be ich, mich fo hr für die drei Curm und Ent rfeits Hochzeil hemann werden u einem Geist großes Gelage weigen. Drei die Heirat auj izier geworden, leier über jede ort spielte ihm urde das Ende richtet, die bei Blöblich sprang meine Frau ist ם םם ch 125 Gramm , 100 Gramm 125 Gramin mm gewässerte Fateten Hering, Ich gelegt hat. meichgefochten nige fäuerliche inander, fügt Kapern dazu en Sauce aus Del, Effig, Ich gequiriten harten Eiern, iche werden ge Buder bestreut, nach der Reife türlich weniger in- oder Mosel unden auf Gis man 1 Flasche er oder Sauer Taal. vorsprechend): er Josef Pro. egl im Streit erurteilt Pro ie Wrmenfasse. enttäuscht aus. Armentasje?" sollten sich mit Aber Herr Rich leich so zu ihren eben berklagt." Klägerin: - wer sie ist und Digung geflagt." Salle nd, lle mmer.) tum fg. aufwärts " " ngen beftätigen ble 1. Originale hiervon Rachnahme. Weingutsg besitzer. mit Conceffio Bang 6-10 PS Stahlschmidt 12-15 P gft abzugeben. brik, Herbor Industrie Glessen Telefon 84. xalke in Stücken en. steine D.N.F. Nr. 204. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Donnerstag, den 31. August 1905. Gießener 14. Jahrgang Abouuementspreis: abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Frieden von Portsmouth. Die Hauptarbeit der Delegierten in Portsmouth ist getan, eine Verständigung zwischen den Regierungen bon Petersburg und Tokio ist erzielt, der Frieden ist gesichert. Was noch aussteht, ist formale Arbeit, die immerhin noch geraume Zeit in Anspruch nehmen kann; aber das Wichtige, das die allgemeine Aufmerksamkeit Fesselnde ist erledigt. Es muß anerkannt werden, daß die Bemühungen des Präsidenten Roosevelt zur Erreichung dieses Bieles wesentlich beigetragen haben. Mit lebhaftester Unterstüßung aller neutralen Mächte, namentlich Deutschlands, ist Präsident Roosevelt darauf bedacht gewesen, die Unterhändler nicht auseinandergehen zu lassen, auch dann nicht, wenn sie sich scheinbar nichts mehr zu sagen hatten. Sie sollten durchaus zusammenbleiben und weiter beraten, es sollie nicht zu einem Abbruch kommen. Das wäre vielleicht ohnehin nicht geschehen; abcz jedenfalls ist es dankenswert, daß man den Delegierten den Entschluß des Ausharrens erleichtert hat. Die Friedensbedingungen. Nach den dreiwöchentlichen Verhandlungen hat Japan schließlich in den wichtigen Fragen nachgegeben, so daß RußJand, auf dem Schlachtfelde ununterbrochen niedergeworfen, in der Tat einen bedeutenden diplomatischen Sieg errungen hat. Die hauptsächlichsten Friedensbedingungen werden sich, soweit man sie jetzt übersehen kann, folgendermaßen zusammensegen: 1. Japan erwirbt die Suprematie über Korca und hat damit festen Fuß auf dem asiatischen Festland gefaßt. 2. Die Mandschurei fällt nominell an China zurüd; im wesentlichen wird sie aber in Zukunft in ihrem südlichen Teil unter japanischem, in den nördlichen Gebieten unter russischem Einfluß stehen. 3. Rußland tritt die Pachtung der Liautang- Halbinsel mit Port Arthur an Japan ab. 4. Sachalin fällt in seinem südlichen Teile an Japan, die Nordhälfte behält Rußland. 5. Die russische Seemacht erfährt keine Einschränkung. Die chinesische Ostbahn wird bis Kuenshensu an Japan abgetreten. 6. Die in neutralen Häfen liegenden russischen Schiffe fallen an Rusland zurück. 7. Rußland zahlt keine Kriegsentschädigung, nur ein Verpflegungsgeld für die Gefangenen und Kranken. Das Abkommen bezüglich Sachalins verpflichtet Rußland wie Japan, die Insel nicht für strategische Zwecke zu befestigen, und verpflichtet ferner Japan, die La PerouseStraße zwischen Sachalin und Hokkaido nicht zu befestigen. Außerdem ist als wesentlicher Bestandteil der Friedensbedingungen noch der Abschluß eines Meistbegünstigungsvertrages zwischen Rußland und Japan in Asien zu erwähnen. Dieser abzuschließende Handelsvertrag wird im Friedensprotokoll eine hervorragende Rolle spielen. - Sieger und Belegte. Nachwort zum Friedensschluß in Portsmouth. Wie die bekannt gegebenen Friedensbedingungen zeigen, haben die Japaner ungefähr bezüglich aller strittigen Punkte nachgegeben. Sie haben auf eine Strecke der man dschurischen Bahn verzichtet; sie haben die Forderung, ihnen die in neutralen Häfen internierten russischen Kriegsschiffe auszuliefern, nicht aufrecht erhalten, sie haben sich mit der südlichen Hälfte der Insel Sachalin begnügt, und endlich hcben sie von der Forderung einer Kriegskostenentschädigung Abstand nehmen müssen. Die Entscheidung über die schließlich bewiesene Nachgiebigkeit ist in Tokio getroffen worden, wo am Sonntag der„ Rat der Alten" unter Vorsis des Mikado Sigung hielt. Kein Druck ist von außen auf Japan geübt worden, wie seinerzeit in Shimonosefi_ge= schehen. Ob Japan vielleicht etwas mehr hätte erreichen fönnen, ist eine müßige Frage, die niemand zu beantworten bermag, nicht einmal Herr v. Witte, der jetzt den Interviewern erzählt, er habe seinen Ohren nicht trauen wollen, als die Japaner zu allen ihnen angesonnenen Zugeständnissen sich bereit erklärten. An Mut und Selbstvertrauen hat es den Japanern gewiß nicht gefehlt. Sie haben diese Tugenden in einem fast zweijährigen Feldzug erprobt. Aber überheblich sind sie dabei nicht geworden. Sie ließen die Wirklichkeiten und realen Möglichkeiten nicht außer Augen. Sie vergaßen nicht, daß Japan ein armes Land ist, dem für weitere finanzielle Anstrengungen leicht der Aten: cusgehen kann. Sie hätten sicher auf einer Kriegskostenentschadigung bestanden, wenn ihre Finanglage ihnen gestattete, zu der bisher aufgewendeten Milliarde en eine zweite aufzuwenden. Das ist nicht der Fall, und so beschieden sie sich. Bleibt ihnen doch die Aussicht, sich an China zu erholen, dem sie die Mandschurei bestimmt nicht stenlos überlassen werden. Außerdem dürfen sie auf ihren Fleiß und ihre Gewandtheit bauen, die ignen aus der neugewonnenen Lage und namentlich aus dem„ offenen Tor" Ostasiens reiche materielle Früchte gewinnen wird. Der Präliminarfrieden, der jetzt abgeschlossen ist und zunächst zu einem Waffenstillstand führen wird danad; erst beginnt die Ausarbeitung des eigentlichen Friedensinstruments, das wochenlange Tätigkeit beansprucht-, hat den Russen mildere Bedingungen gebracht, als sie selbst vorausgesehen haben. Die Ueberraschung, die man hierüber empfand, ist so groß gewesen, daß sie vielfach das Urteil über die Sachlage selbst verwirrt hat. Wenn man manche Beitungen liest, sollte man glauben, die Russen hätten den Feldzug siegreich beendet, die Japaner seien geschlagen und gedemütigt. Das ist doch eine arge Verkehrung der totsächlichen Verhältnisse. Die Japaner sind die Sieger, die großen Sieger! Sie haben Rußlands Heere niedergerungen, sie haben Rußlands Schiffe ins Meer versenkt oder genommen, sie haben Rußlands Festungen ercbert. Das ist im Feld geschehen. Und am Diplomatenti haben sie erreicht, daß Rußland sich darein findet, in Ostasien eine Macht zweiten Ranges zu sein, die Mandschurei herauszugeben, das kostspielige Port Arthur mitsamt Dalny den Japanern zu überlassen, Japan als Herrn von Korea und damit als ostasiatische Vormacht anzuerkennen und auf jeine ganze bisherige ostasiatische Politik zu verzichten. Demgegenüber wiü es wenig bedeuten, daß Rußland die Seriegsfestenzahlung erspart hat. Auf die politische Gesamtsteilung im Osten Asiens wirkt das nicht ein. Auch in moralischer Hinsicht ist das Uebergewicht und der Vorteil auf der japanischen Seite. Daß die Japaner nicht um Geldes willen den opferreichen Krieg forti, daß sie nicht mit Blut Geld erkaufen mochten, während die Russen bereit waren, abermals zehntausende ihrer Söhne und Brüder hinzuschlachten, um Geld zu sparen, das spricht für die Japaner weit mehr, als für die Russen. Denn daß die Nichtzahlung einer Kriegsfostenentschädigung für Rußland ein Ehrenpunkt, ein nationaler Ehrenpunft gewesen wäre, ist eine Redensart ohne Sinn. Rußlands nationale Ehre ist an ganz anderen Stellen und in viel empfindlicherer Weise engagiert gewesen, als durch eine Kostenzahlung geschehen konnte. Die Japaner haben eben die Erfahrung machen müssen, daß man einem Lande, das man nicht be setzt hält, keine Kriegskontribution auferlegen kann. Auch war für ihre Nachgiebigkeit vielleicht die Meldung des Feldmarschalls Oyama nach Tokio entscheidend gewesen, daß ran entweder alsbald Frieden schließen oder ihm zu sofortigem Vorgehen mit allen verfügbaren Mitteln gegen Lenewitsch Vollmacht geben solle, weil es sonst zum Angriff auf den immer neue Verstärkungen heranziehenden Gegner zu spät würde. Im übrigen können die Japaner wohl zufrieden sein, daß sie Korea bekommen haben, das sie als ihre unentbehrliche Reiskammer bezeichneten, daß sie die südliche Mandschurei und das südliche Sachalin gewonnen haben Auch an Geld wird es ihnen nicht fehlen, da in dem von ihnen gewonnenen Lande reiche und leicht erschließbare Bodenschätze stecken. Außerdem haben sie fein Recht, sich etwa zu beklagen, denn niemand hat sich eingemischt. Unter allen Umständen ist es hocherfreulich, daß der Krieg zu Ende geh! und die Friedensarbeit wieder beginnen kann. Die Zahl Der Großmächte hat sich um eine vermehrt; und Japan ist nicht an die letzte Stelle unter ihnen getreten. ** Das Echo. Was die Welt zum Friedensschluß sagt. → In den bedeutenden Preßorganen aller Länder äußeri sich lebhafte Befriedigung über das Zustandekommen des Friedens. Der japanischen Mäßigung wird rückhaltlose Anerkennung gezollt. In Petersburg brachte der Friedensschluß in den leitenden Kreisen, sowie in der Bevölkerung eine völlige Ueberraschung. Man wußte, daß der Zar durchaus sich auf keine Kriegsentschädigung einlassen wolle, und man glaubte an feine Nachgiebigkeit der Japaner in diesem Punkte. Dazu kam, daß das An dringen des Generals Lenewitsch eine der Fortsetzung de Krieges günstige Stimmung in den leitenden Kreisen er zeugt hatte, die sich auch auf die breiteren Volksschichter zu übertragen begann, wo ein gesteigertes Nationalgefüh bon einem ,, faulen Frieden" nichts wissen wollte. So is: es zu erklären, daß sich in die Genugtuung darüber, daß das Blutvergießen ein Ende nimmt, und die zur Fahne Aus gehobenen zurückkehren werden, doch auch unzufrieden Stimmen einmischen. Es wird unverhohlen von den Wun den gesprochen, die dem russischen Nationalgefühl und dei Eigenliebe des Volkes, sowie der kriegerischen Würde des Reiches, zugefügt seien, und daraus die Lehre gezogen, daß ein neues Rußland geschaffen werden müsse, dem eine gleich Demütigung in Zukunft erspart bleibe. Die Stimmung in Japan. nach Eintreffen der Nachricht von dem Friedensschluß wai geteilt. Die Temperamentvollen, zugleich Unfundigen, wa ren enttäuscht und bestürzt. Die Einsichtigen, zugleich Sach. kundigen sind zufrieden. Sie meinen, Japan habe den eigentlichen Zweck des Krieges erreicht. Es hat Rußland von der südlichen Mandschurei verdrängt und Korea von dem Einfluß des Zarenreichs befreit. Außerdem entspräche da Verhalten der japanischen Regierung ganz dem Geist des Ritters, der für seine Ehre und sein Vaterland, aber niemals für Geld sein Gut und Blut einsetzt. Diese Ansicht wird auch von jedem gebildeten Europäer geteilt. Die Aufnahme in Deutschland. Aufrichtig und herzlich wird der Friede begrüßt. m allgemeinen aber blieb die Bevölkerung in den großen Zentren ziemlich kühl, als die Friedensdepeschen in später Abendstunde bekannt wurden. Die ungezählten, sich; stets widersprechenden Nachrichten der letzten Wochen hatten ein Nachlassen der Spannung bewirkt, so daß der tatsächliche Abschluß zwar sehr beifällig besprochen wurde. aber keine große Erregung hervorrief. Der französische Freund. In Frankreich loben einige nationalistische Blätter den Kaiser von Rußland in überschwänglicher Weise und schreiben seiner Weisheit das günstige Resultat der beendeten Verhandlungen zu. Aber auch Japan wird Anerkennung gezollt, wie man nicht weniger freundlich der Initiative des Präsidenten Roosevelt gedenkt. Von der ehemaligen Russenschwärmerei ist aber nicht niehr viel zu bemerken; der Zu sammenbruch des Alliierten, von dem man ehemals so viel erhoffte, hat die Einpfindungen für ihn sehr herabgestimmt. Englische Stimmen. Vereinzelt wird in Londoner Blättern hervorgehoben, daß die Fortführung des Krieges besser gewesen wäre. Im allgemeinen erflärt man sich aber mit der Herstellung des Friedens einverstanden. Japans Mäßigung wird warm ge. priesen, ebenso Roosevelt als ehrlicher Makler. Im Interesse der Erhaltung des europäischen Gleichgewichts hält man es teilweise für recht wünschenswert, daß eine weitere Schwächung Rußlands vermieden wird. Ein Geheimvertrag? Weil der Friedensschluß manchen überraschend kam und unerwünscht ist, suchen sie in Mutmaßungen Erklärung und finden in Verdächtigungen Trost. Ein englisches Blatt , erfährt" von einem Mitgliede der japanischen Mission, der geheime Grund für Japans Entgegenkommen liege in der Klausel, betreffend die Zahlung für den Unterhalt der cussischen Gefangenen. Die dafür vereinbarte Summe würde wahrscheinlich ungefähr jenen Betrag erreichen, den Japan ils Entschädigung fordern zu müssen glaubte. Dank dem Vermittler! Witte hat dem Präsidenten Roosevelt in einem Telegramm zum Ausdruck gebracht, daß die Geschichte ihm den Ruhm des Friedens von Portsmouth zuschreiben und wie aufrichtig seitens Rußlands die Initiative des Präsidenten geschätzt wird. Komura hat zuerst von den Bevollmächtigten den Präsidenten von dem Ausgang der Konferenz in Kennt ris gesetzt, aber er hat sich auf die einfache Tatiache des Uebereinkommens beschränkt. Der Präsident hat daraus an beide Dank- und Glückwunschtelegramme gesandt. F4 Die letzte Sitzung. -Intimes von der Friedens- Konferenz.Fieberhafte Spannung;- das ist der einzige Ausdruck für die Stimmung, die alle Gemüter in dem kleinen, zu einem welthistorischen Plaze gewordenen amerikanischen Hafenstädtchen Portsmouth erfüllte, als die russischen und die japanischen Unterhändler zur legten Sigung zusammentraten. Denn daß es die lezte sein werde, erklärte Witte sofort beim Zusammentreffen der beiderseitigen Delegierten. Jezt kann man es ja sagen, und die russischen Friedensunterhändler machen gar kein Hehl mehr daraus: Sie hatten die Koffer gepackt. Sie hielten die Sache für aussichtslos und eine Verständigung für ausgeschlossen. So unüberbrückbar erschienen die Meinungsverschiedenheiten. Starr bestanden die Japaner auf ihren Forderungen: Kriegsentschädigung, Abtretung von Sachalin event. Rückkauf der nördlichen Hälfte der Insel, Beschränkung der russischen Seemacht in Ostasien, Auslieferung der in fremde Häfen geflüchteten und dort internierten russischen Kriegsschiffe. Mit der gleichen Starrheit lehnten die Russen diese Forderungen ab. Hier schien alle Mühe, auch die Anstrengung Roosevelts, vergeblich. So standen die Dinge, als die letzte Sibung ihren Anfang nahm. Trotz der eisigen Miene, hinter der die geschulten Diplomaten ihre Erregung zu verbergen bemüht waren, merkte man auch ihnen an, daß sie von dem Ernst der entscheidungsvollen Stunde erfüllt seien. Nochmals vertraten die Japaner ihren Standpunkt; in geänderter, teilweise gemilderter Form hielt Komura ihre Forderungen aufrecht. Sofort stellte Witte fest, daß der neue Vorschlag der Gegenpartei nur eine Zusammenziehung der vier strittigen Punkte bedeute, und daß das ominöse Wort- die darin nicht fehle. Rund und nett Kriegsentschädigung erklärte Witte die Ablehnung dieser Forderungen. Jeßt mußte die Entscheidung fallen, und sie zeitigte eine wahrhaft dramatische jene. Die Erregung hatte die Dele gierten von den Sigen aufschnellen lassen. Aufrecht standen sie sich gegenüber, Witte und Komura vor ihren Gehilfen. Jetzt sprach Witte sein letztes Wort: Keine Kriegsentschädigung, Teilung der Insel Sachalin, gegenseitige Entschädigung der Kosten, die durch die Ernährung der Kriegsgefan--Eine schwere, dumpfe Pause. genen erwachsen sind. Langsam wendet sich Komura um. Es ist, als wolle er in den Augen der Seinen lesen. Langsam wendet er sich Witte zu. Dann ein schnelles Vortreten, mit ausgestreckter Rechten eilt er auf Witte zu und spricht die entscheidungsvollen Worte:„ Ich nehme an!" Der Friede war da. Wie ein Alb fiel es von den Gemütern, die Spannung begann sich zu lösen, und mit Herzlichem Gefühl drückte Witte seinem bisherigen Gegner die Hand. Dann folgte die Erklärung für diese überraschende Wendung: Im Gefühl der Verantwortlichkeit gegenüber der Zivilisation und der Menschlichkeit-- so lautete die japanische Erklärung- habe der Mifado beschlossen, auf die als unannehmbar bezeichneten Punkte zu verzichten. Nachdem Witte diese Erklärung übersetzt war, dankte er im Namen Rußlands und der Menschheit für diese weise Entscheidung. Damit war der ebenso bedeutungsvolle wie hochdramatische Akt beendet. Als die Nachricht durch das Telephon in die harrende Außenwelt gelangte, wollte man nicht an die Richtigkeit glauben. Dreimal mußte der Sekretär Wittes die Mitteilung wiederholen, ehe man einen Umschwung für möglich hielt, der nach der Aussichtslosigkeit bei Beginn der Sizung mit höchster lieberraschung wirken mußte. Wie ein Triumphator wurde Witte bei der Anfahrt in seinem Hotei empfangen. Auch den Japanern wurde eine warme Svation bereitet, indessen waren sie offenbar von einem bedrückenden Gefühl beherrscht. Berr von Witte. ( Eig. Bericht.) Berlin, 30. August. Während der ganzen Dauer der Friedensverhandlungen bon Portsmouth hat der russische Bevollmächtigte Sergej Julitsch Witte im Vordergrunde des Interesses gestanden. Aller Augen waren auf ihn gerichtet. Sonst gilt die Aufmerksamkeit in erster Reihe dem Sieger, der seinen Willen dem anderen Teil aufzwingt. Selbst wenn man dem Besiegten Sympathie zuwendet, gehört die größere Achtung doch dem Sieger. Hier war es umgekehrt. Fast von Anbeginn sah man oder vermutete man in Witte den rüstigeren diplomatischen Kämpfer, der auch einer unterlegenen Sache Vorteile zuzuwenden verstehen würde. Er war eben nicht als Besiegter gekommen, der auferlegte Bedingungen demütig oder grollend entgegennimmt, sondern als Streiter, der auch abzulehnen und das Kriegsspiel zu erneuern wagt. Dabei umgab ihn eine Art modern- romantischen Schimmers, anzichend ganz besonders für Yanfec- Augen, die den Mysterien der Riesensummen, der Milliarden, größere Nei gung als andere Menschen entgegenbringen, jedenfalls besseres Verständnis dafür zu haben glauben. Er war der Zauberer, der den Milliardenstrom immer wieder nach Ruß land geleitet, der Rußland eine feste Goldwährung gegeben hatte, während man in Amerika für ihre Sicherung noch fämpfen mußte, und der das Geheimnis besaß, auch dem schmählich zusammengebrochenen Rußland noch unermeßlichen Kredit zu verschaffen. heer eine Gesamtersparnis von 2984 000 Mark und beim allgemeinen Pensionsfonds eine Gesamtminderausgabe von 1716 000 Mark gegenüber. Von den dem Reiche zustehenden Steuern brachten Wehrerträge die Zuckersteuer 12 989 000 Mark, die Salzsteuer 1207 000 Mark, die Brausteuer 509 000 Mark, die Wechselstempelsteuer 1 005 000 Mark, die Brennsteuer 1 289 000 Mart. Gegen den Voranschlag zurückgeblieben sind die Zölle um 21 006 000 Mark, die Tabakssteuer um 903 000 Mark. Von den Betriebsverwaltungen haben gegenüber dem Etat mehr abgeliefert die Neichspost- und Telegraphenverwaltung 1 455 000 Mark, die Reichseisenbahnen 848 000 Mark. Die Einnahmen aus dem Bantwesen sind um 5 986 000 Mark, die verschiedenen Verwaltungseinnahmen um insgesamt 4 332 000 Mark über den Etatsansag hinausgegangen. Im ganzen sind an ordentlichen Einnahmen, soweit sie dem Reiche verbleiben, 9 814 000 Marf gegen den Etat mehr aufgekommen, da der über den Etat hinausgehende Bedarf insgesamt 18 373 000 Mart beträgt, ergibt sich für das Rechnungsjahr 1904 der obengenannte Fehlbetrag. Herr v. Witte hat reichlic) Ursache, mit seiner Leistung zufrieden und auf sie stolz zu sein. Er ist geschickt und verschlagen, hartnäckig und verblüffend gewesen. Das dari man gern zugestehen, und es ist begreiflich, daß bei der Rückkehr von der entscheidenden Sitzung die Mitbewohner seines Hotels ihm zujubeiten, Hurras auf ihn ausbrachten, ihm die Hand zu schütteln nicht müde wurden. Er hat eine diplomatische Kunstarbeit geliefert und seinem Lande viel Geld erspart. Wittes Verdienst ist außer Zweifel, es wird bon jedermann anerkannt und wird selbst in Rußland jedem Versuch einer Herabsetzung widerstehen. Vielleicht ist es gerade der Hinblick auf seine Neider und Hasser in der Heimat gewesen, der Witte stark gemacht und ihm den Mut gegeben hat, alles durchzutrogen. Denn die kleinste Konzession von ihm an die Japaner, und seine Widersacher hätten ihn um Landesverrat angeklagt, hätten behauptet, daß er ungeschickt die Interessen des Landes verabsäumt, wenn nicht gar, daß er sie den Japanern verkauft habe. Angriffen entging er nur, wenn er ohne Ausnahme alles erreichte, was die heimatlichen Feinde selbst als jenjeits der Grenzen des Erreichbaren liegend bezeich net hatten. Und trotzdem wird es an russischen Angriffen auf Witte und an Verkleinerungsversuchen gegenüber seinen Verdiensten nicht fehlen. Eines ist gewiß: Wenn der Zar einen anderen Mann findet, der glauben zu machen vermag, daß er imstande sei, die Arbeit der Schuttaufräumung in Rußland zu übernehmen, so wird er Witte dazu nicht berufen. Wahrscheinlich ist es allerdings nicht, daß ein anderer Plehwe den Mut finden wird, sich an die Stelle zu drännen, die Witte allein gebührt, für die Witte allein die Fähigfeiten hat, weil er allein das Vertrauen des Auslandes und namentlich der Finanzwelt genießt. * Mit Rücksicht auf die angeblich bevorstehende Verstaatlichung der Krankenkassen beschloß der in Breslau tagende Verbandstag der Verwaltungsbeamten der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften Deutschlands den Anschluß ihrer Organisation an die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Denn daran ist kein Zweifel: Für Rußland beginnt das rechte Leid erst jetzt. Es ist innerlich niedergebrochen und muß neu aufgebaut werden. Seine Schulden sind ins Riesenhafte gewachsen, und doch müssen neue Anleihen aufgenommen werden. Die Wiederherstellung der Rüstung, der Wehrfähigkeit ist eine vornehmste Sorge. Dazu ist Hungersnot in weiten Gebieten des Landes. Mit Vertuschungen und Beschönigungen ist da nichts zu erreichen. Ernste Arbeit muß getan werden, anhaltend, gewissenhaft. Das ist bisher nicht russischer Brauch gewesen, und es gibt viele, die sich an den neuen Brauch nicht gewöhnen mögen. Aber Witte wird mit ihnen aufräumen und sie zu dem Maß von Tätigfeit zwingen, das ihm selbst Bedürfnis geworden. Freilich, Zar Nikolaus wird erst zeigen müssen, ob er Herrn von Witte als seinen Minister und Reichskanzler verträgt und vertragen will. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Das für Dienstag abend zu Ehren der englischen Flotte in Swinemünde geplante Gartenfest mußte wegen der schlechten Witterung ausfallen. Dagegen fand unter reger Beteiligung der Offiziere eine Tanzréunion mit Feuerwerk statt. Die zehn deutschen Torpedoboote verließen abends den Hafen und zwischen 11 und 12 Uhr nachts lichtete die gesamte deutsche Flotte die Anker zur Fortsetzung der Manöver. Beim Abdampfen wurde der übliche Salut zwischen beiden Geschwadern ausgetauscht. Die Engländer halten andauernd regen Verkehr mit Hafen und Stadt durch ihre Dampfbarkassen aufrecht. Englische Torpedoboote dampfen ein und aus, um ihre Kohlen zu ergänzen. Die Abfahrt der englischen Flotte erfolgt entweder Donnerstag abend oder Freitag früh. Die Stadtverordneten in Danzig haben für den Empfang der englischen Flotte 5000 Mark bewilligt. Der Abschluß des Reichshaushaltsetats für 1904 liegt jezt vor. Er schließt mit einem Fehlbetrag von 8 559 339,45 Mark ab. Jedoch sind für den Reichsinvalidenfonds 10 055 000 Mark Vorschüsse geleistet worden, se daß ein Ueberschuß von 1494 000 Mart sich rechnerisch ergeben würde. Die Ausgaben der Marineverwaltung überschritten den Etatansat um 1 240 000 Mart. Dem steht beim Reichs* Der Dampfer„ Eleonore Woermann" mit den auf der Studienreise nach Westafrika befindlichen Reichstagsabgeordneten an Bord ist wohlbehalten in Viktoria im Kanierungebiete angekommen. frankreich. ** Der Streitfall mit Marokko hat dadurch eine neue Bestalt angenommen, daß der Sultan dem französischen Gejandten in Fez brieflich mitgeteilt hat, er beharre dabei, Den algerischen Kapitän Bu Mzian el Miliani als seinen Untertanen zu betrachten, und weigere sich, ihn in Freiheit ju setzen. Ob die französische Regierung nunmehr eine Demonstration veranstaltet, ist noch nicht entschieden. Alien. ** Die Kaiserin von China beabsichtigt, zu Neujahr eine Berfügung zu erlassen, nach der in zwölf Jahren ein chincisches Parlament errichtet werden soll. ** Hof und Gesellschaft. Der frühere Oberpräsident von Posen, v. Will a mowiz Möllendorf, der vor einigen Tagen vom Pferde stürzte, ist an den Folgen der Verlegungen, zu denen sich eine Lungenkomplikation gesellte, auf seinem Gute Robelnik gestorben. Der Schah von Persien ist von Vichy nad Petersburg abgereist. ** Heer und flotte. Jäger zu Pferde. Am 1. Oktober werden die Jäger zu Pferde eine andere Uniform wie bisher erhalten. Anstelle des gelben Rollerbesates tritt rosa, die gelben Knöpfe und Tressen werden weiß. Die Achselknöpfe erhalten eine rote Einfassung und statt der jezigen Nummer XI wird eine gestickte II getragen. Die weiße Reit- und Paradehose fällt weg, sie wird durch eine grüne ersetzt. Deutsche Untersceboote. Auf der Kieler Germaniawerst lief gestern vormittag eins der für Deutschland zur Vornahme von Versuchen gebauten Unterseeboote vom Stapel. Das Boot, welches ein Deplacement von 150 Tonnen aufmeist, wird in etwa 14 Tagen, nachdem es seine lezte Ausrüstung bekommen hat, seine Versuche aufnehmen. Die Geschichte des Krieges. - Ein Rückblick.- thur durch die Japaner; 2. Dezember: Bernichtung der im Hafen von Port Arthur eingeschlossenen russischen Schiffe. Das Jahr 1905 begann mit der Kapitulation von Port Arthur, das sich am 1. Januar ergab. Am 25. Januar wurde General Gripenberg geschlagen und Heikontai von den Japanern genommen. Am 28. Januar räumten die Russen Sandepu. Die große Schlacht bei Mukden begann am 1. März und endete am 10. März mit dem Rückzug der Russen und dem Einzug Marschalls Oyama in die Stadt. Die russische baltische Flotte wurde am 27. Mai in der Koreastraße vernichtet, Admiral Roschdjestwensky gefangen, Admiral Nebogatom ergibt sich. Am 8. Juli landen die Japaner auf Sachalin, am 4. August ergibt sich der größte Teil der Besatzung. * Bahl an der am 1. Dezemb beteiligen follen. Den bazu Gnen die Behörden in weitg Zur Hinrigtung swärtiger Blätter aadhbem wir uns burdh Jaf Stelle von ihrer Unrichtigle fatholische Pfarrer babe fid Bulwohnen, weil er bem balepte Geleit geben woll M. Journ.", daß Subbe Dam fatholischen Geiftlichen, Flaatsanwalt erklärte, er immer in evangelischen E geliefen, durch die er erf Damit waren did bedeutenderen Kriegsereignisse beendet; am 9. August begannen die Friedensverhandlungen in Portsmouth. Was die Verluste anbetrifft, so haben die Russen bis zum Juni d. Js. ungefähr 389 000 Mann verloren, darunter 67 700 Gefangene, während der Verlust der Japaner rund 168 000 Mann beträgt, darunter ca. 700 Gefangene. Von 83 Schiffen mit 410 224 Tons haben die Russen 73 mit 346 588 Tons verloren, während die Japaner ron 76 Schiffen nur 12 eingebüßt haben. Die japanische Flotte wird durch Einverleibung einer Anzahl russischer Kriegsschiffe um 25 435 Tons größer sein, als bei dem Beginn des Krieges. Nab und Fern. Religion unwahr sei unb Bischöfe und Briefter fhme Sebzeiten seines Baters nid wolle er jegt, nämlich rang ben fatholischen, sondern eine Dieser Erklärung wurde Sub gelischen Beiligen befut Beiftliche Bubbe noch weiter Thon über Suddes Ellärung weifelhafte Gewißheit mußte Hubbe feine Hoffnung auf Be Deshalb machte der fatholif am 21. Auguft, am Tage vor bi feiner früheren E.flärung ang des Pfarrers, er wolle legen. Am Nachmittag ga dem fatholischen Pfarrer bi er am anderen Morgen nic † Die Cholerafälle in Westpreußen. Bis zum 30. August sind insgesamt 20 choleraverdächtige Erkrankungen gemeldet, von denen 12 als Cholera bakteriologisch festgestellt worden sind, 6 davon haben tödlich geendigt. Die festgestellten Fälle betreffen Flößer, die in jüngster Zeit aus Rußland gekommen sind, sowie Personen, welche mit sol chen Flößern in unmittelbarer Berührung gestanden haben. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Das nun zum Ende gekommene gewaltige Ringen um die Vormacht in Ostasien begann am 6. Februar 1904 nit dem Abbruch der diplomatischen Verhandlungen durch Japan. Am 8. Februar begannen die Feindseligkeiten. Admiral Togo überfällt die russische Flotte im Hafen von Port Arthur und beschädigt mehrere Panzerschiffe schwer. In schneller Reihenfolge schreiten die Japaner von Erfolg zu Erfolg. Die nachfolgende chronologische Aufzählung zeigt das deutlich. 9. Februar: Bombardement der Japaner Jegen die russische Flotte und die Küstenbefestigungen von Port Arthur; Seegefecht von Chemulpo an der koreanischen Küste; der Kreuzer Warjag" und das Kanonenboot ,, Svrajez" werden von den Russen versenkt; 10. Februar: Landungen japanischer Truppen auf Korea, bei Chemulpo und Gensau; 24. Februar: Branderangriff der Japaner auf den Hafeneingang von Port Arthur; 7. April: Landung der Japaner in der Yalumündung; Beginn der Kämpfe am Yalu; 13. April: Untergang des Petropawlowsk" und Tod des Admirals Makarow; 28. April: Beginn des Rückzuges der Russen vom Yalu; 30. Mai: Schlacht bei Wafangfou; Niederlage des Generals Stackelberg; 23. Juni: Seeschlacht vor Port Arthur, schwere Havarien der Russen; 10. August: mißglückter Ausfall des Port Arthur- Geschwcders; Zersprengung der russischen Flotte; Tod des Admirals Witthöft; 23. August: Beginn der Schlacht von Lianjang; 1. September: Rückzug der Russen von Liaujang; 10. Oktober: Beginn der Schlacht am Schaho; 19. Oktober: Ende der Schlacht am Schaho, Rückzug der Russen; 30. Nobember: Eroberuna des 203 Meter- Süaels bei Port Ar† Militärischer Erzeß. Ein Sergeant des Feldartilerieregiments Nr. 24 wurde im Marschquartier in Thür von zwei Artilleristen angegriffen und mit den Säbeln totgeschlagen. Die beiden Soldaten wurden sofort verhaftet. † Mord und Selbstmord ans Eifersucht. In Berlin erschoß ein Mann seine Ehefrau, die sich als Näherin ihr Brot erwarb, da der Mann seit Monaten von ihr getrennt lebte. Er war abends in die Wohnung der Frau gedrungen und hatte sie mit einem Revolver tödlich getroffen. Dann richtete er die Waffe auf sich selber und brachte sich so ums Leben. † Niederlassung des„ Vulkan" in Hamburg. Die große Stettiner Schiffswerft„ Vulkan" hat beschlossen, eine Niederlassung in Hamburg einzurichten. Für den betreffenden Antrag des Vorstandes stimmten 5 Millionen 200 000 Mt. Kapital, dagegen 2 Millionen 100 000 mf. Auch der Norddeutsche Lloyd in Bremen hat beim„ Vulkan" einen neuen Schnelldampfer in Auftrag gegeben, der den Namen ,, Kronprinzessin Cäcilie" erhalten soll. † Auf der Jagd erschossen. Der Gasthofbesizer Bukoll in Rosenberg war mit seinem Sohne auf die Rehvürsche gegangen. Ein Schulkamerad des Sohnes wollte, wie er es schon öfters getan, den jungen Bukoll auf dem Anstand aufsuchen. Er benutte als Weg dorthin einen troefenen Graben, wurde von dem Vater Pukoll für ein Stück Wild gehalten und durch den Kopf geschossen, so daß der Tod auj der Stelle eintrat. † Zug- Entgleisung. Auf der Strecke RodenkirchenKleinensiel im Oldenburgischen entgleiste ein Schnellzug. Die Lokomotive und der Packwagen stürzten vom Bahndamm in einen Graben hinab, und der nächste Personenwagen kippte über den Graben hinüber. Ein Schaffner und meh rere Reisende erlitten Verlegungen. † Von Wilderern erschossen. Auf einem Gange durch das Revier wurde der Gemeindeförster des Ortes Vorbruck im Elsaß von Wilderern angefallen. Er erhielt einen tödlichen Schuß in die linfe Seite. † Ein ganzer Stadtteil abgebrannt. In dem alten, histo risch merkwürdigen Frankenstädtchen Seßbach brach infolge einer Explosion des Kessels einer Dampfmaschine eine große Feuersbrunst aus, die über fünfzig Gebäude einäscherte. Unter den vernichteten Häusern befindet sich auch ein alter historischer Posthof. † Ein Mädchen- Mörder. Im Vorpark des kaiserlichen Schlosses zu Schönbrunn bei Wien wurde ein junges Dienstmädchen ermordet aufgefunden. Als Täter wurde ein Fahrer der städtischen Straßenbahn verhaftet. evangelischen Geistlichen be -er. Einer widerliche dar Aliceftraße gestern Aber angetrunkener Mann mißha Fiind auf die robefte Weife Llls einige Vorübergehende wandte er sich mit den Fau ais ihm mit Herbeirufung Schimpfend und fluchend zog *** Befißwechsel. nehmers Rinn Gießen in bron 50000 Mt. in den Bef Gießen über. † Nene Dampferverbindung nach Ostasien. Die Ham burg- Amerifa- Linie eröffnet am 1. September mit fünf Dampfern einen neuen Passagierdienst nach den oſtaſiatiſchen Hafenplätzen. † Unglücksfälle im Bergwerk. In einem Bergwerk in Kroatien brach ein Grubenbrand aus. Der Pächter des Bergwerks, sieben Bergleute und eine Frau kamen ums Leben. In Zechau wurden im Gertrauden- Schacht drei Bergarbeiter durch herabstürzende Kohlenmassen verschüttet und getötet. Lokales. 31. August 1905. ** Der Großherzog empfing den Pfarrer Laut von Ober Dfleiden. ** Der Großherzog hat dem Hauptmann Stein im 1. Ermländischen Infanterie- Regiment Nr. 150, feiher im Infanterie- Regiment Raiser Wilhelm Nr. 116, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Ernannt wurde die Gefangenwärterin am Provinzialarresthaus in Gießen Elisabeth Peter zur Gefangenaufseherin an dieser Anstalt mit Wirkung vom 1. Oftober 1905. * Die den an den Kaisermar övern teilnehmenden Trupper teilen verliehenen neuen Fahnen werden vom Kaiser am 8. bezw. 11. September vor Beginn der Kaiserparaden den betreffenden Regimentern übergeben. ** Volkszählung. Das Staatsministerium hat verfügt, daß die Beamten und Lehrer sich in möglichst großer * ** Beschnittenes Goldstücke in den Berkehr Hoand herum ftart beschnitten fitht beim Verkehr mit Gold ** Die diesjährige Gießen wird wie folgt abge tember: Lich 17 Uhr, Bir Dorfgill 10 Uhr, Eberftal Donnerstag, de Rodheim 8 Uhr, Steinhein 11 Uhr. Samstag, der 11 Uhr. 7 Uhr, Bellersheim 8 16 Langsdorf 11 Uhr. Dienst - 7 Uhr, Inbeiden 8 Uhr, 10 Uhr. Donnerstag Uhr, Barbenteich 10 Steinberg 12 Uhr.- Grüningen 9 Uhr, Holabe aid Leihgeftern 1 Uhr. *** Der in Breslau waltungsbeamten der genossenschaften Deuts nohenden Verstaatlichung Eve Generalfommiffion de mzufchließen. Die Konjumbere Beefbloffene Beftiuerung poteftieren, in Darmstadt eine Ronfere * Geldrollen sind, werden sollen, der Länge na 2g. 8tg." berichtet über Befchäftsmann empfing bon 炒肝 Herbst zu Mittwoch, der 8% Uhr: Beginn 10 " Konzert 12 " Vorführu findlichen 12 1% 11 " dem Reite Vorführun Mittagsta Sarl rnichtung der im Tuffifden Schiffe. ulation von Port Am 25. Januar nd Heifontai von uar räumten die Mufden begann dem Rückzug der ma in die Stadt. Zahl an der am 1. Dezember stattfindenden Volkszählung beteiligen sollen. Den dazu erforderlichen Urlaub werden ihnen die Behörden in weitgehendem Umfange gewähren. auswärtiger Blätter * Zur Hinrichtung Huddes. Zu der Mitteilung machdem wir uns durch Informationen an gut unterrichteter Stelle von ihrer Unrichtigkeit überzeugt, feine Notiz wir nahmen von der Meldung, - der angeblicher Inhalt 40 Fünfmartstücke. Die Rolle wurde in der Mitte quer durchschnitten und es fanden sich nur 39 Stück vor. Das Bankhaus wandte sich an die Reichsbank und diese an die Badische Staatsbahnbehörde. Leßtere weigerte sich, für das fehlende Fünfmarkstück aufzukommen, nnter der Begründung, daß nur der Verfertiger der Rolle und eventl. der Offner Haftbar gemacht werden können. Da letterer in vorschriftswidriger Weise( quer) geöffnet habe, so habe er die Möglichkeit des Nachweises dafür benommen, in sie getan habe. Als Vorsicht! Gladenbach, 30. Auguft. Abgebrannte Mühle. In der Nacht zum Dienstag ist die Mertensmühle mit allen Nebengebäuden total eingeäschert worden. Man vermutet Brandstiftung. mensfy gefangen, zuwohnen, weil er dem Mörder seines Amtsbruders nicht daß der Verfertiger der Rolle, eine Stationskasse, zu wenig übrigen Wurstsorten sind entsprechend teurer geworden. Juli landen die bt sich der größte iegsereignisse beensverhandlungen haben die Russen die Japaner ron japanische Flotte russischer Kriegs bas legte Geleit geben wollte, erfährt jetzt auch das flerifale M. Journ.", daß Hudde bald nach seiner Verurteilung bem katholischen Geistlichen, der ihn besuchte und dem OberStaatsanwalt erklärte, er sei seit seinem 14. Lebensjahre immer in evangelischen äusern gewesen und habe Bücher die Russen bis gelesen, durch die er erfahren habe, daß die katholische verloren, darun Religion unwahr sei und daß sich die katholischen Päpste, lust der Japaner Bischöfe und Priester fhmer vergangen hätten. Was er zu 700 Gefangene. Lebzeiten seines Vaters nicht fonnt, aber längst wollte, das wolle er jetzt, nämlich evangelisch werden; er wolle nicht den katholischen, sondern einen evangelischen Geistlichen. Nach dieser Erklärung wurde Hudde wiederholt von einem evanWenn auch der katholische Geistliche Hudde noch weiter besuchte, so geschah dies, weil man über Huddes E. flärung nicht ohne Zweifel war. Unweifelhafte Gewißheit mußte der Tag bringen, an dem Subbe feine Hoffnung auf Begnadigung mehr haben fonnte. Deshalb machte der katholische Pfarrer seinen letzten Besuch am 21. August, am Tage vor der Hinrichtung. Sudde blieb bei seiner früheren Eklärung, sagte jedoch auf die Mahnang des Pfarrers, er wolle fich die Sache nochmals überlegen. Am Nachmittag gab er dem Dberstaatsanwalt und dem fatholischen Pfarrer die endgültige Erklärung ab, daß er am anderen Morgen nicht vom fatholischen, sondern vom bangelischen Geistlichen begleitet sein wolle. bei dem Beginn gelischen Geistlichen besucht. zum 30. Auguft ranfungen gemel logisch festgestellt Digt. Die festges ingiter Zeit aus , welche mit fol gestanden haben. des Feldartillerie tier in Thür von den Säbeln tot sofort verhaftet. t. In Berlin er Näherin ihr Brot ihr getrennt lebte. u gedrungen und Offen. Dann rid Cachte sid fo ume burg. Die große ffen, eine Nieder den betreffenden en 200 000 mf. f. Auch der Bulkan" einen der den Namen fbesizer Bukoll in Die Rehpürsche ge wollte, wie er e dem Anstand auf nen troffenen Gra ein Stück Wild ge -er. Einer widerlichen Scene konnten die Bossanten der Aliceftraße gestern Abend beiwohnen. Ein anscheinend angetrunkener Mann mißhandelte sein Weib und sein kleines Kind auf die robeste Weise mit Fauftschlägen und Fußtritten. Als einige Vorübergehende seinen Roheiten Einhalt geboten, wandte er sich mit den Fäusten gegen diese, ließ aber ab, als ihm mit Herbeirufung der Polizei gedroht wurde. Schimpfend und fluchend zog er weiter. ** Besitzwechsel. Das Anliegen des Bauunternehmers Rinn- Gießen in der Ostanlage ging zum Preis: bon 50 000 t. in den Besitz des Schreinermeisters BenderGießen über. *** Beschnittenes Gold. In lezter Zeit sind Boldstücke in den Verkehr gegeben worden, welche um den Rand herum start beschnitten waren. Es ist deshalb Vorficht beim Verkehr mit Goldgeld dringend geboten. - *** Die diesjährige Hauptftierkörung im Körbezirk Gießen wird wie folgt abgehalten; Samstag, den 2. September: Lich 27 Uhr, Birklar 8 Uhr, Muschenheim 9 Uhr, Dorfgill 10 Uhr, Eberstadt 11 Uhr und Oberhörgern 12 Uhr. Donnerstag, den 7. September: Langd 7 Uhr, o daß der Tod auf Rodheim 8 Uhr, Steinheim 9 Uhr und Rabertshausen 11 Uhr. Sametag, den 9. September: Obbornhofen 7 Uhr, Bellersheim 8 Uhr, Bettenhausen 10 Uhr und Langsdorf 11 Uhr. Dienstag, den 12. September: Hungen 7 Uhr, Inheiden 8 Uhr, Trais. Horloff 9 Uhr und Utphe 10 Uhr. Donnerstag, den 14. September: Hausen 9 Uhr, Garbenteich 10 Uhr, Wagenborn 11 Uhr und Steinberg 12 Uhr. Samstag, den 16. September: Grüningen 9 Uhr, Holzheim 10 Uhr, Lang- Göns 12 Uhr und Leihgestern 1 Uhr. ede Rodenkirchene ein Schnellzug. en vom Bahndamın te Personenwagen Schaffner und meh 2m Gange durch das Ortes Vorbrud im hielt einen tödlichen n dem alten, bifto fbach brady infolg maschine eine groß Gebäude einäicherte sich auch ein alter ark des kaiserlichen e ein junges Dienst Täter wurde ein haftet. tafen. Die Sam eptember mit für *** Der in Breslau tagende Verbandstag der Verwaltungsbeamten der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften Deutschlands beschloß angesichts der drohenden Verstaatlichung der Kassen ihre Organisation an die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands anzuschließen. * Die Konsumvereine Hessens hielten am Sonntag in Darmstadt eine Konferenz, um gegen die im Landtage beschlossene Besteuerung der Konsumgenossenschaften zu protestieren, * Geldrollen sind, falls Reklamationen anerkannt werden sollen, der Länge nach aufzuschneiden. Die„ Nordd. ch den oſtaſiotiſaag. 8tg." berichtet über einen einschlägigen Fall. Ein Geschäftsmann empfing von einem Bankhaus eine Geldrolle, einem Bergwerf in Der Pädter des Frau famen ums trauden- Schacht dri enmaffen verschüttet . August 1905. m Pfarrer Laut Hauptmann Steir ent Nr. 150, feihe Jelm Rr. 116, bal rdens Philipps bel Befangenwärterin an fabeth Beter zur It mit Birtung vom Herbst- Pferdemarkt zu Gießen Mittwoch, den 6. September 1905. 8% Uhr: Beginn der Prämiierung. 10 12 " 12 " röbern teilnehmendm Fahnen werden vom or Beginn der Raifer übergeben. Staatsminifterium ha ich in möglicht großer = 12/2 11/2 " Konzert Restauration. -- und - - Lollar, 31. Auguft. Die Kirchweih ist vorüber, die Einwohner haben das werftägliche Treiben wieder auf genommen und schenken dem Ernste des Lebens, dem Berufe unserer Bürgermeisterwahl wieder mehr Aufmerksamkeit. Man würde es gerade hinsichtlich der I Btgenannten Sache allseits begrüßen, wenn es schon i Bt öffentlich bekannt sei, wie lange Lollar die Interims Berwaltung der Bürgermeisterei behält und wann die Wahl eines D.tsoberhauptes stattfindet. *** Lollar, 30. August. Die gemeinsame Sigung der Gemeinderäte von Daubringen, Lollar, Mainzlar und Staufenberg, welche, wie bereits gemeldet, gestern Dienstag Nachmittag im Gasthaus Zur Germania" in Lollar stattfand, befaßte sich mit der Erbauung einer Kreisamtmann Wasserleitung für alle vier Orte. Dr. Kranzbühler leitete die Versammlung. Die Quellen für das Projekt sind bereits angekauft, fie liegen bei Allendorf und werden nach den Ausführungen des mitanwesenden Ingenieurs Müller vom Kreisamt für rund 6000 Personen Wasser liefern. Die Hauptzuleitungsrohre werden also durch das Lumdatal gelegt, dus große für Lollar, Mainzlar und Daubringen bestimmte Reservoier fommt auf die Anhöhe zwischen Lollar und Staufenberg; Staufenberg selbst erhält ein Reservoir( xtra. Die Erbauungsfosten betragen rund 150 000 Mt. Dem von beiden Herren des Kreisamtes vorgelegten Projekt stimmten sämtliche anwesenden Gemeinderatsmitglieder zu, mithin ist nunmehr auch die schon oft in die Debatte gezogene Wasserleitungsfrage geregelt und zwar was wir sicher annehmen zum Segen der beteiligten Gemeinden. Staufenberg hat ja vor zwei Jahren bereits eine eigene Leitung gebaut, wird aber trotzdem sich mit anschließen, weil dann die aufzubringenden eigenen Betriebsfoften geringer werden. Vorführung der im Privatbesitz befindlichen Reit- und Wagenpferde unter dem Reiter und im Geschirr. Vorführung sämtl. prämiierten Pferde. Mittagstafel im Gasthof zum ,, Prinz Karl" - + Großen Linden, 30. Auguft. Gesundheitsschäd. licher Brunnen. Die letzte Dienstagnummer dieser Zeit ung brachte die genaue vom chemischen Untersuchungsamte gegebene Analys: eines unserer Brunnen mit dem Gesamtgutachter, daß die Gefahr einer gelegentlichen Infektion des Wassers mit Krankheitsfeimen vorläge. Zu der Notiz fann heute noch nachgetragen werden, daß unsere Gemeinde bereits umfangreiche Anstalten zur Erlangung eines einwands. freien Trinkwassers trifft, indem sie die Anlage einer Wasser. leitung projeftiert. Von anderer Seite wird uns noch geschrieben: Im Orte ist man über die Erbauung einer Wasserleitung geteilter Meinung. Dieselbe Ersche.nung hat man aber häufig auch in anderen Daten beobachten können, dann aber wenn in der Küche das Krähnchen einfach braucht aufgedreht zu werden um Wasser, gutes Wasser, zu erhalten dann will niemand die schöne Einrichtung mehr vermissen. Hoffentlich wird die große Mehrzahl unserer Einwohner nicht erst das neu geplante Wert bekämpfen, sondern sich ihm sofort anschließen. - § Ulrichstein, 30. August. Bahnprojekt SchottenUlrichstein. In einer in Schotten abgehaltenen Versammlung der Vertreter der interessierten Gemeinden wurde beschlossen, die nötigen Vermessungen vornehmen zu lassen. * Ortenberg, 30. Auguft. Um den bei Ortenberg belegenen Säuleubasaltsteinbruch rationeller ausbeuten zu fönnen, lassen die Ohmtal- Baltsaltweite: Marburg in der Umgebung unseres Dites verschiedene neue Betriebeanlagen errichten. Die hier gebrochenen Steine find als Pflasterung sehr begehrt. XMarburg, 30. Auguft. Der Lehrer Mengel aus Wiesenfeld, der am Abend des 17. Juni die 14jährige Landwirtstochter Kinkel getötet hat, ist seitens des Direktors der Landesheilanstalt Prof. Dr. Tuczeck für unzurechnungsMengel befindet sich deshalb außer fäbig erklärt worden. Verfolgung und ist nach Hause zurückgekehrt. $ 80000 Ein Pferdemarkt- Los erhält jeder Kunde gratis beim Einkauf von Schuhwaren Feste Preise. im Betrage von Mk. 10. an. Umtausch gestattet. Frankfurter Schublager Giessen, Mäusburg 12. n. Reiss §§ Aus dem Vogelsberg, 30. Auguft. Die Fleischverteuerung greift ist auch auf das Land über. Das Pfund Schweinefleisch ist um 5 Pfg. aufgeschlagen, von 70 Bfg. auf 75 Pfg., Blut- und Leberwurst sind von 70 Pfg. für das Pfund auf 80 Pfg. gestiegen, auch die Für die Masts hweine wird zur Beit ein Preis bezahlt, wie es seit einem Menschenalter nicht der Fall gewesen, nämlich 52 bis 54 Pfennig für das Pfund Lebendgewicht. Das war sehr oft der Preis für das Schlachtgewicht. Dabei ist das Angebot keinesfalls der Nachfrage entsprechend. §§ Groß Felda. 30. Auguft. Doktor Schaub, der längere Jahre mit Erfolg praktizierte, verläßt seinen hiesigen Wirkungsfreis und siedelt nach Heidelberg über, um dort eine Stelle an einem Krankenhause zu übernehmen. Sein Nachfolger wird Dr. Scriba aus Mainz werden. §§ Aus dem Ohmtal, 30. Auguft. Der Grummeternte wird durch das seitherige anhaltende Regenwetter großen Schaden zugefügt. Wäre das Wetter günstig geblieben, so hätte es eine Grummeternte gegeben, wie wir sie jahrelang nicht gehabt. Das Grummetgras zeigte vielfach einen Wuchs der dem Heugras trotte. § Koblenz, 30. August. Kein Handwerker- Spalier. Da die hiesige Stadtverwaltung die Ausschmückung der einem Düsseldorfer Maler Straßen zum Kaiserbesuch übertragen hat, haben die Koblenz: r Handwerker beschlossen, an der Spalierbildung beim Einzuge nicht teilzunehmen. ] Heidelberg, 30. August. Schon wieder ein Mord? Noch hat sich das Entseßen über den bei Heidelberg verübten Raubmord an dem Tapezier Kunz- Pforzheim nicht gelegt, als schon ein neuer blutiger Schatten über unsere Stadt fällt. Am 30. Juli begab sich der hier abgestiegene Engländer Thomas Reid aus seinem Hotel und ift seitdem spurlos verschwunden, sodaß die Behörden sich der Ansicht zuneigen, daß der Vermißte das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Da die in der Stille vorgenommenen polizeilichen Recherchen erfolglos geblieben sind, gibt die Staatsanwalts haft jezt durch Blafatanschlag folgendes befannt: Am 30. Juli, morgens zwischen 10 und 11 Uhr, " hat sich der Engländer Thomas Reid, Lehrer von Baisley in Schottland, unter Zurücklassung seines Gepäckes und seines Fahrrades aus dem Hotel Rheingold" entfernt und ist seitdem spurlos verschwunden. Er wollte angeblich an diesem Tage das Schloß besichtigen. Die Heidelberger Staatsanwaltschaft ersucht um eingehende Fahndung nach dem Vermißten und setzt auf dessen Ecmittelung eine Belohnung von 300 Mt. Das Signalement lautet: 40 Jahre alt, mittelgroß, leichter Körperbau, schwarzes Haar, starten, an den Enden abwärts hängenden Schnurrbart von gleicher Farbe, für ftliche Zähne. Reid trug einen dunkelgrauen Radfahreranzug und eine silberne Genfer Zylinderschlüsseluhr mit mittelschwerer silberner Kette. Marktberiste. Bieber 31. August. Auf bem heutigen Wochenmarit tofteten Butter per fb 115-1.20 Mt., Hühnereier per Stüd 7-8 Pfg., Enteneter St. 6-7 Bfa.. Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar T. 0.80-1.00, Hühner per Städ Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stud 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per fb. 00-00 fa.. Ochsenfleisch per fb. 72-82 Bfg., Rindfletsch per Pfb. 70-72 Pfg. per Pfb. Schweinefleisch 76-86 Bfg. Schweine fleisch gesalzen per Pfund 0.90 Bfg.. Kalbfleisch per fb. 70-80 Pfg. Hammelfletsch per Pfd. 50-76 Pfg., Kartoffeln pro 100 Kilo 7.00-8.00 mt., Zwiebeln per 8t. Mr. 8.00-10.00, Weistraut 10-15 Pf. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Aepfel per Zentner 6-10 mt.. Zwetschen der Zentner 0,00-0.00, Kirschen per Pfd. 00-00 fg Milch per Lite 20. Pfg. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 ur nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen bor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten bret Stunden der Marttaett im Umberzieben fetlgeboten merhen Gießener landwirtschaftlicher Wetterbienft. Boraussichtliche Bitterung in Hessen für Freitag, den 1. September. Naßtalt, auf einige Tage heiter und trocken; Aussicht auf einige Zeit trockener Witterung. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Gießen. Postkarten- Centrale Sonnenstraße 5 Gießen am Kanzleiberg empfiehlt: Stadt- Ansichten, Blumen-, Serien-, Witzkarten, Künstlerkarten. Das eigene Porträt auf der Postkarte à Stück 15 Pfg. Gothaer Lebensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit. Größte Auftalt ihrer Art in Europa. Beftand an eigentlichen Lebensversicherungen über 860 Mill. Mark Bisher ausbezahlte Versicherungssummen über.. 440 Die ftets hohen Ueberschüsse kommen unverkürzt den Versicherungsnehmern zugute, bisher wurden ihnen 217 Min. Mark zurückgewährt. Sehr günstige Versicherungsbedingungen: Unverfallbarkeit sofort, Unanfechtbarkeit und Weltpolice nach 2 Jahren. Prospekte und Auskunft kostenfrei durch den Vertreter der Bank: Heinrich Hochreutber, Assekuranz- Geschäft. ( Jnh: Heinrich Hochreuther, Wilh. Jullmann) Gießen, Steinstraße 90. Bekanntmachung. Die beliebten Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Giessener Pferdefich die Bureauräume des Standesamts vom 1. Sepà Stüd Mk. 1.Lose tember d. Js. ab im alten Rathaus am Marktplatziehun 17. Septbr. befinden und daß dortselbst alle Amtshandlungen, einschließlich der Eheschließungen, vorgenommen werden. Die Geschäftsstunden des Standesamts sind vor- find in allen durch Plakate kennt= mittags von 8 bis 10 Uhr und nachmittags von 3 bis lichen Geschäften zu haben. 4 Uhr. Gießen, den 30. August 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Die unterm 31. Juli 1905 angeordnete Sperre der wird Steinstraße zwischen Asterweg und Schottstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 28. August 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Versteigerung. Dienstag, den 5. September 1. Js., nachmittags 5 Uhr, soll eine große Partie alte Fenster, meistenteils Hauptgewinne: 1 Viktoriatagen, komplett bespannt. 1 eleganter Schlitten, komplett bespannt. 1 Lauterbacher Wagen, komplett bespannt. Pferde und Fohlen, sowie STOLLWERCK Für Fahrräder, Rahmaschinen, Feuer- Versicherung 2c. 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Blitzableiteranlage: darunter 5 Auffangstangen " 500 lfdm Stupferdraht. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingab 11. September gesucht. Näh. in der Erved. d Blattes. pflicht- Versicherung) gesucht von einer der grönten Gesellschaften Vertreter. Vertrauensmann für Frankfurt a. M., Wiesbaden oder Mainz. Off. erbeten sub. F. J. 55 an an die Annoncen Erped. Daube, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Spezial- Offerte in kompletten Schlafzimmern. Ausser den billigen kompletten Schlafzimmern Satin nussb. poliert, bestehend aus: 2 Bettstellen 2 Nachttischen I Waschkommode mit weisser Marmorplatte und Kachelaufschraubesp. I englischem zweitürigem Spiegelschrank offeriere mein: Mk. 335 und jeder Preislage und allen Holzarten bis zu Mk. 1300. Deu entworfen: Schlafzimmer„ Rekord". gleiche Möbelstückzahl wie vorher, in Satin- Nussbaum oder Eiche, beliebig gebeizt und patiniert in ungen liegen während der Amtsstunden bei uns zur Ein- ornebm moderner Ausficht offen. 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