Sen 3. Septe Feſt Nr. 205 baltion u.Haupterbedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Zweites Blatt. Samstag, den 1. September 1906 15. Jahrgang € Gratiabellagen: Oberbeffifche Familienzeitung( lig und die Stekener Seifenblasen( wöchentlich). ED. M sses it phie vergrösser e 45 X 55 a Für ark diesen Monat oder Voreinser Besteller erb Foldrahme hluss von rträts amand versäum mgehend Phot dresse an eproduktion eis enstrasse 54 Amerikan opewellIversen Fabrik fschalen, Fenery ohlenlöffel, Stock mer , Dezimal, Mefferpusma Scheretgeräte, Flechtrohr, Re Kurzwaren, ition empfiehlt n, Gie Nenj Beinidhi -Gefchi Gießener Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Bolizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhen Der amerikanische Staatsfchatz. - - Ein Befuch im Schatzamt zu Walbington. Kriegszeichen. Jeden Tag eine Million Dollar. - Ein - Leyte Zählung. Altes Papiergeld. Bet der Vernichtungsmaschine. Zoftbares Gewölbe.. Manteltaschen als Tresors. windliche Festung. - - Die unübers Hd. Newyork, im August. Der Aufstand auf der Perle der Antillen", auf Kuba, gewinnt mehr und mehr an politischer Bedeutung. Die politischen Gespräche drehen sich augenblicklich fast nur noch um die Frage, ob und wann die Vereinigten Staaten Nords ameritas mit ihrem starken Arm in den Gang der Ereignisse eingreifen werden. Der fubanische Rebellenführer Oberst Asbert droht in einem Ultimatum, das Eigentum der Ausländer anzugreifen, um eine Intervention der Vereinigten Staaten zu erzwingen und die Amerikaner auf Kuba rufen in dringender Weise den Schutz der Bundesregierung an. Ein Kriegszug mit Kuba scheint also unmittelbar bevorzustehen. Zum Kriegführen gebraucht man in erster Linie Geld. Da gewinnt das große Portemonnaie der Unionsstaaten zu Washington besonderes Interesse. Das Schaamt in Washington ist ein imposanter Bau aus Sandstein und, Granit, mit hohen jonischen Säulen und Pilastern, welche der Front ihr stolzes Gepräge verleihen. Dieser 450 Fuß lange und 250 Fuß tiefe Monumentalbau umschließt 200, sehr mannigfachen Tätigkeiten dienende Bimmer. An langen Korridoren reihen sich Bureau an Bureau, in welchen Hunderte von Schreibern eine fieberhafte Tätigkeit entfalten. In erster Linie ist das Haus aber Nationalbant. Doch um die verschiedenen Funktionen dieser ungeheuren Verwaltungsmaschine kennen zu lernen, muß man auch das Bureau of Engraving and Printing" besuchen, das in einem besonderen Gebäude untergebracht ist und das etwa unserer Reichsdruckerei entspricht. Das eigentümliche seidenfaserige Papier der amerikanischen Dollar- Bills wird selbstverständlich nur für den Staat hergestellt; schon der Verkauf oder die Herstellung dieses Papieres für andere Zwecke wird aufs schwerste bestraft. Jeden Morgen, um 9 Uhr, wird das Papiergeld im Betrage von einer Million Dollar mittels eines aus Stahl gebauten Wagens nach dem Schazamt überführt und der Emissionsabteilung übergeben. Im Schazamt erfolgt das Zählen und das Prüfen der Banknoten überhaupt nur durch weibliche Beamten. Drei Räblerinnen stellen zunächst den Inhalt der eingelieferten afete fest, deren jedes wieder 1000 Bogen enthalten muß. Im Siegelzimmer werden diese mit dem roten Siegel des Schazamtes versehen. Eine Schneidemaschine trennt die Bogen in je vier Noten, und nun wird das Papiergeld in neuen Paketen zu je 4000 Blatt seiner letzten Zählung im Schazamt unterworfen. Es geht durch die Hand von fünf Zählerinnen, wird also fünfmal gezählt. Jezt gelangt das Geld in die Hand des Siegelbeamten, der die Banknotenpakete in braunes Papier einschlägt und jedes derselben mit dem Siegel des Schazamtes versieht. Der gesamte ihm übergebene Geldbetrag muß am Schluß des Tages genau soviel ergeben, wie das am Morgen von der Staatsdruckerei eingelieferte. Die tägliche Arbeitsleistung ist vollkommen geregelt. Das neue Geld wird in dem Reservegewölbe für Papiergeld niedergelegt, und jedesmal, wenn ein neuer Posten dem Gewölbe einverleibt wird, wird ein anderer im gleichen Betrage dem Tresor entnommen und durch die Nationalbank in Umlauf gesetzt. Nun zur Einlösungsabteilung! Die Einlösung des alten, abgegriffenen, schmutzigen, zerknitterten und zerfetzten Papiers erfordert die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln gegen Irrtum und Verlust. Für jeden alten Dollar, der hier in Empfang genommen wird, muß ein neuer Dollar bezahlt werden, ganz gleichgültig, in welchem Zustande sich der eingelieferte Schein befindet. Gefälschte Scheine werden nicht eingelöst, aber aufgehoben, um die Fälscher ausfindig zu machen. Die fontrollierten Patete werden durch ein Maschinenmesser halbiert. Die eine Hälfte jedes Pakets wandert in die Registratur, die andere in das Bureau des Schazamts- Sefretärs. Beide Hälften werden für sich gezählt, und erst wenn diese letzte Zählung mit der ersten übereinstimmt, gelangt das Geld in den Mazerierkessel zur Vernichtung. Der Mazerator ist eine unersättliche Maschine, welche alljährlich viele Millionen Dollar vertilgt. Es ist ein großer, runder, mit Wasser gefüllter Stahlbehälter, in welchem 150 Messer rotieren, welche die Dollarscheine in Papierbrei verwandeln. Fünf Tage lang fneten und schneiden die Messer den Dollarbrei; dann erscheint aufs neue die Kommission und öffnet ein Ventil, worauf der äußerst feine Papierbrei in eine Grube fließt, aus der er in die Staatsdruckerei zurückhefördert wird. Nun geht es in das Allerheiligste, die Vaults( Gewölbe, Tresors). Die Räume sind nicht sehr umfangreich. Das eine der Obligationsgewölbe enthält die von den Nationalbanken als Sicherheit für ihre eigenen fursierenden Noten deponierten Obligationen der Vereinigten Staaten. Dann haben wir im Kellergeschoß zwei Gewölbe, das eine für Silberdollars, das zweite sowohl für Silberdollars. wie für filberne Scheidemünze und Gold; letzteres für den Bedarf des Columbia- Distrikts. Auf den Regalen und den Schränken find die Bills in brauren Päckchen vereint. Der Beamte überreichte uns wiederholt derartige Päckchen, welche 50 000 oder 100 000 Dollar enthalten, damit mir ihr Gewicht prüfen sollen. Es wäre nicht schwierig, eine halbe Million in den Manteltaschen unterzubringen, falls es unbemerkt geschehen könnte. Großartig ist das Ueberwachungssystem des Schatzamtes durchgeführt. 68 Wächter, welche in drei Abteilungen einander ablösen, durchwandern das Haus bei Tag und Nacht, und vor dem Haupttor harrt bei Tage ständig eine Wache, die für den Fall unerwarteter Ereignisse stets zur Hand ist. Der Kapitän der Wachmannschaft erhält durch die Wachen halbstündlich ein Glockenzeichen und steht einerseits wieder mit dem Chef der Polizei, mit dem Fort Myer und dem Arsenal in Verbindung, sodaß jederzeit Polizei, Artillerie und Kavallerie herbeigerufen werden kann. Waffen findet man in jedem Raum des Hauses, wo große Summen durch die Hände der Beamten gehen, sodaß der Kapitän sofort 1000 Bewaffnete Leute in Bewegung setzen kann. Nach Schluß der Geschäftszeit, um 6 Uhr abends, fönnen nur noch die ersten Beamten das Gebäude betreten. Aber auch sie sind nicht ohne Bewachung. Sie find genötigt, beim Betreten und Verlassen der Räume gewisse geheime elektrische Signale zu geben. Andernfalls würden automatische Vorrichtungen sofort die Alarmglocken in Bewegung sehen und die Wachen herbeirufen. Das Schazamt bildet somit eine Festung, für deren Unüberwindlichkeit die besten Vorfehrungen getroffen sind. Aus dem Gerichtsfaal. § Der Nachfolger des Müllers Aruold. In dem Dorf Tuchen bei Biesental fühlt sich ein Müller in seinem Gewerbe geschädigt, weil die Gemeinde verschiedentlich aus dem MühlenAließ durch Gräben usw. Wasser entzogen und das Gefälle verringert hat. Der Müller hat sich zunächst an den preuzischen Finanzminister gewandt und will eventuell im Prozeßwege sein Recht suchen. Der Fall erinnert an jenen des Müllers Arnold, der unter Friedrich dem Großen langwierige Prozesse mit dem Fiskus führte und schließlich auf Befehl des Königs 1358 Taler einziehen durfte. § Teure Küsse. Zu 20 Mark Geldstrafe wurde in Weißensee ein Mann verurteilt, weil er in die Wohnung seiner 50jährigen Nachbarin eingedrungen war und ihr, trot ibres Sträubens, fünf Küsse geraubt hatte. Die würdige KAKAO STOLLWERCK SCHOKOLADE A Π ( seit 1886 Straße 9 Jahren erpro ube nötig. te Selbstbeha er Befuch.Empfehlungen a Monatlich 1 ma hriftliche Beftell Näheres brief glänzend, beseitigt gt den Haarboden ar ein volles Aus ach bewährt. Ver warzen Kopf mit Veilchengeruch geschäften käuflich Submission. Für die Klinik für psychische und nervöse KrankLeiten in Gießen soll für das Rechnungsjahr 1906 die Lieferung von: 7000 Ctr. Hüttenkoaks in der Korngröße 6-10 cm 800 Nußkohlen werden. " auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben Herbst- Pferdemarkt zu Gieken. Wie in früheren Jahren beabsichtigen wir auch bei Die Bedingungen liegen an den Wochentagen von dem am Dienstag, den 11. September stattfindenden 3-5 Uhr nachmittags auf dem Verwaltungsbureau zur Pferdemarkt eine Pferdeschau mit Prämiierung abzuhalten infidit offen. und zwar speziell für im Brivatbesitz befindliche Reit-, Wagen- und Arbeitspferde; dieselben können unter dem Reiter, ein, zwei- oder vierspännig auch im Geschirr vorgeführt werden. Offerten find verſchloſſen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin Montag, den 10. September 1906, vorm. 12 Uhr auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 12. September 1906. Gießen, den 24. August 1906. Großh. Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten. Dr. Dannemann. Wunderbar leichte Entbindung verschafft nachweislich Frau Prof. Mathilde Schmidt's Frauentrost" bei Wohlbef, v. Mutter u. Kind. Segen f. d. Frauenwelt!! Schönste Anerkenn. Berlin, Kottbuserstr. 13. Die Prämiierung beginnt vormittags 11 Uhr, die Vorführung und Preisverteilung vormittags 122 Uhr in dem hierfür vorgesehenen Prämiierungsring. Während der Vorführung findet Konzert der Ehrenpreise zur Verteilung. hiesigen Feuerwehrkapelle statt.- Es gelangen nur Anmeldungen haben bis zum Montag, den 10. September bei Herrn August Schwan, Weinhändler in Gießen zu erfolgen. Pferdebefizer laden wir zur Beteiligung ergebenst ein. Gießen, den 25. August 1906. Die städtische Pferdemarkt- Kommission: Jean Kirch. Vergebung von Pflasterarbeiten. Die zur Herstellung von Gossen 2c. in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten nötig werdende Pflasterarbeit wird hiermit unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 öffentlich ausgeschrieben. Die Angebotsunterlagen fönnen in unserem Amtsdorther bezogen werden. lokal eingesehen, Angebotsformulare zum Selbstkostenpreis Eröffnungstermin Offerten mit entsprechender Aufschrift find bis zum Samstag, den 8. September 1906, vorm. 11 Uhr bei uns einzureichen. Gießen, den 25. August 1906. Großherzogliches Hochbauamt. J. V.: Heyer. Lahnkalk- u. Marmor- Industrie August Gabriel Jr. Glesson. - Kalkwerke: Abendstern. Telefon 84. Feinste Bau- und Düngekalke in Stücken und gemahlen. Prima Hartbrand- Ziegelsteine D. N. F. Dame verstand aber feinen Spaß, sondern verklagte den Sonderbaren Schwärmer wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung. Der ,, Attentäter" hat auch die Kosten zu tragen. § Ein blinder Mörder zum Tode verurteilt. Der dreiundzwanzigjährige blinde Hirt Bartholomäus Pesto wurde vom Schwurgericht in Laibach zum Tode verurteilt. Der Angeklagte, welcher seit einer Reihe von Jahren bei einem Gutsbesitzer, der den Hilflosen seinerzeit aus Mitleid aufgenommen hatte, im Dienst stand, war von diesem eines WurstDiebstahls beschuldigt worden. Hierüber geriet er derart in Born, daß er seinem Brotherrn blutige Rache schwor. faßte nun einen teuflischen Plan, den er auch alsbald zur Ausführung brachte. In Abwesenheit der Familienmitglieder überfiel er das in der Wiege liegende Töchterchen des Ehepaares, tötete es durch mehrere Messerstiche, versteckte die fleine Leiche in einen Sad und ergriff sodann die Flucht; er wurde jedoch bald darauf ermittelt und verhaftet. Der Dandelsmarkt. Berlin, 31. Auguft.( Fondsbörse.) Auf den Rückgang der Newyorker Börse segte die hiesige Börse heute ebenfalls schwach ein und die Rückgänge wurden an der Nachbörse noch stärker, da Russen 1 Prozent niedriger wurden. Vor allem waren Schiffahrts attien niedriger, teilweise auch Banken und Kohlenwerte, während Eisenattien höher bezahlt wurden. Von Bahnen zogen Lombarden und Warschau- Wiener an, während Henry angeboten wurden. Heimische Anleihen blieben fest, Türkenloose abgeschwächt. Buat ermatteten aber auch auch Montanwerte, nachdem auch der Kajo martt geteilt und zu Rückgängen geneigt, geschlossen hatte. Bribct diskont 32, Geld über Ultimo 4. Prozent. Berlin, 31. August.( Produktenbörse.) Heute hatte die Mattigkeit wieder Oberhand gewonnen. Obwohl das Angete nicht so start ist, waren die Preise für Weizen niedriger und Roggen war nur teilweise preishaltend. Hafer ging allenthorn zurück; Mais und Mehl unverändert, Rüböl still und zur W. schwächung geneigt. = Vermischtes. . Brenßens kleinste Schule ist die Volksschule auf Schloß Schaumburg bei Diez. Jahrelang zählte sie nicht mehr als vier Kinder, in letzter Zeit gar nur einen einzigen Schüler. Der Inhaber der Schulstelle, braucht sich jedoch um die Abnahme seiner Schülerzahl nicht sehr zu grämen, denn er ist auf Lebenszeit angestellt. = Papiergeld für Kiantschou. Die Deutsch Asiatische Bank hat von der Reichsregierung das Privileg erhalten, in Kiautschou Banknoten zur Ausgabe zu bringen. Die Konzession läuft auf 15 Jahre. Es werden Noten zu 1, 5, 10, 25 und 50 Dollar, sowie 1, 5, 10 und 20 Taëls ausgegeben werden, die auch in der chinesischen Provinz Schantung, die zu der deutschen Interessensphäre gehört, Geltung haben sollen. Die Dollarwährung ist deswegen eingeführt, weil in ganz Ostasien der merikanische Dollar als Münzeinheit dient. = Telegraphen- Verbindung zwischen Island und Dänemark. Vor einigen Tagen fand der erste offizielle Telegrammwechsel zwischen Island und Dänemark statt. Da die große nordische Telegraphen- Gesellschaft mit dem neuen isländischen Kabel über Leitungen verfügt, die eine Gesamtlänge von 7700 Viertelmeilen haben, kann nun ein Kaufmann in Nagasaki innerhalb weniger Stunden eine Handelsverbindung mit einem Fischhändler in Seydisfjord anknüpfen, auf sämtlichen Zwischenstationen von dänischen Telegraphisten bedient. = Duell- Antipathie in Holland. Der unter dem Pseudonym Lodewijk van Deijssel bekannte Schriftsteller wollte kurz nach den Rembrandtfesten einen Herrn De Booij, weshalb, weiß man nicht, fordern und hatte sich an verschiedene Offiziere mit dem Ersuchen gewandt, als Sekundanten zu dienen. Die Offiziere wiesen Deijssel, der sich gern als hochmodernen Menschen aufspielt, sämtlich ab. In den Niederlanden sei die Beilegung eines Streites in dieser Weise nicht üblich. Da blieb denn Herrn van Deijssel nichts anderes übrig, als sich unter den Einwohnern von Amsterdam umzusehen. Hier fand er einen Jonkheer, der sich bereit zeigte, als Sekundant zu fungieren. Aber zur Ausführung des Duells waren zwei Sefundanten nötig, aber wie viele Mühe van Deijssel sich auch gab, der Zweite war nicht zu finden. Schließlich versöhnte man sich unter diesen Umständen. + Wenn es herbstet! Ganz leise geht der Sommer ans Abschiednehmen. Sein Nachfolger, der Herbst, ist schon einige Tage vor Beginn seiner Amtstätigkeit angelangt und hat, wie das ja auch im bürgerlichen Leben beim Wohnungs wechsel Sitte, begonnen einiges an seiner zufünftigen Wohnung zu ändern. Dem Herbst gefällt das Grün der Blätter nicht. wenigstens nicht so ohne alle Nüancen. Flugs segt er, gleich dem modernen Maler, dem Impressionisten, einige Zwischentöne hinein, bringt durch gelb und rot eine dem Auge willtommene Abwechslung in das Landschaftsbild. Der Herbst fühlt auch ein menschliches Stühren mit der unter dem Druck der Hize seufzenden Menschheit, und schenkt ihr erfrischende Kühle während des Tages, und mahnt sie durch niedrige Temperaturen zur Nachtzeit, daß die Sommernächte vorüber find, daß, wenn er dann die Leitung der Weltgeschäfte ganz in die Hand genommen, ein straffes Regiment beginnen soll. Der Herbst wirkt auf den Menschen stets etwas melancholisch; wir freuen uns sonderbarer Weise nicht des Herannahens der Zeit, da Baum und Strauch unter der Last der Früchte sich biegen, sondern wir sehen in dem Herbst nur den Mahner an Dahingegangenes, der uns noch einmal die Natur in ihrem schönsten Kleide zeigt, um uns den Abschied noch schwerer zu machen. Und deshalb sehen wir mit Wehmut Blatt um Blatt zur Erde fallen, lauschen mit gar bangem Herzen, wie der Wind über die Stoppeln fährt und bereiten uns zum Abschied bor, jezt, in den Tagen, da es herbstet. == Der Aegypten- Expreß, der neue Luruszug soll zum erstenmale am 5. Januar t. J. verfehren. Er geht einmal in der Woche und zwar Montags von Berlin nach Neapel, ab Berlin Anhalter Bahnhof 8.28, sodaß er in Neapel am zweiten Vormittag 11.40 eintrifft. An demselben Tage schließt fich 2 Uhr nachmittags die Abfahrt der" Oceana" von der Hamburg- Amerika- Linie nach Alexandrien an. Sie trifft in der ägyptischen Hafenstadt planmäßig Sonnabend nachmittags 6 Uhr ein. Die Fahrzeit Berlin- Alexandrien beträgt also 4 Tage 21/2 Stunden. Der Zug und der anschließende Dampfer soll bis Mitte April verkehren. = In Urahne, Großmutter, Mutter und Kind Pittsburg( Amerika) feierte Frau Charlotte Rettig, die im Jahre 1796 geboren wurde, ihren 110. Geburtstag bei voller geistiger und körperlicher Frische. Aus Anlaß des seltenen Festes gab sie in den Salons ihres Palais in der CrawfordStreet ein Bankett, an dem ihre 72 Kinder, Enkel und Urenkel und ungefähr 300 Bekannte teilnahmen, die aus allen Gegenden Amerikas gekommen waren, um der Greisin zu gratulieren. Hygienische Streichholzschachteln. Die argentinische Liga zur Bekämpfung der Tuberkulose hat eine originelle Idee ersonnen, um gesundheitliche Aufklärung im Volke zu berbreiten. Die Liga gibt nämlich Streichholzschachteln mit charakteristischen Merksprüchen aus, die auf Erziehung jedes einzelnen zu praktischer Hygiene abzielen. Unter den Merksprüchen sind folgende: Habe acht auf jede Erkältung oder jeden Katarrh, der sich in die Länge zieht!" ,, Wirble durch die Schleppe feinen Staub auf!"" Wo frische Luft und das Licht hindringt, wo Reinlichkeit und Nüchternheit regiert, da kommt die Tuberkulose nicht hin!" Die Lungenschwindsucht ist ansteckend, sie tritt niemals von selbst auf!"" Jedermann fann sich in irgend einem Moment seines Lebens mit Tubertulose anstecken!"„ Die Tuberkulose ist ansteckend, vermeidbar und heilbar." Konservierte Musik. Der amerikanische Marschkönig" Sousa hat einen Feldzug gegen alle Musik, die durch mechanische Vorrichtungen erzeugt wird, begonnen. Sousa, der diese Art von Musik mit dem schönen Ausdruck ,, Canned music", d. h. populär übersetzt:„ auf Flaschen gezogene Mufit", belegt, meint, sie verderbe den Geschmack an guter, durch Musikerhände und-Lungen erzeugter Musik- eine Ansicht, " - die viele andere Leute teilen. Ferner weist der Komponist der Washington- Post" darauf hin, daß die mechanisch er zeugte Musik den Musikern scharfe Konkurrenz mache. Für den Fall, daß diese Musik noch weiter um sich greifen sollte, prophezeit Sousa den nahen Untergang aller Musikkapellen, die jetzt noch ländliche Gemeinden mit ihren Leistungen entzücken. = Gouverneure, wie sie nicht sein sollen kennt man im Dollarlande eine ganze Anzahl, einer ihrer würdigsten Vertreter ist Gouverneur Pennypacker von Pennsylvanien. Dieser würdige Herr wurde vor einigen Tagen in Aristown, einem kleinen Städtchen seines Reiches, unter dem Verdacht der Landstreicherei verhaftet. Der Gouverneur hatte auf einer Bank ermüdet Plaz genommen, als plötzlich ein Polizist von hünenhaftem Körperbau vor ihm auftauchte, ihn unsanft an der Schulter packte und ihn aufforderte, mit ihm zur Wache zu kommen. Der Gouverneur protestierte, doch der Wächter der Ordnung ließ nicht mit sich spaßen und bedeutete dem Gouverneur im schönsten ,, Pennsylvania- Dütsch", er habe es jetzt über, sich von jedem Landstreicher,.fuhle ze lasse"( zum Narren halten zu lassen). Der Gouverneur Pennypacker, der selbst von Bennsylvaniadütschen abstammt, nahm die aanze Prima Peraltete offene Beinschäden Krampfader- Geschwäre Speisekartoffeln und behandelt speziell Frau II. Dentzau( seit 1895) Hannover, Wolfstraße 9 Bei meiner einfachen, seit langen Jahren erprobten Heilmethode ist selten Ruhe nötig. Keine steifen Verbände. Leichte Eelbstbehandlung. In vielen Fällen genügt einmaliger Besuch. Zahlreiche, ausführliche Adressen und Empfehlungen aus Heffen Monatlich 1 mal auch in Nassau frei zugesandt. 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Geld in jeder Höhe auf Wechiel oder Schuldschein veimittelt Diskret an jederm. Karl Farrenkopf, Harzburg. Kenntnis eines Spracy mazes zusammen und bedeutete dem braven Polizisten, daß er der Mann sei, der den Schtaht ruble tät." Als er ihm nun auch noch seine Legitimation zeigte, kannte die Bestürzung des Wackeren keine Grenzen, und er entschuldigte sich ein über das andere Mal, daß er den ,, Boj gemolestiert hätt." Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen Geborene. Am 20. Auguft. Dem Bäcker Karl Hermann Pau eine Tochter, Erna Georgine Alwine; 21. Schreiner Johannes Kompf eine Tochter, Gertrude Margarete; 23. Taglöhne: Heinrich Schomber eine Tochter; 24. Anstaltsdiener Rar Grüger eine Tochter, Lina; Maurermeister Wilhelm Balthasa: Büttner ein Sohn, Wilhelm; Organisten An on Wider eine Tochter, Johanna Elisabeth; 26. Stationsdiätar Friedrich Schiele eine Tochter, Ella Marie Henriette Robertine; 29. Taglöhner Johann Christoph Schmidt ein Sohn. Aufgebote. Am 24. Auguft. Johann Klopf, Kulturtechniker dahier mit Sophia Zirkel in Mailes. Maximilian Tamm, Leutnant im Inf. Reg. Kaiser Wilhelm Nr. 116 dahier mit Margarete Hehner in Wiesbaden. Konrad Richter, Lehramtsass for in Alzey mit Anna Becker dahier. Heinrich Häuser, Esenbahnwerkstätteschlosser dahier mit Margarete Fräßdorf in Magdeburg. Konrad Köhler, Kellner dahier mit Sofie Deuschle in Stuttgart. 25. Christian Weisbeck, Installateur dahier mit Katharine Stückrath hierselbst. 27. Karl Georg Schmalz, Fahrbursche dahier mit Wilhelmine Pfeiffer hierselbst. 28. Heinrich Weider, Postbote dahier mit Anna Semler in Groß- Felda. 28. Bernhard Schulze, wissenschftl. Hilfslehrer am neuen Gymnasium in Bremen mit Mathilde Dit dahier. 29. Leonhard Schäfer, Küfer dahier mit Lisa Karl hierselbst. Eheschließungen. Am 25 August. Dr. Otto Diehl, praft. Arzt in Biebesheim mit Emilie Bindhaus dahier. Heinrich Nau, Schuhmacher dahier mit Anna Elisabeth Jakob in Kassel. Georg Schrimpf, Mezger dahier mit Hermine Maate hierselbst. 30. Karl Benner, Kaufmann dahier mit Elisabethe Hartmann hierselbst. 31. Arthur Dreifuß, Kaufmann dahier mit Meta Salomon hierselbst. Gestorbene. Am 23. Auguft. Georg Nahrgang, 64 Jahre alt, Schneidermeister dahier. 24. Georg Wilhelm Blum, 1 Mt. alt, Sohn des Dienstmanns Philipp Blum dahier. Hans Friz Justus Ludwig Riehl, 1 Jahr alt, Sohn des Kellners Ludwig Riehl dahier. 25. Marie Kuhl, 20 Jahre alt, ohne Beruf dahier. Elisabeth Marie Luise Rethwisch, 1 Jahr alt, Tochter des Hilfsbremsers Heinrich Karl Rethwish dahier. 26. Wilhelm Friebel, 57 Jahre alt, Sattlermeister dahier. Karl Heinrich Willems, 6 Mte. alt, Sohn des Kulturtechnikers Mathias Willems dahier. Heinrich Appel. 6 Mte. alt, Sohn des Taglöhners Philipp Appel dahier. 27. Augufte Michaelis, geb. Kluge, 35 Jahre alt, Ehefrau des Graveurs Eduard Michaelis dahier. Marie Neebe, 77 Jahre alt, Wäscherin dahier. 28. Christine Opper, 63 Jahre alt, ohne Beruf dahter. 29. Hedwig Borrmann, 11 Mte. alt, Tochter des Kaufmanns Edgar Borrmann dahier. 30. Carl Heil, 57 Jahre alt, Prokurist dabier. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Bei Einkäufen wollen unsere verehrlichen Abonnenten und Leser sich der in unseren Zeitungen inserierenden Firmen erinnern und auf uns beziehen. Darlehn auf Möbel, Wirtschaft usw. gibt Selbstgeber ohne unnötige Vorauszahlung. Unger, Berlin, Gubener Straße 46. Rückporto. Zuverlässiges, Makulatur hat abzugeben älteres Mädchen Expedition d. Bíattes. oder alleinstehende Frau, die selbständig fochen, waschen und bügeln fann, ver sofort oder später Flechtenkranke ibschriften und Lohnansprüchen auch solche, die nirgends Heilung gesucht. Offerten mit Zeugnis erbeten an fanden, verlangen Prospeft unb beglaubigte Atteste gratis.( Rein Frau Amtsrichter Pusch Medizinhandel.) Rolle, Altona Ortenberg( Oberhessen). Bahrenfeld, Beethovenstraße Chem. Waschanstalt Gebr. Röver, Färberei. Marktplatz 18 Giessen Marktplatz 18 Bedeutendstes Werk dieser Branche in Mitteldeutschland. 12. QOGO OGOO Hlebte fein Aufsehen und Dem Sebaftian Szenen lieber unter zu dämmern, er war Ohnmacht nahe. Frau Pauline abeann und dann in aller Seelenruhe stellte sie ihren Begleiter als Herrn Bergmann vor und die holde Nellendame als Frau Bergmann, die fich zugleich auch als treue Jugendfreundin entpuppte. dupiert worden, Pauline wußte alles. Er war auf alles gedeshalb sette fie fich zu ihrem Augen ab. Deshalb zahlte man bald und ging. Lächelnd Herrn Sebaftian begann es faßt. Aber die Gattin machte solche herebichiedete fich die schöne Frau Beramas armen könne. Der jedoch scheint seine Erkennung nicht für fofort durch den Geruch feſtſtellen können, und überhaupt nur durch Erfahrung möglich zu sein.. fauer" beschrieben wird als ganz elgenartig und entschleber andere ansteckende Krankheiten durch diesen Sinn unterscheiden ob fich ein Mahe Wärter behaupten sogar, daß fie beim Eintritt in einen Krankenranter darin befindet, und fönnen. wollen auch noch Mr. 200 Samstag, ben 1. September 906T nessische Familienzeitum Tägliche Unterhaltungs- Beilage