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Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Vfa., in' Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sichener Beitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Bisben und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberbessen. Schöne Träume. Die Nordlandreise des Kaisers scheint an politischer Bebeutsamkeit die jüngste Mittelmeerreise noch überbieten zu sollen, eine Ergänzung zu bringen, die einen großen politischen Plan zum Abschluß führt. Die jüngste Mittelmeerreise war dazu bestimmt, dem englisch- französischen MarokkoAbkommen die gegen Deutschland gerichtete Spitze zu nehmen, was nicht anders als durch die tatsächliche Beseitigung jenes Abkommens angängig war. Dies Ziel wurde erreicht. Delcassé, von seinen Ministerkollegen mit Vorwürfen überhäuft, mußte unrühmlichen Abschied nehmen, und Rouvier fand sich, von des Fürsten Bülow formalem Entgegenkommen unterstützt, mit guter Miene darein, die eingebildeten Zugeständnisse, die sein ungeschickter Vorgänger eingehandelt hatte, wieder preiszugeben. War nun Delcassés Person glücklich; beseitigt, glücklich für das friedliebende Deutsch land, besonders glücklich für das tatsächlich bündnisloje Frankreich, so war doch die Delcassésche Gefahr geblieben, d. i. die Möglichkeit einer genaueren englisch- französischen Berständigung, die zwar für Frankreich Verderben in ihrem Schoße barg, aber auch für Deutschland empfindlichen Schaden drohte. Will man einen bestimmten Staat von einem bestimmten Bündnisonhe Gewalt abhalten, so gibt es nur zwei Mittel: entweder selbst das von dem anderen erstrebte Bündnis abschließen, oder in ein Bündnis gerade mit dem Staat treten, den man nicht in fremdem Bündnis sehen möchte. Hat keines der beiden Mittel sich anwenden lassen, so bleibt nur ein drittes übrig, das in der gleichzeitigen Anwendung der beiden ersten besteht, im Bündnisabschluß mit den beiden Staaten, die man nicht zusammenkommen lassen wollte. Das englisch- französische Bündnis im Delcasséschen Sinne war eine Bedrohung des Friedens. Nicht Abwehr war sein Ziel, sondern Angriff. Es sollte das zwar nicht der Form nach aufgehobene, aber durch die Gewalt der Umstände wirfungslos gemachte Bündnis der Republik mit Rußland ersetzen, dem zuni mindesten der aggressive Schein nicht fehlte. Hatte doch Rußland, zu seinem schweren Schaden, sich verpflichtet, zehn Armeekorps an seiner Westgrenze friegsbereit zu halten, so daß es für den Krieg mit Japan über seine besten Truppen nicht verfügen konnte! Wenn es zu einem wirklichen Angriff nicht fam, so war das Verdienst auf der französischen Seite nicht zu suchen; und wiederum war es Herr Delcassé gewesen, der jede Gelegenheit wahrnahm, Misstimmung zu schüren und Mißtrauen zu erregen. Das englisch- französische Abkommen über Marokko, das in der ihn von Teicassé gegebenen Deutung eine Beleidigung für Deutschland war, sollte nach der Absicht des französischen Ministers, der in seltsamer Verblendung seine eigenen Wünsche don der englischen Regierung geteilt wähnte, Deutschland einschüchtern. Deutschland hat sich nicht einschüchtern lassen, und Frankreich weiß ihm jetzt dafür Dank. Frankreich erinnert sich der vielen Freundlichkeiten, die es seit mehr als fünfzehn Jahren von Deutschland erfahren, und erkennt am Ende, daß seine Sicherheit und sein Gedeihen am besten gewahrt sein würden, wenn es mit dem mächtigen Nachbar in ein Freundschafts- und Vertrauensverhältnis träte. Freilich müßte das mit rückhaltloser Aufrichtigkeit geschehen, ohne Hintergedanken, ohne verschwiegene Absichten. Deutschland bat sich unausgesetzt vertrauenswürdig gezeigt, eine geradlinige und offene Politik stets verfolgt und niemals eine Verlegenheit seiner Nachbarn mißbraucht. Rußland hat auch tatsächlich das alte Vertrauen zu Deutschland wiedergewonnen. Die Zusicherung Kaiser Wilhelms, unter allen Umständen der wohlgesinnte Nachbar zu bleiben, hat Rußland die freie Verfügung über sein westliches Heer gegeben. Die Zusammenkunft der beiden befreundeten Monarchen in den finnischen Schären hat unzweifelhaft dazu beigetragen, das Bertrauensverhältnis zu stärfen, c3 riickhaltloser zu machen, den Gedanken an einen zufünftigen Konflikt auszuschließen. Man geht wohl nicht zu weit, wenn man annimmt, daß im Augenblick Deutschland zum mindesten ebenso wie Frankreich der Verbündete Rußlands ist. Von hier aus bis zum deutsch- französischen Bündnis ist nur ein Schritt. Man ist vielsach gewöhnt, bei jedem Bündnis zu fragen, gegen wen es sich richte. In diesem Fall wäre die Frage nicht am Plate. Deutschland hat immer nur Abwehrbündmisse geschlossen, deren Zweck die Erhaltung des Friedens war, und dem Frieden hat es am besten gedient, indem es fich das Vertrauen der mächtigen Nachbarn durch unzweifelHaste Vertrauens würdigkeit seiner Politik gewann, man konnte beinahe sagen: erzwang. Für Rußland gilt das unbedingt; daß es auch für Frankreich Geltung hat, ist in höchstem Waße wahrscheinlich geworden. Das deutsch= französisch russische Bündnis würde sich gegen feinen Staat richten, nicht einmal an Japan, an das man zuerst denken könnte. Es sei nur daran erinnert, daß die Friedensverhandlungen, die im nächsten Monat in Newyork beginnen werden, nicht bloß zu einem Aufhören des Krieges führen, sondern die jetzigen Gegner zu Freunden und Bundesgenossen machen sollen. Es bedarf keiner näheren Darlegung, daß die Erreichung dieses Bieles wesentlich erleichtert wird, menn Rußland nicht allein steht, sondern als der Berbindete Frankreichs und Deutschlands erscheint. Dantit eröffnet sich der Ausblick auf eine höchst befriedigende Zukunft. Die freundschaftliche Vereinigung der kontinentalen Mächte und ihre ebenso freundschaftliche Verbindung mit der jüngsten Großmacht Japan verbürgt die Erhaltung des Friedens in ihrem weiten Bereich und macht auch jede von außen kommende Friedensstörung fast unmöglich. Die frevelhaften und abenteuerlichen Pläne, die in Delcassés Hirn aufgetaucht waren, einen Seekrieg zu entfachen, werden damit völlig zu Phantastereien, und die zivilisierten Staaten kommen in die Lage, ihre ganze Kraft den Werken des Friedens und der Kultur, der Förderung der allgemeinen Wohlfahrt zuzuwenden. Wir geben zu, daß wir mit diesen Vorstellungen den Tatsochen voraufgeeilt sind, daß diese, Vorstellungen noch etwas traumhaftes haben. Aber diese Traumbilder liegen in der Richtungslinie der Wirklichkeit, und es ist nicht allzu verwegen, mit hoffender Seele zu erwarten, daß sie greifbare Gestalt annehmen werden. Der Krieg in Oftafien. Die Heere der Russen und Japaner stehen sich in den auf beiden Seiten befestigten Stellungen südlich von Charbin seit Wochen becbachtend gegenüber. Die selbstverständlichen fleineren Gefechte und Scharmüßel haben bisher keine wesentlichen Veränderungen an der Front der Armeen herbeigeführt. Wenn man aber die begonnene Regenzeit für den Stillstand der japanischen Offensive verantwortlich gemacht hat, so dürfte das ein Irrtum gewesen sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat die japanische Heeresleitung wie in allen früheren Fällen mit äußerster Vorsicht gearbeitet, um einem Mißerfolg vorzubeugen. Dafür sprechen auch die neueren Nachrichten von weiteren Befestigungen in der japanischen Front und der Heranschaffung schwerer Geschütze. Die rege Tätigkeit auf beiden Heeresflügeln weist auf bevorstehende große Unternehmungen hin. Auf den Flanken drängen japanische Abteilungen unablässig vor, so daß die Umzingelung der russischen Armee immer mehr in den Bereich der Möglichkeit rückt. Ueber Tofio erfährt man, daß die beiden Armeen nur noch 19 Kilometer voneinander entfernt stehen. Ernsthaft mit den Rusfen aneinandergeraten ist der japanische Armeeführer Baron Hasegawa. Man schlägt sich heftig um den Besitz des Tumenrasses. Aus Wladivostok kommende Depeschen besagen, daß die Japaner mit Ungestüm die russischen Stellungen angreifen. Die Russen, heißt es, behaupten das Gelände hartnäckig. Viermal schon wären die Japaner zum Sturmangriff mit gefälltem Bajonett geschritten, aber jedesmal seien sie mit ungeheuren Verlusten zurückgeworfen worden. Die Japane find 30 000 Mann stark. Die japanischen Treppen in Korca zeigen in letzter Zeit eine vermehrte Tätigkeit. Auch das Bestreben, den Amur mit seinen Neben- Wasserstraßen von der Mündung aus immer weiter ins Innere des Landes hinein zu beherrschen, deutet darauf hin, daß von Osten her der russischen Armee die große Gefahr droht, von Charbin abgeschnitten zu werden. Es bedarf nicht erst der Einnahme ron Wladiwostok, um über Ninguta entlang der Bahn nach Charbin die rückwärtigen Verbindungen, die empfindlichste Stelle jedes großen Heeres, zu treffen. Die Eroberung von Sachalin ist eigentlich schon Tatsache. Der Gouverneur von Sachalin telegraphiert nach Petersburg, daß Montag am südlichen Horizont der tartarischen Meerenge bei dem Posten Alerandrowsk mehrere japanische Schiffe und Torpedoboote in Sicht famen; zwei fuhren nordwärts davon; die anderen gruppierten sich in der Nähe des Postens Dosse und gaben vier Schüsse ab, ohne Schaden zu verursachen. Um 11 Uhr wurden im Süden mehrere große Schiffe bemerkt. Eine zweite Depesche des Gouverneurs meldet: zwei japanische Torpedoboote hielten an der Mündung des Flusses Arhoff 12 Werst nördlich von dem Posten Alexandromst, beschossen die Küste und entfernten sich dann in südöstlichen Richtung. Verschiedene russische Abteilungen wurden auf dem Lande von den Ja= bonern zurückgetrieben, eine größere Anzahl von Russen flüchtete ins Gebirge. Zu den Frieder sverhandlungen wird der Umstand in Petersburg besonders kommentiert, daß Witte vor seiner Abreise zur Friedenskonferenz von der Kaiserin- Mutte: empfangen wurde. Eine Folge der Bestrebungen, Witte in das Lager der friegerisch gesinnten Reaktion hineinzuziehen, war dessen Verlangen, ihm bestimmte Grenzen für den abzuschließenden Friedensvertrag zu geben. Die Abgrenzung erfolgte durch den Zaren selbst in Gegenwart Lamsdorffs, der innerhalb des Ministerkomitees der einzige Freund des russischen Bevollmächtigten ist. Eine feineswegs beneidenswerte Situation ist es jedenfalls für den russischen Bevollmächtigten, nach Lage der Dinge einen möglichst günstigen Abschluß der Verhandlungen zu erzielen. Auf jeden Fall werden ihn bei der Rückkunft Gehässigkeiten und Vorwürfe empfangen. Politische Rundschau. Deutsches Reich. * Die Verpflichtung zur Invalidenversicherung besteht nicht für diejenigen Personen, die aus einer früheren Anstellung bei Kirchengemeinden, Instituten oder Verbänden der preußischen evangelischen Landeskirche Pensionen be ziehen, die den Mindestbetrag der Invalidenrente erreichen. So hat der Bundesrat neuerdings beschlossen. * Aus den Aufstandsgebieten in Deutsch- Südwestafrika kommt die Nachricht von einem bedauerlichen Vorfall, der wieder für die immer noch anhaltende Unsicherheit zeugt. Beim Ueberfall einer Proviantfolonne zwischen Kariboem und Gaibes am 17. Juli sind die Reiter Bartholomae aus Flacht, Linz aus Ebenweiler, Mannsperger aus Cleebronn und Wersinger aus Hagenbach gefallen. Ob der Proviant in die Hände der Aufständischen fiel, ist aus der amtlichen Meldung nicht zu ersehen. * Die Anstellung von amtlichen Vertrauensärzten für die Invaliditäts- Versicherungsanstalten wird gegenwärtig in den Bereich der Möglichkeit gezogen. Versuchsweise haben in der Rheinprovinz bereits die Provinzialverwaltung und die staatliche Untersuchungskommission die Anstellung von zwei derartigen Vertrauensärzten beschlossen. Da zur dauernden Einführung einer solchen Einrichtung die Zustimmung des Parlaments notwendig wäre, wird man wohl zunächst den Erfolg dieser Probe abwarten müssen, da wahrscheinlich manche Einwendungen nicht ausbleiben werden. * Der Vorsitzende des rheinisch- westfälischen Kohlensyndifats erklärte zu der Hibernia- Angelegenheit, das Syndikat sei in der Stellungnahme des Fiskus zu der Hibernia unbeteiligt. Wenn der Fiskus dem Kohlensyndikat beizutreten wünsche, so hätten die Zechenbesitzer in dem Anerbieten an Minister Möller vom September 1904 den Weg dazu gewiesen. Wenn auch damals der Handelsminister das Anerbieten abgelehnt habe, so halte das Kohlensyndikat noch jetzt seine Bereitwilligkeit aufrecht. * Die polnische Propaganda in den östlichen Provinzen Preußens organisiert lebhaft den neugegründeten pol. nischen Ostmarkenverein. Die Provinz Posen soll nach dem neu aufgestellten Teilungsplan in 46 Starosteien zerlegt werden, und diese Starosteien werden wieder in Kommissariate zerfallen. Es wird beabsichtigt, daß für jede Straße ein Kommissar ernannt wird, an den Anmeldungen und Beiträge geschickt werden können. Auch dem Ausbau einer Organisation in Westpreußen widmen die Polen große Aufmerksamkeit, so daß die deutschen Vereine viel Mühe aufwenden müssen, um nicht zurückzubleiben. * Die Frage der Sonntagsruhe ist durch den kürzlichen Beschluß der Stadtbehörden in Frankfurt a. M., absolute Sonntagsruhe im ganzen Handelsgewerbe einzuführen, wieder in den Vordergrund des Interesses gerückt, zumal auch allgemein gesetzgeberische Verfügungen in dieser Richtung erwartet werden. Aus verschiedenen Bnvölkerungskreisen ist nun die Freigabe des Obstverkaufs an Sonnund Feiertagen verlangt worden. Die königliche württembergische Kreisregierung in Heilbronn und der preußische Regierungspräsident in Oppeln haben diesem Wunsche Rechnung getragen und entsprechende Verfügungen erlassen. * Die von der württembergischen Eisenbahnverwaltung dem Beirate der Verkehrsanstalten vorgelegte Denkschrift über die Eisenbahntarifreform stellt für die württembergischen Staatsbahnen folgendes finanzielle Ergebnis fest: Die Ersparnis, die sich für das reisende Publikum ergeben wird, berechnet sich bei zugrundelegung des Personenverfehrs im Jahre 1903 und ohne Berücksichtigung einer Verkehrssteigerung auf jährlich 1924 000 Mark und bei Umwandlung von etwa einem Drittel der zuschlagspflichtigen Schnellzüge in zuschlagsfreie Eilzüge auf jährlich 2 195 000 Mark. Dabei ist allerdings ein großer Abgang von der dritten in die vierte Klasse zu Grunde gelegt. Balkan- Staaten. Die Wahlen zur serbishen Skupstina haben ein Ne. sultat ergeben, das eine absolute Regierungsmehrheit sichert. Gewählt wurden 78 selbständige Radikale( Regierungspariei), 50 gemäßigte Radikale, 14 Nationalisten und Liberale, 4 Fortschrittler, 2 Sozialisten, 1 Bauernparteiler. ** Das Unwesen der bulgarischen Banden setzt die Mcbölkerung der Grenzdistrikte fortdauernd in Schrecken. Eine Buigarenbande, die sich in Triko gebildet hatte, griff das griechische Torf Lorikovo- Gradesnika an, brannte 64 Häuser nieder, plünderte das Dorf und tötete den Priester nebst sieben angesehenen Grieden. Eine andere bulgarische Bande griff zu derselben Zeit ein kleines Dorf in demselben Distrift, namens Pelalima, an, brannte einige Häuser, nieder ud tötete mehrere Griechen Skandinavien. ** Tie Auseinandersegungen über die Lösung der schwedisch- norwegischen Union soden nach dem Beschlusse der ein. gesezten Untersuchungskommission nicht durch die Regierung, wie der König vorgeschlagen hatte, sondern vom Reichstag geführt werden. Die Kommission stellt die Bewilligung der int Reichstag beantracten hundert Millionen zur Landesverteidigung anheim. 25 Millionen sollen sofort, der Rest gemäß dem Beschluß des Reichstags der Regierung zur Verfügung gestellt werden. Es werden folgende Forderungen bei einer Auflösung der Union vorgeschlagen: 1. auf jeder Seite der Grenze zwischen den beiden Reichen wird ein Gebiet festgesetzt, innerhalb dessen die Befestigungen geschleift werden sollen und neue Befestigungen nicht errichtet werden dürfen; 2. die Weidegerechtigkeit für Renntiere, der schwedischen Lappländer im nördlichen Norwegen wird festgelegt; 3. der Transithandel durch beide Länder wird gegen Behinderungen oder unbillige Erschwerungen gesichert; 4. die vertragsmäßige Rechsstellung Schivedens gegenüber den fremden Mächten muß Klargestellt werden, so daß namentlich die vollständige Freiheit Schwedens von einer Verantwortlichkeit für Norwegen gegenüber anderen Staaten unzweifelhaft wird. Der Ausschuß hält ein Schiedsgerichtsabkommen mit Norwegen für wünschenswert, aber hinsichtlich der Frage der Auflösung der Union nicht für notwendig. Das Ministerium hat seine Entlassung eingereicht. Die anhaltende Fleischteuerung hatte mehrere Korporationen veranlaßt, mit Petitionen an den preußischen Landwirtschaftsminister heranzutreten. Von einer Erhöhung des Einfuhrkontingents an ruslichen Schweinen hat aber der Landwirtschaftsminister vorläufig abgseehen. frankreich. Das gestern im Haag zusammengetretene Schiedsgericht befaßt sich mit dem französisch- englischen Streit um das Sultanat Maskat und dessen Schiffahrt im Indischen Ozean. Die französische Denkschrift führt aus, Frankreich besize durchaus das Recht, den maskatischen Segelschiffen, die zumeist die Gewässer der französischem Kolonien befahren, die französische Flagge zu verleihen, ohne hierdurch die Unabhängigkeit des Sultans von Maskat zu beeinträch tigen. Besonders ungerechtfertigt sei eine derartige Beschwerde von seiten Englands, das seit Jahren unaufhörlich in jeder Weise die Autorität des Sultans verleze. Belgien. ** Anläßlich des Unabhängigkeitsfestes hat der König eine Amnestie erlassen für Militärs, die zu Strafen bis zu 500 Franken oder drei Monaten Gefängnis verurteilt sind. Für bisher Unbescholtene erstreckt sich die Amnestie auf Strafen bis zu 1000 Fr. oder sechs Monaten Gefängnis. Der König soll auch mehrere Millionen zu Wohltätigkeitszwecken, namentlich zur Errichtung von Anstalten für Lungenschwindsüchtige, Kinder und die Arbeitsunfallfasse stiften wollen. ** Rufsland. ca. 1500 im Streik, so daß der Förderungsbetrieb vollständig ruht. Die Deisterbergleute bilden in der Mehrzahl eine durchaus loyale Volksschicht. Es besteht weder eine Organi sation, noch wird von außen auf die Bergarbeiter eingewirkt. Der Streit ist selbständig aus sich heraus entstanden. Ein Teil der Streifenden hat sich an den Bergarbeiterverband gewandt und um Rat gebeten. Infolge dessen ist denn auch der Verbandssekretär Huseman- Bochum seit Freitag in Barsinghausen anwesend. Am Sonntag fanden in Barsinghausen drei Versammlungen statt, die von je 4-500 Personen besucht waren. In allen Versammlungen wurde die Fortsetzung des Streiks beschlossen. Die gewählte Vertrauenskommission soll mit der Bergbehörde in Unterhandlung treten. Es erfolgen zahlreiche Beitrittserklärungen zum Bergarbeiterverkande. Für die Häuer wird die Garantie eines durchschnittlichen Tagelohns von 4 Mark gefordert, sie geben jetzt ihren Verdienst auf 2,40 bis 2,60 Mr. pro Tag an. Wieder wird von einem Bombenattentat in Tiflis berichtet. Es galt dem Polizeiminister Kowalem, der auf der Straße durch die gegen ihn geschleuderte Bombe schwer verlegt wurde. Zwei an dem Attentat beteiligte Indien mun den verhaftet. In Warschau wurde ein Geheimagent erdolcht. Auch in anderen polnischen Ortschaften fielen Bolizisten Attentaten zum Opfer. In Lodz wurde eine Bombenfabrik entdeckt, und in derselben fiel eine Liste mit zwanzig Führern der revolutionären Partei in die Hände der Polizei, die die verzeichneten Personen verhaftete. Eine Anzahl Donscher Kosakenregimenter weigert sich, ferner im Innern Polizeidienst zu tun, sie verlangen, auf den Kriegsschauplatz geschickt zu werden. Alien. ** Die Reformbestrebungen in China haben einen bemerkenswerten Fortschritt in militärischer Beziehung zu verzeichnen. Ein kaiserliches Edikt vom 21. Juli hebt das Bogenschießen, sowie den Gebrauch veralteter Waffen und Uniformen für alle acht Banner auf. Alle Truppen werden in moderner Weise neu ausgerüstet. Die Reform soll durch Javan angeregt worden sein. Die Anpassung der chinefischen Armee an moderne Verhältnisse und damit ihre Wertung als beachtenswerter Faktor rücken mit dieser Anordnung in greifbare Nähe. Afrika. ** Von der Erbitterung der Marokkaner gegen Frankreich gibt ein Vorfall in der Bucht von Mogador Zeugnis. Eine französische Jacht, die in Tanger und anderen marokkanischen Häfen Vermessungen vorgenommen hatte, um vom Magüzen einen Auftrag zur Verbesserung der Häfen zu erhalten, ist in Mogador angekommen und hat Lotungen und Vermessungen in der Bucht vorgenommen. Dies hat unter den Eingeborenen große Erregung hervorgerufen. Die Eingeborenen warjen mit Steinen nach den Vermessungsingenieuren, als diese sich ausschifften, und drohten, sie zu erschießen, falls sie landen sollten. Feer und flotte. Wladiwoftok. - Die Beherrscherin des Osten 3.- Einen stolzen Namen hat die größte unter den östlichen Hafenstädten Rußlands erhalten, doch ihrem Namen hat sie bisher nicht gerade Ehre gemacht. Ein zweites Konstantin. opel sollte Wladivostok, die Beherrscherin des Ostens", werden, und wenn Straßenschilder und Ortsbenennungen Aehnlichkeiten schaffen können, so ist manches geschehen, um die bedeutendste Stadt des fernen Ostens zu einem Ebenbild der bedeutendsten Stadt des nahen Drients zu machen. Die türkische Hauptstadt Konstantinopel hat seinen Bosporus- Wladivostok nicht minder; Konstantinopel hat sein Goldenes Horn"- ein„ Goldenes Horn" ist auch in Wladiwostok zu finden; in Konstantinopel hat das bunte Völfergewimmel der Levante aus dem Innern Asiens und Afrikas sich bunte Beimischungen geholt- in Wladivostok haben alle Schattierungen der gelben Rasse sich mit allen erdenklichen Typen der weißen Nasse ein Stelldichein gegeben. Damit sind die Aehnlichkeiten aber auch schon crschöpft. In Konstantinopel wird ein ewiger Frühling nur von seltenen Schneefällen unterbrochen, muß man den Blick bis zu dem Gipfel des nicht allzunahen anatolischen Olymp schweifen lassen, um eine Vorstellung von dauerndem Eise zu bekommen in Wladiwostok legt sich vor dem De zember bereits ein Eispanzer sperrend um Hafen und Bucht, nur der gewaltigsten Maschinen eine schmale und unzuverlässige Gasse öffnend, und bis zum April bleibt er fest. In Konstantinopel hat die Natur den schönsten, vor jeder Sturmgefahr gesicherten Hafen geschaffen in Wladiwosiol zertrümmert sie alljährlich mit elementarer Gewalt ihre eigene Schöpfung, den Menschen narrend, indem sie ihn erst zur meerebeherrschenden Schiffahrt einladet und dann ihm den Weg verlegt, durch unüberwindliche Barre ihn von wirtlichen Ufer ausschließt. Die große Herbstmanöverflotte tritt, wie soeben befanni wird, am 1. September zusammen und wird sich am 20. bez. 21. September wieder auflösen. Die Manöver werden in Curhaben in der Elbmündung unter Mitwirkung der Minensuch- Division ihren Höhepunkt erreichen. Auch der Kaiser wird bei der Manöverflotte weilen. Der Deutsche Kriegerbund wird am 13. August in Kiel den 31. Abgeordnetentag abhalten. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildet die vom Vorstand vorgeschlagene Finanz- und Verwaltungsreform. Danach sollen die Verwaltungsbeiträge für den Deutschen Kriegerbund von 2 auf 4 Pfennige jährlich auf den Kopf erhöht werden. Ferner soll, um die Unterstügungstätigkeit des Bundes zu verallgemeinern und sicherzustellen, ein Bundesbeitrag von 21 Pfennigen erhoben werden. Soziales Leben. Ein Reichsverband deutscher Gastwirte", in dem sich sämtliche Gastwirteverbände Deutschlands, unbeschadet ihrer Selbständigkeit und sonstigen organischen Zusammensetzung, zusammenfinden müssen, soll demnächst gegründet werden. Ein Aufruf, in dem die Grundzüge des Bestrebens des Verbandes eingehend dargelegt sind, hat in beteiligten Kreisen Beifall gefunden. Ein zweites Erholungsheim für Gemeinde- Beamte soll bom Zentralverband der Gemeindebeamten Preußens in 3oppot bei Danzig errichtet werden. Der am 19. August tagende preußisch Gemeindebeamtentag wird über diese Frage endgültig Beschluß fassen. Das bestehende Erholungsheim„ Theodorshalle" bei Kreuznach soll außerdem erheblich erweitert werden, da es dem Andrange von Erholungsbe dürftigen nicht genügt. Streit auf den staatlichen Kohlengruben in Hannover. Von den ca. 1900 Vergarbeitern in Barsinghausen stehen Wladivostok, die Zentrale des russischen Ostens, ist eine Chinesenstadt. Sieht man von der Besatzung ab, die im Frieden auf 10 000 Mann angegeben wurde-- jest schwanken die Angaben zwischen 12 000 und 35 000 Mann, eine besonders phantastische versteigt sich bis 85 000 Mann, so sind die Chinesen in der Mehrzahl. Vor dem Krieg waren 4000 Japaner ansässig. Auch Koreaner waren in Mengen ansässig. Die Russen bildeten eine kleine Minder. heit, selbst unter den Europäern. Ein Russe, der nicht Be amter ist, kommt überhaupt nicht freiwillig nach dem fernen Often; vielleicht damit man ihn nicht für einen Deportierten halte. Unter den Kaufleuten stehen die Deutschen voran Die Stadt selbst hat an Sauberkeit sehr gewonnen, seitdem man den Chinesen und Koreanern, die damit ganz zufrieden waren, gesonderte Wohnstätten angewiesen hat. großes och gerissen hat, zurückzuführen. Die nachdringen. den Schuttmassen haben darauf den Tunnel verschütte. Vermutlich war über dem Gewölbe ein hohles Terrain vor handen, in dem sich Steinmassen gelöst hatten. Mit us. nahme eines Falles sind sämtliche Verlegungen von Personen nur leichter Natur. Die Aufräumungsarbeiten dür. ten noch etwa 3-4 Wochen in Anspruch nehmen. † Blitzschlag in die Straße: bahn. In Leipzig fuhr fürzlich bei einem starken Gewitter der Blizz in einen elektrisch betriebenen Wagen der Straßenbahn. Das Unterteil des Wagens geriet in Brand, und die zwanzig Fahrgäste hatten gerade noch Zeit, ihn zu verlassen. Als man glaubte, das Feuer bewältigt zu haben, wurde der Wagen weitergefahren, bald aber schlugen die Flannnen wieder empor. Man mußte die Feuerwehr holen, die den Wagenboden ausschlug und so den Brandherd beseitigte. Gegenwärtig bereitet sich Wladivostok darauf vor, eine Belagerung von der Landseite wie von der Seeseite aus. zuhalten. Den Resten der russischen Flotte, die sich in den Hafen gerettet haben, wird dabei keine Haupt- und Helden. rolle zufallen. Die Befestigungswerke sollen alles tun. Die ,, russische Insel", die der Festung seewärts vorgelagert ist, trägt drei Fortifikationslinien, im Norden der Stadt sind deren vier errichtet. Jene drei bestehen aus sieben großen Forts mit 38 Küsten- und 200 Landbatterien, diese vier, die bis 15 Werst von der Stadt entfernt sind, haben füns mächtige Forts. Wenn man den Russen glauben darf, haben sie in Wladiwostot 2000 Kanonen und Mitrailleusen, 400 Millionen Patronen und Mundvorrat für zwei Jahre. Wenn das wahr ist, wird die Eroberung von Wladiwostol feine leichte Arbeit sein, werden die Japaner ein sehr starkes militärisches Aufgebot nötig haben, um den Angriff mil Aussicht auf Erfolg auch nur beginnen zu können. Noch sind sie von Wladimostok ziemlich weit entfernt. Sie rücken von zwei Seiten zugleich an. Eine Abteilung, deren Stärke man nicht kennt und die in St. Olga- Bai gelandet ist, trifft mit einem Landungskorps in Amerika- Bai zusammen und zieht vom Osten heran, eine andere Abteilung soll von Korea aus auf die Festung vorgehen. Selbstverständlich wird sich Admiral Togo rechtzeitig einstellen, um von der Südseite aus die Stadt und die Festungswerfe unter Feuer zu nehmen. † Gruben- Explosion und Erdsturz. In der Nähe von Palermo stürzte dieser Lage infolge einer Explosion schlagender Wetter in einer Grube eine Erdwand ein. Zwölf Arbeiter fanden dabei ihren Tod, vier wurden schwer und zahlreiche andere leicht verletzt. Eine belagerte Festung ist eine genommene Festung, pflegt man zu sagen. Aber die Belagerer müssen die nötige Zeit haben. Hoffentlich werden sie im vorliegenden Fall die nötige Zeit nicht haben, wird ein baldiger Friedensschluß dem Blutvergießen ein... Nab und Fern. † Die Mörderin des Gatten. In Uznach am Züricher See überfiel in der vorletzten Nacht eine Frau in Gemeinschaft mit ihrem Liebhaber den schlafenden Gatten, hackten ihm mit einer Art den Kopf entzwei und stießen ihm ein Messer ins Herz und schleppten die Leiche ins Freie, wo sie sie hinter eine Hecke warfen. Das entmenschte Verbrecher paar wurde verfolgt und gestand die Greueltat. Die Ehe. frau hatte den Plan zu diefer entworfen. + Ein Ehepaar vom Blitz getroffen. In der Nähe von Rust im Desterreichischen wurden an einem Nachmittag der vorigen Woche ein Bauer mit seiner Chefrau auf dem Felde von einem Gewitter überrascht. Die beiden EheIeute wurden vom Blitz getroffen. Der Mann blieb sofort tot, und die Frau erlitt schwere Brandwunden. Der Gro in der philofophif Bebaghel zum Beit vom 1. Du ernannt. ** Der Gr Amtsgericht La Oberamterichter RM. Crfte falu ber Bweit Nebenbahnen, if treten. ** Die finbet tommend flatt: 1. Befud 2. Gefuch de laubnis zur G bes A. Bonad einer Ga Rambib bat mabl Spring and Burge Leptgenann tu bereits hier Kaiserpar Eribine ift bereits be anten Baufirma agen. Nach Berlin und feine junge Bem 7. September in Ho Barade teilnehmen. ** An der d vereins nach Han 30 Schüler teil. D trazuges, der zwij bar, von hier ab. mann Bollmar gefüh Abend dauern. † Die Entialkohol- Bewegung in Jena. Selbst in die alte Studentenstadt Jena haben sich jetzt die Gegner des Bieres und der anderen geistigen Getränke hineingewagt. Nach schweizerischem Muster hat sich dort ein Verein zur Errichtung al cholfreier Gasthäuser"( e. W.) gebildet. † Beim Wirtshausstreit erschlagen. In einer Schankwirtschaft in Möckern fehrte kürzlich ein Eisenbahnschaffner ein. Als er sich in der Trunkenheit weigerte, seine Zeche zu bezahlen, fielen andere Gäste über ihn her, und in der Prügelei, die sich nun entwickelte, wurde der Schaffner von vier Männern derartig mit Fäusten bearbeitet und mit Füßen getreten, daß er seinen Geist aufgab. Der Erschlagene hinterläßt Frau und sechs unmündige Kinder. Von der Lokomotive überfahren. An dem Uebergange der Chaussee Landeshut- Freiburg über die Gebirgsbahnstrecke in Hartmann wurde in der letzten Sonntagnacht ein mit 10 Personen besetter Ommibus, der zu einer Wagenpartie des Gesangvereins„ Gemütlichkeit" aus Fellhammer gehörte, von einer von Wittgendorf nach Ruhbank fahrender Lokomotive erfaßt. Bei dem Zusammenstoß wurden die Pferde getötet und der Wagen zertrümmert. Alle zehn Injassen wurden verletzt, drei schwer, darunter der Gastwirt Springer, dem bereits ein Bein amputiert werden mußte. Nach amtlicher Meldung trifft die Schuld an dem Unfall den Schrantenwärter, der die Schranken beim Uebergang nicht geschlossen hatte. Wie erzählt wird, hatte er an einem Feste in Giesmannsdorf teilgenommen und war nach der Rückkehr von dort, etwas angetrunden, in seiner Bude eingeschlafen, so daß er das die Lokomotive meldende Signal überhörte. † Das Tunnel- singlück von Altenbecken. Der vorgestrige Unfall im Alter: beefer Cisenbahntunnel ist nach amtlicher Melbung rmut ich auf das Durchschlagen eines Steincs dura d. s Lunnelgewie, der ein etwa 1,5 Quadratmeic: † Erdbeben in Asien. In verschiedenen Gegenden Asiens ist in den letzten Tagen Erdbeben wahrgenommen, so in Riachta, wo es drei Minuten dauerte und von unterirdischem Rollen begleitet war, ferner in Tschila und in Mariinsk im Gouvernement Tomsk. † Blitzschlag in Deltanks. Wie aus Houston in Teras gemeldet wird, schlug der Blitz vor kurzem in 11 große Deltanks, die völlig ausbrannten. Zwölf Personen kamen dabei ums Leben und hunderte wurden obdachlos, da die Hütten zerstört sine. † Das Unglücks- Fahrzeug. Eine ganze Reihe schwerer Automobil- Unfälle haben die letzten Tage gebracht. Im Grunewald wurde eine Verkäuferin von einem in wildester Fahrt dahersausenden Automobil überfahren und ihr beide Oberschenkel gebrochen; der wilde Fahrer fuhr davon, das Nummerschild war so befestigt, daß es vom Wagenkasten verdeckt wurde. Ein ganz ähnlicher Unfall ereignete sich in Alst in Belgien. Dort rannte ein Automobil in eine Gruppe junger Pensionärinnen. Einer der Damen wurden beide Beine abgefahren, sie starb bald darauf, vier andere Damen wurden schwer verletzt. Ebenfalls tödlich verlief ein Unfall im Osten Berlins. Dort gingen einem Schuhmacher die Räder des Kraftwagens über den Leib, und der Unglückliche starb an den inneren Verlegungen. Aus dem Gerichtsfaal. § Darf man unter Einkaufspreis verkaufen? Mehrere Kolonialwarenhändler in Altona hatten gegen den Inhaber eines Warenhauses einen Prozeß angestrengt, weil er Margarine unter dem von ihm selbst gezahlten Preise abgegeben hatte. Die Kläger beantragten, daß dem Beklagten dies ge. richtlich verboten werde, sind jedoch in allen Instanzen abgewiesen worden. § Preiskegeln ist kein Glücksspiel. So hat das Reichsgericht in einem bestimmten Falle entschieden. Die Vorinstanzen hatten sich auf den Standpunkt gestellt, das Kegeln, zu dem jeder gegen festen Einsatz Zutritt hatte, sei ein Zufallsidiel. Dieser Meinung schloß sich das Reichsgericht nicht an. Es verkannte nicht. daß, wenn die Spieler die erforderliche Geschicklichkeit überhaupt nicht besäßen, ein Preisfegelschieben unter Umständen ein Glücks- oder Zufallsspiel sein könne. In dem vorliegenden Falle konnte das Reichsgericht jedoch ein Zufallsspiel nicht erblicken. Es war der Ansicht, daß das Preiskegelspiel nicht schon deshalb ein Glucksspiel sei, weil jedermann zur Teilnahme berechtigt gewesen war, und vertrat die Ansicht, daß der Sieg des geschickten Spielers doch die Regel bilde. ** Ein Hotelp diefer Spigmarte ift, jüngst eine Notiz durc Buverläffig erfahren u Stehende fich wohl do del Großherzogs Witteilungen jener R betreffen, unrichtig. § Wer tödlich verunglückt, hat keinen Schaden! Ein Mann, dessen Frau bei einer Eisenbahnfahrt getötet wurde, erhob Anspruch gegen den Eisenbahnfiskus, die er durch alle Instanzen verfocht. Schließlich wurde vom Reichsgericht die Revision des Klägers zurückgewiesen. Der Schlußsatz dieses Urteils lautet wörtlich:„ Einen Schaden hat aber die Frau, da sie getötet worden, nicht erlitten; nur das Jahrgeld könnten ihre Erben oder der Kläger auf Grund des ehelichen Güterrechts zurückfordern; einen solchen Anspruch haben aber die Kläger nicht erhoben." Ob die Auffassung, daß der Verlust des Lebens für den Betroffenen oder die Angehörigen feine Wertbeeinträchtigung darstellt, auf die Dauer haltbar ist, muß dahingestellt bleiben. = Vermischtes. - Ein Zigeuner- Begräbnis. Im ostpreußischen Städtchen Seeburg fand Ende voriger Woche das Begräbnis eines Zigeunerfindes statt. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich wieder einmal, wie diese Leute vorkommenden Falles viel Gelo draufgehenlassen. Die herumziehende Bande hatte zu der Trauerfeier telegraphisch alle erreichbaren Verwandten geladen, und sie waren fast sämtlich erschienen. Das dreijährige Kind wurde auf dem katholischen Friedhofe in einem Zinksarge bestattet, und der kleinen Leiche waren vierzig Mark in Gold beigefügt, weil die Kleine am lie's en mit Goldgeld gespielt hatte. Dem Trauerkondukt schritt eine Musikkapelle voran. ** Am tomment in Gießen das erste Quartett in Nation guter Ruf voraus. Blatt" Mit dem G Brange- Quartett batt Griff getan, denn das fraft aus. Die Leiftu eiden Ronzertbejude purde mit ftürmischen bie in schwedischer R hübsche, gut geschulte abgetönten Vierklan wurden fein nuancie ** Geschäft mit einem Papierwar traße gelegene Bud 25jähriges Bestehen des beften Rufes und leichen Umständen au ** Berteuerte Mpfelmein ftellenweife Much aus Frankfurt Befchichte das für die ** Im April na internationale Bu faltet. * Ridgabe be fallt wurde, dürfte& tueil in den Rreifen& fbauungen über bie Ein Gewerbegerichteur bruch jugendlicher Arbeiter eines E Arbeit nieder. Di berweigerte aber d bie Ausstellung ein ohne Arbeitsbuch t auf Schadenersaß. Die Begründung nach§ 107 der G auch nicht berechtig Arbeitsbuch herauszu $ 112 ber 8.D. fr ein neues Buch aus * Stord n wurde während de obachtet. Es hande Dache eines der Hau Nachwuchs von zwei den ganzen Stolz un bilden. Bei Eintritt& papa nicht wenige freundlichen Radbou gte Blide nach de elen, daß die Stora elmetter unbeweglid tigen fagen wohlgeb dpapa allerdings Tagen, aber daß er te nachdringen nel verschütte. 3 Terrain bor en. Mit Mus ngen von Ber Sarbeiten dür men. psig fuhr fürz Cokales. 26. Juli 1905. ** Der Großherzog hat den ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät, Geheimen Hofrat Dr. Dito Behaghel zum Rektor der Landes- Universität für die Beit vom 1. Oftober 1905 bis zum 30. September 1906 ernannt. ** Der Großherzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Laubach Friedrich Bimmermann zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht ernannt. einen elektrisch Unterteil des Fahrgäste hatten n glaubte, das veitergefahren, Man mußte sschlug und so Der Nähe von Explosion jola dein. Zwölf Den schwer und ham Züricher au in Gemein Batten, hadten ießen ihm ein ns Freie, wo te Verbrecher t. Die Ehe Der Nähe von Tachmittag der frau auf dem e beiden Ehe n blieb sofort n. bst in die alte ner des Bieres gewagt. Nach Serein zur Er bildet. einer Schant tbahnschaffner e, jeine Zeche , und in der Der Schaffner Seitet und mit b. Der Er ge Kinder. enden Asiens mmen, so in von unterhila und in on in Teras 11 große Del en kamen da hlos, da die eihe schwerer bracht. Im in wildester nd ihr beide davon, das Wagenfaften reignete sich obil in eine men wurden vier andere dlich verlief inem Schuh eib, und der 1. 2 Mehrere ben Inhaber eil er Mar e abgegeben ten dies ge stanzen ab das Neichs Die Vordas Regeln, jei ein Zu gericht nicht die erfor ein Preis Bufallsspiel as Reichs war der eshalb ei rechtigt ge eg des ge pen! Gin et wurde, er durch hsgericht chlußfab Fahr aber die ind des Infprud ffaijung oder die auf die Städtchen bnis eines gte es fich Falles biel e hatte zu Serwandten Das drei e in einem ren bierzig ic'fen mit idycitt eine) RM. Erfte hessische Ständelammer. Dem Beschluß der Zweiten Kammer, betr. die Herstellung mehrerer Nebenbahnen, ist der Ausschuß der Ersten Kammer beige treten. ** Die nächste Provinzialausschuß- Sihung findet kommenden Samstag mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Georg Zinser zu Allendorf a. Lda. 2. Gesuch des Gustav Schäfer von Alsfeld um Erlaubnis zur Errichtung einer Schankwirtschaft. 3. Gesuch des A. Bonader von Heblos um Erlaubnis zum Betriebe einer Schantwirtschaft zu Wallenrod. - - ** Als Kandidaten für die nächste Landtagswahl hat man im Wahlkreis Hungen- Lich Brauereibefizer Shring und Bürgermeister Heller Lich ia Aussicht genommen. Legtgenannter Herr wurde bei der letzten Reichs. tagswahl bereits hier und da in Erwägung gezogen. *** Kaiserparade. Mit dem Bau der offiziellen Tribüne ist bereits begonnen, die Ausführung ist der betannten Baufirma Wilhelm Hancke- Frankfurt a. M. übertragen. Nach Berliner Meldungen werden der Kronprinz und seine junge Gemahlin zugleich mit den Majeftäten am 7. September in Homburg v. d. H. eintreffen und an der Barade teilnehmen. ** An der Schülerfahrt des Deutschen Flottenvereins nach Hamburg- Kiel nehmen von Gießen etwa 30 Schüler teil. Dieselben fuhren heute Morgen mittels Extrazuges, der zwischen Frankfurt und Hamburg eingestellt war, von hier ab. Die Schüler werden von dem Hauptmann Vollmar geführt. Die Reise wird bis Sonntag Abend dauern. ** Ein Hotelprojekt des Großherzogs? Unter dieser Spißmarte ist, so schreibt die Darmst. Zeitung", jüngst eine Notiz durch die Presse gegangen, die, wie wir zuverlässig erfahren und wie den Verhältnissen nicht fern Stehende sich wohl dachten, apokryph ist. Ein Hotelprojekt des Großherzogs" existiert nicht und auch die weiteren Mitteilungen jener Notiz sind, soweit sie den Großherzog betreffen, unrichtig. " 1 *** Am kommenden Sonntag tritt im Neuen Saalbau in Gießen das erste Stockholmer Damen- Gesangs= Quartett in Nationaltracht auf. Der Kapelle geht ein guter Ruf voraus. So schreibt das Mannheimer Tageblatt" Mit dem Engagement des Stockholmer DamenGesangs Quartett hatte die Parkverwaltung einen glücklichen Griff getan, denn das Quartett übte eine große Anziehungsfraft aus. Die Leistungen desselben befriedigten die zahlzeichen Konzertbesucher im vollsten Maße. Jede Nummer wurde mit stürmischem Beifall belohnt. Die vier Damen, die in schwedischer Nationaltracht auftraten, verfügen über hübsche, gut geschulte Stimmen, die sich zu einem fünstlerisch abgetönten Vierklang vereinigen. Die einzelnen Lieder wurden fein nuanciert zum Vortrag gebracht. * ** Geschäfts- Jubiläum. Dieser Tage fann die mit einem Papierwaren- Geschäft verbundene in der Bismarck fraße gelegene Buchbinderei von J. P. Sann auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken. Die Firma erfreut sich des besten Rufes und wir wünschen ihr, daß sie unter den gleichen Umständen auch das goldene Jubiläum feiern möge. * Berteuerter Apfelwein. In Gießen ist der Apfelwein stellenweise um 2 Pfg. per Glas verteuert worden. Auch aus Frankfurt werden Aufschläge gemeldet. Schöne Geschichte das für die Apfelwein- Geschworenen! *** Jm April nächsten Jahres wird in Frankfurt eine internationale Buchbinderkunftausstellung veranftaltet. * Rückgabe der Papiere bei Kontrattbruch. Ein Gewerbegerichteurteil, das vor einigen Tagen in Essen gefällt wurde, dürfte deshalb von allgemeinem Interesse sein, weil in den Kreisen der Arbeitgeber noch vielfach irrige Anschauungen über die Rückgabepflicht der Papiere bei Kontraktbruch jugendlicher Arbeiter herrschen. Ein jugendlicher Arbeiter eines Eisenwertes legte unter Kontraftbruch die Arbeit nieder. Die Firma gab die Invalidenkarte zurück, berweigerte aber die Aushändigung des Arbeitsbuches und die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses. Der Arbeiter, der ohne Arbeitsbuch feine Arbeit finden fonnte, flagte deshalb uf Schadenersaß. Das Gewerbegericht lehnte die Klage ob. Die Begründung lautete im wesentlichen: Die Firma sei nach§ 107 der G..D. nicht nur nicht verpflichtet, sondern auch nicht berechtigt, im Falle des Kontraftbruches das Arbeitsbuch herauszugeben. Dem Arbeiter hätte es nach 112 der G.D. freigestanden, sich von der Polizeibehörde in neues Buch ausstellen zu lassen. unter die Fittige nahm, sondern sich in dem nebenstehenden Kamin verkroch, war nicht gerade favaliermäßig von ihm. Vater Storch, der schwarz wie ein Rabe den Kamin wieder verließ, hat sich, wie man der Straßb. B.- 8." schreibt, bisher von dem schwarzen Schrecken noch nicht erholt und zur Belustigung der Anwohner, zum Spott eines nahe Bie Butterliebe der otorgin prei jungen Damen, die hoch Störchin preisen, zeigt er sich täglich als berußter Storch. A Die Beerenernte in unseren Wäldern geht jetzt ihrem Ende entgegen. Sie war dieses Jahr eine sehr reiche, besonders bezüglich der Himbeeeren und Heidelbeeren. Him. beeren gibt es in der Umgebung von Gießen, Laubach und Herbstein in großer Menge, täglich sieht man ganze Scharen von Kindern und Erwachsenen volle Töpfe und Eimer mit Beeren nach den Städten bringen. Die Preise für dieses föstliche Beerenobst betragen 8-10 Bfg. pro Schoppen, oder 40-50 Pfg. pro Topf. ? Grünberg, 25. Juli. Das Hauptpreisschießen, das Sonntag und Montag hier abgehalten wurde, ist in befter Weise verlaufen. § Dutenhofen, 25. Juli. Sonntag feierten wir hier unser Kinderfest, das einen alle Teilnehmer befriedigenden Verlauf nahm. Die Kinder waren mit Sträußchen und Kränzchen hübsch geschmückt. stellte der Posaunenchor. §§ Ruppertenrod, 25. Juli. Unter hiesigen Schulfindern ist nach ärztlicher Feststellung Scharlach ausgebrochen. Die Krankheit tritt bis jetzt vereinzelt auf. * * Burgsolms, 25. Juli. Auf dem Felde der Arbeit geblieben ist der 31jährige Steinbrecher Karl Becker, der heute Morgen in dem oberhalb der hiesigen Hütte gelegenen Steinbruche durch herabsausende Steinblöcke verschüttet und sofort getötet wurde. hinterläßt eine Frau mit drei Kindern. Der Verunglückte + Södel, 25. Juli. Alter Bürgermeister. Sonntag verstarb hier im Alter von 81 Jahren der frühere langjährige Bürgermeister Reiß. Holzheim, 25. Juli. Sonntag feierte unser Kriegerverein unter allgemeiner Beteiligung das Fest feines 30jährigen Bestehens, auf dem ihm auch die Kaiserschleife überreicht wurde. §§ Ulrichstein, 25. Juli. Der gestrige Bichmarkt war sehr stark mit Ochsen, Kühen und Kindern befahren. Insonderheit herrschte eine gute Qualität an Stieren vor, an Bullen war nur ein Stück zu bewerten. Trotz dieser hohen Preise ging der Handel flott. Für prima Maftstiere wurde pro Paar bezahlt 900-950 Mt., zweite Sorte 800-860 mt., dritte Sorte bis zu 700 Mt. Kühe erster Sorte erzielten Preise bis zu 400 Mt., andere Sorten 300-380 mt; zwei bis dreijährige Rinder kosteten 170 bis 200 m., 200-240 Mt. Am heutigen zweiten Markttag, der mehr dem Jungvich galt, war die Auffahrt schwächer, die Preise aber wiederum hoch bei lebhaftem Handel. Auch die Preise aber wiederum hoch bei lebhaftem Handel. Auch der heutige Schweinemarkt war nicht sonderlich stark befahren. Der Handel nahm indessen einen fließenden Gang bei guten Preisen. Die Ferkel geringster Sorte wurden das Paar bezahlt mit 45-50 Mt., bessere Sorte mit 50-60 Mt., beste Sorte mit 60-70 wt. einer der ältesten des Gaues Hessen, feiert nächsten Sonntag A Friedberg, 25. Juli. Der hiesige Turnverein, sein 60jähriges Bestehen. PA. Alsfeld, 25. Juli. Evangelisches Bundesfet. Der 25. August, der Ludwigstag, der in früheren Jahren von der Alsfelder Bürgerschaft in besonderer Weise gefeiert wurde, wird in diesem Jahre hoffentlich recht große Scharren von Festgästen aus allen Teilen unseres Hessenlandes nach Alsfeld führen, die zusammen mit den evange= lischen Bewohnern Alsfelds und der Umgegend das diesjährige Jahresfest des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes feiern wollen. Das Programm des Festes, das nunmehr vorliegt, läßt darauf schließen, daß die Veranstaltung einen schönen und befriedigenden Verlauf nehmen wird. Alsfelds Bewohner werden es an freundlicher Aufnahme und Interesse für die Bundessache gewiß nicht fehlen lassen. ? Worms, 25. Juli. Die ,, Wormser Volkszeitung" ist in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt worden. Haftung für ein zu günstiges Zeugnis. * Storch und Störchin. Ein reizender Vorgang wurde während des letzten Hagelwetters in Straßburg beobachtet. Es handelt sich um die Storchfamilie auf dem Dache eines der Häuser am Broglieplag. Diese hatte einen Nachwuchs von zwet Inngen zu verzeichnen, die natürlich den ganzen Stolz und die ganze Sorge des Elternpaares bilden. Bei Eintritt des Hagelwetters waren Storchenmama verkehrt erklärt. and papa nicht weniger um die Sprößlinge besorgt, als die terfreundlichen Nachbarn und An.oohner. Diese sandten biorgte Blicke nach dem Neste empor, fonnten aber nur fistellen, daß die Storchenmutter mitten im aufrührerischen Leiſtung des Stellungsuchenden geben soll. Jagelwetter unbeweglich auf dem Neste aushielt; unter ihren ständige Peinzipal wird daher bei der Ausstellung eines Sittigen faßen wohlgeborgen die beiden Jungen. Der Beugnisses die Wirkung auf den Dritten vor Augen haben tor hpapa allerdings nun, wir wollen ihm nichts Löses müssen. Es ist deshalb nur eine sehr schlechte Entschuldigung hagen, aber daß er sein treues Weibchen nicht seinerseits für die leider so oft wiffentlich unrichtig ausgestellten Soeben ist ein Reichsgerichtsurteil bekannt geworden, das für weiteste Kreise deshalb Interesse besißt, weil ähn liche Fälle in tausenden von Varianten im täglichen Leben vorkommen. Ein Kaufmann hatte einem jungen Manne, der die Stellung bei ihm verließ, ein sehr günstiges Beugnis ausgeftellt und darin hervorgehoben, daß der Angestellte sich als treuer Mitarbeiter bewährt habe. Durch dieses günstige Beugnis ließ sich ein anderer Kaufmann bestimmen, dem jungen Manne eine Vertrauensstellung einzuräumen, die der Jüngling alsbald zu erheblichen Unterschlagungen benuzte. Es stellte sich heraus, daß der junge Mann ähnliche Praktiken auch in der vorigen Stelle verübt wider besseres issen erfolgt war. hatte, sobaß die Ausstellung des günstigen Beugnisses Wegen Schadenersatzes verklagt, suchte sich der Aussteller des Beugnisses damit herauszureden, daß es sich bei einem solchen Beugnisse immer nur um das Verhältnis zwischen dem ehemaligen Prinzipal und dem Angestellten handle. Das Reichsgericht hat diese Anschauung für vollkommen Es leuchtet ja auch dem gesunden Menschenverstand ohne weiteres ein, daß ein derartiges Beugnis gerade für Dritte und sogar nur für Dritte bestimmt ist, weil es einem Dritten ein Bild von der Beugnisse, daß man aus Mitleid mit dem Angestellten gehandelt habe. Einmal ist durchaus nicht immer nur das Handlungsweise- denn die Lüge ist immer unehrenhaft Mitleid das Motiv zu einer streng genommen unehrenhaften ſondern oft auch die Furcht davor, der frühere Angestellte tönnte fich in der einen oder anderen Weise rächen, und zweitens follte man mit einem ehrenhaften Brinzipal, der infolge eines falschen Beugnisses schwer geschädigt werden tann, mindestens ebensoviel Mitleid haben, wie mit einem ungetreuen und untüchtigen Angestellten. Das Reichsgericht hat faktischen Nutzen gestiftet, indem es den Beklagten nicht nur zum Schadenersage in voller Höhe verurteilte, sondern des Beklagten, einem Dritten Schaden zuzufügen, erforderlich auch feststellte, daß zur Verurteilung feineswegs der Wille ist, sondern daß es genügt, daß der Aussteller eines unrichtigen Zeugnisses die Möglichkeit schädlicher Folgen vor aussehen fonnte. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Ja Gießen, den 25. Juli 1905. Wegen gegenseitiger Körperverlegung wurden der Taglöhner Johannes Hahn 3. und der Dachdecker Adam Schleich von Rüddingshausen zu je 3 Monaten Gefängnis berurteilt; außerdem erhielt Hahn wegen Bedrohung der Frau Schleich 3 Tage Gofängnis. Sie fochten das Urteil wehr an, was zu dessen Freisprechung führte. Im übrigen an und die Straffammer nahm bezüglich des Schleich Notwurde das Urteil bestätigt. Der 14jährige Fabritarbeiter Konrad Planz von Lauterbach wurde wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, das er an einem 6jährigen Mädchen begangen hat, zu 6 Wochen Gefängsnis verurteilt. den Jahren 1902-1905 hat sich der Schreiner Heinrich Jung von Ober- Breidenbach an 5 Schulmädchen in unfittlicher Weise vergangen. Urteil: 3 Jahre 6 Monate Buchthaus; 5 Jahre Ehrverluft.- Die Dienstknechte Heinrich Euler und Christian Betz von Aulendiebach waren wegen Körperverlegung angeklagt. Euler wurde schuldig befunden, daß er einen Landwirt von Mittel- Gründau ohne Veranlassung ein Messer in den Kopf gestochen hat. Weiter ist ihm eine Bedrohung zur Last gelegt. Es wurde auf eine Gesamtstrafe von 9 Monaten und 1 Woche Gefängnis Körperverlegung oder ein gemeinschaftliches Vorgehen nicht erkannt. Bezüglich Bez trat Freisprechung ein, da eine nachzuweisen war. Literarisches. Die Rangliste des 18. Armeekorps mit dem Stand vom 1. Mat 1905, vom Königl. Generalfommando des 18. Armeekorps ousgearbeitet, ist soeben erschienen. Dieselbe enthält die Rangliste sämtlicher Offiziere, einschließ lich Reserve und Landwehr, sowie Beamte, Behörden und Geschäftsräume im Bereiche des 18. Armeekorps und den Großherzoglich Hessischen Hof. Die Rangliste ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen und foftet broschiert 1.25 Mr., gebunden 2.00 Mt. Marttberichte. * Wochenbericht der Zentralstelle für Obfiverwertung in Frankfurt a. M. Bom 15. Juli 1905. Die Durchschnittpreise betrugen in dieser Woche: Kirschen 14-15 Mt., Johannisbeeren 10-11 Mt., Stachelbeeren 25-30 Mt., Gartenhimbeeren 32-40 r., Birnen 14 bis 10-11 Mt., Heidelbeeren 11-12 Mt., Waldhimberen Alles per Zentner. 15 Mt., Aprikosen 20-25 Mr. und Pfirsiche 35-40 Mt. K Frankfurt, M. a.( Heu- und Strohmarkt.) Man notierte: Heu 2.80-3.20 Mt., Stroh 2.00-2.40 Mt. Alles per 50 kilo. Siegener landwirtschaftlicher Wetterbient Voraussichtliche Bitterung in Hessen für Donnerstag, den 27. Juli. Nur zeitweise woltig, Temperatur feine Aenderung. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Berantwortlich: für die Politik und den Inseratentel): Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe in Gießen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Es tönnen eingestellt werden: 4 landw. Knechte und Arbeiter, Eisendreher, Hobler, Fräser, und Maschinenarbeiter( auswärts), 1 Schmied, 2 Spengler, 1 Schlosser, Schleifer oder Polierer, 2 Wagner, 2 Schreiner, Erdarbeiter, jüngere Arbeiter und Arbeiterinnen, 2 jüngere 1 Küfer, 1 Brötchenträgerin, 1 Friseur, 2 Installateure, Hausbuischen, 1 Fuhrknecht, 1 Stallbursche, 1 Köchin, jüngeres Laufmädchen, Lauffrauen, Dienstmädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Spengler, Schleifer oder Polierer, 1 Wagner, 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, 1 Friseur, 1 Installateur, 1 Rellner. Es suchen Arbeit: 2 Schloffer, 1 Maschinist oder Heizer, 1 Striderin, 1 Buchbinder, 1 Wäscherin, 1 Installateur, 1 Fabrifarbeiter, Haus oder Bureaudiener, Kassier, 1 Schneider, 2 ältere Lauffrauen. Gegründet 1883. Jean Dern& Co. Giessen Telephon flr. 21 Inh: Oscar Gutmann Weltaniage 31. la. glasierte Steinzeugröhren aller Dimensionen nebst allen Facens. Hof- u. Straßenilnkkalten, Kaminauffäße etc. etc. Aus hartgebrannter, glasierter Tonmasse: Viehkrippen und Schweinetröge. Neuer Saalbau( Stein's Garten) Giessen. Sonntag, den 30. Juli, abends 8 Uhr: GROSSES KONZERT des I. Stockholmer Damen- Gesangs- Quartetts Direktion: Frau M. Hafgren. Original Landestrachten and Leppland( Schweden). Reichhaltiges Programm: Solis, Terzette und Quartette in deutscher u. schwedischer Sprache. 352525 Dem Jubilar Onkel J. P. Sann herzliche Glückwünsche Giessen. GIESSEN ff. gebrannte Kaffees in Eintritt 60 Pfg. Borverkauf in der Muſikalienbandlung Job. Seibel, Ludwigsplatz des Herrn Ernst Challier 50 Bfa. Unterzeichneter empfiehlt seine garantiert reinen, unverfälschten Weine nur eigenes Wachstum und sichert streng reelle Bedienung zu. Weißweine, pro Liter 50 Pfg. aufwärts Motw iae 70 " 1 " Zahlreiche Anerkennungen und Nachbestellungen bestätigen die hute, preiswürdige Qualität und liegen Originale hiervon zu jedermanns Einsicht offen. Probefässchen empfiehlt vorzüglicher Qualität. Ia. Der Automobilklub Bismarckstrasse. 25 Feinste Speise-.. 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Postkarten- Centrale Sonnenstraße 5 Gießen am Kanzleiberg empfiehlt: Stadt- Ansichten, Blumen-, Serien-, Witzkarten, Künstlerkarten. Das eigene Porträt auf der Postkarte à Stück 15 Pig. J. Haufel, Gießen, Schloßgaffe 6. Bekanntmachung. Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß aus den öffent lichen Ventilbrunnen Wasser zu gewerblichen und landwirtschaftlichen Zweden entnommen wird. Da diese Wasserentnahme nach der Bolizeiverordnung vom 25. Mai 1893 unter Strafe gestellt ist, bringen wir die bezügliche Bestimmung erneut zur öffentlichen Kenntnis. Wir haben unsere Organe beauftragt, Suwiderhandlungen anzuzeigen. Gießen, den 24. Juli 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Polizeiverordnung, betreffend die Benutzung der öffentlichen Brunnen und der städtischen Quelwasserleitung in der Stadt Gießen. Auf Grund des Artikel 56 pos. 1 der Städteordnung wird hierdurch nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung unter Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 15. Mai zu Nr. M. J. 13879 für die Provinzial- Hauptstadt Gießen verordnet wie folgt: § 1. Zwiebelkuchen Die Benutzung der auf öffentlichen Straßen und Bläßen aufjeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 129 Uhr ab. Bäder Schomber, Gießen, Walltorstraße 51. gestellten Ventilbrunnen der städtischen Quellwasserleitung ist nur für den gewöhnlichen Hausbedarf gestattet; jede weitergehende Entnahme von Wasser aus diesen Brunnen, insbesondere zu gewerblichen oder landwirtschaftlichen Zwecken, oder unter Verwendung von Schläuchen oder Fuhrwerken ist verboten. Gleiches Verbot fann nötigenfalls vorübergehend auch für die öffentlichen Pumpbrunnen auf Veranlassung der Großherzoglichen Bürgermeisterei erlassen werden. Das Wasser aus allen öffentlichen Brunnen darf nur mit ?? Wer?? reinen 3übern, Eimern und kleineren Gefäßen entnommen werden. sein Grundstück, Geschäft oder Wohnhaus, Villa, Hotel, Restau- ung rant, Mühle, Ziegelet, Bauplätze 2c. od. Gewerbebetriebe bald u. vorteilhaft verkaufen will, sende sofort seine genaue Adresse a. O. C. 23 unt. 7485 an die Exp. d. 3tg. Generalvertreter in den nächsten Tagen anwesend. Besuch desselben fostenlos. Rein Agent! Keine Provisionszahlung! Strengste Diskretion! Crême 10000 Mk. ist das beste Putzmitte! für feineres schwarzes Lederwerk! Färbt nicht ab! Lässt keine Nässe durch und macht das alltägliche Putzen der Schuhe unnötig! In Dosen à 10 und 20 Pfennig überall vorrätig! Fabrik: Unlon Augsburg. auf 1. Stelle gesucht. Offerten unter Nr. 7430 an die Exped. d Bl. erbeten. Ein unnüßes Laufenlassen der Ventilbrunnen ist verboten. Beim Wasserholen gebührt dem zuerst kommenden für die Füllhöchftens zweier Gefässe der Vorzug. § 2. Jede Verunreinigung der öffentlichen Brunnen, sowie der zugehörigen Ständer, Schächte und Vorschächte, Ablaufschalen, Tröge und Rinnen, desgleichen das Ausspülen, Ab- und Auswaschen aller Art von Gegenständen, sowie das Waschen von Gemüse 2c. und das Viehtränken an den öffentlichen Brunnen ist untersagt, unbeschadet der Befugnis zur Entnahme von Wasser zu letterem 3wed. Desgleichen sind verboten alle Handlungen beim Gebrauch der öffentlichen Brunnen, welche im Winter zu gefährlicher Eisbildung Anlaß geben können, ferner das Entleeren von Wasser in die Schächte der Pumpbrunnen und in die Vor- oder Einlauf- Schächte der Ventilbrunnen. § 3. Die unbefugte Entziehung von Wasser aus der Quellwasserleitung, sowie jede den Bestimmungen für den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Stadt Gießen widersprechende Benuzung der Wasserleitung ist verboten. Bei Brandausbruch in der Stadt find alle Zapfftellen der Privatleitungen bis nach Bewältigung des Feuers möglichst geschlossen zu halten. Jede Dame erhält dauernde Arbeit nach Hause Während der Dauer außergewöhnlichen Wassermangels fann überallhin. Auskunft gratis durch durch Bekanntmachung Großh. Bürgermeisterei die Abgabe von Waffer J. Felkl, aus der Wasserleitung im Allgemeinen auf gewisse Tagesstunden einKöniggräbi. B. Nr. 214. geschränkt und im Einzelnen auf Veranlassung Großb. Bürgermeisterei * g. Timerman durch die unterzeichnete Behörde die Verwendung solchen Wassers Alle Sorten Hilfe. Bluftod. Terms feitens der Privaten zum Speisen von Springbrunnen, zum Besprengen Gemüse stets frisch, sowie gute Speisekartoffel billigst zu haben bei Frau Hammel Gießen, Gr. Mühlgasse 6-8. Suche sofort einen tüchtigen Wagnergesellen ( u. meine hter i. D. pat. Neuheit. von Gärten und Trottoirs, sowie zu gewerblichen Zweden vorübergehend untersagt werden. Korrespondenten für Tage 8= neuigkeiten überall gesucht. Weckler's Korresp.- Bur. Darmstadt. Zuverlässigen Hausburschen suchen Brüder Schmidt Gießen. 1-2 möbl. Zimmer zu vermieten. Gießen, Marktstraße 11. 3- Zimmer- Wohnung § 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizei- Verordnung und die auf Grund derselben erlassenen Verbote werden, sofern nicht höhere gefeßliche Strafen einzutreten haben, mit Geldstrafen bis zu 30 Mr., an deren Stelle im Falle des Unvermögens Haft tritt, bestraft. § 5. Diese Polizei- Verordnung tritt alsbald in Kraft. Gießen, den 25. Mai 1893. Großh. Polizeiamt Gießen. Fresenius. Betr.: Maßnahmen gegen die Tollwnt. Bekanntmachung. Nach Mitteilung der Wutschutzabteilung des Kgl. Seinrich Mühlich, Wagnermſtr mit Zubehör für fofort zu verm. Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin ist bet Gießen, Dammstraße. D- 5UCP Gießen, Wolkengaffe 13. STOLLWERCH Bekanntmachung. 0 Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Gartenftrake zwischen Südanlage und Löberstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 25. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. einem am 21. Juni lf. Is. dahier getöteten Hunde Tollwut festgestellt worden. Unter Bezugnahme auf unsere früheren Bekannt machungen wird deshalb die angeordnete Hundesperre für den Bezirk der Stadt Gießen, der Gemarkung Gießen, einschließlich der Gemarkung Schiffenberg bis auf weiteres bis auf den 22. September d. Js. ausgedehnt. Gießen, den 22. Jnlt 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. In letzter Zeit ist es meh fach vorgekommen, daß innerhalb der Stadt Gießen ohne polizeiliche Erlaubnis nach Vögeln, ind besondere Tauben ze geschossen worden ist. Unter Hinweis auf dte Bestimmungen der§§ 367 Nr. 8 und 368 Nr. 7 des Reichsstraf gesetzbuchs machen wir darauf aufmerksam, daß das Polizeipersonal angewiesen ist, unnachfichtlich Anzeige zu erheben. Gießen, den 24. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Mr. 172 Ober ( 10 Au ennod ber; be deffen rton flimme Blatt, da Intlos zu Bode Leben in fich tr fame Empfindun Ungeahntes we fonnte Sie hob, e neben ihr war Sit es nicht m Das junge die Welt nicht. Der junge fich wieder zum neben ihr her, heiteren, frohen Herz drang. „ Können Si den blizenden, f „ Ein wenig, „ Ach, das ist zufammen probie Sie" Und mit fr Keller fit ich hie Das flang ausbrach; sie wu und von Herzen Lawrenz hiel halb amüsiert, b lich, ihre Seiterf böse," bat fie, feine Studenten der Hibe hier ar fizen, ein zu fom Jest stimmte erwiderte er.„ wie hub er an. A Blid und lieblichen Stimm Sefundenlan Blick auf seine dann sang er mi Das junge den neben ihr Aehnlichkeit mit art gefchaffen, u Persönlichkeit ein die sie noch nie ge Er war nicht im Gegenteil, zin den Seiten ein w Wind - warum folle Lhnen einen Aufschm Been? Was man den nadiagt, das hat man Den Sabanern nachia Wohlgemertt: m nicht von einer Ge Denn China leidet dehnung des Lan fleineren Japoni tulesarbeit. Auch den, daß in China Horen in der regia des Landes herauf Blüd feit zwei G jest zeigt sich ein auch dizier nur mit Befing hat eine Be Muster angeordnet, mmg ernit gemeint Die unterm 17. Mai 1905 angeordnete Sperre der Moltkeftrake zwischen Oftanlage und Grünbergerstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 24. Juli 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Versteigerung. Freitag, den 28. d. Mts., vormittags 10 Uhr sollen in der alten Veterinäranstalt infolge Umzuges der Lehrschmiede folgende noch brauchbare Gegenstände gegen gleich bare Zahlung an den Meistbietenden versteigert werden: 1. Ein eiserner Schmiedeherd mit 3 Feuern. mik würde das ein nach den schmählich gens eine Todesref menn ichon die Pem da und hat das Beer wird jest gesorgt. D fchulen eingerichtet 3366 Kadetten nach e pen. Auch an einer henenicule fehlt es ni 2. Zwei Kastenblasbälge mit sämtlichem Zubehör, ibt noch die Einfi der eine zwei Feuer greifend. 3. Zwei Ambose mit Kloz. 4. Zwei Schraubstöcke. 5. Eine Partie altes Eisen( ca. 25 Zentner). Gießen, den 26. Juli 1905. Großh. Hochbauamt Gießen. Becker. bung und die nötige nit in feinen staatlich wandeln gewillt un Higen. Die Lehren der tund hart genug ger