Frik. ges König Fried Schanze zurüd iner Soldat aus ar Umstände auf es Stampfes überlauter, je mehr und zum blinden Er schweigen!" 1. „ Majestät," e nicht frech find, men." Der König erfegungen seinen Daß Friedrich der tode nadlief, weil geraten war, der die Umsicht des am. Der König en Tage vor der indem er den r laufen, mein 1 Ihnen einen öglich war, Sie er heftete dem n selbst an die ens D T. hihre Schönheit nd die Kunst des in Geldverlegen. bedrängt. Einer befehl gegen die eten sich, um sie er als die Boten erin, die jugendDer ihrer Mutter rille auf die Nase Hand im Lehn hänge sie herabnoch den Rücken me Hintertür ver rderten die veroder ihnen ins nde zu sein, das ch des Iteren. Toß sie fia) dazu, t Ihnen, da Sie fein Recht haben, Id erkennen, daß Schuldgefängnis Brille ab, und das entzückende Borschein. Man entlassen, wurde r diesmal nicht ich in Sicherheit innen zweierlei 19 507 bin ich nicht. 104 31 den 28. Auguft Fest Lipp Jung art, Sur Burg" Siegener Feuerwehrtapel SEIFE hundarn fteigerung. sch, den 23. Aug. 1905 achmittage 2 Uhr gere ich im Bieter'ide Möbel aller Arten, 1 boll einrichtung, 1 Labenthe ille Rigarren, 1 Metal bre Tab, 1 Partie Regen un 50 Mtr. Glas, 1 neu menfdirme, Stöde, Bierfrig ft. Bett u. a. m. Grikler, Gerichtsvollzieh Gießen. ute Birnen Gießen, Licherstraße 9 -2 möbl. Zimmer rlaufen. ranieten. Siegen, Marttftraße 11. Nr. 197. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupte pedition: Gießen, Seltersweg 83. Ferusprechanschluß Nr. 362. Mittwoch. den 23. August 1905. Gießener 14. Jahrgang Br... in's ans Abonnementopreis: abgebøtt monatad) gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Plait crid eint an effen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberteilen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer. So mancher Arbeitgeber hat mit aufrichtigem Eifer an der ihm überlieferten und allein geläufigen Anschauung festgehalten, daß die Arbeiter, denen er Beschäftigung gebe, feine" Arbeiter seien, an deren Wohlergehen er herzlichen Anteil nehme, mit denen er nicht bloß in einem nüchternen geschäftlichen Vertragsverhältnis stehe. Die wirtschaftliche Ausgestaltung, die auf keinem Gebiet sich aufhalten ließ, nicht zulegt die immer weiter greifende Form der Aktiengesellschaft, hob das alte persönliche, gewissermaßen patriarchalische Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeiter auf, brachte an ihre Stelle unpersönliche und darum notwendig Falte Beziehungen, bei denen weder auf der einen noch aus der anderen Seite von Rücksichten viel die Rede sein konnte. Immerhin blieb bei vielen Arbeitgebern die Anschauung bestehen, daß sie immer nur mit ihren eigenen Arbeitern zu tun hätten, wenn es sich daum handelte, den Arbeitslohn oder die sonstigen Arbeitsbedingungen zu regeln. Mi: ihren Arbeitern wollten diese Arbeitgeber gern Verständi gung in gemeinsamer Beratung suchen, wobei den Arbeitern freigestellt sein sollte, sich durch einen von ihnen gewählten Ausschuß vertreten zu lassen. Dagegen wollte ihnen die Forderung in feiner Weise als berechtigt einleuchten, das bei solchen Verhandlungen für ihre Arbeiter auch Personen sollten mitsprechen dürfen, zu denen sie in gar feinen Direkten Beziehungen standen. Dieses Ansinnen wiesen sie als völlig unangemessen, als ihr Haus- und Besitzrecht beein trächtigend und verletzend zurück. Was hätte der Außen. stehende, der ihr Arbeiter nicht war noch werden sollte oder wollte, der vielleicht überhaupt nicht mehr aktiver Arbeiter war, sondern nur in der Arbeiterorganisation eine Stelle bekleidete, nachdem er sich vorher agitatorisch hervorgetan hatte, in seine Lohn- und Arbeitsbedingungen dreinzureden? Das waren Dinge, die den Außenstehenden nichts angingen. die nur zwischen ihm selbst und seinen Arbeitern abzumachen maren. Diese Anschauungsweise war durchaus nicht der Ausfluß arbeiterunfreundlicher Gesinnung. Die humansten und wohlwollendsten Arbeitgeber haben sie gehegt und hartnäckig festgehalten, gerade weil sie den Beziehungen zu ihren Ar beitern nicht das Persönliche, Warmherzige genommen wissen wollten, weil es ihnen widerstrebte, das rein mensch liche Gefühl aus dem wirtschaftlichen Verkehr mit den Arbeitern auszuschalten, überall die Macht und nur die Macht entscheiden zu lassen. Daraus sprach ganz gewiß kein eigensüchtiges Interesse, denn die tatsächliche Ueberlegenheit war immer auf ihrer Seite. Doch die Arbeiter selbst sahen die Dinge einmal anders an. Die Arbeiter wollten die persönlichen Beziehungen nicht gelten lassen, von denen sie, mit Recht oder Unrecht, annahmen, daß sie ihnen am letzten Ende hinderlich seien, das zu erreichen, was sie ihr Recht nannten, und was sie durch kein Wohlwollen sich ersezen lassen mochten, selbst wenn das Wohlwollen weiter ging, als ihr wirkliches oder vermeintliches Recht. Die Arbeiter schlossen, sich zusammen, nicht in einzelnen Fabriken, sondern in ganzen Gewerfen, nicht örtlich, sondern über das ganze Reich. und ihre Gewerkschaftsvertreter follten in allen Lohn- und sonstigen wirtschaftlichen Streitigkeiten ihre sprecher und Wortführer sein. Der Widerstand gegen diese Forderung würde auf seiten der Arbeitgeber vielleicht noch hartnäckiger gewesen sein, als er sich tatsächlich gezeigt hat, wenn nicht die wirtschaftliche Entwickelung selbst die Entscheidung des Streits in die Hand genommen hätte. Vielfach waren die Arbeitgeber zu großen, teilweise nationalen, manchmal soga: internationalen Verbänden zusammengetreten, die durch freiwillige Verein barungen bestimmte Preise für ihre Produkte festsetzten oder festzusetzen suchten, die Produktion unter sich verteilten, den Wettbewerb regelten, die Erteilung von Zuschlägen bei Bewerbungen in eine vorgeschriebene Reihe brachten, und wa dergleichen mehr ist. Daß solche Vereinbarungen auch auf die Lohnverhältnisse unter Umständen recht tiefgreifenden Einfluß ausüben, ist nicht zu verkennen Hier hatten also Arbeitgeber bei der Bestimmung von Löhnen für die Arbeiter anderer mit geredet, und nicht bloß mit geredet, sondern mitbestimmt. Es fonnte vorkommen und ist sicher borgekommen, daß eine solche Lohnfestsetzung in einer Fabrit gegen die Stimme des Fabrikbeiters stattfand. Die Arbeitgeberverbände haben sich former wiederholt genötigt gesehen, bei eintretenden Streifs ihre Stung gegenüber den Lohnforderungen der Streifenden zu verembaren. Sogar zu Aussperrungen haben Arbeitgeberverbände gegriffen. wenn die Durchführung eines wirtschaftlichen Streits es berlangte. Damit war der Standpunkt, daß der Arbeitgeber immer nur mit seinen Arbeitern zu verhandeln habe, tatsächlich und rechtlich verlassen, und es ist nur folgerichtig, wenn jeßt die Deutsche Arbeitgeberzeitung dafür eintritt, daß man nicht ferner auf die Weigerung berharre, mit den Arbeiterorganisationen zu verhandeln Selbstverständlich wird die Arbeitgeberschaft selbst sich desto fester organisieren. Aber immerhin ist einstweilen ein Streitpunkt meggeräumt, der gerade die Besten am meisten zu erregen und zu extremer Saltung zu bestimmen geeignet war Wird der Krieg fortgesetzt? Die Krisis in den Friedensverhandlungen. Prophezeien auf Jahre hinaus dazu gehört bloß Begeisterung, aber auf einen Tag prophezeien-- dazu gehört außerdem Wagehalsigkeit. In dem Augenblick, da wir schrei ben, sind die Friedensverhandlungen in Newcastle vielleicht schon abgebrochen, und wir sollen es unternehmen, ohne Kenntnis des Gegenwärtigen das vorauszusagen, was sein wird. Und wir wagen es auf die Gefahr hin, daß die Tatsachen uns unrecht geben. Wir glauben nicht, daß es sofort zum Abbruch der Friedensverhandlungen kommt. Dazu hat sich Präsident Roosevelt, auf den beide Parteien Rücksicht zu nehmen haben, zu sehr engagiert. Gar nicht auf ihn hören, hieße ihn beleidigen. Selbst wenn Russen und Japaner im lieben Gemüt fest entschlossen wären, auf die Gefahr der Fortsetzung des Krieges hin und der Infragestellung aller bisherigen Siege auf der einen Seite, auf die Gefahr vollständigen erneuten Zusammenbruchs hin auf der anderen Scite, nicht um ein Titelchen nachzugeben, so müßten sie doch auf das dringliche Zureden Roosevelts die Erneuerung der Verhandlungen versuchen. Dieser Versuch) würde immerhin einige Tage in Anspruch nehmen. Wir glauben eben auch gar nicht, daß Russen und Japaner gar so triegswätig sind. daß sie nicht bereit sind, die eine oder andere Konzession zu machen. Sie haben beide nach kaufmännischem Brauch der sich hierin mit dem diplomatischen deckt ein gut Stück vorgeschlagen und zetern und barmen über Forderungen und Anerbietungen. Es geht dabei zu wie beim Kuhhandel. Der Offerent, der scheinbar erzürnt davongerannt ist, kommt. zögernden Schrittes mit einem kleinen Mehrangebot zurück, und der Verkäufer, der sich gleichgültig stellt, brennt darauf, seine Ware gegen eine geringe Erhöhung der vorigen Offerte loszuschlagen. Die Japaner schwören Stein und Bein, sic fönnten es nicht billiger tun, sie dürften sich sonst nicht in Tokio sehen lassen. Und die Russen versichern, daß sie sich weder zu Landabtretungen noch zur Kostenentschädigung je entschließen würden, da sie nicht einmal Napoleon Geld gegeben hätten, der doch Moskau eingenommen hatte. Ueberdies ver ichere General Kuropatkin in Uebereinstimmung mit den übrigen Generalen, daß er die Japaner ganz gewiß schlagen werde. Im schlimmsten Fall könne die russische Armee sich bis Irkutsk zurückziehen, und die Japaner sollten zusehen, ob sie soweit nachrücken könnten. Das ist auf beiden Seiten mächtig aufgeschnitten! Die Japaner wissen recht gut, daß ihr Volk mit dem Sieg zufrieden ist und mit der Erlangung von Korea und mit dem Kostenersatz, den China dafür zahlen kann, daß ihm die Mandschurei wiedergegeben wird. Und die Russen sind mit ihrer Geschichte vertraut genug, um damit bekannt zu sein, daß Napoleon wohl im Kreml zu Moskau gesessen, dann aber seine ganze große Armee verloren hat. Den Siegesversprechungen ihrer Generale glauben sie selbst nicht; denn an solchen Versprechungen hat es in den letzten anderthalb ahren nie gefehlt, und noch keine ist eingelöst worden. Herr Witte ist ein kluger Unterhändler, und die um Baron Komura sind nicht minder verschlagen. Sie reißen und beißen sich um die Knochen, aber die Verständigung haber sie im Auge. Die Japaner werden es billiger tun, und die Russen werden mehr aufwenden. Minister Witte betonte abermals in einem Interviewv. er könne nicht sagen, daß jede Hoffnung geschwunden set, aber die Aussicht auf Frieden scheine ihm so gering, daß er sie gleich Null betrachte. Er dementierte ferner, daß Präsident Roosevelt ein Schiedsgericht oder den Rückkauf von Sachalin vorgeschlagen habe. In Washington gibt man der Meinung Ausdruck, daß die Friedensverhandlungen scheitern würden, falls Ruß land sich nicht zu einer Kriegsentschädigung verstände. Politische Rundschau. Deutfches Reich. * Die Uebermittelung der deutschen Antwortnoke an Frankreich in der Marokkofrage soll heute erfolgen. Man nimmt an, daß Frankreich und Deutschland jetzt in allen Punkten übereinstimmen. ** Einen interessanten Beitrag zu dem Stand der Beziehungen zwischen Deutschland und England liefert der Bericht der Birminghamer Deputation, die kürzlich in Deutsch land weilte, um die Wohnungsfrage zu studieren. Die Kom mission erklärt, sie habe in Deutschland keine Spur von Haß gegen England gefund. Dazu bemerkt das Blatt " Daily News", in beiden Ländern seien es nur die internationalen Unheilstifter und Sensationsblätter, die ver heßend wirkten. Für den Empfang des englischen Ostsee- Geschwader: haben die städtischen Behörden von Swinemünde ein stimmig einen Betrag von 3000 Mark bewilligt. Die vor Swinemünde aus verbreitete Meldung, daß ein Beschluß des Magistrats gefaßt worden sei, jede Ausgabe für diesen Zwed abzulehnen, wird als erfunden bezeichnet. Es sind weder Anträge in dieser Richtung gestellt, noch Beschlüsse gefaßt worden. * Für die Expedition nach Deutsch- Ostafrika stellte das in Kiel garnisonierende erste Seebataillon die Offiziere Hauptmann v. Schlichting als Befehlshaber, Oberleutnant Sticler v. Heydekamp und den Leutnant Engelbrecht. Das in Wilhelmshaven garnisonierende zweite Seebataillon stellte Frhrn. v. Stengel und Leutnant v. Milchewski. Eine Waschinengewehrabteilung mit vier Geschüßen, sowie Sanitätsund Zahlmeisterpersonal begleiten die Expedition. Die Ankunft der Abteilung, die als Marine Feldkompagnie v. Schlichting bezeichnet wird, an der ostafrikanischen Küste wird gegen den 10. September erwartet. Die 160 Mann des Expeditionskorps meldeten sich auf einen Aufruf hin freiwillig. Sie gehören sämtlich dem Jahrgang 1904 an. Nach einem Telegramm aus Lindi ließ der Kreuzer„ Bussard" dort den Leutnant zur See Wernecke mit einem Detachement von 12 Mann und einem Maschinengewehr zurück. Der Kreuzer ist gestern früh nach Mikindani gegangen und hat dort ein Detachement, bestehend aus einem Waschinisten und 8 Mann nebst einem Maschinengewehr, zurückgelassen. Gestern abend ging der„ Bussard" nach Kilwa Kiwinje. Im Bezirk Lindi und Mikindani sind keine Unruhen ausgebrochen. Die Gesamtzahl der Truppen, die in Südwestafrika zurzeit Verwendung finden oder auf dem Wege dorthin sind, bleibt nach neuesten Feststellungen um dreihundertfünfzig Mann hinter dem Sollstand zurück. Eine Verlegung des Budgetrechts des Reichstages hat demgemäß nicht statigefunden. Von mehreren Seiten wird behauptet, es würde an einer Vorlage für die Schaffung eines solonial. heeres gearbeitet. * Der in Straßburg i. E. tagende Deutsche Katholikentag sandte an den Papst und den Kaiser Huldigungs- Telegramm ab. Der Kaiser ließ durch ein Telegramm an den Präsidenten des Katholikentages danken. Der Papst hatte seinen Segen gespendet. In der ersten geschlossenen Generalversammlung wurde die Papstfrage behandelt und ein Antrag angenommen, der die volle Freiheit für den Papit verlangt und zu reichlicher Unterstützung des Peterpfennigs auffordert. In der ersten öffentlichen Versammlung sprach Abg. Gröbek über die Quellen und Segnungen des religiösen Lebens, in dem er sich auch gegen die Ehescheidungen und gegen die Frauen- Emanzipation wandte. Prälat Erhardt- Straßburg behandelte die Bedeutung des Papsttums für Religion und Kultur. Norwegen. ** Die norwegische Regierung hielt eine Konferenz in der Unionsfrage ab. Die Regierung machte sich dahin schlüssig, man müsse auf die Anfrage der schwedischen Regierung entgegenkommend antworten, indem man Schweden ersuche, die Aufhebung der Reichsakte anzunehmen und durch Verhandlungen zu einer ersprießlichen Lösung der Unionsfrage mitzuwirken. Frankreich. ** Der französische Gesandte Taillandier hat in Marokko eine Note überreicht, in der die Freilassung des gefangen genommenen algerischen Hauptmanns, die Bestrafung des schuldigen Kaids, sowie die Zahlung einer Entschädigung von 2000 Dollars und von noch 100 Dollars für jeden weiteren Tag der Verhaftung gefordert wird. Man will wissen, daß die französische Regierung, falls nicht sofortige Befriedigung gewährt wird, eine bedeutsame Demonstration madien wird, die entweder in der Besetzung eines Bunktes an der algerischen Grenze oder in einer Flottendemonstration vor einem maroffanischen Hafen bestehen soll. Die diplomatischen Kreise sind überzeugt, daß der Sultan sogleich Befriedigung versprechen wird. Minister Nouvier hat den Signatarmächten des Madrider Vertrages Mitteilung von diesem Vorgehen gemacht. Für die bevorstehende Präsidentenwahl ordnete die Regierung die Instandsetzung des Palastes in Versailles an, in dem am 18. Januar 1906 der Nationalfongreß den neuen Präsidenten wählen wird. Rufeland. ** Sofort nach Verkündigung der Verfassung nehmen die Verhaftungen hervorragender Persönlichkeiten ihren Fortgang. In der Sommerfrische Udelnaja wurden im Hause des Professors Miljukow zehn Personen, meist Ingenieure und angesehene Schriftsteller, verhaftet und in Einzelhaft gesetzt. Alle sind Liberale von gemäßigster Färbung. Als Grund wird angegeben, daß die Verhafteten verdächtig seien, einen Wahlfeldzug für liberale Kandidaten zur Duma vorbereitet zu haben. Die Verhaftungen erregen allgemeines Aussehen und sind geeignet, den Wert der Verfassung vollends herabzusetzen. In Moskau mußten auf Befehl der Polizei sämtliche Hausbefizer anläßlich der Verkündigung des kaiserlichen Manifestes ihre Häuser illuminieren. Unter den Kosaken greift die gegen die Heranziehung zum Polizeidienste gerichtete Stimmung um sich. Auch die uralischen und sibirischen Rosaken wollen nichts mehr davon wissen. Hof und Gefellf: baft. Die Meldung, Prinz Heinrich von Preußen beab. sichtige, eine neue Reise nach Amerika zu unternehmen, wird vom Hofmarschallamt des Prinzen für völlig unbegründet erklärt. Heer und flotte. Unterseeboote in der deutschen Marine. Nach einem Fachblatte sind der Firma Körting in Linden bei Hannover 16 große Petroleummotore für Unterseeboote in Auftrag gegeben worden. Es wird angenommen, daß eine Anzahl dieser neuen Motore für die deutsche Marineverwaltung an gefertigt wird. Nach angeblich zuverlässigen Informationen wird versichert, daß in Regierungskreisen die Absicht besteht, im nächsten Etat größere Mittel zu diesem Zweck anzufordern. Schwimmende Docks für die englische Flotte. Die Leistungsfähigkeit der britischen Kriegsflotte soll durch den Bau schwimmender großer Docks vermehrt werden. Man rechnet mit 4 000 000 Mark pro Dock. Eines davon soll in Rosyt, ein zweites in Portland, ein drittes in Fairneß und ein viertes in Devenport stationiert werden. Zu Kriegszeiten sollen diese Docks nach irgend einem gewünschten Punkt dirigiert werden. Soziales Leben. Die Bewegung im rheinisch- westfälischen Baugewerbe. Auf Antrag der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Organisa tionen beginnen heute in Essen neue Verhandlungen, von denen man eine Einigung erhofft. Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe tagte Montag in Mülheim a. R. und betonte, er müsse bei dem Wittener Beschluß bleiben, nad dem für 1905 feine Lohnerhöhung erfolgen soll. Kohlenarbeiterstreik in Ungarn. Allgemeiner Ansstand herrscht in den Kohlenbergwerken zu Fünffirdyen. Die Stimmung ist sehr erregt. Eine Anzahl Arbeiter versuchte, die Wettermaschinen zum Stillstand zu bringen. Vier Arbeiter wurden von der Polizei verhaftet. Nah und fern. + Brand eines Kohlenlagers. Auf der Braunkohlenzeche Frielendorf" bei Trensa an der Main- Weser- Bahn gerieten die gesamten Brikett- Vorräte in Brand. Das glimmende Feuer des gewaltigen Lagers spottete allen Löschversuchen und entwickelte derartige Rauchmassen, daß die ganze Gegend in Nebel gehüllt war und alles Lebendige, sowie Feld und Wald unter dem Qualm arg zu leiden hatten. † Eine verhängnisvolle Explosion. In dem Hause des Kaufmanns Kaufer in Breslau führte der Ingenieur Schomburg einen von ihm erfundenen Vergasungs- Apparat für Brennstoffe einer Anzahl Ingenieure zwecks Finanzierung der Erfindung vor. Dabei erfolgte eine furchtbare Explosion, die eine schreckliche Wirkung hatte. Schomburg und Kaufer wurden auf der Stelle getötet. Zwei Ingenieure aus Berlin, Altmann und Dr. Becher, erlitten so schwere Verlegungen, daß sie bald darauf im Krankenhause den Geist aufgaben. Ein fünfter, Ingenieur Balzowerk aus Berlin liegt noch schwer darnieder. † Eine Verzweiflungstat. In Charlottenburg war ein Portier längere Zeit arbeitslos, und alle Bemühungen nach Verdienst blieben erfolglos. Als seine Frau von einem Kinde entbunden wurde und es am Nötigsten im Hause fehlte, nahm der Mann in der Verzweiflung Lysol, er liegt an den Folgen schwer darnieder. † Sicbzehnfacher Kindesmörder. In Babenried in Bayern wurden siebzehn Kinderleichen erhumiert. Es handelt sich um die Kinder eines Bauern namens Pöltl, der in den Verdacht geraten war, seine siebzehn Kinder sämtlich alsbald nach der Geburt beiseite geschafft zu haben. Es ergab sich, daß tatsächlich die Kinder von dem entmenschten Vater durch Eindrücken des Brustkorbes und des Kehlkopfes auf scheußliche Weise ermordet sind. Der Verbrecher gestand denn auch seine Untaten in zynischer Weise ein. † Eisenbahn- Unfall. Auf der sächsischen Station Schluckenau fuhr ein Personenzug auf einen Güterzug. Fünf Personen wurden verletzt. Der diensttuende Stationsbeamte schoß sich eine Kugel in den Kopf und war sofort tot. † Unheimlicher Fund. Eine Näherin in Karlsruhe hatte einer Familie, bei der sie öfters beschäftigt war, ein Käſtchen zur Aufbewahrung gegeben mit dem Bemerken, daß zu Hause ihr Bruder stets ihre Sachen durchstöbere. Als die Näherin sich nicht wieder um das Kästchen fümmerte, wurde es eines Tages geöffnet, und da fand man die angefühlten Reste einer Kindesleiche. Die Besizerin des Kästchens ge= stand, daß sie ihr Kind bald nach der Geburt erwürgt und im Herde zu verbrennen versucht, der nicht verbrannten Reste aber sich auf die angegebene Weise entäußert habe. † Folgen eines Rattenbisses. In Bozen wurde ein Nachtmächter von einer Ratte in die rechte Hand gebissen. Das Tier hatte sich in einer Schublade verkrochen, und als der Mann diese öffnete, fuhr ihm die erschreckte Ratte entgegen. Die Hand schwoll sofort an, und der Arm mußte wegen ein. getretener Blutvergiftung abgenommen werden. † Eine Hochstaplerin. In Chemnitz gelang es, cine 23jährige Gaunerin abzufassen, die sich mit Erfolg auf den Diebstahl von Uhrketten verlegt hatte. Sie ließ sich in einem Goldwarengeschäft eine Anzahl Herren- Uhrketten vorlegen. um, wie die elegant gekleidete Tame erklärte, ihrem Gemail ein Geschenk zu machen. Der Geschäftsführer bemerkte seinem Erstaunen, daß die Dame eine Kette im Wert von 125 Mark in ihre Tasche verschwinden ließ. Nach ihrer Verhastung stellte sich heraus, daß sie für 700 Mark Uhrfetten in Juweliergeschäften gestohlen und weiter verkauft hatte. † Den Bruder erschossen. In Aschenort bei Argenau hantierte der zwanzigjährige Hermann in Ancienheit seines jüngeren Bruders mit einem geladenen Revolver. Plötzlich entlud sich die Waffe. Der Schniß traf den jüngeren Bruder ins Herz und tötete ihn sofort. Der ältere Bruder wurde vor Schreck ohnmächtig. Er ist verhaftet worden. † Selbstmord aus Morphium- Sucht. In Herrenhausen machte eine Kartenlegerin vor kurzem durch Erhängen ihrem Leben ein Ende. Sie war hochgradig morphiumsüchtig. Als sie das ihr vom Arzt gestattete Quantum vor der Zeit ausgebraucht hatte und feine Gelegenheit fand, sich frischen Stofi zu verschaffen, konnte sie das Leben nicht mehr ertragen. † Selbstmord eines Beamten. In Posen warf sich der Sekretär bei der Ansiedelungskommissionpohl vor einen in Der Körper des boller Fahrt begriffenei. Eisenbahnzug. Selbstmörders wurde von den Rädern des Zuges buchstäb. lich in zwei Teile zerschnitten. Der Beamte erfreute sich allgemeiner Achtung, lebte in geordneten Verhältnissen und war Vater mehrerer Kinder. Die schreckliche Tat hat er augenscheinlich in einem Anfall von Geistesstörung berübt. + Straßenbahn- Zusammenstoß. Auf dem Bahnhof des Pariser Vororts Nogenat sur Mer stießzen zwei Züge der Dampfstraßenbahn zusammen. Ein Kondukteur fan ums Leben, fünfzehn Passagiere wurden verwundet. † Eine Seidenfabrik abgebrannt. In Privos in Frankreich wurde eine große Seidenfabrik durch Feuer gänzlich zerstört. Das gesamte Material, sowie große Mengen Rohseide wurden vernichtet. Der Schaden beziffert sich auf 400 000 Francs. † Automobil- Unfall der Königin- Mutter von Italien. Die verwitwete Königin Margherita von Italien erlitt einen ernsthaften Unfall, als sie im Automobil vom Großen St. Bernhard zurückkehrte. Das Fahrzeug stieß gegen große Steine, die auf der Straße lagen. Zum Glück wurde niemand verletzt. Die Untersuchung ergab, daß Kinder der Bergbewohner aus Aerçer darüber, daß die Automobile ihre Herden erschrecken, die Steine auf die Straße gewälzt hatten; sie wußten nicht, daß die Königin, die bei den Bergbewohnern sehr beliebt ist, in dem Automobil saß. Die Eltern der Kin der kamen zur Königin und baten um Verzeihung. † Ueberfall auf einen Kurgast. In St. Blasien im Schwarzwalde wurde am hellen Tage in nächster Nähe des Kurhauses auf einen Bankier aus Mannheim, der lesend auf einer Bank saß, ein Raubansall verübt. Aus dem Gebüsch trat ein Mann herzu und verlangte Geld. Als der Sturgait ihn abwies, 30g der Mensch einen Revolver und geb vier Schüsse auf den Ueberfallenen ab, von denen der leste dem Kurgast eine schwere Wunde am Arm beibrachte. Als Täter wurde ein Matrose aus Konstanz verhaftei. † Entgleisung russischer Militärzüge. Auf der sibirischen Eisenbahn entgleisten zwei Militärzüge, die Soldaten und Material nach dem Kriegsschauplatz beförderten. Bei dem einen Zuge hatte sich die Kuppelung zweier Wagen gelöst. Zwölf Soldaten und mehrere Offiziere wurden sofort getötet, 80 Soldaten wurden verwundet. diefen starben noch 28 Mann, da jede ärztliche Hilfe fehlte. Der andere Zug stieß mit einer Draisine zusamnicu. Dort wurde ein Rondufteur getötet, und mehrere Soldaten trugen Verletzungen davon Pon † Ungetreuer Kassierer. Der Kassierer der Kreiskaise in Meiningen, Kirsch, wurde in Herrenberg erschossen aufgefunden. Eine sofort vorgenommene Revision ergab eine durch Kirsch verübte Unterschlagung in Höhe von 24.000 Mart. † Attentat aus Eifersucht. Ein Wiener Geschäftsmann, der während der Saison auch in Karlsbad eine Verkaufsstelle hat, erhielt von dort anonyme Suschriften, denen zufolge seine Frau, die die Karlsbader Filiale verwaltet, dort ein Liebesverhältnis zu einem Agenten unterhalte. Auss höchste gereizt, kaufte der Ehemann einen Revolver und reiste nach Karlsbad. Als der Nebenbuhler die Wohnung betrat, gab der Mann fünf Schüsse auf ihn ab, ohne jedoch zu treffen. Er fuhr nach Wien zurück, stellte sich dort der Polizei und erklärte, daß er das Attentat nur in der Absicht begangen habe, um das Paar einzuschüchtern. † Große Defraudation. Der aus Paris entflohene Defraudant Galley hat mindestens 400 000 Francs mitgenommen. Er war früher eine Zeitlang Beamter der Sicherheitsvolizei und hat dann mehrere große Bankhäuser um namhafte Summen zu betrügen verstanden. † Ein Ringkampf mit Bären. Ein deutscher Millionär in Tiflis namens Kugler pflegte sich das eigenartige Vergnügen zu machen, Bären, die er in einem Zwinger sich hielt, betrunken zu machen und dann mit ihnen Ningkämpfe zu veranstalten. Die Sache ging längere Zeit gut, und den betrunkenen Bären gegenüber blieb der starke Mann stets Sieger. Da geriet er an einen Bären, der mehr vertrogen konnte, als die anderen, und dieser drückte seinen Gegner einfach tot. † Das gelbe Fieber. Auch in der Umgegend von Neworleans breitet sich das gelbe Fieber immer mehr aus. In dem am Flußlaufe belegenen Kirchspiel Saint Marie sind 100 Erkrankungsfälle vorgekommen. Auch wird von 33 neuen Fällen aus der weiteren Umgebung berichtet. † Alice Roosevelt und der Sultan von Sulu. Die Tochter des amerikanischen Präsidenten, die jest mit dem Staatssekretär für Krieg in Ostasien herumfährt, war auch auf Manila, wo der Sultan von Sulu der feschen Amerikanerin einen Heiratsantrag machte. Miß Alice hat das Bedenken, daß der Sultan wohl schon zu viel Frauen habe. Man will Schritte tun, den Sultan von seinem Antrage abzubringen, ohne daß ihm Miß Alice einen Korb zu erteilen braucht. Tages- Chronik. In Metz ertranf beim Baden ein Kanonier und zog einen Kameraden, der ihn zu retten versuchte, mit in die Tiefe. geisterte Verkünder einer neuen Heilslehre gegenüberzutreten und ihnen auf diese Weise die Früchte harter Arbe: 1 und eisernen Fleißes abzujagen. Ein besonders markantes Beispiel ist der durch seine Reisen auch in Europa bekannt gewordene Prophet Dowie, auch Elias III. genannt, der Begründer der Zionsgemeinde bei Chicago. Das ist eine Persönlichkeit, ebenso geschickt als Spekulant wie als Prophet. Sein Versuch, durch Zu sammenlegung der Grundstücke seiner Jünger neue Bodenwerte zu schaffen und eine Stadt zu gründen, ist in einer Weise gelungen, daß er eine Zweigniederlassung in Meriko plant. Als armer Teufel fing er mit einem Boardinghaus, „ Heim der göttlichen Heilung", an; einige Jahre später konnte er Grundstücke am Michigansee für sechs Millionen Kronen kaufen. Heute steht Zion, die Stadt seiner Jünger dort, und der Boden ist 130 Millionen Kronen wert. Dowie hat sich als Finanzgenie ersten Ranges bewährt, indem er sich ungeheure Einfünfte sicherte. In Ostfriesland sind Nachtfröste bemerkt worden. Auf dem Truppenübungsplay Elsenborn sind viele Soldaten an der Ruhr erkrankt. Aus dem Gerichtssaal. Hehung; Beifi in Der der Deputation für die Deputation für bad apothete, Desinfektions riam; Beifig in der e miffion für Schladitu tommiffion, Tridinen polizei auf den Märt Rommiffion für Stati fudung von Beamten bei der Annahme, be fegung in den Ruhe Auch das weibliche Element fehlt unter den religiösen Spekulanten nicht. Mrs. Mary Baker Eddy, eine hübsche junge Witwe von dreißig Jahren, fam auf den Gedanken, ihren Lebensunterhalt dadurch herbeizuschaffen, daß sie ein Boardinghaus" für Gesundbeten errichtete, das sie„ Meta physische Anstalt" nannte. Nachdem ihr die Ausbeutung der Gläubigen in vierzehn Jahren goldene Früchte in den Schoß gelegt hatte, jährlich etwa 200 000 kronen Ein kommen, eröffnete sie mit 26 Mitgliedern ihre erste Ge meinde von Anhängern der„ Christlichen Wissenschaft". Heute zählt sie in Boston allein 15 000 Anhänger, und im gefähr 1500 Vereinigungen im ganzen Lande mit Tempeln von außerordentlicher architektonischer Bracht. Wie ein träglich Frau Eddys neue„ Gründung" sich gestaltete, geht daraus hervor, daß sie jährlich 100 000 Stronen für wohl tätige Zwecke ausgibt. § Konto K. In der Pommernbank- Affäre spielte das ,, Konto K" eine bedeutende Roue. Es handelte sich dabei um den Verbleib einer Summe von 325 000 Mark. Die Erörterungen über die Angelegenheit hatten eine Belcidigungsklage des Herzogs Ernst Günther von SchleswigHolstein gegen den verantwortlichen Redakteur der jetzt eingegangenen Berliner Zeitung" im Gefolge. Der Straf. antrag bezieht sich auf eine Notiz des Blattes, in denen die Person des Herzogs mit dem Konto K" in Verbindung gebracht wird. Anläßlich der Beweisaufnahme wurde nun der Herzog eidlich vernommen. Er bekundete, daß er mit dem Konto K" in feiner Weise etwas zu tun habe. Amerikanische Propheten. = Eine andere Person, eine Nachfolger der Theosophin Blavatsky, lebt in Kalifornien herrlich und in Freuden von dem Glauben ihrer Jünger. Sie hat eine Kolonie für die Wiederbelebung der verlorenen Mysterien des Altertums gegründet und residiert in einem griechischen Tempel als Hohepriesterin, und zwar mit einem so herausfordern den Ritual, daß viele Theosophen sich denn doch schließlich von ihr abgewendet haben. In Pennsylvanien gründete cin gewisser Rapp eine Ge meinde, die an seine göttlichen Eigenschaften glaubte uni sich einreden ließ, bei seinem Tode mit ihm in den Himmel zu fahren. In dieser Erwartung lebten sie im ehelosen Zustand, bis Rapps Tod ihren Glauben erschütterte. Dic: Gemeinde, die den Namen„ Ekonomiten" trägt, ist dur Fleiß und Sparsamkeit in den Besitz eines großen Grunt besitzes gelangt, der 500 Arbeiter beschäftigt. Dollar Jagd unter religiösem Deck mantel. Ein besonderer Industriezweig ist in Amerika das Stiften neuer Religionen und Sekten zu spekulativem Zwecke. Mai glaubt es gar nicht, wie oft es smarten Leuten dort gelingt, ibren Mitmenschen als Propheten und anscheinend beIn denselben Rahmen gehören auch die Mormonen, deren Gemeinschaft sich als ergiebige Geldquelle bewährt hat. Briegham Young und seine Gehilfen haben in Utah Millio nen aus den Abgaben der Gläubigen zusammengerafft. ** Der Gro Bonte Midel zu Allendorfa b ** Rablele Menfchenblut vergiebt ein Wort, bas fid und Rulturleben bis a bas durch Gelegestraft offenbart und auch entspricht. Aber for fet, ber Zweifel nagt Notwendigkeit; eine ift bereits aufgeftande Wiedervergeltung in Und man ist bei man hat auch schon gemacht, die Sinr welt auszuschalten. Die Operationen der Spiritisten beruhen ebenfalls aus der geschickten Ausbeutung der leichtgläubigen Menschheit Ungefähr 10 000 Personen leben in Amerika davon, daß sie behaupten, mit den Geistern der Abgeschiedenen in Verbin dung zu stehen, und selbst Fälle von offenkundigem Schwin del vermögen den Glauben der Spiritisten nicht zu erschüt tern. Selbst das Eingeständnis der Miß For, daß ihr Treiben nur auf Schwindel und Habsucht beruhe, entfrem dete ihr ihre Anhänger nicht. Sie behaupteten, das Geständ nis sei ihr im trunkenen Zustand abgepreßt worden. Das sind genug Beispiele für die Ausnutzung des Dranges, der in der Menschheit nach dem über das alltäg liche Leben Hinausgehenden wohnt. Vermischtes. = Die neuesten Modewörter. Ein Sprachfundiger hat be obachtet, daß von Zeit zu Zeit neue Wörter ganz allgemein gebraucht werden und dann wieder spurlos verschwinden. So war es vor einigen Jahren mit dem Worte„ gediegen". Dann folgte ,, boll und ganz" und neuerdings großzügig". Auch erstklassig", das in dem Roman Erstklassige Men schen" geprägt" wurde, und„ realpolitisch" werden dahin zu rechnen sein. Wir möchten dazu noch auf das Zeitwort ,, auslösen" und das soeben von uns selber angewandte ,, prägen" hinweisen. Während früher ein Komiker Heiter feit„ hervorrief" und der Tragöde Rührung„ ernedte", pflegen neuerdings alle Gefühle samt und sonders aus. gelöst" zu werden. = Ein farbiger Prozeß. Bei der Hamburger Behörde für das Versicherungswesen hatte ein Apotheker eine Er zicherin, die aus seinem Hause geschieden war, rechtzeitig abgemeldet; trotzdem wurden aber die Beiträge bei ihm weiter erhoben. Dazu bekam er eine Strafverfügung über drei Mark, weil er dadurch gegen die behördlichen Vor schriften verstoßen habe, daß er anstatt eines orangefarbigen Formulars ein zitronengelbes zu der Abmeldung benuti habe. Der Bestrafte beantragte richterliche Entscheidung und wurde freigesprochen. - Blitzüge in Amerika. Der Expreßzug der Penn: sylvania- Compagnie zwischen Chicago und Newyork hai einen neuen Rekord aufgestellt, indem er eine Strecke von 190 Kilometer in einer Stunde zurücklegte. Daraufhin be schloß eine Konkurrenzlinie, die Newyork Central- Linie, zwei neue Flieger" nach Chicago einzulegen, die die Strecke dorthin, die bislang eine Fahrt von 23 Stunden erforderte, in 18 Stunden zurücklegen sollen. Die Passagiere, die sic solchen Zügen arvertrauen, wissen freilich, was sie dabei ristieren. Aerzte als Mitglieder der kommunalen Verwaltung. In Köln ist ein bisheriger Kreisarzt als Beigeordneter in ben Magistrat der Stadt berufen worden. Diese Wahl befundet eine Konzession an den in der Oeffentlichkeit schon oft bertretenen Gedanken, ein wichtiger Teil der kommunalen Fürsorge müsse sich den hygienischen Aufgaben zuwenden. Das Kölner Beispiel wird zweifellos Nachahmung finden, und es ist deshalb nicht uninteressant, zu sehen, welche Arbeit bem ärztlichen Beigeordneten in der rheinischen Metropole Übertragen werden soll. Seinem Dezernat sollen folgende Bunfte unterliegen: Hygienische Anregungen auf allen Ge bieten der städtischen Verwaltung, Wohnungs- und Gesund heitspolizei, ärztliche Gutachten, Vorsiz in der Gesundheits tommission und stellvertretender Vorsitz in der Kommission für Polizei- und Wohnungsaufsicht, Impfsachen, Schul gesundheitspflege, Begutachtung der Haftfähigkeit, Nah rungsmittel- Untersuchungsanstalt, Begutachtung von Schul Krankenhaus- und sonstigen Bauten in hygienischer Be und es sollte nicht hinaut reichen, ale ift, daß die Menf wuchert wird, wenn mehr abfalägt, ben fittlichen Bahnen ge fchiffige Ebene binab Dem Blutgerüft bo höchfte But, das Le zu vernichten, zurüd ift deshalb die borne bas Terrain durch Berhältniffe mehr durch innige gemein dem Leben moralisch fehr weite, doch lei wie die Anfänge zei die Aehren reifen, laffen, fowenig als auf den legten Mör heimline W fen des der Menschheit abwe Bie uns bon Subde an feinem To nachts 12 Uhr 50 gegebene Depeid Die legten Gr Telegramm wurde auffeher zugeftellt. Urheber des geh die Schwurgerichte Eine Darmstä Ludwig III. machte regelmäßig Gebrau Sinrigtung ftattfa unter Ludwig IV. Bettmann, 1899 und 1893 als let Gefängnis erhäng Kretschmer, Seb. 9 legten Jahre Detro Vom Ka Atrategijden Grfo gezeitigt, bielfac Die groß angel wir, so fhreibt flabe zwifcher beobachten ton wiegend das Befehle. De " Bellevue" in bom 1. Teleg nach Raftätter TelegraphenUmgebung be von Referven Neben dem, Arieges heraus fchon oben ang dienft befonder erfterer Sinficht der verschiebenen fo zahlreich, daß Brieftauben, des heint. Sum er neubegründete fre und mit gleichem verfuchsweise entgegenfeben. au werden den Maga fehr schwere Aufg Islehre gegenüberzu Früchte harter Arbe: 1 ist der durch seine Dene Prophet Dowie, er der Zionsgemeinde hteit, ebenso geschief Verjuch, durch Zu Jünger neue Boden gründen, ist in einer derlaffung in Merife einem Boardinghaus einige Jahre später e für sechs Millionen Stadt feiner Jünger Kronen wert. Dowie es bewährt, indem e unter den religiösen r Eddy, eine hübsche 1 auf den Gedanken, schaffen, daß sie ein tete, das sie„ Meta die Ausbeutung der Früchte in der 000 Kronen Ein ern ihre erste Ge chen Wissenschaft" Anhänger, und im ande mit Tempeln Bradht. Wie ein fich gestaltete, geht Aronen für wohl er der Theosophin ich und in Freuden hat eine Solonie für Mysterien des Alter n griechischen Tempel em so herausfordern denn doch schließlic visser Rapp eine Ge chaften glaubte uni ihm in den Himmel ten sie im ehelofen erschütterte. Dic ten" trägt, ist dur eines großen Grunt dhäftigt. Die Mormonen, deren quelle bewährt hat. aben in Utah Millio zusammengerafft. eruben ebenfalls auf läubigen Menschheit nerika davon, daß sie schiedenen in Verbin fenkundigem Schwin sten nicht zu erschüt Miß For, daß ih cht beruhe, entfrem pteten, das Geständ preßt worden. ie Ausnutzung de em über das alltäg 3. Sprachfundiger hat be Börter ganz allgemeir Spurlos verschwinden em Worte gediegen" erdings großzügig" n„ Erstklassige Men litisch" werden dahi och auf das Zeitwor felber angewand ein Komiter Heiter Rührung erhedte t und sonders aus Hamburger Behör Apothefer eine& eden war, rechtzei e Beiträge bei ih Strafverfügung übe Le behördlichen Bar eines orangefarbigen Abmeldung benut Sterliche Entscheidung preßzug der Benn und Newyork ha er eine Strede bo egte. Daraufhin Dhort Central- Lini Tegen, die die Stred Stunden erforderte ie Baffagiere, die Freilich, was sie de mmunalen Verwaltu st als Beigeordneter Dorden. Diese Wahl er Deffentlichkeit schon er Teil der kommunale Sen Aufgaben zuwende Tos Nachahmung finde t, zu sehen, welche Arbe er rheinischen Metrop Dezernat follen folgen nregungen auf allen Wohnungs- und Gefu orfig in der Gefundhe Horfit in der Stommif tmpffachen, G Begutachtung von G der Saftfähigteit, ten in hygienijder Biehung; Beisitz in der Armendeputation, im Waisenamt, in der Deputation für die städtischen Krankenanstalten, in der Deputation für das Kinderhospital, Armenärzte, Armenapotheke, Desinfektionsanstalt, bakteriologisches Laborato rium; Beisitz in der Schuldeputation; Beisiz in der Kommission für Schlacht- und Viehhofsachen und in der MarktKommission, Trichinen- und Fleischbeschau, Lebensmittelpolizei auf den Märkten; städtische Bäder; Beisitz in der Kommission für Statistik, Medizinalstatistik; ärztliche Untersuchung von Beamten, Angestellten, Kopisten und Arbeitern bei der Annahme, bei Beurlaubungen und bei dec Versegung in den Ruhestand. Cokales. 23. August 1905. ** Der Großherzog hat dem Pfarrer Reinhard Mickel zu Gonterskirchen die evangelische Pfarrstelle zu Allendorf a. d. Lumda übertragen. ** Nachlese zu Huddes Hinrichtung. Wer jeber Armee gebildeten Provianttolonne, zu deren Aufstellung befanntlich insgesamt zehn Trainbataillone aus verschiedenen Armeekorps herangezogen werden. ** Nach einem Ausweis der Mitteilungen der Großherzoglich Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistit betrug die Bahl der Studierenden an der LandesUniversität einschließlich der 46 nicht immatrikulierten Hörer und Hörerinnen 1124, die sich auf die einzelnen Studienfächer wie folgt verteilt: Evang. Theologie 72, Rechtswissenschaft 164, Medizin 152, Tierheilkunde 131, Bahnheilkunde 15, Forstwissenschaft 57, Landwirtschaft 30, Mathematit 97, Naturwissenschaften 59, Klassische Philologie 72, Neuere Philologie 107, Philosophie 28, Pädagogit 7, Geschichte 7, Pharmazie 11 und Chemie 39. P. Revision der Schlachthänser. In den Aufbewahrungs-, Verkaufs- und Arbeitsräumen Gießener Mezzereien wurden durch die Polizei mit dem Großh. Kreis. gesundheitsamt Revisionen inbezug auf Reinlichkeit 2c. vorgenommen, wobei sich mehrfache Anstände ergaben. Bastes zu vertilgen. Ein Fuhrmann brachte den abgehobenen Sand an eine andere Stelle im Dorfe, wo eine neue Straße angelegt werden sollte. Als er schon mehrere Ladungen weggefahren hatte, tommt der Ortsbiener hinzu und sagt: Ei, Hannes, woas mächste dann do? Wann im nächste Johr die Stroß gepflastert wern soll, dann krieje mr jo de Schwamm ach on die Pflaster stan, und die Geman frieht wirrer Haue Unfofte!" Dem Hannes leuchtet die Sache ein; er fraßt sich hinter den Ohren und sagt:„ Host recht, Ortsdiener, ich fahrn de Sand offen Bimmerplatz, do geniert er fan Mensche!" ? Grünberg, 22. Auguft. Das Sedanfest wird in unferem Orte am 3. September in althergebrachter Weise begangen werden. 22. August. Einquartierung. Anfangs nächsten Monats wird Laubach mit ca. 80 Pionieren bequartiert werden. * Laubach, Menschenblut vergießt, des Blut soll wieder vergossen werden Fernieschen Braunsteinbergwerte ereignete sich gestern Mittag patrone. 8u Hause wollte er sie mittelst eines Hammers ein Wort, das sich Jahrtausende durch alles Völkertreiben und Kulturleben bis auf unsere Tage erhalten hat, ein Wort, das durch Gesetzestraft noch immer seine furchtbare Wirkung offenbart und auch dem Rechtsbewußtsein weiter Kreise entspricht. Aber schon steht es nicht mehr unerschütterlich fest, der Zweifel nagt schon an der Wurzel seiner natürlichen Notwendigkeit; eine ganze Reihe hervorragender Kämpfer ift bereits aufgestanden, um gegen den Gedanken der blutigen Wiedervergeltung in Wort und Schrift Front zu machen. Und man ist bei Wort und Schrift nicht stehen geblieben, man hat auch schon praktische Ansäge, wie in der Schweiz, gemacht, die Hinrichtung aus der modernen Erscheinungswelt auszuschalten. Aber das Unterfangen bleibt gewagt P. Unglücksfall. Auf der Anschlußbahn der vorm. ein bebauernswerter Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der verheiratete Arbeiter Philipp Schäfer 9. aus Anne rod, der mit Einladen von Eisensteinen beschäftigt war, tam hierbei unter einen Wagen und wurde schrecklich verstümmelt unter den Rädern als Leiche hervorgezogen. Schäfer ist Vater von 5 Kindern. P. Vom Wagen gestürzt. Gestern Nachmittag geriet der mit Frucht beladene Wagen eines Gießener Dekonomen beim Umwenden um die Straßenecke der EderStraße in einen etwa 30 Centimeter tiefen Graben. Der auf dem Wagen fizende Knecht fiel herunter und wurde überfahren. Der schwer Verletzte mußte in die Klinik verbracht werden, wo man doppelte Beinbrüche konstatierte. und es sollte nicht eher über den Umfang eines Versuchs für Hessen hielt am Samstag und Sonntag ihre dies* Die sozialdemokratische Landesorganisation hinaut reichen, als bis die absolute Ueberzeugung gewonnen ist, daß die Menschheit von dem Verbrechen nicht über- jährige Landeskonferenz im Saalbau zu Alzey ab. wuchert wird, wenn das Henkerbeil seine giftigen Stile nicht dem Geschäftsbericht erhellt, daß das Barvermögen am Aus = Klein- Linden, 22 Auguft. Unglücksfall. Ein Anabe fand auf dem Felde eine noch nicht abgeschossene Plaz zur Explosion bringen. Einem anderen Knaben, der zuschaute, flogen dabei Metallstückchen von der zersprengten Hülse ins Bein, die in der Klinik zu Gießen wieder entfernt werden mußten. - Klein- Linden, 22. Auguft. Unfall. Ein Gießener Radfahrer fuhr am Montag auf der Frankfurterstraße gegen einen Baum, sodaß er vom Rade stürzte und in bewußtle sem Buftande mittelst Wagen nach Gießen verbracht werden mußte. XGöbelnrod, 22. Auguft. Die Regierung hat die Einleitung der Feldbereinigungsarbeiten für unsere Gemarkung angeordnet. -ch. Braunfels, 22. Auguft. Im Beisein einer wohl 300föpfigen Volksmenge wurde am Sonntag Mittag die Einweihung des Aussichtsturms auf der„ Kaiser Wilhelm- Warte" vorgenommen. Als Gäste waren erschienen Prinz Friedrich zu Somls, der junge Fürst Georg Friedrich, Bü germeister v. Zengen- Weglar, sowie Vertretungen der mehr abschlägt, denn ein großer Teil derer, die aus feften 21. Juli 1905 7911 M. und die Zahl der organisierten verschiedensten hiesigen Vereine. Zuerst ließ auf dem sogen. fittlichen Bahnen geschleudert, immer unaufhaltsamer die ab- Mitglieder 9596 betrug. Scharfe Vorwürfe wurden gegen Remischen" die ausgezeichnete Kapelle der 11er Jäger- Marburg schüssige Ebene hinabgleiten, hält nur noch die Furcht vor dem Blutgerüst von dem legten, verzweifelten Griff, das höchste Gut, das Leben mit frevelnder Haud anzutasten und zu vernichten, zurück. Das muß wohl bedacht werden. Ez ist deshalb die vornehmste Aufgabe, einesteils dem Verbrechen das Terrain durch fortwährende Verbesserung der sozialen Verhältnisse mehr und mehr zu entwinden und andernteils durch innige gemeinschaftliche Erziehung von Schule und Haus dem Leben moralisch starte Menschen entgegenzustellen- zwei sehr weite, doch feinesfalls erfolglos zu bestellende Felder, wie die Anfänge zeigen. Zwar wird es Beit dauern, bevor die Aehren reifen, aber man darf den Mut nicht sinken laffen, sowenig als man auf der anderen Seite das Schafott auf den lezten Mörder warten lassen darf, denn das unheimlige W. sen des Mordes wird sich nie gänzlich von der Menschheit abwenden. Wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, erhielt Hudde an seinem Todestage, morgens 25 Uhr noch folgende, nachts 12 Uhr 50 auf dem Frankfurter Hauptbahnhofe aufgegebene Depesche:„ Oskar Hudde, Arresthaus Gießen. Die legten Grüße sendet Dir Joseph Schreiber." Das Telegramm wurde Hudde durch den ältesten Gefangenaufseher zugestellt. Joseph Schreiber ist bekanntlich der Urheber des geheimnisvollen" Briefes, der seiner Zeit in die Schwurgerichte verhandlung gegen Hudde ein griff. -- Eine Darmstädter Korrespondenz teilt mit: Großherzog Ludwig III. machte von seinem Begnadigungsrecht regelmäßig Gebrauch, sodaß unter seiner Regierung feine Hinrichtung stattfand. In Darmstadt wurde als erster unter Ludwig IV. Pfaff hingerichtet, dann folgte 1881 Wettmann, 1899 Müller in Bessungen, 1892 Ruhmichel und 1893 als legter Kramm, dessen Genosse Schreck sich im Gefängnis erhängte. In Gießen wurden hingerichtet Kretschmer, Seb. Schneider und Ermer, und in Mainz im legten Jahre Detroit. " - * Vom Kaisermanöver. Wie bekannt, werden die Strategischen Erfahrungen, welche der russisch- japanische Krieg gezeitigt, vielfach im diesjährigen Kaisermanöver angewandt. Die groß angelegte Schlacht auf weitem Gefechtsfelde werden wir, so schreibt das„ Wiesb. Tagebl.", im fleineren Maß stabe zwischen Zollhaus, Kazenelnbogen und Nastätten beobachten fönnen. In der Leitung der Schlacht wird vorwiegend das Telephon benutzt zur Uebermittelung der Befehle. Das Bureau des Generalstabs ist im Hotel Bellevue" in Koblenz. Eine direkte Telephonleitung wird vom 1. Telegraphen- Bataillon Berlin von Koblenz( Bellevue) nach Nastätten und weiter nach Raßenelnbogen gelegt. Das Telegraphen- Bataillon wird Quartier in Nastätten und Umgebung beziehen. Im Manöver sollen durch Einziehung von Reserven alle Regimenter in voller Etatsstärke erscheinen. Neben dem, aus den Erfahrungen des russisch- japanischen Krieges herausgebildeten neuen Angriffsverfahren soll, wie schon oben angedeutet, dem Nachrichten- und Verflegungsdienst besondere Aufmerksamkeit zugewendet werden. In ersterer Hinsicht sind ja die Hilfsmittel der Luftschiffahrt, der verschiebenen Arten telegraphischer Verbindungen, der Brieftauben, des Automobilwesens und der Radfahrer schon so zahlreich, daß faum noch eine Erweiterung möglich erscheint. Zum erstenmal, wird sich aber in diesem Jahre das neubegründete freiwillige Automobilforps zu betätigen haben, und mit gleichem Interesse wird man den Leistungen der versuchsweise aufgestellten beiden Radfahrerfompagnien entgegensehen. Auf dem Gebiet des Verpflegungswesens werden den Magazinen, Feldbäckereien und Feldschlächtereien sehr schwere Aufgaben zufallen, nicht minder auch der bei B einige Bürgermeister erhoben, weil sie, wie beispielsweise in Bilbel, die Gemeinderatssitzungen auf Beiten legen, in denen es den Arbeitervertretern nur unter finanziellen Opfern möglich ist, daran teilzunehmen. Ueber die Tätigkeit des Landtags und die bevorstehenden Landtagswahlen berichtete Abg. Dr. David. Als wirksames Agitationsmittel bei fleinen Gewerbetreibenden und Bauern empfehle sich, bemerkte er, der Hinweis auf die Ablehnung des Schuldabzugs bei der Reform ber Gemeindefteuer. Bei den bevorstehenden Wahlen der Hinweis auf die Ablehnung des Schuldabzugs bei der sollen nur in aussichtsreichen Wahlkreisen sozialdemokratische Kandidaten aufgestellt werden. Wo es möglich sei, einen Gegner des direkten Wahlrechts zu verdrängen, sollen auch Kandidaten bürgerlicher Parteien unterstützt werden, in erster Linie freifinnige Kandidaturen. Als aussichtsreiche Wahlfreise gelten: Mühlheim, Pfungstadt, Darmstadt- Bessingen, Seligenstadt, Vilbel, Gießen Land, wo jedenfalls Krumm Gießen dem Antisemiten Leun Großen. Linden entgegengestellt werden wird, und Mainz- Land. von zwei Delegierten wurde gegen die Lehrer eingewendet, daß fie vielfach den Interessen der Sozialdemokratie entgegen. arbeiteten. Einer der Redner verstieg sich sogar zu der Aufforderung an die Landtagsfraktion, teine Gehaltsaufbesserung für die Lehrer mehr zu bewilligen, ehe sich die Lehrer in dieser Hinsicht nicht gebessert hätten. In seinem Schlußwort trat Dr. David diesen Ausführungen entgegen. Die Entscheidung über Gehaltsaufbesserung von Beamten dürfe lediglich aus sachlichen Erwägungen erfolgen. Um nicht die bürgerlichen Parteien in ein einziges Festes Lager gegen sich zu bringen, dürfte die Sozialdemokratie nicht nur Arbeiterpartei im engeren Sinn bleiben, ihre Aufgabe gehe darüber hinaus. Sie müsse eine allgemeine Bolts-, Fortschritts- und Kulturpartei sein und versuchen, jene mit der Parteivermengung unzufriedenen Elemente zu sich heranzuziehen, die ihr durch ihre wirtschaftliche Stellung bisher fern standen. Nachdem sodann noch verschiedene andere Anträge erledigt waren, wurde die Sizung am Sonntag geschlossen. * Unter persönlicher Leitung. Der lächerliche Hinweis, daß ein Ronzert unter persönlicher Leitung des Herrn Kapellmeisters X. stattfinde, ziert bis heute noch immer in wenig geschmackvoller Weise unsere Konzertplafate. Es bedarf doch nur geringer Ueberlegung, um zu der Einsicht zu kommen, das die persönliche Leitung ein Unsinn ohne gleichen ist. In den„ M. N. N." wird darauf hingewiesen, das Wustmann, der verdienstvolle Verfasser der„ Allerhand Sprachdummheiten," die persönliche Leitung" mit dem fartastischen Bemerken rügt, daß es faum anzunehmen sei, daß der Kapellmeister in andere Etablissements seinen Schuhpuzer zum Dirigieren schicke. Also räumen wir einmal auf mit dieser Modephrase! Es ist nicht einzusehen, warum wir unser ohnehin viel zu wenig gepflegtes Deutsch mit derartigen Dummheiten noch mehr bereichern wollen. Bei dieser Gelegenheit sei auch auf eine andere grobe Sprechwidrigkeit auf vielen unserer Konzertprogramme hingewiesen. War lesen da: Duverture zu„ Der fliegende Holländer" oder Melodienftrauß" aus„ Die lustigen Weiber." Eine solche Verhohnübelung der deutschen Grammatit wirkt um schlimmer, als das Bolt meistens gerade die falschen Beispiele nachzuahmen pflegt. Wer also der Sprachverwilderung entgegentreten will, der schreibe richtig auf sein Programm: Duverture zum Fliegenden Holländer" oder Duverture zur Oper" Der fliegende Holländer." Wir wollen unser fost barftes nationales Gut, die deutsche Sprache, pflegen, statt sie zu verhunzen. = " - Wie sich der Hannes zu helfen weiß. Man erzählt uns folgendes hübsches Histörchen: Jn einem Dorfe bei Darmstadt war der Fußboden der Kirche aufge brochen worden, weil der Hausschwamm am Holze sein Berstörungswert begonnen hatte." Die Bodenauffüllung mußte entfernt werden, um alle Spuren des gefürchteten eine Fanfare ertönen, welcher sie die weihevollen Klänge von Eichendorffs schönem Liede:„ O Täter weit, o Höhen" folgen ließ. Auch der Braunfelser Männer- Gesangverein trug ein der Feier entsprechendes schönes Lied vor, worauf Baumeister Seiler in ungefünftelten, herzlichen Worten einen Bauspruch sagte. Die eigentliche Festrede wurde vom Vorsitzenden des hiesigen Vaschönerungsvereins, Sanitätsrat Dr. Gerster, gehalter, woran sich das Kaiserhoch anschloß. In der prächtigen Linder allee des Herrngartens wurde am Nachmittage ein wohlgelungnes Sommerfest, verbunden mit Bazar abgehalten, dessen Ertrag für die Aleepflanzungen des Verstönerungsverein bestimmt war. Der außerordentliche Marburg, 22. Auguft. lichen Brosessor und zum Direktor der medizinischen Klinik Profeffor Dr. med. Ludolf Brauer wurde zum ordent * ab 1. Dftober ernannt. § Mainz, 22. Auguft. Jugendliche Schwindlerin. Auf einer hiesigen Bant hatte ein 15jähriges(!) Mädchen durch Chelfälschung die Summe von 8400 t. erhoben und durch Cheffälschung die Summe von 8400 Mt. erhoben und war damit auf Reisen gegangen. Freilich fam es nicht weit, denn wie eine aus Marburg einlaufende Meldung besagt, ist die junge manipulationsluftige, Dame" dort bereits verhaftet worden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 24. Auguft. Noch etwas fühler, zeitweise heiter, im Norden geringe Niederschläge. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 22. August 1905. Ochsen Kälber Schweine Höchste Schlachtviehpreise in Frank, urt a. M. " do. Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 kg Roggen do. " Fleischpreise in Gießen " " 50 kg Schlachtgewicht 77-80 m. 1/2 kg 72-82 Pf. 86-90 Pf. 60. 70-80 1/3" do. 75-00 76-86 Brotpreise in Gießen 17.20-17.30 M. Weißbrot 2 kg 52 f. 14.60-14.70 Schwarzbr. do. 48 " K Frankfurt, a. M.( Heu- und Strohmartt.) Man notierte: Heu 3.20-3.65 t., Stroh 2 20-2.50 Mt. Alles per 50 Kilo. BR * Wochenbericht der Zentralstelle für Obstver. wertung in Frankfurt a. M. Die Durchschnittspreise betrugen: Heidelbeeren 12-15 t., Pfirsiche 30-35 Mt., Reinetlauden 10-14 R., Mirabellen 12-15 Mt., Zwetschen 10-15 wt., Aepfel 10-15 Mt., Birnen 10-18 Mt., alles per Zentner. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentell: Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe in Gießen. Gegründet 1883. Jean Dern& Co. Giessen Telephon No. 21. Inh.: Oskar Gutmann. Westanlage 31. Kanalisations- Artikel für Haus-, Hof- und Strassen- Entwässerung. Ia. Portland- Cement. Grösstes Lager am Platze In sämtlichen Baumaterialien für Hoch- und Tiefbau. T E Aus Eisenbahn Patent- Kühl- Waggonladungen kommen Donnerstag früh auf dem Markt zu Giessen allerfeinste, garantiert lebendfrische Tafelfische zu nachstehend billigen Preisen zum Verkauf. Weißer fetter Kablian Hochf. lebendfr. Seelachs " Pfund nur 15 Pfg. 15 Schellfisch( groß) 15 bis 18 " Bratschellfische, Schollen, Roibarsches billigst Fische im Schnitt pro Pfund 5 Pfg. teurer. NB. 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