfe Resolution in Sachen der Fleischnot an. Die Regierung habe unbedingt die Verpflichtung zur Ab stellung der Mißstände. Die Verteuerung der Lebensmittel mache den Arbeitern eine ordnungsmäßige Ernährung unmöglich. Das bedeute eine große Gefahr für die Industrie. Rufeland. ** Mit Rücksicht darauf, daß im Dezember die Wahlen zur Reichsduma stattfinden, hat die Regierung den Gouverneuren der Provinzen vorgeschlagen, die Provinzsemstwos zu benach: richtigen, daß die Semstwoversammlungen im November, jedenfalls nicht später als zum 24. Dezember einberufen werden sollen. Ferner liegen folgende Meldungen vor: Petersburg, 31. Oktober. Wie jezt amtlich fest: gestellt worden ist, beträgt die bei dem Raubüberfall an der Wosnesenstibrüde gestohlene Summe 398 772 Rubel. Man will wissen, daß das Geld nach Finland und von dort per Dampfer ins Ausland gebracht worden ist. Kronstadt, 1. November. Fünf Personen, die hier auf das Kriegsgericht eine Bombe werfen wollten, darunter 2 Frauen und 2 Soldaten, find zum Tode verurteilt worden; auch dieses Urteil ist vollstreckt worden. Ferner ist eine an einem bewaffneten Ueberfall auf einen Kolonial warenladen beteiligte Person verurteilt und hingerichtel worden. Moskau, 1. November. Der politische Verbrechei Gerschung ist mit Hülfe von Freunden und Bürgern in einer Tonne aus dem Zuchthause in Hafatujewsk ent wichen. Nowgorod, 1. November. Jm Prozeß gegen 191 Untermilitärs des Preobraschenstischen Leib- Garderegiments lautet das Urteil für 5 auf vier- bis achtjährige Zwangs: arbeit, für 150 auf Einreihung in ein Disziplinarbataillon: Feldwebel erhielten einmonatlichen Arrest. 32 Ange flagte sind freigesprochen. frankreich. ** Wie mehrfach bestätigt wird, enthält der Entwur betreffend Aufhebung der Kriegsgerichte die Bestimmung, das von Militärs begangene Verbrechen und. Vergehen gegen das gemeine Recht von den gewöhnlichen Gerichten und mur Ver gehen gegen die Disziplin von den militärischen Disziplinar gerichten abgeurteilt werden sollen. Die gerichtliche Unter fnchung wird nicht mehr von ein Offizier tor Militärjustiz, sondern von einem Riviirichter geführt werden. Auch die militärischen Appellationsgerichte sollen aufgehoben werden. Bezüglich des Gesezenímurfee betreffend eine Arbeiterpensionstasse verlautet, daß der Finanzminister dieser Kasse zunächst einen jährlichen Beitrag von 130 Millionen zuführen will. Amerika. ** Nach längerer Pause haben die Vereinigten Staaten vieder einme einen Indianeraufstand. 500 Rothäute sind mus ihrer abgeschlossenen Zone in Nord- Montana entkommen ind haben den Kriegspfad beschritten. Vorläufig verwüsten ie das umliegende Land, plündern, brennen und morden. Die Regierung hat Kavallerie gegen die Roten entsandt. Ein jeftiger Kampf fand in der Nähe des Rowderhorn- Flusses tatt und endete mit einer vollständigen Niederlage der Indianer. Biele Indianer wurden getötet oder verwundet. Nichtsdestoveniger dauert die Gärung unter den Indianern fort. Ein bedeutender Aufstand scheint bevorzustehen. Kleine politische Nachrichten. Köln, 1. November. Der Abgeordnete Erzberger hat fich, wie verlautet, bereit erklärt, die Namen der beiden, an geblich von der Kongoregierung bestochenen Berliner Zeitungen im Reichstage zu nennen. Cannes, 1. November. Präsident Fallières hat das ihm bom König von Sachsen zugegangene Telegramm in sehr liebenswürdiger Weise beantwortet. Washington, 1. November. Die Union will eine Ein. ladung zu einer Konferenz über die Angelegenheiten des Kongostaates annehmen, falls eine europäische Macht eine solche einberuft. ** Hof und Gefellschaft. Das Befinden des Kaisers hat sich erheblich gebessert. Der Monarch erledigt wie bisher die Regierungsgeschäfte und hütet nur auf den Rat der Aerzte noch das Zimmer. Der Kaiser litt an einer Erfältung. * ** Je 10 000 Mark haben der Kaiser und die Kaiserin für die Errichtung einer Musteranſtalt zur Be fämpfung der Säuglingssterblichkeit gespendet. ** Die Nachrichten von der in Kürze bevorstehenden Vermählung des Prinzen Joachim Albrech 1 von Preußen werden halbamtlich als unrichtig bezeichnet. Die Einführung des Kronprinzen in die Ge: schäfte der Zivilverwaltung wird am 13. d. M. durch den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg stattfinden. * ** * ** Die Gerüchte über die Krankheit des Könige von Rumänien sollen unbegründet sein. Professor Norden, der aus Wien dorthin berufen worden war, stellt einen Magentatarrh fest. Soziales Leben. × Nene Lohnkämpfe. Die Arbeiter der Bielefelder großen Nähmaschinenfabriken, etwa 8000 an der Zahl, find in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie fordern Verkürzung der Arbeitszeit auf neun Stunden, einen Aufschlag für Ueber: stunden und Sonntagsarbeit. Ueber eine allgemeine Lohn: erhöhung soll von Zeit zu Ze verhandelt werden. Die Forderungen find den Fabrikanten mit einer achttägigen Bedenfzeit eingereicht worden. × Ende des Fischerstreiks. Aus Altona find gestern früh zwölf Fischdampfer wieder in See gegangen, der Rest der Flotte im Laufe des Tages. In Geestemünde liegen nu zwei seeklare Fischdampfer still. Die Zahl der dortigen Aus ständigen beträgt nur 49. × Straßenezzesse in Budapest. Der Streit der Budapesten Straßenbahner hat zu erheblichen Ausschreitungen uni Arbeiter bewarfen passierend Straßenfämpfe.. geführt. Di elektrische Waggone mit Steinen und Eisenstücken. Kondukteure, die seit dem Beginn des Streits mit Revolveri versehen sind, schossen. Die Polizei stellte schließlich die Ruh her. Im ganzen gab es 9 Schwerverletzte und 20 Leicht berlegte. Der Streit selbst scheint beendigt zu sein. freigesprochen. Randglossen eines Arztes zu dem Prozeß Heusler. Von Dr. med. Th. Zloeisti- Berlin. Die bayerische Stiftsoberin Elise von Heusler ist von den Geschworenen freigesprochen worden, nachdem sie fast 3/2 Jahre, wegen Giftmordes rechtskräftig verurteilt, hinter Kerkermauern zugebracht hat. Das Urteil ist ein Sieg der modernen Psychiatrie und intimerer Kenntnis des menschlichen Seelenlebens. Arbeitet noch unser altes Strafrecht mit dem§ 51, der den Angeklagten schuldfrei macht und die Zeugenaussage ablehnt, wenn die freie Willensbetätigung" ausgeschlossen ist, so dürfen wir es mit tiefer Genugtuung begrüßen, daß eine Feststellung, die das Volk längst gemacht hat, durch die exakteren Untersuchungsmethoden der Wissenschaft und sorgsamste psychologische Analyse gestützt worden ist: zwischen den geistesstarken, geistesgesunden Menschen, die das Bewußt33. FREE ie ir st ANA en 18ng m. Wang wie ein Todesurteil. bröhnend über feine Lippen: So seid Jhr verflucht!" Es - Dann tam es wie Hammerschläge, Cine bange Pause. es Hart und eisralt wie ein Stein. babens aber doch unwissend getan, rief die Aebtissin, HD arte urbe der Ausdrud feines Gefichts, endlich erschien Ich filechte mich niir nicht, Derrin, filx aber ich danke Balsam auf eine hüllte so deinen Trost, der brennende Wunde. Gott segne dich dafür, Herrin." strammen, schnellen Schrittes davon. Die Aebtissin aber sah Nun füßte fie der Dame ehrerbietig die Hand, vers warm als möglich ihr Kind und sich, und schritt so wohl tut wie Berluste und was thr geoeven, tyre sage uns tyre gurun weiblichen Natur eigentümlich ist, unter unaufhörlich strömenden Tränen. weinte stundenlang, sie begoß jeden einzelnen Abschnitt ihres gehaltene Spannung der Seele löste fich endlich, wie das der in wohlgeordneter Reihenfolge zu berdenfen. Und das alles Die so lange hoch auf. Sie in Tränen emnit ein fejres Burgerrecht mit Sicherheit auf die gute tubeiten. mas Handteilergroßen Hautstück auch von den Rändern her mit der Beit mit Hautnerven versorgt und dadurch empfindlich wird. Mit Hautstücken auf offene Wunden, was von außerordentlicher eung Beute rechnet von Tragweite dadurch ist, daß in diesem Fall das flanzer Jein ihrer Handlungen haben und dafür die volle Verantwortlichkeit tragen und dem Geistes kranken, der finnlos- oft wie ein Tier spricht und handelt, gibt es eine breite Schicht von Menschen, die man mit dem zutreffenden Namen der Minderwertigkeiten bezeichnet hat. Entartete, die in der Aufregung oder unter frankhaften Einbildungen und Vorstellungen die Eindrüde des Lebens objektiv falsch, jubjektiv aber so darstellen, als ob sie aus ihrer tiefsten Ueberzeugung fämen. Der Begriff der Lüge schmilzt bei diesen Minderwertigen ein. Denn sie sehen die Welt in ihren frankhaften Antrieben anders und wissen als erregtere, leidenschaftliche Menschen diese Trugbilder eines entarteten Gehirns als Selbstgeschautes darzustellen. Wir haben es in diesem Prozesse mit einer der seltsamsten und vielgestaltigsten Krankheiten zu tun, mit der Hysterie. Noch wissen wir nicht, worin das Wesen dieser Krankheit besteht. Aber ihre Erscheinungen werden immer besser beobachtet. Es ist ein Glüd, daß wir es gelernt haben, die Diagnose Hysterie" nicht ins Blaue hineinzustellen und daß eine sorgsame Beobachtung eine Fülle seelischer Verkehrt heiten feststellt, die die Diagnose sichern. Der berühmte Jrrenkliniker, Professor Kraepelin, hat das seltsame paradore Spiel der Charakteräußerungen der Minna Wagner analysiert: Ehrlichkeit bei ausgesprochener Verlogenheit, Humor neben Rachsucht, Fleiß neben der Lust am Vagabundieren. Und zu alledem ein Mangel an Selbstbeherrschung und die Neigung, allerlei unbedeutende Unpäßlichkeiten als schwere innere Verlegung hinzustellen. Dieser Typus von Hysterischen droht immer mit Selbstmord und führt auch Versuche dazu aus, freilich immer nur soweit, daß sie nicht dabei zugrunde gehen. So schwärmerisch oft ihre Liebesbezeugungen sind, so maßlos und alle Bande durchbrechend ist ihre Rachsucht. Es tann feinem Zeifel unterliegen, daß dieser Vergiftungsversuch mit Salzsäure von der Wagner selbst inszeniert wurde. Dafür spricht gerade die Quantität der Salzsäure. Ein Fremder, der ein Interesse daran hat, jemand ums Leben zu bringen, wird wahrscheinlich immer Mengen eines Giftes nehmen, die prompt den Zwed erfüllen. Es ist für eine Hysterische ganz charakteristisch, daß sie sich von dem Gifte nur soviel zufügt, um Beschwerden zu haben, niemals aber um den Tod zu finden. Bis зи welchen Manipulationen Hysterische greifen können, um die Aufmerksamkeit oder das Mitleid anderer auf sich zu lenten ein ganz besonderes Charakteristikum darauf hat neuerdings ein Chirurg aufmerksam gemacht. Ihm wurde eine Dame unter den Zeichen einer gefährlichen und widerlichen Krankheit vorgeführt. Er stellte die Diagnose einer Darmverschlingung, öffnete den Leib, fand aber nicht die geringste frankhafte Veränderung in den Därmen. Das Erbrechen aber ließ durch Wochen nicht nach und man stand vor einem Rätsel, weil die Darmverschlingung meist in wenigen Tagen tödlich endet bis die strengste Beobachtung das Geheimnis lüftete. Die Krante steckte sich das anscheinend Erbrochene in den Mund, um die Aerzte zu täuschen. - - - Arm ihren vierjährigen, auf das Gleis gekommenen Sogn beim Einlaufen des Zuges zurückziehen, als alle drei von ber Lokomotive erfaßt, zurückgeschleudert und tödlich verletzt wurden. † Entgleift. Am Mittwoch entgleiste in dem vom Butt städter Pferdemarkt zurückkehrenden Sonderzug auf der Haltestelle Stabtfulza ein Viehwagen. Mehrere Personen wurden berlegt, ein Reisender erlitt einen Oberschenkelbruch, ein zweiter eine Rippenquetschung. † Sohe Automobilfahrer. Bei Lüchow in Hannover wurde vor furzem von einem Berliner Automobil der Arbeiter Riebor überfahren und tödlich verlegt. Der Kraftwagen, dessen Insassen das Unheil anrichteten, sauste in schnellster Fahrt davon, ohne daß sich die Automobilisten um den Verunglückten, dem der Kopf zermalmt war, fümmerten. Nunmehr ist es gelungen, die Urheber des Unfalles zu ermitteln. Das Automobil trägt die No. A. 2686 und ist Eigentum eines Charlottenburger Sanitätsrats. Ob dem Lenfer des Kraftwagens ein Verschulden trifft, wird das seitens des Staatsanwalts gegen ihn eingeleitete Strafverfahren ergeben. † Der Uebeltäter auf See. Der bei Ostende gesunkene Argodampfer Hermann", dessen Besatzung von 23 Mann ertrunken ist, ist, wie jetzt festgestellt wurde, von dem in Bremen beheimateten Viermaster Veter Ridmers" überrannt worden. Dieses Schiff ist bei Thorton Ridge vor Anfer gegangen. † Lohnende Diebesbeute. In vergangener Nacht erbrachen Diebe den Geldschrank der Berliner Papier- Engros- Firma Salinger& Leppmann und entnahmen ihm 35 000 Mart bares Geld. Die Einbrecher scheinen ihren Raub in aller Ruhe erst gezählt zu haben, denn sie ließen einige Falsifikate, die sich unter den Geldstücken befanden, in der Kasse liegen. Sonst nahmen sie aber den letzten Pfennig mit. Von der Tätern fehlt bisher jede Spur. Kranke, die zu solchen Handlungen fähig find, was macht denen Ehre und Leben ihres Nebenmenschen aus? Die tiefe Bedeutung des Heusler- Prozesses greift weit über die persön liche Rechtfertigung und Genugtuung des Opfers hinaus. Sie ist eine eindringliche Mahnung an alle diejenigen, in deren Hand Leben und die Ehre der Nebenmenschen gelegt ist. Und dazu sind nicht nur Richter, sondern durch die Geschworenengerichte auch Laien berufen. Je mehr wir das Seelenleben des Menschen erkennen, um so mehr drängt sich uns die Notwendigkeit auf, mit dem Begriff des" normalen Menschen" vorsichtig umzugehen. Die Aussagen sollen nicht als solche hingenommen werden, sie erhalten erst ihren Wert durch die seelische Struktur des Aussagenden. Und auch in allen den Fällen, in denen scheinbar nur gesunde Menschen sich über einen Vorgang geäußert haben, hat es sich heraus: gestellt, daß jeder Beobachter im Grunde etwas anderes ge sehen hat. Hat schon so der Wert der Zeugenaussagen durch die modernen psychologischen Untersuchungen eine starke Ein. schränkung erfahren, so dürfen wir es geradezu als einen fulturellen Fortschritt höchsten Grades bezeichnen, daß uns allmählich auct die Aeußerungen seelisch minderwertiger Menschen zur Vor: ficht zwingen. So hat auch dieser Prozeß gelehrt, daß wachsende Erkenntnis im letzten Grunde auch die Moral stützt. Nicht nur die Wissenschaft wird reicher, auch unsere moralischen Anschauungen, Wertungen und unsere fittliche Genugtuung werden gesteigert, wenn wir über die Anschauung„ Dei Mensch eine Maschine" emporsteigen zu der von dem vor wundersamen, einst unerklärlichen Trieben geleiteten Seelen leben, das keine Maschine ist. Die Freude an der Befreiung der Stiftsdame Elise von Heusler fonnte nur wachsen aus dem Siege der modernen, die ganze Größe und Schwierigkei des Problems erfassenden Frrenheilkunde. Nab und Fern. † Schwarze Pocken. In Styrum bei Mühlheim a. R ind die echten schwarzen Pocken an mehreren Personen ärzt ich festgestellt worden. Die nötigen Vorsichtsmaßregeln find jetroffen worden. + Ein Gemütsmensch. In Mülheim a. Rhein goß ein Einwohner nach einem Zwist mit seiner Frau den Inhalt einer Petroleumkanne über sie aus und zündete die mit Petroleum getränkten Kleider an. Die Frau erlitt schwere Brandwunden und wurde in hoffnungslosem Zustande in das Städtische Krankenhaus gebracht. Der rohe Ehegatte wurde verhaftet. Bunte Cages- Chronik. wie Heidelberg, Würzburg, Freiburg, München, Halle, Marburg und Straßburg Lehrstühle für Zahnheilkunde errichtet. An der zahnärztlichen Klinik zu Marburg wurden im legten Semester zirka 50 Studierende für Zahnheilkunde immatrikuliert. Auch die Studierenden der Medizin sind zahlreich Hörer in den Vorlesungen für Zahnheilkunde. Charlottenburg, 1. November. Die Einwohnerzahl unserer Stadt hat jetzt eine Viertelmillion überstiegen. Charlottenburg zählt 250 300 Seelen. Halle a. S., 1. November. Der Kleine Wuttig, dem von einem Wolfe beide Arme abgefressen wurden, ist gestorben. in Ollober 1905 ier gegen 293 im G Befuch im einzelnen mbab: 4486 Män 1146 Frau Bammenbäder: 1. Al 2. Al Braufebäber 1. Al. 2. Al. Dampf und Heißluft inner, 37 Frauen. Sir Berfonenwage w A von 6 Berfonen X Eine Rembrandt- Ausstellung, veranstaltet bom evangelischen Arbeiterverein Gießen, findet rächsten Sonntag im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde, Liebigstraße Nr. 56, statt. Sie ist geöffnet von 11 Uhr vormittags his 6 Uhr abends. Um 22 Uhr wird ein Vortrag von Prof. Dr. Sauer in Verbindung mit Klavier- und Harmoniumspiel, dargeboten von Rentamtmann Schäfer und Dirigenten Gernhardt, gehalten werden. Jedermann hat freien Zutritt. Leipzig, 1. November. Die hiesige Polizei verhaftete den Handelsmann Schädlich, der angeklagt ist, an seiner Frau einen Mordversuch begangen zu haben, indem er sie aus der Wohnung in den Hof stürzte. † Ein Aerzteskandal beschäftigt gegenwärtig das Ehren Jericht in Worms. Dort hatte der Fuhrmann Jacob Seiler zachts Hülfe für seine Frau erbeten, da diese sich beim Schlafengehen eine Vene aufgestoßen hatte und Verblutungs. gefahr vorlag, wurde aber von fünf Aerzten abgewiesen Einer der Herren äußerte: Wenn die Leute sagen, daß die Frau tot sei, da hat es feinen Wert, daß ich mit Ihnen gehe Sehen Sie..m Armenarzt." Dieser Mann endlich wai feiner Pflicht bewußt, und erschien augenblicklich am Kranken lager, aber die arme Frau war tot. Alle Wiederbelebungs versuche waren nußlos. Fuhrmann Seiler gibt durch die Beitung die Namen der fünf Aerzte bekannt, an die er fick pergeblich gewendet habe. Der Fall erregt ungeheures Aufiehen und wird doppelt peinlich dadurch, daß die An gelegenheit auch in die Kreise der Ehrengerichtsmitglieder pineingreifen soll. Oppeln, 1. November. Auf dem Güterbahnhof erfolgte ein Zusammenstoß zweier Rangierzüge, wobei ein Rangierer getötet wurde. † Der Winter naht. Im Bayerischen und Böhmerwalde t starker Schneefall eingetreten. Mehrfach liegt der Schnee bereits zwei Fuß hoch, dazu sank die Luftwärme unJemein rasch. ** Die„ Contentia" zu Gießen gibt am Samstag, dem 3. November in Steins Garten ein Wintervergnügen mit Ball, zu dem ein hübsches Programm aufgestellt ist. Schladern, 1. November. Ein Schornsteinfegermeister wurde von einem Mann unter Bedrohung mit einem Revolver gezwungen, seine Geldbörse herauszugeben. Als der Räuber das Geld und den Revolver einsteckte, schlug ihn der Schornsteinfeger mit einer Kugel nieder, so daß er tot auf dem Blaze blieb. Die Polizei fand bei der Leiche eine Anzahl Dietriche und verschiedene Mordinstrumente. Bern, 1. November. Gegenwärtig finden Verhandlungen statt mit einer hiesigen Gesellschaft für die nötigen Arbeiten zur Erbauung eines zweiten Simplontunnels. Die Arbeiten sollen fünf Jahre dauern. + Abgebranntes Dorf. Das Dorf Ravenstein in Pommern Das wurde von einer großen Feuers brunst heimgesucht. Feuer fam vormittags in der Brauerei der föniglichen Domäne us und äscherte in wenigen Stunden 24 Gehöfte ein. Eine Frau und zwei Kinder werden vermißt und find wahrscheinlich n den Flammen umgekommen. † Ein entsetzlicher Unfall ereignete sich auf dem Bahnjofe Jübek. Eine Frau wollte mit einem Säugling auf dem * Arbeits nachweis. Am 31. Oftober fand, der " Darmft. 8tg." zufolge, auf Einladung Großh. Minifteriums des Innern, zu Darmstadt im Sigungssaal der Großh. Zentralftelle für die Gerwerbe eine Besprechung über einige, die Organisation des Arbeitsnachweises berührende Fragen statt. An der Konferenz nahmen außer Beamten der genannten Minifterialabteilung Vertreter derjenigen Kreise, Städte und Landgemeinden teil, in denen bereits Arbeitsnachweis stellen bestehen. Die Besprechung führte zu dem Ergebnis, daß man mit Rücksicht auf die geographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Großherzogtums bis auf weiteres davon absehen solle, einen alle hessischen Arbeitsnachweisstellen umfassenden Landesverband zu gründen, und daß man daher auch vorläufig einen Anschluß an den süd. deutschen Arbeitsnachweisverband, der Elsaß- Lothringen, Baden und Württemberg umfaßt, nicht als zweckmäßig anerfennen fönne. Es sollen die Versuche abgewartet werden, die in dem Rhein- Main- Verband, dem fast alle hessischen Arbeitsnachweisstellen angehören, demnächst mit den Einrichtungen des genannten süddeutschen Verbandes gemacht werden. Stockholm, 1. November. Auf dem Mälarsee hat heute nacht ein Zusammenstoß des Dampfers Transit" mit dem Schleppdamper Ferm", beide aus Stockholm, stattgefunden. Der Ferm" ist gesunken; fünf Mann der Besatzung sind ertrunken. Nizza, 31. Oktober. Durch plötzlichen starken landeinwärts wehenden Wind trat hier das Meer über die Kaimauern. Die Promenade des Anglais und verschiedene andere Straßen und Plätze wurden überschwemmt; es wurde beträchtlicher Schaden angerichtet. St. Raphael, 1. November. Ein heftiger Sturm hat gestern abend an den Hafendämmen großen Schaden an= gerichtet und den Verlust von drei Handelsschiffen und mehreren Fischerfahrzeugen herbeigeführt. Newyork, 1. November. Buffalo Bill ist mit seiner Gesellschaft in Sicherheit. Voraussichtlich wird nun bald ein neuer Band seiner Memoiren erscheinen. Montreal( Kanada), 1. November. Ein Deutscher namens Karl Cremer hat hier Waren im Werte von 14 Million Mark erschwindelt unter dem Vorgeben, er sei deutscher Offizier und befize großes Vermögen. Cokales. Lindenftruth.& fingen die Kleider e ife rechtzeitig burd Aus dem Kreise g, den 4. Rov., w Bewerbevereine un Bunfels ftattfinden. Aus dem Vogelsb ide Erscheinung, daß Fiches die Wildbr rub genau auf ber e. flanden, ale bas ge eingefauft wurde. Sigern mit 2,80 Mt. Fund Rebfleisch mit Waldbretpreifes läßt fi bem Lande faft gar te in in die Städte geb n angefichts ber ho Sheets im Verein mit f den weiß. Von In Den Epeifewirtschafte rend ihrem billigen reinlich nicht! Dann Befchäft gemacht wer Ober- Ohmen, 1. No im Orte gehörigen Ra unter der Drohung, d rob berabfolgt wird beer Drohung nic hany wirklich auszufüh hen herbeigerufe d gefährlichen Bu Busbach, 1. Nov. Benflügel am S lift bis zum näch Brgrößerung der Anf Don Beamten ist geerfest, recht bald mi beginnen. Seith delberg gemeinsam mit fehende evangelische S Militar Bachkommando Mod eine bedeutende eftatt. Am 1. ari Bewachung all Suse it dies schon fangenenauffebern i * Der Verfasser des Gesuchs. Der Bezirksfeldwebel Scherb aus Hungen hat im August d. J. auf Drängen einer Frau aus Eichelsdorf, deren Sohn bei dem Inf. Rgt 168 eingezogen war, aber angeblich den Dienst nicht vertragen fonnte, im Namen des Vaters an das Regimentskommando ein Gesuch angefertigt, in dem unter Bezugnahme auf den Tod des ältesten Sohnes, der beim Militär erfolgt ist, um die Freigabe des jüngsten Sohnes ersucht wird. Im Falle man den Wunsche nicht erfülle, werde er, der Vater, auch in anderer Beziehung vorgehen. Damit gemeint war die Klage gegen einen Unteroffizier, der angeblich den Sohn mißhandelt haben sollte, eine Sache, die sich aber als harmlos herausstellte. Sch. soll sich aber durch Abfassen der Eingobe einer Achtungsverlegung gegenüber dem Regimentskommando schuldig gemacht haben und war daher von dem Standgericht zu 18 Tagen gelinden Arrest verurteilt worden, von denen 15 durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt gelten. In der Berufungsverhandlung vor dem Kriegsgericht der 25. Division erklärte Sch., daß er nur als Beauftragter der Frau M. das niedergeschrieben habe, was die Frau ihm mitteilte, dienstlich habe er mit der Sache nichts zu tun haben wollen. Der Ver teidiger wies darauf hin, daß der Angeklagte das Gesuch weder unterschrieben, noch beim Regiment direkt eingereicht habe, er fomme also weder als Mittäter noch als Beihelfer in Frage. Die Berufung wurde verworfen. ** Der Großherzog hat den Gerichtsassessor Albert Hoffmann aus Schlitz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst, mit Wirkung vom 11. November ernannt. ** Der Großherzog hat genehmigt, daß wegen des am 25. b. Mts. stattfindenden Totenfestes die Feier seines Geburtsfestes, und zwar auch die firchliche evangelische und katholische, am Samstag, dem 24. November, begangen werde. * Genossenschafts- Brauerei. Die Frankfurter Genossenschaftsbrauerei zeigt ihre Eröffnung an und beginnt mit dem Ausstoß ihres Bier 8. Ihre Entstehung ist auf den Bierkrieg zurückzuführen. Die Frankfurter Flaschenbierhändler ergriffen damals die Initiative und es will etwas Fabritbetrieb so rasch modernisieren und vergrößern fonnte, heißen, daß das junge Unternehmen den früheren Baderschen daß jezt schon die neue Bier quelle fließt. * Das Großherzogliche Paar unternahm Mittwoch eine gemeinsame Ausfahrt. Nachmittags besuchte der Nachmittags besuchte der Großherzog das neue Landesmuseum. * Auch an unserer Landes universität werden Vorlesungen über Musik abgehalten: der Großh. Universitäts. Musikdirektor Trautmann hält neben den Vorlesungen über Musiktheorie und praktische Uebungen seit Jahren all. gemeinverständliche Vorlesungen aus der Musikgeschichte oder über einzelne Romponisten, die auch von Nichtstudierenden viel besucht werden. Für dieses Semester ist, Franz Schubert und seine Werte mit Beispielen am Klavier" angefündigt. 11 Ja * Hessische Landesausstellung 1908. der letzten Sigung des Kunstausschusses wurde das sehr erfreuliche Ergebnis der bisherigen Anmeldungen zur Be schickung der Ausstellung bekannt gegeben. Die Anmeldungen verteilen sich so ziemlich auf das gesamte Gebiet der freien und der angewandten Künste. Besonders rege ist die Beteiligung der Möbelindustrie, der Buchdruckerei, der Töpferei, und des Klavierbaues. Vom Kunstausschuß wird demnächst die Arbeit in gesonderten Gruppen für die einzelnen Ausftellungsgegenstände in Angriff genommen werden. Gewerbetreibenden mag es dabei wichtig zu wissen sein, daß der Kunstausschuß auf Verlangen Künstler für die Herstellung der etwa gewünschten Entwürfe nachweist. Die Errichtung eines Obenwald Hauses und eines oberhessischen Hauses und einiger vorbildlicher Arbeiterwohnhäuser ist in ernste Erwägung gezogen. * Zahnärztliches Institut in Gießen. Der Verein hessischer Zahnärzte" hat eine Eingabe an die Zweite Kammer der Stände gerichtet, in welcher die Errichtung eines zahnärztlichen Instituts aus Anlaß des 300jährigen Jubiläums der Landesuniversität Gießen beantragt wird. In den letzten Jahren haben die meisten deutschen Universitäten, * Beneibenswerte Bürger. In ganz Deutschland dürfte es wohl faum eine zweite Gemeinde geben, die ihren Bürgern gleich große Vorteile bietet wie das kleine, gar herrlich im Maintale zwischen Spessart und Odenwald ge gene Stäbtchen Klingenberg. Die Gemeinde besitzt ein Bergwerk von ungeheurer Ausdehnung, in welchem ein feuerfester Ton gegraben wird, der weithin übers Meer versandt wird und der Gemeinde alljährlich viele Hunderttausende ab wirft. Die Gemeinde sieht sich infolgedessen in die angenehme Lage versetzt, ihren ca. 500 Bürgern nicht nur alle Vorzüge des modernen Fortschritts, wie Elektrizität, Schulen, Schlachthaus usw. völlig fostenlos zu bieten, ohne jede Steuererhebung, sondern zahlt auch alljährlich jedem Bürger eine Barsumme aus. In diesen Tagen erhielt ein jeder bare 400 t. ausgezahlt. Zum Gauturnfest hes Gaues Hissen trifft der Turnvereim Bad Nauhe im als Feitgeber schon jezt Anstalten. So hat er sich hinter der fatbulischen Kirche einen Festpla von 8 Morgen 20 000 qm gfichert. ** Gießener Volts bad. Im Oftbr. wurden ber abreicht 9112 Bäder gegen 8802 im Septór. 1906 und * = dm befondere Aufseher wie in den Städter Bad Nauheim, 1. S Ubigluß gekommen. S i berabfogit. Niederfield, 1. No ehaltestelle der Stree twurden, ft der cm mg Niederscheld- Sud Bieber- Soulheim. D i den legen Tagen inf ale sowohl für der Sohn Melchior bor warb und zwar in ammer in Nieder Dl rednungsfähigkeit au Juni 6. J. in der dhrt von Bodenheim e ur gerichtlichen B Frankfurt, 1. Rob Ben lebhaft die Frag furt nächstes Jahr et fellung ins Leb en haben bereits 56 Mainz, 1. Nov. fmart ftüde i Men Geschäften wurd Lit Ter Hauptman timer Romanschriftft belonnter Rollege marit Baul Haase,& Eitel Der Harpt ige Bidhichte bon hend ausgestattetes, mücktes Berebuch i er fich an ciftischer Bilder u anfchaffung des Rochfolger . erfchienen ist, Stufetes Air bei Hamburg hat Sangling" in ee if in den Apothe chen, Salle, Bababrilfumbe burg wurden Tag im Oktober 1905 oder im Durchschnitt ver Ts Herbstkontroll- Versammlungen. rofdorf, Launsbach, Odenhausen, Salzböden, Vetzberg, iber gegen 293 im Septbr. 1906 und 271 im Oft. 1905. Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: dimmbad: exp Babngeillunde Medizin find eiffunde. , beranfialtet Det räften einde, Liebig hr vormittags Vortrag von Harmonium and Dirigenten bat freien am Samstag, interbergnüg ober fand, der Der Großh g über einige, ge * " " : 4486 Männer, darunter 882 zu 10 Pfg. 1146 Frauen, 335 10 Bannenbäder: 1. Kl. 260 Männer, 95 Frauen. 2. 1. 607 " 465 " Brausebäder 1. RI. 651 Männer, 93 Frauen. 2. Kl. 976 147" Dampf und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen Ränner, 37 Frauen. Die Personenwage wurde von 200 Personen benutzt, Bad von 6 Personen besichtigt. Gießen- Stadt. ( Kontrollplatz: Hof der Zeughauskaserne am LandgrafPhilipp- Plaz.) Die Jargänge 1899, 1900 und 1901 der Infanterie am 7. November vormittags 9 Uhr. Die Jahrgänge 1902 und 1903 der Infanterie am 7. November nachmittags 2 Uhr. Die Jahrgänge 1904, 1905 und 1906 der Infanterie am 8. November vormittags 9 Uhr. Sämtliche Jahrgänge der Reserve der Garde, Provinzial- Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Fußartillerie, Pioniere und Verkehrstruppen am 8. November nachmittags 2 Uhr. Wißmar. Kreis Biedenkopf. Bieber, Crumbach, Fellingshausen. Frankenbach, Haina, Königsberg mit Bubenrod, Strupbach und Rodheim a. d. B. in der Turnhalle des Gastwirts Kremers zu Rodheim a. d. B., am 3. Nov. vormittags 9 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 3. November. Teilweise heiter, feine erhebliche Niederspläge. Temperatur nicht verändert, wechselnde Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 21. Sonntag nach Trinitatis, den 4. Oktober. Reformationsfest. bei der Kontrollversammlung zugeht, am 9. November Kollekte zum Besten des evangelischen Vereins der Gustavbormittags 81 Uhr. Gießen Land. Es haben zu erscheinen die Gestellungspflichtigen aus: Annerod, Allendorf a. d. Lahn, Alten- Buſeck, Beuern, Burkhardsfelden und Großen- Vuseck, 5. November nachmittags 2 Uhr. am A Lindenstruth. Gerettet. In Abwesenheit der Sämtliche Jahrgänge der Reserve des Trains, fingen die Kleider eines Kindes Feuer, das aber glück Sanitätspersonals, Veterinärpersonals, sonstige Manngestellt ist. erweise rechtzeitig durch Nachbarn gelöscht werden konnte. schaften und Marine; sowie die zur Disposition der Aus dem Kreise Weylar. Handwerkertag. Truppenteile und Ersatzbehörden entlassenen MannMinifterium iain ntag, den 4. Nov., wird der erste Verbandstag der Hand schaften aller Waffen und die Landwehr 1. Aufgebots, exte Gewerbevereine und Innungen des Kreises Weglar denen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen Braunfels stattfinden. brende Fragen Es ist eine eigen Aus dem Vogelsberg, 1. Nov. Es ist eine eigenamten ber liche Erscheinung, daß bei der allgemeinen Verteuerung enigen Kreise, Fleisches die Wildbretpreise ganz unberührt geblieben reits Arbeit und genau auf derselben Stufe stehen, wie sie vor ihrte zu be azen standen, als das Fleisch um 20 Pfg. das Pfund raphischen ger eingekauft wurde. Der Feldhase erster Güte wird ums bisa Jägern mit 2,80 Mt. bezahlt, das Rebhuhn mit 1 Mt., chen Arbeit Bfund Rehfleisch mit 50 Pfennig. Dieser billige Stand gründen, und Wildbretpreises läßt sich nur daraus erklären, daß man abem Lande faft gar kein Wildbret fauft, so daß dasselbe Lemein in die Städte geht. Es muß aber Wunder nehmen, edmäßig an aman angesichts der hohen Fleischpreise die Billigkeit des vartet werden, 38Lbbrets im Berein mit seiner Güte auf dem Lande nicht alle hefftiga Säßen weiß. Von Interesse wäre es nun, zu erfahren, be in den Speisewirtschaften der Städte die Wildbretpreise prechend ihrem billigen Einkaufspreis angeboten werden. hrscheinlich nicht! Dann aber muß in diesem Artikel fetu billes Geschäft gemacht werden. an den fü aß- Lothringen mit den Ein andes gemacht Der Bezir guft Ober- Ohmen, 1. Nov. Der rote Hahn. Auf der uſt d. J. aaanſerem Orte gehörigen Rahnemühle verlangte ein Handwerks Sohn bei den Großen Linden, Hausen, Heuchelheim, Klein- Linden, Lang- Göns und Leihgestern am 6. November vormittags 9 Uhr. Oppenrod, Rödgen, Trohe, Wazenborn, Steinberg und Wieseck am 6. November nachmittags 2 Uhr. Allendorf a. d. Lumda, Climbach, Daubringen, Heibertshausen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen, Stirchberg, Staufenberg, Friedelhausen und Trais a. d. Lda. am Bahnhof zu Lollar am 9. November nachmittags 212 Uhr; Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden Bangd, Langsdorf, Nonnenroth, Obbornhofen, RabertsHausen, Ringelshausen, Rodheim, Hof- Graß, Röthges, Steinheim, Trais- Horloff, Utphe und Billingen an der Turnhalle zu Hungen am 10. November vormittags 9½ Uhr. ushe unter der Drohung, die Hofraite in Brand zu sehen, wenn den Dient nichts verabfolgt würde, einen Elmosen. Da man ihm ters an das in dem unte egen dieser Drohung nichts gab, machte er Miene, seine Albach, Arnsburg, Birklar, Dorf- Gill, Eberstadt, Dowhung wirklich auszuführen, und trug Stroh zusammen. Ettingshausen, Garbenteich, Grünigen, Holzheim, Lich, c8, ber bein de inzwischen herbeigerufene Gendarmerie verhaftete den Albacher Hof, Kolnhausen, Mühlsachsen, Münster, Mühlsachsen, Münster, gften Sohnes cheinend gefährlichen Burschen. nicht erfüll Muschenheim, Hof- Gül, Nieder- Bessingen, Ober- Hörgern, Buzbach, 1. Nov. Der vor zwei Jahren begonnene Ober- Beffingen, und Steinbach in der Amtsgerichtsung vorgehen ene ellenflügel am Landes zuchthaus Mariennteroffizier, de dd lob ift bis zum nächsten Frühjahr beziehbar. Durchstraße zu Lich am 10. November nachm. 2% Uhr; eine Sache, de Bergrößerung der Anstalt und den hierdurch bedingten sich aber dur zug von Beamten ist die Gemeinde Rockenberg in die ng gegenübee versett, recht bald mit dem Neubau einer evangelischen ben und wie zu beginnen. Seither mußten die Evangelischen von elinden Art Rodenberg gemeinsam mit den Sträflingen in die im Zucht a fe ftehende evangelische Kirche gehen. Da am 1. Oft. 1907 Berufung as Militär- Wachkommando eingezogen wird, so findet auch ivision ertlätt i noch eine bedeutende Bermehrung der Gefangenen M. das nieder her statt. Am 1. Oftober 1907 geht nämlich die dienstlich hattar fche Bewachung aller hessischen Strafanstalten ein, en. Der Bern Breuzen ist dies schon früher geschehen. Die Bewachung te das Gesud büid Gefangenenausfebern übertragen werden, jedenfalls aber reft eingereid worden besondere Aufseher für den Nachtdienst angenommen, als Beihelfe thisich wie in den Städten die Nachtschutzleute. erlittene Unter * ? Bad Nauheim, 1. Nov. Gestern ist unsere Saison Die Frankfurt um Abschluß gekommen. Im ganzen wurden 400 000 Bäder n und begin ihr verabfoglt. Niederscheld, 1. Nov. Nachdem die Arbeiten an der ehung ift a er Flaschenbier neuen Haltestelle der Strecke Deuß- Gießen in dieser Woche es will etwa bendigt wurden, ft der neue Bahnhof mit der Beeren Baderfga jeung Niederscheld- Süd heute dem Verkehr übergeben größern fonnt worden. Nieder- Saulheim. Die befannte Thomassche Affäre 1908. Jift in den lezen Tagen insofern in ein neues Stadium gee das sehr rester, als sowohl für den alten Thomas, als auch für Beihen Sohn Melchior von Gerichtswegen ein Vormund be ngen zur felt ward und zwar in der Person des Rechtsagenten e Anmeldungen biet der frei gammer in Nieder Olm. Damit dürfte endgültig beide. eift bie Bernungsfähigkeit ausgesprochen feia und die Tragödie , der Töpfa Juni d. 3. in der Mühle, wobei der Wachtmeister wird demnat Rikut von Bodenheim eisgossen wurde, dürfte überhaupt eingefnen nicht zur gerichtlichen Verhandlung und Sühne gelangen erden. Gewerbe sein, daß be förkmen. Frankfurt, 1. Nov. In hiesigen Geschäftskreisen wird die Herstellung Zeit lebhaft die Frage ventiltest, ob es möglich ist, in Die Errichtung Fonfurt nächstes Jahr eine Industrie- und Gewerbe then Hauſes musstellung ins Leben zu rufen. Zwölf kapitalfräftige Crafte Erwägung Filmen haben bereits 56 000 f. gezeichnet. Mainz, 1. Nov. wegenwärtig sind viele falsche Allertshausen, Beltershain, Bersrod, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Hattenrod, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda( Groß- und Klein-) Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, Reisfirchen, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhauſen, Bollnbach, Veitsberg, Weickartshain, Weitershain, Winnerod und Wirberg am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen zu Grünberg am 12. November vormittags 9 Uhr. Kreis Alsfeld. Appenrod, Dannenrod, Deckenbach, Gontershausen, Haarhausen, Höingen, Homberg, a. d. D., Neu- Ulrichstein, und Nieder- Ofleiden, Ober- Ofleiden, Schadenbach, Wäldershausen am Frankfurter Hof" zu Hom berg a. d. Ohm am 12. November vorm. 71/2 Uhr. Burg- Gemünden, Bleidenrod, Büßfeld, Ehringshausen, Maulbach, Nieder- Gemünden, Oberndorf, Otterbach und Rülfenrod am Bahnhof zu Nieder= Gemün en am 12. November nachm. 1 Uhr. Azenhain, Bernsfeld, Elpenrod, Ermenrod, Flensungen, Hainbach, Ilsdorf, Kirschgarten, Lehnheim, Merlau, Mücke, Nieder- Ohmen, Ober- Grubenhos, OberOhmen, Ruppertenrod und Wettsaasen am Bahnhof zu Nieder- Ohmen am 12. November vorm. 114 Uhr; Groß- Felda, Klein- Felda, Restrich, Nieder- Breidenbach, Ober- Breidenbach, Romrod, Schellnhausen, Storndorf, Strebendorf, Vadencod, Windhausen und Zeilbach auf dem Brunnenplaz zu Ober- Breidenbach am 13. November nachmittags 1/2 Uhr; Es haben zu erscheinen: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve ( fleiner Dienstanzug), die Mannschaften der Reserve sowie die zur Disposition der Truppenteile und Ersatzbehörden Entlassenen aller Waffen, diejenigen der Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstkontrollversammlung zugeht. Die Ersatzreservisten haben bei der Herbstkontrollversammlung Janz Deutschland fmarfstücke im Umlauf; in zwei verschiedenen nicht zu erscheinen. Befreiungsgesuche sind bis spätestens geben, die ihren bas kleine, gar Odenwald g nde befigt elbem ein fener Meer verfand berttaufende ob en in die an nicht nur الله rizität, Sula ten, ohne jede jedem Bürger it ein jeber bare ffen trifft der jgt Anfalten einen Feftpla br. wurden ber br. 1906 unb ufigen Geschäften wurden solche Falsifikate vereinnahmt. Literarisches. Der Hauptmann von Köpenick. Der befannte cliner Romanschriftsteller Hans Hyan und sein nicht under bekannter Kollege von der Griffelkunst, der Malerhumorist Paul Haase, haben sich zusammengetan und unter den Titel„ Der Hauptmann von Köpenick, eine schaurigtrnatige Geschichte von beschränktem Untertanenverstand", ein texgend ausgestattetes, mit zahlretchen mehrfarbigen Bilders geldmücktes Versbuch über den Räuberhauptmann erscheinen Loen. Wer sich an einer ganzen Anzahl prachtvoller ucciſtiſcher Bilder und Karikaturen erfreuen will, dem set die Anschaffung des Buches, das im Verlage von Hermann manns Nachfolger, Berlin NW. 87, zum Preise von 11. erschienen ist, bestens empfohlen. Rufetes Kindermehl. Fabrik in Berge b bei Hamburg hat ist ihre sehr beachtenswerte Broschüre: er Säugling" in achter Auflage herausgegeben. Die be ist in den Apotheken und Drogerien gratis erhältlich. 8 Tage vor dem Appell durch das Meldeamt einzureichen und müssen durch die Bürgermeistereien bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Die Militärpässe mit eingeklebter roter Kriegsbeorderung bezw. Paßnotiz und Führungszeugnis find mitzubringen. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgeseß. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeiten und Versäumnis der Kontrollversammlung bestraft. Kreis Wehlar. ( Nur die an Oberheffen angrenzenden Bezirke angeführt.) Groß Rechtenbach, Ausgang nach Wetzlar, 12. November 1 Uhr 15 nachmittags für Hochelheim, Hörnsheim, Lüzellinden, Groß- und Klein- Rechtenbach, Reiskirchen, Voйnkirchen, Volpertshausen, Weidenhausen. Niederkleen, Ausgang nach Rechtenbach. 12. Nov. 3 Uhr 15 nachmittags für Dornholzhausen, Ebersgöns, Niederkleen, Oberkleen. Wißmar, Bahnhof, Wirtschaft Brück 15. November 11 Uhr 30 vormittags, für Gleiberg, - Adolf Stiftung. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Uhr: Professor D. Drews. Vormittags 91 Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam. Anmeldungen dazu vorher bei dem Bfarrer jeber Gemeinde erbeten. Abends 8 Uhr im Matthäussaal: Vereinigung der fonfirmierten männi. Jugend der Matthäusgemeinde Abends 8 Uhr im Markussaal: Vortrag über das heil. Land nebst Lichtbildern, wozu die Vereinigung der konfir mierten weibl. Jugend der Matthäus- und Markusgemeinde nnd die Besucher der Bibelstunde eingeladen werden. Dienstag, den 6. Nov., nachm. 4 Uhr, im Matthäussaal Frauenmissionsverein. Donnerstag, den 8. November, abends 8 Uhr im Matthäussaal Missionsstunde: Missionar Ruhland aus Indien, wozu alle Missionsfreunde herzlich eingeladen werden. In der Johanneskirche. Vormittags 92 Uhr: Bfarrassistent Steiner. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrassistent Steiner. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen dazu beim Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Die Pfarrgeschäfte der Johannesgemeinde besorgt big auf weiteres Pfarrassistent Steiner, wohnhaft Südanlage 7, 2. Da die Besetzung der Pfarrstelle der Johannesgemeinde Die Anmeldung sich verzögert, wird Pfarrassistent Steiner den Konfirmandenunterricht am 12. November beginnen. dazu wird am Dienstag, dem 6. November, von 12 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr im Konfirmandensaal der Johannesfirche entgegengenommen. Die Eltern werden gebeten, sich dazu mit den Kindern einzufinden und die ausgefüllten Anmeldezettel mitbringen zu wollen. Die feierliche Eröffnung findet Sonntag, den 11. November, abends 5 Uhr in der Johanneskirche statt. Am Nächstkünftigen Sonntag, den 18. Nov., wird im Gottesbtenst das Gedächtnis des 200jährigen Jubiläums der Dabei deutschen evanglischen Mission begangen werden. wird eine besondere Jubiläums Kollekte für die Mission erhoben werden. Batholische Gemeinde. Samstag, den 3. November. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. " Sonntag, den 4. November. 22. Sonntag nach Pfingsten. Borm. von 62 Uhr an: Belegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligez Kommunion. Vorm. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. um 52 Uhr: Christenlebre; darauf Andacht. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Laboda- Dragées. Unentbehrlich für Säuger. Schauspieler, Pfarrer, Die Lehrer, Rechtsanwälte, überhaupt Redner. Stimme wird dadurch llar, die Wü igkeit der Stimme und Trockenheit des Gaumens verschwinden. Beim Gebrauch von Laboda- Dragées find Katarrhe und Heiserkeit ausgeschlossen. Herr Dr. Oskar Kaiser Schauspieler und Rezitator, in Köln a. Rhein, Brusselstraße 14, äußert sich wie folgt:„ Laboda- Dragées fann ich allen Schauspielern, Sängern 2c. aufs nachSie gehören zum besten, was drücklichste empfehlen. ich seit Jahren auf diesem Gebiete kennen gelernt habe." Fel. Ida Schwarz, Königl. Opernsängerin, Wiesbaden, schreibt: Laboda- Dragées haben mir bei einer Erkältung vorzügliche Dienste geleistet und empfehle ich sie aufs beste.( Laboda- Dragées enthalten: Terpinol 0,1, Menthol Preis Mk. 1.50. In Apotheken er0,5, Zucker 0,6.) hältlich, wo nicht vorrätig, von: Universitätsapotheke„ Zum goldn. Engel" in Gießen- Apotheke in UlrichEngel- Apothefe Frankfurt a. M.- ftein( Oberhessen) und Stern- Apotheke in Kaffel. ht RESOU ie ir st ANA en ng a m. 6. 33. 906T Ohne Preisaufschlag geben wir bei unseren anerkannt vorzüglichen Qualitäten 5% Rabatt 5% Kaiser's Kaffee- Geschäft G. m. b. H. Europas grösster Kaffee- Rösterei- Betrieb. Fabriken in Viersen, Berlin, Breslau, Heilbronn, Basel. Schokoladefabrik in Viersen. Filialen in Giessen: Kirchenplatz 12 und Lindenplatz 5. Kartoffeln für den Winterbedarf Bekanntmachung. Tagespreisen frei Keller. Die Firmen Julins Stohr und Georg Becker dahier find zur Ausführung von Entwässerung prima ware liefert zu den billigften Anlagen gemäß§ 16 der Polizeiberordnung die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische H. Trechsler, Giessen, Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend Steinstraße 48. Telephon 581. bom 1. Auguft 1904, zugelassen worden. Nach§ 16 der genannten Polizeiverordnung dürfen Entwässerungsanlagen im Anschluß an die städtische Kanalisation nur durch die hierfür zugelassenen Unternehmer ausgeführt werden. Gießen, den 31. Oktober 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Lieferung des Bedarfs an Strenstroh für den Schlachthof, etwa 100 3tr. Kornstroh, Maschinendrusch, lieferbar in verschiedenen Mengen, ist zu vergeben. Angebote hierauf werden bis zum 7. d. Mts. verschloffen mit entsprechender Aufschrift erbeten. Gießen, den 2. November 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen Mecum. Stadt u. Land, Erwachsene u. Kinder gehen am liebsten wohin? zu Gustav Trinkaus Gießen, Seltersweg und warum? Weil dort Alles tanzt großartige musikalische Unterhaltung und das größte Amusement am hiesigen Plage ist. Beerdigungs- Institut ,, Friede" Telephon 540 Gießen - Uebernahme sämtlicher Arbeiten bei Sterbefällen. Särge aller Art. Für nur 1 Mk. sind zu gewinnen: 100000 M. 40000 M. 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Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 19. Oftober 1906 angeordnete Spe der Löberstraße zwischen Garten- und Bismardfire wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 30. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 19. Oftober 1906 angeordnete Spe der Mänsburg wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 30. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 26. Oftober 1906 angeordnete Spee der Straße Hinter der Weftaulage" wird hiermi aufgehoben. " Gießen, den 30. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Arbeitsvergebung. Die nachstehenden zur inneren Einrichtung de Höheren und Erweiterten Mädchenschule nötigen Arbeita follen Samstag, den 10. November d. J8., vorm. 10 th Bettnässen öffentlich vergeben werden. ( auch Hosennässen) beseitigt unt. Garantie sofort! Alter, Geschlechtsangabe. Retourmarke erbeten! Auskunft erteilt umsonst: Institut Sanitas, Stadtamhof 112 in Bayern. Makulatur hat abzugeben Expedition d. Blattes. Wasche mit LUHNS wäschtam besten Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand des Dekonomen Wilhelm Kit zu Gießen ist die Rotlauffeuche ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 31. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Arbeitsvergebung. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen zum Neubau des Stadttheaters in Gießen sollen im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden: 1. Kunftverglasungen. 2. Marmorarbeiten,( Treppen, Bodenbelag, Kamine 2c.) 3. Beftublung, ca. 800 Size. 4. Feuersichere Metalltären. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen, Bedingungen 1. Liefern und Befestigen von 1600 ti Kleiderhaten, Lizfern und Befestigen von 460 fo Bilderstäben. 2. Liefern von 25 Podien. 3. Liefern von 9 Schränken. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingunge liegen während der Dienststunden bei uns zur Einfict offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlic find bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 31. Oktober 1906. Städtisches Hochbauamt. Gerbel. Vergebung von Pflastersteinlieferungen. Die Lieferung bon 500 cbm Großpflastersteiner 300 cbm leinpflastersteinen( Sezkleinschlag) un 200 cbm Mosaikpflastersteinen für das Rechnungsjah 1907 foll Donnerstag, den 15. November 1906, nachm. 3 öffentlich vergeben werden. Lieferungsbeschreibungen und Bedingungen liege während der Dienststunden bei uns zur Einficht offa Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das bei u erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Bet punkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift vo sehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Wochen. Gießen, den 31. Oftober 1906. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. In dem städtischen Hause Babuhofftraße 20 ift eine kleine Wohnung zu ver mieten. 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