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Hauptexpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk Nr. 362. Mittwoch, den 22. Februar 1905. Gießener 14. Jahrgang Abonnementspreis: abgeholt monatlich 30 Bfg.. in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Was sollen unfere Kinder werden? Das Osterfest steht vor der Tür, der Tag der Konfirmation naht heran, und an manches Elternherz tritt die Frage: was sollen wir unsere Kinder werden lassen? Oft genug wird diese Frage nicht nach dem Vollgewicht der mit ihr verbundenen Verantwortung behandelt; oft genug ist die Gedankenlosigkeit so groß wie die Ratlosigkeit, die bei der Entscheidung zur Geltung kommt. War es in früheren Zeiten besser, als es eine Berufswahl nicht gab, als Sitte und Gesez bestimmten, der Sohn müsse dem Beruf des Vaters folgen? Niemand wird daran denfen, diesen Zwang der Vergangenheit erneut zu wünschen, das Kastenwesen wieder ins Leben rufen zu wollen. Um so unbefangener darf man zugeben, daß die alte Einrichtung auch recht gute Seiten hatte, nach der ganze Geschlechterreihen den gleichen Beruf ergreifen mußten. Zwar Neigung und Begabung vererben sich nicht, wenigstens nicht in der Regel; aber die frühe Hineingewöhnung in einen Beruf führt zu einer Beherrschung des Stoffes, zu einer Vertrautheit mit ihm, die auf anderem Wege gar nicht zu erlangen ist. Daß das Kind schon die ärztlichen Handgriffe kennen lernte, mit den Instrumenten umzugehen wußte, die ärztlichen Erfahrungen der Vergangenheit sich geläufig machte und an den neuesten Erfahrungen sie immer wieder berichtigte oder erprobte, das hob den ägyptischen Aerztestand im Altertum über den jedes anderen Landes, verlieh den Aegyptern den Ruf, ein Volk von Aerzten" zu sein. Man geht wohl auch nicht fehl, wenn man den Ruhm des deutschen Handwerks im Mittelalter, das vielfach zum Kunsthandwerk sich hob, zum Teil mit darauf schiebt, daß das Handwerkszeug des Vaters schon des Knaben Spielzeug war. uns Heute haben wir die Freiheit der Wahl und mögen diese Freiheit um feinen Preis aufgeben. Doch mit dieser Freiheit ist Verantwortung verbunden, Verantwortung vor selbst, Verantwortung vor unseren Kindern, deren Schicksal durch die Berufswahl zunächst bestimmt, jedenfalls in hohem Maß beeinflußt wird. Es ist begreiflich, daß viele Eltern den Wunsch haben, ihre Kinder etwas besseres" werden zu lassen, sie auf der fozialen Stufenleiter zu einer höheren Sprosse zu führen. Sie möchten, daß ihre Kinder sich weniger quälen müssen, als sie selbst es getan, daß ihre Kinder größere Geltung, gesteigertes Ansehen erlangen. Doch mit diesen guten Wünschen allein, so begreiflich sie sind, ist es nicht getan. Wünsche allein bieten noch keine auskömmliche Förderung und keine Gewähr für Erreichung des Ziels. Soll der Knabe studieren, so muß geprüft werden, ob die nötige Begabung vorhanden ist, und ob es an den nötigen Mitteln nicht fehlt, auf den eigenen Erwerb des Kindes für lange Jahre zu verzichten. Es muß ferner erwogen werden, daß heutigen Tages sogar das Brotstudium weit davon entfernt ist, unter allen Umständen auch wirklich Brot zu gewähren. In den freien Berufen des Arztes, des Rechtsanwalts- drückt die Konfurrenz der überzahlreichen Kräfte auf den Erwerb; in den anderen Berufen des Lehrers, des Beamten- schiebt die gleiche Ursache die Anstellungshoffnung um viele Jahre hinaus. Um ein Beispiel anzuführen: In der Forstkarriere sind heute noch Forstassessoren von 1892 ohne Anstellung, auf die sie also seit vollen dreizehn Jahren warten! Das ist materiell nicht leicht auszuhalten; und selbst wer materielle Rücksichten nicht zu nehmen hat, wird es kaum für einen idealen Zustand halten, daß man die besten Lebensjahre verwartet. Dafür bietet das schönste Uniform- Grün Feinen ausreichenden Ersatz. Es gibt keine Eltern, die ihren Kindern nicht die Tugend der Bescheidenheit wünschten; aber recht viele Eltern glauben, für ihre Kinder unbescheiden sein zu sollen, und sie geben dem Ausdruck, indem sie versuchen, den Kindern einen Platz zu bereiten, zu dessen Erwerbung die unentbehrlichen Voraussetzungen fehlen. Sie vergessen oder übersehen, daß heute mehr denn je nicht der Beruf das Ansehen des Mannes bestimmt, sondern der Mann seinem Beruf das Ansehen gibt. Die erlangte Freiheit der Berufswahl hat das bewirkt, und diese Freiheit hat Großes gewirkt. Doch damit ist nicht gefagt, daß es ratsam sei, von Geschlecht zu Geschlecht eine förmliche Berufsflucht eintreten zu lassen. Man soll im Gegenteil davon ausgehen, daß für eine Aenderung in der Berufswahl besondere und gewichtige Gründe vorhanden sein müssen. Die Tüchtigkeit kann sich in jedem Beruf entfalten, in dem des Kaufmanns und des Handwerkers genau so wie in dem des Gelehrten und des Beamten. Wer nur durch Aeußerlichkeiten sich leiten läßt, wird in der Regel eine schlechte Wahl treffen. Das eben Gesagte gilt in entsprechender Anwendung bon den Mädchen innerhalb gewisser Grenzen ebenso wie von den Knaben. Wir wissen uns frei von jeder Schwärmerei Für Frauenrechtlertum und für eine Emanzipation, die von guter Sitte fich lossagt. Man kann sich aber den wirtschaftLichen Notwendigkeiten nicht verschließen, die eine Folge der tatsächlichen Entwickelung der Verhältnisse sind. Daß das Mädchen vom Elternhaus in das eigene Haus geht, ist und bleibt die wünschenswerte Regel. Doch die große und wachTende Zahl der Ausnahmen will gleichfalls bedacht sein, und wehr, sehr häufia bedingt die Lage der Eltern, daß auch die Mädchen zu einem Erwerb vorgebildet, daß sie zur Selbständigkeit erzogen werden. Den Eltern liegt die Berufsmahl ob. Diese Pflicht ist beinahe die größere, weil sie die schwerere ist, weil die Zahl der Berufe, zu denen Mädchen sich eignen, kleiner ist. Die Liebe der Eltern zu den Kindern ist an feinen Stand gebunden, sie gehört zum Menschentum. Die Eltern beweisen ihre Liebe zu den Kindern am besten durch eine vorsichtige und kluge Wahl des Berufs für diese. O Der Krieg in Oftafien. • Die Offensive Kuropatkins währt weiter an. Die russische Kavallerie scheint ihren ursprünglichen Plan, der durch die Gegenangriffe der Japaner beim ersten Versuch vereitelt wurde, in vollem Umfang wieder aufgenommen zu haben. Ein neuer russischer Handstreich gegen Nintschwang ist nach japanischen Meldungen in eiliger Vorbereitung oder bereits im Gange. Aus Tokio wird berichtet: Die Japaner erwarten in Niutschwang einen Angriff der Russen und errichten schleunigst weitere Verteidigungswerke. Wie Marschall Oyama meldet, fand ein unbedeutender Infanterieangriff auf Fangschan statt. Die Russen beschossen in den letzten Nächten Sapatei mit schweren Geschützen. Die Gesamtmacht der Russen und Japaner am Schaho wird auf 700 000 Mann geschäßt. Der stark verschanzte linke Flügel Kuropatkins, der aus 6 Divisionen besteht, wurde neuerdings bis zu einem Punkt fünf Meilen westlich von Awaijn ausgedehnt, wo eine starke Abteilung steht. Kuropatfin ist gegenwärtig in Fushun. Die Russen entwickeln eine lebhafte Tätigkeit vor dem rechten Flügel der Japaner; sie berwenden Chinesen dazu, um den Versuch zu machen, japanische Depots in Brand zu stecken. Sieben Chinesen, die in Tairen gefangen genommen worden sind, erklärten, jeder von ihnen hätte 600 Taels erhalten mit dem Versprechen, daß, wenn ihnen die Brandstiftung gelänge, jeder noch 20 000 Zaels erhalten würde; sie werden wahrscheinlich zum Tode verurteilt werden. Der Streitfall Gripenberg- Kuropatkin ist noch immer zu keinem endgiltigen Abschluß gelangt. Die widersprechendsten Gerüchte laufen um. Gripenberg werde vor ein Kriegsgericht gestellt werden, heißt es einerseits, Kuropatkins Abberufung sei sicher, verlautet anderseits. Allerdings werde diese in schonendster Form erfolgen. Auch gegen Stössel, der den Boden Rußlands bereits wieder betreten hat, werden heftige Anklagen durch einen seiner Untergebenen, den General Smirnow, erhoben. Ein Bericht dieses Generals ist dem Zaren zugegangen. Los von England! Ein altes chronisches Leiden des britischen Staatskörpers, an dem seit langen Jahren die englischen Politiker verschiedenster Färbung mit wechselndem, aber nie bleibendem Erfolge herumturiert haben, ist von neuem in eine akute schwere Krisis getreten. Das heiße Sehnen der Irländer, Jos von England zu kommen, hat sich, nachdem es durch Reformversprechungen künstlich zurückgedämmt war, mit elementarer Gewalt Bahn gebrochen. Ein irischer Abgeordneter hat sich nicht gescheut, im englischen Unterhause offen mit Rebellion zu drohen, falls die Wünsche Irlands nach Autonomie nicht voll befriedigt würden. Englands Schmerzenskind. Für uns Deutsche ist das Aufflackern des irischen Nationalbasses gegen England in diesem Moment von ganz besonderem Interesse. Es ist ein ganz probates Mittel, besser als alle noch so gutgemeinten Friedenspredigten eines Barclay, der von gewissen englischen Preßorganen in letzter Zeit systematisch betriebenen Deutschenhezze den Maulkorb anzulegen. Wer den Feind im eigenen Lande hat, braucht sich nicht erst außerhalb zur Befriedigung für seinen Berserkerzorn passende Objekte mit Mühe heranzuzüchten. Aber auch vom Standpunkt der Weltpolitik gibt das neue Symptoni zu denken. Irland ist von jeher die Achillesferse gewesen, an der die meerumgürtete Britannia auf den Tod zu verwunden ist. Das hatte niemand besser erkannt, als der große Meister der politischen Ränkeschmiede, Napoleon I. Seine bekannte Expedition zur See gegen England wählte sich Irland als geeignetes Einfalltor. Hätten Wind und Wogen die Flotte, deren Material und Bemannung nicht auf der gleichen Höhe mit den weltbewegenden Plänen des korsischen Eroberers stand, nicht zurückgeworfen, so hätten ihre Führer aus Erins grünen Fluren ganze Heere von Refruten stampfen können, die ihren grimmigen Haß gegen die britischen Unterdrücker mit dem Schwerte in der Faust nur zu gern betätigt hätten. Die Home- Rule. Der größte liberale Staatsmann, den England in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gehabt hat, Gladstone, der auch nach seinem Tode noch ,, the grand old man" genannt wird, hat sich lange Jahre der irischen Nationalisten zu erwehren gesucht, gegen O'Connor gekämpft und Parnell niedergerungen, der der„ ungekrönte König von Irland" hieß, hat den Mordanschlägen der Fenier getroßt, die vor einem Vierteljahrhundert an Verwegenheit den russischen Nihilisten nichts nachgaben und schließlich doch bekannt: England müsse den ren auf ihrer Insel Autonomie gewähren. Er erreichte sein Ziel nicht, ein Teil der eigenen Partei verließ ihn. Von der liberalen Partei, die die Mehrheit besaß, spalteten sich die Unionisten ab, die an der Einheit des Reichs festhalten wollten und mit den Tories ein Bündnis zur Wahrung dieser Einheit eingingen. Gladstone mußte die Ministerpräsidentschaft niederlegen, und von Home- Rule war nicht mehr die Rede. Merkwürdigerweise sprachen auch die Iren im englischen Unterhaus nicht mehr davon. Nur Gladstone versicherte jedem, der es hören wollte: der Home- Rule- Plan werde wiederkehren. Und der große alte Mann" hat Recht behalten. HomeRule ist unterwegs, und die Unionisten im Verein mit den Konservativen sind es, die den Plan ausführen möchten, um dessen bloßer Aufstellung willen sie vordem Gladstone und das liberale Regiment gestürzt haben. Eine Art Zufall hat enthüllt, daß Führer der unionistischen Partei das alte Gladstonesche Projekt aufgenommen hätten, Irland ein eigenes Parlament mit weitgehender Selbstverwaltung zu geben. Sie sind zu der Ueberzeugung gekommen, daß auf andere Weise die notwendige Beruhigung des Landes nicht zu erzielen sei. Es ist ihnen auch gelungen, die Konservativen für den Plan zu gewinnen. Vorläufig freilich nur die Führer und auch diese erst in verschwiegener Stille. Die Führer aber, der Minister für Irland unter ihnen, haben den Plan gekannt, haben ihn gebilligt und sogar seiner Formulierung im Regierungsschloß zu Dublin beigewohnt. Die Enthüllung ist zu früh gekommen, wahrscheinlich wird Lord Dudley darüber sein Portefeuille verlieren. Wie ist es nun zur Bekehrung der Unionisten und Tories gekommen? Die irische Not ist außer Frage. Millionen ren haben die grüne Insel verlassen, die auf weite Strecken entvölkert ist. Es hat sich gezeigt, daß hier wie überall die Bewohner den größten Reichtum eines Landes ausmachen. Mit der Auswanderung der armen Fren verarmten auch die englischen Großgrundbesizer, deren Güter mehr und mehr entwertet wurden. So sind die englischen Grundherren in Irland durch eigenen Schaden klug geworden und wollen den Rest ihrer Habe durch politische Zugeständnisse an die Fren retten. Und sie werden es. Denn so große Patrioten die zaglischen Lords sind, so gute Kaufleute sind sie auch. Die Dolitik. Das Marincexpeditionskorps kehrt im März in zwei Abteilungen aus Deutsch Südwestafrika zurück. Am 5. März tritt die erste Abteilung, am 20. März die zweite von Swakopmund die Heimreise an. Beide zusammen haben eine Stärfe von 18 Offizieren, 9 Portepeeunteroffizieren und 462 Mann. Inzwischen meldet Generalleutnant von Trotha, daß am 13. Februar die Telegraphenstation Geitsabis von einer Hottentottenbande angegriffen worden ist. Die 2. Kompagnie des Feldregiments ist deshalb zur Aufklärung nach Geitsabis abgegangen. Nach ihrer Rückkehr sollte am 21. Februar ein Detachement unter Hauptmann von Zwahl den Hindiop aufwärts marschieren, um Nordbethanienbanden anzugreifen, die östlich Maltahöhe festgestellt sind. † Die preußische Berggesegnovelle über das Arbeitsverhältnis im Kohlenbergbau wird in den nächsten Tagen an das Abgeordnetenhaus gelangen. Wie wir erfahren, wird die Novelle die Bestimmung enthalten, die übrigens nicht durchaus neu ist, daß die Arbeiterausschüsse aus allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlen der betreffenden Arbeiterschaft hervorgehen sollen. Das passive Wahlrecht soll an einjährige Beschäftigung in der Grube, deutsche Staatsangehörigkeit und an ein mindestens 25jähr. Alter gebunden sein. Den Arbeiterausschüssen soll Mitwirkung bei der Verwaltung von Unterstützungs- und ähnlichen Kassen für die Arbeiter bei Feststellung oder Aenderung der Arbeitsordnung zustehen. Ferner sollen die Mitglieder der Arbeiterausschüsse als Einfahrer bei Ueberwachung der Sicherheit und Ordnung auf den Gruben mitwirken. Von dem Grundsatz, für erwachsene männliche Arbeiter eine Marimalarbeitszeit nur aus gesundlichen Rücksichten oder bei besonders gesundsnefährlichen Betrieben festzusetzen, wird auch beim Kohlenbergbau nicht abgegangen werden. Schon jetzt ist hier bei 29 Grad Celsius die Marimalarbeitszeit auf 6 Stunden bejimmt. Diese Maximalzeit soll schon bei niedrigerer Temperatur gezien, eine etwas höhere Marimalarbeitszeit für eue Temperatur von 22 Grad Celsins festgesetzt werden. frankreich. Die Franzosen legen Wert darauf, für eine ,, ritterliche" Nation zu gelten. Sie selbst geben sich dafür aus. und durch stete Wiederholung haben sie es dahin gebracht, daß man ihnen wirklich ein besonderes Maß von Ritterlichkeit zuschreibt. In Geldsachen aber hört bei ihnen nicht bloß die Gemütlichkeit, sondern auch alle Ritterlichkeit auf. Es ist bekannt, daß jüngst die französische Regierung darüber Beschwerde führen zu dürfen glaubte, daß die Pforte eine bestimmte Waffengattung in Deutschland gemacht hatte, und daß der französische Botschafter Constans in Konstantinopel durch Drohungen die Gewährung reichen Ersatzes an Frankaus der französischen reich erzwang. Jetzt erfährt man Presse selbst, die deswegen dem Botschafter hohes Lob zollt - wie Herr Constans dabei vorgegangen ist. Genau nach dem Muster des weiland russischen Botschafters Mentschikoff, der vor Ausbruch des Krimkrieges im Ueberzieher- Ueberzieher à la Mentschikoff wurden danach Mode- sich zur Hohen Pforte begab, um dieser mittels solcher Unhöflichkeit sein Mißfallen und seine Nichtachtung auszudrücken, erschien Herr Constans im Reiseanzug vor dem Großvezier Ferid Bascha. Tags zuvor hatte er schriftlich mit der Sperrung des französischen Marktes für die türkischen Werte gedroht. sest ängstigte er dem Großvezier ein Zugeständnis nach dem andern ab: die Freigabe der Kais an die französische Gesellschaft in Konstantinopel, die Konzession der Bahnlinie Hamah- Alep, und endlich die Zusicherung, daß die Pforte in Zukunft ein Drittel ihrer Waffenbestellung in Frankreich machen werde.- Irgend ein Rechtsgrund für diese Forderungen ist nicht vorhanden, man müßte denn das Recht des Stärkeren in dem Sinne anerkennen, in dem es der Wegelagerer, der Straßenräuber für sich in Anspruch nimmt. Oefterreich- Ungarn. Im ungarischen Abgeordnetenhause haben sich die ver. einigten Oppositionellen als Mehrheit konstituiert, indem sie den Präsidenten aus ihrer Mitte wählten. Der Erkorene heißt Boles Tallian und gehört der Kossuthfraktion an. Belgien. fatte nichts weltf forglofe Jugend, Son etwas intenfi nommen traf er be ber Gräfin die un fand fie fich ziemli mehr Wärme hätte miffen laffen. tanz" bon M Gebicht auf den feiner Kraft nicht G wolüftig zum Die Handlung erziehung der Kinder eine gewisse Vorsicht geboten sei. Die| Bedeutung der Herr dem Zeitungswesen beizumessen beliebt, Regierung fönne aber öffentlich erklären, daß die Bwangs- und auf keine Ruthaut geht es zu schreiber, was überhaupt von solchen Leuten dem Buchdrucker geboten wird. erziehung keinerlei Makel für das Kind sein soll, noch daß fie subsidär wirken soll. Der Abg. Reh ist erfreut über die Verbilligung der Rechtsverhältnisse in Hessen, besonders bei den Erbschaften, auch bei der Urkundenstempelung seien erhebliche Verbesserungen eingetreten. Der Abg. Sutfleisch bespricht die Sonntagsruhe der Anwaltsgehilfen und deren petuniäre Besserstellung. Kapitel 80 und 81 Ministerium der Justiz, Titel 1-7 werden ohne Debatte genehmigt. Bei Ausgaben, Titel Oberlandesgericht, beantragt der Ausschuß, die für zwei weitere Stellen von Oberlandesgerichtsräten geforderten 11000 Marf zu streichen. Justizminister Dittmar weift statistisch das Anwachsen der Arbeit beim Oberlandesgericht nach. Mit den bisherigen Kräften fei nicht mehr auszulommen, da die Prozesse zu langsam zu Ende geführt werden. Der Ecrichtung eines dritten Senats fönne die Regierung nicht zustimmen, da ein Bedürfnis dafür nicht vorliege und es der Redaß die Hilfsrichter des Oberlandes $ Der Bergarbeiterstreik in den Gruben des Borinage ist größtenteils beendet. Die Mehrzahl der Bergleute ist wieder eingefahren. Aehnlich ist das Verhältnis in den anderen belgischen Kohlenrebieren. Russland. O Der Großfürst Paul von Rußland, der bekanntlich wieder zu Gnaden vom Zaren aufgenommen und in seinen Rang als Generalleutnant und Generaladjutant eingesetzt ist, gilt für einen Mann von liberalen Anschauungen. Demgemäß seßen die Liberalen Rußlands große Hoffnungen auf seine Rückkehr. Gleichzeitig aber hat General Trepow alle jüngst gegründeten verfassungsfreundlichen Zeitungen in Petersburg berboten. Danach hat es den Anschein, als ob man wieder einmal ein Pferd vor und ein Pferd hinter ben russischen Staatswagen spannen wollte. XX In Baku sind Armenier und Mohamedaner am Sonntag und Montag übereinander hergefallen. Es gab zahlreiche Tote und Verwundete. Die Banken blieben am Dienstag geschlossen. Die Ursache der Unruhen wird auf Privatrache zurückgeführt. Deutscher Reichstag. gierung darauf an erhöht werden. Zazu sei auch eine Bergerichts von 6 cuf Ettingshausen. Der hiesige Landwirt H. Sommer fiel in der Scheune vom Gerüst herab in die leere Tenne, wo er bewußtlos liegen blieb. Der Verunglückte hat einen schweren Beinbruch und mehrere Leider hat unser Ort Rippenbrüche davongetragen. immer noch feine Telephonverbindung, sodaß es längere Zeit dauerte bis ein Arzt zur Stelle war. * Groß- Karben. Seit voriger Woche ist der von NiederWöllstadt vor 1½ Jahren nach Kloppenheim gezogene Brunnen- Aufseher Auster unter Zurücklaffung seiner Frau und fünf Kindern verschwunden. Gleichzeitig wird ein aus Dfarben stammendes Füllmädchen, nachdem sie Mt. 2800 auf der Sparkasse erhoben, unter Zurücklaffung Man vermutet, daß ihres 11 jährigen Kindes vermißt. beide eine gemeinschaftliche Reise über das Meer angetreten haben. mehrung der Räte nötig. Wenn man die Forderung verweigere, so fomme man in die Lage, den dritten Senat zu fordern mit 38000 Mt. Mehrtoften. Das Anwachsen der Prozesse sei auf die wirtschaftliche Depression zurückzuführen, die hierbei maßgebend sei. Tatsache sei, daß ist schon beim Landgericht die Arbeitslast geringer werde. Die Regierung fönne jederzeit veranworten, was sie fordere. Abg. Gutfleisch spricht sich gegen die Schaffung von zwei Oberlandesgerichtsräten aus, da die Regierung den Bedürfnisnachweis nicht erbracht habe. Nach den heutigen Ausführungen des Justizministers hätten sich die Gründe zu einer Bewilligung nur noch verschlechtert. Nach der letzten Statistik sei festgestellt, daß das Oberlandesgericht eine geringere Beschäftigung auszuweisen habe. Vom Justizminister sei der Beweis eines dauernden Bedürfnisses für zwei neue Stellen nicht erbracht. Der Abg Buff als Vertreter der Ausschuß Minderheit tritt für die Bewilligung der Regierungsvorlage ein und weist nach, daß die angeführte Statistik falsch sei, weil bei den anderen Gerichten die Zahl der Hilfsrichter nicht angegeben sei. Hierauf erfolgt Bertagung der Beratung auf Mittwoch Vormittag 9 Uhr. Lokales. 21. Februar 1905. * Frankfurt.( Ein origineller Kartoffelhandel.) Brauche Se fa Kartoffele?" fragte vor wenigen ein wenig Vertrauen erweckender Mann einen Tagen Kriminalbeamten in der Markthalle. O ja," erwiderte dieser,„ tragen Sie nur den Sack voll in meine Wohnung, ich wohne gleich hier, Neue Zeil, und gehe selbst mit ihnen." Gesagt, getan. Man war gleich handelseinig und auch sehr bald an der angeblichen Wohnung des Käufers Hier wurde der Sack mit Polizeipräsidium angelangt. Kartoffeln abgestellt und der Mann machte ein immer länger werdendes Gesicht, als ihm erklärt wurde, daß er die Kartoffeln soeben in der Markthalle gestohlen habe und aun verhaftet sei. Er gab den Diebstahl glatt zu. *** Am Samstag, den 25. d. M., vormittags 9 Uhr beginnend findet eine Sigung des Provinzial- u8schusses der Broving Oberhessen mit folgender TagesDcdnung statt: Enteignung für das Hauptsiel und die Kläranlagen der Stadt Gießen, hier die Besißeinweisung und die Entschädigung betreffend. dem Pellte Fri. um fo größeres baß sie für das ift. Frl. Chrift In ihrem Wefer das sie geftern gerecht zu werde erhellte auch au Betonung ihrer Domino gab des Todesfaltem K Heddersheim, 21. Febr. Schulbuben nedten gestern Abend den von der Arbeit heimkehrenden 15jährigen Gelbgieferlehrling Müller. Dieser machte zuerst mit, als ihm aber der 13 jährige Wilhelm Diehl Ruß über das Gesicht stäubte, schlug er mit seinem Kaffeefännchen um sich und traf den Diehl an den Kopf. Dhne daß an ihm eine ernstere Verlegung bemerkt wurde, ging Diehl nach Hause, aß und legte sich zu Bett. In der Nacht befam er Fieber und heute Morgen um 7 Uhr starb er an den Folgen des Schlages. *** Wir verweisen nochmals auf die morgen im Café Leib stattfindende erste öffentliche Versammlung des Gießener Bürgervereins hin, zu der jederman eingeladen ist. Auf des Tagesordnung steht die für unser Gemeinwesen so wichtige Frage des Theater- u. Saalbau Neubaues. Wie wir vernehmen werden von berufener Seite Vorschläge darüber gemacht werden, wie die gesamte Einwohnerschaft durch finanzielle und sonstige Unterstüßungen das Projekt in gedeihlicher Weise fördern kann. ( 144. Sigung.) CB Berlin, 21. Februar. Zu Beginn der heutigen Sizung waren im Saale mehr als 261 Abgeordnete anwesend, eine Stunde darauf kaum noch sechzig. Die starke Anfangsfrequenz hatte ihren Grund darin, daß als erster Punkt auf der Tagesordnung die Wiederholung der namentlichen Abstimmung über die geschäftliche Behandlung des Toleranzantrages stand, bei der sich am vergangenen Sonnabend die Beschlußunfähigkeit des Hauses ergeben hatte. Heute wurde mit 101 gegen 13 Stimmen bei einer Stimmenthaltung die Ueberweisung an eine Kommission beschlossen. Dann folgte die erste Beratung der Initiativanträge wegen Errichtung eines Reichsarbeitsamts. Die Sozialdemokraten haben einen vollständigen Gesezentwurs borbereitet, in dem außer dem Reichsarbeitsamt territoriale oder lokale Arbeitsämter, Arbeitskammern und Einigungs ämter vorgesehen sind. Die Polen beantragen, die Reichsregierung um Vorlegung eines entsprechenden Gesetzes zu ersuchen, die Nationalliberalen beschränken sich auf eine Resolution lediglich zugunsten eines Reichsarbeitsamtes, das die Funktionen der arbeitsstatistischen Kommission übernehmen, und dem die gleiche Anzahl Arbeits- und Unternehmer als Beisiger angehören soll. Der Abg. Thiele begründete sehr ausführlich den sozialdemokratischen Antrag, der Abg. Pa zig den nationalliberalen und der Abg. Kulerski den polnischen. In der weiteren Diskussion sprach sich der konservative Abg. Pauli- Potsdam gegen alle drei Anträge aus, während die übrigen Redner meinten, daß etwas geschehen müsse, wenn auch einigen die Sozialdemokraten mit ihren Forderungen zu weit zu gehen schienen. Der Zentrumsabgeordnete Trimborn nahm ihrem Entwurf gegenüber eine völlig ablehnende Stellung ein, der Abg. Ra a b von der wirtschaftlichen Vereinigung hingegen, sowie die Freisinnigen Dr. Mugdan und Dr. Pachnicke erklärten sich mit dem Grundgedanken einverstanden. Hessischer Landtag. Darmstadt, den 21. Februar. ** Verhaftet wurde gestern Mittag zu Gießen ein Soldat des Buzbacher Regiments, der sich seit einigen Tagen vom seinem Truppenteil entfernt hatte und sich im Freien herumtrieb, in einer Wirtschaft des Neustädterfeldes, wohin er sich mit erfrorenen Füßen geschleppt hatte. Er wurde der Hauptwache übergeben. K Hochheim a. M., 21. Febr. 8ur Förderung der Schafzucht pachtete eine Vereinigung verschiedenes Gemeinbegelände und führte 150 Schafe zur Zucht aus Schlessien ein. K Höchst a. M., 21. Febr. Heute früh gegen 6 Uhr brach in der Höchfter Spezial- Raftenmöbelfabrik" an der Bahnstraße Großfeuer aus. In furzer Zeit stand die ganze Fabrit in Flammen. Erst nach dreistündiger Arbeit fonnte man das Feuer auf seinen Herd beschränken. Der Materialschaden an Holzvorrat und fertigen Möbeln soll etwa 50 000 Mt. betragen, darunter für 18 000 Mt. Fourniere, die gestern erst angekommen waren. Die Fabrik ist nicht versichert. Die Eigentümerin der Fabrik, der Firma J. Sttmann in Frankfurt a. M., fällt der ganze Schaden zur Laft. e Theaternenbau zu Gießen. Die Aufführung des Dreyer'schen Schauspiels Die Siebzehnjährigen, die am 13. d. M. zum Besten des Theaterneubaues stattfand, hat nach Abzug der Unkosten( 400 Mt. für die Frankfurter Gäste, 120 Mt. Aufführungshonorar, 150 t. für die Direktion, ferner der Kosten für Saalmiete, Musit 2c.) einen Ueberschuß von 510 Mt. ergeben. Dieser Betrag wurde seitens der Veranstalter der Vorstellung, die Herren Professor Fromme und Direktor Steingötter, dem Komité zur Verfügung gestellt. ** * Stadttheater in Gießen. Einafter- Abend. Der Einafter, der einft zur Zeit der beißenden Epi gramme mit den wiegenden Handbewegungen so sehr in Blüte stand, hat jest fast ausschließlich seine Pflege auf Liebhaberbühnen dem Dilettantismus überlassen und nur wenige Abende schreitet er über die großen öffentlichen Bühnen hin. Das Zurückbehaltungsrecht gegenüber Lohnforderungen. Ueber diese für alle Kreise wichtige Frage vernehmen wir, daß das Königliche Kammergericht zu Berlin in einer Entscheidung vom 14. März 1903 dem Arbeitgeber das Zurückbehaltungsrecht an dem Dienstlohn, auch soweit derselbe unpfändbar sei, wegen etwaiger Gegen forderungen gegen den Angestellten zugesprochen hat. Es ist nunmehr zu hoffen, daß auch die Gewerbegerichte, gegen deren Entscheidung bekanntlich nur in den seltensten Fällen Berufung eingelegt werden kann( wenn das Objekt über 100 mt. ist), der Entscheidung des Kammergerichts folgen werden, um einen geradezu unerträglichen Zustand für ben selbständigen Handwerkerstand zu beseitigen. Die Die Sigung wird um 11 Uhr eröffnet. Generalbebatte über den Justizetat wird eröffnet. Der Abg. Wolf wünscht hierzu, daß man mit der Rechtsprechung nur ältere Richter betrauen möge. Abg. Molthan fragt, ob die Regierung nicht geneigt sei, besondere Gerichtskassen einzurichten. Abg. Müller wünscht eine sorgfältigere Bustellung von wichtigen Urkunden an das Publikum. Abg. Frenay bittet die Großt. Regierung, darauf hinzuwirken, daß den Anträgen des Deutschen Bureaubeamtenvereins im Bundesrat die nötige Beachtung geschenkt werde. Er fordert ferner die Errichtung von Trinterheimen, wie dies mit bestem Erfolg in anderen Staaten geschehen sei. Redner wünscht ferner eine bessere Regelung der Kinderfürsorge, insbe bondere der Zwangserziehung und weist auf die Gefahren hin, die durch den Automobilsport dem Publifum und den Gemeinden entstehen. Justizminister Dittmar bespricht die Organisation der Gerichtsbehörden und weist auf den Mangel des Richterpersonals hir, für den Regierung eine Bermehrung in dem jezigen Etat gefordert habe. Der Errichtung von Gerichtstassen fönne die Regierung noch nicht zustimmen, ba man mit demselben feinen Vorteil für das Publikum erreichen werde. Auch vom technischen Standpunkt ließen sich schwere Bedenten gegen die Errichtung von Gerichtstoffen geltend machen. Was die Zustellung von U funden betrifft, so scheine es, als ob die Instruktionen nicht genügend beaachtet feien. Die Regierung werde schleunigst Abhilfe schaffen. Minifterialrat Dr. Best wies darauf hin, daß bei der Zwangs* * Der " Er reicht nicht mehr für die Gedankenschwere, die man heutzutage jeder dramat schen Dichtung in einem möglichst fomplizierten und umfangreichen Apparat unterzuschieben sich abmüht, aus. Ja, würde man nicht in fünstlerischer" Freiheit so manches übers Knie brechen, die Exposition manchen Stückes müßte zur Orientierung des Zuschauers den Raum des Einatters weit überschreiten, um die langen häßlichen und funstwidrigen Rekapitulationen, die dem Dtama wehr noch wie dem Epos schaden, im weiteren Fortgang zu vermeiden. Das Grundübel, das den Einafter nicht mehr voll aufkommen läßt, liegt eben in der Sucht, den Roman zu dramatisieren, troßdem sein Wesen dem Dramatischen Diametral gegenübersteht, während die Novelle mit ihrem kräftigen, rapide auf die Katastrophe gespannten Gang, ihren fertigen Charakteren und dem flüchtig mit großen Strichen hingeworfenem Hintergrund ohne weiteres sich dazu eignet. Hier darf auch das Samenforn des Einafters( von seiner zahlreichen Verwilderung abgesehen) noch zuweilen aufgehen, wenn eine gottbegnadete Sonne ihre Strahlen darauf fallen läßt, um eine selten gewordene, zarte Blume mit feinem poetischen Hauche zum Lichte zu rufen. " S Unser Stadttheater erstattete gestern Abend dem Einafter den Pflichtteil. Den Reigen eröffnete die Blumenthalsche dramatische Plauderei ann wir altern", die ebenso wie bei ihrer Erstaufführung reichen Erfolg erzielte. Das Stück ist, wie der Dichter schon näher erläutert, eine Plauderei, d. h. es wird darin sehr viel gesprochen und herzlich wenig gehandelt, im ganzen ist es jedoch nicht ohne Geift, nur hätte man es vom Rampenlicht fernhalten und sich mit einer tostbaren Buchausgabe in wirkungsvoller Umschlagsgrößeres Berdienst, daß sie ihren spröden Rollen soviel Leben zeichnung begnügen sollen. Den Darstellern gebührt um so Der das Alter so fürchtende, einzuhauchen vermochten. seine Worte so geiftvoll einzukleiden vermag, wurde von refignierte und philosophische Marquis von Fargueuil, der Herrn de Georgi sehr natürlich gezeichnet. Namentlich der still entsagende Zug, hinter dem sich nur mühsam die übermenschlich zurückgehaltene Bitternis verbarg, stand Herrn di Giorgi sehr gut. Das Publifum gewährte ihm eine Blumenspende für sein feinschattiertes Spiel. Floit und mit Versailler Hofes erlaubte, dagegen brachte Herr Lüttjohann dem gedämpften Feuer, das die Etiquette der Glanzzeit des seinen jugendlichen Gafton von Rieux auf die Bühne. Er „ Rorrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer" schreibt: Einen föstlichen Beitrag zum Kapitel von der Schmutkonkurrenz liefert ein Inseratenauftrag, der in seiner Art wohl alles bisher Dagewesene übertrifft. Der Mann, der sich also berufen fühlt, das chrsame Handwerk der Buchdrucker mit seinen Aufträgen zu heben", ist ein Herr Rudolf Büchner, der Besiger einer Samenhandlung, Kunst- und Handelsgärtnerei in Erfurt. Herr Büchner stellte nämlich vor kurzem an versiebene Beitungsexpeditionen die Anfrage, ob sie für Veröffentlichung eines beiliegenden Inserates als Gegenwert einen halben Zentner seiner Frühfartoffeln in Zahlung nehinen und wieviel mal das Inserat dafür erscheinen würde! Der Preis des in Betracht kommenden zweispaltigen Inserates stelt sich nämlich bei einmaligem Erscheinen auf mindestens stellt sich nämlich bei einmaligem Erscheinen auf mindestens 25 t.( nach Berechnung angezogenen Blattes) während der halbe Zentner Kartoffeln laut Offerte von Büchner zum Breise von 4,50 Mt. angeboten wird. Und dabei verlangt dieser gerissene Geschäftsmann noch zu wissen, wie oft das Inserat dafür erscheinen würde! Es ist einfach föstlich, welche Wo S Fernsp Dan Ans Prämier St Neuenwe Drahi Weberna Eisen Siebe Landwir Alle ander Hyglen Bedarfs ( Gummi). DiskretionA. Welz, Bahn Giehen, Bahn Wochentags Mabemittelte effent beliebt, as überhaupt ird. H. Sommer in die leere Der Verun hatte nichts weltschmerzliches an sich, sondern war ganz sorglose Jugend, vielleicht hätte er den einen oder anderen Lon etwas intensiver färben fönnen, doch im ganzen genommen traf er den Gaston gut. Frl. Gartner war in der Gräfin die unfruchtbarste Rolle zugeteilt worden, doch fand sie sich ziemlich glücklich damit ab; stillenweise etwas mehr Wärme hätte marches weniger in der Handlung ver| Sprache waren sehr zweckenisprechend. Sonst bietet das| Stück nur noch zwei etwas mehr hervortretende Rollen: die Gräfin, die von Frau Fischer gut gegeben wurde, und die des Schloßarztes, die in Herrn Lippert eine recht wahre Verkörperung fand. Zum Schlusse wurde Der Dieb" von Octave Mirbeau aufgeführt, der die flüchtige Arbeit eines eleganten Auf dem Schweinemarkt fosteten Ferfel 45 bis 55 Mt. Läufer 60 bis 80 Mt. und Einlegschweine 85 bis 105 Mr. das Paar. Wichener landwirtschaftlicher Wetterbienft. Voraussichtliche Witterung in Seffen für Donnerstag, den 23. Februar. Meist trüb, Temperatur wenig verändert, nd mehrere missen lassen. Als zweiter Einafter ging der„ Toten Feuilletonisten ist, die er in aller Eile in irgend einem Schneefäße. t unser Ort tanz" von Mary Moeller in Szene. Es ist ein Foyer hingeworfen hat und alles andere will, als ernst geBes längere Gedicht auf den Tod, dessen Majestät der Mensch inmitten er bon Nieder heim gezogene izeitig wird seiner Kraft nicht anerk nnen will und dem er sich doch so wollüftig zum Schlafe anschmiegt, wenn das Herz gebrochen. Die Handlung ist eine symbolische. Die junge Königin jeiner Frau stellte Fri. Christophersen dar. Ihr Spiel erregte , nachdem sie um so größeres Interesse, als immer bestimmter verlautet, daß sie für das hiesige Stadttheater in Aussicht genommen nommen werden. Hauptdarsteller waren Herr Andreas ( Dieb) und Herr de Georgi( Bestohlener), die ihre Rollen sehr gut durchführten. Das Publikum spendete bei allen Stücken reichen Berfall. Marttberigte. G. H Burücklaffung ist. Frl. Christophersen ist eine lebhafte, stattliche Erscheinung. Man notierte: Heu 3,00-3,50 Mt., Stroh 2,20-2,35 mi. bermutet, daß eer angetreten Rartoffel gte vor wenigen Rann einen ja," erwiderte ne Wohnung, ft mit ihnen." und auch sehr ufers- dem der Sad mit immer länger er die Kar abe und nun ben nedten nden 15jährigen zuerst mit, als Ruß über das ännchen um sich Daß an ihm eine hl nach Hause, befam er Fieber an den Folgen Förderung der verschiedenes Ge zur Zucht aut rüh gegen 6 U elfabrik" an der r Zeit stand die eistündiger Arbeit beschränken. Der gen Möbeln soll ir 18000 Mt. en. Die Fabrit brit, der Firma ganze Schaden Ben. er beißenden Epi ngen so sehr in feine Pflege auf Derlassen und nur offentligen Bühnen enschwere, die man in einem möglichst unterzuschieben fich in fünstlerischer en, die Expofition mg des Bufhouers Cen, um die langen men, die dem Drama iteren Fortgang zu inafter nicht mehr ucht, den Roman In ihrem Wesen liegt etwas Stürmendes und Gebietendes, das sie gestern Abend allerdings hinderte, ihrer Rolle vollauf gerecht zu werden. Sie ist eben teine passive Natur. Das erhellte auch aus den Momenten, in denen sie sich durch Betonung ihrer Herrscherwürde wiederfand. Den schwarzen Comino gab Herr Sandorff in eigenartiger Mischung des Todestalten mit warmem Menschenherz. Maske und 型 K Frankfurt a. M., 21. Febr.( Heu- und Strohmarkt.) Alles per 50 Rilo. Tendenz feft. -bd Herborn, 20. Febr. Auf dem heute abgehaltenen 1. diesjährigen Martt waren aufgetrieben 488 Stück Rindvieh und 382 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvich und zwar Desen I. 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Die Anmeldungen der Mädchen, die von Beginn des kommenden Schuljahres ab unsere Schule besuchen sollen, werden Dienstag, den 28. Februar, Freitag, den 3. und Samstag den 4. März von dem Unterzeichneten zwischen 11 und 1 Uhr in dem Schulhause, Schillerstraße 8, entgegengenommen. Vorzulegen find: Impf und Geburtsschein ( Auszug aus dem Standesamtsregister); bei Kindern, die über 12 Jahre alt find, eine Bescheinigung der zweiten Impfung; bei Kindern, die aus einer anderen Schule tommen, ein Abgangszeugnis. Mädchen, die erst schulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Gießen, den 16. Februar 1905. Der Direktor: Dr. Stoerifo. Bürgerverein Giessen Donnerstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, im Gießener Festsaal( Café Letb): Erste Vereinsversammlung. Tages- Ordnung: Wie stellt sich die Gießener Bürgerschaft zu dem Theaterbau bezw. Saalbau- und Theaterbauprojekt? Zu der Versammlung find nicht nur unsere Mitglieder, sondern alle Bürger Gießens freundlichst einge-. laden. Der Vorkand. Holzversteigerung. Dienstag, den 28. Februar d. Js. werden aus dem Mariwald der Gemeinde Lügellinden( Gemarkung Großen Linden), Abteilung Rodland, versteigert: = Eichen: 5 Stämme von 28-36 Rm. Durchm. und 5-7 m Länge 2,10 Fm., 12 Rm. Scheit, 117 Rm. Knüppel( hiervon 22 Rm. 2,5 m lang), 2670 Wellen u. 85 Nm. Stöcke. Buchen: 25 Rm. Knüppel und 200 Wellen. Nadelholz: 4 Stämme von 17-19 cm Durchm. u. 10-15 m Länge 1,33 Fm, 3 Nm Knüppel und 50 Wellen. - Zusammenkunft bormittags 10 Uhr auf der Frankfurter Straße an der Hangschneiße. Groß Rechtenbach, 20. Febr. 1905. Das Bürgermeiker- Amt. n der Provinzial- Stechen- Auttalt zu Gießen ist zum 1. April d. J. die Stelle einer In der Weißzeugbeschließerin zu besetzen. Jahresgehalt 400 Mt. nebst freier Station ohne Abzug zu den Beiträgen für die Invaliden- pp. Verficherung. Anmeldungen unter Vorlage von Zeugnissen an die Direktion der Anstalt erbeten. Tafelbutter 8.50, Naturbutter IIa. Mt. 8. Ia. naturr. tgl. frisch 10 Pfd. 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