?" Salon feiner Gattin. Stille in der Natur hatte etwas Beängstigendes. wehte ziemlich schwül durch die geöffneten Fenster. Es war gegen Abend. Die Que fie sich vor furzem getauft hatte. stickte an einem Smyrnafiffen für einen kleinen Hund, den habhaft werden konnte, hineingesteckt hatte. graphien vornehmer Bekannte, alle sünstlerbilder, deren fie blättern, in welches Ellinor, in Ermangelung von PhotoFrau Lehmann war beschäftigt, ein Album zu durchAlfred war in Betrachtung Ihre Tochter feiner Fingernägel vertieft. Mai diafor intereffantan Rachricht hielton seidenen Schirm darüber und zog sich Auf einen Wink seiner jungen Gebieterin flingelte sie dem Diener, welcher die La Sie schloßter und zog die St m Mein Bubi". Skizze von " Ich halte Dich auch für n Du wirklich der Herzens ausgibst, so hättest Du mir n. erfändnis. heißen, Herr Bürgermeiter? fie halten mir o den hen alle Fäufte!" Insprache nicht finden bleib!" uft Liebe Siel Lieben Sie mich mant" Tag Ihres Lebens!" Botels realiftifches Drama ichtige Brechmittel!" far are Hebattion ser Reuen Berliner Nr. 249 Jasertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Vfg. Reflamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupte pedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschink Nr. 362. Montag, den 23. Oftober 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Pfa. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mt. 1.50, Gratiebellagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberteilen. König Hakon IX. Die Norweger werden einen König haben. Prinz Karl von Dänemark ist vom Storthing in Christiania zum Herr scher ausersehen und will seine Regierung unter dem Namen Hakon IX. führen. Sein Name also ist schnell gut norwe gisch geworden, seine Gesinnung wird folgen. Denn die Krone hat die geheimnisvolle Kraft, ihrem Träger nationale Wandelbarkeit zu verleihen. Nicht immer und nicht überall, aber oft. Ein Koburger ist es, der in England als der erste Gentleman der vereinigten Königreiche gilt; Koburger sind als Herrscher von Portugal zu echten Portugiesen geworden; ein Koburger sitt auf Belgiens Thron, und die Belgier selbst würden lachen, wollte man Leopold II. als Deutschen ansprechen. Zum Rumänenkönig nicht bloß, zum Rumänen ist der Hohenzollernprinz geworden, der in Bukarest klug das Szepter führt; König Otto, der in Athen regiert, verehrt in dem Dänenfönig Christian seinen Vater, aber er selbst ist Grieche, als wäre er aus Palikorengeschlecht. Und erst die fürstlichen Frauen! Nur seltene Ausnahmen unter ihnen haben die nationale Gesinnung gewahrt, in der sie geboren worden. Die jetzige Königin von Dänemark hat man scherzweise als die Schwiegermutter Europas" bezeichnet, sie sieht Kinder und Kindeskinder auf den meisten und größten Thronen, aber dänisch ist ihre Nachfolgerschaft in der Mehrzahl nicht geblieben. Eben jetzt sieht sie wieder einen Enkel das Dänentum abstreifen und zum Norweger werden. Vermutlich ohne Schmerz. An ihr hat sich der Segenswunsch des Psalmiſten bewahrheitet, der die aus der Fremde kommende Königsbraut mit dem Spruche begrüßt: ,, Vergiß dein Volk von gestern Das königliche Haus, Und suche dir die Schwestern In unsrer Mitte aus.. Sieh' Söhne dir erblühen, An Tugend den Vätern gleich, Du sollst sie zu Kön'gen erziehen, Und jedem geben ein Reich." Freilich hat auch diese Medaille ihre Kehrseite: Der nährende den der gemeinsamen Nationalität geht verloren. Wer in ein fremdes Land geht, selbst als König, der bleibt dort ein Fremdling, und wenn er sich noch so sehr und noch so aufrichtig anschmiegen mag. Er muß sogar seine neue Nationalität übertreibend betonen, um das Mißtrauen zu überwinden, das man ihm, dem Fremdbürtigen, am Ende doch entgegenbringt. Und der Heimat gegenüber ist er in einer falschen, schiefen Stellung. Ihm wird beides verübelt, die Heimatliebe wie die Heimatvergessenheit, und wobin er blicken mag, da trifft er scheele Augen. Dem König Hafon IX. wird es nicht besser ergehen. Daß er von dem gemeinsamen Skandinaviertum als einem Band zwischen ihm und seinen neuen Untertanen spräche, darf er nicht wagen, zum wenigsten jezt nicht wagen, denn noch ist den Norwegern in Erinnerung, muß es ihnen in Erinnerung sein, daß auch der Schwedenkönig Oskar, den sie persönlich liebten und hochschäßten und von dem sie sich gleichwohl getrennt haben, ein Skandinavier gewesen. Ohne eigene Nationalität muß Hakon IX. vor den Norwegern erscheinen, und mit dem Wunsch, ein Norweger zu werden, nichts als ein Norweger. Das hat König Hakon IX. auch erkannt. Seine Namenswahl beweist es, die ihm eine Reihe norwegischer Ahnen äußerlich anschminkt. Nicht ohne Klugheit ist König Hafon IX., sicher nicht ohne fluge Ratgeber. Unter ihnen steht König Eduard von England voran, der dem Schwiegersohn und der Tochter, namentlich der Tochter Prinzessin Maud, zur Annahme der Krone gut zugeredet. Er variierte ins Moderne das frivole Wort Heinrichs IV. von Navarra, der die französische Rönigsfrone mit einem Religionswechsel nicht zu teuer beBahlt hielt:„ Paris vaut bien une messe!" Paris ist fchon eine Messe wert. König Eduard drückte sich viel gottSeliger aus, indem er von den Pflichten einer übertragenen Stellung sprach, denen man sich nicht aus Liebe zur Einfachheit und zu schlichter Lebensführung entziehen dürfe. Das ist unzweifelhaft richtig nur trifft es auf den vorLiegenden Fall nicht zu. Prinzessin Maud war nicht gehalten, die Pflichten einer Königin zu erfüllen, denn nicht einen König oder Thronanwärter hatte sie geheiratet, sondern einen einfachen Prinzen, der keine anderen Thronaussichten besaß, als die sich aus dem Umstand herleiteten, daß er ein Enfel der Schwiegermutter von Europa" ist. Noch einen anderen, weit ernsthafteren, weil uninter effierteren Thronpathen hat König Hafon IX. gehabt: den Raiser Wilhelm von Deutschland. Kaiser Wilhelm ist es bornehmlich gewesen, der nach der Ablehnung der norwegihen Königsfrone durch König Oskar für irgend einen rinzen des Hauses Bernadotte der Kandidatur des Pringen Karl von Dänemark die Wege ebnete. g Hafon IX, wird bald in Christiania seinen Einug often. Allzu große Macht räumt ihm die norwegische erfassung nicht ein, allzu große Mittel auch nicht. Aber on seinem Schwiegervater fann er lernen, wie man auf Grind ungeschriebener Gesetze und mit vergleichsweise spar. Famen Mitteln und doch ohne Sparsamkeit fast unbegrenzten Sinfluß ausüben mag. Politische Rundschau. Deutsches Reich. Der Aufstana Deutsch- Ostafrika breitet sich noch immer aus. Jegt auch unter dem Stamm der Wanyam. wesi eine aufständische Bewegung ausgebrochen, die zunächst von Infungu gemeldet wird, aber besondere Gefahren in sich schließt, da dieser Stamm weit verbreitet ist und auch an der Usambara- Bahn angesiedelt sitzt. Die demnächst in Dar- es- Salam eintreffenden Sudanesen aus Massauah sollen daher schleunigst nach dem neuen Aufstandsherd in Marsch gesetzt werden. Major Johannes ist das Detachement Schlichting zur Verfügung gestellt; es soll die Etappen besetzen für den Marsch nach Songea. Oberleutnant zur See Sommerfeldt vom Seeadler" hat ein Scharmützel mit Aufständischen gehabt, bei dem der Verlust des Feindes 22 Tote betrug, während unsere Truppen ohne irgend welchen Verlust blieben. * Die ohne Aussicht auf eine Besserung anhaltende Fleischteuerung hat den Vorstand des deutschen Städtetages beranlaßt, sein an den Reichskanzler gerichtetes Gesuch um Gewährung einer Audienz in der Fleischfrage aufrecht zu erhalten. Der in Berlin versammelte Vorstand einigte sich auf folgende Erklärung: „ Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat beschlossen: Der Beschluß, beim Reichskanzler für sieben Vertreter des Vorstandes des Deutschen Städtetages eine Audienz nachzusuchen, wird aufrecht erhalten. Ein Deutscher Städtetag soll im November dieses Jahres mit fol. gender Tagesordnung stattfinden: Konstituierung des Deutschen Städtetages auf Grund des vom Vorstande vorgelegten Entwurfes der Sagungen; die Fleischversorgung der Städte und die Schädigung ihrer Bevölkerung durch die gegenwärtige Fleischteuerung. Die Handelskammer für das Herzogtum Anhalt hat in ihrer legten Sigung beschlossen, an das herzogliche Staatsministerium die Bitte zu richten, der anhaltische Vertreter im Bundesrat möchte seine Stimme für Aufhebung der Grenzsperre abgeben, soweit gesundes Schlachtvieh in Frage kommt. Zu der Frage wird der„ Deutschen Reform- Korrespondenz" noch geschrieben: Nachdem die Choleragefahr, die von Russisch- Polen aus drohte, als beseitigt anzusehen ist, auch die Rinderpest dort feine weiteren Fortschritte gemacht zu haben, vielmehr zurückgegangen zu sein scheint, hält Herr Landwirtschaftsminister v. Podbielski den Zeitpunkt für gefommen, bei deni Staatsministerium zu beantragen, daß das Kontingent der über die oberschlesische Grenze zur Einfuhr zuzulassenden Schweine bis zu dem in dem neuen Handelsvertrag vorgefehenen Marimum 2500 statt 1300 Schweine wöchentlich zu erhöhen. Eine Einwirkung auf die Fleischpreise ist von dieser Maßregel bedauerlicherweise nicht mit Bestimmtheit zu erwarten. Denn die tatsächliche Einfuhr ist bisher schon hinter dem Kontingent zurückgeblieben, weil die Schweinepreise jenseits der russischen Grenze noch höher find als bei uns. Auf dem Markt in Sosnowice stellte sich in vergangener Woche das Pfund Schweinefleisch auf 48 polnische Groschen, d. i. 80 Pfennig. Es ist daher zu befürchten, daß mit der so lebhaft befürworteten Maßregel nicht geholfen sein wird. * Die Finanzminister der Einzelstaaten sind zu der zweiten bundesrätlichen Lesung der Reichsreform- Borlage und der Steuerentwürfe in Berlin eingetroffen. In der ersten Lesung soll, entgegen den Entwürfen des Reichsschatzamtes, bei der Reichserbschaftssteuer auch die Besteuerung der Deszendenten, also der Kinder, von den Bundesratsausschüssen beschlossen worden sein. * Im bayerischen Landtag kam die Frage der Personentarifreform und der Betriebsmittelgemeinschaft zur Sprache. Verkehrsminister von Frauendorfer gab einen furzen Ueberblick über die bisherigen Bestrebungen zur Reform des Personentarifs, wobei über verschiedene Punkte eine Einigung erzielt worden sei. Bayern werde jedoch der Einführung der 4. Wagenklasse nicht zustimmen, da sie das Publikum nicht wolle und da die Neueinführung dieser Wagenklasse auch äußerst unökonomisch sei. Der Minister sagte:„ Mit dieser Stellungnahme Bayerns ist das Einigungswerk im Reiche nicht gestört. Bei der Einigung braucht doch nicht alles uniformiert zu sein. Wir hoffen, daß die weiteren Verhandlungen über unsere Vorschläge mit derselben Ruhe und Sachlichkeit wie bisher geführt werden, und würden Modifikationen gern zustimmen." Nachdrücklich betonte der Minister sodann, daß die bayerische Regierung niemals einen Druck auf die Entschließungen der süddeutschen Staaten in dieser Frage ausüben wollte und ausgeübt habe. Der Vormurf, daß Bayern Verrat an der einheitlichen Sache geübt, sei absolut haltlos. In Friedrichshafen am Bodensee finden gegenwärtig unter dem Vorsik des Wirklichen Geheimen Oberbaurates v. Misani vom Reichseisenbahnamt Beratungen über die Vereinheitlichung der Fahrdienſtvorschriften für sämtliche deutschen Staatseisenbahnen statt. * Wie von angeblich unterrichteter Seite behauptet wird, soll die preußische Regierung ein Gesetz gegen den Verkauf deutscher Güter in Ostmarken an Polen planen. Die Regierung soll die Oberpräsidenten von Schlesien, Posen und Westpreußen zur schleunigen Erstattung von Vorschlägen veranlaßt haben. Die Herrschaft Ossen an der schlesischpolnischen Grenze, die kürzlich aus deutschen Händen art den polnisch gesinnten Bankier Biedermann verkauft wurde, ist von diesem an den Landwirtschaftsrat von Mankowski weiter veräußert worden. Die Auflassung ist bereits erfolgt. * * Der in Posen versammelte Verband ostdeutscher Industrieller faßte einstimmig den Beschluß, an den Fürsten Bülow eine Depesche zu richten, worin er ersucht wird, die ostdeutsche Industrie durch die Schaffung eines Musterbergwerkes in der Provinz Posen zu fördern. Die reichen Braunfohlenlager der Provinz Posen wären für dieses Unternehmen außerordentlich geeignet, und würde dadurch der gesamten ostdeutschen Industrie ein großer Nuzen erwachsen. * Die Meldung von dem bevorstehenden Rücktritt des Freiherrn Speck von Sternburg von seinem Botschafter. posten bei den Vereinigten Staaten von Nordamerika wird in halbamtlicher Form als unrichtig erklärt, Oefterreich- Ungarn ** Dem böhmischen Landtage ist gestern eine Regierungsvorlage unterbreitet worden, welche wichtige Aenderungen der Wahl- sowie der Landesordnung in Vorschlag bringt. Danach soll das Wahlrecht durch Schaffung einer fünften, der allgemeinen Wählerschaft zugänglichen Kurie erweitert werden, ähnlich wie es vor einigen Jahren mit dem Wahl. recht zum österreichischen Reichsrat geschah. In Ungarn haben die Abgeordneten rumänischer Nationalität an die Gemeindevorsteher ihrer Bezirke einen Aufruf erlassen, die Pression der Magyaren gegen die Regierung durch Steuerund Rekrutenverweigerung nicht zu unterstützen, sondern freiwillige Steuern zu zahlen und ihre Söhne zum Militärdienst zu stellen, um nun auf diese Weise ihrer Pflicht gegenüber der Krone gerecht zu werden. Norwegen. ** Wie man annimmt, soll die Königswahl Dienstag statt. finden. Im Storthing wurde ein vom Justizministerium ausgearbeiteter Vorschlag zur Abänderung des Verfassungsgesezes vorgelegt. Die Vorlage wurde vom Storthing Rach furzer Debatte an den Verfassungsausschuß überwiesen. Nach dem Vorschlage werden an einer Anzahl Paragraphen Aenderungen vorgenommen. Paragraph 1 soll lauten: Das Königreich Norwegen ist ein neues, selbständiges, unteilbares und unabhängiges Reich; die Regierungsform desselben ist die beschränkte und erbliche Monarchie. Vermutlich werden nur 20 Mitglieder gegen die Erhebung des Prinzen Karl von Dänemark zum König stimmen. Russland. ** Das Neueste in der Streif- Bewegung ist ein Ausstand der Angestellten der Moskau- Kasan- Bahn. Der Zugverkehr ist unterbrochen. Die Ausständigen stürzten eine zur Abfahrt bereit stehende Lokomotive um und erzwangen die Leerung der Dampffessel aller Lokomotiven. Auch wurden eine Anzahl Telegraphenpfähle der nach Moskau führenden Linien umgeworfen und dadurch die Verbindung unterbrochen. Auf der Linie Jaroslaw- Archangel haben die Kassierer infolge Einschüchterung durch die Ausständigen feine Fahrkarten verkauft, doch geht der Zugverkehr weiter. Die Reisenden fahren ohne Fahrkarten mit von den Zugführern ausgestellten Jahrscheinen. In Warschau fordert eine Proklamation der sozialdemokratischen Partei zum allgemeinen Ausstand für den 24. Oktober auf, als Sympathiekundgebung für die bei den Unruhen in Moskau und Petersburg Gefallenen. In dem Fabriforte Wlochy bei Warschau wurde ein Meister von Arbeitern durch RevolIn Odessa ist für den befürchteten berschüsse getötet. Fall des Ausbruchs neuer Unruhen der Polizei vom Stadthauptmann Befehl erteilt, auf das erste Kommando, ohne Rücksicht auf die Zahl der Opfer, sofort auf die Demonstranten zu schießen und nicht erst Schreckschüsse abzugeben. Türkei. - ** Die europäischen Mächte sind nicht geneigt, den Widerstand der Pforte in der mazedonischen Finanzfrage gelten zu lassen. Alle Botschaften haben bei ihren Regierungen Instruktionen für weitere Schritte eingeholt. Das Vorgehen dürfte in diesen Tagen eingeleitet werden. Die lezte Antwort der Pforte, welche hervorhebt, was bisher geschehen ist, und vorwurfsvoll ausführt, daß dies nicht anerkannt wird, dürfte bereits als eine Vorbereitung zur Nachgiebigkeit in der nächsten Zeit gegenüber einem stärkeren Drucke zu betrachten sein. ** Eine einschneidende Wendung in den innerpolitischen Verhältnissen bedeutet die Entlassung des Großfürsten Wlabimir aus seinen militärischen Aemtern. Der Großfürst, der zurzeit als Kommandeur des Petersburger Militärbezirks fungiert, hat seinen Abschied vom Zaren erben und einer Zurückweisung des Gesuches gegenüber es erneuert. Aus diesem Vorgang geht hervor, daß in der Umgebung des Baren die verschiedenen Einflüsse miteinander kämpfen. Großfürst Wladimir gilt als der entschiedenste Vorkämpfer der unbedingten Selbstherrschaft und Gegner des Konstitutionalismu ** Hof und Gesellschaft. Aus Anlaß des Geburtstages der Kaiserin sind de Prinz und die Prinzessin Heinrich von Preußen im Neuer Palais bei Potsdam eingetroffen, ebenso Prinz Adalbert bon Preußen, sowie der Großherzog, die Großherzogin und Prinzessin Sophie Charlotte von Oldenburg. ** Der Prinz Ferdinand Maria von Bayern is anläßlich seiner Verlobung mit der Infantin Maria The resia in Spanien naturalisiert worden Der Prinz wurde zum Rittmeister in einem spanischen Husarenregiment er. nannt und ihm der Orden vom goldenen Vließ verliehen. Soziales Leben. Der Lohnkampf in der Berliner Wäschefabrik. Die Arbeitgeber in der Berliner Wäschefabrik haben auf An. regung des Vorsitzenden des Gewerbegerichts die General. aussperrung zunächst verschoben, um den Erfolg der ange. bahnten Einigungsverhandlungen abzuwarten. Sollte diese ergebnislos verlaufen, wird die Aussperrung sofort Plat greifen. Der Streif in der Textilindustrie. In Gera sind in bier Betrieben die Textilarbeiter in den Ausstand getreten, bie vor 14 Tagen ihre Kündigung einreichten. Es kommen etwa 918 Weber in Betracht. Ein gekrönter Baumeister. ( Eig. Bericht.) Brüssel, 21. Oktober. ber Die Baufreudigkeit der Könige hat durch manche trübe Erinnerung einen unerfreulichen Anstrich bekommen und war schon immer seit Neros Zeiten, dessen„ Goldenes Haus" das Vermögen ganzer Provinzen verschlang dächtig. Sultan Abdul Aziz war als Bauherr ein zweiter Mero, nur von besserem Geschmack. Die Paläste, die er am Goldenen Horn hat errichten lassen, sind wahre Wunder. werke an Pracht und Schönheit und gewaltiger Ausdehnung Die Phantasie des Heimatlandes der Märchen hat die Bau herren und die Baumeister beseelt. Großherrliche Nücksichts. Tosigkeit schüttete die Einfünfte eines Landes in einen ein zigen Saal, über einen Garten und machte ein Stück Erde zum Paradies, das zum anderen Male keine würdigen Be. wohner fand. obdachlos in Berlin lebende Frau erfroren. Sie wurde erstarrt als Leiche auf der Straße gefunden. † Unglücksfall auf der Jagd. Der Kaplan Cucek aus Frauenberg in Steiermark ging auf der Jagd bei Marburg das Gewehr los, und der Schutz traf ihn in den linken Arm. Es trat Blutvergiftung hinzu, so daß der Verletzte nach fünf Tagen starb. † Japaner auf dem Transport durch Deutschland. Die japanischen Kriegsgefangenen, die, 200 an der Zahl, jett von Rußland freigelassen werden, sollen über Deutschland in ihre Heimat zurückkehren. Der Transport geht über Wirballen nach Hamburg und Bremen, von wo die Leute auf Sonderdampfern nach Japan fahren. König Leopold II. von Belgien ist auch ein baufreudiger Fürst. Aber mit ihm geht die Phantasie nicht durch, er bleibt auch in der Leidenschaft ein Rechner und darum Herr über die Leidenschaft. Er hält sich in den Grenzen seiner allerdings reichen Mittel, die er, wie man weiß, nicht den Töchtern, sondern dem Lande hinterlassen will. Zunächst - † Durch eine Tierfalle getötet. Der fünfjährige Sohn eines Landmannes in Schindelburg in Böhmen kam einer für Raubzeug aufgestellten, mit Selbstschuß versehenen Falle zunahe. Die volle Ladung traf den Knaben so unglücklich, daß er nach qualvollen Leiden starb. † Ein Orden als Entschädigung. Als im Juli d. I. auf den Sultan in Konstantinopel ein Attentat verübt war, wurde ein Lehrer Hans Heller aus Nürnberg verhaftet und mehrere Tage unschuldig im türkischen Gefängnis behalten. Jetzt ist ihm vom Sultan als Entschädigung für den ausgestandenen Schrecken der Medschidje- Orden verliehen worden. † Die Kronprinzessin von Rumänien gefährdet. In Bukarest ist die Gemahlin des Kronprinzen von Rumänien mit knapper Not dem Tode entgangen. Auf einer Spazierfahrt gingen die Pferde ihres Wagens vor einem hochbeladenen Heuwagen durch. Der Wagen prallte gegen einen Stein und stürzte um. Der Kutscher war auf der Stelle tot. Die Kronprinzessin und ihre Hofdame stürzten aus dem Wagen, erlitten indessen nur leichte Verletzungen. † Vergiftung durch verdorbenes Fleisch. In dem Orte Alexandria in der italienischen Provinz Piemont liegen 50 Personen schwer krank darnieder. Sie hatten sich durch den Genuß von verdorbenem Fleisch vergiftet. hat er das Land selbst zu schönen Zweckbauten veranlaßt. Brüssel ist durch ihn zu einer der architektonisch reizvollsten Städte gewordem. Aber auch durch seine Privatbauten -soweit man von Privatbauten eines Königs sprechen tann hat er viel dazu beigetragen, die Sehenswürdig. feiten seiner Hauptstadt und ihrer Umgebung zu vermehren. Dabei ist der König immer von ungewöhnlich praktischem Sinn und was bei den Erfahrungen, die seine Kinder mit ihm gemacht haben, besonders auffallend erscheint frei von Eigensinn. So ließ er für seinen Kongostaat eine Kirche bauen, zerlegbar, die im dunklen Erdteil sich zu Ehren Gottes erheben und eine andachtsuchende Gemeinde zum Gebet vereinigen sollte. Sie war, wie bei solchen transportablen Bauten kaum anders möglich, aus Eisen und Glas. Bei der Probeaufstellung in Brüssel gefiel sie sehr. Den Weg zum Kongo aber machte sie nicht. Dem König war eingefallen, oder es war ihm gesagt worden, daß in tropischem Klima ein Haus mit eisernem Gerippe und Glaswänden als Vorhof zum Himmel nur in dem Sinne aufgefaßt werden würde, wie etwa das Fegefeuer auch Vorhof zum Himmel ist. Die Kapelle blieb im Lande, wo sie ihrem Tommen 3wed gut diente, obwohl ihr Material etwas fremdartig und erotisch anmutete. Im Park von Laeken fällt das nicht allzusehr auf. Inzwischen ist eine neue Pavelle, eine Hofkapelle errichtet worden, die sich an das Schloß von Laeken anschließt. Ist diese fertig, so wird aus der eisernen Kapelle ein Palmenhaus und Wintergarten. † Das Unglücks- Fahrzeug. In der Nähe von Rambouillet in Frankreich fuhr der 21jährige Herzog von Montpensier mit seinem Automobil gegen eine Mauer. Er wurde bewußtlos aufgefunden, sein rechter Arm ist gebrochen. Bei schatz scheute das Pferd eines ländlichen Fuhrwerks bor einem daherrasenden Automobil. Der Führer des Wagens, ein 15jähriger Junge, kam unter die Räder, erlitt schwere innere Verletzungen und wurde geraume Zeil später in seinem Blute liegend aufgefunden. Der Führer des Automobils war eilends fortgefahren, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. † Sturm in Nordamerika. Auf den großen Seen bei Chicago wütete ein schwerer Sturm, der Tage lang anhielt. Elf Schiffe sind verloren gegangen. Zwölf Personen haben dabei das Leben verloren. Der Umbau des Schlosses von Laeken hat 20 Millionen Francs gekostet, eine stattliche Summe auch für einen reichen König. Der Phantasie ist hier manche Laune gestattet worben. Ein japanischer Turm, eine chinesische Abteilung sind mehr seltsam als anheimelnd. Doch dem König gefällt's, und er ist der Bauherr. Dicht am Park, an der Außenseite, foll ein großes Restaurant chinesischen Stils eingerichtet werden. König Leopold will, daß nur wirkliche Chinesen und Chinesinnen die Bedienung übernehmen. Das gehört zu ben Vachtbedingungen und gewiß nicht zu den leichtesten. Der königliche Baumeister von Belgien gewinnt sich durch feine Bautätigkeit mehr Freunde, als durch die Politik Jeiner Minister. Nab und fern. † Typhus in Nordafrika. An der Nordküste Afrikas herrscht eine Typhus- Epidemie. In Ceuta sind 200 Menschen an der Epidemie erkrankt, von denen eine Anzahl gestorben sind. Es sind umfassende Maßregeln gegen die Epidemie getroffen. ratene Heu und Stroh in größter Menge verzehren müssen. So bescheiden sie allerdings in ihren Anforderungen sind, so wäre es doch sehr fehlerhaft, sie abmagern zu lassen, weil dadurch ihre Leistungsfähigkeit im Frühjahre beeinträchtigt würde und ein größerer Futteraufwand, sowie längere Zeit erforderlich wäre, um sie wieder in den früheren Zustand zu versetzen. Junge Zugochsen müssen zur Beförderung ihres Wachstums entsprechend besser gefüttert werden. Schüler- Krankheiten. Die Geemoosfifcher einen ungeahnten Aufich n den Gestaden der N gefchaffen für die immer Bom Boote aus wird da Stacheldraht bewidelt und dann von Schlid un Die Blumenhandlungen Lefterreich und der Sc Seritellung vor Zimmer wird in getrocknetem 3 Fifcher erzielt in wenige mehreren hundert Mart = Fine Prinzessin als diefer Tage die Prinzeffi todes. Sie war die Toc bourg- Saint- Antonie, und brach der Hof seines Bet lle Beziehungen mit ihm Ju sieben. Die Familie Arieg ausbrach und die Berndten ausgesetzt ho Die Brinzessin Peter erin Siderin gewesen war. idh ein Atelier grün darauf, daß sie ihre perb eine gute Erziehung Bring Roland, heiratete idters Blanc in Monac iner Familie. ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Obwohl in der Fürsorge für die Jugend der Schulsäle in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht worden sind, muß dennoch immer wieder daran erinnert werden, daß vollkommene körperliche Gesundheit der Schuljugend die oberste und unerläßlichste Vorbedingung für die geistige Ent. wickelung ist. Von einem franken oder auch nur kränklichen Kinde kann man nicht erwarten, daß es vom Schulunter. richt denselben Nugen hat, wie ein ganz gesundes. Es ist schon in vielen Fällen versucht worden, einen bestimmten Anhalt über den durchschnittlichen Gesundheitszustand der Schulkinder auf dem Wege statistischer Erhebungen zu er. zielen. Eine der größten Unternehmungen dieser Art hai jetzt das Gesundheitsamt in Newyork ausgeführt. Es wur den 13 941 Kinder verschiedener hauptstädtischer Schulen geprüft, und von diesen waren nach dem Urteil der untersuchenden Aerzte nicht weniger als 6294 einer ärztlichen Ueberwachung bedürftig. 1092 Kinder wurden als schlecht ernährt bezeichnet. † Der Ehemann mit Dynamit ermordet. Durch Liebe zu einem jungen Mann verblendet, hat die Ehefrau eines braven Bergmannes in dem russischen Grenzorte Czeladz in das Bett des Mannes eine Dynamitpatrone gelegt und sie, als dieser schlief, zur Entzündung gebracht. Dem Unglücklichen wurden Brust, Kopf und Arme in Stücke gerissen. Auf dem Wege zum Gefängnis hatte die Mörderin nur den einen Wunsch, mit ihrem Liebhaber eine Zelle teilen zu dürfen. † Unfall auf dem Bahnhofe. Auf dem Rangierbahnhof Osterfeld bei Essen stieß eine Lokomotive mit mehreren Güterwagen zusammen. Fünf Personen wurden verletzt, eine, die zwischen die Puffer geraten war, schwer. † Das Riesenschiff" Amerika". Dem neuen Riesenschiffe ,, Amerika" von der Hamburg- Amerika- Linie wurde bei seiner ersten Ankunft in Newyork ein festlicher Empfang bereitet. Anhaltendes Tuten der Nebelhörner aller Fahrzeuge und Flaggensignale begrüßten die in reichen Flaggenschmuck prangende Amerika" auf der Fahrt zur Anlegestelle. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge hatte sich auf den Landungspläßen der Hamburg- Amerika- Linie eingefunden. An Bord des Schiffes findet ein Diner statt, zu welchem achthundert Einladungen ergangen sind. Für die Besichtigung des Schiffes sind 17 000 Zutrittskarten ausgestellt worden. Generaldirektor Ballin, der mit dem Schiffe anam, wird voraussichtlich längere Zeit in Amerika bleiben. † Ein Greis verhungert. Ein 70 Jahre alter Erzieher, der mit seiner 73 Jahre alten Lebensgefährtin in Berlin eine Kinder- Spielschule betrieb, war durch den Tod seiner einzigen Tochter schwermütig geworden. Als wirtschaftliche Sorgen dazu traten, verließ der Greis seine Wohnung. Er wurde in der städtischen Forst bei Schneidemühl als Leiche gefunden. Augenscheinlich ist der Greis, der aus Dirschau stammte, dort verhungert. † Tod durch Erfrieren. Während der letzten kalten Nächte ist eine von ihrem Manne, einem Arbeiter. geschiedene und Es wurde festgestellt, daß eine ganze Anzahl von Kin dern regelmäßig morgens zur Schule kam, ohne irgend ein Frühstück zu sich genommen zu haben. Nach den Tatsachen, die von den Newyorker Aerzten festgestellt worden sind, kommt in den dortigen Schulen auf je 14 Kinder eins im Zustand unzulänglicher Ernährung. Solchen Zahlen gegen über darf man sich nicht mit dem Trost abfinden, daß New. york auf der anderen Erdhalbkugel liegt und daß es bei uns sicher ganz anders ist. Sie müssen uns vielmehr dazu an spornen, noch immer dringlicher auf die Förderung der Schulhygiene einzuwirken. Uebrigens sind jene Zahlen noch nicht alles und geben vielleicht noch nicht einmal die wichtigsten Ergebnisse der großen in Newyork gepflogenen Untersuchungen wieder. Es wird sicherlich nicht weniger Beachtung verdienen, daß von jenen 14 000 Kindern 3219 an mangelhafter Sehkraft und 460 an mangelhaftem Gehör litten. Man muß sich dabei vergegenwärtigen, daß in Newyorl die Schulhygiene reichlich auf ebenso hohem Standpunks steht, wie in den meisten unserer Großstädte. Trotzdem fan den sich also noch so viele Kinder, denen es an Auge und Ohr fehlte, den wichtigsten Sinnen, ohne die ein in gewöhn licher Weise abgehaltener Unterricht gar nicht verfolgt wer den kann. Viele von den Kindern, die von ihren Lehrern als dumm und unaufmerksam beiseite gesetzt, gescholten unl schlecht behandelt worden waren, waren gerade solche, di einen Defekt entweder an der Sehkraft oder am Gehör be saßen, zu dessen Verbesserung bisher nichts geschehen war Ferner litten 1623 Kinder an gewissen Atmungsstörungen indem sie mit offenem Munde atmeten. Die intellektuell Entwickelung der Mundatmer wird durch diese körperlich Unzulänglichkeit ganz sicher gehemmt, so daß es nicht zu berwundern war, daß auch die meisten dieser Kinder vor den Lehrern als Dummköpfe betrachtet wurden. Erst went solche Untersuchungen überall ausgeführt sein werden, wirl man wenigstens wissen, was für Schäden vorliegen, unl das ist der erste Schritt zur Besserung. Zum richtigen Ver ständnis jener Zahl muß noch gesagt werden, daß die unter suchten Schulkinder zwar sämtlich aus den armen Teilen de Stadt stammten, daß aber die schlimmsten Stadtviertel, we Sterblichkeit und Krankheit die höchsten Ziffern erreichen dabei vermieden wurden, so daß die Ergebnisse immerhit als gewisse Mittelwerte betrachtet werden können. Wä notwendig solche Maßnahmen sind, mag endlich noch ein Zahl lehren, die eigentlich am meisten dazu geeignet ist Verblüffung hervorzurufen. Es fanden sich nämlich übe 2300 Kinder, die an einer Vergrößerung der Halsdrüser litten, und in den meisten dieser Fälle war diese Erscheinung ohne Zweifel tuberkulöser Natur. Wenn man nun weiß daß zur Heilung aller tuberkulöser Krankheiten frühzeitig Behandlung das Haupterfordernis ist, so mag man sid sagen, wie viel Unglück durch eine gründliche Untersuchung der Schuljugend im einzelnen verhindert, wie viel Menschen leben auf viele Jahre hinaus gerettet werden könnten. + Der Wert des Kanens für die Gesundheit. Ein be deutender Arzt stellte vor einiger Zeit die Behauptung auf, daß ein Mensch, der seine Nahrung auf das gründlichste durchkaue und einspeichele, viel weniger Nahrung brauche, als ein anderer, und daß er sich bedeutend wohler fühle und arbeitsfähiger sei. Der englische Gelehrte Dr. Higgins hat nun diese Versuche fortgesetzt und an sich und anderen er probt. Er bezeichnet als Poltophagen die Menschen und Tiere, die die Nahrung auf das feinste tauen und zerteilen, wie das Pferd, als Psomophagen diejenigen, die sie nur zerbeißen und die Bissen schlucken, wie z. B. der Hund. Nach seinem inneren Bau gehört der Mensch zu den Poltophagen, den Langsamessern, er ist aber durch schlechte Gewohnheit und zunehmende Kultur zum Schnellesser geworden, der die Nahrung nicht mehr gehörig faut. Es wäre viel besser, wenn die Menschen ihrer natürlichen Bestimmung gemäß zum Durchfauen der Speisen zurückkehrten. Das Körper. gewicht, die Stärke und Ausdauer für körperliche und geistige Arbeit kann dann mit der Hälfte der sonst üblichen und für nötig erachteten Eiweißmenge erhalten werden. Vor allem ermüdet der vernünftige Esser auch viel weniger leicht. Ueberdies verliert er ganz den Wunsch nach kompli zierten, scharf gewürzten Speisen oder nach Alkohol. Der Landwirt. pr Vichfütterung im Winter. Dem Milchvieh ist vor allen Dingen Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Nahrungs mittel für dieses müssen leicht verdaulich und schmackhaft sein. Dabei darf aber das Jungvieh nicht vergessen werden. Namentlich die abzugewöhnenden und im ersten Jahre stehenden Kälber müssen das beste und feinste Heu zugeteilt erhalten, weil sie davon nur kleine Mengen aufnehmen. Als passender Ersatz des Eiweißmangels ist Hafer zu empfehlen, von welchem, allmählich steigend, anderthalb bis 2 Pfund täglich erforderlich sind. Auch Malzkeime, welche vor dem Verfüttern mit kochendem Wasser anzufeuchten sind, können bis zum Gewichte von 4 Pfund täglich gegeben werden. Dem im zweiten Jahre stehenden Jungvieh kann man etwa 10 Pfund gutes Heu nebst 2-3 Pfund Stroh, 15 Pfund Runkeln und 1 Pfund Delkuchen geben. Die zu überwinternden Zugochsen sind gewöhnlich die Stiefkinder, welche das mißAus dem Gerichtssaal. § Von dem Verdacht des Gattenmordes freigesprochen. In dem Prozeß gegen die Kaufmannswitwe Auguste Manko, die sich vor dem Schwurgericht in Lyck gegen die Anklage zu verantworten hatte, ihren ersten Mann Gustav Zeisig im Jahre 1898 durch Beibringung von Arsenik ermordet zu haben, verneinten die Geschworenen die Schuldfrage. Die Angeklagte wurde daraufhin freigesprochen. Aus der Verhandlung war nicht mit Sicherheit eine Schuld der Angeklag ten an dem Vorfalle nachzuweisen. Heffiid Er Bur Regierungsvorl Betretung der Landwirt Bigung der Darmft. 8t er weiten Rammer bera § Verurteilte Straßenräuber. In Riel waren in letzter Zeit zahlreiche Fälle von Straßenraub und Ueberfällen auf Zivil- und Militärpersonen vorgekommen. Vier der Ur heber dieser Vorkommnisse standen vor dem Schwurgericht. Dieses verurteilte wegen zahlreicher Räubereien die Arbeiter Fahlteich und Wiechert zu lebenslänglicher, Eich und Gnast zu 15jähriger Zuchthausstrafe. § Wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntrans portes wurde vor dem Landgericht zu Eisenach der Zug führer Buchenau nur zu 50 Mark Geldstrafe und den Kosten des Verfahrens verurteilt. Das Gericht ging von der Voraussetzung aus, daß bei dem Eisenbahnunfall wieder einmal eine unglückselige Verkettung von Umständen die Hauptschuld trage. Vermischtes. ben betreffenden Beschlüffe no bili des Entwu zu erledigender fleiner Di einige bingihe Gegenftä Nachfte Giung Mittwoch Zwei Bunächst werden die zum Landwirtschaftsfam wenigen noch ausstehende geftimmt. Damit ist der genehmigt. 8ur Ridiu Gesezentwurfs, die Le schiedene Redner das namens feiner Freun auf Ablehnung der vo Berfaffungeänderung u fußantrage. Behnli Dr. David namens be Hirshel namens des namens der Sentrumspa wird ein Antrag angel Regierung richtet, dem ohne Henderung der Ar vorzulegen. Rad 1 Montag Bormittag vert *** Betreffs des ordnetenverfammi orbarten Baubad folge Geebrie In dem Referat i haben Sie meine e Schefftädt'schen Antra bebimuungen bei fabt unvolftandig und da hätten aber umfomebr richtige Bibergabe frit fieren und mit Haben Sie bei Ihrer Gervorgerufen über ich bin brshalb gen B auch diefe meine Abbrud bringen. Der Antrag greifbare Dejette Staatspapiere 2c. und für fich fein nach welchen zuti follen; das wäre denten, daß bei ei wohl eine große von dem Bettbewe Aber so große Rap beiten zur Rautions Dermöge ihrer Solid haben, um in irgend Liche Raution ftellen zu die Beteiligung nur und dadurch eine wese Diese Bebenten habe Sie fich ausdrüc einige Rollegen, fowie = Wider das Korsett. Der Direktor der höheren Töchter schule in Saarbrücken hatte bei der Regierung in Trier an gefragt, ob er bei dem Turnunterricht den Schülerinnen das Ablegen des Korsetts zur Pflicht machen dürfe. Darauf hat die Regierung erwidert, daß es gestattet sei, das Tragen des Korsetts beim Turnen direkt zu verbieten. Die Re gierung beauftragte den Direktor, dieses Verbot in ihrem Namen ergehen zu lassen, und zwar so, daß nach dem Ende der Ferien dem Verbot unter allen Umständen Folge ge leistet werden müsse. re Buftimmung gegeben Berwaltung diefe Frage Ich nehme nun an nge berzehren müssen. Anforderungen find, nagern zu lassen, weil rühjahre beeinträchtigt nd, sowie längere Zeit den früheren Zustand ssen zur Beförderung gefüttert werden. citen. en Mitarbeiter.) Jugend der Schulfäle ritte gemacht worden aran erinnert werden, eit der Schuljugend die ng für die geistige Ent Die Seemoosfischerei hat an der deutschen Westküste einen ungeahnten Aufschwung genommen und den Fischern en den Gestaden der Nordsee einen willkommenen Ersatz geschaffen für die immer mehr abnehmende Austernfischerei. Vom Boote aus wird das Seemoos mit einer Kette, die mit Stacheldraht bewickelt ist, vom Meeresgrund losgerissen und dann von Schlick und Muscheln gereinigt und gewaschen. Die Blumenhandlungen und Bindereien im Inlande, in Desterreich und der Schweiz gebrauchen große Mengen zur Herstellung vor Zimmerschmuck, Kränzen usw. Das Moos wird in getrocknetem Zustande sehr gut bezahlt; mancher Fischer erzielt in wenigen Tagen Mengen im Werte von mehreren hundert Mark. = Eine Prinzessin als Schneiderin. In Paris starb dieser Tage die Prinzessin Peter Bonaparte eines jähen Todes. Sie war die Tochter eines Handwerkers im Faubourg- Saint- Antonie, und als Prinz Peter sie heiratete, brach der Hof seines Vetters, des Kaisers Napoleon III., alle Beziehungen mit ihm ab und befahl ihm, ins Ausland zu ziehen. Die Familie befand sich in England, als der frieg ausbrach und die Pensionen, die Napoleon seinen Verwandten ausgesezt hatte, nicht mehr bezahlt wurden. Die Prinzessin Peter erinnerte sich hier, daß sie einst Schneiderin gewesen war. Sie wurde es wieder, konnte allmählich ein Atelier gründen und stand ihm jahrelang vor, tolz darauf, daß sie ihren zwei Kindern aus eigenem Erverb eine gute Erziehung geben konnte. Ihr ältester Sohn, Prinz Roland, heiratete später eine Tochter des Spielächters Blanc in Monaco und wurde die finanzielle Stüze jeiner Familie. er auch nur fränflichen B es vom Schulunter. ganz gesundes. Es ist den, einen bestimmten Gesundheitszustand der her Erhebungen zu er. nungen dieser Art hai E ausgeführt. Es wur uptstädtischer Schulen dem Urteil der unter 6294 einer ärztlichen er wurden als schlech nze Anzahl von Kin tam, ohne irgend ein 1. Nach den Latsachen, Festgestellt worden sind, je 14 Kinder eins im Solchen Zahlen gegen Tost abfinden, daß New iegt und daß es bei und uns vielmehr dazu an uf die Förderung der Ens sind jene Zahlen noch nicht einmal die Newyork gepflogenen sicherlich nicht weniger 14 000 Kindern 3219 n mangelhaftem Gehör tigen, daß in Newport so hohem Standpunk oßstädte. Troßdem for denen es an Auge un ohne die ein in gewöhn 1 gar nicht verfolgt mer ■, die von ihren Lehrert ite gesetzt, gescholten unl waren gerade solche, di traft oder am Gehör be mer nichts geschehen war issen Atmungsstörungen meten. Die intellektuell 5 durch diese körperlich nt, so daß es nicht z isten dieser Kinder vor tet wurden. Erst went eführt sein werden, wirl Schäden vorliegen, unl ng. Zum richtigen Ver gt werden, daß die unter aus den armen Teilen de Timmsten Stadtviertel, w höchsten Ziffern erreichen die Ergebnisse immerhin et werden können. W d, mag endlich noch ein meisten dazu geeignet ift fanden sich nämlich übe rößerung der Halsdrüse Fälle war diese Erscheinun Wenn man nun weiß er Krankheiten frühzeitig is ist, so mag man fid gründliche Untersuchung indert, wie viel Menschen ettet werden könnten. ichtsfaal. tenmordes freigesprochen answitwe Augufte Manto Lyd gegen die Antlage En Mann Gustav Zeifig g bon Arsenik ermordet enen die Schuldfrage, Die Jesprochen. Aus der Ver teine Schuld der Angeflag en. In Riel waren in legter senraub und Ueberfällen auf Hessischer Landtag. Erfte Kammer. Darmstadt, 20. Oftober. Bur Regierungsvorlage, betreffend die berufsständische Vertretung der Landwirtschaft, werden in der Nachmittags, Sigung der Darmst. 8tg." zufolge, die Dissenspunkte mit der Zweiten Kammer beraten und dieselben durch Beitritt zu ben betreffenden Beschlüssen erledigt.( Es besteht ist nur noch bezüglich des Entwurfs ein von der Zweiten Kammer zu erledigender fleiner Dissens zu Art. 60.) Ferner werden einige dringliche Gegenstände noch zur Erledigung gebracht. Nächste Sigung Mittwoch, 25. Oftober. Zweite Kammer. Darmstadt, 21. Oktober. Bunächst werden die Rüdäußerungen der Ersten Kammer zum Landwirtschaftskammer- Gesez beraten und in den wenigen noch ausstehenden Punkten der Ersten Kammer zugeftimmt. Damit ist der Gefeßentwurf von dieser Kammer genehmigt. Zur Rüdäußerung Erfter Kammer bezüglich des Gesezentwurfs, die Landstände betreffend, ergreifen verschiedene Redner das Wort. Abg. Reinhardt verliest namens seiner Freunde( Nationalliberale) eine Erklärung auf Ablehnung der von der Ersten Kammer vorgeschlagenen Berfaffungeänderung und plädiert für Annahme des Ausschußantrags. Aehnliche Erklärungen geben ab Abg. Dr. David namens der sozialdemokratischen Partei. Abg. Hirschel namens des Bauernbundes, Abg. v. Bretano namens der Zentrumspartei. Von sozialdemokratischer Seite wird ein Antrag angekündigt, der ein Ersuchen an die Regierung richtet, dem nächsten Landtage die Vorlage aber ohne Aenderung der Art. 67 und 75 der Verfassung wieder vorzulegen. Rach 1 Uhr wird die Weiterberatung auf Montag Vormittag vertagt. Lokales. 23. Oftober 1905. Betreffs des Berichts über die letzte Stadtverordnetenversammlung geht uns von dem Stadtver ordneten Haubach folgendes Schreiben zu: Geehrter Herr Redakteur! In dem Referat über die letzte Stadtverordneten fizung haben Sie meine Aeußerungen, welche ich anläßlich des Scheffstädt'schen Antrags auf Verschärfung der Kautionsbedingungen bei städtischen Arbeitsvergebungen getan habe, unvollständig und dadurch unrichtig wiedergegeben. Sie hätten aber umsomehr Veranzassung für eine genaue und richtige Bibergabe meiner Worte gehabt, als Sie diese frit fi ren und mit einem Kommentar verschen. Dadurch haben Sie bei Ihren Lesern eine ganz fatsche Auffassung hervorgerufen über meine Stellung zu biesem Antrage und ich bin deshalb genötigt, Sie zu bitten, daß Ste nunmehr auch diese meine Buschrift in Ihrem geschätzten Blatte zum Abdruck bringen. Der Antrag ging dahin, daß zukünftig nur noch sofort den vor dem Schwurgericht. Staatspapiere zc. als Rautionen gelten sollten. Ich bin an rgekommen. Vier der Ur greifbare Dejette, wie etwa Burbeträge oder hinterlegte her Räubereien die Arbeiter und für sich fein Gegner einer Verbesserung der Bedingungen, Slänglicher, Eich und Gnaf bung eines Eisenbahntrans Mark Geldstrafe und den ilt. Das Gericht ging dem Eisenbahnunfall wieder nach welchen zufünftig Arbeitsvergebungen bei uns erfolgen sollen; das wäre unsinnig. Aber mir tam sofort das Bebenten, daß bei einer wesentlichen Verschärfung dieser man von dem Bettbewerb ausschließen würde, nur weil sie nicht über so große Rapitalien verfügen, wie sie bei solchen Arvermöge ihrer Solidität und Tüchtigkeit den nötigen Kredit haben, um in irgend einer annehmbaren Form die erforder lache Raution stellen zu fönnen. Die Folge würde naturgemäß bie Beteiligung nur weniger großer fapitalfräftiger Firmen richt zu Eisenach der Zug wohl eine große Anzahl solider und leistungefähiger Firmen fettung von minden die beiten zur Rautionsstellung nötig sind, die dagegen aber Direttor der höheren Töchter der Regierung in Trier an und dadurch eine wesentliche Berteuerung der Arbeiten sein. unterricht den Schülerinner flicht machen dürfe. Daraul Sie Diese Bedenten habe ich g äußert und ich stand damit, wie nicht allein da, fich es gestattet fet, das Tragen einige Kollegen, sowie auch der Herr Oberbürgermeister haben reft zu berbieten. Die Reihre Buftimmung zu meinen Ausführungen zu erkennen ftor, diefes Berbot in ihrem star fo, daß nach dem Ende Ich nehme nun an, daß von Seiten der städtischen wird und wenn sich eine Form finden läßt, den gestellten Antrag unter Berücksichtigung den von mir geäußerten Bedenken statt zu geben, so bin ich der Allerleßte, der etwas dagegen haben wird. Hochachtungsvoll Haubach. ** Anläßlich des Geburtstages der Kaiserin hatten gestern die öffentliche Gebäude geflaggt. Die Kapelle unferer 116er spielte im Promenaden Konzert das SchleswigHolstein- Lied. * Ehrenfold für Beteranen. Die Zweite Kammer nahm einen Antrag des Abg. Le un an, die Regierung möge im Bundesrat beantragen, allen Feldzugteilnehmern des Arieges 1870/71, soweit sie weniger als 1500 Mark Jahreseinkommen haben und weder Pension noch Unterstüßung auf Grund des Reichsgesetzes vom 22. Mai 1895 beziehen, einen kleinen Ehrensold zu bewilligen. tt. Stadttheater Gießen. Die morgige dritte Wienstage abonnementsvorstellung bringt eine Wiederholung des Vollstückes„ Die Herren Söhne", das bei seiner ersten Aufführung sich allgemeinen Beifalls zu erfreuen hatte. In Vorbereitung stehen" Die Brüder von St. Bernhard"," Niobe"," Maria Stuart". - * Bezirksverband Gießen des Landesgewerbevereins. In der Ausschußsizung am 1. Oktober 1905 zu Gießen wurden folgende Gegenstände verhandet: 1. Begutachtung und Entscheidung über die in letter Verbandssitung vom Hauptlehrer Traber vorzulegenden Entwürfe zur Anleitung der Kalkulation für die Baugewerbe; 2. Besprechung über die Versammlung des Landesgewerbevereins am Sonntag, den 8. Oktober in Groß- Gerau; 3. Verschiedenes. In Ausführung des in letter Sigung gefaßten Beschlusses legt zunächst Hauptlehrer Traber- Gießen die von ihm mit großem Verständnis un vieler Mühe entworfenen Schematas vor, die zur wesentlichen Belehrung über die noch vielfach in Handwerker kreisen vorherrschenden Unkenntnisse in der Kalkulation der Arbeitspreise dienen sollen. Diese Schematas, die ihrer Anordnung und Einteilung nach, von den anwesenden Ber tretern für praktisch anerkannt werden, sollen von den Vertretern der einzelnen Handwerkezweige beurteilt und nach nochmaliger eingehender Prüfung in nächster Sizung zur endgültigen Annahme gelangen, um nach Fertigstellung im Drucke unter die Mitglieder der einzelnen Vereine verteilt zu werden. Kommerzienrat Heyligenstaedt- Gießen erwähnt, daß bei Ausfüllung dieser Kaltulationsanleitungen der Schwerpunkt auf eine regelrechte und ordnungsmäßige Buchführung zu legen sei, indem namentlich die sog. unproduttiven Geschäftskosten getrennt von den produktiven eingestellt werden müßten. Der Vorsitzende Petri- Gießen verliest sodann die Tagesordnung der am 8. Oktober zu Groß- Gerau stattfindenden Hauptversammlung des Hess. Landesgewerbebereins und spricht die Hoffnung aus, daß diese Hauptversammlung seit ne der Mitglieder des Bezirksverbandes Gießen recht vollzählig besucht werden möge. Wegen anderweitiger Verpflichtung des Vorsißenden übernimmt hiernach Hauptlehrer Traber den Vorfiz. Die alsdann geflogenen, eingehenden Erörterungen führen bahin, den geflogenen, eingehenden Erörterungen führen bahin, den Delegierten zu den Bezirksversammlungen, insofern sie nicht am Orte wohnhaft sind, für die Teilnehmer an einer Sigung außer dem Fahrgeld als Vergütung für gehabte Auslagen für den halben Tag 2 Mt., für längere Sizungen aber 3 Mt. zu gewähren und mit Rücksicht hierauf den seitherigen Beitrag zur Bezirksverbandskasse von jährlich 100 f. auf 200 wit. zu erhöhen und diesen Betrag auf die einzelnen Gewerbevereine nach der Mitgliederzahl auszuschlagen. Eine Aussprache über die einheitliche Regelung des Schulgeldes in den Schulen des Bezirkes außer Gießen, führte den Beschluß herbei, den Mindestsaß des monatlich ven jedem Schüler zu zahlenden Schulgeldes zu 40 Pfg. anzunehmen. Der neue Schulgeldsah soll mit dem neuen Schuljahre, also am 1. April 1906 in Kraft treten. - ( Gewerbeblatt für das Großherzogtum Hessen.) * Heiratsschwindler. Das Strafgericht in Basel verurteilte den Geschäftsreisenden Emil Eugen Rurz von Gießen, der zu Anfang dieses Jahres in Basel einigen Mädchen unter dem Vorgeben, er wolle sie heiraten, erheb. liche Beträge abschwindelte, zu 15 Monaten Buchthaus. ( Kl. Breffe.) * Gefangenentransportwagen sind nun auf allen Hauptstrecken der preußisch- hessischen Seaatsbahnen eingeführt, sodaß das Publikum in Bufunst nicht mehr mit Verbrechern aller Art unter Polizeibegleitung denselben Wagen teilen muß. Die Gefangenentransportwagen verkehren fünftig zwischen Frankfurt und Kassel regelmäßig 5mal in der Boche. ** An der diesjährigen Definitorialprüfung, die vorige Woche im Ludwigs- Georgs Gymnafium zu Darmstadt ihren Anfang nahm, nehmen 36 Randidaten und Kandidatinnen teil. -e- Der Gesangverein Harmonte" beging am Samstag Abend die Feier seines 59. Stiftungsfeftes durch einen gut besuchten Herren Kommers verbunden mit Festessen im Vereinslokal Bigandt. Zum Vortrag tamen einige Lieder, welche das fröhliche Beisammensein so hoben, daß man sich erst in früher Morgenstunde trennte. Am Sonntag.Abend fand dann im Saale des Hotel Einhorn" ein FamilienAbend mit Tanz statt. Verschönt wurde der Abend noch durch einige Lieder und Kouplets. " -er Zwei angetrunkene Italiener famen geftern Abend aus einer Wirtschaft in der Alicestraße und gerieten auf der Straße in Streit. Nach längerem Schimpfen und auf der Straße in Streit. Fluchen faßte der eine den anderen am Kragen und warf ihn in die Goffe, dann machte er sich schleunigst aus dem Staube. Lich, 22. Oftober. Das Großherzogliche Paar machte am Freitag von Lich aus einen Automobil- Ausflug. * Nieder Weisel, 22 Oftober. Im hiesigen Krankendie sich dasselbe dadurch zugezogen hatte, daß es in die Risse der aufgesprungenen Hände Wagenfett schmiecte. * Butzbach, 22. Oftober. Der hiesige Gewerbe. verein wird in diesem Winter eine Reihe Vorträge veranstalten. * Marburg, 22. Oktober. Vermikte. Außer dem Bierkutscher Raue wird hier auch der 27 jährige Weichensteller Wilhelm Strottmann vermißt. Der Mann ging am 7. Oftober zum Dienst und wurde seitdem nicht wieder gesehen. * Lauterbach, 22. Dttober. Die hiesige Sektion des Vogelsberger Höhenklubs hat die Erbauung eines Aussichtsturms auf dem Hainig beschlossen. X Darmstadt, 22. Oftober. Hier ist eine Station für drahtlose Telegraphie errichtet worden. Stadttheater in Gießen. Mamzelle Nitouche. Baudeville- Operette in 3 Aften von H. Meilhac und A. Millaud. Musik von Hervé Mamzelle Nitouche ist gestern Abend mit durchschlagendem Erfolg zum ersten Male in Gießen aufgeführt worden. Das Haus war vollständig ausverkauft und der Beifall so stürmisch, wie er lange nicht mehr durch den Saal gerauscht. Es sind tolle Geschichten, die die Operette mit ihren sangbaren Melodien bringt, eine ganze Reihe Detonationen, die in schneller Aufeinanderfolge sich auslösen. Die Haupt- Alteure, Denise de Flavigny( Mamzelle Nitouche) und der Organist Célestin wirbeln durch eine urtolle, abent uerliche Nacht, ihre Erlebnisse sind ganz ungewöhnliche und seltsame, stets aber auf den breiten Grundton abgestimmt: der Herr führt seine Heiligen wunderbar. Der Diganist Célestin eines fcommen Stifts hat sich der leichtgeschürzten Muse ergeben nnb eine recht weltliche Operette geschrieben. Selbstverständlich möchte er der Erstaufführung beiwohnen und so sinnt er denn auf Mittel, an dem großen Abend aus dem Stifte auszubrechen, denn die Oberin darf beileibe nichts von der sündigen Romposition wissen. Eine der Pensionärinnen, Denise de Flavigny, entdeckt die verbotenen Früchte und findet sie außerordentlich mundend. Sie sinnt ebenfalls auf Wege, der Aufführung beizuwohnen. Beiden wird unerwartet gegeholfen, denn Denise soll plöglich nach Hause zurückkehren, um einen Offizier zu heiraten, den sie einstweilen noch nicht tennt, und der Organist Célestine soll sie begleiten. Obwohl Denise ihre Freude faum zu beherrschen weiß, rettet sie doch ihre Doppe natur und sie bleibt vor der Oberi: die fromme Denise. Kaum haben beide das Stift verlasser, als sie sich auch schon in heifle Abenteuer verwickeln. Der Organist begibt sich ins Theater, der Aufführung seiner Operette beizuwohnen, und Denise, die er im Hotel so gut aufgehoben glaubte, einen Augenblick später ebenfalls. Da die Hauptdarstellerin plötzlich mitten im Spiel von der Partie zurücktritt, springt Denise unter dem Namen Mamzelle Nitouche ein. Hinter den Koulissen sezt sie denn auch noch das Herz des Leutnants de Champlatreux in Flammen. Im weiteren Verlauf der Nacht gerät sie samt Célestin in die Hand einer Patrouille, wird zur Wache gebracht, pofuliert dort mit Kavallerie- Offizieren und kleidet sich, um dem Major Graf von Chateau- Gibus zu entgehen als Reservemann ein. Schließlich desertiert sie mit dem getreuen Célestin und beide langen wieder im Stift an, sehr zur Verwui derung der Oberin. Denise streift aber schnell ihre ausgelassene Mamzelle Nitouche ab und findet ihre fromme Rolle mit der größten Leichtigkeit wieder. Es erfolg zwischen ihr und dem Offizier, den man ihr zum Gatten ause wählt, eine Aussprache und wie die spanische Wand gefallen ist, erfennen sich beide als die Liebenden, die sich hinter den Koulissen gefunden. So kommt die Partie doch noch zuftande, aber nicht durch Familienpolitit, sondern durch Liebe Stückes. und dadurch hebt sich das moralische Niveau des ganzen Die Aufführung war eine glänzende, die Gesamtdarstellung eine abgerundete und geschlossene. Die einzelnen Rollen lagen in festen Händen. Die Denise de Flavigny ( Mamzelle Ritouche) gab Else Jüngling vom Darmstädter Hoftheater. Wir lernten sie als eine Künstlerin von großer Sicherheit und Vielseitigkeit im Ausdruck fennen. Ihr Spiel war so sicher und ausgeglichen, daß sie ruhig des Humors sich bedienen konnte, ohne in Unebenheiten zu verfallen. Von Anfang bis Ende führte sie die Doppelnatur der schelmischen, ausgelassenen Mamzelle Nitouche und der fittsamen, frommen Denise mit gleicher Kraft durch. Die Uebergänge waren fein und abgetönt. Die meift recht schwierigen gesanglichen Partien wußte Else Jüusling mit großer Wärme dnrchzuführen. Das Gesamtspiel zeichnete sich durch angenehme Einen ausgezeichneten Frische und Lebhaftigkeit aus. Partner hatte sie in Bruno Reimer gefunden, der seinen meisterhaft angelegten Organisten Céstin mit großer Sorgfalt herausmeißelte. Gleichfalls gut war Reinhold Lüttjohann als Fernand de Champ atreux, nur hatt er Mit einem Anfluge seiner Stimme etwas viel zugemutet.- guter Romit wußte Georg Bittmann feinen Major in festen Linien darzustellen, während seine Schwester, die Oberin, mit schlicht m, würdigen Ernste von Anna Millar in ansprechender Be se gegeben wurde. Die von der Kapelle der 116er geftellte Musit von Kissel wußte sich dem Ganzen Das Publikum brach am Schlusse jeden gut einzufügen. Aftes in stürmischen Beifall aus. Hoffentlich ist die Direktion das Stück recht bald wieder einmal an. G. H. - - - Stepener landwirts@ aftige Wetterste Borausfihtliche Witterung in Seffen für Dienstag, den 24 Dftober. Meist trüb, doch zeitweise etwas auffiärend, noch geringe Niederschläge, Temperatur weiter feine Veränderung. ( Näheres durch die Gießener Betterfarte.) Berantwortlich: für die Politik und den Inseratens Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beib allen Umständen Folge ge Berwaltung diese Frage einer genauen Prüfung unterzogen haus starb dieser Tage ein Mädchen an Blutvergiftung in Gießen. Riegelmann's Bierkeller Giessen Habe die Wirtschaft in meinem Hause Bahnhofstraße 76 Bekanntmachung. Stadt- Cheater Weihnachten ds. 38. 1300 Mt. in Gaben von 150 Mt Giessen. Dir.: Hermann Steingo: tter. Dienstag, den 24. Oftober 3. Dienstag= Abonnements Vorstellung. selbst übernommen. Empfehle das Bier der rühmlichst bekannten Brauerei Die Herren Söhne. Henninger Frankfurt a. M., sowie ein vorzügliches Glas Wein und werde ich ftets bemüht sein, die mich beehrenden Gäste in jeder Weise gut zu bedienen. Achtungsvoll Chr. Riegelmann. 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Pr. v. 50 000 827 1400 u. e. Pr. v. 10 000] 50544 781 51371[ 400] 485 52894 58640 54081 617 55020 33 59 79 309 839 56194 920 57009 613 999 58492 503 882 932 59304 434 648 60404 734[ 400 61259 488 576 62092 786 63817 59 64055 104 [ 400] 35 89 411 527 871 81 978 65074 323 592[ 400] 66749[ 400. e. Pr. v. 10 000] 67236 65 632[ 2000] 68649 69097 782 868 70035 62[ 400] 259 565[ 1000] 726 50 71383 72557[ 400] 73027 51 432 630[ 400] 57[ 400] 74032[ 400] 986 75398 552 774 76223 398 428 77164 78034 207 383 443[ 400] 79492 562 80383 999 81585[ 2000] 742 82005[ 400] 72 91 191 683 83162 898 84268 85542 86297 631 948 87451[ 1000] 737 87[ 400 u. e. Pr. v. 10 000] B8873[ 400] 89466 90190[ 1000 u. e. Pr. v. 50 000] 308 91128 466 518 624 865[ 1000] 942 66[ 400] 92152 83[ 1000 u. e. Pr. v. 50 000] 630 792 924 93374 94507 646 859 95594 856[ 400] 96037[ 400] 349[ 400] 878 97202 91[ 400 N. e. Pr. v. 10 000] 525 31 95[ 400] 98357 772 814 99232 959 Nächste Ziehung: 5. und 6. 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Aber zund einnahme sicher sein daß eine ungewöhn geren Zöllen wird die hödjite zu erwart Brot, taum zur Her Grundlage des gege Heigende Zukunftsbed ungebedt, ungededt if trag zur Zilgung der mos ohne Berzug Lande und zu Baffer Der Reichstag wird aufhören, für alle noth Meichs die erforderlic fich aber- bis ein