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Polizeiamtes Die kommende Reichstagsfeffion. Am Dienstag nächster Woche tritt der Reichstag zu neuer Arbeit zusammen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es unter den zu lösenden gesetzgeberischen Aufgaben keine UeberBaschung geben. Man kennt das zu erledigende Pensum jetzt schon ziemlich genau, und etwaige Erweiterungen, die sich ja in der Regel einstellen, werden kaum in wesentlichem Maße bie Zeit der Reichsboten und der Regierung in Anspruch nehmen. Trotzdem ist es leicht zu sagen, wie viele Monate ber Reichstag brauchen wird, um die Ausstände alle zur Erledigung zu bringen, und ob es ihm überhaupt gelingen wird, die ganze Reihe der Obliegenheiten zu erfüllen. Denn ber Reichstag hat keine einheitliche Regierungsmehrheit, sondern für jede einzelne Vorlage des Bundesrats muß die Gewinnung einer Mehrheit nun versucht werden. Konservativen beider Schattierungen, die Nationalliberalen und das Zentrum bilden für gewöhnlich die Regierungsgefolgschaft im Parlament; doch sie muß von Fall zu Fall zufammengeholt werden, und oft genug stellt dabei jeder einzelne Mehrheitsfaktor seine eigenen Bedingungen, die gegeneinander abgewogen und untereinander ausgeglichen sein wollen. Es ist aber auch schon dagewesen, daß der eine oder andere Faktor völlig versagte und weit von lints her Hilfe gesucht werden mußte, um den Ausfall zu decken. - - Die Es ist nicht unmöglich, daß in der kommenden Session diese und ähnliche Erfahrungen sich wiederholen. Einzelne Mehrheitsparteien haben Wünsche, die sie nicht länger un= erfüllt sehen wollen, während die anderen Mehrheitsparteien wenigstens zum Teil widerstreben. Da ist beispielsweise die Forderung von Diäten für die Reichsboten. Der Reichstag hat sich schon oft dafür ausgesprochen. Der frühere unbedingte Widerspruch des Bundesrats hat sich zum mindesten erheblich gemindert. Dagegen sind auf der Rechten des Reichstags die Bedenken stärker geworden. Gleichwohl darf als sicher angenommen werden, daß sich im Reichstag eine stattliche Mehrheit für die alte Forderung der Gewährung von Tagegeldern an die Reichsboten findet, wenn auch nur mit Hilfe der äußersten Linfen. Und der Bundesrat wird in irgend einer Form ohne Kompensation auf dem Gebiete des Wahlrechts nachgeben müssen, damit der Reichstag seine Beschlußfähigkeit erhalte und sich nicht das betrübliche Schauspiel wiederhole, das wir allzuoft sehen mußten, daß eine ganz kleine Minderheit die Debatte beherrschte und nicht gehindert werden konnte, sich für„ den" Reichstag auszugeben, weil sonst der Antrag auf Auszählung die Sizung überhaupt zum Schluß bringen mußte. Dadurch zogen fich die Disfussionen immer mehr in die Länge und ihr Ergebnis wurde immer magerer. Man kann nicht sagen, daß das Ansehen des Reichstags dadurch gewann. Die Diäten sind freilich auch nur ein Versuch, der erst der Erprobung bedarf. Man hofft von ihm, daß er dem schweren Uebel der Rede- Sintflut, daß er den uferlosen Debatten ein Ziel feßen werde. Unbedingt wirksam freilich ist allein, daß die Abgeordneten, denen an ernsten Arbeiten mehr als an unfruchtbaren Debatten gelegen ist, regelmäßig in hervorragender Zahl zur Stelle sind, um ihren Willen als Mehrheitswillen zur Geltung zu bringen. Wenn die Tagegelder das nicht bewirken, so sind fie vergeblich ausgegeben. Die verbündeten Regierungen werden kaum umhin können, den Versuch zu bewilligen. Der Ungefähr allen Aufgaben der nächsten Reichstagssessiion ist das Eine gemeinsam, daß sie Geld fosten. Das ist nicht gerade auffallend und eigentlich nur natürlich. Jede gesetzgeberische Neuerung soll eine Verbesserung darstellen und Verbesserungen kosten Geld. Wenn sie ihr Geld wert sind, fann man zufrieden sein. Die Reste aus der vorigen Session Erhöhungen der Bezüge der Militärpensionäre und ähnliches erfordern Aufwendungen, die allseitig gebilligt werden, nach denen man sogar allseitig drängt. Hier sind es die Verbündeten Regierungen gewesen, die in der Bewilligung furz waren und zögerten. Der aufmerksame Beobachter wird überhaupt die Wahrnehmung machen können, daß der Reichstag immer der freigebigere Teil ist, während die Verbündeten Regierungen den Daumen auf dem Beutel halten. Reichstag gerät leicht in eine gewisse Hurrahstimmung und zeigt dem Gelde gegenüber eine Art idealistischer Verachtung. Sobald es sich um Kulturaufgaben handelt, meint der Reichstag, daß die Mittel vorhanden sein müssen, und die Bedenken der Verbündeten Regierungen über die Deckung der Ausgaben werden hinweggeredet. Das dauert seine Zeit dann freilich kommt es anders. Sobald es sich darum handelt, die Konsequenz der vorigen Ausgaben zu ziehen, erhöhte Zölle oder neue Steuern zu bewilligen, ist das Blatt völlig gewendet. Dann kommen dem Reichstag Bedenken über Bedenken, dann will er alles an Steuern und Zöllen bewilligen, nur gerade das nicht, was ihm vorgeschlagen worden, dann empfiehlt er unter allen erdenklichen Steuern gerade die, von denen er weiß, daß die Verbündeten Regierungen ihnen widerstreben müssen und jedenfalls widerstreben. Nicht selten befällt den Reichstag eine förmliche Steuerscheu. Das wäre ganz gut, wenn damit, daß man die Deckung verweigert, auch die Ausgaben wegfielen. Das trifft jedoch nicht zu. Die Ausgabe bleibt, und die Folge davon ist ein Wirtschaften aus Anleihen, das unter feinem Gesichtspunkt zu empfehlen ist. - In der kommenden Session wird der Reichstag mit dem Anleihesystem aufräumen und sich entschließen müssen, dem Reich dauernde Mehreinnahmen aus Steuern und Zöllen in solchem Maße zuzuführen, daß das Reich daraus die Ausgaben bestreiten kann, die der Reichstag schon früher be= willigt hat. Er kann garnicht umhin, dies zu tun; er würde pflichtwidrig handeln, wenn er sich dem entzöge. Die Reichsfinanzreform mit ihren Zoll- und Steuererhöhungen ist nur das Fazit der wirtschaftlichen Taten des Reichstags selbst, denn keine Mark ist ohne seinen Willen ausgegeben worden, nicht einmalig und nicht dauernd. Ein wichtigstes Gesez, das den Reichstag beschäftigen wird, ist die Novelle zum Flottengeset. Was hier gefordert wird, ist vergleichsweise so geringfügig, daß sich daran keine andere Debatte knüpfen dürfte, als die den Zweck hätte, den Verbündeten Regierungen höhere Summen, die die verlangten Beträge übersteigen,? Verfügung zu stellen. Hendrik Witboi gefallen! Nächst Morenga war Hendrik Witboi der gefährlichste Gegner der Deutschen in Südwestafrika. Er scheidet jetzt aus der Liste unserer Widersacher aus. Nach Meldungen, die man als zuverlässig betrachten darf, ist Hendrik Witboi nun selber ein Opfer der Kämpfe geworden. Nach einem Bericht des Generals von Trotha ging im deutschen Hauptquartier eine Meldung des Kapitäns Christian Goliath aus Berseba ein, die besagte, daß Hendrik Witboi beim Ueberfall eines Verpflegungswagens bei Fahlgras am 29. Oktober durch einen schweren Schuß in den Oberschenkel verwundet worden ist. Er hat dann am 2. November die Wahl seines Sohnes Samuel Jsaak zum Kapitän veranlaßt und ist am 3. November infolge der Verwundung ge= storben. Im deutschen Hauptquartier traute man der Nachricht offenbar zunächst nicht recht. Der Kapitän Goliath wurde dann mit nochmaliger sicherer Feststellung beauftragt, und nunmehr ging von ihm folgende ganz präzise Meldung ein:" Tod hat sich bestätigt; Sohn Isaat hat jetzt die Kapitänschaft". Es ist ferner festgestellt worden, daß der in der ersten Meldung erwähnte Ueberfall 7 Kilometer westlich von Fahlgras auf einen Proviantwagen der 3. Batterie stattgefunden hat. Der alte Hendrik Witboi hat in einem sehr wechselvollen Verhältnis zu den Deutschen gestanden. Zunächst gab es mit ihm einen harten Kampf, der durch einen durch den Gouverneur von Leutwein mit Witboi abgeschlossenen Frieden beendet wurde. Hendrik wurde dann ein anscheinend verläßlicher Freund der Deutschen, der mit Stolz den ihm vom Kaiser verliehen Orden trug und zu Anfang des HereroAufstandes der deutschen Kriegsmacht nicht unwesentliche Dienste leistete. Später wurde er schwierig, um schließlich ganz abzufallen und offen gegen die Deutschen Krieg zu führen. Er rebellierte den ganzen Süden, wo hart mit ihm gekämpft werden mußte. Es dürfte keinem Zweifel unterliegen, daß sein Tod dort viel zum Erlöschen des Aufruhrs beitragen wird. Schon wird berichtet, daß die Bande Witbois in den letzten Wochen durch Durst und Entbehrungen viele Menschen und angeblich alle Pferde verloren habe. Sie beginnt sich scheinbar im Lande zu zerstreuen. Das schließt indessen nicht aus, daß sie sich mit Eintritt der Regenzeit wieder um den Kapitän sammelt. Auch sonst fehlt es nicht an Nachrichten von erfolgreichen deutschen Unternehmungen. Die Bande Simon Coppers hat durch die 1. Ersatz- Kompagnie unter Oberleutnant Pabst am 2. November eine Schlappe erlitten. Die Kompagnie überfiel die Werft Coppers, es wurden vier Hottentotten getötet, 9 Männer und 22 Frauen wurden gefangen genommen. Auf deutscher Seite war ein Mann gefallen, ein anderer leicht verwundet. Simon Copper zieht jetzt der englischen Grenze zu. Seine Spuren haben sich im Dünensand des Nossob verloren und eine weitere Verfolgung ist bei der jetzigen Trockenheit unmöglich. Cornelius ist auf der Flucht in die Zwiebelhochebene ausgewichen und wird verfolgt. Die Abteilung des Oberstleutnants von Sommern, die das heiße Gefecht von Hartebestmünd bestand, bereitet einen neuen Angriff auf Morenga vor. Die deutschen Patrouillen haben etwa 400 Hottentotten, Weiber und Kinder, zusammen getrieben, die auf der HaifischInsel bei Lüderizbucht interniert werden sollen. Rußlands fchwere Tage. Wenn auch der Generalstreik nicht zur Tat geworden ist und damit zunächst der geplante Gegenschlag, die MilitärDiktatur, noch einmal wieder vermieden wurde, so erscheint doch die Lage keineswegs gebessert. Der nächste Kampf gilt der Person des Grafen Witte und seiner Stellung als des verantwortlichen Ratgebers des Zaren. Wittes Stellung gefährdet. Graf Witte hat schwer wider seine Gegner zu kämpfen, und was seine Stellung so ungemein schwierig gestaltet, ist die Tatsache, daß er nicht die rechte Unterstüßung findet. Ueber die Machinationen gegen den Ministerpräsidenten wird aus Petersburg berichtet: Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Es ist der Großfürstenpartei gelungen, das Ohr des Baren zu gewinnen. Besonders ist der Einfluß der Kaiserin- Mutter stark im Wachsen begriffen, und sie versucht, den Zaren zu überzeugen, daß Wittes Reformwerk den Untergang des Baren- Regiments herbeiführen werde. Als Nachfolger Wittes wird bereits Durnowo, der Günstling der Kaiserin- Witwe, genannt. Der Sturz Wittes würde die Militär- Diktatur bedeuten, und man befürchtet als deren ersten Schritt die Verhaftung aller Führer der revolutionären Bewegung, die auf einer förmlichen Prosfriptionsliste verzeichnet stehen sollen. Die Bildnng einer konstitutionell- demokratischen Partei als Stüße für Wittes Reformen macht zwar Fortschritte, inHessen haben die Beratungen des Semstwo- Kongresses bewiesen, wie tief das Mißtrauen Wurzel geschlagen hat. Wohl waren die Vertreter der Semstwos in ihrer Mehrzahl grundsätzlich für die Unterstützung Wittes gestimmt, aber es fehlte auch dort nicht an Widerspruch, und man will mun endlich die Verwirklichung des Freiheits- Manifestes sehen. Besonders böses Blut hat die Entsendung von GeneralAdjutanten mit besonderen Vollmachten verursacht, an deren Stelle man Senatoren in die Provinz geschickt zu sehen wünscht. Petersburg ohne Licht. Inzwischen macht das Streifkomitee seine Macht immer aufs neue fühlbar und trägt zur Verschärfung der Gegensätze bei. Aus Petersburg wird gemeldet: Das Streitkomitee wollte der Regierung die solidarische Organisation der Arbeiter beweisen und ordnete plötzlich den Ausstand der Gas- und der Elektrizitätswerte Infolgedessen lag Petersburg in Dunkel gehüllt. Auf der Straße brannten Petroleum Lampen und Holzstöße. an. Im Innern beherrschen die Bauern- Revolten das Feld, und die Armee wird immer weniger zuverlässig. Die Japaner als Retter. Auf den Transportschiffen, die aus Japan entlassene russische Kriegsgefangene in die Heimat bringen sollten, haben diese gemeutert. Die Schiffe Wladimir" und" Woronnsch", auf denen sich die Admirale Roschdjestwenski und Wiren befinden, waren von der Meuterei betroffen. Da auch diese den revoltierenden Soldaten gegenüber machtlos waren, so mußte japanische Hilfe in Anspruch genommen werden. Auf Ansuchen der russischen Offiziere kamen japanische Konstabler an Bord, die durch energische Maßregeln die Meuterei unterdrückten. Politifche Rundschau. Deutsches Reich. * Ueber die geplanten Aendernngen der Tabakstener werden in einem süddeutschen Fachblatt wieder nähere Mitteilungen veröffentlicht, deren Richtigkeit allerdings vorläufig dahingestellt bleiben muß. Für den Inlandtabak ist der Zon von 45 auf 63 M. für den Doppelzentner, für ausländischen Schneidetabat von 85 auf 110 M., für andere Rohtabafe und für Zigarren von 85 auf 125 M. hinaufgesetzt worden. Die Papierstempelsteuer bleibt 2 M. für 1000 Blättchen. Der Zoll auf Auslandsfabrikate ist für Zigarren auf 700 m., für Zigaretten auf 800 M. für den Doppelzentner festgesetzt worden. Hinsichtlich der Zigarettenpapier- Stempelsteuer ift bereits eine in Düsseldorf konstruierte Stempelmaschine in der Reichsdruckerei aufgestellt worden. Für die Wasserstempelung ist das französische System angenommen worden. Die Tabaksteuervorlage hat übrigens in Berlin anscheinend zur Verhinderung eines Streits beigetragen. Die Berliner Zigaretten- Arbeiter und Arbeiterinnen haben in einer von mehr als 1000 Personen besuchten Versammlung mit großer Mehrheit beschlossen, den von den Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbarten Einigungsvorschlag an zunehmen und von der Arbeitsniederlegung Abstand zu nehmen. Die Arbeiter waren deswegen zum Nachgeben bereit, weil angesichts der drohenden Tabaksteuer ein Streik der Vernichtung der Berliner Zigaretten- Industrie herbeiführen könnte. - * Bei der Verzollung von Waren für Rußland, die zur Zeit des Inkrafttretens des neuen Tarifs die russische Grenze passieren, ist der Tarif anzuwenden, der am Tage der Beendigung der Zollbesichtigung in Geltung ist. Es wird fich empfehlen, falls noch die Anwendung des alten Zolltarifs gewünscht wird, unter Berücksichtigung der in den letzten Tagen des Februar voraussichtlich eintretenden Stauung bei den russischen Zollämtern Sendungen nach Rußland möglichst so einzurichten, daß die Zollabfertigung noch vor dem 1. März 1906 zu erwarten steht. * Der Bau des Großschiffahrtsweges Berlin- Stettin wird in absehbarer Zeit in Angriff genommen werden können. Die Stadt Berlin und die Provinzen Pommern und Brandenburg haben die erforderlichen Garantien übernommen, sodaß die Unternehmer mit der Ausführung der Vorarbeiten beauftragt werden konnten. Die Vorarbeiten werden von einem Hauptbauamte Stettin mit drei Bauämtern in Stettin, Greifenhagen und Schwedt besorgt. Die * In Leipzig wurden am Sonntag große Demonstrationen für die Reform des sächsischen Wahlrechts veranstaltet. Nach fünf großen Protestversammlungen zogen über 10000 Arbeiter durch Sie Straßen der Stadt. Demonstration dauerte verschiedene Stunden und verlief ohne irgendwelche Zusammenstöße mit der stark aufgebotenen Polizei. * Der wegen Beleidigung angeflagte ehemalige Pastor und antisemitische ReichstagsabgeordneteKrösel Byrizz hat sich der Strafverfolgung dadurch entzogen, daß er in dem Der schwedischen Orte Malmö Aufenthalt genommen hat. Oberstaaatsanwalt hat jetzt gegen den Flüchtigen einen Steckbrief erlassen. * Der Wechsel im preußischen Justizministerium ift jest erfolgt. Das Abschiedsgesuch des Ministers Schönstedt ist genehmigt, und zu seinem Nachfolger ist der Präsident des Oberlandesgerichts in Breslau, Dr. Beseler ernannt worden. Dieser wurde vom Kaiser im Kieler Hafen an Bord des Linienschiffes ,, Kaiser Wilhelm II." empfangen. * Der sozialdemokratische Reichstagabgeordnete Mar Schippel, Wahlkreis Chemnitz, hat aus Gesundheitsrücksichten fein Mandat niedergelegt. Norwegen. ** Der neue König Haakon VII. wird am Donnerstag unter der Begleitung einer Anzahl von Kriegsschiffen in Christiania eintreffen. Bei dem Ehrengeschwader wird sich auch das deutsche Linienschiff, Braunschweig" befinden, das zu diesem Zwecke vom Kaiser entsandt ist. Man begrüßt in dieser Bestimmung eine freundliche Anerkennung des neuen Königreichs durch die deutsche Regierung. England. ** Ein ganz beschämendes Zeugnis für die Disziplin in der englischen Marine legen die Vorgänge bei dem Besuch des britischen Geschwaders in New- York ab. Die Massendesertion der Mannschaften zwingt das britische Geschwader, seine Abreise aufzuschieben. Beim Appell fehlten nicht weniger als 1057 Mann. Der Admiral hofft, daß die Ausreißer zurüdfchren werden, weil sonst die Ozeanfahrt in Frage gestellt ist. Die Bundesregierung gedenkt die Deserteure der britischen Flotte weder zu verfolgen noch auszuliefern. Cürkei. ** Es wird Ernst mit der Flotten demonstration wegen Mazedonien. Das französische Linienschiff„ Charlemagne" und zwei Torpedojäger sind nach Mytilene in See gegangen, um mit dem Panzerkreuzer ,, Kleber" an der Flottenfundgebang gegen die Türkei teilzunehmen. Die österreichischungarischen Kriegsschiffe sind von Pola in See gegangen. Die Kunde von der Flottenkundgebung hat übrigens auf die muselmännische Welt sehr beunruhigend gewirkt. An vielen Drten wird der heilige Krieg gepredigt, und man hegt Besorgnisse wegen der Möglichkeit eines Christengemezels. Eine Note des russischen Auswärtigen Amtes an die Pforte protestiert gegen die Aufführung von Befestigungen am Eingang des Bosporus und an einigen Punkten der Küste des Schwarzen Meeres. Die Note erklärt es als unfreundlichen Aft gegen Rußland, wenn diesen Rüstungen nicht Einhalt getan wird. Vor Rußland wird der Sultan augenblicklich feine allzugroße Furcht empfinden. ** Auf Kreta schreitet die Beruhigung der aufständischen Bewegung fort. Ein Trupp Aufständischer unter Führung von Johann Fumis traf in Kanea ein, um die Waffen abzuliefern. Er wurde dort von einer Abteilung Engländer und Russen in Empfang genommen. Es wurden 338 Gewehre und 19 Kasten mit Patronen abgeliefert. Ralkan- Staaten. ** Die Lösung der Verschwärerfrage in Serbien ist jezt anscheinend gefunden worden. Alle Königsmörder werden pensioniert und vom Hofe entfernt, um gut dotierte Zivilposten einzunehmen. Oberst Mischitsch, der bekanntlich bei der Ermordung des Königspaares die ersten Säbelhiebe führte, wird Direktor der serbischen Monopolverwaltung. Nach dem Rücktritt der an der Verschwörung beteiligten Offiziere erfolgt die Ernennung der serbischen Militärattachés in DesterreichUngarn, Rußland und Deutschland. Alien. ** Im Palaste zu Söul ist ein Vertrag unterzeichnet worden, der die Beziehungen Japans und Koreas regelt. Japan übernimmt die Vergung der auswärtigen Angelegenheiten Koreas, bis Korea start genug ist, seine Unabhängigkeit zu wahren. Die Verwaltung der inneren Angelegenheiten wird unter die Ueberwachung eines japanischen Generalgouverneurs gestellt, welcher gemäß den Anordnungen des Kaisers von Korea handelt. Ueberhaupt ist die japanische Diplomatie eifrig damit beschäftigt, die Konsequenzen aus dem Siege gegen Rußland zu ziehen. Die chinesischen Bevoll mächtigten für die chinesisch- japanischen Verhandelungen sind zusammengetreten, um über die japanischen Vorschläge zu beraten. Der englisch- tibetanische Vertrag ist unterzeichnet und gesiegelt worden. Wie es heißt, sind die Bedingungen furz die folgenden. England erkennt die Souveranitat Chinas über Tibet an; dagegen zahlt China eine Entidadiome ** Hof und Gesellschaft. Der Kaiser begab sich von Kiel an Bord der Stationsjacht Carmen" nach Bülk, um dort den Taucherarbeiten beizuwohnen. Anläßlich des Ablebens des Coßherzogs Adolf von Luxemburg sandte der Kaiser ein he lich gehaltenes Beileids- Telegramm an den Großherzog elm. ** * Wieder einmal ist von der Vrlo ing König Alfons von Spanien die Rede. Jetzt soll wieder eine englische Prinzessin die Eorane sein, und zwar die Prinzessin von Battenberg. Als Termin der lovung wird der Mai nächsten Jahres genannt. Regons ist inzwischen in Paris eingetroffen. Deer und flotte. Zum Untergang des Torpedo- Bootes„ S. 126." Der bei der Katastrophe in der Kieler Bucht schwer verbrühte Obermaschinist Damman ist seinen Wunden erlegen. Bei dem Untergange des Torpedobootes spielten sich schreckliche Szenen ab. Die Mannschaften, die nicht wie die Heizer in dem Boote eingeschlossen waren und mit ihm in die Tiefe fanten, kämpften in den eisigen Wellen einen Verzweiflungskampf um das Leben. Als das Boot unterging, rannte es noch das Torpedoboot S. 127" an, wobei der Matrose Kranz, der gerade den Turm verließ, zerquetscht wurde. Nab und fern. † Verhafteter Heiratsschwindler. Die Berliner Polizei verhaftete den Anstreicher Bernhard Türpe aus Chemniz wegen mehrfacher Heiratsschwindeleien. Türpe, der in Chemnitz eine Frau und Kinder hat, trat in Berlin in der Uniform eines Gefängnisinspektors auf und verstand es, sich gleich mit zwei Mädchen zu verloben, denen er nach und nach ihre Ersparnisse abschwindelte, worauf er verduftete. Eine Karte, in der er sich selbst als„ erschossen" meldete, führte auf die Spur des Schwindlers. † Zugentgleisung. Infolge Achsenbruches entgleiste bei der Station Oppenweiler der Schnellzug von Nürnberg nach Stuttgart. Personen wurden nicht verletzt. Die Unglücksstelle wurde durch Hilfsmannschaften aus Stuttgart aufgeräumt. † Zwei Bergleute abgestürzt. Im Schacht 1 der Zeche Kaiserstuhl bei Dortmund stürzten zwei Bergleute beim Auflegen eines neuen Förderseiles in den Schacht ab und blieben auf der Stelle tot. † Der Nürnberger Ausschlißer verhaftet. Der Unhod, der in Nürnberg alleingehende Frauen überfiel und mit Messerstichen verletzte, ist endlich ergiffen worden. Es ist ein irrsinniger Brauergehilfe Adam Schmidt aus Fürth. † Drei Kinder ertrunken. Beim Spielen fielen in Weißwasser drei Kinder von acht, zehn und elf Jahren, darunter zwei Geschwister, in einen Teich und ertranten, ehe Hilfe zur Stelle war. † Mit Mann und Maus Untergegangen. In der Nähe von Helsingör ist der deutsche Dampfer ,, Uhlenhorst" auf der Fahrt von Schweden nach Stettin gesunken. Die gesamte Besatzung und sämtliche Passagiere sind ertrunken. † Das Dampferunglück an der französischen Küste. Bei dem Untergang des englischen Dampfers Hilda, der im Nebel abends gegen 10 Uhr bei St. Malo in der Bretagne unterging, find 86 Personen, darunter 59 Passagiere ertrunken. Die Passagiere und der größte Teil der Besatzung befanden sich in den Schlaffabinen, sodaß es nur gelang, zwei Bote herabzulassen. Eins davon langte mit 11 Bassagieren und einem Matrosen in St. Malo an, das zweite schlug um. Obwohl andere Dampfer an die Unglücksstelle eilten, war es nicht möglich, mehr Personen zu retten, da der Dampfer in wenigen Minuten in den Wellen verschwand und die Dunkelheit das Unglück vergrößerte. Etwa 20 Leichen wurden bereits geborgen. Unter den Passagieren befanden sich viele Zwiebelhändler aus der Bretagne sowie englische Familien die sich in Winterkurorte begeben wollten. † Vierzig Menschen verbrannt. Eine entsetzliche Brandkatastrophe brach in Glasgow in einem von vornehmen Gästen und Arbeitern bewohnten Logierhause nachts aus, als die Schlafgäste bereits in den Betten lagen. Das Haus be= herbergte über 450 Gäste, von denen 40 erstickten und ver= brannten, ehe sich die Feuerwehr einen Weg in die von Qualm und Glut erfüllten Räume bahnen konnte. 35 Personen wurden schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Der Brandschaden an Material ist nicht erheblich. Unter den Toten befinden sich die Gattin eines Lords und eines englischen Obersten. + Cholera und Pest in Rußland. Die letzten Epidemien haben in Rußland über 300 Erkrankungen hervorgerufen. 136 Menschen starben im Weichselgebiet an der Cholera, während die Pest in Astrachan zwei Opfer forderte. Bei Einsetzen kälterer Witterung pflegen diese Seuchen schnell zu erlöschen. * - Lokales. - - 18. November 1905. - - - - - - Donnerstag, 23. November, nachmittags 4 Uhr, hält die Stadtverordneten Versammlung eine Sigung mit nachstehender Tagesordnung ab: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen des Anlehens von 1901.- 2. Baugesuch von W. Euler für den Afterweg. 3. Baugesuch von Georg Haubach für den Asterweg. 4. Baugesuch von A. Schepp: lmann für die Roonstraße. 5. Baugesuch von Jean Eckert für die Bismarckstraße. 6. Baugesuch von W. Deibel für den Neuenweg. 7. Baugesuch von E. Block für die Marburger Straße. 8. Beseitigung der 8. Beseitigung der Bäume in der Blockstraße. 9. Fluchtlinienplan für den Nuenweg. 10. Erlaubnis zur Anlage einer Fernsprech leitung über den Weglarerweg. 11. Herstellung von Bürgersteigen und Entwässerung der Straßenunterführung am Neustädtertor. 12. Anlage eines Geländers bei der Treppe neben der katholischen Kirche. 13. Gesuche um Herstellung gepflasterter Uebergänge: a in der Marburger Straße; b. in der Stephanstraße; c. in der Hammstraße. 14. Beiträge der Arbeiter an der Kläranlage zur Drtsfrankenkasse. 15. Verkauf von zwei Bauplägen an der Licherstraße. 16. Beschaffung von Vorfenstern für das Forsthaus an der Licherstraße. 17. Desgleichen für die Wohnung des Schlachthofdirektors. 18. Beschaffung von Dachböcken für den Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule. 19. Beschaffung von Beitwert für die Bolizeiwache. 20. Beschaffung von Meßgeräten für das Vermessungsamt. 21. Gesuch des Zweigvereins vom roten Kreuz um Ueberlassung der Turnhalle bei der Stadtmädchenschule. 22. Eingabe des Detaillistenvereins wegen des städtischen Fischmarkts. 23. Vergebung der Kulturund Wegbauarbeiten im Stadtwald für 1906. 24. e- such der Witwe K. Euler 4. um Eclaubnis zum Birtschaftsbetriebe im Hause Schüßenstraße 15. - - - - " - *** Zu der bekannten Affäre Beamtenbeftechung" geht uns von der Bürgermeisterei Gießen folgender Artitel zu: In der Sigung der Stadtverordneten Bersammlung am 19. Oftober berichtete der Oberbürgermeister über die Zahlungsunfähigkeit der Firma Jäger& Rumpf in Hanau, die für die Stadt größere Ranalarbeiten auszuführen hatte, und über die von ihm im Interesse eines ungehinderten Fortgangs der Arbeiten getroffenen Maßregeln. Bei dieser Gelegenheit wurde aus der Mitte der Versammlung angedeutet, es feien Dinge vorgekommen, die darauf schließen ließen, daß die Firma städtische Beamte, die mit der Ueber wachung der Arbeiten betraut waren, zu ihren Gunsten zu labon entfallen auf bie R 149, Friedberg 1009, Gi Ferner 1103 Tiere Bogels Biegen 430, Kreis Schotter Jobre 1904 wurden im Her 1100 im Vorjahr und 40 Borjahr. Von Jungbieh genommen 212 Stüd Bogel Den in der Brovinz befte justvereinen find 71 Drter 14 Ditsvereine für die Für Herbbuchführung, Jan betrugen im abgelaufenen S reine 3678 Mt Für 15 Bullenstationen wurden Fir Orts- und Stallhaue einzelnen Areise der Provin aufgewendet. beeinflussen versucht habe. Die vom Dberbürgermeister sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß 3 von der Stadt zu vorübergehenden Dienstleistungen angenommene Bauführer von der Firma im Verlauf von 3 Jahren im ganzen 320 Mt. erhalten haben; von diesen 3 Bediensteten ist in der Zwischenzeit einer als städtisger Beamter angestellt worden, hat aber nach seiner Anstellung von der Unternehmerfirma nights mehr erhalten. Bon obigem Betrage wurden 100 Mt. als Provision für die Vermittelung eines Geschäfts gezahlt, das vollständig außerhalb der Interess n der städtischen Verwaltung liegt. Ein ngestellter der Stadt hat von einem Angestellten der Firma 80 t. geliehen, nachdem ihm zugesagt war, das Darlehen werde aus persönlichen Mitteln gewährt; dasselbe wurde jedoch in den Geschäftsbüchern der Firma verbucht und ist am 24. Oftober zurückgezahlt worden. Die restlichen 140 t. sind eine Vergütung für Anfertigung von Nivellements, 8eichnungen usw, die bertragsmäßig vom Unternehmer zu leisten waren, aber hinter dem Rücken der Stadtverwaltung von städtischen Angestellten für den Unternehmer und in dessen Auftrag gefertigt wurden. - Die Untersuchung ergab, daß die Stadt nicht geschädigt ist, die Arbeiten vielmehr Soweit sich bis jetzt beurteilen läßt vertragsmäßig ausgeführt sind; insbesondere fand sich fein Anhalt dafkr, daß die Unternehmerfirma sich zum Schaden der Stadt in unzulässiger Weise zu bereichern suchte. Immerhin find nach dem Ergebnis der Untersuchung Unregelmäßigkeiten vorgekommen, die nicht gebulbet werden dürfen. Gegen die betreffenden Angestellten ist das nötige beranlaßt. * Eine Vergünstigung ist den Soldaten durch nachstehenden Erlaß zugeteilt worden: Bei schwerer Ertranfung oder bei Todesfall in der Familie ist den Soldaten die Benutzung der dritten Klasse aller Schnellzüge zu Reisen vom Standorte nach dem Urlaubsorte ohne Rücksicht auf die Urlaubsdauer zu gewähren. Unter Familie ist zu verstehen: Ehefrauen, Rinder, Eltern, Pflegeeltern, Großeltern und Geschwister. In solchen Fällen muß die Dringlichkeit der Reise durch eine besondere Bescheinigung des Truppenteils, aus der der Grund ber beantragten Schnellzugbenuzung ersichtlich ist, wachgewiesen werden. GH. Fri Neuter- Abend. Der gestern Abend von dem Kaufmännischen Berein und dem Drtsgewerbe- Verein Gießen veranstaltete britte öffentliche Bortrag galt dem größten deutschen Dialektdichter, Friz Reuter, den sein berufener Jnterpret, der Kgl. Bürttembergische Hofichauspieler August Junkermann vorführte. War Frizz Reuter schon von je einer der meistgelesensten Autoren, so wird er dies in Zukunft, wo jezt seine Werke in wohlfeilen Ausgaben aufgelegt werden, noch mehr werden. Jeder Gebildete hat ihn gelesen, nicht nur der Norddeutsche, der sein Idiom beherrscht, sondern auch der Mittel- und Süddeutsche, der sich erst mühselig mit Hülfe eines Wörterbuchs das Verständnis erschließen muß. Es geht etwas Gewaltiges, Backendes von Fritz Reuter aus, das nicht mehr losläßt. Seinen vollen Reiz entfaltet der Dichter aber erst, wenn er mit den Menschen, die auf demselben Boden mit ihm heranwuchsen, mit seinen leiwen Bandslüd", an die auch sein Hauptwert„ Ut mine Stromtid" addressiert ist, Zwiesprache hält. Dann lebt und webt es plöglich überall herum, dann steigt vom Boden der würzige Brodem auf und die Gestalten schreiten martig und voll Blut dahin, dann weckt der leiseste Ton einer faum berührten Saite verwandte Klänge und jeder mutwillige Augenaufschlag findet verständnis volles 8wintern. Schmunzelnd lieft der bäuerliche Leser weiter, ja hier ist seine Belt, diese Geftalten fennt er alle von Rindesbeisen auf: den Rathenmann, den Tagelöhner, den Inspektor, den Bächter, ben Rittergutsbefizer, den Pastor, den jüdischen Produktenhändler. Und plöglich stockt er und fährt mit der Hand über die Augen. Er muß noch einmal hinsehen und dann brummt er ganz bergnügt: Dit bin id jo fülwft". Dem Original muß man schon glauben, Friz Reuter hat seine Gestalten gut getroffen und darin liegt auch das Geheimnis seines Erfolgs. Dies ist der alte Bauber, ber schon auf Homers Gedichten lag und noch auf allen Dichtungen gelegen hat, die das Bublikum für das sie gefungen oder geschrieben wurden, padte: der Bauber des Spiegels. nämlich, die unwiderstehliche Anziehungskraft, die das eigene Bild auf den Menschen ausübt. Und Friz Reuter ist ein solcher Epiegel, aus ihm strahlen Menschen, Himmel und Erbe, mit einem Borte bie ganze mecklenburgische Landschaft wider. Warm und seelenvoll sprechen die Reuterschen Gestalten zu uns, wenn ein Bandestind uns die Bekanntschaft mit ihnen vermittelt und gestern Abend waren wir sogar in der glücklichen Bage, uns sie von einem der besten Inte preten, von August Junkermann vorstellen zu lassen. Der Vortrag Janfermanus ist ungemein lebhaft und nuancenreich und wird von einem modulationsfähigen Organe, das spielend die Tonstala auf- und abläuft, auf das glücklichfte getragen. Die einzelnen Figuren zeugen von dem eisernen Fleiße und der hingebenden Liebe, mit denen Junkermann an ihnen gearbeitet, lebend and plaflisch treten sie vor uns hin, in Ton und Gebärde sprechend. Im ersten Teile rezitierte Juntermann Du drögft de Pann' weg" aus„ Läuschen un Riemels" und die Rapitel 44 and 45 Ut mine Stromtid". Im zweiten Teile trug er die Szenen zwischen Arel von Rambow uad Unkel Bräfig, sowie einige der kleineren Arbeiten vor, die Friz Reuter unter Läuschen und Niemels zusammengefaßt hat. Das Bublifum, das schon eine halbe Stunde vor Beginn der Rezitation den großen Saal des Gesellschaftsvereins dicht befeste, brach nach jedem Vortrag in stürmischen Beifall aus. Hoffentlich haben wir August Junkermann nicht zum letzten Male in Gießen gesehen. " * Rindvichzucht in Oberhessen. U ber den Stand der Rindvichzucht in der Provinz Oberhessen berichtet der Landwirtschhftliche Brovinzialverein. Die Gesamtzahl der seit Einrichtung der Herdbücher aufgenommenen Tiere stellt sich auf etwa 9000 ber Simmentaler und 3240 der Vogelsberger Staffe. Die Zahl der Herdbuchtiere am 1. Januar d. J. betrug 4458 Tiere Simmentaler- Rasse, L. Oberbeffifde Br inn Commer 1905. 2 Innbwirtschaftlichen Berein f gerichteten und unterhaltenen fir den legten Sommer wie f Die Weiben waren befe Bernings mit Tiergarten mit Bell mit Lauterbach mit . . Das Ergebnis des Betri erf.dtlich: Mamen der Auf Abtrieb Beide trieb и " " Bernings 27 Mai 3. Dit 30. 3. Hell Sauterbach 20.2. Durchschnittliche Zunah Nach dem Jahresberic Broving Oberheffen beträgt mahme von 543 Rindern u den 3 letzten Jahren tiichtszunahme mit 68,87 brigen Jahre hinter dem tiird diese geringe Zunahme tredenen Vorsommer und Simmerhin ist die Entwid recht befriedigende zu bez haben dabei ihre Rechnung Lebendgewichtszunahme von Beidegeld. Die Erhöhung Galben die betr. Landwirte Beiben mit Fohlen hat, wi hervorgeht, eine sehr beträc bird besonders Tiergarten reichen, um alle Tiere unter * Bienenwirti haft men Erftarrungsschlaf ver inter Nahrung, Luft un ugen, ballen fi die Tier dieser auf, so erstarre frer( Spißmäuse, Meisen erden. Der Jmler hat fhlägigen Litteratur zu entem Berein anschließen. $ Krofdorf, 20. Robe Sofdorf werden im Gefch 8 Januar, 5. Februar, 5. Suni, 2. Juli, 17. Septem 3. Dezember. Laubach, 20. Novb Direktor, Dr. Bauer, 6th. Oberschulret Dr. No stfüht. Dr. Bauer wur harrers Bauer zu Fried Grießen und war dann an Gießen und Darmfladt Dorlar, 20. Novr Betrieb genommene beaugt und rentiert fi * Ober- Dileiden, Wana die hiesige Hebamm Fam Alex 10 Mäusburg Pelz: a Capille bürgermeister fo 3 von der Stadt mene Bauführer ganzen 320 Rt. eten ist in der angeftelt worden, Unternehmerfirma wurden 100 Wt. richäfte gezahlt, der fädtischen Stadt hat von elichen, nachdem aus persönlichen in den GeschäftsOftober zurüd meine Bergütung ungen usw, bie en waren, aber On städtischen An effen Auftrag ges at night gridabigt is jet beinteilen insbesondere fand merfirma fich zum ise zu bereichern der Untersuchung gebulbet werden ist das nötige Soldaten durch Bei fchwerer Er e ift den Soldaten babon entfallen auf die Kreise Alsfeld 1131, Büdingen 749, Friedberg 1009, Gießen 648 und Lauterbach 911. Ferner 1103 Tiere Bogelsberger Rasse und zwar Kreis Gießen 430, Kreis Schotten 673. eu aufgenommen im Jahre 1904 wurden im Herbbuch 1055 Simmentaler gegen 1100 im Vorjahr und 400 Vogelsberger gegen 240 im Borjahr. Van Jangvieh wurden 1904 in Serbbu auf genommen 212 Stück Vogelsberger, 870 Stüd Simmentaler. Den in der Brovinz bestehenden sieben Bezirks- Rindvich auchtvereinen find 71 Drtsvereine für die Simmentaler und 14 D: tsvereine für die Vogelsberger 8ut angegliedert. Für Herdbuchführung, Jungviehaufnahmen und Buchtvereine betrugen im abgelaufenen Jahre die Ausgaben des Provinzials bereing 3678 t Für die im Bereinsgebiet bestehenden 15 Bullenstationen wurden in 1904 4057 Mt. aufgewendet. Für Orts- und Stallschauen, die sich gleichmäßig auf die einzelnen Kreise der Provinz verteilen, wurden 4953 Rt. aufgewendet. L. Oberhessische Provinzial- Jangviehweiden im Sommer 1905. Die Betriebsergebnisse der vem land wirtschaftlichen Verein für die Provinz Oberhessen eingerichteten und unterhaltenen 4 Jungviehweiden stellen sich für den letten Sommer wie folgt: Die Weiden waren besezt in: Wernings mit Tiergarten mit Bell mit Lauterbach mit . Fohlen 14 Rinder 48 106 - 58 .17 54 160 Summa 137 Das Ergebnis des Betriebes ist aus folgender Tabelle ersichtlich: mellzüge zu Reisen hne Rüdficht auf amilie ist zu ber Namen der AufWeide WeideAbtrieb trieb " 27.Mai 3. Dftb. 30. 3. 20. " 2. " 1 ltern, Großeltern bie Dringlichkeit ung des Truppen ten Schnellzugbe estern Abend von Ortsgewerbe- Berein Bortrag galt dem ater, den sein be he Hofichauspieler Bar Fritz Reuter toren, so wird er wohlfeilen Aus Jeder Gebildete Se, der sein Jbiom Süddeutsche, der terbuchs das Ver Etwas Gewaltiges, icht mehr losläßt. ber erst, wenn er mit ihm heran n die auch sein ift, wiesprache rall herum, dann und die Gestalten wedt der leisefte nbte Klänge und verständnisvolles Bernings Bell Lauterbach " Gewichtszunahme Durch bro tage niedr. höchst schnitt Tag kg kg kg kg 129 28 85 51,52 0,47 125 29 120 69,97 0,53 135 36 125 84,93 0,63 Durchschnittliche Bunahme auf den 3 Beiben 38,87 0,55 Nach dem Jahresbericht des landw. Vereins für diBroving Oberhessen beträgt die durchschnittliche Gewichtes junahme von 543 Rindern auf den Oberhessischen Beiden in den 3 letzten Jahren 73,18 kg. Die diesjährige Ge. wichtszunahme mit 68,87 kg bleibt also ebenfalls wie im borigen Jahre hinter dem Durchschnitt zurück. Bedingt wird diese geringe Zunahme wohl im wesentlichen durch den tredenen Vorsommer und durch den naßtalten Nachsommer. Immerhin ist die Entwickelung sämtlicher Tiere als eine recht befriedigende zu bezeichnen. Auch die Landwirte haben dabei ihre Rechnung gefunden, denn sie bezahlen eine Lebendgewichtszunahme von fast 1½ 8tr. mit nur 33 t. Beidegelb. Die Erhöhung des Buchtwertes der Tiere haben die betr. Landwirte umsonst. Die Bes zung der Beiben mit Fohlen hat, wie aus obiger Zusammenstellung hervorgeht, eine sehr beträchtliche Zunahme erfahren und wird besonders Tiergarten demnächst gar nicht mehr ausreichen, um alle Tiere unterzubringen. * Bienenwirtschaft. Weil unsere Bienen nicht in einen Erftarrungsschlaf verfallen, so bedürfen sie auch im Winter Nahrung, Luft und Wärme. Um lettere zu eraugen, ballen fi die Tierchen in Knäuel zusammen. Löft ich dieser auf, so erstarren die Immen vor Kälte. Ruhes Torer( Spigmäuse, Meisen 2c.) müssen deshalb fern gehalten werden. Der Imter hat eben schöne Zeit, sich mit der einschlägigen Litteratur zu beschäftigen, auch sollte sich jeder einem Verein anschließen. liche Leser weiter, fennt er alle von n Tagelöhner, den fizer, den Paftor, öglich fodt er und Er muß noch einmal nügt:„ Dit bin id lauben, Friz Reuter rin liegt auch das alte Bauber, ber noch auf allen um für das sie ge Bauber bes Spiegel traft, die das eigene Friz Reuter if fchen, Hummel and nburgiffe Landj Sie Reuterfchen Ge die Bekanntschaft waren wir sogar einem der besten vorstellen zu laffen. lebhaft und nuancen fähigen Drgane, bas auf das glücklichfte en von dem eisernen benen Junkermann treten fie vor uns erften Teile rezitierte g" aus„ Läuschen un Ut mine Stromtib". jenen zwifchen rel e einige der fleineren Bauschen und Riemels bas schon eine halbe en großen Gaal bes nah jedem Borttag haben wir Auguft Gießen gefehen. Geffen. U ber ben Oberbeffen berichtet Die Gesamtzahl ufgenommenen Tiere taler und 3240 ber Herbbuchtiere am Simmentaler- Raffe, § Krofdorf, 20. November. Die Gerichtstage in Stofborf werden im Geschäftsjahr 1906 abgehalteu am: 8 Januar, 5. Februar, 5. März, 2. April, 7. mai, 11. Suni, 2. Juli, 17. September, 8. Oftober, 5. November, 3. Dezember. Laubach, 20. Novbr. Der neue GymnasialDirektor, Dr. Bauer, wurde lezten Freitag durch den h. Oberschulrat Dr. Nodsagel feierlichst in sein mt eingefüht. Dr. Bauer wurde 1861 als Sohn des Stadtfarrers Bauer zu Friedberg geboren. Er studierte in Sießen und war dann an den Gymnasien zu Büdingen, Gießen und Darmstadt als Oberlehrer tätig. * Dorlar, 20. November. Die seit einem Jahre hier Betrieb genommene Güter- Ausladestelle wird art ßt und rentiert sich zufriedenstellend. * Ober- Ofleiden, 20. November. In diesem Jahre auf eine 30jährige Dienstzeit zurückblicken. Stets hat sie| Nicht etwa, daß„ Bauernfreude" als Futtermittel oder ihres verantwortungsvollen Amtes mit der größten Gewissen haftigkeit gewaltet und in über 400 Fällen ihre Hülfe geliehen. ? Nieder- Ofleiden, 20. November. Bürgermeister: Jubiläum. Anläßlich seines 25jährigen Amtsjubiläum verlich der Großherzog unserm Bürgermeister Böckner eine Auszeichnung, die ihm durch Kreisrat Dr. Meliorüberreicht wurde. Die Gemeinde ließ dem Bürgermeister einen Sessel überreichen. ? Alsfeld, 20. November. In Alsfeld wurde in einer öffentlichen Bersammlung nach einem Referat: Wie verschaffen wir uns gutes, billiges Brot und woher beziehen wir es? die Gründung eines die Arbeiter Konsumvereins beschlossen. Ueber 100 Personen erklärten sich zum Beitritt bereit. Darmstadt, 20. November. Selbstmord. Ein Dragoner des hiesigen 24. Regiments machte seinem Leben ein Ende, indem er sich unweit des Exerzierplages in einem Naturtempel erhängte. * Worms, 16. November. Der Achtuhrladen fluß ist in unserer Stadt gesichert. Dem Verein selb, kändiger Kaufleute und Gewerbetre.bender ist es gelungen, die zur Antragstellung erforderliche Zweidrittelmehrheit zu gewinnen. Marktberigte. Sieben 21. November. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butte: per Bfb. 1 10-1.20 t., Hühnereter per Stüd 8-9 Pfg., Entenete St 6-7 Bfg., Käse per St. 6-8 Pfg., Käsematte 2 St. 5-6 Bfg Erbsen per Liter 21 Bfg., Linjen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baa RT. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1.60, Hahnen, be Stud 0.80-1.80, Enten per Stad 1.80-2.20, Gänse per Pfd 65-70 fg., Dsenfleisch per fb. 72-82 Bfg., Rindfleisc per fb. 70-72 Bfg. per fb. Schweinefleifd 80-90 fg. Schweine fletsch gesalzen per Pfund 0.94 Bfg., Kalbfleisd per fb. 70-80 Pfg. Sammelfletsch per Pfd. 50-76 Pfa., Kartoffeln pro 100 Kilo 500-5.50 mt., Swiebeln per St. m. 6.00-8.00, Weiskraut Betnr. 2-3 Mt. pe: Stüd, Zentner 6-7 Mr. Aepfel per 3t. 10-25 Mr Swetschen per Bentner 0,00.- 0.00, Nüsse 100 Stüd 30-40 Pfg Milch per Lites 20. Bfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 U nachmittags. Gegenflände des Wochenmarktverkehrs dürfen bor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der erster brei Stunden der Marktzeit im Umberziehen feilgeboten werden. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 20. November 1905. Ochsen Kälber Schweine do. Höchfte Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. 50 kg Schlachtgewicht 79-82 M. 86-90 Pf. 79-80 H H Getreidepreise in Mannheim 18.85-00.00 M. Weizen 100 kg Roggen do. 17.40-00 00 " " Fleischpreise in Gieken ½ kg 72-82 Pf. do. 70-80 do. 80-90 Brotpreise in Gießer Weißbrot 2 kg 52 f. Schwarzbr. do. 48 DO Siegener landwirtschaftlicher Wetterbien. Boraussichtliche Bitterung in Hessen für Mittwoch, den 22. November. Heiter und troden, nachts leichter Frost, am Tage Temperatur wenig verändert, morgens Nebel. ( Näheres durch die Gießener Wetterfarte.) Berantwortlich: für die Politik und den Insecatente I: Ibin klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, be de in Gießen. Ueberzeugende Beweise. Die Fütterung läßt sich leider nicht immer nach Wunsch und Willen der Landwirte gestalten; aber es bleibt auch dann, wenn man zu einigermaßen mangelhaftem Futtermaterial, wie das jetzt leider der Fall ist, feine Zuflucht nehmen muß, ein sehr gangbarer Weg zu einem guten Gedeihen der Tiere offen. Dieser Weg hat zur Voraussetzung die Möglichkeit, den Tieren durch Beigabe eines angemessenen Würzpräparates die Nährstoffe des Futters ausnußbar zu machen und die Befömmlichkeit der Nation zu erhöhen. Es sind sehr verschiedene Präparate, welche diesen Anforderungen angeblich genügen sollen, auf den Markt gekommen, aber Sie Praris hat sich nicht mit ihnen zu befreunden vermocht; nur eine einzige, aber glänzende Ausnahme haben wir auf diesem Gebiete zu verzeichnen, nämlich die aus der Chemischen Fabrik Th. Lauser in Regensburg hervorgehende„ Bauernfreude". Dieses Präparat, welches trok unablässiger Anfeindungen seitens„ ge: wiegter" Theoretiker seit Jahren seine Position in der Braris behauptet und von Tag zu Tag ausdehnt, Em die hiesige Hebamme Anna Katharina Berleistet in der Nutztierzucht die vortrefflichsten Dienste. 食 Hamburger Engros- Lager Alexander Salomon& Co. 10 Mäusburg 10 empfehlen 10 Mäusburg 10 Pelz und Wollwaren Tapisserie- und Korbwaren in reicher Auswahl. Joh. Seibel Giessen, Ludwigsplatz empfiehlt sein Lager in Cherry, Portwein, Vino de Wermuth, Samos, Malaga in nur guten Qualitäten. Wir fuchen für einen 19 Jahre alten Küfergesellen alsbald Stellung. Armenamt Gießen. Hilfe. Blutftod. Timerman Hamburg Fichteftr. 33 ( u. meine bier t. D. vat. Neuheit. Dienstmädchen fofort gesucht. Chirugische Klinik, Gießen. Medikament auftreten wollte, das liegt vollständig fern, nein als Gewürz wirkt das Präparat hervorragend dtätetisch, und daher kommt es denn auch, daß in den Tausenden großer und kleiner Wirtschaften Bauernfreude" heute unentbehrlich geworden ist, daß der Landwirt, welcher einen Versuch damit anstellt," Bauernfreude" fünftig nicht mehr entbehren mag, weil das Bulber die Verdauungsorgane fräftigt, die Ausnutzung der Nährstoffe des Futters steigert, die Freßlust der Tiere anregt und die Ausscheidungen regelt. diesen Umständen resultiert die immense Verbreitung der Bauernfreude", und wegen dieser Umstände set ihre Anwendung jedem Landwirt dringend empfohlen. Man höre, wie sich die Praxis zur„ Bauernfreude" stellt: Aus Dte Herr Joh. Josef Mäller in Pl., Mühlenweg Nr. 21, berichtet:" Ich bin mit„ Bauernfreude" sehr zufrieden und habe sie mit Erfolg gefüttert. Das Vieh gab viel Milch und wurde fett dabet. Ich bitte Sie, mir gütigst wieder 9 Pfd. zu 5,40 Mr. zu schicken." Herr Chr. Richter in M. schreibt:" Bauernfreude" bewährt sich bei jedem Tier ganz vorzüglich. Pferde erhalten nach schwerer Arbeit 1 bis 2 Eßlöffel boll. Besonders günstig zeigt sich„ Bauernfreude" bei Milchtieren jeder Gattung. Will das Kalb oder die Ferkel nicht gedeihen, so gibt man den Muttertieren nur etwas von Ihrer Bauernfreude", und alsbald wird die Milch besser, und die jungen Tierchen entwickeln sich gut. Senden Sie mir baldigst wieder einen Viertelzentner Bauernfreude" zu 12,50 Mr." Herr Dekonom M. Stadler in S.:„ Ich gebe " Bauernfreude" allen meinen Kühen unter das Futter, welche dasselbe dann sehr gierig fressen; und der Nutzen bet Bauernfreude" ist ein sehr großer, weil der Milchertrag um die Hälfte gesteigert wurde. Ich empfehle ,, Bauernfreude" daher jedem Landwirt und Viehbefizer." Herr Landwirt Johann von Döhlen in B. stellt fest:„ Die Versuche, die ich mit dem Milch- und Mastpulver Bauernfreude" anstellte, lieferten einen guten Erfolg an Milch, Fleisch und Fett. Wir sind sehr zufrieden damit und bitten, uns sobald wie möglich wieder 9 Pfund Bauernfreude" zu senden. Ich sage Ihnen besten Dant." Herr Adolf Kunath in Db. erflärt:„ Meine Kühe geben nach Verabfolgung von Bauernfreude" viel mehr Milch und haben ein besseres Aussehen als früher. Auch bei meinen Schweinen hat sie sich sehr gut gelohnt. Ich spreche meine vollste Zufriedenheit aus." Solche Resultate fönnen nicht verfehlen, jeden Landwirt, welcher mit Bauernfreude" bisher keinen Versuch angestellt hat, zu sofortiger Inanspruchnahme Ein guter, dieses bewährten Präparates zu bewegen. Geld bringender Erfolg wird darnach sicherlich nicht ausbleiben. " , Blübendes, rotwangiges Kind." Lesen Sie im folgenden Brief die eigenen Worte bon Herrn und Frau Harzheim, die für alle Eltern mit schwächlichen Kindern von größtem Interesse sein müssen. Schlebusch, den 23. Januar 1905. Durch Ihre unschäzbare Scotts Emulsion ist mein Töchter. chen Gertrudis jetzt ein blühendes, rotwangiges Kind von bester Gesundheit und lebensfrohem Geiste. Von seinem siebenden Monat an hat das Kind an Englischer Krankheit gelitten, die sich dermaßen berschlimmerte, daß wir auf eine baldige Erlösung durch den Tod gefaßt waren. Nach allem unseren Leid griffen wir dann zu der uns von Freunden empfohlenen Scotts Emulsion. Sie können sich unsere Freude vorstellen, als schon nach Verbrauch der ersten Flasche eine sichtbare Besserung in dem Befinden des Kindes eintrat. Der Appetit der Kleinen regte sich wieder und bei regelmäßigem Gebrauch hat sie sich von Tag zu Tag gebessert. Sie ist im Laufe der Zeit so fräftig geworden, daß sie heute, mit 28 Monaten, es an Wuchs und Kräften mit einem bedeutend älteren Kinde aufnehmen könnte. ( gez.) Carl Harzheim und Frau. Der Brief besagt, daß Scotts Emulsion schon mit der ersten Flasche einen regeren Appetit herbeiführte, und der neue Appetit brachte der Kleinen bald mehr und mehr Kräfte, so daß die Besserung rasch're Fortschritte machen fonnte. Der Umstand, daß Scotts Emulsion die erste Lebertran- Emulsion war, verdient die Beachtung aller Eltern ebenso, wie die Tatsache, daß Scotts Emulsion heute noch die einzige ist, die nach dem eigenartigen Scottsch n Verfahren hergestellt wird. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, nnd zivar nie lose nach Gewicht oder Maß,' ondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit uu erer Schugmarke( Fischer mit großem Dorsch auf dem den). Scott& Bowne, G. n. b. H., Frankfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medizinal- Lebertran 150,0, prima lycerin 50,0, unter phosphorigfauver Ralf 4,3, unterphosphorig aures Natron 2,0, puls. Tragant 3.0 feinster arab. Gummi pulv. 2,0 beliill. Waffer 129,0, Atohol 11,0. hierzu aromatisc Emulsion mit Zimt, Wanbel uno Gaultheria Cel je 2 Tropfen. Flechten Briefmarkensammler. näss. und trockene Schuppenflechte, skroph. Ekzema, Hautausschläge, offene Füsse Beinschäden, Beingeschwüre, Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft hartnäckig; wer bisher vergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen Versuch mit der bestens bewährten RINO- SALBE frei von Gift u. Säure, Dose Mk. 1.-. Dankschreiben gehen täglich ein. Wachs, Naphtalan je 15, Walras 20, Benzoefett, Venet. Terp., Kampferpflaster, Perabalsam je 5, Eigelb 30, Chrysarebin 0,& Zu haben in den Apotheken. Man achte genau auf die Originalpackung weiss- grün- rot und die Firma Rich. Schubert& Co., Weinböhla, und weise Fälschungen zurück. Mädchen erh. sof. b. Hoh. Lohn Frau Svarr, gute Stellen. Gießen, Seltersweg 8. Neue Sendung eingetroffen. Mache Auswahlsendung nach Auswärts. J. Dany, Gießen, Bahnhofftr. 64. Rheumatismusn. Gicht- Kranken, teilt unentgeltlich mit, was ihrer lieben Mutter nach jahrelangen gräßlichen Schmerzen sofort Linderung u. nach kurzer Zeit vollständige Heilung brachte. Marie Grünauer, München, Pilgersheimerstr.2 II Schöne möbl. Zimmer mit oder ohne Bension zu verm. Gießen, Bismarckstraße 17. Meiner werten Kundschaft und geehrten Anwohnern der Frankfurter Strasse hiermit die ergebene Anzeige, dass ich mit heutigem Tage in meinem Hause 39 Frankfurter Strasse 39 ein Drogen- Geschäft Giessen, November 1905. errichtet habe. Mein bisheriges Geschäft Frankfurterstrasse 76 bleibt als Filiale bestehen und bitte ich das mir bisher geschenkte Vertrauen auch auf mein neues Unternehmen gütigst übertragen zu wollen. Telephon No. 593. Hochachtungsvoll Carl Seibel. yer. 272 Ober Drud und Verlag Der Bürgermeister kann, wenn nötig, eine außer ordentliche Ergänzungswahl anordnen, bei der die ausgeschiedenen Mitglieder und Ersaßmänner ersetzt werden. Die erste Wahl findet alsbald statt und hat Gültigbis zum 1. Oftober 1908. Bekanntmachung. Nachstehend bringen wir die auf Beschluß der Stadt. Nachstehend bringen wir die auf Beschluß der Stadt verordneten Versammlung vom 26. Oftober 1905 erlaffenen Vorschriften über den städtischen Arbeiterfeit Ausschuß zur allgemeinen Stenntnis. Gießen, den 15. November 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Vorschriften über den städtischen Arbeiter- Ausschuß. § 1. Für alle von der Stadt Gießen beschäftigten TagEr lohnarbeiter wird ein Arbeiterausschuß gebildet. soll den Arbeitern Gelegenheit geben, Wünsche und Beschwerden vorzutragen und Angelegenheiten zu besprechen, die die städtischen Arbeiter im allgemeinen oder einzelne Gruppen von ihnen berühren. § 2. § 8. Vergebung von Installations Arbeiten. Die zum Umban der alten Universitätsbibliothe nötige Entwässerungsanlage im Innern und Aeußer des Gebäudes wird hierdurch unter Hinweis auf den Verliert ein Mitglied oder ein Ersagmann die Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 unter den zur Aus Wählbarkeit oder die Eigenschaft als städtischer Arbeiter, führung berechtigten Installateuren zur Vergebung aus so erlischt damit von selbst seine Mitgliedschaft im Argeschrieben. beiterausschuß oder seine Eigenschaft als Ersazmann. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreib Anstelle der ausscheidenden Mitglieder treten innerhalb ungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offe ihrer Gruppen die Ersagmänner nach der Reihenfolge und können daselbst zum Selbstkostenpreis erhoben werden. Die Angebote müssen bis zum Eröffnungstermin ihrer Wahl in den Ausschuß ein. am 24. November 1905, vormittags 10 Uhr mit entsprechender Aufschrift versehen, portofret an uns ge langen. Zuschlagsfrist 10 Tagen. § 9. Der Bürgermeister bestimmt aus der Zahl der Ausschußmitglieder vorläufig einen Vorsitzenden des Ausschusses. In der ersten Sigung wählen die Mitglieder mittels Stimmzetteln einen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter. § 10. Die Sigungen des Ausschusses finden auf Einladung des Vorsißenden statt. Die Zahl der Ausschußmitglieder wird in der Weise beftimmt, daß auf je 30, sowie einen etwaigen Ueberschuß von mindestens 15 der von dem Gas- und WasserEine Sigung muß anberaumt werden, so oft es werf, von dem Elektrizitätswert, sowie aller übrigen von der Stadt Gießen beschäftigten Arbeiter ein Aus- von dem Bürgermeister verlangt oder von mindestens schußmitglied entfällt. Jedoch muß jede der drei ge- drei Mitgliedern unter Angabe der zur Beratung zu nannten Gruppen wenigstens durch ein Mitglied im stellenden Gegenstände gewünscht wird. Von jeder Sigung ist der Bürgermeisteret mindestens Ausschuß vertreten sein. Die sich hiernach ergebende Zahl der Ausschuß- 48 Stunden vorher unter Angabe der Tagesordnung mitglieder und ihre Verteilung auf die einzelnen Gruppen Mitteilung zu machen. wird von dem Bürgermeister festgestellt und mit der Einladung zur Wahl den Arbeitern bekannt gegeben. Für jedes Mitglied ist ein Ersatzmann zu wählen. § 3. Die Mitglieder des Ausschusses und die Ersaz männer werden durch geheime Wahl bestimmt. Wahlberechtigt find alle volljährigen Arbeiter, die fich am Wahltag im städtischen Dienst befinden, soweit fie im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind. $ 11. Die Sigungen des Ausschusses sollen regelmäßig Lohnkürzungen für in die Arbeitszeit gelegt werden. die versäumte Arbeitszeit finden nicht statt, ebensowenig werden Entschädigungen für außerhalb der Arbeitszeit abgehaltene Sigungen gewährt. § 12. Gießen, den 16. November 1905. Großh. Hochbauamt Gießen. Becker. PALMIN Feinste Pflanzenbutter Zum Kochen, Braten und Backen -Tüchtiger Maschinenschlosser Zur Beschlußfähigkeit ist die Anwesenheit von min- welcher selbständig arbeiten kann, Kenntnisse bo destens der Hälfte der Mitglieder erforderlich. modernen Kessel- und Maschinenbetrieb hat, und in de Der Bürgermeister und die von ihm beauftragten Bage ist, die Betriebsmaschinen einer Fabrik vollkommen Wählbar sind alle wahlberechtigten Arbeiter, die am Wahltag mindestens 25 Jahre alt sind und mindestens Personen haben das Recht, der Sitzung mit beratender zu überwachen und im Stande zu halten, zum balbigen Angebote mit Lebenslauf, Beugni seit drei Jahren ununterbrochen im städtischen Dienst Stimme beizuwohnen und müssen jederzeit angehört Antritt gesucht. abschriften und Gehaltsansprüchen an die Expedition stehen. Krankheiten, sowie militärische Uebungen gelten werden. Die Beschlüsse erfolgen durch Stimmenmehrheit; dieses Blattes unter Nr. 9259 erbeten. hierbei nicht als Unterbrechungen. bei Gleichheit der Stimme gilt der Antrag als abgelehnt. § 4. Die Beschlüsse sind in ein Protokollbuch einzutragen, das der Bürgermeisterei auf Verlangen vorzulegen ist. Das für die Tätigkeit des Ausschusses erforderliche Schreibwerk wird von dem Sekretariat der Bürgermeisteret besorgt. Die Wahl erfolgt getrennt nach den in§ 2 genannten Gruppen. § 13. Zeit und Ort der Wahl werden von dem Bürgermeister festgesetzt und mindestens eine Woche vorher in geeigneter Weise bekannt gemacht. Die Wahlzeit ist so anzuordnen, daß jedem Arbeiter Gelegenheit gegeben ist, Dem Ausschuß werden die Entschließungen, die auf außerhalb seiner Arbeitszeit von seinem Wahlrecht Ge- seine Anträge getroffen werden, von der Bürgermeisteret brauch zu machen. schriftlich mitgeteilt. § 5. § 14. Die Wahlhandlung wird in jeder Gruppe von Diese Bestimmungen treten mit ihrer Veröffenteinem städtischen Beamten geleitet, der von dem Bürger- lichung in Straft. Sie können von der Stadtverordnetenmeister bestimmt wird. Der Leiter bestellt einen Schrift- Bersammlung jederzeit abgeändert oder aufgehoben werden. führer. Ueber die Wahl wird ein Protokoll aufgenommen, das von dem Leiter und dem Schriftführer unterzeichnet wird. § 6. Die Wahl geschieht mit Stimmzetteln, die von den Arbeitern in Person abzugeben sind. Üngültig sind Stimmzettel, 1. die mehr Namen enthalten, als Mitglieder und Ersaßmänner zu wählen sind, 2. die ein äußeres Kennzeichen haben, 3. insoweit sie feinen lesbaren Namen enthalten, 4. insoweit darin die Person eines Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist. Gewählt als Mitglieder und Ersaßmänner sind der Reihe nach diejenigen Personen, die die meisten Stimmen Bei Stimmengleichheit entscheidet das erhalten haben. von dem Leiter zu ziehende Loos. Das Gesamtergebnis der Wahl wird von dem Bürgermeister festgestellt und in geeigneter Weise bekannt gemacht. § 7. Die Wahl erfolgt alle drei Jahre vor dem 1. Ok tober auf die Dauer von drei Jahren. Wiederwahl der Ausscheidenden ist zulässig. Gießen, den 27. Oftober 1905. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Hübsch Neue geschälte find Alle, die eine zarte, weiße sicht ohne Sommersprossen u. HautErbsen, Saut, rofiaes Aussehen u. ein Ge grüne Erbsen, unreinigkeiten haben, daher ge Bohnen, Linsen und Grünfern. von vorzüglicher Kochart empfiehlt billigst brauchen Sie nur: Steckenpferd. Lilienmilch- Getfe Bergmann& Co., Radebeul Schuhmarke: Steckenpferd. à Stď. 50 Pfg. bei: Carl Haberkorn Nachfl. v. mit auf Grünberg. Zuverlässiger' Pferdebursche Weihnachten gesucht. August Frensdorf, Gießen. Robert Stuhl Neustadt 23. 1 Wohnung ( 1 Zimmer, Küche und Keller) fof. zu vermieten. Wolfftraße 21. MAGGIS Are Jasare Rährchen BouillonKapseln die pesten! Man achte auf den Namen MAGGI. 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Frau Liebrecht war Wally Friedemann zu ungleid geringeres Gef rungen der Nächstenlie darüber, daß dem jung der besten Absicht ihre gänglichkeit alles Frdis doch schließlich einmal Tränen über die War licher waren die Versu gleichen Sinne machte und mit gejenftem Kö näckig vermied, dem erschien ihm. wenn er nicht eben heiterer un Nur die ernfte, fd bar einen tröstenden tiefen Summer aus. volle Einverständnis, Bekanntschaft zwische unverkennbar mit je fungszeit; und jedes weilte, erschien Wall obachtete diese offen gung der Eifersucht, Freunde darum zu g wöhnt gewesen, daß d mann ihn zu seinem gebens darüber nachd anders sei. Und dann kam flackernde Flämmcher der Stimme hatte frieenden Wally ge plöglich fürzer und schwachen Röcheln zu noch nicht einmal, daß als Frau Liebrecht ih legte, um der Entschl weisen und ihr sanft Wir wollen ein fie. Ihre arme Mu Aber Wally war Aufforderung zu fol warf sie sich über hin, und als es der mit freundlicher Gen Uebermaß ihres Sch Arme der wackeren Und dann galt es erfüllen, die so unve mehevoll und peinige Freimde, welche alle ais unzarejeno umeye baß die bloße Mögl Art dazu angetan i trauen und Mißbehage Maßregel eine Kürzung , mögen die Juristen auf die Arbeiter genügt Kürzung ausgelegt gla Die Bergarbeiterschaft tatoren stände und we Rechte gerichtete fic zu vermuten. Selbi günstige Gelegenheit Bergarbeitern vorgen stillen Sperre jede günstiger Arbeitsbedin Nebertreibung, denn Arbeitsbedingungen b brochen werden. Die bie Wohltaten der B Welt zu schaffen. De eilt, die irrigen Ansich gutem Erfolg gewesen. Der Erfolg sein, wollte Abkehrschein- Maßregel gerichtet hat, als fie G Besonnnenheit und Mä Der Verarbeiterschaft v und unterstützen, nicht guten Einvernehmens, gebern und Arbeitern Opfer wert. 6. Dienstag= Abonnements- Vorstellung Novität! Novid u. deren Ehefrauen Kater Lamp bom 20. bis 50. Lebensjahre schließen die vorteilh. Versicherung ab bei der Sterbe tasse des Landesgewerbebereins ju Darmstadt, Komödie in 4 Aufzügen be Emil Rosenow. Politif Reichsfinanzbedarf erör In einer halbam Deu neuen Reichseinnahmen im