Nr. 257. Rebaktion n. Heupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanfchink Nr. 362. Donnerstag, pen 1. November 1906 Gießener 15. Jahrgang Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das neueste. Der Kronprinz ist zur Feier des 250jährigen Beftehens der Stadt Jauer daselbst eingetroffen. Der Rücktritt Podbielskis scheint unmittelbar beborzuftehen. Der König von Sachsen richtete anläßlich seiner Abreise von Cannes an den Präsidenten Fallieres ein herzlich gehaltenes Telegramm. Im französischen Ministerrat teilte der Minister des Aeußern mit, daß man beabsichtige, durch Vermittelung des Militärattachees bei der französischen Botschaft in Berlin dem deutschen Kaiser die Gefühle der Dankbarkeit der Regierung der Republik auszudrücken für die persönliche Intervention Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm II. bei der Ueberführung der Gebeine der in Mainz verstorbenen französischen Soldaten. Schiffahrt ift notwendig. * or= Die In der jüngsten Zeit sind wiederholt Streits gekommen, die der Schiffahrt Hindernisse bereiteten. Schauerleute in Hamburg und die Stauer machten der Anfang. Andere folgten, zuletzt die Mannschaften der Fischere dampfer. Diese haben allerdings mittlerweile, wenigstens Hamburg, die Arbeit wieder aufgenommen. Die vereinbarte. Lohnaufbesserungen für die Mannschaften der Fischereidampfe Iwurden von der Versammlung der Reeder angenommen. Der Streif der Fischdampfermannschaften ist dadurch beendet. In den Meinungsverschiedenheiten über die Berechtigung des Streits fönnen wir nicht Partei nehmen. Wir wissen nicht, ob die Löhne angemessen waren, wie die Reeder behaupteten, oder zu niedrig, wie die Arbeiter versicherten. Ebenso ent= zieht sich unserer Beurteilung, ob die Schiffseigner und Transportgesellschaften in Gemäßheit der gesamten Lage ihres Betriebs und der allgemeinen Konjunktur ohne Gefährdung ihres Gewerbes und seines legitimen Ertrages größere Zugeständnisse machen können. Jngleichem sind wir nicht un= bedingt sicher, ob die Klagen über höhere Lebensmittelpreise und die geringere Kauftraft des Geldes gerade für die in Betracht kommenden Kreise der Bevölkerung volle Berechtigung haben. Wir wissen nur, daß bei allen den in Rede stehenden Streifs beide Parteien, auch die schließlich obsiegende, empfindliche Verluste erlitten haben, für die es feine Entschädigung gab. Der Grundsaz, daß der unterliegende Teil die Koften trägt, hat im Frieden von Portsmouth seine Berechtigung für den mit Waffen geführten Völkerkrieg verloren und hat für den wirtschaftlichen Krieg immer nur ausnahmsweise Geltung gehabt. Nun find Arbeitgeber und Arbeiter erwachsen genug, um die Wirkungen ihres Turs auf sie selbst beurteilen und übersehen zu fönnen. Wenn f auf die Gefahr eines Streifs hin Lohnerhöhung verweigern, oder wenn sie wegen verweigerter Lohnerhöhung vie Arbeit einstellen und damit auf den Lohn zunächst überhaupt verzichten, so wiffen sie, was sie tun, und es hat eigentlich niemand ein Recht, ihnen dreinzureden oder in den Arm z fallen. Guten Rat freilich darf jeder geben, der ein Freund unnüßer Mühe ist. Denn guter Rat ist bekanntlich nur dazu da, daß er nicht beachtet werde. Das gilt natürlich nur so lange, als die beiden Parteien ihre Haut allein zu Markte tragen. Sobald ihr Tun in seiner Wirkung auf die Rechtsund Lebenssphäre anderer Bevölkerungsschichten oder Bevölkerungsteile übergreift, gewinnen diese eine Befugnis zur Einmischung, die sich zunächst bescheidentlich in wörtlichen, zuredenden Vorstellungen äußert. In den vorliegenden Fällen nun ist die übergreifende Einwirkung ganz außerordentlich groß. andei un sndustrie, Landwirtschaft und Volksernährung werden in schärfste und unmittelbare Mitleidenschaft gezogen, wenn aus irgend einem Grunde die Schiffahrt ins Stocken gerät. Hinsichtlich des Handels bedarf das keines Nachweises, denn die Schiffahrt nicht bloß die See-, auch die Binnenschiffahrt- ist die Mittlerin fast allen effektiven Handels. Ebenso flar ist der Busammenhang zwischen Handel und Industrie. Denn die Handelsstockung ist nichts anderes als ein Eden des Absatzes. Die Wirkung bleibt die gleiche, mag die Stedung aus Mangel an Bestellungen oder aus Mangel an Ausführbarkeit der Bestellungen fich herleiten. Die bloße Verzey- sung in der Versendung der Waren bringt Schädigungen, die zuweilen den ärgerlichten und geradezu verderblichen Umfang haben Können. Ein Versagen der Schiffahrt kann für die Landwirtschaft die übelsten Folgen haben, indem etwa der Salpeter ausbleibt. Die Verzögerung solcher Zufuhr fann eine Ernte Toften. Dergleichen ist tatsächlich und in unseren Tagen schon worgekommen. Das trifft die Wolfsernährung nur indirekt und nach einer gewissen Frift. Die Einwirkung wird aber zur unmittelbaren, wenn es sich, wie oben erwähnt, um Fischereidampfer handelt. Gin Streit, der diese Dampfer ruhen läßt, hindert die Versorgung der Bevölkerung mit Fischen, beeinträchtigt somit ganz direkt die Ernährung. Diese Anführungen, die noch nicht alle Einzelheiten er= Schöpfen, zeigen zur Genüge, daß die Schiffahrt kein Gewerbe ift, wie ein anderes, daß seine Störungen die Störung zahlreicher anderer Gewerbe, und darunter der wichtigsten, unmittelbar nach sich ziehen. Das steigert ganz außerordentlich die Verantwortlichkeit derer, von deren Verhalten es abhängt, ob ein Streik die Schiffahrt unterbricht. Es zeigt zugleich, wie sehr in einem ganz besonderen Sinn Schiffahrt notwendig ist und das Seemannswort recht hat: navigare necesse est, vivere non necesse zu deutsch: Man kann das Leben, aber nicht die Schiffahrt entbehren. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * In Berliner diplomatischen Kreisen wird eine vereitelt Drdensverleihung an Herrn Dernburg, den jezigen Leiter der Kolonialverwaltung viel belacht. Vier Wochen vor dem Tage, an dem Herr Dernburg Exzellenz, Wirkl. Geheimer Rat und tellvertretender Kolonial- Direktor wurde, hatten die zus Ständigen Stellen darüber zu entscheiden, ob der damalige Direktor der Darmstädter Bank für die Verleihung des Roten Adlerordens 4. Klasse in Vorschlag gebracht werden solle. Man glaubte feine Veranlassung zu haben, den Vorschlag zu befürworten, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter erfährt, da Herr Dernburg zwar als tüchtiger Finanzier bekannt sei, sonst aber keine Verdienste aufzuweisen habe. Nicht ganz einen Monat später übernahm der Nichtdekorierte die oberste Stelle im Reichskolonialamt. * Das Reichsschazamt beschäftigt sich dem Vernehmen nach seit längerer Zeit mit einer Reform der Pensionierungsverhältnisse der Reichsbeamten. Es erscheint nicht unmöglich, baß dem Reichstag schon in der bevorstehenden Tagung eine dahingehende Gesegesvorlage, vermutlich als Novelle zum Reichsbeamtengesetz, gemacht werden wird. * Die Erhöhung des Ortsportos hat in den letzten Monaten anscheinend eine relative Verminderung der Reichspost- Einnahmen herbeigeführt. Die gewohnte Steigerung der Einnahmen der Reichspostverwaltung hat vor allem im September erheblich nachgelassen. Im August ging der Ueberschuß über das Vorjahr auf 2,33 Millionen Mark oder 6,36 v. H. zurück, und im September betrug er nur noch 1,57 Millionen Mark oder 3,86 v. H. Man muß um mehrere Jahre zurückgehen, um eine derart geringe Steigerung der Bosteinnahmen zu finden. berneur. * Meldungen über neue Untaten der Aufständischen in Deutsch- Südwestafrika übermittelt der stellvertretende GouAm 4. Oktober wurden zehn Kilometer nördlich von Keetmanshoop der Farmer Schütte sowie die Buren Hanekam und Potgieter von Viehräubern erschossen. * Der frühere stellvertretende Kolonial- Direktor Erbprinz zu Hohenlohe- Langenburg schreibt an ein Berliner Blatt, es et richtig, daß er die Leitung unter der Voraussegung übernommen habe, demnächst als Staatssekretär an die Spize eines selbständigen Reichsamtes zu treten. Wegen der zahl= reichen Anschaffungen bei der Niederlassung in Berlin sei ihm auf seinen Wunsch ein Vorschuß gewährt worden, den er in Form von Abzügen vom Gehalt an die Reichstasse zurückerstattete. Die an dem Gehalt eines Staatssekretärs fehlende Differenz sei ihm nachträglich weder aus dem Kaiserlichen Dispositionsfonds noch aus irgend einem andern Fonds ge= jahlt worden; er habe nur sein etatsmäßiges Gehalt bezogen. frankreich. ** Der Justizminister legte einen Gesezentwurf über Abschaffung der Todesstrafe vor, der vom Ministerrate genehmigt wurde und am nächsten Montag der Kammer unterbreitet werden wird. Der Kriegsminister Picquart legte einen Gesezentwurf betreffend Aufhebung der Kriegsgerichte vor, die durch ein Disziplinarverfahren ersetzt werden sollen. Alien. ** In der türkisch- afiatischen Stadt Kerbelah finden seit Wochen Steuer- Demonstrationen der Perser statt. Die Perser lüchteten vor den Steuervollstreckern zu dem englischen Vizetonfulat. Darauf entsandte der Wali von Bagdad jezt eine Truppenabteilung, um die Perser zu zerstreuen. Hierbei wurden 21 Perser getötet bezw. verwundet. Der persische Botschafter bei der Pforte protestiert gegen das Vorgehen bes Wali und verlangt die Bestrafung der Schuldigen. Auch der englische Geschäftsträger intervenierte. Kleine politische Nachrichten. Berlin, 31. Oktober. Die preußische Regierung soll be= zbfichtigen, die zwangsweise Revision sämtlicher elektrischen Unlagen von über 440 Volt Spannung durchzuführen. Berlin, 31. Oktober. Die Auswechselung der Ratifikationsurfunden zu dem am 17. Dezember 1904 im Haag unterzeichneten Niederlassungsvertrage zwischen dem Deutschen Reiche und den Niederlanden ist im Haag erfolgt. Der Vertrag tritt nach drei Monaten in Kraft. Cannes, 31. Oktober. Der König von Sachsen richtete an den Präsidenten Fallières ein Telegramm, in dem er sich und den für die erwiesenen Aufmerksamkeiten bedankt Präsidenten seiner lebhaften Sympathie für seine Person und die französische Nation versichert. New- York, 31. Oktober. Die Anarchistin Emma Goldmann und zehn andere Anarchistinnen wurden in einer Versammlung verhaftet, in welcher der Mörder des räsidenten Mac Kinley als Märtyrer gepriesen wurde. Dof und Gesellschaft. Die Einführung des Kronprinzen in die Zivil verwaltung wird sich als ein Aft von hoher Bedeutung dar tellen. Die Einführung erfolgt nämlich, wie verlautet, durch ein höfisches Zeremoniell. Der Kaiser hat für den Akt den 1. November bestimmt und wird die Einführung des Thronfolgers voraussichtlich selbst vornehmen. Auch mehrere Brinzen des königlichen Hauses werden der Feier beiwohnen, so u. a. Prinz Heinrich von Preußen, der zu diesem Zwecke ich von Kiel nach Berlin begeben hat. Zur Feier des 250 jährigen Bestehens der Friedensfirche in Jauer traf der Kronprinz gestern dort ein. Am Bahnhof fand offizieller Empfang statt, der Kronprinz fuhr dann nach dem Rathaus, wo ihm Bürgermeister Groneberg im Namen der Stadt Jauer den Wilkommensgruß entbot and dem Dank der Stadt dafür Ausdruck gab, daß der Kaiser ben Kronprinzen mit seiner Vertretung beauftragt habe. Der Kronprinz dankte in furzen Worten. Von dort begab er sich in die Friedenskirche, wo er von der Geistlichkeit empfangen wurde. Die Festpredigt hielt Pastor Maurer, mit Chorgesang and Orgelspiel begann und schloß die Feier. Auf dem ganzen Wege bildeten Kriegervereine sowie andere Vereine und 1400 Schulkinder Spalier. Die Kirchengemeinde erhielt ein kaiserliches Gnadengeschenk von 15 000 Mark zur Wiederherstellung der Kirche. Nach der Feier begab sich der Kronprinz nach Rohnstod, wo beim Grafen Hochberg Frühstückstafel stattfand. Alsdann kehrte der Kronprinz nach Jauer zurück, von wo aus er die Weiterfahrt nach Berlin antrat. * ** Die Krankheit des Königs Karol von Rumänien hat eine gefährliche Wendung angenommen. Alle Festlichkeiten bei Hof wurden wegen des Gesundheitszustandes des Königs suspendiert. Aus dem ruffifchen Sumpf. Der Jahrestag des Oktobermanifestes ist äußerlich ruhig berlaufen, aber es war eine fünstliche, erzwungene Ruhe. In Petersburg waren die öffentlichen Gebäude, Banken, Bahnhöfe usw. militärisch besetzt. Der Straßenverkehr war scheinbar der alltägliche, aber nicht alle Fabriken arbeiteten. In Odessa war sogar sämtlichen Geschäften, Banten, Redaktionen und Theatern unter Androhung von Strafen befohlen, arbeiten zu lassen. Die Universität war geschlossen und von Militär umzingelt. Auf den Straßen bewegten sich verstärkte Patrouillen. In Warschau waren alle öffentlichen Gärten bolizeilich geschlossen, die Häuser auf Polizeibefehl beflaggt, die Straßen von Patrouillen bewacht. Aehnlich hat es in den andern Städten ausgesehen; es war also eine mert würdige Jahresfeier. Und das Land hat auch keine Ursache zu feiern. Ein tolles Jahr ist das verflossene für Rußland gewesen und die Statistik spricht eine traurige Sprache. Nicht weniger als 22 721 Personen sind in der Zeit vom 30. Oftober 1905 bis 30. Ottober 1906 als Opfer der Revolution und der Gegenmaßregeln gefallen. 1513 Aufrührer find hingerichtet, 851 zu insgesamt 7138 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, 647 Zeitungsredakteure angeklagt, 523 Zeitungen verboten und 77 Reichsbezirke in Belagerungszustand versezt worden. Noch trauriger find die Zahlen, die über die Pogroms im verflossenen Jahre veröffentlicht werden. In 640 Ortschaften haben solche Megeleien stattgefunden, 38 225 Familien mit 162 700 Bersonen sind dabei ausgeplündert und ihnen ein Schaden von 52 119 705 Rubel zugefügt worden. 985 Personen wurden dabei getötet, 1492 tötlich, mehrere tausend schwer oder leicht verletzt. Diese Ziffern erzählen mehr als Bände. Sie be weisen, daß der russische Sumpf noch lange nicht ausgetrocknet ist und daß es noch viele Arbeit erfordern wird, ihn abzudämmen, aber auch viel Blut und Leichen. Die Justiz arbeitet. Mit fieberhaftem Eifer sind die Behörden bestrebt, die letzte Bombenaffäre, die Petersburg am hellen Tage in Unruhe und Entsezen versezt hat, aufzuklären, ihre Urheber zur Verantwortung zu ziehen. Die Verhandlung des Feldgerichts begann Dienstag und dauerte bis in die späte Nacht. An geflagt waren elf Personen, darunter sechs Zeitungshändler, die offenbar für den Ueberfall angeworben waren. Nach Angaben der Geheimpolizei haben an dem Ueberfall mindestens 40 Personen teilgenommen. Das Feldgericht verurteilte ach Angeklagte zum Tode. Die drei übrigen werden dem Militär. gericht übergeben. Die Todesurteile sind bereits vollstreck worden. Ob man die richtigen erwischt hat, bleibt troient fraglich. Die Zollbeamten, die jene Sendung begleitet haben, fonnten die Angeklagten vor Gericht nicht identifizieren. Das Geld hat man jedenfalls noch nicht wieder, trotzdem, wie ver lautet, auf seine Herbeischaffung eine Belohnung von 36 000 Rubel ausgesetzt worden ist. 6. 33. ht FREE ie ir st er FANA en 16. ng m. fahren, eine Schutzmarle auf den Handels- und Geschäftswegen feines Lebens. Um das Folgende verstehen zu können, muß man wissen, nicht gab. habe das Kloster seitdem nicht wieder verlassen." Ursel, ich bin auch in Gröperode geboren." aufgezogen. Ich war bamals noch ein kleines Mägdlein und als sie starb, haben die Nonnen mich zu sich genommen und ms Land, bächer gibts überall, wir werden nirgends verhungern." ben luch überall mitnehmen? Ursel, Ursel, mein Weib Ins Elend hinaus? Mit dem bösen Gewissen? Und wo uns fein Mensch kennt. Wälder und Stroh= mittag. sich ein wenig Ruhe gönnen. saß und träumend in die blaue Luft schaute. Im Juft Der Behn Uhr- Zug war vorilber. war es, als der Alte wieder vor seinem Häuschen Nun tonnte er Es war Vor Wie sieht es im Lande aus? Auch in den Provinzen ist nichts von Ruhe zu merken; im Gegenteil, die Unsicherheit nimmt zu. Die Moskauer Filiale der Staatsbant hat die Banfinstitute benachrichtigt, daß die Beförderung von Wertsendungen und Geldpaketen nach den Gouvernements Astrachan, Saratom und einigen Orten des Gouvernements Kasan wegen der auf den Wegen herrschenden Unsicherheit eingestellt ist. Die folgenden Meldungen illustrieren die herrschenden Zustände noch deutlicher: Mostau, 30. Oftober. In der vergangenen Nacht wurde der Besizer Jmanom nahe der Stadt von 15 Räubern überfallen, sein Grundstüd geplündert, das gesamte Silberzeug und mehr als 1000 Rubel gestohlen. Die Räuber entfamen. Petersburg, 30. Oftober. Auf dem Baitischer. Bahnhof wurde eine Bäuerin angehalten, als sie einen mi Bulver gefüllten Koffer abholen wollte. Sie erklärte, das Bulver einem Ingenieur, bei dem sie Dienerin gewesen sei, gestohlen zu haben, will aber dessen Namen nicht wissen. Mostau, 31. Oftober. Auf Anordnung des Rettors ist die hiesige Universität von heute bis zum 12. November geschlossen worden. Tiflis, 30. Oftober. Bei Salich stieß eine Abteilung Freiwilliger auf eine 16 Mann starte bewaffnete Räuber bande. Es wurden drei Stunden lang Schüsse gewechselt. Zwei Freiwillige und ein Jude, den die Räuber als Ge fangene mit sich führten, wurden getötet, ein Räuber wurde bermuabet. Die Unsicherheit zeigt fich auch bei den Rekrutenaushebungen. Im ersten Bezirf Odessa erschienen statt der 250 Einberufenen nur 87. Die militärischen Behörden sind in größer Aufregung, da sie voraussehen, daß ein bedeutender Mangel an Refruten sich zeigen wird als Folge des unaufhörlichen inneren Krieges und der antimilitärischen Propaganda hes Wiborger Aufrufs. Wenn also der Jahrestag des Manifeßes äußerlich ruhig verlaufen ist, so darf man deswegen noch lange nicht glauben, daß Rußland vor dem inneren Frieden steht. Der Sumpf wird noch lange Blasen werfen! Nab und fern. Ende einer Schriftsteller- Tragödie. In Erfurt ist der fürzlich für geistes frank erklärte Mörder Salben im Krankenhaus plöglich gestorben. Salbey war seinerzeit auf mehreren literarischen Diebstählen ertappt worden. Als der Plagiator später seine Geliebte erschoß, entstanden begründete Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Mörders und er sollte einen Irrenhause überwiesen werden. + Von Wölfen angefressen. Auf einem landwirtschaftlichen Institut bei Halle, wo zu Versuchszwecken Wölfe und Schakale gehalten werden, fraß ein Wolf einem dreijährigen Kinde beide Händchen ab. Der Zustand des Kindes ist hoffnungslos. † Wieder die Schußwaffe. In einer Leipziger Waffen handlung zeigte die Frau des Geschäftsinhabers einem Käufer die Handhabung eines Revolvers und setzte dabei die Waffe gegen ihre Schläfe. Plötzlich frachte ein Schuß und die Frau sant schwer getroffen zusammen. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe trat nach einigen Stunden der Tod ein. Wie die Kugel in den Revolver gekommen ist, ist noch unaufgeklärt. † Gestörtes Stilleben im Spielerklub. In Hamburg erregt die Aufhebung einer Spieler und Buchmacher Gesellschaft im Altonaer Café Stern großes Aufsehen. Eine aus den verschiedensten Kreisen zusammengefeßte Spielergesellschaft machte dort seit Jahresfrist Betten, Hasan dspiele und poferte, wobei bedeutende Eummen umgesetzt wurden. Bei einem Streit warf beispielsweise ein inzwischen nach London geflüchteter Agent Schneider dem Wirte 42 000 Mart ins Gesicht. Die polizeiliche Untersuchung ist in vollem Gange; zahlreiche Vernehmungen haben bereits stattgefunden. † Russische Eisenbahnzustände. Bet der Station Etcha nowa Bustyn der Eisenbahnlinie Kiew- Moskau stieß ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen, bei dem fünf Waggons zertrümmert, ein Beamter getötet und zwei andere berletzt wurden. Auf der Strede Mostau- Brijans fuhr bet Der Station Duminitschi ein Schnellzug auf einen Güterzug; dabei famen mehrere Personen zu Schaden. Die Strecke ist gesperrt. Bei Berditschem entgleifte ein von Warschau fommender Zug. Vier Passagiere wurden schwer, zehn leicht verletzt. † Die Kräfte der Tiefe sind noch immer nicht zur Ruhe gekommen. In Japan und auch in Italien find starke Erd beben aufgetreten. Es liegen hierüber folgende Meldungen vor: London, 31. Oktober. Aus Tokio wird berichtet, daß in Aleta ein heftiges Erdbeben großen Schaden an richtete. Nachdem das Erdbeben längere Zeit angedauert hatte, begann der Krater des Vulkans seine unheimliche Tätigkeit und ein Lavastrom ergoß fich auf die Umgebung. Die Einwohner flüchteten, vom Lavastrom verfolgt. Nähere Einzelheiten fehlen. Palermo, 31. Oftober. Die Erdbeben, die in der Provinz Palermo während der letzten Wochen andauerten. nahmen an Stärke zu. Stärfere Stöße wurden aus Trabia, Termini, Altavilla, Bagheria und Palermo gemeldet. In Trabia richtete das Erdbeben Schaden an; in Termini verließ die Bevölkerung ihre Wohnungen. + Buffalo Bill's Ende? Newyorfer Blätter wollen wissen, daß Oberst Cody, genannt Buffalo Bill, mit seiner Jagd gesellschaft von 15 Europäern und Amerikanern im Schnee Sturm auf den Bighornbergen zu Grunde gegangen sei. Eine Rettungsexpedition fann erst abgehen, wenn der Schnee in den Cannons sich gesetzt hat. Sollte das nicht bloß ein Reflametrid sein? - † Bom Kölner Dom stürzte gestern wiederum aus einer Höhe von 20 Meter ein größerer Stein herab, der mit großer Wucht zerschellte. Faustgroße Stücke wurden bis auf den Fußweg der Domterrasse geschleudert. Das Publikum wurde nochmals gewarnt, den Weg über die Domterrasse zu benutzen, da bei der Wucht, mit der die Steine herabstürzten, Lebensgefahr für die Besucher des Domes besteht. † Fabrikbrand. In der Luxus- und Motorwagen- Fabrik Utermöhle in Köln brach ein Großfeuer aus, das einen riesigen Umfang annahm und erst nach stundenlanger angestrengter Arbeit am Weitergreifen verhindert werden konnte. Das Feuer vernichtete einen großen Teil des Fabriklagers. Bunte Tages- Chronik. Stettin, 30. Oftober. In Woserow zerschmetterte der Schnitter Krozozowski seiner Braut aus Eifersucht mit einer Flasche den Schädel und tötete sich selbst durch fieben Messer stiche in die Brust. Landsberg a. W., 31. Oftober. Unter dem Verdacht, das Fräulein Raasch in Friedrichsberg ermordet zu haben, ist der Landwirt Gesche, ein Nachbar der Getöteten, verhaftet worden. Myslowig, 31. Oktober. Durch Gaserplosion wurde der Hausbefizer und Stadtrat Senter tödlich verletzt. Darmstadt, 31. Oftober. Wegen Wechselfälschungen in Höhe von 40 000 Mart wurde der Weißbindermeister Eigen brodt in Bessungen verhaftet. Oberhausen, 31. Oftober. Auf der Guten Hoffnungshütte stürzte ein in Reparatur befindlicher Hochofen infolge Nachgebens des Mauerwerks zusammen. Zwei Mann wurden getötet. Saarbrüden, 31. Ottober. Bei der Bischofsfeier in Winterbach zersprang ein Böller. Der Bergmann Trost, den ein Sprengstüd traf, war sofort tot. Paris, 31. Oftober. Ein Deutscher namens Daeppe hat unweit Nancy in dem Dorfe Sainteil im Verlaufe eines Wortwechsels den 25jährigen Belgier Lahaye getötet. Der Liebesroman des Prinzen. gr. Berlin, 31. Oktober. Wilhelm Friedrich Karl Ernst Joachim Albrecht, Pring bon Preußen, zweiter Sohn des türzlich verstorbenen Regenten bon Braunschweig, beabsichtigt noch in dieser Woche das Junggesellenleben mit dem Ehestand zu vertauschen. Im September ist der Prinz 30 Jahre geworden, er ist also alt genug, um Hymens Fesseln auf sich zu nehmen. Und warum spricht man in Berlin von dem bevorstehenden Ereignis wie bon etwas ganz Außergewöhnlichem, warum soll die Bermählung ohne allen Prunt in einfacher bürgerlicher Weise vor fich gehen? Sie ist in der Tat außergewöhnlich, diese Heirat. Denn die Auserforene des Prinzen ist kein Fürstenkind, nicht auf den Höhen der Menschheit stand ihre Wiege. Die Tochter eines Berliner Portiers, verspürte fie, faum 16jährig, Lust und Neigung zur Bühne zu gehen. Später wirkte sie, da thr Talent sich in bescheidenen Grenzen hielt, an Bühnen zweiten Ranges unter einem Künstlernamen, während das Standesamtsregister fie als Marie Sulzer verzeichnete. Nach kurzer Ehe mit einem Baron Liebenburg geschieden, soll sie nun dem Prinzen die Hand zum Lebensbunde reichen. Daß unter diesen Umständen schwere Bedenken der Verbindung entgegenstanden, läßt sich leicht ermessen. Aber diese Bedenken sollen auch an höchster und maßgebender Stelle hinweggeräumt worden sein durch die Tatsache, daß der Prinz seit der Betanntschaft mit der geborenen Sulzer, geschiedenen Baronin Liebenburg, zu wesentlich anderen Lebensauffassungen gegen früher gekommen ist. Er war zwar wie alle preußischen Prinzen in die Armee eingetreten, jedoch führte ihn besonders die Liebe zur Musik in die Kreise der Künstler- und Schauspielerwelt. Das jugendlich überschäumende Temperament brauste dabei manchmal wohl über die Grenzen hinweg, nun einmal die strenges Hofzeremoniell und Herkunft ziehen. Diese Seitensprünge wurden wenig angenehm empfunden. Der Prinz, der übrigens beachtenswerte Kompofitionen geliefert hat, schien die durch das Herkommen bedingten Zügel nicht tragen zu können. Da trat die Baronin Liebenburg in sein Leben und führte eine gänzliche Wandlung herbei. Ihrem Einflusse gelang es, alle Extravaganzen allmählich zu verbannen. Das blieb nicht unbemerkt und fand Anerkennung. SD ist es gekommen, daß der anfängliche Widerstand gegen den Heiratsplan langfam fich vor den augenfälligen guten Einflüssen der jungen Dame zurückziehen mußte. In großherziger und weitblickender Weise soll dann das Oberhaupt des Hauses schließlich seine Einwilligung nicht versagt haben. Das ist die Geschichte von der Liebes heirat des Prinzen. Lokales. - ** Der Großberzog empfing am 31. Oftober die Pfarrer Schick von Queckborn und Ritter von Friedberg; zum Vortrag den Staatsminister Ewalt, den Finanzminifter Gr auth, den Präsidenten des Ministeriums des Innern Braun. * Geh. Medizinalrat Professor Dr. Pfannenstiel Gießen hat sich nach Darmstadt begeben und dort im Alten Palais Wohnung genommen. * Der Landtags- Abgeordnete für Darmflabt. Stabt, Architekt Heinrich Müller, ist an einem Schlaganfall geftorben. ** Das roßh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 25, ausgegeben am 30 Oftober enthält, u. a. eine Bekanntmachung, die Brennholztage für die Großh. Domanialwaldungen für das Rechnungsjahr 1907 betreffend. * Bürgermeisterei contra Polizei. Das Großh. Polizeiamt Darmstadt hat an den Inhaber der Bach- und Schließgesellschaft, Herrn Jbel, die Erlaubnis erteilt, an zahlreichen Häusern der Stadt Reklametafeln zu befestigen. Die neuen Tafeln sind nun in solchem Umfange und in solcher Größe errichtet worden, daß durch diese Verunzierung des Straßenbildes schon lebhafte Stimmen laut geworden. sind. In der letzten Sigung der Stadträte wurde nun feftgestellt, daß die Polizei die Erlaubnis hierzu ohne die Gutheißung der städtis en Baupolizei gegeben habe. Da die Polizei ihr Recht behauptet und schon ähnliche andere Konflitte mit der Polizei vorgelegen haben, will die Bürgermeisterei die Frage durch einen Rechtsstreit aufklären lassen, der jedenfalls interessant wird. P. Folgende gewerbepolizeiliche Revisionen wurden in den Monaten August, September und Oftober vorgenommen: 1. In Bezug auf den Kleinhandel mit Kerzen nach Maßgabe des Gesetzes vom 4. 12. 1901. 2. In den Sandgräbereien in Bezug auf Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften bei dem Abbau.- 3. In den Betrieben der Maler und Weißbinder, in denen Bleifarben zur Verund jugendliche Arbeiter und Führen der Verzeichnisse für für den Zentner er jugendliche Arbeiter. - 6. In den Werkstätten des Hand werts mit Motorbetrieb, in denen weniger als 10 Arbeiter beschäftigt werdeu, auf Führung der Arbeitsbücher der minder. Arbeitern, in denen jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, Champagner 2 20-24 M., C 22 M., Blenheim Relet minen 18-30, Red jährigen Arbeiter; ferner in Werkstätten mit 10 und mehr Stern 21 Mt. auf Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeit, Führen von Ver. 12-16, Rofend 7. In den Barbierstuben auf Ehaltung der Polizei- Ver. Bepping 17-2 zeichnissen und Aushängen der gef ßlichen Bestimmungen. - pfel 20, Taff topfe 8. In arb 20, Rpfton P bezug auf den Verkauf und das Feilhalten von Milch hinsicht er Friedrich 24, We Anhalter 15, Prin ordnung, den Gewerbebetrieb der Barbiere betr. lich Einhaltung der Milchverkaufsordnung für den Kreis Gießen vom 16. 3. 1906. zunächst auf Reinhaltung und Beschaffenheit der Milchgefäße, Beförderung der Milch von einem Produzenten an einen Händler, oder von einem Händler an einen anderen Händler, Die Revisionen erstreckten sich pepping 20, Boiten Bosfoop 25-30, 30, Winter Streif Beberapfel 20, sowie der zur Beförderung der Milch dienenden Wagenten 15-20, Deut Anstände ergaben sich insbesondere bei der zur Beförderung it nen: Le Lectier der Milch dienenden Wagen. Auf diesen werden von den Grumfower 20, Milchhändlern Haushaltungsabfälle, als Kartoffelschalen und-18, Gute Louife dergl. in Säcken und Tüchern auf den Milchwagen mitge. pulame 28, Schön führt, auch die Reinlichkeit der Milchwagen selbst gab zu 0-30, Bergamotte 3 Beanstandungen Anlaß. Weiter wurde festgestellt, daß Milch 2 Gardenpont 20, 2 von Produzenten an Händler befördert wird, ohne daß die Gefäße mit einem sicheren Verschluß( Plomben oder Siegel) bersehen sind. Berwarnungen sind bereits wiederholt einge Mt. * Langsdorf, 31. treten, bei Nichtbefolgung der betr. Verordnung wird gegen Poler neueingerichtete die Säumigen Anzeige erhoben werden. Eine Anzahl Milch- Bicherbefland nach Au proben wurden entnommen und dem chemischen Untersuchungs- i 29. Oftober 1906, amt übergeben, ebenso eine große Anzahl weiterer Proben el Bürgermeiflers Röh der hauptsächlichen Nahrungs- Genußmittel. ** Reichstagswahlen 1908. Große Ereigniffe Ann Wert von 3000 Lanterbad, 31.0 m betragen wird. eft im nächsten werfen ihre Schatten voraus, besonders wenn fie Reichstags- ummes auf dem wahlen sind. Obwohl die gegenwärtige Legislaturperiode ters bereits folche noch reichlich 1/2 Jahre läuft, wird im Kreise Gießen doch telung größtenteils no schon von den Parteien die Agitation aufgenommen. Best fchon 20 m b sonders entfaltet die deutsch- soziale Partei, die Köhler. Langsdorf als Kandidaten aufgestellt hat, eine intenſive Tätigkeit, indem sie auf dem Lande gut besuchte Ber sammlungen abhält In Gießen referierte der Reichstag abgeordnete Raab vor nicht allzugroßer Zuhörerschaft( Die Sache ist nicht genügend durch die Press: bekannt gegeben worden. D. Neb.) über die Finanzreform und die neuendorf aufgefunden. Steuern. Der Wahlkampf wird den Deutsch- Sozialen nicht leicht werden, da die von Zimmermann geführten Antisemiten ist heute Borm eine Gegenfandidatur errichten werden. Sehr eifrig unde von über 42 planmäßig wie immer find auch die Sozialdemokraten an der Arbeit, und nachdem die liberalen Parteien ihre Pirtei tage abgehalten haben werden, steht zu erwarten, daß auch fie energisch in den Wahlkampf eintreten werden. Oberbiel, 31. D zwischen Altenberg be heute Morgen b wundenen 19jährig Befangen, 31. D men worden. Langenbein, 31. Soner Georg Möcke Bad Nauheim. allerung zahlreich b welcher der Sekretär bandes für das aus Darmstadt, o bingung aller echt Birgertums wurde als oführte zur Gründ deaden freifinnigen Rarburg, 31.0 * Wie wir meldeten, hat die Großh. Regierung den Ständen einen Gesetzentwurf betr. Wertzuwach& steuer zugehen lassen. Der Entwurf umfaßt in 20 rbiteln: die Bestimmungen über die Bedeutung der Wertzuwachs fteuer selbst, die Feststellung des Wertzuwachses, die Höhe der Ueber verschi Steuer, die Zahlungspflicht usw. Nach Art. 1 fann eine Sutarismus und über Gemeinde mit über 3000 Einwohnern durch ein Drtsstatuta Besteuerungssyft die Einführung der Wertzuwachssteuer beschließen. Rad Artikel 2 darf die Steuer in allen Fällen des Eigentums wechsels erhoben werden, der nicht unmittelbar auf Erbfall beruht. Nach Artitel 3 gilt als Wert, den das Grundstüd bei dem vorhergegangenen Eigentumswechsel hatte, der Breis, zu dem der Erblasser oder Veräußerer das Grundstück er worben hat. Art. 8 behandelt tie Höhe der Steuer und bestimmt, daß die Steuer 15 Prozent des Wertzuwachses bei, einer Wertsteigerung von 60 Brozent und 20 Prozent als Höchstbetrag nicht übersteigen dürfen. Sind seit dem früheren Eigentumswechsel mehr als 5, oder höchstens 10 Jahre ver flossen, so dürfen höchstens 2/ s, bei mehr als 10 Jahren höchstens der erstgenannte Sap erhoben werden. Für die Zahlung der Wertzuwachssteuer haftet der Beräußerer. Nut im Falle sie nicht beigetrieben werden kann, der Erwerber. *** Der Konzertverein Gießen( Dirigent Großt. Universitätsmusikdirektor Trautmann) gibt für die begonnen jerem vielumstritte durch den nationalso lommt man aus voriger Woche durc de node Reichetagsw Landwirte und den Ko fichen Teil des Kre der ehemalige heffi frühere langjährige Sabitrees. Die Kunde mit fich, daß die die gegnerischen betamatich der bringen word Ronzert, abends 1/46 Uor beginnend. Eine Hauptprotees gebore, waren au - findet vormittags 11 Uhr statt. Damit tritt der Verein is fein 116. Ronzertjahr. Trautmann hat wieder- wie mar es von ihm als sehr verständigen Dirigenten und Musi aelehrten nicht anders gewöhnt ist ein recht schöne Programm zusammengestellt. Es wird ausgeführt 1. Quvertur op. 124 C- dur( L. van Beethoven), 2. Konzert in A- du für Violine( W. A. Mozart), 3. unvollendete Symphone in H- moll von Fr. Schubert, 4. Soloftücke für Violine m Klavierbegleitung von R. Schumann, ungarischer Tanz bot J. Brahms, 5. Symphonie Nr. 11 in G- dur( Militä Symphonie) J. Hayon. Als Solistin ist Fräulein G. Bietr wez( Violine) gewonnen. * Die 1902 gegründete akademische Turnverbindurg „ Cheruskia" hat sich wieder aufgelöst. Sie hat be ** Altertumsfund. Im Distrikt Hochwart d Gießener Stadtwaldes ist beim Sandgraben eine Wohnftäte aus vorchristlicher Zeit aufgedeckt worden. Form einer trichterartigen Grube, deren Boden mit Leh ausgelegt ist. Bei weiterem Suchen fand man Brandref, Scherben und Knochen. Die Sachen wurden sehr vorsichtz behandelt, sodaß es gelang, aus den Scherben noch vi Gefäße zusammenzustellen, die dem Museum des Obe hessischen Geschichtsvereins überwiesen wurden. * Frugtbare Schweine. Latten das foftliche S hiedenen Beitreter der haiten jagten. Auch Gunsten des Dr. ht auch der Reichste wie fich die Gegn Manns genug, um Bodel und Raab aufg Babitreis bei haupten. Vor einigen Tag Geschäfts- od. wendung gelangen, insbesondere auf Neubauten und Werk- warf ein Mutterschwein des Kaufmanns Beez in Mabemühll. Bauplay in Grün - ftätten. 4. In den Steinhauereien und Steinbrüchen betr. die Einrichtung und den Betrieb von Steinbrüchen und Steinhauereien, Gesetz vom 20. 3. 1902. 5. Jn den Fabriken, in denen Arbeiterinnen und jugendliche Arbe ter beschäftigt werden, auf Einhaltung der gefeßlich vorgeschriebenen Mittagspausen, sowie der Führung von Arbeitsbüchern der minderjährigen Arbeiter, Aushängen der Auszüge aus der Gewerbe Ordnung für Arbeiterinnen über 16 Jahren zum fünften Male und zwar in diesen fünf Würfen gegend gesucht. sammen 75 Junge. Ein derselben Zucht entstammends Brantf.a.M.Gdarnb Schwein des Wagners Knapp warf zuur vierten Male, ins gesamt 60 Stück. Fast sämtliche Ferkel sind aufgekommen. Liebigarage 4- Bimmerwohnung * Obstmärkte in Frankfurt. Nach den Mtb Gartenanteil per teilungen der Zentral- Obstverwertungsstelle wurden auf beiden Obstmärkten am 3. und 10. Ottober, bei denen mit gering Ausnahmen nur Privatieute ihren Bedarf deckten, nachsteher later zu vermieten. eine Manfardenw für 1-2 Berf. fe Bimmer, Kr Bergeidiffe lit ten des Sand Bife für den Zentner erzielt: Mepfel: Reinetten, Kanada 20-Mt., Champagner 20-28 Mt., Baumann 18-25 Mt. ala 10 Arbeifeler 20-24 Mt., Graue 22 Mt., Landsberger 28 Mf., cher der minde it 10 und me häftigt werden ftimmungen. er Bolizei B ühren von Be Der Milchgef Gelb 22 Mt., Blenheim 28 wt., Orleans 24 Mt., Kronen 18 Rt., Stern 21 Mt. und Annanas 30-40 Mt., Goldarmänen 18-30, Mecklenburger 13-14, Belle fleur 20, inten 12-16, Rosenäpfel 18-20, Gelber Edelapfel 20, Eferapfel 20, Taff tapfel 16-25, Fürst Bismarck 16-30, Bufers Pepping 17-24, Gravensteiner 24-30, Selber Bostoop 25-30, Gflammter Rardinal 19, Borsborfer * Cassel. Ein 23 Jahre alter Student aus Waben hatte s. 8t. die Tochter einer hiesigen hochgeachteten Familie fennen gelernt. Ec unternahm mit ihr einen Ausflug nach Spickershausen und ließ in Berlin das knapp 15 Jahre alte Mädchen ohne Mittel völlig hilflos fizen, sodaß Fremde sich seiner erbarmen mußten, die es nach Cassel zurückbrachten. Der Student fam in der dieser Tage geführten Verhandlung mit einer Strafe von nur 14 Tagen Gefängnis wegen Entführung einer Minderjährigen davon. Herbstkontroll- Versammlungen. Gießen Land. betr.- 8.ard 20, Rpfton Pepping 20, Königl. Rurziel 20, für den 13 Anhalter 15, Prinzenapfel 15, Grauer Pepping 20, erfiredten Bobpepping 20, Boifen 16, Kaiser Alexander 18, Schöner enten an eine 22-30, Winter- Streifling 14, Karmeliter 18, König Karl anderen Handle 24, Lederäpfel 20, Rochäpfel 15, Shafnasen, 12-15, enenden Waga Duitten 15-20, Deutsche Stälteräpfel pro Doppelzentuer 12. berben von 20, Grumtower 20, Großer Kazentopf 10, Pastorenbirne zur Befördern Birnen: Le Lectier 30, St. Germain 20, Colomas Herbst Beuern, Burkhardsfelden und Großen- Vuseck, am toffelfhalen 13-18, Gute Louise 18, Mellebus 12-18, Herzogin von ( Stontrollplatz: Hof der Zeughauskaserne am LandgrafPhilipp- Platz.) Es haben zu erscheinen die Gestellungspflichtigen aus: Annerod, Allendorf a. d. Lahn, Alten- Buseck, 5. November nachmittags 2 Uhr. Großen- Linden, Hausen, Heuchelheim, Klein- Linden, chwagen mit Angoulâme 28, Schöne von Pontoise 30, Diels Butterbirne Lang- Göns und Leihgestern am 6. November vormittags felbft gab 20-30, Bergamotte 30, Hofratsbirne 30, Madame Verte ftellt, daß 12, Hardenpont 20, Liegels Butterbirne 17, Kochbirnen 7- , ohne daß en oder Sig piederbolt ein 10 Mt. * 9 Uhr. Oppenrod, Rödgen, Trohe, Waßenborn, Steinberg und Wieseck am 6. November nachmittags 2 Uhr. Allendorf a. d. Lumda, Climbach, Daubringen, Heibertshausen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen, Kirchberg, Staufenberg, Friedelhausen und Trais a. d. Lda. am Bahnhof zu Lollar am 9. November nachmittags Langsdorf, 31. Ottbr. Die von dem Bürgermeister ung wird Röbler neueingerichtete Gemeinbebiblioth ef hat ihren e Anzahl Bücherbestand nach Aufzeichnungen vom 1. Januar 1899 Untersuchung bis 29. Oftober 1906, also bis zum Schluß der Amtszeit 22 Uhr; weiterer Brobes Bürgermeisters Köhler * Albach, Arnsburg, Birklar, Dorf- Gill, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Grünigen, Holzheim, Lich, Albacher Hof, Kolnhausen, Mühlsachsen, Münster, Muschenheim, Hof- Gül, Nieder- Bessingen, Ober- Hörgern, Ober- Beffingen, und Steinbach in der AmtsgerichtsStraße zu Lich am 10. November nachm. 2 Uhr; auf 688 Bände gebracht, die Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden einen Wert von 3000 t. repräsentieren. Bangd, Langsdorf, Nonnenroth, Obbornhofen, RabertsBroße Greig Lauterbach, 31. Oft. Die Erbauung des Aussichtshausen, Ringelshausen, Nodheim, Hof- Graß, Röthges, fie Reichs turmes auf dem Hainigberg hat dant des günstigen Steinheim, Trais- Horloff, Utphe und Villingen an der Begislaturper Wetters bereits solche Fortschritte gemacht, daß die Fertig= Turnhalle zu Hungen am 10. November voreiſe Gießen Hellung größtenteils noch dieses Jahr erfolgt. Der Turm mittags 9 Uhr. genommen. ist jetzt schon 20 m hoch, während die Gesamthöhe nur bie Röhle 21 m betragen wird. Die Einweihung des Turmes er. eine inter folgt erst im nächsten Frühjahre. t besuchte& * Oberbiel, 31. Oft. Leiche geländet. In der der Reichsias Lahn zwischen Altenberg und der früheren Dalheimer Stapelle hörerschaft wurde heute Morgen die Leiche des seit dem 16. Oftober bekannt gegeerschwundenen 19jährigen Bergmanns Heinrich Uhl von und die Steindorf aufgefunden. Sozialen ri* Bessungen, 31. Oft. Ein hier wohnhafter Weißbinderhrten Antisemi meister ist heute Vormittag wegen Wechselfälschung Sehr eifrig in Höhe von über 42000 t. in Untersuchungshaft ge ialdemokraten nommen worden. teien ihre B arten, daß erden. Regierung uwa oach& ften 20 Artikeln: Bertzuwachaf die Höhe Art. 1 fann § Langenbein, 31. Oft. Selbstmord. Der 25jährige Taglöhner Georg Möckel hat sich in Frankfurt erhängt. * Bad Nauheim. Hier fand eine aus allen Kreisen der Bevölkerung zahlreich besuchte öffentliche Versammlung statt, in welcher der Sekretär des freisinnigen Landesverbandes für das Großherzogtum Hessen, Herr Kuhlmann aus Darmstadt, über die gegenwärtige politische Lage sprach. Ueber verschiedene Punkte, besonders über den Militarismus und über die ungerechte Grundlage unseres ein Dristigen Besteuerungssystems kam es zu lebhafter Aussprache. fließen. Die Einigung aller echt freiheitlich gesinnten Elemente des bes Eigent Bürgertums wurde als dringende Notwendigkeit anerkannt. Das führte zur Gründung eines dem Landesverband auzugliedernden freisinnigen Vereins. elbar auf G en das Grund hatte, der B & Grundstüd der Steuer Wertzuwacje 20 Prozent d seit dem frihe as 10 Jahre i werben. Für Beräußerer. an, der Erwe ( Dirigent O * Marburg, 31. Ott. Der Kl. Presse" wird geschrieben: In unserem vielumprittenen Reichst.- Wahlfreis, der befanntlich jezt durch den nationalsozialen Abgeordneten v. Gerlach vertreten wird, kommt man aus der politischen Agitation nicht heraus. In voriger Woche durchzog der von den Deutschsozialen für die nächste Reichstagswahl aufgestellte und vom Bund der Landwirte und den Konservativen unterstüßte Dr. Böhm den r als 10 9 estiichen Teil des Kreises. In seiner Begleitung befand fich der ehemalige hessische Bauernfösig", Dr. Otto Böckel, ter frühere langjährige antisemitische Vertreter des Marburger Bahlkreises. Die Kunde von der Anwesenheit Böckels brachte ts mit sich, daß die Versammlungen gut besucht waren. Aber auch die gegnerischen Antisemitten, die sogenannten Reformer, die bekanntlich den Rechtsanwalt Harmory in Kassel in den Reichstag bringen wollen, weil ihnen der Marburger Wahlteis gehöre, waren zur Stelle und die erstaunten Landleute hatten das föstliche Schauspiel, zu sehen, wie sich die verieder- viiedenen Beitreter der Antisemiten einander Liebenswürdig, Beiten fagten. Auch der Reichstagsabgeordnete Raab hält Gunsten des Dr. Böhme Versammlungen ab. Natürlich fieht auch der Reichstagsabgeordnete v. Gerlach nicht ruhig wie sich die Gegner um seinen Wahlkreis raufen. Er Manns genug, um es mit Leuten vom Schlag der Böhme, Böckel und Raab aufzunehmen, wird er voraussichtlich auch arischer Ten Wahlkreis bei der nächsten Reichstagswahl fiegreich behaupten. it für die beg ember, fein Eine Haupt ritt der Verei enten und ein recht führt 1. D Fonzert in A endete Gyp te für Biolin G- dur( Fräulein 6.B Turnberbin rift Sod en eine Wor n. Sie bat Boden mit mon Bran Den febr vor gerben nod feum bes ben. einigen Bin Madem ünf Würfen it entfromm Pierten Wal zu Mesta Allertshausen, Beltershain, Bersrod, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Hattenrod, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda( Groß- und Klein-) Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen, Stangencod, Stockhausen, Bollnbach, Veitsberg, Weickartshain, Weitershain, Winnecod und Wirberg am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen zu Grünberg am 12. November vormittags 94 Uhr. Kreis Alsfeld. Appenrod, Dannenrod, Deckenbach, Gontershausen, Haarhausen, Höingen, Homberg, a. d. O., Neu- Ulrichstein, Nieder- Ofleiden, Ober- Ofleiden, Schadenbach, und Wäldershausen am Frankfurter Hof" zu Homberg a. d. Ohm am 12. November vorm. 72 Uhr. " Burg- Gemünden, Bleidenrod, Büßfeld, EhringsHausen, Maulbach, Nieder- Gemünden, Oberndorf, Otterbach und Rülfenrod am Bahnhof zu NiederGemünden am 12. November nachm. 14 Uhr. Azenhain, Bernsfeld, Elpenrod, Ecmenrod, Flenfungen, Hainbach, Jlsdorf, Kirschgarten, Lehnheim, Merlau, Mücke, Nieder- Ohmen, Ober- Grubenhof, Ober: Ohmen, Ruppertenrod und Wettsaasen am Bahnhof zu Nieder- Ohmen am 12. November vorm. 114 Uhr; Groß Felda, Klein- Felda, Kestrich, Nieder- Breidenbach, Ober- Breidenbach, Nomrod, Schellnhausen, Stocndorf, Strebendorf, Vadencod, Windhausen und Zeilbach auf dem Brunnenplag zu Ober- Breidenbach am 13. November nachmittags 1/2 Uhr; Es haben zu erscheinen: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve ( fleiner Dienstanzug), die Mannschaften der Reserve sowie die zur Disposition der Truppenteile und Ecfazbehörden Entlassenen aller Waffen, diejenigen der Landwehr I. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstkontrollversammlung zugeht. Die Ersatzreservisten haben bei der Herbstkontrollversammlung nicht zu erscheinen. Befreiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell durch das Meldeamt einzureichen und müssen durch die Bürgermeistereien bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Die Militärpässe mit eingeklebter roter Kriegsbeorderung bezw. Baßnotiz und Führungszeugnis sind | mitzubringen. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgeseg. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeiten und Versäumnis der Kontrollversammlung bestraft. Kreis Wetzlar. T ( Nur die an Oberhessen angrenzenden Bezirke angeführt.) Groß Rechtenbach, Ausgang nach Wetzlar, 12. November 1 Uhr 15 nachmittags für Hochelheim, Hörnsheim, Lüzellinden, Groß- und Klein- Rechtenbach, Reiskirchen, Voйnkirchen, Volpertshausen, Weidenhausen. Niederlleen, Ausgang nach Rechtenbach, 12. Nov. 3 Uhr 15 nachmittags für Dornholzhausen, Ebersgöns, Niederkleen, Oberkleen. - - Wißmar, Bahnhof, Wirtschaft Brück 15. November 11 Uhr 30 vormittags, für Bleiberg, Strofdorf, Launsbach, Odenhausen, Salzböden, Vezberg, Wißmar. Marktberigte. Gießen, 1. Novbr. Auf dem heutigen Bochenmarkt tofteten Butter ber Fb. 1.05-1.10, Sühnereler ber Stild 8-10 Bfg., Enteneier St. 0-0 Pfg., Käfe per St. 6-8 Pfg, Käiematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Pfd. 18-24 Pfg., Linsen per Pfd. 25-40 Bfg., Tauben per Paar 0.80-1.00 Mt., Hühner per Stück 1.00-1.60 mt., Hahnen per Stück 0.80-1.80 mt., Enten per Stüd 0.00-0.00 mt., Gänse ber Pfd. 70-75 Bfg., Ochsenfleisch per Pfd. 82-88 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 80-82 Pfg., Schweinefleisch per Pfd. 90-100 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfd. 10+ Pfa., Kalbfleisch ver Pfb. 84-90 Pfg., Hammelfleisch per Pfd 60-80 Pfg., Kartoffeln per 100 Rilo 6.00-7.00 Mt., 3wiebeln per 3tr. 4.00-5.00 Mr., Weiskraut 3tr. 2.20-2.50 f., per St. 08-12 Bfg., Aepfel ver Ctr. 15-24 M., Zwetschen per 3tr. 000-0 00 mt., Birnen per Ctr. 10-15 Mt., Nüsse 100 St. 30 Pfg. Milch per Liter 20 Pfg. Dauerder Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegen stände des Wochenmarktverkehrs dürfen bis Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 2. November. Teilweise heiter, trocken, Temperatur nicht verändert, mäßige östliche Winde. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. m st er Giessen, den 31. Oktober 06, ent 18ng m. Lieber Julius! Auf Deinen letzten Brief kann ich Dir heute mit Freuden mitteilen, dass sie sich sogar hier befindet und zwar Plockstrasse 14-16. Sie liefert auf bequeme Teilzahlung Möbel, Betten, Polsterwaren Herren-, Damen- und Kinder- Garderoben, Manufaktur-, Mode- WeissWaren, Wäsche, Stiefel, Schirme, Hüte Uhren, Pelzwaren. Anzahlung von Mk. 3.- an per Stück. NB. 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November 1906, abends 5% Uhr mit einer Hauptprobe, vorm. 11 Uhr, in der Turnhalle, Steinstrasse 3 Erstes Konzert Erster Orchester- Abend Dirigent: Grossherzoglicher Universitäts- Musik direktor G. Trautmann. Solisten: Fräulein G. Wietrowetz( Violine). Orchester: Das Vereinsorchester, Kapelle des Inf.- Regts. Kaiser Wilhelm ( 2 Grossh. Hess.) No. 116, verstärkt durch auswärtige Kräfte. PROGRAMM: 1. Ouverture op. 124 in C- dur( Zum ersten Male) 2. Konzert in A- dur( Köchel 219) für Violine mit Orchesterbegleitung 3. Unvollendete Symphonie in H- moll 4. Solostücke für Violine mit Klavierbegleitung: a) Gartenmelodie op. 85 No. 3 b) Am Springbrunnen op. 85, No. 9 c) Ungarischer Tanz 5. Symphonie No. 11 in G- Dur( Militär- Symphonie).( Zum ersten Male) Eintrittskarten . L. van Beethoven W. A. Mozart . . Fr. Schubert . R. Schumann J. Brahms . J. Haydn I. Platz Mk. 4.-, II. Platz Mk. 3.50, III. Platz Mk. 2.50, unnummeriert Mk. 2.-. Studentenkarten Mk, 1.-. 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Unter dem Schweinebestand des Defonomen Wilhelm Kitz zu Gießen ist die Rotlauffeuche ausgebrochen. Stadt- Cheater Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 31. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 18. Oftober 1906 angeordnete Sperre der Wetzsteinstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 30. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Sießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 18. Oftober 1906 angeordnete Sperre Giessen. Direktion: Herm. Steingoette Freitag, den 2. November 4. Freitag= Abonnements Vorftellung = Galeotte. Drama in 3 Aften und 1 Borb nach dem Spanischen von Josi Eschegarny. Für die deutsche Bühne bearbe von Paul Bindau. der Südanlage zwischen Garten- und Bismardstraße RRRRRAN wird hiermit aufgehoben. der Gießen, den 30. Oktober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. 茶茶 茶茶 茶茶 茶茶 茶 Restauration Zum Pfau Gießen. Neustadt 5 ( früher Bramm) Die unterm 19. Oktober 1906 angeordnete Sperre Löberstraße zwischen Garten- und Bismardstraße Samstag und Sonntag wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 30. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Metzel- Suppe wozu ergebenst einladet Christian Bel Die unterm 19. Oftober 1906 angeordnete Sperre Ziehung am 15. u. 16. Nov. 196 der Mänsburg wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 30. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 26. Oftober 1906 angeordnete Sperre Gothaer Geld- Lotterie der Straße Hinter der Weftaulage" wird hiermit 3338 Gewinne u 1 Prämie Mi aufgehoben. Gießen, den 30. Oftober 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Vergebung von Pflastersteinlieferungen. 48000 Grösster Gewinn im glücklichsten Fall: Mk. Die Lieferung von 500 cbm Basalt- Großpflaster-|| Prämie: fteinen, 300 cbm Grauwarte- Pflastersteinen( Sezkleinschlag) 25000 15000 und 200 cbm Grauwarke- Mosaikpflastersteinen für das Haupt- 10000 Rechnungsjahr 1907 soll Donnerstag, den 15. November 1906, nachm. 3 Uhr öffentlich bergeben werden. Lieferungsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Dienſtſtunden bei uns zur Einsicht offen. Gewinn Lose à 1.-M., 11 Lose 10. Porto u. Liste 20 Pf. extra, empfiealt Carl Heintze, Gotha und alle Loshandlungen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das bei uns erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift ber- Gothaer Lose à 1 Mk sehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Wochen. Gießen, den 31. Oktober 1906. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Vergebung von Schreinerarbeit. Die Lieferung der Bänke für die israelitische Leichen*** halle soll Generalvertrieb: Klefer& Co., Mainz. 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