en biefiger Stadt le mit Inhalt, 1 filb. Damen, 1 Portemonnaie Fahrkarte nach warz- weiß- grün, enarmband und nftände belieben ird die SteinCe an bis auf rd die Weser ute an bis auf wird die Stein bis auf weiteres en zur Her Für den Ge. 10 Uhr Bedingungen eingesehen ft erhältlich, einzureichen. Bießen. bormittags tobheimerftraße es Marktes ift man fich an erials ftehen ft von Herrn ezteben. Die um 12 Uhr. Markiplak und ation auf dem in der Turnhalle hinen und Gerät und Gebrauchs Herra Richard kommiffion: nagelneu ad, bireft bon ber Fabri umftande Selbfitoftenpreis ab heres in ber Gip N. 170. Zweites Blatt. Safertionspreis: Die einspaltige Betitzeile für ganz Oberbeen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. sonft 15 Pfg. Reklamen bie Petitzelle 30 refp. 40 Bfg. sbattion u. Haupterpebttion: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Samstag, den 22. Juli 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle omtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Hoffnungen. [ Politische Wochensch a u.] In Nach vorwärts ist unser Blick gerichtet. Selbst wenn wir aus besonderem Anlaß rückwärts schauen, bleibt unser Sinn der Zukunft zugewandt. Die Vergangenheit, sie mag trübe oder lichtvoll sein, ist uns im Grunde nur ein Versprechen oder Vorzeichen für das Kommende, dem wir mit guten Wünschen und frohen Hoffnungen entgegenblicken. War erfreulich, was wir erlebt, so nehmen wir es in zuversichtlichen Wünschen als ein Bild dessen, was wir erleben werden; und war es unerquicklich), so zeigt sich die nahende Zeit unseren Hoffnungen im glänzenden Gegensatz. Hoffnungen sind unsere steten, treuesten Begleiter, von denen uns feine Enttäuschung dauernd zu trennen vermag. dem freundlichen Herzogtum Coburg Gotha hat der Regent eine fünfjährige reiche Tätigkeit abgeschlossen, an der alle Kräfte des Landes in regem Wetteifer sich beteiligen durften. In männlichem Selbstbewußtsein schätzt man das Geleistete nach seinem vollen Wert. In dankbarer Gefinnung scheidet man von dem fürstlichen Manne, dessen gütige Sorgfalt Spuren von langer Nachwirkung zurückläßt, und hoffendes Vertrauen wendet sich dem jungen Herzog zu, der nach erreichter Mündigkeit jetzt selbst die Regierung übernommen hat, ein Sohn des alten deutschen Fürstengeschlechts, das keine Entfernung dem Deutschtum je entfremdet hat und das wurzelfest am Reiche haftet. In Schwarzburg- Sondershausen hat zur nämlichen Zeit der Fürst sein fünfundzwanzigjähriges Regierungsjubiläum gefeiert, herzlich umjubelt von den Bewohnern des seit Jahrhunderten mit seinem Hause auf Gedeihen und Verderb vereinten Ländchens, herzlich beglückwünscht vom Kaiser. Das sind keine Ereignisse von weltgeschichtlicher Bedeutung, aber sie zeigen erquickliche Bilder vertrauensvollen Zusammenwirkens, doppelt erquicklich in einer Zeit, die so viele Beispiele gegenteiligen Verhaltens bietet. In solchen Momenten tritt mit besonderer Deutlichkeit die Hoffnung Deutschlands ans Licht, die eine freundliche Vergargenheit durch eine behagliche Gegenwart mit einer gesegneten Zukunft verbindet. Der Kaiser weilt zurzeit in Schweden, dessen sympathischen König er zum deutschen Großadmiral ernannt hat. Dieses Zeichen hoher persönlicher Wertschätzung kann und soll keine politische Parteinahme in dem augenblicklichen Zwist zwischen Schweden und Norwegen darstellen, faum eine moralische Unterstützung in dem Konflikt, der eine Innenfrage Skandinaviens betrifft. Was der fürstliche Mann dem fürstlichen Freunde gönnen und wünschen mag, darf den Staatenlenfer nicht beeinflussen, der auch über ein großes Einzelschicksal resigniert hinwegschauen muß. Vielleicht zeigt sich vorsichtig- kluges Abwägen darin, daß das deutsche Kronprinzenpaar in den nämlichen Tagen seinen ersten fremdländischen Aufenthalt in Dänemark genommen bat, auf das man in Schweden nicht ganz ohne Mißtrauen blickt, und daß man in Kopenhagen den deutschen Großadmiral von Kösier mit seinem Geschwader von sechs Schiffen gastfreundlich empfangen hat. So ist bedächtig hier durch Bekundung staatlich- freundnachbarlicher Gesinnung ausgeglichen, was sich dort in einem Beweis außerordentlicher persönlicher Würdigung offenbart hat. Daß man dem Kaiser nachsagt, er benutze seinen Aufenthalt in Schweden zur Anbahnung oder wenigstens Anregung eines deutschschwedischen Handelsvertrags, ist nur ein Beweis für die Festigkeit der allgemeinen Ueberzeugung, wie sehr der Kaiser auch seine notwendigen Erholungsfahrten in den Dienst der Reichsinteressen stellt. Der Abstecher nach Tanger während der Mittelmeerreise war hierfür das hervorstechendste BeiTpiel. Beinahe ist es dahin gekommen, daß man von jeder Reise des Kaisers eine frohe Ueberraschung erwartet, sicher dahin, daß man immer frohe Hoffnungen an sie knüpft. Daß ein großer Besitz nicht immer vor Kleinmut oder benigstens vor kleinmütiger Anwandlung schützt, hat sich in recht auffälliger und merkwürdiger Weise während der vergangenen Woche in England gezeigt. Ganz plötzlich war man dort von Furcht vor dem deutschen Kapital ergriffen, das sich der englischen Kohlengruben bemächtigen wolle. Man schien ungefähr die Vorstellung zu haben, als ob deutsche Besizer englischer Kohlengruben die Absicht hegen würden und auch durchführen könnten, den englischen Schiffen und der englischen Industrie die englische Kohle aus irgend einem geheimnisvollen, aber unzweifelhaft feindseligen Grunde zu Sperren. In der Tat hat die Hamburger Reederfirma de Freitas Anteile an englischen Kohlengruben erworben. Sie bat darin jedenfalls eine gutes, gewinnversprechendes Geschäft gesehen, sonst hätte sie es nicht getan. Genau so haben sehr zahlreiche englische Unternehmer in Deutschland getan, als Deutschland noch kapitalarm war. Sie haben hübsche Geminne daraus gezogen, aber den größten Gewinn haben wir selbst gemacht. Deutschland ist von England aus industriell beadfert worden, und englische Unternehmer haben manche Ernte aus Deutschland davongetragen. Die Bereicherung des Bodens aber blieb unser und konnte nicht weggetragen werden, so wenig wie der Boden selbst. Wer vermöchte heute den Ausländer zu hindern, die Mehrzahl der Aktien beimischer Bergwerksgeseüjchaften zu erwerben? Das geht bei uns nicht und geht auch in England nicht. Man sezze den Fall, daß alle Aftien in fremden Besitz übergehen. Man fete ferner den Fall, daß die fremden Besitzer nicht als KaufIente, sondern als Politiker den Einfluß ihres Aktienbesizes geltend machen wollten. Ueber Nacht würde die Gesetzgebung tommen und den schlechten Kaufleuten beweisen, daß sie auch schlechte Politiker gewesen! Der Anfall der Beängstigung ist in England auch schnell vorübergegangen. Man hat eingesehen, daß eine Phantasieverstellung gewesen, wovor man fich gefürchtet hat. Doch selbst die schnell überwundene Surdit läßt die englischen Hoffnungen nicht allzufest gegründet erscheinen. Ein seltsamer Stimmungsumschlag hat Herrn von Witte bon Rußland aus auf dem Wege zu den Friedensunterhandlungen mit Japan begleitet. Daß die Japaner auf der Insel Sachalin vordringen, daß sie Wladiwostok bedrohen, ist fast vergessen und wird jedenfalls nicht beachtet. Beinahe ist schon der Krieg selbst aus dem Gedächtnis ausgelöscht. Es ist, als wäre Witte nicht ausgezogen, um den siegreichen Feind zu bereden, daß er nicht allzuharte Bedingungen stelle, sondern als wäre es der Zweck seiner Reise, mit Japan ein Freundschafts-, ein Schuß- und Truz- Bündnis abzuschließen! Die Hoffnungen Rußlands müssen ganz am Boden sein, wenn man zu solchen kranken Illusionen seine Zuflucht nimmt. Nahezu ebenso schwankend und unsicher sind die Schritte der Bevölkerungsschichten, die der schwachen Regierung die Zügel aus den kraftlosen Händen nehmen möchten und dabei den Mut des Entschlusses nicht finden können. Rußlands Darniederliegen hat die türkische Regierung nach Jahrzehnten zu einem festen Willensakt gebracht: Die Pforte will die Dardanellendurchfahrt befestigen. Da die Flotte nicht mehr existiert, gegen die sich die Befestigung richten könnte, ist die Bemühung eigentlich zwecklos. Sie wird auch nicht ausgeführt werden. Der kugelfichere Panzer. ( Eig. Bericht.) Mailand, 18. Juli. Seit den Tagen des seligen Dowe wurde die Welt so oft bon Erfindungen absolut sicherer" Schutzvorrichtungen gegen das lebensgefährliche Arbeiten moderner Schießwerk. zeuge überrascht und ebenso oft wieder enttäuscht, daß man annehmen sollte, nur in Laiengemütern spute noch die Idee bon dem kugelsicheren Brustpanzer, mit dem der Soldat dem nächst in die Schlacht ziehen und unbekümmert um Flintenfugeln und Granatsplitter bis zur feindlichen Stellung vor dringen werde. Daß man sich aber auch in hohen und höch sten Regierungsfreisen noch ernsthaft mit der Idee beschäf tigt, beweist ein Prozeß, der in den nächsten Tagen vor der hiesigen Straffammer beginnt. Ein schlauer Schwindler hat nicht allein eine erfleckliche Summe durch seine Mär vom fugelsicheren Panzer in Sicherheit gebracht, sondern es sogar verstanden, eine große diplomatische Aktion zwischen den Vertretern der russischen und japanischen Gesandtschaft in Rom ins Werk zu setzen und der italienischen Regierung da durch Verlegenheiten zu bereiten. Als Angeklagte treten vor die Schranken Ernst Benedetti, Erfinder des kugelsicheren Panzers, Baptist Manzoni, Benedettis Geschäftsführer; ein Advokat namen Gelmi und eine unwichtige Persönlichkeit namens Enrico Callegaris. Ernst Benedetti, ein ehemaliger Kaffeehauspächter aus Rom, rühmt sich, erfunden zu haben: einen Kugelsammler für Billards, ein unverletzliches Kunstschloß, einen rationellen Küchenofen usw. Besonders stolz aber ist er auf die Erfindung des kugelsicheren Panzers, mit dem er in allen Spezialitätentheatern der Welt staunenerregende Experimente gemacht hat. Keine Kugel könne diesen Panzer durchbohren, so wurde behauptet. Viele Regierungen ließen sich täuschen, allen voran die russische Regierung, der Benedetti zu Beginn des gegenwärtigen Krieges seinen Panzer argeboten hat. Die Regierung beauftragte ihre Botschaft in Rom, sich mit der Sache zu befassen, und ein Gesandtschafts. attachee schrieb, nachdem er Versuchen, die er für ehrlich hielt, beigewohnt hatte, folgendes:„ Seit der Erfindung des Schießpulvers ist auf dem Gebiete der Kriegswissenschaft feine wichtigere und größere Erfindung gemacht worden als diese. Mit dem Panzer Benedetti können sich die Kämpfenden ungestraft dem feindlichen Feuer ausseßen." Benedetti und seine Associés vom„ Monopol Benedetti", einer Gesellschaft, die eigens gegründet worden war, wollten keinem Menschen gestatten, den fugelsicheren Panzer genau zu untersuchen. Die leichtgläubige russische Regierung beauftragte ihren Militärattachee in Rom, Oberstleutnant Baron von Müller, mit dem„ Monopol Benedetti" einen Vertrag zwecke Lieferung von 100 000 fugelsicheren Panzern abzuschließen; 10 000 Panzer sollten im August 1904 geliefert werden. Auf den Vertrag hin erhielten Benedetti und seine Geschäftsfreunde von einer Mailänder Bank einen Vorschuß von 70 000 Lire. Das Geschäft wurde bald ruchbar; die Presse bemächtigte sich der Sache; die japanische Gesandtschaft in Rom geriet in Aufregung und erhob Protest bei der italienischen Regierung, die sie an die Beobachtung ihrer Neutralitätspflichten erinnerte. Manzoni, der Geschäftsführer des ,, Monopol Benedetti", wurde zum prafetten von Mailand zitiert und darauf aufmerksam gemacht, daß die italienische Regierung die Ablieferung der Panzer an Rußland verhin dern werde. Und was tat Manzoni? Er setzte sich sofort mit der japanischen Gesandtschaft in Verbindung und bot ihr gleichfalls seine Panzer an. Die russische Botschaft bekam Wind von der Sache. Da sie bereits mehrere Zahlungen geleistet hatte, protestierte sie, und ihr Protest hatte den der erwähnten Mailänder Bank im Gefolge: die Bank wollte ihre 70 000 Lire wieder haben. Manzoni aber erklärte, daß die Bank ihm Schadenersaß schuldig sei, da sie durch den Verrat des mit Rußland geschlossenen Vertrages das ganze Geschäft verdorben habe. Die Antwort der Bank ließ nicht lange auf sich warten: sie ließ über Benedettis Panzermonopol den Konkurs eröffnen. Man öffnete den Kassenschrank der Gesellschaft und fand darin: einige Pfennige, ein Stück Papier und.... einen Panzer! Endlich hatte man also den berühmten Panzer, den der Erfinder niemals hatte zeigen wollen. Militärische Sachverständige unterzogen ihn einer genauen Untersuchung und erklärten, daß ihnen ein größerer Schwindel noch nicht vorgekommensei: alle Versuche, die mit dem Panzer vorgenommen werden seien, seien nichts als verblüffend geschickte Täuschungen gewesen. Und so wird jetzt statt der erhofften Sicherung für die armen russischen Soldaten nichts weiter herauskommen als ein Betrugsprozeß und wahrscheinlich der Verlust für die Mailänder Bank. Die Welt will betrogen fein. Der Landwirt. xd Nukbarmachung wertlosen Moorbodens. Die Wkde zieht zwar einen trockenen Standort einem nassen vor. Dennoch ist es durch Versuche erwiesen, daß selbst die schlechtesten Moorböden durch Anwendung der Rabattkultur in ertragreiche, dauerhafte Weidenpflanzungen umgewandelt werden können. Zu diesem Zwecke werden je nach der Nässe im Boden die Beete hergerichtet, und zwar gilt als Hauptregel: je nässer der Boden, desto breiter müssen die Gräben ange= legt werden, damit sich die Beste bis zu mindestens 30 Zentimeter über dem Grundwasser erheben, denn je höher sie liegen, desto besser werden die Pflanzungen gedeihen; gewöhnlich werden die Beete drei bis fünf Meter und die Gräben ½ bis 1 Meter breit hergestellt. Ist Sand im Untergrunde, und kann er an die Oberfläche gebracht werden, so ist dieses Verfahren sehr vorteilhaft, da der Sand die Anlagen rein von Unkraut erhält. Zu beiden Seiten der Beete läßt man etwas breitere und tiefere Gräben hinziehen, in die die Quergräben einmünden. Dadurch wird selbst der nässeste kälteste Boden gelüftet und kulturfähig gemacht, der zur Anlage von Weidenkulturen allen Anforderungen entspricht. Als Hauptregel der Rentabilität einer Weidenanlage gilt die richtige Auswahl der Sorten, da in solchen Böden mir eine kleinere Auswahl von Sorten gedeiht. Vermischtes. = Wie Prinz Ludwig von Bayern empfangen sein will. Der bayerische Thronfolger unternahm jüngst mit dem bayerischen Kanalverein einen Ausflug ins Fichtelgebirge. Unterwegs erwiderte er auf eine ihm von den Behörden bon Wunsiedel überreichte Ergebenheits- Adresse mit folgender Mahnung:„ Ich habe nie daran gezweifelt, daß ich überall in Bayerr: willkommen bin. Aeußere Zeichen, wie Flaggen und Girlanden, verlange ich nicht. Mir ist es lieber, wenn man meine Bestrebungen unterstützt, die ich ja nicht um meiner selbst willen verfolge, sondern, um dem Erwerbsleben des Landes förderlich und behilflich zu sein. Wenn mit nicht übermäßigen Kosten, auch äußerlich, der Anhänglichkeit an das königliche Haus Ausdruck gegeben wird, so nehme ich das mit Dank an, bitte aber für meine Person möglichst wenig solche Aeußerlichkeiten gebrauchen zu wollen, sondern mich vielmehr in meinem Bestreben, das ja allen bekannt ist, zu unterstützen." - Münchener Bierstatistik. Während der vor kurzem in München abgehaltenen großen fanwirtschaftlichen Aus. stellung herrschte dort gerade eine gewaltige Hige. Sie hat einen ganz bedeutenden Bier- Konsum bewirkt. An den sech Ausstellungstagen haben die beiden Brauereien Hader und Löwenbräu in ihren Erfrischungszelten auf deur Ausstellungsplate 700 und 430 hektoliter abgeseti. Mährend derselben Zeit hat das Hofbräuhaus nicht weniger als 1030 Heftoliter verzapft, und das Maltheserbräu in der Bayerstraße unweit des Hauptbahnhofes schenkte in zwei Tagen 430 Hektoliter und im Verlaufe der ganzen Ausstellungswoche rund tausend Hekto! Wie gewonnen, so zerronnen. Ein aus Eisenach gebürtiger Student, der in Leipzig die Universität besuchte, machte furz hinter einander zwei ansehnliche Erbschaften. Jetzt ging ein flottes Leben an, und Bruder Studio lebte auf Reisen in aller Herren Länder herrlich und in Freuden. Kein Wunder, daß gar bald die Moneten zu Ende waren. Der Verlust des Geldes brachte den lustigen Bruder Studio auch um den Verstand, und dieser Tage ist er in seine Vaterstadt zurückgekehrt, wo er als Ortsarmer in eine rrenanstalt untergebracht werden mußte. Nun streiten sich die beiden Städte Leipzig und Eisenach darüber, wem die Sorge für die Unterhaltung des unglücklichen Menschen obliegt. - = Die Schädlichkeit der Ueberkragen. In einer der neucsten Nummern einer Londoner medizinischen Zeitschrift macht ein Professor der Medizin darauf aufmerksam, daß die überhohen Kragen, wie sie jetzt vielfach von Herren getragen werden, direkt gesundheitsschädlich sind. Das Tragen dieser modernen Ueberfragen ruft mit der Zeit ein Gefühl von Luftmangel und Benommenheit im Kopf hervor, ja es trägt dazu bei, den Hals in abnormer Weise zu verlängern und zu verf: immen. Ob alle solche Hinweise aber dazu führen werden, einer Modetorheit den Garaus zu machen, ist doch wohl fraglich. - Aus Miß Roosevelts Leben. Zu einer der am meisten beschäftigten jungen Damen in Amerika gehört die Tochter des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Nach einer Aufstellung, die Mis Alice selber als richtig bestätigte, hat sie in den letzten 15 Monaten 408 Diners mitgemacht, 350 große Bälle besucht und an 300 Tanzunterhaltungen teilgenommen. Außerdem hat sie 680 five o'clock- Tees beigewohnt und 1700 Besuche gemacht. Ferner mußte sie mit 32 000 Personen den Handschlag wechseln. In dieser Zeit hat sie sechsmal als Brautjungfer fungiert. Was die junge Dame bei dieser anstrengenden gesellschaftlichen Tätigkeit elastisch; erhält, ist die Pflege des Sports. Ihr Vater äußerte einmal von ihr:„ Meine Tochter nimmt es beim Gehen mit mir auf und hält das ziemlich scharfe Tempo, das ich einzuschlagen gewöhnt bin, viele Kilometer weit aus." = Ein gutes Geschäft ausgeschlagen. Um zu erweisen, wie mißtrauisch die Menschen sind, hatte dieser Tage ein Reporter in Washington gewettet, daß er auf öffentlicher Straße Silberdollars für 25 Cents verkaufen wolle, ohne daß er dafür viele Abnehmer finden werde. Er hat seine Wette glänzend gewonnen. Während eines ganzen Tages bot er in den belebtesten Straßen seine Dollars für die paar Pfennige an, und nur drei Personen gingen auf den Handel ein. Es waren das ein Beamter, cin Briefträger und ein Student. Der letztere gestand offen, daß er der Meinung war, in eine Falle gegangen zu sein, daß er aber den Spaß eben mitmachen wollte. Der Beamte erklärte, er habe die Geschichte von der Wette des englischen Lord gekannt, der auf der Londoner Brücke vor einem Tische voller Goldstücke stand und einen Gold Sovereign für einen Kupfer- Penny anbot, ohne daß jemand auf den Handel einging. Nur der Briefträger betrachtete die Sache vom geschäftsr..äßigen Standpunkte, er hatte die Tollars genau untersucht und für echt befunden. Alle die vielen Hunderte, denen der Reporter sonst noch seine Dollars für den vierten Teil des Wertes anbot, wollten von dem Handel nichts wissen, die meisten betrachteten ihn als Schn indler und bedrohten ihn zum Teil. = Liebe nach dem Tode. Ein rührendes Erlebnis schildert ein Sommergast, der die Kirche und den Friedhof von St. Wolgang in Salzkammergut besuchte. Dort steht ein Beinhaus, in dem hunderte von Schädeln in Reih und Glied aufgeschichtet sind, jeder mit Namen und Todesjahr auf der Stirn. Die Frau, die das Beinhaus zeigte, aber gab folgende Erklärung dazu:„ Sengen's, gnä' Herr, unser Friedhof is so klein, daß er alle zehn Jahre umgrab'n wird. Ta macht der Totengräber dann die Schädel für die Verwandtschaft so zurecht. Sengen's, das sind Bruder und Schwester, der Vater und die Mutter leben noch. Der da hat da unten einen Laden gehabt, seine Frau führt ihn jetzt." Und so wußte sie von jedem eine Geschichte. Dann deutete sie noch auf einen großen Schädel, streichelte zärtlich die Stirn und sagte, mit einer Träne im Auge:„ Und das war mei Mann!" - Eine Erbschaft mit Hindernissen. In Berlin starb vor einiger Zeit ein wohlhabender Herr, der in seinem Testament die Summe von 15 000 Mark der Stadt Lauenburg in Pontmern bermachte unter der Bedinguna. daß die Stadt das auf dem dortigen Friedhofe befindliche Erbbegräbnis der Familie des ehemaligen Bürgermeisters Höne, eines Verwandten des Erblassers, in Stand halte. Nun ist aber vor drei Jahren der Teil des Friedhofes, auf dem das Hönesche Erbbegräbnis stand, planiert und dabei dieses abgerissen. Die Lauenburger möchten die Erbschaft gern haben, werden sie aber wohl verlieren, weil sie nicht mehr im stande sind, die ihnen auferlegt: Bedingung zu erfüllen. - Denkmal für der Entdecker der Tabakspfeife. In diesen Tagen wird in Saint- Malo ein Denkmal für den Seefahrer Jacques Cartier enthüllt. Er war im Jahre 1491 in Saint- Malo geboren, und er entdeckte die einstigen französischen Besitzungen in Nordamerika. Von dorther brachte er auch die Kunde von dem merkwürdigen Gebrauc der Eingeborenen, die Kraut anzündeten, den Rauch einsogen und ihn wieder von sich gaben, wobei, wie er sich aus. drückte, die Nase die Bedeutung habe, wie der Schornstein der Häuser. Kunft und Wiffenfchaft. TG Ein Kongreß für die Naturheilmethode. Vom 12. bis 15. August findet in Lüttich der Erste Internationale Kongreß für Physiotherapie statt. Wie in allen großen Staaten ist auch in Deutschland ein Komitee gebildet, zu dessen Präsident Herr Geheimrat v. Leyden und Sekretär Herr Dr. Immelmann- Berlin vom Ausschuß des Kongresses ernannt ist. Der Kongreß umfaßt alle Zweige der Natur heilmethode: die Elektrotherapie, die Mechanotherapie und Massage, die Radiotherapie, die Thermo-, Aero- und Hydrotherapie. Eine fritische Zusammenfassung dieser neusten für die Medizin hochbedeutenden Wissenszweige im Rahmen eines Kongresses ist um so wünschenswerter, da die einzelnen Disziplinen der physikalischen Heilmethoden für den Prak tiker kaum noch) übersehen werden können, während er ihrer doch nicht mehr entraten kann. Der Kongreß soll auch dazu berufen sein, manche mit den erwähnten Disziplinen zusammenhängenden Fragen sozialer Natur durch internationale Vereinbarungen einer Lösung zuzuführen, die geeignet ist, die Fachgenossen und auch das hilfesuchende Publikum vor Schaden zu bewahren, den ablehnende Unwissenheit und übertreibendes Kurpfuschertum bereits allerorten verursacht haben. Moderne Sommerkleide ( on unserer ständigen Korrespondentin.) Frau X. will die Sommerreise antreten, aber sie wird nicht fertig mit dem Packen. Schon sechsmal hat sie einund ausgepackt. Ein Kleid nach dem andern hat sie einer wiederholten Brüfung unterzogen, ob sie es wohl entbehren könnte. Sie kann es nicht über sich gewinnen, eines der duftigen Gewänder daheim zu lassen. Da ist vor allem das reizend Morgenkleid! Es ist so allerliebst gemacht. Aus hellent gemusterten Mousseline besteht es und ist mit einem Fichi Marie- Antoinette, das ein Volant mit hellblauen Bändchen einsäumte, verziert. Sie legt dieses Morgenkleid auf die Chaiselongue in ihrem Ankleidezimmer, in dem das Einpacken sich vollzieht. Es kommt in Berührung mit einem Frack aus Spiken, der auf Taffet aufgearbeitet ist. Er ist bestimmt, einen weißen Tuchrock zu verschönen. Dieser Frack, der tatsächlich einem Herrenfrack gleicht, ist erst vor wenigen Stunden von der Schneiderin geschickt worden. Er gilt als neueste Neuheit der Saison. Ihn zurücklassen ist unmöglich. Frau X. überlegt, daß dieser Frack doch ein überaus praktischer Toilettengegenstand sei. Er soll die Bluse für elegante 3mede ersetzen. Man kann ihn daher ebensogut zu einem schwarzen Rock tragen. Auch zu einem hellen Seidenrock ist or passend. Frau X. meint, sie könne vielleicht auf die duftige rosa Seidenmulltoilette verzichten. Wie diese aber so daliegt, einem Hauche, einem Zephir gleich, mit all den Einfägen aus Valenciennesviken, den flatternden Volants, mit Casseler Schirmfabrik Th. Budde& Co. Seltersweg 9= Ia. Doppelfalziegel Fabrikat I. Ranges. I. Sorte GIESSEN= empfehlen: Seltersweg 9 II. III. Sonnen- Schirme TTouristen- Schirme in großer Auswahl vom billigsten bis zum besten. Entoutcas in Halbseide und Seide. Unterzeichneter empfiehlt seine garantiert reinen, unverfälschten Weine nur eigenes Wachstum und sichert streng reelle Beb'enung zu. " 70 " " 1 " Regen- Schirme für Damen, Herren u. Kinder Weisweine, pro Liter 50 Pfg. aufwärts Rotw ine Bablreiche Anerkennungen und Nachbestellungen bestätigen die Aute. pretswürdige Qualität und liegen Originale hiervon zu jedermanns Einsicht offen. Probefässchen von ca. 25 bis 30 Liter unter Nachnahme. WeingutsLudwig Mathes, besitzer. Flonheim( Rheinhessen). in erprobten Qualitäten. Mark 90.80. " " 55. pro 1000 Stück ab Lager, im Waggon billiger, empfiehlt H.Schaumberger Marburgerstraße 22. Alle Sorten Gemüse stets frisch, sowie gute Speisekartoffel billigst zu haben bet Frau Hammel Wasche mir rau LUMNS Luhns Giebt schönsteWäsche Gießen, Gr. Mühlgaffe 6-8. --Magerkeit-Schöne, volle Körperformen durch unser orientalisches Kraftpulver, preisgekrönt gold. Medaillen, Paris 1900, Hamburg 1901, Berlin 1903, in 6-8 Wochen bis 30 Pid. Zunahme, garant. unschädl. Aerztl. dem weißen Medicigürtel, schießen ihr die Tränen in die Augen bei dem Gedanken, dieses echte Sommerkleid nicht im Sonnenglanz auf der Promenade den bewundernden Blicken ihrer Mitschwestern preisgeben zu sollen. Ob der hellgraue Stufenrod aus Tuch mit der gleichfarbigen Crèpe de Chine. Bluse und dem passenden grauen Tuchjäckchen wohl weniger vermißt würde? fragte sich die Besizerin so vieler Herrlichfeiten. Oder der fußfreie neue dunkelblaue Faltenrock mit der blauen Sohlnaht- Seidenbluse? Bedeutsam schweifen ihre Blicke über die verschiedenen umberliegenden weißen Patisi und einenkleider, über die hellen Foulardine- ToiTotten, über die unzähligen durchsichtigen Blusen. Sinnend steht sie vor all dieser Pracht. Der heimkehrende Gatte weckt Fran X. aus ihren Gedankengängen. Schnell fließen ihr die Worte von den Lippen. froh, sich endlich aussprechen zu fönnen. Sie erzählt, daß in diesem Sommer die Toileiten zu viel Plak im Koffer einnehmen, weil sie einen überretchen Svikenbejat; haben, weil sie fast alle aus leichten zarten Gespinsten bestehen, die sich so leicht verdrücken. Der Mann der Frau X. scheint ein ganz außergewöhnlich Kluger Mann zu sein. Ohne sich viel zu besinnen, schlägt er seiner Fran vor, die wertvollen, besonders schönen Kleider in verfaiedene Kartons 311 packen und sie ver Post voraus zu sen den Am Nachmittag entfaltet Frau X. eine fieberhafte Tätigkei Um sie her knittert und knistert das Seidenpapier, und sie zabit vor Freude, als es ihr auf die angegebene Weise gelegen ist, alle ihre Kleider einzupacken. Emma Reichen. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Geborene. Am 10. Juli. Dem Fuhrknecht August Krag ein Sohn, Heinrich; 13. Raufmann Johannes Cüfters ein Sohn, Hans August Ludwig. 14. Tapezier Ludwig Offenbacher eine Tochter Raroline; Taglöhner Heinrich Pit ein Sohn, Heinrich Adolf; 16. Raufmann Ernst Müller 2. ein Sohn, Helmut Ernst Karl; 17. Tapezier Friedrich Julius Bohling eine Tochter, Johanna; 20. Universitätsprofessor Dr. Samuel Adalbert Eck eine Tochter, Lilly. Aufgebote. Am 13. Juli. Wilhelm Johann Karl Alfred Deifer, Kaufmann in Düsseldorf mit Elisabeth Wilhelmine Friederike Vittoria Dörr dahier. 14. Adolf Louis Trümpert, Gerichtsassessor in Butzbach mit Augufte Margarete Ida Hedwig Röhler dahier. 15 Karl Ludwig Emil Friedrich Traber, Gerichtsassessor dahier mit Wilhelmine Sophie Emilie Schneider in Lauterbach. 18. Ludwig Steinhäuser, Kaufmann dahier mit Elsa Seuling hierselbst. 19. Adam Hohmeier, Schneider dahier mit Karoline Busch hierselbst. Eheschließungen. Am 15. Juli. Karl Ludwig Philipp Ziegler, Kaufmann in Höchst a. M. mit Amalie Luise Mecke dahier. 16. Franz Bauer, Brauer dahier mit Eisabethe Koch hierse.bst. 20. Johannes Philipp Duchardt, Meggermeister in Alsfeld mit Lina Feußer dahier. Gestorbene. Am 16. Juli. Peter Richard Urmersbach, 2 Mte. alt, Sohn des Gaftwirts Johann Richard Urmersbach dahier. 17. Magdalene Schimpf, geb. Müller, 74 Jahre alt, ohne Beruf dahier. 18. Konrad Jung, 72 Jahre alt, Kaufmann dahier. Verantwortlich: für die Politik und den Inseratentei!: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belbe in Gießen. Keine Trunksucht mehr. Eine Probe von dem wunderbaren Cozapulver wird gratis geschickt. Kann in Kaffee, Thee, Essen oder Spirituosen gegeben werden, ohne dass der Trinker es zu wissen braucht. COZAPULVER ist mehr wert wie alle Reden der Welt über Enthaltsamkeit, denn es erzielt die wunderbare Wirkung, dass die Spirituosen dem Trinker widrig vorkommen. COZA wirkt so still und sicher, dass Frau, Schwester oder Tochter ihm dasselbe ohne sein Mitwissen geben kann und ohne dass er zu wissen braucht, was seine Besserung verursacht hat. COZA hat Tausende von Familien wieder versöhnt, hat von Schande und Unehre Tausende von Männern gerettet, welche nachher kräftige Mitbürger und tüchtige Geschäftsleute geworden sind. Es hat manchen jungen Mann auf den rechten Weg zum Glück geführt und das Leben vieler Menschen um mehrere Jahre verlängert. Das Institut, welches das echte COZAPULVER besitzt, sendet an diejenigen, die es verlangen, eine Probe gratis. Es wird als anz unschädlich garantiert. No. GRATIS PROBF. 772 Schneiden Sie diesen Koupon aus und schicken denselben noch heute an das Institut. Briefe sind m. 20 Pfg. zu frank. COZA INSTITUTE Dept. 772 62, Chancery Lane, London, W. C.( England) In meinen Neubauten an der Westanlage sind mehrere schön eingerichtete elegante Wohnungen empf. Streng reell, kein Schwindel. zu vermieten und per 1. Oktober event. früher Viele Dankschreib. Preis Kart. m. beziehbar. Gebrauchsanw. 2 Mk. oder Nachn. exkl. Porto. Postanw. Hygienisches Institut Durch Zusammenlegen von zwei Stockwerken mittels Verbindung einer separaten Treppe können D. Franz Steiner& Co. die schönsten herrschaftlichen Wohnungen von 10 Berlin 365, Königgrätzerstr. 78. bis 11 Zimmern mit allem Zubehör hergerichtet Korrespondenten für Tage 8- werden. Näheres im Nurecht MIT ROTBAND neuigkeiten überall gesucht. Bedler's forrefp.- Bur. Darmstadt. Baugeschäft Winn, Hofmannstr. 14 AUS DEM REICHE fie reichlich mit Weihwasser zu tragen, wo manantes im Jahre 1431 machte Rathe Erst das Konzil bon Довод bieſent tollen Unfug ein Ende. Volksweisheit. Stiftet und Schaden wi 169. Samstag, ben 22. Juli be Fam 1906.