ber 1905. Mr. 229. de- Markt Fohlen, adwirtschaftlichen Ge O Gewinne). W. Trapp. hnete wenden. arkt- Komite. wie Fafelmarkt tatt. machung. gder Stadtverordneten ber d. J. vorgenomme Ende Dezember 1905 rozentigen Schuldverj ot Gießen von den Jah zogen worden: Ber Anlehen. Jufertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberhefen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Freitag, den 29. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Bfo. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Vost bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenbleien( wöchen'lid). Tas Blatt ericeint an allen Werttagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die kommende Reichstagsfeffion. 278 und 291 über 2000 geblieben, obwohl sie von allgemeiner Zustimmung getragen 2,163, 182, 366, 1000 e harrend, die da kom rte, die er zu sprechen zu:„ Sie kommen noch nige wütende Gesichter hinter die Kulisse. Dort Wurf, dem er mutentchiden's mich denn biel am Berg vor'm Kasten mir der Souffleur zu: er das war ja gerade Antwort. Semüt. nn nur dann n gewöhnt, riefe zu schreiben, Imgang zu bleiben. gedrechselt, er gewechselt. t bergessen hast, Unrecht fast. du mit Schmerzen, Deinem Herzen. eller 000 Vorschrift). Zehn bis dem Abschälen in vier gute Butter wird mit ons, einer feinen fleinen hadter Peterfilie, etwas Eklöffel Mehl und 1% t und gargefocht. In ad auch mit dem Eaft nüffen die Gierftreifen Man focht die Ente nzufügung von Salz, mn bratet man sie in er Rapernfauce an; zu nügende Menge Braun laje Weißwein ablöscht; e hinzu, als man Sauce pern, einige Zitronen Magen der Ente, beides Sauce eine halbe Stunde inige Minuten hinein. andes „ Der junge Robertion Zenfch."- Beyton: Da neulich seine Frau fie ift fo hubiah! Bas Rüßte fie würde t behandeln wir einen Befud madhe, weiß en und gaben anfangen Der Zachter des Hauses ihrem Vater wegzuift berlobt? Himmel! in der Stadt verlobt t, den fie fich geangelt Im November wird der Reichstag wieder zusammentreten. Die Aufgaben, die seiner harren, sind recht mannigfaltig. Unter ihnen sind alte Bekannte. Einige Vorlagen sind in der vergangenen Session auf halbem Wege stecken waren, darunter die Novelle zum Militärpensionsgeset, deren Zustandekommen ein dringendes Bedürfnis ist und kaum mehr einen Gegner hat. Andere Entwürfe sind weniger günstig beurteilt worden, hatten mit einer harten Widersacherschaft zu kämpfen und müssen darauf rechnen, ihr auch in Zukunft wieder zu begegnen. Dazu gehört vor allem die Novelle zum Börsen. geset. In dieser Beziehung hat die Zeit noch keine Klärung gebracht. Die Meinungen stehen einander so schroff wie je zuvor gegenüber, und kein Zeichen deutet darauf, daß in absehbarer Zeit eine Aenderung eintreten wird. Handelsminister Moeller wird unter allen Umständen einen schweren Stand haben, um auch nur die Zugeständnisse zu erreichen, bezüglich deren eigentlich kein Streit mehr ist. Das geltende Börsengesetz über den Terminhandel und den Differenzeinwand hat Erscheinungen hervorgerufen, deren unerfreulicher Charakter allgemein anerkannt wird. Daraus sollte man auf den einhelligen Wunsch einer möglichst beschleunigten Aenderung schließen. Ein Teil des Reichstags aber ist der Meinung, daß man auch ein der Gerechtigkeit und Billigkeit entsprechendes Zugeständnis der Börse so lange borenthalten müsse, als diese irgend welche Versuche mache, wider den Stachel zu löken" und sich einer ihr unbequemen Gesetzgebung zu entziehen. Die Eintragung der Börsenleute in das Termingeschäftsregister solle die Voraussetzung und die Vorbedingung einer etwaigen Revision des Börsengesetzes bilden. Darüber würde am Ende eine Verständigung zu erzielen sein, wenn die Sicherheit vorläge, daß der Fügfamkeit auf der einen Seite die erwünschte Revision auf der anderen Seite unmittelbar folgen würde. Das ist freilich nicht der Fall. Es fehlt im Gegenteil nicht an Widersachern der Börse, die von einer Revision der Börsengesetze nur in der Richtung einer weiteren Erhöhung der Börsensteuern wiffen wollen. Unter solchen Verhältnissen steht es nicht gerade günstig um die Aussichten derer, die der Meinung sind, der Gesetzgeber habe die Gesetze einzig nach Recht und Bedarf zu gestalten, dürfe sich nicht von Rücksichten auf Perjonen und das Verhalten von Personen in irgend einem Sinne beeinflussen lassen. Jedenfalls wird die Versöhnlichkeit der hierbei in Frage kommenden Parteien noch sehr wachsen müssen, ehe man auf einen dankenswerten Fortschritt rechnen kann. Für solches Wachstum an Versöhnlichteit aber fehlt es an der Voraussetzung allgemeiner guter und friedlicher Stimmung, und das hängt mit der Hauptaufgabe der kommenden Reichstagssession zusammen, der Reichsfinanzreform. Reichsschapsekretär Frhr. v. Stengel hat sein Projekt vohl ausgearbeitet, jedoch noch nicht bekannt gegeben. Das fann er nicht, ehe nicht die Ausschüsse des Bundesrats und das Plenum des Bundesrats gesprochen und sein Projekt zu einem Entwurf, zu einer Vorlage für den Reichstag gemacht haben. Bis das geschieht, mögen noch Wochen vergehen. Einstweilen hat man nur gerüchtweise von Einzelbeiten gehört, von einer Zigarettensteuer und von einer recht beträchtlichen Erhöhung der Brausteuer. Es ist nun ganz selbstverständlich, daß die Kreise, deren Produktions- oder Bedarfsgegenstände von einer fühlbaren Abgabenerhöhing betroffen werden, dem betreffenden Steuerprojekt abgeneigt sind. Denn eine Steuerbegeisterung gibt es doch nur aus. nahmsweise und ganz vorübergehend. Allerdings bekenni sich auch niemand gern in aller Form zur Steuerscheu. Diese persteckt sich in der öffentlichen Erörterung meist hinter Steuergerechtigkeit, die zueiner glühenden Vorliebe für weilen auch„ ausgleichende Steuergerechtigkeit" genannt mird. Das ist ein wunderhübsches Wort, das sich förmlich eintschmeichelt. Wer möchte sich wohl einen Gegner der Steuergerechtigkeit oder gar der ausgleichenden Steuergerechtigkeit nennen! Bei dieser Art der objektiven Erörterung von Steuerfragen geht man von der Fiftion cus, daß die Steuerobjekte selbst die Steuer entrichteten und von einem gewissen Steuer- Ehrgeiz besessen wären. Da kann man denn hören, daß der Zucker sich zurückgesetzt fühle, wenn er weniger als der Kaffee zu Abgaben herangezogen würde, und daß der Branntwein es als eine Kränfung empfände, wenn er zu den Staatslasten weniger beitragen dürfe als das Bier. Das scheint so einleuchtend, und es ist überaus bequem; man vermeidet damit so völlig die Vermutung, als ob man für persönliche Interessen einträte. In der Wirk lichkeit freilich liegen die Dinge etwas anders. In Wirklichkeit zahlt nicht der Wein den Zoll, sondern der Weintrinker, nicht das Bier die Biersteuer, sondern der Biertrinker, nicht der Tabak die Tabaksabgabe, sondern der Raucher, und am Ende ist der Raucher auch ein Biertrinker und einem Likör nicht unbedingt abgeneigt. Aus einer und derselben Konsumententasche kommen zuletzt alle Steuern und Zölle, denn auf ihn wälzt sie der Fabrikant, wälzt sie der Verfäufer ab. Der Konsument ist zuletzt der einzige Leidtragende der Produzent ist es nur insofern, als manchmal die Belastung des Konsumenten den Konsum vermindert. - Vielleicht wäre es so übel nicht, wenn der Konsument und Konsumenten sind wir alle. bei den Steuerfragen hieran dächte. Die Steuerfragen laufen im Grunde darauf hinaus, an welcher Stelle, bei welchem Anlaß wir am be quemsten die notwendigen Abgaben entrichten. Der Abgaben selbst entgehen wir unter feinen Umständen. Auch nicht der Tabaksteuer, selbst wenn wir keine Raucher sind. Denn für die Mehrzahl der Arbeiter gehört der Tabak zu Sen unentbehrlichen Genußmitteln, und deshalb müssen wir dem Arbeiter in seinem Lohn auch den Tabaksbedarf bezahlen. Trotzdem wird man nicht aufhören, sich über jede neue Steuer zu ereifern, welchen Namen sie auch haben mag. Das ist einmal alter Brauch. Man wird auch nicht aufhören, die unabweisliche Reichsfinanzreform zu schelten, daß sie nur ein Vorwand für neue oder erhöhte Steuern sei. Das ist ja nicht ganz unrichtig. Denn wenn feine erhöhten Reichseinnahmen nötig wären, fönnte man alles beim alten lassen. Der größere Reichsbedarf ist aber da, und wir werden seiner Deckung nicht länger aus dem Wege gehen. Das wird uns freilich nicht hindern, auf den Reichsschazsekretär zu schelten, als ob er es wäre, der die Bedarfserhöhung verschuldet jätte. Das Marokko- Abkommen unterzeichnet. Gestern mittag wurde in Paris das Marokko- Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich von dem Ministerpräsidenten Rouvier und dem deutschen Botschafter Radolin unterzeichnet. Vorher hatten die im Namen beider Mächte verhandelnden Herren Dr. Rosen und Revoil noch eine letzte Besprechung gepflogen. Damit ist das Zustandekommen der Konferenz gesichert und die Meinungsverschiedenheiten zwischen der deutschen und französischen Diplomatie über die Behandlung der marokkanischen Angelegenheiten sind beseitigt. Lange Wochen hindurch haben die entstandenen Differenzen die Gemüter beschäftigt. Aengstliche Leute glaubten sogar, von einem bevorstehenden Kriege sprechen zu müssen, obwohl von allem Anfang an weder hüben noch drüben ernsthaft mit dem Abbruch der friedlichen Beziehungen gerechnet wurde. Immerhin hatte sich eine Wolfe von Mißverständnissen angesammelt, die durch die ungeschickte Hand des ehemaligen französischen Ministers des Auswärtigen ständig verstärkt wurde. Der Besuch des deutschen Kaisers in Tanger brachte den erlösenden Windstoß, der alsbald die Nebel in Fluß brachte. Dank der klugen staatsmännischen Haltung des französischen Premiers Rouvier, der festen aber versöhnlichen deutschen Politik und der aufrichtigen Friedensliebe auf beiden Seiten gelang es nach schwierigen Verhandlungen, zu einem befriedigenden Resultat zu kommen, das nun in dem abgeschlossenen Vertrag vorliegt. Die eigentliche Arbeit- das darf man nicht vergessen beginnt erst nach dem Zusammentritt der Konferenz. Aber die günstigen Vorbedingungen sind geschaffen, so daß man an einem guten Ausgang nicht zu zweifeln braucht. - Der Wortlaut des Vertrages ist in amtlicher Form noch nicht veröffentlicht, doch sind eine Anzahl Einzelheiten bereite bekannt geworden. Als Ort der Konferenz ist nach diesen unverbindlichen Verlautbarungen Algeciras in Spanien festgesetzt, als Zeit des Zusammentritts der Anfang des Monats November. Die Frage der Polizeigewalt längs der französisch- marokkanischen Grenzen bleibt dem schon früher zwischen Frankreich und Maroffo abgeschlossenen Uebereintommen unterworfen, ebenso die Ueberwachung der marokkanischen Küste. Um die Einfuhr von Kriegskonterbande zu verhindern, kann Frankreich den Waffenhandel längs der marokkanischen Küste unterbinden. Ueber die Gründung einer marokkanischen Staatsbank wurde Einigkeit erzielt. Sie übernimmt die Hafenbauten in Tanger und die im August abgeschlossene Millionen- Anleihe, Deutschland erhält das Recht der Anteilnahme an den Operationen. Das Vorrecht im Anleihewesen, das Frankreich einst vom Sultan erhalten hat, bleibt aufrecht erhalten, das heißt, daß Frankreich bei gleichen Bedingungen den Vortritt vor allen anderen Mächten hat. Die Konferenz soll die ihr vorbehaltenen Beschlüsse über die internationale Polizei in den für Europa wichtigen Gebieten, die Verhinderung des Waffenschmuggels auch zur See, Gründung und Wirkungskreis der Staatsbank, Reform der Steuererhebung, Rechte und Pflichten der Konsularbehörden einstimmig fassen, falls nicht ein vorausgegangenes einstimmiges Votum diese Bestimmung aufhebt. Für Frankreich wichtig ist, daß seine künftigen Vereinbarungen mit dem Sultan an teine Zeitdauer gebunden sind, während die internationalen Reformen nur als Versuch bis 1909 gelten sollen. Jedenfalls ist die friedliche Nebeneinanderarbeit der europäischen Mächte nach dem Vertrag möglich, mährend das Programm des verflossenen Ministers Delcassé eine direkte Oberherrschaft Frankreichs mit Ausschluß der übrigen Staaten bezweďte. Dieses Programm durch die neuen und angemesseneren Bestimmungen ersetzt zu haben, ist das Verdienst der deutschen Diplomatie, die somit einen ungemein zu begrüßenden Sieg errungen hat. Hufftand in der Kapkolonie. ( Eig. Bericht.) London, 28. September. Böse Früchte haben die fortgesetzten unrichtigen Meldungen deutschfeindlicher Blätter über Niederlagen der Deutschen in Siidwestafrika gezeitigt. In Kapstadt konnte man sich nicht genug daran tun, die Dinge in dem benachbarten deutschen Schutzgebiet Schwarz in Schwarz zu malen, einesteils um den kontinentalen Vettern etwas am Zeuge zu flicken und andererseits zur Hervorhebung der gesicherten Zustände im eigenen Lande. Aber nun hat sich die übersprudelnde Selbstzufriedenheit in ängstliche Besorgnis verwandelt. Jetzt scheinen die Eingeborenen in der Kapkolonie auch Lust zu Aufstand und Rebellion zu verspüren. Die falschen Nachrichten über das Unglück der Deutschen im Kampfe gegen die Herero haben den kriegslustigen Stamm der Basutos in Aufregung gebracht. Was die Herero fönnen, so sagen sich die Schwarzen, vermögen wir auch. Dort Deutsche, hier Engländer, beides Weiße. Auf in den Kampf! Alle jungen Anführer und Häuptlinge der Basutos predigen eine Art heiligen Krieg gegen Engländer und Buren. Der britische Resident in Majeru hat an den Oberkommissar eine dringende Botschaft gesandt, in der Einzelheiten über den unruhigen Zustand des Landes enthalten sind und in der die Behörden ersucht werden, die Ansiedler an der Grenze von Basutoland zu bewaffnen. Eine fliegende Kolonne ist von Pretoria nach der Basutolandgrenze aufgebrochen. Weitere Truppensendungen find verlangt worden. Ob die englischen offenen und versteckten Deutschenfeinde in Kapstadt jetzt merken, daß sie besser getan hätten, das Feuer im Hause des Nachbars nicht gar so wohlgefällig zu betrachten? Schadenfreude ist eine ganz nette Sache, nur muß man schließlich nicht selber dabei hereinfallen, Folitifche Rundschau. Deutfches Reich. * Ein Abflauen der Aufstandsbewegung in Deutsch- D.afrika wird gemeldet. Garf Gözen telegraphiert aus Dares- Salaam, daß Nachrichten über eine weitere Ausbreitung des Aufstandes nicht vorliegen. In den Matumbibergen dauert der Kleinkrieg noch an, dagegen liefern im Bezirk Mohoro unterworfene Aufständische zahlreiche Gewehre ab. Marinedetachements besetzen Liwale, das Hinterland ven Lindi, die Matumbiberge, Mohoro und Morogoro. * * Dem Vernehmen nach soll oer Voranschlag für i. 1 Acidsctat für 1906 trotz der wachsenden Mehreinnahmen aus der Branntwein-, Zucker- und Stempelsteuer mit einem starken Defizit resp. mit einer erheblichen Vermehrung ungedeckter Matrikularbeiträge abschließen. me erhengewoitetungszunahme im Königreich Preußen wird durch das statistische Landesamt konstatiert. Im Jahre 1904 ist die Zahl der Geburten im Vergleich mit dem Jahre 1903 um 30 000 gestiegen, nachdem sie von 1902 zu 1903 um 21 000 zurückgegangen war. Die Zaht der Sterbefälle, die im Jahre 1903 um 30 000 gestiegen war, zeigte im Jahre 1904 einen Rückgang um 5000. Der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle ist also im Jahre 1904 wieder um 35 000 Köpfe gestiegen. Die Zahl der Eheschließungen, die von 1900 zu 1902( um 11 500) zurückgegangen war, wie dies in Zeiten des wirtschaftlichen Niederganges gewöhnlich der Fall ist, ist im Jahre 1903 um 3800 und im Jahre 1904 um 9300 gestiegen. Auf 1000 Einwohner entfiel eine natürliche Vermehrung der Bevölkerung von 15,4, gegen 14,8 im Jahre 1903. Italien, ** Die italienische Regierung hat die Einladung Rußlands zu einer zweiten Friedenskonferenz im Haag angenommen; die Zeit des Zusammentritts und das Programm der Konferenz sind späterer Vereinbarung vorbehalten. Oefterreich- Ungarn ** Die durch die politischen Verhältnisse erzeugte Grregung in Ungarn hat zu größeren Straßen- Erzessen in Budapest geführt. Vor dem Klub der Unabhängigen demonstrierte eine große sozialistische Volksmenge gegen die Koalitionsparteien und für das allgemeine Wahlrecht. Bürger und Studenten gerieten mit den Sozialisten ins Handgemenge, wobei 40 Personen, darunter acht schwer, verivundet wurden. Polizei mußte die Straßen säubern.— Gin sozialistisches Wiener Blatt will erfahren haben, die oberösterreichischen Gemeindeämter hätten unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit Druckschriften und Akten zur Durchführung einer plötzlichen Mobilisation erhalten. Die Mobilmachung könnte sich nur mit dem Hinweis auf den Zustand der Dinge in Ungarn erklären lassen. Wahrscheinlich sind aber die Gerüchte übertrieben. Nummer: Grille. ** Norwegen. Im Storthing haben zehn Abgeordnete einen Antrag auf Gründung einer Republik als zukünftige Staatsform eingebracht. Die große Mehrzahl des Volkes wünsche unzweifelhaft die Republik. Jedenfalls müsse das Volk über die Frage abstimmen, denn das gegenwärtige Storthing habe kein Mandat, eine Regierungsform festzusetzen. Russland. *** Auch aus bäuerlichen Kreisen werden Proteste gegen die Greueltaten der Kosaken laut. So beschloß im Kirchderf Iwanowka im Gouvernement Saratow die Dorfversammlung, den Gouverneur um die Entfernung der Kosaken und die gerichtliche Verfolgung der von ihnen verübten Gewalttaten zu bitten. In dem erstatteten Bericht werden haarsträubende Tatsachen erwähnt. Die Kosaken peitschten ein 16jähriges Mädchen, ein Bauer erhielt 50 Knutenbjebe, 20 Bauern wurden von den Kosaken bestohlen, ein gegen die Handlungsweise der Kosaken protestierender Bauer wurde getötet, zwei Bauern wieder wurden haibtot geprügelt. An den Regimentskommandeur gerichtete Beschwerden blieben erfolglos. Der in Moskau tagende Semstwo- Kongreß fordert konstitutionelle Freiheiten für das ganze Reich und Ausscheidung des Zartums Polen als besondere autonome Einheit mit eigenem Landtag unter Wahrung der Staatseinheit. In Warschau wurde der polnische Publizist Ludwig von Krzywsci verhaftet und in die Zitadelle abgeführt. Hof und Gesellschaft. Der deutsche Kronprinz, der jetzt nach Beendi gung des Manövers vom ersten Garderegiment, wo er bislang als Hauptmann eine Kompagnie führte, zur Dienstleistung beim Regiment Gardes du Corps kommandiert ist, haf in Homburg v. d. H. zum Besuch seiner dort weilenden Gemahlin ein. Die Kronprinzessin empfing ihn auf dem Bahnhofe. Der russische Minister v. Witte ist in Petersburg eingetroffen. Trotz der frühen Morgenstunde hatte sich ein zahlreiches Publikum auf dem Bahnhofe eingefunden, das den Minister auf dem Wege vom Waggon zur Equipage mit Hurrarufen begrüßte. Hus den Parlamenten. Eröffnung des bayerischen Landtages. Durch den Prinzregenten wurde gestern in München der bayerische Landtag mit einer Thronrede eröffnet. Diese weist auf die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse hin, die es möglich gemacht hatten, eine Erhöhung der direkten Steuern zu vermeiden. Die Thronrede kündigt die Verbesserung der Einkommensverhältnisse zahlreicher Kategorien von Beamten, sowie im Staatsdienst beschäftigten Arbeitern an. Ferner werden Denkschriften über die Reform der Steuergesetzgebung, über die Errichtung einer Zentralstelle für Handel und Gewerbe, sowie die wiederholte Einbringung des Wassergeseges angekündigt. Weiter werden eine Denkschrift über die Erwerbung der Pfälzischen Eisenbahnen und andere Entwürfe auf dem Gebiete der Verkehrsverwaltung angekündigt. Nab und fern. † Husar und Automobil. Als die Leobschützer Husaren bom Lamsdorfer Schießplatz abrückten, wurde ein Pferd vor dem in rasender Gile daherbrausenden Automobil des Grafen Pückler- Friedland scheu und warf seinen Reiter ab. Der Husar brach das Genick und war auf der Stelle tot. † Kohlenfunde in der Altmark. Auf den Feldmarken Klinke und Lindstädt sind große Braunkohlenlager entdeckt worden. Um die beiden Fundstellen herum sind bereits acht Bohrtürme errichtet, die ebenfalls nach Braunkohlen bohren. † Tod durch Pilzvergiftung. Eine auf dem Riedhof bei Frankfurt a. M. bedienstete Magd erkrankte nach dem Genuß von Pilzen. Alle Mittel blieben erfolglos. Das Mädchen verstarb an dem Pilzgift. † Beim Mittagsschlaf verbrannt. In Raschau in Sachsen berübten zwei Arbeiter einen sehr schlechten Scherz dadurch, daß sie das Stroh anzündeten, auf dem einer ihrer Kameraden seinen Mittagsschlaf hielt. Das Feuer griff so schnell um sich, daß der Unglückliche vollständig verbrannte. Al die beiden Täter sahen, was sie angerichtet hatten, flüchteten fie, wurden aber bald erariffen + Saubere Speisen auf Bahnhöfen. Butterbrote in Bahnhofswirtschaften werden von zahlreichen Bahnhofs. wirten säuberlich in durchsichtiges Papier eingeschlagen ber kauft. Ein Aufdruck auf dem Papier besagt, welcher Art der Belag ist. Hierdurch soll verhütet werden, daß sich diese Eßwaren mit Staub bedecken, daß sie Besuch von Fliegen und Wespen erhalten und daß sie vor allen Dingen von un berufenen, oft unsauberen Händen betastet werden. Diese borerst noch rein private Maßnahme verdiente wegen ihrer Nützlichkeit zur allgemeinen Pflicht der Bahnhofswirte ge macht zu werden. Für Obst ist das gleiche Verfahren zu empfehlen. † Belohnte Tat. Der Eisenbahnbremser Lenz, der unter eigener Lebensgefahr in Station Remagen zwei Mädchen bor dem Schnellzuge von den Schienen riß, hat von der Behörde eine Belobigung und 100 Mark Belohnung erhalten. Dem Braven, der sich nach Rettung der Kinder an das Eisenbahngitter flammerte, wurde vom Zuge der Rod zerrissen, ein Beweis der Gefahr, in die sich Lenz begeben hatte. asiatischen Handels einige vierzig seinerzeit von Japan für Transportzwecke erworbene Dampfer übernehmen und außerdem mehrere große Lastdampfer erwerben, die direkt zwischen Ostasien und Liverpool, London, Antwerpen und En französischen Häfen verkehren werden. † Ueberfallene Seeleute. Auf dem Heimwege aus dem Restaurant wurden zwei Heizer der ersten Torpedo- Abteilung in Kiel von drei Personen überfallen. Der eine Heizer wurde durch zehn Messerstiche lebensgefährlich verlegt, auc sein Kamerad ist durch Stiche in Hände und Kopf schwer ver mundet. † Wirbelstrrm in Italien. Ueber die Provinz Caserta ging ein Wirbelsturm nieder, der viel Unheil anrichtete. Im Dorfe Brezza sind drei Menschen ums Leben gekommen. † Ein englisch- japanischer Schiffstrust. Mit einem Ka pital von fünf Millionen Pfund hat sich eine englisch- japa nische Schiffs- Vereinigung gebildet. Sie wird in London und Liverpool Bureaus unterhalten, von denen das letztere zum Teil mit japanischen Beamten ausgestattet werden soll. Die Vereinigung wird hauptsächlich zu Zwecken des lokalen † Ein Schiffskessel explodiert. Vor der Blauen Grotte von Capri explodierte auf dem dort haltenden Dampfer ,, Mafalda" der Dampffessel. Ein Heizer ist tot, ein anderer schwer verletzt. Unter den Passagieren brach eine große Panik aus. Sie wurden von dem telegraphisch herbeigerufenen Dampfer„ Lampo" an Bord genommen. † Einsturz am Vesuv. In Neapel wird der Einsturz des Vesuv- Kegels befürchtet. Es wird ein großartiges Naturschauspiel werden, das aber den umliegenden Dörfern bedeutende Gefahr droht. † Ein Tobsüchtiger auf dem Bahnhof. Auf dem Zentralbahnhof in Mailand wurde ein Reisender aus Nußland von Tobsucht befallen. Er stach blindlings mit dem Messer um sich und verwundete sechs Personen. Dann rannte er dem Sohne des früheren Deputierten Zavattari das Messer mitten in die Brust, so daß er tot niederstürzte. Schließlich gelang es, den Tobsüchtigen zu überwältigen. † Der Nachlaß des Millionärs. Der Nachlaß des in Paris verstorbenen Barons Alfons von Rothschild beträgt nach amtlicher Feststellung 940 Millionen, Francs. Die Erbschaftssteuer beträgt 21 Millionen Francs. † Ein Kampf mit Wilddieben. In Zeelhen in Belgien wurden Wilddiebe von Wildhütern auf frischer Tat ertappt. Sie verschanzten sich an einer für sie günstigen Stelle und gaben auf 10 Meter gegen ihre Verfolger Feuer. Zwei Jagdaufseher und ein Bauer wurden getötet. Es gelang, die Wilddiebe in einem reichen Landwirt und seinen beiden Arbeitern zu ermitteln. † on der Cholera. In Berlin sind weitere verdächtige Fälle vorgekommen. Zwei Arbeiter, die an Brechdurchf T, berbunden mit Krämpfen resp. Fieber, erfrankt waren, ind in das Krankenhaus geschafft worden. Aus dem infizierton Gebiet sind neue Fälle nicht gemeldet. † Ein netter Bräutigam. Seiner Braut den Hals abzuschneiden versuchte der 29 Jahre alte Klempner Karl Trißler in Berlin. Er verlegte sie auf offener Straße mit einem Rasiermesser lebensgefährlich und ergriff dann die Flucht. Das Mädchen mußte im Krankenhause sofort operiert werden und lebt noch. Trißler konnte vorläufig nicht ergriffen werden. † Blitzschlag in den Fuchsturm. Der unter dem Name Suchsturm bekannte, auf dem Hausberg bei Jena stehende alte Bergfried wurde vom Blitz getroffen. Ein dort befin liches Holz- und Kohlenlager geriet in Brand. Der Turm brannte vollständig aus. Die Treppe und die Turmkammer wurden zerstört, das Dach brannte ebenfalls ab. † Eisenbahn- Unglück. In Wingen im Elsaß stieß ein von Saargemünd kommender Güterzug mit einer RangierAbteilung zusammen. Ein Lokomotivführer wurde ge= tötet, ein Zugführer wurde verlegt. † Sprengung eines Dampfers. Im Suez- Kanal wurde der englische Dampfer„ Chatham" in die Luft gesprengt. Der Dampfer war im Kanal gesunken und bildete dort ein Hindernis für die Schiffahrt. † Kindesmord. In einer Ortschaft in der Nähe von Posen ermordete die Frau eines Arbeiters ihre kleinen Kinder dadurch, daß sie ihnen Brennspiritus einflößte. Die Frau ist dem Trunke ergeben. Der Mann ist im Gefängnis. Aus dem Gerichtsfaal. § Zuerst zum Tode verurteilt und dann freigesprochen. Der Bergmann Hermann Alt aus Gelsenkirchen, der wegen Ermordung einer Frau im September vorigen Jahres zum Tode verurteilt worden war, ist vom Schwurgericht wegen Unzurechnungsfähigkeit im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden. § Pokern ein Glücksspiel. Ein Kaffeehausbefizer in Münthen war wegen Vergehens des strafbaren Eigennutes angeklagt, weil in seinem Lokal gepofert war. Er stellte sich bor Gericht auf den Standpunkt, daß Pokern kein Glücksspiel und deshalb nicht verboten sei. Mis er auf den Ministr Rubstrat hinwies, wurde ihm das Wort abgeschnitten, wa diese Affäre nicht zur Debatte stehe. Drei Gäste des Cases führten im Gerichtssaal das Spiel praktisch vor. Das Gericht gewann daraufhin die Ueberzeugung, daß Pokern ein Glücksspiel sei, und verurteilte den Angeklagten zu 20 Mars Geldstrafe. Kunft und Wissenschaft. MC Andreas Achenbach. Der Altmeister der deutschen Maler feiert heute in Düsseldorf seinen 90. Geburtstag. Zu Ehren des Künstlers wurden von den Behörden und der Bewohnerschaft der rheinischen Malerstadt würdige Veranstaltungen getroffen. Achenbach ist als Landschafter be= rühmt, als Marinemaler vielleicht unerreicht. Der Landwirt. bestcult als Dank für die freundliche Aufnahme, die seane Tochter, Prinzessin Alice", am Hofe des Mikado bei ihrer ponfionsdrange ung htige Lehre ziehen Seise durch Japan gefunden hat. Die Maschine soll das faun enswerter Energie amerikanische und das japanische Wappen tragen und in dieser und anderen Ressing im Urteil seiner Aufwärterin. In den dreißi- ergeben uns nichts ger Jahren des vorigen Jahrhunderts lebte in Wolfenbüttel wir die guten Reju na Der Wert des Guanes als Dünger. Der Guano ist ein sehr guter Dünger, so lange er rein und unverfälscht zu uns kommt. Leider ist dies wenig mehr der Fall, und oft werden Stoffe als Guano gekauft, die man sonst als wertlos und ekelhaft durch Seen und Flüsse ableitet. Auf trockenem Beden fann Guano nur Wert haben, wenn viel Hummus darin enthalten ist und wenn er bei seuchter Witterung angewendet werden kann. In anderen Falle wird er eher nachteilig wirken. Für zurückgebliebene Saaten aus schwerem Boden als Kopfdünger gegeben hat er hohen Wert, scbald man wirklichen Guano hat. Die frühere Ansicht, daß er den Stalldünger vollständig ersetzen würde, hat Fiasko gemacht. Wird dem Boden mit dem wahren Guano auch fast alles zugeführt, was die Pflanzen zur vollen Entwickelung bedürfen, die Lockerung, also die Gäre, bleibt aus, und ohne diese ist eine gute Begetation nicht denkbar. = Vermischtes. Die Naymaschine der Kaiserin. Präsident Roosevelt hat für die Kaiserin von Japan eine kostbare Nähmaschine einem Mahagonifasten ruhen. - noch die steinalte Auswärterin Lessings, die auf ihren Herrn gar nicht gut zu sprechen war. Als ein Verehrer Lessings, der eigens, um die Alte zu sprechen, nach Wolfenbüttel gereist war, sie ausfragte, erwies sie sich sehr wortkarg. Nur als sie gefragt wurde, ob Lessing geraucht habe, erwiderte sie ärgerlich in plattdeutschem Dialekt: Hei harre nir, hei funne ni; und dogte ok nir, aber schmöken dau hei' n canzen Dag."( Er hatte nichts, er konnte nichts und taugte nichts, aber rauchen tat er den ganzen Tag.) = fändnisvoll umwerte Aber wir brauchen Mus felbrechung, die mam gegenwärtig in int, nicht, denn und die deutschen V baf die friegerischen Berjüngung und Ste horft ausgesprochen. liegt für uns in de Soule und dem deut die große Kluft in Im Luftballon zum Nordpol. Den Versuch, bei dem der kühne Luftschiffer Andree das Leben verloren hat, will sein Londoner Kollege Wilson wiederholen. Er baut zurzeit ein Luftschiff, mit dem er nach dem Nordpol fahren will. Wilson glaubt, mit seiner Flugmaschine eine Geschwindigfeit von 50 englische Meilen in der Stunde erreichen zit können. An der Seite der Hülle des Luftschiffes werden automatische Fallschirme befestigt, die sich sofort entfalten, um im Falle des Versagens der Motore einen plötzlichen Absturz zu verhindern. Ueber dem Deck werden sich acht Aeroplans erheben. Wilson hat die englische Admiralität gebeten, im Fall des Zustandekommens seiner Fahrt dem Luftschiff, soweit dies möglich ist, einen mit drahtloser Tele graphie eingerichteten Kreuzer folgen zu lassen. Geldsendungen nach Bolivien. Vom 1. Oktober d. J. ab kann man Geld mittelst Postanweisung bis zur Höhe von 400 Mark nach dem südamerikanischen Freistaat Bofibien senden. Bei der Einzahlung in Deutschland sind die Beträge auf den Postanweisungen in Markwährung anzugeben. Die Auszahlung in Bolivien erfolgt in der dortigen Landeswährung nach dem Tageskurse. Die Tare wird bei Beträgen bis 80 Mark mit 20 Pfennig für je 20 Mart und bei überschießenden Beträgen mit 20 Pfennig für je 40 Mark berechnet. Telegraphische Postanweisungen sind im Verkehr mit Bolivien nicht zulässig. Wehrkraft durch Erziehung. Von Direktor Herrich- Leipzig. ( Schluß) - fchen Schule und Helmers, Graf Haefele Aufgabe aller gelflig uneres Bolles Deshalb follen el Bande fidh mit der D and fie nach Möglichkei ble Sache von den be und Einmütigkeit ange erreichen sein, daß nicht Shaft- es werden du Männer jedes Jahr gemustert, sondern Borbildung in den önnten. Dadurch w und die Mädchenbild Boltsbildungs Darden, die Kräfte wechseln. Die Tur A march fröhliche belehrende populärwi fein würden, würde wehrer Volksbildung Führwahr ein he manches zum Beffer miffen eines ebent Wehrhaftigkeit forts feimen anderen Aust wide, im Schillersd betrachten. Sodann Börperliche nnd fitti für unsere sonstigen dem neutralen Bode önnten sich die An zusammenfinden und Die Freunde der Volksbildung und die Deutsche Turnerschaft gehören zusammen; dabei soll keines seine Sebständigkeit preisgeben, sie sollen sich nur gegenseitig ergänzen und die vorhandene bewährte Basis bilden, auf der sich verwandte neue Bestrebungen angliedern lassen; den es ist nicht nötig, daß für jeden Spezialzwed, der der allgemeinen Volkswohlfahrt dient, immer wieder neue Vereine gegründet werden, die alles, nuc keine Wurzeln im wirklichen Volke haben und nur die Kräfte zersplittern. Die Deutsche Turnerschaft pflegt neben der edlen Turnsache schon seit langem die Jugendspiele auf ihren Plätzen und das Wandern gelegentlich ihrer Turnfahrten. Wenn die Jugendspielvereinigungen innerhalb der Turnvereine sich nicht in der gewünschten Weise entwickelt haben, so ist das auf die Interesselossigkeit weiter Volksfreise und die Konkurrenz spezieller Sportbereinigungen zurückzuführen, die in Ausartungen sich manches Bedenkliche leisten. Wie erheblich aber trotzdem die Deutsche Turnerschaft schon an der Erziehung zur Wehrkraft beteiligt ist, geht daraus hervor, daß sie 1903 dem deutschen Heere und der Marine über 30000 turnerisch vorgebildete Rekruten zugeführt hat und in thren 7000 Vereinen etwa 110000 3öglinge unter 17 Jahren turnertsch erzog. Solche Arbeit verdient Anerkennung und kräftigste Unterstüßung, um so mehr, da die übermäßige Pflege der Festlichkeiten und des Bierkomments, über die früher manchmal geklagt wurde, eingeschränkt wird und die wick ich solide, abwechselungsreiche Leibesübung nach lebendigen methodischen Grundsätzen in den Vordergrund titt. Das muß gesagt werden angesichts der Tatsachen, daß die Turnerschaft bisher alles aus eigener Kraft getan hat und anderwärts im deutschen Lande leider vieles verflacht ist, die hohle Phrase und äußeres Gepränge wuchernd emporsprießen. Wir brauchen kräftige Persönlichkeiten, eine moralisch und körperlich gesunde Jugend; und wenn wir sehen, wie einerseits die ver feinerte Lebensführung und die Genußsucht die Menschen berweichlicht, andererseits die aus der Volksschule und Fortbildungsschule entlassene Jugend infolge der zunehmenden Arbeitsteilung abstumpft, sowie mangels der nötigen Anleitung und leberwachung die Lust zu höherem Streben und systematischer Körperpflege berltert oder gar berroht, dürfte eine allgemeine und doch individuelle Erziehung zu größerer Wehrhaftigkeit unbedingt zu verlangen sein. Obwohl der Staat das größte Interesse daran hat, daß der wehrhafte Nachwuchs entsprechend erzogen wird, soll doch nicht nach Staatshilfe gerufen werden, sondern die frete Vater landsliebe und die Selbsthilfe der gutgesinnten Bürgerschaft sollen Wandel schaffen. Das Deutsche Reich hat das herrliche Mahnwort in Treue gehalten, das einst die Kaiserproklamation in Versailles aussprach:" Allezeit Mehrer des Reiches zu sein, nicht an friegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gefittung".- Wir haben so lange Zeit Frieden gehabt, weil unsere Regierung in erster Linte auf ein starkes, friegsbereites Wenn wir die Geschichte im allHeer gehalten hat. gemeinen und die Geschichte der letzten beiden großen Artege: des amerikanisch- spanischen und des japanischrussischen im besonderen studieren, müssen wir erkennen, daß die Zusammenstöße kommen und in der bekannten Weise verlaufen mußten, weil auf der einen Seite der friegerische Geist und die fittlichen Kräfte stagnierten und verfielen, auf der anderen Seite jedoch, namentlich bei Japan, in Verbindung mit einem gewaltigen pifliche Boltsangeh würden doch weit m urteilsfähige Männer die, bon gutem Bürg in dem realen wirtid an die Zunfunft un urid nach dem leucht de fittlichen Energie des Volkes Wohl de ** Schulamts hat am 27. Septembe landwirtschaftlichen W Bittor Beigel in u errichtende landwi bem Oberlehrer und Dr. Karl Bernius der Real und Landw Binfung vom 1. Dt berfest wurde: am 21 Fridericianum zu La зи ein Nachfuchen, mit wederherstellung fein 23. September ell zu Erbes- B meindeschule zu i * Dienfti ** find es 25 Jahre Girheber am Wallt tt Stadtth worstellung, die Benedig" brin Shakespeares Wer Borstellung, ba Belegenheit hat, Wie schon erwähn Deforation und R ** Mit dem ich in nächster 3 in dem früher Sch Blume und die E bereits ausgeschrieben heutigen Nummer.) ** Unferer heu Kraft tretende ** Das Mu bereins, das in das wird von Mitte näch Jugänglich fein. Frankfurterstraße wur Codieb in einem Garten von The Lafelbirnen, gefto Surfte es großer Fred dliche Aufnahme, die fene t. Die Maschine soll das staunenswerter Energie entwickelt worden waren. Aus der Baum unmittelbar an der Straße, im Lichtkreise einer haben. Wiederholt habe sein Schwiegervater im Keller und Hofe des Mikado bei ihre Gpansionsdrange ungeheuer rasch geweckt und mit| um 11 Uhr immerhin noch einiger Verkehr, außerdem steht| revolver bewaffnet und ihn in seine rechte Brufttasche gesteckt e Wappen tragen und diesen und anderen Vorgängen müssen auch wir die Laterne. richtige Lehre ziehen, wir müssen lernen, und wir *** Die Obsternte in der Gemarkung Gießen beträgt: im Hofe mit dem Revolver gedroht und ihm gesagt:„ Du Lump, Du Schuft, Du hast meine Magd geschlagen!" Am fwärterin. In den dreifi ergeben uns nichts von unserer deutschen Art, wenn Aepfel 85 Doppelzentner, Birnen 160 Doppelzentner, Vormittag des 13. September habe er eine gerichtliche Zuderts lebte in Wolfenbütte mir die guten Resultate fremder Erfahrungen ver- Pflaumen( Zwetschen) 255 Doppelzentner. In der Gemarkung ftellung bekommen, daß er das Haus seines Schwiegervaters isings, die auf ihren Hern Als ein Verehrer Leijing chen, nach Wolfenbüttel ge ie sich sehr wortfarg. M ständnisvoll umwerten und für uns nutzbar machen. 2ber wir brauchen„ Dschiu- Dschitsu", die sogenannte us felbrechung, die Quelle japanischer Kraft, aus der Schiffenberg: Aepfel 5 Doppelzentner, Birnen 3 Doppelzentner, Pflaumen( Zwetschen) 1 Doppelzentner. g geraucht habe, erwidert man gegenwärtig in England und Amerika so eifrig schrift das Ergebnis über die Preisverteilung auf der aber schnöfen dau hei und die deutschen Volksbildungsbestrebungen aus; und Mainz veröffentlicht worden ist, läßt sich übersehen, wie iaieft: Hei harre nir, h ttintt, nicht, denn dazu reichen die deutsche Turnerei er fonnte nichts und taugt daß die kriegerischen und sittlichen Kräfte ständig der ganzen Lag.) 1 Bajüngung und Steigerung bedürfen, hat schon Scharn** Nachdem nunmehr in der Hessischen landw. Beitlandw. Landes- und Jubiläums- Ausstellung in die Provinz Oberhessen bei dieser Ausstellung ab geschnitten hat. Troßdem der Ausstellungsort außerhalb unserer Provinz mit größeren Schwierigkeiten verbunden war, wie für die Aussteller der anderen Provinzen, fann festgestellt werden, daß Oberhessen geradezu glänzend diesen Wettkampf bestanden hat. Es entfielen nämlich auf die Oberhessischen Aussteller folgende Preise: ol. Den Verfuch, bei den horft ausgesprochen. Der Jungbrunnen dieser Kräfte der Provinz lag, und die Beschickung für die Aussteller Leben verloren hat, wit liegt für uns in der deutschen Famille, der deuschen iederholen. Er baut zur Schule und dem deutschen Heere! Sie zu stärken, und h dem Nordpol fahren will die große Kluft in der Erziehung und Fortbildung maschine eine Geschwindig wischen Schule und Heeresdienst im Sinne KerschenTe des Luftschiffes werde teiners, Graf Haeselers u. a. zu überbrücken, ist die der Stunde erreichen 3 4, die sich sofort entfalten Sem Ded werden fidh ad Aufgabe aller geiftig und sittlich tüchtigen Elemente Motore einen plöbliche unseres Volkes. die englische Admiralita Cande sich mit der Deutschen Turnerschaft verbünden mmens feiner Fahrt den and fie nach Möglichkeit unterstüßen. Wenn die gute, einen mit drahtloser Zeldle Sache von den beteiligten Seiten mit Verständnis En. Vom 1. Oktober d. erreichen sein, daß nicht nur 1/7 bezw. 1/17 der RekrutenDeshalb sollen eben unsere Freunde im ganzen Folgen zu lassen. tanweisung bis zur Höh and Einmütigkeit angepackt wird, dürfte vielleicht zu chaft - rikanischen Freistaat Bot tänner jedes Jahr ausgehoben und über 500 000 es werden durchschnittlich etwa 220 000 junge ng in Deutschland sind die en in Markwährung anzu gemustert, sondern sämtliche Refruten ihre militärische - 1. Im Provinzialwettbewerb der 3 Provinzen in Simmen taler Bieh: Ehrenpreis Sr. Königl. Hoheit des Großherzog%, 2. Zwei silberne Staatsmedaillen, 3. Eine bronzene Staatsmedaille, 4. Geldpreise in Höhe von 6930 Mart, 5. 34 große filberne Medaillen, 6. 44 fleine silberne Medaillen, 7. 26 Anerkennungen. Hierbei sind die auf Oberhessische Landwirte entfallenen ien erfolgt in der dortigen Borbildung in den deutschen Turnhallen empfangen Preise in Abteilung Geflügel nicht einbegriffen, da die diesPfennig für je 20 Mart und die Mädchenbildung günstig beeinflußt. n mit 20 Pfennig für sche Postanweisungen ulässig. Erziehung. ch- Leipzig. ) ldung und die Deutide ; dabei soll feines seine ollen fich nur gegenseitig bewährte Bafis bilden, Bestrebungen angliedern ß für jeden Spezialzwed ahrt dient, immer wieder m, die alles, nur feine aben und nur die Kräfte Volksbildungs- und Turnfreunde müssen gemeinsam werden, die Kräfte sich gegenseitig zuweisen oder auswechseln. Die Turnhalle, in der beim Auf- und Abmarsch fröhliche Weisen erklingen und in der auch belehrende populärwissenschaftliche Vorträge zu halten fein würden, würde dann zum weihevollen Tempel twahrer Volksbildung und Vaterlandsliebe. Führwahr ein herrliches Ziel, durch dessen Erreichung manches zum Bessern gewandelt werden könnte. Wir müſſen eines eventuellen Strieges wegen in unserer Wehrhaftigkeit fortschreiten und den Krieg, sofern es einer anderen Ausweg gibt und er uns aufgedrungen würde, im Schillerschen Sinne als etwas Gottgewolltes betrachten. Sodann aber würde eine allgemeinere Eörperliche nnd sittliche Erziehung zur Wehrkraft auch für unsere sonstigen Verhältnisse vorteilhaft sein. Auf dem neutralen Boden der Turnerei und Volksbildung Fönnten sich die Angehörigen aller Klassen und Berufe zusammenfinden und, jeden Kastengeistes ledig, sich als wirkliche Volksangehörige fühlen. Auf solchem Boden würden doch weit mehr charakterfeste, sebständige und urteilsfähige Männer und Frauen herangebildet werden, die, von gutem Bürgergeifte und Hochherzigkeit beseelt, in dem realen wirtschaftlichen Kampfe sich den Glauben an die Zunkunft unseres Volkes nicht rauben lassen und nach dem leuchtenden Vorbilde Schillers den Quell der fittlichen Energie für des Vaterlandes Größe und des Volkes Wohl dauernd lebendig erhalten. pflegt neben der edlen He Jugendspiele auf ihren elegentlich ihrer Turn bereinigungen innerhalb gewünschten Weise ent die Intereffeloffigkeit Eurrenz spezieller Sport Die in Ausartungen fich Wie erheblich aber tro schon an der Erziehung t daraus hervor, daß fie der Marine über 30000 n zugeführt hat and in 0000 3öglinge unter 17 Solche Arbeit verdien terfügung, um so mehr, Festlichkeiten und des manchmal geklagt wurde, ick ich solide, abwechsel ebendigen methodischen Otritt. Lokales. 29. September 1905. ** Schulamts- Personalien. Der Großherzog hat am 27. September den seitherigen ersten Lehrer an der landwirtschaftlichen Winterschule zu Langen, Oekonomierat Bittor Weißel in gleicher Eigenschaft an die in Lich zu errichtende landwirtschaftliche Winterschule versezt und ben Oberlehrer und Leiter der höheren Bürgerschule Dr. Karl Bernius zu Grünberg zum Oberlehrer an der Real- und Landwirtschaftsschule zu Groß- Umstadt mit Wirkung vom 1. Oftober ernannt. In den Ruhstand bersetzt wurde: am 21. September der Lehrer am Gymnasium Fridericianum zu Laubach Adolf Bergheimer auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 16. Oktober, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. Uebertragen wurde am 23. September dem Schullehrer Jakob Braunewell zu Erbes- Büdesheim eine Lehrerſtelle an der Geeindeschule zu Wieseck. ** - - Dienstjubiläum. Sonntag, den 1. Oktober, ind es 25 Jahre, daß Herr Louis Roloff als OttroiErheber am Walltor tätig ist. ngesichts der Tatsachen, aus eigener Straft ge deutschen Lande leider Bhrase und äußeres Ge Wir brauchen fräftigt und förperlich gefak wie einerseits die v Benußsucht die Mensch aus der Volksschule und Jugend infolge der zu Stumpft, fowie mangel leberwachung die Luft zu matischer Körperpflege be eine allgemeine und do größerer Wehrhaftigleit Obwohl der Staat das daß der wehrhafte Nad ird, soll doch nicht na sondern die frete Vater der gutgesinnten Bürgr t das herrliche Mahm die Kaiferproflama in eit Mehrer des Medes zu Groberungen, fondern an Friedens auf dem Gebiete 7 gehabt, weil unfere Re ein hartes, friegsbereites it und Gefittung". Wir die tt Stadttheater Gießen. Für die EröffnungsBorstellung, Shakespeares Kaufmann von Benedig" bringt, sind die Proben in vollem Gange. Shakespeares Wert eignet sich besonders zu einer ersten Borstellung, da so ziemlich das gesamte Personal in ihm Gelegenheit hat, sich in größeren Aufgaben einzuführen. Be schon erwähnt, ist eine vollständig neue Ausstattung an Deforation und Kostümen beschafft worden. ** Mit dem Bau des neuen Theater- Gebäudes wird in nächster Zeit begonnen. Der Abbruch der Gebäude in dem früher Schüler'schen Garten, sowie das Fällen der Bäume und die Erdreichbewegungen find behöcolicherseits bereits ausgeschrieben.( Siehe auch den Anzeigenteil unserer heutigen Nummer.) * ie die Geschichte im all in Rraft tretende Winter- Fahrplan bei. der legten beiden großen hen und des japanisch , müffen wir erkennen, en und in der bekannten auf der einen Selte ber lichen Sträfte ftagnierten Sette jedoch, namentlich mit einem gewaltigen ** * Auszeichnungen, zu denen man den Landwirten in der Provinz Oberhessen nur gratulieren kann. ** Lollar, 29. September. Bürgermeister wahl. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl haben, wie bereits mitgeteilt, 233 wahlberechtigte Bürger geftimmt, das sind rund zwei Drittel der gesamten Wählerschaft. Man wußte noch bis Schluß des Wahlaftes nicht, welcher von beiden Kandidaten, ob Schwalm oder Schmidt, die Majorität auf sich vereinige; beide hatten gleiche Chancen und gleich viel Anhänger. Man kann ruhig sagen, daß dieses Mal die starke Wahlbeteiligung dem nunmehrigen Bürgermeister Schmidt den Sieg gebracht hat. Möge er die Hoffnungen, die seine wähler in ihn gesezt haben, voll und ganz in der Proris erfüllen, damit unser Ort wieder in ruhige, borwärtsschreitende Bahnen tommt. Dem unterlegenen Kandidaten Carl Schwalm, der durch das Bertrauen vieler Bürger erst seit Januar im Gemeinderat sigt, mag es eine hohe Genugtuung sein, schon soviele Stimmen auf sich vereinigt zu haben. Die gesamte Bürgerschaft wird feinen Beide zuAugenblick zögern, ihn nunmehr auf den freigewordenen Beigeordneten Blaz zu berufen. sammen an die Spige unserer Ortsverwaltung gestellt, fann nur als glückliche Lösung bezeichnet werden. ** Unserer heutigen Ausgabe liegt der am 1. Oftober Das Museum des oberhessischen Geschichtsvereins, das in das alte Schloß übergeführt worden ist, wird von Mitte nächsten Monats ab dem Publikum wieder zugänglich sein. Obstdiebstahl. Einem Hausbesitzer in der Frankfurterstraße wurden vorgestern Nacht gegen 11 Uhr in einem Garten von einem Birnbaum die ganzen Früchte, fine Tafelbirnen, gestohlen. Den Diebstahl auszuführen, bedurfte es großer Frechheit, denn auf der Frankfurterstraße ist ** * zu verlassen habe. Am Nachmittag set er in die Wohnung feines Schwiegervaters gegangen und habe ihn gebeten, die Dienstmagd Diehl zu entlassen. Darob sei der Schwiegerbater in hochgrabige Erregung geraten und habe auf ihn gefeuert. Jezt habe auch er, der Angeklagte, den Revolver gezogen und auf seinen Angreifer drei Schüsse abgegeben. Ich sah meinen Schwiegervater zu Boden sinken, schließt v. Lengerfe, mir flimmerte es vor den Augen. Meine Frau war inzwischen eingetreten, ebenso die Polizei und die Gendarmen. Ich blutete an beiden Armen, meine Frau führte mich in die obere Wohnung. Nach dieser Darstellung wird in die Zeugenvernehmung eingetreten. = Heuchelheim, 28. September. Schwämmesucher. Um sich für das zur Zeit so teuere Fleisch einen im Nährgehalt gleichwertigen Ersatz zu verschaffen, bieten jetzt die eßbaren Pilze eine willkommene und billige Ausbeute. An beiden Lahnufern sieht man darum in diesen Tagen mehr als je zuvor Leute das Ufergelände abgehen, um dies billige und wohlschmeckende Nahrungsmittel einzusammeln. Die Pilze sind in diesem Jahre dank der feuchtwarmen Witterung reichlich vorhanden und vollkommen entwickelt. × Wörrstadt, 28. September. Zur Landtagswahl. Seitens der liberalen Parteien wird beachsichtigt, den früheren Abgeordneten Bürgermeister Christ eine Kandidatur für den 5. rheinhessischen Wahlbezirk anzutragen. > Mainz, 27. September. Zum Postenüberfall. Die wegen Ueberfall des Poften Kaiser in Haft genommenen Musketiere Klein und Hufnagel haben nunmehr ein eständnis abgelegt. Klein ist aus Tiefenthal bei Alzey gebürtig und bisher unbestraft. Sein Komplize ftammt aus Hanau und ist von Zivil- und Militärgerichten vielfach vorbestraft. er als heeresunsicher eingezogen ist, hat er bis zum Oktober nächsten Jahres zu dienen. Während Klein den Tatbestand sofort einräumte, leugnete Hufnagel auf das hartnäckigste, quemte sich aber schließlich doch zum Geſtändnis, als ihm die Aussagen Kleins vorgehalten wurden. Da - Aus dem Gerichts[ aal. Schwurgericht. Gießen, den 27. September 1905. Heute hatte sich der frühere Bahnarbeiter Peter Grün Nach der von Vilbel wegen Notzucht zu verantworten. Tat wurde er flüchtig, in Schaffhausen aber wieder festgenommen. Die Geschworenen erkannten auf schuldig, billigten Ucteil: dem Angeklagten jedoch mildernde Umstände zu. 10 Monate Gefängnis. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 15. Sonntag nach Trinitatis, den 1. Oktober. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Der Missionsnähverein im Gemeindehaus, Kirchstraße 9, wird Dienstag, 10. Oftober, wieder seinen Anfang nehmen. Zur Teilnahme werden die seitherigen Mitglieder, und wer sonst Lust und Liebe zur Missionsarbeit hat, herzlich eingeladen. Sonntag, den 8. Oftober, abends 8 Uhr im Matthäussaal: Vereinigung der fonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Die fonfirmierte männl. Jugend der Murkusgemeinde wird behufs Gründung einer Vereinigung auf Sonntag, den 8. Oftober, nachmittags 6 Uhr in den Konfirmandensaal der Gemeinde eingeladen. In der Johannesfirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Nachmittags 3 Uhr, findet in der Kleinkinderschule, schule, Diezstraße 15, das 18. Jahresfest des Evangl. Jünglings- und Männer- Vereins Gießen statt. Die Versammlung und Bibelbesprechung am Sonntag Abend fällt wegen des Jahresfestes des hiesigen Jünglingsvereins aus. Kirchenrat Dr. Naumann hat, nach Ablauf seines Urlaubs und nach eingetretener Besserung in seinem Befinden die Verwaltung der Gesamtgemeinde und der Johannesgemeinde wieder übernommen. Da aber sein Kopfnervenleiden immer noch zuweilen recht schmerzlich und das Arbeiten verhindernd hervortritt, und ihm große Schonung geboten ist, so hat ihm zu seiner Beihilfe und Erleichterung bei den Pfarrgeschäften in der Johannesgemeinde Hohe Kirchenbehörde noch bis zum Frühjahr nächsten Jahres den Pfarrassistenten Sattler belassen. Dieser wird deshalb seine Tätigkeit in der Gemeinde zumeist in derselben Weise wie seither weiter führen. Man wolle aber mit allen Anliegen, Bestellungen und dergleichen sich zunächst an Kirchenrat Naumann, Südanlage 8, wenden. Batholische Gemeinde. Samstag, den 30. September. Rachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 1. Oktober. 16. Sonntag nach Pfingsten. Rosenkranzfe st. > Mainz, 28. September. Prozeß Lengerke. Der Prozeß gegen den Baron v. Lengerke wegen Totschlags hat heute vor dem Schwurgericht Mainz begonnen. Der Angetlagte hat am Nachmittag des 13. September 1904 seinen Schwiegervater, den Altbürgermeister Lebert von ErbesBüdesheim, nach heftigem Wortwechsel erschossen. 36 Zeugen find zur Verhandlung geladen. Der Angeklagte war früher Offizier, mußte aber 1897 wegen unliebsamer Vorkommnisse den Dienst quittieren. Er ist wegen Weinfälschung mit Gefängnis vorbestraft. Im Jahre 1894 heicatete er die Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. Tochter des Erschossenen. An barem Gelde hat er 25 000 Mt., " um 7.00 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in eine Ausstattung im Werte von 10 000 Mt. und eine jährderselben Austeilung der heiliges Kommunion. liche Rente von 3000 Mt. erhalten. 1897 habe ihm sein Schwiegervater ein Weingut in Erbes- Büdesheim gekauft, Borm. um 8 Uhr: die zweite heil. Messe. führte der Angeklagte aus. Das Verhältnis mit seinem Vorm. um 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Schwiegervater habe sich immer mehr getrübt, weshalb seine, Nachmittags um 5.30 Uhr: Christenlehre; darauf Rosenfranz- Andacht. des Angeklagten, Frau darauf gedrungen habe, ans dem Hause des Vaters weg nach Wallertheim überzusiedeln. Im Herbst 1903 seien sie nach Wiesbaden gezogen. Den Anlaß zu den Streitigkeiten habe die Dienstmagd seines Schwiegervaters, die Zugin Diehl, gegeben. Schließlich sei das Einvernehmen wieder ein besseres geworden. Der Schwiegervater habe ihnen in Wiesbaden Besuche gemacht, sie gingen auch wieder zu Besuch nach Erbes- Büdesheim, um dortselbst im Hause des Erschossenen Wohnung zu nehmen. Doch tam es wegen der Diehl zu neuen Zerwürfnissen. Einige Tage vor der Katastrophe warnte ihn seine Frau vor dem Bater mit dem Bemerken, er habe sich in Alzey einen Revolver getauft. Darauf will sich der Angeklagte mit seinem ArmeeAn den Werktagen ist täglich des abends um 6.30 Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. den Sießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Bitterung in Hessen für Samstag, 30. September. Meist trüb, regnerisch, anhaltend fühl. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Berantwortlich: für die Politik und den Inferatenteil: in Gießen. Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe ED Bekanntmachung. Der Abbruch der Gebäude in dem früher Stadt- Theater Giessen erſchen Garten, sowie das Fällen von Bäumen Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 3. Oktober 1905: und Sträuchern and der Aushub und Transport des Mutterbodens soll im Wege des Angebots vergeben werden. Nähere Auskunft erteilt das städtische Tiefbauamt. Eröffnung der Spielzeit 1905/06 Tiefbauamt erhältlich, find bis zum 5. Oktober, vorAusser Abonnement! Ausser Abonnement! Prolog. Ouverture. Hierauf in vollständig neuer Ausstattung: Der Kaufmann von Venedig. Lustspiel von W. Shakespeare. Der Vorverkauf befindet sich wie früher in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolph's Nachfolger). Hier werden auch die Abonnements ausgegeben. Postkarten- Centrale Gießen empfiehlt: Seltersweg 14 Sonnenstraße 5 Stadt- Ansichten, Blumen-, Serien-, Witzkarten, Künstlerkarten. Schriftliche Angebote, zu welchen Vordrucke auf dem mittags 11 Uhr bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Gießen, den 29. September 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Wir machen alle Hausbesitzer darauf aufmerksam, daß wir unser Tiefbauamt angewiesen haben, während der Zeit vom 15. November 1905 bis 15. Februar 1906 teine Hansentwässerungsanschlüsse in den Straßen, bezw. Verbindungen der Grundstücke mit den Straßenkanälen herzustellen. Gießen, den 28. September 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Bei der in der Sigung der Stadtverordneten- Versammlung vom 22. September d. J. vorgenommenen planmäßigen Verlosung der Ende Dezember 1905 zur Rückzahlung kommenden 3/2 prozentigen Schuldverschreibungen der Anlehen der Stadt Gießen von den Jahren Das eigene Porträt auf der Postkarte 1893, 1894 und 1895 find gezogen worden: 6 Stück 90 Pig. Ernst Challier( Rudolphs Nachf.) Giessen. Spezial- Geschäft f. Musikwaren aller Art. Grosse Auswahl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien- Kandlung und-Leihanstalt Spezialität: Billige Ausgaben. Darmstädter Pferde- Lotterie. Ziehung am 13. Oktober. 1 208 uur 1 Mark. ( Ziehungsliste und Porto 20 Pfg.) a. vom 1893er Anlehen. Stadt- Cheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Bedingungen des Abonnements. Es wird ein feftes Abonnement ausgegeben, das auf bestimmte Wochentage lautet, nämlich auf Dienstag, Freitag und Sonntag. Für jeden dieser Tage werden Abonnementsblocks für 16 Vorstellungen ausgegeben, die auf bestimmte Pläge lauten und zugleich als Einlaßkarte für den betreffenden Tag dienen, also nicht umgetauscht zu werden brauchen. Der Preis eines solchen Abonnementsblocks für 16 Vorstellungen auf Dienstag, Freitag oder Sonntag lautend, ist sehr mäßig gestellt, er beträgt: " " in Loge Mr. 25.- in I. Parkett Mr. 15.in Speresik, 20- in II. 10.Will ein Abonnent eine seiner Abonnements: vorstellungen nicht besuchen, so fann er das be= treffende Billet bis 10 Uhr morgens des Aufführungstages an die Vorverkaufskasse zurückgeben und für eine Zahlung von 25 Pfg. einen Gutschein in Empfang nehmen, für den er sich an einem beliebigen anderen Abonnementstage ein Tagesbillet eintauschen kann. Eine Aufzahlung auf die Abonnementsbillets findet unter keinen Umständen statt. Mitglieder des Theatervereins erhalten auf diese Abonnementsblocks außerdem noch 8% Ermäßigung. Außer diesen festen Tages- Abonnements werden noch Blocks zu 20 Karten ausgegeben, die zur beliebigen Be= nugung in einer Abonnementsvorstellung berechtigen. Toch müssen die Abonnementsfarten bis 10 Uhr vormittags am Aufführungstage an der Kasse des Vorverfaufs oder an der Abendkasse gegen ein Tagesbillet umgetauscht werden. Der Preis für diese Abonnements beträgt in Loge Mr. 40.- in I. Parkett Mr. 20.in Sperrfitz, 30.- in II. Barkett 1 Hausfrauen- Verein " 15.Heinrich Wallach Gießen, Bismarckstraße 14. Agentur- und Lit. L. 109, 112, 147, 175, 278 und 291 über 2000 Mt. Stellen= Vermittlung Kommissionsgeschäft " M. 159, 180, 202, 220, 225, 278, 280 und 345 über 1000 " " N. 31, 60, 104, 123, 152, 163, 182, 366, 450, 462, 554, 559, 627, 664, 688, und 711 über 500 " " 0. 33, 101, 143, 195, 228 und 245 über 200 " " P. 6, 9, 24, 81, 235, 281, 316 und 320 über 100 " b. vom 1894er Anlehen. Lit. L. 340 und 350 über 2000 Mt. M. 404 und 446 über 1000 " " " N. 900, 903, 906, 949, 956 und 1066 über 500 0. 319, 391 und 397 über " 200 " 100 " " P. 446, 523, 541 und 581 über c. vom 1895er Anlehen. Lit. L. 436 über M. 550 über " N. 1130 und 1155 über " 2000 Mt. 1000 " 500 " Es wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis der 1 eleganter Wagen, Zweispänner mit 2 Pferden und komplettem Besitzer der vorgenannten Schuldverschreibungen gebracht, Geschirr im Werte von ca. Mt. 6000. 1 Reitpferd mit Sattel und Zaum im Werte v. ca. Mt. 2000. 1 Stuhlwegen mit 1 Pferd und Geschirr i. W. v. ca. Mk. 1700. 17 Pferde oder Fohlen im Gesamtwerte von 535 andere Gewinne im Gesamtwerte von Lose find zu beziehen durch: ARE. 10 300. daß die Einlösung derselben Mr. 5000. und L.F.Ohnacker, Darmstadt und alle Loseverkaufsstellen. Original Man beachte SINGER die Fabrikmarke. יטאנס? SINGER THE S TRADE MANFG.CO MARK Nähmaschinen Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. iessen, Lindenplatz 1. 06000000000000000000 1 Stck. 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KAKAO STOLLWERCK SCHOKOLADE D Mädchen aus den Entfett föſt fich das tieferschroder ormen bien pieder mit einem wüten anruf des en ftrengen Dienstherrie tenden:" Was madt Sepp aber, im Uebermut des Glückes, hält Mariedr's Sand nur um ſo feſter in der feinen und antwortet ihr da?" zwischen die Liebenden fährt. weg, die lachenden, braunen Augen siegesbewußt zürnenden Alten geheftet: "!!! X126" strömen am den Plätzen zu, wo die öffentlichen Luft. Der Tag gilt den Frauen: der Vor und Abend der Dies ge. barkeiten ennen, der Nattage den Verstor schieht falin jeder Familie. benen unter allerlei Beremonien Opfer gebracht. Zunächt werden am mittag den lebenden. AV die Festlichkeit Di der Lebenden. füllen fich allmählich mit Menschen Fx. 228. Freitag, ben 29. September ssische Familienze haltungs= Beila 1905.