Nr. 231 Den Haupterpebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanichlak r. 862. Dienstag, den 2. Oftober 1906 Gießener 15. Jahrgang Contibellagen Oberbeffische Familienzeitung( unb bie Gießener Getfenblasen( wöchentlich). Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lofalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Rehörden von Therwillen förderung des Kleinbandwerkers. Die Stadt Köln hat seit einiger Zeit sogenannte Meisterturse eingerichtet, in denen Handwerker theoretisch und technisch geschult werden. Die Kurse, die eine Dauer von mehreren Wochen haben, bezwecken eine Förderung des Handwerks. Sie bezwecken die Förderung nicht bloß, sondern sie erreichen fie auch. Daß das mit einem sehr geringen Aufwand an Mitteln erreicht wird, ist gewiß kein Fehler. Einige hundert Mart haben ausgereicht, die ganze Institution befriedigend auszustatten. Woraus hervorgeht, daß es kaum eine Stadt gibt, die sich nicht den gleichen fruchtbaren und nützlichen Lurus erlauben dürfte. Die Städte kommen dabei sogar sehr bald direkt auf ihre Kosten. Denn in ihrem unmittelbaren Interesse liegt es, tüchtige Handwerker zu haben, die den was neueren Anforderungen gegenüber bestehen können. Nicht als ob in jeder Stadt eine Handwerkerschule, will sagen Meisterkurse eingerichtet werden müßten. Es genügt, wenn das in jeder Provinzial- oder Regierungs- Hauptstadt geschieht, wo die erforderlichen Unterrichtskräfte vorhanden sind. Die anderen Städte brauchen nur Stipendien auszuwerfen, um strebsamen Handwerksmeistern oder Gesellen, die sich selbständig machen wollen, den Besuch der Meisterkurse zu erleichtern. Staat und Handwerkskammern tun das jetzt schon in ziemlich ausgedehntem Maß, und der Nußen ist bereits erkennbar. Ganz besonders in den kleinen Städten und auf dem Lande. Wer irgend feinere Arbeit haben wollte, war hier in der Regel darauf angewiesen, sich mit seiner Bestellung an die Großstadt zu wenden- naturgemäß umständlich und kostspielig ist- oder auf die Ausführung zu verzichten. Der Handwerker in den kleinen Städten und auf dem Lande wurde dadurch mehr und mehr zum Reparaturhandwerker herabgedrückt, und der Rest der bei ihm noch vorhandenen Fertigkeit verlor sich durch den Mangel an Uebung vollends. Soll der Handwerkerstand in kleinen Verhältnissen lebensfähig bleiben, so muß er leistungsfähig erhalten werden. Nur dann kann er auch auf lohnendere Aufträge rechnen, wenn er sie selbst zur Zufriedenheit des Kunden auszuführen vermag. Am letzten Ende sucht niemand seine Handwerker in der Ferne, wenn er sie in der Nähe finden kann, schon weil nur bei der Bestellung am Ort noch kleine Abänderungen sich vornehmen lassen und eine Kontrolle möglich ist, ganz abgesehen von der größeren Billigkeit. Die Teilnehmer an den Kölner Meisterkursen find bisher in der Hauptsache Meister aus kleineren Städten und vom Lande gewesen; und sie alle bezeugen, daß es ihnen jetzt besser geht als früher, daß ihre erhöhte Leistungsfähigkeit einer erhöhten Inanspruchnahme begegnet, und daß die lohnenderen Kundschaftsaufträge fich mehren. Solches Ergebnis kann garnicht umhin, ein Ansporn zu weiterem Ausbau der in Rede stehenden Einrichtung zu sein. Hier liegt eine wirkliche Förderung des Handwerks vor, eine wirkliche Hebung der Handwerksleistungen und damit eine Besserung der wirtschaftlichen Lage der Handwerker. Darum sollten alle Stadtund Kreisverwaltungen die Nachahmung des Kölner Beispiels fich angelegen sein lassen. Mit kleinen Mitteln, mit geringem Aufwand wird hier Bedeutendes erzielt. Der kleine Handwerksmeister bekommt nicht eine Krücke, an der er mühsam weiterhinken mag, sondern er erfährt eine innere Stärkung, die ihn selbständig macht, die ihm Bewegungsfreiheit und zugleich die Kraft gibt, die Bewegungsfreiheit zu gebrauchen und zu nüßen. Die Kölner Mustereinrichtung ist um so mehr zur Nachahmung zu empfehlen, als ohnehin eine Dezentralisierung der Industrie im Werden ist und die bessere Verteilung günstiger Verkehrsbedingungen die Neigung der Industrie zuc Abwanderung von den Großstädten unterstützt. Die Meisterkurse für Handwerker sind darauf berechnet, in gleichem Sinne zu wirken, zum Segen für die Handwerksmeister und zum Gewinn für die kleineren Städte und das flache Land. Politische Rundschau. Deutsches Reich. * Aus Süddeutschland verlautet neuerdings, daß in der braunschweigischen Thronfolgefrage eine Verständigung in folgender Weise angebahnt werde: Der Herzog verzichtet zugunsten seines ältesten Sohnes auf die Succession in Braunschweig; beide Söhne entsac mit väterlicher Ermächtigung allen Ansprüchen auf Hanno und verkünden dies in einer Proklamation; die Welfenpari erklärt in öffentlicher Kundgebung, daß sie den durch die E eignisse von 1866 geschaffenen Zustand endgiltig anerkenne, und fordert ihre Gesinnungsgenossen zur Treue gegen die Hohenzollern- Dynastie auf. Preußen erklärt im Bundesrat, daß gegen die Succession des Hauses Braunschweig- Lüneburg in Braunschweig Hindernisse nicht mehr bestehen. Inwieweit diese wahrscheinlich den Charakter eines Ver: fuchsballons tragenden Vorschläge Anspruch auf ernsthafte Würdigung haben, muß einstweilen dahingestellt bleiben. * Das führende Berliner Zentrumsorgan kündigt ein neue Militärvorlage an. Sie soll angeblich dem Reichstage in den nächsten Tagen zugehen. Es handelt sich dabei haupt sächlich um eine ziemlich erhebliche Vermehrung der Genie: Truppen zur ausgiebigeren Verwendung des Telegraphen * In das rheinisch- westfälische Industriegebiet find in Letzter Beit große Massen russisch- lithauischer Arbeiter eingewandert. Jetzt teilen die Behörden den einzelnen Arbeitgebern mit, daß die Weiterbeschäftigung sowie die weitere Heranziehung dieser Ausländer nicht mehr geduldet würde. Diejenigen Ausländer dieser Art, welche in neuerer Zeit zugezogen find oder zuziehen sollten, werden alsbald aus Preußen ausgewiesen, während solchen, die schon länger im Inlande weilen, zum Verlassen des Staatsgebiets eine Frist bis zum 20. Dezember gegeben wird. * In Weimar ist der christlich- soziale Parteitag eröffnet worden. Stöcker sprach über den sozialdemokratischen, die russische Revolution und die liberale Presse. und Telephondienstes, sowie um eine systematische und ausgedehnte Verwendung des Automobils im Heeresdienste. Daneben dürfte, nach den Erfahrungen der letzten Manöver zu schließen, auch eine nicht unerhebliche Verstärkung der schweren Feldartillerie gefordert werden. * Der 26. ordentliche Parteitag der Deutschen Volkspartei tagte in München. Reichstagsabgeordneter Payer= Stuttgart sprach gegen die Verkehrssteuern und das preußische Wahlrecht, Abg. Deser- Frankfurt für die Einigung aller Liberalen. Der Parteitag beschäftigte sich dann mit der Beratung des Entwurfs eines Kommunalprogramms der Deutschen Volkspartei. Der Parteitag stimmt dem Entwurf mit ge= ringen Abänderungen zu. Nachdem Professor Quidde dann noch die württembergischen Genossen aufgefordert hatte, sich sofort energisch an dem Wahlkampf in Württemberg zu be= teiligen, wurde der Parteitag mit einem dreifachen Hoch auf die Freiheit geschlossen. R land. ** Das Kriegsgericht Kronstadt hat über die wegen der Matrosenmeuterei angeklagten Personen das Urteil gefällt. Das ehemalige Mitglied der Reichsduma Onipko wurde zum Verluste aller Rechte und zur Deportation verurteilt. Von den Matrosen wurden 19 zum Tode durch Erschießen, 12 zu Zwangsarbeit auf unbestimmte Dauer, 120 zu Zwangsarbeit von 4 bis 20 Jahren, 429 zur Einreihung in ArrestantenAlle Verurteilten abteilungen und Gefängnis verurteilt. wurden aus dem Militärstände ausgestoßen. 129 Matrosen und drei Bauern wurden freigesprochen. Das Urteil bedarf noch der Bestätigung durch den Kommandanten der Stadt und Festung Kronstadt General Adlerberg. ** Wie in Petersburg verlautet, wird demnächst eine Regierungserklärung erscheinen, welche den Beginn der Dumawahlen in ganz Rußland für Dezember anordnet. Der Vizegouverneur von Siedlce Wojikow wird verabschiedet werden. Amerika. * Die durch Kriegssekretär Taft proklamierte Uebernahme der Regierung auf Kuba durch Amerika bedeutet einstweilen eine vollständige Offupation. Man ist der Ansicht, daß die von den Vereinigten Staaten eingesezte povisorische Regierung bald in eine end giltige umgestaltet wird. Der bisherige Präsident Palma hat sich bereits von dem diplomatischen Korps verabschiedet und alle Geschäfte niedergelegt. Roosevelt hat die sofortige Entsendung von 6000 Mann nach Kuba angeordnet, zahlreiche amerikanische KriegsSchiffe sind nach der Insel unterwegs. Taft hat als Gouverneur von Kuba die unter Palmas Regierung verhafteten Führer der Liberalen freigelassen, seine Truppen entwaffneten Insur genten wie die Soldaten der bisherigen Regierung. Alien. ** Zwischen den Regierungen von China und Japan find Verhandlungen im Gange über die Wiedergabe von Niutschwang; China besteht auf der unbedingten Wiedergabe des Hafens, während die Japaner gewisse Ansprüche geltend machen. China nimmt die Bedingungen der Japaner über Die Wiederabtretung der Verwaltung der Eisenbahnen an. russische Regierung hat zu erkennen gegeben, daß sie in die zeitige Einrichtung chinesischer Zollhäuser an den Grenzen der russischen Mandschurei einwilligen werde. ** Eine in Shanghai unter den indischen Polizisten ( Siths) ausgebrochene Revolte bereitet den Europäern große Sorge. Die Sikhs verlangen höhere Bezahlung. Eine freiwillige Bürgerwehr der europäischen Einwohner mußte rasch gebildet werden, um Schutz gegen die aufständischen Polizisten zu schaffen. Die europäische Bevölkerung ist alarmiert, weil die Sith- Polizisten als Schutz gegen die Chinesen betrachtet wurden. Kleine politifche Nachrichten. Berlin, 1. Oktober. Der Wirtschaftliche Ausschuß ist zur Beratung des deutsch- spanischen Handelsvertrags im Reichsamt des Innern zusammengetreten. Köln, 1. Oktober. Aus den deutschen Missionskreisen tommen briefliche Mitteilungen aus Südschantung, in denen versichert wird, daß China eine schwere Katastrophe bevorstehe. Die Wirren von 1900 dürften gegen die bevorstehenden nur ein Kinderspiel gewesen sein. Im ganzen Volke herrsche Unruhe. Kopenhagen, 1. Oktober. Der dänische Reichstag wurde vom König mit einer Thronrede eröffnet, in der er die freundE3 schaftlichen Beziehungen zu allen Mächten betont. werden verschiedene gesetzgeberische Reformen angekündigt, sowie die Absicht des Königs, Besuche bei den ausländischen Höfen zu machen. Paris, 1. Oktober. In Médau wurde anläßlich der Wiederkehr des Todestages Emile Zolas eine Büste des Dichters enthüllt. Der Vertreter des Unterrichtsministers feierte Zola als Schriftsteller und Bürger. Der Feier wohnten u. a. General Picquart und Major Dreyfus bei. Tanger, 1. Oftober. Infolge der europafeindlichen Vortommnisse ist der französische Konsul abgereist. Der amerikanische Konsul fordert energisch die Bestrafung der Schuldigen. Dof und Gefellfchaft. ** Das Reiseprogramm des Kaisers für die nächste Zeit setzt die Abreise nach Schloß Meerholz zur Teilnahme an der Hochzeitsfeier des Prinzen Albert zu Schleswig- Holstein mit der Gräfin Ortrud zu senburg- Büdingen auf den 14. Oktober fest. Am Abend desselben Tags erfolgt die Weiterreise nach Villa Hügel bei Essen a. R., wo am 15. d. Mts. die Hochzeit des Gesandtschaftsattachees von Bohlen und Holbach mit Fräulein Berta Krupp stattfindet. Von Villa Hügel begibt fich der Monarch nach Bonn, wo die Ankunft am 15. d. M. abends erfolgt. Am 16. wohnt der Kaiser der Enthüllung des dortigen Kaiser Wilhelm- Denkmals bei und kehrt dann sofort nach Berlin zurück. Die Abreise des Kaiserpaares von Rominten erfolgt am 4. Oktober. * ** - Die Vermählung des Prinzen Johann Georg von Sachsen mit der Prinzessin Maria Immaculata von Bourbon- Sizilien findet Sonnabend, den 20. Oktober, in Cannes statt. Die Neuvermählten werden Sonnabend, den 17. November in Dresden ihren feierlichen Einzug in die Stadt halten. Deer und flotte. Vermehrung der österreichischen Flotte. In offiziösen Mitteilungen wird gesagt, das jezige Flottenprogramm sei ungenügend. Den Anstoß zu der Bewegung hat der Tagesbefehl des Admirals Montecucoli gegeben, in dem ausgeführt wird, die Flotte müßte soweit gebracht werden, daß sie gegebenen Falls einen Angriff siegreich durchführen könne. Ersatz- Ansprüche für Manöverschäden. Die Flurschäden im letzten Kaisermanöver find sehr umfangreich gewesen. amentlich die großen Reiterattacken, das Auf- und Abfahren Artillerie haben große Schäden verursacht Nach den sher aufgestellten Liquidationen zu urteilen, dürften zur Deckung der Flurschäden im Kaisermanöver 300 000 Mart nicht ausreichen. Von nicht weniger wie 98 Gemeinden im Landkreise Liegnitz sind Ersatzansprüche an den Militärfiskus gestellt worden. Soziales Leben. X Arbeitermangel am Niederrhein. Die Nachfrage nach Arbeitern ist im niederrheinischen Industriegebiet sehr start. Die öffentlichen Arbeitsnachweise sind nicht mehr imstande, die Nachfrage nach Arbeitskräften auch nur annähernd zu befriedigen. Die Einziehung der Rekruten wird den Fabriken noch weitere Arbeitskräfte nehmen; den vom Militär zurückgefehrten Leuten ist meistens schon wochenlang vor ihrer Entlassung von ihren früheren Arbeitgebern Arbeit angeboten worden. X Die Aussperrung auf Rote Erde". Die Aachener Reichstagsabgeordneten hatten ihre Vermittlung in den Zwiftigteiten zwischen der Leitung des Hüttenwertes ,, Rote Erde" bei Aachen und den Arbeitern angeboten. Kommerzienrat Kirdorf lehnte dieses Anerbieten ab, wollte aber eine Besprechung mit den Abgeordneten zugestehen. Die Abgeordneten antworteten, von einer solchen einseitigen Besprechung könnten fie feinen Nugen erhoffen. Sie müßten deshalb darauf verzichten. Vom Kongreß der Kinderfreunde. - Z. Berlin, 1. Oktober. Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung von Männern gewiß mehr als der Wissenschaft, sowohl wie von Eltern 1000 Personen wurden heute Vormittag die Verhandlungen des Kongresses für Kinderforschung und Jugendfürsorge begonnen. Aus der Reihe der teilweise wissenschaftlich bedeutungsvollen Vorträge dürften das Laienpublikum in hervorragendem Maße die Mitteilungen des Herrn Professor Baginski fesseln, des Leiters des Kaiser- und Kaiserin Friedrich- Kinderkrankenhauses, der aus dem Schatze seiner Erfahrungen Erläuterungen über die Eindrucksfähigkeit des Kindes an zahlreichen Beispielen vorführte. Von außerordentlicher Wichtigkeit ist die Ausnutzung dieser Kenntnis für die praktische Heilmethode. So erzählte Redner von Kindern, die an nervösen Zuckungen, starrer Kopfhaltung( Schiefhals), Beängstigungen, und die ohne Schmerzanfällen 2c. nervösen litten R e der Tür machte. Handlung als Beuge betwohnen, bas nicht für jedermanns Ohren wäre. Sie sollen der Vers Ich habe nichts mit dem Polizeikommissar zu verhandeln, Duprat bescheiden, indem er gleichzeitig eine Bewegung nach rgerlich an den Büreaudiener. Soll ich gehen?" fragte Baffen Sie den Herrn also herein, wandte fich Etwold " Nein," fagte der Kommerzienrat hart. En ben biefe Frage gerichtet war. fich selbst einen ungerechtfertigten Verdacht aufladen wollte" Duprat verneigte sich stumm, Es wäre denn, daß man fangen fortführte. noch eben seines Lobes so voll gewesen! Er hätte sich auf über da, dem Mann, den er hatte vernichten wollen, und der wärtigt sein, daß man ihn vor dem gesamten Personal ge. anders tam sonst der Kommissar hierher durfte er ge no ihn mit farto Wenn seine schreckliche Vermutung sich bestätigte und wie bewahren wollen, aber jetzt überwältigte ihn doch die Furcht. erkannt haben." Duprat hatte start sein, hatte seine Fassung Und wie stand er dann seinem Chef gegen überzeugt, daß Ste biefelbe schon auf den ersten Blick wieder ftin ( Schluß.) Von Edela Rüst. Der Einsiedler. ( Fortsetzung folgt.) wie ich, dann geht's nur noch ums liebe Futter und die paar ,, Sie besorgen Ihr Anwesen wohl ganz allein?" Wenn man sich erst mal so in sich selbst verkrochen hat Soweit man von einem Anwesen reden tann"-lachte quf den Sein aiehen muß. um nicht mit der er. hätten. Karten wegung, als ob die Gegner sich eben von der Partie erhoben ein prächtiges Schachspiel aufgestellt stand in boller Bes " Das deutet auf einen Spielgefährten 1" fagte ich, am Fußboden, Juteschals vor den Fenstern, und ein toitbar geweſenes, jetzt start ramponiertes Rokoko- Tischchen, auf bem und Beitungen überladenen Eichentisch, ein bequemer Großvaterstuhl vor einem großen mit Buyer Das Arbeitszimmer Batte fast etwas Behagliches. GT um - firgend welche ärztliche Behandlung, einzig und allein durc geeignete Pflege und Beeinflussung im Krankenhause- unter Ausschaltung des häuslichen Einflusses als völlig gesund entlassen werden konnten. Man braucht wohl keinen deutlicheren Beweis für die häufig verkehrte Erziehungsmethode der Eltern, die sich von ihren Lieblingen tyrannisieren lassen, anstatt vernünftiger Weise er st strenge Selbst zucht zu üben und alsdann ihren Einfluß auf die Kinder in bestimmter, wirkungsvoller Weise geltend zu machen. Wenn nun die medizinische Wissenschaft großen Nutzen aus der Erkenntnis des findlichen Seelenlebens gezogen hat, so sollte auch die Gerichtsbarkeit dazu gelangen und findliche Zeugenaussagen endgiltig abschaffen, wie das in Schweden durch ein Gesetz geschehen ist. Solche Aussagen fönnen unmöglich irgend welchen Wert haben; denn von einem 8 bis 10jährigen Rinde kann man je de beliebige Aussage erzielen. Nicht weniger großes Interesse bot der Vortrag des Herrn Professor Dr. Neumann- Königsberg, der über Begabungsunterschiede einen bedeutsamen Vortrag hielt. Die Meinungsverschiedenheit, ob die Begabung als angeborene oder als erworbene anzusprechen ist, beschäftigt nicht nur die Gelehrtenwelt, auch bei den Laien wird die Meinung eine sehr geteilte sein, wenn sie auch wohl mehr zur Annahme der angeborenen Befähigung hinneigen. Dafür sprechen auch wohl am deutlichsten die einseitigen Begabungen für Musik, für Zeichnen 2c. Was ein Kind leichter mit dem Auge( An= schauungsbilder) erfaßt, begreift ein anderes überhaupt nur mit dem Gehör( Klangbild). Danach sind die verschiedenen Methoden beim Rechenunterricht( Anschauungs- und Zählmethode, von Bedeutung. Von grundlegender Bedeutung für den ganzen Aufbau unserer Schule ist nun die Frage: Soll es angestrebt werden, die Mängel der Begabung Einzelner durch Uebung auszugleichen und somit eine Gleichmäßigkeit der Schülerleistungen zu erzielen oder soll eine Individualisierung Plaz greifen? Das sind Probleme, mit denen sich die moderne Pädagogik noch lange zu beschäftigen haben wird, auf dem noch viel gestritten werden und das sein lebendiges Interesse niemals verlieren wird, gilt es doch, der Höherentwicklung des Menschengeschlechts! - Der Wettkampf der Luftballons um den Gordon- Bennett- Pokal. Sechzehn Ballons haben am Sonntag Nachmittag vom Tuileriengarten in Paris den Aufstieg unternommen, um in einem Kampf in den Lüften den Gordon- Bennett- Pokal zu erringen, der für die weiteste Fahrt erteilt werden soll. Acht Nationen ringen um den Sieg, darunter Deutschland mit 3 Ballons ebenso wie Frankreich, England und Spanien, ferner mit je einem Ballon Italien, Belgien, Brasilien und die Vereinigten Staaten. Die deutschen Kämpfer sind Baron Hugo von Abercron mit seinem von Mallet erbauten, 2250 cbm haltenden Ballon ,, Düsseldorf", Baron v. Hewald mit dem Riedingerschen Pommern", 2200 Rubikmeter Inhalt, und Scherle in dem gleichfalls von Riedinger erbauten ,, Schwaben", der mit 1500 cbm fast der kleinste der Konkurrenz ist. Santos Dumont vertritt mit dem Ballon Les deux amériques" Brasilien. Er hat sein Vehikel mit einem 6 pferdigen Motor versehen, der eine Flügelschraube treibt. Dem Publikum ist der Zweck der Uebung zwar nicht klar, aber der Motor macht ,, Radau", während die anderen Ballons geräuschlos aufsteigen und das imponiert. Trotzdem fliegt auch Santos Dumont, dem Herrschenden Nordostwinde folgend, nach Westen, wie die andern 15 Ballons, unter denen sich die bedeutendsten Aeronauten Frankreichs und der andern Staaten befinden. Eine ungezählte Menschenmenge hat dem Aufstieg beigewohnt und jeden Teilnehmer und seine Chancen betrittelt und bewettet. Das Letztere bildet die Hauptsache, und der Ballon des Engländers Huntington, auf den sich beim Aufstieg eine Taube gesetzt hat, steht hoch in der Gunst der Wettenden. Freilich wird das Streben der Wettfahrer, den feit 1900 aufgestellten Rekord zu brechen, kaum erfolgreich fein. Damals legte der Vertreter des Pariser Aeroklubs die 1975 km lange Strecke Paris- Schitomir in 15 Stunden zurück. Diesmal ist der Wind wenig günstig gewesen und man muß damit rechnen, daß die Fahrt in England oder an der Westküste Frankreichs ein vorzeitiges Ende nimmt. * ** * Ueber den Verlauf der Wettfahrt liegen nur spärliche Meldungen vor, doch wurde gestern erstmalig aus Paris berichtet: Paris, 1. Oktober. Eine Anzahl der Luftballons, welche gestern, um den Gordon Bennett gestartet sind, sahen sich am Abend durch den Aermelkanal aufgehalten und mußten landen. Unter ihnen befinden sich zwei der drei an der Wettfahrt teilnehmenden deutschen Ballons ,, Düsseldorf" und„ Pommern". Paris, 1. Oftober. Santos Dumont, der in Broglin landen mußte, erlitt beim Abstieg eine schwere Verlegung des rechten Armes. London, 1. Oktober. Sechs der Pariser Ballons wurden heute über Hastings und Gravesand gesichtet. Die Fahrzeuge trieben in westlicher Richtung. Nab und fern. wassers über den Kopf goß, holte sich dieser ein Beil, drang wieder in die Durausche Wohnung ein und schlug den ihm entgegentretenden Arbeiter Günther nieder. Günther dürfte kaum lebendig davonkommen. Der Täter ist verhaftet. + Vom Zuge erfaßt. Zwischen den Stationen Graudenz und Wossarten wurde auf dem Wegübergang der Straße nach dem Pfaffenberge ein Dienstfuhrwert des Infanterie- Regiments Nr. 141 beim Schließen der Zugschranke eingeschlossen und vom Schnellzuge 67 überfahren. Zwei Offiziere und ein Fähnrich konnten sich durch rechtzeitiges Abspringen retten. Der Kutscher, Musketier Schewe, wurde schwer verletzt. Der Wagen wurde zertrümmert, das Pferd blieb unverlegt. Schnellzug 67 erlitt eine Verspätung von etwa 30 Minuten. Die Untersuchung über die Ursache des Unfalls ist noch nicht abgeschlossen. † Das Ergebnis des Münchener Bundesschießens ist recht erfreulich. Der Bauausschuß hat in seiner Schlußsizung mitgeteilt, daß an dem Etat von 382 000 M. ungefähr 4000 M. erspart worden sind. Die Einnahmen mit 63 000 M., wie sie veranschlagt waren, sind nicht erreicht worden, da die großen Festbauten nicht im ganzen verlauft wurden. Ein Defizit wird aber nicht entstehen. † Liebesdrama auf der Bühne. Während der Vorstellung im Alexandertheater zu Warschau schoß ein junger Mann bei offener Szene auf eine Tänzerin Barbara Szypowska. Die Tänzerin brach von mehreren Kugeln getroffen chwer verletzt zusammen. Eine wilde Panik bemächtigte sich des Publikums, das ein Bombenattentat befürchtete. Alles flüchtete den Ausgängen zu. Der Attentäter richtete den Revolver gegen sich selbst, verletzte sich jedoch nur leicht und wurde verhaftet. Die Tänzerin starb auf dem Transport nach dem Krankenhause. Bunte Tages- Chronik. † Ein shwerer" Diebstahl. Für 3000 Mark Kupfer. platten, jede im Gewicht von einem Zentner, hat eine Einbrecherbande in Charlottenburg erbeutet. Die Diebe find nachts über eine Mauer hinweggestiegen und drangen in einen Arbeitsraum, von dem aus fie das Dach erreichen wollten. Bei der nicht ungefährlichen Kletterei benutzten sie einen 3 Meter hohen Siedekessel, der in jenem Arbeitsraum steht. Um der Gefahr zu entgehen, in die heiße Masse im Kessel hineinzufallen, legten sie Bohlen über den Kesselrand. Die Platten warfen sie vom Dach einzeln herunter und schafften fie per Wagen fort. Das hierdurch verursachte Gepolter ist zwar in der Nachbarschaft gehört worden, niemand aber hat nach der Ursache des Geräusches geforscht. Von den Spitzbuben fehlt noch jede Spur. † Mit dem Beil erschlagen. Der Arbeiter Bolewißki in Charlottenburg war mit der im gleichen Hause wohnenden Familie Durau und deren Schlafburschen, dem Arbeiter Günther in Streit geraten. As B. von der Arbeit nach Hause kam, wurde er von Durau und einer Familie Sattegast verhöhnt. B. geriet hierüber so in Wut, daß er in die Durausche Wohnung eindrang. Er wurde aber dort geprügelt und hinausgeworfen. Als zum Ueberdruß Frau Durau dem Bolewitzki auf der Treppe einen Eimer voll schmutzigen Nürnberg, 1. Oktober. Der feierliche Schluß der bayerischen Jubiläums- Landes- Ausstellung ist nunmehr endgiltig auf Montag, 15. Oktober, festgesetzt. Mainz, 30. September. Nach dem Genuß von Bücklingen find hier ein Arzt, dessen Frau und zwei Kinder, sowie das Dienstmädchen, ferner ein Schneider und dessen Frau schwer erkrankt. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Braunschweig, 1. Oktober. An die Stelle des ver: storbenen Senatspräsidenten des Oberlandesgerichtes Herzog ist der bisherige Rechtsanwalt und Notar Justizrat Wolfi berufen worden. Es dürfte wohl das erste Mal sein, daß ein Rechtsanwalt direkt auf eine derartig hohe Stelle im Justizdienst berufen wird. Liverpool, 30. September. Mit dem Cunard- Dampfer , Carmania", der gestern von hier nach Newyork segelte, wurden 10 328 500 Dollar Goldmünzen und Barren verschifft. Das ist die höchste Summe, die jemals auf einem Dampfer abgeschickt wurde. Neapel, 1. Oktober. Auf einem Landgute in der Nähe von Teano entdeckten Erdarbeiter eine ganze Totenstadt, die aus der Zeit der alten Stadt Teanum Sidicinum stammen dürfte. Sofia, 30. September. Ein Beamter des hiesigen Postamts ist mit 200 000 Franks in Banknoten geflüchtet. Newyork, 30. September. Hier hat eine Frau Le Page zum achten Mal geheiratet. Fünf von ihren sieben früheren Ehegemahlen leben noch und haben dem neuen Glücklichen ermutigende Telegramme gesandt. Cokales. 2. Oktober 1906. P. Verhaftet. Wegen Zuhälterei und Rupp lei wurde gefiern in Gießen der wegen gleichen Delifts vor bestrafte Fahrbursche Trebing aus Kassel verhaftet. $ Wetteran, 1. D bergen- Winded geplant war, ift ang frühestens am Weblar, 1. Off Reubau einer Ba Beländeerwerbs au Weblar, 1. Of thaus Moriz He Befig der Mi affurt a. M. über Bechfelftube und $ Weglar, 1. Oft P. Gestohlen. Gestern Nachmittag wurde in der Rodheimerstraße ein vor der Wirtschaft„ Zum Feldschlöschen" aufgestelltes Fahrrad mit Nummerplatte G. 1306 von unbekanntem Täter gestohlen. X Bürgerverein Gießen. Gießen. Wenngleich an scheinend die Geschäfte d.s Vereins während der letzten Zeit geruht haben, so ist der Vorstand um so mehr tätig ge. wesen. Die brennende Frage für alle Beteiligten, die Kanalgebühren, hat ihn start beschäftigt. Aus vielen Städten ift Material gesammelt und gesichtet worden. Jetzt sind die Vorarbeiten beendet, ein tüchtiger Referent ift gewonnen und wir fönnen heute mitteilen, daß am Donnerstag, dem 11. d. Mis. im Neuen Saalbau" eine allgemeine Bürgerver. sammlung stattfinden wird, in der das Thema eingehend erörtert werden soll. ** Der Großherzog hält sich nicht, wie verschiedene Blätter meldeten, in München auf, vielmehr ist er dem „ Bommerschen Tageblatt" zufolge, als Graf Westerland takognito am Freitag- Abend in Stettin eingetroffen und in Begleitung des Flügeladjutanten Freiherrn von Massenbach zu Schiff über Stockholm nach den finnischen Schären weiter gefahren. Es verlautet, daß der Großherzog das Barenpaar über Kopenhagen nach Darmstadt bringt. * " *** Am Sonntag wurde in der Turnhalle zu Gießen eine Gauborturnerstunde abgehalten. Geturnt wurde im Beisein der Mitglieder des Gau- und Turnausschusses, sowie der Bezirksturnwarte der Uebungsstoff, der für die 3 Bezirksvorturnerstunden bestimmt ist. Nach Beendigung der Uebungen tagte im Cafè Ebel der Gauvorturnertag. Am 21. Oftober wird in Bad Nauheim eine Vorturnerstunde abgehalten werden. ** Das Großherzoglich Hessische Ministerium des Innern hat Herrn Heinrich Opel, Teilhaber der Firma Adam Apel zu Rüsselheim, zum Motormagen- Sachverständigen, für Erteilung von Befähigungszeugnissen an Führer von Kraft fahrzeugen( Kraftwagen nnd Krafträder) bestellt. Der Genannte ist darnach zur Prüfung von Motorwagenlentern befugt, welche nach dem neuen Gesetz bekanntlich alle einen Befähigungsnachweis zu erbringen haben. R. Am 11. Oktober wird in Eisleben eine von der Reichsbankstelle in Halle( Saale) abhängige Reichsbanknebenst le mit Rasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet worden. ige Anabe Walter $ warz- weiß geftr Jof- ymüße belieibe Weslar, 29. S elte laut Wel. Maurer H. B. v Ep. von Gieße April D. J. geme Viehmann dafelb handelt haben. Fe Bergmann H. Deb t mißhandelt habe ntrug. Der Ange atate berübte, schw er nur den Debus reitet überhaupt, m nill nur den Viehm den Beugenausfag flagte in der gefch ung schuldig gem if beide Angellagt mahme mildernder Bochen und L. Sp. frühere Seminari inarift W. Sch. April d. J. in d s. Bei dem im Auguft gegründeten Rudeiklub Sassia herrschte am legten Sonntag reges Leben. Von 8 Uhr morgens ab fonnte man die Mannschaften auf dem Wasser sehen, die mit Lust und Liebe ihrem Sport huldigten. Das in Frankfurt gekaufte Boot hat sich ausgezeichnet be währt und die Mannschaft sich recht gut darin zurechtsich gefunden. Nächsten Sonntag wird die 1. Mannschaft fi in Frankfurt beim Dauerrudern über 21 km beteiligen. * Das Proportionalwahlsystem für die hessischen Städte. Der Landtagsabgeordnete Molthan und Dr. Schmitt haben in der Zweiten hessischen Kammer den Antrag eingebracht, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, den Gesetzentwurf betreffend die Städteordnung dahin abzuändern, daß den Städten mit mehr als 10000 Einwohnern das Recht eingeräumt wird, mittelst Ortsstatuts bei den Wahlen zur Stadtverordneten- Versammlung das Proportionalwahlsystem einzuführen. § Vor einigen Wochen wnrde mit der Erbauung der vor einigen Jahren bereits beschlossenen Frrenanstalt für die Provinz Oberhessen begonnen. Der von der Stadt Gießen zur Verfügung gestellte Bauplcz liegt außerordentlich ruhig und günftig in einem Nadelwald östlich der Stadt zwischen den Bahnstrecken Gießen- Fulda und Gießen Gelnhausen. Die zur Aufnahme der Schwerkranken beſtimmten Gebäude liegen vollständig im Wald versteckt und diese Abgeschiedenheit wird ihnen die nötige Ruhe geben. Es sind gegenwärtig elf Gebäude in Angriff genommen und bereits bis zum zweiten Stockwerk gediehen. Bis anfangs Dezember hofft man die Gebäude im Rohbau fertigstellen zu können, während die Vollendung im Herbst 1907 erfolgen soll. Eines der Gebäude ist auch für die Aufnahme von Personen bestimmt, die von Gerichtswegen auf ihren Geifteszustand untersucht werden sollen. Das frei von dem Wald liegende Gelände wird zum Dekonomiebetrieb benugt. Hier sollen nächstes Jahr auch noch einige Bauten aufgeführt werden, so ein Dekonomiegebäude, Küchen- und Kesselgebäude, Aerztewohnungen usw. Die gesamte Anstalt, deren Vollendung nicht vor Sommer 1908 zu erwarten ist, wird etwa 25 Gebäude umfassen. * Ueber die Vertrauensmännerwahlen zur hessischen Landwirtschaftstammer liegen noch folgende Resul tate vor: Im Bezirk Gießen- Land wurden Wahlmänner für den Landwirt Wilhem Weil- Langgöns( Bauernbund) gewählt. In Bezirk Groß- Buseck Wahlmänner für den Landtagsabge ordneten Lun- Großen Linden( Bauernbund); Bezirk Homberg a. d. Ohm für den Landtagsabgeordneten Brauer( Bauern ftraße Krofdorftidigt zu haben, w t, nur eine Latte, gt wurde, abgeriffe bie Angeklagten urteilt unter Annah Mt., W. Sch. zu ? Braunfels, 1. Gartenbaugefunden. Bre elten u. a.: Gaft Kuhl, Gr. Rechter am Tasch, Azbach, de, Lüzellinden, Fr Hels, Münchholzh tenhofen. * Aus dem Vogel Preise für die fet it, wie sie nur fu anden. Man zahlt Blund Lebendgewi Burftpreise auf ei abe noch nicht bag et 90 Pfg., den f t; man spricht abe Big das Pfund. S Lande verkauft w den Händlern a hältnisse, die mit 9 Breisverteuerung b Lauter. Seit 1 § Obstmarkt zu Frankfurt a. M. Wie in früheren Jahren, wird auch dieses Jahr ein Tafelobfimarkt, verbunden mit einem Kelterobstmarkt, in Frankfurt abgehalten werden und ist dafür Mittwoch, der 3. Oftober 1906 bestimmt. Der Markt findet wie früher in der Stadthalle, Klostergasse 14, statt. Wie in den Vorjahren iäßt die Marktordnung ausschließlich in Deutschland gezogenes Obst usw. zu und wöhnliches Wirtschafts- und Motobst, gedörrte und eingezwar sortiertes Tafelobst, gepflücktes Wirtschaftsobst, ge fochte Obstfrüchte, Obstweine, Obstbranntweine, Obftliqueure, Mus, Marmelade, Gelee usw., ferner gedörrte und einge tochte Gemüse, sowie Verpackungsmaterial. Der Verkauf geschieht nach Proben. Die Proben von sortiertem Tafelobst und gepflücktem Wirtschaftsobst dürfen bis 5 kg. Brutto, diejenigen von gewöhnlichen Wirtschaftsobst bis 25 kg. betragen. Obst- und Gemüse- Produkte sind mit Ausnahmeäftigt. Täglich vo der flüssigen, die in Flaschen zu liefern sind, in Original packung auszustellen. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der folgende Angaben enthält: Name der Sorte, Preis per kg. bezo. per 100 kg. ab nächster Bahnstation, das zur Verfügung stehende Quantum, den Namen des Veroßen, ſo daß bie fäufers, die ungefähre Lieferungszeit. Die Proben sind am Tage vor Abhaltung des Marktes franto Martilofal( Stadthafft ift. halle) zu liefern, oder an das Obstmarktkomitee, Gneisenau ftraße 15, einzusenden. Alle Verkäufe auf dem Obstmartt finden durch vom Markt- Komitee unentgeltlich ausgefertigte Schlußscheine statt. Begleitscheine sind vom Obstmarkt- Komitee erhältlich, das auch jede weiter gewünschte Auskunft erteilt. Bum Schluß sei noch darauf aufmerksam gemacht, daß das Komitee( Zentralftelle für Obstverwertung) auch sonst vot und nach dem Markt den An- und Verkauf von allen Sorten Obst unentgeltlich vermittelt. sp. Robl gewann den großen Preis von Europa in Stepl B- Berlin, ein Dauerrennen über 100 km, und erhielt 8weiter wurde Bruno Demte mit 3000 Mt. Beide fahren Brennabor. 4000 Mt. in bar. hatte sich in Abwesenheit der Bewohner ein Fremder un * Kinzenbach. Spizbube. Am Samstag- Nachmittag bemerkt in das Haus Georg Schäfers geschlichen und dort wahrscheinlich eine gründliche Revision vorgenommen. Als aber die älteste Tochter zurückkehrte und nach kurzem Aufenthalt die Haustür abschloß, mag es dem Eindringling en der Wafferri me Rotormaidine Baffer herbei, damit a Der Röhren geprüft man wilden Betterfe * der zum Sprengen Friedberg, 1. D After Beit die St urnhalle und ein Baugelände fchon a ftigte Arbeiter Gro tiftet. * Friedberg. Un Dbftpflücken bon Frankfurt. Be Oftober berfahren * 546 Büge ob tommend oder ptbahnhofs, alfo interfahrplanp * Homberg a. d. gren dahier station te ab als Wachtmei Marburg. I it berurteilte heut in einem Briefe ei bund); Bezirk Gedern für den Landtagsabaeordneten Bähr doch unheimlich vorgekommen sein. Er bearbeitete mit aufigkeit für die Berf ( Bauernbund). In Starkenburg: Bezirk Offenbach Langen für den Hofgutspächter Wichmann- Rumpenheim( B. d. L. und Ver. Landw. für Frankfurt und Umgegend.) A Sein 101. Lebensjahr vollendet heute der gefundenem Handwerkszeug das Türschloß und als es ihm nicht gelang, die Tür zu öffaen, suchte er durch ein Fenster das Weite. Erst später kam man auf den Gedanken, den Ausreißer dingfest zu machen. Mit Hülfe eines Radfahrers den Worten: St igung des letteren älteste Einwohner und Ehrenbürger unserer Stadt Gießen, wurde er von mehreren Männern vor Heuchelheim feft- gen Bahnhofe von Geometer 1. Klasse G. Euler. Aus allen Teilen Hessens und vielen Gegenden Deutschlands liefen zahlreiche Glück wünsche ein. Auch die Vertreter der Stadt und der Regierung befanden sich unter den Gratulanten. blung dauerte girta Frankenthal, 30 dwigshafen wurde am Schäfer aus Füßen getreten u heinend liegt ein S genommen und einstweilen eingesperrt. Die am Abend von Weßlar beorderte Polizei fand in ihm einen alten Bekannten, der wegen ähnlicher Streiche schon wiederholt mit Strafen belegt worden wat. Pional befreiten den Bubalterei und Rupp vegen gleichen Delifts bor Staffel verhaftet. Nachmittag wurde in der fchaft Sum Feldflo erplatte G. 1306 von eßen. Wenngleid d um so mehr tätig htet worden. Jetzt find die § Wetteran, 1. Oftober. Die neue Bahnstrecke Vilbelbelben bergen- Windecken, deren Eröffnung anfänglich für eute geplant war, ist noch soweit zurück, daß ihre Eineihung frühestens am 1. Januar zu erwarten ist. en * Wetzlar, 1. Oft. Die Stadtverordneten beschlossen Neubau einer Gasanstalt, deren Kosten einschließlich Geländeerwerbs auf 215 000 Mt. festgesetzt sind. * Wezlar, 1. Oft. Das hiesige alte und angesehene den Besitz der Mitteldeutschen Kreditbant in * Weglar, 1. Oft. Vermißt wird seit gestern der Has de Rerichtssaal. Straffammer. Gießen, 28. September. mr. 16 00-16.50, russischer Mr. 17.00-18 50 Gerste, hiesige f. 17.25 bis 17.75, Pfälzer Mt. 18.00 bis 18.50, fränkischer Mr. 18 25-18.50, Riedgerste Mt. 18.- bis 18.50 Hafer, hiesiger und Wetterauer Mr. 00.00-00.00, furhessischer Mr. 17.00-18 75, bab erischer Mr. 00.00-00.00, Mais, mired mr. 13.50-13.50. Alles bro 100 Kilo ab hier. Mehl wesentlich höher. Es notierten nach Qualität: Weizenmehl hiesiges 0, Mr. 26.75-27.75, feinere Marken Mr. 28.00-29.00, hiesiges, Nr. 1, mr. 24.75 bis 25.75, feinere Marken Mt. 25.75-27.75 hiesiges Nr. 2, Mr. 24.25-24.75, feinere Marken Mr. 25.00-25.75, biefiges Nr. 4, Mt. 20.75-21.25 feinere Marten Mr. 21-22.00, Roggenmehl, hiesiges, 0, Mr. 24. bis 24.50, do. 1 Mt. 22.25-22.75, do. 2 Mt. 18-19 25 Weizenschalen Mr. 5.00-5.50, Weizentleie Mr. 5.00--5.20, Roggenkleie mr. 5.50-5.60, Weizenfuttermehl Mt. 6.75-7.75. Der Meggerlehrling Karl Traumüller von Büdingen hatte sich vor dem Schöffengericht wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransports zu verantworten. Er ist bei Büches mit seinem Fuhrwerk über den Bahnübergang gefahren und blieb an der sich senkenden Barriere hängen. Ein Bahnbeamter befreite ihn aus seiner Lage, kurz bevor Er gab an, das Läutewerk nicht gehört zu haben, weshalb seine Freisprechung erfolgte. Das von der Staatsanwaltschaft angefochtene Erkenntnis fand seine Rotierungen der Frankfurter Viehmarktpreise 8 während der letzten 8 Bankhaus Moriz Heerz geht von heute, 1. Oktober, ab für alle Beteiligter, Frankfurt a. M. über und wird von dieser unter der Firma der Zug herankam. äftigt. Aus vielen Städtamer Wechselstube und Depositentasse weitergeführt. Referent ift gewonnen und jährige Knabe Walter Boninz von hier. Der Junge war Bestätigung. am Donnerstag, dem 11.6. it schwarz- weiß gestreifter Bluse, grauer Hose und einer seuchengefeß war der Schäfer Dito Weber von Ettings allgemeine Bürgerbetit Jokeymüße bekleidet. n der das Thema eingehend Wetzlar, 29. Sept. Das Schöffengericht verhandelte laut Weßl. Anz." u. a. über nachstehende Fälle: " der Turnhalle zu Gießen der Maurer H. B. von Wißmar und der Tagelöhner Ansicht, daß der Schäfer sich über die Bestimmungen des abgehalten. Geturnt wurde Sp. von Gießen, früher in Wißmar, sollen am - hausen angeklagt. Das Schöffengericht fpcach ihn frei, da es seinen Angaben, er habe die fragliche Bestimmung nicht gefannt, Glauben schenkte. Die Straffammer war der Transportes der Schafe zu orientieren habe und verurteilte ihn zu 10 Mt. Geldstrafe. Der Landwirt Johann Peter vom Odenwald nach dem Vogelsberg getrieben. Da der dreitägige Transportschein abgelaufen war, änderte er das Datum auf zwei Tage später ab und zeigte den Schein einem ihn anhaltenden Gendarmen vor, der sofort die Fälschung erkannte. Es wurde gegen ihn eine Untersuchung wegen Bau und Turnausschusses 15. April d. Js. gemeinschaftlich zu Rinzenbach den Maurer er Uebungsstoff, der für Ernst Viehmann daselbst mittelst eines Stockes törperlich Hartmann von Elsbach hat die Schafherde seines Vaters immt ist. Nach Beendigung mishandelt haben. Ferner soll der Angeklagte H. B. auch uheim eine Borturnerftande derart mißhandelt haben, daß Debus stark blutende Wunden gegründeten Ruderklub Biebe ihrem Sport huldigten. den Bergmann H. Debus von Kinzenbach mit einem Stocke labontrug. Der Angeklagte H. B. erklärt, als er die beiden Attentate verübte, schwer betrunken gewesen zu sein, auch onntag reges Leben. Buh habe er nur den Debus mißhandelt. Der Angeklagte L. p. Urkundenfälschung eingeleitet, in deren Verlauf er einen die Mannschaften auf dem bestreitet überhaupt, mit einem Stocke geschlagen zu haben; Zeugen zu falschen Aussagen verleitet haben soll. Das Gericht hielt das letztere nicht für erwiesen und sprach ihn von der Anklage der Meineidsverleitung frei; es verurteilte ihn aber wegen Vergehens gegen das Viehseuchengesetz und Urkundenfälschung zu einer Gesamtstrafe von 3 Monaten Gefängnis. In längerer Verhandlung befaßte sich das Gericht mit der Anklage gegen den Pfarrer Dr. Schöner von Eschenrod wegen Wahlfälschung. Er wurde für schuldig befunden, bei der Wahl des Kirchenvorstandes das Wahlergebnis durch Verlesen falscher Namen und durch Aendern von Wahlzetteln gefälscht zu haben. Da er nach dem Gutachten eines Sachverständigen nicht geistig vollwertig ist, tam er mit 1 Woche Gefängnis durch. a will nur den Viehmann auf die Erde gestoßen haben. hat sich ausgezeichnet be. Aus den Zeugenaussagen geht jedoch hervor, daß sich beide ird die 1. Mannschaft sich verletzung schuldig gemacht haben. Das Gericht erkennt dem gemäß beide Angeklagte schuldig und verurteilt H. B. unter Annahme mildernder Umstände zu einer Gefängnisfirafe von über 21 km beteiligen. e mit der Erbauung der bor nen Frrenanstalt für 2 Wochen und L. Sp. zu einer solchen von 3 Monaten.- Der von der Stadt der frühere Seminarist K. Sch. von Reiskirchen und der Bauplch liegt außerordentlich Seminarist W. Sch. von Hochelheim sind beschuldigt, am delwald östlich der Stadt 20. April d. Js. in der Gemarkung rofdorf an der Fulda und Gießen Gel. Detestraße Krofdorf Gießen etwa 20 Stück junge Obstbäume Schwerkranken bestimmten beschädigt zu haben, während der Angeklagte. Sch. verBald versteckt und diese Abfichert, nur eine Latte, die als Stüße eines Bäumchens be= ige Ruhe geben. Es sind nötigt wurde, abgerissen zu haben. Das Gericht erkennt riff genommen und bereits jedoch die Angeklagten der Sachbeschädigung schuldig und en. Bis anfangs Dezember verurteilt unter Annahme mildernder Umstäude K. Sch. zu 20 Mt., W. Sch. zu 10 Mt. Geldstrafe. au fertigstellen zu fönnen, Herbst 1907 erfolgen soll. ? Braunfels, 1. Oftober. Die reich beschickte Obstdie Aufnahme von Personen und Gartenbau- Ausstellung hat einen guten auf ihren Geiftes zustard Besuch gefunden. Preise oder Diplome für gute Erzeugnisse rei von dem Wald liegende erhielten u. a.: Gastwirt Fr. Schmidt, Gr.- Rechtenbach, trieb benußt. Hier sollen Karl Kuhl, Gr.- Rechtenbach, Fr. Müller 5., Gr. Rechtenbach, Bauten aufgeführt werden, Adam Tasch, Azzbach, L. Velte, Uzbach, Kreisstraßenaufseher und Reff: lgebäude, Aerzte Jrle, Lüßellinden, Fr. Tasch 2., Azbach, H. Zipp, Aßlar, Anstalt, deren Vollendung. Hels, Münchholzhausen, Lehrer Uhi, Aßlar, H. Loh, warten ist, wird etwa 25 Dutenhofen. nkfurt a. M. Wie in s Jahr ein Tafelobfimart, artt, in Frankfurt abgehalter er 3. Oftober 1906 beftimant der Stadthalle, Klosterga en läßt die Marktordnung um exogenes Obſt uſw. au flücktes Wirtschaftsobst, g oftobft, gedörte und einge bftbranntweine, Obftliqueure ferner gedörrte und einge fsmaterial. Der Berlan oben von sortiertem Tafelobf dürfen bis 5 kg. Brutto, irtschaftsobst bis 25 kg. be dukte sind mit Ausnahm liefern sind, in Original obe ist ein Begleitschein bei enthält: Name der Sorte * Aus dem Vogelsberg, 1. Oktober. Fleischpreise. Die Preise für die fetten Schweine haben jetzt eine Höhe erreicht, wie sie nur furz während der höchsten Verteuerung bestanden. Man zahlt für erfte Qualität fetter Schweine pro Pfund Lebendgewicht 60 Pfg. Dazu sind die Fleischund Wurstpreise auf eine Stufe gelangt, wie sie auf dem Lande noch nicht dagewesen. Das Pfund Schweinefleisch loftet 90 Pfg., den ſelben Preis haben Leber- und Blut: wurst; man spricht aber von einem weiteren Aufschlag um 10 Bfg das Pfund. Meist ist dazu das Fleisch, das auf dem Lande verkauft wird, nicht erster Qualität, da diese von den Händlern aufgekauft wird. Das sind Preisverhältniffe, die mit grellem Schlaglicht das Ungeheuerliche der Preisverteuerung beleuchten. * Lauter. Seit 14 Tagen ist man eifrig mit dem Legen der Wasserröhrenleitung nach Bad Nauheim beschäftigt. Täglich vollendet man die Legung von 100 m. Eine Motormaschine pumpt aus der nahen Lauter das Waſſer herbei, damit auf je 300 m die Widerstandsfähigkeit der Röhren geprüft werden kann. man zwischen - Unerwartet ist " Schwurgericht. Gießen, 28. Sept. 1906. Heute hatte sich der Dienstknecht Fr. Buß wegen Totschlags zu verantworten. Am Sonntas, dem 29. Juli, befand er sich mit dem Schlosser Angelstein in Dortelweil in der Wirtschaft 8ur Linde". Er war angetrunken und begann mit Angelstein ohne Veranlassung Händel, indem er ihn beschimpfte. Kurz darauf verließ er mit seinem Arbeitsfollegen Krupa die Wirtschaft und blieb auf dem davorliegenden freien Platz stehen. Etwas später trat auch Angelstein heraus, ging dem Anscheine nach zunächst auf den Wirtsgarten zu und wandte sich dann dem auf dem freien Platz stehenden Buß zu. Jezt muß Buß auf ihn eingedrungen sein und ihn mit dem Messer bearbeitet haben, sodaß Angelstein tödlich getroffen zusammenbrach. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage; das Urteil lautet auf 7 Jahre Zuchthaus. Neueste Nachrichten. * Berlin, 1. Oktober. Der Tarifausschuß der Deutschen Buchdrucker beendete heute Abend nach acht. tägigen, von Kommerzienrat Bürenstein- Berlin geleiteten Verhandlungen seine Arbeiten; er segte den deutschen Buch. druckertarif für eine weitere fünfjährige Periode feft. Im wesentlichen wurde in Anbetracht der in der letzten Tarif= periode eingetretenen allgemeinen Berteuerung der Lebenshaltung eine zehnprozentige Lohnerhöhung zugestanden, während die bisherige neunstündige Arbeitszeit bestehen bleibt und nur am Samstag bezw. am Bahltag um eine halbe Stunde verkürzt wird. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den as nächter Zunehmende Trübung, Regenfälle, starke südantum, den Namen des Ver gestoßen, so daß die Arbeiten eine Unterbrechung erhalten, liche Winde. g. ab zeit. Die Proben find am es franto Martilofal( Stadt Obftmarktfomitee, Gneifenau bis der zum Sprengen des Basalts nötige Dynamit herbeigeschafft ist. erkäufe auf dem Obftmalt nächster Zeit die Stadt beschäftigen, die Erbauung einer unentgeltlich ausgefertigte find vom Dbftmarkt- Komitee gewünschte Auskunft erteilt fmerksam gemacht, daß das Derwertung) auch fonft bor and Verkauf von allen Sorten Ben Preis von Europa * Friedberg, 1. Dft. 8wei wichtige Projekte werden in Turnhalle und eines Volts bades. Zu leßterem ift das Baugelände schon angefauft, auch hat ein Herr 50 000 mt. geftiftet. * * Friedberg. Unglück. Der im Schloßgarten be schäftigte Arbeiter Gröninger von Odstadt fiel heute Mittag beim Obstpflücken von der Leiter und brach ein Bein. Frankfurt. Verkehr im Hauptbahnhof. Vom 1. Oftober verfehren im Frankfurter Hauptpersonenbahnhof täglich 546 Züge oder durchschnittlich alle 2,7 Min. ein Das ist seit Bestehen des Hauptbahnhofs, also seit 18 Jahren, die größte Bagzahl in einer Winterfahrplanperiode. über 100 km, und erhielt Bug, tommend oder gehend. wurde Bruno Demte mit abor. Am Samstag- Nachmittag Bewohner ein Fremder un häfers gefchlichen und dort * Homberg a. d. D., 1. Oktober. Der seit etwa 4 Jahren dahier stationierte Fußgendarm Hansel ist von heute ab als Wachtmeister nach Romrod versetzt worden. * Marburg. Immer höflich. Das Schöffenbifion borgenommen. Alle gericht verurteilte heute einen Generalagenten aus Kassel, te und nach furzem Auf der in einem Briefe einem Unteragenten in Marburg u. a. Er bearbeitete mit auf ätigkeit für die Versicherung gekündigt hatte, wegen BeTürschloß und als es ihm leidigung des letzteren zu 20 Mark Geldstrafe. Die Versuchte er durch ein Fenster andlung dauerte zirka drei Stunden. mit den Worten:„ Stellen Sie sofort die Arbeit ein!" die nag es dem Eindringling an auf den Gebanten, ben Net Hülfe eines Radfahrers * Frankenthal, 30. Sept. Oberamtsrichter Seng von Ludwigshafen wurde vorgestern übend 10 Uhr auf dem Adam Schäfer aus Mordorf überfallen, niedergeworfen, mit Füßen getreten und in der gröbsten Weise mißhandelt. personal befreiten den Mann und verhafteten die Uebeltäter. rn vor Heuchelheim feftiesigen Bahnhofe von den beiden Brüdern Heinrich und on wiederholt mit Strafen anscheinend liegt ein Rocheaft vor. Polizei und EisenbahnDerrt. Die am Abend bon ihm einen allen Bekannten ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Marktberichte. Siken, 2. Oftober. Auf dem heutigen Wochenmarkt foẞteten Butter per Bfb. 100-1.05 M., Hühnereler per Stüd 8-9 Bfg., Enteneter St. 0-0 Pfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Pfd. 22 Pfg., Linsen per Pfd. 32 Pfg., Tauben per Baar 0.80-1.00 Mt., Hühner per Stüd 1.00-1.60 Mr., Hahnen per Stück 0.80-1.80 mt., Enten per Stüd 0.00-0.00 mt., Gänse ber Pfd. 00-00 Pfg.. Ochsenfleisch per Pfd. 82-88 Pfg., Rind: fleisch per Pfd. 80-82 Pig., Schweinefleisch per Pfd. 90-100 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfd. 10+ Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 84-90 Pfg., Hammelfleisch per Pfd 60-80 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 6.00-7.00 mt., 3wiebeln per 3tr. 5.50-6.00 Mr., Weiskraut per Std. 10-15 fg., per St. 00-00 Bfg., Aepfel ver Str. 10-18 Mt., Zwetschen per 3tr. 200-3.00 Mt., Birnen per Ctr. 9-15 Mt., Milch per Liter 20 Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch und Brotpreise am 1. Obtober 1906 Ochsen Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Flechpreise in Gtebeu 50 kg Schlachtgewicht 90-95 M. 1/2 kg 82-88 f. Kälber 1/2 100-106 Pf. do. 80-84 Schweine do. " " 17 79 " " Getreidepreise in Mannheim 18.75 M. 16.75 " 1 bo. 90-100 Brotpreise in Steßen Weißbrot 2 kg 54. Schwarzbr. d. 50 " Weizen 100 kg Roggen do. Frankfurt a. M., 2. Oktober. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiefiaer und Wetterauer * 17.25-17.50, furhessischer Mt. 16.90-17.25 Roggen, hiestger Frankfurt a. M., 1. Ottober 1906. Zum Verkauf flanden: 397 Dchsen, 54 Bullen, 905 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 267 Kälber, 410 Schafe und Hämmel, 1548 Schweine, 1 Ziege 0 Biegen und Schaflämmer. Bezahl wurden für 100 Pfund: Schlacht- LebenbDchien: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren b. junge fleischige, nicht ausgemästete unv ältere ausgemästete c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere Bullen: a. bollfleischige höchsten Schlachtwertes b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a. vollfleischige ausgemästete Färsen( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes b. vollfleischige ausgemästeten Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Kinder) d. mäßig genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) e. gering genährte Kühe und Färsen ( Stiere und Rinder) gewicht gewicht Mo Ma 90-95 - 82-85 - 72-7680-82 75-71 80-84 78-80 III 67-70 - - Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 2. Es können eingestellt werden: 2 landw. Arbeiter, 1 Gartenarbeiter, 3 Ziegelet= arholter, 8 Steinbrecher( auswärts), 8 Schlosser, 2 Schmied, 1 Spengler( auswärts), 3 Schreiner( auswärts), 1 Wagner, 3 Wasch- und Puzfrauen, 1 jüngerer Glaser, 1 Anstreicher, 1 Installateur, Erdarbeiter, 1 jüngerer Schneider, 1 Küchenmädchen, 2 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 3 Hausburschen, 1 Kutscher, 1 Fuhrknecht, 1 Haushälterin, 1 Stütze der Hausfrau. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Schmied gegen Vergütung, 1 Spengler( auswärts), 1 Elektromonteur, 2 Schreiner, 1 Bäcker( auswärts). Es suchen Arbeit: 1 Maschinist oder Heizer, 1 Maschinenwärter, 1 Kutscher, 2 Schreiner, 1 Schmied, 1 Flickerin, 1 Kleidermacherin, 1 Büglerin, 1 Auslaufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Hausbursche, 3 Lauffrauen, 1 Haushälterin, 3 Wasch- und Putzfrauen, 2 Packer, 1 Kassier oder Bureaudiener, 1 Bureaugehilfe. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Was ist Krankheit? Fast alle Krankheiten entstehen dadurch, daß die Verdauung und Assimilation eine falsche ist und das Blut, das durch Verdauung und Assimilation geschaffen wird, anstatt in vollkommen reinem und kräftigem Zustande zu sein, durch Unreinigkeiten und Krankheitsstoffe forrumpiert ist. Wenn bei den Menschen immer eine normale Verdauung und Assimilation vorhanden wäre und infolgedessen auch gesundes, reines Blut, so wären wahrscheinlich alle Krankheiten ausgeschlossen. Somit liegt der Keim aller Krankheiten in der Verdauung, Assimilation und in dem Blute. Leider treten durch unrationelle Lebensweise, speziell im Essen und Trinken, Störungen der Verdauung und Assimilation hervor, welche, wenn auch anfangs nidt sehr lästig erscheinen, doh allmählich ein Blutzustand hervorrufen, durch welchen Krankheiten aller Art ihren Einzug halten. Deshalb ist es eine hervorragende Errungenschaft, in Ferromanganin( enthält: Eisen, 0,5, Mangan 0,1, [ an Zucker gebunden], Stognaf 15, aromat. Bestandteile und Wasser) ein Mittel gefunden zu haben, das bei der heutigen Lebensweise unbedingt notwendig ist, um mangelhafte Verdauung und Assimilation zu korrigieren, das Blut zu reinigen und demselben die ihm nötigen Elemente zuzuführen. Die ersten Krankheitserscheinungen obiger Störungen zeigen sich in Bleichsucht, Blutarmut, Schwächezustand Herzklopten, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Gliederreissen, Neuralgie, Unterleibsstörungen bei Frauen und Mädchen. Bald treten aber ernstere Strankheitszustände auf, wenn nicht Abhilfe geschaffen wird. Ferromanganin hat noch nie verfehlt, wirkend und fräftigend einzugreifen. In Apotheken erhältlich, wenn nicht vorrätig in der Universitätsapotheke Zum goldn. Engel" in Gießer- Engel- Apotheke Frankfurt a. M. Apotheke in Üürich stein( Oberhessen) und Stern- Apotheke in Staffel. R n 11 Ruder- Klub Klub Kassia" 1906| Giessen. Donnerstag, den 4. Oktober abends im Lokal, Rolandseck": Klub- Abend Bekanntmachung. Die Wahl eines Vertrauensmannes für die Wahl zur Landwirtschaftskammer betr. Bei der heute stattgehabten Wahl eines Vertrauensmannes für den Vertrauensmännerfreis Gießen und Kleinlinden ist Freunde und Gönner des volkstümlichen Rudersports sind herzlich willkommen. werden. Der Vorpand. Römerbrunnen Mineralquellen bei Echzell, Oberhessen, von altersher rühmlichst befannte ineralquelle der Wetterau, seit 1823 gefaßt und zu ausgedehntem Versandt benutzt, ist infolge hohen, natürlichen Kohlenfäuregehalts ein unübertroffenes Tafelgetränk. Eine glückliche Konzentration von Salzen unter denen Chlornatrium an erster Stelle, verleihen ihm den Charakter einer vorzüglichen Heilquelle bei allen Katarchen der Luftwege und des Verdauungs- Traktus, bei Nieren- und Blasenleiden, Rheumatismus, Gicht und Harnbeschwerden. Ein furgemäßes Trinken des Wassers ist hierbei nach Angabe ärztl. Autoritäten von durchgreifender Wirkung. Herr Sägewerksbesitzer Philipp Euler IV. zu Gießen zum Vertrauensmann gewählt worden. Einwendungen gegen die Wahl können binnen einer Woche nach Ablauf des heutigen Wahltags erhoben Sie sind bei der Bürgermeisterei des Wohnortes oder bei dem Wahlkommissär, Herrn Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert zu Gießen anzubringen. Gießen, den 28. September 1906. Der Wahlvorsteher: J. V.: Curschmann. Befanutmachung. Alicestraße zwischen Bahnhof und Frankfurterstraße Die unterm 22. August 1906 angeordnete Sperre der wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 1. Oktober 1906. Großh. Polizeiemt Gießen. Herberg. Niederlage: Joh. Georg Bender in Ettingshausen: Bergebung v. Asphaltarbeiten. Jean Böhm, Hotel Solmser Hof in Laubach Ferdinand Heinz in Sellnrod; H. Weinel in Hungen. Lunns Flechten waescht am besten Jede Hausfrau weiß es daß Feueranmachen mittels Petroleum lebensgefährlich ist. Flammbriketts verhüten jedes Petroleum- Unglück und sind ausgezeichnete Feuerungsmittel. 1 Paket enthaltend 10 Stück toftet nur 25 Pfg. August Kröll, Gießen Seltersweg 12. Ein Juwel ein jartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Aussehen, weiße, sammetweiche Haut und ass. and trocken Schuppenfleche, skroph. Ekzema, Hautausschläge, Die für die Befestigung der Bürgersteige in der Stephanstraße zwischen Bismarck- und Goethestraße erforderlichen Asphaltarbeiten sollen Montag, den 8. Oktober d. I., vorm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Bekanntmachung. Samstag, den 6. Oktober 1906, vormittage 10% Uhr werden im Bürgermeistereigebäude die in den Waldungen der Stadt Gießen erforderlichen Kultur- und Wegbauarbeiten öffentlich wenigftnehmend versteigert. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Ge meinden werden ersucht, dies in ihren Gemeinden ort üblich bekannt machen zu lassen. Gießen, den 26. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Samstag, den 6. Oktober 1906, vormittage 10 Uhr werden im Bürgermeistereigebäude die Holzhauer und Seherlöhne in den Waldungen der Stadt Gießen für die bevor meinden werden ersucht, dies in ihren Gemeinden ortsstehenden Holzfällungen öffentlich vergeben. Die Großh. Bürgermeistereien der benachbarten Ge üblich bekannt machen zu lassen. Gießen, den 26. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 22. bis 29. September 1906 wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 Sad Hafer und 1 Filzhut; verloren: 1 Fünfmarkschein. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend Gießen, den 29. September 1906. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen offene Füsse Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find zu machen. spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Beinschäden a. 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