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Gießener 14 Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfa., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblafen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Hufftand in Petersburg. Die elementare Gewalt, mit der sich die Volkswünsche trot Flintenkugeln und Kosakenknute todverachtend ans Tageslicht wagen, hat auf die Petersburger Regierungsfreise vorläufig keine andere Wirkung gehabt, als die noch schärferen Maßregeln zur blutigen Unterdrückung der freiheitlichen Regungen zu ergreifen. Die Zivilbehörden sind ausgeschaltet worden und eine militärische Diktatur in Petersburg herrscht jetzt an ihrer statt. Diese erließ als erster Schritt ihrer Wirksamkeit einen Aufruf an die Bürgerschaft. Sie beglückwünscht diese darin, daß sie sich von den Unruhen ferngehalten habe und erklärt, daß das Militär im Dienst des Zaren und der Religion; die durch gottverlassene Priester beleidigt worden sei, schweren Herzens seine Pflicht erfüllt habe. Die Diftaturgewalt befindet sich gemeinsam in den Händen des Generals Wassilischkoff, Kommandanten der Petersburger Marschtruppen, des Generals Sacharoff und des Stadtpräfekten Foulon. General Sacharoff soll u. a. auch erklärt haben, daß man in Petersburger Regierungskreisen ernstliche Konflikte mit auswärtigen Mächten befürchte. Nach einer Version ist diese Auslassung dahin aufzufassen, daß sich die Aufständischen Ausschreitungen gegen Mitglieder fremder Botschaften hätten zu schulden kommen lassen. Man gab schon bei Ausbruch des Aufstandes den Botschaftspalais starke Wachen, weil es hieß, daß die Arbeiter durch Belästigungen der fremden Gesandten der Regierung Schwierigkeiten bereiten wollten. Jezt meldet eine Bariser Zeitung, daß eine hochstehende Persönlichkeit vor einer Botschaft angespieen worden sei, weil sie sich weigerte, den Schlitten zu berlassen, und der Aufforderung, niederzuknieen und um Verzeihung zu bitten, Folge zu leisten. Was an diesem Gerücht wahres ist, läßt sich bisher nicht kontrollieren. Die politische Absicht, die den Arbeitern bei einer solcher bedauerlichen Ausschreitung, untergeschoben wird, ist absurd. Derartiges ist nur aus persönlicher Roheit au erflären und fällt der Leitung der Bewegung faum zur Last. Dann könnte man mit demselben Recht behaupten, daß ihr die Fensterscheiben in Rechnung gefeßt werden müßten, die zerstörungswütige Hände an vielen Häusern u. a. auch in dem Palais des Großfürsten Sergius einwarfen. Blausibler flingt schon eine zweite Beckton, wonach ein besonderes Arbeiterfomitee beschlossen hätte, die fremden Botschafter um Einmischung der Mächte anzugehen. Das ist sehr wohl möglich. Dann kann man aber noch lange nicht von bevor. tehenden Konflikten mit diesen Mächten reden. Eine Aftion bon auswärts könnte sich immer nur auf gütliche Vorstel. lungen bei der Petersburger Regierung beschränken. Ein Druck kann und wird nicht ausgeübt werden. Das Arbeiterkomitee wird sich, um dieser wichtigen Für. sprache teilhaftig zu werden, selbstverständlich gesagt haben, daß die erste Vorbedingung dazu die möglichste Vermeidung alles dessen ist, was ihrer Sache in der öffentlichen Meinung schaden kann. Eine Ausschreitung gegen die Person einer der von ihm angerufenen Vermittler wird von ihm nie und Rimmer gut geheißen werden. Aber auch sonst ist das Komitee bestrebt, den Schutz des Eigentums soweit es irgend in feinen Kräften steht, aufrecht zu erhalten. Es wurde bechlossen, allen Plünderungen vorzubeugen. Das verhindert nicht, daß in Petersburg aufregende Gerüchte von beabsichtigten Dynamitattentaten kursieren und einen Teil der Einwohnerschaft in Panik versetzen. Es wird gemeldet: Die Revolutionäre haben einer Fabrik mehrere hundert dynamitgefüllte Tuben entnommen. Aus Furcht vor Attentaten hat ein großer Teil der begüterten Einwohner die Stadt verlassen. Man geht nicht fehl, wenn man bei dem bisher bewiefenen Geist der Mäßigung in der Arbeiterschaft diese Gerüchte auf das Konto einer scharfmacherischen oder mindestens schwarzseherischen Sensationsmache setzt. Ist der Zar bedroht? Unkontrollierbare Gerüchte, die auf dem Wege über Baris verbreitet werden, behaupten, daß die Zarenfamilie aus Furcht vor Attentaten eiligst nach dem sicheren Peterhof gesandt worden sei, während der Zar bisher noch in dem nahe gelegenen Zarskoje- Sselo geblieben sei. Dorthin sei schon ein Haufe von Revolutionären unterwegs gewesen, dem aber von einer Militärpatrouille noch glücklich der Weg verlegt worden sei. In der betreffenden Depesche wird ertra hervorgehoben, baß der Bar sich erkundigt habe, welche brave Abteilung von Soldaten das gewesen sei. Man geht wohl nicht fehl, wenn man solche Gerüchte, die den diesmaligen Revolutionären Absichten gegen das Leben des Zaren in die Schuhe schieben, als offizielle Mache bezeichnen. Die Beivegung richtet sich gegen den Mißbrauch, den gewissenlose Beamte, und Räté der Krone mit dem Namen des Zaren treiben, nicht gegen diesen selbst. Mit rührender Naivität spricht sich die Anhänglichkeit der Arbeiter an den Zaren, zu dem sie mit kindlicher Verehrung emporblicken, in der folgenden Maßnahme des Arbeiterkomitees aus. Es verpflichtete vor der verhängnisvollen Demonstration auf dem Plate vor dem Winterpalais eidlich eine ganze Anzahl von Streifenden, die Ordnung aufrechtzuerhalten und für die Sicherheit des Zaren zu sorgen, falls er den Palast verließe und versönlich zu den Bittstellern sprechen wolle. Also eine revolutionäre Schubwache für den Zaren! Das zeigt zur Genüge, daß man ihm kein Härchen zu frümmen gedenkt. Nicht gegen den Zaren, sondern zum Zaren geht unser Weg, so rief die Menge den Kosaken entgegen, als diese sich mit Nagaifen und Säbeln auf sie stürzte. Und die armen Leute sprachen die Wahrheit. Sie stellten sich vor, daß„ Väterchen" der Stimme feines Volkes, die zu einem mächtigen Brausen angeschwollen war, sein Ohr nicht verschließen würde, sondern in väterlicher Huld ihre Klagen entgegennehmen würde. Sie erbaten es sich als eine große Gnade" von den Kosaken, vor ihren Kaiser treten zu dürfen. Diese ist ihnen nicht gewährt worden. Aber selbst dafür, daß sie mit blutigen Köpfen von ihrem Bittgang heimgeschickt worden sind, werden sie kaum den Zaren verantwortlich machen, sondern das System, dessen Schwächen und Schäden sie ihm zeigen wollten. Vorläufig hat der Zar und seine Familie feinen Grund zu persönlicher Furcht. Sollte aber die Stimme des Volfes weiterhin ingehört verhallen, wer weiß, ob dann nicht schließlich doch die Fanatiker des Umsturzes die Oberhand gewinnen und in dem Träger der Krone das verhaßte System zu treffen suchen Der Schauplatz des Blutbades. Die amtliche Darstellung der Vorgänge ist jetzt erschienen. Darin wird die Schuld lediglich den fanatischen Reden beigemessen, mit denen der Priester Gapon die Arbeiter aufgewiegelt habe. Auch sonst lautet die amtliche Auslassung ganz anders, wie die sonstigen Schilderungen, und sie ist bemüht, die Ausdehnung der Kundgebungen und die Kämpfe möglichst unbedeutend erscheinen zu lassen. Die Tat. sache, daß das Militär scharf geschossen hat, wird in den offiziellen Berichten zugegeben, sie wird aber auf direkte Angriffe zurückgeführt, die von den Demonstranten auf das Militär ausgeführt worden seien. Als Schauplatz der blutigen Zusammenstöße nennt die amtliche Darstellung die Schlüsselburger Chaussee, das Narwasche Triumphtor, den Troizkiplaz und die vierte Linie im Wassili- Ostromstadtteile, den Alexandergarten, die Ecke der Newsky und der Straße Gogols, die Polizeibrücke und die Kasankathedrale. In dieser Aufzählung fehlt merkwürdigerweise der Winterpalaisplay, wo nach den nicht offiziellen Berichten gerade der erste blutige Zusammenstoß stattfand. Der Dwortzowy- Schloßplatz liegt südlich vom Winterpalais und wird nach Westen von der Admiralität- nach Süden und Osten von dem Generalstabsgebäude begrenzt. In der Mitte des weiten Platzes steht die Säule, die Nikolaus I. im Jahre 1834 seinem Vater, dem Zaren Alexander I., errichten ließ. Verschiedenen Scharen der Demonstranten war es gelungen, dorthin vorzudringen, und auf dem Platze vor dem Winterpalais nahmen die furchtbaren Schreckensszenen ihren Anfang. In geordnetem Zuge nahten die Demonstranten. 15 000 Mann stark famen sie daher. Der ganze Aufzug machte einen friedlichen, fast religiösen Eindruck. Voran schritten zwei Geistliche, von denen der eine im Ornat erscheint, während mit einem Kreuz in der Hand Georgi Gapon, der Führer der ganzen Bewegung, zunächst nur das einfache Kleid des Geistlichen trägt. Heiligenbilder und Kirchenfahnen überragen den Zug, und zwischen ihnen wird das Bild des Kaisers getragen. Keine Waffe blitt in den Händen der im Zuge schreitenden Männer. Ihre Denkart drückt sich in dem Choral aus, der laut von ihren Lippen ertönt: ,, Gott, rette deine Leute, schenk' Sieg unserem rechtgläubigen Herrn!" So nahen sie dem Militär, das den Palast des Zaren absperrt. Gapon tritt vor. Er verhandelt mit dem Kommandeur. Der weist ihn, dem erhaltenen Befehle gemäß, zurück. Jetzt rückt die Menge heran. Das Militär macht sich fertig. Es feuert auf die Andrängenden. Es ist eine blinde Salve. Sie hält den Zug nicht auf. Da erfolgt das Entsetzliche: zweimal ertönt das Kommando zum Feuern, und das tödliche Blei saust auf nächste Entfernung mitten in die dichtgedrängte Menge. Ein furchtbarer Aufschrei. Heiligenbilder sinken zu Boden. Das Bild des Kaisers wird von den Kugeln seiner eigenen Soldaten durchlöchert. Der Geistliche im Ornat sinkt verwundet zu Boden. Auch Gapon ist gefallen, wie es heißt, von einer Kugel getroffen. Die offizielle Darstellung freilich will es anders wissen: darnach soll er sich niedergeworfer haben und davongekrochen sein, um in bürgerlichem Gewande zu entkommen. Gleiche Szenen wiederholten sich an anderen Punkten. Die Wut des Volkes kennt keine Grenzen. Die in schnell requirierten Wagen davongefahrenen Verwundeten, der Anblick der Toten stachelt die Menge zu immer größerer Gr= bitterung. Doch sie darf sich nicht äußern. Wo immer sich Ansammlungen bilden wollen, sprengen die Kosaken heran, eine Wolfe von Schnee hinter sich lassend, und treiben die Leute auseinander. Man hört Hilferufe, es fallen Schüsse. Dann sieht man Verwundete dabontragen Aber die Erbitterung treibt das Volk zu Taten, zur Gegenwehr. Auch in der offiziellen Darstellung wird gemeldet, daß in der vierten Linie im Stadtteil Wossili- Ostrow Barrikaden errichtet wurden. Sie wachsen in anderen Stadtteilen ebenfalls empor. Wehe dem Offizier, der in die Menge gerät. Man fällt über ihn her, entreißt ihm die Waffe. Er kann froh sein, wenn er nach Mißhandlungen mit dem Leben davonkommt und zu seinen Kameraden gelangt. Auf den Plätzen lagert das Militär wie im Kriege um die Wachtfeuer. Wie im Kriege werden Patrouillen ausgesendet. Sie ziehen in die Straßen der Hauptstadt, die von Barrikaden gesperrt sind. Die Hauptstadt des Zaren gleicht einem Heerlager. Die Zahl der Verwundeten in schwankt in den Berichten, je nachdem sie von regierungsfreundlicher oder regierungsfeindlicher Seite fommen, schier unheimlicher Weise. Nach einer offiziösen Veröffentlichung sollen im ganzen 76 Personen getötet und 233 verwundet sein. Nach anderen Darstellungen sollen 2000 Tote und 4000 Verwundete gezählt worden sein. Daß derartige ungeheuerliche Ziffern Ausgeburten eines sensationslüsternen Hirns sind, ist klar. Die von der Regierung angegebenen Zahlen sind aber selbstverständlich viel zu minimal und geben nicht annähernd den Unifang des Blutbades wieder. Man darf sie getrost um einige Hunderte erhöhen. Wer ist fchuld? Die Sympathien in der Petersburger Bürgerschaft gehören ohne Zweifel den Arbeitern. Man klagt die leitenden Kreise an, daß sie den Demonstranten, die ihre friedlichen Absichten zur Genüge bekundet hatten und keine Waffen trugen, nicht die Gelegenheit gewährte, dem Zaren ihre Wünsche vorzutragen. Das furchtbare Blutbad hätte sich bei einigem Entgegenkommen sicher vermeiden lassen. Nachfolgend ein Brief, der diese Stimmung wiederspiegelt: St. Petersburg, 22. Januar. Die Würfel sind gefallen. Der Aufruhr züngelt an allen Ecken und Enden des Reiches mit lechzenden Flammen empor, nachdem durch das Petersburger Blutbad die ganze seitherige Bewegung aus einer friedlichen Demonstration in das Fahrwasser der Gewalttätigkeiten hineingetrieben worden ist. Nicht das Volk ist schuld daran, daß die friedlichen Bah nen verlassen werden, sondern das herrschende Regierungssystem, das gewaltsam den Zaren von dem Volke fern= hält und Großfürst Wladimir trägt Schuld an dem Blutbad! Etwa 15 000 bis 18 000 Arbeiter hatten sich ohne Waffen zu einer friedlichen Demonstration versammelt, um dem Zaren in einer Bittschrift ihre Lage zu schildern und um die Verleihung der Konstitution zu bitten, mit der sie zugleich auch die Befreiung aus ihrem Elend und ihrer Notlage zu erreichen hoffen. An der Spitze der Schar marschierte der Priester Gapon, das Kreuz in der Rechten, und in der Rinken die Rolle, welche die Bittschrift der Arbeiter enthielt. Die Menge, die ihm folgte, sang Kirchenlieder. So marschiert kein Meutererbaufen auf. Die blutigen Revolutionäre bauen im Schuze der Nacht ihre Barrikaden und rüsten sich zum Kampf. Das hätte auch Großfürst Wladimir, der reaktionärste aller russischen Prinzen, in dessen Händen das Schicksal von Petersburg lag, berücksichtigen müssen und die friedliche Demonstration nicht gefährden dürfen. Es war zwar das gute Recht und vielleicht sogar die Pflicht der Regierung, die 15 000 bis 18 000 Menschen aus der Nähe des Zaren fernzuhalten, aber die Klugheit hätte es gebieten müssen, dem Zaren auch vor den Augen des Volkes die Anhörung der Wünsche zu ermöglichen. Dieses Ziel aber wäre erreicht worden, wenn man den Priester Gapon mit einer Deputation durch die geschlossenen Kolonnen durchließ, um seine Rolle dem Zaren zu überreichen. Die gutartige Menge, die nach den politischen Anschauungen Rußlands in dem Zaren eine geheiligte von Gott geweihte Person erblickt, würde inzwischen ruhig auf ihrem Plate verharrt haben, denn sie wollte ja nichts anderes erreichen, als eine direkte Information des Zaren über die Volkswünsche. Das ergibt sich mit voller Deutlichkeit aus dem Inhalt der Bittschrift, die folgenden Wortlaut hat: Herrscher, glaube nicht, daß dir die Minister die volle Wahrheit über die Lage gesagt haben. Das ganze Volk vertraut dir und beschloß, morgen Nachmittag 2 Uhr vor dem Winterpalais zu erscheinen, um dir seine Not darzulegen. Wenn du, wankelmütig, nicht vor dem Volke erscheinst, dann zerreißt du das moralische Band zwischen dir und dem Volk. Das Vertrauen zu dir wird schwinden, da unschuldiges Blut zwischen dir und dem Volke fließen wird. Erscheine morgen bor deinem Volke, empfange unsere Ergebenheitsadresse muligen Geistes! Ich, der Vertreter der Arbeiter, und meine tapferen Arbeitsgenossen garantieren die Unverletzlichkeit beiner Person." Die Haltung des Militärs den Aufständischen gegenüber hat sich im allgemeinen streng rach den Befehlen der Vorgesetzten gerichtet. Es wurde " Feuer" kommandiert, und der Soldat schoß, der eisernen Disziplin gehorchend, wenn auch schweren Herzens, auf die dichtgedrängte Masse, in der sich sein Vater, seine Mutter, seine Geschwister, seine besten Freunde befinden konnten. An einigen Stellen allerdings überwog in den Soldaten das Ge. fühl der Zugehörigkeit zum Volke, auf das sie die furchtbare Feuerwaffe richten sollten, über den militärischen Gehorsam und sie ließen auf die flehenden Rufe:„ Schießt nicht auf eure Brüder!" die schon erhobene Mündung wieder sinken. Doch waren das nur vereinzelte Regungen. Die Truppe als Großes und Ganzes gehorchte willen los dem Kommando. wort ihrer Führer. Die einzige Ausnahme davon soll die Marine- Infanterie gebildet haben, die sich durchweg entschlossen geweigert habe, gegen die Arbeiter zu marschieren. Sie soll wegen dieser unzuverlässigen Haltung in ihrer Kaserne von anderen Truppen umzingelt gehalten werden. Die Arbeiter selbst haben nicht geglaubt, daß das Militär sich dazu verstehen würde, auf sie zu schießen. In allen Versammlungen wurde mit Zuversicht betont, daß der russische Soldat gegen seine arbeitenden Brüder nicht vorgehen werde. In diesem beklagenswerten Irrtum befangen, drängte die Menge, trotz der Aufforderungen, auseinanderzugehen, blindlings nach vorwärts, bis die scharfen Salben ihnen in blutiger Schrift den Beweis vom Gegenteil gaben. Revolutionäre Priefter. lassen, daß der ganze Winterpalast, die Residenz des Baren, in die Luft geflogen sei. Was in dieser Ware von den Händlern auf den Berliner Straßen als hochwillkommene Gabe kolportiert wird, daran darf dann auch das Publikum in der Provinz teilnehmen. Denn alsbald bemächtigen sich gewisse Telegraphen- Aaenturen des Stoffes und blitzen die erschrecklichen Ausgeburten der Phantasie dieser Augenzeugen" hinaus in die Welt. Wenn die Ereignisse sich hernach wesentlich anders ansehen, dann sind schon wieder neue Sensationen im Gange, die vergessen lassen, was an Uebertreibungen dem Publikum aufgetischt ist. Die Ziele der ruffifchen Revolution. Portugal, Ha Holland und E wurde 1542 v brdung, ba Diamantenfelde und erft burd her bahnbrech erfchloffen wo feiner mühevo bitterten Räm um die Welth bor feinen W männischer A auf die Da fönne, an So England Handelsministers am Freitag, habe man die Hoffnung verlieren müssen, daß überhaupt eine Verständigung zustande komme, und auch am Sonnabend habe Herr Möller, nicht das gesagt, was man erwarten mußte, daß nämlich durch Gesetz der Achtstundentag infl. Seilfahrt eingeführt und das Wagennullen verboten werden solle. Der Redner verbreitete sich dann über die Lage im Streifrevier; die Ausständigen verhielten sich durchaus ruhig, und es sei notwendiger, Schuy für die Streifenden, als für die Arbeitswilligen zu fordern. Es müsse dafür gesorgt werden, daß nicht die Ruhe durch die Maßnahmen der Behörden gestört werde. Zum Schluß gab es noch eine kleine Ueberraschung. Trotz der Erklärung der Konservativen, daß sie sich an der Debatte nicht beteiligen würden, ergriff in ihrem Namen Abg. v. Heydebrand das Wort. Er erklärte, daß seine Parteifreunde bei ihrer Beurteilung des Kontraktbruches bleiben müßten, daß fie aber wohl anerkennten, wie die Arbeiter sich durch mannigfache Mißstände beschwert fühlen könnten und daß sie gern bereit wären, an der Abstellung mitzuwirken, sobald die Hindernisse fortgeschafft seien. Das Haus vertagte sodann die Weiterbesprechung auf unbestimmte Zeit. Morgen steht die Interpellation Büsing wegen der mecklenburgischen Verfassungsfrage auf der Tagesordnung. Nab und fern. Ein reicher Ordenssegen hat sich am 18. Januar über das Land ergossen. Es wurden im ganzen 2903 Orden und Ehrenzeichen verliehen, und zwar der Rote Adlerorden in seinen verschiedenen Abstufungen 1101mal, darunter der Rote Adlerorden 4. Klasse allein 918mal, der Kronenorden in seinen Abstufungen 700mal, darunter der Kronenorden 3. Klasse 303- und der 4. Klasse 217mal, der königliche Hausorden von Hohenzollern 39mal, das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens 120. und das Allgemeine Ehrenzeichen 943mal. Die gegenwärtige politische Lage Rußlands ist gekenn zeichnet durch die Tatsache, daß die konstitutionellen Forde rungen nicht mehr allein von den Gebildeten des Landes vertreten werden, sondern auch an die Masse der proleta rischen Bevölkerung übergegangen sind. Die politischen Agitatoren haben auch in Rußland erkannt, welch ein guter Boden für die politische Aussaat die von einem einheitlichen Klasseninteresse beherrschte Arbeiterschaft ist. Dadurch daß man die wirtschaftlichen und sozialen Forderungen d. Arbeiter mit der politischen Forderung der Einführung konstitutioneller Verfassungszustände verknüpfte, sind erst die Bataillone der Revolution aus der Erde gestampft worden. Die gebildeten Kreise kämpften vereinzelt und gegen einzelne Personen. Die nihilistischen Attentate sind die äußeren Erscheinungen dieses Einzelkampfes. Das Stadium des einzelnen politischen Verbrechens ist aber jetzt überwunden durch die viel gefährlichere Erregung breiter Volksmassen. Nichts ist charakteristischer für den Geist der neueren Bewegung als die Führung der Massen durch einen Priester, der mit dem Kreuz in der Hand den Scharen voranschreitet, um dem Zaren durch einen tausendstimmigen Chor die Wünsche des Volkes vernehmbar zu machen, die er nicht hört, weil das herrschende Regierungssystem zwischen ihm und dem Volke steht. Die jetzige Situation hat sehr viel Aehnlichkeit mit dem Beginn der Julirevolution, in Frankreich. Damals hat ebenfalls das herrschende System mit seiner Willkür, mit seinem feinen Bestechungssystem und mit seinen konstitutionellen Halbheiten den Ausbruch der Revolution verschuldet. Insbesondere war es ein Vorgang, der äußerlich in einem sehr losen Zusammenhang zu der Revolution steht und dennoch wie ein Blitzstrahr ins Bulverfaß wirfte. Der Herzog von Cräslin hatte seine hochsinnige Gemahlin ermordet; er wurde gefangen gesezt und tötete sich im Gefängnis selbst. Das erregte Publikum vermutete dahinter eine Beihilfe der Regierung, die es vermeiden wolle, daß durch die Verurteilung und Hinrichtung eines Herzogs die Gleichheit der Stände vor dem Gesetz augenfällig dargetan werde. Dieser Fall war die Agitationswaffe in der Hand der Revolutionäre, wie augenblicklich in Rußland die straflos gebliebene Korruption im Heere und die Gewalttaten der Beamtenschaft den Wühlstoff nicht ausgehen lassen. Wenn sich das Zarentum nicht bald und nicht hochherzig zu Konzessionen an das Volk entschließt, werden die Petersburger Vorgänge bald auch anderswo sich wiederholen, und die Zentren werden nicht allein die großen Städte des Reiches, sondern auch der Revolutionsherd an der russischen Westgrenze bilden. Es ist eine ernste Zeit für Rußland. St. Petersburg, 23. Januar. Die merkwürdige Tatsache, daß die jetzige revolutionäre Bewegung in Rußland durch Priester geleitet wird-- außer Gapon nahm sich bereits vor Monaten ein anderer Geistlicher namens Patrom mit Feuereifer der liberalen Forderungen an findet ihre Erklärung in einem bedeutungsbollen Schritt, den der Vorsitzende des heiligen Synod, Pob jedonoszew seiner Zeit getan hat. In der Absicht, der liberalen Hydra den Kopf zu zertreten, mit dem Erfolge, ihr neue gefährliche Kräfte zuzuführen. Die russischen Geistlichen haben das Recht, ihre Söhne kostenfrei in die Priesterseminare zu geben. Diese Seminare hatten bis vor etwa fünfzehn Jahren die Befugnis, Reifezeugnisse gleich den Gymnasien auszustellen, so daß die Zöglinge nach Absolvierung der Seminarkurse zu den Universitäten übergehen und eine Berufswahl nach Neigung und Fähigkeit treffen konnten. Die Folge war, daß viele und meist die begabteren Semina risten andere Berufe als den des Priesterstandes wählten und daß Pobjedonoszew somit nur gleichsam den„ Ausschuß" übrig behielt. Dies paßte ihm selbstverständlich nicht, und so nahm er den Priesterseminaren das Recht, für die Universität vorzubreiten. Wer die Seminare besucht, mußte Priester werden. Auf diese Weise ist die Geistlichkeit jetzt mit einer Fülle von Elementen behaftet, die sich in dem aufgezwungenen Berufe äußerst unzufrieden fühlen und die ihren Unmut in liberalen Ansichten und Forderungen entladen. Es sind das Verhältnisse, für die man wohl nirgends in Europa ein Beispiel finden wird. Die eigentümlichen Bedingungen erklären den sonst gar nicht zu begreifenden Umstand, daß die revolutionäre Bewegung hierzulande mit von Geistlichen getragen wird. Bei dieser Gelegenheit mag noch darauf hingewiesen werden, daß bei der großen Revolution in Frankreich 1789 es ebenfalls ein Geistlicher, der Abbé Sienès, war, der zuerst die ,, Lehre von den Menschenrechten" in Schrift und Wort verfündigte. Damals machten diese Lehren, die den ganzen europäischen Kontinent mit Sturmesdrang durcheilten, an den ehernen Pforten des russischen Zarismus Halt. Jetzt pocht von neuem die Hand eines Priesters, diesmal eines eingeborenen Russen, an die Tore des Winterpalais, Eingang heischend für das neue Evangelium. Dieser, Gapon mit Namen, lenkt die Blicke der ganzen zibilisierten Welt auf sich. Gapon ist der Sohn eines wohlhabenden Mushiks( Bauern) und weihte sich auf Wunsch seines Vaters dem Priesterstande. Auf dem Seminar beschäffigte sich Gapon nicht allein mit geistlichen, sondern auch mit Sozialen Fragen! So gründete er noch als Seminarist einen Klub, für den er mehrere tausend Metallarbeiter und Mechanifer anwarb Gapon ist sehr religiös und sehr anspruchslos. Der offiziellen Geistlichkeit ist er längst mißliebig; vor bier Jahren wurde der Bann über ihn verhängt, weil er für Tolstoi Partei genommen hatte. In der breiten Volks= schicht ist er sehr beliebt, die ihn das„ kleinrussische Bäterchen" nennt. Am Sonntag zog Gapon den Demonstranten voran, in der einen Hand das Kreuz, in der anderen die Vittschrift an den Zaren. Blutige Sensationsmalerei. Die Dolitik. einer frem am 30. Ap an die nor biefes Man hundert in programm. einigten Mächtige B Siedlung um Pflug feine der Mensch und Wandel Miopi hin Der Dampfer u paffe fchneiden au, bem Mitte ungerechtfertigt jährige Bugehö gewöhnlich beg Bracht der über 200 Reihe ließ S prächtigen Li der Säulenb funft und da Mutterherzen. Ueber einen tragischen Vorfall wird aus Belgrad gemeldet: Aus dem serbischen Dorfe Alerandrovac gingen zwei Frauen mit ihren Kindern, einem zehnjährigen Knaben und einem fünfzehnjährigen Mädchen, in ein benachbartes Dorf, um dort einen Besuch zu machen. Infolge schlechten Wetters kamen sie aber nur langsam vorwärts, und so überraschte sie die Dunkelheit. Als Stürme und Schneegestöber losbrachen, verirrten sich die Frauen und waren nun den Unbilden des Wetters ausgesetzt. dieser Not gaben nun die Mütter ihren Kindern die großen warmen Tücher, die sie selbst trugen, um sie vor der Kälte zu schüßen. So mußten sie die Nacht im Freien verbringen. In der furchtbaren Kälte erfroren die beiden Mütter, ihre Kinder blieben am Leben, und als morgens Leute sie auf fanden, standen die Kinder an der Seite ihrer toten Mütter und schrien vor Angst, daß sie von Wölfen zerrissen werden könnten. Die Lage im Ruhrgebiet verschärft sich von Tag zu Tag. Die Zahl der Streifenden nimmt zusehends zu. Nach der legten Aufstellung fehlten in den 18 Bergrevieren des Oberbergamtsbezirks Dortmund von der Gesamtbelegschaft von 240 976 Mann der vom Ausstand betroffenen Zechen 195 071 gegen 193 438 vom 21. ds., mithin ist eine Zunahme von 1633 zu verzeichnen. Während in Petersburg sich die ernstesten und ergreifendster Ereignisse abspielen, die möglicherweise den Gang der ganzen nächsten Entwickelung bestimmen, sehen wir einen Teil der Presse am Werk, um aus den Vorgängen auf ihre Weise Kapital zu schlagen. Vor allem tut sich die Berliner Sensationspresse hervor, um in Berichten von Augenzeugen", denen man es auf den ersten Blick ansieht, daß sie weitab von der eisbedeckten Newa im behaglichen Redaktionsbureau angefertigt sind, die Sucht nach Nervenfibel bei ihren Lesern um jeden Preis zu befriedigen. Da wird im wohldurchwärmten Zimmer die Phantasie künstlich erregt, und die Feder schreibt nicht mehr Tinte, sie schreibt Blut. In einem Stil, wie wir ihn in unserer Kindheit Tagen in den Ritterund Räuber- Romanen mit Begierde suchten und mit grauom Behagen fanden, wird da eine Serie„ telegraphischer Schreckensbilder" aus der Hauptstadt des Z3arentums entworfen, die in ihrer drastischen Darstellung auf Grund an geblich selbsterlebter Vorgänge" ihrem Zweck dienen, nämlich der Sensationssucht fröhnen. frankreich. Die Beendigung der Ministerkrise durch die Bildung des Cabinets Rouvier ist gesichert. Rouvier hat das Mandat endgültig angenommen und dem Präsidenten Loubet davon Mitteilung gemacht. Er ist mit der Zusammensetzung des neuen Ministeriums beschäftigt. Die Presse verhält sich zunächst abwartend. Sowohl die uitraradifalen, wie die gemäBigten Blätter sind unzufrieden, letztere weil die Dissidenten befürchten, bei der Verteilung der Size nicht zu ihrem Rechte zu kommen. Starr gefrorene Leichen von Frauen und Kindern sieht man auf dem vom Blut der Getroffenen rot gefärbten Schnee liegen. Entsett taumelt über sie der tapfere Berichterstatter dahin, als er mit eigener Lebensgefahr seines Amtes waltete und nebenbei junge Männer in Hausflure retten half, über die eine ganze Schar Kosakenpferde hinweggetrampelt war, während die Reiter mit ihrem Säbel auf das Opfer schlugen; zum Glück mit zu kurzem Schlage, damit der Gerettete seinem journalistischen Retter seine Eindrücke in die Feder diftieren fönne Amerika. Schwere Erdbeben in Griechenland. Mehrere Dörfer in der Umgegend von Aghia in Thessalien sind infolge von Erdbeben vollkommen zerstört. Die Beben dauern weiter an; andererseits bedroht das Anschwellen des Peneus den niedrig gelegenen Stadtteil von Larissa. Der strenge Winter macht die Lage ganz besonders schwierig. Tages- Chronik. In Sewastopol stehen die großen Marinedepots in Brand. Die Gewißheit, daß es zu einem Konflikt zwischen Amerika und Venezuela kommen werde, beginnt sich auch in Washington zu befestigen. Präsident Roosevelt ist entschlossen, die Gewaltpolitik Castros nicht zu dulden und sehr energische Maßregeln gegen ihn anzuwenden. Ein leichtes Spiel werden freilich die Amerikaner nicht haben, um Castro an den Leib zu kommen. Der aber gibt nur nach, wenn ihm die Bistole auf die Brust gesezt wird. Bäche von Blut sieht man schaudernd durch die Straßen fließen, und immer stärker berauscht sich an diesen selbst geschaffenen Schreckensbildern die entfesselte Phantasie. Die einlaufende Mel ung, daß die Aufständischen sich in den Befit von Dynamit gesetzt haben, begeistert flugs den Sensationsmaler, seinen Berichterstatter die Melduna machen zu mer. Deutfcher Reichstag. In Paris wurde eine Dame im Omnibus überfallen und beraubt. Hus dem Gerichtssaal. § Abermals: Ist„ Pofera" ein Glücksspiel? Die Magdeburger Straffammer hat diese Frage bejaht und einen Cafetier wegen Duldung dieses Spiels zu 40 Mark Straße berurteilt. Dieselbe Strafkammer erachtete auch das sog. Mauscheln" als Glücksspiel. förmig fidh a auch die Man Gefchichte Lou Indianern un über. Alle ftein Loufianas Bauber ftrahlt glühenden Abe § Unschuldig verurteilt. Der Viehhändler Kirchstein und der Schlächter Scheuer aus Hagenom wurden im Jahre 1902 bom Lüneburger Schwurgericht wegen Meineids zu je vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Jezt hat einer der damaligen Belastungszeugen eingestanden, aus Rachsucht eine falsche Aussage gemacht zu haben. Die unschuldig Verurteilten wurden freigelassen. Lokales. 24. Januar 1905. zu Hunderttaus die Fontainen große Strom Rundblick zu Glühschnüre, Maschinen einft von fich Kräfte auszuni K. Bur berger Mo fudung rider heute morgen S Zu den Vermählungsfeierlich feiten des Großherzogs am 2. Februar wird, so schreibt man uns aus Darmstadt, die Ehren- Kompanie beim Eintreffen des Kaisers am Bahnhof durch eine Kompagnie der Infan terie- Leib- Garde Regts. Nr. 115 gestellt; die Ehren- Eskorte auf der Fahrt nach dem Schloß bildet eine fombinierte Schwadron des Leibdragoner- Regiments Nc. 24 Kommando des Herrn Rittmeister Ritter u. Edler v. Loesel. Beim Empfang der zukünftigen Großherzogin am Bahnhof wird eine Ehrentompagnie durch das JafanterieRegiment Nr. 117( Main 3), welches wahrscheinlich auch bald auf den Achselstücken die Abzeichen der neuen Inhaberin tragen wird, gebildet, während die Ehren- Estorte der Fahrt nach dem Schlosse eine tombinierte Schwadron des Garde- Dragoner- Regimentes Nr. 23 unter Befehl des Rittmeister Westerweller von Anthoni stellt. ( 125. Sitzung.) CB Berlin, 23. Januar. Bei der heute fortgesetzten Besprechung der Inter= pellation wegen des Bergarbeiterstreifs sprach zunächst der Pole Brejski für die Arbeiter; er meinte, die Vorgänge in Petersburg lehrten, daß die Arbeiterbewegung nicht mißachtet werden dürfe. Der Abg. Freiherr Heyl von Hernsheim vertrat namens der großen Mehrheit der nationalliberalen Partei einen ganz anderen Standpunkt, als am Sonnabend der Abg. Dr. BeuEr bedauerte zwar auch, daß die Arbeiter Kontraktbruch begangen hätten, sprach ihnen aber doch seine Sympathien aus und erklärte, daß Mißstände vorhanden wären, die beseitigt werden, daß vor allem das Wagennullen abgeschafft werden müßte. Sehr warm nahm sich der Arbeiter auch der Zentrumsführer Dr. Spahn an; er empfiehlt eine parlamentarische Enquete. Der antisemitische Abgeordnete 3 immermann griff die Regierung und die Sozialdemokratie ,, mit ihren Juden" gleichmäßig scharf an. Das Großkapital sei stärker als der Staat; wenn die Kraft der goldenen Internationale nicht gebrochen werde, würde die rote triumphieren. Der sozialdemokratische Abg. Bömelburg ist mit der Haltung der Regierung gleichfalls höchst unzufrieden, nach den Erklärungen des Kanzlers und des Tatort berbr der Sache fü *. Ver Vereins. Deutschen K Bichhändlerb welcher über Aufhebung de mit Klanent ung der Vi follte. Der führten aus, große fei, da Der Biehzucht und biele Ge fet deshalb diefer Maßre figende Lorid Versammlung „ Die Broberzog Folgende er Im s baben bie im Umb zunäch zeitig d und Me zu gefta Hie auf gewerbe insbeson GH. St. Louis und seine Welt- Ausstellung. Glänzende Bilder rollten sich gestern Abend vor dem Beschauer auf, der der Einladung des Kaufmännischen und Ortsgewerbe- Verein Gießen zum Vortrage über„ St. Louis uud seine Weltausstellung" nach Stein's Saalbau gefolgt war. Der Referent, Herr Cronau New York zerlegte seinen Vortrag sachgemäß in zwei Teile. In dem ersten schilderte er in fließender Wese die Verhältnisse und Geschichte Lousianas und oer Stadt St. Louis, während er sie uns im zweiten im Bilde darstellte. Mit großer Sachkenntnis lief der Referent alle Phasen der Entdeckung und Entwicklung dieses interessanten Fleckchens Erde durch von einem Fleckchen darf man eigentlich nicht reden, da auf Lousianas Gebieten Spanien, lahm ge Der bölferun herigen Ruin en Die treibende fchwer ge Deren In troffen h Stodung mirten, feite nut Nie daß eine feuchen be daß es in jinung ber ng zustande Roller, nid imlich durch hrt und das r berbreitete Lusitandigen diger, Schut zu fordern. the durch die Schluß gab klärung der t beteiligen debrand de bei ihrer sten, daß fie urch mannig daß sie gern bald die Hin e sodann die rgen steht die rgischen Ver Jantlar über 3 Orden und Idlerorden in Darunter der Kronenorden Kronenorder igliche Haus Allgemeine Ehrenzeichen Borfall wird Dorfe Meran , einen zehnMädchen, in u machen. Tangjam bor Als Stürme die Frauen usgelegt. J ern die großen vor der Kälte En berbringen. Mütter, ihre Leute sie auf toten Mütter Nehrere Dörfer ind infolge von ern weiter an; eus den niedrig e Winter mad großen Marine Bortugal, Italien, die Schweiz, Frankreich, Deutschland, Holland und England ausgebreitet werden könnten. Lousiana wurde 1542 von den Spaniern entdeckt, die aber der Entdeckung, da sie dort die heiß ersehnten Gold- und Diamantenfelder nicht fanden, keinen weiteren Wert beilegten, und erst durch die Franzosen, die nordwärts von Kanade her bahnbrechend eindrangen, ist Lousiana der Zivilisation erschlossen worden. Aber Frankreich sollte der Segnungen seiner mühevollen Arbeit nicht teilhaftig werden. Die eco bitterten Kämpfe, in denen der Erste Napoleon mit England um die Weltherrschaft rang, ließen ihn 1802 die Erklärung vor seinen Ministern abgeben, daß es ein Gebot staatsmännischer Kingheit wäre, wenn man Lousiana, das man auf die Dauer gegen die englische Seemacht nicht halten fönne, an die Vereinigten Staaten abträte und Frankreich so England in die Flante falle, indem es das Aufstreben einer fremden Seeherrschaft begünstige. Ein Jahr später, am 30. April 1803, trat er Lousiana für 15 Mill. Dollar an die nordamerikanische Union ab. Wie scharf der Blick dieses Mannes war, das zeigt sich jetzt nach einem Jahrhundert in dem imperialistischen amerikanischen Flottenprogramm. Mit der Uebergabe Lousianas an die Vereinigten Staaten begann ein gewaltiges Emporstreben. Mächtige Züge von Ansiedlern wurden in das Land gelenkt und Siedlung um Siedlung blühte auf. Hinter dem Belzjäger zog der Pflug seine Furchen und inmitten fruchtbarer Felder brach der Mensch die Schäße aus den Tiefen der Erde. Handel und Wandel nahmen einen ungeahnten Aufschwung. Den Mississippi hinauf und hinab freischen die Dampf- Sirenen der Dampfer und durch saatenreiche Fluren und enge Felsenpässe schneiden die Schienenstränge hin und her auf St. Louis zu, dem Mittelpunkt dieses Lebens. Es war wirklich kein ungerechtfertigtes Verlangen, wenn St. Louis seine hundertjährige Zugehörigkeit zu den Vereinigten Staaten ganz außergewöhnlich begehen wollte, und so wurde die märchenhafte Pracht der Welt- Ausstellung mit einem Aufwande von über 200 Millionen Mt. ins Leben gerufen. In langer Reihe ließ Herr Cronau die Ausstellung an uns in farbenprächtigen Lichtbildern vorübergleiten. Wir sahen die Pracht der Säulenhallen und die mächtigen Rastaden, die Gartenfunst und das reiche Getriebe, das zwischen den 500 fächerförmig sich ausbreitenden Palästen herrschte, und wir sahen auch die Männer und die Szenen, die für immer in die Geschichte Lousianas eingewoben sind. Wilde Kämpfe mit Indianern und pittoreske Felsenzacken flogen an uns vorüber. Alle hat das gewaltige Unternehmen, das ein Denkstein Lousianas sein soll, verkörpert. Ihren ganzen feenhaften Bauber strahlte die Ausstellung aber erst aus, wenn vom glühenden Abendhimmel die letzten Farben verglommen und zu Hunderttausenden die elektrischen Birnen aufflammten und Die Fontainen mit allen Tönen überzogen. Dann wogte der große Strom hinauf zu dem Festdom, um von dort den Rundblick zu genießen. Und tief unten wanden sich die Blühschnüre, rauschten die Kaskaden und hämmerten die - Maschinen ein volkswirtschaftliches Eldorado, das Spanien einst von sich gestoßen, weil es nie verstanden hat, seine ibus überfallen Kräfte auszunügen. al. ? Die Magde Sit und eine 0 Mark Stra auch das so Kirchstein im Jahre 1 eids zu je v r der damaliges St eine fall Dig Verurteilten anuar 1905 rligfeiter fo fhreibt ma Eintreffen ie der Infam Ehren- Forter fombinierte 24 unter oler v. Loefe gerzogin a Das Jafanterie hrscheinlich di nenen Inhaber ren- Estorted nierte Schwab unter Befehl b elt- Ausftellan t. nb bor bem aufmännif en zum Vortrag Itausstellung er Referent, H trag fachgemäß i in fliebenber We unb oer Stab en im Bilde bar ber Referent al Dirfes intereffants Teddhen barf na K. Zur Bernehmung weiterer Beugen in der Helden berger Mordangelegenheit begaben der Untersuchungsrichter Wehner und der Staatsanwalt Hoos sich heute morgen nach Heldenbergen. Hudde wird nicht an den Tatort verbracht, da der Untersuchungsrichter es nach Lage der Sache für überflüssig hält. *. Versammlung des Oberh. BichhändlerVereins. Am Sonntag, nachmittags 2 Uhr, fand im Deutschen Kaiser" eine vom Vorstand des Oberhess. Biehhändlervereins einberufene Versammlung statt, in welcher über eine Petition an das Ministerium um Aufhebung des jüngst erlassenen Berbotes des Handels mit Klauenvieh im Umherziehen und der Abhaltung der Vi märkte in Hessen beraten werden follte, Der Vorfißende Lorsch und Sally- Flörsheim führten aus, daß die Seuchengefahr in Hessen keine so große sei, daß man zu solchen Maßregeln greife, die der Viehzucht und dem Handel schwer schädigen müßten und viele Gewerbstreise in Mitleidenschaft zögen. Es set deshalb Pflicht eines jeden, auf die Beseitigung dieser Maßregeln hinzuwirken und ersucht der Vorfizende Lorsch, nach der„ Alsfelder Oberh. Zeitung", die Versammlung, nachstehende Resolution anzunehmen. " Die unterzeichneten Betenten gestatten sich, Grozherzoglichem Ministerium des Innern das Folgende ergebenst zu unterbreiten: Im Auftrage Großherzoglichen Ministeriums haben die hessischen Kreisämter den Handel mit Vieh im Umherziehen und die Abhaltung der Viehmärkte zunächst bis zum 1. März I. J. verboten und gleich. zeitig den Landwirten anempfohlen, den Viehhändlern und Mezgern das Betreten ihrer Stallungen nicht zu gestatten. Hierdurch wird das Viehhändler- und Metzger gewerbe in Hessen nicht nur eingeschränkt, sondern insbesondere gilt das von dem ersteren- vollständig lahm gelegt. Der diese Gewerbe betreibende Teil der Bevölkerung verliert die Möglichkeit, sich in der seit herigen Weise sein Brot zu erwerben und geht dem Ruin entgegen. Die Gastwirte, Kaufleute und andere Gewerbetreibende werden durch das Verbot der Märkte schwer geschädigt, und auch auf die Landwirtschaft, in deren Interesse doch die erwähnten Maßnahmen getroffen wurden, muß die in ihrer Folge auftretenden Stockung des Viehhandels in hohem Grade ungünstig wirken, ohne daß sie ihr in dieser Ausdehnung andrerseits nügen fönnen. Niemand kann mehr als die Viehhändler wünschen, daß eine Einschleppung und Verbreitung der Viehseuchen verhütet wird. Sie sind sich wohl bewußt, haltung der Seuchengefahr selbst nach Kräften beizutragen und verkennen nicht die Notwendigkeit, gegebenenfalls geeignete Maßregeln zu treffen. Ste sind aber der Meinung, daß, wenn gegenwärtig nur in einem Gehöfte des Großherzogtums ein Seuchen fall auftritt, es nicht erforderlich ist, für alle Landesteile eine Verordnung zu erlassen, die einen ansehn lichen Teil der gewerbetreibenden Bevölkerung ruinteren und andere Zweige des Erwerbslebens schwer schädigen muß. Im vorliegenden Falle hätte es nach der Ueberzeugung der Unterzeichneten genügt, über die betr. Gemarkung und die umliegenden Orte die Spere zu berhängen, zumal schon eine ganze Reihe anderer Vorkehrungen getroffen worden sind wie die fiebentägige Quarantäne und die Untersuchung des Viehes vor dem Auftrieb auf die Märkte, die vollkommen genügen, um nach Möglichkeit eine Einschleppung und Verbreitung der Seuche zu verhindern. Daß troß derselben ein Fall von Einschleppung vor gekommen ist, beweist nicht die Notwendigkeit der neuen Bestimmungen, da die mancherlet Zufälle, durch welche eine derartige Einzeleinschleppung berursacht werden mag, auch durch diese nicht aus der Welt geschafft werden können. Im übrigen gestatten sich die unterzeichneten Betenten, Großherzoglichem Ministerium die Anwendung einer anderweitigen Maßregel vorzuschlagen, die ihres Grachtens weit zweckentsprechender und sicherer wäre als die neuerlassene Verordnung, ohne doch die geschilderten Nachteile derselben zu haben. Die der Reichsgrenze nahen preußischen, bayrischen und sächsischen Gebiete sind es, aus denen die Maul- und Klauenseuche nach Hessen eingeschleppt werden könnte. Wir sind deshalb der Meinung, daß nötigenfalls die Vieheinfuhr von dort nach Hessen, insbesondere auf die hessischen Märkte verboten werden möge. Auf Grund dieser Ausführungen bitten die Unterzeichneten ganz ergebenst, Großherzogliches Ministerium wolle die schwerwiegenden Folgen, welche die neu angeordneten Maßnahmen mit sich führen müssen, gütigst in Rücksicht ziehen und die Aufhebung derselben veranlassen." Schade- Altenburg führte aus, daß der Schuß der Grenzen gegen die Seuchengefahr ein ganz unzureichender sei, deshalb müsse bei Abschluß der Handelsverträge alles aufgeboten werden, um einen besseren Schutz herbeizuführen. Die Regierungen der deutschen Bundesstaaten müßten eine Verhändigung dahin treffen, daß anstelle der Grenzabsperrungen Bezirksabsperrungen träten. So hart die bisherigen Bestimmungen auch die Landwirtschaft trafen, das Gute hätten sie gehabt, daß die Seuchen eingeschränkt worden seien. ** Die„ Kleine Presse" schreibt: Kürzlich gab es für die Beamten im Darmstädter Finanzministerium eine kleine Ueberraschung. Der Herr Minister interessierte sich zufällig" für die Büntlichkeit seiner Untergebenen und hatte zu diesem Behufe einen Regierungsassessor am Eingang zu den Bureauräumlichkeiten postieren lassen, der mit einer ühr bewaffnet, die Getreuen ersuchte, ihre Ankunft" in einem Buche einzuzeichnen. Die Verspätungen sollen nicht ganz unbeträchtlich gewesen sein. Ein durch sein joviales Wesen allgemein beliebter( auch in Mainz bekannter) Res gerungsrat soll dabei die Einzeichnung verweigert haben mit dem nicht ganz unbegreiflichem Ausruf der Entrüftung: Ich bin doch kein Schulbub!" Der Landtag ist hier wieder einmal die Ursache. Das Ministerium fordert nämlich einige neue Stellen, da die Arbeit nicht bewältigt werden könne. Aus Abgeordnetenfreisen wurde darauf bündig entgegnet, daß dazu die Herren Beamten sich nur pünktlich auf ihren Bureaus einzufinden nötig hätten. * * Wegfall der Rückfahrkarten? Wie bestimmt verlautet, sollen ab 1. April d. I. auf allen Bahnlinien der preußisch- hessichen Eisenbahnen nur noch einfache Fahrkarten zur Ausgabe kommen, deren Preis der Hälfte punft noch in den Händen des Publikums b.findlichen der i ßigen Rückfahrkarten entspricht. Die zu diesem ZeitRück ahrkarten laufen in den Monaten April und Mai nach 45tägiger Gültigkeit sämtlich ab und kommen in Wegfall.( Wir geben diese Nachricht mit Vorbehalt wieder, obgleich es die ausgesprochene Absicht des Ministers Budde ist, das System der Rückfahrkarten mit der Zeit ganz aufzuheben.) (§) Fliegen als Krankheits- lebertrager. Ein interessantes und lehrreiches Experiment, das für das praktische Leben von höchster Bedeutung ist, wird uns in der Ausstellung„ Volkskrankheiten und ihre Bekämpfung", die für die Zeiten des Aufenthalts in Frankfurt a. M. in der alten Weißfrauenschule in anschaulichster Form etabliert ist, vorgeführt. Es liegen dort unter einer Glasglocke, vollständig von einander getrennt, vier große Startoffelscheiben, von denen die eine mit einer Batterienart geimpft ist, die einen roten Farbstoff bildet. Unter der gleichen Glasglocke bewegt sich eine Fliege frei umher. Diese Fliege überträgt nun die rotfärbende Bakterienart sofort von der geimpften Kartoffelscheibe auch auf die anderen Scheiben, die bald eine intensive rote Farbe annehmen. Hierdurch wird auf überraschend einfache und instruktive Weise die große Gefährlichkeit der Stubenfliege als eines Bakterienträgers ersten Ranges zur Evidens bewiesen und uns die eindringliche Mahnung gegeben, Speisen und Getränke, sowie solche Gegenstände, die mit unserem Munde in Berührung kommen, soweit es nur irgend möglich ist, vor den Fliegen zu schützen. Die Ausstellung fann auch von solchen Leuten besichtigt werden, die tagsüber beschäftigt sind, da sie von morgens 11 bis abends 10 Uhr ununterbrochen geöffnet ist. Der Gebieten Epa daß es in ihrem eigenen Interesse liegt, zur Fern Gintritt ist vollkommen fret. r Grünberg. Wie uns glaubwürdig mitgeteilt wird, wird im Laufe dieser Woche ein weiterer Rauf von Wasserquellen mit dem Besizer der Bingmühle bei Lauter, Herrn Zimmer, perfeft. Weitere Anfäufe sind geplant. r Grünberg. Unterhandlungen wegen Ankaufes der Wilden- Grube im Dickelstal sind von einer Frankfurter Gesellschaft eingeleitet. r Grünberg. Es sind jetzt 70 Jahre, seitdem der hiesige Versicherungs- Verein für Rindvieh gegründet wurde, verflossen. Ein Zeugnis für sein segensreiches Wirken. Londorf. Die Feier von Kaisers Geburtstag, welche der Eisenbahn- Verein Grünberg- LondorfLollar am Samstage in der Stadt Gießen" zu Londorf veranstaltet hatte, gestaltete sich zu einer gediegenen Fest lichkeit. Die Nummern des Programs gingen alle sehr gut durch. Die schöne Feier schloß mit einem Ball. K Lich, 23. Jan. Morgen am Tage der Wiederkehr des 100. Geburtstages des Fürsten Ludwig zu Solms.Hohensolms- Lich wird, so schreibt man uns, auf dem hiesigen Schloßplaze der Grundstein zu einem Denkmal für diesen Fürsten gelegt. Die Bewohner des Solmser Landes, das teils unter preußischer, teils unter hessischer Oberhoheit steht, haben sich aufgemacht, dem Fürsten Ludwig, der weit über seine Zeit hinaus ragte, sehr mildtätig und liberal war, ein äußeres Beichen seiner Verehrung darzubringen. Fürst Ludwig wurde am 24. Januar 1805 im hiesigen Schlosse geboren, succedirte am 10. Oktober 1814 seinen Bruder, dem Fürsten Karl und vermählte sich am 10. Mai 1829 mit Prinzessin Marie zu Isenburg und Büdingen in Büdingen. Viel beschäftigte sich der Fürst, ein hochbegabter Mann, in seinen Mußeftunden mit wissens schaftlichen Studien, besonders aber mit theologischen. Zählten doch die Jahrbücher für protestantische Theologie ihn zu ihren geschäßtesten Mitarbeiter. Theologische Professoren und Geistliche, einerlei welcher Richtung, wie Harnack, Stade, Ritsch, Stöcker u. s. w. waren gern gesehene Gäste an dem einfachen Hofe zu Lich. Auch politisch trat der Fürst hervor. So war er Landesmarschall des rheinischen Provinziallandtags, ferner Präsident des Vereinigten Landtags 1847 in Berlin und Mitglied des preußischen Staatsrats. Bei den Königen Friedrich Wilhelms IV. und Wilhelms I. stand der Fürst in hohen Chren. Er wurde von ihnen in wichtigen Fragen öfter zu Rate gezogen. Am 29. Februar 1880 starb Fürst Ludwig. Ihm succebierte sein Neffe Fürst Hermann, der 1899 verstorbene Bater der Braut des Großherzogs von Hessen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterbiens Boraussichtliche uterung in Hessen für Mittwoch, den 25. Januar. Trüb, milder besonders nachts und Tauwetter, nur vereinzelt im Gebiet geringe Niederschläge ( Regen). ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Holzversteigerungen. 26. Januar, in den Distrikten Vorderster Stopf, Mitteister Oberföfterei Nieder- Ohmen. Donnerstag, den Ropf 1 and 2, Kröbges, Haag, Junger Zwilling, Hirztopf, Bornträger, Pfeifensack 1, 2 und 3, Hofftrauch und MühlGroßh. Joistwait Birkenstock zu Obergrubenbach, Bost berg der Forsiwartei Nieder Ohmen. Auskunft erteilt Nieder- Ohmen. Zusammenkunst vormittags 9 Uhr am Steinbruch Diftrift Vorderster Kopf auf der Straße Nieder- Dhaten- Elpenrod. Oberförsterei Windhausen. Freitag, den 27. Januar, vormittags 10 Uhr im Distrikt Roßbachergrund. Bei schlechter Witterung findet die Versteigerung um 11 Uhr im Saale des Friedrich Braun zu Köddingen statt. Nähere Auskunft durch Großh. Forftwart Vetter Köddingen. Martiberite. Bleßen, 24. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per fb. 0.80-0.90 M., Hühnereler per Stüd 8-9 Pfg., Enteneter St. 7 Bfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Pfg. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linjen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar . 0.80-1.00, Hühner per Stid Mt. 1.00-1.60, Hahnen, per Stud 0.80-1.80, Enters per Stüd 1.80-2.20, Gänse per Pfd. 55-65 fg., Ochsenfleisch per. 70-80 Pfg., Rindfleisch per id. 62-68 Pfg. per Pfd. Schweinefleisch 60-72 Big. Schweine fletsch gesalzen per fund 0.76 Bfg., Kalbfleisch per fb. 70--74 fg. Sammelfleisch per Pfd. 50-74 Pfg., Kartoffeln pro 100 ile 6.00 b. 6 50 Mr., Zwiebeln per St. Mr. 8.00-10.00, Weiskraut 10-15 Pf. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Aepfel per Zentner 6-10 Mr Zwetschen ver Zentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 25-30 Pfg. Milch per Liter 18. Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Martizeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktjeit im Umberziehen feilgeboten werden. Die Mart presse für Vich und Frucht und die Gregener Fleisch und Brotpreise am 23. Januar 1905. Ochsen Kälber Schweine do. Höchste Schlachtviehpreise in Frank urt a. M. P Fleischpreise in Gießen 50 kg Schlachtgewicht 70-73 m./ kg 70-80 Pf. 1/3 11 81-83 Pf do. 70-74 59-60 do. 60-72 Brotpreise in Gießen " Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 kg Roggen do. H " " 18.85 M. 14,70 Weiß brot 2 kg 52 Pf Schwarzbr. do. 48, Berantwortlich: für die Politik und den Inferatenteil: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide zu Gießen. Total- Ausverkauf! Total- Ausverkauf! Um mein Lager bis 1. April vollständig zu räumen, verkaufe meine sämtlichen Buxkins in Winter- und Sommerware sowie meine ecbt Steyrischen Herren- und Damen- Loden, Herrenwäsche, Trikotagen, Kravatten und Regenschirme zu enorm billigen Preisen Anzüge nach Maass zu Mk. 35, 37, 42, 48. Julius Fischer, Giessen, Schulstrasse 6. Total- Ausverkauf! Vergebung von Wasserleitnugsarbeiten. Die sämtlichen, zur Herstellung einer Quellwasserleitun für die Gemeinde Trohe I Total- Ausverkauf! Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. XXXX Bekanntmachung. Bei der gestrigen Wahl der Beisiger für das KaufStadt- Cheatermannsgericht Gießen sind als Beifizer für drei Jahre Giessen. Direktion: Steingoetter. Wegen Erkrankung des Herrn E. Linzen findet heute Dienstag, den 24. Januar, statt der Aufführung von" Zopf und Schwert", eine solche von Halbes „ Der Strom" im Abonnement statt. Mittwoch, den 25. Januar 9. Volks- Vorstellung zu ermäßigten Preisen. ' s Nullerl Volksstück mit Gesang in 5 Aften von Karl Morre worden: I. selbständige Kaufleute: 1. Möhl, Georg Emil 2. Noll, August 3. Holterhoff, Franz 4. Strauß, Moriz II. Handlungsgehilfen: 1. Will, Hermann 2. Engel, Hugo 3. Hosch, Karl 4. Hofmann, Abraham mit 41 Stimmen 41 " " 41 " " 40 " " 1 41 " 1 " 55 " " 55 " " 47 " " Beschwerden gegen die Nechtsgültigkeit dieser Wahlen find bis spätestens 20. Februar 1905 bet der unterzeichneten Behörde anzubringen. Das Protokoll über die Wahlhandlung liegt im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15 zur Einsicht auf. Gießen, den 21. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Betanntmachung. Bei der in der Sigung der Stadtverordneten- VerMusik nach steyrischen Motiven sammlung vom 12. Januar 1905 borgenommenen planvon Vincenz Pertl. mäßigen Verlosung der am 15. Mai 1905 zur Rückzahl ung fommenden Schuldverschreibungen der Anlehen der XXXX Stadt Gießen vom Jahre 1896, 1897 und 1899 find folgende Stücke gezogen worden. a) 1896er Anlehen: Donnerstag, den 26. Januar Dessert- u. Stärkungs- Lit. Q. Nr. 15, 21, 90, 147, 215, 284 zu bet Gießen erforderlichen Arbeiten und Liefer- beginnend, sollen im Gießener ungen sollen im Submissionswege vergeben werden. Schriftliche Angebote sind bis Montag, den 6. Februar 1. Fs. vormittags 9 Uhr auf der Großh. Bürgermeisteret Trohe abzugeben, wo alsdann die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der erschienenen Bewerber stattfindet. Die Pläne und Bedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten( Landgraf Philipp- Plaz 3) zur Einsicht offen und es können dort Angebotsformulare gegen Erstattung der Selbstkosten entgegen genommen werden. Gießen, den 17. Januar 1905. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Diehm, Großh. Baurat. Jagdverpachtung. Dienstag, den 31. Januar d. J. nachmittags. 4 Uhr soll im alten Rathaus dahier die hiesige Gemeinde- Jagd, bestehend aus ca. 650 Heftar Wald, Feld, Wiesen cte. auf weitere 6 Jahre zu den im Termin bekannt gegeben werdenden Bedingungen verpachtet. Im Wald ist ein reger Wechsel von Rehwild zu beobachten, die Feldjagd bietet, außer einem guten Bestand an Hasen und Hühner, durch die alten Lahnbetten Gelegenheit zum Abschuß von Enten etc. Heuchelheim, den 20. Januar 1905. Großh. Bürgermeisterei. Holzversteigerung in der fürstl. Oberförsterei Lich. Montag, den 30. Januar, von vorm. 9½½ Uhr an, im Diftrift Hard: Stadtwald in den Distrikten Haingesboden und Neuhege ver: fteigert werden: 20 Fichten Derbstangen mit 2,12 Fitm. 3 Rmtr. Birken- Scheitholz, Nadel Scheitholz Nadel- Knüppelholz Nadel- Stockholz 37 115 " " 82,5 2850 Wellen Nadel- Reisig. Scheiter: 228 Nm. Buchen( dabei 2 mal 2 Rm. Werkholz), 29 Rm. Eichen( teils gespalten, teils rund); Knüppel: 68 Rm. Buchen, 23 Rm. Eichen, 9 Nm. Nadelholz; Stöde: 84 Rm. Buchen, 42 Rm. Eichen, 32 Nm. Nadelholz; Wellen: 1970 Buchen, 600 Eichen, 700 Weichholz( Auspugreisig), 490 Nadelholz = Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße a. d. 5. Schneise. Gießen, 19. Januar 1905. Gr. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. In Giessen: Gg. Carl Volk. Grosse WohltätigkeitsGeldLotteric d. Krankenpflege- Anstalten v. r.Kreuz, Strassb i- E. Ziehung in kurzer Zeit 6052 Baargewinne M. 70000 ohne Abzug. 1. Hauptg. M. 20000 2. Hauptg. M. 10 000 3. Hauptg. M. 5000 6049 Gew. ZUS. 35000 Los 1 M11 Lose 10 Mk. Port.u.List. 30Pf. versendet das Gen.- Debit J. Stürmer, Strassb.E. Giessen: R. Buchacker, W. Semmler. In Giessen: Ph. Weiler. Nen! Völlig desinfizierende Neu! Weine Malaga, Sherry, Spanische Totayer Alicante untersucht und begutachtet, in 3 Flaschengrößen bei: Karl Vogel. Milchhandlung, Gießen, Rodheimerstraße 38. Lud. Rohrbach Architekt 100. 107, 121, 179, 249, 282, 291 zu 200 S. 19, 21, 36, 82, 142, 200, 271, 398, Nr. 21 Infertionep beffen, ble fre Ret Rebaltion u gegen die In aufdaming d welche die Arl Die B ( Non unje 100 Mr. R. " " " " " T. " " U. " " 430, 484, 496, 517, 610, 630 zu 500 17, 49, 67, 68 241, 256, 264, 350, 365, 414, 430, 446, 457 475 648 zu 1000 18, 124, 180, 204, 229, 290 zu Der Verlau terausfland im Entwidelung mung der letter demokratischer gejetgeberijder hauung zuri " und politisch mit dem birg feines gemäßi 2000 M den bürgerlic " W. " b) 1897er Anlehen. Lit. V. Nr. 81, 94, 150, 153 zu 32, 89, 122 zu 100 Mr. 200 und daß nur X. " " Y. " " 12, 16, 114, 182, 260, 344, 349, 355 zu 22, 72, 138, 153, 171, 172, 285 zu " 250 500 " 1 347 Kardorff, der Z., 10, 63, 127 zu 1000 2000 " des berjforben " c) 1899er Anlehen. I. 171, 276, 280 zu 1000 " " " I. " " 301, 388, 413, 421, 461, 474 zu 500 " I. 564, 568, 569, 596, 618, 627, 674 micjen, so ist di " " 699 zu 200 " Monaten noch I. 100 " 11 H Lefenntnisse wi maßgebend Sie jebige friti Rechtsfä hi muß. Su der jozi H Alsfeld, Romroderstr. Serie 1. tr. 37, 101 zu Bautechnisches Bureau für Hoch- u. Tiefbau. Anfertigung von Skizzen und Entwürfen zu Neu- und Umbauten in jedem Stil. Innendekorationen, Landwirtschaftliche Bauten, Kostenanschläge, Abrechnungen, Abschätzungen, Uebernahme von Bauleitungen. Bettfedern Makulatur Reinigung Gardinenwascherei auf Neu 4 Buchenschnittholz( 39 bis 57 cm Durchmesser) Feine Damen- u. Herren= 2,04 Fftm., 2 Eichen- Schnittholz( 46 und 51 cm Durchm.) 2,13 stm. Wäsche Haushaltungs- Wäsche 2C. 2C. 17 Eichen- Grubenholz( Wagnerholz, Pfosten Dampfwaschanstalt holz u. s. w.)= 5,16 Fstm. = 5 Kiefern- Schnittholz( 32 bis 46 cm Durchm.) 5,21 stm. 51 Fichten- Stammholz( Schnittholz, Balfenholz 2c)= 63,63 Fftm. Die Zusammenfunft ist auf der Waldstraße von Kolnhausen in die Hard beim Eintritt in den Wald. Dienstag, den 31. Januar, bon vorm. 9½ Uhr an, im Diftrift Höler: Scheiter: 231 Rm Buchen, 12 Rm. Eichen( ungespalten), 4 Nm. Nadelholz( ungespalten); Knüppel: 169 Rm. Buchen, 122 Rm. Eichen, 2 Nm. Kirschbaum, 9 Rm. Nadelholz; Stöde: 123 Rm. Buchen, „ Edelweiss“. Cognac 86 Rm. Eichen ,; Wellen: 5530 Buchen, 2000 Eichen, HermJos 140 Nadelholz. 11 Eichenschnittholz( 40 bis 48 cm Durchmesser) 7,56 Fitm. 2 izbeer- Werkholz ====0,40 Ffim. = 2,88 Fftm. 4 Fichtenbauholz 14 Fichten- Derbitangen= 0,67 Fftm. Schutz Marke. Peters& C Nachfolger Die Zusammenkunft ist auf dem Bicinalweg Lich Köln/ Rh. nach Garbenteich am Hölereck( Schußhäuschen). AMTLICH GLÄNZEND BEGUTACHTET: NUR NUF Pf 25 PF6 SALUTARIS TOILETTE- FETT- SEIFE Unübertroffen für Baut- u Ceintpflege: Rein, mild, sparsaw. C.Naumann, Seifen- u. Parfümeriefabrik, Offenbach a.M. Aerztlich empfohlen! hat abzugeben Expedition d. Blattes. 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