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Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Freitag, den 24. Februar 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratt@ beilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. In der Versammlung Montag, den 27. d. Mts. nachmittags 3/4 Uhr im Café Ebel dahier, wird der Assistent des Landwirtschaftsrats Herr Dr. Hamann aus Darmstadt die Besichtigung der ausgestellten Saatgut proben durch ein Referat über: Förderung des Saatgutbezugs und Verkaufs durch die Saatbaustelleneinrichtung des Landwirtschaftsrats" einleiten. Gießen, den 23. Februar 1905. Der Vorstand des landw. Bezirksvereins Gießen. Dr. Breidert. Dr. juris Kaifer Wilhelm. Die Universität Pennsylvaniens in Philadelphia hat anläßlich der Washingtonfeier dem Kaiser Wilhelm den Titel eines Doktors der Rechte Ehren halber verliehen. Die nämliche Auszeichnung wurde zugleich dem Präsidenten Roofebelt zuteil. Es ist schon häufig vorgekommen, daß Universitäten in dieser Form ihre Huldigung heimischen und fremden Staats: männern und Generalen darbrachten, in dieser Form ihrer Anerkennung für Verdienste Ausdruck gaben, die nicht gerade auf wissenschaftlichem Gebiet liegen mußten. Der„ Marschall Vorwärts", Fürst Blücher, ist Ehrendoktor der UniDersität Orford gewesen, und selbst Schmeichler haben ihm nie nachsagen wollen, daß er zur Welt der Gelehrsamkeit auch nur oberflächliche freundliche Beziehungen gehabt habe. Die Promovierung von Staatsoberhäuptern zu Ehrendoktoren aber ist neu. Noch kein Monarch und noch kein Republikpräsident ist zu dieser Würde gelangt. In Deutschland sind die Fürsten die besonderen Schußherren der Unibersitäten, nennen sich sogar Rektoren einzelner Hochschulen, so daß diese nur Prorektoren wählen. Die Lehrkörperschaft der Universität Berlin im Verein mit der Akademie der Wissenschaften heißt die geistige Leibgarde der Hohenzollern. Daß ein ähnliches Verhältnis der Gelehrten- Hochschulen im Amerika zu den schnell wechselnden Präsidenten der Vereinigten Staaten bestünde, hat man bisher nicht wahrgenommen. Es wäre so unerfreulich nicht, wenn gerade in dieser Beziehung Amerika sich dem europäischen, speziell dem deutfchen Muster anbequemte, wenn in dem Land, das vorzugsmeise als das Land der praktischen Menschen, des absoluten Geschäftsmännertums gilt, sich engere Beziehungen herausbildeten zwischen dem obersten Vertreter der praktischen Politik und den obersten Vertretern der gelehrten Bildung. Beide Teile könnten dadurch nur gewinnen. Jedenfalls ist es eine mit Freuden zu begrüßende Tatsache, daß die Universität Philadelphia die erste Gelegenheit ergriffen hat, namens der amerikanischen Universitäten der Zustimmung zu dem Vorschlag Kaiser Wilhelms feierlichsten Ausdruck zu geben, Amerika und Deutschland möchten zeitweilig ihre Professoren austauschen, möchten einander ihre Gelehrten zuschicken, so daß die Amerikaner in Deutschland, die Deutschen in Amerika Vorträge hielten. Die Ernennung des Deutschen Kaisers zum Ehrendoktor einer amerikanischen Universität ist der Dank für jenen Vorschlag, der eine ehrende Anerkennung der amerikanischen Gelehrtenwelt in sich schloß. Für diese Anerkennung hat man jenseits des Ozeans eine feine Empfindung gehabt, gerade weil sie bon so hoher, mit den Strömungen der deutschen Gelehrtenmelt traditionell vertrauter Stelle fam. „ Ich brauche Amerikaner", soll Kaiser Wilhelm einmal gefagt haben. Selbstverständlich wollte Kaiser Wilhelm damit nicht ausdrücken, daß er deutsches Wesen geringer achte. Er wollte damit vielmehr zu erkennen geben, welche Ergänzung deutschem Wesen zu wünschen sei, damit es sich noch weiter vervollkommne und seine Eigenart zur höchsten Entwickelung bringe. Der Deutsche Kaiser, hieß es einst, als es einen Deutschen Raiser nur erst im Wunsch des deutschen Volkes gab, müsse ..mit einem Tropfen demokratischen Dels" gesalbt sein. Kaiser Wilhelm II., der ein durchaus moderner Monarch", ganz und gar ein„ moderner Mensch" ist, hat diese Forderung erfüllt und hat erkannt, daß den Deutschen ein Tropfen amerikanischen Blutes gut sein würde. Deutsche Theorie und amerikanische Praxis geben eine gute Mischung. Aus dem Volk der Dichter und Denker" solle ein tatkräftiges nicht bloß, sondern auch ein tatfrohes Volf werden, gründmit Defonomie- lich in der Gelehrsamkeit und in der Schulung, zweckbewußt einigen Morgen und gewissenhaft in der Betätigung des Erlernten. Station der Oberh 7) preiswert zu Die Amerikaner haben diese Bedeutung des kaiserlichen Wortes verstanden. Sie pflichten dem Kaiser vom ameriFanischen Standpunkt aus bei und wünschen eine Ergänzung des amerikanischen Wesens durch eine Beimischung deutschen eit zu weiterem Er Wesens. In diesem Sinne haben sie den Deutschen Kaiser Land ift geboten. um Ehrendoktor der Rechte gemacht. Das Anerbieten der Jenten wollen fid bition b. Bettung unter Nr. 7042 an Ehrung und die Art der Annahme sprechen gleichmäßig daFür, daß man es hüben und drüben nicht bei dem bloßen Wunsch lassen wird. Der Krieg in Oftalien. Ueber die Friedensverhandlungen ist man rasch zur Tagesordnung übergegangen. Man nimmt wohl nicht mit Unrecht an, daß sie auf Börsenmanöver zurückzuführen sind. Auf dem Kriegsschauplaz fahren die Russen, deren Hauptnacht noch auf dem rechten Ufer des Schaho steht, fort, starke Verteidigungswerke an dem Flusse aufzuführen General Kuropatkin ist häufig unterwegs zwischen Kozanshi im Mittelpunkt der Angriffslinie und Hankasai. Es heißt, daß er an einem Augenübel leide, welches durch die strenge Kälte hervorgerufen wurde. Er soll die Sehkraft auf einem Auge vorübergehend eingebüßt haben. Wie weiter aus Tokio gemeldet wird, sind jetzt schon 5 kleine Schiffe im Hafen von Port Arthur wieder flott gemacht worden. Die in Wladivostok liegende Flotte fuhr kürzlich aus dem Hafen heraus, kehrte jedoch, als sie des Blokadegeschwaders ansichtig wurde, in Eile zurück. Japan hofft, eine neue Flotte von Torpedobootszerstörern innerhalb eines Jahres fertig zu stellen. Jedes dieser Schiffe foll 380 Tonnen groß sein, eine Geschwindigkeit von 29 Knoten und die gebräuchliche Bestückung haben. Zehn neuerdings gebaute Torpedoboote werden jegt in Dienst gestellt. Die Huller Affäre ist ihrem Abschluß nahe. Die Kommission hat sich dahin schlüssig gemacht, daß Roschdjestwensky sich gefährdet glauben konnte. Nur soll ihm ein Tadel ausgesprochen werden. daß er zehn Minuten lang auf die Fischerboote feuerte und abfuhr, ohne Hilfe zu leisten. Die englischen Blätter sind sehr ungehalten über diese Wendung und erklären sie für ein diplomatische Demütigung Englands. Sonst wird noch gemeldet, daß General Stössel fich von seinen Offizieren durch ein Festmahl an Bord des ,, St. Nikolaus" herzlich verabschiedet hat. Besonderen Dant zollten die Offiziere Frau Stösest, die sie in einem Toast als ihr Täubchen, ihr Mütterchen Wera Mlerejewna" leben ließen. In Petersburg wird Stössel nicht offiziell empfangen. Es findet nur eine Festsibung im Kasino der Armee und der Flotte statt. * Der innere und der äufsere feind. Petersburg, 23. Februar. Die Friedensglocken, die man gestern ertönen ließ, haben leider nicht hier und nicht in Tokio gehangen. Sie wurden pon denen geläutet, die zur Herstellung des Friedens nicht berufen sind, auch nichts dazu beitragen können. Daß für Rußland das Aufhören des Krieges ein Bedürfnis ist, läßt sich kaum in Abrede stellen. Doch der nationale Ehrbegriff läßt nicht zu, daß man unbezwungen einen ungünstigen Frieden schließt. Bezwungen aber ist Rußland nicht, und zu anderen als für Rußland ungünstigen Bedingungen würde jegt Japan nicht auf einen Frieden eingehen. Es ist begreiflich, daß gerade ein Alleinherrscher, der nicht in der Lage ist, einen Teil der Verantwortung von sich abzuwälzen denn damit würde er das autokratische Regiment selbst verdammen auf das Prestige des Landes Rücksicht zu nehmen hat. Und niemand wird in Abrede stellen, daß Rußlands Prestige auf lange Jahre verloren wäre, müßte es sich für besiegt erklären von einem Lande, das vor kurzem noch nicht den Ehrgeiz haben durfte, sich zu den Großmächten zu rech= nen. Das Wort, Rußland sei ein Riese mit tönernen Füßen, würde neue und kaum zu bestreitende Geltung gewinnen. Freilich die Finanzfrage! Man ist vielfach der Meinung, Rußland könne die Fortdauer des Krieges finanziell nicht aushalten, weil sein Kredit im Ausland erschöpft sei. Ob wirklich Rußland nicht im Stand sein würde, neue Anleihen im Ausland aufzunehmen, mag unerörtert bleiben.. Es sei jogar die naheliegende Vermutung unterdrückt, ob nicht noch cher Japan an das Ende seiner finanziellen Kräfte kommen möchte. Nur darauf sei hingewiesen, was man im Ausland so leicht übersicht: daß Rußland für innere Anleihen noch ein sehr großes und jungfräuliches Feld hat, das andere Staaten schon längst angreifen und erschöpfen mußten: Die orthodoren Kirchen und Klöster haben unermeßliche Reichtümer aufgehäuft, die nach vielen Milliarden zählen. Diese Reichtümer sind zumeist gut und sparsam verwaltet, und im äußersten Notfall werden sie sich dem allergottesfürchtigsten Baren" nicht versagen. Von Gewalt braucht dabei nicht die Rede zu sein, nicht einmal von sanftem 3wang. Einstweilen aber hat Rußland größere Sorgen, als um den Krieg im fernen Osten und um seine Kosten. Ueberall kracht das Band in seinen Jugen. Daß im Westen teilweise der Eisenbahnverkehr aufgehört hat, ist das Schlimmste noch nicht. Zugeständnisse der Forderungen kann die Angestellten bald wieder zum Dienst zurückführen. Bedenklicher ist schon, daß die Regierung in sehr vielen und gerade in den dicht bevölkerten Bezirken nicht wagen darf, neue Aushebungen borzunehmen. Vielfach hat man sich sogar gezwungen gesehen, die bereits erlassenen Aushebungsbefehle zu widerrufen. Allmählich jedoch und darin liegt die größte Gefahr löst sich der Staatszusammenhang selbst auf, greift Anarchie im eigentlichen Wortsinn Plat Den blutigen Schlägereien zwischen Armeniern und Persern im Lafu ist zwar schnell die Versöhnung gefolgt; doch nichts bürgt dafür, daß der Zwist sich nicht erneuert, und die Völkerschaften, deren Zugehörigkeit zu Rußland in ihrem eigenen Gefühl sehr lose ist, zur unvergessenen Unabhängigkeit zurückkehren. Gegenwärtig ist keine Macht vorhanden, die sie hindern könnte. Es ist ganz flug von den leitenden Männern, daß sie thren ganzen Einfluß rücksichtslos aufwenden, um die Fabrifanten zu bestimmen, sie möchten ihren Arbeitern weit entgegenkommen. Diese tun es nach Kräften und erreichen damit auch vielfach die Wiederaufnahme der Arbeit. Das ist beispielsweise in Lodz und in Sosnowize geschehen. Doch die Ausstände sind ein fressendes Feuer, das manchmal ganz plößlich und unerwartet weitergreift. Der Verkehr Warschau -Thorn ist heute unterbrochen, der Verkehr auf den Weichselbahnen wird vielleicht schon morgen eingestellt sein, der von Mostau nach Kiew hat starf eingeschränkt werden müssen. Noch ist es ein bloßes Gerücht, aber die Bestätigung ist immerhin möglich, daß die aufständischen Tartaren in Bafum, die nur zum Teil Perser sind, zum Teil dem Stamm angehören, der dem Zaren die Leibwache liefert, daß die Kaukasier in Batum, Kuteris, Putinina provisorische Regierung eingesetzt haben. Einen drolligen Beigeschmack hat es, daß die hiesige Polizei selbst mit Streik droht, wenn ihre Bezüge nicht erhöht werden. Richtig ist, daß die Anforderungen an die Polizeimannschaften in letzter Zeit wesentliche Steigerung erfahren haben. Die Dolitik. * Der Dank des Kaisers an die Staatsmänner, die in vorderster Reihe bei dem Abschluß der Handels. berträge mitgewirkt haben, ist erfolgt. Reichskanzler Graf Bülow hat die Marmorbüste des Kaisers, Staatssetre tär Graf Posadowsky den Schwarzen Adler- Orden, Landwirtschaftsminister v. Podbielski das Großkreuz des Roten Adler- Ordens erhalten, Staatssekretär Frhr. v. Richthofen ist zum Mitglied des preußischen Staatsministeriums ernannt worden. Man hatte wohl erwartet, daß Graf Bülow den Fürstentitel erhalten würde. Auch hatte der Kaiser ihm diesen schon früher zugedacht. Graf Bülow aber hatte ihn ablehnen zu müssen geglaubt, weil seine Vermögensverhältnisse fürstlichem Rang nicht entsprechen. * Nachdem ver Nerastag die Handelsverträge sämt lich verabschiedet hat, wird er nicht umhin können, sich in Bälde mit der Frage der Flettenverstärkung zu beschäftigen. Es steht zu hoffen, daß er dabei dieselbe rühmliche Wort fargheit bewähren wird, durch die er sich bei der Beratung der Handelsverträge ausgezeichnet hat. Die Flottenverstärkung zwingt sich auf, einfach, weil alle anderen Staaten ihre Flotten auch vergrößern. Präsident Roosevelt hat eben berkündet, Amerika müsse sich eine unangreifbar starke Marine zulegen, die dann um so sicherer den Frieden wahren werde; Englands Flottenpläne sind bekannt; Frankreich gibt im Jahre 1905 allein 121 Millionen für Kriegsschiffe aus. Unter solchen Umständen darf und kann Deutschland gar nicht zurückbleiben. Im nördlichen Teil des deutsch- südwest afri tanischen Schutzgebiets find die Owambostämme durch unsere Schuttruppen noch zu unterwerfen. Oberleutnant Winkler schäßt nach Missionarberichten die Stärke der Ovambostämme auf deutschem Boden auf 51 000 Seelen mit 9000 vaffenfähigen Männern, auf deutschem und portugiesischem Voden auf 45 000 Seelen mit 10 000 waffenfähigen Männern, und auf portugiesischem Boden auf 35 000 Seelen mit 10 000 maffenfähigen Männern. Rufsland. Der Mörder Johnssons, des Senatsprokureurs von Finnland, hat seine etwaigen Mitschuldigen nicht ange geben. In Ermangelung Mitschuldiger hat die Polizei auf Befehl des Gouverneurs von Finnland den Vater, die Schwester und einige andere Verwandte des Mörders festnehmen lassen. Oefterreich- Ungarn. Die Kombination eines Uebergangsministeriums Daranyi hat sich als untunlich erwiesen. Die Kossuthfraktion hat sich auf ihr Programm besonnen, das als Regierungsorogramm unmöglich, das ein bloßes Revolutionsprogramm ist. Sie will kein Kabinett dulden, das die österreichischungarische Zollgemeinschaft bis 1917 festhält und Handelsverträge bis 1917 abschließt und das nicht eine ,, nationale" Militärreform, d. h. eine Auflösung der gemeinsamen österreichisch- ungarischen Armee verheißt. Es ist nicht unmöglich, daß die liberalen Ueberläufer die Kossuthpartei wieder ver. lassen und zu der Fahne zurückkehren, unter der sie so lange gefochten haben. Türkei. Die mazedonischen Wirren sollen jetzt dadurch beseitigt werden, daß Mazedonien einen von der Pforte zu ernennenden Generalgouverneur erhalten soll. So will es England, dessen Staatssekretär des Auswärtigen Lord- downe die Einsetzung einer europäischen Kommission zur Aus arbeitung eines dahin zielenden Planes beantragt hat. Die Kommission wird erst zusammen... en, wenn das österreichischcussische Finanzprogramm erledigt sein wird, das von den Boulzuschlägen in Mazedonien handelt. Einstweilen treiben bulgarische, griechische, mazedonische Banden ziemlich ungestört ihr politisches Räuberspiel, das ganz einträglich zu sein scheint. Ist die Geduld der Pforte erschöpft, so kann zugleich die Intervention der Mächte beginnen. Die deutsche Gefandt fchaft bei Menelik. Die deutsche Mission, die vom Kaiser Wilhelm nach Abes: synien gesandt ist, um dem Kaiser Menelik Geschenke zu überbringen, ist in Adis- Abeba am Hofe Meneliks am 19. d. R. feierlich empfangen worden. Der Kaiser und die Kaiserin Taitu sprachen ihre Freude über die vom Führer der Mis fion, Legationsrat v. Rosen, überreichten Geschenke aus und baten, ihre Gegengrüße dem Kaiser Wilhelm zu übermitteln. Menelik gab darauf ein Prunkmahl, an dem alle in AdisAbeba lebenden Deutschen teilnahmen. Alle Großen des Reiches waren zugegen, alles in allem an 5000 Personen. die aus erlesenen Großes Aufsehen erregte die Eskorte, Mannschaften der Garde- ou- Corps octildet ist. Für den Empfang der Fremden am Hofe des Negus hat sich eine Art feststehenden Ceremoniells ausgebildet. Jeder, der in Menelits Reich jagen oder reisen will, muß sich zubor persönlich bei ihm die Erlaubnis einholen. Er hat dabei im schwarzen Gesellschaftsanzuge zu erscheinen und wird dann regelmäßig zum Mahle geladen. Wir folgen einer Gesellschaft englischer Herren, die zur Ausübung der Jagd auf Antilopen in Meneliks Reich gekommen war. Der Empfang fand eines Nachmittags nach 2 Uhr statt. Die Herren begaben sich zu Pferde in Begleitung des englischen Vizekonsuls nach dem Palast. Zehn Minuten mußten sie warten, dann wurden sie ins Zimmer des Kaisers geführt. Dieser, ist ein Mann von mittlerer Größe mit einem intelligenten, freundlichen und ehrlichen Antlig, das durc tiefe Bockennarben etwas entstellt ist, Haar und Bart sind zum Teil ergraut. Er saß mit untergeschlagenen Beinen auf einem Haufen von Kissen, angetan mit einer schwarzseidenen, reich mit. Gold gestickten Weste und weiten Oberkleidern au weißer Seide, sowie mit einem weichen, breitkrämpigen Hut. Die Vorstellung besorgte der Vizekonsul mit Hilfe eines Tolmetschers. Die Besucher nahmen auf Stühlen Plazz. Den Kaiser umgaben mehrere seiner Würdenträger in zum Teil reichen Hofgewändern. Zum Schluß wurden dem Kaiser Beschenke überreicht. An den Empfang schloß sich eine große Festlichkeit im Speisesaale des Palastes. Dieser war durch schwere Vorhänge von einem größeren Raum getrennt, in diesen gewissermaßen hineingebaut und improvisiert. Aus einer Plattform und unter einem gegen 6 Meter im Quadrat messenden Baldachin aus rotem Sammet, der mit einem in Gold gestickten M. geziert und von der kaiserlichen Krone überragt war, saß der Kaiser auf seinem Thron, zu seiner Nechten eine Schar Abessinier, während für die europäischen Gäste ebenfalls auf der Plattform Tische reserviert waren. Rings herum gruppierten sich andere Hofleute. Für die europäischen Gäste gab es klare Fleischbrühe, Frikadellen, Kohl mit Hammelfleisch, Maccaroni, hartgekochte Eier und Omeletten. Dazu konnte man Champagner, Tee, Reisjchnaps, französischen Rotwein und Burgunder trinken. Der Kaiser, der seinen besonderen Tisch hatte, sprach den Speisen mur mäßig zu, und wenn er trant, so stellten sich die Diener davor, so daß es niemand sehen konnte. Die Abessinier aßen nicht nach europäischer Art. Es standen vielmehr Diener mit rohem Rindfleisch bereit, von dem sich jeder Streifen abschnitt. Diese wurden mit einem Ende in den Mund geschoben, die eine Hand faßte das andere Ende, und die zweite schnitt den Bissen vor dem Munde ab. Am Schlusse des Mahles tranken die Gäste auf des Kaisers Wohl. Dann wurden die Vorhänge zurückgezogen, und man sah in eine wohl 150 Fuß lange und 100 Fuß breite Halle, in die zahl. reiche Offiziere und Soldaten hereinströmten. Sie setzten sich an niedrigen eisernen Tischen nieder und machten sich über die Honigbierkrüge und das rohe Fleisch her, das herumgereicht wurde. Es ging dabei anscheinend etwas wild zu; denn in dem Bericht wird dieses Mahl eine Orgie genannt. Eine Trompeten fanfare machte ihr ein Gnde. Hof und Gesellschaft. Die Kaiserjacht, Hohenzollern" hat mit dem Depeschen. boot Sleipner" die Ausfahrt zur Mittelmeerreise des Kaisers angetreten. Die Schiffe gingen von Kiel durch den Nordostsee- Kanal in See. Die„ Hohenzollern" hat Silbergeschirr und andere Ausrüstungsgegenstände aus den Berliner Schlössern an Bord, sowie Lebensmittel, Wein, Bier und Mineralwasser. Frischen Proviant besorgt ein Hoffourier in den Häfen, die von der Hohenzollern" alle zwei oder drei Tage angelaufen werden. Zur Einweihung des Berliner Domes, die am 27. d. Mts. stattfindet, sind die deutschen Bundesfürsten vom Kaiser Wilhelm eingeladen. Der Graf Regent Leopold pon Lippe hat die Einladung abgelehnt mit der Begründung, daß er wegen des schwebenden schiedsgerichtlichen Verfahrens es sich versagen müsse, der Feierlichkeit beizuwohnen. ** Die diamaetene Hochzeit feierte das Mitglied de Elsaß- Lothringischen Staatsrats Excellenz Schlumberger. Unter den Gratulanten befand sich auch der Kaiser, der dem Jubilar mit einem herzlichen Schreiben eine Porzellanbase mit seinem Borträt sandte. Die Stad: Beb. meiler ernannte Schlumberger zu ihrem Ehrenbürger. Schlumberger stiftete der Stadt ein Kinderspital und bedachtc die Kranken- und Waisenhäuser sowie die Arbeiter feiner Fabriken mir Geldgeschenfen. Deutler Reichstag. ( 146. und 147. Sigung.) CB Berlin, 23. Jebruar. Gestern eine Frequenz von mehr als 300 Mitgler heute Beschlußunfähigkeit. Auf der Tagesordnung stande. zunächst zwei zu der Beratung der Handelsverträg eingebrachte Refolutionen. Die Freisinnigen beantragen eine Revision des Zollvereinsgeseßes in mehreren Punkten, die sich auf die Handhabung des Tarifs beziehen. Nachdem verschiedene Redner kurz teils dafür, teils dagegen gesprochen und der Reichsschatzsekretär Freiherr v. Stengel erklärt hatte, daß eine Novelle zum Vereinszollgeset bereits in Vorbereitung sei, wurde beschlossen, die Resolution der Regierung als Material zu überweisen. Die Konserbativen beantragen, den§ 12 des neuen zoutarifgesetzes, der die Zollkredite für Getreide und Müllereierzeugnisse aufhebt, schon am 1. Juni dieses Jahres in Kraft zu setzen. Im Laufe der Diskussion, in der Graf Kaniß als Zwed der Resolution bezeichnete, die Spekulation einzudämmen. beantragte Abg. Dr. Spahn, ihre Ueberweisung an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Bei der namentlichen Abstimmung hierüber wurden 95 Zettel mit" Ja", 46 mit Nein" abgegeben, es waren also mur 141 Abgeordnete anwesend, das Haus somit beschlußunfähig. Um 3% Uhr mußten die Verhandlungen abgebrochen werden. Vizepräsident Dr. Paasche, der gerade den Vorsitz führte, beraumte die nächste Sigung eine halbe Stunde später an. Das Haus trat demgemäß um 4½ Uhr wieder zusammen und trat in die zweite Beratung der restierenden Teile des Poſtetats ein, die die Budgetkommission vor äft hat Preussischer Landtag. Haus der Abgeordncten. ( 146, Sigung.) RK Berlin, 23. Februar. Die mit großer Spannung erwartete Debatte über den Hochschulstreit fand mun heute endlich statt und füllte fast die ganze Situng aus. Sie hatte auf das Publikum studentisches wie nichtstudentisches eine ungeheure Anziehungskraft ausgeübt, so daß schon lange vor Beginn der Sizung alle Tribünenkarten vergeben und die Tribünen gedrängt voll waren. Minister Dr. Studt begann mit einer Erklärung, worin er betonte, daß er stets ein Freund der akademischen Freiheit; die konfessionellen Studentenverbindungen halte er für eine unerfreuliche Erscheinung, aber gerade im Sinne der akademischen Freiheit könne er nicht gegen sie einschreiten. Da der Minister den vorgestrigen Zwischenfall" Dr. Althoff- Friedberg nicht erwähnte, glaubte Dr. Friedberg daraus den Schluß ziehen zu müssen, daß der Minister das Verhalten des Ministerialdirektors vollkommen billige, und wandte sich infolgedessen sehr scharf gegen Dr. Althoff, dessen Auftreten persönlich verlebend gewesen sei. In der Sache der akademischen Freiheit gab Dr. Friedberg selbst zu, daß sie ein Einschreiten gegen die konfessionellen Verbindungen unmöglich mache; der ganze Fehler, den die Regierung gemacht habe, sei überhaupt nur die Vielregiererei" der Zentralinstanz. Das Haus folgte der Rede mit gespannter Aufmerksamkeit und die Linke begleitete sie oft mit den lebhaftesten Kundgebungen der Zustimmung. In seiner Antwort erklärte Minister Dr. Studt, daß Dr. Althoff vorgestern den Dr. Friedberg mißverstanden habe, mit seiner Entgegnung ihn aber nichi habe verletzen wollen. Den Nationalliberalen aber genügte, wie sie durch laute Zwischenrufe zu erkennen gaben, diese Erklärung noch nicht. Nun begannen die Redner der übrigen Parteien zu der so plötzlich in den Vordergrund gerückten Frage sich zu äußern. Dr. Ir mer( fons.) erkannte das Vorgehen der Unterrichtsverwaltung als durch die Disziplin geboten an; auch Dr. Porsch vom Zentrum stellte sich auf die Seite des Ministers, wenn er sich auch als Freund der fonfessionellen Verbindungen bekannte. Nicht einverstanden dagegen war Frhr. v. 3edlig mit dem Einschreiten der Zentralinstanz bei dem hannöverschen Hochschulstreit, er meinte, man dürfe solche Fragen nicht durch die Polizei" regeln. Nach diesen vier Hauptreden ließ die Spannung im Hause etwas nach, wurde aber wieder angefacht durch den Abg. Jaenecke( natl.) aus Hannover, der auf den Streitfall näher einging und dabei das Zentrum scharf angriff. Möglichst ruhig und humoristisch versuchte dagegen der Ministerialdirektor Dr. Althoff den ganzen Streit zu behandeln. Er teilte mit, daß in Hannover bereits die ersten Schritte zum Frieden getan seien und erklärte noch einmal feierlich, daß ihm selbst die akademische Freiheit am Herzen läge. Da er auch die persönlich verlegende Aer erung gegen Dr. Friedberg nunmehr zurücknahm, so war dem Streit die Spitze abgebrochen, und man beschloß, die Debatte zu schließen. Während Saal und Tribünen sich schnell leerten, wurde der Antrag Arendt auf Einführung einer allgemeinen Schillerfeier in den Schulen einer Kommission überwiesen und die Fortsetzung der Kultusdebatte auf morgen bertagt. Deer und flotte. Die Niederlegung der Umwallung von Königsberg is vom Kaiser im Prinzip genehmigt worden. Damit gehi Königsberg einer neuen, großen Entwickelung entgegen. Selbstverständlich handelt es sich bei dieser Entfestigung nicht etwa um eine Breisgabe Königsberg als Festung. Es wird lediglich die innere Umwallung niedergelegt, die bei dem heu tigen Stande der artilleristischen Technik unwesentlich und überflüssig ist, und die Rayonbeschränkungen fallen fort Königsberg bleibt, ebenso wie Danzig und Posen, nach wie bor trotz der Schleifung der Stadtumwallung Jestung, und eine Festung ersten Ranges. Mit der Niederlegung der Wälle, die der Stadt die Ausdehnungsmöglichkeit gibt, wird natürlich der Festungsgürtel um die Stadt ausgedehnt und verstärkt werden. Nah und ferm. Die Gräfin Montignoso beabsichtigt, wie verlauter, die Kleine Prinzessin Anna Monika Pia sich dadurch zu sichern, daß sie sich auf Schweizer Gebiet begiebt, und zwar zu ihrem Bruder, dem früheren Erzherzog Leopold, der unter deni Namen Leopold Wölfling das Schweizer Bürgerrecht erworben hat. Er bewohnt eine Villa in reizender Lage am Zuger See. Der Durchstich des Simplontunnels ist in dieser Nacht rfolgt. Die Deffnung des Riesentunnels, der eine neue Verbindung zwischen Nord und Süd herstellt, liegt bei dem italienischen Dorfe Iselle. A Ein Dompropst wegen Sittlichkeitsvergehen verhaftet. Der Dompropst Molzy in Worms wurde unter dem wer dacht, sich einer Reihe Sittlichkeitsvergehen an Kindern schuldig gemacht zu haben, verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis in Mainz übergeführt. Die Verhaftung wurde megen Nollusionsgefahr( Verdacht Reeinflussung von Zeugen) angeordnet. Vermischtes. =[ Geld geht zu Geld.] Ein gewerbsmäßiger, aus Nußland nach Frankreich gekommener Bettler namens Abraham Fidler, welcher im August des Vorjahres in Nizza verstarb, ezte damals den Chef des Pariser Hauses Rothschild zum ** 20 Hobelt berüb 3 junge L Photographer Reinigi'den Gdeibe und n nahmen. D gefehen und Löwengaffe. Universalerben seines Vermögens ein. Baron Nothschild war anfangs geneigt, die Sache als Scherz aufzufassen; seine Ueberraschung war aber groß, als sich herausstellte, dah Fidler nicht weniger als zwei Millionen Francs in Wertpapieren hinterlassen hatte. Rothschild erklärte, die Erb. schaft nicht anzutreten und gab den Auftrag, die Verwandten Fidlers zu eruieren, damit ihnen das Vermögen übergeben werde. Dies war bisher trotz aller Bemühungen nur teilweise gelungen; drei Nichten Fidlers wurden in Odessa aufgefunden und mit je zweimalhunderttausend Francs beteilt. Nun hat Baron Rothschild noch weitere fünf Blutsverwandte Fidlers, und zwar in Brooklyn eruiert; sie lebten dort bis her in größter Armut. Sobald ihre Identität festgestellt ist, dürften sie zusammen wahrscheinlich eine Million Francs empfangen. Fidler hatte sein seltsames Testament mit den Worten begründet:„ Geld geht zu Geld!" =[ Der Stadthaushalt Berlins] schließt in Einnahme und Ausgabe mit 135 Millionen Mark ab. Dazu kommen die städtischen Werke mit 102% Millionen Mark. Das macht zusammen rund 238 Millionen Mark. Mit den Etatsberatungen soll im Ausschuß schon in nächster Woche begonnen werden. - 20 Mart a einen der T zur Aburte * Ar das einzige tales zwei feine Ahny hatte, flür Mann befe Verlangen 2 gab zur hent net a R leitung 64 000 Die Stadt beabsichtigt hierher zu ? Mar auf dem Bar enthüllt word vollen, humo K Mai turinspe Länge von [ Die Naturaleinkünfte der Wismarer Ratsherren] be schäftigten kürzlich die dortigen städtischen Kollegien. Bei der Stadtkämmerei erhält nach altem Brauch jedes Ratsniitglied von dem zu Wismar gehörigen Erbpachthofe Dammhusen jährlich zwei lebende fette Gänse und von den drei bäurischen Erbpächtern zu Vor- Wendorf, einem anderen wismarschen Gute, einen Hasen. Das„ Bäckeramt", die Bäckerzunft, muß am Karfreitage den Kämmereiherren sowohl wie den Provisoren, Deputierten und dem Sekretär der Kämmerei sog. Reihensemmeln und außerdem zu Weihnachten den Räten der Kämmerei Kringel und Kuchen liefern. Weiterhin empfangen die sog.„ Hebungen" auf Grund noch bestehender Stiftungen Reihensemmeln, Stollen, Holz und Wein für ihre Beamten. Der Bürgerausschuß wollte nun diese Bräuche, die sich längst überlebt hätten, abschafsen und wünschte die Umwandlung dieser Naturaleinkünfte in Geldzahlungen, die in die Stadtkasse fließen sollten. De Rat der Stadt hat dies aber abgelehnt, da die Beteiligten ihre Zustimmung nicht gegeben haben. - =[ Den Pariser Telephonistinnen] ist jetzt die Beamten eigenschaft gerichtlich abgesprochen worden. Die jungen Da men haben sich durch Nervosität und schnippisches Wesen dem Publikum herhaßt gemacht. Eine Schauspielerin wurde am Telephon durch das Verhalter einer Beamtin" so rabiat, daß sie ihr Grobheiten an den Kopf warf. Sie wurde nicht, wie es die Telephonverwaltung verlangte, wegen Beamtenbeleidigung, sondern nur wegen einfacher Be leidigung verurteilt. Jezt magte ein Herr Belloche mit einer anderen Telephonistin ein Tänzchen und nannte das schnippische Fräulein im Verlauf eines erregten telepho nischen Zwiegesprächs eine„ dumme Pute". Neuer Prozeß und ungeheure Sensation! glänzende Freisprechung des Herrn Belloche. Die Telephonistinnen waren schrecklich empört, und ihr Chef beschloß, den Prozeß durch sämtliche Instanzen durchzusetzen. Nüßte ihm aber gar nichts, denn die letzte Instanz hat jetzt, wie gesagt, entschieden, daß den Telephonistinnen eine Beamteneigenschaft nicht zukomme. Die Pariser Telephonistinnen werden sich also von jetzt an nur auf die Höflichkeit des Publikums verlassen müssen und leruen deshalb viellett, selbst höflich zu seir Hessischer Landtag. Darmstadt, den 23. Februar. Präsident Dr. Schmitt eröffnet die Sigung 9 Uhr 30 Minuten. Die Spezialberatung des Staatsvoranschlags wird fort gefeßt. Bei Kapitel 2, Kameral- und Forstdomänen, gibt Geheimrat Wilbrand Auskunft über einige in der Generaldebatte berührten Angelegenheiten. An der Debatte darüber beteiligen fi die Abgg. Korell, Orb, Berthold, Geh. Oberfinanzrat Fuchs, Geheimrat Wilbrand, die Abgg. Haud und Erd, worauf das Kapitel genehmigt wird. Weiter werden ohne größere Debatte genehmigt Kapitel 7a, Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung; 8, Saline, Bade anstalt und Tiefbauamt Bad Nauheim( Abg. Windecker bringt hierbei Wünsche bezugl. der Kurkapelle vor); 9a, Eisfabrik Bad Nauheim, und 11, Lotterie. Bei Kapitel 18, direkte Steuern, Regalien, indirekte Auflagen und Einnahmen aus verschiedenen Quellen, entsteht eine größere Debatte, an der sich Abg. Korell, Ministerialrat Dr. Becker, die Abgg. Noad, Köhler, Berts hold, Molthan und Bähr beteiligen. Das Kapitel wird bewilligt und ein von Abg. Korell und Gen. be antragtes Ersuchen angenommen, daß man Schritte zur Beseitigung der Stempelmarten- Provision von 35000 Mt. unternehmen solle. Bei der X. Hauptabteilung, Ministerium der Finanzen, bringt Abg. Müller Beschwerden von Darmstädter und Mainzer Gewerbetreibenden zur Sprache, daß die Stuck- und Malerarbeiten beim Umbau des Großh. Hoftheaters von einer Biener Firma ausgeführt worden seien. Ministerial rat Freiherr v. Biegeleben und Finanzminister Gnauth legen die Gründe dar, die die Regierung zu diesem Verfahren genötigt haben. Das Kapitel wird bewilligt, ebenso, die weiteren Rapitel der Hauptabteilung, Minifterium der Finanzen. Hierauf tritt Vertagung auf Freitag Vormittag 9 Uhr ein. Lokales. 24. Februar 1905. *** Raummangels halber mußten wir den Schluß des Artikels Schulprüfungen in Hessen" zurückstellen. ** Hessische Bolizeifonferenz. Die nächste Konferenz der Polizeiverwaltungsvorstände im Großherzogtum Hessen findet am 4. März in Worms im Hotel Alter Kaiser" statt. Auf der reichhaltigen Tagesordnung steht u. a. auch ein Referat des Polizeifominiffärs Bischoff Worms über die Daktyloskopie", das neue Berfahren zur Ermittelung von Verbrechern durch die Fingerabdrücke. " bon 34 16 bedeutendf verlangte Arbeiten 1723 643 hier nicht Deffen Siftern im Café Le einen guten ordnung gef bermuten li die Lösung fenden, alle haft diskuti dienft gebüh Vertretern fechtung ib ermöglicht Um die Verfa Besuch, Bürgerver oder ande fondern nu bieten. panften au wie es der lehrung un So wolle Kräfte zu e feffor From Profef Bürgerberei dann eingeh bäude für S Dezennien wegung zur 1891 ur Theaterbau Gabe. Im birfigen S Nauheim Theater fo gün Vereins Theater langen Münche Baron Rothschild aufzufaffen; feine herausstellte, da Francs in Wert rflärte, die Grb die Verwandten mögen übergeben hungen nur teil en in Odejja auf d Francs beteilt f Blutsverwandte e lebten dort bis entität feitgestellt e Million Franc Eestament mit den eft in Einnahme ab. Dazu kommen Mart. Das macht it den Etatsbera Woche begonnen Ratsherren] be Kollegien. Be ich jedes Ratsmit Spachthofe Damm ind von den drei einem anderen Bäderamt", die mmereiherren fo id dem Sekretär Berdem zu Weih und Kuchen lie gen" auf Grund Stollen, Solz erausschuß wollte ot hätten, abid Naturaleintie egen sollten. da die Beteiligten jezt die Beamten Die jungen Da pisches Wesen den uspielerin wurd er Beamtin" Stopf warf. Sie ng berlangte, we gen einfacher Be Serr Belloche mi und nannte de erregten telepho " Neuer Prozei ende Freisprechung en waren schredlid zeß durch sämtliche r gar nichts, denn ntschieden, daß den t nicht zukomme aljo bon jetzt an Claffen müssen und jeir 7. en 23. Februar. Sigung 9 Uhr 30 nichlags wird fort Forfidomänen, gibt ige in der General Der Debatte darüber rb, Berthold, Wilbrand, die Rapitel genehmigt e genehmigt Rapitel 9; 8, Saline, Bab ( Abg. Windeder pelle bor); 9a, G Regalien, indirette n Quellen, entfleht rell, Minifterial hler, Bert Das Kapitel 11 und Gen. be Schritte zur Ve bon 35 000 erium der Finanzen daß die Stud Darmstädter und sh. poftheater feien. Miniftal minifter nauth ung zu biefem Ber die weiteren Kapitel Finanzen. Bormittag 9 Uhr ein 4. Februar 1906 wir ben Schluß bel aridftellen. renz. Die näd be im Großherzogtum im Hotel Alle Bordnung fiebt u. a Bifchoff Borms ber ren zur Ermittelung du ** 20 Mark Belohnung. Einen Akt gemeiner Roheit verübten zu Gießen in der vergangenen Nacht 3 junge Leute, indem sie den Aushängekasten des Photographen Zimmer, welcher am Messerschmied Reinigs'chen Hause angebracht, erbrochen haben, die Scheibe und mehrere Bilder demolierten und andere mitnahmen. Die Täter wurden bei ihrer Arbeit zwar gesehen und dann verfolgt, entkamen aber durch die Löwengasse. Der Eigentümer hat eine Belohnung von 20 Mart ausgesetzt für denjenigen, welche die oder einen der Täter zur Anzeige bringt, daß das Gericht zur Aburteilung schreiten kann. * Kraftbrühe vom Faß. Kommen da jüngst in das einzige Gasthaus eines Gehöftes in der Nähe des Murgtales zwei Herren und verlangen Bouillon. Die Frau, die feine Ahnung von der Beschaffenheit dieses Göttertrantes hatte, stürzte in aller Eile in den Keller, wo gerade ihr Mann beschäftigt war und erzählte ihm in der Haft das Verlangen ihrer Gäfte. Das Ehegfponft, ebenso verdugt, gab zur Antwort:" Sagscht dene Herre ebbä einfach, mer hent net ang'steche!" )( Romrod, 22. Febr. Mit dem Bau einer Wasser leitung soll im Frühjahr begonen werden. Sie ist zu 64 000 Mt. veranschlagt, wovon der Staat 20 000 mi., die Stadt 44 000 t. trägt. Gutem Bernehmen nach beabsichtigt das Großherzogliche Paar im Mai wieder hierher zu kommen. ? Marburg, 22. Febr. Der neue Marburger Bär auf dem Bärenbrunnen ist gestern durch Studenten feierlichst enthüllt worden. Der Bärenult hat dadurch seinen wirkungsvollen, humoristischen Abschluß erlangt. K Mainz, 22. Febr. Auf ein Ausschreiben der Kulturinspektion zur Lieferung des Rohrnezes mit einer Länge von nahezu 300 Kilometer für die Wasserversorgung bon 34 rheinhessischen Gemeinden gingen 48 Offerten der bebeutendsten Firmen Deutschlands ein. Die teuerste Firma verlangte 2 580 000 Mt., die billigste 1 670 000 Mt. Die Arbeiten wurden an 4 verschiedene Firmen zum Preise von 1 723 643 t. vergeben.( Sehr anerkennenswert, daß man hier nicht dem Mindestfordernden den Zuschlag erteilte. D. R.) Deffentliche Versammlung des Bürgervereins Gießen. Theater- und Saalbanfrage. Gestern Abend hielt der junge Gießener Bürgerverein im Café Leib seine erste öffentliche Versammlung ab, die etnen guten Besuch gefunden hatte, wie die auf die Tagesordnung gefeßte Theater- und Saalbaufrage auch nicht anders vermuten ließ. In der Theater- und Saalbaufrage ist uns die Lösung eines tief in unser fommunales Leben eingreifenden, alle Kreise lebhaft interessierenden und auch schon lebhaft diskutierten Problems aufgegeben. Um so größeres Verdienst gebührt daher dem Bürgerverein, daß er ausgesprochenen Vertretern der verschiedenen Formen dieses Projekts die Verfechtung ihrer Anschauungen vor einem größeren Bürgerkreise ermöglicht hat. Um 9 Uhr eröffnete der Vorsigende, Lehrer Müller die Versammlung und gab seiner Freude über den guten Besuch, der die Versammlung gefunden, Ausdruck. Der Bürgerverein wolle teine Beeinflussung zu Gunsten der einen oder anderen Gestaltung des Projekts ausüben, erklärte er, sondern nur die Gelegenheit zur Klärung der Anschauungen bieten. Der Verein gehe von feinen besonderen Gesichtspunkten aus, sondern bleibe auch hier durchaus programmlos, wie es denn überhaupt seine höchste Aufgabe sei, für Belehrung und Aufklärung in fommunalen Dingen zu wirken. So wolle der Verein auch hierin, das Seine beitragen, die Kräfte zu einen. Als ersterem Referenten erteile er Profeffor Fromme das Wort. Professor Fromme begrüßt dankbar die von dem Bürgervereine gebotene Gelegenheit zur Aussprache und führt dann eingehend aus, daß die in Gießen vorhandenen Gebäude für Kunstzwede nicht ausreichten. Das sei schon seit Dezennien erfannt worden und allmählich habe eine Bewegung zur Abstellung dieser Unzulänglichkeiten eingefeßt, die 1891 zur Bildung eines Komitees mit der Weisung, dem Theaterbau den Schüler'schen Garten zu erhalten, geführt habe. Im Winter 1902/03 fügte sich die Vereinigung des hiesigen Theaters mit dem Marburger Stadt- und dem BadNauheimer Kurtheater als weiteres Glied zur Hebung unserer Theater Berhältnisse an. Die Wirkung dieser Union sei eine so günstige gewesen, daß die Generalversammlung des TheaterVereins im Juli 1902/03 beschlossen habe, ein ausschließlich Theaterzwecken gewidmetes Haus 2c. entstehen zu lassen. Nach langen eiagehenden Beratunger wurde Professor DülserMünchen mit der Ausarbeitung eines Planes beauftragt, 1 dech waren die Kosten für dieses so hoch, daß wenig Aus-| sicht vorhanden schien, das Projekt in der ursprünglich gewollten Form in näaster Zeit verwirklichen zu können. Man beschloß daher, sich mit einem Teil zu begnügen und möge lichst viele Gelder für den Zwed zu sammeln. Ungefäumt sei man ans Werk gegangen und über alle Erwartungen reichlich seien die Summen eingegangen, rund 350 000 mt. ständen jßt mit der Bestimmung das ganze Projekt( Theaterund Saalbau) durchzuführen zur Verfügung. Ziehe man die auf das bestimmteste in Aussicht gestellten Summen hinzu, so erhöhe sich der Fonds sogar auf rund 400000 mt. Die gesammelten Gelder sollen am 1. März der Stadt Gießen angeboten und alsdann nach seiner Meinung der Stadt verordneten- Versammlung die weitere Entschließung vorbehalten werden. In eingehender Weise verbreitete der Redner sich alsdann noch über die Nachteile der momentanen Theaterverhältnisse. Er wies darauf hin, daß der Direktor dadurch manche Ausfälle in der Einnahme kätte, daß die Bühne in ihrer Beengung der Regie feine wirtungsvolle Arbeit gestatte und dadurch zu den langen Zwischenatten mit beitrage, für technische und maschinelle Einrichtungen sei sozusagen gartein Raum vorhanden. Und dann wandte Redner sich der Heizung zu, unter deren Unzulänglichkeit Publikum und Darſteller in gleichem Maße, die Daisteller sogar noch mehr, zu leiden hätten Auch die Nebenräume der Bühne für Barderobe 2c genügten nicht berechtigten Anforderungen. Manche bedeutende Künstler, die für ein Engagement am Kurtheater in Bad Nauheim sofort sich entschlossen hätten, hätten von einem solchen in Gießen, sobald sie die Bühnenverhältnisse in Augenschein genommen, sofort Abstand genommen. Und das sei einer der wesentlichsten Vorteile mit, daß durch die verbesserten Bühnenverhältnisse eines Theaterneubaues mit Erfolg eine größere Sorgfalt in der Zusammensetzung des Personals geübt werden fönne. Für die weitere Entwicklung der Stadt sei der Neubau ein gewichtiger Faktor, da er zweifellos viele Rentner und Pensionäre heranziehen und auch auf die Zahl der Studenten günstig einwirken dürfte. Geschäftlich liege das Theater ebenfalls sehr gut, da in weitem Umkreis Gießens fein bedeutenderes Theater anzutreffen sei, namentlich Weglar dürfte zahlreiche Besucher stellen. Empfehlenswert sei nach Errichtung des Theaterneubaues alsdann, allwöchentlich eine Fremdenvorstellung einzulegen, wie es anderswo auch geschähe. Der Theatersaison fönne später dann auch noch eine Opernsaison, vielleicht eine vierwöchige, angeschlossen werden. Der Redner teilte ferner noch mit, daß insgesamt 317 Beichnungsscheine eingegangen und die ersten 200000 Mt. von 8 Herren allein gezeichnet worden seien und schloß mit der Aufforderung, mit den richnungen für den Theaterbau fortzuführen. Als zweiter Redner erhielt Professor Krüger das Wort, der zunächst den Lehrförper der Universität gegen den Vorwurf, er habe kein Herz für die Stadt Gießen, wie er aus einem unglücklich gewählten Passus eines Artikels im ,, Gießener Anzeiger" herausklingt. in Schuß. Sodann ging der Redner ebenfalls auf die hiesigen Saal-, Theater- und Er hält die vorhandenen Säle für Mufifverhältnisse ein. musikalische Aufführungen nicht für ausreichend, besonders nicht für Orchester- Konzerte, von solchen mit eingelegten Chören garnicht zu reden. Es gäbe wohl Theater, in denen solche Veranstaltungen vor sich gingen, daraus zu schließen aber, daß das Theater prinzipiell sich dazu eigne, wäre falsch. Für einen Konzertsaal fämen eben ganz andere Bedingungen in Betracht. Referent will der Kommission noch Material darüber unterbreiten. Professor Krüger tritt auf das Entschiedenste für den Theater- und Saalbau ein und bittet die Versammlung, das gleiche zu tun, da ein Theaterbau so wie so gesichert sei. Die Verwirklichung des Gesamt- Projekts sei seiner Meinung nach mit den bereits vorhandenen Mitteln und dem guten Willen der Stadtverordnetenversammlung sehr wohl möglich. Ergreife Gießen jeßt nicht die Gelegenheit, das Projekt in die Wirklichkeit überzuführen, so verpasse es sie auf Jahre hinaus. Sei der Weusit erst ein würdiger Raum erstanden, dann werde das Verständnis auch in allen Kreisen wachsen, den nicht nur wenigen Auserlesenen solle der Saal gehörer, sondern der Gesamtheit. Demgegenüber hält Stadtrat Haubach ein Theater für völlig ausreichend; er findet daran nichts auszusetzen, daß in einem Theater auch musikalische Aufführungen arrangiert werden, seiner Beobachtung nach hat er sich von einer Beeinträchtigung der Klangwirtung nicht überzeugen fönnen. Er bezweifelt, daß die für das Gesamt- Projekt erforderlichen Summen von 700 000 Mt. der Stadt jemals durch Schenkungen zur Verfügung gestellt werden, aus tommunalen Mitteln fönne sie die Gelder aber nicht bestreiten, da sie durch andere Projekte stark engagiert sei. Die Rentabilität eines solchen Saalbaues hält er für aussichtslos, er stützt sich dabei auf die Verhältnisse Darmstadte, das einen solch unrentablen Saalbau besißt und hält Gießen da0000000000-0000000000 Drucksachen Jeder Art liefert schnell und preiswert Albin Klein, Glessen. 000000000 000000000 gegen. Auch will er nicht, daß die hiesigtn Saal- Inhaber durch den geplanten Saaibau geschädigt werden; darum wünscht er, man möge von einem solchen abgehen und sich mit einem 800 Si pläße bietenden Theater bescheiden, das ( Schluß folgt.) vollständig genüge. Airchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am Sonntag Septuagefimae, den 26. Februar. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Bormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 21/2 Uhr: Kinderfirche für die Matthäusgemeinde. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der fonfirmierten männl. Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 28. Februar, abends 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weibl. Jugend der Markusgemeinde. Donnerstag, den 2. März abends 8 Uhr im Matthäussaal, Bibelstunde.( Psalm 145) Pfarrer D. Schlosser. In der Johannesfirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Vormittags 11 Uhr: Rindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrassistent Schulz. Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Montag, den 27. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johannestirche. Pfarrassistent Schulz. Katholische Gemeinde. Samstag, den 25. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 26 Februar. Septuagesima e. Borm. von 6.30 Uhr an: Belegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und to derselben Austeilung der heilig. Kommunion. SP 8 Uhr: Die zweite Heil. Messe. Vorm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5.30 Uhr: Chriftenlehre; darauf Andacht. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbathfeier am 25. Februar 1905. Samstag vormittags: 8.30 Uhr. Samstag Nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.50 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr. 1. 2. abends 5.30 Uhr. Kirchliche Nachrichten für Grünberg. Am Sonntag, Septuagefimae( 26. Febr.) predigt vormittags: Pfarrer Schmidt. Text: 2 Kor. 12, 1-10. Lied Nr. 238. nachmittags: Defan Wagner. Text: Luxas 8, 4-15. Lied Nr. 178. Gottesdienst im Hospital nachm. 4 Uhr. Gottesdienst zu Stangenrod nachm. 1 Uhr. Batholischer Gottesdienst in Grünberg findet statt: Sonntag, den 26. Febuar, vormittags 9½ Uhr Gießener landwirts& aftlicher Wetterbienf. Voraussichtliche Bitterung in Heffen für Samstag, Meist trüb und vorwiegend trocken, den 26. Februar. Temperatur keine Aenderung. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Blefon Königlich Preussische Staats- Medaille| Seidenstoffe schwarze weisse farbiga in unvergleichlich reicher Auswahl. Jmmer die neuesten und schönsten.- Solide und sehr billig. 4 Ausstellungs- Medaillen, 6 Hoflieferanten- Diplome. Deutschlands grösstes Spezial- Seidengeschäft Mech. Seidenstoff- Weberei Michels& Co. Berlin SW. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. 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März 1905 seine Tätigkeit beginnt. Gießen, den 21. Februar 1905. Um für den kommenden Sommer der Schnakenplage wirksam entgegenzutreten, ist es jetzt notwendig, daß die überwinternden Schnafen in Kellern, Ställen, und sonstigen Gelassen vertilgt werden, ehe sie aus fliegen und ihre Gier ablegen. Zu diesem Zweck wird demnächst die Stadtverwaltung durch Leute, die hierfür besonders ausgebildet find, die Vertilgungsarbeit in den Kellern vornehmen lassen. Die Einwohner unserer Stadt bitten wir in ihrem eigenen und im allgemeinen Interesse, den hiermit beauftragten Leuten bereitwillig entgegenzukommen und ihnen bei Erledigung ihres Auf- der trages jede mögliche Unterstützung zu leisten. Seinerzeit wird sich hieran die Vernichtung der Schnakenbrut in den stehenden Gewässern, Wassertümpeln 2c. anschließen, und steht zu hoffen, daß auf diese Weise die Schnakenplage unterdrückt werden kann. Das ist jedoch nur dann möglich, wenn die Vertilgung auch in den Gebäuden planmäßig erfolgen kann und jeder auf seinen Grundstücken die Vornahme der erforderlichen Arbeiten gestattet. Gießen, den 24. Februar 1905. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Nachdem innerhalb der gesetzlichen Frist Beschwerde gegen die am 20. Januar vorgenommene Wahl der Betfizer des Kaufmannsgerichts Gießen nicht erhoben worden ist, werden die Namen der Gewählten zur öffentlichen Kenntnis gebracht: 1. selbständige Kaufleute: 1. Holterhoff, Franz, 2. Möhl, Georg Emil, 3. Noll, August, 4. Strauß, Moriz. 2. Handlungsgehilfen: 1. Engel, Hugo, 2. Hofmann, Abraham, 3. Hosch, Karl, 4. Will, Hermann. Gießen, den 21. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kabelverlegungsarbeiten wird die Kaplandgasse von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 22. Februar 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Vitello Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung Die unterm 9. Januar d. Js. angeordnete Sperre Marktstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 21. Februar 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Original SINGER Man beachte die Fabrikmarke. HE SINGER TRADE MANFG.CO MARK MARK Nähmaschinen Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Gießen, Lindenplatz 1 Tafelbutter t. 8.50, Naturbutter IIa. Mt. 8. Ia. naturr. tgl. frisch 10 Pfd. Colli 04er Ernte, hell u. Hart 10 Pfd. mt. Bienenhonig Coli t. 5.50 3. Probe', Butter und Honig Mt. 7.25. Tister Käse bollett, 10 Pfd. Colli Mk. 5.-, Halbfett Mt. 4.-, Kümmelkäse 3.50, zur Probe 12 Butter u. Tlster Käse Mk. 7. Celegramm! Celegramm 45 Samstag tommt wieder eine große Ladung holländischer Gemüse auf den Brand. Alle grüne Gemüse und Salat sind wieder frisch eingetroffen. Hochachtungsvoll Schnett rocknende fussbode Lack Frau Hammel, Gießen, Große Müblgaffe 6-8. 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Dörr, Schlossermeister Gießen, Nord Anlage 8. Hilfe Hamburg Fichteftr. 33. * g. Blutstod. Timerman Emil Fischbach, Gießen. Bingen a. Rh. Rhein. Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik. Progr. frei. Freibant. 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März 1905. der 5. Hessisch- Thüringischen Staatslotterie amtlich bestellte Haupt- Kolleftur Richard Buchacker, Gießen, Neuenbäue 11. find zu beziehen durch die Lose Für Lifte u. Borto 25 Pfg. mehr. Joh. Seibel Giessen, Ludwigspl. empfiehlt prima Rheinund Mosel- Weine. p. Fl. v. 50 Pfg. an bis zu den feinsten Marken. Hofraite. Wohnhaus mit Oekonomiegebäude u. einigen Morgen Land( Station der Oberh. Eisenbahn) preiswert zu verkaufen. Gelegenheit zu weiterem Gr werb von Land ist geboten. Interessenten wollen sich melden unter Nr. 7042 an die Expedition d. Zeitung. Nächste Woch Ziehung. Für geringen Einsatz! Gr. Gewinnauslichten! nur 1 mark kostet ein Los der beliebten a. gewinnreichen 44ten Gothaer Geldlotterie 3338 Bargeld- Gew. und eine Prämie mit zus. 48000 MK. 25000 MK. Grösst. Gew. I. günst. Falle best. aus einer Prämie v. 15000 MK. und einem Gewinn von 10 000 Mk. u. 8. f. Auszahlung ohne j. Abzug. Ziehung bereits am 2. und 3. März 1905 durch die staatl. 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