sghaut Butunft, über die en zum m Lesen Bater." fünfzig ſte Hoff urants?" rr, was t geben. folle mit e nachher Daß fein das eine miffions uf seine n fann, ht, dann B fid) auf der Neuen Berline und irren fragt der Kleine iß es nicht andersange: und der alte Evers in gefurchter Stirn Mutter böse?" orgt für ihn; tief unine mutter schläft tief im liegt sie, wo der blaue ) spiegelt, wenn die uhig, fließen. Er lachen, wie sonst niemand in den kleinen Hütten. lächelt der Alte; nun hat er zwei Kinder, zwei, die so frisch brauen, verbirgt sie ihr Köpfchen an Jens Brust; dann Die Jahre geben; immer mehr greift das Meer und wird fräftig in der herben Seeluft. Wenn die Rebel Nr. 119. Jafertionis: Die alge Belle für ganz Oberbeffen, die eberg 10 on 15 Dig. Reklamon be elec. 40 fg. Rebattion u. Sap: Gießen, Geltersweg 83. Bestprobentuk Dr. 362. Montag, den 22. Mai 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnement@ preis: abgeholt monatlich 50 Bfs, in's Haus gebrada O$ fg., durch die Best bezogen viertel jährl. t. 1.50. Gratis beilagen: Cogs& amilienzeitung( täglich) und die Griblefon( wöchentlich). Das Blatt erlent an ou Werktagen nachmittags. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kretse Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Dienstag, den 23. Mai d. Js., nahm. 3½ Uhr wird zu Gießen im Cafè Ebel eine Haupt Versammlung Bezirks- Vereins Gießen des landwirtschaftlichen Bezirks- Vereins Gießen stattfinden, zu der die Mitglieder des Vereins eingeladen werden. Gießen, den 18. Mai 1905. Der Vorstand = des landwirtschaftlichen Bezirks- Vereins Gießen. Dr. Breidert. Tages- Ordnung: 1. Vorlage des Voranschlags für 1905. 2. Errichtung einer( landwirtschaftl. Winterschule und einer Haushaltungsschule. 3. Verschiedenes. Die Entlastung des Reichsgerichts. Den deutschen Reichstag beschäftigte in diesen Tagen eine Frage, deren Lösung seit langem schon in Juristenkreisen als dringlich gefordert wird: die Entlastung des Reichsgerichts. Von berufener Seite wird uns dazu geschrieben: Das Reichsgericht zu Wetzlar, an dem noch Goethe gearbeitet hat, war ein vortreffliches Gericht in dem Sinne, daß es ihm an gelehrten und guten Richtern nicht fehlte. Es war aber ein elendes Gericht insofern, als die Prozesse dort 311 feinem Ende famen. Es war nichts Seltenes, daß Rechtsstreitigkeiten sich über ganze Geschlechterfolgen vererbten. Das lag zum Teil an der Buntheit der Geseze, zum Teil an der schwerfälligen Prozeßordnung mit ihrem lediglich schriftlichen Verfahren; das lag vor allem an der Ueberlastung des alten Reichsgerichts. Was dem alten Reichsgericht begegnet ist, das ist dem obeisten Gericht des neuen Deutschen Reichs nicht erspart geblieben. Zwar kommt es bei diesem nicht vor, daß Prozesse zu förmlichen Erbstücken werden; aber der Geschäftsgang bei ihm ist für unsere ungeduldige Zeit entschieden schon viel zu langsam geworden. Es gehört beinahe zur Regel, daß Termine in neuer Sache auf sechs Monate hinaus und später anberaumt werden. Dem modernen Bedürfnis gegenüber ist das unzureichend; es kommt beinahe einer tatsächlichen Rechtsverweigerung gleich. Das Uebel ist nicht auf Deutschland beschränkt. Es tritt überall hervor, wo es in einem Lande mit vielen Millionen Einwohnern ein oberstes Gericht gibt, dem die Sorge für Erhaltung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung obliegt, ganz besonders, wenn die Bevölkerung dieses Landes, wie bei uns, überwiegend eine Handelsbevölkerung ist. Das hat schon Moses erfahren und fein Schwiegervater Jetro richtig erkannt. Die Bibel erzählt davon, und die Erzählung ist überaus lehrreich. Moses hatte Richterfunktionen übernommen und war vom Morgen bis zum Abend damit be schäftigt, Streitigkeiten zu schlichten.„ Das hältst du auf die Dauer nicht aus," sagte ihm Jetro.„ Seße Richter ein über Hundert und Richter über Tausend Amtsrichter und Oberlandesgerichtsräte würden wir heute sagen- und nur vie großen Streitsachen lasse vor dich selbst kommen!" Moses erplgte dem Rat, und nach dem Muster der von Jetro voregebenen Einrichtung haben wir fast in der ganzen Welt den poreifachen Instanzenzug mit einem obersten Gericht, das nur bei Streitigkeiten um große Gegenstände angerufen werden kann. Das ist feine ideale Einrichtung, denn das Recht ist und bleibt gleich heilig, es mag sich um große oder kleine Streitgegenstände handeln. Aber die Anforderungen des täglichen Lebens lassen die Berücksichtigung idealer Forderungen nicht immer zu. Was hilft uns ein oberstes Gericht, das keine Bagatelle seinem Urteil zu gering achtet, wenn die Häufung der Prozesse das Urteil so verzögert, daß der Interessent es nicht mehr erlebt? Das oberste Gericht genügt dann einer idealen Forderung, um eine andere unerfüllt zu lassen, die ungleich wichtiger ist: daß der Rechtsuchende in der Regel aud den Sieg des Rechts erlebe. Freilich wäre es möglich, die Zahl der Richter und der Senate am Reichsgericht zu vermehren; und selbstverständlich värden die vermehrten Senate die Summe der vorliegenden Arbeiten schneller bewältigen. Doch mit dieser Aushilfe, die ienst sehr nahe läge, märe wieder die Erfüllbarkeit einer Sauptaufgabe des Reichsgerichts in Frage gestellt: die Fürsorge für Einheitlichkeit der Rechtsprechung. Es kommt jezt schon vor, daß zwei Senate eine Rechtsfrage verschieden beurteilen. Tritt dieser Fall ein, so vereinigen sich mehrere Senate oder gar das Plenum des Reichsgerichts, um den Rechtsgrundsatz oder die Rechtsauffassung festzustellen, die dauernde Geltung behalten sollen. Bei einer Vermehrung der Senate mehrt sich natürlich die Gelegenheit, daß ähnliche Prozesse bor verschiedene Senate kommen und eine verjchiedene Beurteilung finden. Damit ist die Einheitlichkeit der Rechtsprechung aufgehoben, und es bedarf zu ihrer Wiederherstellung eines Spruches, der von dem Ansehen des geJausten Reichsgerichts getragen ist. Ein Richter kollegium oon hundert Personen und darüber aber ist kein Kollegium mehr, in dem jedes Mitglied volle Verantwortlichkeit für das Votum behielte. Was bleibt unter soichen Umständen übrig, als daß man nach Jetros Rat verfährt und die Wertgrenze für die an das Reichsgericht zu bringenden Streitgegenstände erhöht? Jeder andere Ausweg führt zu noch schlimmeren Begleiterscheinungen, als die ziemlich mechanische Maßregel der Herauf. nungen, al jetzung der Wertgrenze. In den bisherigen Verhandlungen des Reichstags über die Entlastung des Reichsgerichts ist viel von dem„, kleinen Mann" die Rede gewesen, dem nian den Weg zum Reichsgericht versperre.- Wenn dem„ Kleinen Manne" sonst nichts fehlt, kann er zufrieden sein. Der kleine Mann" führt gemeinhin keine Prozesse um 1500 Mark, die jetzige Wertgrenze für Reichsgerichtsprozesse, natürlich auch keine um 2500 oder 3000 Mark, die in Aussicht genommene Wertgrenze. Am besten wäre es, er führte überhaupt keine Prozesse, was den anderen übrigens ebenfalls zu wünschen wäre. Tic Oberlandesgerichte sind nicht schlechter als das ichsgericht. Wo sie oberste Gerichte sind, werden ihre Ur felt an Sachlichkeit und Treffsicherheit denen des Reichsgericht nicht nachstehen. Doch selbst wenn das nicht in vol. lem Maße der Fall wäre was wollte man tun? Das Gesetz über die Entlastung des Reichsgerichts ist ein Notgesetz, und der Notwendigkeit muß man sich fügen. Man erweitert die Zuständigkeit der Schöffengerichte, um das Reichsgericht in Straviaden zu entlasten; es ist nur fonsequent, wenn man die Zuigkeit der Oberlandesgerichte erweitert um da Reichsgerit in Sioilsachen zu entlasten. 24 Der Krieg in Oftafien. Die gespannte Aufmerksamkeit, mit der man allerorten die Fahrt der russischen baltischen Flotte verfolgte, lenkte die Blide in letzter Zeit fast ganz vom Landkriegsschauplay ab. Zwar wurde mehrfach von gewissen flankierenden Bewegun gen der Japaner berichtet, doch wurde es immer gleich wie. der still davon. Jezt aber kommt eine Nachricht aus Tokio, die geeignet ist, das Interesse mit einem Schlage wieder den Vorgängen auf dem Lande zuzuwenden. Eine große Schlacht in Sicht. Eine umfassende japanische Offensive soll im Gange und cine große Schlacht in den nächsten Tagen zu erwarten sein. Die bezügliche Meldung lautet: Nach zuverlässigen Informationen wird einer großen Schlacht unmittelbar entgegengesehen. Die Russen haben eine Stellung inne von 42 Meilen Länge von Yehhoching bis Hsidosien über Supingchien, wo sie gute, stark ver. schanzte Stellungen besigen. Die Inpaner rücken in drei Kolonnen von Kaiyuan, Tschantu und Zakumön vor. Au dem östlichen Teil des Terrains hatten sich die Russen, die sich von Tunghua und Hsingking zurückgezogen hatten, zu erst bei Wangkaotse 40 Meilen nördlich Tunghua gesam melt, zogen sich aber später noch weiter nach Norden zurück so daß ihre gegenwärtig vorderste Stellung bei Liuhochen 15 Meilen nördlich von Wangkaotse, ist. Es ist bereits zu lebhaften Vorhutgefechten gekommen, wie ein weiteres Telegrammm aus Tokio besagt: Die Vor hut des japanischen linken Flügels griff den Feind zwanzig Meilen nordöstlich Kintiatun und Hsiatatsu an und schlug ihn zurück; beide Armeen stehen jetzt in naher Fühlung mit einander. Die Lage in Korea. Die Mussen im nördlichen Korea operieren von Nowo Kiewsfoje aus, wo sie Befestigungen und Baraden errichten und sehr große Vorräte aufgehäuft haben. Aus russischer Quelle wurde verbreitet, daß Japan die Absicht habe, den Kaiser von Korea in Tokio zu internieren. Diese Nachricht wird von Tokio aus amtlich dementiert. Wie es heißt, bereitet sich infolge des Witterungsun schlages eine bemerkenswerte Wendung in Nordkorea vor. Das Eis der Flüsse ist geschmolzen, vielfach herrscht große Ueberschwemmung, die bedutende Verhcerungen anrichtet. So wurden auch die von den Russen über den Tummenflus geschlagenen Brüden weggerissen. In Korea stehen insge famt 50 000 Japaner. Daß Roshdje stwensty tatsächlich auf der Fahri nach Norden begriffen ist, wird durch Berichte mehreren Rauffahrteifapitäne bestätigt. Die Ausfahrt des vierten russischen Geschwaders steht unmittelbar bebor. 11 neue Transportdampfer liegen schon im Hafen von Libau bereit, die am 25. Mai nach Kronstadt abgehen werden, Die Politik. + Die von ser französischen Regierung an erthendende Sondergesandtgeschaft zur Hochzeit des deutschen Aronprin zen wird voraussichtlich am 2. Juni in Berlin eintreffen. Die Hochzeitsfeierlichkeiten beginnen mit der feierlichen Einholung der Braut am 3. Juni. Amtliche Nachrichten aus dem Aufstandsgebiet in Deutsch- Südwestafrika besagen, daß Oberleutnant bon Schweinig mehrere Hererolager aufgehoben hat und 200 bewaffnete Solatiel- Leute zurückgeschlagen habe. Der Feind berlor 14 Tote. Graf von Schweinitz wurde leicht verwundet. Der Bethanierhäuptling Cornelius Frederik, der am 9. Mai von der Abteilung des Hauptmanns Baumgärtel am oberen Ganachab geschlagen worden war, ist in die Ge gend von Besondermaid zurückgegangen. Die Verfolgung wird von verschiedenen Seiten fortgesetzt. 330 Stück Großund 630 Stück Kleinvieh sind erbeutet worden. Samuel Isaat, ein Unterkapitän Hendrik Witbois, ist über Nuis in südlicher Richtung abgezogen. Bei Muforob gelang es, Nachzügler des Feindes unter Artilleriefeuer zu nehmen. 28 Hottentotten, meist Weiber und Kinder, wurden gefan gen genommen, 50 Stück Großvieh erbeutet. ** Eine Neuregelung der Kommunalbestenerung der Beam=" ten wird in Preußen seit Jahren angestrebt. Die Kommunalkommission des Herrenhauses hat jezt den Beschluß gefaßt, dem Plenum vorzuschlagen, die Staatsregierung zu ersuchen, eine Statistik über die Einbuße an Steuereinnahmen aufzustellen, die den Kommunen durch das Privilegium der Beamten entstehen. Der Verein deutscher Arbeitgeberverbände" will eine Streifversicherung ins Leben rufen. Die einzelnen Bezirksberbände sollen sich zur Errichtung einer Zentrale zusammen. tun, um die verschiedenen Gesellschaften zur gegenseitigen Unterstützung miteinander in Verbindung zu bringen. Man hält eine Einigung von Industrie und Handwerk zur gemeinsamen Abwehraktion im gegebenen Falle für zweckmäßig. * Die deutsche Sondergesandtschaft nach Marokko wurde bom Sultan in Privataudienz empfangen. Die geschäftlichen Verhandlungen werden am 23. Mai beginnen. In Frankreich sieht man nach der persönlichen Einwirkung des Grafen Tattenbach in Fez eine sowohl die französische wie die deutsche Diplomatie befriedigende Lösung der schwebenden Fragen voraus. Der französische Gesandte Taillandier gab Sonntag zu Ehren des deutschen Gesandten Grafen Tattenbach, seiner Angehörigen und der Mitglieder der deutschen Gesandtschaft in Fez ein Festmahl. * Eine Anzahl französischer Landwirte unter Führung bon Professor Troude und Dr. Hailer unternehmen im Juli eine mehrwöchentliche Studienreise nach Deutschland. Die Vorbereitungen werden von der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft getroffen. Die Reise darf als eine erfreuliche Annäherung in wirtschaftlicher Beziehung zwischen beiden Ländern betrachtet werden. * Zu der Personentarifreform erklärte in der Tetten Sigung der württembergchen Abgeordnetenkammer der Minister des Aeußern, die Bersammlung der Eisenbahndalegierten in Berlin habe sich auf folgende Kilometersäge geeinigt: 1. Klasse 7 Pfg., 2. Silaise 4,5 Bfg., 3. Klasse 3 Big., 4. Klasse 2 Pfg. Ferner sei erreicht worden eine Einigung über die Abschaffung der Rückfahrtarten, über die Einführung eines nach Zonen zu bemeisenden Schnellzugzniklags, über einen gleichfalls nach Zonen zu bemeiienden Gepäcktarif und über die Beibehaltung beziv. Veseitigung gewisser Ver günstigungen. Nur Boyern nehme noch einen abweisenden Standpunkt ein und lehne die Einführung der 4. Magen. klasse ab. Rufsland. * Der Zar hat, wie von verschiedenen Seiten versichert wird, beschlossen, eine Nationalversammlung auf den 14. Sep. tember d. J. einzuberufen. lieber die Zusammensetzung oder die Wahl dieser Versammlung ist nichts bekannt. Die Ver. bandlungen sollen 14 Tage dauern. Türkei. Die fortwährenden Beunruhigungen durch serbische Banden haben die albanesische Bevölkerung in Aufregung gebracht und sie zu blutigen Gegenmaßregeln veranlaßt. In Brishtina fand eine Versammlung von Albanesen statt, die beschloß, sämtliche Gerben in Altserbien auszurotten. Im Dorf Kutschewischte wurden bereits zwanzig Geelen getötet. Einige Tausend Albanesen haben die Stadt Güfjan telagert und wollen alle dort wohnenden Serben ermorden. Militär ist abgesandt. • Auftralien. Einem großen Schwindel in der Zollverwaltung ist man auf die Spur gekommen Dec vor einigen Jahren eingeführte Zoll auf Heringe soll überhaupt noch nicht erhoben sein. Anscheinend haben größere Bestehungen stattgefunden. Die Untersuchung der Angelegenheit ist eingeleitet, Deutfcher Reichstag. ( 187. und 188. Sigung.) CB Berlin, 20. Mat. Heute wurde das schleichende Uebel der chronischen Be schlußunfähigkeit wieder einmal formell festgestellt. ALS sester Gegenstand war auf der Tagesori nung noch die zweite Beratung der Vorlage wegen Aenderungen der Zivilprozeßordnuna, die das Saus schon mehrere Tage beschäftigt hat. Nach etwa zweistündiger Debatte tam es zur namentlichen Abstimmung über die Erhöhung der Revisionssumme. Es stinimten 76 Abgeordnete mit ja, 71 mit nein und 7 enthielten sich; somit waren statt der zur Beschlußfähigkeit notwendigen 199 Mitglieder nur 154 anwesend, und die Verhandlungen mußten abgebrochen werden. Präjident Graf Ballestrem beraumte eine halbe Stunde später eine neue Sigung an, in der das Haus einige kleinere Vorlagen ohne wesentliche Diskussion erledigte und das Totalisatorgese y debattelos in dritter Lesung annahm. * Aus den Parlamenten. Aller Voraussetzung nach wird das preußische Abgeord neteuhaus seine Tagung über Pfingsten hinaus ausdehnen. Das Haus wird wahrscheinlich vom 30. Juni bis 15. Juli jingstferien machen. Später soll das Parlament nach einer dreimonatigen Sommerpause im Oktober wieder einberufen werden. Preussifcher Landtag. ( 185. Sigung.) Haus der Abgeordneten. RK Berlin, 20. Mai. Im Gegensatz zu gestern wies das Haus recht leere Bänke auf, und die Situng verlief ganz furz. Desto erfreulicher waren die Ergebnisse. Gegen einen nur schüchternen Wider. spruch wurden 15 Millionen Mark für Arbeiterwoh. nungen bewilligt. Bei dieser Gelegenheit trat der Abg. von Bodelschwingh mit seinem Ideal hervor, daß Jedermann sein eigenes Häuschen haben müsse. So ganz mebenbei bemerkte der originelle alte Herr, daß fast alle Ber. liner Postbeamten Sozialdemokraten seien. Das erweckte Erregung und Widerspruch, und Herr von Bodelschwingh sah sich genötigt, außerhalb der Tagesordnung" zu er. flären, daß er eines besseren belehrt sei. Der Antrag Gamp auf Besserstellung der Geistlichen wurde einstimmig an genommen, dagegen der Antrag Arendt über die Beschäf tigung der Gastwirtsgehilfen abgelehnt und sodann wurde eine große Reihe von Petitionen erledigt. Um 1 Uhr Bereits war die Sizung erledigt, und die Herren verließen den Sitzungssaal, um sich Delegrertentagen ochoren Vergnügungen zu widmen. ** Hof und Gesellschaft. körpern, sind die Wahrzeichen des sozialen Werdeganges, der hier seit 200 Jahren auf der Stätte des ehemaligen Wendenserfes Platz gegriffen hat. Wenn die Charlottenburger Bürner heute mit Stolz zu ihnen emporschauen, so haben sie das vollste Recht dazu. Daß aber die reichste Stadt in Seiche das ist Charlottenburg jetzt nicht der Tugenden vergessen wird, die sie zu ihrer Höhe gebracht haben, dafür bürgen die Worte des Oberbürgermeisters Schustehrus bei der heutigen Rathausweihe: Mögen wir nie veracssen, das wir nur ein Glied des Ganzen sind, daß wir nicht für uns Art, sondern für das Vaterland. Der Raiser fuhr mit der Kaiserin und der Königin Margherita im Automobil nach der Saalburg, von der verschiedene Teile besichtigt wurden. Im Prätorium erfolgte auch die Vorstellung des neu gewählten ersten Bürgermeisters von Homburg, Maaß. Die Rückfahrt nach Wiesbaden erfolgte über Oberursel und Hofheim. Der Großherzog und die Großherzogin von Hessen waren ebenfalls zum Besuch am kaiserlichen Hoflager in Wiesbaden eingetroffen. ** Geiftige Ansteckung. ( Vot unserem medizinischen Mitarbeiter.) Daß es Massenerkrankungen gibt, die sich durch Ansteckung verbreiten, ist bekannt. Das Wasser, die Luft oder leinste Lebewesen sind die Träger der Ansteckung. Mit Hilfe des Mikroskops, das uns die Welt des„ unendlich Kleinen" erschlossen hat, haben Männer der Wissenschaft und der Heilkunde ergründet, daß bestimmte Krankheiten auch ganz bestimmte Erreger" haben, und tausendfache Versuche sind gemacht worden, aus den Krankheitserregern selbst das Heilmittel zu gewinnen. Die Versuche dauern fort und werden voraussichtlich noch manches Aerztegeschlecht beschäftigen. Hoffnung auf Erfolg ist zwar nicht nahe, aber gestattet, da es hier und da doch schon gelungen ist, einer gefährlichen Krankheit einen Teil ihres Schreckens zu nehmen. Die Diphterie, um nur ein Beispiel zu nennen, ist durch das nach ihr benannte Heilserum in ihrer verwüstenden Kraft gebrochen worden, die Verhältniszahl der Heilungen ist in erfreulichem Maß gestiegen. Hat man ergründet, welches der Krankheitserreger ist, so weiß man doch noch lange nicht, woher der Erreger kommt, wie er entsteht, noch weniger, wie er verschwindet. Zur Hochzeit des deutschen Kronprinzen wird als Vertreter des englischen Hofes der Prinz Arthur von Connaught nach Berlin sich begeben. Da wegen des anfangs Juni angeseßten Besuches des Königs von Spanien König Eduard, der Prinz von Wales und der Herzog von Connaught London um jene Zeit nicht verlassen können, wird der älteste Sohn des letzteren als Vertreter zur Hochzeit reifen. Der österreichische Hof wird durch den Throufolger, Erzherzog Franz Ferdinand, vertreten sein. Vom Luftfchlofs zur Grossstadt. - Charlottenburg, 20. Mai. Man tofe Sut der armeni hite, Sportmüßen peringen Mengen o und eigentliche Süt Bahlen für die einz dhe Ronfirm Ronf uf rund 800 000 Gin reniger funger Mann in goldene Uhr und, Taßt durch Temperaturschwankungen, denen elektrische Spannungen sekundieren. Die peinliche Auseinanderlegung des ,, Wie" und„ Warum" ist aber für uns nicht die Hauptsache. die Tatsache selbst. Viel wichtiger erscheint mache nur einmal den Versuch, gehe früh ins Bett und stehe mi der Sonne oder noch etwas früher auf, um alsbald hinaus ins Freie zu wandern. Wie befreit vom schweren Alb wird die Brust aufatmen, die Lungen dehnen sich wohlgefällig und Wohlbehagen durchströmt den ganzen Körper. Daß ein derartiges Einströmen des Lebenselixiers die günstigsten Folgen für das Allgemeinbefinden haben muß, ist selbstverständlich. Und auch noch andere hübsche Dinge warten des Frühaufstehers. Ein Sonnenaufgang ist für denjenigen, der ihn noch nicht gesehen hat, in mehr wert, als die gediegenste Abendunterhaltung Theater und Konzertsaal. Allmutter Natur führt hier alltäglich ohne Eintrittsgeld ein Schauspiel auf, an dessen Erhabenheit und Größe menschliche Darstellungskraft nicht im Entferntesten heranreichen kann. Für Musik ist ebenfalls reichlich gesorgt, die Hofmusici des Königs Lenz draußen am Waldhang geben gerade in den Morgenstunden ihre lieblichsten Melodien zum Besten, als wenn sie nur auf die Spaziergänger gewartet hätten. Wollen wir wetten, daß nach solch einem Morgenausflug das Frühstück zehnmal besser mundet, als wenn wir mit halvoffenen Augen und dumpfer Ed,: vere in den Gliedern uns vom Schlafzimmer mißgestimmt an den Tisch schleppen, auf dem der braune Trank der Labe dampft? Zur Frühlingszeit wird das Aufstehen sich lohnen, deshalb hinaus aus Kammer und Bett ,, frühmorgens, wenn die Hähne kräh'n". Das ist für den Wissenschaftsstolz nicht gerade erhebend. Denn es fehlt nicht an Untersuchungsmaterial und nicht an Untersuchungsmitteln; und das, was ergründet werden soll, ist gegenständlicher, greifbarer oder wenigstens sinnlich wahrnehmbarer Natur. Das Experiment am lebenden Tier gestattet überdies Beobachtungen, die vielfach von denen am Menschen sich nicht unterscheiden. Zur 200 Jahr- Feier Charlottenburgs. ( Eig. Bericht.) Eine schlichte, aber würdevolle Feier eröffnete heute den Reigen der Festlichkeiten, mit denen die Bürgerschaft Charlettenburgs die zweihundertste Wiederkehr des Tages beg.it, von dem die Stadt ihre Existenz datiert. Es galt der Ein weihung des neuen prächtigen Rathauses, das in seinem stolzen Bau ein Symbol ist des gewaltigen Aufschwunges den Charlottenburg genommen. Nicht nur in den letzten sechs Jahren, seitdem der Grundstein zu dem Neubau gelegi wurde, dessen 89 Meter hoher Turm weithin das Häuser. meer überragt. Auch nicht im letzten Vierteljahrhundert allein, von dem die eigentliche Blüte der Stadt sich herschreibt. Die ganze Lebenszeit Charlottenburgs hat im Zeichen einer ständigen kräftigen Weiterentwickelung gestanden. Man denke, daß es sich in der kurzen Spanne von 200 Jahren aus einem„ Stätlein" von kaum 200 Einwohnern zu einer Großstadt von 200 000 Köpfen entwickelt hat. Kein Wunder, daß die Wissenschaft da noch mehr versagt, wo es sich nicht um sinnlich wahrnehmbare Dinge handelt, wo ungleich feinere, införperliche Erscheinungen in Frage stehen, wo seelische Vorgänge den Gegenstand der Beobachtung bilden. Zwar ist es gelungen, mit photographischer Treue und Genauigkeit die Einwirkungen festzuhalten und wiederzugeben, die als Folgen ganz bestimmter frankhafter Hirnveränderungen in dem geistigen und Seelenleben hervortreten. Ebenso ist es gelungen, aus diesen Folgen sichere Rückschlüsse auf jene frankhaften Veränderungen zu machen. Dech die eigentliche Hei I funst versagt auf diesem Gebiet fast vollständig. Der ganze bisher erzielte Fortschritt der Irrenheilkunde beschränkt sich im wesentlichen darauf, daß man die Frren nicht mehr durch Mißhandlung heilen 31: können wähnt, daß man beruhigend auf sie einzuwirken sucht. Auch erkennt man die Geisteskrankheit jetzt schon in ihren Anfangsstadien, in ihren ersten Entwickelungsstufen. Die Geringfügigkeit des Fortschritts berechtigt nicht dazu, einen größeren Fortschritt in Zukunft für ausgeschlossen zu halten. Dem Fleiß der Aerzte ist die Erhaltung auch sehr dunkler Partien feineswegs unmöglich. Nicht Kunst und Wissenschaft allein- Geduld will bei dem Werke sein." Haben die gelehrten Forscher die Geduld, so ist es nur billia. daß wir als Zuschauer sie in nicht geringerem Maße haben Nab und fern. werden war, D Saufes, in dem& dem Dedel der Icheinlich hat der einer Bergütung in den Bejiz des =[ Vom Tis Berichtsaffäre, Iman durch den erinnert, 3m 2 restorben, der b Either Solymos Ostertagen für wurde damals dürftigen Verho Budapest. Vom Blit erschlagen. Schwere Gewitter haben in den verschiedensten Gegenden viel Unheil angeBesonders richtet und auch Menschenleben gefordert. in Schlesien hat das Unwetter arg gehauft Hagelschlag hat bedeutenden Schaden angerichtet, und mehrere Menschen sind vom Bliz erschlagen. Bei Markersdorf in der Oberlausit wurde ein Mädchen auf dem Felde durch einen Blisstrahl getötet, und zwei Personen wurden betäubt. Noch schlimmer hauste das Gewitter bei Aschersleben; dort wurde eine Sachsengänger- Solonne betroffen, aus der zwei Mädchen erschlagen und acht verlegt sind. Auch in Frankreich wurden in der Nähe von St. Germain sieben Landleute vom Blitz getötet. Wie es förperliche Massenerkrankungen gibt, so gibt.s auch geistige- glücklicherweise weniger häufig, und Anstdung ist in diesen Fällen wie in jenen als Ursache der Berbreitung erkennbar. Man fennt aus der Geschichte geistige Massenepidemien. Als Beispiel sei auf die Flagellanten" bingewiesen, die Geißler, die sich selbst mißhandelten und allem Anschein nach in ihrer Raserei den Schmerz nicht empfanden, den sie sicher gefühlt hätten, wenn die Geißelhiebe ihnen von anderen beigebracht worden wären. Berzückungen auf religiöser Grundlage, die zu bestimmten Stunden und gleichsam auf Bestellung wiederkehren, sind gleichfalls geistig frankhaften Charakters. Wir erinnern an die„ tanzenden" und an die„ heulenden Derwische", denen man Unrecht tun würde, wollte man ihnen bewußten Betrug zuschreiben. Die Gelehrten sprechen in solchen Fällen von Autosuggestion", von einer Selbstversetzung in den Bannfreis gewisser Wahnvorstellungen. Das ist ein hübsches Wort, das man wohl brauchen mag, aber es erklärt nichts, es läßt die Sache selbst so dunkel wie zuvor. Charlottenburg verdankt seinen Namen der zweiten Ge mahlin des Kurfürsten, späteren Königs Friedrich I. Für sie wurde in der Nähe des Dorfes Lietzen( Lützow) ein Lust schloß in den Jahren 1695 bis 1698, zum Teil unter Leitung des berühmten Schlüter, erbaut, das anfänglich den Namen Lüßenburg erhielt. Erst nach Sophiens Tode wurde es in Charlottenburg umgetauft, und im Jahre 1705 be gann der König die Erbauung der Stadt", die damals aber, wie oben erwähnt, nur ein kümmerliches Dorf mit 200 Seelen war. Eine wesentliche Vergrößerung erhielt das kleine Gemeinwesen erst, als Friedrich Wilhelm I. 1720 furzerhand das angrenzende alte Dorf Lützow in die Stadi Charlottenburg einverleibte. Sehr zum Leidwesen der da maligen Dörfler, die mit den Nachbarn in Charlottenburg auf recht gespanntem Fuß lebten. Ein Teil der Lützower Einwohnerschaft hatte sich schon 1708 auf fönigliche Order auf der neuen Gemarkung ansiedeln müssen. In diesem ,, alten Lützow", wie noch heut einer der 22 Stadtbezirke der modernen Großstadt Charlottenburg heißt, kann man ihren eigentlichen Vorfahren sehen. Es war ein richtiges wen disches Fischerdorf, in dessen Nähe sich dereinst die truẞige Feste Casowo erhob. An sie erinnert das Dorf Casow, das, als Albrecht der Bär in die Mark kant, 31sammen mit Lützow, dem Wendenfürsten PribisIaw gehörte. 1134 mußte sich der Wende dem Kreuze beugen, und seine Dörfer wurden dem Dominikaner- Jungfrauenkloster in Spandau zugeteilt, ebenso wie eine Reihe anderer noch jetzt existierender Orte, wie Tegel, Lankwiz, Dalldorf, Staaten usw. An das alte Kloster erinnern noch jetzt die jedem Berliner Kinde vertrauten Bezeichnungen Jungfernheide, Nonnenbusch, Nonnendamm und Nonnenwiesen. Das Dörfchen Lützow bestand aus ganzen 14 Häusern die sich um ein kleines Kirchlein reihten. Aus diesen win zigen Uranfängen ist das mächtige Charlottenburg entstan den, das heute als eine Musterstadt gilt. Die überlebe großen Sandsteinfiguren zwischen den Fensteröffng des neuen Rathauses, die Handwerk, Kunst, Wissenschaft, Verwaltung, Religion, Handel, Ackerbau und Industrie verGroße Verbrechen, die in ihrer Ausführung seltsam sind. die viel von sich reden machen, haben gleichfalls ansteckende Kraft. Es hat förmliche Attentats- Epidemien schon gegeben, ebenso Majestätsbeleidigungs- Epidemien. * Der Gr wellten am Some Um 2 Uhr war saß zwischen der Broßherzogin vor Berzog von Ura Rabinetterat b. Raijerin, redis die Herzogin italienische Bot Hofmeisterin Fr A Das Unglücks- Fahrzeug. Auf der Chaussee zwischen Hoherlehme und Königswusterhausen hielten Arbeiter mit ihren Familien Mittagspause. In die nichts Böses ahnende Gruppe sauste plötzlich mit voller Fahrt ein Automobil hinein und traf eine Frau, die in einem Kinderwagen das Essen heranfuhr. Die Frau wurde über den Chausse graben auf das Feld geschleudert und erlitt Verlegungen, die herumfliegenden Scherben des Geschirrs verwundeten sechs Arbeiter. Der Autler kümmerte sich nicht um das Unheil, das er angerichtet hatte, sondern rajte weiter. Sogar Unfälle, die nicht absichtlich herbeigeführt werden, können auf dem Wege geistiger Ansteckung sich wiederholen. Hat ein Eisenbahnzugführer das Unglück, nicht rechtzeitig zu bremsen, über den Prellblock hinauszufahren- so wird die Hand aller Zugführer unsicher, die davon hören. Sie fühlen es selbst, sie nehmen sich doppelt zusammen, und es geschieht ihnen, was ihnen nie zuvor geschehen: im entscheidenden Augenblick versagt gegen ihren Willen die Hand. Welche feinen und feinsten Fäden hier hinüber und herüber spielen, das wissen wir zurzeit noch nicht, werden es vielIsicht nie genau wissen. Aber die Beobachtung auch unerforschten und undurchforschten Gebiets kann Gewinn und Licht bringen," Vom frühaufftehen. Eine verhängnisvolle Explosion ereignete sich in einer Fabrik von chemischen Produkten und Zündkapseln in Oberlaa bei Wien. Durch die Entzündung von Explosivstoffen wurden das Jabrikgebäude demoliert und die Maschinen zertrümmert. Auch Menschenleben sind zu beklagen. Ein Werkführer und eine Arbeiterin sind getötet. ** Der Der Kampf wo Erfolge fort. 2 Die bie Unterzei Bereits ausgefper nbgültig auf b Im Falle die vo angeordnete Bu werden rund 26 P Grober ein Gießener To Bause am Linden Feuer in der Wärterbude. In der Nähe von Marienterder entstand in einer Wärterbude Feuer, als der Wärter, auf der Eisenbahnstrecke seinen Dienst versah. Das Feuer griff in dem leichten Gebäude derartig schnell um sich, daß zwei Kinder des Wärters verbrannten und die Frau samt dem dritten Kinde schwer verletzt wurden. Ein großes Feuer entstand mitten in der Stadt Minden in Westfalen. Es brach in einer Seifenfabrik aus und verbreitete sich von dort auf zahlreiche Nebenhäuser. Besondere Hilfe bei den Rettungsarbeiten wurde von den Pionieren geleistet. Eine Verbrecherbande wurde in Steiermark verhaftet. Kurz bevor sie dingfest gemacht wurde, hatte die Gesellschaft noch einen Naubmord an zwei Frauen verübt und diese mit ihrer Behausung verbrannt. Das Haupt der Bande, die aus 21 Personen besteht, ist eine alte, an Strüden sich fortbewegende Frau. Der Frühling ist mit fliegenden Standarten in die deutschen Lande gezogen. Im frischen grünen Blätterkleide prangen Baum und Strauch, in den Gärten duften Syringen und Goldlack, aus dem Gebüsch ertönt der lockende Ruf der Drossel. Wer wollte zu solcher Zeit bis in den Tag hinein schlafen? Entfaltet doch die Natur gerade in den Morgenstunden ihre intimsten Reize. Man mag sonst über das Frühaufstehen denken, wie man will, wer aber jetzt im Frühling nicht die Kraft findet, sich zeitig aus den Federn zu erheben, beraubt sich eines Genusses, der in vorgerückter Stunde nicht mehr zu erreichen ist. Der Langschläfer muß auf die erfrischende Morgen Iuft unweigerlich Verzicht leisten. Tatsächlich erscheint die Atmosphäre in den ersten Stunden des anbrechenden Tages viel frischer und reiner als später. Es gibt verschiedene Erklärungen für diese Erscheinung, obwohl die chemische Wissenschaft uns fast gänzlich dabei im Stich läßt. Auf alle Fälle findet in der Nacht eine Sättigung der Luft mit Sauerstoff, mit Dzon statt, veranNach Deutschland geflüchtet ist aus San Francisco der amerikanische Steuerbeamte Edward Smith. Er hat 160 000 Dollars unterschlagen. Aus seine Ergreifung sind 1000 Tollars Belohnung ausgesetzt. Smith ist auffallend groß, und steht im Alter von 45 Jahren. + Von einem Stier aufgespießt wäre, so hieß es, eine junge englische Künstlerin beim Skizzieren auf freiem Helee Jezt hat sich herausgestellt, daß die junge Dame in Wirk lichkeit einem Mörder zum Opfer gefallen ist und man den Bullen, der in der Nähe weidete, in grundlosem Verdacht gehabt hat. Der Mörder, ein Arbeiter, wurde verhaftet und hat in seiner Belle Selbstmord verübt. Wie schrecklich der Unmensch sein armes Opfer zugerichtet hat, kann man daran ermessen, daß die Leichenschauer die Wunden der Toten anfangs für durch die Hörner des Stieres hervoraerufene Verletzungen hielten. - Vermischtes. in der Balltorft aus Hofraiten a eftattet. Gin 2 Uhr wurde in Schaft ein aus anderen daselbst besondere Beran in die Bruft a jleptple fid b fammen, wo ih P Jn legte in der Bahnhoff ber Stadt gehöre ftraße aufgehängt + Bolkat Ebel in Sießen Volksworlesung gehend darüb fahrt and Bolt berben fann. Sigung einen Leitet. Boltsbildung f Die [ Die Spritzfahrt des zahmen Storches.] Bei heftigem Schneesturm am Neujahrstage fand sich in Gr.- Brausen in Ostpreußen auf einer Gutsscheune ein Storch ein, der anscheinend entkräftet und flügellahm war. Der Brausener Lehrer machte den Versuch, das Tier einzufangen, was jedoch nicht gelang. Noch an demselben Tage verschwand der Storch. Durch die Zeitungen kam die Nachricht auch nach dem Elsaß, und es konnte festgestellt werden, daß es sich um einen zahmen Storch handelt, der sich den Sommer hindurch auf dem Hofe eines Herrn Loos in Gundershofen im Elsaß aufgehalten hat. Er war sehr zutraulich, und niemand dachte daran, daß er gleich den anderen Störchen den Süden aussuchen werde, besonders da seine sämtlichen Genossen schon längst die Gegend verlassen hatten. Anfangs Dezember verschwand„ Schafopple", wie er genannt wurde. Zweifel hat er sich verirrt und wurde bis nach Westpreußen verschlagen.„ Schafopple" ist nun vor einigen Tagen wieder in Gundershofen eingetroffen und hat seine alten Bekannten wieder aufgesucht. =[ Der Hut in der Hauptstadt der Türkei.] Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung in Konstantinopel den Fes trägt. ist doch der Verbrauch von Hüten nicht unbedeutend. Am meisten wird der steife Hut getragen, außerdem noch weiche Filzhüte und Wollhüte, Strohhüte, Müßen, kleine Nationalkappen der Kroaten und Montenegriner, der Brempenlose hobe Sut der ariechischen Priester, der niedrige, krempen - Ohne ** lieber hatten fi efunden, um i n neuen gefe terfeben alle Raiferlichen gaben bie Saffen gel ouh ift u dodh auch feine folden Härte Das Raiserli Unterfügungen feiner Ansicht ftatt 270 2 Opfer des B leuchten, ba glänzend beb niemals verf anfänglichen gerückt und t angesammelt Unterſtügung weifellos aus Berhältniffe de Sterbefaffe Gie erhält sich dad ihrem Referefon das Allgemein fie durch das zuzuführen. Der nur Epidemien, fonnten ihn zer noch einmal eine bom 25. Juli 190 meldung auffor Eroßdem der B rische Span. lose Hut der armenischen Priester und der Zylinder. Claquerlegung des Hauptfade. bit. Man hüte, Sportmüßen und Tropenhelme werden nur in ganz jeringen Mengen abgesetzt. Da die türkische Statistik Fes und eigentliche Hüte zusammen nachweist, lassen sich genaue ins Bett Bahlen für die einzelnen Gruppen nicht bringen. Der jährche Konsum Konstantinopels an Hüten und Müzen wird uf rund 800 000 Franken veranschlagt. vas früher Wie befreit die Lungen Ein reniger Dieb. Auf eigenartige Weise erhielt ein chströmt den junger Mann in Pirmasens sein Eigentum zurück, eine des Lebens goldene Uhr und Nette, das ihm vor etwa 8 Jahren gestohlen neinbefinden hoorden war. Die Sachen wurden jetzt im Hausgang des noch andere Fin SonnenHauses, in dem der Bestohlene früher wohnte, gefunden. In dem Deckel der Uhr befand sich ein Zehnmarkstück. Wahrgesehen hat, scheinlich hat der Dieb Reue bekommen und die Uhr nebst haltung in hrt hier allndessen Er caft nicht im ist ebenfalls draußen am n ihre liebnur auf die wetten, daß ď zehnmal Augen und Schlafzimmer der braune t wird das er und Bett fter haben heil ange Besonders ift Hagel htet, und zi Marfers. dem Felde nen wurden bei Aschers e betroffen, sind. Auch main fieben ffee zwischen Arbeiter mit -öses ahnende Omobil hinein n das Essen graben auf die berumIn sechs ArUnheil, das sich in einer eln in OberExplosivstoffen ie Maschinen flagen. Gin von Marien der Wärter Das Few um sich, da e Frau jam r Stadt Min brik aus und user. Beson von den Pio tark verhaftet. Die Gesellschaft und diese mit Bande, die aus Ten sich fort Francisco der Er hat 160 000 ng find 1000 ffallend groß bieß es, eine freiem Feld me in Wir nd man den Tem Verdacht verhaftet und schrecklich der nn man daran der Toten an aerufene Ver Bei heftigem Br.- Braufen in hein, der an Der Braufene angen, was je verschwand der richt audy nad daß es sich um mmer hindurd Jofen im Elfo und niemand then den Süden Tidjen Genoffen angs Dezember wurde. Ohne einer Bergütung für den Gebrauch auf diese Weise wieder in den Bejiz des früheren Eigentümers bringen wollen. = [ Vom Tisza- Eszlarer Prozeß.] An eine sensationell Gerichtsaffäre, die seinerzeit großes Aufsehen erregte, wird man durch den Tod der Hauptperson des forensischen Dramas erinnert. Im Alter von 65 Jahren ist jener Josef Scharf gestorben, der beschuldigt war, ein Christenmädchen namens Esther Solymosiy ermordet und ihr Blut an den jüdischen Ostertagen für rituelle Zwecke hingegeben zu haben. Scharf wurde damals freigesprochen und lebte fortan in äußerst dürftigen Verhältnissen als Ceselle eines Schlächters in Budapest. Lokales. 22. Mai 1905. ** Der Großherzog und die Großherzogin weilten am Sometag als Gäfte des Kaisers in Wiesbaden. Um 2 Uhr war im Schloß Frühstückstafel. Der Kaiser saß zwischen der Rönigin Margherita von Italien und der Broßherzogin von Hessen; rechts von der Königin saß der Herzog von Urach, links von der Großherzogin der Geheime Rabinetterat v. Lucanus. Dem Kaiser gegenüber saß die Raiserin, rechts vos ihr der Großherzog von Hessen und die Herzogin von Urak, links von der Kaiserin der italienische Botschafter Graf Lanza und die hessische Ober. hofmeisterin Freiin v. Granch. *** Der Machtkampf im Schneidergewerbe. Der Kampf woat auf der ganzen Linie mit verschiedenem Erfolge fort. Während in Frankfurt 400 Schneidergehülfen, die die Unterzeichnung des bekannten Reverses verweigerten, bereits ausgesperrt sind, haben in Biesbaden die Meister endgültig auf die Unterzeinung des Reverses verzichtet. Im Falle die von der Zentralleitung des Meisterverbandes angeordnete Aussperrung in vollem Umfange eintritt, werden rund 26 000 Gehilfen davon betroffen. P Grober Unfng. In der Sonntag Racht wurde ein Gießener Taglöhner dabei erwischt, als er an einem Sause am Lindenplay Dachfandelrohre abriß und bald darauf in der Balltorftraße durch Wegbringen von Gegenständen aus Hofraiten auf die Straße Unfug verübte. Anzeige ist estattet. ** Ein Messerheld. In der Sonntag Nacht gegen 2 Uhr wurde in der Afterweg 7 in Gießen gelegenen Wirtschaft ein aus Rödgen gebürtiger Arbeiter von einem anderen daselbst anwesenden Arbeiter, ohne daß dem Täter besondere Veranlassung dazu gegeben war, durch einen Stich in die Bruft asscheinend schwer verletzt. Der Gestochene schleptpte sich bis auf den Marktplatz und bra dort zu. sammen, wo ihn zwei Schuhleute fanden. P Jn lester Nacht wurde der Sohn eines Kaufmanns in der Bahnhofstraße in Gießen dabei betroffen, als er eine der Stadt gehörende zur Beleuchtung der gesperrten Blockstraße aufgehängte Sturmlaterne zertrümmerte. + Bolksbildung. In der am Samstag im Café Ebel in Sießen tagenden Versammlung des Berbandes für Volfsvorlesungen und verwandte Bestrebungen wurde eingehend darüber beraten, auf welche rise für Volkswohlfahrt und Boit bildung in Stadt und Laud Sorge getragen werden fann. Es wurde beschlossen, in einer späteres Sigung einen Ausschuß zu wählen, der die Sache der Volksbildung für Sießen und Umgegend in die Bege leitet. * ** Die Sterbefasse zu Gießen. Rund 250 Mitglieder hatten sich am Samstag Abend im Café Leib einefunden, um über die Stellungnahme der Sterbekasse zu n neuen geflichen Bestimmungen zu beraten. Bekanntlich terheben alle Privatversicherungsgesellschaften der Aufsicht Kaiserlichen Versicherungsamtes in Berlin, zu dess- n Angaben die Regelung von Beitrag und Leistung Der Kaffen gehört. So notwendig das Versicherungs- Gesez nun auch ist und so viele Vorteile es auch bietet, so hat es doch auch seine Schattenseiten und Härten, und von einer solchen Härte wird die Sterbefasse zu Gießen betreffen. Das Kaiserliche Versicherungsamt wacht geltend, daß die Unterstüßungen der Rasse viel zu hoch gegriffen sind, nach seiner Ansicht fönnen sie nur 80 t. für jeden Fall, anftatt 270 Wt. betragen. Unsere Sterbekasse wird dabei ein Opfer des Buchstabens des Gesetzes, denn es will nicht einleuchten, daß ein Institut, das sich 15 Jahre hindurch glänzend behauptet, das sich als fest fundiert erwiesen und niemals versagt hat, ja das seine Unterstützungen von den anfänglichen 80 t. nach und nach auf 270 Mt. hinaufMt. gerückt und trotzdem einen Reservefond von ca. 7000 mt. angesammelt hat, plöglich seine Zufunft durch den hohen Unterstüßungssatz gefährdet sein soll. Das Gesetz ist Das Gesetz ist zweifellos aus der besten Absicht heraus gegeben und hat das Allgemeinwohl im Auge aber in diesem Fall sind die Verhältnisse doch etwas anders gelagert. Bunächst spart die erhält sich dadurch große Summen und zum anderen ist sie durch das System der Beitragserhebung in der Lage, ihrem Reserefonds in jedem einzelnen Fall reichlich 40 t. zuzuführen. Der Reservefends muß also ständig anwachsen und nur Epidemien, deren Eintritt wir nicht fürchten wollen, fönnten ihn zerschlagen. Vom Vorstandstische aus wurde noch einmal eine kurze Darlegung des ganzen Falles gegeben, vom 25. Juli 1902, dem Tage, an dem das Kreisamt zur Anmeldung aufforderte, bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Trotzdem der Vorstand dem Versicherungsamt wiederholt die " solide Basis, auf der die Kasse aufgebaut ist, und ihre fegensreiche Wirkung vor uger geführt hat, beharrt das Versicherungsamt auf seinem Standpunkt, daß Reservefonds und Beiträge zu niedrig für den Unterstützungssatz frien. Sezt man aber die Beiträge auf 80 Mt. herunter, so verliert die Kasse ein gut Teil ihres Bertes, denn die Beerdigungstoften find in Gießex derartig hohe, daß sie mit 80 Mt. nicht abgetan sind und zudem gebraust jede Familie bei einer derartig traurigen Veranlassung immer einen Notpfennig. Wo aber sollen den die weniger wohlhabenden Klassen her nehme, wenn nicht aus der Sterbetasse? Mancher Witwer und manche Witwe haben dem Vorstande erklärt;„ Ich hätte nicht gewußt, wo ich das Geld zu den Beerdigungskosten hätte hernehmen sollen, wenn nicht die Sterbekasse mir helfend zu Seite gestanden hätte." Wie nichts anderes macht dieses Wort den Mitgliedern die Erhaltung der Kasse zur Pflicht. Und die Mitglieder wollen sie unter allen Umständen auch erhalten, das ging am Samstag aus den Verhandlungen deutlich hervor. Und das ist auch möglich. Bleich der erste Paragraph des Versicherungsgesetzes bietet die Tür: er schließt nämlich alle die Unternehmungen aus, deren Leistungen durch Klage nicht an. zufechten und zu erzwingen find. Man braucht also die Sterbelasse nur in diese Reihe zu versetzen, um ihr den Fortbestand in der bisherigen Form zu sichern. Der Vorstand hatte denn auch in dieser Hinsicht eine Abänderung der Statuten ausgearbeitet, die er der Versammlung vorlegte. Nach einer sehr sachlichen Debatte hatte er die Genugtuung, daß sie von der Versammlung einstimmig angenommen wurden. Das ist ein Vertrauensvotum, wie es besser gar nicht ausgedrückt werden kann, denn nicht das Gesetz sichert jetzt die Unterstützung, sondern das Vertrauen auf den Vorstand und das ist in diesem Falle völlig ausreichend. Zudem ist die Sterbekasse nicht das einzige Unternehmen, das auf dieser Grundlage ruht, es gibt noch weit größere, bei denen dasselbe System eingeführt ist, beispielsweise balanziert der Verband der Deutschen Buchdrucker, der in der Versammlung angezogen wurde, für 1904 in Einnahme und Ausgabe mit 5 690 822,18 Mr. Wird aber eine derartige Kasse ihren vielseitigen Verpflichtungen stets ohne Gesetz gerecht, so wird es unsere Gemäß ihrem Beschluß gab die Sterbekasse auch. Versammlung dem§ 2 folgende, veränderte Fassung: " Zweck der Kasse ist, den Hinterbliebenen eines verstorbenen Mitgliedes eine nach§ 10 von der General- Versammlung festzusetzende, aber nicht einflagbare Unterstützung zu gewähren." Dem forrespondierenden zum§ 10 erhobenen§ 11 wurde folgender Wortlaut gegeben: - Bei jedem angemeldeten Todesfall eines Mit gliedes erhalten die Hinterbliebenen nach Maßgabe des§2 auf Anweisung des Vorsitzenden vom Kassierer ein im voraus von der Generalversammlung festzusehendes Sterbegeld." Zum Schlusse wurde der Versammlung noch ein Schreiben der Bürgermeisterei vorgelegt, in dem das Beerdigungsamt wünscht, daß die Kaffe die Beerdigungs. fosten gleich in Abzug bringe. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt. Mit dem Wunsche, daß die Kasse sich in der bisherigen segensreichen Weise weiter entwideln möge, schloß der Vorsitzende die Versammlung. *** Zigeuner- Konzert. Einen ungemein guten Besuch hatten die gestern in Steins Garten, Gießen, gegebenen Zigeuner- Konzerte der Rakoczi- Truppe zu verzeichnen. Zieht man das Ergebnis der Konzerte, so muß man sagen, daß die hochgespannte Erwartung ob der Leistung dieser renommierten Kapelle in feiner Weise getäuscht worden sind. Die Soli- wie Chorpartien legten beredtes Zeugnis für die Begabung und den regen Fleiß der Mitglieder ab. Das Programm war ein sehr gut gewähltes und das Zusammenspiel der Geigen und des Cymbal wirkte bei verständnisvollem Arrangement außerordentlich harmonisch. Sehr gut gelangen namentlich die ouverture romantique, die Brahmschen ungarischen Tänze, der Schazwalzer aus dem Zigeunerbaron" und die Fantasie aus der Oper Die Fledermaus" von Strauß, dann aber auch das Zsigany élet bon Urbany. Der Beifall war ein so starter, daß die Kapelle wiederholt sich zu Zugaben bereit erklären mußte. Hübsche seelenvoll vorgetragene Charakterstücke bildeten„ Ilona" von Bonfi," Kalocsei emlek Csárdás" von Merty, die ebenfalls volle Anerfennung verdienen. Einen geradezu stürmischen Beifall aber forderten die Xylophon- Soli heraus. In sämtlichen Vorträgen konnte man die gleiche liebevolle sämtlichen Vorträgen fonnte man die gleiche liebevolle Hingabe der Stapelle spüren, ob die Töne nun schwermütig und schluchzend dahinkrochen oder in feurigem Rhythmus sich aufschwangen, stets blieb das Spiel ein gefühlvolles und wohldurchdachtes. Der Beifall, der der Stapelle wurde, ist deshalb ein wohlberechtigter. Nicht minder eindrucksvoll war der zweite Teil: der von Mll. Bierout getanzte Flammentanz„ Ein von Mil. Bierout getanzte Flammentanz„ Ein Traum von Licht und Schönheit", der überraschend hübsche Lichteffekte schuf. Bald stand die Tänzerin als hohe Säule da, über welche rote, blaue und grüne Töne liefen, dann warf sie den Stoff in malerischen Falten liefen, dann warf sie den Stoff in malerischen Falten auf, entschwebte in einer Wolfe und tauchte kräuselnd in einem Meer von Farben unter, erschten wieder, wurde wieder Säule und fing i ht Schmetterlinge, lächelt die Künstlerin, wirft die Falten in weiten Wellen um sich, hascht nach grünen, roten und bloma Tönen und entschwindet in buntem Fa benin be. Das Publifum applaudierte so stürmisch und a haltend, daß die Tänzerin wiederholt erscheinen mußte. Alles in allem genommen, hat die Rakocsi Truppe das Gießener Publikum im Sturm gewonnen d so dürfte denn auch die Mitteilung mit Freuden aufgenommen werden, daß die Künstler in wenigen Wochen noch einmal unsere Stadt berühren. Kommunalumlagen. Im Kreise Gießen sind von Rommunalumlagen befreit die Drte: Albach, Bersrod, Ettingshausen und Hattenrod. Den höchsten Zuschlag in Prozenten haben Lindenstruth mit 232, Trohe 212, Stangentod 206, Burkhardefelden 180, Climbach 197, Rübbinghausen 196, Beltershain und Dorf- Bill 179, Saasen 172 und Klein- Linden 166. s Schuh dem heimischen Handwerk! Als vor einiger Beit die Vergebung der Stuckarbeiten im Darmstädter Hoftheater nach auswärts bei den hessischen Beteiligten einen Sturm der Entrüstung hervorrief, ließ sich dieser nur mühsam durch die Versicherung glätten, daß fünftig mehr im Interesse des heimischen Handwerk verfahren werden würde. Nun kommt aber die Nachricht, daß in der letzten Zeit die Maler- und Anstreicher Arbeiten nebst der Vergoldung im Auditorium des Hoftheaters zur Vergebung nach Wien gelangt sind und wirbelt aufs neue Staub auf. Wie man vernimmt, soll die Rostenfrage dabei die Hauptrolle spielen, ob sie aber be rechtigt ist, dem heimischen Handwerk die Beschäftigung zu entziehen, muß ganz entschieden bestritten werden. Auf die Stellungnahme der in Frage kommenden Körperschaften darf man gespannt sein. = Wieseck, 20. Mai. Wertzuwachs. Vor etwa 15 Jahren verkaufte die hiesige Gemeinde einen größeren Gemeindefomplex po Quadratmeter zu 80 Pfg. Dasselbe Grundstück ist jetzt wieder von der Gemeinde als Bauplat für ein neues Schulhaus erworben worden; dafür aber muß sie it pro Qadratmeter 2,50 Mt. bezahlen. Klein- Linden. Der hiesige Turnverein beabsichtigt, am Himmelfahrtstag eine Turnfahrt nach dem Niederwald. < Klein- Linden, 20. Mai. Fund aus der Steinzeit. Im sogenannten Krautfeld wurde ein Steinbeil, aus prähistorischer Beit stammend, gefunden. ?? Leihgestern. Der Turnverein Leihgestern hielt gestern in Reichelsheim ein Preisturuen ab. Von 11 Turnern befamen 5 Preise. ih Trohe. Ein vielbelachter Scherz trug sich bei der Inbetriebseßung der hiesigen neu angelegten Wasserleitung zu. Als am Oftersamstag das Wasser zum erstenmal unserem Dörfchen zugeführt wurde; erfreute sich Jung und alt, den ersten Gebrauch auch von den Hausanschlüssen machen zu können. Zu nicht geringem Schrefen vernahm eine Ehefrau, daß ihr Anschluß kein Wasser brachte. In Nu waren sämtliche Frauen in der Wohnung derselben und man war allgemein der Ansicht, es müsse ein Frosch sein, der im Wasserbehälter sich eingenistet hätte und nicht mehr herauszubringen sei, dieser müsse sich in das enge Bleirohr verkrochen haben und dadurch könnte das Wasser nicht laufen. Mit heißem Sehnen erwartete man einen hiesigen jungen Schlosser, der die Reparatur dieses Hausanschlusses vornehmen und dem verwünschten Frosch zu Leibe gehen sollte. Dieser stellte verblüffend schnell die Ordnung her er drehte einfach den Abstellhahn im Keller, der noch zu war, auf und in demselben Angenblick fungierte auch dieser Anschluß. § Wetzlar- Niedergirmes, 21. Mai. Sängerfest. Der Solmser Sängerbund hält am 4. Juni seine diesjährige General- Probe in Nedergirmes ab. Mit der Veranstaltung ist die Feier des 30jährigen Bestehens des hiesigen Gesangvereins Concordia" verbunden. ** Nieder- Bessingen. Der hier festgestellte Bläschenandslag ist erloschen. K Höchst a. M., 21. Mai. Hohe Dividende. Die Generalversammlung der Farbwerte vorm. Meister, Lucius Brüning, beschloß die Verteilung einer Dividende von 20 Broz.( wie im Vorjahre). K Darmstadt, 21. Mai. Aussperrung. In der Darmfädter Maschinenfabrik Röder wurde gestern infolge von Differenzen 400 Metallarbeitern gefündigt. Das Gewitter am Samstag. h Klein- Linden, 21. Mai. Bei dem am Samstag niedergegangenen Gewitter fuhr ein Blizstrahl in das WohnHaus des Bremsers Schmidt, ohne jedoch ernsten Schaden anzurichten. × Wieseck. Bei dem cm vergangenen Samstag Nachmittag 6 Uhr hier niedergehenden Gewitter schlug der Blih, in das dem Manufakturwarenhändler Mayer in Bieseck gehörige Wohnhaus ein, ohne zu zünden. Der Blih fuhr in den Schornstein und von da zum Dachfenster hinaus. Alten- Bused, 21. Mai. Am Samstag Nachmittag entlud sich über unserer Gemarkung ein sehr startes Gewitter. Die dasselbe begleitenden farken und anhaltenden Regensüsse brachten eine solche Wassermenge, daß alle Gossen und Ranäle diese nicht aufzunehmen vermochten und so teilweise das Deckmaterial der Ortsstraßen fortgerissen wurde. Bliz und Donner wechselten miteinander und mehrmals fuhr ein Blizstrahl hernieder, ohne jedoch zu zünden. An der Kreisstraße Alten- Bused- Wieseck sind mehrere Telephonstangen umgeriffen und zersplittert worden. Im Orte selbst slug der Blig ein in das Wohnhaus der Heinr. Brüd Wittwe, sodaß die Straßenfront des Hauses sehr beschädigt und sämtliche Bilder, Spiegel und dgl. zerrissen wurden. Fast hätte auch eine Wöchnerin ihr Leben dabei lassen müssen. Hort wurde auch der Gastwirt Louis Opper betroffen. An seinem renoviertem Wohnhaus sind das Dachwerk und die Fenster an der Südseite vollständig zertrümmert worden. Sein in dem Hausflur stehender Sohn tam mit Rücken davon, ohne jedoch bis jetzt festgestellten weiteren förperlichen Schaden zu nehmen. chy Westpreußen Sterbefasse Gießen einen großen Verwaltungsapparat und Vögel und Proträts auf. Donnernder Beifall. Da nicht geringem Shrecken und halb schwarz und blau im 1 Tagen wieder Iten Bekannten ] Obwohl die ben Fes trägt edeutend. Am em noch weide leine National er Brempenlof Drige, frempen den Stepower landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, 23. Mai. Beitweise heiter, fordauernd fühl. ( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteti: 16 in Klein, für den abrigen Inhalt: Georg Horn, betbe in Gießen. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, welche uns beim Hinscheiden unseres lieben Gatten und Vaters, des Herrn Wilhelm Lippold so herzliche Beweise der Teilnahme gaben und seinen Sarg so reich mit Blumen schmückten, sowie für die liebevolle Pflege der Schwestern und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler am Grabe sagen tiefgefühltesten Dank Frau Lippold Ww. geb. Fischer nebst Tochter. Bürgerverein Giessen Donnerstag, den 25. d. Mts., abends 9 Uhr im Saale des Cafè Lelb( Gießener Festsaal) Bürger- Versammlung. Tagesordnung: Die Verkehrsverhältnisse in Gießen. Versteigerung. Montag, den 29. Mai 1905 nachmittags 3 Uhr, sollen im Biergrosshandlung Emil Schmall Tel. 3. Sicken, Frankfurterstraße 7 empfiehlt acht Culmbacher Bier Tel. 83. Münchener Bürgerbräu- Bier Dortmunder Union Pilsener" fawie Frankfurter und hiesiges Bier= in Flaschen, Gebinden, Selbstschänker( Syphon à 5 Liter). Reelle Preise, Aacht Pilsener Urquell mar in Syphons& 5 Liter. Beinliche Reinichkeit der Abfüllung. Für alle Lieferungen Garantie der Originalität. Gießener Himmelfahrtsmarkt Brotpreise bom 21. Mai bis 14. Juni 1 Der hiesigen Bäcker. 1 Weißbrot Der herkömmliche Himmelfahrtsmarkt findet am Kg. 30. und 31. Mai statt und zwar am: Dienstag, 30. Mai Vichmarkt Mittwoch, 31. Mai Vieh wad Krämermarkt. Der für 6. und 7. Junt angesetzte Vieh- und Krämermarkt fällt aus. Gießen, den 5. Mai 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Curschmann. Bekanntmachung. städt. Pfandlokal, Seltersweg 11 dahier die wegen rückständiger Die nad stehende Verfügung Großh. Kreisamts dahier vom Beiträge zur Ortskrankenkasse 16. d. Mts. bringen wir zur Kenntnis der hiesigen Landwirte und Gießen pro Monat Jaunar 05 fordern dieselben zur Versicherung bei der Norddeutschen Hagel- Vergebfändeten Gegenstände, Möbel aller Art, 1 Hobelbank, 1 Babe- licherungsgesellschaft unter Benutzung der Vorteile des Staatsvertrags einrichtung und 3 Wagen ver Gießen, den 18. Mai 1905. steigert werden. Gemmeder, Pfandmeister, Gießen. auf. Großh. Bürgermeisterei Gießen. J. V.: Curschmann. Zu recht zahlreichem Besuch ladet hiermit, insbesondere unsere Bersteigerung. Betr.: Hagelversicherung. Mitglieder freundlichst ein. - Der Vorstand. Müller. Japanischer Balkonschmuck Blitzmischung. Nach besonderem Verfahren innerhalb 4 Tagen aufgehend. Anweisung liegt bei. Um Fenster, Balkon, Laube, kahle Wände rasch mit anmutigem Grün und Blumen zu bekleiden, beziehe man ein Samen- Sortiment japanischen Balkonschmuck von blühenden Kletter- und Schlingpflanzen das ganze Sortiment Samon MkBlitzmischung 1 ein Doppelsortiment Mk. 2.-. Das Sortiment enthält zauberhaft rasch wachsende alles über und über mit anmutigem Grün schmückende Kletterpflanzen, die ein farbenprächtig blumiges Kleid schnell über alles Unansehnliche am Haus und im Garten werfen, süssen Wohlgeruch über die Umgebung ausbreiten. Alte Blumentöpfe, Kästen, Kübel, freies Land, auch schlechter Boden ist verwendbar: nach drei Tagen gehen die Samen auf, man hat später nichts weiter zu tun, als die Zweige hoch zu binden und dann rankt es und blüht es den ganzen Sommer hindurch bis tiof in den Herbst hinein. Die Aufträge sind zu richten an die Blumengärtnereien Peterseim Erfurt, welche Firma den Vekauf und den Versand vornimmt. Wascht mit Schwan Joh. Seibel Glessen Ludwigeplatz Weinstube. Ausschank v. nur guten reinen Tischweinen' Schiffahrer Donnerstag, d. 25. Mai d. J., Das Großherzogliche Kreisamt an die Großh. nachmittag 8 3 Uhr Bürgermeistereien des Kreises. sollen im städtischen Pfandlokal Unter Hinweis auf die zwischen dem Großh. Ministerium des Seltersweg 11 dahier die wegen Innern und der Norddeutschen Hagel- Versicherungs- Gesellschaft auf rückständigem Mädchen und Gegenseitigkeit in Berlin abgeschlossene Uebereinkunft und unserer BeRealschulgeld 4. Quartal 04, fanntmachung hierüber vom 18. Februar d. J8., abgedruckt im Kreis: eleft. Stromgeld pro Januar blatt Nr. 23 vom 24. Februar d. I, beauftragen wir Ste, auch jetzt, und Februar 05, Miete pro zu der Zeit, wo die Hagelversicherungen hauptsächlich eingegangen Februar 05 nnd isr. Gem.- werden, die Landwirte zur Versicherung bei der Norddeutschen HagelEtener 4. Quart. gepfändeten Versicherungs- Gesellschaft unter Benutzung der Vorteile des StaatsGegenstände( Möbel aller Art), vertrags aufzufordern. 3 Wagen und 1 Faß Farbe, sowie 4 Lorbeerbäume versteigert weiden. Gemmecker, Pfandmeister. Gießen. Vorzüglichste Lederputz- Crême Kavalier Das Beste vom Besten Keln alltägliches Schuhputzen mehr nötig. Überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Gesucht auf fefort bis 1. Septemb. ein einfaches junges Mädchen mädchen vorhanden. J. V.: aez. Dr. Fink. Bekanntmachung. Die unterm 13. Mai 1. Js. angeordnete Sperre der Goethestraße zwischen Ludwig- und Stephanstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, 20. Mai 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Bekanntmachung. In der Zeit vom 13. bis 20. Mat 1905 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Hundemaulforb, 1 silberne Uhr und 15 Mt. in baar; verloren: 1 Fünfederhalter und 1 Portemonnaie mit 4 Mt. Inhalt. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 20. Mai 1905. Großh. Bolizeiamt Gießen. Herberg. Versteigerung. Donnerstag, den 25. d. Mts., nachmittags 1 Schwarzbrot 2 " 3 12 Kornbrot • Der auswärtigen Bäcker 1 Weißbrot Georg Dern, Gr Linden 2 W. Steinmüller Witwe( Lang gons.) Heinrich Weber( Heuchel Nr. 119 Obe W. Fabel Wies W. Weißel Lang göns u. L. Stein müller Gr. Lind Karl Post, Wiefe W. Linden Leir: Klein Louis Süßmuth Der Steinberg u. Geo Gr.- Linden Steinmüll Wwe. Langaöns W. W. Fabel( Wief W. Weizel, Lan Göns JakobApp Krofdorf, Hein Weber Heuchelhe L. Steinmülle ( Gr. Lind.) Karl Post, Wiese u. W. 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