38. gen reife 68. Oftober 195 gen Bäde tigen Bäder: eorg Dern, Gr Enden . Steinmüller Bitwe( Lang ons.) Heinrich Beber( hehe) B. Fabel Seed Fatob Appel, Kroj rf. Weigel Langs 18 u.& Stein Mer Gr. Lind. 25 rl Boft, Wiefed 3. Leir. Klein inden ouis Süßmuth Steinberg u. Georg Dern Gr- Linden 4 B. Steinmüller we. Langaöns) 4 B. Fabel( Wiefed 3. Weigel, Lang ons JakobAppel, ofdorf, Heinrich eber Heuchelheim Steinmüller Br.- Lind.) 24 Nr. 224. Zweites Blatt. Jasertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Selters weg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362. Samstag, den 23. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Vfa., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Grattebeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Flatt ericheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Wollen und Vollbringen. [ Politische Wochenschau.] Nationalliberalen mit aller Wahrscheinlichkeit wieder ala Sieger hervorgehen wird. Die Sozialdemokraten dürfen zum erstenmal seit den allgemeinen Wahlen einen Stimmen. zuwachs verzeichnen, den sie aber in der Hauptsache der Nach. wirkung des jüngsten Bergarbeiterstreifs zuzuschreiben haben, nicht ihrer eigenen propagandistischen Tätigkeit. Die Christlich- Sozialen fallen für die Hauptwahl aus. Die Konferenz in Karlstad, die scheinbar unter schlimmen Auspizien begann, scheint zu gutem Ende zu kommen, zur friedlichen Auseinandersetzung zwischen Schwe den und Norwegen zu führen. Es waren im Grunde wohl mehr die Mienen gewesen, die auf beiden Seiten eine Er. bitterung zur Schau trugen, für die es an einem gerechten Anlaß fehlte und die man aufstecken zu müssen glaubte, weil man sonst leicht dazu gelangt wäre, die Notwendigkeit einer Trennung der Union überhaupt zu bezweifeln. Man hel in Norwegen die Trennung gewollt, und der Wille mußte statt des Grundes gelten. Man hat schließlich den Willen durchgesetzt, und nun bleibt abzuwarten, ob das vollbrachte Werk den Täter lobt. Die ungarische Opposition ist vom Kaiser Franz Josef, der seine Leute kennt, wieder auf Wartegeld gesetzt worden. Das Abgeordnetenhaus ist bis zum 10. Oftober vertagt. Bis dahin wird die Opposition sich darein gefunden haben, den Grafen Julius Andrassy mit der Lei tung des Ministeriums betraut zu sehen. Sie muß sich den Grafen Julius Andrassy gefallen lassen, denn dieser gehört zur Mehrheit. In Wirklichkeit freilich ist es nur ein verärgerter Liberaler. Ein komisches Zwischenspiel mag ervähnt sein: Ein in der Schweiz lebender Professor Stein, der sich plötzlich auf sein Ungartum besann, machte den nairen Vorschlag, Kaiser Franz Josef solle mit der Oppoition das Abkommen treffen, daß die obwaltenden Streitragen bis nach seinem Tode vertagt werden. Der Profeffor mußte mit seiner gloriosen dee" vor den Toren der Hofburg kehrt machen. Der brave Mann ist ganz stolz Barauf, daß er etwas gewollt hat. Zum Vollbringen hat's R Wenn die politisch stillen Tage gekommen sind, in denen bie Weltgeschichte stillzustehen scheint, die Haupt- und Staatsaktionen ausseßen und die Parlamente feiern, dann chicken sich die Parteien und Verbände zur rednerischen Seerschau an, um sich selbst zu mustern, ihre Anhänger anzueuern, fünftige Taten vorzubereiten. Ob die Taten wirklich zur Reife gelangen, bleibt freilich in Frage. Doch schon die Rede hat einen Wert. Sie hat anregende Kraft, sie führt zur Ueberlegung, sie schärft das Urteil, läutert die Ansichten, hebt Einseitigkeit auf und bekämpft die Voreingenommenheit. Es ist am Ende ganz gut, daß nicht jeder Wille zur Tat wird, daß zwischen Vorsaz und Vollbringen sich die abwägende Erörterung stellt, die besserer Einsicht ben Weg bahnt. Die Kongresse, deren Mitglieder gar nicht berufen sind, positive Tätigkeit zu entfalten, weder Machthaber noch die Wortführer von Machthabern sind, arbeiten feineswegs vergeblich, auch wenn sie in ihren Zusammenfünften sich darauf beschränken, ihre gemeinschaftlichen Anfainingen, die durchaus nicht neu formuliert, neu begrünt zu sein brauchen, festzustellen und vor der Oeffentlichkeit darzulegen. Sie schaffen damit eine öffentliche Meinung, die zuletzt doch unwiderstehlich ist, und weisen sie in feste Bahnen. Der Arbeiterversicherungskongre in Wien hat nichts anzuordnen und nichts zu befehlen, und seine Reden sind gleichwohl nicht in den Wind gesprochen, werden für den Ausbau und nötigenfalls für die Korrektur der Sozialgesetzgebung in mehr als einem Lande fruchtbar sein, werden für eine internationale ArbeiterschutzGesetzgebung, wie sie Kaiser Wilhelm schon vor fünfzehn Sabren geplant hat, den Grund legen. Was damals der deutsche Kaiser ersonnen und in großen Umrissen gezeichnet hat, das ist nach und nach Gemeingut aller derer gewor den, die sozial zu denken verstehen. Kongresse wie der eben erwähnte sind es, die den sozialen Gedanken erstarken und greifbare Form annehmen, zu bestimmten gesetzgeberischen Vorschlägen sich verdichten lassen. Es gibt keine Instanz, die verschiedenen Staaten gleiche Einrichtungen und Gesetze borschreiben und für ihre Vorschriften sich Gehorsam ergoingen tönnte. Der Wille, der freie Wille aller Staaten muß zusammenkommen, und diesen Willen bereiten die Kongresse vor. Auch die Parteitage stehen im Dienste fünfHigen Vollbringens. Ihre aufklärende Arbeit darf der den Parteien Fernstehende ebenso wie der Zugehörige anerkennen. Sie sind fruchtbar, selbst wo sie die Ueberzeugung nicht schaffen und nicht bestärken, die sie zu schaffen und zu bestärken beabsichtigen. Der sozialdemokratische Parteitag in ena zeigt in seinem ruhigen Verlauf, daß die ärgerlichen Lärmszenen des vorlegten, Dresdner, Teges nicht ohne erzieherische Wirkung geblieben sind. Das persönliche Gezänk ist in die Heimlichkeit der verschwiegenen Kommissionssikungen verwiesen, wo es still zum Austrag gebracht wird. Das ist um so bemerkenswerter, als es an Aufreizungen zum Gegenteil nicht gefehlt hat. Nicht minder bemerkenswert ist, daß der diesmalige sozialdemokratische Parteitag die sonst bei ihm so beliebten wissenschaftlichen" Erörterungen unterlassen hat. Bisher hat gerade diese Partei noch jede große Zusammenkunft für die geeignetste Gelegenheit gehalten, das ganze Gebäude ihrer Weltanschauung einer Revision zu unterziehen, hier zu be= tätigen, dort zu verwerfen, wobei es an ausgiebigster Entfaltung der berühmten Gelehrtengrobheit" in der Regel nicht fehlte. Der christlich- soziale Parteitag in Essen ist seinen sanfteren Gepflogenheiten treu geblieben. Auf beiden Tagen ist die Probe darauf gemacht worden, daß die Festigkeit einer Ueberzeugung nicht einzig in der Derb. heit ihres Ausdruckes den gerechten Maßstab findet. Für beide Tage war auch der Ausfall der Reichstagsersazwahl in Essen Anlaß zur Selbsteinkehr. Es kommt, wie im Jahre 1903, zur Stichwahl zwischen dem sozialdemokratischen und dem Zentrumskandidaten, aus der dieser mit Hilfe der Rarl Post, Biefed B. Lein Klein Binden Georg Dern St Linden W.Steinmüller W. Weigel, Lang Gönd, Stein müller Gr. Lindes Heinrich Webe Seuchelheim B. Lein Klei Enden Duis Süßmuth Steinberg Carl Spo teistirche Dern Grinden Wiefed, Rarl Trautman 2. Steinmülla Gr- Linden) Steinmüller We anggone, Seinrid eber, Heuchel im, W. Weize ang- Göns, Rar Soft Wiesed, Ra Spamer Reis firchen, Guitar Jacoby, A.- Bufed J. Appel, Kro W. Lein, Ri Linden bei Louis Süßmu Steinberg W. Fabel und Karl Boft, Wiefed Karl Trautmann Guftab Jacoby Wiefed, Alten- Bufed Ferb Beiß, Grü ningen Jafob Appel, Borf Karl Spamer Reiskirchen, Wil Schimmel Ringenb Mühle und Jal Appel, Krofdorf Ferdinand Wei Grüningen W. Lein, Klein Linden Heinrich Weber Heuchelheim Brotberläufer Breife, wie bei en 23. Geptbr. 190 Sidern Polizeiamt Glegen. Herberg. Jagdpatronen Hülsen Schrot Pulver etc. empfehlen Brüder Schmidt Gießen. Strickmaschinen find das beste Erwerbsmittel. Auch auf Teilzahlung. Juustrierter Brachtkatalog aeg. 30 Bfg. Briefm. V. Kirsch, Döbeln. Der Friedensfongreß in Luzern, der Freunde aus aller Welt vereinigt hat, erfreut sich allgemeiner Sympathien. Man weiß, daß seine Teilnehmer ehrlich wollen, was sie als das Ziel ihres Strebens ausgeben: den allgemeinen Frieden, die Verhütung des Krieges und seiner Schrecken. Die zweite Friedenskon= ferenz im Haag, die Präsident Roosevelt und Zar Nikolaus wetteifernd planen, darf auf gleiche Anerkennung nicht rechnen. Weder dem weiland Reiterobersten in dem Kriege Amerikas gegen Spanien noch dem Urheber des Krieges in Ostasien glaubt man die Friedseligkeit. Wer selbst den Frieden gebrochen hat, ist zum Friedenspropheten wenig taug lich. Was das Wort verheißen und was die Tat vollbracht hat, steht hier in allzu schroffem Widerspruch miteinander. - Eine amerikanische Referve- Armee, - - Die Vermehrung des Militärs in den Unionstaaten. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika wollen zu ihrem wirtschaftlichen und politischen Aufschwung auch eine Vermehrung des waffenfähigen Nationalheeres fügen. Unter dem Regiment des tatenfreudigen Präsidenten Roosevelt, bei dem der imperialistische Gedanke üppig in die Blüte geschossen ist, kann das nicht weiter Wunder nehmen. Eine andere Frage ist es, ob die Volksvertretung für die weitgehenden Pläne zu haben ist. Vor kurzem ist ein Generalstab als neue Einrichtung ins Leben gerufen worden. Seine eigentliche Aufgabe besteht verläufig darin, Pläne für die Aufbringung einer großen Reservemacht auszuarbeiten. Die Armee der Vereinigten Staaten ist jetzt so organisiert, daß der gegenwärtige Bestand im Notfalle sofort vergrößert werden könnte, bis er die Kriegsstärke von 100 000 Mann erreicht. Sollte aber die Armee auf ihre volle Kriegsstärke gebracht werden, dann bestände die Hauptschwieriafeit darin, die nötigen 40 000 STOLLWERCK Mann überhaupt erst aufzutreiben und sie in kurzer Zeit so einzuererzieren, daß sie den Gefechtswert der Gesamtarmee nicht beeinträchtigen würden. Um diese Schwierigfeit zu heben, soll der Bundesfongreß ersucht werden, die Organisierung einer regulären Reserve zu verfügen, welche sich aus 40 000 Mann zusammensezen soll, die einen ehrenvollen Abschied aus der Bundesarmee erhalten haben, und diesen Reservisten, die sich für eine Mobilmachung in Bereitschaft zu halten hätten, soll eine Summe monatlich ausgezahlt werden, um sie in beständiger Berührung mit der Militärbehörde zu halten. Ein solches Projekt, hofft man, werde kaum eine ernsthafte Kritik herausfordern und sicherlich nicht die Furcht vor dem Militarismus rechtfertigen. Nicht so sicher fühlt sich die Regierung in bezug auf die weiteren Pläne des Generalstabes. Außer der regulären Bundesarmee von 60 000 Mann und der regulären Reserve von 40 000 geschulten Soldaten beabsichtigt man, eine lediglich dem Rufe des Kongresses unterstehende Nationalreserve von 100 000 Mann zu organisieren, die aus Bürgern besteht, die nicht Soldaten waren, wohl aber den Militärdienst bis zu einem gewissen Grade als Freiwillige in der Miliz oder in sogenannten militärischen Akademien kennen gelernt haben. Wenn dann diese organisierte Miliz der auf diese Weise dem Bundespräsidenten und dem Kongresse unterstellten Streitmacht hinzugefügt würde, stände den Vereinigten Staaten Nordamerikas eine dienstfähige Macht von wenigstens 250 000 Mann zur Verfügung. Man ist überzeugt, daß ein solches System in ganz bedeutendem Maße zur Leistungsfähigkeit des militärischen Apparats der Vereinigten Staaten zu verhältnismäßig geringen Kosten für das Land beitragen würde. Es wird sich darum handeln, was der Kongreß zu allen diesen Plänen sagen wird. Bei der angeblichen Stimmung im Lande ist möglicherweise nur geringer Widerstand zu erwarten. Für die europäischen Mächte, denen die Monroedoktrin schon Kopfschmerzen genug gemacht hat, ist die Absicht der Heeresvermehrung nur eine weitere Bekräftigung des Bestrebens der Vereinigten Staaten, die Omnipotenz für den aanzen amerikanischen Weltteil zu eringen. Vermischtes. Erst Schauspieler, dann Droschkenfutscher. Der Schauspieler Abelard in Paris, der an 20 000 Mark jährlich verdiente, hat seinen einträglichen Beruf aufgegeben und ist Droschkenfutscher geworden. Das tat er, um seine von ihm geschiedene Frau zu ärgern, die überall, wo er auch war, seine Gage pfändete. Die einzige Beschäftigung, in der seine Frau machtlos gegen ihn ist, ist die eines Droschkenfutschers, da er kein Gehalt bezieht und für die Droschke bezahlen muß. Der ehemalige Schauspieler erklärt, daß er sich ganz glücklich fühle und sein gutes Auskommen habe. - Ein Conpletsänger als Parlamentsabgeordneter. In Irland ist vor furzem Robert Jasper Martin gestorben. Er war gleich bekannt als Politiker, wie als Coupletdichter und Sänger und erfreute sich im englischen Unterhause seines guten Humors wegen allgemeiner Beliebtheit. Martin war der Verfasser des„ Ballyhooly" genannten Couplets, das in der gesamten englisch sprechenden Welt zu einer gleichen Bopularität gelangte, wie das berühmte Schunkellied in Deutschland. Frauen- Emanzipation in China. Auch in das Land der Zopfträger greift das Bestreben der Frauen nach eigener Betätigung über. Während früher der Chinese seine Frau sorgsam behütete und vor jedem Verkehr mit anderen Männern bewahrte, konnte man vor einiger Zeit in Schanghai sogar Chinesinnen in einer öffentlichen Volksversammlung erblicken. Die chinesischen Frauen fangen an englisch und japanisch zu sprechen, Klavier zu spielen, europäische Theater zu besuchen. Es regt sich in China in allen Schichten. Man will etwas neues sehen, lernen und genießen. = Zweimal jährlich ein erlaubter Rausch! Ein merkwürdiges Gesetz besteht im amerifonischen Staate Massachusetts. SCHOKOLADE KAKAO Unentbehrlich für jeden Landwirt! Rat und Hülfe bei eintretenden Krankheiten des landwirtschaftlichen Viehbestandes sowie Belehrung ü. Ankauf u. Zucht 340 Seiten starf - Preis 2 Mk. Probeerempl. g. Mr. 1.20 fr. Buchhandlg. C. Hundt, Bad Wildungen. Schöne möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. Jeder Bürger darf sich dort zweimal im Jahre öffentlich betrinken. Beim drittenmal aber gerät er in Strafe. Auf Grund dieses Gesetzes werden in Massachusetts alljährlich zirka 16 000 Räusche gerichtlich verziehen. Wird jemand betrunken aufgegriffen, so kann er nach Hause taumeln, ohne besorgen zu müssen, daß er zu gerichtlicher Verantwortung gezogen werde, sobald die Akten ergeben, daß er nicht schon zweimal innerhalb des Jahres eines Rausches wegen ver. haftet war. = Die Waschanstalt der Schiffsgesellschaft. Wenn ein Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd von Newyork in Bremerhaven anlegt, so liefert er jedesmal etwa 37 000 Stüd gebrauchter Wäsche ab. Natürlich hat der Norddeutsche Lloyd, um diese Wäschemengen jederzeit sofort waschen lassen zu können, eine eigene große Waschanstalt, die sich in Bremen befindet. In derselben sind 10 Waschmaschinen, 7 Zentrifugen und 7 Dampfmangeln in Betrieb und werden etwa 140 Personen beschäftigt. - Die Cholera und die Korrespondenz nach Rußland. Auf den russischen Grenzstationen Granija, Alexandrowo und Sosnowizy ist jetzt die Desinfektion sämtlicher ausländischen Korrespondenz, die ins Zarenreich hinübergeht, angeordnet worden. Diese Maßnahme bedeutet eine neue Verzögerung in der Zustellung der Briefschaften, Zeitungen u. s. w. Dazu aber wird auch dem zufälligen und beabsichtigten Verlust der Korrespondenz Tür und Tor geöffnet, und darunter hat man in Rußland auch ohne Desinfektion wahrhaftig schon schwer genug zu leiden. - Ein neuer Industriezweig. Einem amerikanischen Fabrikanten soll der lange vergeblich gebliebene Versuch geglückt sein, aus Torf Papier herzustellen. Nach einem Gutachten find 66 Prozent der zur Herstellung des Papiers verbrauchten Masse Torf. Der Mann hat 30 000 Mark in seiner Torfpapier- Industrie angelegt und beschäftigt 50 bis 60 Arbeiter. Falls sich das Verfahren bewähren sollte, könnte angesichts der Torfmengen, die es in Deutschland gibt, eine neue ergiebige ländliche Industrie sich daraus entwickeln. † Menterycie Telephonistinnen. In dem Haupttelegraphenamte in der Rue Guttenberg zu Paris hat eine förmliche Meuterei der Telephonistinnen gegen ihre Aufseherin stattgefunden. Eine Telephonistin feuerte sogar einen Revolverschuß gegen ihre Vorgejette ab, obue indessen zu treffen. Die strafgerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. † Explosion im Unterseeboot. In Toulon ervlodierter im Unterseeboot„ Gymnote", das wegen einer Reparatur auss Land gebracht war, die Akkumulatoren. Ziver Majch. nisten wurden verletzt, beide werden wahrscheinlich das Augenlicht verlieren. Das Hospiz- Auto. Auch die Mönche des berühmten Hospizes auf dem Großen St. Bernhard beschlossen, sic) des modernsten Fahrzeuges zu bedienen. Aus Vorsicht, um Volk und Vich mit dem neuen Verkehrsmittel bekannt zu machen, geschah die erste Fahrt zum St. Bernhard mit Vorspann eines Pferdes. Die Schwere des Wagens darf 4000 Kilo nicht übersteigen, da das Automobil verschiedene Brücken beschreiten mußte, die nur 6000 Kilo Tragfähigkeit besigen. Der Kraftwagen machte mit seinem Verspann den Weg von Martinach bis zum Hospiz in 22 Stunden, brachte es somit auf 4 Kilometer die Stunde. - Ein Kongreß der Sträflinge. In Paris fand bei dem Sekretär der Liga zum E., uz der persönlichen Freiheit ein Kongreß gewefener Sträflinge statt. Darunter waren vier frühere Zuchthäusler, die natürlich alle unschuldig zu ihrer Strafe gekommen sein wollten. Drei waren persönlich erschienen, einer, ein altersschwacher Greis, hatte einen Vertreter entsandt. Einer mit Namen Chales eröffnete den Reigen, er ist 68 Jahre alt, hat 29 Jahre wegen Ermordung einer Witive im Zuchthaus verbracht und ist schließlich begnadigt worden. Wie die übrigen, von denen der cine feinen Stiefvater ermordet haben soll, bestritt er jede Teilnahme an der Bluttat. Der Kongreß endete mit einer Protestresolution der Ersträflinge, die nun bald ihr Recht zu finden hoffen. Unerreicht in Eleganz, Dauerhaftigkeir, Güte und Billigkeit sind die Nähmaschinen von Joh. Fr. 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Der dabei als Zeuge vernommene Redakteur Zielowski erklärte, er lehne es ob, ir and welche Angaben über den Verfasser der bei der Klage in Detracht kommenden Artikel zu machen. Das Gericht verurteilte ihn darauf zu 300 Mark Geldstrafe und or nete seinen sofortige Abführung zum Zeugniszwangsbe. ahren an.. § Juſtizirrtum. Großes Aufsehen erregt in München ein Fall fortgesetten Justizirrtums. Die 21 Jahre alte Tochter ist mehrfach wegen Diebstahls im Rückfalle verurteilt worden. Der Verteidiger beantragte stets die Wiederaufnahme des Verfahrens, da das Mädchen nicht zurech nungsfähig sei. Die Anträge wurden jedesmal abgelehnt. Neuerdings brachte der Verteidiger das Gutachten einer Reihe von Frrenärzten bei, wonach die Verurteilte an ausgesprochener frühzeitiger Verrücktheit leide und für ihre Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden könne. Daraufhin hat nun der Staatsanwalt den Antrag gestellt, das Mädchen von der Anklage des Diebstahls in zwei Fällen freizusprechen und der Staatskasse die Verpflichtung aufzuerlegen, für 14 Monate unschuldig erlittene Gefängnisstrafe die entsprechende Entschädigung zu zahlen. § Das Attentat auf den König von Spanien. Vor die Pariser Anklagekammer wurden die Anarchisten Harvey, Vallina, Malato und Caussanel verwiesen, und zwar die beiden erstgenannten unter der Anschuldigung des Mordversuches gegen den Präsidenten Loubet, den König von Spanien und 18 Soldaten der Eskorte sowie der Anschuldigung, eine verbrecherische Verbindung zur Anfertigung von Explosivstoffen eingegangen zu sein, die beiden leztgenannten wegen Mitschuld an diesen Verbrechen Der Landwirt. mp Zur Pflaumen- Ernte. Alle Zwetschgen( Pflaumen), die gedörrt werden sollen, müssen möglichst lange am Baum hängen bleiben und den vollkommensten Grad der Neife erlangt haben, ehe sie abgeerntet werden. Diesen vollkommenen Reisegrad haben sie dann erreicht, wenn die sonst glatte Haut am Stiel zusammengeschrumpft und runzelig wird. Das Ernten der Zwetschgen darf nur bei gutem, trockenem Wetter geschehen; ist zur Zeit der erlangten Hochreife häufiges Regenwetter, so müssen alle Seräfte benutzt werden, um in einigen regenfreien Stunden die Einerntung zu vollziehen. Mehrfach wird empfohlen, die Früchte bei der Ernte nicht zu schütteln, sondern zu pflücken; es ist dies aber nur bei den sehr großen und schweren Früchten der englischen und italienischen Zwetschgen sowie im allgemeinen dann nötig, wenn die Zwetschgenbäume auf scholligem oder festem Boden stehen, da in diesen Fällen die Früchte sonst teils beschädigt, teils beschmutzt werden. Die meisten Bäume stehen aber auf Grasboden, und da hat das Abschütteln durchaus nichts Nachteiliges. Beim Auflesen vom Boden tut man gut, angefaulte, zertretene oder angestochene sowie nicht völlig reife oder sehr kleine Zwetschgen nicht unter die guten zu bringen, sondern in einen besonderen Korb zu werfen, um dieselben nicht zum Dörren, sondern zum Brennen von Branntwein zu benutzen. Zum Sammeln der gesunden und vollkommenen Früchte benutzt man möglichst flache Körbe, da in hohen die Zwetschgen durch Druck leiden und an Saft verlieren würden. Ein brennender Wald. Ein bedrohter ungarischer Badeort. Fünf Wochen lang hat es gebrannt in den ausgedehnten Waldungen, die an der Grenze von Ungarn und Rumänien liegen. Nun ist es endlich gelungen, dem Brande ein Ziel zu setzen. Freilich wohin die Flammen ihre gierigen Zungen gestreckt hatten, da mußte der Mensch dem entfesselten Element weichen. Aber den fast übermenschlichen Anstrengun gen und dem Opfermute des braven ungarischen Militärs ist es geglückt, der weiteren Verbreitung des Feuers Einhalt zu tun. Das aber war die höchste Zeit. Denn langsam wohl, aber scheinbar unaufhaltsam troch die Feuerschlange vorwärts, immer auf den berühmten ungarischen Badeort Herfulesbad zu. Die heilkräftigen Wasser, die so manchem Erdensohn in seinem Leiden Linderung und Hilfe gebracht, hatte sie sich als Ziel ersehen. Tief aus dem unwegsamen rumänischen Forstgebiet hatte sie ihren Weg genommen. Dort war sie durch die Unvorsichtigkeit von Hirten entfesselt. Hui, sprang sie ins trockene Moos und fraß sich weiter und weiter. An der Grenze des Ungarlandes wartete die Schar der Bewohner, sie einzufreisen und zu vernichten. Da froch das glühende Ungeheuer in die Spalten und Risse der zerflüfteten Felsen. Dort nistete es sich ein, dort fand es reichlich Nahrung in dem trockenen Moos und Blätterwerk, das dort seit Jahrhunderten lag und moderte. Unbemerkt kroch es zwischen den Felsen unter dem Laubwerke weiter. Und dann kam ihr Bundesgenosse, der gleich ihr das Gebild aus Menschenhand haßt, der tolle Geselle, der Sturm und peitschte sie auf, die lohende Schlange und bis auf die höchsten, ungangbarsten Felsfuppen hinauf trieb er sie, und ihr Besthauch kündete in den Straßen des eleganten Badeortes ihr Kommen und erfüllte die dort Weilenden mit Angst und Entsetzen. Da warf sich die bewaffnete Macht, die des Schutzes des Landes waltet, auf die flammende Feindin. Achthundert Mann vom 33. Regiment aus Arad gingen ihr zu Leibe. Aber immer wieder mußten auch sie der Rasenden weichen, und immer näher rückte dem Badeorte das Verderben. Nicht nur der Wald brannte- meilenweit die Luft mit dichtem Qualm erfüllend, daß die Sonne sich verhüllt sah; auch die Mutter Erde selber fiel der Glut zum Opfer. Von den neben Herkulesbad belegenen Felsenhöhen stürzten die bon der Hitze ausgedörrten Kalkfelsen herab. Mitten unter die mit Todesmut dem Feuer den Boden abgrabenden Soldaten stürzten und rollten die glühenden Felsmassen. Da liegen zwei Brave zerschmettert auf der glühenden Erde, mehrere werden tödlich verlegt davongetragen, einer stirbt den Helfern bald unter den Händen, eine ganze Reihe anderer wankt verwundet davon. Und immer weiter schleicht das Verderben. Da verlassen die Menschen, die von weither gekommen, dort Heilung zu fuchen, die Stätte des Qualms und des Grauens, und noch vom Bahnzuge aus, der sie in die Heimat trägt, fällt der Blick auf das schaurige und doch so grandiose Schauspiel. Mächtigen Fackeln gleichen von der Ferne aus die ragenden Fichten in den tausendjährigen Waldbeständen, bis sie, vom Feuer verschlungen, in sich zusammenstürzen, die Nachbarn in ihrem Falle entzündend. Doch neue Kräfte rücken an, 400 weitere Truppen sind zur Stelle. Wie das gräbt und schaufelt und so der feurigen Lohe den Weg zu verlegen sucht. Bis auf 300 Meter war sie an Herkulesbad heran. Wenn jetzt der Sturmwind hcianfegte, dann war jede Rettung ausgeschlossen. Glück blieb er aus. Und so gelang es, das Feuer einzufreisen. Was brennt, ist dem Verderben verfallen. Aber das Bad ist gerettet. Freilich ist die Rettung mit drei Menschenleben erfauft. Alle Sorten Magerkeit- Keine Trunksucht mehr. Gemüse ftets frisch, sowie gute Speisekartoffel billigst zu haben bei Frau Hammel Gießen, Gr. Mühlgaffe 6-8. Wasche mit LUHNS Luhns Durch Zusammenlegen von zwei Stockwerken mittels Verbindu g einer separaten Treppe können die schönsten herrschaftlichen Wohnungen von 10 bis 11 Zimmern mit allem Zubehör hergerichtet Nurechi MIT ROTBAND werden. Näheres im Baugeschäft Winn, Hofmannstr. 14. Ingenieurschule zu Mannheim Städt. subv. höhere technische Fachschule. Programme kostenlos, Giebt schönsteWäsche Bügelkursus! Glanzbügel kann man binnen 4 Wochen gründlich erlernen. Auf Wunsch nachmittags. Walltorstraße 10, II. Gießen. 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