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Während ch einer beliebigen uje, fehren, In hören!" bis das im Kreise Sobald dies geschieht, en Stuhl zu erreichen. en Spiele den Herrn ätjele. 4. Herder; 5. Dahn; ; 10. Callet; 11. Whe Joh. Seibel Giessen, Ludwigsplatz empfiehlt sein Lager in Cherry, Pertwein, Vino de Wermuth, Sames, Malaga in nar guten Qualitäten. VER HEN sen Nr. 250 Sasertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 fg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Ferusprechanschluß Nr. 362. Dienstag, den 24. Oftober 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., tn's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljähri. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheisen. Woher nehmen? " Von parlamentarischer Seite wird der Deutschen Reformforrespondenz" geschrieben: Das Deutsche Reid) fennt fein Defizit und keine BudgetUnterbilanz. Was Bundesrat und Reichstag als des Reiches Bedarf anerkennen, darum brauchen sie nicht zu sorgen, es ist nach formgerecht ausgesprochener Anerkennung des Bedarss einfach da. Die Herbeischaffung der Mittel erfolgt ganz von selbst. Die Einzelstaaten müssen das Notwendige berantragen. Woher sie selbst es nehmen, ist ihre Sache. Diese bevorzugte Stellung des Reichs wäre beneidensbert, wenn sie nicht bloßer Schein wäre, der nicht einmal mehr die Kraft hat, eine Illusion zu wecken. Die Zeit der Täuschung ist vorbei; sie hat gerade lange genug gedauert, um das Reich mit Schulden zu beladen, die Finanzen der Einzelstaaten aus der Ordnung zu bringen und in die Beziehungen zwischen Reich und Einzelstaaten ein störende Element zu tragen. Nach der Reichsverfassung war die finanzielle Ausstattung des Reiches, die in der Eile etwas färglich und unzulänglich ausgefallen war, für jeden Bedarf, der die eigenen Einnahmen überstieg, auf Zuschüsse der Einzelstaaten angewiesen worden. Diese Zuschüsse an das Reich, die Matrifularumlagen, verteilten sich auf die Einzelstaaten wesentlich nach der Kopfzahl der Bevölkerung, was feine sehr gerechte Verteilung war, da auf irgend ein armes thüringer Ländchen eine ebenso große Last entfiel, wie etwa auf das reiche Hamburg. Außerdem hatte die Reichsverfassung das Reich mit dem Recht ausgestattet, eigene Schulden zu machen. Das war nicht wohl zu umgehen, denn gewisse einmalige große Ausgaben, deren Verwendung sich auf eine Reihe von Jahren erstreckte oder werbender Art war, sind nicht aus laufenden Einnahmen zu decken. Die So kam der Reichstag eigentlich in eine recht glückliche Sage. Er fonnte Ausgaben über Ausgaben bewilligen, ohne daß die Deckungssorgen ihm Schmerzen bereiteten. automatisch dem wechselnden Bedarf sich anschmiegenden Matrikularumlagen überhoben den Reichstag der Verpflichtung, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, durch welche Steuern die Umlagen aufzubringen sein würden. Und wenn der Reichstag mit den Einzelstaaten Mitleid fühlte, so be= wies er sein Erbarmen, indem er einen Pump anlegte und sogar regelmäßige Ausgaben aus Anleihen bezahlte. Es ging, wie es in solchen Fällen immer zu gehen pflegt: der Reichstag, der sich nicht mit den Fragen der Ausgabendeckung zu befassen hatte, und deshalb durch Rücksichten auf deren Schwierigkeit nicht eingeengt war, bewilligte frisch und fröhlich darauf los. Nicht als ob er bewilligt hätte, was überflüssig gewesen wäre oder was auch nur eine Verschiebung hätte vertragen können. Er verschob im Gegenteil manches, was eine Verzögerung kaum vertrug, und war zuweilen von unangebrachter Sparsamkeit. Aber er vernach= lässigte die vornehmste Aufgabe: bei jeder Bewilligung oder bielmehr vor jeder Bewilligung von Ausgaben darauf zut denken, in welcher Weise die entsprechenden Mehreinnahmen heranzuholen seien. Erst wenn das Wasser am Halse stand, wenn die Einzelstaaten über unerträgliche Belastung schrieen, wurde für den Augenblick Abhilfe geschaffen. Zum erstenmal im Jahre 1879. Fürst Bismard wollte die Matrikularbeiträge der Einzelstaaten beseitigen, wollte, daß im Gegenteil das Reich Beiträge an die Einzelstaaten zahlte. Durch die wirtschaftliche Umkehr" jenes Jahres gelang das. Doch nur für kurze Zeit. Die alte Fehlwirtschaft, deren Ursache geblieben war, kehrte schnell zurück. Die Matrikularverteilungen, die einige Jahre hindurch den Finanzen der EinzelStaaten aufgeholfen hatten, verschwanden wieder, die Matrifularumlagen erschienen aufs neue und wuchsen zu beängstigender Höhe. Es wurde schlimmer denn zuvor, denn man begann, den Tagesbedarf aus Anleihen zu decken. Dabei ist der Reichstag noch nicht einmal am Ende seines Bewilligungseifers angelangt. Es sind Anforderungen vorhanden, deren Billigkeit allseitig anerkannt ist, die der Reichstag selbst aufgestellt hat und der Bundesrat sicher nicht wird zurückweisen wollen. Die Reichsinvaliden, die Unterund mittleren Beamten, die Heerespensionäre vom Gemeinen aufwärts, erheben Ansprüche, die keiner Rechtfertigung mehr bedürfen, deren Nichterfüllung man allgemein als BeSchämung empfindet. Freilich ist aus den erhöhten Zollsätzen der neuen Handelsverträge manche Mehreinnahme zu erwarten. Aber zunächst weiß man nicht, wie groß die Mehreinnahme sicher sein wird; sodann ist vorerst zu erwarten, daß eine ungewöhnlich starke Einfuhr noch von den niedrigeren Zöllen wird Gebrauch machen wollen; endlich ist auch die höchste zu erwartende Mehreinnahme bereits vorgegessen Brot, faum zur Herstellung des Gleichgewichts auf der Grundlage des gegenwärtigen Bedarfs ausreichend. Der Steigende Zukunftsbedarf ist unter allen Umständen völlig ungedeckt, ungedeckt ist der auf die Dauer unentbehrliche Betrag zur Tilgung der Reichsschulden, ungedeckt endlich alles, was ohne Verzug zur Erhaltung unserer Wehrkraft zu Lande und zu Wasser erforderlich ist. Der Reichstag wird nicht aufhören wollen und er soll nicht aufhören, für alle notwendigen und ratsamen Ausgaben des Reichs die erforderliche Bewilligung auszusprechen. Er soll fich aber bis ein förmliches Gesetz es verlangt selbst zuin unverbrüchlichen Gesetz machen, mit der Bewilligung einer Ausgabe immer zugleich die Bewilligung einer angemessenen Einnahme auszusprechen. Wer einer Ausgabe zustimmt, soll vorher bedenken, woher die Mittel zu nehmen sind. Die Freigebigkeit, die nachträglich die Mittel verweigert, ist nichts wert. Es ist sehr hübsch vom Reichstag, daß cr den Reichsinvaliden, den Unter- und mittleren Beamten, den Heerespensionären größere Bezüge zubilligen mag. Dann muß er aber auch neue Steuern bewilligen. Eines ohne das andere ist unmöglich, läßt sich nicht ausführen. Was aber die Steuern betrifft, so darf man sich nicht auf die Bewilligung gerade der Steuern versteifen, die vom Bundesrat, dem Gremium der einzelstaatlichen Regierungen, nicht für ratsam erachtet werden. Es darf nicht jeder bereit sein, einzig die Steuer zu empfehlen und zu bewilligen, die nicht ihn, sondern allein den lieben Nächsten trifft. Man hat vielfach dagegen geeifert, daß man Steuern gewissermaßen auf Vorrat" bewillige. Das soll richtig sein. Aber ebensowenig darf man Ausgaben auf unbenannte und unbekannte Deckungsmittel anweisen. Wer eine Ausgabe vorschlägt, der sollte als seine Pflicht ansehen, gleichzeitig vorzuschlagen, woher die Mittel zur Deckung kommen sollen; und wer eine Ausgabe bewilligt, der sollte gehalten jein. vorweg die Frage zu beantworten: Woher nehmen?" Politifche Rundfchau. Deutsches Reich. * Der Posten des deutschen Botschafters in Petersburg hat einen Personenwechsel erfahren. Der Kaiser hat dem Botschafter Grafen von Alvensleben in St. Petersburg, der aus Gesundheitsrücksichten seine Pensionierung nachgesucht hat, unter Verleihung des Schwarzen Adlerordens den Abschied bewilligt. 8mm folger des Grafen ist der bia herige Gesandte in Kopenhagen von Schoen ernannt worden. * * Ueber die Verhältnisse auf Samoa äußerte sich der in England eingetroffene Gouverneur Dr. Solf. Er sagte, es seien chinesische Arbeiter in der Kolonie mit Erfolg eingeführt. Als der Gouverneur von Samoa abreiste, fand dort feit 44 Tagen ein ununterbrochener Ausbruch von einem neuen Vulkan auf Savai statt, der an Energie noch nicht nachgelassen hat. * Die Gesandten Deutschlands und Frankreichs haben die deutsch- französische Verständigung in der Marokkofrage durch gleichlautende Noten dem maroffanischen Minister des Auswärtigen angezeigt. * In der Redaktion des sozialdemokratischen ZentralOrgans Vorwärts" haben sechs Redakteure megen Meinungsverschiedenheiten mit dem Parteivorstend ihre Kündigung zum 1. April 1906 eingereicht. * * an Zwölf polnische Rittergutsbesitzer haben den Anstoß zu einer polnischen Gegenbewegung in den Ostmarken bezüglich der Landverkäufe gegeben. Sie versenden folgende Erklärung:„ Unter dem Eindruck der in letzter Zeit vorkommenden Verkäufe polnischen Grund und Bodens Deutsche erklären wir, daß wir keinem Landwirt, der seine Besizung an Nicht- Polen veräußert, unsere Hand mehr reichen, ihn in unser Haus nicht aufnehmen werden und ihn fogar für unfähig erklären, Ehrenrechte auszuüben. Wir erflären ferner, daß durch Wiederankauf deutschen Bodens die Schuld nicht gelöscht wird." frankreich. ** Die Besuchsreise des Präsidenten Loubet in Spanien hat jetzt ihren Anfang genommen. In Madrid wird dem Präsidenten ein festlicher Empfang bereitet. Die dortige Polizei hat das Werfen von Blumen nach dem Wagen Loubets verboten. Ruisland. ** Auf fast allen von Moskau ausgehenden Eisenbahnlinien ist der Verkehr vollständig eingestellt. Die Bahnarbeiter beschlossen, den Ausstand fortzusetzen, bis alle ihre Forderungen erfüllt sind. In Moskau trafen 40 Brigaden des Eisenbahnbataillons zur Ausübung des Lokomotivdienstes ein. Der Verkehrsminister Fürst Chilkow versuchte, die Maschinisten zur Arbeitsaufnahme zu bewegen. Nur einer ließ sich überreden und fuhr mit dem Minister auf der Maschine des nach Rjasan abgehenden Zuges. Infolge des Stockens des Verkehrs beginnt sich in Moskau Mangel an Lebensmitteln, besonders an Fleisch, fühlbar zu machen. Die Geschäftswelt erleidet sehr bedeutende Verluste Türkei. ** Die Pforte will sich das Vorgehen der Mächte in der mazedonischen Frage nicht gefallen lassen. Sie richtete eine Note an den österreichisch- ungarischen Botschafter Freiherrn von Calice, in welcher sie Einspruch dagegen erhebt, daß die in Uesküb meilenden Delegierten der Mächte sich mit inneren Angelegenheiten des Landes befassen und damit die Rechte des Sultans verlegen. Der Sultan fordert, daß diesem Zustande ein Ende gemacht werde. Der papierene Protest wird dem Sultan nicht viel helfen. Er muß doch schließlich tanzen, wie die Mächte pfeifen, England voran. Alien. ** Der Sieger in der Seeschlacht von Tsushima, Admiral Togo, hat den Dank des japanischen Volkes bei seinem glänzenden Einzug in Tokio eingeheimst. Er wurde empfangen von den Ministern, Generalen, Admiralen und Mitgliedern des diplomatischen Korps. Togo, in dessen Begleitung sich die Admirale Kataoka, Dewa und Kamimura mit ihren Stäben befanden, fuhr mit diesen in kaiserlichen Wagen zum Palaste, wo der Kaiser Togos Meldung entgegennahm und in warmen Worten die Dienste pries, welche die Admirale. Offiziere und Mannschaften geleistet haben. Aus allent Stadtvierteln waren die Leute in den Straßen zusammengeströmt, durch die Togo sich zum Kaiserpalast begab. Zwei riesige Triumphbogen waren errichtet worden. Noch nie waren so viele Flaggen aufgesteckt. Auf dem ganzen Wege des Zuges bildeten Schulkinder Spalier. Am Abend fand eine große Illumination statt. " Afrika. ** Die von marokkanischen Briganten gefangenen englischen ffiziere sind in Freiheit gesetzt. Das britische Krieg schiff Pathfinder" mit den aus der Gefangenschaft der marokkanischen Seeräuber befreiten britischen Flottenoffizieren Rapitän Crowther und Leutnant Hatton ist in Tanger eingetroffen. ** Hot und Gesellschaft. Die Kaiserin beging ihren Geburtstag im Kreise der Familie im Neuen Palais zu Potsdam. Nach dem Gottesdienst in den Communs nahm die Kaiserin die GratuIationen entgegen. Abends fand im Theatersaal des Neuen Palais eine Theatervorstellung statt, zu der zahlreiche Einladungen ergangen waren. Gegeben wurde Wilhelm Jodans dreiaktiges Lustspiel Durchs Ohr" von den Damen Arnstädt und v. Mayburg und den Herren Boetticher und Keßler. * Der deutsche Kronprinz ist am Geburtstage seiner Mutter à la suite von deren Pasewalker Regiment, dem Kürassier- Regiment Königin( Pommersches) Nr. 2 gestellt worden. ** Anläßlich der Verlobung des Prinzen Gitel Fried. rich von Preußen ließ die französische Regierung ihre und des Präsidenten Loubet Glückwünsche dem Kaiser aussprechen. Soziales Leben. Der Ausstand in der Berliner Wäscheindustrie. Gestern begannen die Einigungsverhandlungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Rathause. In Betracht kommen nach Feststellung durch die Versammlung rund 50 Arbeitgeber und 15 000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Den Vorsitz bei den Verhandlungen führt der Magistratsrat von Schulz als Leiter des Einigungsamts beim Gewerbegericht. Die Verhandlungen werden voraussichtlich mehrere Tage dauern. Während der Verhandlungen sollen sich beide Parteien durch ihre Vertreter über die gegenseitigen Angebote schlüssig machen. Wie aus Kottbus gemeldet wird, sind von den 200 Arbeiterinnen der dortigen Filiale der Berliner Wäschefabrik von J. Eichenberg 150 in den Ausstand getreten. Wohlfahrts- Einrichtungen bei den Berliner Omnibus. betrieben. Auf den Antrag der Generaldirektion der Allgemeinen Berliner Omnibusgesellschaft ist vom Aufsichtsrat gebilligt worden, die Gewinnbeteiligung sämtlicher Angestellten, die bisher in dem Betrage der Dividende einer Aktie zu 300 Mark bestand und 45 Mark auf den Kopf in den letzten Jahren betrug, auf die Beteiligung einer Dividende bon 600 Mark zu verdoppeln. Die erhöhte Beteiligung beginnt mit dem Geschäftsjahr 1907. Wichtiger ist noch ein Geschenk von 300 000 Mart von seiten der Gesellschaft zur Gründung einer Pensions-, Witwen- und Waisenkasse für sämtliche Angestellte, und die Verpflichtung der Gesellschaft, jährlich Beiträge in derselben Höhe wie die Angestellten zu leisten. Nah und Fern. f Zum Spremberger Eisenbahnunglück. Wegen des Eisenbahnunglücks von Spremberg sind jetzt der Stationsassistent Stulljus in Spremberg und die Weichensteller Schmidt und Wiedemann in Schleife in Anklagezustand versetzt worden. Der Prozeß kommt vor dem Landgericht in Kottbus zur Verhandlung. Dort befindet sich Stulljus in Untersuchungshaft. † Gruben- Unglück. In dem Bergwerk Langenau im Kreise Görlitz platte das Haupt- Dampfrohr. Ein Mann wurde getötet und zwei wurden schwer verletzt. † Todessturz eines Radfahrers. Bei dem Prämienfahren des Radfahrervereins Habicht" in Leipzig löste sich an der Maschine des Fahrers Alwin Donner ein Pneumatik aus der Felge. Der Fahrer stürzte und zog sich eine GehirnErschütterung sowie einen Schädelbruch zu, an deren Folgen er gestorben ist. † Diebstahl im Kloster. Im Franziskanerkloster zu Bilfen wurde ein großer Gelddiebstahl entdeckt. Als Täter stellte man einen achtzehnjährigen Klosterdiener fest. Man fand bei ihm noch den Betrag von 3270 Kronen. † Ein Vater- und Brudermörder. In Lischna in Mähren froch während der Nacht der ältere Sohn eines Ausgedingers in die Wohnung seines Vaters und schlug diesen, sowie seinen siebzehnjährigen Bruder mit einer Hacke tot. Die Mutter, die auf das Hilfegeschrei herbeieilte, konnte durch die verschlossene Tür keinen Einlaß finden, so daß der Mörder durch das Fenster zu flüchten vermochte. † Gine bestohlene Bibliothek. In der Bibliothek des föniglichen Schlosses zu Madrid sind, wie erst jetzt entdeckt wurde, seit mehreren Jahren sehr viel wertvolle Bücher und Manuskripte entwendet worden. Zwei Palastbeamte wurden berhaftet, ebenso ein Mitschuldiger, der außerhalb des Schlosses wohnte. Magyarifche Verwilderung. ( Cig. Bericht.) Budapest, 22. Oktober. Zeit, in unserem fühleren Deutschland seinen Nimbus eingebüßt. Man meint, die moderne Frau ist zu ernst, zu sehr Geistesmensch, um ihre Gefühle durch Winken und Wedeln, durch Auf- und Zuklappen des Fächers auszudrücken. Ja, man ist sogar so unliebenswürdig, zu behaupten, daß sie nicht einmal sehr kokett sein könnten, gar nicht fähig, um in der galantesten Sprache der Welt zu reden: diese Sprache, die einst mit Grazie geübt wurde, die man sogar in einer Fächerakademie erlernen konnte, zu der junge Damen und Herren eifrig pilgerten! Denn es gehörte zum gesellschaftlichen Schliff, daß man trotz aller Glut der Gefühle maßvoll mit Anstand sie zum Ausdruck brachte.„ Wer mit geschlossenem Fächer nach dem Herzen deutete, gestand seine Liebe; mer ihn schnell durch die linke Hand zog, beklagte sich über Untreue; wer ihn in der rechten Hand hielt, beschwerte sich über Verschlossenheit; wer ihn zur Spiße der Nase führte, warnte vor Lauschern; wer mit ihm die linke oder rechte Wange berührte, verneinte oder bejahte eine Frage. Ueber den geöffneten Fächer hinwegschauen, hieß, daß der Ersehnte am Abend erwartet werde. Aus der Zahl der Falten, über die der Finger fuhr, war die Stunde des Stelldicheins zu entnehmen. Durch schnelles und hörbares Zusammenklappen wurde das Stelldichein für unmöglich erklärt, aber durch ein langsames Erschließen pünktliches Erscheinen zugesagt. Bedenkzeit wurde erbeten, indem man den halb geöffneten Fächer sinnend betrachtete und auf den Schoß legte, und die angenehme Mitteilung, daß eine Werbung auf Erhörung rechnen dürfe, fand ihren Ausdruck in dem langsamen Entfalten und freundlichen Beschauen des Fächers. So erzählen die Chroniken, denen alle modernen Historiker, die über den Fächer geschrieben haben und deren Zahl nicht klein ist, ihre Weisheit verdanken. Die Verrohung der Sitten hat im schönen Ungarlande derartig zugenommen, daß bereite die Magyaren selbst darüber öffentlich Klage zu führen beginnen. Es ist gar so lange nicht her, daß Ritterlichkeit ein Grundzug des hiesigen Bolfscharakters bildete, daß man hätte glauben dürfen, die Magyaren wären irastande gewesen, nach dem Betipiel der Franzosen aus dem Zeitalter Ricyclicus emem deinde zuzurufen: Schießen Sie zuerst, incine Herren Eine erschreckende Veränderung ist vor sich gegangen. Es scheint, als hätte hier wirklich die Politik den Charakter verdorben. Der Parteienstreit ist so beftig geworden, daß er, um cin Wort des Fürsten Bismarck zu gebrauchen, zur politischen Brunnenvergiftung" geführt hat. Er hat die wüstesten, abstoßendsten Formen bei Jung und Alt angenommen. Jeder einzelne hält sich berechtigt, eine abweichende Meinung als Beichen untilgbaren sittlichen Makels zu behanvein, und glaubt, durch den Gebrauch der widerwärtigsten, gröbsten Schimpfworte, die eigene Tugend wie die Verderbtheit des Gegners in helles Licht seßen zu können. In den publizistischen Rundgebungen selbst gereifter, den Jahren nach gereifter Männer ist jedes Wort ein Nachttopf- und kein leerer. Wer die Straße der Politik betritt, ist Stinkbomben und Kotgeschossen ausgesetzt, und die Waffen der Abwetr entsprechen denen des Angriffs. Man muß Kanalräume sein, um sich in dieser Atmosphäre nicht Erstickungsanfällen ausgesezt zu fühlen. Die parlamentarischen Männer setzen einen förmlichen Stolz darein, jeden parlamentaris en Ausdruck zu vermeiden. Der Unbeteiligte wird sich gan; besonders seltsam dadurch angennutet fühlen, daß die Ungarn deswegen doch nicht aufgehört haben, mit überheblichem Stolz und verachtungsvoll auf die österreichischen Parlamentarier als auf schlecht erzogene Menschen hinunterzusehen, die sich wie wild gewordener Böbel gebärden, aus Niedertracht und Gemeinheit Unfug verüben, während ihr eigenes Gebaren wenigstens an die tapfere Wildheit der Hunnen. attacke erinnert. warf sich in feinen Son digen Ganges nach dem Blutrache in Abe Des Regus Menelit, R bon Eifersucht feine Fr mordet. Darob verlang anderer Großer des Reid Bitten des Negus, der fel feiner Forderung abbring boden" günstige Entfaltungsbedingungen. Und so sehen wir, wie in den verschiedenen Zeiten auch die Formen des Selbstmordes ansteckend wirken. Sie sind meist für Frauen und Männer verschieden. Die Männer ziehen das Gift und die Schießwaffen vor. Die Frauen das Wasser, den Sturz aus hochgelegenen Fenstern und Erhängen. Man kann in den Polizeiberichten der Großstädte verfolgen, wie in einer Woche die eine Selbstmordform stark überwiegt, in der anderen wieder ein anderes Mittel angewendet wird. Aber alle die Methoden, der Qual des Lebens ein jähes Ende zu machen, scheinen in unseren Tagen verdrängt durch das Lysol. Hier wirken so mancherlei Umstände mit. Einmal die seelische Ansteckung: ein Degenerierter sucht seine Hilfe, versucht's ein anderer auch. Wichtiger aber ist die leichte Beschaffung dieses Mittels. Für 50 Pfg. kann man sich in jeder Droguerie den besten Tod anschaffen.„ Bester" ist freilich falsch- denn der Tod durch Lysolvergiftung ist fast der qualvollste, den wir uns vorstellen können. Während die übrigen schweren Gifte nur gegen Giftschein", Rezepte von approbierten Personen und unter den kompliziertesten Sicherheitsmaßregeln abgegeben werden, kann sich jeder dieses furchtbare Gift Lysol ohne weiteres beschaffen. Mörder feinem Schwager Schwerte den Kopf abhiel Waffer in der Batte hat madhgewiesen, daß des Nahrungsmittelgeje Mart, nicht geeignet fin der bei einem Bezug b einen unredlichen Gem nämlich den 50 Litern er täglich bei einem B den Liter 2 Mart un 2 Liter Rahm(= 29 Fettgehalt herausnimm läffigen Fettgehalt bon 1,60 Mark täglich und winn. Groß ist auch d indem er wässerige B gehalt von 20 v. H. ftat im Deutschen Reich run Wasser bezahlt! Es ist nun nur noch eine Frage der Zeit, wann das Lysol dem freien Verkehr entzogen wird. Aber bei der notorischen Giftigkeit dieses Präparates muß doch jedem der Gedanke aufsteigen, warum die Behörden nicht schon längst die Freigabe des Lysols widerrufen haben. Diese Frage scheint berechtigt. Und ihre Beantwortung schließt ein Kapitel moderner Kulturgeschichte in sich. Seitdem die Ansammlung großer Menschenmassen in den Städten sich vollzog, ist die persönliche und darauf aufbauend die soziale Hygiene geradezu eine gebieterische Forderung des Selbstschutzes geworden. Nun haben wir in den kleinen Lebewesen Bei uns geht man daran, alles, was einst schön war, was mit der Kunst zusammenhängt, was eine Frau reizvoll machen kann, wieder zu neuem Leben zu erwecken. Man will es auch nicht glauben, trotz aller Zweifler, daß unsere Frauen den Fächer nicht zu handhaben wüßten. So hat man alle Künst ler, die sich mit dem Kunstgewerbe abgeben, angeregt, sich an einer Berliner Fächer- Ausstellung zu beteiligen. In den Salons von Friedmann u. Weber ist sie eröffnet worden, und die Vorbesichtigung der Ausstellung durch ein geladenes Publikum gestaltete sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis. Schöne Frauen in höchster Eleganz, geistreiche Männer tauschten vor den Vetrinen, hinter deren Glasscheiben herrliche Fächer funkelten und blizten, ihre Ansichten über den Wert der Künstlerarbeiten aus. Das lebhafte Geplauder wurde angenehm unterbrochen durch die kurze Rede van de Veldes, der anmutig, spielend, dabei tiefgründig zum Entzücken aller Zuhörer das Wesen des Fächers und seine Geschichte flatternd, wie ein Fächer selbst, aufrollte. Auch er meinte, daß das Lorgnon der modernen Frau besser stünde als der Fächer. Van de Velde und seine Weimarer Schüler sind mit ganz ausgezeichneten Arbeiten vertreten; seine Malereien und Stickereien mit Flittern sind auf Fächer- Crêpe ausgeführt. Sie entfalten unbedingt in der künstlichen Beleuchtung eines Ballsaales oder eines Theaterraumes ihre sieghaften Lichteffekte. Ludwig von Hofmanns tanzende und im Reigen schreitende Nymphen, auf Gaze gemalt, auf Perlmuttergestelle montiert, müssen als diejenigen anerkannt werden, die so ganz das Wesen des Fächers charakterisieren. Hier ist die Leichtigkeit gewahrt, die wir in den RokokoFächern, in den Fächermalereien eines Watteau so sehr bewundern. Kurt Hermanns schillernde Fächer fesseln, nicht minder aber die Arbeiten Margarete Erlers, die wie viele andere Frauen dartut, daß ihre Finger durchaus geschaffen sind, eigenartige Malereien, Stickereien und Spipenfächer hervorzuzaubern. Warum sollte sie es auch nicht können! Ist doch die Frau der Ueberlieferung nach die Erfinderin des Fächers. - Heffi In der Weiterberat Rammer zur Wahlrechtsb nach der Darmst. 8 Barteifreundes( nationalli mit Ridigt auf verschie Borlage in diefer Form an das Haus gelange. feinen Parteifreunden( fre Ausschußberis, pricht borzufchlagende re gegen die Kompleme Präsident gibt de Seite auf fofortige und einen weiteren hierüber bekannt.& müsse wieder einen m finder, hält den Ant Rammer für eine De eine Abänderung d Abg. Pitthan pol niedergelegte Wahlfre näher die Stellung f zur Borlage und spric Eintrag feiner Bartei. den Bakterien die Erreger gefährlicher Krankheiten und Seuchen kennen gelernt und zugleich festgestellt, daß sie ihre Schädlichkeiten um so schneller und leichter entfalten können, je mehr Menschen enggedrängt aneinanderwohnen. So erwuchsen für die öffentliche Gesundheitspflege neue Aufgaben. Der Begriff der Reinlichkeit wurde erweitert. Waschen und Fegen genügen nicht immer. Wir müssen oft auch desinfizieren- d. h. die Bakterien in ihrer Fortpflanzung hemmen und töten. Die Aufgabe der Desinfektion, die sich auf Menschen und Räume erstreckt, kann in weitestem Sinne erst erfüllt werden, wenn wir ein zweckdienliches Desinfektionsmittel im allgemeinen Verkehr hatten. So fand das Lysol seinen Weg. Von den bisher befannten war es immer noch das harmloseste. Das Lysol ist eine Lösung von Teerölen in Seife, wie uns ja die Steinfohle eine gar große Reihe von Heil- und Desinfektionsmitteln gegeben hat. Gewiß war, daß das Lysol die furcht. Fare Giftigkeit der Quecksilberpräparate Sublimat nicht aufweist. Aber die Folgezeit hat doch gelehrt, daß es den Anforderungen eines dem freien Verkehr auszuliefern. den Desinfiziets nicht entspricht. Die Lösung der Frage könnte nur eine chemische Verbindung geben, die zwar die Bakterien aber nicht die Menschen tötet. Hier ist die moderne Wissenschaft nun einen fräftigen Schritt weiter gegangen, indem sie für die Desinfektion ein neues Ausgangsprodukt gefunden hat das Formalin. Frei. lich ist es nur zur Desinfektion von Räumen durch Vergasen anwendbar. Sein stechender Geruch, der Hustenreiz, den schon ein einmaliges Aufatmen der Formalindämpfe er. zeugt, machen seine allgemeine Anwendung unmöglich. Erst ein kompliziertes chemisches Verfahren hat das Formalin für die Gesamtheit zu einem brauchbaren Mittel gemacht in der Gestalt des Lysoform. Der stechende Geruch ver. schwand; durch Einfügung in Seifenlösung wurde es ge schmeidig und für die Händedesinfektion, bei kleinen Wun den, zu Waschungen und Ausspülungen geeignet. Das Lysoform hat den ernstesten bakteriologischen Untersuchungen standgehalten. Es ist ein vorzüglicher Feind der Bakterien. Teilt es diese Eigenschaften mit dem Sublimat und dem Lysol, so ist Lysoform ihnen durch seine fast völlige Giftlosigkeit überlegen. Hierin liegt seine große Bedeutung für die Volkshygiene. Es ist zwanzigmal so ungiftig als die Darbolsäure. Man würde also zum Vergiften Quantitäten von Lysoform gebrauchen wie sie kein Mensch schnell Wandert man durch die Ausstellung, betrachtet und Hewundert die herrlichen antiken, die modernen, die SpitzenFächer, die schabslonisierten, die gedruckten, so will es uns doch scheinen, als wäre momentan der Glanz des Fächers nicht mehr aufzufrischen. Denn nicht die Frau selbst ist seine Feindin, sondern die Beleuchtungstechnik. Unsere Räume sind nicht mehr übermäßig heiß, so daß das Zufächeln von Kühlung nicht mehr Notwendigkeit ist. Man sieht, daß das Selbstbewußtsein und die Neigung zur Selbstbeschönigung recht wunderliche Schlupfwinkel ausfindig zu machen weiß. Der Krieg auch hat seine Ehre, der Bezwinger des Menschengeschlechts", heißt es in Schil Iers Braut von Messina"; Homer nennt die Schlacht ,, män. nermordend". Die Schlachten, die hier der Parteihader schlägt, sind„ moralmordend". In diesen Schlachten ist keine Gelegenheit, irgend eine Tugend zu zeigen, die der wirk. liche Krieg hervortreten läßt und zuweilen fast mit ihm ver. söhnt. An Stelle der Tapferkeit tritt die Abgebrühtheit, und kein anderer Mut wird entwickelt, als der Mut der Gosse". Das politische Duell, eine schon alte, zu den Landes. bräuchen gehörige Unfitte, war ehedem der Ausdruck eines unbändigen Naturells, das sich immerhin gewissen Gesezen und Forinen fügte; jetzt ist es zur Rauferei geworden, auf die man als auf einen Selbstzwed ausgeht. Irgend ein politischer Raufbold, der sich einen Namen machen will, rem. pelt einen Mann von Verdienst und Namen an, bloß damit er selbst in aller Leute Mund komme. So hat dieser Tage Joseph Madaraß der Jüngere, ein Mann von typischer Be deutungslosigkeit Franz Herczeh herausgefordert, dessen Leistungen den Ruhmesschatz der ungarischen Nation haben mehren helfen. Die Verwilderung der Sitten ist natürlich nicht auf die Hauptstadt beschränkt. In der Provinz sieht es nicht besser aus. In Szabadka wurde am Samstag der Advokat und Reichstagsabgeordnete Milosavljevics von einem seiner Klienten, dem Landmann Johann Ulrich, auf der Straße überfallen und mit einem eisernen Stock erschlagen. Redakteur Braun, der dem Angefallenen zu Hilfe kam, murde schwer verwundet. Der fliehende Mörder wurde er. griffen. Der Ermordete, sechzig Jahre alt, der serbischen Kirchenverwaltung angehörig, hatte eine reiche serbische Bäuerin geehelicht, der er, wie man sagt, gestattete, mucherische Geschäfte zu betreiben. Ulrich soll ein Opfer dieser Geschäfte gewesen und binnen drei Jahren dadurch um sein Vermögen gekommen sein. Nach einer anderen Angabe ist Ulrich schon einmal wegen Mordes angeklagt gewesen, aber mangels genügender Beweise freigesprochen worden. Das ist ein Sittenbild aus der ungarischen Provinz, kein alltägliches, aber doch eins, das Landesanschauungen und Landesbräuche illustriert. Es ist, als hätte ein Taumel die Nation ergriffen, eine Sinnberwirrung, aus der Sittenverwilberuna als notwendige Folge hervorgeht. Es ist ein dürftiger Troft daß ähnliches auch schon anderwärts wahr. genommen worden, daß man nicht zum erstennal die Erfabrung macht, wie dünn der Kulturfirnis ist. Immerhin bleibt es ein Trost, der zu der Hoffnung ermutigt, die Be finnung werde auch hier bald zurücfebrer, der Taumel auf hören und das errante Volt in Beschämung sich von den Taten abiventen, durch die es jetzt sein Anleben schändet. Die fächerausstellung. Emma Reichen. Das Modegift. - trinken kann, selbst wenn es Champagner wäre. Füt Selbstmordkandidaten ist es also völlig ungeeignet. Lysoform wird das Desinfektionsmittel des freien Verkehrs, der großen Deffentlichkeit werden. Es muß die Aufgabe des Staates sein, durch die Beschränkung des freien Verkaufs so giftiger Substanzen wie des Lysols dahin zu wirken, daß den Lebensfeiglingen durch die erleichterte Möglichkeit der Beschaffung eines schwereren Giftes eine flüchtige Minute der Verzagtheit nicht zum Verderben werde. Freilich wollen wir nicht vergessen, daß die Erschwerung in der Beschaffung von Giftstoffen noch keine Bekämpfung der Selbstmordepidemie bedeutet. Erst eine gesunde Erziehung, der Kampf gegen die Nervenzerrüttung durch unsinnige Lebensführung, demoralisierende Lektüre, sie helfen erst die Gefahren der Zeitenwende überwinden, und sind so eine starke Methode, die Quellen des Selbstmordes zu verstopfen. Dr. med. E. M. Thomas. ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Die Zeitungen werden sich bald entschließen müssen, zur besseren Uebersicht eine Rubrik für Lysolvergiftun gen einzurichten. Es vergeht indertat heute kaum noch ein Tag, an dem uns nicht die Schreckenskunde eines tragischen Selbstmordes und einer Familienfatastrophe übermittelt wird, in denen das Lysol sich als ein gar zu hilfsbereiter „ Tröster" erwiesen hat. Die medizinische Literatur der neunziger Jahre hat die Fälle von Lysolvergiftung zusam mengestellt. Aber in den meisten handelte es sich um zu fällige Verwechselungen mit verhängnisvollem Ausgang. In den letzten Jahren aber ist an die Stelle der Zufällig. feit die Absicht getreten. Lysol ist das Modegift aller Selbst. mordkandidaten geworden. Der Selbstmord ist die er schreckende Begleiterscheinung all der Zeiten, in denen sich in Kultur, Lebensanschauung und in den Wirtschaftsforrien ein tiefgreifender Wandel vollzieht: Uebergangszeiten. Man hat den alten Boden unter den Füßen verloren und noch keinen neuen Stützpunkt gefunden. Da können nur harte und gefestete Naturen bestehen. Die Schwankenden und Halben, die sich in die neue Zeit nicht fügen können und haltlos umhergeschleudert werden, sie werden zerbrochen und scheiden aus den Sturmkolonnen der Kämpfer ums Dasein aus. Der Schritt zum Grabe ist dann der letzte Ausweg. Nicht Feigheit immer. Aber immer Schwäche und Mutlosigkeit, den Kampf noch einmal zu beginnen. Zumeist, vielleicht immer wird diese Verzweiflung am Leben schon kaum noch das Charakteristikum eines in den weitesten Grenzen normalen Menschen sein. Untersucht man die einzelnen Fälle von Selbstmord genauer, analysiert man die betreffenden Menschen nach Abstammung, Lebensführung, ererbten und erworbenen Krankheiten, so stellt sich fast immer heraus, daß man es mit seelisch oder auch körperlich defekten Menschen zu tun hat. Diese seelenkranken Individuen, deren psychische Erkrankung dem Laien kaum sichtbarlich ist, diese ganze Gruppe der an der Grenze normalen und pathologischen Geisteslebens stehenden Menschen, sie sind zugleich dadurch charakterisiert, daß sie für psychische Infektionen besonders empfänglich sind. Nicht nur Cholera, Tuberkulose usw. sind übertragbar. Auch krankhafte Ideen finden, gleichwie frankmachende Bakterien, auf dem geeigneten Nähr( Eig. Bericht.) Berlin, 23. Oktober. Der Fächer, dieses Spielzeug der Frauen aller Jahrhunderte, der Feldherrnstab des Mannes, in den asiatischen Reichen vergangener Epochen, hat in unserer nüchternen Kunft und Wissenschaft. RB Die Oper Salome" in Wien verboten. Die neue Oper von Richard Strauß, die sich„ Salome" betitelt und nach Oscar Wildes Drama gearbeitet ist, war zur Erstaufführung im Wiener Operntheater bestimmt. Die Hoftheaterzensur im Ministerium des kaiserlichen Hauses hat die Aufführung der Salome" mit der Begründung verboten, daß biblische Persönlichkeiten nicht auf die Bühne gestellt werden dürften. - Vermischtes. 7. Sigung der Gießen für die S 2 ( Brot Anwesend die Herre Durbed, Friedberger, Mohr, Rommerzientat fowie der Synditus A 1. Aus dem Gefe Vom frühen Winter. Von allen Seiten kommen Meldungen über Schnee und starken Frost. Im Thüringer Wald liegt der Schnee bis 30 Zentimeter hoch. Die Höhenorte unterhalten bereits Schlittenverkehr. Die Zahnradbahn Ilmenau- Schleusingen ist bereits eingeschneit. Bei Salzungen ist ein von der Arbeit heimkehrender Arbeiter erfroren. Starke Nachtsröste bedrohen überall die Kartoffelernte. Respekt am Telephon. In einem thüringischen Dorfe turde der Schultheiß vom Felde, wo er mit seinen Ochsen beschäftigt war, ans Telephon gerufen, wo ihn der Herr Landrat in eiliger Angelegenheit zu sprechen wünschte. Das Drtsoberhaupt aber meinte, es sei doch gegen den Respelt, mit dem Herrn Landrat in Stallkleidern zu sprechen. E3 - a) Bei der Eisenbahn Handelstammer da Gießen( Sießen Borislag gebracht interfahrplan n b) Ferner hat die 515 Sungen- Gi und 516 Siege je einen Wagen, einzustellen. c) an das Großh fladt hat die S Die fleunige des Labas und landes anderer für die Bef Büttenwerte Lahn und nachteiligt u werden. d) Der Eisenba Bricht über bezirk im 3 e) Bu den bebo amt des Inn Innern ein G in der Tapeter über die Ta Während die den hiesigen S affe gebracht 8ntrale für Sp Jaduftrien des A fabritation, Effig gelhänigt worden. 2. Erteilung dem Intrafttrete trage. Die Erhöhu Sandelsvertragen wird ungen. Und so sehen en auch die Formen des warf sich in seinen Sonntagsstaat und begab sich dann würie sind meist für Frauen digen Ganges nach dem Postamt an das Telephon. mer ziehen das Gift und das Wasser, den Sturz rhängen. Man fann in berfolgen, wie in einer rf überwiegt, in der anangewendet wird. Aber ebens ein jähes Ende zu verdrängt durch das - Blutrache in Abessynien. Einer der Unterfeldherren des Negus Menelik, Nas Byzanie, hatte in einem Anfall bon Eifersucht seine Frau und deren sechs Dienerinnen ermordet. Darob verlangte der Bruder der Ermordeten, ein anderer Großer des Reiches, Sühne und ließ sich trotz aller Bitten des Negus, der sehr an Ras Byzanie hing, nicht von seiner Forderung abbringen. Es blieb nichts übrig, als den Mörder seinem Schwager auszuliefern, der ihm mit dem Umstände mit. Einmal Schwerte den Kopf abbieb. erierter sucht seine Hilfe, ger aber ist die leichte Für 50 Pig. fann man od anschaffen.„ Bester" durch Lysolvergiftung ist rstellen fönnen. Während en Giftschein", Rezepte nter den kompliziertesten erden, kann sich jeder weiteres beschaffen. age der Zeit, wann das wird. Aber bei der no tes muß doch jedem der örden nicht schon längst n haben. Diese Frage ortung schließt ein faich. Seitdem die An I den Städten sich vollaufbauend die soziale Forderung des Selbst in den kleinen Lebewesen gefährlicher Krankheiten ugleich festgestellt, daß sie er und leichter entfalten rängt aneinanderwohnen. sundheitspflege neue Aufchkeit wurde erweitert. immer. Wir müssen oft Bakterien in ihrer Forte Aufgabe der Desinfet täume erstredt, fann in n, wenn wir ein zwed Igemeinen Verkehr hat J. Von den bisher bemloseste. Das Lysol ist wie uns ja die Stein eil- und Desinfektion aß das Lysol die furcht parate Sublimathat doch gelehrt, daß es en Verkehr auszuliefern. St. Die Lösung der Berbindung geben, die Die Menschen tötet. Hier einen fräftigen Schritt e Desinfektion ein neues das Formalin. Frei Räumen durch Vergasen uch, der Hustenreiz, den der Formalindämpfe er mendung unmöglich. Gril hren hat das Formalin ichbaren Mittel gemacht r stechende Geruch ber fenlösung wurde es ge eftion, bei kleinen Wum ngen geeignet. Das Lyso logischen Untersuchungen cher Feind der Bakterien dem Sublimat und dem seine fast völlige Gift eine große Bedeutung für gmal so ungiftig als die um Vergiften Quantitäten e sie kein Mensch schnell Champagner wäre. Fü böllig ungeeignet. Lyso ittel des freien Verkehrs aates sein, durch die Be giftiger Substanzen wie en Lebensfeiglingen durch dhaffung eines fchwereren Berzagtheit nicht zum Ver r nicht vergessen, daß die on Giftstoffen noch feine ie bedeutet Erft eine ge en die Nervenzerrüttung emoralifierende Lektüre, Seitenwende überwinden, die Quellen des Selbst ed. E. M. Thomas. iffenfchaft. Wien berboten. Die neue fidh„ Salome" betitelt und rbeitet ist, war zur Erstauf r bestimmt. Die Hoftheater rlichen Hauses hat die AufBegründung berboten, daß auf die Bühne gestellt wer chtes. Mel. allen Seiten fommen Ten Frost. Smhüringer Bentimeter bod Die Höhen. ttenberlehr Die Bahnradt bereits eingeschmeit. Bei beimfehrender Arbeiter er roben überall die Kar einem thüringischen Dorfe , wo er mit feinen Odjjen gerufen, wo ihn der Herr zu sprechen wünschte. Das er = Wasser in der Butter. Der Profeffor Matthes in Jenc bat nachgewiesen, daß de Geldstrafen bei Uebertretungen des Nahrungsmittelgesetzes, meist in Höhe von 10 bis 15 Mark, nicht geeignet sind, einen Milchfälscher abzuschrecken, der bei einem Bezug von nur 50 Liter täglich im Jahre einen unredlichen Gewinn von 700 Mart hat. Setzt er nämlich den 50 Litern täglich 10 Liter Wasser zu, so hat er täglich bei einem Verkaufspreise von 20 Pfennigen für den Liter 2 Mark unredlichen Gewinn. Und wenn 2 Liter Rahm(= 2 Mark) aus der Milch von 3,8 v. H. Fettgehalt herausnimmt und sie so auf den geringsten zu lässigen Fettgehalt von 2,8 v. H. bringt, so hat er wieder 1,60 Mark täglich und 584 Mark jährlich unredlichen Ge winn. Groß ist auch der Schaden, den der Käufer erleidet, indem er wässerige Butter kauft. Bei einem Wassergehalt von 20 b. H. statt des mittleren von 12 v. H. werden im Deutschen Reich rund 30 Millionen Mark jährlich für Wasser bezahlt! Hessischer Landtag. Darmstadt, 23. Oktober. Der In der Weiterberatung der Rücäußerung der Ersten Rammer zur Wahlrechtsvorlage stimmt Abg. Heidenreich, nach der„ Darmst. 8tg.", zwar der Erklärung seines Parteifreundes( nationalliberal) Reinhart zu, würde es aber mit Rücksicht auf verschiedene Umstände bedauern, wenn die Vorlage in dieser Form in nächster Legislaturperiode wieder an das Haus gelange. Abg. Dr. Gutfleisch steht mit feinen Parteifreunden( freifinnig) streng auf dem Boden des Ausschußberichts, spricht sich für eine von der Regierung vorzuschlagende Wahlkreis Einteilung aus und polemistert gegen die Kampfesweise des Frhrn. v. Heyl. Präsident gibt den Antrag von sozialdemokratischer Seite auf sofortige Wiedervorlegung des Wahlgefeßentwurfs und einen weiteren Antrag auf namentliche Abstimmung hierüber bekannt. Abg. Windecker ist der Ansicht, man müsse wieder einen modus vivendi mit der Ersten Rammer finder, hält den Antrag David auf Abschaffung der Ersten Kammer für eine Demonstration gegen dieselbe und schlägt eine Abänderung des sozialdemokratischen Antrags vor. Abg. Bitthan polemisiert gegen die im Ausschußbericht niedergelegte Wahlkreis Einteilung. Abg. Ulrich präzisiert näher die Stellung seiner Partei( der sozialdemokratischen) zur Vorlage und spricht für den Ausschußantrag und den Antrag seiner Partei. 7. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. ( Protokoll Auszug.) B Gießen, 18. Oftober 1905. Anwesend die Herren: Rommerzienrat Roch, Borsigender, Dürbeck, Friedberger, Thring, Klingspor, Nowad, Rinn, Röhr, Kommerzienrat Schirmer, Schmall, Steinecke, Burbuch, fowie der Syndikus Knipper. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitzuteilen: a) Bei der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. Hat die Handelskammer das Anbalten des Buges 538 FuldaGießen( Gießen an 743 nachmittage) in Rödgen in Vorschlag gebracht. Dem Antrage fonnte aber für den Winterfahrplan nicht mehr stattgegeben werden. b) Ferner hat die Rammer beantragt, in den Rügen 515 Hungen- Gießen( Gießen an 5, bezw. 740 morgens) und 516 Gießen- Hungen( Gießen ab 63 nachm.) je einen Wagen, der einige Abteile 2. Klasse mitführt, einzustellen.ve c) an das Großh. Minifterium der Finanzen in Darmstadt hat die Handelskammer die Bitte gerichtet, für die schleunige Beseitigung der differentiellen Behandlung des Lahn- und Dillgebietes einerseits und des Siegerlandes andererseits im Ausnahmetarif vom 15. Jan. 1905 für die Befö derung von Steinkohlen und Kots für Hüttenwerke nsw. einzutreten, da die Werke an der Lahn und Dill jetzt gegenüber denen an der Sieg benachteiligt und in ihrer Ronkurrenzfähigkeit geschädigt werden. d) Der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. w: rde ein Bericht über die Lage des Erzbergbaues im Kammerbezirk im 3 Vereine jahre 1905 erstattet. e) Zu den bevorstehenden Kartellverhandlungen im Reicheamt des Innern wurde dem Großh. Ministerium des Innern ein Gutachten über die Wirksamkeit der Kartelle in der Tapetenindustrie und im Tapetenhandel, sowie die Tätigkeit der Spirituszentrale erstattet. Während die Vereinigungen in der Tapetenbranche für den hiesigen Handel überwiegend günstigere Berhältuff gebracht haben, sind durch die Tätigkeit der 8 ntrale für Spiritusverwertung die weiterverarbeitenden Jadustrien des Kammerb zirts( Branntwein- und Likörfabritation, Essigindustrie), wie auch der Konsum schwer geschädigt worden. Getreide vor dem 1. März 1906, dem Zeitpunkt des Infraftretens der neuen Handelsverträge, führen, die durch das System der Einfuhrscheine noch eine wesentliche Vermehrung erfahren wird. Um die Einfuhr und Ausfuhr zu regeln, beschloß die Handelskammer, den Erlaß von Uebergangsbestimmungen zu beantragen, wonach innerhalb einer 4 bis 5monatigen Frist nach dem 1. März 1906 bei der Ausfuhr vor Roggen, Weizen, Epelz, Hafer, Buchweizen und Speisebohnen und den daraus hergestellen Mühlenfabrikaten Einfuhrscheine auf Grund der alten Zollsäge und nach Maßgabe der§ 11 des neuen Zolltarifgesetzes erteilt werden sollen. 3. Bereidigung von Bücher revisoren. Bei der Handelskammer ist beantragt worden, einen Bücherrevisor öffentlich anzustellen und zu vereidigen. Die Handelskammer erkannte das Bedürfnis für die öffentliche Anstellung und Bereidigung eines Bücherrevisors für ihren Bezirk und beschloß zunächst das Großh. Ministerium des Innern um die Genehmigung der im Entwurf festgestellten Vorschriften für die Tätigkeit von öffentlich angestellten Bücherrevisoren zu bitten. 4 Vereinfachtes Abfertigungsverfahren im Güter und Tierverkehr. Die Handelskammer zu Leipzig hatte in einem an den deutschen Handelstag gerichteten Schreiben berichtet, daß von Firmen ihres Bezirkes über das neue vereinfachte Abfertigungsverfahren im Güterund Tierverkehr wiederholt Slagen geführt worden seien. Die Hauptbeschwerden gipfeln darin, daß sich seit Einführung dieses abgekürzten Abfertigungsverfahrens die Güterverschleppungen in oußerordentlichem Maße vermehrt hätten, und daß Rektomationen von Gütern teils mit großen Umständlichkeiten und Verzögerungen verknüpft, teils nahezu unmöglich gemacht seien. Eine Umfrage hot ergeben, daß im hiesigen Bezirk Mißstände der gerügten Art im Allgemeinen nicht wahrgenommen worden sind. Nur in vereinzelten Fällen wurde über Güterverschleppungen und Erschwerung der Reklamation berichtet. Die Handelskammer sah deshalb davon ab, die Wiederaufhebung des vereinfachten Abfertigungsverfahrens in Verschlag zu bringer, beschloß jedoch, die Eintragung des Empfängers in die Versandliste zu befür morten. 5. Bertretung von Industrie und Handel in den Kommunalverbänden. Der deutsche Handelstag teilte mit, daß von preußischen Handelskammern Beschwerden über die mangelhafte Bertretung von Industrie und Handel in den Kommunalverbänden erhoben worden seien und ersuchte um eine Auskunft, ob auch in anderen Bundesstaaten ähnliche Verhältnisse vorliegen. Die Handelsfammer beschloß, dem Handelstage mitzuteilen, daß sie in den Bestimmungen des hessischen Gesezes am 12. Juni 1874, betr. die innere Verwaltung und bie Vertretung der Kreise und der Provinzen, sowie in dem neuen Entwurf, betr. Kreis- und Provinzordnung, eine Zurücksetzung von Industrie und Handel hinsichtlich ihrer Vertretung in den Kommunalverbänden nicht erblicken könne. 6. Eintragung einer Firma in das Handelsregister. Auf die Anfrage eines Amtsgericht über die Eintragungspflicht einer Firma beschloß die Rammer zu erwidern, daß der Umfang des betreffenden Unternehmens nicht über denjenigen eines kleinen Gewerbes hinausgehe, und daß somit von der Eintragung abzusehen sei. 7. Eingänge. Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über rumänische Eisenbahnen, die Gründung einer Aktiengesellschaft zur Busbeutung der Kohlengruben in Bulat und Ech rbut ( Rußland), Aussichten auf Absatz von Stahl und Stahl. waren nach Bafu, WarenabsazSüdafrika, insbesondere in Bloemfontein, Port Elizabeth, Grahamstower, East- London und Laurenco- Marquez, ferner über zweifelhafte Firmen in Utrecht, Baals( Limburg), London, Bukarest und Craiova( Rumänien). Don hältnisse in Die Eingänge fönnen während der üblichen Geschäftezeit im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. - Cokales. 24. Oftober 1905. *** Donnerstag, den 26. Oktober hält die Stadt: verordneten- Ve fammlung eine Sigung mit nachstehender Tagesordnung ab: 1. Preis der elektrischen Energie für photographische Zwecke.- 2. Kredit für elektrische Kabel.- 3. Anschluß von Textors Hardt an die Wasserleitung. 4. Verpachtung eines städtischen Gartens. 5. Polizeiverordnung, betr. die Ein- und Durchfuhr frischen Fleisches. 6. Fütterung des im Schlachthofe eingestellten Viehes. 7. Bestimmungen, betreffend die Bildung eines Arbeiterausschusses bet den städtischen Betrieben.- 8. Vergrößerung des Ererzierplazes. B - - - *** Heute Dienstag- Abend tält der Bürgerverein Gießen im Gasthans Zum Löwen" eine Bersammlung ab, für die folgende Tagesordnung aufgestellt ist: 1. Der Verkehr im hiesigen Güterbahnhof und andere wicht ge Verkehrsfragen. 2. Verschiedenes. Bet der Wichtigkeit der Beratungsgegenstände ist ein guter Versammlungsbesuch dringend erwünscht. Der Turnverein Gießen hielt gestern Abend im Ca é Ebel seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der 1. Borfißende Althoff eröffnet diefelbe mit einer herzlichen Begrüßung und erstattete dann seinen Jahresbericht. Der Mitgliederzahl nach nimmt der Verein im Mittelrhein Turnfreis die 8. Stelle ein; nur Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, Worms, Mainz, Offenbach, Bockenheim also alles Städte, die auch der Einwohnerzahl nach größer sind 1 Der L.-B. Gieten über Gießen. Im Gau Heſſen rangiert an erster Stelle und kann( die Böglinge und Damen- Abteilung mit einbegriffen) ein Behntel der ge2. Erteilung von Einfuhrscheinen nach dem Intrafttreten der neuen Handelsver- samten Gaumitglieder allein zu den Seinigen rechnen. Im Sandelsverträgen wird zu einer großen Boreinfuhr von ei doch gegen den Respelt, träge. Die Erhöhung der Getreidezölle in den neuen Afleidern zu spredjen. E allgemeinen tann der Verein mit seinem ganzen abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden sein. Der Bericht des 1. Turnwarts Pieper zeigte, daß 3859 Turner an 116 Turnabenden geturnt haben; ein Rückgang im Turnbesuch ist nicht eingetreten. Die Rechnungsablage vom Vorstandsmitglied Erle hat ergeben, daß die Einnahmen und Ausgaben im Verhältnis zum Vorjahre größere geworden sind. Es wurden rund 600 Mt. Ueberschuß erzielt. Das reine Vereinsvermögen beträgt nach Abschreibung der Schulden 53 135,18 Mt. Die Vorstandswahl hatte folgendes Resultat: L. Althoff 1. Vorsitzender, R. Buchacker 2. Vorsigender, Weidmann jun., Louis Lenz und Treucke Schriftführer, Carl Müller 1. Turnwart, Carl Ecb 2. Turwart, Mary Gegenschreiber, Weidmann sen. Zeugwart, Will, Carl Noll und Schubecker Turrätteste, Erle, Belloff und Pieper Beifizer. Die Beitragserhöhung wurde nach längerer Debatte einstimmig beschlossen und zwar mit Wirkung vom 1. April 1906 ab. Es haben, vorausgeseßt daß eine demnächst stattfindende außerordentliche Generalversammlung den Beschluß gut hißt, zu zahlen die Mitglieder pro Vierteljahr statt 1 Mr. dann 1,50 Mt. Das Eintrittsgeld beträgt in Bufunft 2 Mt.( bisher 1 Mt.) Die im nächsten Jahr stattfindende Feier des 60jährigen Bestehens soll einen re n turnerischen Charakter tragen und ist als Beit Mitte August vorgesehen. Ueber die Festeinteilung selbst wird die nächste außerordentliche Generalversammlung zu beraten haben. *** Das Kriegsspiel der Turner. Troß Hagelund Schneetreibens wurden am Sonntag, 22. Oftober, die Kriegesp ele der Turner des Mittelrheinkreises abgehalten. Den militärisch geleiteten Spielen lag folgende Idee zugrunde: Eine zwischen Hanou und Friedberg geschlagene Südabteilung ( rot) sucht durch Zuzüge von S den gestärkt, der langsam nachqringenden Nordabteilung( blau) die Einnahme von Darmstadt zu verwehren. Die Nordabteilung befehligte der Turnwart Rach- Frankfurt, während die Südabteilung unter dem Kommando des Oberleutnants der Landwehr Dr. Neßling stand. Jede Abteilung war 300-400 Mann start, ohne die ihnen beigegebenen Radfahrer, die sich insgesamt auf rund 150 bez fferten. Die Operationen begannen morgens 8 Uhr. Die Parteien gingen in fleineren( 30 Mann starken) Trupps vor, auf allen Seiten von Radfahrern gedeckt. Als Platz der Entscheidung war Messel bestimmt und zwar sollte die Partei Sieger sein, die den Ort nachmittags um 2 Uhr besetzt hielte. Für die Frage der Ueberlegenheit beim Zusammentreffen feindlicher Abteilungen war ausschließlich das numerische Uebergewicht maßgebend. Gegen 1 Uhr streßen die Korps bei Messel zusammen, die Südabtedung befand sich in rückläufigen Bewegungen vor der Nordabteilung. Mit sicherem Auge erkannte die Leitung der Südabteilung, daß der Sieg nur durch Zusammenziehung der einzelnen Abteilungen zu größeren Vertänden zu erringen fi. Mit größter Exaltheit wurden die Bewegungen ausgeführt und die Orts- Ausgänge Messels mit starken Kommandos beseßt. Von allen Seiten stürzten die Blauen hervor, doch zerschellte ihr Anprall an der numerischen Ueberlegenheit der einzelnen roten Truppenförper, bis die Südabteilung gegen 2 Uhr das Feld behauptete. Nach Einstellung des Gefechts gönnten sich die Trupps eine furze Rast in den Wutschaften Messels und um 2 Uhr warde der Marsch auf Larmstadt angetreten. Obwohl ein böses Better niederging, erflangen doch die frischen Turnerlieder. Bei Kranichstem setzte sich eine MitärKapelle an die Spitze der Kämpfer und im festen, strammen Schritt ging es durch die Straßen Darmstadts in ein gemütliches Beidie Turnhalle der Turngemeinde, wo sammiein stattfand und noch manch martiges und an. erkennendes.rt gesprochen wurde. * Buzzbach, 23. Oftober. Trachtenfeft. Für den Sommer 1906 ist en größeres Trachtenfest für Butzbach geplant. Bu diefem Zwecke findet nächsten Donnerstag im hiesigen Rathaus unter dem Vorsitz des Kreisrats Fy eine ( Buzb. Btu.) Versammlung statt. Maiftberiate. Gießen, 24 Oftober. ut dem beutiger Wochenmart lofteten Butter per Pfb 110-1.15 t., Sühnereler per Stüd 8-9 Pfg., Entenetes St 6-7 r. Stä per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 1gErbsen per Liter 21 Pfg. Linten per Liter 32 Ptg Tauben per Paar Wt. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Sahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Pfb. 60-75 fa Dsenfleisch per fb 72-82 g., Rindfletic per fb. 70-72 Pfg. per Pft Schweineflena 76 86 Big. Schweine fletsch gesalzen pe Bfund 0.90 Big., Halbfleisch per Pfb. 70- 80 Pfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-76 Pfg., Kartoffeln pro 100 Rilp 5.00-5.50 mt., 3wiebeln per St Mr 6.00-8.00, Wetstraut Stud 7-10 Bf. pe Stüd, Zentner 6-7 Mt. Aepfel per 3t. 10-25 Mr Zwetschen pe 3entner 0,00-0.00, Nüsse 100 Stüd 30-40 Big. Milch per Lite 20 Pfg Dauer der Marktge: von 8 Uhr morgens bis 2 lb nachmittags. Gegenflände der Wochenmarktverkehrs dürfen bor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umbezzichen feilgeboten werden. Die Marktpreise für Vich und Frucht und die Gießener Fleisch und Brotpreise am 23. Oftober 1905. Höchste Schlachtvtehpreise in Frankfurt a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine " bo. Getreidepreise in Mannheim 18 60-00.00 M. 16.40-00 00 50 kg Schlachtgewicht 81-85 M./ kg 72-82 Pi. 1/2 H 86-90 Pf do. 70-80 W 79-00 76-86 Do. Brotpreise in teßen Weißbrot 2 kg 52 1 " " 9 chwarzbr. do. 48 Н Weizen 100 kg Roggen do. Stepenes law@@@@@ ca Boraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, ben 25 Oftober. Zeitweise herter, doch vielfach Morgennebel, fätter, besonders nachts. ( Näheres durch die Gießener Betterkarte.) Verantwortl.. für die Politit und den Inseratenet #Ibin klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, ber in Girgea. Bekanntmachung. Donnerstag, den 26. Oktober 1. 3, nachm. 31 Uhr wird zu Gießen im Café Ebel eine Haupt- Versammlung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen stattfinden, zu der die Mitglieder und alle Freunde des Vereins eingeladen werden. An die Versammlung schließt sich eine Abschieds. Stadt- Cheater MADU Wurze Giessen. Dir.: Hermann Steingoetter. Dienstag, den 24. Oftober 3. Dienstag= Abonnements Vorstellung. feier für Herrn Kreisamtmann Dr. Kranzbübler an. Die Herren Söhne. Gießen, den 18. Oktober 1905. Der Vorstand des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Dr. Breidert. Tages- Ordnung: 1. Die landwirtschaftliche Winterschule. 2. Die Kreishaushaltungsschule. 3. Vortrag des Herrn Professer Dr. Gisebius über „ Gemüsebau". 4. Anträge und Mitteilungen. Volksstüd in 3 Aften von O. Walther und L. Stein. Butter! Wer liefert wöchentlich 200 bis Kranzalare Warze ist Bekanntmachung. Aus der Friedrich Bücking- Stiftung sind um Weihnachten ds. Js. 1300 Mt. in Gaben von 150 Mr. und 100 Mt. an bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzelstehende Personen zu vergeben. Anmeldungen sind bis spätestens 30. November 1905 beim städtischen Armenamt, Neuen- Bäue 25, Zimmer 2, einzureichen. Gießen, den 21. Oftober 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Wefanntmachung. In der Zeit vom 14. bis 21. Oktober wurden in Jedermanns Nutzen biefiger Stadt Heußerst günstige Gelegenheit! 300 Pfd. gute Landbutter für Fuhrunternehmerei mit einen ständigen Abnehmer. Defonomie billig zu verk. richten an Bürgerverein Giessen. Carl Arhelger, Dienstag, den 24. Oftober c., abends 8½ Uhr im Saale des Gasthaus Zum Löwen" Versammlung und Besprechungs- Abend. Tagesordnung: 1. Der Verkehr im hiesigen Güter- Bahnhof und andere wichtige Verkehrsfragen. 2. Verschiedenes. Zu dieser äuße ft wichtigen und hoch interessanten Versammlung laben wir zu regem Besuch insbesondere unsere Mitglieder ein. Der Vorstand. Verbindlich bis 31. Oktbr. 11 Mark Jas Paar 11) Diese Lorbeerbäume haben jeder eine Höhe von ca. 2 Meter und ein jeder einen Kronenumfang von ca. 11 Meter. Die Bäume stehen in dauerhaften Holzkübeln. Wegen Platzmangels bel der bevorstehenden Ueberwinterung werden zwecks sofortiger Räumung 1400 solcher Lorbeerbäume sehr billig ausgeboten, eine gesunde, frischgrüne Ware.- Das Paar Mk. 11.- 5 dieser Lorbeerbäume Mk. 27.- 10 dieser Lorbeerbäume Mk. 53. 20 Exemplare Mk. 99. Ein sobald sich wohl nicht wieder bietender Gelegenheitskauf für Kirchen, Kapellen, Wintergärten, für Treppenaufgänge, Salons. Konzertsäle, Restaurants. Gärtnereien Peterseim, Erfurt. Dieses Jahr sehr billig: Obstbäume, Rosen, Blumenzwiebeln. Hauptkatalog umsonst. Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an. Rotwein ( echter Ingelheimer) Liter oder Flasche von 100 Pfg. an versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 12 Flaschen an P.Chr. Saalwächter Weingutsbesitzer. 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