g. er das Gehöft d Sperre wird hi 5. ießen. ng. om 16. Aug. 19 hier die Scle efindebermie n wir nachsteher an eine an eine 1. 7. 5 7.981 entrichten ba Sarbeiten wi Nr. 223. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Redaktion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluk Nr. 362. Freitag, den 22. September 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Vfq. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Tas Blait erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Bolizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheisen. Angriffe auf das Kolonialamt. Ein großes rheinisches Blatt hatte in mehreren Artikeln Den Furberkehr vorgekommen. Namentlich sollten von amtlicher Stelle in Stephanfrage angedeutet, im Reichs- Kolonialamt seien unzulässige Dinge 5. drei Gold. ewöhnlich anderen chfommen t nennen. nell eine t bedingt en, einen ungsweije Rüdficht, nicht die nen( beis 1 Töchterjede Notütter sind r diejeni notorij Mädchen, achen; fie ang wird Jon weld Srper der in Frei aben die wir das g aller beim f, die rhöhte bleich Grundfen bon ftig pulning eine gestellten Cöchter im gten fich: Bewegung. Sprachen, en Tätig ir förper e turnen, r Freude brinIhnen etwas einen , denn m." Engage B!" er' ich!" eigentlich halt fei, die Re „ Meine Babllofe nicht den der Budgetkommission des Reichstags bei Beratung des Etats für Kamerun unrichtige Angaben gemacht worden sein. Kolonialdirektor Stübel forderte das Blatt auf, Belege für seine Behauptungen beizubringen. Darauf erklärte die Zeitung, jenen unrichtigen Angaben in der Budgetfommission hätten sich auf ein Buch des Konsuls René über die Kamerun- Eisenbahn nach dem Tschadsee und die Konzession des Kamerun- Eisenbahnsyndikats. In der Kommissionssitung habe der Kolonialdirektor erklärt, dieses Buch sei eine rein private Arbeit, während tatsächlich zur Drucklegung dieses Buches Reichsgelder gegeben worden seien, ohne daß der Reichstag hiervon Kenntnis bekommen habe. Weiter habe man unter Verschweigung der tatsäch= lichen Lage Eisenbahnkonzessionen verliehen und unrichtige Angaben darüber gemacht. Dadurch sei die Stellungnahme der Parteien im Reichstag beeinflußt worden. Von amt= licher Stelle werden nun folgende Aufklärungen gegeben: Die Behauptung, daß für das Buch von Carl René Reichsgelder gegeben worden sein, ist gänzlich aus der Luft gegriffen. Die Angabe der Kolonialverwaltung, daß mit Dem ersten Kamerun- Eisenbahn- Syndikat über die VerLeihung von Bergrechten verhandelt worden sei, sollte falsch fein. Im Laufe der Bestrebungen zur Finanzierung der Bahn sind verschiedentlich Mitglieder des Syndikats an die Rolonialverwaltung wegen einer Erweiterung der Konzesfion, insbesondere auch wegen der Verleihung von Bergrechten, herangetreten. Die Kolonialverwaltung hat fich stets zur Erwägung jeden Vorschlags bereit gefunden erklärt. Die Richtigkeit der Mitteilung der Kolonialverwaltung, daß das erste Syndikat schon im Dezember 1904 sich ohne Reichsgarantie als außerstand zur Finanzierung Der Bahn erklärt habe, wurde bestritten. Am 6. Dezember 1904 in einer Sigung des Syndikats, der zwei Vertreter Der Kolonialabteilung beiwohnten, bestand darüber Einverständnis, daß die Finanzierung der Bahn ohne Reichsgarantie für den größeren Teil des Gesellschaftskapitals unmöglich sei. Das Syndikat bezeichnete in derselben Sizung Vertreter, die auf der Grundlage einer partiellen Reichsgarantie mit der Regierung verhandeln sollten. Aus diesen Verhandlungen ist der dem Reichstag als Anlage zum Gesezentwurf über die Kamerun- Bahn mitgeteilte Konzessionsentwurf hervorgegangen." Da also alle Voraussetzungen für die Angriffe auf das Rolonialamt unrichtig seien, werden diese von der amtlichen Stelle als vollständig hinfällig bezeichnet. Lebendiges Wissen. Welche Verfassung die verschiedenen Könige Roms ihrem Lande gegeben und wie sie dadurch den Grund zu dem fünftigen Weltreich gelegt haben, das wissen unsere kleinen Gymnasiasten am Schnürchen herzuzählen. Ob und welche Vorzüge Spartas monarchisch- aristokratischer Verfassung vor den demokratischen Staatseinrichtungen Athens innewohnen, darüber wissen sie genau und klug mit den Worten ihrer Lehrer zu reden. Sie zählen ohne Irrtum auf, welche Völker die Bundesgenossenschaft" der Römer gewannen und welche staatsrechtlichen Vorteile mit dieser Bundesgenossenschaft verknüpft waren. Ueber die rechtliche Stellung der konsularischen und prätorischen Provinzen, über die Befugnisse der Konsuln und Prokonsuln, der Prätoren and Proprätoren, über die Amtsaufgaben der Aedilen und Quästoren können sie aus dem Stegreif kleine Vorträge jalten. Die Stufenleiter der Dekurionen und Centurionen und Legionäre ist ihnen vertraut, als zählten sie unter Anverwandten und Hausgenossen Inhaber solcher Stellen, und von dem magister equitum fprechen sie mit einer Geläufigkeit, als wäre ihr leibhaftiger Onkel zu dieser Würde pergerückt. Das ist ganz reizend anzuhören. Man freut sich, daß Sie lieben Jungen das alles gelernt und sich so gut einjeprägt haben; man freut sich sogar, daß man es selbst einmal gewußt, und ärgert sich durchaus nicht, daß man es bis auf schmale Reste wieder vergessen hat. Man glaubt den Jungen aufs Wort, wenn sie einmal etwas unwahrscheinliches vorbringen; und man tut recht daran, denn ihr frisches Gedächtnis täuscht sich nicht. Nun frage man aber die Jungen- es dürfen auch schon reifere Knaben sein nach der Verfassung des Reichs oder des engeren Vaterlandes, nach der Bedeutung und rechtlichen Stellung der Reichslande, wie Reich und Staat sich ineinander fügen, nach den Aufgaben des Reichstags und des Reichskanzlers, nach der Bedeutung von Ministern und Oberpräsidenten, nach dem unterschied zwischen Staatsverwaltung und kommunaler Selbstverwaltung; man frage sie, um bei ganz einfachen Verhältnissen zu bleiben, was ein Landrat und was ein Bürgermeister ist und man wird sein blaues Wunder hören. Oder vielmehr: man wird es nicht hören, man wird gar nichts hören; denn die Jungen werden überhaupt nicht antworten. Was ein Aedil ist, wissen sie ganz genau, aber einen Polizeipräsidenten kennen sie nicht. Das Zehntafelgesetz behandeln sie mit derselben Familiarität wie Coopers Indianergeschichten, aber das Der Eselsmüller und die Falschmünzer.| dieses ist meine Schuld. Gibst Du ihm aber dieses 26) Von Gustav Rohleder, Grünberg i. H. Alle Rechte vorbehalten. ( Nachdruck verboten.) Bei einem knorrigen Kiefernstamme angekommen, blieb der Muller stehen, bückte sich zur Erde und entfernte eine Schicht Moos. Dann ein starker Druck und eine Eisenplatte, inwendig mit Stroh gefüttert, sprang empor. Eine Höhlung wurde sichtbar und aus derselben holte der Müller verschiedene Säckchen. Ale enthielten Goldstücke in französischer und englischer Prägung. „ Sieh', Junge", so sprach der Eselsmüller zu dem wie betäubt dastehenden Weishaupt,„ jedes Säckchen hat einerlei Wert. Eines davon ist Dein, nimm es hin, es flebt fein Unrecht daran, alle sind nummeriert". Weishaupt war entsetzt. ,, Vetter, Eselsmüller", so sprach er ,,, das ist zu viel, ich darf es nicht annehmen". " Still, Junge", erwiderte fast drohend der Eselsmüller, nimm's hin, ich habe nur noch wenig Zeit. So, dieses hier gibst Du im Zollhause zu Frankenburg an den alten Stuhlmann ab, als leztes Lebewohl vom Eselsmüller. Dieses sollen mein stummer Peter und die taube Annelies haben. Du sollst es aber behalten und betde bis an ihr Ende gut verpflegen. Dieses dritte ( außer Deinem) gibst Du gelegentlich noch zu beiden Teilen dem armen Balser in Sassenburg und dem Förster bon H... hausen, der uns vorhin begegnete. find noch zu vergeben, eines gibst Du der Mäzel- Lina bon Rennkirchen und sagst ihr, sie möge für den Eselsmüller beten. Sie hatte ihn lieb, Junge, die Lina. Der Eselsmüller aber war selbst ein Esel. Doch wir haben feine Zeit zum Plaudern. Dieses letzte Beutelhen gibst Du Mäzel- Linas Sohn, wenn er aus dem Zuchthause kommt. Ich selbst habe ihn auf die Bahn der Falschmünzeret gewiesen, nun ist er eingesperrt. Als Lump wird er gebrandmarkt werden, Beutelchen, so hat er übergenug. Geld wäscht auch die Schande des Zuchthauses ab", so sprach er mit bitterer Ironie. Dann nahm er noch einige Säckchen und klappte die Höhlung zu. Bei seinen Eseln angelangt, tat er diese Säckchen in die Satteltasche. Dann ging es schweigsam zur Mühle. Die taube Annelies trug das Abendessen herbei. Auch dieses wurde schweigsam berzehrt. Dann stand plöglich der Müller auf und winkte dem Weishaupt. Er hieß ihn vor dem Stalle stehen bleiben. Aus demselben holte er die beiden jungen Esel, den ältesten davon gesattelt. Hier lege Deine Säckchen hinein", Nachdem es sprach er und öffnete die Satteltaschen. geschehen, sprach er weiter: ,, Diese beiden Esel schenke ich Dir, behalte sie bis sie sterben, es sind treue Tiere. Morgen früh findest Du hier bet der Mühle mein altes Grauchen, nimm es auch zu Dir und gib ihm das Gnadenbrot. Er hat mir treu gedient, hat mich weite Strecken auf seinem grauen Rücken getragen. Wer mich antasten wollte, erhielt von ihm Fußtritte. Heiner und Neumeyer, die beiden Grenzjäger fönnen ein Liedlein von Eselsmüllers Brautier fingen. Doch genug jezt. Leb' wohl mein Junge". Better Eselsmüller", so rief mit starrem Gesicht Weishaupt,., was soll das alles bedeuten? Was wolt ihr tun? Wollt ihr ein Unglück begehen? Vetter, tut es nicht, ich bitte Euch um Gottes Willen. Bleibt in der Eselsmühle, ihr könnt ja leben, ich gebe euch alles Geld zurück, begeht nur nichts Böses". " Still Junge, Deine Liebe tut mir wohl, ich begehe feine Schandtat, sei nur zufrieden. Folge genau meiner Anordnung, später hörst Du von mir. Jetzt aber mach' daß Du fortkommst". So erwiderte der Eselsmüller auf die Angstfragen des jungen ehrlichen Weishaupt. Derselbe mußte jetzt gehorchen. Er nahm die beiden Esel, nachdem er dem Müller eine herzliche |, Gute Nacht" gewünscht, und ritt seiner Kohlhütte zu. Bürgerliche Gesetzbuch ist ihnen ein Begriff von undurchdringlicher Dunkelheit, und von dem Strafgesetzbuch haben sie ungefähr die Vorstellung, daß es sie nichts angehen könne, da ihrer Wohlanständigkeit ein Verstoß dagegen doch unbedingt fernliege. Besser ist's aber: man fragt nicht die Jungen, sondern man fragt zunächst sich selbst. Das wird ein hübsches Staunen geben, wenn man bemerkt, wie herzlich wenig man von den alltäglichen Dingen weiß, deren Senntnis man doc bitter nötig hat und deren Unkenntnis man unter Umständen mit schwerem Schaden büßen muß. Denn der Staat hat eine beschämend gute Meinung von uns, die wir gar nicht verdienen und nach der wir auch gar nicht geizen, weil sie uns in der Regel nur im Verein mit einer schweren Bußrechnung präsentiert wird. Der Staat sezt voraus, daß wir alle seine Verordnungen und Gesetze kennen, und behandelt demgemäß unsere Verstöße als wissentliche und darum strafbare Verstöße. Wie er aber zu seiner Voraussetzung gekommen ist, das ist im Dunkeln. Er selbst hat nichts dazu getan, uns zu unterrichten, und wir können doch nicht alle Juristen von Beruf sein, können auch nicht alle im Nebenfach Jura studieren. In der Schule erfahren wir von den zehn Geboten, wenn es gut geht, auch etwas vom Zehntafelgeseß. Aber von dent Unterschied zwischen Zivilrechts- und Strafrechtspflege lernen wir nichts, und man muß schon ein halber Jurist sein, um zu begreifen, daß beispielsweise die Schuldfrage von der Straffrage zu trennen ist. Und trotzdem werden wir als Schöffen und als Geschworene zur Mitwirkung bei der Rechtsprechung berufen. Mit dem Amt muß uns dann der Verstand kommen. Er kommt ja auch in der Regel. Wir sammeln im praktischen Leben eine ganze Menge Kenntnisse, deren angemessene Nußbarmachung und Verwendung uns nicht allzuschwer fällt. Es würde uns aber sicher nichts schaden, wenn wir in der Schule schon eine Anleitung erhielten, wenn wir dort etwas weniger von den Verhältnissen der Griechen und Römer und dafür etwas mehr von den Verhältnissen des gegenwärtigen Lebens lernten. Wir würden dann mit besserer Vorbereitung ins praktische Leben treten. Wir denken dabei gar nicht an eine direkte Schulung für das Schöffen- und Geschworenenamt, obwohl wir zugestehen, daß es kein Fehler wäre, wenn wir dort der berufsmäßigen dialektischen Gewandtheit von Staats- und Rechtsanwälten eine größere Festigkeit entgegenbrächten. Wir haben in erster Reihe den eigenen Lebensbedarf im Auge, unsere Schulung zur Beurteilung der eigenen Rechtsverhältnisse. die uns erst zu wirklichen Tätern unserer Taten macht, uns nicht zu bloßen Opfern unserer Taten werden läßt. Die Schulen alle, von der Volksschule aufwärts, fönnten und sollten hierin weit mehr leisten, als sie tun. Und die Schüler würden solchem Unterricht gewiß mit Aufmerksamkeit folgen. Etwa eine Stunde mochte verflossen sein, als Weishaupt einen Feuerschein am Himmel, der Eselsmühle zu, bemerkte. Bange Ahnung ergriff ihn, nach Often war der Schein, dort lag die Eselsmühle. Herrgott, sollte ein Unglück geschehen sein? Er eilte aus dem Walde auf das freie Feld. Dort angekommen, sah er wirklich die Eselsmühle in Flammen stehen. Von weitem bemerkte er die Annelies und den Peter händeringend auf der Wiese herumlaufen. Wie ein Rasender sprang er hinab zur Mühle. Alles war verloren, er sah es. Zu retten war auch gar nichts mehr. Schaurig freischte noch das große Wasserrad im Feuer und laut klingelte der Mahlkasten bis das Feuer sie Die Annelies und der Mahlzum Einsturz brachte. fnappe waren schier in Verzweiflung. Weishaupt erfaßte beide an den Händen und deutete ihnen an, das nichts mehr zu retten set. Dann blieben alle drei bei der brennenden Mühle stehen, bis die letzten Wände zischend in den Mühlbach fielen. Darauf nahm Weishaupt diese zwei Insassen der Mühle am Arme und führte sie zu seiner Köhlerhütte. Willenlos ließen sich beide hinführen. Weishaupt hielt sein Wort, er hat sie gepflegt bis an ihr Ende. Beide haben nicht zu lange gelebt. Der Schrecken des Brandes hatte ihre Kräfte zerrüttet. Ebenso gewissenhaft besorgte Weishaupt alles ihm weiter übertragene und anvertraute Geld an die bestimmten Personen. Jezt erst fand man, daß der Eselsmüller doch ein barmherzigeres Herz hätte als viele, welche ihn als Dieb, Geizhalz oder Falschmünzer verachtet hatten. Viele Tränen hatte er doch im Geheimen getrocknet, viele ihm Ja, die ängstlichen Gemüter bekannte Not gelindert. traten offen hervor und erzählten, wie viel sie in den teuren Jahren vom Eselsmüller heimlich erhalten hatten. ( Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau Deutsches Reich. * Ueber eine Annäherung zwischen Deutschland und Rußland äußerte sich der augenblicklich in Paris weilande russische Minister Witte. Er sagte, es sei nur natürlich, daß die Annäherung bestehe und fuhr fort:„ Kaiser Wilhelm war Rußland gegenüber während des ganzen Krieges mehr als forrekt. Bei jeder Gelegenheit hat er sein Bestreben bewiesen und bekräftigt, uns keine Verlegenheiten zu bereiten und von uns, soweit es von ihm abhing, alle Verwickelungen fern zu halten. Wenn man in einer schwierigen Lage ist, so ist man für ein gutes Vorgehen sehr dankbar! Gleichwohl ist im Wesen der französisch- russischen Beziehungen feine Aenderung eingetreten. Ich sage nicht einmal, daß die Sympathien sich vermindert haben, vermute nur, daß die russisch- deutschen Sympathien gewachsen sind. Wenn bon zwei Größen eine zunimmt, die andere aber unverändert bleibt, so hat man eben den Eindruck, daß lettere kleiner wird. Doch liegt die Sache nicht so. Die französisch- russische Allianz entspricht den Interessen beider Völker, an dieser ist nichts geändert und darf nichts geändert werden. * * Als Ort der Marokkokonferenz wird aus unterrichteten Kreisen jetzt ziemlich bestimmt Algeciras in Spanien genannt. In Paris dauern die Verhandlungen zwischen den deutschen und französischen Diplomaten noch an, * * Sonderbare Erscheinungen zeitigt die Fleischteuerung. Der Stadtrat von Solingen beschloß zur Abwehr der Fleischnot den Ankauf von Nordseefischen in großen Massen durch die Stadt. Die Stadt wird alsdann der Bürgerschaft die Fische zum Selbstkostenpreise abgeben. Alle Bezirksbcreine des deutschen Fleischerverbandes wollen Versammlungen abhalten, um bei den Einzelregierungen die Deffnung der Grenze zu fordern.- Die Bürgerschaft in Bremen beschloß, der Senat möge seinen Einfluß im Bundesrat dahin geltend machen, daß so rasch als möglich die Vicheinfuhr bom Auslande nach allen den deutschen Pläzen freigegeben werde. * Der in Jena tagende sozialdemokratische Parteitag beschäftigte sich mit der Maifeier. Es kam zu scharfen zusammenstößen zwischen Robert Schmidt und den Genossinnen Frau Zietz- Hamburg und Rosa Luxemburg, die über die Art, wie Schmidt sich über die wissenschaftliche Zeitschrift der Genossinnen verächtlich ausgesprochen hatte, sich verletzt fühlten. * Nach einer über Kapstadt kommenden Meldung des englischen Bureau Reuter sollten die deutschen Truppen eine Niederlage im Kampfe gegen Hendrik Witboi erlitten hcben. Bei Ketmannshoop sollte Hendrik Witboi einen langen deutschen Transport überrascht, die Begleitmannschaft niedergemacht, 1000 Stück Vieh, 122 Wagen, Munition und Gewehre erbeutet haben. Eine amtliche Bestätigung dieser Tatarennachricht lag in Berlin bis gestern abend nicht vor. Die Nachricht ist auch schon deshalb unglaubhaft, weil solche langen Transporte in Südwestafrika gar nicht vorkommen. Hendrik könnte im schlimmsten Falle einen Convoi in kleinerem Umfange angegriffen haben. Man nimmt an, daß an der Reutermeldung nichts ist oder daß sie sicher an Uebertreibung leidet. Oefterreich- Ungarn Sie * Kaiser Franz Josef sprach sich bei der Eröffnungsfahrt auf der Bahn nach Gastein über die Wirren in Ungarn aus. Zu einem Abgeordneten, Mitglied der deutschen Volkspartei, sagte der Kaiser: Sie müssen mir jezt alle helfen, müssen mich unterstützen!" Dann fügte der Kaiser hinzu: In die Trennung der Armee werde ich nie und nimmer einwilligen." Der Abgeordnete versichert, er habe den Kaiser noch nie so unmutig gesehen. Großes Aufsehen ruft in Budapest die Berufung sämtlicher Koalitionsführer zum Kaiser hervor. Das wird als ein ganz außergewöhnliches Vergehen der Krone aufgefaßt. In politischen Kreisen wird bielfach die Ansicht geäußert, daß, wenn der letzte Appell der Krone an die Koalition erfolglos bliebe, ein Geschäftsministerium fommen werde Balkan- Staaten. ** Infolge der fortwährenden Beunruhigung der rumânischen Bevölkerung durch mazedonische Banden hat sich eine ernste Verstimmung zwischen Rumänien und Griechenland entwickelt, die jetzt Ausdruck gefunden hat. Der griechische Gesandte in Bukarest, Tombazis, trat einen Urlaub an, ohne einen Geschäftsträger zurückzulassen. Der rumänische Gesandte in Athen, Papiuini, erhielt gleichfalls den Auftrag, einen Urlaub anzutreten, und hat nur einen Beamten zur Bewachung des Archivs der Gesandtschaft zurückgelassen. In Bukarest beschuldigt man die griechische Regierung, den Bandenführern Unterstützung zu leihen. Alien. ** Der Austausch der Natifikation des japanisch- russischen Friedensvertrages soll in Washington stattfinden und zwar sehr bald nachdem die beiden Herrscher die Natifikationen bollzogen haben werden. Wahrscheinlich wird der Austausch im Weißen Hause erfolgen, um Roosevelt eine Ehrung zu erweisen. Hof und Gesellschaft. ** Der Kaiser empfing den Gouverneur von Südwestafrika von Lindequist, der dann auch an der Frühstückstafel beim Raiserpaar teilnahm. ** Der Präsident der preußischen Staatsschuldenver maltung, Otto von Hoffmann, ist gestern, an seinem 72. Geburtstage, gestorben. - Soziales Leben. Große Arbeiter- Aussperrung in Berlin. Die Firmen Siemens und Halske, Siemens- Schuckert und die Augemeine Elektrizitäts- Gesellschaft haben ihren Arbeitern mitge teilt, sie würden, wenn die bisher Streifenden nicht bis gestern mittag erklärten, daß sie die Arbeit sämtlich wieder aufneh. men, die Werke gestern abend schließen. Die streifenden Arbeiter des Wernerwerkes und des Werkes an der Oberspree haben die verlangte Erklärung verweigert, so daß aeſtern abend die Schließung der Werke zu erwarten war Bei der Aussperrung kommen ungefähr 8000 Arbeiter in Frage. Den Anlaß zum Streik bildete die Forderung, den Achtstundentag streng durchzuführen und sämtliche Ueberstunden abzuschaffen. Hrbeiterverficherungs- Kongress. ( Eig. Bericht.) Wien, 21. September. Zu einem erregten Zwischenfall kam es gestern auf dem Kongreß. Nachdem die Berichte über die Vereinheitlichung und Vereinfachung der Arbeiterversicherung erstattet waren, wurde die Erörterung eröffnet. Da 21 Redner sich gemeldet hatten, ersuchte der Tagespräsident Geh. OberReg.- Rat Werner- Berlin die einzelnen Redner, die geschäftsordnungsmäßige Sprechzeit von zehn Minuten streng einzuhalten. Als der Vorsitzende der österreichischen Krankenfassengenossenschaften, Dr. Verkauf, das Wort ergriff, erklärte er, in der kurzen Zeit nicht, wie er beabsichtigte, eine Kritik der gesamten Vorschläge liefern zu können und sich deshalb auf wenige Hauptpunkte beschränken zu müssen. Er griff sehr scharf die Vorschläge an, die eine Veränderung in der Zusammensetzung der Krankenkassenvorstände zum Zweck haben, und erklärte, die Selbstverwaltung bestände nur, wenn die Arbeiter die Zweidrittelmehrheit behielten. Nach zwölf Minuten erklärte der Vorsitzende, daß er ihm das Wort entziehen müsse, da die Sprechzeit zu Ende sei. Verkauf wollte an die Versammlung appellieren, aber der Vorsitzende blieb bei der Ablehnung. Darauf erhoben die Krankenkassenvertreter Einspruch und verlangten stürmisch die Abstimmung. Verkauf verließ die Rednerbühne niit den Worten:„ Wenn Sie Gewalt gebrauchen, weichen wir der Gewalt." Der Präsident konnte die Ruhe nicht herstellen und erklärte die Sigung für geschlossen. Nachmittags unternahmen die Teilnehmer an dem Kongreß einige Ausflüge und Besichtigungen. Bei dem gemeinsamen Abendessen auf dem Kahlenberg begrüßte Generaldirektor Klang von der Versicherungsgesellschaft„ Phönix" den Kongreß namens der privaten Versicherungsgesellschaften und verwies auf den innigen Zusammenhang zwischen der privaten und der öffentlichen Versicherung, die einander ergänzen müßten. Der Vorsitzende des Kongresses, Geh. Rat Dr. Boedicker, gab bei Eröffnung der heutigen Sigung beschwichtigen.de Erklärungen zu dem gestrigen Zwischenfall. Dann wurde die Debatte über die Vereinfachung der Arbeiterversicherung fcrtgesetzt, an der sich zahlreiche Mitglieder aus dem Deutschen Reiche und aus Desterreich beteiligten. Die Meinungsverschiedenheiten führten auch heute wieder zu lebhasten Auseinandersetzungen. Die Tauernbahn. Eine neue Eisenbahnlinie ist in Desterreich dem Verkehr übergeben. Sie leistet an Kühnheit der Konstruktion Gewaltiges; galt es doch, mit dieser Bahn die starrsten Gebirgszüge der Alpen zu übersteigen und Triest, die einzige bedeutende Seehafenstadt Desterreichs, mit dem nördlichen Zentral- Europa näher zu verbinden. In Ansehung der Bedeutung, die der Bahn für den Weltverkehr beiwohnt, hat Kaiser Franz Josef selber die Weihe der Bahn borgenommen. Auf eine Ansprache des Ministerpräsidenten Freiherrn von Gautsch gedachte der Kaiser der großen Schwierigkeiten bei der Durchführung des Werkes, deren Ueberwindung der österreichischen Technik zur Ehre gereiche, und sprach die Hoffnung aus, daß die Verbindung der Bevölkerung die ersehnten Vorteile bringen und die gedeihliche Entwickelung der Königreiche und Länder wirksam fördern werde. Es folgte nun der eigentliche Weiheakt, den der Erzbischof von Salzburg vollzog, dann bestieg der Kaiser den ersten Zug und fuhr nach der vorläufigen Endstation, nach Bad Gastein. In Bad Gastein. Auf dem Bahnhofe von Gastein war großer Empfang. In seiner Erwiderung auf die Ansprache des Bürgermeisters Straubinger gab der Kaiser seiner Freude über die Entwickelung des Weltkurorts Ausdruck und begrüßte huldvoll eine Anzahl höherer preußischer Offiziere, die zur Kur in Gastein weilen. Es fand dann beim Kaiser Hoftafel statt, worauf die Rückreise nach Wien erfolgte. Großartige Bauwerke. Die neue Alpenbahn bietet in technischer wie in touristischer Beziehung das höchste Interesse dar. Sie zählt zu den interessantesten Bauwerfen ihrer Art und bietet wahre Wunderwerke der Höhenbahn- Kunst. So ist sie gleich hinter der Station Schwarzach über die fast senkrecht abfallende sogenannte„ blaue Wand" geführt; hier waren enorme Mauern von 16 Meter Höhe erforderlich, um die notwendige Breite für den Bahnkörper zu schaffen. Rechts eröffnet sich ein prächtiger Blick auf das Kalkmassiv des Hochkönig, dessen schroffe Wände in einer Einsattelung des gegenüberliegenden Salzachgehänges sichtbar werden. Durch den 180 Meter langen Untersbergtunnel und in großem Bogen über den aus mehreren sechs-, acht- und zwölfmetrigen Deffnungen bestehenden Thomersbach- Viadukt wird die Bahn zum Bürgl geführt, einer Talenge, die mit cinem 27 Meter hohen Damm überschritten wird. 500 Meter weiter rechts sind die wildzerrissenen Mandelwände sichtbar übersetzt die Bahn mit einem Steinbogen von 20 Meter den engen und tiefen Murſengergraben, worauf der 100 Meter lange Kanlachtunnel folgt. Unmittelbar nach Verlassen dieses Tunnels überschreitet die Linie mit einer 75 Meter langen Eisenbahnbrücke den Kanlachgraben, der ursprünglich mit einem großen SteinViadukt übersetzt werden sollte, doch zwangen die ungünstigen erst während des Baues gefundenen Fundierungsverhältnisse zu einer Projektänderung. An der Grenze des Hochwaldes. Bei Station Dorf Gastein nehmen die Bergriesen ihren Anfang. Rechts tritt aus tiefem Waldesgrün der weiße Gipfel des Bärnkogels, im Vordergrund werden die Gletscher des Hochnarr, Angel sichtbar. Schon von der Station Hof Gastein übersieht man in vollem Umfang die gegen Bad Gastein die Lehne erklimmende Bahn; immer höher führt uns der Zug, fast bis an die Grenze des Hochwaldes. Zu unserer Füßen breiten sich die grünen Matten des Talbodens, in dem das Auge nur das weiße Band der Reichsstraße und die gligernden Fluten der Ache zu unterscheiden bermag, während unmittelbar vor uns die blauen Gismassen des Tischlerkarfees sichtbar werden. Zwei gefährliche Wild bäche, der Wiedner- und der Laydalpsbach, muß die Bahn überschreiten, dann ist die Haltestelle Kaltenbrunn erreicht. von wo ab die Schwierigkeiten und die Großartigkeit der Bauwerke eine stete Steigerung erfahren. Fünf gewölbte Viadukte mit Deffnungen von 12 und 20 Meter folgen kurz aufeinander, bis endlich die 82 Meter tiefe Angerschlucht mit einem Eisenbogen von 110 Meter Spannweite über brückt werden muß. Malerisch hebt sich die lichtgestrichene Brücke von dem tiefdunklen Hintergrund des Hochwaldes ab, einem Netwerk vergleichbar, mit dem der Mensch die von der Natur gebildeten Schluchten zu überbrücken sich erfühnt. Mit diesem gewaltigen, imposanten Bauwerk und diesem großartigen landschaftlichen Hintergrund kann sich an Schönheit nur der Trisang- Viadukt der Arlbergbahn messen Die Weiterführung der Bahn. Der nunmehr fertiggestellte und dem Verkehr übergeben nördliche Teil der Tauernbahn bildet erst den Anfang der gesamten Strecke. Diese, die Tauernbahn im engeren Sinne, findet in Schwarzach Anschluß an die Staatsbahn von Salzburg nach Wörgl. Südlich von Gastein sind folgende Bahnen im Bau: die Karawankenbahn, die Worheiner Bahn und schließlich die Karstbahn, einzeln nach den Gebirgszügen behannt, die neu zu erschließen sie bestimmt sind. Man rechnet bamit, daß die ganze Linie bis Triest bis zum Jahre 1908 fertig gestellt sein wird. Nab und fern. † Schreckliche Rache eines Abgewiesenen. In Beine verfolgte ein Arbeiter die Tochter einer Witwe mit Heiratsanträgen, von denen indessen beide Frauen nichts wissen vollten. In der Erregung darüber überfiel der abgewiesene Freier die Mutter in der Küche ihrer Wohnung und schlug sie mit einem Hammer tot. Als die Tochter bald darauf nach Homie kam, wurde auch sie von dem Rasenden so furchtbar zugerahtet, daß sie auf den Tod verletzt darniederliegt. Nach der Untat erhängte sich der Mordgeselle. Sieben unmündig Kirder waren auf die beiden ermordeten Frauen angewiesen. † Das Unglücksfahrzeug. Unweit Nauen verunglückte auf der Chaussee ein von Berlin kommendes, mit 6 Personen Gesetztes Automobil. Zwei Insassen wurden schwer verleẞt. Das Automobil wurde zertrümmert. † Ein verhängnisvoller Waldbrand. In den staatlichen Waldungen bei Herkulesbad wütet seit Wochen ein großer Brand. Zur Hilfe bei den Löscharbeiten trafen 800 Soldaten an der Brandstelle ein. Bei diesen Arbeiten, die mit besonderen Schwierigkeiten verknüpft waren, wurden durch herabstürzende Felsen zwei Soldaten getötet, drei wurden schwer und elf leicht verletzt. † Großfeuer im Dorf. In der Ortschaft Gasseldorf in Oberfranken vernichtete am hellen Tage ein verheerender Brand 24 Häuser samt den Nebengebäuden. † Neue Elementar- Ereignisse in Süditalien. Kaum haben die Erdstöße in Calabrien aufgehört, so ist durch anderweitige Elementar- Ereignisse die Panik unter den Bewohnern aufs neue entfacht worden. Zunächst brachen schreckliche Stürme los. Dann brach während der Nacht in Olivadi eine Feuers. brunst aus, durch die zwei Häuser, die als Magazine für Möbel und anderes Eigentum von Personen dienten, die nach dem Erdbeben noch am Leben geblieben waren, zerstört wurden; auch Personen kamen dabei zu Schaden. Ueber andere Orte, wie Neggio, ging ein heftiges Unwetter nieder. Mehrere Häuser wurden vom Blitz getroffen, und was noch auf den Feldern war, ist vernichtet. Man befürchtet, daß eine Hungersnot ausbrechen werde, zumal die Verteilung von Nahrungsmitteln bislang ganz unzulänglich ist. In der Umgegend von Vercelli und Novara hat schwerer Hagelschlag die Reisfelder verwüstet und einen Schaden von mehreren Millionen angerichtet. † Pariser Vandalen. Die berühmte Minerva des Palais Mazarin in Paris, eine der schönsten der auf unsere Zeit gelangten antifen Marmorstatuen, ist bei nächtlicher Weile in einer Weise verstümmelt worden, daß an die Wiederherstellung des Kunstwerkes nicht zu denken ist. † Erdbeben in Tirol. Im Arlberg- Bezirk erfolgten ria der zwei starke Erdstöße, der erste von fünf, der zweiten vier Sefunden Dauer. Die Bewegung war mit einem starken Dröhnen verbunden. Aus dem Gerichtsfaal. § Reichstagsabgeordneter Kulerski verurteilt. Die Brau denzer Straffammer berurteilte den Reichstagsabgeord neten Viktor Rulerski wegen Breßbergebens zu zwei Mo naten Gefängnis und Tragung sämtlicher Kosten des Ver. fahrens. § Minister Ruhstrat als Zeuge. Gegen einen Münchenet Restaurateur schwebt eine Anflage wegen Duldung des Kartenspiels Bofern". Der Beschuldigte hat den oldenburgischen Minister Rubstrat als Zeugen resp. Sachverstän digen in Vorschlag bringen lassen, um durch seine Aussag zu beweisen, daß Pokern kein Glücksspiel sei. Diesem Antrage ist seitens des Gerichts insofern stattgegeben worden, als der Minister kommissarisch vernommen werden soll. Die Jagd nach der Million. Was ein großer Lotterie- Gewinn bewirken kann..- Die Kantinenwirtin Hofer in Sedan gewann vor kurzer Zeit in der Wohltätigkeitslotterie des französischen Presseberbandes eine Million. Dieser für die schon bejahrte Frau so glückliche Umstand zeitigte eine Menge beachtensiverter Begleiterscheinungen, von denen die an die Gewinnerin gerichteten Bittgesuche nicht das uninteressanteste Beurteilungsmaterial für die Psychologie des Menschen abgeben. Mit nicht weniger als 10 000 Briefen wurde der Sturm auf die Million unternommen, und die Geldforderungen, die an Frau Hofer gerichtet wurden, beliefen sich auf rund 3 725 000 Francs. Unter den Briefen finden sich vor allem zahlreiche Pumpschreiben von Kaufleuten, die einen Wechsel nicht einlösen können, die vor dem Bankerott stehen und die sich totschießen müssen, wenn man ihnen nicht hilft. Folgen obsture Banken und stark anrüchige Makler, die die Million mündelsicher anlegen wollen. Nicht gering ist die Zahl der Brautleute, di heiraten zu for rung haben n dürfnis haben mähnenswert Francs braud der Verzweif zur Führung fehlen. Die Verfe. Naib ihrem Glüd Lotterieziehung wirtin war, b tun: Leutnan ehemalige Rä alle wollen et oder ein Lar Wahl. Wen Meldungen d länder und ei Sekretärpofter Gefellidhafterin führer, jener Dann find Frau Sofer Ge warenbandlunge Badereien. Wer nur zu wählen Mufitinftrument beitsichloß und e Milliardar zu we Gewinnerin aber der verschiedenst farten, Spielze wehr, Schuhe, mal und ein fchon Sonaten nium und ein barer Kauz fe maßen zum Frau Hofer einem Symu fchiden ihr als Und dann Hofer gegen berheiraten. C der vier Spro Bäcker und ein Kaufmann mit mann, der Her gefühlboller j Schriftsteller, nennt, ein Mu Dichter ist, ein Unterleutnant Empfehlung n Dragoners ist milie! Die Br Schwachheit, T hat dem ganz richtete, ein re Wenn ich Sie Bettelbriefe verö wie weit menich Beijer hätte das tönnen! * Der Gr ftande bes Polize Krag unter Dienfiftelle den fowie den jurif Finanzen Regier Schweinsber Areisamtmann S zum Kreisamtma ben Regierunge felden zum Are ernannt. ** Das G gegeben am 19.6 die Anlage etne Bafaltwerte bahn Stodheim Edartaborn bet ** Fürd find 6 Berhar gefehen. E bormittags 9 wegen Sitt Eng i); Die gegen Marie teidiger Rate bormittags 9 wegen Notzud Seidinger aus Rechtsanwalt Dormittags 9 1 den 28. Se wegen Brandstif Samstag, den Gottlieb Bauer F. Der T bei feinen Mitglie erheben. Wer de Heine Anmeldung an handler Challier, 5 Mt., er wird orftellungen bes B Die Mitglieder gen Theaters einen Ra Borftellung am 3.5 Die auch noch bei Den Witgliedern S auen Gismaffer efährliche Wild muß die Bab mbrunn erreicht. roßartigfeit der Fünf gewölbte eter folgen fur fe Angeridilud pannweite über e lichtgeftridiene Des Hochwalde Der Mensch die brüden fich er Bauwert rund fann f er Arlberg 1. fehr übergeben Den Anfang der engeren Sinne bahn von Salz folgende Bab iner Bahn und birgszügen be Man rednet Jahre 1908 n Beine bermit Heirats nichts wiffen der abgewiesene ung und schlug er bald darau enden so furcht darniederliegt Sieben un ordeten Frauen erunglückte auf it 6 Personen schwer verlet den stanicen Sen ein großer fen 800 Sol beiten, die mit wurden durch drei wurden Gaffeldorf in berbeerender 1. Kaum haben chanderweitige ewohnern aufs fliche Stürme i eine Feuer Magazine für In dienten, die waren, zerstör Schaden. Ueber Inwetter nieder und was noch befürchtet, daß die Verteilun glich ist. verer Hag den von me ba des Palais uf unfere Zeit Lichtlicher Weile die Wiederher erfolgten ria der zwerten ar mit einem Die Brau Stagsabgeord zu groei Mo often des Ver men Mündene Duldung des bat den alden p. Gabberti feine Ausiag i. Diesem An egeben worden, werden foll lion. en fann. in bor furger ifchen Preffe Dejahrte Frau eachtenswerter ewinnerin ge teste Beurtei gen abgeben. Brautleute, die nur noch einige Banknoten brauchen, um heiraten zu können. Dann gibt es Kranke, die Luftverände rung haben müssen, und kleine Modistinnen, die das Bedürfnis haben, eine Ferienreise zu machen. Besonders err- wähnenswert ist das Bittschreiben einer Familie, die 50 000 Francs braucht, um einen Sträfling zu rehabilitieren, und der Verzweiflungsschrei eines betrogenen Ehemannes, dem zur Führung des Scheidungsprozesses noch 5000 Francs fehlen. Die Boeten richten an Frau Hofer liebeglühende Verse. Naive Personen haben ein solches Vertrauen zu ihrem Glück, daß sie sie freundlich bitten, bei der nächsten Lotterieziehung für sie Lose auszuwählen. Da sie Kantinenwirtin war, bekommt sie es natürlich auch mit Soldaten zu tun: Leutnant, Feldwebel, Feldwebelsgattin, Gendarm, ehemalige Rämpfer von Meriko, von Sedan, von China alle wollen etwas„ abhaben". Wenn Frau Hofer ein Haus oder ein Landgut kaufen will, hat sie nur die Qual der Wahl. Wenn sie Dienstpersonal braucht, hat sie nur die Meldungen der Briefschreiber zu berücksichtigen. Ein Engländer und ein französischer Advokat bewerben sich um einen Sekretärposten in ihrem Hause. Frauen bringen sich als Gesellschafterinnen in Empfehlung. Der will ihr Geschäftsführer, jener ihr Portier, ein Dritter ihr Gärtner sein. Dann sind da die Unternehmer, die mit dem Gelde der Frau Hofer Geschäfte gründen wollen: Kaffeehäuser, Modewarenhandlungen, Zuschneideakademien, Schlächtereien, Bäckereien. Wenn sie Erfindungen unterstützen will, hat sie nur zu wählen zwischen der Luftschiffahrt, einem neuen Musikinstrument, einem elastischen Wagenrad, einem Sicherheitsschloß und einem unfehlbaren System, in Montecarlo Milliardär zu werden. Man verlangt von der„ glücklichen" Gewinnerin aber nicht nur Geld, sondern auch Gegenstände der verschiedensten Art: Milchfühe, Nähmaschinen, Ansichtsfarten, Spielzeug, ein Holzbein, einen Hund, ein Jagdgewehr, Schuhe, Häuser, einen elektrischen Gürtel, ein Denkmal und ein Klavier für ein Kind von 21 Monaten, das schon Sonaten komponiert. Ein Küster braucht ein Harmonium und ein Menschenfeind ein Automobil. Ein sonderbarer Kauz sehnt sich nach einem Erbbegräbnis. Gewissermaßen zum Ausgleich für die vielen Bittgefuche bekommt Frau Hofer auch Geschenke. Zwei Liederdichter, die mit einem Hymnus auf ihre Million 15 Francs verdient haben, schicken ihr als gewissenhafte Leute 100 Sous Tantieme. Und dann die Heiratsgesuche! Ein Marquis will Frau Hofer gegen eine bestimmte Gebühr mit einem Edelmann verheiraten. Ein Italiener will sie haben, und ein Deutscher, der vier Sprachen spricht, auch. Dann sind noch da ein Bäcker und ein Schlächtergeselle, ein gräflicher Kutscher, ein Kaufmann mit 200 000 Francs Vermögen und ein Handelsmann, der Herrn Loubet zu seinen Kunden zählt; ferner ein gefühlvoller junger Mann, der seine Mutter liebt, ein Schriftsteller, der sich„ Beobachter des menschlichen Lebens" nennt, ein Musiker, der zugleich Zeichner und sentimentaler Dichter ist, ein Soldat mit einem Pferd, ein schmachtender Unterleutnant und ein unglücklicher Zivilist, der zu seiner Empfehlung nur anführen kann, daß er der Onkel eines Dragoners ist also wenigstens eine Uniform in der Familie! Die Briefe sind ein wertvolles Dokument menschlicher Schwachheit, Torheit und Begehrlichkeit. Ein Frrenhäusler hat dem ganz blödsinnigen Briefe, den er an Frau Hofer richtete, ein recht vernünftiges Postskriptum angefügt: Wenn ich Sie wäre," schreibt er ,,, würde ich die zahllosen Bettelbriefe veröffentlichen lassen, um der Welt zu zeigen, wie weit menschliche Gier und Dummheit gehen können." Besser hätte das ein Philosoph auch nicht gesagt haben Eönnen! Lokales. 22. September 1905. * Der Großherzog hat am 20. September dem Vorstande des Polizeiamts Darmstadt Regierungsrat Dr. Hermann Kraß unter Belassung desselben in seiner dermaligen Dienststelle den laufenden Rang eines Kreitsrats zuerteilt, sowie den juristischen Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen Regierungsrat Hermann Freiherrn Schend zu Schweinsberg zum Kreisrat des Kreises Alzey, den Kreisamtmann Hermann Pfeiffer, bisher zu Schotten, zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Groß- Gerau und ben Regierungsaff ssor Ludwig Haberkorn aus Beerfelden zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Schotten ernannt. ** Das Großh. Regierungsblatt N. 24, ausgegeben am 19. September enthält u. a. eine Bekanntmachung, die Anlage etnes Anschlußgeleises der Firma Ohmtals Basaltwerte 6. m. 6. H. in Marburg an die Nebenbahn Stockheim- Gedern in den Gemarkungen Ortenberg und Ecartsborn betreffend. ** Für die Schwurgerichtsfizungen im 3. Quartal find 6 Verhandlungstage, vom 25. bis 30. September vors gesehen. Es wird verhandelt Montag, den 25. September, vormittags 9 Uhr, gegen Georg Winter aus Merfenfriß wegen Sittlichkeitsverbrechen( Verteidiger Rechtsanwalt Engisch); Dienstag, den 26. September, vormittags 9 Uhr, gegen Marie Ortwein aus Frischborn wegen Meineid( Verteidiger R.dtsanwalt Arnold); Mittwoch, den 27. September, bormittags 9 1hr, gegen Peter Grün aus Nieder Ohmen wegen Notzucht( Berteidiger Justizrat Weidig); Donnerstag, den 28. September, vormittags 9 Uhr, gegen Adam Seidinger aus Brückenau wegen Notzuchtversuch( Verteidiger Rechtsanwalt Kaufmann); Freitag, den 29. September, Dormittags 9 Uhr, gegen Josef Kraft aus Frankfurt a. M. wegen Brandstiftung( Verteidiger Rechtsanwalt Grünewald); Samstag, den 30 September, vormittags 9 Uhr, gegen Gottlieb Bauer aus Worms wegen Totschlag. F. Der Theater- Verein Gießen läßt gegenwärtig bei seinen Mitgliedern den Beitrag für das laufende Jahr erheben. Wer dem Verein neu beizutreten wünscht, wolle fügung. Für die erfte Vereinsvorstellung steht die beste Neuerscheinung dieses Jahres, das Schauspiel" Der Graf von Charolais" von Beer Hofmann mit einem hervor. ragenden Gaste in der Titelrolle in Aussicht; für eine der folgenden Vorstellungen ist Frl. Tenta Bré aus Hamburg, die im letzten Winter mit so großem Erfolge im Frühlingsopfer" gaftierte, gewonnen, und zur Zeit schweben Verhandlungen mit Hansi Niese, der ausgezeichneten Wiener Künstlerin. * Die neue katholische Kirche in Gießen ist soweit vollendet, daß nächsten Sonntag, den 24. Sept., die Benediktion stattfinden kann. Man unterscheidet Benediktion und die Confetration. Die Consetration ist eine der feierlichsten Weihen, dauert ca. 3 Stunden und wird nur vom Bischof vorgenommen. Die Benediktion ist eine fürzere Weihe, die mit bischöflicher Erlaubnis von jedem Briefter vorgenommen werden darf; sie ist notwendig, damit in einem Raume das hl. Meßopfer gefeiert werden fann. Benediziert werden die nur vorübergehend zum Gotttsdienst eingerichteten Räume und Privat- Oratorien, aber auch neugebaute Rirchen, wenn es rätlich erscheint, einst. weilen von der Consetration abzusehen. Lezteres geschieht bei der neugebauten Kirche in Gießen. Das Gotteshaus ist zunächst nur teilweise erbaut, nämlich Chor, Querschiff und ein Joch des Langschiffs. Die drei übrigen Langschiff joche und die Türme werden später angebaut. Da nach Vollendung der ganzen Kirche die feierliche Confetration stattfinden muß, wird vorläufig nur die Benediktion vorgenommen. Deshalb wird auch von Veranstaltung einer bei Einweihung von Kirchen üblichen weltlichen Feier abgesehen. Zur firchlichen Feier findet nach der Benediktion um 92 Uhr Hochamt mit Predigt und Ministration, darauf Uebertragung des Allerheiligsten und abends um 6 Uhr Predigt und Segensandacht statt. Die Kirche steht einstweilen ungemalt im Rohbau da und fehlt bezüglich der Innenausstattung, abgesehen von dem übrigens noch nicht vollendeten Hochaltar, noch alles; man muß sich mit provisorischer Einrichtung( Notverglasuna, Notfanzel) behelfen oder die Einrichtung der alten Kirche( Orgel, Bänte, Beichtstühle 2c.) mit herübernehmen, da zur stilgerechten Innenausstattung alle Mittel fehlen. * Bei der Ziehung der Mainzer Landwirtschaftslotterie fiel der erste Hauptgewinn auf Nr. 23213. * Am nächsten Sonntag- Vormittag 11 Uhr beginnend, findet in der Stadthalle zu Mainz eine Versammlung der gemeinnütigen Bauvereine des Großherzogtums en statt. Die Tagesor. nung umfaßt folgende Punkte: 1. Eröffnung der Versammlung und Begrüßung der Erschienenen. 2. Bericht des Verbandsvorsitzenden über den gegenwärtigen Stand des Bauvereinswesens und das Ergebnis der borgenommenen gefeßlichen Revisionen. 3. Handhabung der Geschäftsführung bei den Baugenossenschaften; Bericherstatter: Rendant Doering Gießen. 4. Die Geldbeschaffung für die gemeinnüßigen Bauvereine; Bericherstatter: Bürgermeister und Abgeordneter Dr. Frenay Bensheim. 5. Warum treiben wir Wohnungsreform? Werichterstatter Pfarrer Loos- Butzbach. 6. Die Bestimmung des Ortes für ben nächsten Verbandstag- Nach Schluß der Versammlung findet ein gemeinsames Essen statt. Nach dem Essen soll ein Ausflug in die Umgebung von Mainz( wahrscheinlich eine fleine Rheinfahrt) gemacht werden. • *** Viehmarkt zu Gießen. Bei dem 19. und 20. September stattgefundenen Warfte waren aufgetrieben 1314 Stüd Rindvich, 715 Stüd Schweine. Der nächste Markt findet am 3. und 4. Oftober ftatt; am letteren Tage auch Krämermarkt. *** Ein drolliges Stückchen passierte dieser Tage einem Gerichtsbeamten zu Gießen. Der Beamte fam, um sich eine Auskunft zu erbitten, in ein Haus und klopfte an eine Tür, ohne Antwort zu erhalten. Als er dann in der Dich hinaus, Du Drucknoas, oder ich werfe D'r den Besen Küche Geräusch vernahm, flopfte er auch dort an. Machste nach," schallte es dem Klopfenden jegt entgegen. Na, dachte er, die Sache wird ja heiter und öffnete die Tür. Wer aber beschreibt den Schrecken der Frau, als sie ftatt ihres Jungen den Herrn erblickte. Tausend Entschuldigungen funft, worauf der Beamte sich empfahl. ftammelnd, gab die Frau bereitwilligst die gewünschte Ausder Oberförsteret Lauterbach, Johannes Mann zu § Eichelsdorf, 21. September. Der Oberförster Lauterbach, wurde gestern in gleicher Diensteigenschaft mit Wirkung vom 1. Oftober in die Oberförsterei Eichelsdorf versetzt. schlug ihr Obst für 700 Mt. los. X Nieder- Weisel, 21. September. Unsere Gemeinde ? Eich, 21. September. Hamsterplage. Für in diesem Jahre nicht weniger als 1600 Rr. zu zahlen. Ablieferung von Hamstern und Mäusen hat unsere Gemeinde An Stelle des Ausgrabens verwendet man jezt Gift als Kampfmittel gegen die Schädlinge. * < Mainz, 21. September. Unfall. Ein Dragoner des Regiments Nr. 6 stürzte heute Morgen vom Pferde und erhielt, als er am Boden lag, einen so heftigen Hufschlag gegen den Kopf, daß der Schädel gespalten wurde und das Gehirn heraustrat. Der Schwerverleßte wurde ins Lazarett überg führt. Sein Zustand ist hoffnungslos. Kassel, 21. September. Gestern Abend gegen 62 Uhr ereignete sich auf dem Bahnhof Gensingen ein Eisenbahnunfall, der leicht die schwersten Folgen hätte haben tönnen. Im Hauptgeleife des Bahnhofes hielt, so wird der„ Kl. Presse" berichtet, ein nach Rassel bestimmter Militärzug, der die aus dem Manövergelände heimkehrenden Mannschaften des 11. Pionierbaillons nach Hannoversch Münden befördern sollte. Ein Teil der Leute war bereits eingestiegen, als plößlich der Frankfurter Eilgüterzug 6015 in den Zug hineinfuhr. Glücklicherweise waren die letzten Wagen noch unbesetzt und wurden nur diese zertrümmert. Personen wurden nicht verlegt. Aus dem Gerichts[ aal. Straffammer. Gießen, den 22. September 1905. Der Agent Abraham Jakob zu Gießen wurde im November 1903 wegen eines Betrugs, den er bei Vermittelung des Verkaufs der Wirtschaft 3ur Germania" in Lollar verübt hatte, zu 4 Monaten Gefängnis verur. teilt. In dieser Sache wurde auf seinen Antrag das Verfahren wieder aufgenommen. Im Jahre 1904 wurde er wegen gleicher Handlungen, die bei den Verkaufsvermittelungen einer Bäckerei zu Wißmar vorkamen, unter anklage gestellt und unter dem 4. August genannten Jahres von der Ferienstraftammer freigesprochen. Die angefochten und das Reichsgericht fam zur Aufhebung und Staatsanwaltschaft hat dieses Erkenntnis durch Revision Rückverweisung der Sache an das erfte Gericht. In beiden stellte es sich heraus, daß eine Beugin wegen Krankheit berSachen wurde auf heute Termin anberaumt. Bei Aufruf hindert war zu erscheinen; auch blieben einige andere Geladene unentschuldigt aus, weshalb die Sache auf Freitag, ben 6. Oftober, vormittags 8 Uhr, vertagt wurde. Durch Gerichtsbeschluß wurden die unentschuldigt Ausgebliebenen in Ordnungsstrafen von je 10 Mt. genommen und ihnen auferlegt. die durch Vertagung der Verhandlung erwachsenen Roften Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 14. Sonntag nach Trinitatis, den 24. September. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schulz. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nächstfünftigen Sonntag, den 1. Ofteber, findet im Hauptgottesdieuft Beichte und heil. Abendmahl für Matthäusund Markusgemeinde gemeinsam statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johannesfirche. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohannesVormittags 9.30 Uhr: Repetent Waas. Bfarrassistent Sattler. gemeinde. heil. Abendmahl für die Lukas und die Johannesgemeinde. Nächfifünftigen Sonntag, den 1. Ottober, Beichte und Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Katholische Gemeinde. Samstag, den 23 September. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 24. September. 15. Sonntag nach Pfingsten. Benediktion der neuen Kirche. * Wem gehören überhängende Früchte? Angesichts der Obsternte ist es angebracht, auf die rechtliche Seite des Eigentums beim Ueberhang aufmerksam zu machen. Ein Baum gehört immer demjenigen, auf dessen Grund und Boden er steht. Hängen nur Zweige aus dem Nachbargarten über, so tann der Nichteigentümer das Abschneiden dieser Zweige verlangen oder selbst vornehmen, aber die weige gehören dem Eigentümer. Anders ist es mit den Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. Wurzeln des Baumes. Diese kann der Nichteigentümer abhauen und für sich behalten. Die in den Nachbargarten überhängenden Früchte gehören stets dem Baumbefizer. Dieser muß aber, will er die Früchte abnehmen, erst die Erlaubnis des Nachbarn zum Betreten des Gartens haben. Abgefallene Früchte gehören demjenigen Angrenzer, auf dessen Grund und Boden fie liegen. M um 6 30 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiliges Kommunion. Vorm. um 7, 7.30 und 8 Uhr, sind heil. Messen. Vorm. um 9.30 Uhr: Benediktion der neuen Kirche, fodann Hochamt mit Predigt und Ministration. Nach dem Hochamt Übertragung des Allerheiligsten aus der alten in die neue Kirche; darauf fatramentalischer Segen. § Londorf, 21. September. Der Metzger Johannes Abends um 6 Uhr: Predigt; darauf Andacht mit Segen höchft dahier beabsichtigt in der Gemarkung Londorf ein Schlachthaus zu errichten. Etwaige Einwendungen sind bis zum 26. d. M. bei der Bürgermeisterei Londorf vorzubringen. * Ober Mörlen, 21. September. Das Familienfideikommißgut der Ritter zu Grünftein soll um 138 in größert werden. rde der Sturm feine Anmeldung an den Rechner des Vereins, den Musitalien der Gemarkung Ober- Mörlen gelegene Grundstücke ver eldforderungen fich auf rund n fich vor allem e einen Wedjel stehen und die t hilft. Folgen die die Million ift die Zahl der händler Challier, Neuenweg, richten. Der jährliche Beitrag ift 5 Mt., er wird aber beim Abonnement auf die 6 Eeparatsvorstellungen des Vereins wieder voll in Abrechnung gebracht. vie Mitglieder genießen bei den Abonnements des Stadttheaters einen Rabatt von 8% und bei der EröffnungsBorstellung am 3. Oktober, die außer Abonnement stattfindet, bie auch noch bei anderen besonderen Veranstaltungen stehen dem Mitgliedern Karten zu ermäßigten Preisen zur Ber* Heldenbergen, 20. September. Heute erfolgte die Abnahme der neuerbauten Bahnstrecke HeldenbergenStodheim. Die Bahn berührt, von Stockheim ausgehend, Glauberg, Heegheim, Engheim, Lindheim, Altenstadt, Oberau, Höchst, Eichen, Heldenbergen. Die Eröffnung erfolgt am 1. Oftober. Die Linie Blbel- Heldenbergen dürfte bis zum April 1906 fertiggestellt sein. und theophorischer Prozession in der Kirche. Alle Gottesdienste nur der Benediftion finden noch in Gottesdienste in der neuen Kirche gehalten. der alten Kirche statt; nach der Benediktion werden alle Gießener landwirts& aftlicher Wetterdient. Voraussichtliche Bitterung in Hessen für Samstag, den 23. September. Heiter und trocken, am Tage mäßig warm, nachts fühl. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentes! Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beibe in Gießen. Postkarten- Centrale Sonnenstraße 5 Gießen empfiehlt: Gartenbesitzer und Blumenfreunde wird es interessieren, dass ein neues Katalog- Gartenbuch von M. Peterseims Blumengärtnereien Seltersweg 14 in Erfurt erschienen ist. Es wird Stadt- Ansichten, Blumen-, Serien-, Witzkarten, Künstlerkarten. Das eigene Porträt auf der Postkarte Nachdruck meiner Orig.- Inserate verboten. 6 Stück 90 Pig. Sie sind leidend und fühlen sich elend! Warum senden Sie mir nicht Ihre Adresse? Selbst wenn Sie an den bartnäckigsten veraltesten Krankheiten leiden und alle Mittel schon versucht haben, können eie sich mit vollem Vertrauen an mich wenden. E8 liegt in Ihrem eigenen Interesse mir Ihre Adresse sowie Ihr Leiden postwendend mitzuteilen. Ich bin imstande Krankheiten verschiedenster Art in aller Kürze mit Sicherheit zu heilen. Hunderte von geheilten Patienten, die durch mich das fölichste Gut die Gefundheit wiedererlangten, danken es mir heute, daß sie sich zur Zeit ihrer KrantDiskrete Behandlung. heit an mich wandten. Franz Fleck prakt. Magnetopat u. Naturheilkundiger Frankfurt a. M., Zeil 3. Consultationsstunden nur Wochentags vormittags 9-12, nachmittags 2-5 Uhr. Nachdruck meiner Orig.- Inserate verboten. eingeleitet mit den Worten: " " " Grab' einen Quell in dürren Wüstensand. pflanz einen " Baum in ödes Heideland, auf ,, dass ein Wanderer, der nach ,, vielen Jahren an Deinem " Quell sich labt und Früchte ,, bricht von Deinem Baume, " froh Dich segnend spricht: ,, ein guter Mensch ist dieses ..Wegs gefahren." Das Katalog- Gartenbuch wird man wende sich direkt an die Gärtnereien Peterseim kostenlos versandt. Fruchtsäcke Kartoffelsäcke neue und gebrauchte, Strobsäcke Bekanntmachung. Die Vertilgung der Natten durch Gift in de städtischen Kanälen und Wasserlänfen soll in de nächsten 8 Tagen vorgenommen werden. Um eine durch greifende Wirkung zu erzielen, ist es erforderlich, da alle Besitzer der im Stadtgebiet liegenden Hausgrund stücke für gleichzeitige Vertilgung der Natten in thren Kanälen, Sintfasten und Höfen 2c. sorgen. Die Befizer von Haustieren, Geflügel 2c. werden hiervon unter de gefährdeten Stellen fern zu halten, da seitens der Stadt etwaige Schadenersazansprüche abgelehnt werden. Putztücher urderung in Kenntnis geſetzt, solche Tiere von bes empfiehlt billigst Robert Stuhl Gießen, Neustadt 23. Jagdpatronen RheumatisHülsen Schrot Pulver etc. empfehlen n. Gicht- Kranken, theilt aus Dankbarkeit u. sonst mit, was ihrer lieben Mutter nach jahre langen gräßlichen Schmerzen sofort Linderung u. nach kurzer Zeit vollständ Heilung brachte. Marie Grünauer, Brüder Schmidt München Bilgersheimerftr.2 II Gießen. Gutgehende Mahl, Del- u. Auskünfte über Vermögens-, Familien- und Privatverhältnisse aus jebem Orte gewiffenhaft und bistret besorgt das Auskunftsburean Schneidemühle A Wolffky, Berlin N. 37, mit treuer Kundschaft und mit Gothaer Lebensversicherungsbank auf bazugehörendem Gegenseitigkeit. Größte Auftalt ihrer Art in Europa. Beftand an eigentlichen Lebensversicherungen über 860 Min. 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Juli 1845 und unter Zustimmung des Gemeinderates wird für den Bezirk der Gemeinde nachstehendes Ortsftatut erlassen: § 1. Die Straßenreinigung ist Sache des Anliegers, als Anlieger ist stets der jeweilige Eigentümer der an die Straße anstoßenden Grundstücke anzusehen. § 2. Die Reinigungspflicht erstreckt sich auf die Bürgersteige, Rinnsteine, Wasserabzüge und die Hälfte der Fahrbahn. Zur Reinigung gehört auch die Entfernung von Gras nnd Unkraut, das bei trockenem Wetter erforderliche Wassersprengen und das bei Schnee- und Frostwetter not wendige Entfernen des Schnees und Streuen mit Asche 2c. § 3. Dieses Ortsstatut tritt mit dem Tage seiner Veröffentlichung in Kraft. Der Bürgermeister. J. V: Eymael. Kohlen- und Kokslieferung. Für den Winter 1905/06 soll die Lieferung von Hüttenkoks für die Stadtkirche und Johanneskirche, bei eintretenden Krankheiten des ferner von Anthracitkohlen und Anthracit Eisen briketts für das Gemeindehaus an der Kirchstraße und vergeben werden. die Konfirmandensäle der Lukas- und Johannesgemeind sowie - Preis 2 Mk. landwirtschaftlichen Viehbestandes Belehrung ü. Ankauf u. Zucht 340 Seiten start Probeerempl. g. Mt. 1.20 fr. Buchhandlg. C. Hundt, Bad Wildungen. Joh. Seibel Giessen, Ludwigspl. empfiehlt prima Rheinund Mosel- Weine. p. Fl. v. 50 Pfg. an bis zu den feinsten Marken. Kirchenplatz is ist eine Wohnung. bestehend aus zwei Zimmern und Küche zu verm. Gießen Näheres bei der Bürgermeisteret - Simmer Nr. 15. Schöne möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. Angebote der Lieferung wolle man bis Donners tag, den 28. ds. Wits. einschließlich an den Unter zeichneten richten. Gießen, den 20. September 1905. Der evang. Gesamt- Kirchen Vorstand. Dr. Naumann. Vergebung von Bauarbeiten. qm Für die Errichtung einer Maschinenzentrale zu Bad Nauheim werden auf Grund des Ministerial erlaffes vom 16. Juni 1893 nachstehend genannte Arbeiten und Lieferungen zum Angebot ausgeschrieben. Betonarbeiten, Los I: ca. 750 qm 3ementboden, 485 Unterlagsbeton, 446 qm Rabitzdecke Los II: ca. 965 qm Eisenbetondecke. Zimmerarbeiten, ca. 142 cbm Tannenholz, 6 cbm Eichenholz, 8600 lfdm Holzwert abzubinden. Grobschlosserarbeit, ca. 3000 kg Eisenzeug zu liefert. Dachdeckerarbeit, ca. 2900 qm Ziegeldach. Spenglerarbeiten, Los I: ca. 290 Ifdm Hängekandel 145 Ifdm Abfallrohre, 94 qm Kehleindeckung Los II: ca. 330 qm& indeckung mit Kupferbled Alle Unterlagen liegen von Montag, den 18. Sept. Gefl. Angeb. m. Preis- ab auf unserem Bureau, Zanderstraße, zur Einsicht offen; Bedingungen und Arbeitsbeschreibungen werden nur dort zum Selbstkostenpreis abgegeben. Versand nach Auswärts findet nicht statt. Die Angebote find ver schlossen und portofret, mit entsprechender Aufschrift ver sehen bis zu dem Eröffnungstermin, Mittwoch, den 4. Oktober 1905, vorm. 11 Uh der unterzeichneten Behörde einzusenden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Schönes Logis zu vermieten. Näh. Hinter der Westanlage 15. sucht möbl. WohnHerr und Schlafzimmer. Ein Hausbursche Gießen, Ludwigsplatz 3.lang. gesucht. Drucksachen Jeder Art liefert schnell und preiswert Albin Klein, Glessen. u. 7879 a. d. Exp. d. Bl. 0000000-000000000 Bad Nauheim, den 16. September 1905. Str. 222 Drud und ( 27. Fo Laffen Ein eth Baar und zehntelangen faß auf dem Tifche. 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Baubehörde für die Neubauten in ein Frühſtüd gi Bad Nauheim. Jost. Unfall- Haftpflicht- Einbruch Bestfundierte Versicherungs Gesellschaft A.-G. sucht für Gießen und Umgegend rührige Vertreter gegen bobe Provision. General- Agent aur Zeit am P'aze. Offerten an die Expedition der„ Gießener Neuesten Nachrichten" erbeten. Kämp Das Gouberne Sauptmann Mer