UND g. AIDWERK k. te von Jagd. Eintritt der I hängen, für großen Jagden n. Die Niederbrigens, sofern weiter abgeSchonzeit zu vird auch ein borausgesetzt, pirjajt, Enten Bettenstopfen den Gewässern, he des BinnenAufmerksamkeit der Fuchs den das andere Geerall gibt, auch in Durchlässen, und anderen hdiemen Schutz wird. so verschieden. erfreuen, wie er Arglist," von hen Lampe, des er, verhaßt und braucht ihn ja England gefchieht, der Meute jagt rer Art ungefähr Berbrechen ange Ride bom hilf andy in feinem Hauptreiz des eiß, daß die Der Jäger, der t, fobiel er nur gegenüber. Er und Hühnerdieb, pei allen Untaten, i der Attentäter nerdiebe mann mal um ein das Alagelied zu angerufen, gibt ebt sich ein Beter Sinnbild der Lift ten, feine Sinnes Dag er einen entfreifteht, aber sich e Augen nicht zum bon einem BaumTreiben tatsächlich adhe. Aber auch sein glaubt. Wäre er fo Bühnerhunde, dann unter Ausnugung chen, in einem Refein anderes Niederen Jager, dem fich Gene Art auszuüben, g in ihrem Betrieb, portsmann jagt ihn Der Jäger fchießt beim Ausheben mit ich dazu nicht fähig n und wo er feiner tteln, Selbftfchiffen, Nr. 46. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreife Weglar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Big. Reklamen die Betitzeile 30 resp. 40 Bfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Donnerstag, den 23. Februar 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Finis Poloniae. Seit sechs Wochen ist das westliche Rußland, der ganze russische Teil des ehemaligen Königreichs Polen in hellem Aufruhr. Die Arbeiterschaft ist ausständig und bleibt es, trotz aller militärischen Drohungen und obwohl es an blutigem Eingreifen der Staatsgewalt nicht gefehlt hat. In diesen sechs Wochen ist nichts, absolut nichts geschehen, was der aufrührerischen Bewegung auch nur den leisesten spezifisch polnischen Anstrich gegeben hätte. Was in Warschau, in Lodz, in Sosnowice geschah, das vollzog sich in den gleichen Formen auch in Odessa, in Kiew, in Baku. Ueberall regte sich nur die Arbeiterschaft, und nur Arbeiterforderungen trug sie vor. Nicht ein einziges Mal wurde bei Umzügen. Demonstrationen, Lärmiszenen, die polnische Fahne geschwungen; nicht ein einziges Mal ließ sich das polnische Nationallied vernehmen noch ist Polen nicht verloren". Das ist eine ungemein auffallende Erscheinung, namentlich wenn man in Betracht zieht, daß der polnische Charakter nichts weniger als stumpf, daß er im Gegenteil sehr leicht erregbar ist. Wenn troß dieser Erregbarkeit der Polonismus in Rußland sich nicht regte, unter den andauernden Ausnahmezuständen, bei dem Ansturm gegen die Autorität der russischen Behörden kein Lebenszeichen gab, so mußte er tot sein, wirklich tot. Daß die Bewegung von der Arbeiterschaft ausgegangen, wäre für die Polen kein Grund gewesen, sich von ihr fernzuhalten. In früheren Zeiten hätten sie jeden Vorwand willkommen geheißen und benußt, um zu den Waffen zu greifen, die Sensenmänner aufzubieten und mit diesem Aufgebot gegen die Russen zu marschieren. Erst jetzt, in weitem Abstand, gibt der Polonismus in Rußland ein schwaches Lebenszeichen, und dieses Lebenszeichen geht nicht von den Erwachsenen, sondern von den Kindern aus. Schulknaben und Schulmädchen sind es, die ploßlich die polnische Nationalfahne ausgepflanzt und die Forderung nach polnischen Schulen mit polnischem Unterricht gestellt haben. In Warschau wurde das erste Beispiel gegeben, in anderen Städten fand das Beispiel Nachahmung, und jetzt sind alle polnischen Landgemeinden in dem gleichen Berlangen einig. Die Bauernschaften weigern sich, ihre Kinder in die nichtpolnischen Schulen zu schicken. Bei den Gymnasien und Mittelschulen hat das angefangen, in den Volksschulen ist es fortgesetzt worden. Es ist, als hätte der polnische Nationalismus unter den Erwachsenen geschlafen, als hätte erst die Jugend ihn wieder aufgeweckt. Jetzt sind alle. Gymnasien und Realschulen in Russisch- Polen, soweit fie nicht ausschließlich von orthodoren Russen besucht werden, behördlich gesperrt worden. Wer die Verhältnisse in ganz Westrußland und somit auch in Russisch- Polen in ihrer Entwickelung beobachtet hat, der tonnte wahrnehmen, wie die behördliche Unterdrückung des Bolentums unterstützt und erleichtert wurde durch die soziale Bewegung, die nationale Interessen kaum fennt und jedenfalls nicht betont. Andererseits wurde der sozialen Bewegung und Propaganda die Arbeit dadurch sehr erleichtert, daß die nationalen Interessen und Bestrebungen niedergehalten und an jedem Ausdruck gehindert wurden. Die gewalt. same Russifizierung fämpfte gegen den Polonismus, und der Sozialismus war der dritte, der sich freute und den Gewinn davontrug. Daher fing jezt in den Städten der Polonismus zuerst bei der Jugend der Bessersituierten sich zu Tegen an, bei den Gymnasiasten und Gymnasiastinnen, während auf dem Lande, wo der Sozialismus unter den Erwachsenen nicht so leicht Eingang findet, die Eltern es waren, die auf ihr Polentum sich zu besinnen begannen. In den preußischen Gebieten des weiland Königreichs Bolen hat eine ganz ähnliche Entwickelung stattgefunden, die nur noch nicht so weit gediehen ist, wie jenseits der rusfischen Grenze. Auch auf der deutschen Seite will der Sozialismus bei den Bolen wie überall den Nationalismus erschlagen. Der Reichstagsabgeordnete Korfanty, der Mitglied der polnischen Fraktion ist, tut die Arbeit der Polenfeinde, und die Polen merken es nicht. Sie spüren nicht, daß fie bei uns auf derselben Bahn sich bewegen, die sie in RußJand bereits zurückgelegt haben, und auf deren Weiser das Wort Kosziuskos als Inschrift steht: Finis Poloniae! - Der Krieg in Oftalien. Während in Petersburg verlautet, daß eine große Schlacht am Schaho im Gange sei; während aus Tokio berichtet wird, daß eine große Seeschlacht nahe bevorstehe, da das Geschwader Kamimuras sich bereits in den indischen Gewässern befinde und der Flotte Roschdiestwenskys auflauere während so alles darauf zu deuten scheint, daß der Krieg mit voller Energie weitergeführt wird, verdichten fich die Friedensgerüchte, die seit einigen Tagen in London fursierten, zu greifbarer Gestalt. Der Friede soll in naher Aussicht stehen und das Reutersche Bureau ist bereits in der Lage, die russischen Friedensvorschläge Punkt für Punkt aufzuführen. Es behauptet, daß die Frage des Friedens vom Kaiser Nikolaus nicht allein formell erörtert, sondern daß man sich über die Bedingungen, auf Grund deren Rußland zum Friedensschlusse bereit sei, tatsächlich wie folgt geeinigt habe: 1. Korea soll unter japanische Suzeränität kommen; 2. Port Arthur und die Liautunghalbinsel an Japan abgetreten werden; 3. Wladiwostok als neutraler Hafen nach dem System der offenen Tür erklärt werden; 4. die chinesische Ostbahn unter eine neutrale internationale Kontrolle gestellt und 5. die Mandschurei bis Charbin hinauf als integrierender Teil des chinesischen Reichs zurückgegeben werden. Ein Londoner Blatt weiß auch bereits die japanischen Gegenvorschläge zu nennen, die außer den obigen Punkten noch die Rückgabe der Insel Sachalin an Japan und die Zahlung einer Kriegsentschädigung enthalten. In der letzteren Frage sollen sich Schwierigkeiten offenbart haben. Doch glaube man in Petersburg nicht, daß diese unüberwindlich seien. Obwohl es sehr gut möglich ist, daß Rußland eine weitere Schlacht wagen wird, ehe man zur Entscheidung gelangt, hält man doch an der Meinung fest, daß angesichts den der inneren Lage und der enormen Schwierigkeit, Krieg fortzuführen, der Friede auf Grund der oben skizzierten Bedingungen abgeschlossen werde, wenn es gelingt, die Entschädigungsfrage innerhalb eines verhältnismäßig kurzen Zeitraums zu ordnen. Was Wahres an der Sache ist, muß sich ausweisen. Der japanische Gesandte in London, Baron Hayashi, erklärte, daß ihm keine Nachrichten vorlägen, die auf einen nahe bevorstehenden Friedensschluß hindeuteten. Der Gesandte betonte, daß von Japan sicher keine Einleitung zu Friedensunterhandlungen zu erwarten sei. Ruffifche Kronkabbalistik. Petersburg, 21. Februar. Großfürst Paul Alexandrowitsch, der verbannte jüngste Oheim des Zaren, ist begnadigt, in Aemter und Würden wieder eingesetzt und in die Heimat zurückgekehrt. Heute ist er auf dem Wege nach Zarskoje- Selo durch Petersburg gekommen. Der Großfürst, der im Ruf des Liberalismus steht, weil er infolge seiner nicht standesgemäßen Ehe in Ungnade gewesen und von Paris aus nicht wohl an der Großfürstenpolitik teilhaben konnte, ist schon einmal der Gegenstand allgemeiner Aufmerksamkeit gewesen. Er konnte nichts dafür. Es war vor vierundzwanzig Jahren, unmittelbar nach der Ermordung Zar Alexanders II., zu jener Zeit kolporlierte man hier die seltsamsten Gerüchte, auch kabbalistische Prophezeiungen. Eine von diesen beschäftigte sich; mit dem Großfürsten Paul und sagte dem damals Einundzivanzigjährigen voraus, daß er seine fünf älteren Brüder überleben und die Krone seines Vaters erben werde. Kabbalistisch war die Prophezeiung insofern, als sie sich auf Wort- und Zeichendeutungen stüßte. Die fünf ältesten Söhne des Zaren Alexander II. einschließlich des als Thronfolger verstorbenen Erstgeborenen waren Nikolaus, Alexander Biaormu, Alexis, Sergius. Stellt man die Anfangsbuchstaben dieser fünf Namen vorwärts und rückwärts zusammen, so erhält man die drei russischen Worte:„ Na was sawan", und deren Bedeutung ist: ,, leber euch das Leichentuch". Hieraus hatte der Aberglaube die erwähnte Prophezeiung gemacht, nach der nur der sechste Sohn, Großfürst Paul, übrigbleiben sollte. Einstmeilen ist dem Zaren Alexander II. der dritte Alexander und diesem Nikolaus II. gefolgt, und zwischen dem regierenden Zaren und der etwaigen Thronanwartschaft des Großfürsten Paul stehen außer dem kleinen Thronfolger ein Bruder des Baren und die Großfürsten Wladimir und Aleris mit ihren Söhnen. Bei dieser Gelegenheit mag erwähnt sein, daß es eine Hofpartei gibt- an ihrer Spiße der wieder einmal sterbensfrank gesagte Generalprokureur des heilig dirigierenden Synod Pobjedonoszew die dem Großfürsten Wladimir die Thronfolgeberechtigung bestreitet, weil die Großfürstin Marie Paulowna, geborene Herzogin von Mecklenburg, Gemahlin des Großfürsten Wladimir, nicht zur orthodoyen russischen Kirche übergetreten ist, ihre Kinder also Kinder einer unbefehrten Regerin" sind. Marie Paulowna ist seit vierzehn Jahren die einzige nichtorthodore Großfürstin. Die Witwe des jetzt ermordeten Großfürsten Sergius ist im April 1891, nach siebenjähriger Ehe, zur russischen Kirche übergetreten. Daß die Berufung des Großfürsten Paul nach Moskau einen Umschwung in der Politik einleiten soll, wird von Optimisten geglaubt, von minder Vertrauensseligen bestritten. Einstweilen wird man gut tun, die Hoffnungen nicht allzu hoch zu spannen. Soll ein Wandel eintreten, so wird er zunächst durch einen Wechsel in den leitenden Beamtenstellen sich ankündigen. Dem Präsidenten des Ministerkomitees Herrn v. Witte ist wiederholt nahegelegt worden, einen maßgebenden Posten zu übernehmen. Er hat bisher immer abaelehnt. Daraus geht hervor, daß er nicht geglaubt hat, der Einfluß der Großfürsten werde ihm gestatten, in irgend einer Stellung wirklich die Politik durchzuführen, die nach seiner Auffassung die richtige ist. Sollte er jegt, nach dem Ableben des Großfürsten Sergius, anderer Meinung sein, so wird er wahrscheinlich nicht unterlassen, die ablehnende Haltung aufzugeben und sich dem Zaren zur Verfügung zu stellen. Sein Sturz war das Werk des Großfürsten Sergius. Wird er jetzt Reichskanzler, so darf man glauben, daß eine Zeit der Reformien anbricht. Die Dolitik. Auf dem Umweg über London erfährt man von einem angeblichen Heiratsprojekt im Hohenzollernhaus. König Alfons von Spanien soll sich um die jetzt 13jährige jüngste Tochter Kaiser Wilhelms Prinzessin Viktoria Ruise beworben haben. Die Eheschließung soll natürlich noch auf sich warten lassen. Der Uebertritt der Prinzessin zur katholischen Religion sei Der borausgesetzt. Kaiser habe seine Zustim= mung zu dem Eheprojekt gegeben. Natürlich sind das Fabalaien. Heutzutage werden Prinzessinnen nicht mehr mit 13 Jahren verlobt. Auch sonst liegt nicht der geringste Grund zu der Annahme vor, König Alfons werde bei der Wahl einer Lebensgefährtin über den hierbei traditionell borgeschriebenen Kreis hinausgehen. Ein deutscher Studentenstreif ist etwas ungewöhnliches. Derartige Bewegungen galten bisher für eine russische Eigentümlichkeit. Jezt aber haben wir einen solchen in Hannover an der polytechnischen Hochschule. Dort haben 900 Studierende erklärt, daß sie die Vorlesungen nicht mehr besuchen wollen, bis das Disziplinarurteil, das den Kommilitonen Heile relegierte, zurückgenommen sei. Heile war der Führer der Studentenschaft in der Verfechtung der akademischen Freiheit. Nachdem Ministerialdirektor Dr. Althoff im Abgeordnetenhaus versichert hat, daß er nicht daran denke, so wenig wie der Minister, die akademische Freiheit anzutasten, daß in diesen Beziehungen nur Mißverständnisse obgewaltet hätten, und daß das Ministerium mit der Relegierung des Studenten Heile gar nichts zu tun habe, darf man hoffen, daß Aufklärung und Verständigung nicht lange auf sich warten lassen werden. An einer Amnestie wird es dann auch nicht fehlen. Die Verständigungsverhandlungen sind bereits im Gange. Oefterreich- Ungarn. - W Der derzeitige Rektor der Wiener Universität, Hoffaplan Schindler, hatte vor einiger Zeit, wie erinnerlich, fie einige Studenten wegen ungebührlichen Verhaltens diswaren gewaltsam ins Rektorzimmer eingedrungen ziplinarisch bestraft. Da der Vorfall in Zusammenhang mit den Kundgebungen wegen der Innsbrucker Vorkommnisse stand, hatte man in studentischen Kreisen in dieser Maßregelung eine deutschfeindliche Handlung gesehen. Jetzt sind 60 Studenten auf den wunderlichen Einfall gekommen, den Rektor dadurch zu ärgern und gewissermaßen zu strafen, daß sie ihren Uebertritt zum Protestantismus erklärten. Russland. Die Ausstandsbewegung unter den Eisenbahnangestcten greift um sich. Die Moskau- Woronesch- Eisenbahn hat den Verkehr eingestellt, in Warschau und auf fast allen Stationen Russisch- Polens herrscht Petroleum- Mangel, weil der Verlehr auf den Südwestbahnen aufgehört hat. Auch bei der Wladikawskasbahn hat ein Ausstand begonnen. Am Mittmoch( 22.) früh 9 Uhr konnte der von Preußen kommende Güterzug in Sosnowice nicht zur Weiterbeförderung angenommen werden. In Warschau fonnte um 12½ Uhr der fahrplänmäßige Zug nach Wien nicht abgehen. Zwischen Sosnowice und Dombrowska waren die Schienen der Hauptstrecke aufgerissen. Demzufolge entgleiste ein Güterzug, der von Ausständigen geplündert wurde. Der Ernst der Lage wird daraus erkennbar, daß der Eisenbahnminister auf Befehl des Zaren angeordnet hat, es sollten unverzüglich alle Forderungen der Arbeiter an den Staatsbahnen bewilligt werden. Als Grund für diese auffallende Nachgiebigkeit mag angesehen werden, daß die beabsichtigte und bereits vorbereitete Mobilisierung in Warschau wegen der dort herrschenden Zustände hat aufgegeben werden müssen. Der Pope Gapon, der am„, blutigen Sonntag" die Arbeiter in Petersburg zum Winterpalais geführt, ist heil nach London entkommen und hat von dort aus an die Arbeiter Rußlands eine Aufforderung gerichtet, mit Dynamit und Bomben vorzugehen und Schrecken zu verbreiten. Balkan- Staaten. A Nachdem das serbische Ministerium Baschitsch sich mit der Partei der Königsmörder solidarisch erklärt hat, glaubt es hinreichenden Anspruch auf Kredit gewonnen zu haben. Finanzminister Dr. Patschu hat sich nach Wien begeben, um eine Anleihe zu kontrahieren. Vorsichtshalber hat er sich ein Rundreisebillet nach Berlin und Paris genommen. Türkei. Die Pforte sieht sich in der Notwendigkeit, den fich vorbereitenden Aufstandsversuchen in Mazedonien entgegenzutreten. Sie besetzt zahlreiche militärisch wichtige Punkte. Leider liegt gerade darin auch der Anlaß zu allerhand Ausschreitungen, durch die weiterer Zündstoff aufgehäuft wird. Bulgarenbanden haben sich bereits gebildet, die wahrscheinlich mit Boris Sarafow in Verbindung stehen und von diesen geleitet werden. Deutfcher Reichstag. ( 145. Sigung.) CB Berlin, 22. Februar. Die dritte Beratung der Handelsverträge nahm einen sehr ruhigen Verlauf, obwohl in dem stark besetzten Saale dauernd eine sehr große Unruhe herrschte. An der Vorlage der Regierung ist nichts zu ändern, ihre Annahme steht fest, da hatte eben kaum noch jemand ein Interesse daran, zum zehnten Male zu hören, wie sich die einzelnen Parteien dazu stellen. So hielten denn die zum Worte gemeldeten Abgeordneten der Reihe nach ihre Monologe für sich und die Stenographen, aus deren Aufnahmen man sich später wird überzeugen können, was Jesprochen wurde. Heute blieb von den mit normalen Sprechorganen ausgerüsteten Rednern der größte Teil der Ausführungen unverständlich, mühelos verstehen konnte man eigentlich nur den konservativen Grafen Limburg- Stirum, der wie immer sehr leise sprach. Die Rücksicht auf die Bartheit seiner Stimme bewog die anderen Herren, sich in ihren Privatgesprächen einige Mäßigung aufzuerlegen. Größeren Eindruck machten duch seine Auseinanderseßimgen. Lebhafteres Interesse erweckten nur, wenigstens bei einem Teile des Hauses die Abggeordneten Molkenbuhr und Gothein. Der Sozialdemokrat heimste bei seinen Genossen lebhaften Beifall ein, der Freisinnige reizte seine Gegner zu wiederholtem lärmendem Widerspruch, namentlich als er der Rechten des längeren vorhielt, daß sie die Schuld trage, wenn wirklich das Niveau des Reichstags gesunken sei. Die Reihe der Parteiredner unterbrach der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, um unter allgemeiner Spannung Gründe darzulegen, die die Regierung veranlaßt haben, Agrar- Politik zu treiben, und um gewissermaßen als Parole der Regierung festzulegen: Agrar- Politik und Sozial- Politik! Die Debatte dauerte bis in den späten Abend. Jedoch ändert sie nichts an dem Endergebnis: Definitive Annahme der Handelsverträge. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. die schüttet, und jede Hoffnung, daß einer derselben geretter werden könnte, ist verschwunden. Die Verunglückten liegen 1000 Fuß tief unter der Erde. Trotzdem arbeiten 500 Mann in zwei Abteilungen unausgesetzt und unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen an der Aufdeckung. An den Grubeneingängen spielten sich herzzerreißende Szenen ab, als die Nachricht, daß jede Hoffnung geschwunden sei, ausgegeben wurde. Als Ursache der Explosion nimmt man die falsche Legung einer Sprengmine an. * Den Rekord als Ordens- Empfänger hat der Oberhofmarschall des Kaisers, Graf August zu Eulenburg, geleistet. Bei der Anwesenheit des Fürsten Ferdinand von Bulgarien erhielt er seine 75. Ordensdekoration. Diesem Ordenssegen gegenüber erscheint Graf Bülow mit seinen 40 Dekorationen recht arm." § Eine Hochstapler- Gesellschaft sieht vor der Strafkammer in Dresden ihrer Aburteilung entgegen. Der Freiherr v. Grabow, ein ehemaliger Leutnant, hat im Verein mit Helfershelfern aus dem Kaufmanns- und dem HandwerkerStande eine Anzahl Personen, darunter der Landrat oon Plotho aus Genthin, durch Schiebungen und Betrügereien um beträchtliche Summen geschädigt. § Militärischer Aufruhr. Vor dem Kriegsgericht in Saarburg wurde der Gefreite Konieczky und der Ulan Beier zu 5 Jahren Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere, zwei andere Ulanen zu 5 Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Soldatenklasse verurteilt, und zwar wegen Auf, ruhrs, begangen durch gemeinsamen Angriff auf eine Batrouille am Weihnachtsabend. Die Verurteilten waren, wie das Gericht feststellte, von der Patrouille zum Angriff gereizi worden. ( 145. Sigung.) RKBerlin, 22. Februar. Auch der heutige zweite Tag der Kultusdebatte war fast ausschließlich mit der Erörterung von Schulfragen ausgefüllt. Trotzdem hörte das zahlreiche Publikum, das die Tribüne füllte, augenscheinlich mit großem Interesse der Debatte zu. Denn der Ton der Reden war wieder ziemlich scharf und die Gegensätze der Auffassungen über das Schulkompromiß und die geistliche Schulaufsicht platten des öfteren hart aufeinander. So folgte der Rede des Ministers Dr. Studt, in der er die Agitation gegen das Schulkompromiß als parteipolitisch und künstlich hervorgerufen bezeichnet, auf der linken Seite ein lautes Zischen und Pfeifen, das immer wieder von dem demonstrativen Bravo der Rechten übertönt wurde. Am häufigsten kam die Linke zum Wort. Einer versöhnlichen Rede des nationalliberalen D. Hackenberg folgten heftigere und schärfere der Freisinnigen Funck, Wolgast und Kopsch. In einer längeren Rede wandte sich Minister Dr. Studt voller Entrüstung gegen die Behauptung, daß er sich der Liebedienerei gegen das Zentrum schuldig gemacht habe; im Trierer Schulstreit sei die Verwaltung Siegerin gewesen, von den Marianischen Kongregationen habe er bisher noch keine einzige genehmigt; und das Verbot der konfessionellen Studentenverbindungen wäre ein Eingriff in die akademische Freiheit. Zum Schluß verteidigte sich noch Frhr. v. 3edliz gegen den Vorwurf, daß er die Tonart des Kampfes so verschärft habe. Er habe nur ausgesprochen, daß man den Lehrern im Lande etwas vorgelogen hat, wenn man ihnen gesagt hat, ein Schulunterhaltungsgesetz sei auch ohne Schulkompromiß möglich gewesen; und diese Behauptung halte er aufrecht. Dann wurde durch Annahme eines Schlußantrages der allgemeinen Debatte ein Ende bereitet und die Fortsetzung auf morgen vertagt, wo nach den bisherigen Dispositionen, die Erörterung über den Hochschulstreit zuerst an die Reihe kommen wird. Nab una fern. Das Gordon- Bennet- Rennen wird nach Beschluß der zu Paris tagenden internationalen Kommission am 15. Juni stattfinden. Von 1906 ab soll das Rennen in ein Herausforderungsrennen verwandelt werden, bei dem alle Nationen im Verhältnis der Wichtigkeit ihrer Industrie vertreten sein follen. Die Affäre Montignoso ist noch immer keinen Schritt weiter zu ihrer Zöfung gedichen. Justizrat Körner hat dem jächsischen Gesandtministerium unter Vorsitz des Königs den Bericht über seine Mission nach Florenz erstattet, doch verlautet bisher nichts über die getroffenen Entscheidungen. Nach Körners Bericht sind die neuen sittlichen Verfehlungen der Gräfin eidlich erhärtet worden. Die ältere Schwester des Königs, Prinzessin Mathilde, ist nach Wien gereist, um sich mit Kaiser Franz Josef in der unerquicklichen Angelegenheit zu beraten. * Eine furchtbare Grubenexplosion hat in den VirginiaEisengruben zu Birmingham stattgefunden. Wie es heißt, find 250 Arbeiter verschüttet. 107 Leichen sind bisher aufgefunden. Man fürchtet, daß alle 250 ums Leben gekommen find. bares Schlacht- und Milchvieh zu beziehen, uno Fleisch- hes, daß es be faninchen( Lapins) mit. Ein bekannter Ornithologe hatufprechen. Sei Die märkische Kwileckigeschichte wird als eine phantastische Erfindung erklärt. Eine Arbeiterfrau aus Paaren hatte behauptet, daß sie ein Sproß der Familie v. Knoblauch sei. Sie sei mit dem Sohn ihrer angeblichen Mutter, einer Taglöhnerfrau, im Jahre 1845 zu dem Zweck ausgetauscht worden, daß ein Knoblauchsches Familiengut in Ermangelung eines männlichen Erben an eine Nebenlinie übergehe. Nittmeister a. D. v. Knoblauch erklärt dies für eine Jabel. In dem fraglichen Jahr hätten, wie aftenmäßig feststehe. auf fämtlichen Snoblauchschen Gütern im Havellande männliche Erben eristiert. Eine weitere Behauptung der Prätendentin, es feien 800 Taler als Abfindung für die angebliche Kindesunterschiebung im Grundbuch auf das Grundstik ihrer Pflegemutier eingetragen worden, hat sich ebenfalls als erfunden herausgestellt. Drei Matrosen verbrannt. Aus unbekannter Ursache brach an der Landungsbrücke der Housachinnel- Docks in Charlestown Feuer aus, das mit rasender Schnelligkeit die Dampfer Philadelphian" von der Leyland- und„ Daltonhall" von der Hall- Linie ergriff. Drei Matrosen sind verbrannt, der angerichtete Schaden wird auf eine halbe Mill. Dollars geschätzt; die Schiffe und Ladungen sind nicht volltommen verloren. Opser des bekannten spanischen Schatgräberschwindels wären dieser Tage beinahe zwei wohlhabende Starlsruher Herren geworden. Sie waren eigens nach Madrid gereist, um sich mit 5000 Mark an der Ausgrabung der versteckten Schäze zu beteiligen, wurden aber von der Madrider Polizei noch rechtzeitig gewarnt und kehrten mit einem blauen Auge" in die Heimat zurück. Tages- Chronik. In einem Wahnsinnsanfalle veriun. dete eine Frau in Wolgast ihren frank im Bett liegenden Mann lebensgefährlich mit einem Beile. A Die fiftierte Hinrichtung. Auf die Angaben des Raubmörders Allramseder in München hatte sich der Staatsanwalt nach Rottenburg begeben, um den Korbflechter Huber zu vernehmen, der dort im Gefängnis sißt und den Allramfeder als den eigentlichen Mörder angegeben hatte. Huber bersucht, sein Alibi nachzuweisen, er will zur Zeit des Mordes in einer Fabrik in Höchst a. M. gearbeitet haben. Bestätigen sich diese Angaben, dann wird Allramseder doch nicht dem Schaffot entgehen. - Bei Herbrum ertranken drei Personen in der Ems, do das Boot vor dem Wehr kenterte. In Barcelona geriet ein Luftballon in Brand, und der Luftschiffer fiel aus dem Korbe und wurde zerschmettert. Hus dem Gerichtsfaal. ihm auch Brieftauben mitgegeben. Kunft undiffenfchaft. bulgefepes. Bo habe, wonach S gegeben, bag ba BF Reiche Funde aus der Nömerzeit sind durch die eifrigen heute ist es nich Bemühungen des Kanonifus Bourban zu St. Maurice( Wal- bebürftig. Man lis) zutage gefördert worden. In jüngster Beit besonders eine größere Gräberanlage aus Ziegelsteinen von 55 Zentimeter im Quadrat. Die Gräber liegen in zwei bis drei Stockwerken oder Schichten übereinander. Die unteren sind bis jetzt noch nicht erforscht. In einem der Gräber fand Herr Bourban zwei sehr schöne Vasen. Im Laufe der letzten zwei Jahre hat er bereits sechs große Sarkophage entdeckt und in seinem kleinen Museum wiederherstellen lassen. Auch die Grundmauern einer alten Basilika sind bei diesen Nachgrabungen bloßgelegt worden. § Nachklänge zum Bergarbeiterausstand. Bei Beendigung des großen Bergarbeiter- Ausstandes im Ruhrkohlen- Revier war aus der Mitte der Bergleute der Siebener- Kommission der Bergarbeiter- Verbände Verrat und Bestechlichkeit vorgeworfen. Jetzt haben die Mitglieder der Siebener- Kommission gegen eine Anzahl Bergleute Beleidigungsklagen erhoben. Die Grubenexplosion in Albama stellt sich in ihren Foln immer schrecklicher heraus. Es sind 116 Arbeiter ver§ Der Trakehner Schulprozeß gegen den Lehrer Nickel foll dem Vernehmen nach im Wege des Wiederaufnahmeverfahrens doch noch einmal zur Verhandlung kommen. Auf die von Nickels Verteidiger gegen den abweisenden Beschluß des Berliner Landgerichts I eingelegte Beschwerde hat das Kammergericht die beantragte Beweiserhebung über die behaupteten neuen Tatsachen angeordnet. Es hat sich nachträglich ein Zeuge gefunden, der auszusagen bereit sein soll, daß Nickel den Korrekturabzug, auf Grund dessen die Beteiligung Nickels an der Beleidigung des Landstallmeisters b. Dettingen- Trakehnen als erwiesen angesehen ist, erst nach dem Erscheinen des infriminierten Artikels erhalten hat. Der Landwirt. Vermifchtes. spielsweise die Barum nu dem Beginne b lich, ruhig und für die Brüfu meift nicht zu Bewußtiofigle wenig mehr b bie Kraft von [ Eine hübsche Szene vom Aufenthalt des deutschen Kronprinzen in Florenz] macht die Runde durch die italienische Presse. Eines Abends saß der Kronprinz mit seinem Adjutanten gemütlich in einem Restaurant beim Glase Bier, als er bemerkte, daß ein ihm gegenüber jibender Herr ihn stizzierte. Sofort 30g der Adjutant Papier und Bleistift aus der Tasche und skizzierte seinerseits den Unbekannten. Dann wurde der Herr, ein junger Bildhauer, an den Tisch gebeten, dem Kronprinzen vorgestellt, und es erfolgte ein Austausch der beiden Porträts. Der Bildhauer, der dann Gast des Kronprinzen blieb, erhielt von diesem schließlich den Auftrag, ihn zu modellieren. Schülern des gehalten werd denn Baufenti gefegt werden zeitig auf, u nügen zu fön fehr nachteili =[ Menzels Wasserkopf. 1 Die Eröffnung der Leiche des berühmten Malers Adolf v. Menzel hat die Tatsache erbrach daß Menzel einen richtigen Wasserkopf" besaß. Die Tat jache, daß Menzel troß dieser frankhaften Entwickelung seines Schädelbaues das hohe Alter von 90 Jahren erreichte, zeigt. daß die Natur auch Ausnahmen von der Regel kennt, nach der ein mit einem Wasserkopf behaftetes Kind nur auf ein furzes Leben rechnen darf. Noch mehr aber überrascht es, daß im vorliegenden Fall ein Wasserkopf das Hirn eines universellen Genies barg, mährend gewöhnlich Wasserkovf und geistige Blödigkeit zwei zusammenhängende Begriffe bilden. Hessischer Landtag. ihn die Gorge Fleißes, ja nehmen und ih Schulverftand b Leuten, welche nügend beurteil dem Befen ber eines unvorherg oder nicht einfel laum glauben, und dem Lehr Schweren Star machen. Und Fällen die Gr in der großer Schülererfran auf die Schul felten ift aud Brüfung der hohe Anforder laffend bezw. weise mit dem fie erfüllen in müffen, ihr A der Schule, de Dieser Behaup beipflichten mi Darmstadt, den 22. Februac. Die Sigung wird um halb 10 Uhr durch den Prasidenten Reinhart eröffnet. Die Debatte wird mit Kapitel 89, Oberlandesgericht, forgefeßt. Abg. Uirich wird gegen die Bewilligung von zwei Oberlandesgerichtsräten stimmen, da er die Notwendigkeit derselben nicht einsieht. Die Hauptschuldner seien die Rechtsanwälte, die in dem Herrn Justizminister einen Fürsprecher haben. Festgestellt sei, daß im Jahre 1905 zirka 600 Termine nicht abgehalten wurden. Das sei jedoch unerhört. Werde ihm später das Bedürfnis für einen dritten Senat nachgewiesen, so sei seine Partei bereit, die Mittel hierfür zu bewilligen. Abg. von Brentano will ganze Arbeit schaffen. Er hat die Ueberzeugung, daß mit der Bewillung der zwei Räte allein die bestehenden Mißstände nicht beseitigt werden. Nur durch die Schaffung eine hohen Senates sei dies zu erreichen. Abg. Mol. than wird ebenfalls gegen die Forderung von zwei Räten stimmen. Justizminister Dittmar tritt wiederholt für die Gewährung von zwei neuen Oberlandesgerichtsräten ein. Die Regierung wolle damit nur den Bersuch machen, ob eine Besserung erzielt werden könne. Eine Vermehrung der Senatssigungen von 6 auf 8 die Woche sei damit in Aussicht genommen. Wenn man der Regierung auf Grund ihrer vorgelegten Statistik die Forderung heute ablehne, so könne man ihr doch nicht zumuten, daß sie in einem Jahre mit der Forde rung eines dritten Senates tomme. Abg. Heusel wird für die Regierungsvorlage stimmen. Abg. Bähr steht auf dem Standpunkt, daß man in Hessen viel zu viel Beamte habe. Ec stellt den Antrag auf Streichung der 38 000 Mt. für sieben neue Antsrichter. Ueber den Senatsplan feien sich die Juristen fibst nicht klar und auch dem Justizminister sei der Nachweis mißglückt. Der Justizminister habe von Dant gesprochen, derselbe habe durch seine Handlungen teinen Dant vom Bolte verdient. Abg. Heidenreich wird für die Regierungsvorlage ftimmen, während der Abg. Wolff fic dagegen wendet. Abg. Buff weist nach, daß das rechtsuchende Bublikum durch die Ablehnung der Regierungsvorlage schwer geschädigt werde. Abg. Erk wird der Res gierungsvorlage nur unter der Vorausseßung zustimmen, daß die Notwendigkeit der Vermehrung der Richter nachgewiesen wird. Bei der Abstimmung wird die Regierungsvorlage mit 25 118 Mt. abgelehnt. Titel 2, Landgericht und Amtsgericht, werden genehmigt und der Antrag Eähr auf Streichung von 7 Amtsrichtern wird gegen eine Stimme abgelehnt. werden dann genehmigt Kapitel 90 bis 92. Bei dem zurückgeftellten Kapitel 3, Weinbaudemäne, wird die Einstellung eines Rellermeisters genehmigt und die Stelle eines Wingert wärters abgelehnt. Abg. Adelung wünscht einen bessere Bezahlung der Arbeiter der Weinbaudomäne. Finanzminister Gnauth bemerkt, daß ihm in entgegengefeßtem Sinne Klagen zugekommen seten. Die Domänenarbeiter dürfe man nicht mit den Industriearbeitern vergleichen. Das Kapitel wird mit 151 000 Wt. in Einnahmen und 138 200 f. in Aus. gaben bewilligt. Hierauf tritt Vertagung auf Mittwoch Vormittag ein. rh Die deutsche Ansiedlerschule, die seit Jahren zu kolonialen Zweden geplont ist, wird voraussichtlich schon im Laufe des kommenden Sommers eröffnet werden können, und zwar wird sie in Hohenheim bei Stuttgart, neben der dortigen landwirtschaftlichen Hochschule ihren Sit erhalten. Auf den erlassenen Aufruf hin sind bisher 5500 M. an einmaligen Zuwendungen und 500 m. als laufende Jahres. beiträge gezeichnet worden. Erforderlich sind für die Ein richtung der Anstalt, für die der sogenannte erotische Garten der Akademie als Play in Aussicht genommen ist, etiva 12 000 Mart, für die Unterhaltung jährlich etwa 10 000 Mark. Es wird damit gerechnet, daß die deutsche Kolonialgesellschaft, die für die Zwecke der Schule bereits 1000 m. bewilligt hat, einen fortlaufenden Beitrag in ähn licher Höhe gewähren wird. Vorläufig soll die Höchstzahl der Schüler auf 15 beschränkt werden, und es ist nicht daran zu zweifeln, daß diese Zahl bald erreicht sein wird. gr Interessante Züchtungsversuche in Kamerun wird der bekannte Tropenchemiker Dr. Schulte im Hofe vornehmen, der dieser Tage die Ausreise nach den am Kampa belegenen Plantagen eines Berliner Industriellen angetreten hat. Er ist ebenso wie sein Begleiter, Oberstabsarzt Dr. Ziemann, auf das lebhafteste u. a. für die Versorgung der Plantagen mit frischem Fleisch eingetreten. Es macht sich eine solche Ernährung auf das günstigste im Gesundheitszustand der angestellten Europäer bemerkbar, während der leider sehr gebräuchliche Konservenverbrnuch, ganz abgesehen vom Kostenpunkt, vielfach nach sanitärer Richtung hin ungünstige Folgen zeitigt. Herr Dr. Schulte will daher gleich einige Zwede praktische Versuche machen und führt zu diesem Berkshire- Schweine, eine bekannte widerstandsfähige englische Schweinerasse, ostfriesische Milchschafe, um durch deren Kreuzung mit afrikanischen Schafen vielleicht ein brauch" Schulprüfungen in Hessen. Das unt verständlich L Den Brüfunge wieder nußbri der heißerseb lich hergericht ausgeschmückt Lehrer erschei wartung der der einzige infpeftor, al Soulvorflan eines dem A unter auch g läßt den„ Le prüft er auch ** Das Nachmittag 5 fich nach Wa gegen 9 Uhr herribaften be nach ofci, erreicht haben& Lotte gefundenen 8 Lotterie fiel d auf 9tr. 7474 Relen 25 00 9. 42 328 und je 10 und 77 67 portiert m E8 Verhandlu Seifist Th Breunischen Brotherzog Die Verro ware nur 3 Lose der Schwierigte Δ Β gegen 11 U Reichstagsabg ftabt, cive T ht Baden im Vol befallen und if * Die Ein Freund der fortschrittlichen Boltsschule wendet sich im Rheinischen Beobachter" an die Offentlichfeit, um weitere Sereise für das in die Volkswohlfahrt tief eingreifende, hochwichtige Institut der Volksschule zu interessieren, die maßgebenden Bersonen aber zur Beseitigung alter Böpfe anzu regen, sie zu veranlassen, zeitgemäße Reformen eintreten zu lassen. Ueber die Schulp cüfungen liest man heute so vieles, man hört über diesen Gegenstand in Fachkreisen so wunderStelle: Gin Di Sal der Schulab Der Bariten Ra gulbigung gon bor langer ihm berwandtia gemacht, die b Abficht dem A Dem Geb. So n. und Fleischliches, daß es der Mühe wert ist, sich einmal darüber aus| gegeben, worauf er zur Aufklärung des Sachverhalte| marktsbank beteiligten Meßgern neben billigem Vich auch Ornithologe hat zusprechen. Seiner Zeit begrüßten Hessens Lehrer mit be- Disziplinaruntersuchung gegen sich selbst beantragt hat. aft. Zeit besonders rechtigtem Stolze das Zustandekommen des hessischen Volksschulgesetzes. Von dieser Zeit an hatte man doch eine Handhabe, wonach Schulangelegenheiten sich erledigen ließen. Zugegeben, daß das Gesetz vor 30 Jahren tadellos war An der Landesuniversität findet im Mai ein Fortbildungskursus für Volksschullehrer statt. Es werden dozieren: Prof. Dr. Sauer über Kunstgeschichte, Prof. Dr. Hansen über die Vegetation der Erde und durch die eifrigen heute ist es nicht mehr ganz ohne Tadel. Vieles ist reform- Prof. Dr. Groß über ein Gebiet aus der Philosophie. 1. Maurice( Mal bedürftig. Manches müßte einfach ausgemerzt werden: beien von 55 Zenti ei bis drei Stock unteren sind bis raber fand Herr e der legten zwei age entdedt und lajsen. Auch die i diejen Nachgra spielsweise die Prüfungen. It des deutschen e durch die italie wring mit seinem beim Glase Bier, Figender Herr ihn ier und Bleistift Den Unbekannten. ter, an den Tisch es erfolgte ein Shaner, der dann diejem schließlich der Leiche des Catiache erbrac ejap. Die Zaf twidelung jeir en erreichte, zeig Regel fennt, nad Find nur auf ein ber überrascht es, das Sirn eines hnlich Wasserkovs ängende Begriffe 22. Februar. durch den Praft wird mit Kapitel rich wird gegen teräten stimmen, teht. Die Haupt em Herrn Justiz tellt fei, daß im bgehalten wurden. er das Bedürfnis fei feine Partei bg von Bren ie Ueberzeugung, die bestehenden die Saffung .Abg. Mol. erung von zwei tritt wiederholt andesgerichtsräten Berjuch machen, ob Vermehrung der damit in Aussicht Grund ihrer vor Sne, so fönne man re mit der Forde Heusel wird für hr steht auf dem viel Beamte habe. 38 000. für atéplan feien sich Juftigminifter fei er habe von Dant ungen leinen Danf wird für die Re bgolff fid baß das redit er Regierungs wird der Res uftimmen, daß er nachgewiesen ungsoortage mit und Amtsgericht, af Streichung von abgelibat. Bei dem zurüd die Einftellung e eines ngert infcht einen beffere Finanzminister tem Sinne Klagen dürfe man nicht Das Rapitel wirb 200 Wt. in Aus ng auf Mittwoch fen. fdule wendet fi liteit, um weitere eingreifende, bod reffieren, die mak alter Böpfe anze ormen eintreten zu heute fo vieles, freifen fo wunder - Warum nun! Monatelang vor der Prüfung, ja von dem Beginne des Schuljahres an, ist es dem Lehrer unmöglich, ruhig und segenbringend zu wirken Er muß ein paufen für die Prüfung, wobei er zu seinem Bedauern ohne Stock meist nicht zum Ziele tommt, er muß wiederholen bis zur Bewußtlosigkeit von erzieherischer Tät gfeit kann oft nur wenig mehr die Rede sein. Viel Zeit wird verschleudert und die Kraft von Lehrern und Schülern unnüß rerbraucht. Bei Schülern deshalb, weil sie in nervöser Haft zum Lernen an gehalten werden, sogar zu Zeit n, wo sie ruhen sollen denn Bausenfürzungen und Ueberstunden müssen auf den Plan gefeßt werden. Der gewissenhafte Lehrer aber reibt sich frühzeitig auf, um den übermäßig gestellten Anforderungen genügen zu fönnen. Dadurch wird er nicht selten in einen sehr sachteiligen nervösen Eifer hineingeheßt. Stets quält ihn die Sorge und Unruhe, die Prüfung fönne troß größten Fleißes, ja Uebereifers doch einen ungünstigen Ausgang nehmen und ihn vor der Kreisschulfommission und vor dem Schulvorstand blamieren. In leßter Hinsicht nicht selten vor Leuten, welche als Laien die Tätigkeit des Lehrers nicht ges nügend beurteilen fönnen, fein allzutiefes Verständnis von dem Wesen der Schule besigen und so den wahren Grund eines unvorhergesehenen etwaigen Wißerfolges nicht finden oder nicht einsehen fönnen, in manchen Fällen, man sollte es laum glauben, nicht einmal das Amtsgeheimnis bewahren und dem Lehrer in der Gemeinde unverdienterweise einen schweren Stand bereiten, wenn sie ihn nicht gar unmöglich machen. Und worin bestanden nun in weitaus den meisten Fällen die Gründe des Mißerfolges. In überfüllten Klossen, in der großen Zahl schwachbegabter Schüler, in übermäßigen Schülererfranfungen usw. Daß diese Verhältnisse ungünstig auf die Schule einwirten müssen, ist leicht begreiflich. Nicht selten ist auch der Kreisschulinspektor an dem Mißerfolg der Brüfung der einzige Schuldner. Manche Herren stellen zu hohe Anforderungen, sind den Kindern gegenüber nicht herablassend bezw. verständlich genug, gehen in der Unterrichtsweise mit dem Lehrer nicht Hand in Hand, furz und gut: sie erfüllen in vielen Fällen, trotzdem sie als Fachleute gelten müssen, ihr Amt nicht in jener Weise, wie es zum Nugen der Schule, der Schüler und der Lehrer notwendig wäre. Dieser Behauptung werden alle eingeweihten alten Lehrer beipflichten müssen. Das unnatü liche Wirken in der Schule wird selbstverständlich Lehrern und Schülern zum Efel. Sie sehnen den Prüfungstag förmlich herbei, weil sie alsdann wirklich wieder nußbringend arbeiten fönnen. Endlich kommt er heran der„ heißersehnte" Tag! Das Schullofal ist sein und fäuberlich hergerichtet, mitunter auch mit Blumen oder Pflanzen ausgeschmückt, also nicht im Alltagsgewande. Kinder und Lehrer erscheinen in vollem Wichs und harren in banger Erwartung der fommenden Dinge. Lie Herren kommen an; ber einzige Sachverständige unter ihnen ist der Kreisschulinspektor, alle andern aber: Kreisrat, die beiden Delane und Schulvorstandsmitglieder sind Nichtfachleute, Laien. An Hand eines dem Kreisschulinspektor vorgelegten Lehrberichtes, mitunter auch ganz willkürlich, gibt dieser seine Prüfungsstücke, läßt den„ Lehrer beginnen" und fährt dann fort, manchmal prüft er auch alles selbst. ( Schluß folgt.) alle Vorteile und Einrichtungen verschaffen will, welche die Megger- Innung ihren Mitgliedern bietet. Ez sind zu diesem Swecke von privater Seite 20000 Mark gespendet worden, und in den nächsten Tagen wird eine Versammlung einberufen werden, die über die Gründung beraten soll. SP §§ Frankfurt a. M., 22. Februar. Um 1. März blickt der Wegründer der Adlerwerke", Herr Generaldirektor H. Kleyer auf eine 25jährige Geschäftstätigkeit zurück. Große Erfolge hat Kleyer auf dem Gebiete der Fahrrad- und Automobilindustrie errungen. Als am 25. Juni 1898 zur Feter der Fertigstellung des 100000. Fahrrades eine große Feier im Adler- Velodrom stattfand, da trugen die Arbeiter ihren beliebten Chef auf ihren Schultern durch die Reihen der Festgäste. Kann es einen schöneren Beweis von dem Verhältnis bes Jubilarz zu sinen Untergebenen geben? * * Unserer Landesuniversität Gießen steht ein schwerer Verlust bevor. Der ordentliche Professor der Physit und Direktor des physikalischen Instituts Dr. phil. Paul rude hat den an ihn ergangenen Ruf als erster Ordinarius der Experimentalphysik an die Universität Berlin an genommen. Drude wirkt seit dem 1. April 1900 an unserer Ludoviciana und hat in dieser kurzen Zeit von fünf Jahren eine ganz außerordentlich reiche und fruchtbare Lehr- und Forschertätigkeit entwickelt. Bereits im Dezember 1900 er hielt er den Ruf, als Ordinarius an die Universität Tübingen überzugehen; erfreulicherweise entschloß er sich damals auf Fur." schreibt: Seit einiger Zeit erregt eine hier ins Leben Grund der zwischen ihm und der Großherzoglichen Regierung getretene Vereinigung, die sich„ Stehkragen- Klub Amicitia" geführten Berhandlungen unserer Landesuniversität treu zu nennt und etwa 12 Mitglieder zählt, die Aufmerksamkeit der bleiben. Ebenso gelang es unserer Regierung noch zweimal, Bevölkerung. Die Mitglieder sind gehalten an Vereinsden Weggang dieses Lehrers und Forschers abzuwenden; im abenden, sowie bei Festlichkeiten, an denen sich der Klub in Dftober 1902 hatte man ihn nach Leipzig, im August 1904 corpore beteiligt, in besonders auffallend hohen Stehkragen. nach Breslau berufen, er hat jedoch beide Berufungen trotz zu erscheinen. Als Minimalhöhe der Kragen sind zwölf der glänzenden Bedingungen, die man ihm anbot, aus- Bentimeter" festgesetzt. Der Zweck des Vereins soll darin geschlagen, nachdem es die Großherzogliche Regierung er- bestehen, daß einerseits durch das Tragen abnorm hoher möglicht hatte, die von Drude für den Fall seines Bleibens Kragen den Betreffenden eine militärische Haltung anerzogen geltend gemachten Wünsche, die jenen Anerbietungen gegen werden soll, andererseits aber denjenigen, die bereits ihrer über durchaus bescheidene waren, zu ecfüllen. Den Ruf nach Militärpflicht genügt haben, die gerade Haltung erhalten Berlin, auf den wohl bedeutsamten Warburgs konnte bahn haben, Großstadtideen zu friegen. bleiben soll. Die Naftätter scheinen, seit sie die Bimmelmentalphysit in Deutschland als Nachfolger Drude nicht ausschlagen. Verliert die Landesuniversität in Professor Drude auch einen ihrer besten Lehrer, so ist doch auch diese Berufung wiederum ein starkes Zeichen dafür, welch ehrenvoller Wertschäßung sich unsere Ludoviciana in der wissenschaftlichen Welt erfreut und das mag ihr ein Trost sein. Ueber den Zeitpunkt, zu welchem Drude Gießen verlassen wird, ist eine Entschließung noch nicht erfolgt, da zuvor die Frage der Nachfolge gelöst werden muß.( Darmst. 8tg.) Experi tt Stadttheater Gießen. Morgen Freitag gelangen als Abonnementsvorstellung drei Einakter zur Aufführung. Zunächst Mary Moellers eigenartiger Toten: tanz", dann Mirbeaus origineller„ Dieb" und zum Schluß ein überaus luftiger Einafter„ Endlich allein" von Gustav Triesch. In diesem sind in Hauptrollen beschäftigt die Herren de Giorgi und Lippert, sowie die Damen Christophersen und Ruf. Das Stück ist für hier Novität. ( 8) Behufs Strafvollstreckung hat das Amtsgericht Gießen gegen den Händler Nikolaus Ries aus Kirch- Göns einen Steckbrief erlassen. ( Grünberg, 22. Febr. Das Eisenbahntomité der projektierten Strecke Lich- Grünberg als Forts Bung der Stricke Buzzbach- Lich tagte heute Nachmittag 3 Uhr im Hotel„ Hirsch". Anwesend waren Kreisamtmann Dr. Kranzbühler, die Bürgermeister von Lich, Grünberg, Ettingshausen, Qu cborn, Münster, Ober- und Nieder- Bessinger, Beigeordneter Dörmer- Lich, Moll und Defan Wagner- Grünberg. Es fonnte fonstatiert werden, daß die Obligationen zum Bahnbau jest vollständig untergebracht sind und daß mit dem Bau im Frühjahr begonnen werden fann. Die Stricke soll von Lich, dem Bettertal, über Nieder Bessingen und Oberbessingen folgen, bei Münster in das Tal des Eschersbachs einlaufen, über Ettingshausen, Kalbenmühle bei Harbach und Queckborn führen und westlich vom Bahnhof Grünberg in die Strecke Gießen Fulda einmünden. neue Bahnstrecke wird bedeutende Basalt- E sensteinlager und Wälder, sowie das seit Jahren stillstende Braunkohlenbergwert Heffenbrückerhammer bei Münster dem Verkehr anschließen. 23. Februar 1905 ** Das Großherzogliche Baar ist DienstagNachmittag 5 Uhr in Alexandrowa eingetroffen, von wo es sich nach Warschau begab. Die dortige Ankunft erfolgte gegen 9 Uhr Abends." In Warschau bestiegen die hohen Derrschaften den Kaiserlichen Sonderzug zur direkten Fahrt nach Kosten, das sie heute Morgen in den ersten Stunden Morgen in ben erreicht haben dürften. Lokales." *** Lotterie.( Privattelegramm.) Bei der heute ſtattgefundenen Ziehung der Hessisch- Thüringischen StaatsBotterie fiel die Prämie von 75 000 Mt. nach Darmstabt auf Nr. 7474, das mit 1000 f. gezogen wurde. Ferner fielen 25 000 t. auf Nr. 35 413, 10000 t. auf Nr. 42 328, 5000 t. auf 86 739, 2000 r. auf 34 944 und je 1000 Mt.. auf die Rr. 11162, 32014, 66 903 und 77 679. § Lotteriegemeinschaft. In Kollekteurkreisen folportiert man die Nachricht, daß zwischen Hessen und Preußen Verhandlungen geführt würden, die die Aufhebung der Hessisch Thüringischen Staatslotterie und die Zulassung der Breußischen Lose in Hessen gegen eine alljährlich an das Großherzogtum zu zahlende Duote zum Gegenstande tätten. Die Verwirklichung der angestrebten Lotteriegemeinschaft wäre nur zu wünsten, ba in neuerer Zeit der Vertrieb der Lose der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie auf große Schwierigkeiten stößt. A Blöglicher Todesfall. Heute Morgen gegen 11 Uhr wurde die zur Zeit hier weilende Frau des Reichstagsabgeordneten Becker von Sprendlingen bei Darmftadt, eine Tochter des es Bäckermeister Noll dahier, beim Baden im Voltsbab ganz plößlich von einem Gehirnschlag befallen und ist auch daran verstorben. ** Die Darmft. 3tg." schreibt an augenfälliger Stelle: Ein Oberlehrer des Gymnasiums zu Gießen hat der Schulabteilung angezeigt, daß die am 14. d. M. in der Zweiten Kammer gegen den Direttor erhobenen Beschuldigungen indirekt von ihm stammen. Er habe schon vor längerer Zeit bei verschiedenen Gelegenheiten einer ihm verwandtschaftlich nahe stehenden Arzte Mitteilungen gemacht, die dieser ohne sein Borwissen und gegen seine Abficht dem Abg. Dr. David zur Verfügung gestellt habe. Dem Geh. Schulrat Dr. Schädel wurde hiervon Kenntnis Die )( Laubach, 22. Febr. Für die Drie der hiesigen Umgegend ist die Errichtung eines Gruppen- Gasmerfs seitens der Süddeutschen Gasgesellschaft Frankfurt a. M. gep'ant. Die hiesige Stadt hat ihren Anschluß beschlossen; mit Ulrichstein, Ettingshausen, Dueckborn, Schotten, Lich, Unternehmen Freienseen u. a. wird noch verhandelt. Das wird allgemein mit Freuden begrüßt. Das Gaswerf selbst wird hier errichtet. Im Frühling soll mit dem Bau begonnen werden. + Wetzlar, 29. Febr. Wie soeben im hiesigen Kreisblatt befannt gegeben, findet Sonntag, 11. März die diesjährige Bertreter Versammlung für den Kreis Kriegerverband Wglar statt. Die Versammlung wird im hiesigen Schüßengarten mit nachstehender Tagesordnung abgehalten: 1. Ablieferung der Rapporte und Einzahlung der 2. Rechnungeablage; 3. VorBeiträge pro 1905; standswahl. -- ** Aus dem Kreise Wetzlar, 20. Febr. Endlich ist, so schreibt man uns, es den vereinten Bemühungen unserer Landwirte gelungen, daß die hier längst gewünschten Simmentaler Zuchtbullen" auch im Kreise Blar zur Einführung gelangen dürfen. So wurden dieser Lage in zwei Gemeinden die ersten Tiere eingestellt. Die Behrassenfrage für den Kreis Wezlar hat bekanntlich auch am 25. Januar bei Beratung des landwirtschaftlichen Etats bas preußische Abgeordnetenhaus beschäftigt. Wir geben nunmehr der Hoffnung Raum, daß alle zwischen den bes teiligten Interessenten schwebenden Streitigkeiten beendet sein Wuch in anderer Weise sucht man die Viehzucht im Kreise Weßlar zu heben, und zwar durch die Anlage von Jungvieh weiden. So wird Gutsbefizer Rene zu Hof Altenberg demnächst eine solche Weide einrichten. Bu diesem Zwede läßt er 60 Morgen Wiesengelände am linken Lahnufer einfriedigen. Das wäre alsdann die zweite derartige Biehweide im Kreise Wezlar. Die erste ware im Vorjahre in Garbenheim gleichfalls zwischen der Lahn und dem Bahnförper Gießen- Wezlar angelegt. werden. - § Frankfurt, 22. Febr. Der Kampf um die Viehmarktbant hat ein neues Gebilde geschaffen. Es hat sich nämlich eine Vereinigung von Meggern, Händlern und korporativen Mitgliedern gebildet, welche den nicht bei der Vieh- Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, den 21. Februar 1905. Unter Ausschluß der Deffentlichkeit wurde gegen den 18jährigen Landwut Heinrich Riz von Willofs verhandelt. Er hatte sich an 8 schuipflichtigen Kindern in unsittlicher Weise vergangen. Unter Berücksichtigung des seutherigen guten Leumunds und der Jugend, sowie der Tatsache, daß die Kinder wenig Schaden erlitten hatten, wurde auf die milde Strafe von 4 Monaten Gefängnis erfannt. Der Tüncher Georg Keil von Harbach mußte megen Streitigkeiten aus einer Wirtschaft gebracht werden. Er geriet darüber in Zorn und stacy blindlings um sich, wobei er dem Wilhelm Herzberger lebensgefährliche Stiche berbrachte. Er wurde zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Maurerlehriing Johann Heinrich reulich ist wegen Körperverlegung unter Anflage gestellt. Er wurde im Hinblick auf seine Jugend nicht in Haft genommen. 8um angesezten Termin blieb er aus und es verlautet, daß er nach merita geflüchtet ist. Es wurde em Haftbefehl gegen ihn erlassen. Wegen strafbaren Eigennußes wurde zum Schlusse der Schremer Johannes 111 4. von BadNauheim in Geldfirafe von 3 Mt. genommen. Er hatte bei einer Kriegervereinsversammlung die Veriosung eines von ihm angefertigten Nähtastens vorgenommen. Stepener landwirts@ aftlicher settersien. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 24. Februar. Zeitweise woifig, ein wenig fälter, ſtellenweise geringer Schnee. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Wiartrbers@ te. Gichen, 23. Februar. Aus dem heutigen Wochenmarit topeten Butter pet fb. 0.95–1.00., uyuevetes per Stud 8-9 Pfg., Enteneler St. 7 fs, Kale per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg. Erbsen per Viter 21 Bfg., Binjen per biter 32 Pte., Tauben per Paar kt. 0.80-1.90, hühner pes Stud t. 1.00-1.60, Hahnen, per Stüd 0.80-1.80, Enten per Stud 1.80-2.20, Gauze per Pfd. 55-65 fg., Ochsenfleisch per fb. 70-80 Pfs., Rindfletsch per fb. 62-68 fg. per fb. Schweinefletch 60-72 18. Sowetne fleisch gejalzen per tund 0.76 19., talofleisch per d. 70-74 Pfg. Sammelfleisch per Pfd. 50-741g., Kartoffeln pro 100 kilo 6.00 5. 650 Wit., Zwiebeln per 8t. Mr. 8.00-10.00, Weiskraut 10-15 Pf. per Stüd, Zentner 3-4 Mr. Nepfel per Zenmer 6-10 Wt. Zwetschen per Zentner 0,00-0.00 Nüsse 100 St. 25-30 Pfg. Much per Liter 18. Pfg. Dauer der Warktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Martizeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Markszeti m Uberzieben felgeboten werden. Verantwortlta: für die Politik und den Inseratentell Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide in Gieken. esundheit ist babon abhängig, daß der Körper mindestens ebensoviel Nahrung aufnimmt und vers daut, wie durch die tägliche Abnukung sozusagen auf. gebraucht wird. Gute Gefundheit ist das wertvollste Besitztum für jedermann. Wenn Krankheit das Gleichgewicht stört, so bedarf der Körper einer Ergänzung der gewöhnlichen Nahrung. Diese.. cotts liefert mulsion. Emulsi Sie gebietet aller Art Abmagerung Einhalt. Krankheit ist gleichbedeutend mit Abmagerung. Halten Sie die Abmagerung auf mit Scotts Emulsion. Scotts Emulsion bringt nach Krankheit nene Kräfte. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen an Apotheken und Großhandlungen verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit lachsfarbigem Umschlag, der unsere Schußmarke( Fischer mit großem Dorsch auf dem Rüden) trägt. Scott& Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Schutze marke. Bestandteile: Feinster Medizinal- Lebertran 150,0, prima Glycerin 50,0, unterphosphorigfaurer Kalt 4,3, unterphosphorigfaures Natron 2,0, pulb. Tragant 3,0, feinster arab. Gummi pulv. 2,0, bestill. Wasser 129,0, Altobol 11,0. hierzu aro matische Emulsion mit Sim, Mandel- und Gaul theria Del je 2 Tropfen. Giessener Konzertverein Sonntag, den 26. Februar 1905, abends 54 Uhr mit einer Hauptprobe vormittags 11 Uhr in der Turnhalle des Giessener Turnvereins, Nordanlage. Siebentes Konzert Zweiter Orchester- Abend Dirigent: Herr G. Trautmann, Grossh. Universitäts- Musikdirektor Solistin: Fräulein Helene Ferchland( Violine) aus Berlin Orchester: Das Vereins- Orchester( Kapelle des Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm( 2 Grossherzoglich Hessisches) Nr. 116, verstärkt durch andere geehrte Künstler. Vortragsfolge: 1. Vorspiel und Schluss des III. Aufzuges aus dem Bühnenweihfestspiel ,, Parsifall" 2. Konzert in Es- dur für Violine und Orchester( Köchel No. 268) 3. ,, Allegro con grazia" a. d. Symphonie pathétique, op. 74, für Orchester 4. Solostücke für Violine: a) Sérénade mélancolique, op. 26 b) Mazurka c) Scherzo rustique a. d. ,, Miniatures", op 20 5. ,, Tod und Verklärung", Tondichtung für grosses Orchester, op. 24 R. Wagner. W. A. Mozart. P. Tschaikowsky. César Cui. Richard Strauss. Eintrittskarten zum Konzert für Nichtmitglieder zu Mark 3.00, Sperrsitz Mk. 4 sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolph Nachf.), für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigten Preisen zu haben. Zur Hauptprobe nur im Vorverkanf Mk. 1.-, Schülerkarten 50 Pfg. Oeffnung des Saales 4 Uhr. Giltigkeit haben blaue, gelbe und rotweisse Karten, ungiltig sind rote Karten. Bekanntmachung. Nachdem innerhalb der geseßlichen Frist Beschwerde XXX XX gegen die am 20. Januar borgenommene Wahl der Bei Stadt- Cheater figer des Kaufmannsgerichts Gießen nicht erhoben worden ist, werden die Namen der Gewählten zur öffentlichen Kenntnis gebracht: 1. selbständige Kaufleute: 1. Holterhoff, Franz, 2. Möhl, Georg Emil, 3. Noll, August, 4. Strauß, Moriz. 2 Handlungsgehilfen: 1. Engel, Hugo, 2. Hofmann, Abraham, 3. Hosch, Karl, 4. Will, Hermann. Gießen, den 21. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Befanntmachung. Gemäß§ 6 des Ortsstatuts für das Kaufmannsgericht Gießen vom 12. Dezember 1904 wird zur öffent= lichen Kenntnis gebracht, daß das Kaufmannsgericht Gießen am 1. März 1905 seine Tätigkeit beginnt. Gießen, den 21. Februar 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kabelverlegungsarbeiten wird die Kaplausgasse von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 22. Februar 1905. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Tafelbutter. 8.50, Naturbutter IIa. Mt. 8. 04er Ernte, hell u. hart 10 Pfd. Bienenhonig Colli mr. 5.50 3. Probe, ButTifter Käse bollett, 10 Pfd. Colli Mt. 5.-, Halbfett Mt. 4. Kümmeltaje Ia. naturr. tgl. frisch 10 Pfd. Celli Mt. ter und Honig Mt. 7.25. 3.50, zur Probe 2 Butter u. Tlster Käse Mr. 7. schneeweiß, staub- u. stielfrei DauGänsefedern nenreich pr. Pfd. Mk. 1.75, diefelben ff. geschliffen per Pfd. Mt. 2.40, Daunen 3 Pfd. genügen z. Oberbett per Pfd. Mk. 4 bis 5.50. 1904er Legehühner fracht- u. zollfrei jeder dt. Bahnstation, garantiert lebend. Ankunft, in beliebiger Giessen. Direktion: Steingoetter. Freitag, den 24. Februar 13. Freitags- AbonnementsVorstellung. Gewerbebank zu Gießen. Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Die verehrlichen Mitglieder unserer Bank werden zu der am Freitag, 24. Februar 1905, abends 8 Ahr im Saale des Hotel Einhorn babier abzuhaltenden 46. ordentlichen Generalversammlung ergebenst eingeladen und bei der Wichtigkeit der zur Verhandlung kommenden Gegen stände um zahlreiches Erscheinen gebeten. Gießen, den 17. Februar 1905. Gewerbank zu Giessen. Eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates: L. Petri II. Gesangverein Liedertafel Lollar Samstag, den 25. Februar, abends 7.59 Uhr im Saale ,, Zur Linde" Großzer Maskenball. Eintritt für Nichtmitglieder 50 Pfg. pro Person. Totentanz. Robert Stuhl Eine Aschermittwochsdichtung in 1 Aft von Mary Moeller. Hierauf: Gießen, Neustadt 23. empfiehlt zu billigsten Preisen: Der Dieb. Hülsenfrüchte Komödie in 1 Aft von Octave Mirbeau. Zum Schluß: Endlich allein. Schwank in einem Akt von Gustav Trisch. XXX XXXX Daubringen! 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