jeität bes rmittage Blag wird 11bc ab das Staufs drei Jahre mmen Н " N " N 11 er Wahlen der unter g liegt in sinficht auf. nete Sperce n. zen. en für die n- Ge dem Wege 200,00 Mt. 240,00 366,50 52,90 165,00 260,00 87,50 " If " der unter te haben in nd find verufschrift ber 11 nh en, woselbst Gegenwart ßen. fürstl. ½ Uhr an, mal 2 Am. teils rund); 9 Nm. Nadel hen, 32 m Fichen, 100 Durdmeffer) Durchm.) 3. Pfoften cm Durchm ols, Ballen albftrage n den Wald cm. 9% dar Juchen, 12 m ( ungefpalten); Fichen, 2 Am 3 Am. Buchen, 2000 Eichen, Durchmeffer) Fftm icinalweg Bid ben). FE darn! Nr. 22. Insertionsprete. Die einspaltige Petitzelle für ganz OberBeffen, die Kretfe Wezlar unb Diarburg 10 fg. sonst 15 Rfg. Retiamen bie Petitzeile 30 resp. 40 fg. Nebattton u. Hauptexpedition: teßen, Seltersweg 83. Ferufsrechanschluß Str. 362. Donnerstag den 26. Januar 1905. Gießener 14 Jahrgang Mbonnement8prete: abgeholt monatlich 30 to., in's Hous gebracht 60 Bfg., burch die Bost bezogen viertel jährl. Mt. 1.50. Grattebetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Kaifers Geburtstag. Kaiser Wilhelm II. hat das 46. Lebensjahr vollendet.. Im ganzen Reich und darüber hinaus, überall, wo deutsche Herzen schlagen, wird freudig der Geburtstag des Fürsten gefeiert, der seinem Volk fürsorgende Liebe unausgesetzt widmet und dem das Volk verehrungsvolle Gegenliebe a.s Dank darbringt. Herrscher zu sein, ist schwer; doppelt schwer ist es, deutscher Kaiser zu sein, der im Reich nicht bloß über Untertanen zu gebieten, sondern auch verbündeten Fürsten gegenüber Rückfichten zu üben hat, die von Verfassung und Verträgen in manchen Beziehungen mehr vorgeschrieben als genau umSchrieben sind. Halfen dem ersten deutschen Kaiser, Wilhelm dem Großen, der mit bescheidenem Sinn getragene Lorbeer des Siegers und die rein menschliche Würde des Greisentums bei Einführung und Wahrung seiner überlegenen Stellung neben gleichberechtigten Verbündeten, so hatte der junge Monarch, der nach der hunderttägigen Leidenszeit Friedrichs III. ihm auf dem Thron folgte, ein ganz außerordentliches Maß von Klugheit und Festigkeit nötig, das Ererbte zu erhalten, es neu zu erwerben, um es in Wahrheit zu besitzen. Ueber 16 Jahre sind seitdem vergangen. mehr als ein halbes Menschenalter. Aus dem jungen Fürsten ist ein Mann in der Vollreife der kräftigsten Jahre geworden. Wir sind Zeugen seiner Entwidelung gewesen, die einen völlig neuartigen Monarchen uns und der ganzen Welt zeigte: einen Kaiser, der von den Pflichten und der Verantwortlichkeit Feines Herrscherberufs tief durchdrungen ist, wie nur je ein Kronenträger es gewesen, und der zugleich ganz und gar ein moderner Mensch ist, wie es noch kein Kronenträger je aemefen; allem werdenden mit spürender und fördernder Plufmerksamkeit zugewandt, die nämliche Pflege dem Alten Schenkend, das um des allgemeinen Besten willen erhalten merden muß, und dem Neuen, das sich als zur Erhöhung der allgemeinen Wohlfahrt dienlich dem scharfblickenden Auge offenbart hat. Daß Kaiser Wilhelm II. der Erhaltung deutscher Wehrkraft zu Lande auf stolzer Höhe seine Sorge bat angedeihen lassen, zeigt ihn nur auf dem Weg der Tradition. Tak cr durch Schaffung ansehnlicher Seemacht die Tage der blühenden Hansa erneuert bat, befundet sein eintringendes Verständnis für das Gute vergangener Zeiten. Daß er aber auch die Bedürfnisse der Gegenwart mit vorschreitender Erkenntnis zu erfossen und zu neuen Zielen die Wege zu zeigen weiß, das wird durch seine rastlose Tätigfeit für Handel und Vertchr befindet. Schon vor Kaiser Milhelm 11. baben Monarien sich künsten und Wissenschaft in huldreich gezeigt. Nicht zum wenigsten die Hohenzollern haben seit vielen Geschlechtern Wert darauf gelegt, eine Geistesgarde hinzustellen, die auf dem Gebiet der Gelehrsamkeit friedliche Eroberungen machte und für die ganze Menschheit die Wissensgrenzen erweiterte. Doch eine neue Erscheinung ist es, daß ein Kaiser in allem Drang der Regierungsgeschäfte nicht vergißt, den Spuren der Tätigkeit nachzugehen, die bon dem Boden theoretischer Forschung aus bestrebt ist, dem praktischen Leben neue Bereiche zu erschließen. Kaiser Wilhelm II. tut das. Er ist modern trotz aller pietätvollen Liebe für das Alte, das sich bewährt hat-- modern wie die Technik selbst, die keine Erfahrungserrungenschaft vernachlässigt, aber auf wissenschaftlicher Grundlage immer mehr sich ausbreitet. Eine impulsive Natur hat man unsern Kaiser genannt. Mit Recht. Doch die Bezeichnung deckt sein Wesen nicht ganz, dessen besserer Teil dabei unberücksichtigt. bleibt: die Selbstbemeisterung, die dem fraftvollen Impuls unmittelbar folgt, und die den festen, eigenen Sinn durch weite Kluft vom Eigensinn trennt. Immer weiteren Kreisen nicht bloß deutschen wird dieses Wesen unseres Kaisers flar, seine in sich gefestete Persönlichkeit, die ihn, den Menschen, zur Höhe seines Ranges erhebt, gerade weil er nichts Menschliches sich fremd hält. - Darum feiert des deutschen Kaisers Geburtstag mit herzlicher Liebe und Freude, nicht nur mit schuldiger Verehrung, das ganze deutsche Land, darum ruft an Kaisers Geburtstaa das ganze deutsche Volk: ,, ang lebe der Kaiser!" Skizzen vom Bergarbeiterftreik. Essen, 25. Januar. Die Zahlungen der rückständigen. Löhne haben dem Heer der Streifenden neue Munition zugeführt. Wer aber erwartet hatte, daß durch den goldenen Strom, der sich in die Taschen Der Arbeiter ergoß, neues Leben in die stagnierenden ge Schäftlichen Zustände fließen würde, sah sich getäuscht. Die Arbeiter wissen sehr wohl, daß sie schweren Beiten entgegengeben und Hüteten sich deshalb mit wenigen Ausnahmen, den Zahlungstag zu einem Festtag zu machen, wie in friedlichen Zeiten, wo der Bergmann an ihm nur zu leicht den schwer verdienten Taler springen läßt. Die den Zechen benachbarten Gastwirtschaften blieben an diesem Tage auf behördliche, Anordnung geschlossen. Aber sicherlich hätte auch ohnedies das Gros der Streifenden die auf Plakaten in Streifbureaus und auch an den Fenstern verschiedener Geschäfte ausgehängten Warnungen beherzigt, die da lauten: Meidet den Alkohol! Hütet ench vor Exzessen, vor Ausschreitungen! Ihr schadet sonst unserer Sache unberechenbar!" Daß einzelne Ausschreitungen vorgekommen sind, kann allerdings nicht geleugnet werden. Speziell auf der Zeche Konkordia" bei Oberhausen sind Arbeitswillige in gröblichster Weise belästigt und ein in der Nacht mit Kotsaufladen beschäftigt gewesener Arbeiter durch Revolverschüsse getötet worden. Wilde Todesdrohungen sind auch nichts Ungewöhnliches. Doch darf man dafür nicht die Allgemeinheit, sondern nur einzelne verantwortlich machen. Auch in Zeiten, vo der Bergmann fleißig und ruhig schafft, ereignen sich im Kohlenrevier bekanntlich häufig genug schwere Bluttaten. Das weiß jeder der Verhältnisse Kundige. Daß die Arbeitswilligen auf verschiedenen Zechen bei Rückkehr von der Ar5cit beschimpft und mit Steinen geworfen worden sind, ist ebenfalls nicht zu leugnen, doch bei der furchtbaren Erregung die herrscht, auch am Ende begreiflich. Die Behörden sehen das vollkommen ein und suchen weniger die Schuldigen festzustellen und der Bestrafung entgegenzuführen, als durch ausgibige Schußvorkehrungen für die Arbeitswilligen solche Belästigungen unmöglich zu machen. Die Arbeitswilligen werden von einem solch starken bewaffneten Aufgebot begleitet, daß es niemand einfallen kann und wird, sie an ihrem Recht auf Arbeit zu hindern. Sehen wir uns einmal einen solchen Zug Arbeitswilliger an. Boran reitet ein Gendarm Rechts und links an der Straße schreiten Gendarmen zu Fuß, dann erscheinen Rechenbeamte, die als polizeiliche Hülfsmannschaften gelten und weiße Armbinden tragen. Jetzt schreiten die Arbeitswilligen zu Vieren gereiht daher, große, fleine, alte, junge, mit ihren Blechflaschen und ihrem Eßgerät. Es folgen Zechenbeamte, alle mit Stöcken, und berittene Gendarmen wieder beschließen den Zug. Lautlos marschiert diese so seltsam gemischte Kolonne dahin, an den Straßen stehen in ununterbrochener Folge Gruppen von Ausständigen, an den Türen und Fenstern Frauen und Kinder. Auch sie alle sind stumm, bis der Rug vorüber ist. An den Straßenfreu zungen lösen die berittenen Gendarmen andere, die den Zug crwarteten und die Straßen vorher abritten, ab, und so geht der Weg bis zur Wohnung der Arbeits- illigen. Die Wirkungen des Streiks fangen an. im ganzen öffentlichen Leben des Ruhrgebiets empfindlich bemerkbar zu machen. Das ganze Erwerbsleben der Gegend hängt ta aufs engste so oder so mit dem Kohlerbergbau zusammen. Am schwersten sind durch die Stockung die fleinen Geschäftsinhaber getroffen, denen ein einziger ausgefallener Lohntag infolge Geldmangels schon den Ruin bringen kann. Dabei werden an sie die höchsten Anforderungen von den Unterstügungssammlern gestellt. Manchmal gehen des Tages 4-5 Listen herum. Sie zeichnen, teils aus Sympathie, teils auch aus Furcht vor fünftigem Boyfott, und wenn es den letzten Groschen kosten sollte. Das Geld wird immer rarer. An bielen Orten wurden die üblichen Festessen zu Kaisers Geburtstag abgesagt. Handel und Wandel liegt vollständig darnieder. Die Geschäftsreisenden, die sonst in Lieser Jahreszeit den Distrikt in ungezählten Eremplaren zu bebölfern pflegten, sind jezt zu einer seltenen Spezies geworden. In Gasthöfen, wo sonst der Hotelier schmunzelnden Blickes an die hundert Mittagsgäste aus Merkurs reisender Garde zählen konnte, trifft sein trauerndes Auge jetzt nur auf ein winziges Häuflein von wenigen Getreuen. Sogar die Straßenbahnen haben wegen mangelnden Verkehrs den Betrich eingeschränkt. Ja, der böse Streif! Wann wird er enden?! Das ist die stumme bange Frage, die man auf allen Mienen hier lesen tann. Hoffnung, auf baldige gütliche Beilegung aber hegt niemand. Das Syndikat der Rechenbesitzer läßt offen aussprechen, daß es nicht nachgeben kann und will.„ Wir kämpfen für Gesetz, Ordnung und die Sache der Monarchie gegen die der Anarchie", ließen sich seine Vertreter vernehmen. „ Wir werden durch den Streif Geld verlieren; das können wir verschmerzen und wieder einbringen. Aber eine Einbuße an Autorität, welche die Folge eines Eingebens auf die Forderungen der Arbeiter sein würde, können wir nicht wieder einbringen. Bir können nicht nachgeben." Die Arbeiter aber sind entschlossen, auszuharren, bis sie ihr Ziel erreicht haben, und gedenken nicht ein Fota von den erhobenen Forderungen abzugehen. Ihre Organisation ist fest und gut. Sie können ihrer Meinu na ruhig abwarten, was da fomunen wird. Wer aber chen diesen beiden harten Steinen steht, der wird unbarmherzig zermahlen. Die Bürgerschaft wünscht das Ende des Ausstandes sehnsüchtig herbei. Die Gegenrevolution in Rufeland. Die Träume von einer russischen Staatsreform sind unter den Trümmern der Barrikaden, die für kurze Stunden die Straßen Petersburgs sperrten, vorläufig begraben worden. Die Revolution, die sie auf ihre Banner geschrieben hatte, scheint zwar noch nicht endgültig auf die Verwirklichung ihrer Projekte verzichtet zu haben. Aber die kräftige Gegenrevolution, die, gestützt auf die Kanonen und Bajonette der Armee, jetzt ihr Haupt erhebt, wird ihr kaum die Zeit gönnen, sich zu praktischem Handeln aufzuraffen. Daß die Regierung des Zaren entschlossen ist, mit den „ aufrührerischen" Bestrebungen das Wort„ Reformen" tennt sie nicht energisch reinen Tisch zu machen, geht aus dem Umstand hervor, daß - Trepom Generalgouverneur von Petersburg geworden ist und mit der Ernennung zu dieser Würde ganz unumschränkte Vollmachten erhalten hat. Die ganze Zivilund Militärgewalt ist in den Händen dieses als tyrannischer Despot tekannten Mannes vereinigt worden. Er kann alle ihm passenden polizeilichen und militärischen Maßnahmen anordnen, ihm unterstehen alle staatlichen Fabriken und Werkstätten im Amtsbezirk, er kann ohne weiteres Ausweisungsbefehle erlassen und ihm sind sogar die Bestätigungsbefugnisse für die Mitglieder der Kommunalbehörden und der Semstwo im Bereiche der Hauptstadt und des Gouvernements übertragen worden. Befugnisse, die bis dahin dem Minister des Innern, Herrn Swiatopolk- Mirsky, zustanden. Dieser selbst hat sein Amt bereits de facto niedergelegt, wenn seine Demission auch noch nicht offiziell akzeptiert worden ist. Die Persönlichkeit Trepows Lietet der neu einsehenden Reaktion die beste Bürgschaft, daß ihre Weisungen mit drakonischer Strenge befolgt werden. Trepom war bisher Oberpolizeimeister in Moskau und hatte sich dort durch seine unversöhnlichen Verfolgungen aller irgendwie nach Freiheit und Reform schmeckenden Bestrebungen aufs tiefste verhaßt gemacht. Es wurden bereits mehrere Attentate auf ihn unternommen, deren leztem er beinahe zum Opfer gefallen wäre. Schon Trepows Vater zählte in den russischen revolutionären Kreisen wegen seiner Härte, die er als Polizeichef in Petersburg bewies, eine Schar erbitterter Feinde. Gegen ihn richtete sich das bekannte Attentat der Nihilistin Vera Sassulitsch, der Schwester des jetzt im russisch- japanischen Kriege so häufig genannten Generals. Der jüngere Trepom wurde, als der liberal gesinnte Fürst Mirsky ins Ministerium des Innern einzog, sofort an seiner Stellung als Chef der Polizei in Mostau entfernt, ebenso wie sein Gönner, der Großfürst Sergius, aus seinem dortigen Amt als Generalgouverneur. Jetzt fchrt Trepow, der grollend bei seite stand, auf die politische Bühne zurück, und gleich die ersten Schritte, die er in seiner neuen Würde tat, zeigen, daß er noch der Alte ist. Die neusten Berhaftungen, die auf seine Anordnung erfolgten, haber unter der Bürgerschaft viel böses Blut erregt. Die verhafteten Professoren und Gemeinderäte wurden von Polizeidienern in früher Morgenstunde aus dem Bett geholt und eiligst nach der Peter Pauls- Festung gebracht. Wie es heißt, will man sie, wie auch den bekannten Dichter Marim Gorki, den Trepows Schergen ebenfalls festnahmen, nicht sofort auf administrativem Wege" nach Sibirien verschicken. Sie sollen vorläufig in sicherem Gewahrsam Eleiben. Später, wenn die Macht der Revolution gänzlich gebrochen ist, soll ihnen Gelegenheit gegeben werden, ins Ausland zu geben. Das Verbrechen der Verhafteten besteht darin, daß sie als Deputation kürzlich zum früheren Finanzminister v. Witte gekommen waren, um diesen um seine guten Dienste in Sachen der Reformen zu bitten. Das ist alles. Aber das genügt in den Augen der Gegenrevolution auch vollkommen. Gorki ist ihr besonders verhaẞt, weil er sich mehrfach zum Sprachrohr des Priesters Gapon gemacht hat. ཏ ཙ ཝཏྟ ཡ་ ན Gapon predigt den heiligen Krieg. Dieser letztere ist bisher allen Nachstellungen glücklich entronnen und setzt seinen Feldzug gegen die bestehenden Zustände aus dem Verborgenen unermüdlich fort. Er richtete ein Schreiben an das Militär, das in Taufenden von Verbielfältigungen verteilt wurde. Er proklamiert darin den heiligen Krieg und entbindet vom Eide der Treue. Die Liberalen veröffentlichen ein Manifest, worin es heißt, daß die Regierung dem russischen Volke den Krieg erklärt habe. De ganze Belk müsse die Arbeiter unterstützen, die für die gemeinsame Sache in den Kampf eingetreten seien. Das Manifest trägt 250 Unterschriften. Weinen verboten! Wie unmenschlich Trepow die ihm gewordene Mission auffaßt. beweist die Tatsache, daß die Angehörigen der Getöteten, die in den Leichenhallen die blutigen Körper ihrer Lieber suchen. auf polizeiliche Weisung bin ihren Schmerz nicht durch Weinen oder Wehklagen zeigen dürfen. Stumm müssen sie an die Leichen herantreten, wer nur einen Laut von sich gibt, wird unweigerlich hinausgeführt. Die meisten Leichen zeigen eine ganze Anzahl von Schußwunden, viele haben von Kugeln durchlöcherte Hände, die wahrscheinlich instinktiv zur Abwehr vors Geficht gehoben wurden. Ringe trägt niemand von den Getöteten. Wenn von den Angehörigen nach Schmuckgegenständen gefragt wird, beißt es, daß sie auf dem Transport„ auf unerklärliche Weise" ver. schwunden sein müßten. In der Stadt sawirren wieder die wildesten Gerüchte umber. Unter anderem hieß es sogar, der Zar sei geflohen und Barskoje Sselo brenne. Das Militär hält sich bis auf ständige Patrouillen in den Kasernen, doch sind vor allem die Zore noch immer starf besetzt. Die Stadtflucht der Begüterten hält an. In Moskau gährt es weiter, ebenso in Kowno und Kischineff. In letterer Stadt wurden infolge einer Demonstration im Theater 20 Bersonen verhaftet Die Politik. Das Zustandekommen des deutsch- österreichischen Handelsvertrages ist gesichert. Die Paraphierung des Tertes des Handelsvertrages nebst Anneren ist durch die deutschen und die österreichisch- ungarischen Vertragskommissare in Berlin erfolgt. Die Thronrede, mit der der Graf- Regent den Landtag des Fürstentums Lippe in Detmold eröffnete, weist auf die entscheidungsvollen Zeiten hin, die dem Lande nach dem Ableben des letzten Fürsten Levorstehen. Der Regent erklärt, alle ihm übertragenen Rechte und Pflichten ausüben zu wollen in verfassungsmäßiger Wahrung der Interessen des Landes als Einzelstaat, wie als Mitglied des großen Deutschen Reiches. ringer Anteilnahme des Hauses ab. Die Anforderung von 2 Millionen für die innere Kolonisation in Ostpreußen und Pommern wurde unter freudiger Zustimmung der Rechten genehmigt; ebenso der Posten für das landwirtschaftliche Unterrichtstvesen, bei dem auch die Linke an der Forderung nach weiterem Ausbau lebhaft teilnahm. Für die Besserstellung der Kreistierärzte an Rang und Gehalt traten mehrere Abgeordnete cin, ohne daß es ihnen gelang, die Regierung zu einer Aeußerung zu veranlassen. Nachdem noch einige Spezialposten erledigt waren, schlug der Präsident nach 4 Uhr vor, den Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung in einer Abendsigung zu Ende zu bringen. Die Mehrheit des Hauses aber wollte lieber an Ort und Stelle ausharren, und so zog sich die Sigung bis nach 5 Uhr hin, während sich von den Abgeordneten einer nach dem anderen zurückzog. Morgen kommen die Nebenetats, die auch zum Landwirtschaftsministerium ressortieren, zur Beratung. == Zum Bergarbetterstreif im Ruhrrevier hat die Zentrums- Partei im Abgeordnetenhause den Antrag eingebracht, die Regierung zu ersuchen, sofort eine Kommission unter Zuziehung von mindestens sieben Mitgliedern des Abgeordnetenhauses zur Untersuchung der Arbeiterverhältnisse im Rohlenbergbau einzusetzen und auf Grund der Ergebnisse einen Gefeßentwurf zur Beseitigung der festgestellten Mißstände schleunigst einzubringen. In einer vom Führer der christlichen Bergarbeiter, Efferts, in Köln gehaltenen Rede, erklärte er, daß die Siebener- Kommission der Bergleute die Belegschaften auf den staatlichen Gruben auffordern werde, wieder einzufahren. An Unterstüßungen sind bei den verschiedenen Verbänden hisher über 140 000 Mark eingegangen. - Alien. Nab und Fern. Genickstarre in Oberschlesien. Im oberschlesischen Induſtriebezirk tritt seit einiger Zeit die Genickstarre auf. Während sich diese Krankheit zuerst auf Königshütte beschränkte, sind jetzt auch in Lipine, Beuthen, Chorzow und anderen Orten Erkrankungsfälle vorgekommen. Nahezu die Hälfte der Fälle ist tödlich verlaufen. Die Behörden sind bemüht, umfassende Maßnahmen gegen eine weitere Ausdehnung der Epidemie zu treffen. Vom russisch- japanischen Kriege liegen nur Meldungen über unbedeutende Scharmützel vor. Mit großer Langsamfeit arbeitet inzwischen in Paris die Kommission der Admiräle, die mit der Untersuchung des Zusammenstoßes des russischen Geschwaders mit der englischen Fischerflotille beauftragt ist. Bislang ist erst ein einziger Zeuge, der Kapitän eines englischen Dampfers, bernommen. Es hat bereits nicht an Schivierigkeiten gefehlt, die nur durch das geschickte Eingreifen des Vorsigenden, des französischen Admirals Fournier, aus der Welt geschafft sind. Ein Pariser Blatt stellt die Behauptung auf, daß die russischen Mitglieder der Kommission die für die Presse zur Verfügung gestellten Eintrittskarten Das Gezumeist an Geheimpolizisten abgegeben hätten. schwader des Admirals Roschdjestwensky hat mit unbefannter Bestimmung die Gewässer von Madagaskar nerlasser: Hof und Gesellschaft. gründlichen wie schwerfälligen Wege des schriftlichen Ver-! kehrs abzumachen. Die persönliche Kommunikation wird auf dem Wege der offenen Mittagstafeln aufrecht erhalten, die auf großherzogliche Kosten täglich von den Kommissaren zu halten sind: zu diesem Zwecke geht ein Teil des großherzoglichen Hofhaltes für die Landtagszeit in die Landtagsstadt, um dort die Tafelfreuden herzurichten, bei denen es streng nach allem Herfommen und nach dtang und Würden zugeht. (:) Antomobilnnfall des Königs von Spanien. Wie aus Madrid gemeldet wird, hat der junge König von Spanien auf einer Spazierfahrt ein Unglück mit dem Automobil gehabt, das aber ohne jede Bedeutung gewesen sei und nur einen kurzen Aufenthalt veranlaßt habe. Die Königin- Mutter soll fast zur selben Zeit einen Unfall im Fahrstuhl des Schlosses erlitten haben, doch ohne jede Beeinträchtigung ihrer Gesundheit. vorläufig Der Gin wie die G mit Schluß bon mehr al lionen) erreid wudien die G bis 31. März faffenbücher erfreulich, da Sparfamteits erheblichen A Die den In der Ständeversammlung beraten unter der Leitung eines„ hohen Landtags- Direktorii" die„ Lieben, Getreuen, Ehrenbesten" die ihnen zugehenden Großherzoglichen Restripte", in denen sie ganz im Surialstil mit Ihr" und „ Euch" angeredet werden. Streng genomen, sind fe gar nicht gehalten, sich mit allem abzugeben, was Serenissimus ihnen herausgeben länt". Denn der Landesgrundgesetzliche Erbvergleich vom Jahre 1756, auf dem die mecklen Lurgische Verfassung beruht, besagt ausdrücklich, daß alle eigentlichen Landesangelegenheiten Justiz Kirchen-, Schul- und Polizeisachen) ihnen gleichgültige" sein sollen. Die Stände sind lediglich dazu da, ihre Privilegien gegenüber dem Landesherrn aufrecht zu erhalten, was sie darüber hinaus tun, ist ihr guter Wille und weiter nichts. Die Syveton- Affäre wird, wie es scheint, doch noch nicht zur Ruhe kommen. Der Vater Syvetons hat gegen den Einstellungsbeschluß des Verfahrens durch den Untersuchungsrichter Boucard Einspruch erhoben. Vorher war ihm ein Auftrag auf Zahlung von 6550 Francs zugestellt worden als Kosten der Untersuchung, die infolge seines Strafantrags entstanden sind. *** Der Kaiser wohnte in Potsdam der Besichtigung der Rekruten der Leibkompagnie, der 2., 5. und 9. Kompagnie des 1. Garde- Regiments bei. Nach Schluß der Besichtigung wurden die anderen Kompagnien herangezogen. Es fand ein Parademarsch des ganzen Regiments statt. Nachdem der Kaiser am Frühstück des Offizierskorps teilgenommen hatte, fehrte er nach Berlin zurück. Erzbischof Dr. Schort von Bamberg ist nach längerer Krankheit acstorben. )!( Ein Doktorhut für die Schmester eines Königs. Die Schwester des Königs von England, Prinzessin Luise, Herzogin von Argyll, ist zum Doktor juris" promoviert worden. Als Promotor fungierte der Gelehrte Lord Kelvin; er würdigte in sehr anerkennender Weise die Verdienste der Prinzessin um die höhere Frauenausbildung. In Berlin findet heute eine Begegnung des Für sten Ferdinand von Bulgarien mit dem Kaiser statt. *** Prinz Eitel Friedrich ist an Lungenentzündung erkrankt. Das herausgegebene Bulletin besagt, daß das Fieber recht bedenklich und der Appetit sehr gering iſt. Dem Henkersbeil verfallen ist jetzt unrettbar die grausige Megäre Wiese, die durch„ Engelmacherei" zahlreiche Kinder ums Leben gebracht hat. Der Senat der Stadt Hamburg hat ihr Gnadengesuch abgelehnt. Beim Schlittschuhlaufen auf dem Schweriner See fam Prinz Heinrich der Niederlande, Gemahl der Königin Wilhelmina, zu Fall und zog sich eine Verlegung des Hinterkopfes zu. Deutfcher Reichstag. " ** überfüllte D belastet wor 1,6 Prozen Seifen, die Die Stände gruppieren sich in zwei Teile: die Ritterschaft und die Landschaft. Wer in Mecklenburg eines der mehreren hundert landstandsfähigen Rittergüter durch Erbschaft, Kauf oder Heirat erwibt, ist ohne weiteres geborener Gesetzgeber im Lande, wes Art und Nam' er sei und wo seine Wiege gestanden haben mag. Als einst das vielberufene Märchen", die holdselige Bertha Rother, von einem ihrer Berehrer ein herrlich am großen Schweriner See belegenes Rittergut verehrt erhielt, hinderte sie nur ihr Geschlecht in der mecklenburgischen Ständeversammlung zu erscheinen? denn Frauenzimmer" sind von der Landstandsschaft ausgeschlossen. Der andere Stand, die Landschaft, wird von den Bürgermeistern der Städte gebildet. Wohlgemerkt: beide, Ritterschaft und Landschaft, vertreten nicht etwa irgendwelche Teile der Bevölkerung, weder die einen ihre Hintersassen", nach die anderen ihre Bürger", sondern sie sind nur Vertreter ihrer obrigkeitlichen Amtsgewalt und als solche be rufen, die Privilegien, die sich die Stände in grauen Vorzeiten vom Landesfürsten erkämpften, wahrzunehmen. Beide Stände haben das Recht der itio in partes, d. h. sie können erklären, daß sie nicht gemeinsam abstimmen, sondern daß jeder Stand für sich abgeben" wolle. Nur durch eine ge= meinsame Erklärung beider Stände kommen Geseze und Verordnungen zu stande. Sein falsches Gebik verschluckt hat in Niemes in Böhmen der Fleischermeister Anton Ruscher während des Schlafes. Er wachte unter heftigen Erstickungsanfällen auf und mußte, da die herbeigerufenen Aerzte den Fremdkörper nicht entfernen konnten, in die Klinik nach Reichenberg geschafft werden, wo sofort ein operativer Eingriff vorgenommen wurde. * Der Roman des Findlings. In den sicheren Hafen eines reichen und liebevollen Heims ist das kleine dreijährige Mädchen eingelaufen, das eine gewissenlose Mutter am Neujahrstage im Hotel zur Franz Josefs- Bahn" in Wien zurückließ. Die Kleine, die auf den Namen Lulu hört, ist von dem Münchener Kommerzienrat Breustedt und dessen Ehefrau an Kindesstatt angenommen worden und sieht nunmehr einer glücklichen Zukunft entgegen. Ein furchtbarer Mord wurde in dem böhmischen Orte Mlaz bei Pilsen von einem geistesschwachen Mädchen, Marie Frycek, begangen. Sie erwürgte eine franke Frau, zu der sie oftmals zu Besuch kam, anscheinend ohne den geringsten Grund. Dann durchschnitt sie sich selbst die Kehle Fin d'utfches Staatsidyll. Schwerin, 25. Januar. fam es 31 daß in dief Berteilung ift die gleic ** Want halb ernst angemeffen Merztinnen des weiblia ärztlichen G und bolts Tidien Stand Schlechts vor werfen it. S beftimmen, toi gelegte 20. Ja mit 20 Jahren alter der weib erreicht. In Lei riger Hand Zur Ve Gu Aus A Es würde zu weit führen, wollte man alle AbsonderlichFeiten dieses einer weit zurückliegenden Staatsanschauung angehörigen Verfassungsgebildes des Näheren beleuchten und in seinen einzelnen Ausläufen betrachten, wie uns ein solcher z. B. in der Korporation des„ eingeborenen und rezipierten Adels" entgegentritt, von der die drei säkularisierten Landesklöster Malchow, Ribnitz und Dobbertin zu gunsten der Versorgung ihrer unverheirateten Töchter und zu gunsten der mit vielen fetten Pfründen bedachten Mitglieder verwaltet wird. Was soll uns Mecklenburg? So hat mancher Parlamentarier gedacht, als der deutsche Reichstag einen ganzen Tag seiner kostbaren Zeit der Besprechung der Frage opfern mußte, warum Mecklenburg noch immer ein im Spiegel der überall herrschenden parlamentarischen Regierungsform verzerrtes Staatsgebilde sei, und ob und wann denn wohl einmal auch im Lande der Obotriten an Stelle der altlandständischen Verfassungs- und Regierungszustände moderne Verhältnisse Plak greifen möchten. Was geht's uns an, wenn ein Bundesstaat sich so gut oder so schlecht es eben gehen will, mit überlebten Gebilden behilft, die muumienhaft in das frisch puffierende Leben der Zeit hineinragen? ( 127. Sigung.) CB Berlin, 25. Januar, Nachdem die letzten vier Sitzungen von Interpellations. besprechungen in Anspruch genommen waren, wurde heute die zweite Beratung des Po st eta fortgesetzt, die nicht eben viel Neues trachte. Der Avg. b. Chlapowski brachte erneute Beschwerden über Nichtbeförderung von polnisch adressierten Postsendungen und angebliche Verletzungen des Briefgeheimnisses vor, und der Staatssekretär Krätte erklärte diese erneut für ungerechtfertigt. Der Bentrumsabgeordnete Rören hinwiederum meinte, daß doch nicht immer gesetzmäßig verfahren werde; die Uebersegungsstellen, an die die polnisch adressierten Sendungen gingen, würden am besten ganz abgeschafft. Des weiteren befürwortete der Redner die von seiner Fraktion eingebrachte Sozialpolitische Resolution. Staatssekretär rätke sagte, wie schon am Donnerstag, Berücksichtigung der Wünsche zu, die sich aber nicht alle erfüllen ließen. Der freisinnige Abg. Eidhoff beschäftigte sich eingehend mit der Lage der Angestellten und mit den Verkehrsverhältnissen und machte einige Vorschläge wegen Portoherabsetzung. Der Antisemit Böckler fam wieder auf die Polenfrage zurück und sprach sich gleichfalls für Abschaffung der Uebersetzungsstellen aus, aber nicht, weil er darin eine Schifanierung der Polen erblickt, sondern meint, daß man den Polen damit zu großes Entgegenkommen beweise. Gäbe man sich nicht die Mühe, ; die polnischen Adressen zu übersehen, sondern lasse die Sendungen einfach an den Absender zurückgehen, so würden die Polen bald deutsch adressieren. Sodann nahm sich auch dieser Redner der Interessen der Beamten an Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 125. Sigung.) RK. Berlin, 25. Januar. Die heutige Fortseßung der Spezialdebatte über den Landwirtschafts- Ctat spielte sich unter äußerst ge- Für uns kommt es darauf an, diesen Ueberreft cines mittelalterlichen Ständestaates in seiner Wirkung auf die Gesamtheit zu betrachten. Mit vieler Mühe und nur durch eine veritable Ueberrumpelung ist es seinerzeit der Regie. rung gelungen, das Land dem Eisenbahnbau zu erschließen. Der Anschluß Mecklenburgs an den Zollverem wonroe bon den Ständen in der rechten Stunde.ablehnt und mußte her. nach unter schweren Opfern erfaifft werden. Als das deutsche Reich fam, klagte man in Malchin und Sternberg beweglich über die vis major der Reichsgesetzgebung, und noch heute sucht man alles, was von dort kommt, möglichst fern zu halten, um die idyllische Ruhe der Lieben, Getreuen, Ehrenbesten" nicht stören zu lassen. Hat darum das Reich ein Interesse, daß es auch in Med lenburg etwas anders aussehen was, um wieviel mehr das Land selber! Die staatliche Dreiteilung des Landes in Indessen mit derartigen Einwendungen ist die Frage nicht abgetan, die der greise Abgeordnete Büsing, der durch eine Nachwahl als Vertreter der Haupt- und Residenzstadt Schwerin wieder in den Reichstag gelangte parlamentarische Veteran, an den Reichsfanzler stellte. Daß auf die Dauer etwas geschehen müsse, hat ja neuerdings die großherzogliche Regierung oder, um im mecklenburgischen Staatsdeutsch zu reden, Serenissimus Suerinensis selber anerkannt, anläßlich des Konflikts, der im Lande wegen einer für die großherzogliche Kasse geforderten und von den„ getreuen Ständen" schlankweg abgelehnten beträchtlichen Geldforderung ausgebrochen ist. Auch das Reich hat ein Intereffe daran, daß nicht auf die Dauer Gebilde sich in ihm bergen, die mit allen sonstigen Einrichtungen im Widerspruch ſtehen; die Richtigkeit dieses Sazes beweist ein Blick auf die Art der in Mecklenburg annoch immer zu Recht bestehenden staatlichen Zustände. Se. Rönigl. erlaß berord Strafbefehle u auf Gefängni Majestätsbeleid wegen Borgehe gefez aufgehobe teile Anwendun redtefiäitig worden find. ** In de fanatmadu Auf Befeb follen am 2 F Edhulen de Unterze des Janern, ** Die fefiftehenden Ritterschaft, Landschaft und das dem Großherzoge gehörige, ligteiten im Landtage überhaupt nicht vertretene Domänium, d. b. Allerhöchste die gesamte bäuerliche Bevölkerung hindert jeden gedeihlichen Aufschwung. Ein kleines Beispiel aus dem täglichen Leben für viele: eine gemeinsame Wege- Ordnung ist bislang noch nicht zustande gekommen, da es der Autorität der Ritter widerspricht, mit ihren Grenznachbarn, den Bauern und lauchtigen Bra Seinen feieriid am Rheintor Der Stadt begr Stadt ist für Städtern, in einem Verbande gleiche Pflichten zu übernehmen. im Alten Bal neuerdings unter dem Druck der Umstände mit Mühe erzielt 7 Uhr, vorge Eine gemeinsame Feuerlösch- Ordnung konnte erst gama werden. Wenn ein Glied leidet, wird der ganze Körper in Mitleidenschaft gezogen. Dieser Satz gilt auch vom Staat. Der Wunsch des Reichstages, dem auch Graf Posadowsky sich anschloß, ist durch das öffentliche Interesse gerechtfertigt, daß endlich auch in Mecklenburg zeitgemäße staatliche Zustände an Stelle der noch immer bestehenden ständischen maßgebend würden. Dem deutschen Reiche gehören als Bundesstaaten die beiden Großherzogtümer Mecklenburg- Schwerin und Strelit an. Das mecklenburgische Staatsrecht fennt die beiden Staaten nicht. Darnach wird das gesamte Land Mecklenburgs gebildet durch die Kreise: den mecklenburgischen, den wendischen und den stargardschen Streis, von denen der leztere das Großherzogtum Mecklenburg- Strelit ausmacht. Zu diesen gehört noch das Fürstentum Razeburg, das ganz außerhalb der mecklenburgischen Verfassung steht. Die drei Kreise haben zusammen einen gemeinsamen Landtag, der abwechselnd das eine Jahr in dem Städtchen Malchin, das andere in dem noch kleineren Sternberg tagt. Dorthin entsendet Serenissimus Strelitziensis einen Kommissar. Serenissimus Suerinensis deren zwei. Alle drei aber dürfen sich in der hohen Landtagsversammlung" selber niemals blicken lassen, sondern baben alles auf dem ebenso = Vermischtes. [ Hohe Gemeindenmlagen] müssen in zwei vyerischen Ortschaften bezahlt werden. In Unterschöllenbach bei Er langen zahlt man 603 Prozent Gemeindeſteuern und in dem so idyllisch am Fuße der historischen Limburg gelegenen rheinpfälzer Dorfe Grethen, an der Straße DürkheimKaiserslautern, betragen die Gemeindeumlagen nicht weniger als 1200 Prozent. Die armen Steuerzahler! - 1. Februar, w zu dem aud treter des dipl miltag des 2. s Raisers er [ Eine Riesenlokomotive.] In einen Güterzug der fächsischen Staatsbahn eingereiht passierte dieser Tage eine Lotomotive von riesiger Dimension und ganz besonderer Bauart die Station Bodenbach. Das Ungetüm erregte großes Aufsehen. Die Lokomotive ging nach Bagdad in Kleinasien und führt den Namen Bagdad". Der Koloß ruhte auf fünf Achsen, der Tender at vierachsig. In lezter Beit gingen wiederholt Transporte van Eisenbahnmaterial, insbeson dere Wagen für die Bagdadbahn in Bodenbach durch. Raufinden, da beten bat. Bralet D. 80 alegen. Stad [ Ein schulpflichtiger Ehemann] dürfte trotz aller Aufschlüsse, die die Statistik über frühe Heiraten gebracht hat, zu den Sehenswürdigkeiten gehören. Im Kanton Appenzell gab es bisher einen solchen, einen 17jährigen Burschen, der die Fortbildungsschule besuchen mußte, aber seit zwei Jahren schon sich ins Chejoch begeben hatte. Es war dem jungen Mann in seiner neuen Würde nun doch zu genant, noch als Schulknabe betrachtet zu werden. Auch wurde er von seinen Genossen weidlich gehänselt. Er richtete also ein Gesuch an den Regierungsrat, ihn von der lästigen Schulpflicht zu entbinden. Man hat ihm den Willen getan und er braucht sich Des Reform höchften S * * bon a Bermählu ** D Forfmeiste b. Nord den Baur Schrimp Schen d lehrer Sch Sables ** Ueb afpiranten Helle an de ajpiraten S Wemeindejd preußchen willigt: dem bott min an nicht mehr als verheirateter Schulfnabe usen zu ab ur beitung des bert Somme lichen Wer tion wird it erhalten, ommijjaren des groß Landtags i denen es nd Würden er Leitung Getreuen, herzoglichen hr" und gar find he Tenissimus grundgesetzdie medlen . day; alle Kirchen-, sein sollen. gien gegenmas sie dar= nichts. Ritterschaft der mehch Erbschaft, ener Gejes nd wo seine bielberufene einem ihrer e belegenes Geschlec erschein sschaft aus vird von den nerft: beide, irgendwelche interfaffen", nd nur VerIs solche be grauen Vorehmen. Beide h. Sie können sondern daß urch eine ge ege und Ver Absonderlich tsanschauung beleuchten wie uns ein Cenen und reDrei säkulari Dobbertin zu Töchter und edachten Mit eberreft cine fung auf die und nur dur it der Regie zu fchließen wurde bon nd mußte her en. Als da nd Sternberg kgebung, und nmt, mögli Lieben,& auch in Med iel mehr das Landes in oge gehörige, inium, d. h. gedeihlichen lichen Leben bislang noch it der Ritter Bauern und übernehmen. de erst gam Mühe erzielt Srper in Mit n Staat. Der jadowsky fid iche Bustande chtfertigt, maßgeber ei vuyerischen nbach bei rn und in der rg gelegens rage Dirtheim gen nicht weni biz! terug der fa Tage eine Lo befondent Ban erregte großes ** Der Einlagenbestand der preußischen Sparkassen hat, wie die Statistische Korrespondenz" soeben feststellt, mit Schluß des Jahres 1903 die gewaltige Höhe von mehr als 7,25 Milliarden( genau 7229,6 Millionen) erreicht. Schon allein durch die Zinsenzuschrift wuchsen die Einlagen in dem Zeitraum vom 1. April 1903 bis 31. März 1904 um 200,46 Millionen Mark. Die Sparfaffenbücher stiegen von 9 372 930 auf 9 772 942. Es ist erfreulich, daß an dieser großartigen Entwickelung des Sparsamkeitsfinnes die breiten Volksschichten einen ganz erheblichen Anteil haben. ** Die deutschen Aerzte im Jahre 1904. Das mit Aerzten überfüllte Deutschland ist auch im verflossenen Jahre weiter belastet worden, so daß die Zunahme bei 30 457 Aerzten 1,6 Prozent gegen 1903 beträgt. Nur in Baden und Hessen, die außer Groß- Berlin am meisten Aerzte zählen, fam es zu einer Verminderung von 7 bzw. 10 Aerzten, so daß in diesen Staaten 1177 und 731 Aerzte verblieben. Die Verteilung der Aerzte auf Groß-, Mittel- und Kleinstädte ist die gleiche geblieben wie vorher. ** Wann sollen Mädchen heiraten? Die halb scherzhaft, halb ernst gemeinte Antwort wird lauten: Wann sich ein angemessener Freier einstellt. Ein von den züricherischen Merztinnen eingeholtes Gutachten über das ehefähige Alter des weiblichen Geschlechts lautet jedoch dahin, daß nach ihren ärztlichen Erfahrungen nicht nur vom ethischen, moralischen und volkswirtschaftlichen, sondern auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus die Eheschließung des weiblichen Geschlechts vor zurückgelegtem 18. Altersjahr durchaus zu verwerfen ist. Hätten die Aerztinnen das fragliche Gesetz zu bestimmen, würden sie unbedingt mindestens das zurückgelegte 20. Jahr als unterste Grenze festsetzen. Denn auch mit 20 Jahren hat in unserem Klima und unserem Zeitalter der weibliche Körber seine boe Entwickelung noch nicht erreicht. In Leipzig- Anger- Crottendorf verübte ein 86 jähriger Handarbeiter Selbstmord. Zur Vermählung des Grossberzogs. des Grossberzogs. Gnadenerlaß des Großherzogs. ( Eigene Draht- Nachricht) Aus Anlaß seiner bevorstehenden Vermählung hat Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen einen Gnadenerlaß verordnet, wonach alle verhängten Strafen und Strasbefehle und alle bei den Berichten ergangenen Urteile auf Gefängnis, Festungshaft oder Geldstrafen wegen Majestätsbeleidigung, wegen Beleidigung von Behörden, wegen Vorgehen gegen das Feld-, Forst- und Polizeistrafgesetz aufgehoben worden. Der Erlaß findet für solche Urteile Anwendung, die spätestens bis zum 2. Februar d. Js. rechtskräftig werden resp. bis dahin rechtskräftig geworden sind. ** In der„ Darmst. 3tg." ist gestern folgende Betanntmachung veröffentlicht worden: Auf Befehl Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs sollen am 2 Februar 1. Js. alle öffentlichen Amtsstellen und Schulen des Landes geschlossen bleiben. Unterzeichnet ist die Verfügung von dem Ministerium des Innern, dem Justiz- und dem Finanz- Ministerium. ** Die Darmft. 3tg." schreibt: Aus dem nunmehr feststehenden Programm für die Vermählungs- Feier liteiten am Großh. Hofe erfahren wir, daß das Allerhöchste Brautpaar mit den Angehörigen der durch lauchtigen Braut am 31. Januar, nachmittags 4 Uhr, hier Seinen feierlichen Einzug halten und bei der Ehrenpforte am Rheintor durch den Herrn Oberbürgermeister namens der Stadt begrüßt werden wird. Die hohen Gäste nehmen im Alten Palais absteige quartier. Eine Illumination der Stadt ist für den Abend des Einzugstages, beginnend um 7 Uhr, vorgesehen. Am Abend des folgenden Tages, 1. Februar, wird ein Hoffest im Residenzschloß stattfinden, zu dem auch sämtliche am Großh. Hof beglaubigten Vertreter des diplomatischen Korps eingeladen sind. Ar Vormiltag des 2. Februar wird die Ankunft Seiner Majestät des Staisers erwartet; es wird nur militärischer Empfang stattfinden, da Seine Majestät sich großen Empfang verbeten hat. Mittags 12 Uhr wird in der Hofkirche Herr Prälat D. Walz die Trauung des Allerhöchsten Paares vollziehen. Nach der Trauung findet Galatafel im Kaisersaal des Residenzschlosses statt. Später werden sich die Allerhöchsten Reuvermählten nach Schloß Ramrod begeben. * ** Der Prinz und die Prinzessin Ludwig don Battenberg trafen heute zur Teilnahme an den Bermählungsfeierlichkeiten in Darmstadt ein. Lokales. 26. Januar 1905. in Kleinajien Forfimeister Brill aon 18feld, den Hofjunker Frhrn. rubte auf fünf der Zeit gingen ** Der Großherzog empfing am 25. Januar, den v. Nordek zur Rabenau von Großen Bused, Den Baurat Diehm von Gießen, den Pfarrer rial, insbejon Schrimpf von Buzbach, den Kammerherrn Freiherrn fte trot alle lehrer Schaaf von Gießen und den Pfarrer Vogt von nch durch. ten gebracht hat en Duriden, de anton Appenzel feit zwei Jahre war bem junge genant, nod) al de er von seine o ein Gesuch a julpflicht zu en * Ausdrucksbewegungen 500 f., dem Landesgeologen Tr. Gustav Klemm in Darmstadt zur Fortsetzung seiner geologischen Untersuchungen im Tessintal ein entsprechender Betrag. Die Staatsanwaltschaft Gießen fordert nachstehende Personen, die in der Absicht, sich dem Militärdienst zu eutztehen, das Reichsgebiet verlassen haben, auf, zu der Hauptverhandlung am 7. März, bormittags 9 Uhr vor der Straffammer Gießen zu erscheinen: 1. Ludwig Josef Büdel, zuletzt wohnhaft in OberErlenbach; 2. Hugo Grünebaum, Kaufmannslehrling, zuleßt wohnhaft in Großen Garben; 3. Wilhelm Rißert, zulegt wohnhaft zu Büdingen; 4. Theodor Heinrich Otto Frenzel, zulegt wohnhaft in Mittel Gründau; 5. Johann Heinrich Greb, zuletzt wohnhaft in Brauerschwend; 6. Louis Becker, Schmied, zuletzt wohnhaft in Nieder- Ohmen; 7. Georg Reiß, Kellner, zuletzt wohnhaft in Burg- Gemünden; 8. Otto Grünewald, zuleßt wohnhaft in Ober- Seemen; 9. Leopold Stern, Kaufmannsgehilfe, zuletzt wohnhaft Homberg a. d. Ohm, 10. Karl Stern, Kaufmonnsgehilfe, zuletzt wohnhaft in Homberg a. d. Ohm; 11. Ludwig Lahnstein, zuletzt wohnhaft in Büdingen. Feuerwehr- Jubilän. Wie uns mitgeteilt wird, begehen in diesem Jahre die beiden Freiwilligen Feuerwehren in Gießen das seltene Fest der 50jährigen Wiederkehr ihrer Stiftungstage und ist dabei in Aussicht genommen, daß am 22., 23. und 24. Juli die Jubiläumsfeierlichkeiten auf Oswalds Garten unter allgemeiner Beteiligung begangen werden möchten. Da an dieser seltenen Feier einer Körperschaft, die so edlen Zwecken dient, wohl die gesamte Bürgerschaft ohne Zweifel Teil nimmt, so sollen diese Zeilen vornehmlich den Zweck haben, die geplanten anderweitigen Festlichkeiten mit dieser Feier nicht in Kollision zu bringen. Schon in der nächsten Zeit wird eine größere Versammlung in Steins Garten abgehalten, in welcher die erforderlichen Unterausschüsse gebildet werden, damit die einzelnen Tätigkeiten tunlichft bald in Angriff genommen und insbesondere zu den Jubiläums feierlichkeiten hier erscheinende Bruderwehren aus dem ganzen Großherzogtum würdig empfangen werden können. tt. Stadttheater Gießen. Die Proben zu Anna von Hessen mit Frl. Rottmann als Gast in der Titelrolle sind im vollem Gange. Das Stück hat vor Kurzem am Hoftheater in Kassel mit glänzendem Erfolge scine Uraufführnng erlebt und eine größere Reihe von Aufführungen hindurch große Anziehungsfraft ausübte. Für die Aufführung an der hiesigen Bühne hat die Direktion besondere Aufwendungen an Kostümen und Dekorationen gemacht und die sorgfältige Vorbereitung in zahlreichen Proben läßt mit Sicherheit eine abgerundete Darstellung des wirkungsreichen auch literarisch wertvollen Stückes erwarten. Zahlreiche Anmeldungen zu Première, auch von auswärts, liegen bereits vor. K. Die Kaiser Parade des 8. Armee- Rorps wird bei Koblenz, die des 18. bei Erlenheim abgehalten werden. *** Infolge der Ausstandsbewegung unter den Bergleuten in den Ruhrgebieten ist die Hausbrand- Kohle stellenweise bereits auf 1,60 t. per Bentuer gestiegen. " *** Wie weite Kreise die Freude über die Vermählung unseres Großherzogs erfaßt hat und wie sie dies Ereignis zu ehren trachten, zeigt folgendes Inserat, das wir in der Darmstädter Btg." lesen: Hessisce Fürsten- Chokolade, herausgegeben anläßlich der Vermählung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und Ihre Durchl. Prinzessin Eleonore zu Lich. Joh. Phil. Wagner& Cie., Mainz, Hofchokoladefabrik. § Burg- Gemünden. Vor einigen Tagen erlegte der Weißbindermeister Berner dahier mehrere Füchse, don denen einer einen Halsriemen trug. §§ Ruppertenrod, 24. Jan. Vorgestern Abend hielt der Obstbautechniker Herr Koch aus Friedberg in der Wirtschaft„ Zur Krone" hier vor zahlreicher Versammlung einen ebenso interessanten wie lichtvollen Vortrag über die Bedeutung des Obstbaues für die Landwirtschaft und seine ratio= nelle Pflege." Die ursächlichen Bedingungen eines rationellen Obstbaues sind wie Redner ausführte gutes Pflanzenmaterial, angebrachte Pflege und vor allem jungfräulicher Boden, wie ihn fultiviertes Land auf Grabgärten und Aecker bietet. Gerade die Untergrundverhältnisse spielen im Vogelsberg bezw. an seinen Abhängen eine große Rolle, insofern als bei tonigem und lettigem Untergrund fein anhaltendes Wachstum zu erzielen ist; auch werden auf undurchlässigem Boden stehende Bäume sehr leicht frank( Krebs). Derartige Boden im Verbindung mit Luftmangel führt stets zu Böden sind auch meistens zu falt. Kalter und nasser Krankheiten. Schenck zu Schweinsberg- Wäldershausen, den Haupt- glitt beits aufsteigen auf den Bostwagen aus und zog sich §§ Ulrichstein, 25. Januar. Der hiesige Postillon F. eine schwere Fußverlegung zu. Er beachtete dieselbe Anfangs nicht und fuhr ruhig nach Mücke, mußte aber hier telegraphisch um einen Vertreter nachsuchen, da es ihm unmöglich geworden war, den Dienst zu versehen. ** Uebertragen wurde am 18. Januar dem Schulamtsaspiranten Hermaun Walther aus Hochweiset eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Hochweisei; dem Schulamtsaspiraten Georg Lehr aus Ditzenbach, die Lehrerstelle an der Wemeindeschule zu Schwidartshausen. * Sitens der physitalisa- mathematischen Klasse der preußischen atademie der Wissenschaften wurden u. a. beGroß Felda, 25. Januar. Der neue Besitzer der hiesigen Apotheke ist ein Herr Trumheller aus Friedberg. §§ Groß Eichen, 25. Januar. Hier wie in Nachid er braucht willigt: dem Oberbergrat Professor Dr. Chelius in Darm- barorten tritt zur Zeit die Influenza stack auf und Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 24. Januar 1905. Wegen Urkundenfälschung und Betrug hatte sich der Maurermeister Philipp Rabenau von Treis a. d. 2. zu verantworten. Er hatte auf einen Wechsel den Namen des Bäckermeisters Schember gesetzt, worauf er einen Geldbetrag von annähernd 200 Mt. von dem Bankier Herz ausbezahlt erhielt. Das Gericht zog die Vorstrafen des Angeklagten fraferhöhend in Betracht und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Der Taglöhner Heinrich Rabenau bon Buzbach hat seinem Mitarbeiter Wilhelm Eb zu Gießen eine neue Schipp entwendet. Es liegt Rückfalldiebstahl vor, weshalb auf 5 Monate Gefängnis erkannt wurde. Unter der Anklage des Hausfriedenbruchs, Körperverlegung und Bedrohung wurden durch das Schöffengericht Gießen der Eteinhauer Jakob Wenzel und dessen Ehefrau zu Gießen in Gefängnisstrafen von je 3 Wochen und 5 Tagen, sowie der Taglöhner Johann Wenzel zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Erkenntnis wurde von sämtlichen Verurteilten Berufung eingelegt. Sie haben, wie die Verhandlung ergab, in der Wohnung ihrer Eltern bezw. Schwiegereltern sich des Hausfriedensbruchs, Bedrohung und Körperverltzung schuldig gemacht. Das Ge= richt beließ es bei der Strafe des Johann Wenzel, sette aber die Strafen der zwei übrigen auf je 14 Tage Gefängnis herab. Der Reisende Paul Eckold aus Gießen erhielt durch das Amtsgericht Gießen einen Strasbefehl über 8 Mt., weil er auf einen bereits in Fahrt befindlichen Eisenbahnzug gesprungen war. Das Schöffengericht fegte die Strafe fauf 3 Mt. herab. Eckold, der freigesprechen sein wollte, verfolgte hiergegen Berufung, der teilweise stattgegeben und die Börger von Nieber, Ohmen hat die Katharina Mohr dorten Strafe auf 1 Mt. herabgesetzt wurde. Der Kaufmann Karl wegen Beleidigung verklagt. Das Schöffengericht Grünberg ließ Freisprechung eintreten, da es in der fraglichen Reußerung eine Beleidigung nicht erblicken fonnte. Hiergegen legte der Kläger Berujung ein. Das Berufungsgericht bestätigte mit sämtlichen Kosten. Die Ehefrau des Gastwirts Frieddas untergerichtliche Erkenntnis unter Belastung des Klägers rich Schwaß von Friedberg hatte gegen den Gewerbeakademiker Josef Kligermann zu Bad Nauheim megen verleumderischen Beleidigung Alage erhober, worauf das Schöffengericht Friedberg den Angellagten zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt und Haftbefehl gegen ihn erließ. Hierzurückgewiesen. gegen verfolgte er Berufung, dieselbe wurde fostenpflichtig Literarisches. Mit den Hessen in Frankreich 1870-71. Nach täglichen Aufzeichnungen eines Meinzer Mitfämpfers. Bon Elemens Kissel, ehemaliger Korporal bei der Artillerie. Mainz 1904. Verlag von Kirchheim u. Co. 8°.( IV u. 75 S.) Preis brosch. 1. Der Verfasser schildert in populärer und schlichter Weise seine Kriegserlebnisse. Die Mitkämpfer der hessischen Division werden die Broschüre mit Interesse Zur Verbreitung in Kriegervereinen ist das Büchlein ebenfalls geeignet. Neueste Nachrichten. ** Berlin, 25. Jan. Oberstabsarzt Wiedemann und Stabsarzt Wiemuth haben bei dem Prinzen Eitel Friedrich beginnende Lungenentzündung festgestellt. Die Temparatur ist 39.6. Der Apprtit ift gering. ** Berlin, 25. Jan. Wegen Erkrankung des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen an Lungenentzündung sagte der Kaifer jede Feier seines Geburtstagsfestes am 27. Januar ab und ließ alle hohen Gäste telegraphisch ersuchen, ihre freundlichst beabsichtigte Herreise aufzugeben. Es fallen sowohl die Tafel im Königlichen Schlosse am 26. Januar abends, wie der Gottesdienst in der Schloßkapelle, die Tafel und die Gala- Oper am 27. Januar aus. von Preußen begaben sich heute Nachmittag 2,57 Uhr ** Kiel, 25. Jan. Prinz und Prinzessin Heinrich nach Berlin. Martiberichte. Wickes, 26. Januar. Kaj dem heutigen Wochenmarks keheten Butter per fb. 080-0.90 R., Gibnereler per Stüd 8-9 tg., Enteneter St. 7 Bu, zaje per St. 6-8 Pfg., Käsemarte 2 St. 5-6 Pfg. erbjen per liter 21 Pig., Vinjen per viter 32 fg., Lauben per Baar 2011. 0.80-1.00, pithner per Stud Wt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stild 0.80-1.80, enter per Stud 1.80-2.20, Gänze per Pfd. 55-65 fg, Ochsenfleist) per 3fd. 70-80 g., Rindfletsch ber 1. 62-68 Pig. er f. Schweinefleis 60-72 fg. Sd weine fleisch gesalzen per fun 0.76 fg., Kalbfleisch per ib. 70-74 fg. Sammelfleisch per Pfd. 50-74 fg., Kartoffeln pro 100 sette 6.00 5. 6 50 Mr., Zwiebeln per 3i. W. 8.00-10.00, Weisfraut 10-15 Bf. þer Stück, Zentner 3-4 Mr. Aepfel per Zentner 6-10 Mr Zwetschen per Bentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 25-30 Pfg. Milch per Liter Beginn ger 18. Pfs. Dauer der Markizeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn ber Martizeit überhaupt nicht, und während der ersten brei Stunden der Marktjeis in Umberziehen seilgeboten werden. Giepsnar lambwirtsgefilicher Betteroism. Voraussichtliche Witterung in Hesser für Freitag, den 27. Januar. Meist heiter und fälter. Für die fommenden Tage wieder trockenes Frostwetter in Aussicht. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Berantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide zu Gicken. Die Ziehung 3. Klasse der 5. Hessisch- Thürin d. I. statt. Die Interessenten werden auf die rechtzeitige Loserneuerung aufmerksam gemacht. hulknabe uzen Padt zur Fortsetzung seiner geologisch petrographischen Bear- scheint sich immer mehr zu verbreiten. In den Schul- gisen Staatslotterie findet am 2. und 3. Februar beitung des Doenwaids 1000 Met., dem Professor Dr. Robert Sommer in Gießen zur Fortsetzung seiner Studien über klassen fehlen viele Schüler, die gleichfalls von der Influenza befallen sind. Aus Anlaß des Geburtstages Sr. Majestät desp Kaisers ist das Geschäftslokal der Reichsbank am 27. d. Mts., von mittags 12 Uhr ab geschlossen. Gießen, 25. Januar 1905. Reichsbanknebenstelle. Lauter. Bekanntmachung. Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers findet am Freitag, am 27. 1. Mts. vormittags Barade auf Oswaldsgarten statt. Dieser Blaz wird daher an genanntem Tag von vormittags 10 Uhr ab für jeden Verkehr gesperrt worden. Gießen, den 13. Januar 1905. Großh. Polizeiant Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Bet der gestrigen Wahl der Beisitzer für das Kaufmannsgericht Gießen sind als Beisiger für drei Jahre gewählt worden: I. selbständige Kauflente: 1. Möhl, Georg Emil 2. Noll, Auguft 3. Holterhoff, Fcanz 4. Strauß, Morih II. Handlungsgehilfen: 1. Will, Hermann 2. Engel, Hugo 3. Hosch, Karl 4. Hofmann, Abraham mit 41 Stimmen 41 " " 41 " " 40 " " 41 " " 55 " " 55 " " 47 " 1 " Beschwerden gegen die Rechtsgültigkeit dieser Wahlen find bis spätestens 20. Februar 1905 bei der unterzeichneten Behörde anzubringen. Das Protokoll über die Wahlhandlung liegt im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15 zur Einsicht auf. Gießen, den 21. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Die unterm 6. Dezember v. Js. angeordnete Sperre der Landgrafenstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 25. Januar 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die unterm 6. Dezember v. J. angeordnete Sperre 6060060000 600066306 Drucksachen jeder Art liefert schnell und preiswert Albin Klein, Giessen. 000000 000000000 Biergrosshandlung Emil Schmall Tel. 83. Münchener Bürgerbräu- Bier Culmbacher Bier Gießen, Frankfurterstraße 7 empfiehlt ächt 99 Löwenbräu" Tel. 83. Dortmunder Union Pilsenersowie Frankfurter und hiesiges Bier in Flaschen, Gebinden, Selbstschänker( Syphon à 5 Liter). Reelle Preise. Aecht Pilsener Urquell nur in Syphons& 5 Liter. Beinlichfte Reinlichkeit der Abfüllung. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. Versteigerung. Holz- Versteigerung im Nächsten Samstag, den 28. ds. Mts., vor- Gießener Stadtwald. mittags 10 Uhr, sollen in der alten Universitäts- Bibliothek am Brandplag öffentlich meiftbietend gegen Barzahlung losweise der steigert werden: Stadt- Cheater Giessen. Direktion: Steingoetter. Sonntag, den 29. Januar Anker Abonnement! Gastspiel bon Frl. Josefine Rottmann Schauspielhause in Frankfurt a. M. Novität! Novität! Mit teilweise neuer Ausstattung. Anua von Hessen. Montag, 30. Jannar 1905, vormittage 9½ lbr beginnend, werden im ießener Stadtwald in den Distrikten Annaberg, Studentenschlag und Erlenbrunnen ver- En tragisches Spiel in 5 Aufz. fteigert: 57 Stück Fichten- Derbstangen mit 3 Rmtr. Eichen- Nußscheitho'z die Büchergestelle, teils als solche und teils als Schreinerholz verwendbar; das Holzwerk der Büchersaal- Galerie( ca. 1100 Ifd. Mtr. Vierkant. holz, 53 Quadratmtr. Bohlenbelag, 2 Holztreppen); eine größere Zahl Stell- und Anlege- Leitern; 205 einige alte Möbelstücke, Gasrohre 2c. Besichtigung fann Freitag, den 27. ds. Mts. von 4 2 bis 4 Uhr erfolgen. Gießen, den 25. Januar 1905. der Bleichstraße zwischen Südanlage und Ludwigstraße Großh. Baubehörde für die Universitätswird hiermit aufgehoben. Gießen, den 25. Januar 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Vergebung von Bauarbeiten. Die für den inneren Ausbau des Nebengebäudes, die Einfriedigung und Holanlage mit Entwässer ung des Schulhausneubanes Odenhansen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Submissionswege vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten Landgraf Philipp- Plaz 3( 3immer Nr. 20) während der Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote sind verschlossen, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis spätestens Freitag, des 10. Februar d. J., nachm. 1½ Uhr auf der Großh. Bürgermeisterei Odenhausen einzureichen. Die Eröffnung findet an borgenanntem Termin in Gegenwart etwa erichienener Bewerber statt. Steßen, den 20. Januar 1905. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Diehm, Großh. Baurat. Verdingung. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen für die Feldbereinigung Gießen rechts der Lahn- Gemarkungsteil Heuchelheim sollen auf dem Wege - schriftlichen Angebots bergeben werden: beranschl. zu 4200,00 Mr. 1. Verschleifungsarbeiten 2. Chaussierungsarbeiten " " 3. Liefern von Zementröhren 240,00 366,50 Н " " " 4. Verlegen " " F 5. Anfahren von Sticksteinen 52,90 165,00 " " " " 6. Liefern von Kleinschlag " 260,00 87,50 " " 7. Liefern von Uebergründungsmaterial Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf. Angebote haben in Prozenten des Kostenanschlages zu erfolgen und sind verschlossen, poftfret und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag, den 31. Januar. vorm. 11 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst deren Eröffnung um die genannte Zeit in Gegenwart der erschienenen Bieter stattfindet. Gießen, den 24. Januar 1905. Großh. Kulturinspektion Gießen. J. V.: Wallet. Neubauten Gießen. Becker. Jagd- Verpachtung. Samstag, den 4. Februar 1. J., nachm. 3 Uhr soll die aus mehreren Abteilungen bestehende Feldjagd der Stadt Grünberg im hiesigen Rathaussaale auf 6 Jahre verpachtet werden. Grünberg, am 11. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. 1905. X. Jahrgang. JUGEND Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben Herausgeber: Georg Hirth Preis pro Quartal durch den Buchhandel oder die Post bezogen Mk. 3.50 direkt in Rolle bezogen M. 5.-. Einzelnummer 30Pf. Jede Nummer mit neuem farbigen Titelblatt. Vornehmste künstlerische Wochenschrift, welche die Tagesereignisse satirisch und humoristisch in Wort und Bild behandelt. Internationale Verbreitung Publikations- Organ ersten Ranges. Auflage 62 000 4 gespaltene Nonpareille- Zeile oder deren Raum Mk. 1.50. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsverkäufer nehmen Abonnements entgegen, sowie auch der unterzeichnete München, Färbergraben 24 Verlag der ,, Jugend". Von grossem Vorteil für jede Hausfrau sind MAGGI'S Schutzmarke Kreuz Stern Suppen 4 MACCI in Würfeln zu für 2 gute Teller Suppe. In den verschiedensten Sorten und stets frisch bestens empfohlen von Heinrich Arnold II, Giessen Marktstrasse 28. Fil. 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