ilds. in legter Beit ein trauriger Schilderungen as bezieht sich mugenfälligiten ers, auf seinen e ganz andere beispielsweise n 25 und 50 Eigentum der Wenn ein n nlich mit ihm en Ursprung, Ben und dern den ameri de vorhanden, find. hild" der Ineinem Jüng angeblich die Medizin haben Medizin bei einem Teich die ihm ge ling trat ein izen. Diese chatte einen efe Wejen er ünschen gehört rauf gaben fie Der Würgwerden sollte, f jedes Vogels n Verbindung zelne Arieger, Rolle des bevürdiges Ausld der Sonne sollen, wie sie geworfen wird. Dizin" geschätzt. eime Medizin, e enthüllte sich Des eine besonSchild hefteten u verlegen ein en sie für den ück und Mittel, en. Die drei den deutschen in besonderes n. Es gibt schichten. So r drei Wünsche gereichen, die eufel. Da die dem Teufel aneppte, bat ihn id war so drin uf einen Baum war einer der sen, daß jeder, festkleben sollte, Gewalt. Demmute Motiv vom der Neger den e Börse. Der schließlich doch Nr. 99. Jnsertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Redaktion u. Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Freitag, den 28. April 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Giekener Seifenblasen( wöchentlich). Das Flatt ersd eint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten auf der Straße Grüningen- Holzheim wird dieselbe bis auf weiteres für den schweren Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 27. April 1905. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Kranzbühler Weibliche Einjährige". In dem höheren Schulwesen sind bei uns in den letzten fünfzehn Jahren recht viele Neueinrichtungen getroffen worden, die zum Teil auf die unmittelbare Anregung des taisers zurückgeführt werden dürfen. Erinnerungen an den Besuch des Gymnasiums in Kassel mögen hier lebenig virtsam gewesen sein. Die meisten dieser Neueinrichtungen haben sich vortrefflich bewährt und stellen Fortschritte in der Pädagogik und Jugendbildung dar. Durch den Fortfall des lateinischen Aussages ist z. B. für den Unterricht in Geschichte und Naturwissenschaft mehr Raum geschaffen wor= den. Andere Neuerungen wurden eine Zeitlang in ihrem Wert bestritten, vorübergehend wieder beseitigt und dann abermals eingeführt. Dazu gehört die besondere Prüfung für die Absolventen der Untersekunda in den Gymmasien und den ihnen gleichstehenden Realschulen. Den Schülern, bie nicht das ganze Gymnasium durchmachen, nur die wissen= schaftliche Qualifikation zum einjährig- freiwilligen MilitärDienst erlangen wollen, wurde nach einjährigem Besuch der Untersekunda eine Prüfung vorgeschrieben, von deren Betehen der Gewinn jener Qualifikation abhängig war, die micht mehr sollte ersessen" werden dürfen. Selbstverständlich war damit eine gewisse Störung verbunden. Während bis dahin der gesamte Gymnasialunterricht auf das Ziel des Maturitätsexamens eingestellt war, mußte jetzt den Zwischeneyamen besondere Aufmerksamkeit zugewendet werden. Das machte Repetitorien notwendig, die ein halbes ahr fast vollständig in Anspruch nahmen. Die Direktoren zeigten sich davon wenig befriedigt. Sie beflagten nicht bloß den Zeitverlust, sondern beklagten namentlich die Störung in der Einheitlichkeit des Unterrichtsplans, der nach ihrer Meinung sich dem eigentlichen Zweck der Gymmasien, der Vorbereitung für das Universitätsstudium, anpassen sollte, ohne: ſicht auf die Mitläufer", die schon von der Unterfefunda aus das Gymnasium verließen. Der Einspruch drang auch durch, das Zwischeneramen“ wurde abgeschafft. Doch die Abschaffung war nicht von langer Dauer. Es wurde mit Nachdruck geltend gemacht, daß die tatsächlichen Verhältnisse mehr Berücksichtigung verlangten, als die eingebildeten, und tatsächlich sei die Zahl der Gymnasialschüler sehr groß, die von der Sekunda und Prima abgingen, die von vornherein nicht die Absicht hätten, sich einem Universitätsstudium zu widmen. Nicht wenige junge Leute, für die in den Kadettenanstalten kein Raum ist, gehen zam Gymnasium, um die„ einjährige" Qualifikation zu erlangen und dann die militärische Laufbahn einzuschlagen. Für alle diese ist es von Wert, daß sie den Nachweis erbringen, sie hätten sich in der Schule nicht bloß mit Not durchgeschlagen, sondern sie hätten eine gewisse abgeschlossene Vildungsgrundlage auch wirklich erworben. So fam die ,, Zwifchenprüfung" in den Gymnasien und Realschulen wieder. n der inneren Küste der Insel Hainan, d. H. im Goif von Tongking, vor Anker gegangen sein. Dort haben die Russen einen geschützten Ankerplay, an dem sie die Ausbesserung ihrer Schiffe beenden können. Wie es heißt, soll nun durch russische Agenten das Kabel von Hainan nach dem chinesischen Festlande durchschnitten worden sein, ja auch das englische Kabel von Hainan nach Hongkong sei zerstört worden. Wenn sich das bewahrheitet, so läge eine neue schwere Verlegung der Neutralität vor, über die jetzt schon in London große Erregung herrscht. Noch schlimmer würde sich die Sache gestalten, wenn die Rufsen tatsächlich, wie man annimmt, das chinesische Hainan als Stützpunkt für ihre Operationen benutzen sollten. Inzwischen sind an einzelnen Orten, z. B. in Charlottenburg, von der Stadt Mädchengymnasien eingerichtet worden. Hier gab es natürlich keine Zwischenprüfung", denn für die jungen Mädchen ist, bislang wenigstens, die Militärdienstpflicht noch nicht eingeführt, nicht die dreijährige und nicht die einjährige. Sie haben deshalb auch nicht nötig, die wissenschaftliche Qualifikation zum einjährig- freiwilligen Militärdienst auf dem halben Gymnasialweg zu erlangen. Das königliche Provinzialschulkollegium ist aber anderer Meinung. Entweder sicht es die Militärdienstpflicht für Frauen voraus, oder es ist der Meinung, daß Gleichartigkeit Ser Einrichtungen unter allen Umständen unentbehrlich sei denn es hat die Einführung des Zwischeneramens", des einjährigen Eramens", im Charlottenburger städtischen Mädchengymnasium angeordnet. Die Mädchen lachen darüber; ihre Lehrer sind weniger erbaut. Denn die Zeit ist auf dem Mädchengymnasium noch knapper als auf den Gymnasien für Knaben. Die maßgebenden Schulbehörden müssen es ja besser wissen. Der Krieg in Oltalien. Der Wettlauf um Tripolis. Einen erheblichen Erfolg haben die französischen Interessen in Tripolis erzielt. Zwischen Frankreich und der Türkei ist nach italienischen Blättern ein Vertrag abgeschlossen worden, nach dem der Ausbau und die Nutzbarmachung des Hafens von Tripolis einer französischen Gesellschaft übertragen wird. Noch immer zerbrichi man sich in London den Kopf, wo denn die Flotte Roschdjestwenstys eigentlich stecke. Daß der russische Admiral seine Vereinigung mit Nebogatom bereits bollzogen hat, wird bezweifelt, doch glaubt man diese bevorstehend. Ueber den Ort der Vereinigung aber gehen die Ansichten nach wie vor weit auseinander. Nach einer Verfion liegt die russische Flotte noch immer außerhalb der Kamranhbucht, von Torpedobooten umschwärmt, und wartet dört auf Nebogatoms Kommen. Ein neuer russischer Neutralitätsbruch? Nach einer zweiten Meldung soll Roschdiestwensky an Die italienischen Blätter stützen sich bei ihren Ausführungen angeblich auf befannt gewordene amtliche Dokumente. Der Vertrag soll 99 Jahre, von 1905 bis 2004, laufen. Die französische Gesellschaft verpflichtet sich, den Hafen von Tripolis mit den nötigen Einrichtungen für den ungehinderten Gebrauch seitens der Schiffahrt zu versehen, die Ausbaggerungen vorzunehmen, eine Mole längs der Klippenlinie von Fort Mendelik aus nach Nordost zu erbauen und überhaupt die Instandhaltung des Hafens in keiner Weise zu vernachlässigen. Für diese Leistungen wird die Gesellschaft während der Dauer der Konzession ermächtigt, alle früher der türkischen Administration zustehenden Einkünfte aus dem Hafenverkehr zu erheben. Unter diesen Begriff fallen die Zollrechte, die Ein- und Ausfuhrsteuer, die Hafenabgaben. die Leuchtturmisporteln, die Seesanitätstaren usw. In Italien herrscht ziemliche Aufregung über diesen anscheinend selbst in römischen Diplomatenkreisen nicht mehr angezweifelten Vertragsabschluß. Türkische Unterhändler sollen vor kurzer Zeit in Italien Fühlung wegen der Hafenverpachtung genommen haben. Angesehene Finanzleute seien auch bereit gewesen, eine Gesellschaft zu dem Zwecke zu gründen. Da aber die nötige Unterstützung der Regierung ausgeblieben sei, habe sich das Projekt zerschlagen. Die Erwerbung von Tripolis ist bekanntlich seit langer Zeit ein Herzenswunsch aller italienischen Erpansionspolitiker. Umsomehr wird man die Enttäuschung verstehen, die sich bemerkbar macht, da Frankreich mit der Hafenpachtung den trefflichsten Stützpunkt für einstweilen noch in der Zukunft schlummernde Pläne vorweggenommen hat. Für die Gerichtsvollzieherordnung hat der preußische Justizminister mehrere Aenderungen verfügt. Vom 1. Juni d. J. fällt die besondere D'i en st kleidung der Gerichtsvollzieher fort, sie werden von diesem Termin ab nur noch eine vom aufsichtführenden Amtsrichter ausgestellte& r= fennungsfarte mit sich tragen. Die Karte wird bei Vollstreckungshandlungen unaufgefordert, bei anderen Amtsobliegenheiten auf Verlangen vorgezeigt. Die noch vorhandene Dienstbekleidung darf auch nach dem 1. Juni aufgetragen werden. Die Einfünfte der Gerichtsvollzieher sind schon vom 1. April ab durch verschiedene Maßnahmen gebessert worden. Der frühere kaiserliche Gouverneur von Ostafrika Oberst Leutwein ist unter Belassung à la suite der Schutztruppe für Südwestafrika zum Generalmajor ernannt worden. * Die Anstellung von verabschiedeten Offizieren im Eisenbahndienst regelt ein Erlaß des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten folgendermaßen:„ Verabschiedete Offiziere, denen die Aussicht auf Anstellung im Zivildienst des betr. Bundesstaates verliehen ist, erhalten bei der Anstellung als Eisenbahnassistent, ohne Rücksicht auf die Länge der Militär- und Zivildienstzeit, von den den Militäranwärtern vorbehaltenen Stellen jede 15. Stelle, sofern sie nicht schon eher auf Grund ihres Anwärterdienstalters in der Reihenfolge der vorzugsberechtigten Militäranwärter eine etatsmäßige Stelle erhalten können." Wenngleich sich die italienischen Finanzen in den letzten Jahren gebessert haben, so sind die jetzt gegen die Regierung erhobenen Vorwürfe nicht ganz gerechtfertigt. Unternehmungslust hat das italienische Kapital im Vergleich mit dem französischen wenig gezeigt. Nach der kaum etwas gefestigten Lage aber sofort alles Heil von oben zu erwarten, ist eine Sache, die sich besser von unverantwortlicher Seite verlangen, als von den maßgebenden Leuten ausführen läßt. Die Männer, welche die Geschicke der französischen Republik leiten, haben dagegen stets mehr Unterstützung bei den finanzkräftigen Bürgern ihres Landes gefunden, zumal wenn es sich um auswärtige Unternehmungen handelte. Frankreich hat natürlich das Bestreben, seinen nordafrikanischen Besitz in Tunis und Algerien zu arrondieren und 311 festigen. Für Italien bedeutet die Festsetzung Frankreichs in Tripolis eine Verstärkung der schon durch die Machtstellung der Republik im Hafen von Biserta ausgesprochenen Drohung. Ferner wird das Tor nach Innerafrifa, der Weg durch die lybische Wüste und damit die Verbindung zu Land mit der Kolonie Erythrea verschlossen. Bestätigen sich die Angaben der italienischen Bresse vollinhaltlich, so dürfte Delcassé auf die brennende Wunde der Marokkoniederlage ein tröstendes Pflaster erhalten. Denn die Stärkung der französischen Machtsphäre in Afrika wäre nicht abzuleugnen. Von Tripolis führt der Weg in ununterbrochener Linie an der Küste vorbei durch Tunis und Algerien nach Marokko. Die ganze Kolonisationsarbeit an der tripolitanischen Küste durch italienische Händler und Kaufleute wäre ziemlich illusorisch genfacht. Ob freilich nicht auch bei diesem diplomatischen Vorgehen ein zu offenherziges Eingeständnis des französischen Bestrebens, ganz Nordafrika in die Hände zu bekommen, liegen würde und Einsprüche oder Gegenaktionen anderer Mächte ausgeschlossen sind, muß abgewartet werden, wie überhaupt die ganze offizielle Bestätigung der Vertragsverhandlungen. Die Politik Von einer schweren Erkrankung des Eisenbahnministers von Budde ist erneut die Rede. Es soll sich um ein bedenkliches Unterleibsleiden handeln, das bereits wiederholte operative Eingriffe nötig gemacht habe. Oefterreich- Ungarn. A Die österreichische Regierung plant eine Erhöhung de Branntweinstener um 20 Prozent. Die Erträgnisse der Steuer sollen zur Verbesserung der Landesfinanzen verwandt werden. Italien. Der entflohene frühere Unterrichtsminister Nasi, der wegen Unterschlagung staatlicher Gelder verfolgt wird und sich vorläufig jeder Nachforschung entzieht, läßt durch seine Freunde erklären, er werde vor dem Schwurgericht erschei= nen, falls eine Aufforderung an ihn gerichtet wird. Eigentlich könnte er schon früher kommen, wenn er ernstlich daran denkt, für seine Taten die Verantwortung zu tragen. Rufsland. Der fortwährende Stellenwechsel bei den höheren Veamten ist ein sprechendes Zeichen für die Unsicherheit der Regierung der inneren verwickelten Lage gegenüber. Am 13. Januar wurde der Posten eines Generalgouverneurs von Moskau aufgehoben. Er ist jetzt wieder neu eingerichtet und mit dem General Koslow besetzt worden. Der Minister des Innern Bulygin soll amtsmüde sein, da sein Programm feine Anerkennung an höchster Stelle findet. Als Nachfolger werden Generalgouverneur Trepow und der frühere Departementschef im Ministerium des Innern Stürmer genannt. Von Bulygin neuerdings ausgear beitete Regeln über die Auffassung des kaiserlichen Erlasses vom 3. März machen die Beratung der angekündigten Reformen in Semstwos, Dama und bei dem Adel fast unmöglich und bekunden recht deutlich, daß der Erlaß nichts mehr gewesen ist, als ein Stück Papier. Türkei. Die Pforte hat fortwährend mit den Unbotmäßigkeiten der Bevölkerung zu kämpfen. Eine aus Dschidda eingetrofsene Depesche meldet, daß eine ägyptische Karawane bei Janbo überfallen und ausgeraubt worden sei. Hierbei seien siebzehn ägyptische Soldaten getötet beziehungsweise verwunden worden.- Die Pforte hat wegen der auf griechischem Boden betriebenen Ausrüstung einer großen für Mazedonien bestimmten Bande in Athen ernste Vorstellungen erhoben und hat in dieser Angelegenheit auch ein Rundschreiben an die Großmächte gerichtet. Die Bande soll teilweise aus Kretensern bestehen. Marokko. Der ehemalige Bandenführer Raisuli, oer jetzt zum Kaid des Landbezirks um Tanger ernannt ist und seine Raubgesellen zu Soldaten des Sultans gemacht hat, führt ein strenges Regiment. Alle Verbrechen gegen Person und Eigentum verfolgt er unnachsichtlich, so daß die öffentliche Ordnung tatsächlich viel durch ihn gewonnen hat. Anscheinend neigt er aber zur unberechtigten Ausbreitung seiner Machtbefugnisse. Selbst in den Straßen von Tanger, wo er absolut nichts zu befehlen hat, nahmen seine Beauftragten Verhaftungen vor. Die Vertreter der fremden Mächte in Tanger befassen sich in ernster Weise mit diesen Ueberschreitungen. ** Hof und Gefellschaft. Der Kaiser ist mit der Kaiserin an Bord der Jacht Hohenzollern", begleitet vom Panzer Friedrich Karl" und dem Depeschenboot Sleipner" von Palermo aus nach Bari in See gegangen. Nah und fern. * Keine Walpurgisfeier auf dem Brocken. Die in den letzten Jahren üblich gewordene Walpurgisfeier auf dem Brocken findet diesmal nicht statt; infolgedessen fällt auch die Eisenbahnfahrt der Brockenbahn aus. Da nun auch der Weg nach dem Brocken durch die letzten großen Schneefälle sehr schwer gangbar ist, dürften wohl nur wenige den Brocken dieses Jahr zum 1. Mai erklimmen, was bei der Weiche des Schnees auch nicht ganz ungefährlich wäre. Eine schwere Schiffskatastrophe ereignete sich bei Schanghai. Der Dampfer Yuanmo" wurde durch Feuer gänzlich zerstört. Man fürchtet, daß 150 Chinesen dabei umgekommen sind. Gasvergiftung in der Schule. In einer Berliner Gemeindeschule kamen durch Kohlengase Vergiftungen von Kindern, sowie Lehrern und Lehrerinnen vor. Dußende von Kindern wurden betäubt, verschiedene wurden schwer frank in die elterlichen Wohnungen geschafft. Mutter und Sohn. Eine eigenartige Familien- Affäre macht in Budapest viel von sich reden. Die Gattin eines hohen Staatsbeamten sab sich genötigt, den Schutz der Behörden gegen Erpressungen, die der eigene Sohn wider sie bersuchte, anzurufen. Dieser, ein früherer Husaren- Offizier, hatte wegen lockeren Lebens den Dienst quittieren müssen. Er schrieb der Mutter einen Brief, in dem er von ihr die Bezahlung seiner Schulden im Betrage von 6000 kronen forderte und im Falle der Ablehnung damit drohte, daß er sich erschießen werde. Die Polizei fahndet jetzt auf den ungeratenen Sohn. † Selbstmord am Altar. In Roberg in Belgien ereignete sich am Oster- Sonntag in der Redemptoristenkirche ein graufiger Vorfall. In einem Anfall von Wahnsinn schnitt sich während der Messe vor dem Altare der dreißigjährige Priester Borremans mit einem Rasiermesser den Hals durch. Das Blut sprizte in weitem Bogen aus der fürchterlichen Wunde und färbte den Altar und die um denselben gescharte Menge. A Auf eine Liebes- Affäre deutet ein Leichensund hin, der in einem Walde bei Heeren in Westfalen gemacht wurde. Dicht beieinander lagen die Leichen eines Forstgehilfen und eines jungen Mädchens, beide mit Schußwunden, die den Tod herbeigeführt hatten. Offenbtr hat der junge Mann erst das Mädchen und dann sich selber erschossen, Städtegründungen. hat also 6 und 400 und 72, zusammen 478 Mark jährlich zu entrichten. Dafür bekommt er ein hübsches Haus mit Garten; er hat außerdem freie Fahrt nach Berlin. Kommunalabgaben braucht er nicht zu entrichten, denn die neue Stadt bestreitet ihre Verwaltungsunkosten, ihre Schuleinrichtungen, Kanalisations- und Wasserleitungsanlagen aus eigenem Vermögen. Dieses Vermögen besteht aus den borbehaltenen Eckgrundstücken, die zu Geschäftshäusern mit Läden, zu Restaurants, Cafés, Hotels eingerichtet und von Stadtwegen vermietet werden. In einer Stadt mit 20 000 Familien wird der Bedarf nicht gering sein. on unserem ständigen Korrespondenten.) Berlin, 27. April. Und das Geheimnis dieser erstaunlichen Billigkeit, die man nicht für möglich halten sollte, die aber doch möglich und erreichbar ist? Es besteht einfach in dem Fortfall der Grundrente. In der geplanten Stadt zahlen 20 000 Haushaltungsvorstände für 20 000 Häuser zusammen 6 mak 2000 oder 120 000 Mark Grundrente in Berlin beträgt die Grundrente für einen einzigen Häuserblock viel mehr, und das braucht nicht in der teuersten Gegend zu sein. Es ist kein Märchen, was wir hier nacherzählen, sondern buchstäbliche Wahrheit. Wir haben nicht aus eigener Phantasie geschöpft, was wir im Folgenden berichten. Auch haben wir es nicht aus dem Munde eines Veziers des Khalifen von Bagdad vernommen, nicht als eine Geschichte der erfindungsreichen Scheherezade. Es steht in den Akten eines föniglich preußischen Ministeriums, und in diesen ist kein Raum für Märchenpoesie, nur für nüchterne Realistik. Der Plan ist, wie gesagt, Wirklichkeit, und die Ausführung wird nicht allzu lange mehr auf sich warten lassen. Er muß nicht gerade 20 000 Teilnehmer umfassen. Auch 10 000 tun es und 5000, und bei jeder Großstadt findet sich die Möglichkeit seiner Erneuerung. Soziales Leben. in voller Tätigkeit und der Telegraph spielt fortwährend nach allen Richtungen. Die zu den 1ntaten benutzten Militärgewehre und Armeerevolver waren durch Einbruch aus dem hiesigen Militärdepot gestohlen. Dem bevorstehenden Prozeß sieht man mit großer Spannung entgegen. Die Aburteilung einer vielgliedrigen Räuber- und Mördergesellschaft-- das ist ein Ereignis für die sensationslüsterne Mitwelt. Hus dem Gerichtsfaal. in fig üb Falle ber 45 00020 Erhöhung bie nur ei empfunden Brauereie welche in § Noch ein Nachklang zum Detmolder Brief- Prozeßt. Der Jabrikant Paul Kracht, der im Detmolder Schmähbriefprozeß freigesprochen wurde, hat 370 Tage lang in Untersuchungshaft gesessen. Es ist ihm jetzt von der Gerichtsbehörde die Mitteilung geworden, daß auf seinen Fall die Verpflichtung der Staatskasse zur Entschädigung für den ihm durch die erlittene Untersuchungshaft erwachsenen Vermögensschaden gemäß§ 1 des Gesetzes vom 14. April 1904 zutreffe und vom Gericht anerkannt sei. Diese Entscheidung wird wie folgt begründet:„ Das Gesetz findet auf den vorliegenden Fall Anwendung, da das Haftverfahren einen Teil des gegen den Angeklagten eingeleiteten Strafverfahrens bildet und das letztere erst nach dem Inkrafttreten des Gesetzes seine Beendigung gefunden hat." 1-] Staatliche Zwangsversicherung der Privatbeamten. Die Frage der Versicherung der Privatbeamten gegen Krankheit, Erwerbsunfähigkeit durch Invalidität und Alter ist seit mehreren Jahren in lebhaften Fluß gekommen. Die Privatbeamtenvereine verschiedener Kategorien haben sich zusammengetan und Ausschüsse gewählt, die sich angelegentlich mit der Sache befassen. Durch die Bemühungen des Aachener Abgeordneten Sittard ist auch der Reichstag und die Regierung auf die Bewegung aufmerksam geworden. Man hat sich der Ueberzeugung nicht verschließen können, daß die Privatangestellten vollständig ungeschüßt sind im Vergleich mit den durch die soziale Gesetzgebung einigermaßen vor den Unbilden des Lebens gesicherten Arbeitern und den Beamten, für die durch Staat oder Kommune gesorgt wird. Das von der Organisation der Privatbeamten gesammelte Material ist dem kaiserlichen Statistischen Amte überwiesen worden. Dieses hat es einer Prüfung unterzogen und als ausreichend zur Gewinnung eines Ueberblicks bezeichnet. Eine Denkschrift über das Ergebnis der statistischen Bearbeitung des Materials wird vor Frühjahr 1906 nicht fertiggestellt werden können. Welche Folgerungen der Gejezgeber aus dem Ergebnis der Aufarbeitung dieses Materials später ziehen wird, kann zurzeit noch nicht gesagt werden. Jedenfalls herrscht bei den gesetzgebenden Gewalten der gute Wille, den Wünschen der Privatbeamten nach Möglichkeit gerecht zu werden. Städtegründungen! Mythische Gestalten steigen vor dem Geiste auf, wenn man das Wort spricht. Kadmos, der Drachenzähne säet und gepanzerte Männer daraus emporwachsen sieht, steht vor uns. Aeneas erscheint, der den greisen Vater Anchises fromm aus Trojas Flammen zu retten sucht und nach minder pietätvoll abgebrochenem Besuch bei der Königin Dido Italiens Küste zustrebt, um sein Schickfal zu erfüllen, das ihn Roms Schöpfer werden heißt. Auch weniger sagenhafte Gestalten zeigen sich uns, in etwas ruppiger Deutlichkeit: die Gründer der Städte Nordamerikas. In dem einen wie in dem anderen Falle hört man das Schreiten der Geschichte. Derselbe Zauberhauch der Poesie umwittert die von der Sonne Homers beschienenen Sagengestalten und die rauhen Väter von Philadelphia. Die Romantik der Gewalt, die ihr eigenes Gesez schafft, umschwebt die einen wie die anderen. Welche Romantik aber fann man in einer Aktiengesellschaft finden, in einer Gesellschaft m. b. H. vermuten? Man muß schon die unheilbare Begeisterungsfähigkeit des jungen Anton Wohlfahrt besitzen, der in Gustav Freytags„ Soli und Haben" bei dem Verkauf von Pfeffer an Kolonialpolitik, bei dem Anblick von Korinthen an Altgriechenland denkt. Solche jugendliche Begeisterungsfähigkeit, die mit der Tugend stirbt, hat hier nicht mitgesprochen. Mit dürren Zahlen, mit völlig idealfreien Zinsen hat man gerechnet, und man ist zu dem Ergebnis gekommen: Das Städtegründen ist ein gutes Geschäft. Man wird es zunächst bei Berlin versuchen; doch die dee hat, mit geringen Abänderungen, in der Nähe jeder Großstadt volle Geltung, und Deutschland ist an Großstädten reicher als irgend ein anderes Land. Die Städtegründungsrechnung aber ist folgende: [-] Aussperrung im Tischlergewerbe zu HamburgAltona. Der Arbeitgeberschutzverband der Holzindustrie und die Vorstände der Tischler- Innungen zu Hamburg und Altona sollen beschlossen haben, alle dem Holzarbeiterverband angehörenden Tischlergesellen auszusperren. [-] Generalstreik in Schweden. Wegen der im Reichstag eingebrachten Streifvorlage wurde von Mozialistischer Seite der Generalstreik angedroht. Nun haben die Metallarbeiter in Malmö die Arbeit niedergelegt. Voraussichtlich werden die Arbeiter in anderen größeren Städten sich in den nächsten Tagen anschließen. Ungarische Banditen. Budapest, 25. April. rechnen Oftroi, b Mart, allei töst, fdäfte diefe A auf ba fländlic welches mit fei Ronfur Megger Das Leuery wurde, nicht feinen gebragt berufener Oftrois wifen, bas Met wärtige empfund fid wer die aus flagen, § Eine Prinzessin zu Gefängnisstrafe verurteilt. Wegen Konkursvergehens ist die im fünfzigsten Lebensjahre stehende Prinzessin Alexandra von Isenburg- Büdingen- Wächtersbach in contumaciam zu drei Wochen Gefängnis vom schweizerischen Bezirksgericht zu Arbon im Kanton Thurgau verurteilt. Ob die Prinzessin die ihr zuerkannte Strafe wird verbüßen müssen, kommt darauf an, ob die Schweizer Behörden ihrer habhaft werden. Denn man weiß zur Zeit nicht, wo die Prinzessin sich aufhält. ==Vermischtes. [ Auch eine Schiller- Ehrung.] Als vor vielen Jahren die Statue Schillers in Stuttgart aufgestellt wurde, wurde ein Schiller- Album angelegt. Zu diesem steuerte ein Schulmeister aus der Gegend von Ludwigsburg voller Stolz darauf, daß er den Vater des berühmten Dichters persönlich gekannt habe, folgende Verse bei: ,, großer Friedrich Schiller! Für mich auch Poesie- Erfüller, Kommst nun gegossen in das Land! Herrn Vater hab ich auch gekannt!" [ Das Osterei des Papstes] ist auch diesmal pünktlich im Vatikan eingetroffen. Es wird jährlich von einem unbekannten Absender aus stets wechselnden Orten geschickt und hat einen Wert von etwa 50 000 Mart. Es ist etwa 20 Zentimeter lang; die Schale besteht aus vier Stücken allerbesten Elfenbeins und ist mit blauem Satin ausgelegt. Das Eigelb wird durch ein Kästchen von reinem Golde dargestellt, das stets einen herrlichen, von Diamanten eingef ten Rubin enthält. Ueber den anonymen Absender laufen die seltsamsten Gerüchte um. Vielfach wird behauptet, er sei ein regierender Fürst, dem es seine Stellung nicht gestatte, fich, öffentlich als Spender und Verehrer des Papsies zu befennen. Das Geschenk gilt dem Papste persönlich, nicht der Schatzkammer des Vatikans. Deffentlicher Protest gegen die geplante Oftroi- Erhöhung in Gießen. Steat fgaffer Der A tretend auf ber Geite b werbe fi find ebe werbes, ftehen h Dltroier Sandler, laftung werden. ift, wird der Pro Zu einer außerordentlich interessanten Versammlung ge staltete sich die gestern Abend von dem Bürgerverein Gießen nach dem Neuen Saalbau einberufene allgemeine Bürgerversammlung, die sich mit der geplanten Oftroi- Erhöhung befaßte. Wehl alle Stände und Gewerbe waren da vertreten, die Bäcker, Gastwirte, und Megger waren sogar geschlossen erschienen. In sehr eingehender und sachlicher Weise wurde die steuerpolitisch beraltete Kopfsteuer nach allen Seiten hin beleuchtet und die Nachteile hervorgehoben, die sie namentlich den wirtschaftlich Schwächeren bringt. Man war sich darin einig, daß sie für diese nur Härten bringt, ver hehlte sich jedoch auch nicht, wie aus den Ausführungen einzelner Redner deutlich hervorging, daß man den Steuerzettel der direkten Steuer nicht allzu hoch schrauben und die Steuer nicht immer gänzlich auf dem direkten Wege erheben könne. Die Versammlung wies die dafür erbrachten Gründe nicht ganz von der Hand und trat darum fast einstimmig für feine Er höhung des Oftrois ein, da laut reichsgefeßlicher Regelung das Oftroi im Jahre 1910, also nach 5 Jahren schon gänzlich fällt, und alsdann doch andere Steuerquellen erschlossen werden müssen. In Vertretung des Vorfigenden des Bürger vereins, Lehrer V. Müller, der durch Ortsabwesenheit ver hindert war, an der Versammlung teilzunehmen, eröffnete 8 mentfabritant Horst die Versammlung und legte ein leitend die Gründe klar, die zur Einberufung der Versamm lung geführt hätten und betonte, daß der Bürgerverein nur eine Gelegenheit gegeben hätte, die Ottcoifrage öffentlich A diskutieren, selbst aber keinerlei Marshroute geben wolle. Ec führte wörtlich aus: Im westlichen Europa haben die in blutstrozender Schauerromanen verherrlichten Taten eines Schinderhan nes und Rinaldini fast den Charakter der Mythe angenom men. In das Zeitalter der Automobile und der Elektrizität paßt der ,, in des Waldes düstern Gründen" ruhende Räuber. hauptmann nicht mehr. Er hat das von einer falschen Volkspoesie mit Glanz und Schimmer umkleidete Quartier räumen, die theatralische Heldenpose aufgeben müssen und ist dorthin verwiesen worden, wohin er gehört in die streng über Ordnung und Sicherheit wachenden Hände der Gendarmen und hinter die festen Türen der Zuchthäuser. Selbst der klassische Räuber der Abruzzen im Lande der Zitronen wird nicht mehr ganz ernst genommen und es foll schon vorgekommen sein, daß der findige Sindaco eines gottverlassenen Bergnestes auf den lukrativen Gedanken kam, sensationslüsternen englischen Misses in dunklen Nächten phantastisch aufgeputzte Abruzzenhelden vorzuführen, die am anderen Tage wieder in gewohnter Kleidung ihrem ehrlichen Gewerbe als Landleute und Handwerker nachgingen. Also die Räuberromantik lebt nicht mehr. Aber auch in den Tagen eines Fra Diavolo würde man zu der Entdeckung einer leibhaftigen Mörderbande, welche die. ser Tage die Budapester Polizei in Atem hielt, kaum ein be: schönigendes Wort gefunden haben. Es tut sich da ein Blid auf in Zustände, die man in einem zivilisierten Lande kaum für möglich gehalten hätte. Sechs Banditen sind vorläufig in Haft genommen, auf die anderen fahndet man. Die Bande hat nachweislich sieben Raubmorde und zwölf Raubanfälle verübt. Die Verbrecher rekrutierten sich durchweg aus vorbestraften Individuen, einzelne haben bereits umfassende Geständnisse abgelegt. Nicht gar zu weit von Berlin und von anderen Großstädten ist fiskalisches Terrain vorhanden, das man um 300 Mark für den Morgen erstehen kann. Der Fiskus setzt dabei nichts zu, durchaus nicht. Zehntausend Morgen kosten also drei Millionen Mark. Eine Gesellschaft, die nicht Dividenden schinden, sondern für ihre Mitglieder gemeinnützig wirfen will, erwirbt das Areal, von dem der dritte Teil für Straßenland, öffentliche Pläge, öffentliche Gebäude und die Eckhäuser vorbehalten bleibt, so daß der Morgen Nutland nicht mehr auf 300, sondern auf 450 Mark zu stehen kommt. Für ein Einfamilienhaus mit Garten Mictsfasernen sind ausgeschlossen ist ein Drittelmorgen ausreichend, so daß für 20 000 Einfamilienhäuser Raum ist. Die Gesellschaft, die nichts verdienen will, weil sie nur mit ihren Mitgliedern Geschäfte macht, gibt den Grund und Boden zum Selbstkostenpreis ab, d. i. zu 150 Mark für den Drittelmorgen. Der Boden wird aber nicht zu freiem Eigentum verkauft, sondern nur in Erbpacht gegeben. Die Grundrente für das Einfamilienhaus beträgt somit 6 Mark ( 4 Prozent von 150 Mark). Die Baukosten für ein Einfamilienhaus belaufen sich auf 8000 Mart, was nicht gering gerechnet ist. Die Jahreszinsen hierfür sind, einschließlich einprozentiger Amortisation, 400 Mark. Außerdem hat jeder Ersteher eines Bauplages eine Jahresabgabe von 72 Mark zu entrichten. Dafür erhält er ein Jahresbillet zur Benutzung einer Schnellbahn, die von dem Gesellschaftsareal nach Berlin fährt und dort mit der Stadtbahn oder mit der Untergrundbahn in Verbindung steht. Amortisation und Verzinsung des Bahnbaufapitals und Betriebskosten werden durch die Abonnementsfarten reichlich gedeckt, denn diese bringen 20 000 mal 72 oder 1 440 000 Mark jährlich. Der Besitzer eines Einfamilienhauses in der neuen Stadt Die Bande hat folgende Verbrechen verübt. Am 27. März 1901 ein Bostraub zwischen Csakvar und Vértes- Boglar; am 6. Juni 1901 ein Bostraub zwischen Vadkert und Rétsáy; am 5. Januar 1904 ein Doppelmord, am 19. März 1904 ein Mordattentat gegen eine Gutsbesizersfrau und ihre zwei Söhne, am 8. April 1905 ein Doppelmord, außerdem ein Mord an einem Bettler im vorigen Sommer. Der Anführer der verwegenen Gesellschaft war der 37 Jahre alte Franz Bóni, der vor zehn Jahren der Budapester Berufs- Feuerwehr angehörte. Er wurde später Diener, wanderte wegen Diebstahls ins Gefängnis und entwickelte sich kurze Zeit nach seiner Entlassung zum Räuberhauptmann. Seine Frau war Mitwisserin und ist gleichzeitig mit ihrem verbrecherischen Manne verhaftet worden. Die Entdeckung geschah durch einen Zufall. Ein junger Bursche wurde in Szabadke wegen eines unbedeutenden Vergehens arretiert und machte dabei ein sensationelles Geständnis. Er bekannte sich als Teilnehmer an mehreren Raubanfällen und bezeichnete seinen Vater als Mitschuldigen. Dadurch gelang es, die sechs bis jetzt Inhaftierten, darunter den Anführer, festzustellen und in Gewahrsam zu bringen. Es sollen sich noch zahlreiche Mitglieder der Bande in den Provinzstädten aufhalten, nach denen eifrig gesucht wird. Die Behörden sind " über de daß Dit Beispiel, 10 pt. bezablen wenige Dtroiliefern über d müffen, mittelp hängen Alle Er Dftroigegen die redtigfeit der Antr fagt, es finns, nid vielmehr und es gi auf der tellen, das Ausfall an der Stadt feb gegeber Den angef De Di Arbeiter Die Verbrauchssteuern der Stadt Gießen waren ein Punkt der Tagesordnung voriger Stadtverordneten Sißung welcher zur Ueberraschung für viele den Antrag brachte den Fehlbetrag im städt. Budget von 45 000 Mt. durch Er höhung von Oltroi zu decken. Infolge von Einwendungen seitens des Herrn Stadtv. Löber gegen die Ausführungen betr. Dentschrift wurde die Beratung des Gegenstandes vers legt( Hier ist eine fleine Unrichtigkeit; die Bertagung dieses Bunttes war schon vorher von den Stadtverordneten be schlossen. Stadtv. Löber hat es nur am Schluß betr. Stadtverordnetenversammlung für wichtig gehalten die Dent schrift auf ihren Inhalt zu beleuchten. Ec hat dieses Herrn δικά δι für die fdäftale zu unter 45 000 zu berme geben di feben, da das erfor 120% 3 Steuerza waltung aufwendu Sagen zu gewiß ber burch höh for den m würde dur Harten Sch Horst auch sofort mitgeteilt.) und soll nun morgen zur Er Mittel- und ledigung fommen. Daß von der geplanten Oftroierhöhung vorher nichts bekannt gegeben wurde und der Antrag unter der nichtssagenden Rubrit- Flagge die Verbrauchssteuern der Laffen licher Beratun bringung des Stadt Gießen einfach tam und auch gleich zur Abstimmung inb. Man fommen sollte, wird von einem Teil der Bürgerschaft als Ueberrumpelungspolitik bezeichnet, die Bürgerschaft glaub ein Recht zu haben von solchen Plänen vorher Kenntnis zubekommen, damit die Meinungen zeitig ausgetauscht werden nicht allen red Fin, das B Was ich Ihne Ergebnis einer fönnen, und den Herrn Stadtverordneten Gelegenheit geboten Debatte und b ich ums Wor spielt fortwährend en benutzten Mili urch Einbruch aus em bevorstehenden entgegen. Die Ab und Mördergefeil ationslijterne Mit Taal. Brief- Prozeß. Der older Schmähbrief nge lang in Unter von der Gerichts uf seinen Fall die chädigung für den t erwachsenen Ver om 14. April 1904 Diese Entscheidung findet auf den vor aftverfahren einen iteten Strafverfah Infrafttreten des verurteilt. Wegen Lebensjahre stehende Büdingen- Wächters en Gefängnis vom 1 Kanton Thurgau annte Straje wird Die Schweizer Ben weiß zur Zeit bor vielen Jahren estellt wurde, wurde steuerte ein Schul rg boller Stolz da Dichters persönlic ller! ler, in das Land! gekannt!" Brauereibesizer Asprion hebt hervor, daß auch das auswärtige Brauereigewerbe günstiger wie das Gießener daran sei, da es mit billigeren Löhren arbeitet und ihm auch nicht die Kehlen durch eine Verbrauchsabgabe verteuert wird. Unbegre flich findet er es, daß die Gießener Brauereien nicht um ihren Rat gefragt worden sind. Wird die Oktroi Echöhung durchgeführt, wie der Entwurf sie vorsieht, so bedeutet dies bei 10000 hl Jahresumsatz für eine Brauerei eine Mehrb.lastung von 5200 Mart. Gastwirt Jastowsky bestreitet, daß das Pfund Fleisch durch die Erhöhung nur um einen Pfennig verteuert wird, vielmehr fommt er zu dem Schlusse, daß eine Verteuerung von zwei Pfennigen eintritt und diese Erhöhung bleibt auf dem Gastwirts- Gewerbe, daß schon an und für sich stark belastet ist, liegen. Es fann auch nicht die Absicht der Behörde sein, dem Arbeiter sein Glas Bier, das ihm wohl zu gönnen ist, durch eine Verbrauchssteuer zu verteueren. Nach einer Ausstellung müssen im Falle der Ofttoi Erhöhung 170 Gießener Wirtschaftsbetriebe 17000 Mt. aufbringen, d. i. mit anderen Worten: über ein Drittel des Defizite. Eine derartige Belastung eines Gewerbes aber tann die Gießener Einwohnerschaft und auch die Behörden nicht wollen! Als erstem Redner wird Rechtsanwalt Leun das Wort zu einer Darstellung und geschichtlichen Entwickelung der Oftroi erteilt. Er hebt zunächst hervor, daß von einem eigentlichen Referat nicht die Rede sein könne, da ihm nicht die nötige Zeit zur Verfügung gestanden habe. Geschichtlich bemerkte er, daß die Oftroi aus der französischen Kanzleisprache stammt und schon 1395 in Frankrei Städte mit ihr belegt wurden. Die Revolution schwemmte sie hinweg, wenige Jahre später aber wurde sie wieder eingeführt und erst um der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Frankreich endgültig abgeschafft. Jeßt estiert sie noch in Desterreich und in einigen süddeutschen Gemeinwesen. In dem steuer politisch vorgeschrittenen Preußen schließt man gefeßlich die Kopfsteuer aus. Merkwürdig aber ist es nach seiner und auch wohl der Auffassung der Mehrheit, daß man in dem freiheitlich gesinnten, demokrat schen Süddeutschland diese steuerpolitische Rückständigkeit der Oktroi noch immer handhabt. Mag für Gießen auch noch nicht der Zeitpunkt erschienen sein, ste gänzlich zu beseitigen, eigen tümlich berührt es jedoch, daß inmitten der großen Bewegung nach der direkten Steuer, die sich sogar auf das Reich ausdehnen soll, den Gießener Stadtverordneten noch eine Vorlage über die Erhöhung der Verbrauchssteuer zugeht, nachdem dieser Steuer im Reichstag das Todesurteil gesprochen ist. Man fann es teinem der Interessenten verdenken, wenn er gegen diese ungerechte teuer, vor allen Dingen gegen eine jezt noch geplante Erhöhung ganz energisch Front macht. Die Kopfst uer ist antifozial, sie trifft den Minderbemittelten härter als den Wohlhabenden. Man hat sich damit in Parlamenten, Versammlungen und in der Literatur befaßt und namentlich der Vorsitzende des Vereins der Boden reformer, Damaschte, hat darüber eingehende Untersuchungen angestellt und ein umfangreiches Material zusammengetragen, aus dem der Redner einige sprechende Zahlen anführt. Ein schlagender Beweis der Schädlichkeit des Oktroiß ist der Rückgang des Fleischkonsums, da in einigen mit Verbrauchs. steuern belegten Gemeinwesen eine Arbeiterfamilie mit 8 bis 10 Mt. durch ihren jährlichen Fleisch bedarf herangezogen wird. Klipp und flar aber, daß die Verbrauchssteuer den Arbeiter- und Mittelstand am schwersten trifft, räumt die Stadt Heidelberg ein, die befürchtet, daß ihr durch den hohen Steuerzettel der Zuzug der Wohlhabenden abgelenkt werden fönnte. Redner empfiehlt daher, aus Gründen der Rücksicht. nahme auf den kleinen Mann, daß das Defizit nicht durch eine Erhöhung der Dftroi, sondern auf dem Wege der direkten Steuer aufgebracht würde. ist, sich über die voraussichtliche Wirkung des Antrages im Falle der Annahme zu informieren. Wie gesagt, sind 45 000 mt. Fehlbetrag aufzubringen und ist dafür eine Erhöhung des Ottrois auf Verbrauchsgegenstände vorgesehen, die nur einige Gewerbe betrifft, was von diesen umso bitterer empfunden wird. Es sind dies die Metzger, Bäcker, Brauereien, Liförfabriken, Gastwirte und Kohlenhändler, welche in erster Linie mit der Erhöhung des Oftrois zu rechnen haben. Lie Mizger zahlten 1902: 35738,62 t. Oftroi, während im neuen Tarife vorgesehen sind 78234,80 Mart,( was eine Belastung dieses Gewerbes allein um 42496,18 Mart bedeutet.) Wie ich tört, würde die Mehrausgabe von Oktroi für größere Ges schäfte mehrere tausend Mark betragen. Daß die Mezger diese Kosten nicht auf ihre Taschen lasten fönnen, sondern auf das faufende Pulitum abzuwälzen suchen, ist gewiß verständlich, aber die Ausführung( nicht leicht. Das Fleisch, welches aus der Umgegend in Gießen eingeführt wird, ist mit feinem weiteren Oftroi- Aufschlage belegt, sodaß die Konkurrenz von außen sich recht fühlbar und den hiesigen Mezgern einen berechtigten Aufschlag schwer machen wird. Das Gleiche trifft bei den Bäckern zu. Als bei der Teuerung vor einiger Zeit das Dftroi auf Mehl aufgehoben wurde, ging die fertige Ware wider Erwarten im Preise nicht herunter, weil die Ersparnis auf das Brot ausgeschlagen feinen ganzen Pfennig betrug und so schlecht zum Ausdruck gebracht werden tonnte. Die Bäcker betrachteten, wie von Berufener Seite offen erklärt wurde, den Nachlaß des Oftrois als ein Geschenk, für welches sie sich dankbar er wiesen, indem sie mit der Ware nicht ausschlugen, als später das Mehl im Preise nicht unwesentlich stieg. Die auswärtige Ronkurrenz wird auch von den Bäckern recht bitter empfunden und würden diese sich gegen Oftroi voraussicht lich weniger schroff verhalten, wenn ihnen ein Echutz gegen die auswärtige Konkurrenz gewährt würde. Die Brauereien flagen, daß ihre Zukunft eine besonders dunkele set, der Steat dente bei Heranziehung weiterer Steuerquellen, die er schaffen muß, in erster Linie immer an Bier und Tabal. Der Konsum des Bieres lasse infolge der immer stärker auftretenden Antialkohol. Bewegung immer mehr nach, sodaß auf der einen Seite die Unkosten steigen, auf der anderen Seite der Verdienst weiter schwindet und das Brauer- Gewerbe sich so sichtlich bedroht fühlt. Die Liförfabrikanten find ebenfalls gegen eine weitere Besteuerung ihres Gewerbes, das auch einen schweren Konkurrenzfampf zu bestehen habe. Was die Kohlenhändler anbelangt, so ist eine Oftroierhöhung für diese weniger empfindlich, weil die Sändler, durch das Kohlensyndifat geschüßt, die Mehrbelastung von Oftroi durch höhere Kohlenpreise rausschlagen werden. Aber die Industrie, welche auf Kohlen angewiesen ist, wird den Aufschlag schon spüren und bei Kalkulierung der Produktionspreise damit zu rechnen haben und sich gegenüber der Konkurrenz geschädigt sehen. Welche Belastung das Oftroi für die Industrie bedeutet, lehrt das einfache Beispiel, daß ein Backsteinfabrikant auf Gießener Gemarkung 10 Mt. Oftroi für den Waggon Kohlen zur Fabrikation bezahlen muß, während sein Konkurrent, dessen Betrieb wenige Meter weiter auf Heuchelheimer Gebiet liegt, feine Dtroi- Ausgaben hat und dementsprechend seine Steine billiger liefern tann. Last not least beschweren sich die Gastwirte über die Erhöhung des Otrois, indem sie damit rechnen müssen, daß durch die bedingte Verteuerung der Lebensmittelpreise ihnen Lasten aufgelegt werden, die auf ihnen hängen bleiben und den fargen Verdienst weiter schmälern. Alle Erwerbestände, welche so in erster Linie von dem Dftroi- Aufschlage betroffen werden, machen entschieden Front gegen diese Art Steuer- Erhöhung und apellieren an den Gerechtigkeitssinn der Herren Stadtverordneten und hoffen, daß der Antrag die erforderliche Majorität nicht findet. Man sagt, es stände Gießen, ehemals eine Hochburg des Freifinns, nicht an, eine Oftroierhöhung einzuführen, man müsse vielmehr danach trachten, das Ditroi bald ganz abzuschaffen, und es gibt Leute die heute, wo die Erhöhung des Oftrois auf der Tagesordnung steht, schon die ernste Forderung stellen, das Oktroi heute schon ganz aufzuheben und den Ausfall an Steuern aus anderen Duellen zu nehmen, welche der Stadtverwaltung nach dem neuen kommunalen Steuergeset gegeben sind. Wer sind nun die Leute, welche außer den angeführten Erwerbszweigen von der geplanten Erhöhung des Oftrois vorzugsweise betroffen werden, es sind der Arbeiterstand und der Mittelstand. Die Lebensmittel werden durch das höhere Oftroi verteuert, was sehr schwerwiegend für die meist starken Familien der Arbeiter ist und die Geschäftsleute, welche außer ihrer Familie ein großes Personal zu unterhalten haben, empfinden dies nicht minder. Sind die 45 000 Mt. D fizit durch Streichungen im Budget nicht zu vermeiden und will man auch heute noch nicht dazu überch diesmal pünktlid rlich von einem un Orten geschickt und f. Es ist etwa 20 vier Stücken aller tin ausgelegt. Das reinem Golde dar Diamanten eingef en Absender laufen wird behauptet, er ellung nicht gestatte des Papstes zu be ersönlich, nicht der Die geplante Sießen. en Versammlung ge gerverein Gießen nod Bürgerversammlung hung befaßte. W ertreten, die Bäd loffen erschienen. rbe die steuerpoliti hin beleuchtet un pamentlich den win war sich darin eini ver hehlte sich jedod en einzelner Redne euerzettel der direkt nd die Steuer ni erheben könne. D en Gründe nicht g timmig für feine eglicher Regelung ahren fchon rquellen erf fizenden des Birg Drteabwefenbait bec eilzunehmen eröffnete lung und legte ein ufung der Versamm er Bürgerverein nur te geben wolle. G ifrage öffentlich t Gießen waren tverordneten- Sigun den Antrag brad ge von Enwendung gen die Ausführung Des Gegenstandes ve bie Bertagung diefe ur am Schluß bett 45 000 Mt. burch Stadtverordneten be Stig gehalten die Dent Er hat dieses Herr Er nun morgen zur lanten Oftroierhöhun and ber Antrag unte Berbrauchssteuern leich zur Abftimmun be ber Bürgerschaft al Bürgerschaft glaub en borber Kenntni ig ausgetauft werde en Gelegenheit gebo gehen die neuen Steuerquellen für den Fehlbetrag vorzusehen, dann erscheint es empfehlenswert das Einkommen um das erforderliche Mehr von 6% zu belasten, statt 114 also 120% zu erheben. Obwohl der Steuersatz von 114% allen Steuerzahlenden reichlich hoch genug ist, war unsere Verwaltung doch ein wenig stolz darauf, troß der großen Neuaufwendungen im Interesse der Entwo delung unserer Stadt, fagen zu fönnen, wir fommen mit 114% aus, und es ist gewiß verständlich, daß man auch gerne dabei bleiben und burch höhere Steuern nicht vom Zuzuge rach hier ab. schrecken möchte. Aber eine bessere Verteilung der Laften würde durch diese Ausbringung des Defizits erreicht, die starten Schultern der bessersituierten Reichen würden den Mittel- und Arbeiterstand stützen helfen. Lassen Sie uns nun, meine Herren, in ruhiger, sachlicher Beratung prüfen, welche Mittel und Wege zur Aufbringung des Fehlbetrages von 45 000 Mt. die geeignetften find. Man kann es in Steuersacher, wie in vielen Dingen nicht allen recht machen, aber unser ernftes Streben soll es sein, das Beste zur Lösung der Frage herauszufinden. Was ich Ihnen vorgetragen habe, ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Vorversammlung. Ich eröffne nunmehr die Debatte und bitte die Herren, welche dazu sprechen wollen, sich ums Wort zu melden. Nachdem Rechtsanwalt Leun seine Ausführungen gegroßer Unruhe des Saales noch mit, daß ihm von berufener schlossen, teilte der Leiter der Versammlung, Horst, unter Seite mitgeteilt wurde, daß das Defizit 1905/06 nicht 45 000 Marf, sondern vielmehr das deppelte, rämlich 90 000 Mt. betrogen werde. Sodann präzizierten die einzelnen Gewerbe durch ihre Vertreter ihre Stellung zu der Erhöhung der Oftroi. Meßgermeister Sack ergriff als erster das Wort. Das Meggergewerbe in Gießen steht der auswärtigen Konkurrenz in Einkauf und Verkauf durchaus ungünstig gegen über. In Hessen besteht ferner feine obligatorsiche Trichinenschau, in Gießen ist aber eine solche eingeführt und dadurch der Bevölkerung unter erheblichen Opfern die Garantie für einen einwandsfreien, gefunden Fleischkonsum gewährleist t. Weitere Opfer aber kann das Meßger- Gewerbe unter teinen Umständen auf sich nehmen, insonderheit als noch andere finanzielle Forderungen( Schlachthof, Kühl- Anlage) an dasselbe herantreten. Die Dftroi Erhöhung müßte also auf die Konsumenten abgewälzt werden und würde namentlich den Arbeiter- und Mittelstand treffen. In welch' empfind. licher Weise dies geschehen würde, spiegelt sich deutlich aus folgender Zusammenstellung wieder: Das Dftroi auf Fleisch pro Kopf und Bevölkerung betrug 1902 125,95 t, nach dem neuen von Großh. Bürgermeisterei vorgeschlagenen Tarif sollen aber 210,19 Mt. in Bufunft bezahlt werden.( hierzu wird uns von fachmännischer und eingeweiter Seite mitget ilt, daß diese Zahlen auf unsere Einwohnerschaft ausgerechnet, noch höher fommen würden. Die Redakt.) Meßg rmeister Sack empfahl am Schlusse seiner Ausführung, das Defizit durch direkte Besteuerung aufzubringen. Bäckermeister Pfeiffer beflagt, daß die einzelnen Gewerbe nicht vorher, vor dem Entwurf zu Rate gezogen worden sind. Das Gießener Bäckergewerbe ist bereits derartig belastet und hat mit einer derartigen Konkurrenz zu fämpfen, daß eine weitere Belastung unmöglich ist. Als vor Jahren das Oftroi auf Mehl fiel, empfanden die Angehörigen des Bäckergewerbes dieses als eine Entlastung und zeigten sich dafür dankbar, daß sie später die Brotpreise nicht erhöhten, als die Mehlpreise bedeutend in die Höhe schnellten. Troßdem seit 8 Monaten abermals eine andau rnde erhebliche Steigerung des Mehlpreises eingetreten ist, hat die Gießener Bäcker- Innung troßdem eine Preiserhöhung nicht eintreten lassen. Sollte die projektierte Verbrauchssteuer von 50 Pfg. per Sad Mehl aber durchgeführt werden, so wäre der Bäckerstand nicht mehr in der Lage, diese Lasten auf eigenen Schultern zu tragen, er müßte sie abwälzen und der Be troffene wäre der Konsument und ganz besonders der kleine Mann. Aber auch noch ein anderes Gewerbe, das der Gaſt wirte, wird durch eine Brotverteuerung in Mitleidenschaft gezogen. Er befürwortete deshalb gleichfalls, das Defizit durch direkte Steuern zu decken. Die Bäcker- Innung hat nach reiflicher Ueberlegung den schweren Entschluß gefaßt, eine Brotverteuerung hintanzuhalten, wenn die Serres Stadtverordneten dem schwer gedrückten Gewerbe den ihm zustehenden Schutz gegen die auswärtige Kon turrenz gewährleisten. Dies fann aber nur geschehen, wenn man die Abgaben auf eingeführtes Brot entsprechend erhöht, wie dies bereits in einer Reihe anderer Städte, wie Mannheim, Mainz, Worms usw. der Fall ist. Der auswärtige Bäcker ist nicht so horrend belastet wie der Gießener und er produziert deshalb unter günstigeren Verhältnissen. Er führt sein Brot steuerfrei ein und fast alle Beamtenfamilien entnehmen ihr Brot von ihm. Broturist Hosch nahm als Bürger zu der geplanten Erhöhung Stellung. Er hält die Oftroi für einen Zopf und findet, daß der Entwurf gerade die unentbehrlichsten Dinge des täglichen Lebens herausgreift. Mit gutem Humor ging er sodann noch auf die Unzu'änglichkeit der gegenwärtigen Oftroi- Erhöhung ein. Redakteur Vetters stellt sich auf den Standpunkt des allgemeinen Interesses und hält die möglichste Ausschaltung der Konkurrenz für verwerflich. Er wünscht gleichfalls Vermetdung der Oktroi. Wenn eine ware mit einer Steuer belegt wird, so fommt dieses in dem Preise zum Ausdruc. Der Fall, daß in mit Oftroi belegten Städten der Preis für Mehl billiger sei, als in Gießen, das zur Zeit keine Berbrauchsabgabe darauflegt, fann garnicht angezogen werden, weil außer Offroi noch ganz andere Faktoren bei der Preisbildung mitsprechen. Stadtv. Petri weist darauf hin, daß es nicht immer angebracht ist, einen möglichst hohen Steuer zettel der direkten Abgaben herauszubringen, da ein solcher geeignet ist, den Zuzug der Wohlhabenderen von einer Stadt abzuhalten. Wie aber soll dann das Defizit anders als durch indirekte Steuer aufgebracht werden, fragte er und gab gleichzeitig der Heffnung Ausdruck, daß die Regelung der Verbrauchs- Abgabe sich in befriedigende Bahnen vollziehen werde und auch Revisionsbeamter Grünig sieht das Ganze nicht so schwarz an. Rechtsanwalt Leun unterstreicht noch einmal, daß das Oftroi eine sehr eingehenden Erwägung bedarf, da die Aufbringung der Steuern nicht immer auf direktem Wege Rückständigkeit anderer Städte auf steuerpolitischem Gebiet möglich sei. Die Dftroi sei eben ein Notbehelf. Die dürfe Gießen sich nicht als Vorbild nehmen. Stadtrat Krumm verwahrt die Stadtverordnetenversammlung dagegen, daß sie mit dem Entwurf überrumpelt worden sei. Er führt an, daß den Stadtverordneten, die betr. Denkschrift bereits 48 Stunden vor der Sigung zugestellt worden war.( Wir gestehen, daß diese 48- Stundenfrist eher gegen als für die Behauptung des Stadtv. Krumm spricht. Wenigstens wären wir nicht, und wir sind dessen gewiß, auch eine ganze Reih: anderer nicht dazu imstande, uns in dieser furzen Zeitspanne auf die Beratung einer so wichtigen Frage wie die hier behandelte, umfassend vorzubereiten. Der Einwand, daß die Oftroi- Erhöhung seit Jahr und Tag erwartet wurde, ist ebenfalls nicht stichhaltig. Bei einem Gewitter erwartet man auch den Blitz und ist dennoch geblendet, wenn er urplöglich niederzuckt. D. Red.) n die Mitteilung, daß das Defizit im Stadtsäckel flatt 45 000 t. 90 OCO Mt. betrage, will er vorläufig nicht glauben. An Stelle der erhöhten Oftroi hält aber auch er einen Aufschlag, von vielleicht 10-12% angebrachter und gerechter. Alle Bürger sind Glieder eines Gemeinwesens und haben seine Lasten nach Kräften zu tragen. Damit war die eigentliche Debatte erledigt, es wurde eine Resolution vorgelegt, die dann auch nach einigen furzen Bemerkungen unverändert in folgendem Wortlaut einstimmig angenommen wurde: Die Stadtverordnetenversammlung wolle entschieden Stellung nehmen gegen die geplante Erhöhung bezw. Neueinführung von Gebrauchssteuern, die unbillig und einzig den wirtschaftlichen schwächeren Teil der Einwohnerschaft Gießens belaften. Es war lange Mitternacht vorbei als die Versamm lung ihr Ende erreichte. Bis zur Abstimmung der Rezelnen Rednern gefolgt, ein Beweis daß diese hochwichsolution war ein Jeder mit großem Interesse den eintige lokale Frage man auch in leitenden Kreisen recht eingehend zu beraten verlangt. resp. schon gefallen sind, darüber morgen im StadtWie heute Nachmittag die Würfel fallen werden verordnetenbericht. Eine gänzliche Ablehnung der geplanten Erhöhung hat man hier und da, natürlich in nicht direkt betroffenen Kreisen in Zweifel gezogen, da ja auch bekanntlich mancher Einwohner die Zahlen auf seinem Steuerzettel nicht größer sehen will. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß neben dem Oberbürgermeister auch alle Stadtverordneten zu dieser Versammlung eingeladen waren. Erschienen waren die Stadtverordneten Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Gabriel, Keller, Krumm, Löber, Orbig, Petri und Prof. Wimmenauer; entschuldigt hatten sich die Stadtverordneten Emmelius und Dr. Haberkorn. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gießen. Geschäfts- Eröffnung. Hierdurch erlaube ich mir, die ergebene Mitteilung zu machen, daß ich am Samstag, den 29. April 30 Seltersweg 30 Im Hause des Herrn Adam Reinig ein Zigarren- Spezial- Geschäft eröffnen werde. Als langjähriger Fachmann bin ich in der Lage, nur erste Qualitäten zu liefern. Ich empfehle mich dem Wohlwollen des geehrten Publikums. Hochachtungsvoll Heinrich Herlinger. Da in Honnef a. Rh. die Maurer in Streif stehen, ersuchen wir die Kollegen, Zuzug fernzuhalten. Achtung! Bin morgen Samstag, den 29. d. Mts. den ganzen Tag am Hotel Lenz'schen Felsenkeller mit folgenden Waren anwesend, wie: . Joh. Seibel Giessen, Ludwigsplatz empfiehlt sein Lager in Cherry, Portwein, Vino de Wermuth, Samos, Malaga in nur guten Qualitäten. Freibank. Heute von 4 Uhr ab Schweinefleisch 45 Pis. G. F. F. Die Aufnahme der schu'pflichtigen Kinder. Montag, den 1. Mai abends 8 Uhr: Kaupt- Uebung Das Kommando. Unter Hinweis auf§ 17 der Sagungen werden die Mitglieder aufgefordert, pünktlich und zahl Eine Dame sagt es der reich zu erscheinen. anderen: Montag, den 1. Mai ds. Js., vormittags von 10 bis 12 Uhr, findet in der hiesigen Volksschule und zwar in der Stadiknabenschule im Zimmer Nr. 3, in der Stadtmädchenschule im Zimmer Nr. 6, die Aufnahme der Kinder statt, welche bis zum 1. Mai ds. Js. das sechste Lebensjahr zurückgelegt haben. Auch können am genannten Tage auf Wunsch der Eltern oder deren Stellvertreter solche leiblich und geistig nicht unreife Kinder aufgenommen werden, welche bis zum 30. Sep tember ds. Js. das sechste Lebensjahr vollendet haben. Diejenigen dieser zur Anmeldung gebrachten Kinder aber, die für den Schulbefuch als nicht genug herangereift betrachtet werden fönnen, werden für das nächste Schuljahe zurückgestellt. Bei er Anmeldung ist der Impfschein vorzulegen und bei auswärts geborenen Kindern auch der Geburts= schein mitzubringen. Außerdem haben diejenigen Eltern, die von der Gewährung freier Lehrmittel für ihre zur Aufnahme gekommenen Favorit Rinder Gebrauch machen wollen, unter Vorzeigung des diesjährigen Staatssteuerzettels bei dem betreffenden Hauptlehrer Antrag zu stellen. der beste Schnitt. 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Es ist verboten, außerhalb der Frühstunden von 5 68 7 Uhr Gegenstände, die durch Form, Größe oder Beschaffenheit geeignet sind, die Vorübergehenden zu beschädigen, zu belästigen oder zu beschmußen ( wie Meggerbollen, Bäcker- und Markiförbe, Raminfeg rutensilien, landwirtschaftliche Geräte und dergleichen) auf den Bürgersteigen der von der Ost, Süd-, West und Nordanlage eingeschlossenen inneren Stadt zu befördern. Gießen, den 19. April 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr. Den Schutz der Singvögel. Mr. 99 0 Dead Ho ( 21. An ein und Proje er die beid trefflichem „ Sie Frau für Allerd wegen der Dann aber genehme A regungen, Auch auf S Les Jahres find. Entfe blenfung Die beite Ihnen Ich mu Meiner Gründen quält es mir jema gefehen h Welches n Beziehung Schon lang Speniter b Aber aufgenom „ Die Wir bringen in Erinnerung, daß nach§ 1 des Reichsgesetzes vom 22. März 1888( R.-G.-B. S. 111) das Zerstören und Aus: heben von Nestern oder Beutstätten der Singvögel das Zer stören und Ausnehmen von Stern, das Ausnehmen und Töten von Jungen verboten ist. In gleicher Weise ist das Feilbieten und der Verkauf der gegen dieses Verbot erlangten Eier und Junge untersagt. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mart oder mit Haft bestraft. Diese Strafe trifft insbesondere auch den jenigen, der es unterläkt, Kinder oder andere unter setuer Gewalt stehende Versonen, welche seiner Aufsicht untergeben sind und zu seiner Hausgenossenschaft gehören, von solchen Zuwiderhandlungen abzuhalten. Das Aufsichtspersonal ist angewiesen, auf die Befolgung der borstehenden Bestimmungen ein scharfes Augenmerk zu haben und fede Zuwiderhandlung behufs Herbeiführung der gerichtlichen Be strafung zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 20. April 1905. Großh Bolizeiamt Gießen. Herberg. im Dunfe licher Zuf Aber leider „ Das i Hast du in langen nach doch nicht, so Nein, d ruhigt mich fe Righettinis e feine dunkle Mitwiffer bef Die 6. Große Eisenacher Geldlotterie zum Besten chaffen?" des Thüringer Museums zu Eisenach findet am 12., 13 Dann win und 15. Mai in Eisenach statt. Ein Prospekt des Lotterie ie Deffentlich geschäftes Karl Ludw. Engelhardt von dort liegt de heutigen Nummer bei. Raum. D inis nicht gan Arbeiten fundigte fich Ein wenig Welch ein honung für