en r. 83. ung. Bießen für 1904 un en für 1906 liege Armenamt, Reuen nns Ginsight of 5. Stadt Gießen. ang. Stiftung für 190 auf dem Armenam Sohn des uns ch, überraschte treffenden Beer zur Ueberchtsstunden an arie Antoinette nen Vorwürfe. Grund," anto schlecht hers auszupfeifen." Unternehmer Dame, die fich ehielt fich aber schönen Hand Falls nun der o wurde ihm Summe als Gewinn frei, durch ein Bei e Mitgift von em gewinnen Ausgabe von der glückliche an hängenden Jurde, so er: Talern und te in diesem ner häßlichen berhindern. len Kochfalz enfo viel Del ißt das Salz t. Der auf Del qualit wie Lampenmatte Aus t man zwei de, befeuchtet n mit einem einem Waffer borzügliches Fruchteis und reiben mit DD agt fi daß aben marten ht mehr vorinfofort ppe heig?" orfamit, fie oftet?" nann, bas be meinen en Sie fo em irischen fagte ber lein Bort ie eben bas mich damit?" auben doch да Nr. 305. Jufertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Oberbeen, bie Kretse Beglar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Bfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Mebaktion u. Haupterpedition: Gteßen, Selters weg 88. Fernsprechanschluß Rr. 862. Freitag, den 29. Dezember 1905 Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberbeffische Familienzeitung( tägit) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Betreff: Die Körbezirke des Kreises Alsfeld. Bekanntmachung. Mit Wirkung vom 1. Auguft d. J8. ob ist in Homberg eine Assistenzbeterinärarztfielle errichtet worden, welcher folgende Orte zugeteilt sind: Appenrod, Bleidenrod, Büßfeld, Burg Gemünden, Dannenrod, Dedenbach, Egringehausen, Erbenhausen, Gontershausen, Haathausen, Söngen, Homberg mit Wäldershausen, Lhibach, Maulbach, Nieder- Gemünden, Nieder Ofl iden, Ober Ofleiden, Otterbach, Rülfenrod und Schadenbach In diesen Daten werden die Dienstgeschäfte des Kreisveterit ärarztes von dem Gr. Assistenzveterinärarzt Dr. Fauerbach in Homberg wahrgenommen; dieser gekört gemäß Art. 8 des Köigesezes auch der Körkommission seines Bezirks an. Hierdurch scheiden aus den seitherigen Veterinärbeziten Alsfeld und Grünberg diejenigen Gemeinden aus, welche runmehr zu dem Dienstbezirk der neugeschoff nen Assistenzveterinärarztstelle Homberg gehören. Es ergibt sich onach für den Kreis Alsfeid eine Einteilung in 3 R bezirfe, welche von it ab folgende Bezeichnung erhalten. Körbezirk Alsfeld- Alsfeld. Dieser umfaßt die Gemeinden: Alsfeld, Altenburg, Angenrod, Arnshain, Bernsburg, Bieber, Billertshausen, Brauerschwend, Eifa, Elbenrod, Eudorf, Eulersdorf, Fschbach, Gleimen hatn, Grebenau, Heidelbach, Heimertshausen, Hergersdorf, Hopfgarten, Kirtorf, Leasel, Liederbach, Niederbreidenbach, Oberbreidenbach, Obergleen, Obersorg, Ohmes, Rainrod, Reibertenrod, Reimenrod, Renzendorf, Romrod, Ruhlfirchen, Schwabenrod mit Münch Leusel, Schwarz, Seibelsdorf, Storndorf, Strebendorf, Uoenhausen, UnterSorg, Badeniod, Bockenrode, Wahlen, Walletsdorf Wahlen, Wallersdorf und 3: 0. II Körbezirk Alefeld- Grünberg. Dieser umfaßt die Gemeinden: Azenhain, Bernsfelt, Epenrod, Ermenrod, Flensungen, Groß Feloa, Hainbach, Jlsdorf, Restrich, Lehnheim, Merlau mit Kirschgarten, Nieder- Ohmen, Ober Ohmen, Kuppertenrod, Wettsaasen, Windhausen und Zeilbach. III Körbezirk Alsfeld, Homberg. Dieser umfaßt die eingangs aufgeführten Orte, die zum Bezirk der Gr. Assistenzveterinärarztstelle Homberg gehören. Für den Körbezirk Alsfeld Homberg werden besondere Körkommissionsmitglieder von dem Kreistag nicht gewählt. Es haben vielmehr die für den Körbezirk isfeld- Grünberg gewählten Mitglieder: Karl Geiß Klein Felda und Beigeorgneter Scharch Windhausen, sowie die Ersatzmitglieder: Inspektor Ritte Neu- Ulrichstein und Pächter Hesse seniorDiterbach aucy für den neugebildeten Körbezirk Alsfeld Homberg in Tätigkeit zu treten. Hiergegen bleibt die Zuständigkeit der Körkommission Alsfelo- Aisfeld auf diejenigen Oite beschränkt, welche nach obiger Einteilung von jest ab noch dem unter I genannten Bezit angehören. fich Alsfeld, den 18. Dezember 1905. Großh. Kreisamt Alsfeld. Dr. Relior. Die Zeugen vor Gericht. In den Wartezimmern unserer Gerichtsgebäude findet - in der Regel als einziger Wandschmuck ein Platat, bas mit schönen Worten auseinandersetzt, welche hohe Ehrenpflicht der Zeuge zu erfüllen hat. Wer mit dem bänglichen Gefühl, das den Ortsungewohnten in der Nähe der mit feierlicher Robe angetanen Herren unwillkürlich beschleicht, bieses Plafat liest, der fühlt sich alsbald gehoben und blickt mit selbstbewußter Zuversicht auf die ängstlich kahlen Wände und den von der Amtswürde allem Anschein nach untrenn= baren Mangel an Komfort. Doch der Stolz legt sich sehr schnell wieder und schwindet so dauernd, daß für allezeit die Ueberzeugung zurückbleibt: es möge wohl eine Ehre sein, bor Gericht als Zeuge gerufen zu werden, ein Vergnügen iber sei es nicht. Sun wäre wohl der Einwand denkbar, daß in aller Welt auch gar nicht die Absicht herrsche, die Erfüllung einer Pflicht zum Vergnügen zu machen und es etwa dahin zu bringen, daß man sich zur Zeugenschaft vor Gericht drängt und fich darum wie um eine Ehre und Auszeichnung bewirbt. Der Einwand mag gelten; nur mag ihm entgegengehalten werden, daß das andere Extrem ebensowenig ratsam erscheint, baß der Zeuge nicht durchaus zitternd vor den Richter treten muß, dem er doch als vornehmstes Werkzeug zur Ermittelung ber Wahrheit dinnen soll, daß der Zeuge schaudernd an die Pflichterfüllung denken und ihr förmlich entgegenzittern muß. Was fragt nicht alles der Richter, was fragen nicht alles Staats- und Rechtsanwälte! Ein regelrechtes Sündenbefenntnis wird in aller Oeffentlichkeit verlangt, und keine Verjährung gilt. Uebertretungen, Vergehen, Verbrechen, alles berjährt, selbst der Mord, und das verjährte bleibt der Strafe entzogen aber die erlittene Strafe, das verbüßte Vergehen ist unverjährbar und muß offen bekannt werden ,,, in Erfüllung höchster Ehrenpflicht", wie es auf dem oben erwähnten Plakat heißt. Das ist eine unverständliche und unverständige Grausamkeit; denn die Zeugenpflicht duldet fein Entrinnen; der Zeuge, der in bezug auf seine eigene Person eine falsche Angabe macht oder etwas verschweigt falsche Angabe oder Verschweigung mögen für die zur Verhandlung stehende Angelegenheit noch so belanglos sein macht sich des Meincids schuldig! Gewiß ist es unter Umständen für die Bewertung einer Zeugenaussage von Gewicht, zu wissen, ob der Zeuge als zuverlässig angesehen werden kann. Deshalb müssen wohl Fragen gestattet sein, die hierüber Aufklärung bringen können. Hat der Zeuge schon einmal nachweislich Meineid geleistet, so wird seine Aussage als minderwertig betrachtet werden dürfen. Ist er aber des Meincids verdächtig, weil er irgend wann irgend eine andere Straftat begangen hat? Es hat somit gar feinen Zweck, den Zeugen nach einer anderen Bestrafung als nach der wegen Meineids zu fragen. Hinsichtlich seiner Personalien sollte der Zeuge auch nicht unnüß befragt werden. Wen geht es etwas an, wie alt er ist? Frauen, um ein Beispiel anzuführen, geben nicht gern ihr richtiges Alter an. Schon manche hat die entschuldbare Eitelkeit, sich mit Worten zu vergnügen, hart und überhart gebüßt, denn ihre Gitelfeitslüge, von ihr als Zeugin vor Gericht ausgesprochen, ist nach dem Buchstaben des Gesetzes ein Meineid. Nicht jede Zeugin hat die Gewandtheit, auf die Frage des Richters nach ihrem Alter zu antworten: sie sei ,, eidesmündig". Sie war die Frau eines Staatsanwalts, der ihr die kluge Answeichung wohl souffliert hatte. Mit ihrer Erwiderung hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Auf die Eidesmündigkeit allein kommt es bei der Frage nach dem Alter des Zeugen an. Die Frage wird zur Farce, wann sie an einen offenbar erwachsenen Menschen gerichtet wird; sie wird zum Schrecken, wenn die ganz nebensächliche falsche Beantwortung der Frage nach der Zahl der Lebensjahre den Antwortenden meineidig macht. Und nun erst das Kreuzverhör! Es ist bei uns noch lange nicht so schlimm, wie etwa in England; aber es ist immer schon schlimm genug. Wer verleumdet oder beleidigt worden ist und den Verleumder oder Beleidiger verklagt, der fann gewärtig sein, daß er von dem Angeklagten als Zeuge berufen wird, um unter dem Zwang des Eides gegen sich selbst auszusagen! Wenn es sich dabei nicht um eine Straftat handelt, so darf er nicht einmal das Zeugnis verweigern, und wenn er das Recht der Zeuguisverweigerung in Anspruch nimmt, so hat er gestanden, so gut wie gestanden! Der Beleidigte oder Verleumdete darf nicht etwa verlangen, daß der Verleumder den Beweis für seine Behauptung zur Hand habe nein, er muß ihm Zeit zur Heranholung des Beweises lassen, er muß ihm zur Erbringung des Beweises sogar als Zeuge die Hand bieten! Und bei dem Beweisversuch, von dem der Verleumder selbst weiß, daß er gar nicht gelingen kann, bietet sich unendliche Gelegenheit, dem Zeugen, der zugleich der Verletzte und der Kläger ist, bis aufs Hemd auszufragen, ihn zu beschämen und in arge Verlegenheit zu bringen. Wir alle sind keine Engel, fast jeder hat etwas zu verbergen, nicht weil er sich dessen zu schämen hätte, sondern weil er Schamı besitzt, und dieses natürliche, wohl zu pflegende Gefühl darf bei dem Zeugen vor Gericht jeder schamlose Frager ungestraft verlegen. Es wird dem Zeugen nach inlcon Erfahrungen nicht ganz fest sein, die Erfüllung der Zeugenpflicht noch ferner als die Erfüllung einer höchsten Ehrenpflicht anzusehen. Bei der demnächstigen Reform. des Strafprozesses sollen hierin Aenderungen getroffen werden. Nach den von der vorberatenden Kommission gemachten Vorschlägen will man dem Zeugen besseren Schuß gewähren. Merkwürdigerweise soll der Schutz nur dem Belastungszeugen, nicht auch dem Entlastungszeugen gelten. Wir gestehen, daß uns das Verständnis für diese verschiedene Klassifizierung der Zeugen fehlt. Man wird damit auch kein Glück haben. Im übrigen wird der Zengenschutz wesentlich in das Belieben des Vorsitzenden gelegt, also gewissermaßen fakultativ gemacht. Das genügt nicht. Der Zeuge hat absoluten Anspruch auf Schuz davor, daß die Erfüllung der Zeugenpflicht ihm nicht zum Verderben gereiche. Die Straßenkämpfe in Moskau. ( Bericht eines Augenzeugen.) Moskau, 26. Dezember. Zwei Tage des Schreckens liegen hinter uns. In der Zeit, die für das westliche Europa Tage des Friedens und ber Freude waren, hat Moskau Entsetzliches erlebt! Die blutigen Ereignisse setzten vorgestern ein. Die Massen der Aufständischen hatten sich organisiert und begannen ihr Revolutionswerk mit der Plünderung zweier großen Waffenläden. Auf der Sadowaja, einer die Stadt im Halbkreis umziehenden Straße, bauten sie Barrikaden mit Telegraphenpfählen, Eisenwerkdrähten und Planken. Die einzelnen Stadtteile waren von einander getrennt, da Sie Verbindungen unterbrochen wurden. Die Rebellen gaben Raketensignale von den um liegenden Höhen, die durch die auf dem Sucharewturm aufgestellten Scheinwerfer der Regierung beleuchtet wurden. Artillerie trat in Aktion, und das Geschütz euer dauerte fast auf allen Seiten an. Die Mitraillensen beschossen die Sadowaja. Die Zahl der Toten blieb unbekannt, ist jedoch beträchtlich. In der Twerskaja, die vollständig von Truppen eingeschlossen war, wurden an der Ecke der Sadowaja, in der Nähe der alten Triumphpforte, von den Aufständischen errichtete Barrikaden von den Truppen genommen. Die gestrigen Ereignisse bildeten eine traurige Fortsehung der vorgestrigen. An allen Punkten der Stadt, wo Samstag die Barrikaden zerstört wurden, wurden von den Aufständischen neue errichtet. Die Breststraße war bis zum Bahnhof voll von Barrikaden. Auf dem Strastnojplay wurden gestern wieder Ges tüße aufgefahren. Am Patriarchenteich, in der Bromajastraße, beim Karetny= Rjad, in der Rentrawfastraße und der Twerstaja wechselten die Aufständischen mit den Truppen Schüsse. In dem ausgeraubten Waffenladen von Thorbeck explodierte gestern nachts eine Höllenmaschine, wodurch das angrenzende Hotel Metropole in Brand gesteckt wurde. Das Feuer wurde jedoch bald ge= löscht. Es wurde auch der Versuch gemacht, den Waffenladen Brabetz zu plündern, doch hatte der Angriff keinen Erfolg. Besonders erbittert wüteten die Kämpfe um die Bahn höfe Moskaus. Als gegen 11 Uhr vormittags von der Station Perowo der Moskau- Kasaner Bahn 300 Mann revolutionärer Miliz in einem Sonderzug hier ein trafen, versammelten sich im Lokomotivdepot des Bahnhofes 2000 ausständige Arbeiter, worunter sich einige hundert Mann revolutionärer Miliz befanden. Die Menge bemächtigte sich eines benachbarten Viktualienlabens und beschoß die beim Bahnhof stehenden Truppen, die hierauf ein Geschützfeuer eröffneten. Um 1 Uhr nachmittags brannte das Gebäude nieder, in dem sich der Viktualienladen befand. Der in der Nähe liegende Nikolai- Bahnhof war inzwischen von Revolutionären aus den Werkstätten der Jaroslawbahn beschossen worden; eine Grenadierabteilung antwortete vom Dache des Bahnhofes. Die revolutionäre Miliz, etwa 60000 Mann stark, besteht aus Studierenden, darunter solchen aus Charkow und Odessa, aus sogenannten„ ewigen Studenten", die längst die Hochschule verlassen haben, aus einer unbedeutenden Zahl von Arbeitern der mechanischen Fabriken und einer großen Anzahl unbeschäftigter Arbeiter aus den Fabriken in der Umgebung unserer Stadt. Sie verfügen über 6 Maschinengeschütze neuester Konstruktion. Sie fämpfen i 3 Abteilungen, in deren Reihen sich die Frauen durch hnheit und Todesverachtung auszeichnen und durch Graufa eit auffallen. - Spätere Nachrichten aus Moskau deuten auf ein N- ach lassen in der Energie der Revolutionäre hin. Wenn auch noch immer Barrikaden gebaut werden und die Aufständischen verzweifelt auf die Truppen anstürmen, so schwächt sich der Kompf doch dadurch ab, daß die gemäßigten Arbeiter ihre Absicht dahin fundgeben, daß sie die Arbeit wieder aufzunehmen gewillt seien. Vorderhand sieht es in Moskau sehr schlimm aus. Die Stadt brennt infolge des furchtbaren Artilleriefeners an verschiedenen Stellen. Das Militär iſt erschöpft, doch sind frische Truppen von Petersburg unterwegs. In Petersburg herrscht verhältnismäßige Ruhe. Auch an anderen Orten sind die Arbeiter für die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs. Schlimme Nachrichten fommen aus Odessa. Dort haben die Extremen wieder die Oberhand, die Stadt liegt in Dunkel gehüllt, und verschiedentlich sind Bomben geworfen worden. Auch in den Ostseeprovinzen breitet sich der Aufstand mit seinen Greuelszenen aus. Vielfach sind Züge zum Entgleisen gebracht. In dem polnischen Kreisstädtchen Wysokie- Mozowiecki brach eine bewaffnete Bande ein, besetzte den Marktplatz, sprengte die Tür zur Kreiskasse und raubte 486 000 Rubel. Dann flüchteten die Räuber nach verschiedenen Richtungen, nachdem sie die Telegraphenleitung durchschnitten hatten. Politische Rundschau. Deutsches Reich. In einem Berliner Berichte des Pariser„ Temps" wird über eine bemerkenswerte Aeußerung des Kaisers zu Gunsten des Friedens berichtet. Danach hat der Kaiser die Behauptung als unwahrheit bezeichnet, daß in seiner Umgebung eine Kriegspartei bestehe. Aber selbst wenn sie bestände, so fuhr der Kaiser fort, wäre sie bedeutungslos. Denn die Entscheidung stehe allein ihm, dem Kaiser, zu, er der ihm unvereinbar abcr wolle den Krieg nicht, erscheine mit seinen Pflichten gegen Gott und gegen jein Volk. Der Kaiser schloß mit folgenden Worten: Gewiß, ich war aufgebracht über gewisse verlegende Machenschaften Delcassés, für den Tatt und die Festigkeit Rouviers habe ich aber volle Anerkennung. Von meiner Seite werden feinerlei Schwierigkeiten fommen. Graf Tattenbach wurde von mir beauftragt, sich durchaus fonziliant zu zeigen." " Eine bemerkenswerte Rede an die Hereros hat der nene Gouverneur von Deutsch- Südwestafrika, v. Lindequist, nach seiner Antunft in Ewalopmund gehalten. Er hält darin den Hereros vor, daß sie eine Ursache zum Aufstand gehabt und sich dessen blutige Folgen selbst zuzuschreiben hätten, weil sie dem Gouverneur mit Mißtrauen begegnet seien. Er werde fein möglichstes tun, ihnen jederzeit gerechte Behandlung an= gedeihen zu lassen und ihr Los zu erleichtern, sobald sich die noch im Felde stehenden Banden ergeben hätten. Sie sollten daher auf ihre Genossen einwirken und für die Folge ihre Beschwerden dem Gouverneur vorbringen, der sie gerecht prüfen werde, nicht aber zu den Waffen greifen. Die in Swakopmund beschäftigten Hereros nahmen die Rede, die in besonders maßvollem Kone gehalten ist, begeistert auf, und es steht zu hoffen, daß die Politik der Versöhnung, die Herr v. Lindequist damit anschlägt, ihre Wirkung ausüben wird. * Wie aus Oldenburg gemeldet wird, soll Minister Rubstrat nun doch zurücktreten. Es sollen zwischen ihm und seinem Bruder, dem Finanzminister, einerseits und dem Großherzog andererseits Meinungsverschiedenheiten verwaltungstechnischer Natue bestehen, die einen Rücktritt beider Minister wahrscheinlich machen. frankreich. ** Für die Neuwahl des Präsidenten der Republik ist der 16. Januar 1906 festgesetzt. Fallières scheint starfe Aussicht zu haben, als Sieger über Doumer aus der Wahluine hervorzugehen. ** Zurzeit steht ganz Frankreich unter dem Banne der Spionen- Affären. In Marseille ist wieder ein Mann verhaftet worden, bei dem wichtige Dokumente gefuuden sein sollen. Auch das piözliche Verschwinden einer hochgestellten diplomatischen Persönlichkeit in Toulon möchte man mit der Spionen- Geschichte in Verbindung bringen. Auf der anderen Seite ist einer der zuerst in Toulon Verhafteten bereits wieder in Freiheit gesetzt, und der angebliche Spion in Belfort ist unter ztle Beobachtung gestellt, da man es allem Anschein nach mit einem Irrsinnigen zu tun hat. England. Alle Wasserkraft der Welt wird zur Erzeugung von Elektrizi tät gebraucht werden. Und wenn schließlich die Elektrizität aus der Kohle direkt erzeugt und bei dem Gebrauch von Dampfkesseln und Maschinen alle Kraft ausgenutzt werden könnte, würde eine neue Epoche anbrechen. Wenn diese Entdeckung erst gemacht ist, wird die Dampfmaschine außer Gebrauch gesetzt werden. Dann wird man auch zuverlässige Luftschiffe haben, die die Reisenden sicher befördern; ich hoffe, vor meinem Tode noch Luftschiffe fliegen zu sehen. Ich glaube allerdings nicht, daß sie sehr hoch fliegen werden, aber sie werden sich etwas über die Bäume und Gebäude erheben. Dann tönnten auch die Schiffe elektrisch über den Ozean ge= trieben werden; man würde in drei Tagen über den Atlan= tischen Ozean fahren. Die Elektrizität würde so billig sein, daß jeder elektrisches Licht gebrauchen könnte." ** Auss nene bereitet sich ein großer Armee- Skandal vor. Die fön glide Kommission, die mit der Untersuchung der Korruptions- Affäre in Südafrika beschäftigt ist, hat schlimme Zustände entdeckt. Mehrere Offiziere, die an unehrlichen Geschäften beteiligt sind, sollen in Anklagezustand versetzt werden. Ganz besonders sensationelle Enthüllungen werden als bevorstehend angekündigt. Spanien. ** Zu dem Attentat auf Kardinal Casanas wird noch bekannt, daß bei der Obduktion der Leiche des Attentäters fein Gift gefunden worden ist, sein Tod also noch der Aufflärung bedarf. Die Sache erregt Aufsehen, und man wirst der Polizei vor, daß sie den Attentäter kurzerhand Urteil um die Ecke gebracht hat. Amerika. ohne ** Auch zwischen Venezuela und Kolumbien drohen neue Zwiftigkeiten auszubrechen, da Castro sich bemüht, die Herausgabe eines seiner Generale durchzusehen, welcher nach Columbia geflohen ist. Alien. So wünschenswert die Verwirklichung dieser Pläne wäre, so wenig scheint ihre Erfüllung in naher Zutunft zu liegen. Bisher scheitert eben die allge neine Verwendung der Elektrizität an der Kostspieligkeit ihrer Erzeugung und Weiterleitung, und die Versuche, das Verfahren zu verbilligen, sind bisher nur stets im Laboratorium, aber nicht in der Praxis der Deffent= lichkeit geglückt. Es besteht daher noch gelinder Zweifel, daß die Prophezeiungen Edisons sich als wahr erweisen werden. ** Immer weiter gewinnt die fremdenfeindliche Bewegung in China an Ausdehnung. Wegen des Verhaltens der englischen Beamten in Shanghai wird ein Boykott gegen das von Indien eingeführte Opium geplant. Hus den Parlamenten. Nab und Fern. † Der Gräfin Montignoso letzte Zuflucht. Nachdem alle Versuche der Gräfin Montignoso, früheren Kronprinzessin von Sachsen, mit ihren Kindern in Verbindung zu fommen, gescheitert sind, hat sie sich an den Papst Pius X. gewendet. In einem Schreiben hat sie diesen gebeten, er möge sich in christlicher Barmherzigkeit ihrer annehmen und ihrer qualvollen Situation als Frau und Mutter ein Ende bereiten. Bei der Ersatzwahl zum Reichstage für den Kreis Nördlingen( Bayer.- Schwaben) wurde an Stelle des ge= storbenen Zentrumsabg. Dr. Weißenhagen Dekan Büzz( Zir.) gewählt. † König Leopold als Ehemann. Wie jetzt bekannt wird, ist König Leopold von Belgien seit einem Jahre wieder verheiratet, und zwar in morganatischer Ehe mit Madame Vaughan. Diese ist die Tochter eines Hausbesitzers in Löwen, Namens Lacroix, und was die Geschichte dieser Ehe besonders pifant erscheinen läßt, des Königs Frau ist e ne Nichte des sozialistischen Mitgliedes der belgischen Deputierten fammer van Lamgendolit. Bei der Trauung waren zwei Adjutanten des Königs zugegen, die heilige Handlung wurde in der Priva fapelle des Schlosses Laefen bei Brüssel vom Hofkaplan vollzogen, der dabei im Auftrage des Kardinal- Erzbischofs von Mecheln handelte. Die Frau Leopolds lebt auf dem Besigtume des Königs in Cap Verat bei Nizza. Der Schutz der Deutschen in den russischen Ostseeprovinzen wird von einigen Parteien des Reichstages für mangelhaft gehalten. Die rechte Seite wird daher dem Reichstage gleich nach Neujahr eine Interpellation vorlegen, in der die Regierung befragt werden soll, welche Maßnahmen sie zum Schutze der Reichsangehörigen zu treffen gedenkt. Soziales Leben. × Arbeiterfürsorge. Eine Ruhegeld- und Hinterbliebenenversicherung für städische Arbeiter führt die Stadt Krefeld zum 1. April 1906 ein. Die Bestimmungen dieser Versicherung gleichen denen für städtische und staatliche Beamte. Auch will man städtischerseits eine Aenderung jener Bestimmung des Invaliditätsgefeßes beantragen, nach der solche Personen feine Bezüge aus der Invalidenversicherungstasse erhalten, für die schon eine anderweitige Versorgung getroffen ist. Für die Witwen fällt bei einer Wiederverheiratung die Hinterbliebenenpension nicht ohne weiteres fort, sondern sie erhalten 60 Prozent vom letzten Jahresverdienst des verstorbenen Ehemanus als Abfindungssumme. " 3 † Die gefährliche Droschke. Der seltene Fall, daß eine Droschte ein Automobil überfährt und zertrümmert, hat sich in Berlin ereignet. Personen sind dabei nicht verlegt. Es handelte sich um ein ziemlich fleines und schwachgebautes Automobil. † Brennender Dampfer. Der Dampfer Marguerita" emer österreichischen Gesellschaft geriet im Hafen von Venedig in Brand. Troz größter Anstrengungen ist die wertvolle Baumwoll- Ladung und das Schiff größtenteils zerstört. + Nachspiel zur Frankfurter Familientragödie. In der Afäre des Eisenbahnsekretärs Wendlandt, der sich und seine Familie in Frankfurt a. M. erschoß, ist ein Verfahren gegen einen Freund des Toten eingeleitet worden, weil dieser von der Absicht des Wendlandt gewust und die Behörde nicht davon unterrichtet hat. Darin soll ein Vergehen geren § 139 des Strafgesetzbuches liegen. Eine Bestrafung wird indessen faum eintreten. Die Zukunft der Elektrizität. ( Von unserem technischen Mitarbeiter.) Der berühmte Erfinder Edison hat sich über die Zukunft der Elektrizität in einigen sehr interessanten Säßen geäußert, aus denen hervorgeht, daß er einen allgemeinen Gebrauch dieser Kraft infolge direfter Herstellung für nahe bevorstehend hält. Er sagt: Die Eletrizität wird bald die Pferde verdrängen und das Verkehrsproblem in den Städten gelöst haben. Meine neue elektrische Akkumulatorenbatterie wird die Elektrizität billiger als Pferdekraft machen. Im Früh jahr werden wir soweit sein, die neuen Batterien liefern zu fönnen. Dadurch wird halb so viel Raum wie beim Pferdeverkehr gebraucht, aber die doppelte Schnelligkeit erzielt werden. Die Batterien fönnen auch in oberen Stockwerken untergebracht werden. Schon der Grund und Boden in New York, der dann durch die überflüssigen Ställe gespart wird, ist wenigstens 800 000 000 Mart Ebenso sicher ist es in Zukunft, daß wir durch drahtlose Telegraphie jedes Schiff auf See erreichen werden. wert. † Die Nache des Denkmals. Aus Wut, weil er eine Frage nach dem ungarischen Dichter Kaczinsky nicht beantworten konnte und deshalb eine schlechte Zensur erhielt, feuerte der Schüler Abaffy in dem ungarischen Orte Koposvar zwei Schüsse auf das dort befindliche Denkmal des Dichters ab. Eine der Kugeln prallte aber ab und verletzte den Attentäter lebensgefährlich am Unterleib. † Sich selbst in die Luft gesprengt hat der Steinmetz Sch- idt in Neuhof bei Erfurt, indem er sich eine Dynamit pat one in den Mund steckte und sie zur Explosion brachte. Er wurde völlig zerrissen. Die Kosten des Hiberniaprozesses, der bekanntlich zugunsten des preußischen Staates ausgefallen ist, hat bisher allein au Gerichtskosten 103 000 Mart verursacht. Die An waltskosten betragen ungefähr dieselbe Summe. Nach dem Urteil muß die Hibernia- Gesellschaft vier Fünftel der Kosten tragen. + Eisenbahnunfall. Der Personenzug BrombergDirschau verunglückte zwischen Maxim lianowo und Klahrhe m Dadurch, daß ein Wagen vierter Klasse einen nach Bromberg fahrenden Güterzug streite. Hierbei er itten zwei Personen schwere Verlegungen, sodaß sie ins Krantenhaus in Schweg An der Weichsel gebracht werden mußten. Zwei leicht Verletzte fonnten die Fahrt fortsetzen. Hus dem Gerichtssaal. § Prozeß um Wißmanns Tod. Die Familie des Majors v. Wißmann hat gegen die Unfallversicherungsgesellschaft, bei der der Verstorbene versichert war, Klage wegen Auszahlung der Versicherungssumme angestrengt. Die Gesellschaft hat die Auszahlung der Summe mit der Motivierung verweigert, daß es sich bei dem Tode Wißmanns nicht um einen Unfall, sondern um Selbstmord handele. + Gin toter Steuerzahler. In Tondern ist ein Landmann, der bereits 1884 gestorben war, irrtümlich jedes Jahr zur Kreissteuer veranlagt worden, und wunderbarerwei e wurde dagegen niemals Widerspruch erhoben, sondern jedes: mal die Steuer bezahlt. Die Zahlung erfolgte durch die Witwe des Verstorbenen, die jedoch dazu nicht verpflichtet war. In § Ehescheidungsprozeß Louise von Koburg. Paris haben zwischen den Sachwaltern des Prinzen Philipp und der Prinzessin Louise v. Koburg Verhandlungen statt=. gefunden, welche zu einer Verständigung geführt haben, die dem Gericht ersparen soll, sich bei der bevorstehenden Trennung der Ehe über das Verschuldungsmoment auszus sprechen. † Tod im glühenden Eisen. Infolge Bruchs einer Gießpfanne stürzte auf der Werft des Stettiner ,, Vulkan" eine glühende Eisenmasse von 15 000 Kilogramm auf 3 Arbeiter, von denen einer sofort getötet wurde. Die beiden andern elitten lebensgefährliche Verlegungen. Silvester. - Aberglauben und Bräuche in der Neujahrsnacht.Wie die Weihnachtsnacht hat auch die Nacht des Jahreswechsels eine Unzahl Gebräuche aufzuweisen, deren Ursprung teilweise noch in den heidnischen Vorzeiten zu suchen ist. Auch Silvester erfordert vor allem Lärm als Kampfmittel gegen die in dieser Nacht umgehenden Geister und die halbreife Jugend, besonders in den Großstädten, bemüht sich auch nach Kräften, diesen alten Brauch auszuüben, solange die Polizei es sich gefallen läßt. In Berlin z. B. werden in dieser Nacht gewöhnlich einige hundert Verhaftungen vorgenommen und die Ruhejtörer packt der Staatsanwalt nicht sehr glimps lich an. Hier ist also der Aberglaube sehr gefährlich. Auf dem Lande hat sich dagegen meist noch das Schießen erhalten und in fast allen Gegenden Deutschlands schießt man in der Silvesternacht durch die Zweige der Bäume, damit diese im nächsten Jahre gut tragen. Natürlich handelt es sich auch hier um das Bestreben, die dem Baume schädlichen Geister zu verjagen. † Vest im Schiff. Auf dem in Hamburg aus Rosario eingetroffenen Dampfer Karthago sind pestkranke Ratten ge= funden worden. Das Schiff ist einer Ausgasung mit einem attentötungsapparat unterzogen worden, und alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Menichen sind nicht erkrankt. Die Löschung der Ladung wird unter den üblichen Vorsichtsmaßregeln gestattet werden. † Freigebiger Juwelendieb. Durch größere Spenden von Gold- und Schmucksachen an Gäste eines Wirtshauses in Berlin machte sich Weihnachten ein Herr stark verdächtig. Es stellte sich heraus, daß der freigebige Freund an einem großen Juwelendiebstahl in Hannover teilgenommen hatte. Für 2000 Mart Schmucksachen fonnten ihm noch abgejazt werden, Dagegen hatte er in anderen Orten schon für über 1000 Mark verschenft. † Bestrafte Unvorsichtigkeit. Die so oft gerügte Unfitte, fahrende Züge zu besteigen, hat wieder zwei Opfer ge= fordert. Auf der Dammtorstation in Hamburg gerieten bei dem Versuch, in einen in der Fahrt befindlichen Zug zu steigen, der Landmann Tröh mit seinem dreijährigen Enkel unter die Räder. Beide wurden totgefahren. - = Gine fon Ichüßt worden un fonnte. es flingt ungl griffe. Daß die neben; in einem Theorie sowohl a tvendung von Glü erzengen. Das Menfchen gibt, be Tigerfag nebme Welt Lond geidente ausgebed Aus Jsland ist e führt worden, die und die von den erfannt wurden. in den vornehmste Auf einen Rest ehemaliger Baumverehrung und Opfer für die Waldgötter deutet der in vielen Gegenden übliche Brauch, Geldmünzen in die Rinde solcher Bäume zu stecken, die im abgelaufenen Jahre nicht oder schlechte Frucht getragen haben. Ueberhaupt ist die Neujahrsnacht bestimmend für die landwirtschaftlichen Erfolge des fommenden Jahres. Man umwindet daher in einigen Gegenden Norddeutschlands die Bäume mit Strohseilen, um ihr Wachstum zu befördern und bindet die Zäume der Pferde an den Eßtisch, damit diese Tiere im fommenden Jahre gut fressen und nicht frant werden. Der Erkundung der Zukunft dienen verschiedene Mittel, die in der Silvesternacht angewandt werden müssen; am bekanntesten dürfte das Bleigen geworden sein. Viel verbreitet ist der Glaube, daß man um Mitternacht am Silvester auf einem Kreuzweg den Himmel geöffnet sieht und alle Ereignisse des kommenden Jahres erblickt. Halbe Wallnuß= schalen, in die man kleine Lichter setzt, läßt man auf einer mit Wasser gefüllten Schüssel schwimmen. Wessen Licht zuerst erlischt, der stirbt zuerst behauptet der Aberglaube. Auch der Rogen des Karpfens muß zu Erkundungen der Zukunft herhalten, nur möge man von der abscheulichen Tierquälerei ablassen, durch Stiche in die lebenden Karpfen die Reichhaltig= keit des Rogens zu ermitteln. Es wäre wünschenswert und eigentlich selbstverständlich, daß die Fischvezifer solche Roheiten verhindern sollten und dazu verpflichtet werden müßten. Das Karpfen ssen ist ja ziemlich verbreitet, da dessen Schuppen, in die Börse gesteckt, Geld für das ganze Jahr herzaubern können. Ich habe die Sache zwar schon oft probiert, aber immer nur die trockenen Schuppen wiedergefunden. In Geld haben sie sich bei mir noch nie verwandelt, vielleicht weil ich nicht an den ,, fanlen Zauber" glaube. Sehr beliebt sind am Silvester die Mohn= speisen, Mohnklöße oder Mohnpielen genannt. In Altenburg ißt man Hering und Hirsebrei, um Glück zu haben, in anderen Gegenden Weißfohl oder Rüben, um Geld zu ge winnen. Die beliebten Berliner Pfannkuchen dürften die Form des Sonnenrades nachahmen, da die Sonne am Neujahr ihre neue Bahn beginnt. Ein wenig befannter, aber in Mecklenburg noch hier und da verbreiteter Glaute, dem die Komit nicht fehlt, ist der, daß man das ganze Jahr Holz stehlen fann, wenn man in der Neujahrsnacht beim Stehlen nicht vom Förster erwischt wird. So muß der Aberglaube auch für die Holzdiebe dienstbar gemacht werden. Wenn man in der Neujahrsnacht um 12 Uhr rücklings oder mit verbundenen Augen auf einen Ho'zstoß zugeht und ein Scheit herauszieht, so fann man an dessen Gestalt die Gestalt des oder der Zukünftigen erkennen, nämlich ob sie frumm oder gerade, groß oder klein, dick oder dünn sein wird. Auch in der Ofenröhre kann man das Bild des Zukünftigen sehen, wenn man um Mitternacht hineinschaut. In Rußland gehen die Mädchen in der Neujahrsnacht vors Dorf auf einen Kreuzweg und sehen in einen mitgebrachten Spiegel, um darin die Züge des erhofften Gatten zu erkennen. einigen Gegenden Deutschlands stellen die Mägde nachts unter besonderen Gebräuchen ein Glas Wein und ein Glas Wasser auf den Tisch ihrer Kammer. Der Geist des Zu fünftigen erscheint dann und trinkt. Nimmt er Wasser, so wird es ein Armer, nimmt er Wein, Reicher sein. Kinder, die das erste Mal an einer Silvesterfeier im Hauſe teilnehmen, läßt man um 12 Uhr vom Tische auf den Fußboden springen, damit sie wachsen und gesund bleiben, eine Sitte, die vielleicht in der Schilderhebung bei den alten Germanen wurzelt. Jedenfalls haben alle diese Bräuche noch genügend Anhänger und sie helfen auch dem, der daran glaubt, wenigstens glauben diese Anhänger auch das. Die beste Silvesterfeier ist jedenfalls die in der warmen Stube bei einem tüchtigen Glas Punch. Wer an diese Geister glaubt, braucht sich vor ihnen nicht zu fürchten. † Die trügerische Eisdecke. Mehrere Knaben betraten beim Spielen in der Nähe von Mittweida eine zugefrorene Grube, deren Eisdecke ihnen tra fähig erschien. Drei Knaben, welche sich zu weit vorgewagt hatten, brachen an der tiefsten Stelle ein und verschwanden im Wasser, während die übrigen glücklich das Ufer erreichten. Von den Eingebrochenen ver= mochte sich nur einer zu retten, während sine beiden Spielfameraden ertranfen. Erst nach längeren Bemühungen konnten die Leichen geborgen werden. † Ursaubere Geschäfte. Nach Unterschlagung von etwa einer Million Gulden ist der gemeinschaftliche Direktor der Nederlandsche Matschappy und der Nederlandsche Hypotheekbank in Amsterdam geflüchtet. + Absturz eines Touristen. Be: ciner Tour auf den Hochschneeberg in der Rayalp stürzte der Kaufmannsfommis Anton Lug aus Wien etwa fünfzehn Meter tief ab und blieb mit schweren inneren Verlegungen liegen. Man versuchte den Kranken durch eine Rettungsexpedition nach der Stadt Reichenau zu bringen, doch ist sein Befinden besorgniserregend und wird den Transport faum gestatten. J. Aliquis. In = Jelandspferden m nachtsgefchent get wie ein isländische fie, wie der Verlä = Der legte ftarb eine reiche dem teltsamen bon meinem Verm wende." Die Grbe wandten budftäblic größten Roften. Gi Merzten einbalsamic legen. Dieser wu Klaffe, unter Rose Trotzdem fonnten geben. Sie entfchi und Vorhänge, d nach der Bestattu wollte einer der verlangte, daß d Seinem Wunsche die Soiree ab un vollzieher feststell ledigung vor dem Erben wohl endg von der Verstorb Amerita in Amerifa ist e Streifzüge bewe Neuerdings erreg sehen. Sechs 1 Connecticut in d Diener an Stith Dynamit. Diese verschreibungen, fönnen, sodaß bewaffneter Räu Schrecken, daß plosion fie erwed Polizei nach ihne Gewalttat wurd North Yatima, fährt, sprangen fi führer und Heize bedrohte fie mit Schrank des Wage In die Hände f baß die im Ruge ** Der G Gymnafium Frid Adami zu La bom 1. April 19 ** Der 6 Defonomierat Er Der Ersten A berufen. Ernann aus Darmstadt zu Ulrichstein. ** Am Mit 29 Uhr beginnen Ausschuffes de Tagesordnung ftalt Die Kläranlagen der 2. Beitrag der Steinbrüche zur Büdingen für 190 Militär ber Rommandeu ber Infanterie er Landta bes Landgerichtsr ift das eine Land Da zubem Oberf des Reiche juftizan den alten Babl Abgeordneten. Der Rammer wird d haben, denn 9 ge in mei abitre Wahl des freifinn Seiten der Freun Wolf, der mit 15 g und gegen die Bab im Babifreis Mai Der Ausschuß trit Binanzausichuk en Tagen des Ja Bauebuttat aufneh Die Ueberzeugung Die Beben Marguerita" von Benedig die wertvolle zerstört. weil er eine nicht beant enjur erhielt, Dite Koposvar des Dichters verlegte den er befanntlich st, hat bisher ht. Die An e. Nach dem el der Kosten Familie des versicherungs war, Klage eftrengt. Die mit der Moti De Wißmanns handele. Roburg. In inzen Philipp lungen statts. t haben, die Deborstehenden oment auszu hrsnacht.t des Jahress eren Ursprung zu suchen ist. Kampfmittel und die halb müht sich auch , solange die erden in dieser borgenommen St sehr glimpf efährlich. Auf S Schießen er schießt man Bäume, damit ich handelt es ime schädlichen g und Opfer genden übliche ume zu stecken, Frucht getragen mmend für die Jabres. Man eutschlands die befördern und damit diese nicht frant En verschiedene werden müssen; Den fein. Biel Ritternacht am Sffnet fieht und Salbe Wallnuß man auf einer Ten Licht zuerst rglaube. Auch en der Zukunft en Tierquälerei die Reichhaltig schenswert und ezafer solche pflichtet werden reitet, da deffen ir das ganze Sache zwar die trodenen fie fich bei mir an den ,, faulen fler die Mohnt. In Alten d zu haben, in m Geld zu ge en dürften die Sonne am Neu unter, aber in ute, dem bie ze Jahr Holk beim Steblen der Aberglaube werden. Wenn dlings oder mit t und ein Scheit die Gestalt des fie frumm oder wird. Auch in fünftigen fehen, Rußland geben Dorf auf einen en Spiegel, um ertennen. In Mägde nachts 7 und ein Glas Geil des Bu traffer, fo er fein, Kinder, im Bause teilDen Fußboden en, eine Sitte, ten Germanen noch genügend aubt, wenigftens te Silvefterfeier einem tüchtigen braucht fich vor Aliquis. = Vermischtes. Eine sonderbare Erfindung ist patentamtlich ge Schüßt worden und wird jetzt zum Kauf angeboten, nämlich es flingt unglaublich, ist aber wahr!- geheizte Schirmgriffe. Daß die Erfindung möglich ist, ist natürlich zuzu neben; in einem hohlen Stock oder Schirm kann man in der Theorie sowohl auf elektrischem Wege, wie auch durch Verwendung von Glühstoff oder auf rein chemischem Wege Wärme erzeugen. Das unglaubliche ist, daß es so verweichlichte Menschen gibt, denen eine solche Erfindung gewidmet werden fonnte. Tigerkazen als Weihnachtsgeschenke. Die vor nehme Welt Londons hat heuer eigentümliche Weihnachts. geichenfe ausgeheckt. Erstens das sogenannte Zimmerpferd. Kulturleben aller zibilisierten Völfer, so schreibt Hugo I. cobi in den Grenzboten", hat heute überall sich durchgerungen. Man erkennt an, daß die Presse in der Gesamtheit ihrer Bedeutung und ihrer Beziehungen zu Staat und Volt, w nn nicht selbst eine Wissenschaft, so doch ein Problem ist, daß der( w ssenschaftlichen Erforschung würdig ist. Viele bedeutende Kulturträger und hervorragende Männer haben ihr ihr ganzes Leben gewidm t und wenn man heute im 20 Jahrhundert von der Kulturgeschichte eines Voltes sprechen will, muß man die Geschichte der Presse je enfalls in erster Linie mit berücksichtigen. Als Chronit der Tagesgeschichte ist die Presse zugleich der Stund nzeiger an der Weltenuhr geworden, ein Stück von dem Weltgericht, daß der WeltAus Island ist eine große Anzahl fleiner Pferdchen einge geschichte vorbehalten geblieben ist. Ein m See vergleichbar, = führt worden, die nicht größer sind als ein Neufundländer und die von den vornehmen Damen bald als Lieblinge an erfannt wurden. Sie sind so ruhig wie Lämmer und spielen in den vornehmsten Salons mit den Kindern. Neben diesen Jslandspferden werden Tigerfaßen und Lemuren als Weih nachtsgeschenk gekauft. Eine Tigerfage fostet genau soviel wie ein isländisches Pferd, hat aber noch den Nachteil, day fie, wie der Verläufer selbst sagt, so wild ist, wie ein Tiger.' Der letzte Wille. Aus Paris wird gemeldet: Hier starb eine reiche Dame und gab in ihrem Testament folgen. dem seltsamen Wunsch Ausdruck:„ Ich wünsche, daß man von meinem Vermögen 70 000 Fr. für meine Bestattung auf: wende." Die Erben wollten diesem letzten Willen ihrer Ver vandten buchstäblich nachkommen und stürzten sich in die größten Kosten. Sie ließen die Leiche von hervorragenden Aerzten einbalsamieren und in einen herrlich geschnigten Sarg legen. Dieser wurde in einem Begräbnis der allerersten Klasse, unter Rosen vergraben, nach dem Friedhof überführt. Trotzdem fonnten die Erben die 70 000 Fr. nicht ganz aus. geben. Sie entschieden sich daher dafür, die Trauerdekorationen und Vorhänge, deren Miete sehr teuer ist, noch fünf Tage nach der Bestattung an dem Totenhause zu belassen. Nun wollte einer der Mieter dieses Hauses eine Soiree geben und verlangte, daß die Trauerdekoration sofort entfernt werde. Seinem Wunsche wurde nicht stattgegeben, er sagte darum die Soiree ab und ließ den Tatbestand durch einen Gerichts: vollzieher feststellen. Dieser seltsame Prozeß wird seine Erledigung vor dem Zivilgericht finden, und damit werden die Erben wohl endgültig der Sorge entledigt sein, wie sie die von der Verstorbenen verlangten 70 000 Fr. ausgeben sollen. Amerikanisches Räuberwesen. Mit der Sicherheit in Amerifa ist es stelleniveise noch sehr schwach bestellt, und Streifzüge bewaffneter Räuberbanden sind nichts seltenes. Neuerdings erregten wieder zwei besonders frasse Fälle Aufsehen. Sechs masfierte Männer brachen in Suffield in Connecticut in die Bant ein, banden einen Mann und einen Diener an Stühlen fest und sprengten den Geldschrank mit Dynamit. Diesem entnahmen sie 200 000 Mart in Schuldverschreibungen, die nur von dem Besitzer gehandelt werden tönnen, sodaß die Bank nichts verliert. Die Anwesenheit bewaffneter Räuber bielt alle Bewohner der Stadt so in Schrecken, daß sie in ihren Häusern blieben, obgleich die Explosion sie erweďte. Als die Räuber fort waren, suchte die Bolizei nach ihnen, aber es war zu spät. Auch die zweite Gewalttat wurde von bewaffneten Banditen verübt. In North Yakima, wo der Zug der Northern Pacific langsamer fährt, sprangen sie in den Tender und nahmen den Lokomotivführer und Heizer fest. Ein Räuber blieb bei ihnen und bedrohte sie mit dem Revolver, während andere den Kassenchrant des Wagens sprengte, wobei ihnen nur 2000 Mart In die Hände fielen. Die Räuber arbeiteten so vorsichtig, daß die im Zuge sigenden Reisenden garnichts merkten. = Cokales. 29. Dezember 1905. ** Der Großberzog hat den Oberlehrer an dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach Dr. Friedrich Adami zu Laubach auf fin Nachsuchen mit Wirfung vom 1. April 1906 seines Dienstes entjoben. ** Der Großberzog hat den Bürgermeister Defonomierat Ernst Wernher in Nierstein zum Mitglied der Ersten Kammer der Stände auf Lebenszeit berufen. ** Ernannt wurde der Kanzleigehilfe Karl Lot aus Darmstadt zum Gericht: vollzieher mit dem Amtesize in Ulrichstein. *** Am Mittwoch, dem 10. Januar 1906, vormittags 1/29 Uhr beginnend, findet eine Sigung des Provinzial Ausschusses der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung ftatt: 1. Enteignung für das Hauptstel und die Kläranlagen der Stadt Gießen; hier die Enschädigung. 2. Beitrag der Betriebsunternehmer der Breitenborner Steinbrüche zur Kreisstraßenunterhaltung Kreise Büdingen für 1904/05. im * Militärisches. Generalleutnat v. Eichhorn, der Kommandeur des 18. Armeekorps, wurde zum General ber Infanterie ernannt. * Landtags Erfahwahl. Durch die Ernennung des Landgerichtsrats Buff zum Oberstaatsanwalt in Mainz ist das eine Landtagsmandat für Darmstadt frei geworden. Da zubem Oberstaatsanwalt Buff wohl demrächst Mitglied des Reiche justizamts wird, steht Darmstadt vor einer von ben alten Wahlmännern zu vollziehenden Neuwahl eines Abgeordneten. = ** Der Wahlprüfungs- Ausschuß der Zweiten Kammer wird duses Mal verhältnismäßig geringe Arbeit haben, denn gegen die jüngsten Landtagswahlen wird nur in zwei Wahltreisen Protest erhoben und zwar gegen die Wahl des freisinnigen Abg. Christ Wörrstadt von Seiten der Freunde des bisherigen antisemitischen Abg. Wolf, der mit 15 gegen 17 Stimmen bei der Wahl unterlag, und gegen die Wahl des Zentrumsabgeordneten Dr. Schmitt im Wahlkreis Mainz Land durch die Sozialdemokraten. Der Ausschuß tritt anfangs Januar zusammen. Sinanzausschuß der Zweiten Kammer wird gleich in den ersten Tagen des Januar seine Beratungen über den neuen Haushaltsetat aufnehmen. - Der * Die Bedeutung der Presse für die Kultur. Die Ueberzeugung von der Bedeutung der Presse für das in den tausendfältig Gedankenströme münden, und aus dem taus ndfältig Gedankenströme wieder abfl eßen, die Ufer meithin über flutend und befruchtend, erscheint die Ku tut tätigkeit der Presse als eine zweifache, indem sie einerseits alle Vorcärg: des Tages in sich aufnimmt und zugleich den reichen Inhalt zu neuen Anregungen weiter verbreitet. Was den Inhalt der heutigen Zeitungen betrifft, so ist derselbe bei einer Universalität angelangt, wie sie größer faum noch aedacht werden kann Es fehlt fast nur die telephonische Verbindung zum Mond, zum Mars und zr Sonne. Das sind ir fliche Worte, die die Zustimmung weit ster Kreise haber. Die Presse ist einer der gewaltigsten Kulturfaftoren geworden, tein gebildeter Mensch fann sich ihrer mehr entraten. Sorge also jeder dafür, daß auch im neuen Jahre sein hewährtes Blatt ihn begleite. * Versendung von Fleisch als Eilgut zu den gewöhnlichen Frach sähen. Aus Mainz schreibt man der„ Kl. Breffe": Aus Anlaß eines Antrags bei der Händigen Tariffommission der Esenbahnen Deutschlands, Fleisch, Fleischwaren und frische Kuttelwaren in den Spezialtarif für bestimmte Eilaüter aufzunehmen, schließt sich die Mainzer Handelskammer diesem Antrage an, mit der Ausführung, daß eine billigere Bezugsmöglichkeit von Fleisch und Fleischwaren durch die Esenbahn im Interesse der breitesten Bevölkerungsschichten liegt und eine Erleichterung dieses Bezuges, wie sie durch den Antrag herbeigeführt werden soll, um so wünschenswerter erscheint, als die hohen Fleischpreise geradezu darauf hindrängen, Erleichterungen folcher Art für den Verkehr in den genannten Artikeln zu treff n. ** Holzversteigeruna. Montag, den 8., und Dienstaa, den 9. Januar, vormittaas 10 Uhr, werden in den Distriften Sönbuchenrüd 1 und uerberg 7 nefteinert: Riefern: 9 St. 2.= 11,59 fm, 59 St. 3..= 60,26 fm, 79 St 4. l.= 63 46 fm, 156 St. 5. l.= 86,30 fm. Fichten: 4 St. 2. l.= 6,46 fm, 53 St. 3. l. 82 01 fm, 104 St. 4. R. 112,40 fm, 340 St. 5. R. 193,20 fm. Derbstangen: 40 Fichten 1,35 fm. = = = * Wißmar. Tem Gemeindevorsteher Bausch hierselbst ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. XVom Biebertal, 28. Dez. Rugverspätungen. Die Rüge unserer Kleinbahn erleiden fortgesetzt unliebsame Verspätungen. In aewünschter Weise sollen dieselben aus Station Abendstern Anschluß an die Züge der Hauptbahn nehmen laut Fahrplan. Allein nur gar zu oft wurden in legter Bit Bassagiere sterin getäuscht, denn die Hauptbahn nimmt eben teine Notiz von diesen Verzögerungen der Biebertalbahn. v. Agbach, 28. Dez. In diesen Tagen finden die Gemeindevorsteherwahlen in den Orten der vereinigt n Bürgermeistereien Azbach- Lounsbach Hatt Während es wiederbolt hierin einen Wechsel gegeben, wurden heute in Azbach- Rinz'nbach die bisherigen Vorsteher Velte und Mandler einstimmia wiedergewählt. z. Kinzenbach, 28. Dez. Treibjagd. Unter einem ufgebot von etwa 30 Jägern und 20 Treibern hielt der Fabrikant Kinn- Heuchelheim, heute die erste Treibjagd ab. Väster der gemeins men Jagden von Rinzenbach und Azbach, Dieselbe erstreckte sich nur auf die Feldmart. Den Vormittag galt es, den großen Wies narund( Rahn) zwischen Lahn und den beiden genannten Ortschaften abzuspüren. Das Ergebnis war i dos in diesem ausgedehnten Gelände fein erfolgreiches; denn es gelang vielen Ausreißern, das Wette zu suchen. Am Nachmittag wurde das Feld nach dem Walde zu abgesucht, wo es eine reiche Beute gab. Der Erfolg war ein ganz bedeutender, es wurden insgesamt 144 Hasen erlegt. Mithin war die Klage unserer Bauern über die aroßen Schäden, welche die vielen Nager im verflossenen Herbfte sowohl in den Gemüsefeldern als auch an den jungen Obstkläumen angerichtet, wohl berechtigt. A Wagenborn Steinberg. 28. Dz. Infolge Blut: vergiftung starb ein bi siger verheirateter Einwohner. Er hatte sich einen Backenzahn ziehen lass n und die Wunde nicht beachtet. Lindenstruth, 28. Dez. Ein Eisenfresser. Vor einigen Tagen mußte der Gemeindefaselose geschlachtet werden. Bi der Untersuchung fand man ein Stück Eisen in seinem Körper, das ihm durch die Milz gedrungen war. -* Agenheim 28. Dez. Jäher Tod. 41jährige unverheiratete El se Biedenkopf stürzte von Krämpfen befallen, in einen Wasserbehälter und ertrant. Die * Lun. Dem Landwirt Friedrich Wilhelm Müller hier'e'bst wurde die Rettungsmedaille am Bande verliehen. -g Vilbel. 28. Dez. Gänsediebe. In der Nacht bom 1. auf 2. Dezember wurden einem Fuhrmann aus Echzel, auf dem Wege nach Frankfurt, zwischen hier und Kloppenheim fünf mit fetten gishlachteten Gänsen und Hafen cefüllte Körbe im Werte von über 300 Mt. von seinem Wegen gestohlen. Ein am anderen Tage unsere Stadt passierendes Fuhrwerk, welches verdächtig erschien, wurde verfolgt und man nahm die Diebe in Frankfurt, noch ehe sie ihre g stohlene Beute verneirten fonnten, fest. Heute wurden die beiden Diebe, Fahrbursche Werner aus Bürgel und Taqlöhner Ap 1 aus Marienhütte, durch zwei Gendarmen geschlossen an den Tatort zur Augenscheinnahme geführt und von da as Provinzial- Arresthaus Gießen transportiert. Airchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 31. Dezember, y'vefter. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer D. Schlesser. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Knott. Abends 8 Uhr: Pfarrer Euler. Montag, den 1. Januar, Nevjahr. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Siehe Johannesfirche." Donnerstag, den 4. Januar, abends 8 Uhr im Matthäus saal Kirchstraße 9, B.belstunde.( Offenbarung Joh. 2, 1-7). Pfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Knott. Abends 5 Uhr: Pfarrer Kraus.' Nach sämtlichen Gottesdiensten wird eine Kollekte für die Armen erhoben. Nächsten Sonntag, den 1. nach Epiphanias, den 7. Januar, wird das Landesmissionsfest gefeiert und dabei eine Kollekte für die Heidenmission erhoben werden. Batholische Gemeinde, Samstag, den 30. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. " Sonntag, den 31. Dezember. Sonntag nach Weihnachten. Borm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7.00 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiliges Kommunion. Vorm. um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. Vorm. um 9.30 Uhr: Hochamt. Nachmittags um 5.30 Uhr: Predigt, darauf Silvester- Andacht mit Te Deum. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit " zur hl. Beichte. Montag, den 1. Januar. Fest der Beschneidung des Herrn. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7.00 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiligen Rommunion. Borm. um 8 Uhr: Die zweite Hl. Messe. gottesdienst mit Predigt. Vorm. um 9 30 Uhr: pochamt mit Predigt. Nachmittags um 5.30 Uhr: Fest- Andacht MilitärGießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Wtterung in Hessen für Samstag, den 30. Dezember. Trüb, windig, Regen, noch etwas wärmer. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein; für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Oeffentlicher Dank dm Herrn Franz Wilhelm Apotheker, t. v. t. Soflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich, E.finder des antirheumatischen und antiarthritischen Blutreinigungs Tees. = Blutreinigend für Sicht und Rheumatismus. Wenn ich hier in die Oeffentlichkeit trete, so ist es des= balb, weil ich es zuerst als Pflicht ansche, dem Herrn Wilhelm, Apotheker in Neunkirchen, meinen innigften Dant auszusprechen für die Dienste, die mir dessen Blutreinigungstee in meinem schmerzlichen rheumatischen Leiden leistete und sodann, um auch and re, die diesem gräßlichen Uebel anheimfallen, auf diesen trefflichen Tee aufmerksam zu machen. Ich bin nicht imstarde, die marternden Schmerzen, die ich durch volle 3 Jahre bei jeder Witterungsänderung in meinen Gliedern litt, zu schildern und von denen mich weder Heil mittel, noch der Gebrauch de Echwefelbäder in Baden bei Wien befreien fonnten. Schlaflos wälzte ich mich Nächte durch im Bette herum, mein Appetit samälerte sich zusehends, mein Ausieben trübte fich und meine ganze Körperkraft nahm ab. Nach 4 Beben langem Gebrauch oben genannten Tes wurde ich von meinen Schmerzen nicht nur ganz befreit und bin es noch jest, nachdem ich schon seit 6 Wochen feinen Tee mehr trinke, auch mein ganzer förperlicher Zustand hat si gebeffert. Ich bin feft überzeugt, daß Jeder, der in ähnlichen Leiden seine Zuflucht zu diesem Tee nehmen, auch den Erfinder dessen, Herrn Franz Wilhelm, so wie ich, segnen wird. In vorzüglicher Hochachtung Gräfi Butschin- Streitfeld, Oberstleutnant 8- Gattin. Preis: 1 Paket Mk. 2.-, 1/2 Paket Mk. 1.> Bestandteile: Innere Nußrinde 56, allnußschale 56, Ulmenrinde 75, Franz. Orangenblätter 50, Eyngtiblätter 35, Scabiosenblätter 56, Lemusblätter 75, Bimmstein 1.50, rotes Sandelholz 75, Barbannawurzel 44, Caruywurzel 350, Radic. Cariophyll. 3.50, Shinarinde 3 50, Eyngit ou zel 57, Fendelwurzel( Samen) 75, Groswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Sassaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 3.50, weißer Senf 3.50, Nachtschattenftengel 75. Die Bestandteile find nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht 39 zu verwechseln mit geaöhnlicher Handelsware. ,, Vorsicht beim Einlauf". Man weise minderwertige Nach ahmungen entschieden zurück und beachte Namen und die Schuhmarken des Tees. Wo nicht erhältlich, direkter Versandt. .302 Neujahrs- Karten werden schnell und billigst angefertigt in der Buchdruckerei Albin Klein, Giessen, Seltersweg Dr. 83. Samstag d. 30. d. Mts. bleibt unser Bureau des Nachmittags wegen der vorzunehmenden Inventur geschloffen. Gewerbebank, eing. G. m. u. H in Gießen. Vom Dienstag, den 2. bis Donnerstag, den 4. Jana Hausbesitzer. wird im z Gießen Vereinshause der Stadtmission oberta 14 ein Bibelkursus Erste, älteste, grösste, verbreitetste, weltbekannte Nähmaschinen- u Fahrrad45MK Grossfirma M Jacobsohn, ERLIN N. 24, Linienstr. 126. Lieferant v. Post-, Preuss. Staats- n.Reichseisenbahn- Beamtenverein., Lebrer-, Militär-. 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Beschäftigung von Gehilfen und Lehr lingen im Konditoreigewerbe. Bekanntmachung. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß für Sonntag, den 31. Dezember 1905 die Beschäftigungsund Verkaufszeiten für Konditoreien von vormittags 9 Uhr bis abends 9 Uhr festgesetzt sind. Gießen, den 27. Dezember 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Betr. Beschäftigung der Gehilfen und Lehr linge im Bäckereigewe. be. Bekanntmachung. Auf Grund der§§ 105c, 105e Gewerbeordnung, fowie§65c 3 der Ausführungsanweisung hierzu wird für Sonntag den 31. d. Mts. die Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen im Bäckereigewerbe bis 12 Uhr mittags gestattet, unter der Bedingung, daß die darauffolgende Ruhezeit 36 Stunden beträgt Gießen, den 27. Dezember 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Betr: Abfuhr des Hauskehrichts. Bekanntmachung. Die mangelhaftete Aufstellung der Kehrichtgefäße insbesondere aber die Verwendung ungeeigneter Kehricht behälter( wie Holzkisten, Eimer und Kästen ohne Deckel) jeb- n Nachmittag 2½- 4½ Uhr. An jedem 8% llhr werden bilen Fäden eine Berunreinigung be abgehalten. Die Borträge finden ſtatt i den Morgen von 10-12 Ub Holzversteigerung im Gießener geländes zur Folge. Ferner muß es als Mißstand be Abend noch Evangelisationsvorträge gehalten. Unser Ziel ist: Wir möchten tiefer in die Gedanken Gottes eingeführt werden Wir möchten die Bibel als das Wort unseres Gottes noch besser verstehen und studieren. Als Redner werden dienen: Herr Pfarrer Simon und Herr Pfarrer Pascher, Frankfurt, Herr Lehrer Veiel, St. Chrischona und andere. Zu allen diesen Versammlungen ist jedermann herzlich will. fommen. Eintritt frei. Stadtwald. Montag, den 8. Januar 1906, vormittags 92 Uhr beginnend, werden in den Waldungen der Stadt Gießen in den Distrikten Hegftrauch and Waldshut versteigert: 2398 Fichten Derbstangen von 6-16 m 2g.= 144,21 Fitm. zu Gerüft- und Epalierstangen geeignet, zeichnet werden, wenn stundenlang nach stattgehabter Leerung die Gefäße auf den Bürgersteigen stehen bleiben und den Verkehr hemmen. Ober Drud und Verlag ( 1. Fortsetzung.) Eigentümlich Pierdebahnwagen mit einer Deutli fennen lieg. Wohl den Boden zurüdge hatte, aber es ware nur schattenhaft wa Auge vorübergehuse in das väterliche G Sandenburg nach Der Kapitän läßt d denn Krahnepuhl ftolpert über die A reise umberliegen Die Arbeiter emp naht sich von der mit dem guten fein edles Gefich Kenntnis genomn dem Sohne aus Arme und führt Lebelstand ihre verschärfte Aufmerksamkeit zuzuwenden Wir haben die Schuhmannschaft angewiesen, dieſem und alle Verstöße gegen die Bestimmungen des Art. 111 und 112 des Polz.-St.-G.-B. und§ 366 9 und 10 R.-St.-G. die das Herausstellen der Gefäße auf die Sonntagsverein für Mädchen. 183 Fichten: Risstangen von 5-9 m Länge= 2,57 Fftm. Straße 2c. und die Verunreinigung von Ortsstraßen und 25 Kmtr. Nadelholz Scheitholz, Krüppelholz, 86,5 " 121 " Stockholz, 17 H zerkleinertes Nadel. Stockholz, " Wellen Nabel- Reissig, 60 " Wellen Birken Reisig. Die Vereinigung der Mädchen findet ftatt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saale der Kleinkinderschule, Diezstraße 15; die Mädchen fönnen zu jeder Zeit kommen und gehen; von 4 Uhr bis 2770 5 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang Ansprache, Vorträgen." Gute unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden. Wir laden zur Teilnahme freundlichst ein. MIT JEDER Der Vorstand: Dr. Raumanu, Kirchenrat. öffentlichen Plägen unter Strafe stellen, zur Anzeige zu bringen. Wir machen darauf aufmerksam, daß eine ordnungsgemäße und reinliche Art der Aufbewahrung des Hauskehrichts durch die Verwendung der mit Deckel versehenen Kehrichtgefäße, wie sie von verschiedenen Die Zusammenkunft ist auf der Lich r- Straße am Firmen zur Zeit in den Handel gebracht werden, sehr Waldeingang. Gießen, den 30. Dezember 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. In Giessen: Gg. Karl Volk, Ph. Weiler. Grosse WohltätigkeitsGeld Lotterie d. Krankenpflegeanstalt. v.Roten- Strassburgi.E. Ziehung sicher 20. jan. 06. 6052 Baargewinne M. 70,000 ohne Abzug 1. Hauptg. M. 20,000 2. Hauptg. M. 10,000 3. Hauptg. M. 5000 3 à 1000= M. 3000 6 à 500 M. 3000 30 à 100 M. 3000 60 à 50 M. 3000 5920 zus. M. 23 000 Los 1 M. Lose 10 Mk. versendet: Porto u. Listo 30 Pf. J. Stürmer, Strassburg i. E. General- Agent, NUMMER BEGINNT DAS ABONNEMENT AUF DIE FARBIG illustriertes WITZBIATT. QUARTAL 3MK. Meggendorfer Bläller München DROBE MUMMER GRATIS VOM MÜNHEN SCHUBERT STR 6.0 CNAUMANN VERLAG zum UNUBERTROFFEN Waschen und Putzen WASCHET In Giessen: R. Buchacker, W. Semmler. NUR MIT NAUMANNIA SEIFE SCH OFFENBACH gefördert wird. 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Ebensowenig ist die Kehrmannschaft verpflichtet, chrichtfasten oder Gefäße zu entleeren, welche den nach stehenden Bestimmungen, insbesondere denjenigen bezüg lich des Fassungsraumes nicht entsprechen. 3. Gefäße zum Sammeln des Hausfehrichts und der häuslichen Abfälle müssen solide und dicht hergestellt und mit je zwei Handhaben versehen sein; dieselben dürfen das Maß von 60 cbdm Inhalt feinesfalls überschreiten. Das Muster eines Kchricht fastens in Holzpon 50X40X30cm Größe fann auf dem Tiefbauamt eingesehen werden. Gießen, den 28. Dezember 1905. Großherzogliches Polizeiamt Sießen. Herberg. Ingenieurschule zu Mannheim Städt. subv. höhere technische Fachschule. 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